zende ungi« ethen irdea trage Nr. St 3. jSyfäiehit täglich außer MontagZ. Abonnements-Preis für Berlin? «>erteljährlich z.zo Mark, Monat- uch I.io Mark, wöchentlich 23 Pfg. r m � � Haus. Einzelne Nummer � Pfg. Sonntags-Nummer mit °°>n„Sonntags- Blatt" 10 Pfg. Post-Abonnement: z.zo Marl pro Quartal. Unter Kreuzband: Für «utschlandu.Oesterreich-Ungarn für das übrige Ausland - Marl pro Monat. Eingetragen U> der Poü-Zeitungs-Preisliste sür issi unter Nr. e«». 8. Jahrg. Jnsertions-Eebühr betrögt für die fünfgespaltene Petitzeile oder deren Raum 40 Pfg., für BereinZ- und Berfammlungs- Anzeigen 20 Pfg Inserate für die nächste Nummer müssen bis 4 Uhr Nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochen- tagen bis 7 Uhr Abends, an Sonn- und Festtagen bis s Uhr Vor- mittags geöffnet. Zern fprech- Anschlugt Amt VF, Ztr. 4100. VolksSlalt. Zentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Au die pavfciaenofleu! Wie aus den Berichten des„Vorwärts" über die letzten Parteiversammlungen im sechsten Berliner Wahlkreis hervor- Tkht, in welchen über die Taktik der Partei und die Haltung Partcivorstandes und der Neichstags-Fraktion verhandelt �urde, haben die Herren von der Opposition es an den schwersten sachlichen und persönlichen Anschuldigungen nicht sohlen lassen. Danach haben Vorstand und Fraktion die Partei systematisch korrumpirt und zur Versumpfung Gebracht und sind insbesondere durch den Partcivorstand die Parteigelder nach Gunst an Schmarotzer und Schweis- wedler gewährt, die wichtigsten Partci-Jnteressen aber ver- �achlässigt worden. Sind diese Anschuldigungen begründet, so muß die Partei- Leitung mit Schimpf und Schande aus der Partei aus- Gestoßen werden. Die gesammte Partei ist im höchsten Grade dabei interessirt, Genau zu erfahren, inwieweit jene Anschuldigungen auf Wahr- ijeit beruhen; und da der bevorstehende Parteitag zu Erfurt die einzige Instanz ist, welche diese Anschuldigungen cndgiltig ßu prüfen und zu entscheiden hat, fordern wir hiermit die Herren von der Opposition auf, ihre Anschuldigungen genau . ZU formuliren und unter Beifügung des nöthigen Beweis- Materials dem Erfurter Parteitag zu unterbreiten. Das 'st ihre Pflicht der Partei gegenüber. Erweisen sich aber die Anschuldigungen als unbegründet °der erdichtet, dann werden die Herren von der Opposition �e Konseqnenzen ihrer Handlungsweise zu tragen haben. slln jedem Fall wird der Parteitag, davon sind wir über- i°ugt, zu thun wissen, was Ehre und Interesse der Partei heischen. Berlin, 11. September 1891. Der Parteivorstand. Vvieqsqefahv Und MlsssenherrsihsN. Die Russen schicken sich an, bei den Franzosen die en für die famose Verbrüderungskomödie von Krön- 1 zu erheben. Bescheidenheit war niemals den russischen �laatsmännern eigen, und so wird der zu Kronstadt in Aromen geflossene Sekt ziemlich theuer zu stehen kommen. weniger als sechshundert Millionen tranken wollen die Russen per Anleihe in Frankreich stadt Stgl Feuilleton. eua verholen.! (14 Gr kehrt zurück! Originalroman von Jean Meroz. n?�cr'e. sich dem Ladentisch, auf dem sie lag, und ohne ein Wort zu sagen, das Leibchen Larirette's. ist,"V,''var damit nicht zufrieden und sprang auf ihn «ti" mir einen ernsten Blick zuivarf, der mich Hstlde /platz, wo ich stand, fesselte, dann lächelte er wer». r!?Gte:— Wohlan, beunruhigen Sie sich nicht, >ch wiif r hübschen Geliebten nichts zu Leide thun; .. leben. nur« ihr fehlt. und will mich vergewissern, fls? UubXa om»IIMkW-v.».................. ich nAv, f lsi mein Geschäft." Und so ließ ich ihn, - Er �beruhigt war, gewähren. .,?chte eine ernste und zugleich gütige Miene, und n>er«.»«Wiek hatte er die Brust der armen und noch .*• Wen. F" entblößt. ein-.�,..?>e diese große, rothe Wunde gesehen hätten, � war f.A? eh-schwarzen Ringe um dieselbe, wie fürchter- oerr Das Rf anzusehen! eetartii�i L hatte aufgehört zu fließen und ein dicker, s.� Aach �iutklumpen hatte sich gebildet. kf'� ilebcv■le(f'er Prüfung zog der Arzt aus einer Tasche £e,neS, laJXßns ein Etuis und nahm daraus ein ganz �le fuhwt5 und von Silber glänzendes Stahlinstrument. Me er es in die Wunde ein. erheben. Um das Vertrauen und die Begeisterung der Franzosen für dies Unternehmen zu stärken, wird die Kaiserin von Rußland den schon lange angekündigten Besuch in Paris machen, und man hofft, daß infolge des dadurch hervorgerufenen Jubels die Anleihe bedeutend überzeichnet werden wird. Ein vortreffliches, ja unübertreffliches Zeitbild. Auf der einen Seite die Gemahlin eines der mächtigsten Monarchen der Erde, die eine Pumpreise nach einer Republik unternimmt und sich so gewissermaßen für Geld sehen läßt, auf der anderen Seite eine sich„repttbli kanisch" nennende Bollrgeoisie, die Frankreichs alte Freiheitslieder entweiht, um mit denselben das russische K n u t e n- D e s p o t e n t h u m zu begrüßen, und die diesem selben Despotenthum, dem Todfeinde aller modernen Ideen und aller Demokratie, das Geld vor- streckt, um damit den Frieden Europas zu gefährden. Denn wenn die neue russische 600 Millionen-Anleihe in Paris zu Stande kommt, so ist damit die Gefahr eines großen Krieges in die nächste Nähe gerückt. Es ist be- kannt, daß Rußland durch den Geldmaugel am meisten in seinen Unternehmungen und namentlich in seinen Rüstungen gehindert war. Wenn aber die 600 Millionen in den Händen Rußlands sind, so wird entweder an der unteren Donau die Kriegstrompete ertönen, oder es werden die russischen Rüstungeg so gesteigert werden, daß die übrigen Staaten genöthigt sind, gleichfalls ihre Streit- kräfte zu vermehren und der Erschöpfung durch den „bewaffneten Frieden" in beschleunigtem Tempo entgegen- zueilen. Die französische Bourgeoisie weiß ganz gut, welche Gefahren für die Zukunft Europa's es mit sich bringt, wenn sie Rußland in die Hände arbeitet. Keinem denkenden Menschen kann es ein Geheimniß sein, daß Rußlands Rüstungen, seine Friedensstörungen und sein völkerverhetzendes diplomatisches Spiel keinen anderen Zweck haben, als nach dem alten Rezept:„Entzweie und herrsche!" nach und nach die Herrschaft über ganz Europa an sich zu reißen. Daun wird es vorerst Nacht werden auf diesem unglücklichen Erdtheil. Die neue Anleihe kann unter Umständen Rußland diesem Ziele einen großen Schritt näher bringen; das Geld, das die Franzosen den Russen geben, kann möglicherweise den Untergang der französischen Republik vorbereiten helfen, der sich jetzt die alten monarchistischen Parteien in verdachterregender Weise an den Hals werfen. Aber was kümmert dies die französische Bourgeoisie? Was kümmert sie das Vater- land, oas sie so gern im Munde führt? Diese Bourgeoisie hat keine Spur von wirklichem Patriotismus in sich; sie ist erfüllt von schmutziger Habsucht. Wenn auch In diesem Augenblicke stieß Larirette einen Seufzer ans. Ein Schauer schüttelte sie von Kopf bis zu Fuß; sie öffnete die Augen, um aber sogleich wieder in Ohnmacht zu sinken. Ich hatte großen Kummer, machte aber einen mächtigen Sprung vor Freunde, als der große Herr sich mir zuwandte und zu mir mit ernster Stimme sagte: „Nun, mein Freund, beruhigen Sie sich, die Wunde ist glücklicherweise nicht schlimm. Die Kugel ist schon sehr schwach gewesen und nicht tief eingedrungen, sie hat keine edleren Theilc verletzt, in einem Monat wird die Kranke wieder auf den Beinen sein. Sie können sich wohl denken, wie zufrieden ich in meiner Traurigkeit war, ich der ich sie schon verloren gc- glaubt hatte! fügte Mijoulet, der ruhiger geworden war, hinzu. Hierauf erzählte er, daß er eine Menge Erkundigungen eingezogen, und dabei erfahren hatte, daß Larirette elternlos wäre und allein stände, daß der Arzt ihm ferner gesagt habe, er müsse sie in das Krankenhaus„de la Pitio" schaffen lassen, wo sie gute Pflege haben würde. Dort könnte er sie besuche», wenn es ihm beliebte. Hierauf wäre der Arzt gegangen und mit einem Wagen wieder er- schienen. Larirette war ans ihrer Ohnmacht wieder erwacht, trotz ihres furchtbaren Leidens und schrecklichen Fiebers trat ein Lächeln auf ihre Lippe. Ja Fräulein Charlotte, als sie mein erschrockenes und trauriges Gesicht sah, sprach sie zu mir: — Was hast Du zu weinen, dummer Kerl, Tu siehst ja, daß ich nicht gestorben bin, und sie fügte noch mit ihrer silberhellen Stimme hinzu; Europa kosackisch wird— einerlei, wenn Nußland nur die Anleihe gut verzinst. Und das wird geschehen; das russische Volk muß ja die Kosten der Anleihe aufbringen und muß so die Kroustädter Komödie doppelt theuer be- zahlen. In dem Lande, wo eine furchtbare Hungersnoth tobt und wo sich das arme Volk zu Akten der Ver- zweiflnng hinreißen läßt, weil es den quälenden Hunger nicht mehr zu stillen vermag, wird der Exekutor dem Bauer, der noch eine letzte Kuh hat, diese wegnehmen, damit den„republikanischen" Kapitalisten zu Paris die Zinsen pünktlich gezahlt werden können.„Paris i st eine Messe werth", sagte Heinrich IV.;„ d e r zinszahlende Zar ist eine Marseillaise werth", sagen die französischen Finanzmänner. Welche Komödie wohl die elendere ist? Ohne Zweifel die letztere. Wenn es sich machen läßt, werden sich auch„vater- landslose" deutsche Bourgeois au dem Unternehmen betheiligen, den Russen gegen gute, Zinsen Geld zu ver- schaffen, wie sie immer gethan, obschon sie wissen, daß die Russen mit diesem Gelde die Kosackenhorden bewaffnen werden. Man kann sich nur erstaunt fragen, wo diese in Wahrheit„vaterlandslose" Bourgeoisie diesseits und jenseits der Vogesen die Stirn hernimmt, sich als die Trägerin des„wahren Pariotismus" aufzuspielen! Ein sozialistisches Frankreich würde den Russen keinen Pfennig geben, ein s o z i a- listisches Deutschland desgleichen. Die fran- zösischen und die deutschen Sozialisten haben sich in dieser Hinsicht deutlich genug ausgesprochen, und die französischen Sozialisten haben erst jüngst wieder gegen die„franko- russische Allianz" protestirt. Als der Brüsseler Kongreß aussprach, daß die Kriegs- gefahr und der Militarismus überhaupt ein Ausfluß der 5tlafsen Herrschaft seien und nur mit dieser verschwinden könnten, da waren auch ernsthafte Blätter bornirt genug, diesen Ausspruch als„Phrase" zu bezeichnen. Der Plan einer neuen russischen Anleihe und deren Wirkungen, wenn sie zu Stande kommt, wird diesen Blättern klar machen, daß der Kongreß keine Phrase, sondern eine furchtbare Wahrheit ausge- sprachen hat. Leider kann man sich der Befürchtung nicht erwehren, daß die russische Anleihe, nachdem die Zarin zu den französischen Bourgeois Hausiren gegangen, einen Erfolg haben wird. — Nun, so umarme mich, das wird Dich trösten. Natürlich besann ich mich keinen Augenblick ihre Bitten zu erfüllen, ich der niemals geivagt hatte, sie darum zu bitten. Endlich trug man Larirette in den Wagen und nach großen Umwegen, welche gemacht werden mußten, um die mit Barrikaden gesperrten Straßen zu vermeiden, gelangten wir nach dem Hosspital„de la Pitio". Der Arzt war mit niir in den Wagen gestiegen und,— auf seine Anordnung brachte man die Verwundete schnell in ein äußerst reines Bett und verband bald darauf ihre Wunde. Ich mußte mich entfernen, obgleich ich das Herz voll hatte, aber ich ivar ruhiger geworden. Sie begann einzuschlummern. Ach, wenn Sie gesehen hätten, wie hübsch sie war. Hierauf machte ich mich auf den Weg, um Ihnen diese Nachricht zu überbringen. Ich habe Zeit ver- säumt, denn bei einer Barrikade vorbeigehend, hob ich, als ich die Truppen in der Ferne bemerkte, ein Gewehr von der Erde auf und schoß bis zur letzten Patrone in den Haufen hinein. Wie war ich zufrieden. Pardantz! eine Kugel für Larirette, Pardautz! da noch eine für Larirette. Es sind sicher einige Linicnsoldaten von meinen Kugeln gefallen. Du bist ein braver Bursche, Mijoulet,— sagte Michel Ferrand,— und Larirette ist ein tapferes Mädchen. Es freut mich zu wissen, daß sie gut davonkommen wird. — Willst Du mir nun, da Du Dich wieder beruhigt hast, einen Dienst erweisen? — Recht gern, Herr Ferrand, sagen Sie, welchen? — Nun, Dn kannst zu mir nach Hause gehen. Meine Mutter wird sich gewiß in tödtlicher Angst befinden, wenn sie bemerkt, daß ich noch nicht zurückgekehrt bin. Vorläufig Poltfifvfjc Mebovfitzhk. Berlin, dcn 11. September. Die L ü g e der agrarischen Großkornwucherer, daß der Kornzoll die Korupreise nicht in die Höhe getrieben habe, wird dnrch nachstehende Ziffern aufs' Schlagendste widerlegt— obgleich es fiir einen denkfähigen und vor- nrtheilslvscn Menschen einer Widerlegung gar nicht Mehrbedarf: Nur 9. September dieses Jahres wurde die Tonne Weizen notirt(im Preis berechnet) in Berlin A33 M., in Frankfurt d.M. 340 M. und in Paris 310, irr Antiverpen 170 M. Auf den zrvei deutschen Märkten galt die Tonne Weizen also: in Berlin um 17, in Frankfurt gar um 34 M. in e h r als in Paris; und in Berlin um 54, in Frankfurt gar um Ol M. mehr als in Antwerpen. In Berlin und Frankfurt herrscht der deutsche Korn- zoll von 50 M. für die Tonne; in Paris der reduzirte französische von 24 M. die Tonne; und Antwerpen— Belgien— h a t f r e i e G e t r e i d c- E i n f u h r, und folg- lich W e l t m a r k t- P r c i s. Die 54 und 60 M., ivelche wir in Teutschland fiir die Tonne Weizen über den W eltin arkt-Prcis hinaus zu zahlen haben, sind d a s P r o d n k t d e r K o r n z ö l l e. Die Berschiedcuheit der Preise zwischen Frankfurt und Berlin erklärt sich zum Theil aus der Verschiedenheit der Qualität der Waare, zum Theil ans Kursschwankungen. Was die„Spekulation" betrifft, welche von den agra- rischen Großkornwuchcrcrn fiir die Thcnernng verantwortlich gemacht wird, so ist sie in Belgien, England und den übrigen kornzollfreien Ländern ebenso gut vorhanden und ebenso kräftig entwickelt, wie in Deutschland, sie spielt dort genau ebenso viel und ebenso wenig bei der Preisbildung mit, wie in Deutschland, und kommt demnach hier nicht in Betracht. Daß die agrarischen Kornwucherer nicht die Einzigen sind, welche das Volk ausplündern, ist richtig— sie haben gewiß„Mitesser" in den Börsenspekulanten, und wir begreisen es, daß sie es als ein bitteres Unrecht empfinden, wenn ihnen von Anderen einige Brocken der Beute abgejagt werden. Allein für das Volk ist es sehr glcichgiltig, von w e m es aus- geplündert wird— genug, daß es ausgeplündert wird. Und das weiß es zum Glück. Und das Volk fragt sich auch, ob es denn eine„Naturnothwendigkcit" ist, daß es sich ausplündern lassen muß. Und es hat auch die A n t- w o r t auf die Frage. Nein— es ist k c i n e Naturuoth- weudigkcit— es ist die Folge der gegenwärtigen, auf Ans- bentung des Menschen durch dcn Menschen begründeten Gesellschaftsordnung;— und diese Gesellschaftsordnung läßt sich beseitigen, wenn die Ausgebeuteten nur zu Verstand kommen. In einer Gesellschaftsordnung, die weder Ausbeuter noch Ausgebeutete kennt— so wie die Sozialisten sie erstreben— kann es weder junkerliche Korn- Wucherer noch plebejische Börsenspekulanten geben und wird es unmöglich sein, dem Volke sein„tägliches Brot" zu rauben, zu verkürzen oder zu vertheuern. Mögen die Ausbeuter des Volkes fortfahren, sich darum zu streiten, wer das Volk am meisten ausplündert— sie erthcilen dem Volk eine vortreffliche Lektion und sie machen wirksamste und fruchtbarste Propaganda für die Sozial demokratie.— In Gera haben die Stadtväter Augen für den N o t h st a u d. In dem amtlichen Bericht der dortigen Stadtraths-Sitznng vom 7. September heißt es: Auf Anregung des Herrn Vorsitzenden wird beschlossen, um zn möglichst billigem Preise die nothwendigsten Lebens- initlel an hiesige Einwohner abgeben zu können, von Seiten der Stadt Kartoffeln und gioggenbrol in größeren Mengen anzukaufen. Es sollen daher durch eine Bekanntmachung An- geböte nur guter und billiger Waare eingefordert werde». Sollie ein annehmbares Angebot für Brotlieferung nicht ein- gehen, so will man das Brot auf Kosten der Slädt herstelle» lassen und größere MehlankSufe bewirken, für welche ebenfalls Angebote erbeten werden sollen. Und in dein Geraer Amtsblatt vom 3. d. M. findet sich folgende Bekanntmachung: Ankauf von Brot u n d Kartoffeln. Uin zu möglichst billigem Preise die ilothwendigsten LebenSmitlel an hiesige Einwohner abgeben zu können, wollen weiß sie noch nichts von mir. Es handelt sich darum, sie von der Sache recht schonend in Keuntniß zu setzen. Du sagst ihr, daß ich mir den Fuß verletzt habe, als ich von Herrn Deshommcs wegging und daß ich dort bleiben muffe. Vor allen Dingen kein Wort von dem Flintenschuß. Die gute Mutter wird es zeitig genug erfahren. Nicht wahr. Du hast mich verstanden, Mijoulet, ich rechne auf Dich. Du wirst sie hierher begleiten und die Straßen, in denen gekämpft wird, vermeiden. Laufe rasch und halte Dich unterwegs nicht auf. Ja wohl, Herr Michel, ich gehe sofort und werde mich durchaus nicht aufhalten. Ich verspreche es Ihnen. Mijoulet öffnete kurz die Thür und stieg mit großer Schnelligkeit die Treppe hinab, indem er rief:„Lassen(sie sich nicht stören, ich sehe wie die Katzen." Einmal auf der Straße gewann auch schon, als er die Gewehrschüsse hörte, welche auf den Quais und den dunklen Straßen von der Seite des PalaiS Royal her prasselten, der gute Humor der Pariser Jugend wieder die Oberhand, und er begann mit ungeschülter Sliinme aus allenKrästendie Marseillaise zu singen, welche er von Zeil zu Zeit durch dcn Ruf: Nieder mit der Linie! unterbrach! Cr hatte Michel Ferrand versprochen sich ans dem Wege durch keine Thorheilcn aufzuhalten, aber bei der ersten Barrikade, auf die er in der Straße Saint-Jacques stieß, konnte er sich nicht enthalten einen kleinen Bogen zu machen und sich ihr neugierig zn nähern. Tort waren einige zwanzig Menschen versammelt. Sie hatten aufgehört zu schießen, da zum wenigsten keine Truppen mehr vorhanden waren. Die Mehrzahl der Aufständischen hatte sich auf das Trottoir gesetzt oder gelegt und schlief, indem sie den Wiederansang des Kampfes erwarteten. Einige andere plauderten, auf Pflastersteinen sitzend, mit leiser Stimme, während auf der Barrikade selbst ein Arbeiter, mit einer Blouse bekleidet, mit der Waffe im Arm Wache hielt. Die Nacht, eine Februarnacht, war kalt und der Himmel durch neblige Wolken verhüllt, welche die Erde mit durch- dringender Feuchtigkeit erfüllten. wir Kartoffeln und Roggenbrot in größeren M e n g e n a n k a u f e n.. Wir bitten deshalb um Angebote nur gilter und billiger Waare und ersuchen die Herren Verkäufer, wegen weiterer Verhandlung sich an Herrn Stadtrath G o e r n e r zu wenden. Sollte ein annehmbares Angebot für Vrotlieserung nicht eingehen, so würden wir das Brot auf unsere Kosten herstellen lassen und größere Mehleiukäufe bewirken, für welche wir ebenfalls Angebote uns erbitten. Der Stadt rath zn Gera, den 7. September 1891 R u i ck, Ober- Bürgermeister. Ob die Berliner Fortschrittspresse den Stadtrath zu Gera für„demagogisch" erklären, und ihm„sozialdemvkra- tische Umtriebe" vorwerfen wird? Noch in verschiedenen anderen Städten Deutschlands hat die Gemeindevertretung es für ihre Pflicht gehalten, den Nothstand nicht abzuleugnen und Maßregeln zur Milde- rung zu treffen. Nun, auch den Berliner Stadtverordneten werden die Augen vielleicht noch aufgehen. Im November sprechen wir uns.— überstellen, wobei indeß die Verschiedenheit in der Höhe ff' Aktienkapitals pro 1888/39 zu berücksichtigen ist. Darnach W trugen: 1890791 M. 10 875 000 723 000 Wo ist der Staatsanivalt? In Dutzenden von Zcilungen wird seit Jahresfrist, d. h. seit das Sozialisten- gesetz aufgehoben und uns der„Kampf mit geistigen Waffen" angekündigt worden ist— Tag für Tag zu Gewalt- thätigkeiten gegen die Sozialdeniok raten aufgefordert und aufgestachelt. Die Bauern und Bürger s ollen„sich selbst helfen"— sie sollen zu den Knüppeln greifen und die Hunde loslassen, wenn„der Sozialdemokrat konmit"— das lesen wir Morgens und Mittags und Abends in zahlreichen Zeitungen, und zwar gerade in solchen, welche sich als Organe der „Ordnungsparteien" oder der„staatserhaltenden Par- teien" aufspielen. Und wenn sie sagen:„Ter Sozial- demokrat kommt", dann meinen Sie nicht, daß er komme, um einzubrechen oder sonstige Ungesetzlichkeiten zu üben, sondern um P r o p a g a n d a zu machen für die sozialdemokratische Lehre. Propaganda zu machen für Lehren, die er für richtig hält, ist aber das gute Recht eines jeden Staatsbürgers— und da die Sozialdemokraten seit dem Erlöschen des Sozialistengesetzes ihrer staatsbürgerlichen Rechte nicht mehr beraubt sind, so besitzen sie dieses Recht ebenso gut, wie die Angehörigen jeder anderen Partei. Und die Pflicht der Staatsbehörden ist, sie in der Ausübung dieses ihres Rechtes zu schützen. Wohlan— in der Presse der Ordnungsparteien wird— wie gesagt— tagtäglich zu Ungesetzlichkeit und Gewaltthat gegen die in Ausübung ihres Staatsbürgerrcchts handelnden Sozialdemokraten angereizt und aufgereizt— und noch kein Staatsanwalt ist gegen die Hetzblätter eingeschritten. Es ist das um so auffälliger, als diese Aufreizungen bereits thatsächlich zu zahlreichen Gewaltthätigkciten und Exzessen geführt haben. Die Ucberfälle und Attentate von Eis- leben, Spenge, Forst— unzähliger kleinerer Exzesse nicht zu erwähnen, sind verübt worden, ohne daß bis jetzt von einer Befrafung oder strafrechtlichen Verfolgung der Schuldigen etwas verlautet hätte, obgleich die Feststellung der Schuldigen in keinem dieser Fälle große Schwierigkeiten verursachen kann. Wenn wir bedenken, wie schnell und wie hart der ge- ringste Verstoß gegen die Gesetze, wenn von einem Sozial- deinokrateii ausgehend, geahndet wird— wie rasch dann Staatsanwalt und Justiz arbeiten,— so können wir uns allerdings der Ueberzenguilg nicht mehr verschließen, daß seit dem 1. Oktober 1890 die Gleichheit vor dem Gesetz zwar ans dem Papier für die Sozialdemokraten besteht, daß aber thatsächlich auch heute noch die Sozial- demokraten als eine Partei gelten, deren Angehörige nicht mit dem allgemeinen Nechtsinaßstabe zu messen sind.— Der Eutbchruugslohn der armen Herren Kapitalisten wird hübsch illnstrirt durch nachstehende Notiz aus dem Handclstheil der hiesigen Blätter: „Harvener Bergbau-Zlkticn- Gesellschaft. Unsere gestrige Mittheilung über die Höhe des Nein- g e w i n u s findet ihre Bestätigung in dem Kommunique Über hii»« SiUunn. foll der atim die stattgehabte Aussichtsraths- Sitzung. Darnach soll der zum 24. Oktober er. einzubernfcndcn Generalversammlung die Ver- theilung einer Dividende von 20 pCt. vorgeschlagen werden. lieber dcn Abschluß werden noch die folgenden Angaben ge- macht, denen wir zur Vergleichung die beiden Borjahre gegen- Mijoulet näherte sich, die Mütze nach hinten gerückt, und die Hände in dcn Taschen sehr bedachtsam den Plaudernden und'sprach:„Nun Bürger, Ihr macht eine Pause, Eure Barrikade hat ein sehr dauerhaftes Aussehen, dauerhafter als Herr Guizot. Während die Käinpfer ihn stillschweigend mit erstaunten und zugleich ivohlwollenden Blicken betrachteten, war Mijoulet, dieser sympathische, sehnige Junge, mit vor Schalkheit sun- kelndcn Augen einige Schritte vorgegangen. Er prüfte die Barrikade mit der Miene eines Kenners und sagte hierauf in beglückwünschendem Tone: Nun, ein schönes Werk, so sorgfältig aufgebaut, wie eine Mauer des Hotel des Champs Clysecs! Alle Ach- tung, was das für Quadersteine sind! "Als er von der Barrikade, nachdem er sie erklettert hatte, hinabblickte, bemerkte er in einer Entfernung von 50 Schritten die Leichen mehrerer Linien- und Munizipal- Soldaten mit dem Gesicht nach unten gekehrt und schien- derte ihnen mit schriller Stinime folgende Worte zu: Ich soll euch„gute Nacht" von Larirctte wünschen. Bald wird man euch Bettkamcraden geben. Je verrückter man ist, desto besser schläst man. Und zu den Vertheidigern der Barrikade gewendet sprach er: Bravo, Bürger, ich bin mit Euch zufrieden; eS ist keine schlechte Loge für das Schauspiel. Ich benutze den Zwischen- akt zn einem kleinen Gange und belege einen Platz für den letzten Akt. Tarauf ließ er sich hinunter und raffte ein an, Boden liegendes Gewehr, sowie eine Patrontasche auf, deren Inhalt er vergnügt prüfte. Sie war voller Palronen. Hiermit, Bürger, will ich mich revanchiren. Dann nahm er seinen Marsch auf, sein Gewehr stolz über die Schulter gelegt, während an einem großen Leder- riemenhängend, die Patronentasche an seine Waden schlug. Mijoulet beschleunigte seine Schritte. An der jEcke der „Rue de la Harpe" und rue de l'Ecole.de Medecine an- gelangt, blieb er vor einem Laden für Koffer und Reiseartikel stehen, dessen Inhaber wegen seiner reaktionären Briitto-Ueberschuß Generalunkosten Bergschäden Abschreibungen Refervesonds B. Gewinnantheile Dividende Gemeinnützige Zwecke Vortrag pCt. M. 26 000 S 394 000 337 000 243 000 20 50 000 100 000 1889/90 7 228 875 695 635 16 892 2 033 079 218 913 168 560 15 8 000 22 788 1888/89 1059B53 824235 12 439 197 725 26015 40601 6 3701 Eroßtl °r sich Millio den Lc ein Ge dem E zum gi flößte. die R tö d t c H Der Vrutto-Ueberschuß erhebt sich demnach über das Von jähr um rund 3<;4e 000 M. oder 5,43 pCt. und ermogW nicht nur die Vertheilnng einer um 5 pCt. höherc» Dividende gegen das Vorjahr, sondern auch die Vergrößern»? der Abschreibungen um 1 359 000 M., die höhere Dotirung dc- Reservefonds B. um 118 000 M. und des Vortrags auf Aem rechnung um rund 77 000 M. Ter Abschluß gewinnt aber gegenüber einer starken Depression des wirthschaftlichen Lebens, speziell der Eisenindustrie, und eines daraus leicht resultirende» weiteren Rückganges der Kohlen- und Kokespreise ein minder günstiges Aussehen. Indeß ist anzunehmen, daß bereits e»» großer Theil der Produktion pro 1391/92 verschlossen ist uiid daß durch die Erwerbung der Zechen Gneisenau und Preuße», sowie der Zeche Scharnhorst die Kohlenproduktion eine Erweiterung erfährt. Im Jahre 1389/90 betrug die fr"5 duktion von Kohlen Kokes Brikets Tonnen 2196 733 437 136 34167 Die Zeche Gneisenau war bereits seit 28. Februar 18?1 im Betrieb. Im Jahre 1889/90 produzirte dieselbe 184 989 Tonnen. An der Börse fand der Abschluß eine durchweg seor günstige Beurtheilung, doch wurde hervorgehoben, daß die Ben träge über Kokeslieferungen am 1. Oktober erneuert werde» und die Zechen zu Preiskoiizessioiien genöthigt würden. Wen» von einer Seite auch die Höhe der Dividende bcmä»' gelt und dafür umfangreichere Reservelegungen geforde« wurden, so ist dem entgegenzuhalten, daß die Reserven der©e* scllschaft bereits ca. 13 Millionen Marl umfassen oder 43pCl. des Aktienkapitals." Zehn Millionen Brutto-Ueberschuß und 20 pCt. Di"« dende— das heißt 6 Millionen von einem Aktienkapital von 30 Millionen. Vielleicht theilt uns ein Genosse au» dortiger Gegend die Zahl der Arbeiter auf den Werken der Harpener Gesellschaft mit— dann ließe sich berechnen, der Hungerlohn der Arbeiter sich zu dem Entbehrnngslohn der Herren Kapitalisten verhält, die zu den 10 Millionen Brutto-Ueberschuß keinen Schweißtropfen beigetragen haben, Wenn man— auf Kosten der Arbeiter— einen solchen Fischzug gemacht hat, dann kann man sich über„das minder günstige Aussehen" des wirthschaftlichen Lebens wohl leichl trösten. Sind doch auch diese 10 Millionen Ueberschnß den Arbeitern in einer Zeit ausgepreßt worden, welche nach Behauptung der Herren Arbeitgeber eine möglichst ungünstig" war infolge der Begehrlichkeit der— Arbeiter.— N "ln in Falstaj hier hi »inerpi den T Ter heilige Rock in Trier hat noch kein Wunder gethan— das ist in der That ein Wunder.— Tie Cäsarenkrankheit nennt man die geistige und körperliche Entartung, welche sich bei absoluten Herrschern, wie die römischen Cäsaren es gewesen, einziistellcn pflegt und oft zum vollständigen Wahnsinn führt. Diese Krank heit vererbt sich und hat zum körperlichen und geistige" Ruin alter Dynastien geführt. Fälle von Wahnsinn, Hir" lähmung u. s. w. sind unter den Augehörigen solche" Dynastien allerdings außerordentlich zahlreich.— Die En« hüllungen über das Ende des Kronprinzen Rudolf Oesterreich haben der auswärtigen Presse Anlaß gegeben, eine— allerdings sehr reichhaltige— Statistik solcher Fälle aus der neuesten Zeit aufzustellen. Es kann- keinem Zweif« unterliegen, daß das Heraustreten aus dem Rahmen de» allgemein Menschlichen, ob des nun nach Oben oder nach U n t e n stattfindet, sich an den Individuen rächt. Nu"?!' der menschlichen Genieiiischaft und G l c i ch h e i t>" körperliches und geistiges Gedeihen möglich. Jede 21"' weichung von der Natur trägt ihre Strafe in sich.— Dem verstorbenen Expräsidenten von F rank' reich, Grevh, wird von der„Bataille" folgender Nach' ruf gewidmet: „Nach neun Jahren der Macht ließ er nichts zurü«' keine Reform, keine Idee, keine Erinnerung an irgend ein habec bcssci des( wird. Bcäsi teTCiq Aiiar nur i kuuft Chris tariei gegen Werk Schli dem Pfari Ovat üqeu H lich im Ul Serben Arbeit! eine kb uns ge Au s s selbe i-. stche F Ter d einem die Na Bcstäti soeben Z verlie ruhig bemol Frau, Mit gl Racy! Abge, Sozio » Bi »rdiiii Sozial, 'Battisl Tcutsck die zu . M Aerum B i W erniächi Keßler -S Gesinnungen und der feierlichen Art, mit welcher er»>"' anfhörlich wiederholte,„daß man diese schmutzigen Republikaner erschießen müßte", in dem Viertel sehr kannt war. h Mijoulet faßte seine Flinte mit beiden Händen un führte Kolbenstöße gegen den Laden. Die Laoenthür J""' sprang hierauf, eine Fensterscheibe barst in tausend Stuc«, die klirrend zn Boden fielen. — Heda, Kaufmann! schrie der Bursche, indeni, den Kops durch das so entstandene Loch steckte,—. heb" gehet und bringet schnell Herrn Louis Philipp, der im griff ist, abzureisen, einen schönen Koffer." Der Kaufmann war aus dem dunklen mit duinpse Lust erfüllten hinteren Theil seines Ladens herauszekmiim� und fing vor Angst an zu schreien:— Hilfe, ein Viörver, Mijoulet aber war gewandt und trotz seines Geivehi* und seiner Patrontasche machte er sich wie eine Katze dav""' indem er überlaut über die Komödie lachte, die er soev" Dc vrgan °-r Re' «Anton «Auton Nauens aufgeführt hatte. Als er gerade in die Straße Saint Sulpice e> biegen wollte, stand er plötzlich still und schrie in gw Verlegenheit. Verdammt, rief er aus, bin ich in einer Falle.,( Am anderen Ende der Straße erschien eben e«� Patrouille. u,. P" ?"ge»ir, Wer ü öiger„d tom eine -vrackwe •Wollte Mische K°sereic tollere /Packw« che.. Die Patrouille bestand aus etwa 20 Mann und von einem Offizier befehligt zu werden, dessen blinken" wu tiuuu utjvyuiji ju iuuiuui, sg Säbel sich wie ein Lichtstrahl von dem dunklen Hintergrun der Uniform abhob.„ Sie war eben vom Platze St. Sulpice hervorgekon»" drang langsam vor, und der Takt ihrer Tritte hallte iü Dunkelheit und Stille des Viertels wider. �< 4 In der Umgebung von St. Sulpice war in der alles ruhig; hin und wieder nur brachte ein Lustzug c undeutliche Echo von Gewehrsalvcn herüber. Im 26/«.� der gewaltigen Kirche und der beiden hohen Thurme, l"" t.c sie überragen, lebte damals und lebt noch heut eiiic_ 0fl große Bevölkerung, die ihr armseliges Dasein geifi« Almosen zu danken hat. (Fortsetzung folgt.) »rauf vände br- 9t0& ablltch i,.. Tan � Unc »..Eii p'ä �ntsi, iU'Ä M x'Kirch Co Ueb, Itjte All Eut« SÄ bliic S«n, Achthat. Während neun Jahren that er nichts, als daß °M'ch auf seinem Budget ausruhte und Atiltionen auf Millianeu häufte. Uud als der Unwille Frankreichs ihm wi Laufpaß gab, fand er auch nicht auf einen Augenblick im Gefühl der Wurde, sondern zog gleichmüthig ab mit dem Gcldsack unter dein Arm. Der Boulangisiuus war Zum größten Theil die Frucht des Ekels, welchen er ein- flößte. Man gebe ihm die Grabschrift: Er beutete dieRepublik aus und hätte sie beinahe ge- t ö d t e t Hart, aber nicht unverdient,— . Nach Danzig Mecheln. Dort ein nationaler, hier iin internationaler Katholiken- Kongreß. Dort polterte Falstaff-Schorlemer gegen den Drachen des Sozialismus— hier hielt der Rcichstags-Abgcordnete Wintercr eine Kapu- zmcrprcdigt gegen den bösen Feind. In der uns vorliegen- den Depesche lesen wir: ,Tas Rcichstagsmitglied Winterer sagt, die Sozialisten haben sich nicht vereinigt, um das Loos der'Arbeiter zu ver- bessern, sondeni um die Gesellschaft zu vernichten. Tie Gefahr des Sozialismus sei viel größer, als allgemein angenommen wird. Redner erörtert eingehend die hohe Bedeutung des Beiisseler Sozialisten-Kongresses, welchen er ein geschichtliches Ereigniß nennt. Ter Antisemitismus, die ausgeschlossenen Anarchisten, alles sei aus diesem Kongreß verthcidigt ivorden, nur die christliche Zivilisation habe man verhöhnt. Die Zu- kirnst sei eine furchtbare Schlacht zwischen Sozialismus uud Christianismus. Wir müssen den Revolutionären und Prolc- tarier» die Friedensarmee der ordnungsliebenden Arbeiter ent- gegenstellen. Redner ruft die katholische Welt, von der er Werke nicht Worte verlangt, zu encrgrschcr Thäligkcit auf. Tchliestlich huldiget Redner den großen sozialen Kämpfern i dem Papste, deu Kardinälen Gibbons und Manning, sowie dem Pfarrer von Iourmies, welchen die Versammlung eine begeisterte Ovation bereitet. Tie Rede hatte auf alle Amresenden einen tiefen Eindruck gemacht."— Hoffentlich wiederholt Herr Winterer sie uns gclegent- uch im Reichstag.— U e b e r den Stand des Mailänder Streiks werden allerhand Lügen verbreitet. Es heißt, die meisten Arbeiter seien in die Werkstätten zurückgekehrt, und nur kine kleine Zahl stehe noch ans. Das ist falsch. Wie uns gemeldet wird, dauert der Streik fort und ist Aussicht auf siegreiche Beendigung des selben vorhanden.— In C e s e n a— Italien— hat der reaklionspartei- "che Fanatismus ein gräuliches Verbrechen hervorgerufen. Ter dortige Sozialistenführer Battistini wurde von einem politischen Gegner meuchlings erschossen. Wir hatten die Nachricht anfänglich bezivcifelt, sie hat über ihre volle Bestätigung gefunden. Ter Mörder ist entkommen. Ei» soeben eingetroffenes Telegramm besagt: Rom, 11. September. Wie aus Eesena lelcgraphirt wird. verlies das Leichenbegängniß des Sozialisteuführers Battistini ruhig. Es war imposant durch die große Betheilignng der demokratischen Vereine der Romngna, darunter auch viele Frauen. Aus dem Friedhose wurde» Reden gehalten. Ein Mitglied des Sozialistenbnndes sagte: Schmieden wir keine : Rachepläne! Der Mörder wird allgemein verdammt. Der f Abgeordnete Costa sagte: Battistini ist ein Märtyrer de? Sozialismus. Bis jetzt haben wir nicht gefunden, daß ein Organ der rdnuugsparteicn Entrüstung über diesen, au einem �Sozialisten verübten Mord ausgesprochen hätte. Ja, wenn Battistini kein Sozialdemokrat gewesen wäre! Gicbt es in Teutschland doch Biedermänner,— und nicht wenige— die zu ähnlichen Verbrechen Hetzen.— Man erinnert sich der Behauptung des Re- Sierungsbaumeisters a. D. Keßler, auf dcni Pariser Kon- öleß seien Wortmeldungen von dem Bureau unter den Tisch geworfen ivorden. Die Mitglieder des Pariser Bureaus, welche ich in Brüssel traf, namentlich EduardBaillant, Gabriel D e v i l l e und Leo Frankel, haben mich ermächtigt, auch in ihre m Namen zu erklären, daß Herr �cßler die Unwahrheit gesagt hat. W. Liebknecht. . Daß es„Zllles gelogen" hat, ärgert das freisinnige jprgnn Charlotlenburgs. Und in seinem Acrger plaudert °kr Nedaktionspfisfikns ans, daß er mit den Leuten der --Autonomie":c. in Verbindung steht. Die Leute der --Autonomie" ec. werden sich nach einem diskreteren Ver- U'aiiensmann umthun müssen.— Korrespondenzen und Karteinttchrichten. . Pastor Jskraut scheint seine volksbeuurnhigende Thätigkeit ?»gettnt fortzusetzen. Das gehl wenigstens aus einer Notiz„Viele- Volkswacht" hervor, nach ivelcher der genannte Pre- 'Ser„christlicher Liebe" alle seine Kräfte ausgeboten haben soll, w eine Volkoverfainnilung zu störe», welche am 9. September in eackivede abgehalten wurde.„Anfangs", sagt die„Volkswncht", » vollte er die Bnreauwahl hintertreiben; aber die sozialdemo- Lüsche Mehrheit war so ofsenstchtlich, daß die Jskraut'schen Mlereien selbst bei seinen Anhängern keinen Anklang fanden. fttSwre waren einer Aufforderung, welche von dem Pastor in �lockwede anegeaangen sein soll, die Versaulnilnng zu sj che». in hellen Hansen gefolgt und mußten wohl mcuif gerechnet haben, das Bureau hierdurch in ihre vn»de � bekommen. Daß ihnen dies nicht gelang, ist z" Sroßer Triumph sür unsere Brackwider Parteigenossen, welche iij�irch bewiese» haben, daß sie die unbestrittene Mehrheit in eaclivede ausmachen." l, Tanach war des Pastors JSkrant Mäh eine vetloreni, ch Unangenehmer dürste ihm aber die folgende Nachricht sein. 9», i® in er seiner Amtsbrüder, Pastor Patze in � wlcfkld, mißbilligte in der F r a u e n v e r s a m m l u n g, tat• nm vorvcrgangenen Freitag mit Frau Ihrer als Re- �'"tili abgehalten wurde, ganz entschieden die la», e.,n g e r Ausschreitungen, welche Pastor Jskraut be- L,"--.ch als„sehr gute" bezeichnet hatte, und erklärte sich Abglich des sozialdemokratischen Programms dafür, daß die te ganz vom Staate getrennt ivürde und die Angehörigen �.�ircheiigesellschaslen die Kosten der letzteren aus ihre» eigenen aufbringen sollen. Cn. fkeber die Vorgänge in Spenge hat ferner eine große, von 'Üttf- Personen besuchte Volksversauunlung in Stettin /wfste Entrüstung ausgesprochen. en berufenen Prediger der„Religion der Liebe� solche Urtheile doch etwas schneller zur Selbsterkenntnis 8% als da» bei Pastor Jskraut der Fall ist. Ganz dem entgegen hat er sogar in der erwähnten Brackweder Versammlung die„Führer" der Sozialdemokratie mit gemeinen Schimpf- Worten betitelt und dadurch die Auflösung der Versamm- lnng herbeigeführt, was in der Versammlung selbst von unserem Parteigenossen Zwiener konstatirt wurde. «* Die Parteigenossen in Randow-Greifenhagen erklärten sich mit dem Programm-Entwurf, mit Ausnahme des 3. Punktes in dessen zweitem Theile, einverstanden. ** Zahlreich besuchte Volksversammlungen in Stettin, Mülhetm a. Ruhr, Falkenberg bei Freibcrg, Oppach und Pleißa bei Limbach i. S. forderten schleunige Aufhebung der Kornzölle. In letzterem Orte referirte über dseses Thema der Reichstags- Abgeordnete Albert Schmidl-Vurgstädt. So erklärt sich die Be- völrernng eines Ortes nach dem anderen gegen die Kornzölle, aber die Regierung wagt cs»och immer nicht, den Agrariern Valet zu sagen. ««« In einer VolkSversammliiilg in Brandenburg erstattete Genosse Ewald Bericht über den Brüsseler Kongreß. Wie in allen anderen Orten, so war man auch hier mit den Beschlüssen jenes imposanten Arbeiterparlaments vollständig einverstanden. Dem Dclcgirten Eivald wurde der Tank der Versammlung ans- gesprochen; dieselbe beschloß, für die Unterstützung der in Mai- land streikenden Arbeiter zu wirken, und gab damit der Idee der Jnternntionalität prattische Folge. Dann gelangte ein ans 39 M. Strafe lautendes Polizeimandat zur Verlesung, welches dem Tischler Eckert deshalb zugestellt ivorden war, weil er bei einer Dampferfahrt das Entfalten rolher Fahnen geduldet habe. Man wird dagegen Beschwerde einlegen, mn über die Rechts- giltigkeit der betreffenden Pvlizeivervrdnung sich Klarheit zu verschaffen. So leicht werde die Polizei die 30 M. nicht erhalten. »» Mit dem Verhalten nnd'den Veschliissen des Brüsseler Kongresses erklärten sich die Parteigenossen Stuttgarts ebensalls einstimmig vollkommen einverstanden. »* Die Gründung eines Arbeiter-Sängerbnndes auch für die Provinz Sachsen, Thüringen und Anhalt ist im Gange. Der Gesangverein Vorwärts in Halle regt die Sache an. Eine Volksversammlung' in Vcrgedorf erklärte sich nach einem Referate Molkenbnhrs mit der Haltung der Fraktion im deutschen Reichstage einverstanden und forderte djc Fraktion auf, in derselben Weise wie bisher weiter zu wirken. * Bezüglich der Berliner Opposition faßten die Stcttlner Parteigenossen eine Resolnlion, in ivelcher sie jede sachlich gehaltene ltritik für berechtigt erklären, dagegen jede Kritik beschimpfender Art entschiede» verurtheilen. ** In Nnhalt sind nach der„Volks-Ztg." alle Versammlungen, in welchen Fräulein W a b n i tz aus Berlin als Rcdnerin auftrete» wollte, polizeilich verboten worden.— Alter oder neuer Kurs? »• Ein Kreistag der sozialdemokratischen Partei deS Naninburg-Weiszenfels-Zeiher Kreises findet am 13. Septbr. in S l r e ct a u statt. «» Zur Parteikonferenz des'.?, weimarischcn NcichStags- Wahlkreises, ivelche am 6. September in Weida stattfand, waren Parteigenossen ans den Ortschaften Neustadl, München- bernsdorf, Steinsdorf, Kulmitzsch, Weida, Lobeda, Jena, Berga a. E., Gera, Untermhans, Zivötzen, Göschwitz, Kahla, Wenigen- jcnn-Kamsdorf und Auma erschienen. Es wurde konstatirt, daß die Agitation in erfreulichem Ausschivunge begriffen sei und für die nächste Wahl gute Erfolge verspreche. Aus Münchenberns- dorf berichtete man über den" erschreckenden Nothstand der dortigen Bcvöllernng, dessen Ursache die überaus traurigen Lohn- Verhältnisse, die Thenernng und die Arbeitslosigkeit seien. Aehnlich sind die Verhältnisse in Lobeda, Weida und Auma, wie wahr- scheinlich in den meisien Orten des Bezirks. Das Verbot der Zulassung des weibliche» Geschlechts zu Volksversammlungen durch die Weidaer Behörde bezeichnete die Konferenz als ungc- schlich und sprach die Erwartung ans, daß hierin Wandel ge- schätzen»verde. Dann-beschloß man-die Organlsation der Partei des Kreises insofern zu zentrglisire»,. als sich die Genossen dem in Jena bestehenden Sozialdeniolrcitische» Wahlverein anzuschließen haben. Als Partelvrgäne wurden für che» Kreis die „Thüringer" Und die„Reußische Tribüne" zum Abonnement empfohlen. Zur Zentrale der Parteiverivaltnug des Kreises be- stimmte man Jena, zu' Telegirten für den Erfurter Parteitag die Gcliosse» Feiler-Neustadt a. O. und Schulz-Jena. *» Tie Parteigenosse» im' 3. sächsischen NeichStagS- Wahlkrcise beschlossen einstimmig in einer Versammlung, welche am 0. September in H a i n i ch c u tagte, die Einführung eines dreimal wöchentlich erscheinenden Blattes, das auch den lokalen Interessen Rechnung zu tragen hat. Eine hierfür gewählte Preß- kommission hat das Nöthige zu besorgen. Zum Vertrauensmann des Wahlkreises wurde- Köhlcr-Freiberg, zum Telegirten für den Parteitag in Erfurt'Fleischcr-Ottendorf-Haiuichen gewählt. Eine interessante Entscheidnilg in Sachen deö Boykotts fällte ain 7. September das Zeitz.« r Schöffengericht. Mehrere Parteigenossen sollten durch die Boykottirung einiger Gast- wirthschasten und einer gegnerischen Zeitung sich des„groben N n s» g s" schuldig gemacht haben. Die betreffenden Genossen, Redakteur Hoffmann uud Voigt, sollten dafür nach dem Antrage des Amtsanwalis je Ivo M. Strafe zahlen oder 20' Tage Eesängniß verbüßen, während der Antrag gegen Lcopoldt auf 60 M. bezw. 12 Tage, gegen jeden der übrigen Genossen auf 2S M. oder 5 Tage Hast lautete. Als Hauptbelastungsgrund wnrde folgende Resolution angeführt:„Tie heute in der„Bürgererholuiig" tagende öffentliche Volksversaminlnng erklärt, in den Lokalen von Hebestreit, Weber, Wagner(Reichshalle), Müller(Zcntralhglle), Voigt(Dianasaal), Lieberwirth(Preußischer Hof) so lange nicht zu verkehren, bis dieselben ihre Lokale zu Vereins- und öffent- lichen Versammlungen zur Verfügung stellen." Nach langer Be- rathnng verkündete der Richter die Freisprechung der An- gellagic» mit folgender Begründung: Es kann Niemandem verwehrt werden, sich mit anderen zu verabreden, in diesem oder jenem Lvkale nicht mehr zn verkehren, ob das privatim oder in größerer Versammlung geschehe, habe leinen Einfluß auf die Berechtigung; die Aussührnng solcher Be- schlüffe schädige vielleicht die Wirthe(welche ja aber die betreffen- den Gäne gar nicht wollten), nicht aber das übrige Publikum; dieses ginge es gar nichts an, da es ja zufrieden sein könne, mit den ihm nicht angenehmen Gästen nicht mehr zusaminenzntrcffen. Ebenso stände es auch mit dein Beschluß dem„Anzeiger" gegen- über; auch hier könne es Niemandem verwehrt werden, sich>nit anderen zu verabreden, wie cs auch keinem verdacht werden könne, wenn er sich nicht mehr von den Wirthen zurücksetzen lassen will, und schließlich daran denkt, sich selbst ein Lokal zu bauen. Um aber ein Strafdelikt gegen Z 366 Abs. 1 vorliegend zu finden, sei es nothwendig,„daß Jemand die öffentlichen Jnter- essen oder Ordnung dadurch verletzt, daß er das Publikum als solches im Gegensatz zu einzelnen Personen oder individuell begrenzten Personenkreisen gefährdet oder belästigt." Das liege aber hier nirgends.vor, daher sei wie geschehen erkannt. Die Kosten sallen der Staatskasse zur Last. Tas? die Erhebung eines bestimmte» Eintrittsgeldes für Versammlungen in Preußen nicht verboten werden kann, ist auch von der Straskammer des Landgerichts Naumburg in einer Strafsache gegen den Parteigenossen W. Otto aus Teuchern ausgesprochen worden. Die Aufforderung zu frei- willigen Beiträgen erfordere dagegen eine polizeiliche Er- laubniß. � � Magdeburg. Redakteur gV Köster von der„Volks- stimme" wurde am 10. September von der hiesigen Straf- kammer wegen Beleidigung des Landwirths Böckelman» in Kl.-Ottersleben zn 3 Monaten G e f ä n g n t ß verurtheilt. Revision ist angemeldet. � Breslau. Der Redakteur ÄZ e n d l a n d t wurde zu 30 M. Geldstrafe uud zu den üblichen Nebenstrafen verurtheilt, weil er in einem Artikel der„Volksivacht" den Ausdruck„ O rdnungs- drei" in einer solchen Weise gebraucht hatte, daß der Amts- Vorsteher Otto in Taichan denselben ans seine amtliche Eigen- schaft gemünzt glaubte. � Jserlohu. Am 7. September erhielt der frühere Redakteur der„Mark. Arbeiterztg.", GenosseLehmann-Dortmund, die Auf- forderuug, sich innerhalb einer Woche zur Vcrbüßung einer rechts- kräftig gewordenen erlangten Gefäugnißstrafc von acht Wochen im Amtsgerichts-Gesängniß zu Arnsberg zu� stellen. Sächsisches. Vom Schöffengericht Hohenstein- Ernstthal wurden Emil Müller aus Hohenstein und Franz Hofmann aus Chemnitz je z» 30 M. Geldstrafe eventuell 6 Tagen Haft ver- urtheilt, weil sie im Privatgesprüch über Geld- s a mm M l u n ge n sich laut unterhalten hätten. Dies wnrde als eine Aufforderung z u in S n Iii m e l n im Sinne deZ Gesetzes betrachtet, da sich einige Versammlungs- besucher, welche Parteigeiiossen sind, ohne Aufforderung dazu herbeiließen, dem Emil Müller zur Deckung der Tagesnnkosten EtivaS ans den Tisch zu legen. DieS sei Sammlung und dazu müsse man erst die behördliche Genehmigung einholen. Bei Hosmaiin wurde der Z III bez.§ 48, W i der stand gegen die Staatsgewalt, bei Müller eine amtShauptmann- schaslliche Bekanntmachung vom 17. Dezember 1890 in Anwendung gebracht. «» Chemnitz. Wegen Beleidigung des Staatsanwalts in Essen ivurde der Redakteur der, P r e s s e", Illing, von der hiesigen Straskammer zu einem Monat Gefängnis: ver- urtheilt. «» Leipzig. 8. September. Die Kreishanptmannschaft hat das Verbot des Polizei-Amls, durch welches eine Versammlung des Zentralvcreins der graphischen Gewerbe unmöglich gemacht wurde, weil der relegirte Student Walter May als Redner auftreten sollte, sür unzulässig erklärt und deshalb ausgehoben. Karlsruhe. Unser Genosse Adolf Geck, Kandidat in Pforzheini und Landbezirk Karlsruhe, ist aus dein Gefängniß auf mehrere Wochen beurlaubt worden. Geestemilnde, 8. September. Redakteur W a t e r m a n n von der„Nordd. Volksstimme" ist aus der Haft, die er in Verden wegen Preßveraehens verbüßt hat, entlassen worden. «-'* Erfurt. Der frühere Redakteur der nationalliberal- kon- servativen„Thü ringe.? Zeitung". Westphal, wnrde un- längst vom Schöffengericht zu 10 M. Geldstrafe verurtheilt, weil er in dem von ihm redigirten Blatte das Publikum aufgefordert hatte, keine Waare» aus der„Deutschen Schuhfabrik" zu kaufen. Der Verurtheilte hatte gegen das schöffengerichtliche Urtheil Be- rusung eingelegt. Dieselbe kam am Freitag vor der Strafkammer zur Verhandlung und führte zur Freisprechung des Herrn Westphal. In der Begründung des Urtheiles heißt es, daß jene 'Notiz lediglich eine Erividerung auf ähnliche„tendenziöse" Ver- öfsentlichungen des sozialdemokratischen„Vorwärts" gewesen, durch welche aber das Publikum in keiner Weise beeinflußt ivorden sei. Als Gegenstück zu diesem Urtheil erwähnt die „Thür. Tribüne" das vor Kurzem von derselben Gerichtsstelle gegen unseren Genossen Schulze in ähnlicher Sache ergangene. Schulze halte in der„T h ü r i n g e r T r i b ü n e" auf die Pro- vokationen der Erfurter Schnhfabrikanten hin die Arveiter auf- gefordert, keine Erfurter Schuhwaaren zu kaufen, und wurde deshalb vom Schöffengericht soivohl wie auf eingelegte Berufung hin von der Straskammer zu einer nicht unbedeutenden Geld- strafe verurtheilt. Westphal war, wie gesagt, Redakteur eines nationalliberalen Blattes, Schulze Redakteur eines sozial- demokratischen. Erfolglos gehanSsncht wnrde in Frankfurt a. M. am 3. September- in den Lokalitäten der„ B o l k s st i m m e", sowie am Sonntag in der Wohnung des ReichstagS-Abgeordneten und Redaktours Wilhelm Schmidt. Man fahndete auf das Manuskript eines Artikels und auf Exemplare der Nummer, in ivelcher derselbe abgedruckt war. Halle. Die Ferien-Strafkammer des Landgerichts sprach in geheimer Sitzung die Vernichtung der seinerzeit in der Volksbuchhandlung beschlagnahmten Exemplare des Atzti- S y l l a b u s aiis.« «• Die„Elsasi-LothringischeVokkszeitung" in Mülhausen, das sozialdemokratische Organ für Elsaß- Lothringen, schreibt über die in jener Stadt geplante Errichtung einer Genoffenschafts- bäckerei in temselben Sinne, wie die übrigen Blätter unserer Partei die Genossenschaften überhaupt besprechen: „Eine Bewegung sür Errichtung einer Genossenschaftsbäckerei ist in der.Arbeiierbevölkernng hiesiger Stadt im Gange. Dem Unternehmen soll, ohne Rücksicht auf seinen poli- tischen Standpunkt, jeder Beliebige sich anschließen könne», falls er die einmal gestellten materielle» Bedingungen erfüllt. Um alleil Eventualitäten vorzubeugen, bemerken wir daher zum Voraus, daß dieses Genossenschastsnnternehmen kein sozial- demokratisches P a r t e i- U n t e r n e h m e n ist; unsere Partei als solche steht dergleichen Projekten vol lständizz neutral gegenüber und überläßt es dem individuellen Gut- dünkeil jedes einzelnen Genossen, ob er sich daran betheiligen will oder»ich t." Das genügt zur Widerlegnng der � gegnerischen Meldungen. Genosse PilS im Wanzlebener Kreise ist nicht erst seit 1884 Sozialdemokrat, wie in voriger Nummer infolge eines Druckfehlers irrthümlich berichtet wurde, sondern schon seit 1864. Tie RedaMvn stellt die Aenutziing des Sprech saalS, sowett der Raum dafür abzugeben ist, dem Publikum zur Besprechung von Angelegenheiten allgemeinen J.iIsrefleS zur Verfügung: sie vermahrl steh aber gleichzeitig dagegen, mit den» Inhalt desselben tdenktfiztrl»u werden. Zur Berichtigung des Gesangvereins„Nord" erkläre ich hiermit, daß ich incht dem Parochial-Berein angehöre, auch nicht im Geringsten die Zionsgemeinde in irgend einer Sache unter- stützt habe. Das, was das Flugblatt anbetrifft, ist nicht init meinem Wissen geschehen. Ter Verbreiter der betr. Nachricht, Herr Meyer, hat kein offenes Geschäft, sonst würde er dje Lage des Inhabers eines solchen besser zu würdigen wiffen. Julius Gluth, Granfeerstr. 4. Theater. Sonnabend» 12. September. Wpernhans. Carmen. Kchanspielliauo. Die Schauspieler des Kaisers. Kleine Mißver» ständnisse. Lefstttg-Theater. Falsche Seilige. Lrirdrich-Milhelmstädt. Tl,ratrr. Girofl<'-Girofla. WaUner-Theater. Der Mann mit hundert Köpfen.— Musikalisch- deklamatorischcAbcnduntcrhnltung. Ktrlinrr Eheater. Wilhelm Tell. Thomas- Theater. Im siebenten Himmel. systend-Eheater. Der Nautilus. Krstdeiis-Theater. Frou-Fron. KetleaUiai»ce- Theater. Jung- Deutschland zur See. Adolph Krntt> Theater. Der große Prophet. Aleranderplah-Theater. Schwarze Brüder. Frenpalast. Spezialitäten-Vorstellung. Gebrüder Richter s Uaristö. Spe- zialitäten-Vorstellung. Theater der AeichshaUrn. Spe- zialitäten-Vorstellung. Winter-Garten. Spezialitaten-Vor- stellung. Konkordia-Valast-Theater. Spe- zialitäten-Vorstellung. Kanfmann's Uaristö. Spezialitäten- Vorstellung. Eioltrller. Theater und Spezialitäten- Vorstellung. Liei'ksIIen. Lommanäsutenstr. 77—73. Heute sowie täglich: Auftreten der Hamburger Gaudebrüder Konzert- und Koupletsänger. Aufaug Wochentags 7Ve Uhr, Sonntags 6 Uhr. Entree: Wochentags 10 Ps., Sonntags 85 Pf. 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Septbr., Norm. 9 Uhr, im Lokale des Herrn Keller, Bergstraße Nr. Tages-Ordnung: I. Abrechnung vom letzten Vergnügen. j 2. Vereinsaugelegeuheiten. 3. Die öffenlliche Anfrage des„Wagenbauers". 4. Gewerkschaftliches und Verschiedenes. Um zahlreiches Erscheinen bittet Der Vorstand. FachVereln der Tischler. PIP Versammlung"MZ am Montag, den 14. September, Abends 8be Uhr, in Gratmrii's Kierhallen, Kommaudantenstraffe 77—79, i. 1' Tagesordnung: 1. Vortrag des Schriftstellers Herrn Hoffmann über„Der AaZ stundentag". 2. Diskussion. 3. Vereinsangelegenheiten, Verschiedenes. Um rege Betheiligung bittet Der Uorstandu� �vhtung! llreher! Achtung' Große öffentliche Versammlung lier Msen- n. Metalldreffer Verlins mil llingellt»- vlitlwoeh, den 16. Septbr., Abds. 8 Uhr. in Behlitz Salon, Bergstr. 12. Tages-Ordnung: 1. Vortrag des Herrn Wiedemann über„Die wirthschaftliche u wälzung und den Nutzen der Organisation". 2. Diskussion. 3. Bericht o Delegirten von der Berliner Streik-Kontrollkommission. 4. Verschiedenes.. Die Kollegen des ehemaligen Vereins der Eisen- und Metalldreher hierzu speziell eingeladen. Es ist Pflicht eines jeden Kollegen, pünktlich� erscheinen. Tellersammlung findet statt.'_ Der Einderufer: P. Meuer, Manteuffelstraße 31. k'achvev'ein d. Lederar'heite!*' Sonnabend, de» 12. Septbr.» Abends SVe Uhr, im Lonisenftadtischen Klnbyans, Attnenstvaße Nr. IL: Versammlung. 202/4 Tagesordnung:„ 1. Vortrag des Herrn Henning über„Die Zustände vor der Rest mation". 2. Abrechnung vom Stiftungsfest. 3. Vereinsangelegenheiten. Zahlreiches Erscheinen erwartet Der D or stand.. Arbtiter-Bildiingsschnlk., Um den Mitgliedern, und zwar besonders den Theilnehmern und The' nehmerinnen des Naturwässenschafts-Unteri-ichls aller Schul® die Sehenswürdigkeiten des AV" Botanischer, Gartens-WM- gänglich zu machen, wird derselbe mit gütiger Genehmigung der Direktion u>" nahmsweise Sonntag, den 13. September, Vormittags 10 Uhr, für uns geöffnet'werden.— Diejenigen, welche an der unter Führung, Herren Naturwissenschafts- Lehrer und des Herrn Obergärtners erfolgen. Besichtigung theilnehmen wollen, haben sich pünktlich um diese Zeit vor a., Portierhause einzufinden.(Nachzügler dürften den Garten wieder gefchJvL finden.) Legitimalion ist mitzubringen.— In der II. Nordschule fällt zu J.j Zeit der Nalurwissenschafts-Unterricht aus. 400 Der Verstand. I. A.: E. Vogtherr, Stephanstr. 27a. Filial-Versammlung der VenlssgeilOn: Slhleifer, Prüger, Slhlüger lt. am Dienstag, d. 15. d. Hfl., Abends öVa Uhr, in Seefeldt's Salon, Gronadierstr. 33. Tages-Ordnung: 1. Geschäftliches. 2. Vortrag des Herrn Roland über die 4 Elemente der Cheniie. 3. Diskussion. 4. Ver- schiedenes. 207/12 Um recht zahlreichen Besuch bittet Dir Drrmaltung. sljneiüer- uild Schlmderniiinl- Verband. Arstchtigung der drutschr» gut- tabrik, Pappel- Allee 3—4, am onntag, den 13. Septbr., Vormittags von OVe Uhr an. Treffpunkt: Restaur. Kruse, Pappel-Allee 3—4, zwischen 9 und 91/2 Uhr. 269/1 |l r«! Heute, Sonnabend, 12, Sept. Ueu! Grosses Gänseaiisspielen. Empfehle mein Weissbier ohne Wasserzusatz. Ein kl. Vereinszimmer, paffend zur Zahlstelle ist zu vergeben f l 1433b Gberwasserstraffe Ur. IS, Franz Mecklenburg, Dreher. Cigarren u. Tabake. M. Minkrimann, Ackerstrasse 153. Hliii)ci:iü(i9fii®r56te§Sn8erS8etIin§ »A»dreasftr.!S3,H.p. Mariendorf! Arbeiter- MuWerck W Marienbors«. llingegeüb Sonntag, den 13. Septemd� im Lokale des ,1; Herrn Haak„Schwarzer Adl� zum Besten der WeihnachtsbefcheerU" der Kinder arbeitsloser Mitgliedes., voneert,?anz, Volksbelustiguugeu y,| Herren, Damen u. Kinder; letztere halten Stocklaternen gratis. Großartige Vorstellung im eigen 1,1 erbauten Theater. Anfang 4 3 Die Kaffeeküche ist von 3 Uhr an gee Der Saal u. Garten ist festlich dekoe Einlaßkarten a 20 Pf. sind zu hui bei den Mitgliedern: Mariendors: bert Graf, Cigarrengeschäft, Cham'. straße 63; Tempelhof: August 9>eu� Cigarrengeschäft, Berlinerstraße 44, Leitner, Dorfstraße 10. Herren, welche am Tanz theilney" zahlen 50 Pf. nach. Um gütigen Zuspruch zu diesem A- thätigkeits-Vergnügen ersucht„ 370/6 Der Uorsta«� A»r Uhren J werden sauber und sorgfältig rep� a unter Garantie des Gutgehens' j t,Zv KIsrh(außer Bruch) VtömkleVf t Berün N., Ueinichrudarfrrstr- gegenüber der Dankes-Kirch�- � Lager aller Arten Dhron, Dhrk�. Verantwortlicher Redakteur: R. CronHeim in Berlin. Druck und Verlag von Max Babing in Berlin 34V,. Beuthstraße 2. r'erzu e-»» cpri'O" Bcillme zum„Vorwärts" Berliner Volksblatt. Ur. A13. Sonnabend, den 12. September 1891. 8. Jahrg. Lolmlos. ."An die Biichdrilckercibesitzer Berlins!" betitelt sich ein s>n»lar, das an die Buchdruckerei-Jnhaber versandt wurde. bleibe hat folgenden Wortlaut: �»Der Tarif vom 1. Januar 1390 läuft Ende d. I. ab. Die Gehilfenschaft hat sich beeilt, ihre neuen Forderungen bekannt zu machen Sie fordert vom 1. Januar 1892 ab Erhöhung deZ Grundlohnes für ganz Deutschland um 19 pCt., Herabsetzung der Arbeitszeit von OVa Stunden auf 8V2 Stunden(9 Stunden veniger je Vi Stunde Frühstücks- und Vesperpause), Erhöhung iw o*■' w.i.nvv 4iuu'Vci vd/t�uyiiiiy pes Lokalzuschlags für Berlin von 25 auf 33Vz pCt. Nach dem lpyigen Tarif kosten wöchentlich 6 x OVa= 57 Arbeitsstunden Clm-a!... cm:.,;' rr-i.•_ m. /.««n v1-..... W/e pCt. Lokalzuschlag(7,50 M.)'= 30,05 M. Der Preis der Arbeitsstunde würde sich also auf fast 59 Pf. stellen. Die Er- yohung des Lohnes betrüge demnach für Berlin nicht weniger als sl pCt. Keiner ven uns kann solche Lohn- Erhöhung leisten, sie mühte den Buchdruckerstand vernichten. T-a- aber scheint gerade der Zweck derer, von denen die Gehilfen- sthasl sich leiten läßt. Das Bnchdrnckergeivcrbe steht heute noch, bei ausgedehntem Mittel- und Kleinbetrieb, kräftig da. Weniger als ein Drittel der Arbeiter wird in Grostbctrieben beschäftigt. Barum ist es de» Sozialdemokraten ein Dorn im Auge, die erst w ihrem neuesten Parteiprogramm mit der Behauptung von dem »Juiin der Mittelstande" ihre gegen die Gesellschaftsordnung gerichteten Bestrebungen zu begründen versucht habe». Deshalb wollen sie uns vernichten. Und sie glauben, sie können uns ver- suchten, weil die Gehilfenschaft in seit Jahrzehnten entwickelter Organisation zusammengefügt ist, während wir Prinzipale ver- muzelt und unter einander uneinig sind. Kollegen! Oeffnet Eure •««gm der Gefahr! Jetzt müssen wir Alle zusammenstehen, Alle »« dem einen Ziele, jene Forderungen der Gehilsei.schaft abzu- sehnen, ihre drohenden Angriffe abzuschlagen, um wieder Herr «n eigenen Hause zu werden. Am Sonntag, den 13. d. Mts., Vormittags 9 Uhr, findet im Saale der Arminhallen, Kommandantenstr. 20, eine Versammlung der Prinzipale Berlins statt, um zu den Forderungen der Gehilsen Stellung zu nehmen Kollegen! Wir bitle» und ermahnen Sie, kommen Sie Alle herbei und geben Sie Zeugnist, dast wir Alle in der für Jeden gleich ernsten Gefahr scst zusammenstehen werden. Die Berliner Vertrauensmänner des Kreises Vin(Brandenburg) des Deutschen Buchdruckcrvereins. Otto Dreyer. Max Günther(i. F.: F. A, Günther u. Sohn). Oskar Haebringer."Heinrich Kummer(l. F.: Moriz».Kummer). I. Pormetter(i. F.: W. Pormetter). Arthur Scholen,(i. F.: Siegfried Scholen,)."— Wir wollen zu diese», Schriftstück für heute nur bemerken, daß darin die Prinzipale selber zugeben, daß das Buchdruck- gewerbe„heute»och kräftig dasteht". Nun das ist einfach die Folge dessen, dast dieser Beruf einen einheitlichen Lohntarif und eine künstige Gehilfenorganisation besitzt, welche beide vor der Schmutzkonkurrenz sehr erheblich schirmen. Ist das Buchdrucker- ge verde aber noch kräftig, d. h. verdienen die Prinzipale noch ge mg, was in dem Zirkular ja zugegeben wird, so können sie e,it recht den Gehilfensordernugen Rechnung tragen. Wenn man Sozialdemokrat ist, so ist man gemeinhin der bestgehaßte Mensch von der Welt, in den Augen Vieler sogar der verkörperte„Leibhaftige", hat Verfolgungen der mannig- fach st en Art zu erdulden und verliert in de» Augen der Reaktionäre alle vorher besessenen und geachteten„bürgerlichen" Tugenden. So kleinlich es auch ist. Jemand um seiner politischen Gesinnung willen geschästlich und privatim zu verfolgen, zu schädigen und zu verhetzen, so wird doch darin Großes geleistet und mancher Sozialdemokrat weist davon ein Lied zu singen. Ein derartig unwürdiges Schauspiel spielt sich gegenwärtig auch in der hiesigen Zentral-Markthalle ab. Dortselbst hat das erste Opfer der Schlächtergesellen-Bewegung, der Genosse Aurin, einen Fleischstand eröffnet, nachdem es ihm unmöglich ge- wacht war, als Geselle Arbeit zu erhalten, trotzdem er als tüchtiger Geselle bekannt war und einen verhältnistniäßig hohen Lohn bezog. Seit de», Augenblicke, wo Aurin als Sozial- demolrat sich mitten unter die Herren Schlächtermeister in die Zentral-Markthalle als Gleichberechtigter setzte und seinen Ver- kaufsstand eröffnete, ist die frühere Achtung und Freundfchast in das gerade Gegentheil umgewandelt, und mit einem Eifer, der einer bessereu Sache würdig wäre, wird daran gearbeitet, ihn „hineinzulegen", ihn„Hinauszugraulen". Die Mittel, die zur Erreichung dieses Zweckes Anwendung finden, sind nichts weniger wie schön zu nennen. Abgesehen von den perfönlichen Gehässig- leiten, die sogar schon bis zu Thätlichkeiten ausgeartet sind, sucht man ans alle mögliche Weise ihn mit dem Staatsauwalt in Konflikt zu bringen. Als alle nach dieser Richtung hin unter- Nommenen Versuche erfolglos blieben, versuchte man es neuer- dings mit dem beliebten Mittel der Majestätsbeleidigung. Doch auch dieses Mittel schlug fehl und hatte nicht den gewünschten Erfolg. Die eingeleitete Untersuchung ergab nichts Belastendes für den Angeschuldigten und das Ver- fahren niustte gerichtsseitig eingestellt werden. Doch die Gegner sind unerschöpflich in der Auffindung von Wegen, die auch nur einen Schein von Möglichkeit biete», zum gewünschten Zwle zu führen. So ist Aurin z. Z. in eine Untersuchung wegen »Sittlichkeitsvergehen" aus Denunziation seiner Gegner hin ver- wickelt, begangen durch„unziemliche Redensarten". Wenn man bedenkt, daß der in Schlächterkreise» herrschende Ton verzeihlicher Weise nicht immer der ästhetischste ist und nicht zu selten Worte fallen, die nicht auf die Goldwaage gelegt werden können und «icht für Jedermanns Ohr geeignet sind, so charakterisirt sich a»ch diese aus Schlächterkreisen heraus ergangene Denunziation selbst zur Genüge. Diese Machinationen sind eine bezeichnende Illustration zu dem„Kampfe mit geistigen Waffen" der Gegner der Sozialdemokratie. Da sie die Idee nicht bekämpfen, die Uebcrzeugung nicht vernichten können, so halten sie sich an die Person, suchen diese in jeder Weise zu ruiniren und das genügt diesen Helden! Gegen die aiifgezivnitgeue TpnutagSheilianilg in den Krankenhäusern eifert im„Sprechsaal" des„Berliner Tage- dlatt" ein Provinziale, welcher auf feiner Durchreise„in einem Krankenhause gegenüber dem Kaiser-Wilhelms-Bad", also wohl � dem dort gelegenen Elisabeth-Kraukenhansc, die Erfahrung Jrmacht'haben will, daß Sonntags den Kranke» die Betten nicht Kkniacht würden, damit die„Schwestern" dem Gottesdienst bei- lohnen können. Ter Einsender schildert die Qual, 43 Stunden «0», Sonnabend früh bis Montag früh„mit Schmerzen und im Fieber auf demselben durchglühten, verwühlten, mit Brolkrümeln destreuten Lager ausharren zu müssen", und meint, jeder würde »gewist gern aus einen Theil der ihm täglich in vier Portionen °"roizirten Gebete und religiösen Betrachtungen verzichten, K'enn ihm dafür die Wohlthat des Bettmachens, der un- Mstlichen Bedingung des Wohlbesindens, am Sonntage, dem >«ge des Herrn, erwiesen würde." Er geht sogar so weit, zu �Haupte»,„daß es in weit höherem Sinne Sonntagsheilignng, Gottesdienst halten heißt, wenn man den Kranken am Sonntag Zweimal die Erquickung des Bettmachens bereitet." Wir wissen nicht, ob es sich bei der geschilderten Vernach lässignng nur um eine'Ausnahme, die zufälligerweise gerade den durchreisenden Provinziale» getroffen hat, oder um eine Regel handelt. Das Letztere wäre eine so beispiellose Nichtachtung des Gebotes wahrer Menschenliebe, daß wir es selbst von einem „sronnuen" Krankenhause nicht annehmen möchten. Was aber der Einsender sonst noch über die Gebete und religiösen Be trachtungen sagt, trifft sicherlich zu. Der Versuch, einen Ab- trünnigen in den Schooß der Kirche zurückzuführen, hat gerade bei einem durch Krankheit widerstandslos Gewordenen soviel Aussicht auf Erfolg, dast die Geistlichkeit und ihr„schwesterlicher" Anhang dieser Versuchung selbst in denjenigen Kranken Häuser» nicht widerstehen können, welche kein bestimmtes religiöses Gepräge tragen. In der Charitee genießt der „Seelenarzt" beinahe dieselben Rechte wie der Arzt für den Leib Neben dem in der Kapelle allsonntäglich stattfindenden Gottes- dienst, welcher von den Rekonvaleszenten besucht wird, wird am Sonnabend ans den einzelnen ktrankenstasionen ein Gottesdienst für die Schwerkranken abgehalten. Auf den Männerstationen giebt es nur Verlesung von Gesangbnchvers, Bibelstelle, Predigt u. s. w. Auf den Frauenstationen werden die Kranken auch noch zum Singen veranlaßt, soweit sie dazu fähig sind. Auf die An- Wesenheit von eben eingebrachten Schwerkranken oder Sterbenden kann dabei nicht Rücksicht genommen werden, auf Ruhebedürftige ebenso wenig. Wer schlafen will, mag's vorher oder nachher thun. Der diensthabende Arzt zieht sich in der Regel vor Beginn des Gottesdienstes diskret zurück, und die Wärter schränken ihre Thäligkeil ebenfalls ein, so daß man beinahe ver- gessen könnte, daß man in einem Krankensaal ist, falls man hartherzig genug ist, über dem Gottesdienst das Husten und Stöhnen der schwer athmenden, sich hin und her wälzenden Kranken zu vergessen. Der Pastor pflegt außerdem auch noch in der Woche zu kommen und zu fragen, ob jemand das Abendmahl nehmen will. Bei den Männern findet er damit wenig Anklang, desto mehr aber bei den Frauen. Auf der Frauenstation dar? man es daher auch wagen, den Kranken außer der sonstigen Seelenspcise auch noch jeden Morgen und Abend Gesang und Gebet zu spende». Es ist selbst vom Standpunkte der weitestgehenden Aufklärung aus zu billigen, daß im Kranken Hanse jeder diejenige Zer- streuung und Erbauung geliefert bekommt, nach der er Verlangen trägt und die seinem Bildungsgrade entspricht; das kann unter Umständen sogar zur Beorderung des Wohl befindens beilragen. Aber natürlich dürfte diese Erbauung nur jedem Privaten gespendet iverden, aber nicht öffentlich und für alle gemeinsam. Diese Forderung liegt gerade im Interesse der „frommen" Kranke»; denn sonst könnten einmal die kranken Sozialdemokraten verlangen, daß in dem gemeinschaftlichen Krankensaal ein Vortrag über ein politisches oder Wissenschaft- liches Thema gehalten würde, den auch die Nicht- Sozialdemo- kraten mit anzuhören hätten. Ter Prediger möge still von Bett zu. Bett gehen und jedem, der es wünscht,„Trost zusprechen". Als Gegenleistung verlangen wir für unsere kranken Genossen nur das Eine, daß die Bibliotheken der Krankenhäuser außer Er- bauungsfchristen und wässerigen Romanen auch noch etwas nahr- hastere Geisteskost enthalten möchten. Neber die Durchfahrtshöhe der Miihleiidamm-Brücke ist ein Streit entstanden, der einigermaßen an Krähwinkel er- innert. Das Verdienst, diesen Streit hervorgerufen zu haben, fcheint ganz und voll Herr» Hobrecht zu gebühren, der der Schifffahrt offenbar nicht sonderlich grün jist. Anders konnte er nicht erklären, daß der Verkehr über die Brücke wichtiger ist, wie der unter der Brücke. Das ist geradezu unverständlich. Der Verkehr oben wie unten ist gleich wichtig, und man kann es nur loben, wenn das Aeltesten-Kolleginm der hiesigen Kaufmannschaft sich energisch ins Zeug legt, um eine Durchfahrtshöhe von 3.70 Meter zu erzielen. Die Entwickelung Berlins nach dieser Richtung ist doch noch lange nicht abgeschlossen. Schon hat unser Schifffahrtsverkehr durch die Eröffnung des Oder- Spreekauals eine bedeutende Erweiterung erfahren, treten andere Knnalprojekte ins Leben, was für absehbare Zeit so gut wie sicher ist, so wird diese Erweiterung steigen. Jeder unnölhigc Aufenthalt dieses Verkehrs ist daher vom Uebel, und es ist in der That unbegreiflich, daß hierbei eine derartige Kurzsichtigkeit obwalten kann. Slrbcitcr-Bilduugsschnle. Um den Mitgliedern, und zwar den Theilnehmern und' Theilnehmerinnen des Naturwissenschafts- Unterrichts sowohl, als auch der übrigen Lehrfächer aller Schulen, die Sehenswürdigkeiten des Votanischen Gartens zu gänglich zu machen, wird derselbe mit gütiger Genehmigung der Dircklion ausnahmsweise Sonntag, den 13. September, Vor- mittags 10 Uhr, für uns geöffnet iverden!— Diejenigen, welche an der unter Führung des Herrn Nattirivissenschaftslehrers und des Herrn Obergärtners erfolgenden Besichtignng theilnehmen wollen, haben sich pünktlich lim diese Zeit vor dem Portierhanse einzufinden.(Nachzügler dürften den Garten wieder geschlossen finden.) Legitimation ist mitzubringen.— In der II. Nordschule fällt zu dieser Zeit der Naturwissenschafts-Unterricht aus. Der Vorstand. I. A.: E. Vogtherr, Stephanstr. 27a. Der Verein Berliner GastwirthSgehilfe» feierte am 3. September in Britz in Walters Roseusec-Terrasse seine erste Lassallefeier. Der Saal war mit rothen Bannern und Freiheits- sprüche» entsprechend dekorirt. In der Milte des Musikpodinins war die Büste Lassalle's, auf dem Kopfe eineii Kranz mit frischen rothen Blumen, um die Schulter eine rothe Schärpe alifgefteUt. Die Musik von der freien Vereinigung der Zivil-Äerussnuisiker leitete das Fest unter den Klängen der Arbcitcrniarseillaise um 4 Uhr Nachinittazs ei». Es waren ungefähr 250 Personen an- wesend. Genosse Netzeran erörterte in seiner Festrede die Bc- deutung Lassalle's und die Entivickelung der Arbeiterschaft. Es folgten hierauf Vorträge vom Gesangverein Grüne Eiche, Rixdorf (Mitgl. d. Arbeiter-Sängerbundes), serner ein lebendes Bild unter bengalischer Beleuchtung, welches L a s s a l l e und die Freiheit darstellte. Eiu schön geschliffenes Fcnerstclubcil ist bei den Bau- Arbeiten am Mühlendanim ans dem Grunde der Spree heraus- gebracht worden. Der Fall ist für die vorgeschichtliche Forschung Berlins von Bedeutung, denn es waren bisher, wie ans Friedet, „Vorgeschichtliche Funde der Gegend von Berlin", und Buchholz, '�Berlinische Alterthümer im Märkischen Provinzial-Milfeum" er- 'ichtlich, im Gebiet des alten Berlin und Kölln nur Beile aus weicherem Gestein gesunden oder Fcucrsteinmesser und dergleichen kleinere Gcräthe, welche auch in den jüngeren vorgeschichtlichen Perioden neben Metallgeräthen fortgebraucht ivurden. Dieser neue Fund weist mit ziemlicher Sicherheit darauf hin, daß die Stelle von Alt-Berlin schon in der Zeit des geschlissenen Steins, also vor etwa 3000 bis 4000 Jahren, besiedelt ivar. Das Beil ist 630 Gramm schwer, 16,5 Zentimeter lang, die Schneide 5,5 Zentimeter und so scharf, daß man eine Pnpierlage damit zerschneiden kann. Es ivird im Märkischen Provinzialuiuseum zur Auslage kommen. Die Friedensarmee ist, nachdem„General" Gerbing wegen Diebstahls verhastet worden, in völliger Auflösung begriffen und die meisten Mitglieder derselben aus dem Korps ausgetreten. Die schwersten Anschuldigungen werden jetzt gegen Gerbing laut, und es schwebt gegen den Friedensapostel außer der oben- erwähnten Anklage auch noch eine solche wegen Betruges. Uebrigens scheint der General ein„Spezialist" für Gründung neuer Religionssekten gewesen zu sein, hat aber mit denselben schon mehrere Male Fiasko gemacht. So hatte G. vor einigen Jahren die Baptislengemeinde Hierselbst unsicher gemacht und eine Abzweigung dieser Religionssekte unter dem Titel„die Söhne Gottes" gegründet. Natürlich sicherte sich G. den ein- träglichsten Posten dabei; er ernannte sich zum Prediger der neuen Gemeinde und machte als solcher bedeutende Anschaffungen an— Badewannen und Talaren, ohne daß die Lieferanten je einen Pfennig ihrer nicht unbedeutenden Forderungen erhielten. Die demnächst stattfindende Gerichtsverhandlung gegen G. dürste daher höchst interessante Momente zu Tage sördern. Ein Platz auf dem Verdeck eineö OmnibnS kostet be- kanntlich auf allen Strecken von der Ausgangs- bis zur End- statt on nur zehn Pfennig. Für das Verdeck werde» aber be« sondere Billets ausgegeben, die für das Innere des Wagens nicht benutzt werden dürfen. Nun können mancherlei Umstände eintreten, die den Passagier, der ans dem Verdeck Platz genommen hat, veranlassen, herabzusteigen und im Innern des Wagens Platz zu nehmen. Das kann er aber nur dann, wenn er, wie die„B. P." meint, ein Billet nachlöst, dessen Preis sich nach der Strecke richtet, die er zu befahren gedenkt. Geradezu illusorisch wird diese Einrichtung in einem zweiten Falle. Greifen wir z. B. die Linie Hallesches Thor— Landsberger Thor heraus. Vom Spittelmarkt bis zum Landsberger Thor resp. Halleschen Thor kostet die Fahrt sowohl auf dem Verdeck wie im Innern des WagenS nur zehn Pfennige. Warum ist es nun hier, wo doch die Preise gleich sind, dem Passagier nicht gestattet, entweder mit dem für das Innere des Wagens gelösten Billet nach Belieben auf das Verdeck zu steigen oder umgekehrt V Wenn ferner ein Passa- gier, der am Landsberger Thor ein Billet für das Innere des Wagens für die ganze Tour um den Preis von 20 Pfennigen löst, und während der Fahrt Lust bekommt, das Verdeck zu besteigen, warum soll er gezwungen sein, hierfür noch zehn Pfennige mehr zu zahlen? Daß die Verdeckpreise für die ganze» Touren nur zehn Pfennige betragen, ist eine sehr löbliche Ein- richtung, es müßten aber auch, um dieselbe vollendet zu machen, wie bei der Pferdebahn, die Billets für alle Plätze des Wagens giltig sein. Unsere Anregung entspricht den allgemeinen Wünschen des Publikums. Da die Direktion der Omnibusgesellschaft durch Einführung der angeregten Mastregel eine materielle Einbuße keineswegs erleiden würde, so hoffen wir, dast dieselbe bald zur Durchführung kommen wird. Wiederum haben zwei«»getreue Veamte verhaftet werden nMssen. In dem einen Falle handelt es sich um den früheren Kassenboten C., der für ein hiesiges großes Bank» institnt Gelder einzukassiren hatte, das vollste Vertrauen genoß, dieses aber mißbrauchte, indem er bedeutende Beträge unterschlug und sich aneignete. In dem zweiten Falle ist es ein Buchhalter, früherer Aktuar W., welcher im letzten Frühjahr ein viertel Jahr lang gegen ein Monatsgehalt von 100 M. bei einer hiesigen Aktiengesellschaft angestellt war. Er wird beschuldigt, aus dem Tresor der Gesellschaft nach und nach 11 600 M. entivendet und mit einer Schauspielerin vergeudet zu haben. Der Verhastete leugnet jede Schuld und will die Mittel zu seinem verschwel» derischen Leben von einer Dame erhalten haben, deren Namen anzugeben er sich weigert. Zwei Einbrecher sind heute früh um 5 Uhr im Dachgeschoß des Hauses Weinmeisterstr. 13 aufgescheucht ivorden. Als der Steinsetzer R., der in dein genannten Hause eine Mansarden- Wohnung inne hat, sich zur Arbeit begeben wollte, bemerkte er zwei verdächtige Gestalten, die sich vor ihm zu verbergen suchten. Es gelang ihm auch, einen der Kerle zu fassen und weidlich durch- zuprügeln. Dann aber vermochte der Mensch sich mit kräftigem Ruck loszureißen und aus dein Hause zu entkommen, ehe auf die Hilferufe der Frau It. die übrigen Hausbewohner alarmirt ivurden. Da man aus dem Boden eiu großes Bund Dietriche fand, holte man die Polizei herbei, um ivenigstens den zweite» Einbrecher dingfest zu machen. Inzwischen war es auch diesem gelungen, zu entivischen. Man vcrmuthet, daß die Diebe es auf den Geldtasten des im Hanse wohnenden Gastwirthes ab- gesehen hatten. AuS der Dalldorfer Anstalt sind vorgestern Nachmittag drei gemeingefährliche Geisteskranke entsprungen und bis zur Stunde noch nicht wieder eingesangen worden. Es sind dies'Joseph Buzork, am 3. September 1863 in Graudenz; Rudolf Bredoiv, an» 13. Okt. 1363 in Berlin und Wilhelm 5kohl, am 11. Juni 1863 in Berlin geboren. Alle drei haben ihre Flucht gemeinschaftlich zn bewerkstelligen gewußt, und es ist unbekannt, wohin sie ihren Weg genommen haben. Eiu Sergeant von der ersten Kompagnie des dritten Garde-Grenadier-RcgimentS„Königin Elisabeth" K. in Spandau, der am Abend des Himmelsahrtstages in der Nähe des Stadtparks einen Fabrikarbeiter ohne die geringste Ver- anlassung mit dem Faschinenmesser zn Boden schlug und eine andere Zivilperson, die auf den Hilseruf des Schwerverletzten herbeieilte, nicht unbedenklich am Kopfe verwundete, ist dafür kürzlich zn einer 2Vamonatliche» Gefängnißstrase verurtheilt worden. Gleichzeitig hat das Siegiment es abgelehnt, mit dem Mann, der ivegcn ähnlichen Vergehens bereits früher bestraft ist, weiter zu kapituliren. Zur Angelegenheit deS Bremsers BebcrSdorff, der vor einigen Wochen Nachts schwerverivnndet im Hose eines Hauses der Puttbuser Straße aufgefunden wurde, erfährt eine Lolalkorrespondenz, der in der Charitee liegende B. ü'i wieder vernehmungsfähig und seine Allssagen hätten dahin geführt, daß gegen den Gastivirth F. Untersnchung eingeleitet sei. B. soll in dem Lokal des F. schiver mißhandelt worden sein. Eine Zugentgleisung ist vorgestern nur durch das ent- chlossene Verhalten der betreffenden Beamten verhütet worden. Bei der eingleisigen nahe dem Humboldtshain belegenen Durch- -ahrt der Nordoahn befindet»ch eine steinerne Bogenbrttcke. welche behufs llmlegung der Geleise abgebrochen wird. Als nun vorgestern Vormittag die Arbeiter mit dem Abbruch beschäftigt waren, stürzte plötzlich ein Theil der Wölbung ein und fiel in dem Augenblick ans das Geleise, als eben ein Zug aus Neu- Streich heranbranste. Durch das sofort gegebene Haltesignal konnte der Zug noch rechtzeitig zum Stehen gebracht iverden. Ans dem hiesigen Potsdamer Bahnhof spielte sich vor- gestern Mittag eine höchst eigenthümliche Szene ab. Aus unserer Nachbarresidenz war soeben ein Zug eingelaufen und dessen Passagiere eilten dem Ausgange zu, als sich auf die Schulte. eines derselben eine schivere Hand legte und ein Mann de» betreffenden. einen elegant gekleideten und sehr vollivichtig drein« chanenden Herrn, bat, ihm ohne Aufsehen zn errege», zu folgen. Diesen wohlgemeinten Rath achtete der Ankömmling jedoch sehe wenig. Seine Rufe, ihn loszulassen und man irre sich in seiner»m weitere 100 M. gebeten habe. Inzwischen hatten. Ö Person, waren so laut, daß die Bahnhofshalle schier erdröhnte Beamten gemerkt, daß Kruger m emer unerlÄnbten B g und ein großer Znlans von Menschen entstand, unter denen mit dem Gefangenen stand und e» wurde eine sich natürlich sofort das nun einmal uuvermeidii�, »>____•»JSTVv uciicu sich natürlich sofort das nun einmal unvermeidlich gewordene Gerücht verbreitete, Welze! wäre festgenommen worden. Das entsprach nun nicht ganz den Thatsachen. Wetzcl hatte man In der angehaltenen"Person nicht vor sich, sondern einen Bau- Unternehmer von einer allerdings wenig hgxmlosen Art Gefangenen stand und es wurde eine Disziplinar-�..... snchung gegen Krüger eingeleitet, welcher dieser durch sein Ausscheiden aus den» Amte aus dein Wege ging. Er begnügte sich nicht mit den von ihm begangenen Pflichtwidrigkeiten, sondern ging auch dazu über, in der gegen ihn eingeleiteten Untersuchung ------ vuici uuivouigs wenig hgxinlosen Art. zwei Personen zum Meineide zu verleite». Er begab sich zu der Seine» Gläubigern gegenüber war er der durch und durch„Ber- Mutter des Winter und einer anderen Frau, welche für die krachte", denen er das durch„fruchtlose Exekutionen" noch ge- letztere die Korrespondenz mit dem Sohne besorgt hatte und richtlich bestätigen ließ. Nun aber hatte einer der Gläubiger suchte beide Frauen zu überreden, wahrheitswidrig aus-- Wind davon bekommen, daß am gestrigen Vormittage zu zusage», daß nur e i n Brief von dem Sohne aus dem Potsdam die gerichtliche Uebcrgabe eines zu unseren Vororte» Zuchthause angekommen sei. Er hatte sich nämlich ein artiges gehörenden Terrains stattfinden sollte, als dessen Eigenthümer Märchen ersonnen,° ein Schwager des Vau-Unternehiners figurirt hatte. In der Ueberzeugung, daß der Bau-Unternehmer der wirkliche Besitzer wäre und als solcher, init einer Vollmacht des Schwagers aus- gerüstet, das Geld in Empfang nehmen werde, hatte das Glänbigerkonsortium einen mit„offener Ordre" ausgerüsteten Gerichtevollzieher auf dem Potsdamer Bahnhos postirt, auf welchem man das Eintreffen des in einer ganz nahe belegenen Straße wohnenden Herrn erwarten durste. Durch einen ihm beigegebencn Gläubiger ans den Unternehmer ausmerlsan» ge- macht, hatte der Mann de- Gesetzes dcS Letzteren in der ge- schilderten Weise sich bemächtigt und ihm nach einer etwas heftigen Szene, bei der es sogar an einem Fluchtversuch nicht fehlte, das mit 0000 Mark gestillte Portefeuille ab- genommen. Zum Tpaudauer Nanbmord schreibt eine hiesige Korrc- spondenz: Tie Gerüchte, daß Wetzel bald hier, bald dort ans- getaucht sei, gaben uns Veranlassung, an amtlicher Stelle in Spandau genaue Erkundigungen einzuziehen. Wie uns daselbst r.-i- Ä ,......... um ans dieser bösen Sache heranszu- kommen; er behauptete, daß er den ersten Brief von dem An- geklagten nur angenommen habe, um ihn seinem Direktor zu zeigen; unglücklicher Weise habe sich aber in seiner Rocktasche »och ein anderer Brief befunden, welchen er an einen Bekannten expediren wollte, und da habe er irrthümlicher Weise den falschen auf Brief in den Briefkasten gesteckt. Ebenso abenteuerlich klang die "->» Erklärung des Krüger bezüglich der an ihn gelangten 20 M. Er behauptete nämlich, geglaubt zu haben, daß ihm das Geld von einem Bekannten zugeschickt worden sei, der noch in seiner Schuld war.— Die Beweisaufnahme ergab die völlige Haltlosigkeit dieser Ausreden. Staatsanwalt N n g e r beantragte gegen den verbrecherischen Beamten 3 Jahre Zuchthaus und 5 Jahre Ehrverlust, gegen Winter aber wegen Bestechung nur eine Znsatz- strafe von 1 Monat Zuchthans. Der Gerichtshof hielt bei Krüger eine Zuchthaus st rase von iJahr 6 Monaten und Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte aus 3 Jahre für ausreichend imd verurtheilte Winter zusätzlich zu 1 Monat Zuchthaus. Tie Fälle, lung bis aus Weiteres die Sperre verhängt worden. Tie Hrsacheii, welche die Kollegen der Tagschneider-Werkstelle zur einmüthig!» Arbeitsniederlegung zwangen, waren Lohnreduktion und rigoroji Behandlung von Seiten des Chefs. Nachstehende Resolution wurde in jener Versammlung einstimmig angenommen: „Die heutige Versammlung erklärt sich mit den Kollegen d# Werkslelle Hoffmann solidarisch und spricht die Erwartung au-, daß die dort in Arbeit getretenen Kollegen die Arbeit ebensall- niederlegen. Die Agitationskommission wird beaustragt, in nächster Zeit diese Angelegenheit in öffentlicher Versammlung, ivozu all! Arbeiter, auch die Hausindustriellen, eingeladen sind, zu behan- dein und alle nölhigen Maßnahmen zu treffen." Trotz der augenblicklich schlechten Geschäftslage ersuchen wir alle 5kollegen, in der Tagschneider-Werkstelle von Hoffmann kein! Arbeit zu nehmen, bis die nächste öffentliche Versammlung, welchr am Dienstag, den 15. September, in den Arminhallen tagt, da- Weitere beschlossen hat. Es ist unsere Pflicht, dadurch mit bel» zutragen, daß die schlimmsten Angriffe abgewehrt werden. Die Llgitationskom Mission Eache die bi mit d der fr wüßte n T Lunba Arre P die S Mass Mitth' E Grünt 0B| fC dassell weiter aß s ______________»» LJeen. W.e uns daselbst m r/£«e»rtUe, iu welchen Militärposten in den Straßen mitgelheilt wurde, hat der Kommissar Klicm bereits am Dienstag Berlins aus Passanten, die sie seitnehmen wollten, geschonen Abend einen Bericht aus dem Auslande eingesandt, nach welchem haben, waren in der Nacht zum-3. Mai um eine Rümmer ver- er eine richtig« Spur des Mörders geflindcn haben will. Wetzel mehrt worden Ter F»>lller Ludwig, welcher m leuer Stacht hat den Seeweg eingeschlagen, und der ge»a»»le Beamte hat vor dem Museum im �.»stgarten Posten stand, bemerkte in der nuiinichr ausdrückliche Aniveisung erhalten, demselbeii zu folgen. Nähe der großen Granitschale eliien Menicken, welcher aus dem Tie Angabe des eingeschlagenen Weges verbietet die Rücksicht aus Gebüsch daselbst etwas Flieder abbrach,.ter Soldat rief den den Gang der Untersuchung. Ter Geldschrank in dem Hirschfeld- Mann an, letzterer aber machte sich auS dem Staube und floh scheu Geschäfte ist erst vor wenigen Tagen durch einen Berliner»ach der Nationalgalerie zu. Als der«oldat bei semer Per-\ Kunstschlösser geöffnet worden, und es hat sich nunmehr mit Be- folgung bis an die Ecke gelangt war, über welche blnaus er selneii„ �' stimintheit ergebe», daß Wetzel im Besitze von mindestens 9000 M. Posten»'.cht verlassen durste, rief er dem Flüchtling dreimal zu,'. haaren Geldes sein muß. stehen zu bleiben und als diese Austorderuug nicht be,olgt gegenseitiger wurde, schoß er nach dem Tavonlaiisenden. Ter Schuß Polizeibevicht. Am 9. d. M. stürzte der Kutscher Gebhardt, traf z»i» Glück nicht, die Kugel fuhr vielmehr in die als er vor dem Schlesischeu Thore, zwischen der Schlesischen- und Selterwasserbudc gegenüber der Skntioiialgalerie. Ter Schuß �-Brücke, einem enlgegeiikvmmeiiden Pfcrdebahnwaaen hatte die Almnerkkniiikeit � Freiarchen-! ................tgegenkommenden Pfcrdebahnwagen hatte die Allsmerksaiiikcit des dort postirten Sch>itzma»>,s erregt, ausbiegen wollte, von seinem mit Steinen beladenen Wage» herab, welcher aus die Mittheilungen des Soldaten aus eine in der wurde überfahren und erlitt hierbei eine so schwere Verletzung Nähe stehende Gruppe von vier Personen zutrat, da sich imtcr dein Kraiikeubause Wotf..-»-)«"„.i----»-*-• am Kopse, daß er nach dem Krankenhause Bethanien gebracht werden iiiiißtc.— Am 10. d. SR. Morgens siel vor dem Hause Kursürstenstr. 57 der Laufbursche Schulz infolge Slnsgleiten!- zur Erde nnd erlitt hierbei einen Bruch des linke» Unterschenkels. Der Verletzte wurde nach der Charit« gebracht.— Nachmittags stürzte sich ein Arbeiter aus dem Fenster seiner im vierten Stock des Hauses Krautstr. 35» belegene» Wohnung ans den und erlitt»!<">'»> ,„JB.............. roieBVi zn riieunen uno oer Slaalsanivall bea is Hauses ikiraulstr. 35» belegeiieii" Wohnuug auf de» Hos herab 10 M. Geldbuße. Der Gerichtshof hielt aber ein« id erlitt hierbei außer einein Bruch des Unterschenkels so schwere Füsiliers durchaus nicht für misgeschlossen, da innere Verletzlmgen, daß er mittelst Krankenivagens nach dem Wahrnehnmngen doch nur im uächttichen Dunlel rankenhause am Friedrichshain gebracht iverden mukte.— 9im....>>»s•...•»>"—-| \«...S. ii � _____,--»p v»- mirw|i«iniucinuaßenä nach Krankenhause am Friedrichshaiu gebracht werden mußte.— 10. und 11. d. M. sanden vier kleine Feuer statt. Am ____.,.-_____ w«rrvV 5,,------- denselben auch der Ausreißer befinden sollte. Der Füsilier suchte denn auch den Bierzapfer T. als denjenigen heraus, der den Flieder gestohlen habe lind T. hatte sich deshalb gestern auf die Anklage des Diebstahls vor Gericht zu verantivorten. Trotz seines Lellgnens glaubte ihn der Füsilier doch als den Thäter ivieder zu erkennen und der Staatsaiiwalt beantragte deshalb einen Jrrthum des M derselbe seine ________.,_______—,........... i. gemacht hatte und es wurde deshalb aus Freisprechung erkannt. Ein bedenteudes Tchwindlcrtalent hat ein Provinziale, ein gewisser Ferdinand K r e u> p f an den Tag gelegt, nachdem er kaum seine» kleinen Heimathsort im Ostpreußischen gegen das Berliner Pflaster vertauscht hatte. Jnuerhalb weniger Tage hat er sich einer ganzen Blniiieiilese der verschiedensten Vergehen schuldig gemacht, wegen deren er sich gestern vor der ersten Ferienslraskainmer des Landgerichts I zn verantivorten halte. Krempf war in einem kleinen Gasthofe in der BreSlauerstraße abgestiegen. Hier lernte er die unverehelichte Raltey kennen, welche ihm nntteilte, daß sie ihren Tieiist bei den Schankwirtb S.'schcn Eheleuten Knall mid Fall habe aufgeben müssen, da ihr Dienstherr ihr uachgestellt habe. Ihre Tienslhcrri» habe ihr zum Abschied noch eine Ohrfeige, aber weder den rückständigen Lohn noch das Dienstbuch gegeben. Krempf nahm sich der Verlasselicn mit großer Energie a». Zu- ....Der Man» mit hundert Köpfen ist der Titel einer fra». zostschen Posse, die vorgestern unter stürmischer Heiterkeil im Wallner-Theater aufgesührt wurde. Ohne Zweifel muß zugegeben werden, daß die Komödie in der geschicktesten Weise ausgebaut ist, daß die in ihr entivickcltc �zdee aber auch das Tollste ist, was jemals ein sranzösischcr Boulevarddichter ersonnen hat. Allerdings muß man starknervig sei», um vor den Obszönitäten, die iu jeder Szene zu Tage trete» nicht zuruckzi.schrecken. TaS Motto der Posse findet sich in de»! Verse des bekannten Liedes:„Wir wollen unsere Weiber tausche» wemps nahm sich der Verlassenen mit großer Energie an... W..... z» wenoen yaiie, iveun >- wlunitchnmeffe kommt es bei offener Szene nicht zum»ächsl ging er mit dem Mädchen zum Polizeirevier, wo er sich den angeblichen Zweck eines modernen Staates, den Schwächere» Aeußersten, und das in der kecksten Weise angelegte Stück schließt die Hilfe eines Schutzmannes erbat, um von den S.'schen Ehe- vor der Willkür des Stärkern zu schützen, wirklich für den ihrige» »ut danaler Wohlanstaudlgkcit, so daß das Bourgeoispublikum leuten die Herausgabe des Ticiistbilches nnd des rückständigen anerkennen wollte. nicht verichämt die Augen zn schließe» brauchte. Lohnes zn crivirke». Die Bitte wurde geivährt und Frau S. Tie Anifführung verdient alle Anerkennung, die Herren Gut- gab das Buch und 5 M. Lohn heraus. Bei dieser Gelegenheit hery und Giimnig brillirten in zwei Doppelgängerrollen und auch bemerkte der Angeklagte, daß die S.'schen Eheleute ziemlich angst- dle�Damen Kühimg nnd Maffert zeigten sich von ihren besten lichcr Natur waren, und er beschloß, diesen Umstand für sich ansziibeiitc». Zunächst log er dem Mädchen vor, daß er in der königl. Beschlagschmiede angeslellt sei und sich aus Urlaub befinde. Ein von ihm gemachter Heiraths- antrag fiel ans günstigen Bode». Sil», trat der Angeklagte für feine„Braut" ein. Zunächst ging er zum Schank- nnd verlangte den Lohn für das ganze laufende Forst i. L., 6. September. In der Buchdruckerei vo» O. K a r b s haben vier Gehilfen die Arbeit eingeftelll- weil zu den sieben vorhandenen Setzerlehrlinge» der achte eingestellt wurde. In der Buchbinderei de- Genannten sind neben einem Gehilfen drei Lehrlinge b� schäftigt. Die deutsch-freisinnige„Forster Zeitung wird in diesem Geschäft gedruckt. Wcisicufelö, 9. September. Achtung! Die Leitung bel Schuhfabrik von Zl. Ä r s a n d hat, nachdem sie vor 8 Tage» ihren Arbeitern 10—24 pCt. vom Lohn abgezogen, jetzt eine die Arbeiter schädigende Werkstattorduung zur Unterschrift vorgelegt, worauf s ä ui in t 1 i ch e Zwicker gekündigt haben. Die Weißenfelser Schuhmacher warnen hiermit Kollegen vor Zuzug' ArbeUerbläUer werden um Abdruck gebeten. (Zeiher„Volksbote".) Die Steinmetzen von Pirna haben wegen Lohndifferenzen die Zl r b e i t niedergelegt. Zuzug ist fernzuhalten. In Charleroi ist wieder eine Lohnbewegung der Berg' l e u t e im Gange. Lyo», 11. September. Der schon längere Zeit andauernbe der Glasarbeiter ist nunmehr infolge Zugeständnisse der Arbeitgeber und Slrbeiter beendet. •» Eine sehr ernste Situation herrscht gegenwärtig ivieder, wie der„Germania" aus Breslau geschrieben wird, in de» schlesischen Grenzbezirken, in denei! es eine bedeutende Glas' indu strie giebt.„Tie Löhne", sagt das Blatt,„sind a»�' erkannt niedrig und bedürfen der A u f b e s s e r u n g. E- werden Bersammlnngen auf Versammlungen abgehalten, in denen über SRiltel nnd Wege znr Anfbessernng der ivirlhschastliche» Lage der Glasarbeiter berathen wird. Die Glasarbeiter habe» beschlossen, falls die neuerlich festgesetzten Löhne nicht gezahll werden, zu kündigen und nach vierzehn Tagen eine» Ausstand -u proklamiren. So lange die Schmirgelwaare sabrizirt und die Feiierpolitnr verallgemeinert wird, steht zu befürchten, daß von de» 2000 in I20Be>riebcn beschäftigten Glasschleifer» mindestens ein Viertel in ihrer E-xislenz bedroht werden. Die Qualität der Waare verm ludernd, den Ruf der Industrie schädigend, die Waare entwerthend, das ist die Wirkung der Feuerpolitnr und Schmirgelwaare. Es wurde daraus hingelviese», daß von der Feuerpolitnr zilm vollständigen Pressen der nur ein Schritt sei. Eine Deputation von vier Mitgliedern so» sich deshalb an das Haiidelsmillisierium nach Wien begeben,>»» die Herausgabe eines die Fenerpolitur verbietenden Gesetzes bej- Minlsterialerlasses zu bewirken." Hier ist also direkt die Unredlichkeit, die Unehre»'! h a f l i g k e i t der Unternehmer nnd die d ü m m st e Art den � a t> s n ch t— denn sie e n t w e r t h e n ja ihre Maaren, iut rang billiger zu produziren— mit die Ursache des Masse»' elcnds. Kommt es aber zum Streik, so werden dieselben Untcl- nehmer die Slaat-gewalt ans ihrer Seite finden, während si� diese mit ganzer Wucht ijbge» die Unteriiehmer und nicht gege» die schuldlosen armen Glasarbeiter zu wenden hätte, wenn>>< den angeblichen Zweck eines modernen Staates, den Schwächere» NNislp...........----'""" halb » g e m R iiiiine, Cchöal hatten diebs »stenbii i»ffen. von ca Gcndai >l° sich auf d »>cht a Naffe volze. Se i-Il.Po � De � sog' Liener« Ms Anzahl �flanfl Döhren! «fi de 16 455,5 Nach be inhlung L°h in »S! Senden Seiten. Dem Stücke folgte die„niusikalisch-deklainatorische Slbend- Unterhaltung" von David Kalifch. Sie stammt ans der Zeit, >vo Berlin noch die kleine Beamten- und Garnisonstadt war, und sie zeigt uns den damaligen kleinstädtischen Humor in seiner sitr seine ganze» Frische und Unvcrfalschtheit. Daß man die neuesten Er- wirth� S. cignisse der Politik in etwas geivaltsamer Weise dein Stücke ein- 0 zwängte, erhöhte den Werth desselben keineswegs. Auch hier war die Aufführung eine»lustergiltige. Herr Meißner mit seinem vollwichtigen Berliner Dialekt war ein kompletter Hausknecht aus der„guten alten Zeit." Tie Jnszeuirnng war theil weise glänzend. Eine Konferenz der Schneider und Schneiderin»*'' Rheinland-Westfalens findet am 27. September� in Elbersci» statt. Bericht über die wirthschastliche Lage der Schneider»»» Schneideriniieii, speziell auch ber Konfeklionsarbeitcr, Regel»»? der Agitation für beide Provinze», Stellungnahme zur Berlin** Konfeklionsarbeiter-Konserenz und Verschiedene- bilden die Pumle der Tagesordnung. Gcmaffregelte Bergleute, welche auf der Zeche„Zentrum" Arbeit haben ivolle», müssen sich zu folgenden haarsträubende» x. Ho chältes "hanuii. "'P � ?> n l e hfllofe Sstahru �furcht �heninit ''»stell..! Austger xpiuiier 5as C !? dies m Tag !"sfuhr »eil liefen, ?? Not! .�bens.» Anu.end Z'lltriel lz'"heil Tie Privatklage des Borsitzenden deS Bereins... Plätterinnen» Herrn Möhring, gege» die frühere Vorsitzende der —-....... o--—— v>">» v»nzr tnu.ri.ve Arbeit haben Ivollen, I Quartal. Um i.nlicbsanien Sluseinandersehimgen mit seiner Ehe- Bedinguiigen verpflichten. sran vorzubeugen, zahlte S. Am folgenden Tage verlangte der 1. Sollen sie eine Erklärung abgeben. daß sie nicht M't' Slngeklagte noch 30 M. Kostgeld. S. erklärte, daß das Mädchen gsteder des Verbandes deutscher Bergleute sind oder sosern da» selbst konnnen müßte. Ter Angeklagte Holle seine Braut und der Fall ist, müssen sie sich verpflichten, ans demselben ansz»- dieser händigte der Wurth auch die 30 M. ans. Krempf ver- treten. langte von ihr, daß sie ihm das Geld überantwortete und als 2. Dürfen sie nicht Mitglieder des Konsumvereins rheinisch' die Rattey sich weigerte, llniklaiiimerle er ihren Hals und drohte, westfälischer Bergleute sein sie zu«würgen. Die Rattey blieb aber dennoch standhaft. 3. Haben sie allmonatlich einen Betrag von 10 M. zu Hinte*' worauf Krempf von ihr avueß. Tags darauf gelang es dem legen, bi* die Summe von 2ü0 M. erreicht ist. Angeklagten, die Ehefrau S. allein im Geschäft anzutreffen. Er 4. Dieser so hinlerlegte Betrag verfällt nnd ist Eigenthu'" erklärte ihr, daß die Klage wegen Mißhandlmig seiner Braut der Zecheilverwaltiiiig. wenn es sich herausstellt, daß das unter 1 bereits eingeleitet worden sei, er rathe ihr, sich in Güte und 2 Versprochene sich nicht bewahrheitet. � k v:-----«*..*..14.-----<- worden arjrs;. trganisation beitrete», um sich so vor Eventualitäten gleich** selbst dem Fügsamsten von ihnen zustoßen töun*»- werde dann die einschüchtern und a» v»..| uno|ui)r um oem ...-----— v.v o-imu uiii emem vergleich, i» Ivelchem die Anaeklägteii und seiner Braut zu einem Wiillelkonsulenten in der Angeklagte erklärte, daß sie zwar überhaupt keine Aeußerung habe Jnvalidenstraße, der bereits vom Slngeklagten tnformirt worden thun wollen, welche den Kläger beleidigte, daß sie aber für mat Hiev mußte Frau S. 30 M. zahlen, der Winkelkonsulent Org de» Fall, daß sie dies doch gelhmi, die Aeußerung znriicknehme. erhielt 8 M. Slm Abende stahl der Angeklagte der Ratley diese Art, die ja Es handelte sich um die Streitigkeiten, die mit dem Austritt des gg gjj. aiig der Kleidertasche und ivollte»un am solgendeu zu schutzen 51rl. S. ans nenn«.-*«-» m-—:....." Morgen verduften. Er wurde aber noch auf dem Bahnhofe er- ......,„.....,. griffen. Bei der außerordentliche» Dreistigkeit, mit der der An- Tuvchstechercie» im Moabiter Zelleugctangniff lagen» � voraeaangen war. fand der Gerichtshof sich nicht ver- einer Anklage wegen Verbrechens im Amte, versuchler Verleitung»Ia£ Milde walten zu lassen, sondern verurtheilte ihn nach zum Meineide und Bestechung eines Beamten zu Grunde, welche b Antrage des Staatsanwalts Uugcr zu einer Gesammtstras gesteni den Militaranwärter Carl Wilhelm August K r u g e r insaesammt 1 Jahr 3 Monaten Gesäng. iß. lllln nOW Sie>*f i""-----'' Ol _________________________.....«auvi-iviiyeim August Krüger iind den Privatschreibcr Emil Winter vor die erste Ferien- Strafkammer hiesigen Landgerichts I führte. Krüger war als Probe-Aufseher im Moabiler Zuchthai.se angestellt und a»f einer Station beschäftigt, wo auch der zweite Angeklagte eine längere Zuchthausstrafe zu verbüßen hatte. Mit Winter knüpfte nun der Aufseher eine verbotene Verbindung a». Er begab sich nach dem Geständniß des zweiten Angeklagte» in die Zelle desselben und fragte ihn nach seinen Faniilienverhältnissen aus. Er erbot sich dann, etwaige Briefe an die Mutter des Gefangeuen zu be- sorgen und demselben niit Hilfe von Geld, ivelcheS die Mutter schicken könnte, Erleichleruugen, größere Portionen von Essen:c. zu verschaffen. Der Slngeklagte schrieb denn auch einen Brief m, kain» Sav flau*------* M» Ueberstzszt. an seine Mutter mit der Bitte um 20 M., der Aufseher Krüger besorgte den Brief und erhielt auch bald daraus in eine.» Brief- Umschlag vier Fünsmarkscheine zugesandt. Er verständigte den Winter hiervon durch die Bemerkung:„Es ist Sllles ,n Ord- nung!" und brachte demselben außer der von ihm begehrten Ras.rseife noch eine Flasche Schnaps und zwei Psannkuchen mit. Als nun Winter die Zukost, welche er erwartete, nicht erhielt, machte er dem Krüger Vorhaltungen darüber und entnahm aus dessen Antwort, daß derselbe mehr Geld dafür haben wolle. Winter ließ dann zunächst noch einen Dankes- brief an seine Mutter durch den Aufseher Krüger be- fördern, und er behauptet ferner, daß er mit Wissen des Krüger noch einen dritten Brief an seine Mutter gerichtet und An die Lederarbeiter Berlinö nnd Umgegend! Da durch Beschluß der öffentlichen Versammlung vom 8. d.M. der Agitationskommissiou die Besugniß gegebe» wurde, mit den Kollegen anderer Städte Deutschlands in Fühlung zu treten, so bittet dieselbe, ihr zur Erreichung dieser'Aufgabe mit Ueber- Mittelung von Adressen vertraueiisivürdiger Kollegen, die in nach- folgenden Städte» ansässig sind, behilflich zu sein. Es werden Adressen gewünscht aus: Hamburg, Lübeck, Köln, Offenbach, Frankfurt a. M., Leipzig, Dresden, Münche», Slilttgart, über- Haupt von Orte», wo Lederwaaren verfertigt werden. Die Kommission wird am S 0 n n a b e n d, d e n 12. d. M., Slbends 8'/z Uhr, in K e st n e r' s Lokal, Annenstr. 16, zur Empfangnahme anivesend sein, sonst beliebe man auch Adressen einzuseuden an Richard Zander, 80.. Köpenickerstr. 10a. Die Agitationslommission. Uuverstaiid der Massen"— wann wird er aufhören? Ans Pirmasenz berichtet die„Franks. Ztg.", daß»och langer Stagnation sich allmälig eine Besserung in 0* Schuhbranche bemerklich macht. Es lauseii wieder relc>! tichere Aufträge für die nächste Fri.hjahrs-Saison ein, und ba> dürfte in alle» Fabriken die Arbeit ivieder voll ausgenounn* werden. .„'"Seil � Neu. S*. Dar Zv-itse Uchäft, 1 Be ?h0-' d 'S" S" »,*ch A "g- IS TPme wird S-p' nio» fei»* Achtung, Schneider Berlins! lieber die Firma H. Hofs mann. Ecke Fnedrichsstraße und Schützeustraße ist von der am Dlenstag, den 6. d., stattgehabten Verbandsversa'mm- L00S der Arbeitervcrtreter! Slus D» d w e i l e r der Bergar eilcr-Zeiliii.g„Schlägel und Eisen" unterm 9. tember geschrieben: „Wie ich gelesen habe in„Schlägel und Eisen", ist einerseits der Meinung" behaupten zu können, es wären- Bergleute abgelegt worden wegen Agitation. Dem gege»»'� glaube ich sicher sagen zu köniien, daß mir die Arve ohne K ü>1 d i g u u g wegen Zl g i t a t i 0 n e n t z 0 0 w u r d e. Solche Herren, die behaupten, es sei Nieincpiv w*S g Agitation eiiltasjen worden, möchte ich billen, sich mein Prot»* näher anzusehen. tt Ich frage nun. wer hat mir die Agitation in die y»' gegeben? Doch nur meine Kameraden, die mich gewählt h»* als Vertrauensmann in den Siechtsschutz- Verein und als y lrauensinann in den Grubenausschuß der Grube Dudiv*' � Und in beiden Stelluligen ist und war es meine Pilich'-.P; sprechen oder zu agitiren, wo die Sioth und das Pflicdtg*. r mich hingerufen hatte.„ Jak. Hellbn'ick, Vertrauensmann- Und wenn min so ein gemaßregelter Slrbeiter,»Ug*.* Slrbeit in seinem Berufe iviederfindend, sich als Händler° � Schankwirth»u ernähren suchen muß, und dabei, treu der a> Pa sich frei bou WS. ju er» U�ch ®' M Äl ÜÄ l-isi *4 an auch ferner noch dieselbe öffentlich vertritt, dann!on»nt v>e biirgerliche Gesellschaft, welche ihn erst seinem Berufe entriß, jmt der Verdächtigung, er sei ein Geschäflssozialist, ein Mensch, 0» stch auf Kosten der Arbeiter eine sorgenlose Existenz zu sicher» wußte. Soziales Elend! Eine wegen„ L a n d st r e i ch e n s" in dach Hnft genommene ledige Frau wurde in der Arrestzelle von einem Knaben entbunden. Mi e die Theuerung der Lebensniittel und Oie w rr th sch a f t li ch e K r i sis die Moral der V o lks- schädigt, ergiebt sich drastisch aus folgenden zwei �iUlheilungen des„Jenaer Volksblatt": Greiz, 30. Zlngust. Um 5t a r t o f f e l d i e b e �nindstücke zu verjagen, begab sich ein von seinem D,„,..„„M...,.... Jrchwitzer Gutsbesitzer °us fem Feld. Tie Spitzbuben machten jedoch gar keine Anstalt, ■»llelbe zu räumen, sondern arbeiteten wie auf Akkord ruhig '»«t« und gaben dem erzürnten Feldeigenthümer die Antwort, °» v s, e n i ch t v e r h u n g e r n k ö n n t e n und daß d e s- V-Nb so lange, als es etwas zu„mausen" gäbe, .gemaust" werde. Ronneburg, 31. August. Ein Vorfall, der an die Türkei «mim, spielte sich am Sonnabend in der Nähe von .''o ihaide an der sächsisch-altenburgischen Grenze ab. Dort wUeu sich die Bauern über die zunehmende» Kartoffel- lebstähle beschwert, worauf eine Abtheilung sächsischer und °>le» burgischer Gendarmen den Befehl erhielt, die Diebe zu lasten. Die letzteren gruben nun am Sonnabend in der Zahl von ca. LO Mann ungcnirt Kartoffel» aus, als sich ihnen die «endarmerie näherte, und anstatt die Flucht zu ergreifen, setzten ' e»ch zur Wehr und eröffneten eilt starkes Feuer a» I die G e u d a r m e n< wobei eine Kugel einem derselben O'cht am Ohre vorbeipfifs. Erst als die Gendarmen von ihrer �aste Gebrauch zu machen drohten, verschwanden die Diebe im .„ Segen der Kornzölle und der„ganzen nationalen" Schutz- ivll.Poiitik überhaupt! w""ch der hauptsächlichste iSeniiher der Sparkassen, tt logenannte Bt i t t e Ist and, unter dem Elend der durch die * TO, er- mg der Lebensmittel noch verschärften wirthschafllichen „sst>2 schwer leidet, geht ans dem Rückgang der Sparkaffen- �'»zahlungen hervor. In Siegmar bei Chemnitz betrugen im Ergangenen Monat August die Einzahlungen VS40.0L M., fahrend die Auszahlungen die Höhe von 12 125,68 M. erreichten. , der M y l a u e r Sparkasse betragen die Einzahlungen * i55'28 die Auszahlungen 27 333,70 M.; es haben dem- nach bei dieser Kasse in einem Monat die Auszahlungen die Ein- xchlungen um 10 848,42 M. überschritten. Aehnlich verhält es dch in der Nachbarfladt R e i ch e n b a ch. Dort betrugen die �»'Zahlungen 04 813,90 M. und die Auszahlungen 103 145,03 M. «ucm Anscheine nach werden sich diese Verhältnisse in den sol- ""den Monaten noch verschlechtern. Hohenstein(Sachsen). Das hiesige Exporthaus A. W. « ch v n h e r r berichtet, daß hiusichtlich der Gestaltung des Ge- 'Enstes in Strümps- und Wirkwaaren sich die optimistischen An» lchauunge», welche im Anfang dieses Jahres vernehmbar wurden "nd welche die Wirkungen der amerikanischen Mac �> n l e y- B i l l als eine vorübergehende und auf die Tauer be ionglose bezeichneten, als irrthümlich herausgestellt haben. Tie Mahrung hat im Gegentheil erwiesen, daß die s ch l i in m st e n Miirchtungen eher noch übertroffen worden sind. Im �yemiiitzer Bezirk kommen fast in jeder Woche Zahlungs- "nstellnngen vor. Tieselben wären aber vielleicht noch Msiger, wenn die mit hohen Beträgen engagirten Spinner auf pünktliche Regulirung dringen würden. >az Chemnitzer Konsulat der Vereinigten Staaten hat J! diesem Jahre zum ersten Male unterlassen, durch Sji Tagespresse den statistischen Nachweis über die vierteljährige Ausfuhr in Strumpswaarcn zu veröffentlichen, einfach deshalb, .eil diese Ausfuhr gleich Null ist. In den letzte» Dechen sind die meisten Eirikäuser vorübergehend in Chemnitz ipesen, jedoch nur um sich zu orientire», nicht um zu kaufen. sstt Nolhstand in der Mirkereibevölkernng erfährt durch die hohen pensmiltelpreise noch eine Verschärfung, man sieht deshalb dem .""Menden Winter nicht ohne Besorgniß entgegen. Ein Bild der Mnahmevcrhältnisse ergiebt die Thatsache, daß ein Haus- ."dnstrieller mit Familie, welche die Nebenarbeiten besorgt, ans .Mheiliger 16er Maschine wöchentlich 15—18 Dutzend Strumpf- pfle» liefern kann, die mit 30—32 Psg. pro Dutzend bezahlt -.ttden. Der Verdienst der Fabrikarbeitet auf breiteren Maschinen etwa» bester, wird aber durch die S*. Tampfvetrieb �ror"•-- »st nach der eich' bal» rn«» vird sep' nia» !ei"° iib-r eil i-n «e» Ii ind- be», steriler- F »b» d-r teil .-eil-einschränkung noch vermindert. Im südamerikanischen (.stchait, ivelches nach dem letzten Bericht»or sechs Wochen eine t i'p Besserung zeigte, ist es wieder sehr still geworden.— Man .me nun meinen, bemerkt die„Sächs. Arb.-Ztg." hierzu sehr Jpg, daß man, wenn schon der überseeische Export gleich Null -.bestrebt wäre, im In lande mehr Absatz zu schassen iMsch, daß man die breiten Massen kons um- Ujh iger macht e. Aber da läßt man fünf gerade sein. Die J* Maßregel dazu müßte sein, daß man den ärmeren Schichten pH) Aufhebung der Lebensmittel-Zölle die "hrungsmittel verbiiligle und ihnen so ermöglichte, einen (3ttca Theil ihres Einkommens, das jetzt nahezu ganz zum jjoil und Trinken gebraucht wird, zum Aulaus von Industrie- ,.?>umartikeln zu verwenden. Ferner miißle die Arbeits- , p gekürzt werden, damit die vielen Tausend von nahezu j-"5 konsumunsähigen Arbeitslosen wieder sich in die Reihen der "»unenlen eingliedern könnten. Depfotnttllungen. Erklärung. $(,.In der letzten Versammlung des Wahlvereins im sechsten ldz.,?or Reichslags-Wahlkreise hat dem Bericht des„Bor- �hon iu'ol0e*** Genosse Wildberger folgende Aeußerung „Rechnen Sie blas mit dem, was Regierung und Parteien zu geben im Stande sind, so unterscheiden Sie sich in nichts von der Volkspartei und den Deutsch- sreisinnigen, deren tüchtigste publizistische Vertreter, Lede- b°ur und Franz Mehring, heute Mitarbeiter des„Vorwärts" sind." s>>i.�ikse Ausführungen kommen, was mich anbetrifft, darauf daß ich im Sinne der Teutschfreisinuigen oder Volks» iih" Artikel für den„Vorwärts" geschrieben habe. Darauf habe v«rwidern: »-zpch war niemals Mitglied weder der deutschfreisinnigen, Vi.., der Volkspartei, sondern habe mich an de» betheiligt, eine all« Bevölkerungsklaffen ver- 1 demokratische Partei ins Leben zu rufen, bis Vr.. Nahrungen mich zu der Erkenntniß brachten, daß von Vk; Bourgeoisie kein aufopferungsvolles Eintreten für die V-P�ttssen zu erwarten sei, daß vielmehr eine R-volut>on.rung Ves?.Sesammten Gesellschaftsordnung im Cmne der Sozial- wß.'OUe erforderlich sei zur Herstellung eines menschenwürdigen Vp.des aller Glieder unseres Volkes, und daß nur die Arbeiter- Vch.die Kraft und den Willen habe, diese Revolution, mng Vt fuhren. Seitdem bin ich in diesem Sinne publiziflifch und p lt„) thatig geivesen und habe mich nach Bekanntmachung .«Hj»e» Parteiprogramm- Entwurfs, mit dem ich im Pruizip '»verstanden bin, durch ausdrückliche Erklärung der sozial- i.v-'.» Partei angeschlossen., � nun die von mir für den„Vorwärts" geschriebenen Artikel anbetrifft, so halte ich es nach der vorstehenden Dar- legniig für gänzlich überflüssig, deren Prinzipientreue gegenüber den Angriffen Wildberger's zu vertheidigen. Berlin, den 11. September 1801. G. Ledebour. Im Anschluß an die obige Erklärung Lcdebour's konstatiren wir, daß Herr Dr. Mehring»jemals Mitarbeiter des„Vorwärts" war. Wie wir aber bisher Herrn Dr. Mehring imser Blatt offen hielten, wenn er im Kampf gegen die Korruption eines Organs bedurfte, so werden wir dies auch künftighin thun., Die Redaktion des„Vorwärts". / Eine vom Vertrauensmann des zweiten Reichstags Wahlkreises einberufene öffentliche Volksver- f a m in l u n g fand am Donnerstag Abend im grobe» Saale der Tivolibrauerei statt. Alwin G e r i s ch vom Parteivorstand reserirte unter regen, Beifall über den Parteiprogramm- Entwurf. Er hob hervor, wie es bei der in allen Wahl- vereinen bereits gepflogenen regen Diskussion heute lediglich seine Aufgabe sei» könne, die Diskussion über dies wichtige Thema auch im zweiten Wahlkreise einzuleiten, ging sodann des Näheren auf die Hauptuiiterschiede des allen und des neuen Programms ein »nd schloß mit den Worten:„Möge dieser Entivurf aus den Berathungen des nächsten Parteitages als eine Schöpfung hervor- gehen, auf die wir stolz sein können und die wir noch späteren Generatione» hinterlassen werden als ein lebendiges Zengniß von der fortgeschrittenen Erkenntniß. über welche die denkende Arbeiterschaft im 10. Jahrhundert verfügte." Nach kurzer Diskussion und dem Schlußivort des Refe- reuten fand folgende Resolution, vom Genossen Haupt einge- bracht, einstimmige Annahme: „Die Versainiulung stimmt mit dem neu ausgearbeiteten Programm- Entwurf im Großen und Ganzen überein und hofft, daß der Erfurter Parteitag verschiedene Verbesserungen erledigt. Es ist Pflicht jedes Genossen, daß ein der Partei entsprechendes Programm zu Stande kommt." Rege Diskussion entfesselte der nächste Punkt der Tages- ordnung:„Wie stellen sich die Genossen des zweiten Wahlkreises zu Schuegelsberg's Festsaal(Inhaber E. Gründer) in der Hasen- Haide?" Der Vorsitzende der Lokalkommission, Wilheln, Werner, beantragte, das Lokal, dessen Streichung verlangt wurde, auf der Liste stehen zu lassen. weil nicht den jetzige», sondern den früheren Wirth das in Rede stehende Verschulden treffe; die Versammlung beschloß demgemäß. Eine prinzipielle Erklärung Werner's in der Lokalsrage sei noch mitgetheilt: Die Lokal- kommission glaubt sich zur Streichung eines Lokals nur dann berechtigt, wenn die Saalfrage dabei im Vordergrund steht. Auf jede andere mehr oder minder große Differenz zwischen Wirth und Gästen, die, weil sie einmal einen Groschen gespendet, sich als Sozialdemokraten gcriren und brüsk mit der Lolnl- kommission drohen, kann die Kommission nicht eingehen. Tie Tabakarbciter»nd»Arbeiterinnen hielten am Mittwoch eine öffentliche Versammlung ab. Stach einem bei- fällig aufgenommenen Referat des Genossen Rohrlack über„Die Arbeiter im Kampfe mit dem Kapital", erstattete Kollege Modes den Bericht der Agitations-Koimnission und die Abrechnung vom Markenfonds. Bücher und Beläge waren von den Revisoren »bereinstimmend besunden worden, weshalb man den Kassirern Dccharge crlheilte. Hierauf folgte der Bericht der Streik-Kontroll- Kounnission, welchen Kollege Witzle ersiattete. E- entspann sich über diesen Bericht eine Diskussion, in welcher die Frage an den Tclegirten gerichtet wurde, ob die Befürchtung, daß die Streik- Kontroll- Konmiission ihren Ziveck nicht erreichen würde, vielmehr durch den Zurücktritt vieler Delegirten als ein nutzloses Institut erscheine, gcrcchtfcrtigt sei. Diese Frage wurde von dem Delegirten entschieden mit Nein de- antwortet. Es seien zur Zeit noch 3/i aller Gcwerkschaiten in der Konimissio» vertreten. Bon 83 wären nur 10 zurückge- treien. Die Zahl 73 reiche aber»och vollkommen aus und, daß n»ch die übrige» Gewerkschafle» wieder beitreten würden, sei um so mehr zu erwarte», als die Diskussionen sich jetzt durchaus im Rahmen des Sachlichen hielten, mithin der eigentliche Grund zur Uneinigkeit beseitigt sei. Unter Verschiedenem kam die vom internationalen Tabai- Arbciler-Kongreß zu Antwerpen beschlossene Einführung eiuer iiitcrnationalen Beitragsmarke zur Sprache. Die Meinungen über die Art, wie diese Beiträge zu erheben sind, gingen auseinander. Der geringere Verdienst der Arbeiterinnen gegenüber den Arbeitern sowie ferner die allgeniein schlechte wirtschaftliche Lage sei dabei in Betracht zu ziehen. Kollege Modes beantragte, allen denjenigen Kollege» und Kolleginnen, welche im Vierteljahr acht Marken zur freiwilligen Steuer lausen, eine internationale Marke gratis zu verabsolgen. Dieser Autrag wurde abgelehnt, und dafür ein Antrag Hermann, jedem zum Markenfonds Steuernden die internationale Marke vierteljährlich gratis zu verabsolgen, angenommen. Ferner beschloß mau auf Antrag des Kollegen Hermann, den streikenden Metallarbeitern in Mailand eine den Kassenbesiänden euisprecheude Summe zur Unterstützung zu über- senden. Ein Antrag, ein Vergnügen zu veranstalten, wurde in Anbetracht der schlechten Geschäftslage abgelehnt; ferner wurde über den Antrag Heitniami, eine Kommission von drei Mitgliedern zu wählen, welche die Unterstützung arbeitsunfähiger Kollegen zu regeln habe, zur Tagesordnung übergegangen. Eine rege Debatte entspann sich über den Kollegen Müller, der zur Zeit bei der Firma Blaurock u. Buchow, Landsberger- straße, als Werkführcr augestelll ist. Ter Genannte soll sich früher stets als„Genosse" gcrirt habe, jetzt aber, trotz der Theuerung als Meister bedeutende Lohnabzüge gut heißen resp. selbst einführen. Auch über sein Betragen im Kassenlokal wurde Klage geführt. Eine öffentliche Formervcrsammlnng tagte am 7. Sep- tember, um an Stelle des Kollegen Slopsack, welcher infolge seiner Thüligkeit für die Arbcilersache bei den Fabrikanten nicht gut ai geschrieben steht und deshalb vor Kurzem Berlin verließ, einen anderen Vertrauensmann zu wählen. Die Wahl fiel einstimmig auf den Kollegen Pätzcl, der durch seine augenblickliche Stellung den Machinationen des Unternehmerthums entrückt ist. Unter Verschiedenem wurde das Vorgehe» des Vertrauensmanns Schwarz wie das des Kollegen Grenz ans das entschiedenste getadelt. Nachdem einmal die Metallarbeiter und mit ihnen die Former durch Beschluß bekundet hätten, daß sie in geschlossener Union dem Untcrnehmerthum gegenübertreten wollten, sei das Vorgehen von Schwarz und Grenz ganz entschieden verwerflich. Tie Versamm- lung nahm folgende Resolution an: „Die heute versammelten Former erklären das Vorgehen deS Vertrauensmann» Schwarz nach den Beschlüssen der Metall- Arbeiter-Kongresse für inkorrekt. Tie Berliner Former fordern den Vertrauensmann Schwarz auf, ihnen in öffentlicher Ver- sammlnng betreffs seines Vorgehens Rede und Autwort zu stehen." Nachdem den streikenden Handschuhmachern in Friedrichs- Hägen noch 80 M. bewilligt und einige nebensächliche Dinge er- ledigt waren, wurde die Versammlung mit einem Hoch auf den Verband der Metallarbeiter geschlossen. Eiue öffentliche Versammlung der Maler»nd Berufs- genossen Berlins und Umgegend war am 10. d. M. vom Lertrauensmanue, Kollegen Link, einberufen zur Erörterung der Frage:„Wie stellen sich die Maler und B e- ussgenossen zurFen st erfrage auf den Herbst- .. u d W i n t e r b a u t e n?" Ter Versammlung wohnten auch Vertreter der Töpfer und Stuckateure bei. Koll. H o h l w e g l e r erläuterte die zur Tagesordnung stehende Frage unter Hinweis auf die große Schädlichkeit der offenen Bauten zur Wuiterzeit ür die Gesundheit der Arbeiter. Die Töpfer und Stuckateure haben bereits Stellung zu dieser Frage genommen. Redner glaubte indessen nicht, daß die Maler einen gleichen Beschluß fassen könnten, da die K'o»ju»klur eine so schlechte sei, wie kaum je zuvor. Die Arbeitslosigkeit sei in diesem Sommer eine so große geivesen, daß die Maler nicht an eine Arbeits- eüistelllliig denken könnten. Doch würden die Maler Alles thun, um die Forderung der Töpfer und Stuckateure zur Durchsühning zu bringen. Ebenso schädlich, wie die offenen Fenster, wirkten die Koakskörbe. Redner erwog bezüglich dieser den Anschluß an die diesbezügliche Resolution der Stucka- ckeure und war der Meinung, daß die kartellirten Bauhandwerker hinter den.Töpfern und Stuckateuren stehen werden. Kollege Schweitzer war gleichfalls der Meinung, daß die Maler und Anstreicher keine bindenden Verpflichtungen eingehen und Be- schlüffe fassen könnten, die sie nicht zu halten vermöchten und schloß sich im Uebrigen dem Vorredner an. Bezüglich der Koaks- körbe regte derselbe die Wahl einer Kommission an, welche beim Polizeipräsidium um Abschaffung der Koakskörbe vorstellig werden solle. Tie Kollegen, welche weiter in der Diskussion sprachen, vertraten denselben Standpunkt. Töpfer Hosfmann ersuchte seinerseits die Maler und Anstreicher um ihre Unterstützung indem Kampfe, der den Töpfern mit dem Kapitalismus auch in diesem Jahre bezüglich der Fciisterfrage wieder bevorstehe, während Stuckateur Schulz zu einem energischen Vorgehen aufforderte und von der Wahl einer Kommission abrieth, da der Aus- führilnasausschuß des Kartell» der Berliner Bauhandwerker und Bau- Arbeiter beim Polizeipräsidium und beim Reichs-Gesundheitsamte bezüglich der Koakskörbe vorstellig zu werden gedenkt. Da die Maler nun einmal dem 5kartelle bei- getreten seien, so seien sie auch verpslichtet, sich mit den Kartell- genossen solidarisch zu erklären, ivelcher Ansicht auch Kollege P u f ch Ausdruck gab. Nach Schluß der sehr eingehenden Tis- kussion gelangte gegen eine Stimme folgende Resolution zur An- nähme: „Die heute in Gratweil's Bierhallen tagende öffentliche Ver- sanimlung der Maler, Anstreicher und verwandten Berufsgenoffen beschließt, daß im Winter, der schlechtesten Zeit in unserem Ge- werbe, an einen Streik unsererseits nicht zu denken ist i» Betreff der Fenstersrage, da an Stelle der die Arbeit niederlegenden Kollegen sofort Tausende von Kollegen, durch die Roth yetriebcu, die Arbeit wieder aufnehmen würden. Sollten jedoch die Töpfer zu einen» Kampfe getrieben, verde», so erklären wir, dieselben moralisch und materiell zu unterstützen." Ter Beauftragte zum AussühruugsauSschusse des Kartells der Berliner Bauhandwerker und Bau-Arbeiter, Kollege Hohlweg'- l e r, erhielt seitens der Versainiulung die Weisung, beim Polizei- Präsidium auzusragen, welche Schritte dasselbe in der Koakskorb- frage zu thun gedenke. Unter„Verschiedenem" regte Kollege Schweitzer an. alle Hebel in Bewegung zusetzen, um im Jahre 1803 den achtstündigen Arbeitstag, das einzige wirksame Büttel zur Verbesserung der geiverblichen Verhältnisse, zur Einführung zu bringen. Diese Bewegung fiel auf durchaus dankbaren Boden. Die Schluß- abrechnuug zur Lohnbewegung vom Jahre 1880 gab Kollege W e n d k e r. Dein Btriraueiisnianne sind noch 13 M. 62 Psg. ausgehändigt worden. Zum Schlüsse wurde Kollege Schlag zuui Revisor neu gewählt und die Versammlung imt dem Hin- weise darauf, daß in kürzester Zeit eine Versammlung stattsinden wird, in welcher Reichstags-Abgcordneter Max Schippe! sprechen wird, geschlossen. Der Verband aller in der MctaNindnstric beschäftigte« Arbeiter hielt am 8. September in der Kronenbrauerei eine Versammluiig init einem Referat des Genoffen Apelt ab. Der Rcserent legte im Laufe seines Vortrages über die gegenwärtige ivirthschastliche Krise dar, daß dieselbe durch die planlose, anarchistische Produktionsweise hervorgerufen wurde und durch sie die Arbeiter in erster Linie betroffen werden. Er erntete für seinen Bortrag reichen Beifall. Im Weiteren erklärte sich die Versammlung mit den im Ausstande besindliche» Kollegen in Mailand solidarisch; die Anwesenden verpflichteten sich, den- selben die größtmöglichste Unterstützung zu theil werden zu lassen. Ztchtirno! A>Io«mrI»er Avt>«ite»inncnc>kr-i» Kerli»« und Klmflegeud. (Bvofec M UaUedtr» Bersauunlung m» Montag, den i«. September er.. Abend» 3!i Uhr, bei Säger,(Sriincr Weg 23. Tagesordnung: Vortrag des Fräulein Wabnih über:„Tie Kinder de« Volte«". TtStusilon. Berichterstattung über den Brüsseler Kongreß durch Frl. Baader. zrliricnrslls der berliner Arbeiter und Arbeiterin»«»>»r rrften tiilt» bei UiialmliofiiUe». Sonnlag, den IN. September, Aachnutlags o Uhr, Ausainmentuns» bei Feuerstetn, Alte Jatobslraßc Nr. 7«. Borlraz de« Herrn Tr. N. Bernstein. Am es. September öffentliche Versammlung. Lachucrein der Leiifferputzer Kerlino»nd Zlmgegend. Sroste öffent- »che Bersammlung am Montag, den u. September, Abend« 8 Uhr, bei Reyer, AUe Jakobilr.»s, in der(Zanenhalle. Vortrag des Herrn Lazarus. T»mdo«r»»r»i« ,,Z?e»ttche deiche''(Mitglied de« Bundes der geselligen Ardettervercinc Berlin«»nd Umgegend). Sonnabend, den iu. September er.: Erste« diesjährige« EväffnungS- Kränzchen in„Krösche'S GescUschastShau«", Fichtestraße W. BilletS sind z» habe» beim Borsthenven 0). Sänger, Plan- User 7. KZroße öffentliche Kchnhniacher- MrrjammUmg am Montag, den Ii. September, Abends Iis Uhr, Un KänigShof, Blllonfftr. 37. Lreircliniiit« Nrmeindr. Sonntag, den IZ. September, Rosenthalerstr. z», Vormittag« ib Uhr: Vortrag oe« Herrn Dr. Wille über:„Idole der Jugend- erztehung". «roß« öffrntlich« Persaninilung für Lonne»»nd Itlannrr am Sonnlag, bin 13. September, Nachmittag«« Uhr, bei Knebel, Badstr. 68, Borlrag: Frau Rohrlacl über„Der Aberglauben und die Frauen". «ttzischo v-ioUlchast. Sonntag, den 13. September, Abend« 7 Uhr, In tSrativeil'« Bierhallen, Konnnandantenstr. 77—79. Vortrag de« Herrn L. Henning über„Der heilige Morl i» Trier". Klumcn-»nd jede Ibra» che. Große öffentliche Versammlung kämmt- llcher Arbeiter und Arbeilerinne» am Montag, den It. September er.. Abend« 8); Uhr. tn Teigmüller'S Salon, AUe Jalobslr.«a. «ff- und lu.tiprrnfcn. Oeffentliche Versammlung am Montag, den it. September, Slbeud« s) Uhr, bei Seeseldt, SrenadUrstr. 33. Lachvrrei» der Kuchdiiidrr. Heule, Sonnabend, de» IZ. September: Tauztränzchen. Herren-Billel« zu«o Pf. und Tamen-Billets zu SO Pf. sind im Arbettsnachlvci«, Dresdenerslr. im, zu haben. jefe- und?i>»b»tiol>l»ho. Sonnabend. Lese- und DIskuttrllub „Fe u erb ach" im Lolal« de« Herrn Schröder, üteichcnbergerstr. Z«.— „Heine", Abend« 9 Uhr, stn Lokale de« Herr» Zechlin, Hornstr. ll.— Lese- und Diokutirtlub de« Ar bctterd ildung«- Verein« in Weißensee, Siestanr. Dusedann tVcreinShan«?,", jfio Uhr, bei Tchacknai, Dresdencrstr. 38.— Tambourvercin„Deutsche Eich e",« Uhr, bei Teschendorf, Zossener- und Fürbringcrstr.-Ecke.— Vergnügungsveretn„Quodlibet," alle u Tage, bei Säger, Grüner Weg 39.— Bilhnenverband„N o r m a n n t a" tagt alle Sonnabend vor dem Ersten bei Dahnie, Grüner Weg«9.— Verein „«reuzf t de l", bei Dobberstein, Nartannenstr. 3133.— VcrgnügungSverein „E a rm en E y Iva" Oranlensti. eo.- Privat-Thcatergesellschakt und Arttstc»- klnb„Humor", alle it Tage, Möckernstr. n«.— BergnügungSvereln„M a i- glöckchen" Kä«lincrstr. 17.— Musstvercin„Stern" Oppelnerstr. 39.— Vergnüngungsveretn„Lustige Brüder" Oranicnstr. 12s.— Railchklub „Dornröschen", bet Döhrüig, Prinz(iugenstr. 19. Grs»»g-, Sur»- und gefeUige zirrriur. Sonnabend. Männer-Gesang- verein„Phönix", Steinmeystr. 70, bet Lemm. Aufnahm« neucr Mitalteder.— Musttverein ,V 0 r w ä r l«", Ab. 8X— Ichs Uhr, Annenjlr. u, pari.— Zitherklub " a l d r 0 s e". Ab. s Uhr beiKleemann, Laustßerstr. 41.— ZtlherNub„H ar- monte", 9 Uhr UebunaSstunde,«atfer Franz-Grenadlerplah 7.— Tambour- Verst»„Deutsche Sich«", Dihung 9 Uhr tm Restaurant Techoiv, Waterloo- Ufer 14. Aufnahme»euer Mitglieder. Berliner Durngenolieufchaft. 6. Männer-Abthcilung Abend« von s— m Uhr, Durn lokal Marlannenplah la.— 8. MännerAbtheilung. Abend« Zf«— in Uhr.— Lübcck'scher Turnverein. Dle I. LehrlingSablhetlung turnt Abends 8— lo Uhr. Der Turnsaal befindet sich Kölitasladtlsche« Gljln- »asium, Eltsabethstraß««7—68.— Turnverein„Fichte(volkSthümltch), jede» Sonntag 4—3 Uhr i» Schülzel« Seefchlößche», Lichtenberg 3. Slatllub„R a m s ch", gegründet I. Ollober 1890. Abend« 9 Uhr, Sitzung in Willy Schmidt'« Restaurant, Wrangelstr. 141. Genossen sind freunvlichji eingeladen.— Skalklnb„Ramsch", Fürstenbergerstr. 10.— Humoristischer Klub„AdoniS" bet Hew, Koppsnftr. 7». Gäste willkommen.—„Privat-. »Heater-Nosellschaft«4 n e egt 6 cf 4 on" im Lokal vettranen- flraße!> bei Voltin.— Privat�Theatergcsellschaft„Augusta Victoria" v Uhr, Bictoria-Saal, Perlebergerstr. ig, Sitzung, Ausnahme, Gäste willlommen. Nach der Sitzung Probe.— Theatcrverein„K i o c o n d a", Abb. s Uhr, Sitzung.— Thcatcr-Vcretn„Dilettanten-Bühne", alle Sonnabend um s Uhr Sitzung bei Barta, Rixdorf, Bergstr. 120. Gäste Niillkommen.— Verein„Lustige Brüder", Abends 9 Uhr, Brüderstr. 26.— Ver- gnüqungs- Verein„Lustige 13", Abends 9% Uhr, bei Schcxknat, Dresdener- slraste 2S. Gäste willkommen.— Aergnügungsncrein„Sorgenbrecher", Mcndelssobnstr.«, Sitzung mit Tanien. Gäste willkommen.— Ver- gnügnngs-verei...... __ verein Schild Ijorn, Kastanien-Allee 62, bei Weber. Sitzung Abends Uhr. Aufnahme neuer Mitglieder. Herren u. Damen dazu willkommen Roller'scher Stenograp hen- Verein„Süd-West Berlin", Abends KU Uhr im W�ftnnrrmf-i a- it.. � � B'i Uhr, im Restaurant'„�rgtt-Garten" Nn�n��ioz. Nnti�cht u Ü-�g. Veranüaunasvevctn„Sorgenbrecher Gegr. Junt �eoen Sonnabend, Abends S)< Uhr, Sitzung im Restaurant Scholz, ZukunftSstaat, Kastanien-Alles 35. Gäste, durch Mitglieder eingeführt, willkommen. Deranüaunasverein„Humor", jeden Sonnabend, s Uhr, y-auristenvereiu Wanderlu st". Sitzung jeden Sonnabend, Abends 9 Uhr, ?�änau?rstr i4' be� Räch. Gäste willommen.- Rauchklub„Goldene Quaste" 9 Uhr, Lothringerstr. 6? bei Brückner.— Rauchklub„Dornröschen", Abends S-N Uhr, Prinz Eugenstr. is bei Dyhring. Vcrinisihkos. Ueber daö Kaisermanöver bei Braunschweig schreibt ein dortiges Blatt:„Das Wetter war sehr heiß und infolge dessen gab es auch ivieder zahlreiche Marode. Im Ganzen wurden gestern und heute zusammen über hundert Marode gezählt, darunter besoiiders viele Reservisten und Landwehr- leute. Zwei Soldaten sind infolge Sonnenstichs t o d t geblieben.— Warum an sehr heißen Tagen manöverirt und exerzirt werden muß, können wir uns nicht enträthfel». Ein einziges Menschenleben ist doch mehr werth als das schönste Manöver. Erfurt. In grimmiger Fehde leben seit einiger Zeit die Bewohner eines Hauses mit dem H a u s w i r t h infolge politischer Meinungsverschiedenheiten. Die Miether sind nämlich fast ausnahmslos Sozialdemokraten, während der Vermiether diese Partei für die Verkörperung aller Ver- worfenheit hält und seinem patriotischen Grolle über dieselbe häufig in unparlanieiitarlschen Aeußerungeu Luft macht. Dar- über empört haben nicht weniger als acht M i e t h e r ihre Wohnungen in dem ungastlichen Hause gekündigt und es so dem Hausherrn ermöglicht, dasselbe mit lauter waschechten „Patrioten" zu besetzen. Ob er nicht dabei aus dem Regen in die Traufe kommt, ist schwer zu sagen. Hamburg, 10. September. Der Hamburger Dampf« „ B e r n o e s a n d" wurde aus der Reise nach Stockholm a . l er „------,__________ auf der Reise nach Stockholm an- gerannt und sank bei der Insel Ocland. Die Mannschaft ist gerettet. Hamburg, 11. September.(Voss. Ztg.) Heute Vormittag gegen 11 Uhr wurde die den Herren Blohm und Voß gehörende D a m p f b a r k a s s e am kleinen Grasbrook durch den Schlepp- dampser„Michel" angerannt. Die Barkasse sank sosort auf den Grund. Die zwei Mann zählende Besatzung fand den Tod in den Wellen. . Köln, 11. September. Die„Köln. Ztg." meldet ans Peters- bürg: Das telegraphische Gesuch einer Anzahl Müller um Auf- Hebung des Ausfuhrverbots auf Roggenkleie, weil die Preise stark gesunken seien und die nöthigen Ausbewahrungsräume fehlten, lehnte der Finanzmimfter ab. indem er erklärte. Kleie solle in den nothleidenden Gouvernements den Ersatz für die zum Brotbacken benutzten Baumrinden und Blätter bilden. Köln» 11. September. Auf der Zeche„Nordstern" bei Carnap wurden 2 Bergleute durch herabstürzende Steine gelödtet, einer schwer verletzt. Freystadt(Schlesien), 11. September. Die Unterschlagungen des verhafteten Sparkassen-Kontroleurs Jähne wurden bereits bis zur Höhe von 10 000 M. ermittelt. Lubliniy, 11. September.(Voss. Ztg.) Das Dampf- sagewerk der Gebrüder Gold st ein, ein bedeutendes Etablissement, ist mit allen Gebäuden, Maschinen, großen Holz- vorräthen u. s. w. gänzlich niedergebrannt. Das in der Nähe liegende Bahnhofsgebäude ist ernstlich bedroht. Ter Bahntelegraph wurde durch das Feuer zerstört. Zittau. Die hiesige B ä ck e r i n n u n g hat den Preis des Sechspfund-Brotes um 3 Pf. ermäßigt. Die Amtspresse weist triumphirend darauf hin, daß sich die reiche Zufuhr schon bemerk- bar mache, das soll heißen, daß die Theuerung eben deshalb ein- getreten fei, weil es Heuer eine späte Ernte gegeben habe. Kniff- lich, aber nicht zutreffend! Die Sache liegt vielmehr so: In Zittau hatte der Obermeister der Bäckerinnung kürzlich eine ziemlich enorme Erhöhung des Brotpreises diktirt, weil die Bäcker so nicht mehr weiter arbeiten zu können vermeinten und theil- weise wohl auch dazu außer Stande gewesen sind. Die An- ordnung hatte aber die Folge, daß noch viel mehr Brot als seither über die Grenze geholt wurde, und deshalb blieb den Bäckern, wollten sie nicht ganz und gar ihre Thätigkeit ein- stellen, wohl oder übel weiter nichts übrig, als den Preis wieder etwas heruntersetzen. Keineswegs giebt dies aber Anlaß zum Triumph und mit den angeblichen„reichen Zufuhren" hat es ganz und gar nichts zu thnn.j Kopenhagen, 10. September. Der Ingenieur Jlnitzky. der kürzlich, wie gemeldet, um eine Audienz beim Zaren nach- suchte, ist heute polizeilich ausgewiesen worden. Halifax» 8. September. Ein furchtbarer Sturm hat die Secvrovinzen Neuschottlands heimgesucht und die Ernte, Schifffahrt, sowie einzelne Häuser in hohem Grade be- schädigt. Menschen scheinen glücklicherweise nicht umgekommen zu sein. Der Orkan hatte�eine Geschwindigkeit von nicht weniger als 00 Kilometer in der«stunde. Sechs hier im Hafen liegende Schiffe wurden auf den Strand getrieben und die große Eisen- bahnbrücke, sowie viele kleinere Brücken in den Provinzen wurden zerstört. Der durch den Orkan angerichtete Verlust wird auf 12 000 Lstrl. geschätzt. Zitevarisches. Die letzte Nummer der„Berk. Volkstribiine" enthält folgende Artikel: Politische Notizen.— Ter Krieg und die Sozialdemokratie.— Kulis und Kulithum in Deutschland.— Produktion und Technik.— Gedicht.— Novelle.— Der Kampf eines Konservativen gegen die Getreidezölle. I.— Die Kornzölle und der Militarismus.— Verschiedenes.— Erklärungen. DepreliHcn. (Depeschen deS Bureau Herold.) Koustantinopel, II. September. Der italienische Dampfll! „Taormiua", welcher am Mittwoch von hier nach Brindisi«H segelte, wurde in der Nacht zum Freitag auf der Höhe � Piräus von dem griechischen Dampfer„Theffalia" angerannt Vst zum Sinken gebracht. Die„Theffalia" rettete 30 Mann" Mannschaft der„Taormiua" und den zweiten Offizier, anderen Insassen des Schiffes, 49 an der Zahl, ertrank darunter 12 Passagiere erster Kajüte, 8 zweiter Kajüte. Bei Anfragen bitten wir die AbonnementZ-Quitiung beizufügen. Bri!pi| Anlworl wird nicht erlhetU. Böttger. Das wissen wir nicht._ Erster Zeutralvcrein der Zuschneider iu Prag. Eig«ls sich nicht für den„Vorwärts". Zipke. Wie heißt die Organisation, welche ihr 3. Stiftung fest feiert? Der Name fehlt. G., Simeonstraste. Sie müssen, da die Sachen trotz Glfli» haftmachung Ihres Eigenthums nicht freigegeben sind, beim Amt" gericht die Jnterventiousklage anstrengen, können dieselbe a>« in der Anmeldestube(Neue Friedrichstr. 13) zu Protokoll geb<» G. G. Ol. Die Herrschast ist berechtigt, dem Tu'' mädchen die Hälfte der Beiträge für die Altersversicherung. Abzug zu bringen, nicht aber auch für die Krankenkasse, jn Veröffentlichung erscheint uns der Fall nicht geeignet. i Zweifler. Sie haben vergessen, uns miizutheilen, um für Versammlungen es sich handelt. So kann Ihre Frage iw präzise beantwortet werden. Ä. W., Friedrichstraste. Der Standesbeamte kann m» fordern, daß der Vater selbst die Anzeige von der Geburt eiim Kindes macht. Hierzu ist vielmehr Jeder berechtigt, der von d» erfolgten Geburt ans eigener Wissenschaft Kenntmß hat. ,t W. L. Ihre Geschwister müssen, ivenn deren Verhältnis es gestatten, mit für den Unterhalt Ihrer Mutter sorgen. V näherer mündlicher Auskunft sind wir bereit. � P. B. Wenn der Steuererheber einmal unverrichteter Dn? mit dem Steuerzcttel abziehen muß, so kann er das nächste 2� Mahngebühren verlange». Nr. 1300. Wahnsinn der Frau, der schon ein Jahr oh« Wahrscheinlichkeit der Besserung andauert, ist ein Ehescheidung grnnd. Die Kosten sind aber nicht unerheblich, überdies muß � Ehemann auch nach der Scheidung seine Frau alimentire».. A. L. Das LLaffentragen iu jetzt ohne Weiteres gestau� Preetz. 1. Sie müssen zur Eheschließung Ihren Taufsdp und die Sterbe-Urkunden Ihrer Eltern einreichen. 2. Letzp Urkunden erhalten Sie beim Standesamt gegen Zahlung � je 50 Pf. 1 Olinöki. Ein Vater kann nicht gezwungen werden, minderjährigen Tochter die Erlaubniß zum Plätten und FrißlA zu ertheilen, auch nicht, wenn er vorher gestattet hatte, daß Ii sich als Dtenstmädchen vermiethet.* Unserem Pfeifenbruder und Genossen it. Ertaismi zu seinem heutigen Ge- burtstage ein donnerndes Hoch! 1430b Die Kothbequasten. Unserem Freund und Etammwirth roräiusuck laug zu seinem heutigen Wegenfeste die besten Glückwünsche. Na, Ferdinand, merkste von wem? w Elegante 1121L! Ansegmngs- Anzüge in Jaquet-Fa?on, blau u. schwarz, in nur guten Stoffen WHf von 15 M. an. fpd Julius Lindenbaum, Berlin 0.» Frantzfueterstr. 139. Nui* I Mark kostet jedeUhr zu reinigen unter t Garantie des Gutgehens. 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Um zahlreiches Erscheinen ersucht 130/15 Der Vorstand. Allen Freunden und Bekannten die traurige Nachricht, daß mein Sohn, der Gürtler Wilhelm Dübelt am 10. d. M., früh 31/2 Uhr, sanft ent- schlafen ist. Die Beerdigung findet am Sonntag, d. 13. d. M., Nachm. 3Vs Uhr, vom Trauerhause Nen-Cölln am Waffer Nr. 6/7 aus statt. s1429b Die trauernde Mutter Wittwe Dübelt geb. Götze. Bruchbänder, 10791, Gnmmiwaaren, Leibbinden, Spritzen, Suspensorien, Verbandsstoffe, Brillen und Pince-nez, sowie Artikel aller Art für Kranke empfiehlt!ck. vd. Bellmann, Linirn-Strake 30. Lieferant für die vereinigten Hilfs- Krankenkassen. Bei Bedarf bittet um gütigen Zuspruch v. 0. Masikinstrumente. Lager in allen Blas-, Streich- und Schlaginstrumenten u. Noten. HnsUt- werko- Verleih. 11891» Aug. Kessler, Lansitzerstr. 51. Jede Uhr zu repariren (außer Bruch) unter Garantie kostet bei mir 1,50 Mk. Kleine Reparawren entsprechend billiger. Uhren, Geld» u. Silherweeren CVJnncnh Naunynstr. 38, » Ii slliöull,«, d. 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