Für unsere Kinder Nr. 7ooooooo Beilage zur Gleichheit ooooooo 1914 Mateo Falcone. Doktor Faust, der weitbeschriene Was Tyltyl und Inhaltsverzeichnis: Friede auf Erden. Von Konrad Ferdinand Meyer.( Gedicht.) Eine Erzählung aus Korsika. Von Prosper Mérimée.( Fortsetzung.) Zauberer und Schwarzkünstler. Puppenspiel in drei Aufzügen.( Fortsetzung.) Mytyl am Weihnachtsabend gesehen haben. Von Maurice Maeterlinc. Friede auf Erden. Da die Hirten ihre Herde ließen und des Engels Worte trugen durch die niedre Pforte zu der Mutter und dem Kind, fuhr das himmlische Gesind fort im Sternenraum zu singen, fuhr der Himmel fort zu klingen: " Sriede, Friede! auf der Erde!" Seit die Engel so geraten, o wie viele blut'ge Taten hat der Streit auf wildem Pferde, der geharnischte, vollbracht! In wie mancher heilgen Nacht sang der Chor der Geister zagend, dringlich flehend, leis verklagend: „ Friede, Friede... auf der Erde!" Doch es ist ein ewger Glaube, daß der Schwache nicht zum Raube jeder frechen Mordgebärde werde fallen allezeit: etwas wie Gerechtigkeit webt und wirkt in Mord und Grauen, und ein Reich will sich erbauen, das den Frieden sucht der Erde. mählich wird es sich gestalten, seines heil'gen Amtes walten, Waffen schmieden ohne Fährde, Flammenschwerter für das Recht, und ein königlich Geschlecht wird erblühn mit starken Söhnen, dessen helle Tuben dröhnen: Friede, Friede auf der Erde! Konrad Ferdinand Mener. Mateo Falcone. Eine Erzählung aus Korsika. Von Prosper Mérimée. ( Fortsetzung.) Dieser Mann war ein Bandit,* der, als er nachts nach der Stadt gegangen war, um * Das Wort bedeutet auf Korsika so viel wie Geächteter Pulver zu holen, auf einen Hinterhalt forfischer Landjäger gestoßen war. Er hatte sich tapfer zur Wehr gesetzt, und es war ihm ge= lungen, den Rückzug anzutreten von Fels zu Fels kletternd und mit seinen ungestümen Verfolgern beständig Schüsse wechselnd. Aber er hatte nur einen kleinen Vorsprung vor den Soldaten, und seine Verwundung setzte ihn außer Stand, den Maquis vor seinen Verfolgern zu erreichen. Er näherte sich Fortunato und sagte: ,, Du bist der Sohn von Mateo Falcone?" " Ja." " Ich bin Gianetto Sanpiero, die Gelbkragen verfolgen mich, verstecke mich, ich kann nicht mehr weiter." „ Und was wird der Vater sagen, wenn ich dich verstecke ohne seine Erlaubnis?" „ Er wird sagen, daß du recht gehandelt hast." Wer weiß?" " " Rasch, verstecke mich, sie kommen." ,, Warte, bis mein Vater zurückkommt." " Ich soll warten? Verflucht! In fünf Minuten sind sie hier, vorwärts, verstecke mich oder ich bringe dich um." Fortunato antwortete ihm mit der größten Raltblütigkeit: " Deine Flinte ist abgeschossen, und Du hast feine Patronen mehr in deiner Gürteltasche." " Ich habe meinen Dolch." „ Kannst du aber so schnell laufen wie ich?" Und mit einem Sprung brachte sich Fortunato in Sicherheit. " Du bist nicht ein Sohn Mateo Falcones! Würdest du mich sonst vor deinem Hause festnehmen lassen?" Der Knabe schien betroffen. # Was gibst du mir, wenn ich dich verberge?" sagte er, näher herantretend. Der Bandit framte in der Ledertasche, die an seinem Gürtel hing, und brachte daraus ein Fünffrankstück hervor, das er wohl aufbewahrt hatte, um dafür Pulver zu kaufen. * Die Landjäger trugen damals als Uniform einen braunen Anzug mit gelbem Kragen. 50 Für unsere Kinder Beim Anblick der Silbermünze lächelte Fortunato; er ergriff sie und sagte zu Gianetto: „ Fürchte nichts!" Sogleich wühlte er ein großes Loch in einen Heuhaufen, der neben dem Hause stand. Gianetto froch hinein, und der Knabe deckte ihn so zu, daß ihm gerade noch Luft zum Atmen blieb, ohne daß doch jemand auf den Verdacht kommen konnte, in diesem Heuhaufen könne ein Mensch stecken. Mit der erfinderischen List eines Wilden tat der Knabe noch ein Übriges. Er holte eine Katze mit Jungen und legte sie auf den Heuhaufen, um den Anschein zu erwecken, daß er seit längerer Zeit nicht berührt worden sei. Darauf, als er auf dem Pfade neben dem Hause Blutspuren bemerkte, verdeckte er sie sorgfältig mit Staub; nachdem er dies getan, streckte er sich wieder seelenruhig in der Sonne aus. Wenige Minuten später standen vor der Tür Mateos sechs Mann in brauner Uniform mit gelbem Kragen, einen Adjutanten an ihrer Spize. Dieser Adjutant war ein entfernter Verwandter des Falcone( bekanntlich wird in Korsika die Verwandtschaft in viel weitere Grade verfolgt als anderswo). Er hieß Tiodoro Gamba und war wegen seines festen Zugreifens sehr gefürchtet bei den Banditen, deren er schon mehrere mit Erfolg gehegt hatte. ,, Guten Tag, fleiner Vetter," sagte er, indem er an Fortunato herantrat;„, du bist aber gewachsen! Hast du eben einen Mann vorbeigehen sehen?" ,, D, ich bin noch nicht so groß wie Ihr, Better," antwortete der Knabe mit einfältiger Miene. ,, Das kommt schon noch. Aber sag mal, hast du nicht einen Mann vorbeigehen sehen?" „ Ob ich einen Mann habe vorbeigehen sehen?" " Ja, einen Mann mit einer Zipfelmüze aus schwarzem Samt und in einem Rock mit rot- gelber Stickerei?" „ Einen Mann mit einer Zipfelmütze und in einem Rock mit rot- gelber Stickerei?" " Ja, gib rasch Antwort und wiederhole nicht immer meine Fragen." " Heute morgen ist der Herr Pfarrer vor unserer Tür auf seinem Pferd Piero vorbeigeritten. Er fragte mich, wie es Papa ginge und ich antwortete..." „ Ei, fleiner Schelm, du willst mich zum Narren halten! Sag rasch, nach welcher Richtung Gianetto gegangen ist, denn den suchen wir, und ich bin sicher, daß er auf diesem Pfad geflohen ist." " " Wer weiß?" Wer weiß, ich weiß es, daß du ihn gesehen hast." ,, Kann man denn die Vorübergehenden sehen, wenn man schläft?" ,, Du hast nicht geschlafen, Taugenichts, die Flintenschüsse hatten dich geweckt." " Ihr glaubt wohl, Vetter, daß Eure Flinten einen so großen Lärm machen? Die Büchse meines Vaters ist viel lauter." Daß dich der Teufel holt, verfluchter Schlingel! Ich bin ganz sicher, daß du den Gianetto gesehen hast. Vielleicht hast du ihn gar versteckt. Vorwärts, Kameraden, geht in dieses Haus und schaut, ob unser Mann nicht da drin steckt. Er lief nur noch auf einer Pfote und der Schurke hat zuviel Grüße im Kopf, um den Maquis humpelnd erreichen zu wollen. Übrigens hört die Blutspur hier auf." ,, Und was wird mein Vater sagen?" fragte Fortunato mit höhnischem Grinsen.„ Was wird er sagen, wenn er erfährt, daß man in sein Haus eingedrungen ist, während er fort war?" „ Taugenichts," sagte der Adjutant Gamba und nahm ihn beim Ohr, weißt du, daß ich dich ganz andere Töne singen lassen kann, wenn ich will? Vielleicht wirst du endlich reden, wenn man dir zwanzig Hiebe mit der flachen Klinge aufgezählt hat?" Fortunato hörte nicht auf, höhnisch zu lächeln. " Mein Vater ist Mateo Falcone," sagte er mit feierlichem Stolz. " Weißt du, kleiner Schlingel, daß ich dich nach Corte oder nach Bastia mitnehmen kann? Ich lasse dich in ein Loch werfen, wo du auf Stroh liegen wirst, Ketten an den Füßen, und lasse dir den Kopf abschlagen, wenn du nicht sagst, wo Gianetto Sanpiero ist." Bei dieser lächerlichen Drohung lachte der Knabe laut auf. Er wiederholte: Mein Vater ist Matco Falcone." ,, Adjutant," sagte leise einer der Soldaten zu Gamba, verderben wir es nicht mit Mateo." Gamba schien offenbar verlegen. Er besprach sich leise mit seinen Soldaten, die bereits das ganze Haus durchsucht hatten. Das war fein langwieriges Geschäft gewesen, denn die Hütte eines Rorsen enthält nur ein einziges viereckiges Gemach. Ein Tisch, einige Bänke, Truhen und Jagd- und Hausgeräte machen die ganze Einrichtung aus. Unter Für unsere Kinder dessen streichelte der kleine Fortunato seine Kaze und schien sich an der Verlegenheit der Landjäger und seines Vetters boshaft zu weiden. Ein Soldat trat an den Heuhaufen heran. Er sah die Katze, stach mit dem Bajonett ins Heu, nachlässig und die Achseln zuckend, wie. wenn er selbst fühlte, wie lächerlich sein Versuch sei. Nichts rührte sich, und das Gesicht des Knaben verriet nicht die leiseste Erregung. Der Adjutant und seine Leute verzweifelten. Schon blickten sie ernstlich nach der Ebene, als wären sie bereit, den Rückweg anzutreten. Da entschloß sich ihr Führer, der einsah, daß er mit Drohungen auf den Sohn Falcones gar keinen Eindruck mache, einen letzten Versuch zu unternehmen, um zu sehen, ob er nicht mit Schmeicheleien und Versprechungen mehr ausrichten könne. ,, Kleiner Vetter," sagte er, du scheinst mir ein aufgeweckter Junge zu sein! Du wirst es noch weit bringen. Aber du spielst mit mir ein gefährliches Spiel; und wenn es mir nicht um meinen Vetter Mateo leid wäre, so würde ich dich, hol' mich der Teufel, einfach mitnehmen." „ Bah!" ,, Aber wenn mein Vetter zurückkommt, werde ich ihm alles erzählen, und er wird dich für dein Lügen bis aufs Blut prügeln." ,, Wirklich?“ „ Nun, du wirst es schon sehen.... Doch paß auf.... Sei ein braver Junge, und ich gebe dir etwas." " Ich aber, Vetter, gebe euch einen Rat: wenn ihr noch länger hier säumt, erreicht Gianetto den Maquis, und um ihn dort herauszuholen, braucht es dann schlauerer Leute, als ihr seid." Der Adjutant zog aus der Tasche eine Uhr hervor. Sie war aus Silber und gut ihre zehn Taler wert. Als er merkte, wie die Augen des kleinen Fortunato bei ihrem Anblick aufleuchteten, ließ er sie an ihrer Stahlkette vor dem Gesicht des Knaben herabhängen und sagte zu diesem: ,, Gelt, du Strolch! Das würde dir gefallen, so eine Uhr um den Hals hängen zu haben. Da würdest du in den Straßen von Porto Vecchio herumstolzieren und dich wie ein Pfau spreizen. Und die Leute würden fragen:, wieviel Uhr ist's? Und du würdest ihnen antworten:, da, seht auf meiner Uhr nach!"" „ Wenn ich groß bin, wird mir mein Onkel, der Korporal, eine schenken." 51 „ Ja, aber der Sohn deines Onkels hat jetzt schon eine. freilich keine so schöne, wie diese hier... und doch ist er jünger als du." Der Knabe seufzte. ,, Nun gut, willst du diese Uhr haben, kleiner Better?" Fortunato schielte nach der Uhr und glich dabei einer Katze, der man ein Huhn vors Maul hält. Sie fühlt, daß man sie nur zum besten hält, und wagt nicht, die Krallen danach auszustrecken, und von Zeit zu Zeit wendet sie die Augen ab, um nicht der Versuchung zu erliegen; aber zugleich leckt sie sich immer wieder das Mäulchen, und es ist, als sagte sie zu ihrem Herrn:„ Ach, wie ihr nur so grausam scherzen mögt!" Indes schien es der Adjutant Gamba mit seinem Anerbieten ernst zu meinen. Fortunato streckte seine Hand nicht aus, aber er sagte mit bitterem Lächeln: „ Warum wollt Ihr mich zum besten haben?" ,, Bei Gott, ich will dich nicht zum besten haben. Sage mir nur, wo Gianetto ist, und diese Uhr ist dein." Über Fortunatos Gesicht glitt ein ungläubiges Lächeln. Seine schwarzen Augen bohrten sich in die des Adjutanten und suchten darin zu lesen, ob dessen Worten zu trauen sei. ,, Meine Epauletten will ich verlieren, wenn ich dir die Uhr unter der Bedingung nicht gebe," rief der Adjutant.„ Die Kameraden hier sind Zeugen, ich kann mein Wort nicht mehr zurücknehmen." Während er so sprach, näherte er die Uhr immer mehr Fortunatos Gesicht, so daß sie fast die blasse Wange des Knaben berührte. Auf dessen Gesicht spiegelte sich deutlich, wie in seiner Seele das Verlangen nach der Uhr mit der Achtung vor der heiligen Pflicht der Gastfreundschaft kämpfte. Seine nackte Brust hob sich heftig, und der Knabe schien fast zu ersticken. Unterdessen pendelte die Uhr an der Kette vor ihm, drehte sich und stieß einige Male an seine Nasenspitze. Endlich, ganz allmählich hob sich seine rechte Hand zu der Uhr, jetzt berührten die Fingerspitzen sie, und nun lag sie vollständig und schwer in seiner Hand, ohne daß jedoch der Adjutant das Ende der Kette losließ. Das Zifferblatt war himmelblau, das Gehäuse frisch poliert, die Uhr funtelte in der Sonne wie Feuer.... Die Versuchung war zu stark. Fortunato hob auch die linke Hand und zeigte mit dem Daumen über seine Schulter auf den Heuhaufen, an dem er mit dem Rücken 52 Für unsere Kinder Müßt auch ein Herenmeister sein. Doch sieh, wie tomm' ich mir denn vor? Am Himmel dort welch' Meteor? Ein goldgeschweifter feur'ger Drachen: Sind das nicht wunderliche Sachen? lehnte. Der Adjutant verstand ihn sofort. Er| Und sollt' ich mir das Hirn verrenken. ließ die Uhrkette los, Fortunato fab sich im Zu Ende längst ist mein Latein; Besitz der Uhr. Flink wie ein Hirsch sprang er auf die Beine und entfernte sich zehn Schritte vom Heuhaufen, den die Jäger sofort auseinander zu wühlen begannen. Schon aber sah man das Heu sich bewegen, und ein blutender Mensch, einen Dolch in der Hand, kam zum Vorschein. Wie er aber versuchte, sich aufzurichten, konnte er infolge seiner Wunde sich nicht auf den Beinen halten und fiel um. Der Adjutant stürzte sich auf ihn und entriß ihm den Dolch. Sofort fesselten sie ihn dann, so heftig er sich auch wehrte. Als Gianetto so am Boden lag, zusammengeschnürt wie ein Bündel Holz, wendete er den Kopf zu Fortunato, der zu ihm herangetreten war. ,, Du Sohn eines...!" sagte er mit mehr Verachtung als Zorn. Der Knabe warf ihm das Geldstück hin, das er von ihm erhalten hatte; er fühlte, daß er es nicht mehr verdiente. Aber der Gefangene schien das gar nicht zu beachten, er sagte ganz gelassen zum Adjutanten: Kasperle( fält aus den Wolken vor ihm nieder). Bardauz! Richtig, da liege ich. Der Kerl hat Wort gehalten,' s ist aber doch gemein. Ich hab ja nur gefragt, ob ich jetzt sprechen dürft, weil wir in Varma wären. Aber wart', ein andermal will ich's ihm schon eintränken. Don Carlos. Fiel der nicht aus den Wolken nieder? Und lebt und spricht, hat heile Glieder! Ein Drache hat ihn hergetragen; Das ist ein Wunder, muß ich sagen! Gewiß ein großer Herenmeister, Der Teufel bannen tann und Geister. Drum Mut, nur Mut ihn anzureden; Ich bin doch sonst nicht von den Blöden. Gelahrter HerKasperle. Ui! Das ist gewiß der Herzog. Das ist mir bis jetzt noch nit passiert, mit so einem gnädigen Herrn zu reden. Aber ich fürcht mich nit. Mein lieber Gamba, ich kann nicht gehen; ihr werdet mich nach der Stadt tragen müssen." ,, Noch eben liefst du schneller als ein Reh," erwiderte der grausame Sieger; aber sei ruhig, ich bin so froh, dich zu haben, daß ich dich eine Meile weit auf meinem Rücken tragen tönnte, ohne müde zu werden. Übrigens, mein Freund, machen wir für dich gleich eine Trag- ganz gewiß, ich förcht mich nit! bahre zurecht aus Zweigen und deinem Mantel; und unten in der Meierei von Crespoli finden wir Pferde." Don Carlos. Darf ich nicht fragen, Wollt Ihr mir nicht gefälligst sagen Kasperle( zitternd). Ich förcht mich nit, Herr, " Schön," sagte der Gefangene ,,, legt auch noch etwas Heu auf eure Tragbahre, damit ich recht bequem liege." ( Schluß folgt.) 000 Doktor Johann Faust, der weitbeschriene Zauberer und Schwarzkünstler. Puppenspiel in drei Aufzügen. ( Forts.) Zweiter Aufzug. Parma. Garten vor dem Palast des Herzogs. Don Carlos, der Seneschall( tritt auf). Wann werden diese Feste enden, Dies Prassen, Schlemmen, Geldverschwenden? Theater, Bälle, Maskenzüge Und nimmer Ruhe, fein Genüge. Ich weiß nichts Neues zu erdenken Don Carlos. Wie Ihr Euch nennet, und von wannen Ihr seid? Und könnt Ihr Geister bannen? Kasperle. Ah, der meint gewiß auch, ich könnt nit schweigen. Da seid Jhr irr, Herr, ich kann ganz gut schweigen. Und wenn ich's nit gekonnt hätt, so hätt ich's jetzt gelernt. ( Reibt sich die Ellenbogen.) Don Carlos. Ihr dürft mir unbedingt vertraun. Kasperle. Ja, ich mert's schon, er will mich aushorchen. Ich werd's ihm aber nit sagen, daß ich Kasperle heiß und meinem Herrn nachgeflogen komm, der des Teufels ist, wenn er's auch gern wissen möcht. Don Carlos. Einstweilen weiß ich schon genug. Also er ist nur der Bediente. Wie heißt denn sein Herr? Kasperle. Ja schauen's, das darf ich nit sagen, das ist mir verbotten. Don Carlos. Wenn ich ihm aber ein gut Trinkgeld verspreche? Für unsere Kinder 53 Kasperle. Versprechen? Dann auch nit. Wenn Herzogin. er mir ein guts Trinkgeld gäb, dann sollt Mir hat schon allzulang gewährt der Prunk, er's erfahren. die laute Pracht, Don Carlos( gibt thm ein Goldstück). Da nehm er. Da traute Nähe ganz allein Verliebte glückKasperle. Ja, sagen darf ich's ihm doch nit, lich macht. aber ich will's ihm zeigen.( Er macht eine Faust.)| Doch muß es sein, so macht den Schluß mit Don Carlos. Was soll das? Faust!? einem Feuerwerte, Kasperle. Na, versteht er's noch nit, er Daß man die Flammen unsrer Lieb' in Bril Schafshäuptl? Don Carlos. Wenn sein Herr Faust heißt, so verstehe ich ihn. Faust? Doktor Faust? Ist er nicht aus Moguntia( Mainz)? Kasperle. Er ist nit aus Moguntia, er ist aus Mainz. Aber ist nit ein Bäckerladen in der Näh? Don Carlos. Wo will er hin? So kommt er nicht fort. Erst soll er mir eine Probe von seiner Kunst geben. Bei einem solchen Herrn muß er was Rechtes gelernt haben. Kasperle. Jch, was gelernt haben. Na, wahrhaftig, nein, da tut er mir Unrecht. Don Carlos. Leugn' er's nicht, ich hab ihn durch die Luft fahren sehen auf dem Behemoth. Kasperle. Nee, das war kein Behemoth, das war ein höllischer Sperling. lantstrahlen merke. Don Carlos. Ein Feuerwerk ist bald bereit, Wenn Ihr's zu wählen willig seid. Doch läßt sich heut noch andres hoffen, Denn eben ist hier eingetroffen Der weltberühmte Doktor Faust. Wenn Euch nicht etwa vor ihm graust Herzog. Warum denn grausen? Wißt, der Faust Don Carlos. Ist ein berufner Teufelsbanner; Doch auch sie herbeschwören kann er. Herzogin. Das ist ja allerliebst. Den laßt geschwinde kommen! Don Carlos. Don Carlos. Gleichviel. Straub er sich nur nicht länger. Ich verlang ja nichts umsonst. Auf ein gutes Trinkgeld kann er zählen. Kasperle. J, was soll ich denn machen? Soll Ein Haken ist dabei: noch hab ich nicht verich vielleicht Flammen aus dem Erdboden schlagen lassen, daß wir alle zwei beid zu Asch verbrennen? Don Carlos. Nein, das ist zu gefährlich! Ein ander Kunststück, wenn's beliebt. nommen, Wo dieser Zauberer hier abgestiegen ist. ( Mephistopheles' Luftmantel fenkt sich zur Erde nieder, Faust und Mephistopheles steigen herunter und machen vor dem herzoglichen Paare ihre Verbeugung.) Mephistophleles( vorstellend), Kasperle. So soll gleich ein Mühlstein aus der Luft herunterfallen und Euch zehntausend Mein Herr, der Doktor Faust, ein großer Klafter tief in die Erde schlagen. Don Carlos. Das sind ja lauter halsbrecheNekromant Herzogin. rische Geschichten. Gebt uns ein einfaches Ge- Ich hab von ihm gehört. sellschaftszauberstück, wobei keine Gefahr ist, wenigstens nicht auf meiner Seite. Kasperle. Also paẞt mal auf! Jetzt!( Gr dreht sich auf dem Absay herum.) Habt Ihr's gesehen? Don Carlos. Nein, nichts. Kasperle. Ja, schaun's! I hab auch niy g'macht. Don Carlos. Ich muß aber durchaus was sehen. Kasperle. Ei, so macht selber was, denn ich fann's halt nit.( Läuft auf und davon.) Fauft. Wie? In dies welsche Land Das freut mich überaus ist schon mein Ruf gedrungen? Mephistopheles. Es wird bald allerwärts davon gesagt, gesungen. Herzogin. Jm Teufelsbannen auch seid Ihr ein großer Meister? Faust. Don Carlos( steht ihm nach). Das ist ein Tau- Durch Salomonis Ring gehorchen mir die sendsassa. Aber da kommt Seine Hoheit, der Herzog und seine durchlauchte Gemahlin. ( Herzog und Herzogin tommen mit Gefolge die Terrasse herab. Don Garios macht eine tiefe Berbeuaung.) Geister. Herzogin. So laßt uns hier sogleich doch eine Probe schauen! 54 Für unsere Kinder Fauft. Ein Diener( tommt aus dem Schloffe). Gehorchen möcht ich gern der schönsten aller Die Tafel steht gedeckt. Frauen Doch hier am hellen Tag Mephistopheles. O, das hat nichts zu sagen. Ich laß auf Guern Wink es nachten oder tagen. Faust( setnen Sauberstab schwingend). So schwinde denn der Tag und weiche holder Nacht!( Es wird Nacht.) Was wünscht Ihr nun zu schauen? Habt Ihr Euch was erdacht? Herzogin. Ja so, hab ich die Wahl? So zeigt auf hohem Thron, Der Geistern auch gebot, den König Salomon! Faust( den Zauberstab schwingend). Ihr seht ihn schon vor euch, leibhaftig. ( König Salomon auf dem Thron erscheint.) Don Carlos. Ganz charmant! Herzogin. Er ist mir doch zu ernst. War er nicht auch galant? Faust. So schaut dies neue Bild.( König Salomon vor der Königin von Saba fntend, erscheint.) Herzogin. Wer ist dies schöne Weib? Faust. S' ist Sabas Königin. Den weisen Salomon bezwang ihr weifrer Sinn. Wollt Ihr ein andres jetzt? Habt Ihr Euch eins gewählt? Herzogin. Herzog( zu Faust). Ihr sollt als unser Gast die Tafelfreuden teilen. Omöchtet Ihr recht lang an unserm Hofe weilen! Ihr zeigt uns wohl nach Tisch noch dies und jenes Stück? Faust. Wenn ich Euch dienen kann, das schätz ich mir zum Glück. ( Herzog, Herzogin, Don Carlos und Gefolge gehen ins Schloß. Faust will ihnen folgen, aber Mephistopheles hält thn am Mantelzipfel zurück.) Mephistopheles. Folgt ihnen nicht! Faust. Ei, warum denn nicht? Mephistopheles. Verlaßt den Hof! Flieht, flieht, so schnell Ihr könnt. Ihr schwebt in Todesgefahr. Euer Knecht Kasperle hat mit Perlippe und Perlappe die Hölle in Bewegung und das ganze Volk in Erstaunen und Aufregung gesetzt. Guch, seinen Meister, hält das Volk für einen gefährlichen Wettermacher uud Brunnenvergifter. Eben rottet es sich zusammen, um Euch den Garaus zu machen. Faust. Da muß ich freilich weichen. Den Kasperle laß ich aber hier zurück, damit er mir nicht wieder solchen Possen spielt. Aber unsere Auffahrt muß glänzend sein, damit sich wenigstens das dumme Volk über meine Herrlichkeit ärgere. Mephistopheles. Damit werde ich mich nicht in zu große Unkosten legen.( Der feurige Drache erscheint. Fauft und Mephistopheles stzen auf und fliegen davon. Hinter der Szene Lärm, laute Ausrufe des Erstaunens und Schreckens. Kasperle( tommt wütend auf die Bühne gerannt und starrt in die Höhe). Mordblizkreuzbataillonfapperment! Ist das nit mein höllischer SperNein, wählet selbst; ich bin sonst mit der Wahl ling? Und wenn ich recht sehe, sitzt mein Herr gequält. Faust( schwingt seinen Bauberstab). drauf und der Drangutang von Leibteufel! Das ist ja eine garstige Geschicht. Mich hier bei den Makkaronifressern im Stich zu lassen? ( Das assyrische Lager erscheint, wo Judith dem Holo Das geht doch übers Bohnenlied. Was stell fernes das Haupt abschlägt.) Herzog. ich nun hier an bei den welschen Grütköpfen? Soll ich Rattenfallen oder Tinte verkaufen wie Die Judith ist sehr schön, der Holofernes plump. die Welschen bei uns zu Land. Aber da müßt Don Carlos. Sie schlägt das Haupt ihm ab, und so gebührt's dem Lump. Herzogin. Was andres; wenn's beliebt, sei es ein lustig Stück! Faust( schwingt wieder seinen Bauberstab). ( David und der Riese Goliath erscheinen.) ich ja Tinte gesoffen haben. Halt, da fällt mir bat.( Er fchrett): Perlippe, Perlippe, Perlippe! was ein. S' ist doch gut, wenn eins was gelernt Auerhahn( erscheint). Na, so hab doch Ruh, ich bin ja schon da. Kasperle( fällt ihm um den Hals und herzt und füßt thn). Ach, du herzallerliebstes Rattenschwänzle! Wie froh bin ich, daß ich dein schwarz Teufelsgesicht wiederseh. Für unsere Kinder Auerhahn( erwehrt sich seiner Bärtlichtett). Uf, uf, du erstickst mich. Mach's furz, was begehrst du? Kasperle. Ach, du mein lieb's Auerhähnle, mein Herr ist fort. Führ mich ihm nach! Auerhahn. Mein Reitpferd ist fort. Dein Herr ist drauf nach Konstantinopel geritten. Kasperle. Konstantinopel? Wo liegt denn das? Auerhahn. In der Türkei. Kasperle. Ja so! Hab's gelernt, hab's gewußt, hab's wieder vergessen. Na, so schaff ein ander Pferdchen und bring mich nach Mainz. Auerhahn. Wenn du mir deine Seele verschreibst. Kasperle. Dummer Deibel! Hab ich dir nit gesagt, wo nig ist, hat der Kaiser' 3 Recht verloren? Auerhahn. Na, aus Mitleid will ich dich mit nehmen. Aber was willst du in Mainz machen? Kasperle. Ei, ich hab in der Zeitung gelesen, daß der Nachtwächter gestorben ist. Zu dem 55 Kasperle. Pfui! Du siehst ja aus wie des Teufels Großmutter. Auerhahn. Es ist aber deine eigene. Kasperle. Was? Ist die auch beim Teufel? Kasperles Großmutter. Kasperle! Kasperle! Kasperle. Glückliche Reise! Du hast mich zu viel gefnufft beim Abc. Ich fühl's noch am Hirntatten. Auerhahn. Willst du nicht mit deiner Sippschaft fahren, so fahr mit dem Teufel selber. ( Das Sofa mit Kasperles Großmutter verschwindet. Gin drittes, leeres erscheint. Auerhahn will sich drauf fegen, aber Kasperle tommt ihm zuvor und streckt sich darauf, so lang er ist. Das Sofa verschwindet mit ihm in den Wolken.) Auerhahn( auf der Bühne). Der hat drei Teufel im Leibe.( Stampft auf und fährt zur Hölle.- Der ( Schluß folgt.) Vorhang fällt.) 000 Was Tyltyl und Mytyl am Posten will ich mich melden. Das ist ein gutes Weihnachtsabend gesehen haben. Leben. Man kann den ganzen Tag auf der faulen Haut liegen. Auerhahn. Na, meinetwegen. Hinbringen muß ich dich schon, weil ich dich hergebracht hab. Kasperle( tanzt vor Vergnügen). Alleweil hab ich Oberwasser. Er muß mich fortschaffen. Auerhahn. Wie willst du denn reisen? Kasperle. So geschwind als möglich. Die Stell möcht sonst vergeben sein. Auerhahn. Ich will dich in eine Kanone laden und nach dem Eigelstein schießen. Kasperle. Wenn's nit weh tut. Ich laß mir alles gefallen, wenn ich nit dabei bin. Auerhahn. Ich soll dich wohl auf einem Sofa nach Mainz schaffen? Von Maurice Maeterlinc. Der Holzhauer und seine Frau waren früher als sonst von der Arbeit heimgekommen. Gleich brachten sie ihre Kinder zu Bette, damit sie den Weihnachtsabend verschlafen sollten, da sie ihnen nichts schenken konnten. Die Kinder lagen eine Weile ruhig in ihren Betten, die Eltern waren in der Küche. „ Schläfst du, Tyltyl?" „ Und du, Mytyl?" " , Aber nein, wie sollte ich denn schlafen, da ich doch mit dir spreche...." „ Es ist Weihnacht, gelt?..." ,, Noch nicht; ich glaube erst morgen. Aber das Christkind wird uns heuer gewiß nichts Kasperle. Ein Mann, ein Wort. Aber eins bringen...." mit Sprungfedern. Auerhahn. Es soll gelten.( Ein Sofa erscheint, auf dem ein junges Frauenzimmer sizt.) Nun, warum setzt du dich nicht? Meinst du, fie wird dich fressen? Aber damit dir deine preußischen Angste vergehen, so wisse, es ist deine Schwester Dorothee. Schwester Dorothee. Kasperle! Kasperle! Rasperle! Kasperle( singt): Dorothee, Dorothee, Mit de frumme Schoche, Siebe Jahr im Himmel gewest, Wieder rausgefroche. Fahr du allein! Ich trau dir nit. Auerhahn. So sollst du andere Reisegesellschaft haben.( Der Sofa verschwindet. Ein anderes erscheint, worauf ein altes Weib sizzt.) " Warum nicht?..." Ich hörte, wie Mutter sagte, daß sie nicht hätte in die Stadt gehen können, um ihm zu sagen, daß es auch zu uns kommen soll. Aber im nächsten Jahre wird es kommen...." „ Das ist aber noch lange bis zum nächsten Jahre; höre!" ,, Kurz ist es nicht.... Doch es kommt heute nachts zu den reichen Kindern...." „ Ach?..." ,, Wart', ich hab' einen Einfall.... Mutter hat die Lampe vergessen...." Was denn?" " " Wir werden aufstehen...." „ Das dürfen wir doch nicht...." " ,, Aber was schadet's, niemand ist da.... Siehst du die Fensterläden?..." „ Ja, wie es licht hindurchschimmert!" 56 Für unsere Kinder „ Das sind die Lichter vom Feste drüben." „ Was für ein Fest?..." ,, Drüben bei den reichen Kindern; da ist doch der Weihnachtsbaum. Wir wollen die Läden aufmachen...." " Darf man das?" Natürlich doch, warum nicht?... Hörst du die Musik?... Stehen wir auf!..." Die beiden Kinder stehen auf, laufen ans Fenster, klettern auf einen Schemel und stoßen die Läden auf. Eine große Helligkeit dringt plötzlich ins Zimmer; sie sind wie geblendet. ,, Alles sieht man!..." sagte Tyltyl, doch seine Schwester Mytyl, die kaum Platz auf dem Schemel hat, findet, daß sie nichts sehen fann. " „ Es schneit! D, da sind zwei Wagen mit sechs Pferden!..." " Zwölf kleine Knaben steigen aus!" " Du bist zu dumm!... Das sind doch Mädchen...." " Aber sie haben Hosen an...." ,, Was verstehst du.... Puff' mich doch nicht so!... Dummes Mädel." " Ich hab' dich nicht angerührt, aber du willst ganz allein den Schemel benützen. Du nimmst mir allen Platz weg...." „ Aber ich steh' doch überhaupt nicht drauf!..." ,, Sei still, man sieht den Baum!" ,, Was für einen Baum?..." ,, Und rund um den Tisch herum, was ist denn das?..." „ Das sind Kuchen und Früchte und Torten mit Schlagsahne...." " Ich hab' einmal so was gegessen, als ich noch flein war." " Ich auch: es schmeckt besser als Brot, aber es gibt zu wenig aus...." ,, Aber die haben genug davon... der Tisch ist gestopft voll... werden die es essen?..." ,, Natürlich, was sollten sie sonst wohl damit machen?..." ,, Weshalb essen sie es nicht sofort?..." ,, Weil sie keinen Hunger haben...." Sie haben feinen Hunger? Weshalb nicht?..." " Weil sie immer essen können, wann sie wollen...." " " " Alle Tage?..." Man sagt so...." Werden sie alles aufeffen oder werden sie etwas herschenken?" " " " Wem?..." Uns...." Sie fennen uns ja nicht...." Wenn man sie bitten würde." " Das geht doch nicht...." # Warum nicht?" " Weil sich das nicht schickt." " " Ach! wie sind sie doch hübsch!..." sagte „ Den Weihnachtsbaum doch! Du starrst ja das kleine Mädchen. die Mauer gegenüber an!..." „ Ich schaue auf die Mauer, weil ich keinen Plaz hab'...." „ Na, rück' näher, so, bist du jetzt zufrieden? Jetzt hast du aber den besten Play. Sieh' doch die vielen Lichter!..." ,, Weshalb machen die da so viel Lärm?..." fragte die Schwester. Die machen Musik... das ist doch kein Lärm!" Sind sie böse?..." ,, Nein, aber das ist langweilig, frag' nicht so viel!" „ Noch ein Wagen mit weißen Pferden!..." ,, Sei still!... Schau doch hin!..." ,, Was ist das Goldene, das da hinter den Zweigen baumelt?..." " Das sind doch die Spielsachen, du Dummfopf... Säbel, Gewehre, Soldaten, Kanonen...." „ Und Puppen, sag', sind keine Puppen da?..." " Puppen? Nein, das wär' zu dumm, das freut sie nicht...." " " , Und sie lachen und lachen!..." Und die Kleinen, die tanzen!..." " Ja, ja, wir wollen auch tanzen. Wir wollen es gleich versuchen!" ,, Ach, wie lustig ist das!..." ,, Schau, jetzt bekommen sie von den Kuchen! sie dürfen sie anrühren!... sie essen! sie effen! fie effen!..." ,, Auch die ganz Kleinen! sie haben zwei, drei, vier!..." ,, D, wie gut das schmeckt! wie gut! wie gut!..." „ Ich hab' zwölf Kuchen," sagte Mytyl. ,, Und ich hab' viermal zwölf bekommen! Komm' ich geb' dir welche," rief Tylty. Nun hören sie, daß der Vater schlafen gehen will, rasch schließen sie den Fensterladen, friechen in ihre Betten. Bald sind sie eingefchlafen und träumten von dem wunderbaren Weihnachtsabend„ der anderen".... Verantwortlich für die Redaktion: Frau Klara Zetkin( Bundel), Wilhelmshöhe, Bost Degerloch) bet Stuttgart. Druck u.Verlag J.S.W.Diet Nachf. G..b.h. Stuttgart.