Ztr. 398. Adomttmtnt«-Zrdtngungrn: -«lbonntmenl!< BteU ptänumeranbo s vt-rtillSlirl. 3,30 Mk., monatt. 1,10 SRI., wächeallich 28 Sifg. Iiet tnä Hau». Einztlne Nummer S Big. Sonmagt» Nummer mtl lllustrtrler Sonntag«« Beilage„Tie Neue Well" to SJfg. Softi Abonnement! 3,30 Marl pro Quartal. Eingetragen in der Post- Zeitung«- Preisliste für ISS? unter Qr. 7437. Unter lireuiband für Deutschland um> Oesterreich- Ungarn 2 Marl, ltir da« übrige Ausland S Marl pro Monat. Erscheint lSglich ausser»anlas«. Vevlinev VolKsblÄkk. 14. Inlsrg. §it Inferttons GebStzr dettägt für die lechSgespallene llolouel, «eile oder deren Raum so Big., für Vereins- und PersammlungS-Aiiieigen, sowie ArbeliSinartt so P>g. Inserat- ltir die nächste Nummer miissen bis « Uhr nachmillags in der Ervedilion abgegeben werden. Tie Slpedtiion rli an Wochentagen dl» 7 Uhr abends, an Sonn- und Fesitagen bis 0 Uhr vormittags g-ossnet. Fernsprecher! Amt I, Bt. 1508, Telegramm-Adresse: ..Solialdemakral»rrlw-. Dentrawrgan der sozialdemokratischen Partei Deutschtands. Yedalttlon: SW. 19, ZZettty-Struße 2. Mittwoch, den 33. Dezember 1897. S-pedition: SW. 19. Ueuty-Straße 3. Nindevlrhutz. Um nicht ganz mit leeren Händen vor den Reichstag zu trete», hat die Regierung im letzten Augenblick noch Erhebungen über die geiverbliche Beschäftigung von Schulkindern eingeleitet. „i�ch denke— äußerte Graf Posadoivsky am 16. Dezember mit großer Selbstzufriedenheit— in dieser Frage sehr nach» d r ü ck l i ch und entschieden, mit Zustimmung der ver Kündeten Regierungen uiid, wie ich glaube, in Uebereinstimmung mit der Majorität dieses hohen Hauses vorzugehen(Bravo' rechts).' Das Zentrum hatte, als diese Acnßernng fiel und vielleicht nicht ohne Kenntmß der geplanten Enquete, bereits den Antrag gestellt: n)@1 Hebungen über den Umfang, die Gründe, die gesundheit lichen, sittlichen und erziehlichen Gefahren der gewerblichen Be- schäftigttng schulpflichtiger Kinder zu veranstalten; b) soweit sich eine mißbränchliche Ausdehnung dieser Z schäsligung ergicbl, durch Anregung resp Erlaß enlsprechender Berordnunge»(§§ 120 c und IS4 Abs. 4) derselben entgegenzu treten. Dr. Lieber betonte seinerseits bei der Etatsberathung, feine politischen Freunde würden,„wenn es nöthlg erscheinen sollte, mit allem Nachdruck" aus ihren Wünschen bestehen. So schwarzseherisch uns sonst die ganze jüngste Ent> Wickelung der deutschen Sozialpolitik stlmmt, so wollen wir hier in dieser Einzelsragc doch an den Ernst der gegebenen Zusicherungen glauben. Wir wollen sogar zugestehen, daß hier die Hand an einen schreienden Ucbelstand gelegt werden würde und daß dessen entschlossene Inangriffnahme einen nicht geringen Fortschritt darstellen könnte. Freilich, gesetzgeberische 2 Halen wollen wir sehen und nicht vlos belehrende Unter- sltchiingen. An letzteren mangelt es wahrhaftig lilcht nur hat niau ihnen immer seltener und immer widerstrebender Folge gegeben. Zum Zwecke von Unter- suchuugen haben wir 1892 sogar eine eigene ständige Reichs. keluntisston eingesetzt, doch welche Bedeutung hat sie für die brenueiidsteti Fragen des Arbeitcrschutzes zu gewinnen ver- mochl? Auch das Schreiben dcS Reichskanzlers setzt gleich mit einem ganz ungerechtfertigten Zngeständniß an die nothleidende La> dwirthschast ein: Die Kinder bei 1 a n d w i r t h s ch a s t- l icher Thätigkeit und im Gesindedienst sollen von dcrEnqnelc ausgeschlossen sein. Znr Entschnldigung wird man vorbringen, daß in Dcntschlaud eine parlamentarische Mehrheit weder vorhanden, noch zu schaffen sei, die energisch in die landwirth- schaftlichcn Arbeitsverhältnisse einzugreifen bereit wäre. Aber will man nicht einnial wissen und sehen, wie die Bcrhältuisse ans dem Lande liegen's Was bisher aus Einzel- Beobachtungen darüber festgestellt wurde, läßt die Bcnicrknngen des Rnndschreibens geradezu wie Hohn erscheinen, daß„schon ans Gesundheitsrücksichten eine Ver- Wendung der Kinder zu leichten Arbeiten in der Landwirlh- schast nnd Gärtnerei, wo sie in freier Lust in einer dem jugendlichen Körper angemessenen Weise Bewegnug und Bc- thatiguiig ihrer Kräfte finden, nicht nur zulässig, sondern sogar nützlich und einpfehlenswerth ist'! Das Gebiet der Enquete wird so von voruhcrein auf ein Viertel verkürzt, dcun l ach der letzten Berufszähluug waren 45 375 noch nicht vierzehnjährige Kinder gewerblich thätig, dagegen in der Landwirthschaft 135 175, im häuslichen Dienst 33 501.*) Doch bleiben wir nunmehr innerhalb der von der Regierung und anch voni Zentrum gesteckten Grenzen. Hier hat d,e Re- form von 1891 für die F a b r i k arbeit einen gewissen Mindest- schütz erzwungen. In Fabriken und den ihnen gleichgestellten Betrieben dürfen schulpflichtige Kinder überhaupt nicht mehr beschäftigt werden, nicht inchr schulpflichtige nur von 13 Jahren ab, und zwar höchstens sechs Stunden. Die Nachtarbeit, die Arbeit an Sonn- und Festtagen war schon nach de» älteren Bestiiiimuugcn altsgeschlossen. Damit ist zweisellos für den Bereich des Fabrilsystents dem sonst vielleicht zu befürchtenden Wachsthiiin der Kinderarbeit Halt geboten worden. Die ziffern- mäßigen Angaben der Gcwerbc-Aussichtsbeamten zeigen zwar, je nach dem allgemeinen Geschäftsgang, gelegentlich anch Schwankniigen»ach oben, im großen und ganzen ist die Bewegnug eine rasch absteigende. 1892 wurden noch 11 339 Kinder in den der Gewerbe-Jnspektion unter- worfene» Betrieben gezählt, 1896 nur noch 5312(3343 mänii- liche nnd 1969 weibliche). Bon Anfang an war jedoch die Befürchtung ansgesprochen worden, daß in eitlem Staate wie Deutschland— wo»eben den Fabriken noch überall breite, mächtige Schichten von haus- industrieller und handwerksmäßiger Betriebsweise lagern— eine einseitige Kur nur die Gicht von cinci» Bein ins andere treiben werde. In der That sind die hausindnstrielle» Miß- stände nicht nur geblieben, sondern sie haben sich gesteigert, weil die größere Freiheit der Ausbeutung vielfach der ab- sterbenden Hansindustrie zu neuem Leben und damit z» einci» stärkeren Verlangen nach Kinderhänden verbolfen hat. lind auch wo die Hausindrlstrie weiterhin abstirbt, wirst sie sich zur künst- lichen Er hallung und Ver längerung ihrer Existenz mit doppelter Kraft ans die AnSn, Itzling der billigsten und widerstandsfähigsten Arbeitskräfte, also gerade anch der Kinder. Jahr für Jahr klagen die Fabrikmspcklore» über die Verdrängnng der schul- ') Diese Zahlen entballen nur die im„Hauptberiis" thätigen Kinder-, selbst hiersür bleiben sie wahrscheinlich hinter der Wirklich- krit zurück, da die Eintragnngeii criverbsthäligcr Kinder stets liicken- hast anssalle». Pflichtigen Knaben und Mädchen in d« unbeaufsichtigten Knochenmühlen der Hansindustrie. So berichtete letzthin der Aufsichtsbeamle für Erfurt: So lange die größere» Fabriken des Thüringer Waldes die Herstellung von Glasiiistrnmenten. hauptsächlich Thermometer und Geißler'sche Rödren. i» der Hand hatten, blieben die Ver- kanfSprcise und die Löhne enlsprechend hoch. Eeildei» die Hau s- i n d u st r i e, in der Frauen und Kinder mitardeite», sich dieser Artikel bemächtigt hat, sind die Preise zurückgegangen. Die Fabri- kanten m Schniiedefeld sind dadurch gezwungen, um möglichst geringe Unkosten zuhaben, ebensalls mehr und mehr haus- industriell arbeile» zu lassen. Vom Gewerbe< Inspektor in Mühlhausen wird die ausgedehnte und andauernde Verwendung von Kinder» zum Garnspulen in der Hausindnstrte des Eichs- selbes beklagt, eine Beschäfligung. die aus die körperliche Enl- wicklimg nicht ohne schädlichen Einfluß seu Ans Sachsen-Meiningen lesen wir: Von einem Unlernehmer der Ptippenfabrikation wurde dem Aussichtsbeamten gegenüber lebhaft darüber Klage gesührt, daß die H a n s i n d u st r i e. welche de» beschränkenden Bcflininiungeii über die Arbeiiszeit der Arbeiterinnen und>>tgei,dliche» Arbeiter nicht uiilerworse» sei, de» kleineren F a b r> l stalten eine für die Dauer nicht zu ertragende Konturrenz bereile. Zndei» würden die junge» Leute noch vielfach nach dem Verlasse» der Fabrik während der Abend- und Nachlslmiden zur Arbeil in de» Häusern herangezoge». Es unlerliegl keinem Ziveisel, daß eine solche Ueberanspannung der Kräste nachtheilige Wirkung aus die Eni- wicklmig der>ni>ge» Leute ausüben muß. Die Beschäftigung der Kinder tn der Hciusiiidustrie und i» Werkstälteu nimm» immer größere» Umfang an, heißt es aus Arnsberg. Der Aussichtsbeamte für Minden führt aus „In Bezirken mit stark entwickelter Zigarreu-Judustrie nehmen die Mißstände in bedenklicher Weise zu. Gute geräumige A r b c i I s st ä t t« n sind theilweisc ungenügend besetzt, während die Hausindustrie in ungesunden Räumen zum Nach- theil der Arbeiter und deren Familie» und bc, ansteckende» Krankheiten auch wohl zum Nachthcil der Raucher betrieben wird.' Viele Mittheilungen schildern nicht nur diele künstliche Verschiebung zwischen Fabrik- und Heimarbeit, sondern, um die Worte des Reichsamtes des Innern zn gebrauchen,„die vielfach überangestrengte und für die körperliche Entwickelung schädliche Beschäftigung von schnlpflichtigeii Kindern in der Hausnidnstrie.' In einem Torse des Krefelder Bezirks waren 13 Familienangehörige und 83 fremde schulpflichtige Kinder beim Betriebe von Windemaschinen eingestellt; ein Kind ver- diente täglich 8— 10 Pfennige. Dafür arbeitete es regelmäßig: morgens vor der Schule von 6�« bis 7 Uhr, mittags von 12 bis I2Vs Uhr, nachmittags von 4�« bis 9 Uhr.„Ueber- schreitlingen dieser Arbeitszeit gehören bei flottem Geschäfts- gange nicht zn den Seltenheiten". Die Schulzeit dauerte vormittags von 8—11 Uhr, zweimal in der Woche bis 12 Uhr. lind nachmittags(mit Ausnahme von Mittwoch und Sonn- abend) von 2—4 Uhr!„Daß diese frühzeitige angestrengte gewerbliche Beschästignng sowohl ans die körperliche Kntwick- lung der Kinder wie ans ihre Erfolge in der Schule von dem »achlheiligsten Eiiifluß sein muß, bedarf keines weiteren Bc- weises".. Ten Kindern— lese» wir wiederniu ans Arns- bcrg— wird fast gar keine freie Zeil zum Spielen und zur Erholung in freier Luft gegönnt, ihre Schularbeit müssen sie in der Werkstatt mache». Im Aachen'schen klagen die Lehrer übereinstimmend, daß die in der Haus- »idnstrie beschäftigten Schüler während des Unterrichts nn- nnsmcrksam»»d träge seien, ihre häuslichen Arbeiten ver- »achlässigten und eine niüde, kraftlose Haltung zeigten. Die Schulverwaltnng benutzt daher zehn Minuten von jeder Untcrrichlsstnnde zur Erholniig, womöglich im Freien, sie hat Ausflüge und Spiele eingeführt. I» Sachsen-Aitenburg habe» die bis in das Jahr 1893 znrückreiche»deii Erhebungen ergeben, daß hier Zustände herrschen, die einer Aenderung dringend bedürfen. In erster Linie findet hier in großem Umfange eine über das Maß des Zulässigen hinausgehende Ausnutzung der Arbeitskraft fremder schulpflichtiger Kinder statt. Es werden Kinder bis z n in Alter von sechs Jahren herunter beschäftigt; die Tauer der täglichen Arbeitszeit füllt zuweilen fast die ganze schulfreie Zeil ans, währt an den Schnltagen bis zu 6 Stunden, an schulfreie» Tagen bis z» 1 1 Stnnden, der Arbeusverdienst beträgt 50 Ps. bis 1 Mark pro W o ch e." Das Rundschreiben des Reichskanzlers will nun zwar eine gewisse Berechtigung der gewerblichen Kinderarbeit iiigestehen. „insoweit, als sie geeignet ist, die Kinder an körperliche Thätigkeit zu gewöhnen, den Sinn für Fleiß und Sparsamkeit zu wecken und sie besonders in Fällen, wo die Eltern nicht die erforderliche Aufsicht üben können, vor Müßiggang und tindercn Abwegen zu bcivahrcn." Diese unter bedingten Verhältnissen gewiß ziitrcffcnden Ausführungen treten dann jedoch hinter den Erwägungen zurück, daß eine ungeregelte Hausarbeit nicht nur den Schnlzwang illusorisch macht, sondern die gesammle körperliche Volkskraft zu unter- graben droht. Da die Regierung jedoch nicht mehr den Elan von 1890 besitzt, so fordert sie zunächst zu allerlei bedächtigen Erwägungen ans: Eine znlrcffende Benrlheilung aller hier einschlagenden Fragen ist mir möglich, tveun Klarbeil darüber bmscht, m welchen G e>v er b ezw ei g e n Mißstände bei der Beschäftigung von Kindern hcslehen und welcher Art diese Mißstände sind. Das znr Zeil hierüber vorliegende Material gewährt mir ein uuvoll- ionnnencs Bild. Es scheint daher erforderlich, dieses Material durch Erhebungen zu vervollständigen, ivelche sich aus das Alter der beschäftigten Kinder, die Art der Beschäftigung, die Dauer und Lage der Arbeitszeil, die Beschaffenheit der Arbeits- räume, sowie aus die r ech l liche Nalur des Arbcils- verhältnisses und die bei Beschränkung der Kinderarbeit in betracht zu ziehende Höhe der Löhne zu erstrecke» hälten. Bis zum nächsten April werden die Rückäußerungen der Eiiizelstaatsregterungen erwartet. Bis dahin wird sich wohl auch im Reichstage mehrfach Gelegenheit gefunden haben, in einer längst jpruchretsen Frage zu größerer Eile anzuspornen. Politische Mvbevstcht. Berlin, 21. Dezember. Der Neichskanzler läßt in der„Norddeutschen All- gcu nuen Zeitung" erklären, daß er„sich nicht im geringsten Mit Nücktritlsgedanken trägt und weder während der Dauer der gegenwärtigen parlamentarischen Session, noch darüber hmaus irgend ei» Anlaß erkennbar ist, der einen Wechsel in der Leitung der Reichsgeschäfte nach sich ziehen könnte." Ein Vierteljahr vor ihrem Rücktritte dachten Bismarck und Caprivi über ihr Verbleiben im Amte ebenso.— Tie Vorgänge in Ostafien Von russischer Seite sucht mau die Besetzung Port Arthurs möglichst harmlos hin- zustellen. Es handle sich nur um eine Ueberwinteruug der Schiffe und China sei durchaus einverstanden. Das glaubt natürlich kein Mensch China ist ohnmächtig und muß sich nehme» lassen, was dem russischen Bären, der sich dabei noch als Schützer und Freund aufspielt, gefällt. Ob nnd was England zu unternehmen gedenkt, darüber liegen keine weiteren Nachrichten vor; nur wird von London dementirt, daß englische Schiffe in den Hasen Wei-ha-wei ein- zulanfen beabsichtigen. Dagegen meldet em Telegramm aus Jokohama. die russische Regierung habe der japanischen die zeitweilige Besetzung— wohlgemerkt: Besetzung!— von Port Arthur angezeigt und ein großes japauis ch.es Geschwader sei von Nagasaki ausgelaufen.' Kein Zweifel, daß das Vorgehen Rußlands für Japan höchst bedenklich ist. Früher haben russische Schiffe osi ihre Ueberwinteruug in japanischen Häfen vorgenommen.„Aber— so schreibt jetzt die Petersburger„Nowoje Wremja"— die Politik und die Presse Japans haben sich stets der friedliebenden Politik Rußlands(!!) gegenüber zu leichtsinniger Feindschaft hinreißen lassen, was allein schon Anlaß dazu gab, daß man seine Sorge der Aufsuchung eines bequemeren und ruhigeren Standplatzes für unsere Seestreitkräfte zuwandte." Japan, nachdem es schon 1895 n»i die Früchte seines Sieges über China, insbesondere durch Rußlands Einmischung bc- trogen worden ist, sieht sich, angesichts des Vorgehens der europäischen Mächte, vor der Unmöglichkeil, jemals sestländischcs Gebiet für sich gewinnen zn können. Seine vitalsten Interessen stehen ans deni Spiele. Korea, welches es seiner Herrschaft eiiiznvcrleibcn gedachte, befindet sich bereits in russischer Macht. Gerade jetzt veröffentlicht das Petersburger offizielle Gesetzblatt die Statuten der neu gegründeten„russisch- koreanischen Bank". Das Geschäftsgebiet dieser Bank erstreckt sich auf Korea nnd die ostasiatischcn Länder, woselbst Filialen eingerichtet und Kommissionäre eingesetzt werden solle». Die Direktion hat ihren Sitz in Petersburg. Gründer der Bank ist Fürst Uchtomsky, derselbe. der auch Leiter der russisch- chinesischen Bank und ein Hauptträger der russischen Machtentwickelung in Ostasien ist. So geräth das„Kaiserreich" Korea völlig unter russische Bot- Mäßigkeit, politisch wie füianziell. Das alles soll Japan mm ruhig mit ansehen! Und gleich Japan auch England, dessen Interessen schon in zahlreichen anderen Pnnklen denjenigen Rußlands anfs schärfste gegenüberstehen. Der oben zitirte Artikel der„Nowoje Wremja" beschäftigt sich anch mit England und läufi in einer nicht unbeachtlichen Drohung ans. Es er- scheint durchaus nicht wünschenswerth. sagt das Blatt,„daß dieser durch die Nothwendigkeit erzwungene Schritt Rußlands irgend jemanden z» einem politischen Abenteuer veranlaßt nnd ermuntert, zur Besitzergreifung neuer„Beobachtungspunkte' n. s. w.. da dies in keinem Falle seitens Rußlands und über- Haupt der an dem Frieden im sernen Osten interessirteit Mächte Zustimmung finden könnte'.— Kiao-Tschou und Rußland. Es scheint, als hätte» die Russen »och vor nicht langer Zeil die bestimniie Absicht gehabt, die Kiao- Tschou-Bucht i» ihre Macht zu bringe». Ende Juli ds. Js. schrieb das Organ der russischen Adiniralilät, die giusse» hätten die Küsle der Bai ausgenomme» und der chinesische» Regierung vorgeschlagen, dorl Küsiendepols, Kaserne» und Werste» zu errichten. Nach längere» Verhandlungen habe China eingeivilllgt. Da aber China weder Geld noch Ingenieure besitze, habe Rußland sich er- bolen, die Arbeiten auszuführen, unter der Bedingung, in dem neuen Hase» dieselbe» Rechic zu besitze» wie China. D. h damals sollte jitao-Tl'chou das für Rußland werde», was jetzl Port Arthur wird. Warum mögen die Stusse» von ihrer Neigung für Kiao-Tschon znrückgekonimeii sein? Lediglich aus reiner Freundschaft für Deulsch, land. seinem gefällige» Trabanten in allen inlernationale» Dingen? Da ist doch inieressant, was die„Köln. Volksztg." über die Ver, hällinsse der von unsere» welipolitische» Schwaringcister» so ge». priesenen Kiao-Tichou-Bncht nnd ihrer Umgegend zu erzählen iveiß: „Wie v. Richlholen schon hervorhob, srierl der nördliche Theil der Bucht beinahe drei Monate lang zu(von Dezember bis März), zn- weile» bis i» die Nähe der Tschiposon-Jnsel; gegen das Zufrieren würden Eisbrecher nur eine» kostspieligen Nothbehelf bilden. Die genaniiie Insel aber liegt am Eingang zu der eigent- lichen Kesselbuchi von Kiao-Tschon, also zu dem eigeuilich geschützten Hafen, und somit würde dessen Ruht», eisfrei zn sei», doch als ziveifelhast bezeichnet werden innsse». Eisbrecher würden, abgesehen von ihrer Kostspieligkeit, auch»nr wenig auszurichten vermögen. Hinzu kommt die sehr starke Versandung der Bucht infolge slnulvser Waldansrottung im Hinterlaude, dessen Wasser nach der Bucht abströmen. Der größte Theil der Bucht, ejnschliebüch der Umgebnnq der großen Insel Z)>utau(Kartoffel- Insel) liegt danach bei Ebb« trocken; für den Rest bleibt meist nur eine Tiefe von 5 Jaden(b I.S288 Meter), ivahreud ein verhtiltnißmüßig kleiner Theil am Eiuaang 10—20 Faden Tiefe ausweist. Und doch würde mau die Anlage eineS Handelshafens verlangen wolle», welcher in möglichster Fühlung mit der Stadt Kioo-Tschon sich zu dalten Hütte. Daß Kiao-Tschou garnicht am Wasser, sondern gegen IS Kilometer landeinwärts liegt, vermindert die Annehmlichkeit der kointiierzialen Bedingungen recht merklich. Kostspielige Baggernngen werden aus jede» Fast veranstaltet werde» müssen. Nebe» der Beläinpfnng der Beriaiidnna durch thener« yaggerung koinnie auch noch eine weitere Ausgabe an diesem Pnnlle i» betracht. Bei Anlage des HafenS in der Nahe des genannte» Ortes Taputur mühten besondere L a n d b e f e st i g u n g e n angelegt werden. Um Befestigungen käme man freilich auch a» anderen Punkte» nicht herum, wenigstens wie die Herren Militärs jetzt schon nahelege». Was die dauernde militärische Sicherung der Bai«etrifst, so würde dieselbe nämlich»ach dem Ingenieur- Oberstlieuteuant Wagner durch die Befestigung von Cnp Evelyn, des Bai.Rock, der Insel Tschiposhau und der Landspitz« Jnhuishan und sünstens viesteicht auch noch der Landzunge ein Kilo- Meter südöstlich vom Orte Chingfaikan zu bewerkstelligen sein. Allerdings dürften deutsche Forlsbaule» in China ziemlich lheuer zu stehen komme». Wollte man den Hafen beziv. zunächst das Kohlenlager für die deutsche Mari», aus d«r selbst tiesgehenden Schissen zugängliche» Insel Tschiposhau a»legen, so müßte die Insel �nach Austchl des Militärs, da ihr westlich gelegener seichter Meeres- ariu bei Ebbe trocken läuft, vo» dieser Seite gegen einen Angriss gelandeter Truppen eims Gegners durch«»'sprechende Anlage der Befestigungen gesichert werden. Also Kosten über Kosten! Wenn man diese Ninslände beriickftchtigt, f» wird man leicht begreife», warum die Russen ihre Absichten ans diese Bucht auf- gegeben haben l— Das fflokteugesetz»nid da» rusfische Marine- Mttiisterinul. Das neue Flottengesetz wird u. a. damit de- gründet, daß die jetzige Schiffszahl nicht genüge, um die deutsche Küste gegen feindliche Augriffe sicherzustellen. Dieses Argunient hat seine Spitze besonders gegen Rußland. Dieses Staates Ostsceflotte fei zu stark, als daß die von deutscher Seite dagegen ins Gefecht führende Streit- macht es mit ihr würde im Kriegsfälle aufnehmen können. Da bliebe»ns nur, wie die Marinchelden so gern sagen, übrig, tapfer zu gründe zu gehen. Also mehr Panzer- schiffe her! Wer keine neuen Panzerfregatten bewilligen will, macht das Vaterland wehrlos! Aber mit dem Wasser-MilitariSmuS ist eS wie mit dem Land-Militarismns. Macht Deutschland neue Kanonen, macht Frankreich noch mehr neue. Stellt Frankreich 20 000 Soldaten mehr ein, stellt Deutschland 40 000 mehr ein. Genau so ist es mit der glottenvermehruna. Es ist recht interessant zu lesen, wie sich das offizielle Organ des russischen M a r i n e m c n i st e r i u m s, der„Kronstadtski Westnik" zu den jetzigen Marinesorderungen der deutschen Regierung stellt. Dasselbe schreibt: „Für uuS Russen hat die Verstärkung der deutsche» Flotte ohne Zweifel eine ungeheure Bedeutung. Die Geschichte lehrt uns. dag es die beständige Sorge Rußlands gewesen ist.«ine Flotte zn besitzen, welche ebenso stark sei. wi, die Flotten Denlschlands und Schwedens znsamme»g«»onnn«N. Dieses Strebe» hat sich augenschelnlich nicht unter dem Einflüsse temporärer Regungen der russisch,» Regierung gebildet sondern ist dt» nothwendigc Folge unserer geographischen Lage. Ist unsere Flotte schwächer als die deutsche, so geht die Herrschaft auf der Ostsee nach einem unabänderliche» hrstorischen Gesetz auf die deutsche Flotte über und unsere Flolt« ist dann der Aktivität beraubt. Es ist daher völlig natürlich, daß Rußland feine Flotte ver- a r 0 ß e r t und danach strebt, seine Seemacht in den Stand zn setzen, um znr Kriegszeit siegreich gegen die Ftotten der wegner zu kämpfen." Also eine offizielle Ankündigung einer Vergrößerung der russischen Ostseeflotte in demselben Augenblick schon, wo die Vergrößerung der deutschen Flotte nur erst diskntirt wird. Ehe noch das„große Werk". dcS Herrn Tirpitz begonnen, er- Chinas durch dir Mefkmschkv. ES ist ein Stück echt kapitalistischer Geschichte, km* sich die Er- schließnng China'S für den inlernalionalen Handel»e»»t. Grausame Waffengewalt und gierig« Prositsucht spiele» dabei eine brüderlich«, aber wenig gesi'tet« Rolle. Ueber die Absichle«, die im jetzige» Moment die Wcslmächte in China zn verwirkliche» trachte», werden wir am ehesten anS der Vergangenheit Ansllärung hotc» können, da ja die Diplomaten äußerst geheimntßvoll ihre Raub- und Kricgszüge nach China etnzuletle» pflege». Wir wollen nicht zurückgehen auf die ersten Versuche der Portugiesen und Holländer, t» China feste» Fuß zu fasse», nachdem der Seeweg»ach Ostindien entdeckt war. Unser« Darstellnng soll nur die wichtlasten Expeditionen und Annexion«», di« di« West. mächte in unserem Jahrhundert China gegenüber vorgenonime» bade», nach ihren Ursachen, ihrem Anlaß, ihrem Verlauf und ihren Erfolge» In wenige» Striche» dem Uueiugeweihten zum Verstäudniß der heutigen ostasintische» Politik in Erinnerung bringen. Die Kolonialmacht xar exccllence, England, eröffnete den Reigen, China miter die Gebote seiner Handclsiutcressen zu ziviugen. Es war das Verdienst der i» g l i s ch- o st i» d t s ch« u Kompagnie, die bis 1634 ei» Monopol des Handels mit China besaß, i» China den O p i» m g e» n ß großgezogen zu haben. Die chine- sische» StaalSinäniier bemerkten zu ihrem Leidivefen, daß»nmenilich die Bevölkerung au der Küste durch dl« Zunahme des OpiumgenusseS immer mehr eischlaffe und entnerve, daß der Wohlstand der Nation sinke mit der Zunahme des Opinmlasterb. Ihr ernsthaftes und sttt- licheS Bestreben ging daher dahin, dt« Opiumttnfnhr vollständig zu unterdrücken. Eine günstig« Gelegenheit schien sich zu diele», als 1884 das Monopol der englisch> oftindischen ltompagni« erlosch und der englisch« Handel freigegeben ivurde. Nachdem schon früher Verbote gegen dai Opiumrauche» und die Opium- einfuhr gegeben, aber durch fortgesetzte» Echmnggel im groß- artigsten Stil« illusorisch gemacht wurden, beschloß China, ein radikales Mittel zur Unterdrückung des Opiiiuilasters anzu- wende». Der Kaiser Taokwang sandte im März 1339 de» Gouverneur Lie nach Kantou, Um damals einzigen sttr den fremde» Handel geöffneten Platze, mit dem Auftrage, alles auf e»glischeu Schisse»' und i» englischen Magazine» besiudliche Opium mit Äe- schlag zu belege» und sich ausliefern zu lassen. 20 000 Kisten Opinni im Werth« vo» 80 Millionen Mark fielen aus diese Weise in die Hände der chinesische» Behörden. Aber bei diesem Vorgehen hatte China die Rechnung ohne den Wirth. das heißt dai«nglisch« Kapital und die englische Regierung gemacht. Gerade der Opiumhandel war das einträglichste Geschäft für die englischen HandelSherre». An Streit und Aufhetzung der getäuschten Habsucht koniite es bei dieser Sachlage in England nicht fehle». Leiter der auswärtigen Slngelegenheiten war damals Palmerfton, Lord Feuerbrand zn- bcnaiiii». Seinem ganzen Temperament nach war er fürs Losschlage», fven» auch anfänglich die Regierung so that, alS wolle sie einen !jandel nicht mit Gewalt erzwingen, den die chinesischen Gesetz« ver- oten. Di» iniur« Politik Großbritanniens war zu Beginn der scheint es überholt und daS zu erreichende Ziel der Ueber- lcgenheit zur See rückt in immer weitere Ferne, je näher man ihm zu kommen vermeint.— Schlachtschiff ,md Torpedo. Dl» SchWtechnik sei zu einem gewissen Stillstand gekommen, sagt di» Begründung zum Tirpitz'schen Gesetzentwurf. Da erklärt jetzt, wie die„Voss. Ztg." mittheilt, der englische V i z e a d m i r a l P. M. C o l o m b, der früher Schlachtschiffe bei jeder Gelegenheit als Grundelemente jeder Kriegsflotte hinstellte, daß man sich einem Schiffstyp von geringerem Deplacement zuwenden werde, der von schwächerem Panzer und eine zahlreichere Artillerie kleinen Kalibers an den Breitskit«» führt. Admiral Tolomb beruft sich dabei auf ei« Gesetz, da» sich in d»r Entwicklungsgeschichte der Kriegsflotten gezeigt hat; daß der Vollendung eines Schiffstyps stets deffe» Verschwinden von dnBildfläche gefolgt ist. Die Stellung, die dem Kriegsschiffe bisher beigelegt wurde, sei zumeist durch die im Torpedowesen gemachten Erfahrungen thatsächltch schon erschüttert worden. Admiral Colomb betrachtet den Torpedobootszerstörer als»rnen ebenbürtigen Gegner bei modernen Schlacht schiffe s. Ter TorpedobootSzerstörer kann vermöge seiner hohen Fahrtgcschwindigkeit jedem Fahrzeug entrinnen, und wenn er in genügender Anzahl vertreten ist, ni t t jedem noch so n> ächtigen Schlachtschiffe den Kamps aufnehmen. Früher war das Schlachtschiff, wenn eS von Torpedobooten angegriffen wurde, zum großen Theil auf seine Fahrtgeschwindigkeit angewiesen. Das hat sich jetzt geändert, da der Zerstörer in glaitem Waffer das Schlacht- schiff an Geschwindigkeit um dreißig Knoten übertrifft. Englands Schlachtschiffe laufen meistens 17�» Knote», können daher von einem Zerstörer aus wirksamer Schußdistanz (1800 Mir.) in sechs Minuten eingeholt werden. Für den Geldaliswand, den der Bau eines Schlachtschiffes erheischt, lassen sich 25 Torpedobootszerstörer herstellen. Die Gesammt- bemannung von 15 Torpcdobootszerstörern kommt au Zahl der eines einzigen Schlachtschiffes gleich. Die neuen Panzerschiffe des Herrn Tirpitz dürften also, sobald sie fertig gestellt find, wahrscheinlicherwcise sofort zum alten Eisen geworfen werden. Uebrigens ist daran zn erinnern, daß der Bau von Torpedoboote» nicht in der Tirpitz'schen Gesetzesvorlage ein- begriffen ist. Torpedos und Torpedobootszerstörer werden also außerhalb des Rahmens dieses Gesetzes noch von derRegierung ge- fordert werden. Und wenn diese Schiffsgatinng eine so große Bc- deutung gewänne, wie Vizeadmiral Colomb schildert und wie sehr wahrscheinlich ist, so werden die betreffenden Forderungen vielleicht nochmals so viel ausmachen, wie jetzt für Panzerschiffe und Kreuzer gefordert wird. Die Aussichten, die uns der MariniSmuS bereitet, werden immer erquicklicher!— Exniisfionsrecht. Auf eine Anregung von sozial- demokratischer Seite bei Berathung des Bürgerlichen Gesetzbuches ist u. a. eine Neuerung in der nenen Novelle zur Zivilprozeß-Ordnung zurückzuführen, die«ine besonders drückende Bcstiiumnng im Exinisftonsverfahre» zu mildern geeignet ist. Zur Zeit liegt die Möglichkeit vor, daß«in Miether des vormittags zur Ränmuug verurtheilt und schon an demselben Tage exmittirt werden kann. Dem Miether ent- stehen, auch wenn er in zweiter Instanz sodann gewinnt, da- durch meist unersetzbare Nachtheile, ohne daß durch diese schnelle Exmission auch nur der geringste vernünftig« Vortheil dem auf sein Papier pochenden Hanspascha erwächst, ß 659» der Novelle läßt nun eine Milderung dieser wucherischen Ausübimg des Exmissionrechts durch folgende Bestimmung zu: „Wird auf lltäumung einer Wohnung erkannt, so kann das Gericht aus Antrag dem Schnldner eine den Umständen nach au- gemessene Frist zur Räumung gewähre»." In ähnlicher Weise zu Theilzahlmigen den Schuldner zuzulassen, ist ein Gebot der Billigkeit. Die Kommission für das Bürgerliche Gesetzbuch hat seinerzeit in manchesterlich- engherziger Furcht vor Gefährdung des Kredits leider einen junge» Königin Viktoria keiueSwegS rosig: Tie Unterdrückung des Chartismus und di» hohen Getreidezölle machten das Volt im höchsten Maß« unzufrieden und unwillig. Und es ist«in« all« Praktik der Politik, im Ausland« Händel zu suchen, wenn im eigenen Lande die Kunst des Regieren» versagt. Man gab dem Parlament« beruhigende Znsicherunge» in der chinefischen 9l«gelege»hett, indeß man i» China selbst auf eigene Faust handelte. Äldniiral E l l i o t. der die englische Flotte tu den ostastatUche» Gewässern befehligle, wartete nur auf eine» Anlaß.»>„ gegen China kriegerisch vorgehe» zu kömien. Und dieser fand sich bald. Ein englischer Unterlha» erschlug im Streite eine» Chinesen; diese verlangten di« Auslieferung de» Mörders, aber die Engländer weigerten sich, dem berechtig»?» Verlangen»ach- zukomme». Daraufhin wurde der Verkauf von Lebensmittel» a» Engländer seitens China verboten, di»«nglische» Schiffe fuhren vor Hongkong und nahmen ihre Lands! ent« von Macao»nv Kanton ans. Das Erscheinen der«nglische» Kriegsschiffe in Hongkong erbitterle die Chinese» und es kam zu Aufnng de? JahreS 1840 zum ersten Zusammenstoß der englischen Schiffe mit den kriegSniitüchtigen hölzernen Dschunken der chinesischen Flotte. Naturgemäß wnrde der Angriff der Chinesen trotz aller Tapferkeit leicht zurückgeschlagen. Die Chinesen versuchten»nn die englische Flotte durch Brände zu ver- »ichten, aber damit erreichten sie mit, daß England in sörmlicher Weise den Krieg erklärte. Am 4. Juli 1810 erschien die englische Flolte bei der Gruppe der Khnsan-Jnseln an der östliche» Kilste und damit begann oer sogenannle Opinmkrieg, in dem sich China zum erste» Male mit einer höher zivilisiile» Westmacht z» messen datlr Der Ausgang des Krieges ivar von vornherein ge- gebe». China, durch lange Tradition ei» durch und durch friedlich«? Volk, hatte weder eine modern« Flott« noch ei» den damaligen europäischen Anschaiiungeu entsprechend geschultes und bewaffnetes Landheer. Nach einigen Erfolge» der euglischen Waffen zeigte sich China zu einem für England vorchellhaflen Frieden bereitwillig. Es kam schon Ende 1310 zu Verhandlungen in Kaulon, wo im Januar deS darauf folgende» JahreS ein Präliininarverlrag abgeschlossen wurde. Ader allem Anschein nach wollt« China mir Zeit gewinne», um ein Heer zu sammeln und die Enlscheiduug des Krieges auf das Land zu verlegen. Die kaiserliche Anerkennung des Präliminar- friedens blieb ans, der Krieg begau» von neuem, Kaniou wurde am 16. März vo» den Engländern besetzt. Dieser abermalige Erfolg des Feindes schien wieder zu wirken. Es kam zu einem Waffen- stillstand, dem aber schon am 24. März ei» wülhendeS Manifest des Skalsers solgie, der über die FriedenSneigung seines KomnitssarS Kischan empört mar. Ein chinesische? Heer von K0 000 Mann zog gegen di« 2400 Mann englischen Landungstruppen,»inßle aber ein- sehen, daß mit Wällen aus Pappe und hölzernen Kanonen«ine europäische Truppe nickt zu vernichte» war. Es kam zn einer groben Niederlage des chinesischen Heeres und schon sollt« Kanlon beschossen werden, da bole» die Chinesen die Kapitulation an. Die Chinesen versprachen binnen sechzig Tage» alle Truppe» weg- zuziehen und sechs Millionen Dollars Koulribulion zu zahle». Dieser Stegesprcis war jedoch der englische» Regierung zu gering, man billigte daher die Uebereinkunft nicht und sandte anS London als alleinigen Bevollmächtigten Englands den Oberbefehlshaber Sir Henry Pottinger, der am 9. Aiigust 1341 mit der festen Absicht ankam, den Krieg ohne jede Rücksicht fort» dahin gerichteten Antrag der Sozialdemokraten abgelehnt. ES wird sicherlich die sozialdemokratische Fraktion von neuem ver- suchen. die Härten des Exekutionsrechts nach dieser und anderen Richtlingen hin zu mildern. Tie Hausineier laufen gegen s 659» bereits Sturm. Wir wirnschen ihnen d t u Erfolg, daß in§ 659a das Beliebe» des Richter- in eine Ver- pfllchtung umgeivandelt wird.— Die internationale Zuckerprämien-Konfereuz, die allem Auscheine nach in der nächsten Z«it staltsinden soll, gehen Ver- Handlungen der österreichisch- ungarische» Regierung mit der unserige» zwecks gemeinsame» Vorgehens voraus.— Das Ntinifterinm Rudini wird nicht von langer Dauer sein. Blos nut einer Mehrheit von sechzehn Stimme» bei zehn Stinimenenthaltuiigenjwurde ein Mißtranensvotiun abgewendet. Nach der langen Dauer der Ministerkrisis und den Zugeständnissen Rudini's au früher seinem Kabiuete seindliche Pcirlamenlsgrnppen ist die Mehrheit, über die das Kabinet verfügt, so überraschend klein, daß die gestrige Parlamentssitzung für das Kabinet Rudini- Zanardelli als eine schwere moralische Niederlage aus- gefaßt werden muß, als eine Niederlage, der vielleicht schon bald nach Ablauf der WethnachtSsericn der Sturz des Kabinets folgen wird. Hätten die Minister und Staatssekretäre sich, wie dies sonst Brauch ist, der Abstimmung enthalten, so hätte das Kabinet sofort nach der Kammersitzung zurücktreten müssen. Schon jetzt nimmt man a», daß Rudini sein Kabinet während der Weihnachtspanse noch einmal umbilden und. Viel Erfolg verspricht dieser Versuch nicht.— TeutscheS Reich. — Zur Enquete über den Entwurf für AuSführungS- bestiinmungeu zum AuSwanderungs- Gesetze, das am l. April 1893 i» kraft tritt, wird jetzt in den„Berliner politischen Nachricht«»" offiziös mitgetheilt. In dem Ent- würfe sollen hanptiächliche Bestimmungen Über Beschaffenheit. Einrichtung und Verproviantirnng der Ansivandererschiffe. über »mtllche Besichtigung und Kontrolle dieser Schiffe, über ärztliche Unlersuchnng der Reisende» und der Schiffsbesatzung vor der Einschiffung, über den Geschäslsbetrieb der Uniernehmer und Agenten u. s. w. getroffen werden. Der Bundesralh dürfte im Januar n. I. Gelegenheit erhalte», zu allen diesen Fragen Scellnng zu nehme». Dnniit wird aber seine vorbereitende Thäligkeit siir die Ausführung des Answanderungsgesetzes nicht abgeschlossen sei». Es wird sich bei Beginn des nächsten Iah, es für ihn auch dar»»» handeln, den sachverständigen Beiralh zu bilden, welcher dem Reichs- kanzler bei Ausübung der in diesem in der Ordnung des Aus- Wanderungswesens zustehenden Befugnisse unterstützen soll.~- — L o x A t o n 8. Wie wir bereits berichteten, wird in der demnächst beginnende» Session dem prenßische» Landlag von der Regierung ei» Gesetzentwurf über das Diszipliuarverhältniß der Privatdozenten an den preußischen Hochschulen zugehen. Be- kanntlich hatte der Knltusmirnster bereits im Sommer 1894 den Versuch gemacht, die philosophische FakultSt der Berliner Universtiät zur Entfernung unseres Genossen AronS anS setner Lehrihätigkeit zu bewegen— lediglich, weil der „im übrigen»inwandsfrele UniversiiätSlehrer als Mitglied der sozialdemokratische» Partei« Organisation in sozialdemokratischen Versammlungen agitatorisch austrat." Der Versuch mißlang, der Minister erhielt vo» der Fakultät«ine wohlverdiente Ab- Weisung. Wir zweifeln nicht daran, daß der Minister am liebsten dai GraS über seinen Mißerfolg hätte wachsen sehe». Aber waS vermag ei» armseliger Minister gegen- über der mächtigen Kltqne, alS deren Wortführer Herr v. Zedlitz-Nenkirch in der letzten Session beS AbgeordnelenhanseS den Miuistern das formelle Versprechen abzwang, nunmehr aus gesetzgeberischem Weg« dem sozialdemokratischen Privatdozenten zu Leibe zu gehen— und dieses Ministerverspreche» wird zur Ab- wechsluug eingelöst werden. — Für den Quebrachozoll werden di« Interessenten, di« Besitzer der rheinischen E'chenschnlwaldunge» wieder mobil ge- macht. Der Landtngs-Abgeordnele Knebel nimmt zu diese», Zwecks «ine Enquete vor, um klar zu stellen: welche Einwirkung nuf die Ertrags- beziv. Lebensfähigkeit des EichenschälwaldeS di« Anfhebung des Lohzolls und die vermehrle Einfuhr aniländischer Gerbstoffe ge- zusetzen»nd die Chinesen zu einem für England möglichst vortheil- haften Frieden zu zwingen. Die Flolte befebligte der Admiral Sir William P a r t e r, daS Landheer Generalmajor Sir Hugh Grugh. So rasch wie man sich die Niederwerfung China's ge- dacht hatte, ging eS nun freilich nicht. Zwar siegten di« Engländer allenthalben, wo sie mit chinesischen Truppe» zusammenstieße», aber die Chinesen verstanden es, wie FabiuS Kuuktalor. den Vormarsch der englische» Truppen in die Länge zu ziehen. Erst als das engllsche Heer am 19. Juni 1842 Shanghai nahm und am 6. August vor Nanking erschien, da schien Pottinger sich Erfolg vo» Friedensverhandlungen zu versprechen. Schon am 29 August kam der Nanlinger Friede zu stände� der die Machtlosigkeit China'S einem enropäiscven Feinde gegenüber schlagend bewic?: Briten und Chinesen sollte» künftig aus dem Fuße voller Gleichheit verhandeln; die Häfen Kanlo», Amoy, Kutschen. Ningpho und Shanghai wurden dem Handel aller Nationen geöffnet; die Insel Hongkong wurde an England abgetreten und jChina Halle 21 Millionen Dollars binnen vier Jahren zu dezahle». DaS Land halte unter dem Kriege enlsetzlich gelitte». Nicht nur war es fortgesetzt de» Plünderungen deS Eroberers ausgesetzt, die Engländer hatte» auch unterhalb Kamons lynemaliiche Verheerungen inizeuirt, sie hatten über 100 chinesische Kriegsschiffe anf einmal verbrannt, kurz und gut, sie waren dem chinestiche» Volke als Barbare» im schlimmste» Sinne des Wortes erschienen,»nd es war lein Wunder, daß der Opium- krieg die Bevölkerung China's nicht nur gegen die Fremde» abermals mit wilde», Haß erfnllle, sondern auch mit ihrer Negieriing, die de» Frieden z» Nanking adgeschlosien hatte, unznfriede» machte. Alsbald»ach dem FriedenSichlnffe kam es daher zu neuen Reibereien. Di» neue chinesisch« Regierung, die 1830 ans Ruder kam, hatte eS mit der Aussnhrung der Nankinger Vertrags- bestimmunge» nicht eilig; denn jede Nachgiebigkeit gegen die Fremden verstärkte di« nene revolutionäre Bewegung des Landes, die sehr bald in dem Nnfstand der T aiping ihre» Ausbruch fand. Die chinesische Regierung befand sich in einer äußerst schwierige» Position. China hatte Nach de», Nankinger Friede» auch„och Ver- träge i»il andere» Staaten, so mit Fraiikreich abgeschlossen. Diese Siaate», voran England»nd Fiankreich, bestanden»n» anf pünkl- licher Erfüllung der Vertrag.»est,»imnnge», K.»i> die chinesische Regierung den Forderuiige» der Westmächte nach, so mebrte sie da- »>il im eigene» Lande die Glnlk der Revolmion und kam in Gefahr, gestürzt zu werde». Suckle sie aber i» erster Linie die Unruhe» im eigene» Land« zu meistern, so ninßie sie nothwendig init den Verlragsstaate» in Konflikt gerathen. Und dies mußte»in so früher eintreten, als auch in Europa selbst wichtige politische Ver- ändrrnnge» eingetreten wäre», die Expeditione»»ach China nicht unerwiiiischt erscheinen ließe». Napoleon III. war inzivischen ans Ruder gekommen und unter seiner Abenlenrerpolitik hob sich das äußer? Ansehen Frankreichs bedenlend. Er schloß sich bei seinen auswärtige» Aktionen mit Borliebe England an und niachle alle Manöver mit, von denen er eine Verivirklichung seiner Pläne, die auf ein größeres Fiankreich hinzielten, erhoffte. So war es auch für England nicht schwer, Napoleon zu besti»»»«». ihm die ttastanic» i» China auS dem Feuer holen zu helfen. England und Fiankreich trafen ei» geheimes Abkommen, die Chinesen zur Juuehaltuiig der früher abgeschlossene» Verträge zu zwingen. (Ein Schlußartilel folgt.) fiabt; welche Arten von Wirthschaften»NM Betrieben dnbei Haupt- sächlich i» betsacht komme»; welche Folge, die Fortdauer der zoll- sreien Zulassiing aller Gerbstoffe nach sich ziehen, und welche Wirkung der i»U 10 M. per 100 Kilogramm beantragte Zoll auf Quebracho- holz l» Berbindung mit entsprechendem Zoll ans sonstige Gerbstoffe ausüben würde.->» Dee Dekegirtentag d,r«ationalliberaleu Partei dürste im Frühjahr stattfinden.— — Ein kleines Weihnachtsgeschenk skr dt» A g r.a r i e r. Die offiziöse„Berl Kopr." theilt mit: «Zur Einfuhr ans Dänemark darf danach nur gekochte Wurst, sowie Dauerivurst zugelassen werden, die durch längeres Lagern hart und fest geworden ist." — Di«»Kreuz-Zeitung" hat einmal d a S Richtige getroifen. Sie jammert in ihrem heutigen Leitartikel arg über die mangelnde JuleUtgenz in der Provinzialpreffe ihrer Partei. Das ist offen und ehrlich. Wir haben dies Urtheil immer gehabt — Konservative und Antisemiten. Die„Schlefische Zeitung" kündigt an, daß ans dem konseruativen Parteitag in Dres den«nie Auseniandersetznng mit den Anltsemiten erfolgen werde und bemerkt hierzu: „Dresden ist gerade der richtige Ort, um eine Scheidewand zwischen den Konservativen und den Antisemiten zu errichte». Bon Sachsen aus haben seinerzeit die Antisemiten ihren«Siegel lauf" begonnen, in Sachsen hat man aber auch zuerst die zersetzende Gefahr des«reine»" Antisemitismus erkannt und mit kräftigem Schnitt die Partei des Herrn Zimmer«,»»» von de» Ordnnngsparteien getrennt und fie an die Seite der finnesverivandlen Sozialdemokraten gewiesen. Di» preußischen Konservativen habe» dieses Vorgehen ihrer sächsischen Parteigenosse» mit großer Sympathie verfolgt und werden nicht zögern, dies« Taktik auch zu der ihrigen zu machen. Ob die Slellungnahme zu den Antisemiten durch eine Resolution oder durch bloße Aussprache erfolge» werde, ist unS nicht bekannt; aber da? wissen wir aus bester Quelle, daß st« erfolgen wird, und daß auch der Bund der Landwirthe, dessen erster Borsitzender u. Plötz sich wahrscheinlich persönlich an der Dresdener Versammlung beiheiligen wird, in beziig aus das käust, ge Verhalte» zu anti- semitischen Sonderkaudidaturen in konservativen Wahlkreisen zu einer klaren Stelliingnadme wird veranlaßt werden." So itnfach wird die Sache für die Herren Konservativen nicht ablaufen. Die mörderisch« Niederlage, die ihnen lS93 die Anti femiien im östlichen Eachfep beibrachte», hatte feine guten Gründe. Die konservative Partei hat sich selbst bei ihre» früheren Anhäiiger» gründlich verhaßt gemacht. Und jetzt ist ihre Situation nicht günstiger geworden. Haben auch die„Reformer" sich durch Zweizüngigkeil. allerlei taktische Fehler soivie durch die persönliche Geringwerthigkeit ihrer Führer sehr geschadet, so doch die Konservativen»och viel mehr durch ihre schäbige» reaktionären Streiche, besonders durch die Bernichtiing des sächsischen LandtagS-Wahlrechls. Darin» werden dieAntiseiniten immer noch reichlichen Zulauf haben und darum wird auch der Bund der Landivirlhe sich um eine klare Slellunguahm« gegen die Zimmer mann'sche Gruppe weiter her»mj»drückeii suchen. Alles in allem wird aus diesem Streit nur die Sozialdemokratie vortheil ziehen. Darum Glückauf zu der großen«Auseinander setznng"!— — Die„Post" macht heute großes Wesen aus Aexderungen, die Bebel im Stenogramm seiner, u. a. den Fall Fink behandelnden Rede vorgenommen haben soll. Der Abg. Bebel hat für die Zeil der WeibnachtSferten Berlin verlassen. Die„Post" muß sich demnach auf die Antwort gedulden.— — Chronik der Stsenbahnunfälle. AuS S s ch weiler(Landkreis Aachen) wird telegrnphirt: Gestern Abend « Uhr erfolgt««in Zusammenstoß eines Wagens der«lektrische» Kleinbahn mit dem Aachen-Jülicher Zug«, wobei dem«Bote» an der Jude" zufolg, der Führer d«S elektnschen Motorwagens vom Eisenbahn-Zug« erfaßt und sofort zermalmt wurde. Zwei andere Personen wurden leicht verletzt; der Materialschade» ist unbedeuteud. Wie das genannle Blatt berichtet, entstand das Unglück dadurch, daß der Führer d«S Motorwagens, welcher die Strecke zum ersten Male deflihr, den Schlagbaum vermuthlich nicht rechtzeitig erkannte und so die geschlossene Eisenbahn-Barriere durchfuhr. Gestern Abend wurde beim Rangiren im Güterbahnhof« der Hessischen LndwigSbahn i» Frankfurt a. M. dem Rangirer Lißner der linke Oberschenkel vollständig zerdrückt.— — Der. Weser. Zeitung", einem sehr gemäßigt-liberalen Blatte, ist ga», unvermnlhet große Ehre widerfahre». Es ist ihr das Postdebit für Oesterreich entzogen worden. Die Gründe hierfür sind untrsindlich, haben doch die meisten andere» reichsdenlsche» Zeitungen wett schärfer« Kritik an den Vorgängen i» Oesterreich geübt, alS das harmlos« Organ der Bremer Handelsherren und Rheder.— — Die Kulturauf«aben leiden nicht. DaS Ludwigs lüftet Tageblatt bringt die folgend«, eine« Koiiimentars»ichl be> nöthigende Meldung! Der Assistent Lübcke. welcher seit Michaelis d. I. die zweite Lehrerstelle in Marlow bei LlldwigSlust verwaltet« Mt von dieser Stelle abberufen und soll den i» Gr.-Drenz bei Schwaan erkrankten Küster»nd Lehrer vertreten. Die Kinder der ziveite» Klasse in Marlow sind seit etwa S Tagen ohne Unterricht. Wie wir hören, soll der ziveite Lehrer in dem eine halbe Stunde von Marlow belegenen Dorfe Kuinmer die vakante Stelle in Marlow mit verwalten. Derselbe.vird damit pro Tag 7 Stunde» zu unterrichten haben.— DreSdeu, 20. Dezember.(Eig. Ber.) Drei große, imposant verlaufene VersnmiiillingeN protestirten hier durch Annahme einer Resolulio» gegen die vom Rath zu Dresden geplante zweiprozeiitige U in s a tz st e n« r, durch welche die Konsumvereine der Arbeiier bc- troffen werden sollen. Abgeordneter Wurm, der Gründer des Dresdener Konsumvereiiis, Fell- Leipzig und Lorenz- Che»i»itz referirten. Es ward« u. a. besonders betont, daß derartige wirth- schaftliche Aiisnahiiieniaßregeln gegen die U bemittellen auch de» letzte» Arbeiter in die Reihen der Sozialdemokratie führen müßte». München» 20. Dezu.(Eig. Ber.) Die Abgeordnelenkammer lehnte in heutiger Sitzung den sozialdemokratischen Antrag, betr. die Lohn« iliid Arbeit-verhältnisse des Bedieiisteie». und Kellnerinnen- Personals im HofbiKilhanfe, mit allen gegen die Stimmen unserer Genosse» und des Abg. Dr. Ratzinger ab. Unser Genosse Scher», Halle in feinem Schlußworte»och die Einwendiinge» des Ministers. daß man diese Berhältnisse nicht anders regeln könne, weit man nicht in Privatangrleae» heilen eingreifen dürfe, schlagend zilrückgeiviese». Dein iveiteren Einwand« gegenüber, daß die Kellnerinnen selbst eine Aenderuiig»ichi wünsche», batte Redner mit recht betent, daß der Staat dann überh.nlpt keine Arbeiterschntz-Maßregel» erlassen köiiate, ivenn man imaier nur d a r a u f Rücksicht nehmen sollte. Dieses Resultat der Abk»»ini»»g hat wohl iiiemande» ernstlich überrascht. Es ist lebig- lich ei» neuer Beweis für die sozialpolitische Einsichtslosigkeit unserer Kanimerniedrheit. Das Hau? vertagte sich ans den 4. Januar 1393. NiiS Baden, 20. Dezdr.(Ech Ber.) Die zweite Denk- schritt des babischen Finanz»ii»isters Dr Bucheuberger über die R e f o r in der direkten Steuern liegt jetzt im Druck vor. Die badische Sienerreform ist bisher an der lnndwirthschaft- lichen Stenererlrags- Berechnung, weiche der Finanzmiiiistcr«im Interesse der Lanvivirihlchast selbst" vom Sleuersysiem ans- pesciilosse» wisse» will, geicheilert. Das neue System wäre nach den Intentionen Dr Buchenberger's gewissermaßen eine Ziisamm«»- setznng aus den Elemente» der jetzigen Einkoiniiienileuer und der neue» Vermögenssteuer. I» der erste» Denkschriit waren die Veimögensobjekle z» 3 Milliarden und die adzugsberechiigte» Schulden zn I Milliarde nngenoiiunen. Nach dein neuen VoUchlag der zweile» Denlschrifl würde stall eines Steuerkatasters von nur 5 Milliarde» ein solches von b>/, Milliarden bleiben. Von den Hauptsätzen über die Grnndzüge«ineS Vermögens- steuergesetzes verdienen folgende der Erwähnung: Gegenstand ist das steuerbare Vermöge», d.i. die Gesammtsumme der im Veranlagungsverfahre» ermittelten Bermögeiissteuerwerlhe einer steuerpflichlsgen Person nach Abzug desjenigen Schuldbetrags, der im Gesetz für abzngssähig erklärt wird und nicht schon bei Bildung der Steueranschläge der einzelnen Verniögenstheile zu berück- sichtige» ist. Als steuerbares Vermögen gelten: a) Die Grundstücke»nd Gebäude, die nach den bisherigen Ge- setzen zur Gr>i»d. und Hänsersteuer veranlagten Grundlaften, sowie das BergwerkSeigenthui». b) die Anlage- und BetrtebSkapitalien der betriebenen Gewerbe, c) das nicht schon unter d) begriffene bewegliche Kapitalvermögen. sofern nicht einzelne Vermögenstheile ausdrücklich de- freit sind. Steuerpflichtig sind die juristischen Personen des öffentlichen mid Privalrechls, wobei auch offene Haiidelsgeselllchaften und Kominandilgesellschaften als juristische Personen gelte»! ferner sämmt liche Landes- und Reichsangehörige. endlich Reichsausländer, ivelch« ohne ei»en Wohnsitz in ihrem Heiniathsstaate nachweisen zu könne». eine» Wohnsitz in Baden habe». An der Siimine der BermögenSwerth« kommt auf Ansuchen der Steuerpflichtigen die Häkste des Beitrag? seiner nachgeiviesenen Kapitab schulden in Abzug. Nicht adziehbar sind Schulden, die zur Be� streitung der laufenden HanZhaltungskoften eingegangen find, sowie die Antheile der Miiglieder einer selbständig der Vermögenssteuer unterliegenden Gesellschaft an deren Vermögen. Der»ach Abzug dieses Schuldenbetrages von der Summe der Vermögenssteuerwerihe verbleibende Betrag ergiebt da? steuerbare Vermögen und nach Abrundung aus die nächstwidrige durch 100 theilbare Zahl den Vermögenssteueranschlag, mit dem der Steuer- Pflichtige im Vermögenssteuer-Kataster einzutragen ist. Der für je 100 Mark VerinögenSsteuer- Anschlag zu entrichtende Sleuerbetrag bildet den Steuerfnß der Vermögenssteuer, der durch das Finanz gesetz besttinmt wird.— Ans Hcsseu. 17. Dezember.(Eig. Ber.) Der PetitionS- st u r m, der anläßlich des Beamte nbesoldungS-Entwurss sich über die Landständ« ergießt, will nicht«»den. Die ganze hessische Beamtenschaft befindet sich, dank dieses famosen, jedeS klaren und gerechten Maßstabes e»tbehr«»d»n Neuordnungsversuches in hochgradiger Anfregung. BiS jetzt sind nicht weniger als>S Kollektiv eingaben mehr oder minder großer Beamteniategorien an die II. Kan'"'»r gelangt, die zum theil«i» recht schlechtes Licht aus die hessische» B-amlenzustände werfen. Das System, anftellniigs berechtig'« Leute jahrelang diätarisch und mit jämmerlicher Bezahlung in Stelle» zu verw-nden, die längst als ständig »othivendig anerkannt sind, ist in schönstem Schwung. Am tollsten scheinen die Zustände in der hessischen Beaintenschaft der Main Neckar-Bahn zu sein. So blicke» von de» 47 dort i» den Fuiirtionen vo» Stationsvorstehern und Assistenten verwandten „Expeditionsgehilfeu" 6 auf eine Dienstzeit von 3— S Jahren, 12 au eine solche 3—7 Jahren, 12 ans 7—10 Jahren, 12 auf 10 bis 12V2 Jahren und 5 auf eine Dienstzeit von 13 Jahren zurück Ein großer Theil von ihnen steht im vierte» Lebensjahrzebnt und ist längst verhei>alket. Was fragt die staatliche Verivaltung danach? Die Leute mögen zusehen, wie ste mit ihre» küinmerlichen Remunerationen von l2I»V wohlbehalten i» de» Kreis ihrer Familien zurück l Auf so was ist Badem doch noch nicht gekommen!— Schweiz. Bern, 19. Dezember.(Eig. Ber.) Nach Htägiger Dauer ist gester» die Wintersession der Bundesversammlung wieder geschlossen worden; wahrscheinlich tritt sie im April wieder zu einer kurzcn Frühjahrssession zusammen. AuS den Verhandlungen ver ziveilen Sessionswoche sind einige wichtigere Sache» zu er- ivähne». Zunächst aus dem Budget, daß es an Bundesbeiträgen F l u ß k 0> r e k l i 0 n e n. die in der Schweiz nicht blas, wie Dentschlaiid(nach Kanitz) vo» den Regierungen«er- >v 0 g e n", sondern auch wirklich ansgeführl werden, gegen 3ll» Millionen Franke» vorsieht; die gleiche Summe der Bund an solche» Slibventionen so ziemlich Jahr für aus, im Jahre 1396 belief sie sich auf 3 360 000 Fr. Der Kniltv,� Tessin wendet allein für die seit 1386 in Aussühning begriffene Korrektion deS TessinflusseS 4 673 632 Fr. auf. Für die Rdeinrcgnlirung zahlt die Sckweiz mit 8 Millionen Franke» ebenso viel wie Oesterreich u. f.>v. Da die Bimbesbeiträge an die Ftnß- korretlionen 40—30 pCt. der Gcsammlkosten betragen, so werden in der Schweiz alljährlich 7—3 Millionen Franken für diese Zwecke von Geiiieinden, Kautonen und dem Bund aufgeivendet. Und das ist wahr« Kulturarbeit, ivahre Etaatsaufgabe und die hier aufgewendeten Summen bedeulen zweifellos die beste, reichlich verzinste Kapitalsanlage.— Ii» Stänberalh wünschte der Neuenburger Robert, daß der Bundesrath versuchen möchte, mit den Nachbarstaaten Deutschland, Frankreich, Oesterreich»e. eventuell Italien eine Konvention zur Erhöhung des Gewichtsmaximnms für zu in giebt Jahr kleine den«infachen Ausländsbrief von 16 auf 20 Gramm abzuschließen. Eine Antwort hieraus erfolgte leider vom Bundesrath nicht.— Auch eine Interpellation gab es im Nationalrath wieder. Der Radikale Dr. Fell er kam wohl unserrn Genossen Wullschleger zuvor mit der Anfrage an den Kriegsminister, Bundesrath Müller, über die Beschwerdm und Proteste der organifirten Arbeiter über die Behandlung von Arbeitern und Angestellten in eidgenössischen Anstalten durch Vorgesetzte. Im eidgenössischen Remonlendepot Bern wurden der Präsident, Sekretär und Kasflrer des neu« gegründeten Pferdewärter-Bereins gemaßregelt und als der Grund vom Kriegsminister die Statuten dieses Fachvereins angegeben. In feiner Antwort anf die Interpellation vertheidigte Bundesrath Müller die dreifache Maßregelung, da stch die Betreffenden renitent gezeigt hätten und in den Statuten vo»„knechten- dem Kapitalismus" in den Staatsiverkstätten, von Despotismus der Leitung, von Denmiziaiitenthum u. f. w. geredet werde. Der Verein werde ruhig geduldet, aber wo die Pflicht- erfülliiiig nachläßt und der gekennzeichnete Geist in Wieklichv feit zu treten suchte, da mußte eingeschritten werden. Ge�en Willkür- akte der Direktoren schreite er allerdings ein, aber in diesem Falle lag hierzu kein Anlaß vor. Die Zugehörigkeil zu einem Berein seil nicht gegen Eiitlassung. Genosse Wullschleger beantragte die Eröffnung einer Diskussion, wie sie in letzte» Jahre» über Interpellationen üblich gewesen; er wollte vom Standpunkte der Arbeiter ans den„Zufall" besprechen, daß gerade die drei Vorstands- Mitglieder des Vereins gemaßregelt wurden. Mit 41 gegen 40 Stimmen lehnten die fozialiften- und arbeiterfeindliche» Radikalen den Antrag ab. Die Bern er Arbeiterunion will pruseiv ob der Anlaß nicht geeignet sei für ein I» i t i a t i v b e g e h r en, betreffend Volks wähl des Bnndesrathes. und ste wird ferner für die Gemaßregelten Sammlungen vornehmen.— Ein iveiterer unerfreulicher Beschluß des NationalratheS ist die Annahme der Motion des reakiionären Ultramontanen Hochstraßer ans dem Kanton Luzer» mit 61 gegen 38 Stimme», wonach der Bundes- rath die Frage prüfen soll, od nicht vor den nächsten Natibnalraths- wählen die Bnudesverfafliliig w dem Sinne revidirt werden soll, daß bei den Wahlen die schweizerisc''« Be- Völkern 11 g allein maßgebend fein soll. Der Antrag richtet sich gegen die Städte und Industriezentren mit zahl- reicher ausländischer Bevölkerung, die, so namentlich die Stadt Zürich, für die nächste Wahl'Anspruch ans Erhöhung ihrer Vertreter- zahl hätte», während aus der anderen Seite ländliche Kreise mit abnehmeiider Einwohnerzahl wohl an ihrer Bertretinig einbüßen würden. Was der Anirag will, ist 1393 auch im Kanton Zürich ans die Initiative ländlicher Vertreter hin beschlossen worden und richtete stch gegen die Städte,»ie gegen die Sozialdemokratie. Der Aiitrag ist durch und durch reaktionär und geradezu«»vernünftig bezüglich der Jgnorirung der 229 000 Ausländer, die in der Schweiz lebe», arbeite» und stener». Man iveise einmal die 60 000 Ans- länder ans dem Kanton Zürich, die Tansende von Ausländer aus Bafel, Genf». f. w. hinaus»nd diese Gemeinwesen werden aufs Tiefste erschüttert, auf Jahre hinaus geradezu ruiinrt werden. Und umgekehrt müßte der gleiche Fall eintrete», ivenn die etwa 260 000 im Auslande lebenden Schweizer heimgeschickt würden. Daraus folgt aber, daß in der Schweiz die Ausländer von der Politik doch nicht blas als„menschliches Bieh" behandelt iverde» sellten. Araukreich. PariS, 19. Dezember.(Eig. Ber.) Der Staat? rath hat zum zweiten Male die Tonlonser G e m e i n d e w a h lß n a>1 n u l l i r t,»nd zwar die Wahl von 26»»«er 86 Mitgliedern. Di« vorgeschützt« Uiuegelmäßigkeil soll darin bestehe», daß in einey» Wahlburean I3leereE'ii»»izeitel mitgezählt wurden. Das iväre t» jedem Falle belanglos, da die 26 Geivühllen durchschnittlich eine Mehrheit vo» 2600 Stimmen erlangt haben. Obendrein aber ist die Justiz letzthin endlich gezwungen worden,«ine Unlersnchuiig über die leeren Stimm« zeltet einjuleileii, deren Existenz bestritieu wird. Dt« sozialistischen und rad'kalen Wähler von Toulouse werden zum dritten Mal der kleinlich-partensche» Regierung eine gebührende Antwort ertheilen.— PariS, 19. Dezember.(Eig. Ber.) Zum zweiten Mal in diesem Jahre brachte der Bergarbeiter-Abgeordnete B a s l y eine Interpellation über die ni an gelhafte Durch« sührung des Gesetzes betreffend die Bergarbeiter- D e l e g i r t e n ei». Die Zahl dieser mit der Sicherheitsinspektion betianleii Arbeilervertreler ist im Verhältniß zur geivachseiien Zahl des Personals erheblich gesunken. Die Folge davon ist die Ziinahnie der U>>sälle. Zudem wiid die gesetzlich vorgeschriebene Zuziehiing der Delegirte» zuc Feststellung von Unfällen unterlassen... Der Minister Tnrrel iiinbte im wesentlichen die Richtigkeit der von Basly vor- gebrachleuThatiachen zugeben»nd eine Resolution akzeptiren, worin die Regierimg„z»r Anwendung der Gesetze und Rundschreiben betreffs der Sieberdeit der Bergarbeiter in ihrem Buchstaben und Geist" auf» gefordert wird. Ader Tnrrel's guter Wille ist ein« unzulängliche Bürgschaft. Hat er doch sein« Bersprechunge» gelegentlich der gleichen Interpellation Ba?ly'S im März dieses JahreS nicht ge- hallen. Die staatlichen Ingenieure werden»ach wie vor mit den gesetzeSverletzenden vriibenbaronen gemeinsame Sache machen. Der Chefredakteur des„Figare", F. de RodayS, thut Buße in Sack und Asche für sein bisheriges Verhalten in der Dreyfut-Asfäre. Fortan soll das reaktionäre Blatt, das zur allgemeinen Verwunderung sich zum Ankläger der geheimen Militär- jnstiz und der parteiische» Machensrdafien der militärischen Olig- archie gemacht hat. von»euei» die Heiligkeit der„Armee, der«inen der Grundlagen der sozialen Bertheidigung", rückhaltlos anerkennen. Woher dieser zweite Frontwechsel? De RodayS erklärt mit dem nn» bewußte» Zynismus eineS GeschästS-Journalisteu:„Da ich nicht die ganze öffeniliche Meinung für mich habe, so muß ich eine Sache aufgeben, bei deren Bertheidigung ich rttkiren würde, ftir eineie Augenblick die Achtung vo» Frennden zn verlieren, welche mir dreiüig Jahre guter und ehrlicher(!) journalistischer Thätigkeit ver- schafft hab-n..." In der That, der„ehrliche" Journalist— siehe namentlich Panama- Affäre!— hat sich den Boykott einer ivachseiiden Zahl »lilitärfroiniiier— Abonnenten zngezoge». Um diese wieder freundlich z» stimmen, legt de Rodays bis znin Abschluß der DreyftlS- Affäre die Chefredaktion nieder.(Mehrsach ivird gemeldet, daß der royalistische Publizist Cornely die leitende Stellung beim„Figaro" angenomiiie» habe.)— Der zweile Frontwechsel macht den ersten Frontwechsel unerklärlich, wen» ma» nicht annimmt, daß der„ehr- liche" Schacherniacher in der Dreyfns-Kampagne lediglich einen Ge- schästSgewin» gesucht hat. Es sei»och erwähnt, daß de RodayS' Erklärung in Widerspruch zu de» Aeußernngen S ch e n r e r» K e st n e r' s im Senat steht. Dieser bat— i»a» weiß nicht recht warum— jede Verantwortlich- keit für die Artikel des„Figaro" abgelehnt. De Rodays' behauptet dagegen,„von einer anderen Seite als von Schenrer- Kestner Jiispirationen und Mitlheilnngen empsangen zu haben". Der Zwischen» fall soll, wie verlautet, im Senat von Scheurer-Kestner's Gegnern zur Sprache gebracht iverde».— PariS, 20. Dezember.(Eig. Ber.) Der erste VerhandlnngStag im P a» a»1 a- P r 0 z e ß, anSgefüllt durch die Verlesung des An- klage-AkteS und die A u S s a g e» Slrton's, bot im wesentlichen eine Wiederholung der bereits bekannten Thatsachen. Die freche Schonung der regierungSfreinidliche» Großpanamisten drückt dem zanzen Prozeß das Gepräge einer abstoßenden Gerichtposse auf. Man ieht auf der Anklagebank vornehmlich diejenigen, die» i ch t da sind: die in Ronan et's Bericht der Korruption überführte» Rouvier, Jules Roche, Uves Guyot, um nur die schönsten Zierden des herrschenden Kliiiigel! zu nennen. Rouvier ist außerdem durch Arlon'S Notizbücher, deren Zuverlässigkeil der Gerichtsvorsttzende nachdrücklich Hervorhob, belastet. Neben der parteiischen Justiz hat der blinde Tod manchen Pananiisten vor dem Slrafrichter gerettet, namentlich den oppoilunistifchen Nationalheiligen B u r d e a u, der für 80 000 Fr. einen Einfluß zu Bestechnngsinakler.Dieiisten verschachert, den Land- wirthschaftsmimster Barbe(Kabinet Rouvier 1337). dem Artoa auch für seinen Ministerpräsidenten Nouvier 50 000 Fr. übergeben und den radikalen Ministerpräsidenten F l o q n e t, der ans der Panamakasse 300 000 Fr. zur Bekämpfung des Boulangismus vcr- mittelst Subventionen an die Presse geschöpft, und den General Bonlanger, dem die politisch vielseitige Panamaverwaltung durch N a q u e t 100 000 Fr. zur Verfügung gestillt hat. Von den acht oppositionellen Sündenböckcn, die Melinc Justiz herausgegriffen hat, erscheine» stark belastet Henry Maret, Abgeordneter und Chefredakteur des„Radical", Saint Martin, ehemaliger boulangistischer Abgeordneter, nnd der flüchtige Abgeordnete N a q u e t. Diese drei bildete» mit Burdeau, Barbe und einigen andere» das, was Alton seinen„Berathnngs- ausschuß" nennt, b. h. die Helfershelfer der Bestechnngs- nnd Be- «inflnssungs-Kampagne in der Kammer. Der Werth der Belastnngs Momente gegen die übrigen fünf Angeklagten wird sich erst im Laufe der Verhandlungen beurtheilen lasse». Was übrigens den sozia- listische» Abgeordnete» A» t i d e Boyer betrifft, so hat Arlon, wie schon vor dein Untersuchungsrichter, ausdrücklich bestritte», Boyer bestochen zu haben, da dessen dem Panama-Anleihcgesetz günstiges Votum von vornherein feststand. Zu erwähne» ist noch, daß in» Panama-Prozeß von 1893(in Abwesenheit Arton'S) der opportunistische Abg. Sans-Leroy trotz der erdrückendsten Belastungsmomente freigesprochen wurde. Arton sagte nun ans, daß er den einzigen regelrechte» Bestcchungs- Handel gerade mit Sans-Leroy abgeschlossen habe. Das Benehmen des Gerichtsvorsitzenden Tardif entspricht der ganzen Handlungsweise der Parteijnstiz. Er setzte jedesmal Arton'S Aussagen betreffs der ministerielle» Pana misten die Ableugnungen der letzteren entgegen und hielt eine förmliche Anklagerede gegen den flüchtigen Naquet. Auf fallend ist auch die ausgesuchte Höflichkeit des Gerichtsvorsitzenden gegenüber Arton, dem er sogar Komplimente über seinen„feinen Verstand" und die»ehrliche" Erfüllung der Bestechuiigsmission machte.... Die Gegner der Meline'schen Justiz erhoffen oder wünsche» «inen allgemeinen Freisprnch. Das wäre in der That die sittlich be- friedigendste Antwort des Schwurgerichts aus die von der Negierung veranstaltete schamlose GerichtSposse.— Die Republik deS Herrn Meli»« hat einen neuen„ralliirten" Anhänger gefunden— in der Person deS T h r o» p r ä t e»> deuten, Herzog d'Orle a»S. In einem öffentliche» Schreiben räth dieser seinen Anhänger», in den kommenden Neuwahlen die royalistische Fahne„vorläufig" in die Tasche zu stecken und mit allen Freunde» der„gesellschaftliche» Ordnung" gemeinsame Sache zu machen. Der Bund mit den Geldsnckrepnblikaner» werde schließlich znni Vortheil der Monarchie ansschlage». Herr Meline wird also, falls er diS dahin ani Ruder bleibt, für seine ordnnngsretterische Wahlmache den dreifache» Segen des Zaren, des Papstes und des orleanistischen Thronprätendenten besitze».— — Die Parlaments wähl dürfte anfangs Mai statt- finden.— Italien. Rom, 20. Dezember. In parlamentarischen Kreisen hält man die heutige Abstimmung trotz des geringe» Stiininennnlcrschiedes der Mehrheit und Minderheit deshalb für sehr bedeutsam, weil es sich dabei um einen Angriff aller vereinigten gegnerischen Gruppen handelte. Morgen Abend wird sich die Kammer nach Abstimmung über drei Vorlagen, zu denen auch der Gesctzsnlivnrf betreffend das Ab- kommen mit den Staaten der Lateinische» Mnnznnio» über die Erhöhung deS Bestandes von silberne» Scheidemünzen gehört, bis nach den Weihnachtsferie» vertagen.— Danemark. --DaS Landarbeiter- An siede! u n gS-Gefetz im L a n d e s t h i» g. Bekanntlich war der giegierungsantrag mit einigen verbessernden Znsätzen, durch die das Gesetz aber noch immer sehr wenig ankgestaltct wurde, im Folkcthing e i n st i in in i g an- genommen, selbst die Rechte stimmte dafür. Im Landesthing wurde der Entwurf dann einer Kommisston übergeben, die nun ihren Bericht veröffentlicht, der nicht weniger als 10 Aenderungs- antrage stellt, AenderungSanträge, die das Gesetz einfach lodt- schlagen. Die Ansiedelungen sollen statt 3'/,— 5 Tonnen Mittel- lau d(zur Roth für 2 Kühe) nur 8 bis 4 Tonnen groß fein, was nur für 1 Kuh ausreicht,„da der Beschluß des Folkcthing be- fürchten ließe, daß die Bestellung des eigenen Landes nicht Zeit lassen würde, für andere zu arbeiten, was für nothwendig angesehen wird."(Man will eben den Großgrnnd- besitzern billige und seßhafte ländliche Arbeiter verschaffen!) Der F o l k e t h i n g verlangte i/io Anzahlnug— der Landesthing will Vs haben!! Der Folkething wollte: des Werlhcs sollte «ine 3 pCt. verzinsliche Staatsanleihe, 3/io des Werthes mit 3 pCt. verzinslich nnd I pCt. zn amortisircn sein, der Rest.(Vio) reute- nnd ainortisationssrei, bis das andere O/uy abgetragen war. Das inachte jährlich 108 Krone n. Ter L a» d e s l h i n g verlangt 3'/e pCt. für die Anleihe, nnd 3Vs p Ct. Zins, Plus 1 p C t. für das Darlehn. Trotz der höheren Anzahlung hätte der Ansiedler jährlich 128 Kronen zu zahlen, was allen einfach unmöglich sein dürfte! Der Staat zahlt heute nur 3 pCt. Zins, aber von dem armen Landarbeiter, dem man Helsen will l!) soll er 3>/s pCt. Zins nehmen, also'/e pCt. an diesen Annen vcr- dienen! DaS muß man noch eine„Staatssürsorge" nennen! Der Folkething wollte jährlich eine Anleihe von 4 Millionen Kronen «nf ö Jahre, was 1000 Ansiedelnngen pro Jahr ergab. Der Landesthing null nur I Million bewilligen! Die übrigen Be- stiinmnngen, die der Landeslhing geändert wünscht, beliehen sich mehr auf die persönlichen Eigenschasten der Ansiedler, find aber auch sämmtlich Verschlechterungen und Verschärfungen, eine Reihe Be- fiinimnngen darunter, die einfach den Eindruck machen, als wollte man sich über die Ansiedler lustig inachen, wie z. B. die Be- fliminnng, daß die Wittwe nur wieder einen seit S Jahren als Landarbeiter thätigen Mann(also z. B. keine» Schneider) heiralhen darf, sonst verliert sie die Ansiedelung. Auch die Kinder können sie nur übernehmen, wenn sie Landarbeiter sind! Mit recht hebt„Sozialdemokraten" hervor, daß die Annahme dieser Anträge durch den Landesthing einfach den Fall des Gesetzes bedeuten würde, zugleich aber gicbt er die Namen der acht Männer„dem Gelächter des Volkes in einem Resorm- zeitaltcr preis", die diese Anträge gestellt haben. Es sind: Lens- graf, Kammerherr Hosjägernieistcr Ahleseldt-Laurvig(der ein Jahres- eiiikoinmen von 250 000 Kr. hat!), Gutsbesitzer Breinholl-Bandborg, Gutsbesitzer BrödSgaard. Kammerherr Graf Scheel. Bizekoninl Johnsen, Bürgermeister Koch, Kammerherr Monrier-Pctetfcn und Gutsbesitzer Raben. Lauter Arbeiterfreuude!— Nnszlaud. Petersburg, 21. Dezember. Der„Regierungsbote" veröffent- licht die Enthebung deS Generalliettlenniils Grafen I g n a t i j e w von dem Posten des GeneralgouvernenrS von Kijew, Wolhynie» und Podolien in Genehmigung feines Gesuches. Mit Jgnalijew tritt einer der gewisse» und riicksichtslosesteii russischen Staatsmänner vom öffentlichen Leben zurück. Es ist aber nicht anziinehinen. daß nun ein ehreuiverther Mann diesen wichtigen Posten erhält. � Griechenlnttd. — u eb er die gegenwärtige Lage wird der„Intern. Corresp." aus Athen nnlerin 20. Dezember gemeldet: Trotz des vollzogenen Friedensschlusses ist die Stimmung in den griechischen Regiernngskreisen eine sehr gedrückte. Infolge der ungünstige» Lage der Otlomanbank ist das Znstandekoniineii der von Sir Bineent in Aussicht gestellten Anleihe zur Zahlung der Kriegsentschädigung wieder in Frage gestellt. Daher ist auch eine baldige Räumung Thessaliens kaum zu erwarten. Edhem Pascha hat sogar Getreideliefernngen, welche für die uothlerdenden christlichen Landbewohner Thessaliens bestimmt waren, für türkischen Truppen beschlagnahmen lassen.— die Afrika. — Heber die Situation in Portugiesifch-Ost a f r i k a sprach sich der nach Lissabon zurückgekehrte Gouverneur der Kolonie, Oberstlieutenant Mousinko von Albuqnerque sehr pessi mistisch aus. Die Niederwerfung des diesjährigen Aufstandes der Mamarra-Stämme sei nur mit großer Mühe gelungen, nnd ein Wiederausbruch des Anfstandes sehr wahrscheinlich. da die Eingeborenen noch über große Mengen von Gewehren nnd Schießbedars verfügten, auch stets von außen her zur Auflehnung gegen die portugiesische Herrschaft auf- gemnntert würden. Wolle daher Portugal die wirthschaflliche End Wickelung der Kolonie sicherstelleil, so müsse es in Lourenzo Marquez eine bedeutend höhere Trnppenmacht entfalten. Unter den Aufmunterungen von außen her sind natürlich die Bemühungen der Engländer gemeint, welche den wichtigen Hasen von Lourenzo Marquez am liebsten für sich nehmen möchten.— Von der Agitation. Die Agitation gegen daZ Jnnkerthnm macht gute Fortschritte. Diese Beobachtung konnte man in den Ver> sammlungen machen, die in der letzten Zeit in der Lausitz und im Sternberger Kreis abgehalten wurden. Dasselbe günstige Ergebniß lieferten zwei Versammlungen in Stralsund und Garz ans der Insel Rügen, die sehr stark besucht waren nnd einen vortrefflichen Verlauf nahmen, wobei noch in betracht kommt, daß auf Rügen, wo seit der letzten Reichstagswahl keine Versammlung mehr abgehalten werden konnte, die Bewegung noch ziemlich jung ist. Genosse Jahn aus Berlin, der aus Veranlassung der hiesigen Agitalions- kommission für Slralsund-Rügen in jenen Versammlungen sprach erzielte den besten Erfolg, der auch dadurch nicht beeinträchtigt werden dürfte, daß man uns in jenem Wahlkreise, wie üblich, die Säle abzutreiben sucht. Herr Baron v. Langen, der Abgeordnete des Kreises, dürfte bei der nächsten Wahl recht trübe Ersahrungen machen. Polizeiliches, Gerichtliches»e. — Mehrere Slrafverfahren sind wieder gegen da?„Volks- b l a t t für Halle" eingeleitet. Die Staatsanwaltschast und zwei Offiziere sollen beleidigt worden sein. — Die„ V o l k s st i m in«" in Frankfurt a. M. hatte gerügt, daß ein 6jähriger Schüler der Batlonnschule vom Lehrer derartig geschlagen worden war, daß Rücken und Gesäß des Überdies schwächlichen Kindes blutige Striemen aufwiesen. In der Notiz war. infolge unrichtiger Angabe des Knaben selbst, der Name des Lehrers Runkel als Thnter genannt; Thäter war aber ei» Stellvertreter desselben, der Lehrer Appel. Die„Volksstimme" berichtigte den Jrrthuni sofort. Dennoch wurde gegen den Redakteur Dr. Quark von der Staatsanwaltschaft, auf Antrag Runkcl's, die Verleumdungsklage angestrengt. Das Landgericht erkannte wegen der Namensverwechse- lnng und wegen des Ausdrucks„unmenschliche Züchtigung" auf 50 M. Geldstrafe. Ter Staatsanwalt halt« 200 M. beantragt. Der Schutz des§ 193 wurde dem Angeklagten verweigert, weil ihn der Fall„nicht nahe" angegangen sei. GemevKftszttfttiches. Verli» und Uingebniig. Tie Lohiikouiniission der Maurer ersucht nnS, richtig z» stellen, daß, entgegen dem Wortlaut des Berichts über die Maurer- Versammlung vom 17. d. M. in Nr. 296 des„Vorwärts", die Karten, ivelche in Weißensce, Pankow nnd Schönhanse» ausgestellt sind, von der Berliner Lohnkominission nicht abgestempelt werden können. Die Inhaber von Karten ans den genannten Orten haben sich viel- mehr an die betreffende Lohnkommission zn wenden. Es sei das deshalb nothwendig. weil sonst der dortigen Lohnkommission jedwede Kontrolle über die betreffenden Kollegen abgeht und wir dieselben ja auch gar nicht in den Büchern haben und schon deshalb die Schlnßabstempelnng von der Berliner Kommission unmöglich wäre. In die Werkstätteiikoinuiission der Einsetzer wurden in der letzten Branchenversninmiiing gewählt: Grnhlke, Abert, Fuchs, Elkholz, Jakobssen, Krebschicnskie, Schmidt, Giersberg. Hoffmann, Poczci'.g.— Als Beilragssainmler wurde Perfäls wiedergewählt. Das Versammlungslokal d-sindet sich jetzt Köpnickerstr. 68 bei Schöning. TenifcheS Reich. Wie die Polizeibehörden in Oberschlesien den Kampf gegen nnscre Gcivcrlscbaitkbeflrebnngeii fnh>e», habe» wir wiederholt ge- schildert und fast immer konnle konsialirt werden, daß dabei eine Praxis beliebt wurde, für die an anderen Orten des Denischen Reiche? kaum ein entsprechendes Beispiel zn finden wäre. In der letzlen Nnminer des„Correspondenzbiattcs" der Generalkommissioii der Gewcrkschnfle» Deutschlands giebt Genosse Legi«» ein« inter- cssanle Zusaminensiellniig der kleine» MiUelche», die von den Be- Hörden gegen die Gciveikschaflen in letzter Zeit in Aiiivendnug gekommen sind. Die Vorkoiiiinuifse sind zum iheil bekannt, geben aber in ihrer Ergänzung, die sie von Lcgien erhalten, ein so ireff- liches Bild der oberfchlcsischen Zustände, daß wir nochmals einiges znin Abdruck bringe». Lcgien schildert, wie schiver es hielt, in Beuthen ein Zimmer z» iniethcn, in welchem das Gewerkschasts- burcan«rrichlel werden lonnte. Nachdem dies gelniigen, beschreibt der Vcrsasscr die weiteren Widerwürligkeiien ivie folgt: „Zivar war der Wirlh mit dem Miether sehr zufrieden, doch erklärte er, die Sache sei nicht mehr zu ertragen. In kurzer Zeit erhielt er nicht weniger als 14 Strafmandate wegen tlnreinlichkeiteii. ivelche in der Nähe des Hauses vorhanden gewesen sein sollten. Das Hans liegt ans freiem Felde, und war es für Lente der Ordnung, ivelche die Polizei im Kampf« gegen die Arbeiter«nterstühen wollten. leicht, die Unreinlichteiien immer so anzubringen, daß das Auge des Gesetzes sie noch rechtzeitig entdeckte, ehe sie enlsernt werden lonnlen. Es war nicht leicht,«ine neue Wohnnng zu erhalten. Der Unterzeichnete hatte das Vergnügen, ans Schritt nnd Tritt von Polizeibeamten auf feinen Wegen,«ine Wobnung in Benthen zn erhalien, begleitet zu sein. Wenn ein Verinielher sich einmal geneigt zeigte, die leerstehende Wohnnng als Gewerlschafls- bnrean zn vermielhen, so nahm er seine Zusage nach nochmaliger Anfrage zurück. Endlich gelang«?, die Polizeibegleilung durch geschickte» Manövriren los zn werden und an demselben Tage auch einen Miclhckontrakt abzuschließen. Als ich daraus dem Bürgermeister von Benthe» Vorstelliingeu wegen der fortgesetzten Draiigsaliru»g«n durchdie Polizei-Organe machte, schien dieser Neigung zuhaben, dem Unwesen zn steliern, besonders da ich ihn ersuchte, ivenigstens ans de» neuen Vermiether des Gewerkschaftsbureans Rücksicht zn nehmen, da er uns durch die getroffenen und noch zu treffenden Maßnahmen nicht los würde. Kaum war da? neue Bureau eingerichlet, so begann die alte Polizeitaktik. Mar früher zur Beobachtung des Bureaus nur ei» Polizist stnlionirt.so wurden jetzt deren drei angestellt, weil das Hans drei Ausgänge hat. Die das Haus Betretenden wurde» durch dicBeainlen, die sicher von Langerweile geplagt waren, angehalten, so daß nur muthige Leute wagten, das Geiverkschastsbnreau z» betreten. Da ich mittlerweile zur Kommuiialstenerzahliing in Benthen hcraiigezogen war, so stand mir doppelt das Stecht zu. von dein Polizeicbes in Beuthen die Zurücknahme der anscheinend gegen mich erlaffenen Verfügiliig der polizeilichen Ueberwachmig zu fordern, oder sie dnich Gerichlsentscheid zu erzwingen. Seitdem scheint man die Polizeibeamten zn nützlicheren Zwecken zu verwenden. als sie vor dem Gewerkschaftsbiireau Posten stehen zu laffe». Der neue HanSwirlh ist, wie er wiederholt in Briefen sagt, gleichfalls mit scineii Miethern zufrieden, doch glanble auch hier die Polizei- behörde durch Strafmandate die Lösiing des Miethsverlrages zu er- reichen. In jedem Monat kommen«in bis zwei Etrafinandate. Wie genau man nach Strasobjekten sucht, mag daraus hervorgehen, daß ein Strafmandat, am 3. Juli 1897 ausgestellt, deswegen erlassen ist. weil«ine Frau, die im Mai 1896 zugezogen, nicht gemeldet ist. Ein anderes, weil die Abortanlage» verinireinigt waren. Würde gegenüber de» anderen Hausbesitzern Benthens so s verfahren werden, dann müßte, nach meiner Kenntniß der Benthener I Verhältnisse, die Zahl der Schreiber für Slrafinandat« mehr als verdoppelt werden. Der Hauswirth will sich durch dies Vorgehen der Polizeibehörde aber nicht von dem abbringen lassen, was er für Recht hält, und wir hoffen, daß er sein Wort hält." Das Reichsgericht hat das Urlheil der Beuthener Straf« kainmer gegen W a e l a iv e ck und T u s k e r ausgehoben. Bekannt- lich waren beide, weil sie bei der Verbreitung der„Deutschen Bergv und Hüttenarbeiter-Zeitung" den betreffenden Abonnenten fälsch- licherweise die Aussicht ans Gewährung einer Unterstützung eröffnet haben sollen, zu einem Monat Gesängniß verurtheilt. Das Reichs- gericht vermißte eine ausreichende Feststellung des Vermögens- schadens, den die von den Angeklagten angeworbenen Mitglieder er- litten haben. Zn prüfen sei auch in der neuen Verhandlung nochmals die Frage, od die Angeklagten unwahre Thatsachen vorgespiegelt haben. AnSlaud. lieber die Resultate der Konferenz der englischen Maschinen- bauer mit den Uutcrnehmeru. die wir gestern veröffeullichten. schreibt unser Londoner Korrespondent: Die jetzt aufgestellten Vorschläge unterscheiden sich von de» früheren vor allem durch die schärfere Hervorhebung des Prinzips der kollektiven Abmachungen mit den Gewerkschaften, welch' letzlere überhaupt jetzt mehrin den Vordergrund gerückt find. Und ferner ist der Wortlaut einzelner Paragraphen so gefaßt, daß er eine Auslegung zn gunsteii der Ausgleichung der Löhne nach unten ausschließt, ferner sind vor- beugende Maßregeln gegen solche Auslegung vorgesehen. Daß Abmachungen mit den Gewerkschaften nur für deren Mit- glieder maßgebend sein sollen, erscheint aus den ersten Blick als ein großer Nachlheil, kann aber bei umsichtiger Leitung sehr zum Vor- theil der Gewerkschasten ausschlagen") Slchnlich steht es mit der Uebergehung der Gewerkschasisagenleii(der sogenaiinten ständigen Dislriklsdelegirten) bei den Festsetzungen über Berhandlniigeu zwischen Gewerkschasten und Unternehmern. Dieser Delegirte braucht darum nicht abgeschafft zu werden, denn es ist keinem Unternehmer verwehrt, mit«inein solchen zu ver- Handel»; er ist nur nicht osfiziell dazu gebunden. Aber viele der stärksten Gewerkschaften konimen ganz gut ohne daS Mittel der Vorschiebung dieser Delegirte» bei solchen Verhandliinge» ans. Ei» mal die Anrufung der Lokalsekiion und gegebensalls des Haupt» vorstandeS der Gewerkschaft in Konfliktsfällen prinzipiell aus- bedungen, ist die Bearbeitung der Unternehmer durch die Distrikts- delegirlen keine wesentliche Vorbedingung der lräsligen Gewerlschasts- aktion. Soweit können also die Gewerkschaften ohne Schaden auf die Vorschläge der Unternehmer eingehen. Ob die verlangten Z» gestäiidmffe hinsichtlich der Freiheit in der Behandlung der Maschinen, in der EinsteNnng von Lehrlingen ec. nicht ein zu thenrer Preis für die de» Gewerkschaften eingeräumte» Rechte sind, ist natürlich ein« andere Frage. Aber die Gewerkschasten haben sich»eben dieserFrageanch dievor- zulegen, ob sie ans die Fortdauer»nd event. Steigerung der U ii l e r st ü tz u n g e ii und der entschlossenen Festigkeit ihrer Mitglieder und Mitkämpfer rechnen könne», wenn es sich nicht mehr um das allgemeine Prinzip, sondern um jene Detailfragen handelt, für die einem großen Theil derselben das Interesse und dem Pnblikniii das Verständniß fehlt. Zweifeln sie daran, so Ihun sie offenbar besser, für den Moment sich mit dem Erlanglen z» begnügen. Sie geben damit nichts auf, in allen diesen Fragen giebt es keine entgiliigen Festsetzungen. Und da es sicher ist, daß die Wiederaufnahme der Arbeit eine äußerst rege Thätigkeit in der Maschinenbrauche einleiten würde(die meisten Geschäsie haben massenhaft Aufträge an Hand), so würde um so schneller die Erholung von den Schädigungen ihres KriegsfondS n. f. w. vorsichgehen. Das scheint auch die Meinung von John BurnS zu fein, der gestern in Woolwich über die Lag« deS jetzigen Kampf«? sprach und offen zugab, daß die von de» Unternehmern entfaltete Kraft die Gewerkschaften überrascht habe. Als«ine der nächstenAnfgabei, erklärt er die stärkere Heranziehung der Tagelöhner zur Be» werkschaft, resp. die stärker« Berücksichtigung dieser bisher von den gelernten Arbeitern viel zu sehr vernachlässigten, wenn nicht ver« achteten Arbeilerkategorie. Ei» Londoner Telegramm vom 2!. d. M. meldet, daß sich eine Maschinenbanarbeiter- Versaininlung neuerdings für Fortsetzung des Kampse» ausgesprochen habe. Bei der Generalkom Mission der Gewerkschaften Deutschlands gingen in der Woche vom 10.— 16. Dezember 5209,26 M. für die Moschinenbauer ein. In Mauresa(Spanien) sind am Montag die Arbeiter der Fabriken für Feininechaiiik in den Ausstand getreten. AnS Bareelona wird gemeldet: Der Arbeiterausstand in Manresa ist ein allgemeiner geworden. Die Streikenden durchzogen die Straßen und griffen eine Fabrik an, in welcher gearbeitet wurde. Eine Person wurde verivinidet._ M ntcvn ei) m ä nde. Tie Bude.pester Handelskammer befchäfligle sich am 18. d. M. mit ter Enquete, inelche die gesetzliche Regelung der Kartelle betrifft. Fast alle Redner sprachen sich gegen gesetzliche Eingriffe aus und konnte der Vorsitzende am Schluß koiistnliren, daß die Handelskammer eine gesetzliche Regelung des Karlellivesens weder für geeignet noch für zweckmäßig erachtet. Det'vsiszezr nnd leszte NachviMen. Elbing, 21. Dez.(B. H.) Heute Varmiltag hat ans der Werft Schichan der Slapellans eines javanischen Torpedobootes statt- gesunden, welches den Namen„Hei-Tung" erhielt. Wien, 21. Dezember.'(B H) Das Amtsblatt wird morgen die kaiserlichen Dekrete, betreffend die Einberufung der Landtag« und den kaiserlichen Einschluß, belrcffcnd die Bestiniinungen über die gemeinsamen Zallgeiällc»nd die Anstheilung der Quote sür den gemeinsamen Stnalsaiifivand, publiziren. Wie», 21. Dez.(B. H.) Durch«ine Explosion auf dem Neu- berger Stahlwerk der Alpiner Montangesellschaft entstand ein heftiger Brand, bei dem zwei Arbeiter schwere Verletzungen davontrugen. Vudapest, 2l. Dezember.(B. H) Wie verlmiiet, soll es den Bemühnngen des Abgeordneteuhaus-Präsidenlen e?zilagy gelungen sein, die Obstrnllionsparieien zur Annahme eines Kompromisses in der Angelegenheil deS AuegieichsprovisoriumS zu bewegen. Das Kompromiß soll darin bestehe», daß in das Gesetz«ine Dellaralio» ausgenoinüien wird, in welcher bestimmt wird, daß lhngarn vom I. Januar 1895 ab auf der Basis eines besonderen Zollgebiets steht. Budapest, 21. Dezember.(W. TB) Nach hierher gelangten Meldnnge» aus Finine über die gestngeii Wahlen der Etadtver« trelnng bestätigt sich die Nachricht von dem Siege der liberalen Ver» lreler nickt, vielnielir wird heule der Sieg der Aulouoiiiisten ge- meldet. Von insgesamnit abgegebenen 729 Slimmeii erhielten die Liberalen 207 Stimmen. Brüssel, 21. Dezember.(W T V.) Die Repräsenlanlenkainmer geuehmigle die gerichtliche Bersolgimg der sozialistischen Depnlirten Roger und Brcnez, die unter der Anklage stehen, den Bürger..leistcr von Haulrage insiillirt und beleidigt zn baden, da dieser ihnen ver- boten hatte, eine Versammlung nnler freiem Himinel abzuhalten. Rom. 21. Dezember.(W. T. B.) Die Depnlirtenkaminer nahm in geheimer Abslimmnng mit 261 gegen 59 Sliinmen de» in Paris am 29. Oktober»uterzeichneten Znsatz zur Ntünzlonveiition an und vertagte sich darauf bis zum 25. Januar 1393. Warschau, 2l. Dezember.(B. H.) Bei Ekierniewice hat ein Eisenbah»'-Z»sami»enstob stattgesunden. Sieben Personen wurden verletzt, der Materialschaden ist bedeutend. Koitstauliiiopel, Lt. Dezember.(B. H.) In der Provinz Deinen haben sich mehrere Etäinin« empört, weil die vttomanische Obrigkeit die Steuer auf Nameele erhöhl hat. ') Zudem gesehen. ist ja auch die Kooperation„anderer Körper" vof Berantwortlicher Nedalteur: Ängnft Jacobey in Berlin. Für den Jnseratciitheil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin. Druck und Lcrlag von Max Babing in Berlin. Hierzu S Beilage» u. Unterhaltungsblatt. Nr. 298. 14. IchlMz. 1,|)fi((|{Jf Parteigenossen der Provinz Krandenburg! N»f. zur Wahlagitation für die bevorstehenden Ncichstags- wählen! Die Jnnker und Jnnlergenoffen, die Großgruiidbesttzer und Gropkapitalisten. die Schlotjnuker und Börsenlcute rüsten bereits init Macht in aller Stille zu den nächsten Neichstagswahlen. Dieseir Herren komint es darauf an, die politische Macht in ihre» Händen zu halte», i»» noch mehr Vortheile als vordem ans der Arbeit des werkthätigen Volkes für sich hcransznschlage». Sie sinnen au U e b e r r a s ch u n g e n. Tie herrschenden Klassen wollen die Ar- beiterschaft durch Beseitigung oder Einschränkung des Vereins- und Versaminlnngsrechts und des allgemeinen Wahlrechts politisch umndtodt mache». Die Parteien des großen Besitzes Ilagen ohne z» leiden und wollen, daß die Arbeiter leiden ohne klagen zu dürfen. Parteigenossen! Bei den nächsten Wahlen handelt es sich nicht nur darum, den Alp des Militarismus und MariniSmns ab- zuschnlteln und dem geistigen und wirthschaftlichen Aufschwung unseres Volkes wieder Luft und Spielraum zu verschaffen— es handelt sich nicht nur darum, einen neue» Stenern-Beutezng gegen die Taschen der armen Maffe zu vereiteln— es handelt sich u m Sein und Nichtsein aller politischen Rechte des Volkes! Darum auf zur Agitation! Agitirt und o r g a n i s i r t Euch! Wir ersuchen Euch dringend, möglichst bald Wahl- k o m i t e e s für die bevorstehenden Reichstagswahlen in den einzelnen Kreisen zu wählen. Von diesen Wahlkomitees ist nach Z 17 des deutschen Wahlgesetzes der Behörde Anzeige zu machen, auch können sie polizeilich überwacht werde». Weiteren Beschränkungen unlerliegen derartige Vereine nicht. Insbesondere könne» sie»ach der offiziellen Bekanntgabe des Wahltermins mit einander in Berhindung treten. Sobald die Wahl der Wahlkomitees erfolgt ist, bitten wir um Nachricht. Das Zentralwahlkomitee der Provinz Branden- bürg für die bevorstehenden Reichstags wählen. I. A.: C a r l D i m m i ck, Berlin L 42, Louisen-Ufer 11. Die rvsfische Regierung und die Arbeiterbewegung. Da infolge der eigenthümlichen politischen Verhältniffe Rußland» Nur weniges über die Arbeiterbewegung dieses Landes in die Oeffent- lichkeit dringen kann und dieses wenige meistens von unseren Ge- uosse» selbst herstammt, so bietet die Rückschau über die bisherige Entwicklung der Bewegung für uns ein um so höheres Interesse, welche«in Vertreter der anderen Partei deS in Rnß- land sich abspielenden Kampfes hält, nämlich der russische Minister des Innern in seinem an die Gouverneure gerichteten geheime», jedoch in den in London erscheinenden russischen politischen Flugblättern ans Licht der Oeffentlichkeit gezogene» Zir- Mar vom 12. August d. I. Eingangs des ZirMars werde» nach Erwähnung der im vorigen und anfangs dieses Jahres in Peters. bürg, Moskau und verschiedenen Gegend«» Z-»tralr,ißla»ds statt- gefundenen Streiks diese wie folgt charakterisirt:„B-z-ichu-nde Merlmale aller dieser Streiks waren die Aufstellung seitens der Arbeiter gleicher, genau formulirter Forderungen, ei». müthiges Beharren bei dem Vertreten derselben und das Bewahren der äußeren Ordnung und Ruhe durch die Streikenden." »Die ans Anlaß dieser Streiks angestellten Untersuchunge», wird im Zirkular sortgefahren. ergaben, daß die ersten Streits auf Fabriken entstanden waren, in welchen die Arbeiter sich in den schlimmste» wirthschaftlichen Verhältnissen befanden,— die weitere Ausdehnung der Bewegung aber und die Disziplin unter den Streikenden aus die Thätigkeit der Vereine, welche die Namen: Der Verein für den Kampf um die Befreiung der arbeiten- den Klasse" und.der Arbeiterbund" führen, zurückzuführen rst." Es folgt eine Schilderung der Organisation und der Thätigkeit dieser„verbrecherischen" Bereine, welche durch Ver- Mittelung der„geistig am meiste» entwickelte»" Arbeiter, die iu Zirkeln organifirt werden, von der Stimmung der Arbeiter in ver- schiedenen Fabriken und von Auläffen zur Unzufriedenheit unter ihnen Kennlniß bekommen und auf grnnd dieser Kenntniß Aufrufe versassen, welche unter der Arbeiterschaft zur Verbreitung gelangen. „Die von der Regierung getroffenen Maßnahme», heißt es im Zirkular weiter, und einige Konzessionen, welche die Fabrikanten de» Arbeitern infolge der von diesen aufgestellten Forderungen gemacht haben, sind von den Agitatoren ausschließlich auf die stattgehabten Streiks zurückgeführt worden, was zur Folge Halle, daß in den Arbeiter» der Glaube an die Zweckmäßigkeit der Streike befestigt und bei der stndirendeu Jugend mit Erfolg das Bestreben hervor- gerufen wurde, sich an der'Arbeiterbewegung zu betheilige». Dem Beispiele der hauptstädtischen Vereine folgend hat in sieben großen Städte» und bedenlenden Fabrikzentren die jugendliche Intelligenz geheime Zirkel unter verschiedenen Namen gebildet, welche sich das Aktionsprogramm der oben ge- nannten„Vereine" zu eigen gemacht haben. Vom Frühling dieses Jahres an ist die Thätigkeit dieser Gruppen in verschiedenen Gegen- den des Reiches zum Vorschein getreten und die Streiks der Fabrik- arbeiter und sogar der Arbeiter im Handwerk sind in vielen Städten mit mehr oder weniger entwickelter Arbciterbcvölkcrung zu einer gewöhnlichen Erscheinung geivordcn." Namentlich lenke in der letzte» Zeit die Erscheinung auf sich die Aufmerksamkeit, daß die'Arbeiter gegen die Streikbrecher und gegen diejenigen Kollege». welche die Streikenden bei den Unternehmern und bei der Polizei deuunzire», systematische Gewalt anwenden. Diese AnSdehnung der Bewegung scheint die russische Regierung mit der größte» Besorgniß zu erfüllen, denn in Erwägung, daß „die Befeslignng in der Arbeiterschaft einer falschen Vorstellung über die Zweckmäßigkeit von allerhand Zusammenrottungen und Gewaltlhäligkeiteu wie gegenüber den Regierungsorganen, so auch gegenüber den Fabrikanten und den Kollegen für die Staatsordnung und die öffentliche Ruhe sehr gefährlich ist", er- achtet der Minister des Innern es für nolhwendig, einen ganz ge- waltigen Beamten-, Gendarmen- und Polizci-Apparat gegen slreikendc Arbeiter in Bewegung zu setzen. Selbst das russische gemeine Iiecht, welches, man sollte glauben, für die Unterdrückung des Volkes ge- nügendeu Spielraum bietet, reicht der Regierung gegen die um ihre Erhebung von der tiefsten Stufe des wirthschaftlichen Elendes känipfende Arbeiterschaft nicht aus. Die streikenden Arbeiter werden für vogelsrei erklärt.„In Erwägung. daß eine gerichtliche Verfolgung nicht immer möglich ist, da sehr häufig fänimt- liche Merkmale des Verbrechens, ivclches in dem§ 1358 und den folgenden Paragraphen des Strafgesetzbuches vorgesehen ist, fehle» und in fernerer Erwägung, daß die genannten Gesctzesparagraphen den Untersuchungsrichtern nicht die Pflicht auferlegen, die Angeklagte» in Hafttzri behalte», namenllich»ach Abschluß der Voruntersuchung" wird den lokalen Regierungsorganen die Weisung erlheilt. „auf grnnd der Bestimmungen über den Sicherheitsznstand" streikende Arbeiter zu verhaften, ohne jedwede rechtliche Grundlage in Hast zu behalten, aus den Arbeitsorlen auszuiveise» und— te„Kmiick" nach Einholung der Genehmigung der höheren Regierungsorgane— sogar in die cnlsernteste» Gouvernements Üiußlands unter Polizei- aufsicht zu verbannen. Und dies alles nicht etwa für eine politische Belhäligung der betreffenden Arbeiter, sondern für das Eintreten der- selbe» für ihre wirthschasllicheu Interessen. Allein Anschein nach haben die lokalen Behörden schon begonnen, der im Sommer dieses Jahres an sie ergangenen Anweisung in großem Maßstabe Jolge zu leisten. Die Gefängnisse sind— wie man uns ans einigen Gegenden Rußlands berichtet— mit Arbeitern überfüllt, der größte Theil der für Partelzwecke nothwendigen Geldmittel wird durch Unterstützung der verhafteten und ausgewiesenen Arbeiter und ihrer hungernden Familien in Anspruch geuomme».— Die Re- gierung befindet sich aber in einem gewaltigen Jrrthum, wenn sie glaubt, nachdem ihr Zuckerbrot(das Gefetz über den Normal- Arbeitstag, welches mitsammt den von den Fabrikanten gemachte» Konzessionen allerdings das meiste zu wünschen übrig läßt) die Arbeiter nicht geködert hat, st« mit der Peitsche, welche jetzt geschwungen wird, zum Verzichlleisten auf einen weiteren Kampf bringen zu können. Durch ihre im Zirkular des Ministers des Innern vorgeschriebene Taktik der ArbeUerbeiveguug gegenüber wird sich die Regierung in den eigenen Leib schneiden. Die Massen- bewegung der russische» Arbeiter trägt— wo eine solche vorhanden ist— bis jetzt einen rein wirthschaftlichen Charakter; bis zur letzten Zeit war es außerordentlich schwer, der Masse den Zusammen- hang ihres wirihschastlichen Elends mit der rückständigen politischen Staatsform Rußlands zum Bewußtsein zu bringe». Durch das von der Regierung zu einem System erhobene drakonische Vorgehen gegen die im wirthschaftlichen Kampfe stehenden Arbeiter wird nun— ohne Znthun unserer Genosse»— in die Arbeitermasse eine tiefe Erbitterung gegen die �Regie- r inig hineingetragen— und je energischer und unnachsicht- licher die Anweisung des Ministers des Innern von den lokalen Regierungsorganen befolgt wird, desto eher dürfen wir einen Um- schlag der gewerkschaftlichen Massenbewegung der russischen Arbeiter in eine politische Massenbewegung erwarten. Die russische Regierung hat Wind gesät. Sie darf sich nicht wunder», wenn sie über kürzere oder längere Zeit Sturm ernten wird.— Mommun ttles. I» der letzten Sitzung der städtischen Parkdeputatio» wurde der Stndlrath Wagner als Mitglied der Deputation ein- gesührt. Ein Gesuch des Gemeinde-Kirchenraths Zum heiligen Kreuz, für einige Jahre auf dem C h a m i s s o p l a tz ein« Interims- k i r ch e errichten zu dürfen, wurde abgelehnt. Der Bezirksverein Königstadt hatte an die städtischen Behörden ein Gesuch gerichtet, worin in Anregung gebracht wurde, im großen Teich im Friedrichs- Hain einen Springbrunnen zu errichten und den Teich als Eisbahn zu verpachten, wurde ebenfalls abgelehnt. Ter Ausschuß der Stadtverordneteu- Versainmlung zur Vorprüfung der Stadtverorduetcu- Wahle» hat am Montag Abend unter Vorsitz des Stadtverordneten Jnstizraths Horwitz die Wahlakten einer genaueren Prüfung unterzogen. Er ist zur Ueber- zeugung gelangt, daß sämmtliche Wahlen ordnungsmäßig vollzogen worden suid. da sich nichts zu erinnern gesunden hat. Der Ausschuß beschloß daher»instimmig, die Wahlen sämmtlich für giltig zu erkläre». Teö bevorstchcndeu WcihuachtöfcsteS wegen werden die städtischen Kassen und Bureaus am nächsten Freitag bereits um 1 Uhr mittags geschlossen mit Ausnahme des Zeutralbureaus, welches bis nachmittags 4 Uhr zur Entgegennahme von wichtigen Sachen geöffnet bleibt. Die Sitzung der Stadtverorduetcu fällt in dieser Woche ans. Ueftttles. Tie Parteigenossen deS fünfte« Berliner Reichstags- Wahlkreises werde» ans das Sliflungsscst des Gesangvereins „Freie Liedertafel"(M. d. A.-S.-B.) aufmerksain gemacht. Ei» vor- zügliches Programm wird de» Parteigenossen geboten werden. Das Fest findet am l. Weihnachtsfeiertag in den Siänmen des Schweizer- gartens am Kbnigslhor statt. Ter Arbeiter- Gesangverein„Nord"(M. d. A.-S.) ver- anstaltet am Sonntag, de» 26. Dezember, mittags 12 Uhr, zum Besten der e n g l i s ch e n Maschinenbauer«ine Matinee, ans die wir unsere Leser hiermit ausmerksam machen. Das Billet kostet nur 30 Pf. Ter gute Zweck dieses Festes läßt erwarte», daß die Arbeiterschaft den Saal des Swiuemüuder Gesellschaftshauses in der Swinemünderstr. 42 bis auf den letzten Platz sülteu wird. Ter Fall Mittcuzwcig hat. wie wir gestern berichteten, in der Nacht zum Dienstag mit der Verurtheilung des Angeklagten Knorr zu drei Monaten Gesänguiß geendet. In erster Instanz war, wie erinnerlich, auf drei Wochen erkannt worden. Mit dem Aus- gange dieses Prozesses ist der stattlichen Reihe bekannter Erscheinungen in unserer Rechtsprechnng ein neuer Fall hinzugcsügl worden. ES ist ja des Landes so der Brauch, daß ein Preßmensch, der es wagt, freimüthig eine» bestehenden Mißstand zu tadeln und in der Form nicht außerordentlich vorsichtig ist, dieses Verbrechen gar oft mit dem Verlust seiner persönliche» Freiheit zu büßen hat. Das war im Gummischlauch- Prozeß so und im Hofrichter- Prozeß und nicht z»ni wenigsten in dem Prozesse, dessen Mittelpunkt der Sanitälsrath Mittenzweig ist. Uns ist der Angeklagte— wir meinen Herrn Knorr— als Person glcichgillig. Aber das Verdienst darf ihm nicht abgesprochen werden, daß mit seiner Hilfe Zustände unseres Jrrenwesens ans Licht ge- fördert worden sind, die dringend der Beseitigung bedürfen. Was toll man dazu sagen, daß der Zeuge Mittenziveig als Chefarzt der Richler'schen Anstalt in Pankow während seiner Abwesenheit von ihm»nterschriebene Blanketls zurückläßt, welche bei Aufnahme von Kranke» auszusüllen sind; ein Verfahren, das in einem darob enl- brannten Zivilprozess« selbst vom Kamniergericht auf das fchärsste gerügt worden ist. Und wie stellt sich ferner der Fall Lege dar. jene sinnige Kuß- und Tröstungsgeschichte, denen auch von minder bös- willigen Menschen«ine sehr profane Deutung gegeben werden kann? Für Mitleiizweig persönlich ist die Situation jetzt derart, daß man allgemein erwartet, er werde die Konsequenzen ans seinem vor Gericht erörterten Verhalte» ziehen. Was bleib! einem Manne zn thnn Übrig, von dem der GenchtSvorsitzende im vcrkündelen Urlheil erklärt:„Was den Wahrheitsbeweis betreffe, so b e d a n e r« der Gerichtshof, nicht aussprechen z n könne», daß der Königl. Gerichtephysikus Dr. Mittenziveig überall korrekt gehandelt habe." Wendet i»an sich vom Persönliche» zum Allgemeinen, so muß auch nach dieser Seite hin gesagt werde», daß abermals wahrhafl erschreckende Zustände in unserer Jrrenpflcge offenbart worden sind. Welch ein Bild erhält der Laie vom Stande der ärztliche» Wissen- schaft, wenn er sieht, wie die Urtheile der Gelehrten über bürgerliches Sein oder Nichtsein der Opfer einander oft schnurstracks wider- sprechen, wenn der eine Irrenarzt eine Person für harmlos hält, die von dem anderen als gemeingefährlich geisteskrank bezeichnet wird? Im allgemeinen Interesse sollte deshalb die Regierimg dringend für eine umfaffende Reform auf dein Gebiete der Juciircchispflege sorgen. Schlaglichter anf die wirthschaftlichen Verhältnisse der in de» verschiedenen Berliner Stadlviertcl» ansässigen Bevölkerung wirft die Verlheilung der Dienstbote» über die einzelnen Siadttheile. Daß die Dienstboten in den von den„oberen Zehnlausend" be- � Mittwoch, 22. DkMdtt 1897. wohnten„vornehmen" Stadtgegenden am zahlreichsten sind, ist ja selbstverständlich. In wie starkem Maße dies aber der Fall ist, daS zeigen die solgende» Zahlen. In der Thiergarten- Vorstadt ivaren von je 10 000 selbstlhntigen Personen 4222 Dienstboic». Dies ist die höchste Dienslbotenziffcr. Die nächsthöchste findet sich in der Doroihccnstadl; dort sind unter 10 000 Selbstthäligen 2047 Dieustboteu. In der Friedrich- und Schöueberger Borstadt finden sich 2795, in der Friedrichstadt 2557, Stadttheil Berlin 1978, Friedrichsiverder 1911, Neu-Cöll» 1879, Cölln 1724, Eriedrich Wilhelmsiadl 1649, Louisenstadt diesseits des Kanals 1505, pandaner Viertel 1444, Friedrich- und Tempelhofer Vorstadt 1443, Künigsvierlel 1153, Moabit 1144, Stralauer Viertel ivestlich 1004. Am ivenigsteii Dienstboten finden sich in der Louisenstadt jen- seils des Kanals östlich, nämlich ans je 10 000 Selbst- thätige 501 Dienstboten. Es folgt der Wedding mit 691, Stralauer Viertel östlich 750, Rosenthaler Vorstadt nördlich 777, Luisenstadt jenseils des Kanals westlich 773, sowie Noseulhaler Vorstadt südlich und Oranmibinger Vorstadt mit je 849 Dienstboten auf 10 000 selbstlhälige Personen. Im ganzen ergiebt sich, daß die Dieiistbote» in den Stadtlheile» überwiegen, wo die Arbeiter i» der Minorität sind.— Die Zahl der Haus- haltunge» mit Dienstbote» ist übrigens im Rückgang begriffe», worails sich ergiebt, daß Berlin immer mehr de» Charakter einer Arbeits- und Arbeitersladt annimmt. Im Jahre 1875 hatte noch über ein Fünflel der Haushaltnngen Dienslbote», 1890 noch ei» Sechstel»nd 1395 nur noch ein Siebentel. Im Thiergarten- viertel freilich hatten auch im letztgenauntcu Jahre noch mehr als die Hälfte der Haushaltungen Tienstboten; in dem Arbeiterviertel der Luisenstadt»ur etwa der zwanzigste Theil der Haushaltungen, und dies waren natürlich in der Mehrzahl diejenige» der Haus- paschas.— Daß Berlin eine Arbeiterstadl ist, geht auch daraus hervor, daß es im Vergleich zu de» anderen deutschen Groß» städte» veichältnißmäßig wenig Dienstboten unter seiner Bevölkerung hat. Zluf je tausend Einwohner kommen in Berlin 38 Dieustbote», während auf 1000 Einwohner an Dienstbote» entfalle» in Köln 39, Königsberg, Stettin und Dresden 41, Braunschweig 42, Hamburg 45, Nüinberg und Hannover 47, Bres- lau 43, München und Bremen 50, Charlotienburg 70, Stutlgart 71 und endlich Frankfurt a. M. 73. Weniger Dienstboten batte» von de» deutschen Großstädte» unter ihrer Bevölkerung: Dortmund, Barme», Chemnitz, Aachen, Düsseldorf, Elberfeld, Krefeld, Altona, Magdeburg, Halle, Leipzig und Dauzig. Tie städtischen Wasseriverke habe» im Jahre 1896/97(bezw. 1395/96) 49 073 426(49 307 648) Kubikmeter Wasser gefördert, wovon 48 879 733(49 041 934) Kubikmeter an das Rohrnetz abgegeben wurde». Der Tagesverbrauch stellte sich im T urchschnittauf I3446l(134720) Kubil- meter oder pro Kopf der Bevölkerung 77,42(78,91) Liter. Die Ab- »ahme des Verbrauchs führt der Verwallungsbericht pro 1896,97 daraus zurück, daß der Sommer des Berichtsjahres kühler als der des Vorjahres war. De» höchsten Tagesverbrauch hatte im Berichtsjahr der 15. Juni 1896 mit 195 022 Kubikmeter oder pro Kopf 113,05 Liter, den niedrigsten der 26. Dezember IS96 mit 90 542 Kubikmeter oder pro Kopf 51,86 Liter. Den höchsten Monatsverbrauch hatte diesmal der Juni 1896 mit 4 963 044 Kubik- meter, de»»iedrigsteu der Februar 1897 mit 3 184946 Kubikmeter. Gegen Zahlung wurden 1896/97(bezw. 1395/96) 33 300 961(37 889 910) Kubikmeter--- rund 79(77) pCt. des Gesammtverbrauchs abgegeben, davon 37 807 933(37 033 106) in der Stadt und 993 028(806 804) a» die angeschlossenen Vorort-Grund- stücke und außerhalb des Weichbildes liegenden städtischen Anstalten. Das gegen Zahlung abgegebene Quantum betrug pro Jahr und Kopf 22.3(22,1) Kubikmeter. Das unentgetltich abgegebene Quantum. 10 277 465(II 417 738) Kubikmeter, wurde für den eigene» Betrieb der Wasseriverke und für öffentliche Zwecke(Straßen- reiuigung, Kanalisaiion, Bedürfnißauftalteii, Epringbrunneu, Park- anlagen u. s. w.) verbraucht; es ivar im Berichtsjahre erheblich geringer als im Vorjahre. Die Zahl aller au das Rohrnetz au- geschlossenen Grundstücke betrug am Schlüsse des Jahres 1896/97 (bezw. 1895/96) 24 332(23 912); die Bevölkerung dieser Grundstücke wurde auf 1746 424(1719 183) geschätzt. Tic Weihnachtszeit stellt von Alters her auch einigen Theater- direkliouen die besondere Ausgabe, für die kleine Welt ein übriges zu thun. Man führt Weihnachtsmärchen auf. besonders auf solchen Bühnen, die sich rühme», vo» einem Familienpublikum gestützt zw werde». Für das Kind ist es natürlich eine»amenlose Freude, wenn es die Geslalleu, die es aus seinem Märcheubuche lieb gewonnen hat, leibhaftig handelnd vor sich sieht. Mit gerechtem Stolze erzählt es im voraus, wie die Geschichte vom Aschenbrödel oder Dornröschen endige» wird, aber»ach Schluß der anfregenden Aufführung niuß es doch bekenne», daß es sich die Sache niemals so schön und bunt, ivie sie sich im Theater abwickelte, in seinem Köpfchen vorgestellt hatte. Leider verstehe» nicht alle Thenlcrdichlcr, für das Kind das Stechte zu schaffen. Wer die Weihiiachtsvoistellnngen jetzt besucht, ivird finden, daß manche Leute keine Ahuung davon habe», wie das Kinder- gemüth erfaßt, wie die Verbindung zwischen seiner Phantasie und der Bühne hergestellt weiden muß. Allerdings giebt es vortreffliche Ausnahmen. Zu diese» zählen wir die Dramatisirung von Dickens Weihnachlstied u» Luisen-Theater. Die eigenlliche Handlung geht garnicht einmal in der Märchenwelt vor sich; moderne Menschen treten auf, aber sie sprechen i» einfacher Sprache, und in einfacher, aber anschaulich dargestellte» lebende» Bildern erblickt man Roth« käppche», Häusel und Grciel und wie die sonnige» Leute sonst noch heiße». Das packt die großen und die kleinen Kinder. Sehr hübsch, wenn auch elwas pruiikhaft ist auch, die Darstellung von Dornröschen im Berliner Theater. Minder gelungen will»nS das Weihnachts- stück im Schillcr-Theater erscheinen. Ei» Zug daraus sei mitgetheilt. Ei» Prinz reist incogriito. Was ist das mit dem Prinzen Inkognito? fragen alle kleinen Leute veiständnißloS. Umständliche Erklärungen über die Bedeutung deS Wortes sind»öthig; das fein« Gewebe der kindlichen Tenkungsart ist gerissen. Für geradezu verderblich halte» wir aber das WeihnachtSspicl„Christinchen", das jetzt im Ostend-Theater aufgesührt wird. Das liebliche Märchen vom Thränenkrüglei» ist da zu einem sptrilistischeu Senfationsdrama mit Geistererscheinnngcn und sonstigem schauerliche» Zeug um« gearbeitet worden. Besonders betrübend dünkt uns, daß es eine Frau ist, welche das alberne»nd abscheuliche Stück sabrizirt hat. Marie Günther muß wemg mit Kindern umgegangen sein— oder ist ihr Wert unter dem Einfluß der spiriiischen Richtung, die unter der Direktion Weiß im Ostend-Theater herumsputl. so greulich ver» ballhornisirl ivorden? Die Kinder-Borstellungen sind in den meiste» Theatern nur schwach besucht. Es ist ja so umftändlich, am Nachmittage ins Thealer zu gehe», und den meiste» Leuten fehlt es a» Geld. Würden gute Stücke gegeben, zu denk» wir vor allem einfache Dramati» strungen«nsercr Volksmärchen zählen, so könnte» die Gemeinde» schule» sich ein Verdienst erwerben, wenn sie den Kindern«inen Genuß verschafflen, den die Eltern dem kleinen Volk nothgedrungen versagen müsse». Ncbcr das JiiiiungS-Vorrecht, auch außerhalb der Innung stehende Angehörige des belrcffendcu Geiverbes(Arbeitgeber und Arbeilnehnier) sür gewisse„WohIfahrts�Einrichtungeii" der Innung (Herberge, Arbeilsnachweis. Fachschule, Schiedsgericht) besteuern zn dürfen, äußert sich der Gcweibe-Depntalions-Berichl pro 1396/97 wieder sehr ungünstig. Tie Schuhmacher, Gastwirthe und Schneider haben von ihren Vorrechte», unbekümmert in» alle früheren Proteste der Gewerbe-Deputalio» und auch der außerhalb der Jnnnngen stehenden Gewerbetreibende», nach wie vor de» ausgiebigsten Gebrauch gemacht. Namcnt- lich bei den Gastwirlhen«nd den Schneider» haben die Nicht- Mitglieder wieder de» bei weitem größte» Theil der Koste» der Einrichtungen sür das Gesellenwesen und den Arbeits» «achweis zu tragen gehabt. 1SV6 betrugen bei den Gastwirthen die Beiträge der Mitglieder lbOS Mark, der Nicht-Mitglieder 4192.30 Mark, bei de» Schneidern die Beiträge der Mitglieder 672,80 Mark, der Nicht-Mitglieder 2604,73 Mark. Nicht ganz so schlimm lag das Mißverhällniß bei der Schuhinacher-Jiinnng. Hier wurden 1873,97 Mark durch die Mitglieder. 1047,30 Mark durch die Nicht-Mitglieder aufgebracht. Diese Bestenerung der Mehr« h e i t durch eine Minderheit ist um so ungerechter, da bei den Innungen der weitaus grvgte Theil der Einnahmen in„Verwnltungskoslen" aufzugehen pflegt, so daß nur wenig für die„Wohlfahrtseinrichtnngen" übrig bleibt. Die Gewerbe- deputatio» hat schon 1894 beantragt, den genannten drei Innungen ihre Vorrechte wieder zn entziehe», weil sie„dem öffentliche» Wohle widerstreiten". Erst jetzt ist darüber eine Ent- scheidung von feiten des Handelsministers ergangen. Danach sei das Privileg den Gastwirthe» mit ZIblauf dieses Jahres zu entziehen, da sein Fortbestand mit der Gewerbe-Ordnnngs-Novelle von 1897 nicht vereinbar sei; den Schuhmachern und Schneidern dagegen sei es zu lassen, um die dcmnächstige Umbildung dieser Innungen in Zivangsinnungen zn erleichtern. Die Gewerbcdeputalio» vermag letzlere Begründung nicht als stichhaltig anznerkennen. Der Bund deutscher Francnvcrciue hatte bekanntlich ans seine Petition wegen Anstellung von„Polizeimatronen" bei der Sittenpolizei vom Polizeipräsidenten eine abschlägige Antwort er« halte». Interessant ist die folgende Stelle in dem'Antwortschreiben: „Würde die Verwendung von sogenannten Polizeimatronen hier- selbst eingeführt werden, so könnten diese allerdings die von der Sittenpolizei entlassenen Mädchen ihren'Angehörigen zuführen, ihnen Arbeit nachweisen, dieAnfnahme in eineBessernngsanstalt vermitteln zc. Indessen das Bedürfniß für eine solche Einrichtung ist bisher» in so weniger hervorgetreten, als bereits seit Jahren in der Person des täglich in den Räume» der Sittenpolizei anwesenden M i s- s i o n s p r e d i g e r s Onasch ein erfahrener Seelsorger thälig ist, der sich seiner selbst gestellten Aufgabe, die sittlich noch nicht ganz ver- lorenen Mädchen zu einem ordentlichen Lebenswandel zurückzuführen, mit großem Geschick und auch mit beachlenswerthen Erfolgen unter- zieht. Sollte den, Vorstande daran gelegen sein, über diese Thätig- ■feit Näheres zu erfahre», so stelle ich ergebenst anhei»,, mit dem genannten Geistlichen in direkte Verbindung zn treten." Es ist bezeichnend für die sozialpolitische Erkenntnis! im Polizei« Präsidium, daß man dort eine» Pastor für geeignet hält, um der Prostilntion zn steuern. Von der Thatsache, daß dieses Geschwür an, Körper unserer Zivilisation im wirthschaftlichen Elend seine Ursache hat und nur durch liefgreifende soziale Maßnahmen gemildert werden kann, scheint man am Alexanderplatz nichts wissen zn wollen. BiirgerlichcS Gesetzbuch und WeihiiachtSgratifikatiouc». Ein hiesiges Blatt schreibt: Die Weihnachtsgratifikationen für die Angestellten i» Handelsgeschästen und k a u s m ä» n i s ch e n U n t e r- » e h in u» g e n fallen in diesen» Jahre im allgemeinen viel spär« licher aus als je vorher, und werden auch bei manche» Firmen, wo sie bisher regelmäßig bezahlt wurde», nicht mehr bewilligt. Der Grund hierzu liegt in den mit dem 1. Januar k. I. in kraft tretenden neue» Bestimmungen des Handelsgesetzbuchs. Diese ent- halten nämlich für die Geschäftsinhaber die ausdrückliche Verpflichtung, die Weihnachtsgratifikationen, die als ein Theil des Gehalts angesehen werden, in derselben Höhe wie bisher auch in de» kommenden Jahren, so lange das Vertragsverhältniß dauert, weiter zu bezahlen. Den AngesteUte» steht auch dann ein gesetzlicher Anspruch ans ihre Weihnachts- Gralisikation zu, wenn diese bis jetzt nicht kontratllich ausbedungen, sondern blos stillschweigend bewilligt worden ist. Die diesjährigen Gratifikationen sind demnach für die Znkunst maß- gebend; wo die Weihnachtsgeschenke in Handelsbetrieben in diesem Jahre verringert werden oder ganz in Wegfall kommen, können die Angestellten auch später keine andere» Ansprüche nus Weihnachts- Gralisikatione» erheben." Daß wir die Schattenseiten de? modernen SpendenS der Weih- nachtSgaben zu würdigen wissen, haben wir erst vor einigen Tagen dargetha». Bestätigt sich die hier wiedergegebene Meldung, so wäre auss neue bewiesen, daß es im Handelsgciverbe um das patriar- chalische Verhältniß, welches bekanntlich in der gnadenbringenden Weihnachtszeit seine schönsten Blüthe» treiben soll, in Wirklichkeit äußerst windig bestellt ist. Tie Gattin dcS deutschen Reichskanzlers ist am Dienstag Morgen einer Lungenentzündung erlegen. Die Fürstin Hohenlohe« Schillingsfürst hat ein Aller von 68 Jahren erreicht. DaS Polizeipräsidini» theilt mit: Nachdem auf dein hiesigen Schlachthofe Klauenseuche in so bedeutendem Umfange festgestellt worden ist, daß daraus auch die Verseuchung des Zentral- Viehhofes mit Bestimmtheil gefolgert werden muß, wenngleich auf den, Viehhose selbst ein Senchenfall zur Feststellung nicht gelangt ist, hat der Polizeipräsident vom hentigen Tage ab bis ans weiteres de» Zentralviehhof für den Abtrieb von Schweinen mit der Maßgabe gesperrt, daß Schweine»nr mittels der Eisenbahn und»ach solchen Orten ansgesührt werde» dürfen, deren Polizeibehörden sich ein für allemal bereit erklärt habe» oder sich ans vorherige Anfrage im Einzelfalle bereit erklären, Schweine von de», wegen Verdachts der Klauenseuche gesperrten Viehhofe zur sofortigen Abschlachtung anzunehmen. Die Verleg»»» der königlichen Bibliothek«ach Charlotten- bnrg darf, wie die„Berliner Wissenschaftliche Korrespondenz" mit- theilt,»ach den an maßgebender Stelle bestehende» Ansichten, als eine ziemlich feststehende Thalsache betrachtet werden. Ausschlag- gebend für die Verlegung ist der Umstand, daß die Verlegung resp. Vergrößerung der Universitätsbibliothek nicht länger anfgeschobe» � werden darf, wenn nicht der Zweck derselben vollständig illusorisch i werden soll. Da man sich jedoch an maßgebender Stelle der Thatsache nicht verschließt, daß die Verlegung der königlichen Bibliothek nach Charlottenbnrg eine» großen Theil der Jnter- essentcn schwer schädigen würde, besteht die Absicht, die Etatut«,, der Nniversitäls- Bibliothek dahin abzuändern, daß die Benutzung derselben nicht wie bisher ansschließlich den Stndirenden und Dozenten, fonder» zugleich weitere» Kreisen zn« gänglich gemacht werden soll, um so in der Universitätsbibliothek gewissermaße» eine» Ersatz für die königl. Bibliothek zu schaffe». Um diesen Ersatz steht es aber schlecht genug, da die Universitäts- bibliolhek auch nicht entfernt so stark ist wie die„königliche". Die ittteresfirten Kreise habe» daher alle Ursache, dahin zu strebe», daß die königl. Bibliothek nimmermehr i» einen enlser»!«» stillen Winkel verlegt werde, sonder,, in, Mittelpunkt der Stadt bleibe. Als ei» bewnndcrnswcrthcS Kunstwerk darf man die Uhr .bezeichnen, die sich im Lesesaal des neuen Reichstags- Gebäudes be- findet. Sie ist, wie wir i» der„Voss. Ztg." lese», i»it ewige», Kalendertag, Datum, Monat und Jahreswechsel, sowie Mondphase, in der Uhrenfabrik F. L. Lübner, Potsdamerstr. 23. gefertigt ivorde». Der goldene Grund der viereckigen Platte, die drei weiße Zifferblätter trägt, ist mit symbolische» Figuren bemalt, die den Tag und di« Nacht versinnbildlichen. Der Tag wird durch eine» Schmetterling(Tag- Psauenauge)»nd die Sonne, die Nacht durch eine Fledermaus und einen Komete» symbolistrt. Links ist das Blatt für die Wochentage, rechts das für die Monate, in der Mitte das Datuni-Zifferblalt. Ueber diesem erscheinen in eine», Ausschnitt die Mondphase» in Gold auf azurblauen» Grunde. In zwei weiteren Ausschnitte»»st links die fest- stehende Jahreszahl der Erbauung des Reichstagsgebäudes zu lese», während di« Zahlen rechts felbstthätig bis zun» Jahre 1999 bei der Jahreswende nachts 12 Uhr wechseln. Es lohnt sich bei Besichtigung des neue» Reichstagsgebäudes, dieses tadellos fnnktionirende Kunst- werk, daß ein rühmliches Zengniß für die Kunst seines Schöpfers ablegt, in Augenschein zu»ehmen. Die Allgemeine ElektrizitiitSgesellschaft läßt jetzt eine be- deutende Vergrößerung ihrer an, Schiffbaiierdanun gelegene» Zentralstation ausführen. Zu diese», Zwecke ist das Grundstück Luisenstr. 33, das ein großes Hinterland hat, angekauft worden. Zum Kapitel Kinderarbeit liefert der folgende uns von einer Leserin niitgetheilte Fall wieder einmal eine recht lebhafte Illustration. Dieselbe schreibt: Sei» einigen Tagen bringt mir ein Mädchen von 13 Jahren die Zeitungen. Wie daS Kind erzählt, muß sie jede» Morgen um 4 Uhr ansstehen, dann zum Spediteur gehen, und von 5 bis etwa 8 Uhr durch ziemlich 30 Häuser Blätter austrage». In den meisten Häusern hat sie 4, auch 3 Treppen zu steige». Uni 8 Uhr muß sie in der Schule sein, wo sie meist bis 1 Uhr zn bleiben hat. Für die Stunden von mittags 2 Uhr bis abends 8 Uhr hat sie eine Aufwartestelle, und erst, wenn sie von dieser»ach Hause kommt, darf sie an ihre Schularbeiten denke». Sonntags früh trägt sie ebenfalls von 7 bis 10 Uhr Zcitnugen ans und zwar durch etwa fünfzig Häuser. Das Kind erzählt, daß sie„früher" schon mal eine Stelle bei Kinder» gehabt, wo sie auch die ganze Kindcrwäsche hat waschen müsse». Sie trug damals morgens auch Frühstück aus und hatte für Sonntag Nachmittag eine Abwaschstelle. Kommentar dazn ist eigentlich überflüssig, vielleicht aber schreibe» sich unsere„freisinnigen Stadt—„Väter" diesen einen Fall von vielen doch hinter die Ohre». Die Zahl der Acrzte in Deutschland betrug nach Angaben des Medizinal-Kalenders zn Mitte September d. I. 23 393. Berlin zählte 2143 Aerzte. In, ganze» Reiche kamen ans je 10 000 Ein- wohner 4.63 Aerzte, i» Berlin 12.81. Die Zahl der Zahnärzte wird für Deutschland aus 1233 angegeben; in Berlin wurden 193 gezählt. Die Zahl der Apotheken betrug im Deutschen Reiche 5254, Auf 10 000 Einwohner entfiel demnach eine Apotheke. Ter Untersekundaner Heinrich Freefe ans Berlin, ein Sohn des bekannten gleichnamigen Industriellen, der, wie wir seinerzeit mitlheilte», das elterliche Hans heimlich verlassen halte, ist i» Barseveld in Holland erkannt und angehalten worden»nd zu seinen Eltern zurückgekehrt. DaS patriotische Gefühl in de» Tingeltangeln. Ein hiesiges Blatt schreibt:„Gegen das Verbot mimischer Darstellung des Kaisers und anderer Miiglieder des Hohenzollernhauses auf den Spezialitäten- bühne» beabsichtigen die hierbei in Frage kommenden Artisten an maßgebender Stelle vorstellig zn werden. Sie wollen den Nachweis erbringe», daß derartige Darstellungen ans daS patriotische Gefühl der Zuschauer anregend und f ö r d e r d wirken, sowie daß alle behördlicherseits dagegen erhobenen Bedenken ungerecht. fertigt sind." Seit je haben die in belracht kommenden Institute so leicht keine Gelegenheit still vorübergehen lassen, die geeignet war, ihr patriotisches Gefühl möglichst breit»nd auffällig der Oeffenllich- keil zu»»»terbreite». N»d wo I»e»erdings wieder lebhaft über Mangel an Patriotismus geklagt wird, ist es vielleicht nicht wohl- getha», derartige Gefühle zu unterdrücke». Kindeöanssetznng. Am 3. d. Mls. wurde in, Hausflur Wasserthorstr. 73 ein etwa acht Monate alter wohlgenährter Knabe mit blaue» Augen, hellblonde» Haare» hilflos aufgefunden und de», Waisenhause übergeben. Derselbe war bekleidet mit leinene», Hemde, weiße,», gehäkelten, Leibchen, gestricktem, rothwollenem Unterrocke, gramvolle»«,, Trikot, blanc», mit weiße» Sternen und Punkte» be- druckten Kattnnkleide, weißen» Speichellatz mit gestickter Kante und gramvollenem Umschlaget, ich mit schwarzweißer Kante.— Nachrichten über die bisher nicht ermittelte Mutter des Kindes werde» im Polizeigebände am Alexanderplatz, 2. Stock. Zimmer 319, er- beten. Ter frühere Rendant der Spar-»nd Darlehnskasse des Ver« eins der Berliner Restanrateure, Reinhold Stark, ist, wie ei» hiesiges Blatt meldet, aber,»als verhastet worden, nachdem vor drei Jahren, Ende Dezember 1894, wie seiner Zeit anssührlich berichtet, seine Verhaftung wegen Wuchers erfolgt war. In zwei gegen Stark dann eingeleiteten Strafprozessen wurde er nicht allein wegen Wuchers, sondern auch wegen Theilnahme a», betrügerischen Bankrott zu einer Gesaniinlstrase von eine», Jahr neun Monaten Gefängniß ver- nrlheilt. J», Frühjahr dieses Jahre? gründete Stark nach verbüßter Strafe in der Wallner-Theatcrslr. l unter der Firma Ii. Stark». Co. eine Pinno-Fabrik, während seine Frau ei» Restaurntionsgeschäst etablirte. Die Slaalsanwallschafl hat erfahren, daß St. Kasscngelder für seine Privatspelulalione» verwendet hatte. Daher ist die Ver- Haftung erfolgt. Eine», gefährliche» Einbrecher ist ein dukatengoldener Trau- ring, gezeichnet A. T. 1881(einpunktirl), abgenommen worden. Der Dieb kann mit Rücksicht auf die große Zahl der von ihm verübten Diebstähle nicht angebe», wo er de» Ring entwendet hat. Der»»- bekannte Eigenlhiimcr des Ringes wird deshalb a»fgefordert, sich zur Iiekognoszirnng desselben baldigst Wochentags in den Vormittags- stunden zwischen 9 und 12 Uhr in, Zimmer 37 des Polizei-Dienst- gebändes an, Alexanderplatz zu melden. In Sachen dcS Schuhmachers Hardtke, der de? Morde? an der Marie Thiele verdächtig erscheint, ist es der Kriminalpolizei ge> lnngen, etwa zwanzig weitere Fälle zu ermitteln, in denen er, nach der Photographie rekognoszirl, Mädchen überfalle» oder vergewaltigt hat. Slnffalle» muß eö. daß Hardtke ein Mädchen z» veranlasse» suchte, ihn nach den Köllnische» Wiesen zu begleite», wo bekanntlich die Leiche der Klara Galle anfgesunden wurde. Doch liegen, so wird, veiter gemeldet, leine Sluhaltspunkte dafür vor, daß der Tod der Galle Hardtke zugeschrieben werden könnte. Durch Ncberfahrc» ist am Dienstag morgen der 40 Jahre alte Kutscher Witheln, Fähnrich von, Arkonaplatz 6 schwer ver- uiiglückt. F. war als'Aushilfskutscher bei», Packetposlanit be- schäftigt. Als er gestern morgen auf dem Lehrter Bahnhof an der Ankunftsseite seine Pferde seslhielt, wurde er von eine», andere» Wage» überfahre» und am linken Unterschenkel so schwer verletzt, daß man ihn in ein Krankenhans bringe» mußte. Erschaffen. In der Spandanerftr. 46 verletzte gester» Abend ei» Arbeitsbnrsche der Knopfsabrik von Mädicke eine» seiner Kollegen lebensgefährlich a», Kopse dadurch, daß er eine Schußwaffe leicht- sinnig handhabte. Der Verletzte, der mittels Droschke»ach den, Krankenhanse an» Friedrichshain gebracht wurde, ist bald nach Einliefernng in demselben seinen Verletzungen erlegen. Fcnerbcricht. Montag Abend 3>/z Uhr war C h r i st b n r g e r- st r a ß e 43 ein Ziinmerbrand abzulöschen, der verschiedene Möbel und einen Posten Wäsche vernichtete, aber»och rechtzeitig bemerkt wurde, bevor er größere Ausdehnung angenommen halte. Dienstag früh 3 Uhr wurde die Wehr nach Reiche„berger st raße 33 gerufen, wo in einer Fabrik e-n Hanfe» Heizmaterial vor den» Dampf- kessel i» Brand gcralhen war. Auch hier konnte die Gefahr schnell beseitigt werden. Kurz nach 7 Udr erfolgte Alarm nacb August- und II r t i l l e r i e st r a ß e»- E ck e. Ei» Korb mit Wäsche ging hier i» Flammen auf, die jedoch bei Aiiknnst der Wehr bereits ge- löscht waren. Während der drei Weihnachtsfeiertage wird da? Passage- Panoptikum die Wcihnachtötouiödie„Ein illnstrirtes Quodlibet" inU Gesang, Tanz und lebenden Bildern zweimal, und zwar um 4'/, und?>/, Uhr, zur Aufführung bringen. Orgelkonzert. Der Orgelvortrag deS Musikdirektors Otto Daniel in der Maricnlirche am heutigen Mittwoch Mittag 12 Uhr wird sich zu einer Weihiiachts-Borfeier gestalte». Es kommen Komposttione» von Bach, Händel, Mendelssohn, Pachelbel, Schurig, O. Briegcr, Blumner und Dicniel zur Aussührung, von letzterem die Weihnachts-Sonate und Choralvorspiele. Mit- wirkende sind: Frl. Hanna Kuschet(Sopran), Mrs. Emilp Milton(Alt), Herr Carl Rasche(Baß) und Herr Schwießelmann. Der Eintritt ist frei. AuS de» Nachbarorten. Die Schöncbcrgcr Ttadtvcrordnctei,-Versammlung hat a», Montag mit der ersten Sitzung ihre Thätigkeit begönne». Es waren sä»i»»tliche gewählten Verordneten erschienen mit alleiniger Aus- nähme des Direktors des neuen Schöneberger ReformgymuasiumS, Dr. Bartels. Außerdem»ahm auch das bisherige Oberhaupt des Ortes, Gemeindevorsteher S ch»» o ck, an de», sür die Gemeinde so wichtige», denkwürdigen Akte nicht theil, da er Urlaub genommen hatte und— verreist war. Die Er- öffiiung der Sitzung erfolgte in Vertretung des Regieriings- Präsidenten durch den Landrath S t u b e» r a u ch. Soda»» »ahm der Landrath die Verpflichtung der Verordnete» durch Handschlag vor und legte, nachdem alle Mandate mit Ansnahine eines einzigen für giltig erklärt worden waren, der Versammlung «ine von ihm»ach den, Muster der Berliner ausgearbeitete pro- visorische GeschästSordnung vor, die mit großer Mehrheit angenommen wurde. Und hiernach erfolgte dann die Wahl des Vorstehers, dessen Stellvertreters und des Schriflsührers. Aus den, Wahlakte für den ersteren ging mit 38 von de» 47 Stimme,, der bekannte iihrer der„Unabhängige,,", Rentier Gustav Müller hervor. ieranf wurde die Wahl eines Stellvertreters vorgeiiomme», welche mit 40 Stimme» auf den Gymnasial-Oberlehrcr Dr. Richter fiel, während zun» Schriftführer mit 42 Stimmen der Gemeinde-Bureallvorsteher Pankow gewählt wurde, welcher für sein Amt vom Landrath auch sogleich vereidigt ivurde. lieber die letzten Punkte der Tages- ordnung betreffend die F e st f e tz n u g der Zahl der zun, 1. April 1893 zu berusende» besoldeten Magistrats-Mit« g l i e d e r nebst den Anstellungsbedinglliigei, für dieselben und die A ns s ch re i b un g dieser Stellen wurde nur beschlossen, in der nächsten Versammlung eine» Ausschuß einziisetzen, für welchen ein gleich gestern gewählter llgliedriger Wahlausschuß die Vor- schlage mache» soll. Ebenso wurde auch die Frage der Neu» E i n r i ch t n» g des Sitzungssaales sür die Stadtverordlicten- Versammlung zunächst einem Ausschüsse überwiesen. WohnnngSmaiigel soll in den an der Oberspree liegenden Orlschafte» eingetreten sein»nd zwar infolge des starken Zuzuges von Arbeitern für das neu errichtete große Elektrizitätswerk„Ober- spree". Zwar find in den letzten anderthalb Jahren in„»mittel- harer Nähe des Werkes ganze Reihe»»euer drei- und vierstöckiger Miethshänser entstanden, trotzdem fehlt es, wie berichtet wird, gegenwärtig noch a» Wohnungen sür gegen 700 Leute des Elel- lrizilätswerkes._ Gevrchks Rettung. Tie Gerechtigkeit nnd die Nrinnth. Für die SchulversSmn- „isse ihrer Kinder können bekanntlich nach dem Landrecht die Eltern verantwortlich gemacht werden. Eine Verordnung vom 2. Juli 1869, die zur Ausführnng des Gesetzes für den Negier, mgsbezirk Potsdam erlasse» worden ist, bestimmt, daß Elter», die ihre Kinder nicht zum Schulbeslich anhalten, zu bestrafen sind. Hiergegen sollte sich eine Fra» H. vergangen haben, die in sehr bedrängten Verhällnisse» lebt. Es wurde ihr vorgc- worfe», sie habe ihren Sohn nicht zn», regelmäßigen Schulbesuch angehalten. Sie wandle gegen den Strafbefehl vor de», Gericht ei», der Vater des Schülers habe dafür zu sorgen, daß er regel- mäßig die Schule besuche. Sie könne nicht hastbar gemacht werden. Frau H. lebt von ihrem Manne getrennt. Sie macht« schließlich»och geltend, es sei i», Februar gewesen, als der Knabe die Schule versäninle,»nd da habe er keine Schuhe ge- habt,»h»e solche hätte er aber bei dieser kalten Jahreszeil nicht die Straße» betrete» können. Das Schöffengericht v ernrtheilte jedoch die Frau„»d das Landgericht wies ihre Bernfiing zurück, indem es ausführte. Frau H. hätte ja die öff-nl- liche oder private Wohlthätigkeit anrufen und dadurch ihrem Knaben ein Paar Schuhe verschaffen, können. Die Be- schuldigte legte„nninehr beim K a in»» e r g e r i ch t die Revisto» ein und wiederholte ihre frühere» Ausführnngen. Ferner hob fie hervor. daß sie die öffentliche Armenpflege vergeblich in Anspruch ge- »omnien habe. Der Oberstaatsanwalt selber erklärte in der inüud- lichen Verhandlnng vor bei» Strafsenat, die Angelegenheil i»it den Schuhen sei den» doch nicht so einfach, wie sie die Vorinstanzen hingestellt hätten. Es müßte nachgeprüft werde», ob die Frau wirklich so arm sei, daß sie de». Jungen keine Schuhe kaufen konnte. Die öffentliche Unterstützung sei ihr verweigert worden,»nd ihr ge- rathe», die p r i v a t e Wohlthätigkeit in Anspruch zn nehmen, das hieße, sie zu», Bettel» zn veranlassen. Wenn sie nicht in de: Lage gewesen sei, die Schuhe anderweitig heranz,»schaffe, I, dann bürste doch wohl anzunehmen sei», daß sie sich nicht strafbar gemacht habe.— Ter Strafsenat hob denn auch die Vorentscheidung ans nnd wies die Sache zn»och- maliger Verhandlung an das Landgericht zurück. Die Mutter sei allerdings sür die Schulversänmnisse ihrer Kinder ebenso vcrantwort- lich wie der Vater, hier müsse aber thaisächlich erst»achgeprüst werde», ob sich nicht die Frau in eine», Noihstande befunden habe. Das Landgericht habe rechtsirrthüinlich die betreffenden Be- hanplungen der Angeschuldigte» nicht genügend gewürdigt. Ter bekannte Bclcidignngöprozcst deS Mnsik- Schriftstellers W. Tappcrt wider den Schrislstcller Dr. Alfred K c in p n e r- K e r r wird beule, Mittwoch, abermals das hiesige Schöffengeriebt beschästigen. Der Thatbestand dürfte»och aNgcinei» bekan», sein. Dr. Kerr hatte s. Z. den vielbesprochenen Fall Liebling zn». Gegen- stand einer Erörterung in der„Franks. Ztg." gemacht und dabei angedeutet, daß nach einer in innsikalischcn Kreisen anfgeflellten Be- Häuptling gewisse Musikkriliker der Bestechung zugänglich seien. Diese Unterstellnng ivurde von 23 Mnsilkritikern in einer gemeinsamen E:- klärung mit der größten Entschiedenheit zurückgeiviesen; darauf er folgte eine Antwort des Dr. St., i» welcher dieser die SchriflstelUr W. T a p p e r t nnd W. L a ck o>v i tz direkt beschuldigte, daß fie es sich gefallen ließen, wenn nnSübcndc Künstler, deren Ldslnngn, sie zn bespreche» habe», ihnen Geldspenden znsührle», ja, daß manch- mal diese Spenden von den Künstlern als„»erläßliche Voc- bedingung für eine wohlivollcnde Krüil betrachtet würden. Herr Tapperl, der alsbald in einer öffentlichen Erklärung diese Bc- Häuptlingen sür Lüge»nd Verleumdung erklärt Halle, strengte gegen Dr. Kerr die Privaillage an, dieser erwiderte mit einer Widerklage wegen der Tapper,'schen Erltärung. Wie erinnerlich. halte a», 21, Juni i» dieser cause celebrs bereils eine»»ifangreiche Verhandlung vor de», Schöffengericht unter Vorsitz des AinlS» gerichlsralhs H a a ck stattgesunde», in welcher zahlreiche Zeugen ver- nomine,, worden sind. Da die Parteien damals ans eine lltriho weiterer Zeugen, die nicht zur Stelle waren, nicht verzichteten, mußte die Sache vertagt werden. Zn de», hentigen Termine sind 83 Zeugen und 4 Sachverständige geladen. Die Vertheidignng des Betiaglen führen die Rechtsaiiivälte Paul Jonas und Max B e r» st e» n. Von, Ka»ipf gegen die Welsen. I», hannöverschen Orte Kirchhorst hielte» am 6. September 1896 Anhänger der bcnlsch- hannöverschen Partei nnter dem Vorsitz des Freiherrn v. Scheie eine Versammlung ab. Nachdem verschiedene Redner die ihrer Meinnog »ach recht»„erfreulichen Verhältnisse, die seit 1866 bestehen, lebhnst kritistrt hatten, nahm auch der Arbeiter Herre an? Linde» da? Wort. Er stimmte de» Vorredner» bei»nd sührle da»» ans:„Dir Hannoveraner halte» tre„z»i»aiigestaii»»ten Herrscherhanse,„»ddeshalb erstrebe» wir auf sriedlichem. gesetzlichem Wege die Wiedcrherstclln.ig des Königreichs Hannover." Hieraus löste der überivachende Gendaim sofort die Versaminlung auf. Freiherr v. Scheie beschwerte sich darüber beim Landrath des Kreises Bergdorf, hatte aber keine» Er- folg damit. Der Bezirksansschuß Lüneburg wies seine Klage eben- falls ab. Es komme Z 5 des Vereinsgesetzes in belracht, wonach Versanunli,»gen ausgelöst werden könnten, wen» darin Anträge »nd Vorschläge erörtert würden. die eine Aufforderung oder Anreiznng zn strafbaren Handlungen eiilhielten. Ein solcher Fall liege hier vor. Zwar habe der Redner gesagt, ans f r i e d I i ch e in, gesetzlichem Wege solle die Wiederherstellung des Königreichs Hannover erstrebt werde». Mi, dieser Phrase habe er aber offenbar de» Zweck verfolgt, die Partei-Agitation vor der Anivendung des§ 31 Nr. 4 des Strafgesetzbuches(Hochverralh) sicher zn stelle». 91,»s de», ganzen Verhallen der Anhänger des WelsenlhnmS, znin Beispiel ans ihrer Presse, gehe hervor, daß man die Absicht habe, Hannover ans dein preußischen Verband« loszureißen, sobald nur der Staat durch äußere oder innere Feinde i» Roth geralhe. Der erste Senat de? O b e r- V e r w a l t n» g s g e r i ch t s hob gestern ans die Veriifnng des Klägers die Vorenlscheidnng ans nnd e, klärte die Auflösung der Versammlnng sür u» b e r e ch l i g t. Präsident Persins führte be- gründend ans: Ter§ 81 Nr. 4 des Slrasgcsetzbuches sei aus 8 32 zn erkläre», danach sei aber eine Strafbarkeit erst anzunehnic», iveii» schon der Anfang der'Ausübung des HochverrathI vorliege. Als ei» Unternehmen, durch das das Verbreche» des Hochverraths vollendet werde, sei nun jede Handlung nnznfehen. durch die das Vorhabe» unmittelbar zur Ausführung gebracht werde,, soll«. Gtiie solche Handlung fehle hier, darum liege leine Zlnrciziiug zum Hochverrath vor und die Versammlung sei zu unrecht ausgelöst »vorden. Diebstahls- und Hehlerel-Prozest»vird am 31. Dezember d. I. vor der achten Straskanuner des Land» genchls I zur Aerhandlung gelangen. Er betrifft vier Hansdiener, welche tu dem Geschäft des verstorbenen Kommerzienraths Heese angestellt waren und den dort stattgehabten Zlnsverkanf dazu benuhl baden sollen, eine Menge Waare bei seile zu schaffen. Die Vcr- theidigung wird Rechtsanwalt Oscar Gabriel führen. Einer jener„Wohlthätcr", welche sich erbieten, Gcldbedürftigen Darlchne zu verschaffen, stand gestern unter der Anklage des Be- truges in der Person des Kaufmanns Richard M o n z i n vor dem Schöffengericht. Der Angeklagte, der den Offenbarnngseid geleistet hat, besäst keine Mittel, um seine Dienste durch Annoncen in den Zeitungen anzubieten. er beschränkte sich deshalb darauf, dies schriftlich zu thun, wenn er Darlehnsgesnche in den Zeitungen fand.� Er versprach innerhalb 5 Tage» unter Umständen 1000 M. beschaffen zu können. Die sich Meldenden mußten zunächst 3,o0 M. bezahlen, womit der Angeklagte augeblich die Anskunfts- gebühren begleichen wollte. In den meisten Fällen lhat der Auge- klagte gar keine Schritte zu gunsten seiner Auftraggeber, in einigen gab cr ihnen Wechsel über 100 bis 150 M.. die ihn» von andere» Darlehnssnchern als Sicherheit für kleinere Beträge gegeben worden waren. Der SlnalSanivalt beantragte gegen den Angeklagten 4 Monate Gefängniß, da der Darlehnsschwindel immer neue Blüthen treibe und leider i»it Erfolg. Der Gerichtshof erkannte auf einen Monat G e s ä n g n i st. Die kaum zur Einfiihrnng gelangte» neue» GaSgliih- kdrper in den städtischen Gaslalernen sind bereits Gegenstand von Diebstahlsgelüsten geworden, wie die Verhandlung bewies, welche gestern vor der vierten Slraskammer des Landgerichts I statt- fand. In einer Nacht des vorigen Monats bemerkte der Anfschcr Vogel, wie auf der Berlin- Charlottenburger Chanssee eine Gasflamme nach der anderen erlosch. Er sah bald, daß ein Manu von Laterne zu Laterne ging. mit Hilfe einer Leiter an derselben emporstieg, den Hahn zudrehte und den Glühkörper abschraubte, den cr in einen zu diesem Zwecke mitgebrachten Korb legte. Durch die Sicherheit, mit der der„fleißige Arbeiter", der bereits weit über 100 Glühbrenner in seinem Korbe gesammelt hatte, ausgetreten war, mochten viele Vorübergehende ihn für einen im Dienste der Stadt Angestellten gehalten haben. Der Ansseher Bogel sah bald, daß es sich um einen dreisten Diebstahl handelte, der von dem Arbeiter August K u ck o w begangen war. Da etwa die Hälfte der gestohlenen Brenner sich aus Charlottenburger Gebiet befand, so wird dieserhatb noch gegen Kuckow vor dem dortigen Gericht verhandelt werden, wegen des gegen die Stadt Berlin verübten Diebstahls wurde der Angeklagte zu e i n e m I a h r e G e f ä n g n i ß verurtheilt. Urber eine in Preußen fast wunderbar erscheinende Frei- sprechung wird ans Köln berichtet: Vor der Strafkammer stand ein Schneider aus Köln-Deutz und ein Sohn desselben unter der Anklage, die Militärbehörde bezw. einen Feldwebel des SS. In- fantsrie-Regiments beleidigt zu haben. Ein älterer Sohn des Schneiders, der seit dem Oktober 1396 im S3. Infanterie-Regiment diente, meldete sich gelegentlich einer Schießübung anfangs Februar dieses Jahres bei dem vorerwähnten Feldwebel als krank. Der Feldwebel entließ den Soldaten aber nicht aus dem Dienste, und der junge Mann starb am 7. Februar an der Genick- starre. Der Vater meldete nun den Vorfall bei der Militär- Behörde, und der Feldwebel, der die Meldung des Erkrankten sogar abgeleugnet hatte, wurde vom Militärgericht zu sieben Tagen Ge- fängnist verurtheilt, weil er seine Vorgesetzten belogen Halle, und mit fünf Tagen Gefängniß wegen nrangelhafter Beanfstchtignug der ihm unterstellten Mannschaften. Dem Vater des verstorbenen Sol- baten mochte diese Bestrafung wohl nicht genügend erscheinen, und er ließ deshalb im Juni(durch seineu milbeschuldigte» Sohn) einen Brief an das Geueral-Kommando schreiben, worin bezüglich des Feldwebels und der Militärbehörde schwere Vorwürfe ausgesprochen »verde». Das Gericht entschied, daß den Angeklagten der Schutz deS ß 193 des Strafgesetzbuches(Wahrnehmung berechtigter Jntereffeu) zur Seite stehe, und erkannte deshalb ans Freisprechung Ist ein Gegenvormund für die Schnlversäuinnisse seines Mündels verantwortlich? Der Landivirth Gehrke hatte einen Knaben im Alter von 14 Jahren in seinem Dienst, dessen Gegen- Vormund er war. Da er den Jungen, der noch schulpflichtig»var, nicht zum Besuch der Schule anhielt,»vurde er angeklagt, eine Regiernngs-Polizeiverordiinng vom 20. Januar 1896 übertreten zu haben. Die Behörde machte geltend, er fei sowohl als Dienstherr »vie als Gegenvormund verpflichtet gewesen, den Knabenzilm Schul- besuch anzuhalten. Schöffengericht und Landgericht sprachen G. jedoch frei. Die Strafkannner führte zur Begründung ans, die herangezogene Rcgiernngs-Polizeiverordnnng könne nur als Ausführungsverordnung zu Z 4811 12 des Allgemeinen Landrechts angesehen »verde». Dadurch würden aber nur die Elter» mit Strafe bedroht, die sich jener Unterlassung schuldig machten, und die Kabinetsordrc vom 14. Mai 182S, die noch in betracht kommen könnte, spreche auch nur von den Eltern und deren gesetzlichen Vertretern. Der Aibeitgeber und der Gegenvormund gehörten hierzu aber nicht. Die RlWision der Staatsanwattschast gegen dieses llrtheil wurde vom Kaminergericht als unbegrnudct verworfen. Die fragliche Polizei- Verordnung sei nur soiveit gillig, als die Eltern und ihre gesetzlichen Vertreter>» betracht kämen, und zu denen seien der Gegenvormund und illrbeitgcber thatfächlich nicht zu zählen. Iii den Patcntprozesscn der Deutschen Gasglühlicht-Aklien- gesellichast(Auer) gegen die Nachahmer ihrer Erzeugnisse, ist wiederum eine Vcrurlhcilnng ausgesprochen morden. Die vierte Zivilkammer d« Landgerichts 1 Berlin, hat in dem gestrigen Termin der Firma Martini, Pledath u. Co., G. in. b. H., Berlin, Leipzigerstr. 31/32, die serner« Herstellung und den Vertrieb ihrer Glühkörper bei An- i> rnhnng einer Strafe bis zu S00 M. in jedem ZnividerhandlttttgS- fanr»niersagt. Die chcmaligcn VorstandSniitglicder der Vereinigung der V e r g n n g n n g S p a r k p ä ch t e r der vorjährige» Gewerbe-Ans- siellung haben gegen ihre Verurlheilung durch die Slrafkanuner des Landgerichts 11 wegen Veranstaltung unerlaubter Lotterie Berufung «ingelcgi._ zKozittsos» Da? Deutsche Zciitralkoniitee zur Errichtnug von Heil- si, Ilten si-r Luiigeiikranke hielt am 13. d. Mts. unter dem Vorsitz des SlaaiSsekrelärs Grafen v. P o s a d o w s k y- W e h n e r im BnndesrathSsaal seine zweite Generalversammlung ab. Die„Berliner Correspondenz" bringt darüber einen Bericht, dem wir folgendes entnehme»: Ter Vorsitzende betonte in seiner Begrüßungsrede die Bedenlnng eines plaiiinäßigen Vorgehe»? gegen die Lunge»- schivindsnchl, wie solches durch die Errichtung zahlreicher Heil- sl.it'.en in D-ntschland mit schnellem Erfolge augebahnt worden sei. lieber die Entwickelung der Bestrebniigen in den einzelnen Theilen des gleiches berichteten die Vertreter der betreffenden Vereinigungen und Anstalten unter Vorlegung von Plänen und Ansichten. Von besonderer Bedeutung war, daß die Redner(fast sämmtlich Aerzte) ausdrücklich die Heilbarkeit der Lungenschwindsucht im heimischen Klima bei rechtzeitiger Einleilnng der Behandlung betonten- Wiederholt wurde von ihnen hervorgehoben, daß die i» de» deutschen Heilstätten erzielten Erfolge den gehegten Er- ivarltingen entsprächen, und daß somit an der Sicherheit der Grundlagen, auf denen das planmäßige Vorgehen zur Bc- kämpsnng der Lnngeuschwindsnchl in Deutschland begründet sei, kein Ziveifel bestehe. Nach dem der Versammlung vorgelegte» Geschäfts- berichl ist vie Heilslättensache in allen Theilen des Reiches in er- frculicheni Fortschreiten begriffen. Die hauptsächlichsten Träger sind die für den speziellen Zweck der Fürsorge für Litiigenkranke inner- halb bestimmt abgegrenzter Bezirke ins Leben gerufene» Vereine, deren Zahl bereits mehr als 20 beträgt. Eine wesentliche Stutze finden die Bereinsbestrebungen, soiveit sie unbemittelten Liingen- kranken zu Hilfe kommen wollen, an den Invalidität?- und Alters- Versicherungsanstalten, weil durch die Unterbringniig gefährdeter Versicherter in der Hauptsache die Unterhaltungskosten sichergestellt werden. Einzelne Versichernngsanstalteii, so die Hansen- tische, diejenigen in Brannschiveig und Hannover, haben einige An- stalten bereits im Betrieb; diejenigen für Berlin, für Brandenburg, Baden, Hessen-Darmstadt, ferner die Norddeutsche Knappschafls- Pensionskasse in Halle werden in kurzem die ihrigen eröffnen; andere, zum Beispiel die in Breslau, Stettin, Münster, in Rheinbayern, im Königreich Sachsen, in Weimar, Oldenburg und so weiter sind durch Hergabe billiger Bankapitalien bei der Errichtung von Heilslätlen betheiligt. Von komninnaler Seile werden solche in München und im Kreise Altena in Westfalen errichtet. In einigen Fällen, so im Königreich Sachsen, in Baden, in Hamburg, hat auch der Staat direkt die Heilstäiten-Unternehinungen unterstützt. Einzelne GrostiiidiistrieNe sind selbständig vorgegangen. So haben die Badischc Anilin» nnd Sodafabrik in Ludivigshafen, die Werke von ten Brink in Arleu(Baden) nnd von Selve in Altena i. W. spezielle Einrichlunge« zur Behandlung lungenkranker Arbeiter. Eine llieihe von Vereinen widmen sich außerdem der vielfach»olhwendigen Fürsorge für Familien während der Zeit, wo der Ernährer »iZder Anstalt zu verweilen gezwungen ist. Das Zentralkomitee hat bisher 137 ovo M. an Beihilfen für Aiistaltsbaulen bewilligt. Als publizistisches Organ dient die nenbegründete Heilstätte»- korrespondenz. Die in den Anstalten gemachten Erfahrungen werde» nach einheitlichem Plane von» kaiserlichen Gesundheitsamt statistisch- wissenschaftlich bearbeitet. Wenn ein Abschluß der eingeleiteten Sammelforschung auch erst in einiger Zeil zu erwarten ist, so be- stätigten doch die bisher ersichtlichen Ergebnisse die Voranssetziing, daß in ziveckmäßig angelegten und gut geleiteten Heilstätten die Be- Handlung Lungenkranker durchaus aussichlsvoll ist. Tie Dresdener Bäcker- Innung hat mit ihrem Arbeiter- Boykott beim Ministerium des Innern verständnißvolles Entgegen- kommen gefunden. Die Bestimmung ihres Statuts, wonach die Jnnungsmitglieder verpflichtet sind, nur solches Personal einzu- stellen, das keiner freien Hiljskasse angehört, und den Arbeitern zu kündigen, die einer freien Hilsskasse beitreten und deshalb aus der Jnnnngskasse ausscheiden, diese Bestimmung ist vom Ministerium für zulässig erklärt worden, weil es den Unter- nehmern nicht verwehrt werden könne, ihr Personal nach freiem Er- messen zu wähle». Bon freiem Ermessen der Unternehmer kann hier aber nicht die Rede sei», denn die Jnnnng verpflichtet ihre Mitglieder zu dem erwähnten Boykott. Ein Recht, die von den Regierungen auf grund eines Reichsgesetzes anerkannten freien Hilfskassen zu boykottiren, hat der Gesetzgeber den Jnimngen jedenfalls nicht zuerkannt. Mit demselben Rechte könnten die Jnnniigeii beschließen, daß Mitglieder von O r t s- K r a n k e n k a s s« n, von M i l i t ä r v e r e i n s k a s s e n u. f. w. nicht in Arbeit genoinuien werden dürften. Arbcitcr-Risiko. Der Erkereinsturz in der Lindiviirmstraße in M ü n ch e n hat, wie in der Sitzung der Lokalbau-Kominission offiziell mitgetheilt wurde, einzig und allein in der Verwendung von schlechtem Baumaterial seine Ursache gehabt. I» Mehadia in Ungarn sind in dem der österreichisch- ungarischen StaatsbahngescNschaft gehörigen Kohlenbergwerke durch Explosion schlagender Wetter 3 Arbeiter gelödtet, 4 lebensgefährlich nnd 2 leicht verletzt worden. Die genannte Gesellschaft, der auch die Bergwerke inj Reschiha gehören, ist sowohl durch ihre inangelhaflen Betriebseinrichtnngen wie durch die schlechte Bezahlung und Behandlung der Arbeiter berüchtigt. Aus Bulgarien, das kaum der ivesteuropäischen„Kultur" erschlossen ist, wird ebenfalls schon ein Grubenunglück gemeldet. In einer Grube im Timowner Revier verloren durch einen Einsturz mehrere Bergleute ihr Leben. TaS stcncrpflichtigc Gcsammtciiikoninien im Königreich Sachsen beträgt im laufenden Jahre 1302>/2 Millionen Mail. Im vorigen Jahre belies es sich aus 1792>/z und 1895 aus 1714 Millionen Mark. Das veranlagte Brutto-Einkommen(wobei die Schnldzinsen nicht berücksichtigt sind) beträgt L0S8 Millionen im laufenden, gegen 1942 Millionen Mark im Jahre 1896 und gegen 1329 Millionen im Jahre 1892. Der Einkonimensteuer- Ertrag ist zur Zeit auf 29 Millionen Mark bestiminl. Arbeiterschntz in der Schweiz. Der Bundesrath hat be- schlössen, die Elektrizitätswerke, die mehr als zwei Arbeiter beschäftigen, dem Fabrikgesetz zu unterstellen. Unter Berufung auf die Häufigkeit der Liliigenfchwind- sucht iittter den Bnchdrnckern pctitioniren die Zentralkomitees der Buchdruckerverbände der deutschen nnd welschen Schweiz beim Bundesralh um den Erlaß von besonderen hygienischen Bor- schrislen für die Buchdruckereien; weiter verlangen sie eine Er- gänzmig des Haflpfljchtgcsetzes noch der Richtung hin, daß die Ver- sicherung der Arbeiter gegen Unfall obligatorisch erklärt wird und daß Berufskrankheiten den Unfällen im Betriebe gleichgestellt werden. Hierzu wird jetzt gemeldet, daß der Bundes- rnth den Erlast von Vorschriften über den Neubau nnd Uinban von Fabriken plant und daß die Fabrikinspekloren sich seil geraumer Zeit damit befassen, Anleitungen zur Verhütung von Unfällen und Krankheiten in den verschiedenen Berufen anszuaibeilen. Die Berufskrankheiten speziell sollen nach den gegenwärtigen Gesetzesentwürfen über Krnnkheil und Unfall ein Jahr lang von der obligalorischen Krankenversicherung ausgehalten, nachher»ach Maßgabe der Haftpflicht der Unternehmer behandelt werden. Schwachsinnige Kinder in der Schweiz. Das eidgenössische statistische Bureau hat im März dieses Jahres eine Zählung der im schulpflichtigen Alter stehenden schivachsinnigen, körperlich gebrech- lichen und silllich verwahrlosten Kinder vorgenomineii und deren Ergebnisse jüngst veröffentlicht. Danach sind von 463 S43 Elementarschülern 13 155 mit irgend welchen Mängeln behaftet, wovon aber 7667 noch der geistigen Entwickelung sähig sind. 567 dieser Kinder erhalten ihren Unterricht in einer Spczial- klaffe; 41 1 sind in Anstalten für Schwachsinnige untergebracht; 101 besinden sich in Waisenanstalten oder ähnlichen Jnstitule»; bei 5585 wird Spezialbehandlung in einer entsprechenden Klasse oder Anstalt gewünscht. Die meiste» schwachsinnigen Kinder, 3420, giebt es im Kanton Bern; ihm zunächst steht Zürich mit 1632. Die land- ivirthschaftliche und Becgbevölkerung stellt relativ größere Zahlen zu den schwachsinnigen Kindern, als die industrielle und Stadt- bevölkernng._ DevNttnmlungett. Ein« öffentliche Zimmerer-Versammlnng beschäftigte sich am Montag mit der Frage, wie das Sammelwesen zum Agilations- nnd Unterstütznngsfonds im neuen Jahre zu regeln ist. AnS dem Referat des Vertrauensmannes Fischer ging hervor, daß sich im Jahre 1897 3958 Zimmerer an den Sainmlnngeii belheiligl haben. Davon gehören 1433 dem Lokalverein, 1320 dem Zentralverband und 1201 keiner Organifation an. Von den Vercinsmitgliedcrn sind 970 ihren Verpflichtungen gegenüber dem öffenilichen Fonds voll nnd ganz, 152 theiliveise nachgekommen und bei 373 konnte dies'gar nicht festgestellt werden. Die entsprechenden Zahlen bei den Verbands« Mitgliedern sind: 819, 151, 355. Bei den Nichtorganisirten: 135, 94, 915. Nach Schluß des Referats wurde folgender Antrag der Lohnkommission ohne Debatte angenonimen: Nach Neujahr sind säinmlliche Sammelkarten der Lohnkommission zur Abstempelimg vorzulegen. Karlen, die nicht in Ordnung sind, werden nicht ab- gestempelt. Wer die festgesetzte Zahl von Marken nicht eingeklebt hat, muß solche nachkanfen. Die Arbeitsberechtigungskarten treten mit dem 1. Januar außer kraft, sie dienen aber auch ferner als Ausweis über die Betheiligung an der diesjährigen Lohnbewegung. Endtermin der Abstempelung ist der 1. Februar.— Eine längere Diskussion entspann sich nun darüber, ob die öffentlichen Eanim- lungen fortgesetzt, oder ob sie von Neujahr an solange eingestellt werde» sollen, bis die Einigung der Organisationen— worüber zur Zeit Verhandlungen schweben— vollzogen ist. Es wurde beschlossen, die Sammliiiigen in der bisherigen Weise ohne Unterbrechung fort- zusetzen. Zum Schluß überwies die Versammlung de» englischen Maschinenbauern 500 M. ans dem öffentlichen Fond. Ter Verein der graphische» Arbeiter Deutschlands(Filiale Berlin) tagte am 16. d. M. und ehrte zunächst das Andenken des verstorbenen Lithographen R» h l a n d in üblicher Weise. Nach Aufnahme von 12 neuen Mitgliedern hielt Zahntechniker Jödicke einen sehr gründlichen Vortrag über„Zahnpflege", welcher mit großem Interesse entgegeiigeiiommen wurde. Dann gab der Vor« sitzende S ch ö p k e die Abrechnung vom letzten Ilraniabesnch. Ein« nähme 365,80 M, Ausgabe 350,05 M., Ueberschuß 15,75 M. Der nächste Uraniabesuch findet am 6. Februar statt; Karlenansgabe dazu in der Bertrauensmäniier- Sitzung am 3. Januar. Es wiirde beschlossen, die schlechten Plätze nicht zu verausgaben und dafür eventuell den Preis aller Billels ans 60 Pf. zu erhöhen. Hierauf berichtete der Vorsitzende, Präger Schmidt, über seine plötzliche Entlassung ans der Luxus- papier-Fabrik von W. Böhme. Dort befand sich der Gewerbe- inspeltor zur Revision und fragte, wie viel Personen das Klosct benutzten. Er sagte: ca. 40, was der Wahrheil entspricht. Der dabeistehende Buchhalter als Vertreter deS Chess bestritt dies. Anderentags wurde Schmidt entlassen. Die Versnmmlnng bc- schloß nach eingehender Besprechung, diese Entlassung als Maßregelung anzusehen nnd die daraus entstehenden Verpflichlnngen zu übernehmen. Die Meihiiachtsnnlerslühnng für arbeitslose Kollegen wurde ans dieselben Beträge und mit den gleichen Voranssetziingin wie früher festgesetzt und dringend ersucht, das zu diesem Zweck vom Gesangverein„Senefclber" am ersten Weihnachts- Feiertage in Büß' Salon, Gr. Frankfnrlerstr. 85, ver- anstaltete Konzert zahlreich zu besuchen. Schließlich wurde noch der Sleindrucker Jordan wegen Verfehlung gegen die Statuten(Z I2a) ans dem Verein ansgeschlossen. Tcr Verein zur Wahrung der Interessen der Gast- nnd Schankwirthe hielt am 17. seine regelmäßige Bersanimlnng in Staber- nak's Lokal ab. Znin ersten Punkte der Tagesordnung erstattete Grauer Bericht über die Angelegenheit Luhin kontra Gärtner. Stach längerer Diskussion beschließt die Versammlnng, dem Antrage des Bericht« erstallers gemäß über die Zlngclegenheit zur Tagesordnung über- zugehen, Alsdann berichtet Grauer über die Denunziation, welche der Gastivirlh Gärtner gegen zwei seiner Kollegen eingereicht und die sich als vollkommen hinfällig erwiesen Halle. Gärtner hatte bereits seine» Austritt ans dem Verein angezeigt, anderenfalls wäre cr, wie durch eine von der Versammlnng aiigenominene Resolution auS- drücklich betont wird, ansgeschlossen worden. Drei neu angenieldele Kollegen fanden Aufnahme im Verein. Der Fachvcrein der Mnsikinstrulncntcn-Arbeiter hielt am 13. Dezember bei Helfer, Orauienstr. 51, eine sehr gut besucht« Gcneralversammlniig ab, in welcher Herr Dr. W o I l h e i in einen höchst interessanten nnd lehrreichen Vortrag über„Die geschichtliche Entwickelung der Menschheil" hielt. Bon einer Diskussion wurde Abstand genommen nnd daher zu den Ergänznngswahle» des Vor« standes geschritten. H e n s e l wurde als 1. Kassirer einftimmig wieder- gewählt; außerdem wurden Böttcher als 2. Vorsitzender, Kri fch le fr. als2 Schriflführer, Albert Gr und mann als Beisitzer nnd Wintler und Radlke als Revisoren in den Vorstand gewählt. Ferner hebt der Vorsitzende Moritz als ein erfreuliches Zeichen des Anfblnhens der Organisation die Thatsache hervor, daß sich in diesem Monat aNein 79 neue Mitglieder dem Fachverein an« geschlossen haben und hofft in absehbarer Zeil durch andauernde Agitation der Kollegen alle in der Klavierbranche thätigen 'Arbeiter zu einem kraftvollen Ganzen zu vereinigen. In betreff der statistischen Erhebungeii über die Lage der Arbeiter der im Holzarbeiter-Verbande vereinigten Berns« für das Jahr 1897 wird beschlossen, von einer Betheiligung an besagter Statistik ab- zusehen. Grund m a n n und A r u d l heben hervor, daß sie den Werth einer solchen durchaus nicht verkennen, bezweifeln aber die Möglichkeit einer genauen Statistik, iveil die Kollegen in den schlechtestgestelllen Werkstätten die Fragebogen nur zum theil auS- füllen werden, zum theil garnicht in die Hände bekommen. Eingelaufene Druckschriften. x» Freien Ktnnden, Jllustrirt« Momanbibllotber für da« arbeitend« vokk (Bei lln, vertag der Lochhandlimg voiwärt«) Brei« pro Heft loPf., enlhält in Nr. eo und il die bcidc» Erzählnnge» von Rod. Schivelchel„In Acht und Bann" und„Die Weber von Oberg-iersdorf"— sserner:„fflegen die fflerncln- hcit". Ein wedichl von Henna»» Lingg.—„Zwei Märchen" von A. Strindb-rg — Dies und Jene» tstenilieionifiifche und lutturyifiorische Ttizien).— Wi» und Scherz. von der..zieii«, Zeit" tStnttgart, I. H. M. DI eh' Verlag) ist soede» da is. Heft des i«. Jahrgang« erschie»en. ist»« de», Inhalt heben wir hervor Der Umfall de« Zentrum«.— Die Theorie und Praxi« der engiilchen iSewerl- vereine, von Dr. T. Hugo.— Mein schlnbivort. von Angull Bebel— Ein Blick auf die Aelchichts der dänilchen Soziatdoinotratie. von Dr. Anllav Baug. — Slntiiiischc« an« Holland von W. H. vliege».— Literarische Rundschau. — Feuilleton t Der gelbe Domino Roman vo» Marcel Prevoll lSchluh.) von der«.lrichheit, Zeilschrisl snr die Interesse» der«irvetlerinneu sSlnngart, Dieh' Verlag) ist»n« soeben die Nr. es de« 7. Jahrgang« zugegangen An» dem Inhalt dieser Nummer hebe» wir hervor: Da« Attentat der sächstscheit Meailioncire auf da« Beredt«- und Versammlungsrecht.— Die Ziegelei» Verordnung, von Lil» Brau».— AuS der Bewegung— Feuilleton: Im steigende» Licht. Eine WeihnachiSinär. Von Ltl>> Braun.— Noiizetilheil von Lily Braun und Klara Zeittn: Soziale Gesetzgebung.— Weibliche Fabrik- inspelloren.— SililichteitSfcage. Briefkasten der Redakkim Wir bllte», bei jeder itinsrage eine uhistr« lzwei vnchstaben ober eine Zahl) anzngeben,»liier der die 9l n itiun'l«rlheili werde» lall. Die jnristischc Sprechstmide fiiidct am Montag. Freitag nnd Sonnabend von V bis 8 Uhr abends statt. Kolonist. Wenden Sie sich an Hermann Bramischweig, Dresdener- straße 80, 2. Hof. M. L. 46. Holzmarktstr. 3 bei Deter, täglich von 8—8. 1VV C. S. 1. RathhnnS. Berlin. 2. Nein.- A. K. 3V. 1. Nein. Der Nießbrauch bleibt so lange, bis die Mutter die Eintragung bewilligt. bcstchoil. 2. Solche Cessio» müßte gerichtlich oder notariell erfolgen. — 39. F. 1. Ja. 2. Ja. 3. Gesetzlich ist eine bestimmte Zeit siir Bc' sichttgung einer Wobimng nicht festgesetzt. Maßgebend sind in erster Linie die Bestimiminge» des MicihSvei träges. Fehlt es an solchen, so ist eine angemessene Zeit zur Besichtigung der Wohniuig zu wähle». Emigen sich Wirth und Miether darüber nicht, was angemessen ist, so ist im Klage- wege durch den Richter zu entscheiden.— Ei» pmivi-e. Mit Gefängniß nicht unter 3 Monaten, neben welchem ans Ehrverlust erkannt werden laiin, ist der bedroht, der wissentlich schon einmal verwendete Klebeuiarkcn aber» mals verwendet oder Klevemarkcn ans der Karte clitfcrnt und dann veräußert oder feilhält. Bei Zubilligung mildernder Umstände laun ans Haft oder Geldstrafe bis dreihundert Marl erkannt werde». WllternugSllberffcht Pom LI. Dezember I«V7, 8 Uhr iiioesen». Wetter-Prognof« f»r Mitttvoch, SL. Dezember tH07. Ein wenig kälter, vorwiegend neblig oder wolkig bei schwachen nordöstlichen Winden; keine wesenllichen Niederschläge. Berliner W e t t c r b n r e a». Baer Sohn Fabrikation von Herren- und Rnaben-Bekleidnng. 24a. Chansseestrasse 24a. 11. Brückenstrasse 11., 16. Gr. Frankfnrterstr. 16. Ecke Runaestrasse, am Bahnhot Jannowltrbrilcke. achrägUbM dem Natlonal-Theatei. Moderne, elegante Maass-Anfertigung aus besten Fabrikaten zu sehr massigen Preisen unter Leitung eigener, erster Meister. m. Invalldenstrasse u. Frtedrlch-Wilhelmstädtlschem Theater. Streng feste, sehr billige, in | Zahlen gezeichnete j Preise. Praktische Weihnachts-Geschenke für Herren und Knaben. Umtausch nach dem Feste gern gewährt. Nach an.wftrt« Versand von 20 Mk, an franko. Muster, Preie- liste 1897/98 und Maass• Anleitung gratH und franko. Fall, obige Angebote anaverkaaft alnd, wird Eraata oder Nenanfertigang ohne Preis- Aufschlag gewilbrt. Soiiiltag, den l zaiimr: KW Wrujfcr Saal frei. Alexniüerstr. IU, Cösliner Hof, CöSlilltlArch 8, 61/6* empfiehlt feinen 1000 Personen fassen. den Sciol mit Bühne auchSoimiagö ttcliic Kornbrauufweine pr Vit v.SSPf.an Cognac in gr. Ausw. bon f. 40„„ Ruin in gross„ 1.20„„ fcinsteLiqneure, Zlrae. Punsch-e. zu hilligste» Preisen empfiehlt 30570* E. Wiilnmclt, Rlexaiiberstr.kü, Skaltsserstr. 135 und PolSdamerstr. 48, Eingang Kurfürstenstrasse Hr Qimmpl Moritziiiaiz, Ul.Uiilllilul t HauSv«schtnger Spezialarzt f. Hanl».Harnleiden. 10—8. 5-7 SoilNfagS>0-12. 2-4 z-h««. i»«rt™"Ä'- O I gu Jac o b s on, Invalid enjl. 1 40. Teppiche mit kleinen Wedeiehlern, Sopha-- und Salongrösse. 5. 0. 8. 10 12-100 Vt Vänserstosse 40, 50. 00. 70-150 Pf• Gardinen, Portieren, Tischdecke», Steppdecken, Bett-Vorleger 1 zu erstannUchbNUgc» Preise». | A. M i c h» e I i s, | Perli», Ariedrichsiras.c Nr. 7. 3ir AtihllM-Aslhegkn geeignet:[asso* Fahrriider SielS grosses Lager erstkfass. ssabri- kate zu billigste» Kassaprcisen aus TheHzeshtang zu b. koulauiest ZahlnnaSbedluguugett Adomeit& Landau, Lothringer-Straße 48, dicht am Roseuthaler Thor. Anzüge ttiilti Mnasj für tti'tii"Kiilibeii türofiU' Auswahl m Iii- iiuv a»S- laudlscheu Stusse» sür PaletvtS. Anzüge, Beinkleider k. werden unter Garantie des guten Siües zu überaus billige» Preisen schnellstens angefertigt im Tuchgeschäst bei A. Karle, Waldemarstr. 66. Waldvogel, ikanarienrollcr, Zier- Vögel, Vogelbauer lauft in. am billigsten bei Schnelle, Koppcnstr. 00.* (iroldwanren- am Wedding, Fabrik nnd I nger, Müllerstr. 174(Eing. Feiinstr v Flur) G L.entpek Ktnlhrtl'lli'itfr Größte Werkstatt für sZi)82L* • IdCHCta, OfUtUIIHICUCC, Reparaturen lind Reubestelliiiigen. liilerllsliovsle Sekleidungz-tGMMgnie, öerlin 6.. bipnndaacr Urdckc i». 3920L* Spe-inI-lZoschÄIt§. Herren» n. Knnben-lZnrderohen. cn Vinter- Oeberaleher Herrcn-Anzllge 9,M-5«,«> M. Eodcn-Juppci 5,w-18,»" M. Burschen- AnzUge M. Winter- Ueberzteher O,50— 415,"°_ Knaben- Anzüge Hohenzollern-Mäntel ae,«- so,«» m. Stoff-Hosen a,0O-15,»o M. Ecdcr-Hosen 1,75-7,1» M. Zwirn-Hosen 1,00— 4f5ö M. Sammtcord- Hosen 3,00-8,55 M. Grosses Lager van Xithern, Violinen, Gultarren, Mandollnen und Harmonikas. Mechan. Musikwerke mit runden Notenscheiben zum Drehen und selbstspielend in allen Preislage». Blasinstrumente jeder Art Sänmit- lid/e Bestandlheile für alle Instrumente, Itcparatar- Werkstnlt, empstehlt|242Ib Aug*. ÜLessler, SÄ. Lanfitzerftr. Nen eröffnet! Neu eröffnet! Achtiiug! Jede Hansfran nnd jeder Arbeiter berücksichtige bei "i;;!?.."«: Waarenhaus If erinaiin Seil eldema im, Füpstenbergerstr. 1, am Arkona|)Iatz. DW Grosses 8plcl»vaor en-Enger. TliS | Schirme, Trikotagen, Wollwaaren, Gardinen, Läuferstoffe, Tischdecken. Arbeiter Garderobe enorm billig! f393BL* 'rTTiY»»',Tir.VT. T'-1 T--- If I,' r■. m Hohr'sche ff. Margarine uro Pfuiid 70 Pf., aii|erlicni empfehle zum Meihiiachts- ftste vorziigliihe Dalkmargarlue s Pfunü 40-60 Pf. RuaaRF Mahl, l.Gesch MMt IL. 3785C* Margarine- n. Kakao--. Reiiiilkeiliiorftrßr.iOb. Speziat-Geschäft.--- Ägseiithaltr-,�»�'� A. SiiXriner Bonbon-, Confitnren- und Marzipan-Fabrik Hauptgeschäft; 27. Brunnenstrasse 27. II Geschäft: Lanbsbergerstr. 23. t III. Gefchäst: Eingang l�ollnomftrasse, 1 Chansseestrasse<54, empstehlt sein reichhaltiges Lager tn HCKlIgkUChSN. 1 Mark K�batt, Mff" Marzipan.— Baumbehang.'MS Spezialität: BOnigsberger»nb Eübecker Torten. Kuchhaiidlung Korivärts. Srrlin 8V., Keuth-Straße 3. In Feltaepchenken empsehlen wir die Dalbjalirkgliiiiidc„In Zreltii Ztnnden". Keichillustrlrt. In elegantem Originalbaud Mk. it.SO. In vornehmem Halb- sranzband Mk. 4,—. Jeder dieser Bände bietet ein sür sich abgeschlossenes selbständiges Buch. Inhalt: I. Band: Dirtor Hugo: I7SS. Historischer Roman ans der französischen Revolulion und eineNovelle von Rodert Schiveschel. 2. Band: Elise Vrzrsko: Ter Kampf um die Scholle, Roman aus der Gegenwart u. zwei Erzählungen von Ködert Schweichel. Ferner empfehlen wir die Separat-Ausgabe von 1793, Historischer Roman von Victor Kngo. In elegantem Leinenband Ml. 3,—. I Möliel-Tischlerel tincl Itagei* compl. V/ohnungs-Einrichtnngen empfiehlt tn jeder Holz- und Stilart. vom einfachsten bis zu dem rlegantesteii, zu den billtgstc» Fabrilpreisen Julius Fkpelt, liselilvrineistor, Lhalitzerstr. k. Zu erreichen mit ollen Pserdcbnhnlinicn nach dem Kattbuser Thor. I2Z57L- ——BMEWBSBWIHI I IIIIB'il■ IIIII■— aMBBMM—■ Xic Möbel-Fabrik MSiiel-Eelegen)ieitskaufji(iit£«ön|iiiiMri ■(früher Rolenthalerstr 13) liefert bürgerliche Wohnung?- Einrichtungen schon von löD M. an Coulante ZahlimgSbedingungeii. vager gebrauchter und verliehen gewesener Möbel, Eigene Tapezier- und Delorations- Werlstatt. IS467Ö- Transport durch eigene Gespanne, auch nach ausserhalb TUgUch von 7 Uhr morgciiS bis t> Uhr abcndS: Btrkauj frisch ßtk. schiv. perls. iniii fiiiil. zlrischts. Nindsteilch... pro Psd von 39 Pf a», Schweinefleisch....»49 Pf. s2995I.» Vei'H'.iltliilx der Ivoelianstalt 8tiiilt. Leltlaeltlltok rlmellii>/«Ä��'; iteiilc und diückcn 79 und 89 Psg, Behkeuien und-Bliitter. üäksll?- gespickt 3,5«. W..i'en.Gijllse50U. liiibner, Fnten, Fnten. Wild- und GessügclHandlung k. Ritschl�Anccftr.Bl. Bierverlag, ssott geh. Geschäft, in grösserem Um- fange betrieben, ist veränderuugs- halber vom l Slpril im LAV. zu venu. Zu erfr. b. Verwalter Blanken- selderstr. ll. 2413b SlSirthschaft, Nussb. Muschelmöbel sos. bill. verk. Prinzenstr. 94, v. III. Paneek-Sopha mil Spiegel, Bureau, Polstcrstuhk, Garderobcnspind, Muschel- spind 39, Schlaf-Sopha billig* Grosse Hamburgerstr. 37, 1. I Für TischlermeistrrZ(37841.» Rvßb.-zoiiriliere,Sh°'ts' eichene Fouruicre u s. w sind iviedcr eingelrofieu u. cmps. soldie billigst Möbel w. t. Zahlung genoinin. ,1. Bavid's Möbel-Magazin. Scharrnftr.i«. a b Gcrtraudlcnstr WinterpalctolS und Jactets billig verfäusl. Oranienstr. 129, 2 Tr. 23i Nesercnzcn sab 7143 an ikniloli'.flösse, I-'rank- Nirt»>. M. 8/13- Disfretton Ehrensache. Ein tüchtiger Siibcrgravcur, aber nur eine erste Kraft, bei hohem Lohn und sicherer Brolstelle, in cincr grossen Fabrik in Berlin per 1 Januar 1898 gesucht.(170/19 Arbeitsnachweis Deutscher Gold- und Silbcrarbeitcr� _ Holzmarktstr. 8._ Tüchtige Dreher aus Kronen, Hähne und Modelle sucht(2422b _ W. Slicbcrk, Raimynstr. 55. Schlosser (Mechaniker), in mcch. Brauche durch» aus bewandert, findet lobucndc und dnuerude Beschäftigung Paul Hübner,, Mechaniguc-Kuopssabrik, MarkuSstr. 5, �VasvIvkaeZ�tSi' tüchtig in Wäscherei und Stnrkcrei, sucht k'elix Marpe, Kragen- und Manschettensabrit, Grüner Weg 119, b- Beräniivvrtlicher Rednkleur: August Jarvbcy in Berlin. Für den Jnseratentheil verantwortlich: Th'. Glock« in Berlin. Druck und«erlag von Max Badina in Berlin. f\ ».298. a mm. 2. Ktilsge des„Domlirts" Kelliner Wksdllltt. Vevfttinmlunsvn. Der Zeutralvercin dcr Burcan-Niigcstclltcn Deutschlands (Mitgliedschaft Berlin) hielt am 16. d. M. seine Mitglieder- Ver» samiulltng ab. Nach einein Vortrag C a s p a r's über„Heinrich Heine", wurde» einige Jnterna'S erledigt»nd zum Schluß nochmals aus das bei Röllig, Rosenthalcrstr. 12, stattfindende Sylvester- Ver- gmigen aufmerksam gemacht. £tft->i»>d z>i»lintirtil»l>«. Mittwoch. Z o h a n nJ a c o b n, bel Fritz Lietzle, Tchwetziersirabe ZS.— Sefnndbrunnen, abends Uhr, bei Halerland, Bellermannstr. S7.— W l e t ch h e i t, abends Nbr bei Stramm, Rittertlrabe les.—Heine, Nixdorf, abends 8!, Uhr, Prwz-Haiidisrqsir. so. » oricrre.— Einigkeit, abends sjj Uhr bei Zeige, Triftflr. I.— Thealer- und Lclellub Marge nroth, abends 9 Uhr, im Nestanranl Tiefe, Lolhriirgerftr. 67. — Tozialdemofratischer Agiiationsflub Osten, abend« Uhr, bei Jauer, Finchtftr. 62.— Freigeist Arkona, abends s Uhr, Arfonaplatz» bei Wesener.— Friedrich Engels Norden alle Mittwoch 9 Uhr bei Aeiben, Bollastr. 3«. Arbeiter-Siing»rb»»d Kerli«««nd der N»»gegr»d. Dorsttzender Ndoll S'eumann, Brunnenstr. IM. Alle Aenderungen im VsreinSfalender sind zu richten an Fried. Kortmn, Manteuffetstr. 60, v. 2 Tr. Mittwoch. UebungS- stunde abends s Uhr, Ausnahme von Mitglieder».— LiedeSlreiheit l, BndreaSstr. 2« bei Wille.— N o rdd eu t s ch e D ch lei s e, Melchiorstr. l6 bei Elehman».— F r e u a I, lEemischter Ebor), Rosenthalerstr. 6? bei Babiel.— Lorbeer fr anz, Weinstrabe 28 bei Späth.— Lieder Iii st, Adalbert- straße 21 bei Roll.— Spandau, in Spandau, Neumetsterlirabe 6 bei N. Nadife.— D e u t sch e E i ch e l, airobe Franfsurierstraste izz bei Wold. — E ch o>, Panfow, Wollanfliraße.— Treue, Mariannen-User 2 im Luxhos. — Sit leg ro, Wrangelstrabe l«l bei Schmidt.— Freiheit I, Bülow- straße 65 bei Richter.— Steinnelfe, Pasewalferstr. S bei Ad. Berg-mann.— WaldeSlnst, Oppelnerstrabe 9«.— Freier Männerchor Nord- ZV est, Puttlitzstr. 10 betPsarr.— Wesanaveretn der» u p f e r s ch III i e d e, Wein- straße>1 bet Feind.— Wletchhett l, Danzigerstrabe 96 bei Plischfe.- FreiheitSgruß, Brunnenstr. 160 bei Schulze.— Schneeglöckchen I. Ripdors. Hermann- und KarlSgarlenstraben-Ecke bei Köpfe.— Hossnung III, Brandenburg a.H., WilhelmSdorserstraße,„Eoncordia".— Arbeiter-Sesangverein Britz in Britz, Bürgerstr.« bet Dorn.— Seeg er'scher Männerchor, LandSberger-Allee 166 bet Wöbel.— Einig, Blumenstrabe 98 bei Scherbe.— Einheit(früher Buchdrucker und Schristgteßer), Nixdorf, Berg- straße 169 bet Thomas.— Frohsinn II, FrtedrichSbcrg, SLartenbergstr. 67 bei Lange.— Ar ton III, Rixdorf, Herrmann- u. Herrsurthstraben-Ecke be Geschuh».— M a i e n g r u b II, Eharlottenburg, Straße Sa, Nr. 1, bet Bartsch.— Heimathflänge, Köpenick, Rosenstr. 101 bei Meyer.— Wacht a us I. Wörtberstr. 16 bet Bulprecht.— BorwärtS X, Stauen, Marktstr. I» bet Hobusch.— Schneeglöckchen II, Potsdam, Brandenburger Kommuntfalton Ig bet Glaser.— Treu und Fest, Koppenstr. 17 bei Lohmann.— Wald- f a p e 1 1 e, Ceidelstrabe 90 bei Krüger.— Bruderbund, Usedomstr. 22 bei § ickinger.— Freie Sänger, Heegermühle bei Eberswalde, Dorsktr. 12, Nest. agdschlöbchen.— Sängerluft, Werder a./H., Kugelweg im Lofal.— Osl- u n d West prcuben, Sllexanderstr. 270, Englischer Garten.— Rienzt, Lausttz-r Platz 2 bet M. Schulze.— Osten, Metallarbeiter, Wrllner Weg 19 bei Pippfe.— Rosalte, KvnigSbergerstr. 34 bei Plaen.— ISersienähre, Wrün- straße 2l bei Sommer.— Keramik, Eharlottendurg, Kepplerslraße bei Prestel. — Grüne Eiche, Rixdorf, Hermannstr. 197 bei Babenschneider.— Fortschritt, Köpntckerstr. 98 bet Peufert.— Zaget nicht, Steglltz, Aibrechtstr. 126 bei Liefe ISchwarzer Adler).— Froh-Hossnung, Pallasstrabe is bet Fallcr.— L t e d e S l u st II. Potsdam, Brandenburger Kommuntfatton is bet Glaser. tzinnd der geseiligen Arbeiterverein« Hertin» und der Zinigegend. Borsitzender P. Gent, Dresdener- Straße Nr. 107/8. Alle Aenderungen den BerciuSfalender betreffend sind zu richten an H. Bend ix. Alexandrinenitr. Ivo. vesniig-,«urn-«nd geseltige Kerein». Mittwoch. Skatllub Revolution, Wrünauerstr. 9 bei Solz.— Geselltger Berein Hoffnung, jetzt alle l« Tage, Lebuserstr. 6 bet Dteseter.— Artisten- und Ringsportveretn Vereinte Kraft tagt Mittwochs abendS und Sonntags vormittags Plan- Ufer 92» bei Zepte.— Atletenverein AtlaS, Brunnenstr. 162 bet Tale.— Geselliger Verein Turf tsche Pfeife, Danztgerstr. 99 bei W. Hansen.— Tambour-Veretn Froh- Frei, UebungSstunde Mittwoch unp Sonnabends, Wiekenstr. 27 bei Bolz.— Arbeiter-Schachklub Norden, Scestr. 26 bet Mandel. — Musifverein K n a a t s ch, Kolbergerstr. 2 bei Steffens.— Psropfenveretn N ord-O st, Elbtnaerstr. e bet Bogel.— Rauchflub Sch m ote's We rte, Krauistr. 99 bei Hegner.— Gesangverein Sa»gestreue, Spreeterrasse an der Jannowttz- brücke.— Gesangverein Lerche, Schönhauser-Allee bet G. Serber.— Arbeiter- Radsahrer-Be rein Vorwärts tagt jeden Mittwoch nach dem i. und 16. im Monat, Beusielstr. 9(Moabtler Klubhaus).— Vereinigung der T u r n- freunde von ek~io% Uhr abends, Demmtnerstr. 66/67.— Turnverein Osten, Turnhalle Blurnenstr. 63», 8�—10 Uhr abends. Männer-Abtheilung.— Arbeiter- Gesangverein Hoff nun g, Friedrichsberg, Friedrich Karlstr. 94 bei Schnitze.— Tambourverein Ruf, UebungSstunde Mittwochs und Sonnabends Dresdener- straße 69.— Musif-Dileltanten-Vercin Vorwärts, Langestr. 108 bet Nebeltn. -- Zttherflub Alpenglöckchen-Edelweiß, GipSstr. it.— Thealerverestr Proletariat, Köpenickerstr. ss bet Schöning.— Sfatflub Pique Bube, Adaldertftr. 99 bei Jost. Arbeiter- Knrnerbund. Mittwoch: Turnverein Fichte, Berlin Abends von s—lo Uhr: l. Männer-Abtheilung Friedensiraße 97. 9. Männer- Abtheilung Böckhiir. 21. 2. Lehrltngs-Adldetlung SfaUtzerstr. 66—66. 4. Lehr- lings-Abtheilung Stephanstr. 9.— Freie Turncrschast Rtxdorf-Britz, 2. Schüler-Abth. von s!l-s!j, 2. Männer- und Lehrltngs-Abth. von 8'/»— 10'/, Uhr abends bei Bethge in Britz, Ehausseestraße 99. Schlltertnnen-Abth. von eX—8X, Frauen-Abth. von 8ü— ifflj Uhr abends bet Wierling, Knesebeck str. H3.— Freie Turnerschast Johannisthal, abends 8— 10 Uhr bet Senflieben. Arbeiter-Uaucherbund Kerlin»«nd der Nmgegend. Aenderungen im VcreinSfalender sind zu richten an Hermann Brauiychweig, DreSdenerstr. so, 2. Hos. Mittwoch: Arkona, Claiitzerstr.»t bet Pannewttz.— S u in a I r a Süd-Ost, Liegnttzerstr. is bei Manegold.— Waldesgrün, Forstersir. 22 bei Kunze.— Virginia, Admiralitr. 2l bet Schnieber.— Frei Weg, Schöneberg, Kolonnenstr. 2 bet Kretschmer.— Fidele Raucher. Boeckhftr. 49 bei Ruppel.— t n: e l lig e n z, Kottbufer Damm toi bet Schmidt.— Granate, Forstersir. 40 bet ujuntfe.— Fidele Brüder, FrtedrichSfelde, Luisenstr. 20 bei Lobse.— Morge nroth, Landsberger Sllles 44 bet Roland.— Frohsinns- H e t in a t h. Etromstraße 28.— Deutscher Michel, Pankow, Kaiser Friedrichstraße 16 bei Grtstel.— Kairo, Pänfstraße 32ä bet Löhrich.— Ohlauer, Gräsestrabe is bei Prüfer.— Abguß I, Marfusstrabe 23 bei Garn.— Die Dampfenden, Retchenbergerstraße iso bei Jeraifch. — Weiße Nelke, Forsterstrabe 17 bei Dterberg.— Zufriedenheit, Rixdorf. Mühlenstrabc 6 bet Baeden.— W l ü h l t ch t, Neu- Weißensee, Göblerstiaße 50 bei Schulz.— A p fei btüth e, Pankstr. 9b bet Schmidt.— Fltederduft, Frtedenstr. 74 bet Schmidt.— Wetchfetduft, Pappel-Allee 44 bei Ztbell.— Sl l t er Huf fit, JaSmunderilr. 4 bei Zimmer.— Blaue Wolke t n> Osten, Friedenstr. 62 bet Tollkühn.— Kein Ton. Rykestr. 19 bei Neckel.— Rothe Fahne, Wörlitzerstr. 60 bet Stevert.— G e m ü t h l t ch k e t t I, Wienerstr. 7 bet Gtäser.— Kornblume, Gnetsenaustr, 71 bei Menzel.— Veilchenblau, Marienburgerstr. 22 bet Dimke. tlennaa-Americtm Klub„Unclo Sam"(establishsd 1892). 9 o'clock p m. Wallstrasse 57.— Ladies and Gentlemen welcome. N-r»i» eheniaiiger Kchiiter der IIS. Gemeinde- Kchul». Mittwoch, den 22. Dezember. abendS 8% Uhr: Sitzung bei Kellner. Oberbaum 6. Ehemalig« Schüler willkommen. Warenhays S. Heine, Inhaber H. Stege Berlin W., Chausseestrasse 14. Unglaublich aber wahr sind die billigen Preise, ra denen ich das von der Firma S. Heine flhernonunene noch grosse Warenlager jetzt vollständig zum ÄUSVerkanf bringe. Damen-Costum 8,00 mh. „ ganz geflltt. 1�,00 Mk. Morgenrock a. Velour« 3,90 Mk. Karrirte 8101188(1 3,50 Mk. Golf-Blousen3,oo Mk. Kinder-Kleider 2, so m. de. au« Tuch 4,00 Mk. Henidentucli4Mtr.i6pfg. Dimiti.... 29 la.LouisianatuGli32 Damenhemden 55 � „ Beinkleider 78 wg. „ Röcke 75 Laken ohne Naht 1,05 Mk. Knabenanzug, 340 Mk. «ehr guter Cheviot,' Knaben-Paletot 4.75 Mk. Tuchcapotten 73»g- Damenmuffen 1,35 Mk. Ghenille-Shawls 15«g- Velour-Tuch 1,25 Mk. Berühmte Specialität der Firma: Die schönsten Rinderkleider tür Mädchen jeden Alters. Kinderstrumpfe 22 Pf. Damenströmpfe 24 Pf. Herren-Socken 15 Pf. Normalhemden 68 Pf. Beinkleider 78 Pf. Herren-Westen 1,65 Mk. Strickwolle Pfd.1,75 Mk. Reinwollene Cheviot« i Meter 40 Pf. Schwere naturfarbige Cheviots ä Meter 70 Pf. Hochfeine Ballstoffe, reine Wolle, 4 Mtr. 70 Pf. Reine Seide, gemust., 4 Meter 45 Pf. Schwarze reine Seide 4 Meter 1 Mark PchMtierer! Am 2. Feiertag großer Frühschoppen im Arbeitsnachweis, Alte Jakobstr. KS bei Krelle, vonn. Lüneburg. slbü/II K /k unt. Ladenpreis kaust «HC I NI) I man Uhren, Goldsachen, vv pvi. Brillanten ic. im Leih- hauS II.«B»fr, Beuthstr. b I.» Afjlftflllfll sind die schönsten und passendste» Weihnachts- Geschenke. Am beste»»nd billigsten z» haben direkt in der Fabrik L. Ltrodmauäel, Kerlin C., 72. PoimröHf 72, wo auch alte Decken aufgearbeitet werden.[38048* DM- Bei Einkauf von M. 10,- ein Kissen gratis."Mg JeiiA. Porter Dessert- n. Malzkraftbier 1. Rang. Brauerei Bnrghalter, Potsdam, gegr. 1736, bes. f. Blutarme, Brnstkranfe- Bleichs.,--- Rekonv.zc.d. leicht beföininl., nahrh. kräftigste Bier.— Jstblntbild.desh. best. G-sichtsf. u. GewichtSzimahm. übcrr. 14 Flafch. drei, 50 zehn M. ex kl. In Geb.(V., V/i.) Z.Selbst- abg. ivesentl. bist. Allein. Bersandtst. [.Berlin ii. Prob. Porterkcllerei « 1 N« I V!>, Berlin, Brun- Neustras!« ISS. NichtFlaschenzabl —Qual, entscheid. »erren-Illlle KS Pf. Bessere Hüte enorm billig, verkauft aus der Fabrik im Komptoir 29b6L* 1«*» Karnim Straße 4/5,| Sonntags geöffnet. Glühwein 4 Liter 1,20 Mk., 5 Liter 5,50 Mk.. 10 L Eugen Neumann& Co. 8827S* 10 Liter 10,- Mk. Amt IV. 0076. Komptoir«. Gesammt-Kellereien: Berlin SIV. 08, Lindenstr. 10/17. — Detail-Verkniifslädcn: Betle-Nlliance- Platz 0->, Amt IV 3079.— Nene Friedrichstr. 81.— Oranienstr. 100.— Genthinerstr. 20.— Grüner Weg 50.— Kominandanleiistr. 07.— Wilönarkcrstr. 25.— Schöneberg, Hanptstr. 120.— Charlottcnb., Kais. Friedrichstr. 48. Brillanten fertig g6fasst m Armbändern, Broches, Ohrringen, Klldpfen, Shlipsnadeln empfiehlt zu sehr billigenj Freisen in bester Qualität die JuWeienhaBldllllig Max Busse, Brunnenstr. 175, an der Invalidenstrasse. Die allbekannte ZZur moderne Waare in grosser Auswahl. Unsinn kst es, viel Geld für Hüle auszugeben, man erhiilt auch zu billigen Preisen gute und elegante Sachen, zum Beispiel: Knabenftlzhüte o. I,— Man errenftlzhüte» 1,50„„ vlinderhüte„ 4,-„„ Haarstlzhüte„ 4,80„„ Chapsau olaqnes, Plüsch- Hüte, Turnerhüte enorm billig im Einzelverkans bei & Hggert, Hut-EiigroSlager, «öaldcmarstr. 44. pt. r. im Komptoir. Kein Laden- Einzelverkauf von«olOwa»,-«!,, Uhren zu Originalpreisen. Öoldwaaren-Industrie WS6e* Belmonte d Cfs KOnig■ Strasse BTo. 22. Im Fabrikgebäude, Hof parterre. XL.: Unsere großen Inserate in den Sonntagsnummem enthalten Abbildungen mit Preisangabe. Ce"Ta"-K� Ä. V. Schulz, 95. Brunnenstr. 95 direkt am Bahnhof Gesundbrunnen, O. Geschäft(während der Weihnachtszeit): 151, I1r>>ni»ei4»tr. 151(I-xleii), großer Ueiliiiaehts-�nsvki'kauk in: Puppenwagen, Sport-, Kasten- u. Seiterwagen, Zicgenbockmagen, Trinmphsttthle, Kinderkläpp- stühle. Kindertische und Stühle, sämmtliche Korbwaaren. — Fernsprecher-Anst III. Nr. 1137.— Geöffnet VIS 10 Uhr abends. Sonntags laut polizeilicher Bestimmungen. »A«* nnd früher 20 Jahre Bolawaareu-Traurlng-Äa; Fabrik von Carl LtttZOW, Goldschmiedemstr. befindet sich seht 20/21 Woscuthaler-Strasze nahe der Gipsstras?e. NV Wie bekannt, streng reelle und billige Bedienung.-VE Reichhilltige Auswahl. Reparaturcu gut uns billig. !! Vorzeiger dieser Annonce erhält 5 pCt. Rabatt!! Passende WelUnaehtsgesohenke! Paul Baade, Wllsnaclierstr. 57(Ecke Dreysestrasse). Kleiderstoffe, elnxelne Roben nnd Reste von 8—8 Metern billig. [3771L* enorm Teppiche, Gardinen, Porti6ren, Steppdecken, Felle, Reise- decken, Läuferstoffe, Wäsche, Schürzen, Jnpons. „Electra"-Bliiklampe. " Veste, diNigste, schuuffe, fpRtfampc Lampe Her Wrwjeft! f Die Electra.Blitzlampe bewirkt durch ihre eigenartine.\ finu reiche Vorrichtung eine vollstiinsige, bisher unerreichte jj »uSnuyunst der Peiroleum-Leuchtkratt. wodilich ein schone»,? weige», ruhiges, ysohcs. runde»,. sonnenhelles" Licht er. i �ielt wird. Die Tlectra.Blitzlampe ist höchst eica«nt, ganz j vernilfelt.«azerbrechUch. nie revaraturdedttrstig» biete: l absolute(rxplosionLsichcrheit nnd verbraucht trotz der anBcr. 1 ordentl. Leuchtkraft nur sehr wenig Petroleum. Sie ist die z hetieMeste und angenehmste, dabei sparsamste Familiev. «.ArbritSlampe. Preis als komplette Tischlampe mit Glas- Emaille. Schirm nur M. snmmt KiSe u. Cichcrh.- Xierpackunst. Diese Tischlampe mit Majolika dem. Knpvel. schirm m iktste At. IQ. Als Hängelampe, kompl. tu. Krt» reich verziert, elegant dronzirtcs Gehänge und 1 »uppelschirm, nur M. 10 sammt Kipe und CichkrHeitS'! verpait. Dieselbe Hängelampe m. M»lja!ila Einsal? nur! M. i�.SO. ZiJeeU'N-UtitZ'.Nronnor. ans jede Lampe{ Pafientz. Stück kompl. sammt Docht u. 2 Cplinder nur M. 4, fi iammt Stilic, postsrei. l>ateiit-iiichf,v«rpftllrkftr, I Zelter»erstellbkrer, kreisförmig wirkeotcr Nensillier-Licht- k resiektor. für jede Familien, n. Arti-ttSlampe; bewirkt> doppelte Leuchtkraft, vermindert das Springen der Cylinder und« die stechende Flamme. Stck. Tl.«,50; Versand gegen Nach-! nähme od. Vorhersend. d. Betrages. 4». l Kommaudit.Vesellsch.,»erlin 5vk.. Benthftrave 17. Hunderte j vo» N.'chveLteaanacn nnd bei nn« einrnseden. Auf Wunich«eferen;en. Stralau, vusta? M\ie. Der Fliegenwirth in Stralau, Uns Allen wohlbekannt, Das Haus, es brach zusammen, Er zog hinaus aufs Land. Doch jetzt, da können fröhlich Bei Bier und Wein uns laben, Und stets vergnügt und selig Von Stralau heimwärts traben. Drum eilet Alle Häuf zu Hanf Markgrafendamm im rothen Haus, Da schenkt er Bier und Kaffee aus. Die Lübbencr Schweizer. Achtung, Ausschneide»! 800 Waldvögel, Exoten, Prachtfinken, Bogelkäfige, Aquarien, gr. Auswahl Gold- und Zierfische, leb. Ftschfutter, edle Kanarien-Rollcr 4—20 M. Mb. Hoffmann, zoologische Handlung, I. Geschäft: Reinickendorferstrahe 04 0 (Bahnhof Wedding), II. Geschäft: Markthalle Wedding, Nr. 245. jüllOb Deutsche stahlblnue Dogge, weihe Brust u. Schwanzspitzc, 4 Pfoten- spitzen, Lord hörend, abHand, gekommen. Gegen Belohn, abzugeben Pankow, Wollanckstr. 50, Restaurant. L420b Belle-Alliance- Platz 6a. Empfehle für die Daisv» 18S7/S8 und den Weihnachtstisch S« v«0 Paar Schtittfchnhe in 120 Serien von 45 Pf. bis 42,°» M. pro Paar, sowie 5(M>0 Paar Schneeschuhe, Fahrräder ic. Umtausch gestattet.(39222- Gegr 1874. und Goldwarenfabrik C. LUbcke, G o 1«I s c Ii 111 1 e d, Berlin SO., Skalitzersir. 135. Empfehle mein reichhalt. Lager in: Gold-, Silber- u. Alfcnidewaren, Uhren, Brillen u. Pincenez. Silb. Zerren- Remont.-Uhr».5« M. H-rren. Remont.-Nhr(Stiefel) nur 5 M. 8 kar Damen-Rcmont.-Uhr 18,25. Prima Wciker-tlhren v. 2 M. an. Siinimtl. Waren uuter schriftl. Garantie.— Umtausch gestattet.— Jllustr. Preisliste über Uhren, Gold- u. Alfenidewaren, Brillen und Pincenez gratis u. franko._ Billigste, reellste Bezugsauelle für Uhren u. Goldmareu. Brillen nach ärztlich. Vorschrift bei Kenrad Priese, Uhrmacher und Juwelier, Rennetr.«1. WM?, II. Geschäft: Müllerstr. 180. Musikwerke. Symphonious- Spieldose» verfch. Aröhen. Hera, Phons auch lethweise. Müllerstr. 1S0. rtüf de» Inhalt der Inserate überniittnit die Redaktion de», Pnblituin gegeniilier keinerlei __ Verattlivortnng. Thvtttvv. Mittwoch, 22. Dezember. VpernhauS. Hosterwitz. Der Frei- schütz. Ansang 7 Uhr. Schanspielhaus. Das neue Weib. Anfang 8 Uhr. Deutsches. Die nerfunkene Glocke. Anfang 7Vz Uhr. Berliner. In Behandlung. Ansang � 7Vs Uhr. Nachm. 3 Uhr: Dornröschen. Lejsing. Hans Huckebein. Anfang 7Vz Uhr. Goethe. Das HauS dcS MajorS. Anfang 7>/, Uhr. Nuter de» Linden. Pariser Leben. Anfang 7l/z Uhr. Nencs. Die Logenbrüder. Anfang 7>/z Uhr. Schiller. Die wilde Jagd. Anfang 8 Uhr. Nachm. 3 Uhr: WaHciisteln's Tod. Residenz. Sein Trick. Ansang 7Vz Uhr. Thalia. Geschloffen. Centrat. Berliner Fahrten. Anfang 7»/- Uhr. Luise!,. Fröhliche Weihnacht! An- sang 7 llhr. Belle-Zllliancc. Der Bräutigam ans Probe. Anfang 8 Uhr. Friedrich> WilhelnislödlischeS. Schneewittchen und die 7 Zwerge. Hierauf: Der Rattenfänger von Hameln. Ansang 8 Uhr. Ostend. Christinchen. Anfang 8 Uhr. SUexaiiderplah. Die Verführerin. Anfang 8 Uhr. Ilrania. Taubenftrasie 48—49. Naturknndl. Ausstellung v. 10 Uhr vormittags ab. Abendö 8 Uhr Wissenschaftl. Theater. Jnvalidenstraste S7/KS. Täglich (außer Sonntags und Mittwochs) abends 8 Uhr: Wiffenschastliche Vorträge. Amcriea». Spezialitäten. Anfang 8 Uhr. ReichShallrn. Geschloffen. vlpollo. Spezialitäten. Anf. 7>/, Uhr. Feen-Palast. Spezialitäten. Passage- Panoptikum. Wiener Tanz- und Operctten-Gesellschaft. Srszillvv�D lz cnto r (Wnllner-Thcnler). Mittwoch, nachm. 3 Uhr: Wallen- stein'S Tod. AbcndS 8 Uhr: Die wilde Jagd. Donnerstag, nachm. i Uhr: Kindcr- Vorstelinng: Der verwunschene Prinz. Abends 8 Uhr: Die wilde Jagd. Freitag: Geschlossen._ Ostend-Theater. Gr. Franlsnrlerstr.lös. Dir. C. Weist. Christittchen.Z Weihnachtsmärchen in ö Bildern von M. Günther. Musik von C. Mengewein. Anf. 8 Uhr. Im Tunnel von 7 Uhr ab: — Frei-Konzcrt.— Jeder Inhaber eines BilletS hat das Recht, ein Kind auf �seinen Platz frei nittzubringen.— Doimerstag: Christinchen. Freitag: Geschlossen. Sonnabend Nachmittag, halbe Preise: Christinchen.— Sonntag Nach- mittag, halbe Preise: Die Waise von Lowood.— Montag Nachmittag, halbe Preise: Berlin, wie es weint und lacht. Ferdinand: Karl Weih.— An allen drei Feiertagen abendS: Leven und Lieben._ Luisen-Theater 31. Reichenbergerstraste 81. Abendö 8 Uhr: MHIiche WeiwA. Zanbermärchm mit Mufft in 5 Bildern von L. Ottomeyer. Mnstt von Fritz Krause. Kinder in Begleitung Erwachsener zahlen auf allen Plätzen halbe Preise. (l. Parqnet b() Pf.) Morgen: Dieselbe Vorstellung. 1. WeihnachtS-Fetertag, nachm. 3 Uhr: Volks-Vorstellnng NNter Rc,ne von ülnlii«« Dtli-Ir: Die Waise von Lowood. 2. Weihnachts-Fcicrtag, nachm. 3 Uhr: BtlletZ& 60 Pf. zu den Nachmittagö- Voistellnngcn in den bekannten Wer- kailfsftellcn. Lentl'sl-Ilikstki' Sllie Jakobstr. SO. Dlreklion Kichard Sclmltz. Milllvoch, den 22. Dezember 18S7, Linil TJ><>i»»b a. G. Zum 109. Male: BerBinei* Fahrten. VurlcSIeAnsflntlnngspoffcmitGesang und Tanz in» Bildern von Julius Freund und Wilhelm M au u stöbt. Musik von Jnl. EinödLhoser. Ansang Vü« Uhr. Morgen und die folgenden Tage: Berliner Fahrten. Apollo-Theater. Oesroches-BiaiiGa Otto Rentier ßarmen-Faur• Paul Spadoni X.a Foy d Feuer- u. Flammentanz. Kassoneröffnung OV2 Uhr. Anfang TVi Uhr. An d«n dr»l Wolhnachtifelertagen: Ctzrosue Gala-Fest-Vorstelltmg. Urania Taiibcnstraose 48—40. Naturknndl. Ausstellung täglich geöffnet von 10 Uhr vorm. ab. Eintritt 50 Pf.— Abends 8 Uhr: Wissenschaftl. Theater. InvaUdenstranse No. 57/62: Täglich(ausser Sonntags und Mittwochs) abds. 8 Uhr: Wissenschaftliche Vorträge. Näheres die Tagesanschlage! Passage-Panoplicum. Wiener Tanz- und Opereüen- Gesellschaft. Zum Schluß: llluetrlrtes Quodlibet m.Gesang u.Tanz Castan's Panopticnm. Priednohstr. 165. IndiBclt- hiiidnuta- nlsche Oa nkl e r — und— Sehlunge n- Beochwörcr. BÄRENWEIB. Reichshallen- Theater. Leiprigerstrasse 77. StSF" Clcschlossen-WE wegen Vorbereitungen. Am den drei Feiertagen: Gr. Ifest-Vorstellnngen mit einem Rlesen-Menstre-Programm. 36 Kunstkräfte I. Kanges. Lea Brillants Quatuor-Franpaia- Franklin-Troupe, Gaetano-Olloms, Robert Paxton's Gallerte schöner Frauen u. die prelsgekr. Schönheit Mlle. lionise Vernoi«. Bacchus Jacoby, Melanie Robert), Anton Sattler, Excelsior-Mimograph u. s. w. Am 2. Feiertag, mittags 12 Uhr: MAd- 5S»tin6c."WB Entree u.Parq. 30 Pf. Loge 50 Pf. Am 31. Dezember: Hnmor. Sylvester-Vorst. Im Eeichshallen-Tunnel: Täglich: Grosse Konzerte. Ooncerthaus I.cIrzlgevstr.Wo.J8. iS3g~" Täglich: Hoffmann's Quartett und Humoristen. UllidNil' Sonntag 7 Uhr Zt klsliilg. Wochcnt. 8 Uhr. �.11« ftink Zinn 250. Male: Ueno. lU'be Z�vne. Der Vorverkauf ftir die Feiertage stndet täglich statt. Am 2. Feiertag van 12—2 Uhr: BhtlnHc. Entrce 30 Pf., Loge 1 M. .cW -..0' dk Täglich abends Uhr s% W Neues OLYMPIA Riesentheater 'sSX% 'vC (Circus Ecnz.) Karlstrasse. Bolossy KIrallsj's „Constaiitluopel� � 0A An Sonn- und Feiertagen Ä Vorstellungen, nachmittags 4 Uhr, # ahends a Uhr. V olks- Theater im Wolt-Uostaiacaiit 97. D r e S d e n e r- T t r a st e 97. Mit vollen Segeln. Lebensbild in 3 Abtb. von H. Schulz. Nkene 6p«s!i»lithtcii. Am zweiten Feiering, mittags 12 Uhr: Lirosss Wisiinee. Im vorderen Saale: Sönnei' /Uolo Ebner. Typoler IGebrüder Herrnfeid'sl I. Original- ä�Budapester-�ü Possen- n. Opcrctten- Thcatev Kaufmann's Vmiöls. Heute Anfang S Uhr. Gewöhnliche Preise. jEin Abend imWintepgaptsnf und die unvergleichliche Situationskomödie Im Atelier. Hauptrollen: Anteil und Donat Herrnfeld. Ausserdem die | Virtuosen! i ch a r d Winkle r. Vornehmster Familien- Anfenlhalt. An allen drei Feiertagen: Heu! Flotte IWntrosen: Heul Große AuSstaltuugs-Opcrettc in 1 Akt von Cd. Linder. Heu! Vorher: bleu! Arn Weihiiaehtsalien«!. Charaktcrb. tu 1 Alt von G. Höppner. Bosen m.s«Hein btiiilen. Große AilSstattuiigS-Poffe mit Gelang und Tanz in t Akt von W. Gertcke. Auftrete» fäinintltcher Kunst- Spezialitäten. Anf. 0 Uhr,«affen-Eröffnnng 5 Uhr. Entree 30 Pf. Reservirt. Platz 50 Pf. I�een-Palast Sä Burgstr. 22. | Dir.: Vl'lnkler dt Vrlibcl.| Bis zu den � Weih» ach tS-Fcicrtagen� geschlossen. j Am 1., 2. u. 3. WeihnachtSfeiertag j (Gr. Fest-Vorstellung I mit ncnem 5 Sensations-Pro grnmm. j Am zweiten WeihnachtSfeiertag mittags 12 Uhr: Extra- Fest- iflotlnöe |dc3 gsfaminten Kilnstler-Perfonals� N»ter Mitwirkung von Wilhelm Fröbel. V. Hosek's Il'.eAter Brnnnen-ftltrasse IC. Bis zum t, Weihnachtsfeiertag geschloffen.-3*Q In Vorbereitung: Berliner Kinder. Original-Poffc mit Gesang in 4 Akten von Salingrst. Musik von Th. Hauptner. �.OlrturiN, LilÄkauSP? 4.m 20. Dezember(®. Weihnachtsfeiertag), prüz. 12 Uhr, zu Berlin im LoulsenstSdtischen Klubhaus, Annenstr. 16: WanriPPVPPCammlunil*er Pr0T- Brandenburg, Pomiuern, wanuerTer&ümmmuy poseD beide Mecklenburg etc. Tages-Ordnung(provisorisch): 1. Situationsberichte. 2. Die Macht der Organisation, Ref. Koll. Dupont. 3. Wie wahren wir unsere Rechte im Arbeitsverhältniss? Ref. Koll. Rieh. Meyer. 4. Unsere Arbeitsvermittolung. 5. Die künftigen Wanderversammlungen für obigen Distrikt. 6. Verschiedenes. Das Lokal ist von 9 Uhr vormittags an geöffnet. Um 11 Uhr; Vor der Versammlung zwanglose Vorbesprechung, und ist es wünschenswerth, dass bis zu der Zeit sämmtliche Kollegen von auswärts anwesend sind.— Um 9 Uhr abends, nach Sohluss der Versammlung: Gemüthllche Stecherkneipe in demselben Lokal. gljjp- Am 3. Feiertag findet das Waihnachtsfest der Verwaltungsstelle Berlin im Bähmischen Brauhause, Landsberger Allee, statt. Beginn 6 Uhr abends._ 39/18_ Da» Komitee. Färberei- und Appretur- Arbeiter und Arbeiterinnen. uu/so Sonntag, den 26. Dezember(2. Weihnachtsfeiertag). nachm. S Uhr, im Lokale des Herrn Wilke, Andreasstr. 26: Große öffentliche Versammlung. TageS-Ordnuilg: 1. Vortrag des Kollegen Karl Hübsch über:„Warum organiflren wir uns?" 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Oer Vertrauensmann. Znm S. Stiftungsfest 0°. ITpsisn Liedertafel findet am Sonnabend, den 1. Weihnachtsfeiertag, tut Schweizer- Garten, vor dem Königsthor, ein rnmtm LiedepoAbend WWW» mit gute» Vorträgen statt, und sind die Parteigenoffen mit ihren Damen höflichst eingeladen. 68/3 Färber und Berussgenoffen! Filiale IV Berlin. Am zweiten Weih' achtsfeiertag, abends 6 Uhr, bei Wllhs, Andreasstraße 26: Familien-Kränzchen. Gäste, durch Mitglieder eingeführt, sind herzlich wilttommen. kl«7/19 Der Vorstand. ITiUlriiige:|= Goldwaaren, Uhren,= 1 Trauringe: 2 Dukaten 21 M. Alfenide etc. Billigste Preise.| 2 Dukaten 21 M. 1 Siekente Abänderung zum Statut der Allgemeine» Orls-Kranken- taffe geiverblicher Arbeiter und Arbeiterinnen zu Berlin. Artikel I. Im ß 2 Nr. 4 des Statut?, die fünf letzten Worie zu streichen(sowie der Handlungsgehilfen und Lehrlinge). Artikel II. Vorstehende Aeuderung des Statuts tritt mit dem Tage der Schließung der Orts-Krankenkasse der Handlungs- gehilsen und Lehrlinge in traft. Berlin, den 7. September 1897, Der Vorstand. Paul Löbe, Borfitzender. Borstehende Aeuderung wird hierdurch genehmigt. Berlin, den 2. Dezember 1897. Ter Bezirks-Ausschnft. L. 8. K a y s e r. J.-Nr. 7652. ad 2112 Gew. n 97._ 369/4 Zeiltral-Krankkn-«. Sterbe- kasse der Tifchler u anderer gewerblicher Arteiter. (Vemvaltnag Berlin D.) Den Mitgliedern, die z» Char- lottenbnrg zugetheilt sind, hiermit zur Nachricht, daß der Feiertage wegen am Freitag, den 24. d. M, abends von 8 Uhr ab, im Lokal Huttenstraße 2 Beiträge entgegen- genommen werden. 2416b Die Berwaltuug Charlottenburg. Todes-Äuzeige. 242Zb Hiermit allen Kollegen zur Nachricht, daß unser alterMitarbeiter, derTifchler Eduard Main am Sonnabend verstoröen ist. Die Beerdigung findet am Freitag, den 24. d. M., auf dem Jalobi- Kirchhof in Britz statt. Die Arbeiter der Piano-Fabrik v. Adolf Herbst. Banhsagnng. Für die herzlichen Beweise der Theilnahme am Grabe unseres nn- vergeßlichen Mannes, Vaters nnd Bruders sagen wir allen Kollegen nnd Freunden unfern innigsten Dank. AgneS Schmidt und Kinder, 2412b Hermann u. Lontfe JtirgeS. Für die große Betheiligung bei der' Beerdigung meiner geliebten Frau sag« ich allen Bekannten, Freunden und Gästen herzinnigsten Dank. Carl Neppten. Swinemünderstr. 54. U »falisache», Klagen. Eingaben I'utzgcr,tzStegUfferstr. 65. Achtung! IV. Wahlkreis! Achtung! Sonnlag, Sen 26. Dez., im Konzerthaus Sanssouci, Kottbuserstrasse 4a: Gp. Matinbe der Norddeutschen Sänger W. Steinmetz, H. Cahnbiey, H. Zimmermann, C. Heising, Ed. Stobbe, E. Stangenberg und C. Frlck. Arrangtrt von den 216/1S Parteigenossen des 4. Berliner Reichstags- Wahlkreises» Znr Anffiihrung gelange»: Die r»erlovene Mette, l Dee flumme Vlafemsnn. Humoristisches Terzett. I Humoristisches Gesammlspiel. An Firn g IS Dhi». Programm an der Kaffe gratis. Blllet 80 Bf. Charlottenburg. Ana Sonntag, den«6. d. M.(*. Feiertag), Im I.olial„BUmarckshöhe' WUmcPsdorferstpnssc Ifo. 39: H Grosses Konzert| zum Besten des Reichstags-Wahlfonds. M Anfang des Konzerts 4 Uhr.--~• Bntree 30 Pfennig. x». Nach dem Konzert: TANZ« Herren, welche daran theilnehmen, zahlen 60 Pfennige nach.__ Um regen Zuspruch ersuchen 3417b Die Vertrauensleute. Neu eiitgetroffen 1898 er Jfcnhclteii S,75 nnd 3 Mark. Herrenhiite, weich oder steif, von 1,75 an bis 3,50 M., nur Nruheitri! Kinder-»i. Knabenhüte von 1 M. an. Hocheleg. Cylämior la Ounl. 7,50. Chapeau Claqne 8,50 bis 12 M. Pliischhntc la Qual., 6 u. 7 M. Kxtpa-Hnnrhnt 5 II. 3901!. SfOF' Am 1. Feiertag bleibt mein Geschäft fest geschlossc». n- m M Hnt-Engros-Geschäft. Älvxn Sussmann, "wT'" Sanssouci UoltlmuT Straffe 91 r. la. Dir. H. Pierr». Artistischer Leiter Jos. Aschinger. Bis Freitag, den 24. d. Mts. inkl. WWF" gcsehlonen.'i&ei Sonnabend, den 25. Dezember (1. Feiertag): Nollfliindia neues Kvogramm. Schiilze's Variete Ciltschinep Strasse Bfo. 1, am Halle'schen Thor. Täglich: Spezialitäten-Vorstellung. Anfang: Wochentags 7 Uhr, Ho onntags 4 Uhr. llimdt's Saal. Jich.: l'.rnst<«rUiMlcr. Küpntrkrstraffe 100."WM Fernsprecher Amt VII 39. Täglich: Oposscp Ball. �Tanz6\ 50 Garderobe 1 Domen 33 Pf. Franz cn i Kocli, Reinsch,| Weihnacnls-|gptna„erBrttclttU Wsserßr. n u Feste Ecke Gartenstraße. empfehlen nebenstehende Geschäfte ihre Fabrikate. Friedrichitrasse 35. (38512 Auf 3 Mark l M. Rabätt. Auf 3 Mark I M. Rabatt. lloiiigknellen BAUlUhOllAU� in gröfftcr Anvwahl«n billigsten Preisen. ! ieiihecksl' u. itömgshei'g. Marzipan{rS�aÄ:! Eigene Fabrikation in Bonbons, Consttiiren«. Choeolade». Julius Andretzki, HulZülurktstr. 58! Ecke Ranpachsttaße. -!>—«r Bei BereinSfrstlichkeiten nnd Bescheernngen � halten wir uns bestens j empfohlen. JUÜUS AvdMi, lbliser Da So. 14. RBastl ZUiel 5DM nMHWtl.fcWimm|,UO«».Oranienstraße. Epr. 8-10 und 1—3 Uhr Verantwortlicher Redakteur: Angnst Jaeobev i» Berlin. Für de» Jnseratenlbeil verautworllich: Tb. Glocke in Berlin. Druck und Aerlag von Max«ading in Berlin.