Nr. 17 Die Gleichheit eeeer Zeitschrift für die Interessen der Arbeiterinnen @ Die„ Gleichheit" erscheint alle vierzehn Tage einmal. Preis der Nummer 10 Pfennig, durch die Post vierteljährlich ohne Bestellgeld 55 Pfennig; unter Kreuzband 85 Pfennig. Jahres- Abonnement 2,60 Mart. Inhalts- Verzeichnis. Gegen den Fleischwucher. Stuttgart den 23. August 1905 15. Jahrgang Zuschriften an die Redaktion der„ Gleichheit" sind zu richten an Frau Klara Zetkin( Zundel), Wilhelmshöhe, Post Degerloch bei Stuttgart. Die Expedition befindet sich in Stuttgart, Furtbach- Straße 12. unerschwinglich geworden. Nicht bloß Rind- und Kalb-| Verachtung, Haß und Kampf gegen die Ordnung, an Jugend und Sozialismus. III. Von fleisch steht hoch im Preise, ganz besonders auch hat sich deren Stamme die Fleischnot ein Zweiglein ist. Heraus, 3. Trabinger. IV. Von Enny Stock. V. Von Emil Unger. das Schweinefleisch verteuert, das gerade im Haushalt ihr mühseligen und beladenen Frauen des ausgebeuteten Heimarbeit oder Boltsbildung? Von M. H.- Arbeiterinnen der armen und kleinen Leute eine große Rolle spielt. Boltes zum Kampfe gegen den Kapitalismus und den organisation in Frankreich. Von ad. br. Aus der Bewegung: Aber nicht nur teurer ist das Fleisch geworden, auch Wechselbalg, den er mit der junkerlichen Beutesucht geBon der Agitation. Von den Organisationen. Politische minderwertiger obendrein, weil die Züchter das Vieh zeugt: den Fleischwucher. Rundschau. Von G. L. Gewerkschaftliche Rundschau. Notizenteil: Der Kampf in der vogtländisch- thüringischen Textil- rasch aufführen, um die ihnen vorteilhafte Marktlage industrie. Frauenbewegung. Verschiedenes.- Quittung. Beilage: Bericht der Vertrauensperson der Genossinnen Deutschlands von Anfang August 1904 bis Ende Juli 1905.- Adreffen Verzeichnis der weiblichen Vertrauenspersonen in Deutschland. Feuilleton: Gesetz und Not. Spruch von Wolfgang Goethe. Der Holzer- Hansl. Eine einfache Geschichte aus dem Gebirge. Von Hermann Faber. ausnuten zu können. did las Jugend und Sozialismus. III. Die Folge dieser Dinge muß sein, daß der ohnehin schon viel zu tnappe Verbrauch an Fleisch in der arbeitenden Bevölkerung sowohl nach Quantität mie Genosse Franz Krüger hat in der„ Gleichheit" Nr. 15 die Qualität noch mehr sinkt. Für viel Geld gibt es wenig 3weckmäßigkeit der Jugendorganisation erörtert und vorund obendrein oft geringwertiges Fleisch. Eine Mahlzeit geschlagen, Jugendheime, wie er es nennt, zu gründen. mit genügendem und gutem Rind-, Kalb- oder Schweine- Gegen den Vorschlag selbst hätte ich nur sehr wenig einzufleisch wird immer mehr zum Lurus, der ausnahmsweise wenden. Seine Durchführung in der Praxis, soweit sie möglich ist, würde nicht bloß dazu beitragen, unsere Jugend einmal vorkommt. Dafür nimmt der Verzehr von Pferde- auf ein geistig höheres Niveau zu heben, sie würde auch, Gegen den Fleischwucher. dan und Hundefleisch schnell und stark zu. Fast aus allen wie Genosse Krüger selbst treffend ausführt, vor der„ VerFleischteuerung, Fleischnot! so flingt es auf Märkten großen Städten und Industriezentren wird das überein- rohung" schüßen, der die Jugend namentlich in den sound in Metzgerläden; so melden Zeitungen; so schallt es stimmend gemeldet. Die Verschlechterung der Ernährung genannten" Flegeljahren" leicht anheimfällt. Es ist bekannt, in Millionen Haushaltungen. Fleischteuerung, Fleischnot, aber ist gleichbedeutend mit einer Schädigung der Ge- wie viel gerade die wirtschaftliche Lage der Arbeiterklasse diese Worte bohren sich schmerzhaft in das Hirn all der fundheit, mit einer Herabsetzung der Leistungsfähigkeit, dazu beiträgt, die Gefahren der Verwilderung zu steigern, Arbeiterfrauen und Arbeiterinnen, bei denen wochaus mit einem Steigen der Sterblichkeit, zumal der Kinder- ia sie direkt heraufzubeschwören. Aber was in den Jahren wochein Schmalhans Küchenmeister ist, und oft genug sterblichkeit. Kurzum, die herrschende Fleischteuerung der Jugend an geistiger und sittlicher Kraft gelähmt und der Hunger als furchtbarer Gast am Tisch sitzt. wird dem eigenen Leben der Proletarierin wie dem ihrer vernichtet wird, das bleibt ein dauernder Schaden für das gesamte fämpfende Proletariat. Die jungen Proletarier Tatsächlich leidet die große Masse des arbeitenden Lieben im höchsten Maße verhängnisvoll. wachsen statt zu wissensdurstigen, aufopferungsfähigen KlassenVolkes ständig unter Fleischnot. Auch wenn das Fleisch Nichts notwendiger daher, als daß sie die Frage nach kämpfern im besten Falle zu phlegmatischen Mitläufern verhältnismäßig billig ist, bleibt es für den schmächtigen dem Warum der lastenden Nöte und Leiden aufwirft. heran. Wer selbst vom 16. Lebensjahre an in der ArbeiterBeutel der Armen und Wenigbemittelten ein gar nicht, warum, ja warum? Fleischer und Viehzüchter werfen bewegung gestanden ist, wer selbst ohne Anleitung seitens oder nur selten und unzulänglich zu beschaffender Genuß. einander die Schuld an den Teuerungspreisen des Fleisches älterer erfahrener und belesener Genossen sich durcharbeiten Das hat die Wissenschaft schon längst bewiesen. Es sei zu. Statistisch nachweislich haben die letzteren darin mußte von der bürgerlichen Schundliteratur, von pfäffischen nur an eine Feststellung aus jüngster Zeit erinnert. recht, daß die Herren Metzger stets sehr schnell bei der Verdummungsbüchern und ähnlichem bis zu den Schriften Dr. Goldstein- Berlin hat eine sehr sorgfältig revidierte Hand sind, bei steigenden Viehpreisen den Preis des wissenschaftlichen Sozialismus und dabei nur die WohlBerechnung aufgemacht, nach welcher die deutsche Be- Fleisches in die Höhe zu schrauben, daß sie sich aber sehr taten" der Volksschule genossen hatte: der wird begreifen, wie notwendig es ist, der heranwachsenden Generation die völkerung im Jahre pro Kopf rund 24 Kilo Fleisch zu langsam dazu entschließen, dieselben bei sinkenden Vieh- steilen Höhen flarer sozialer Erkenntnis durch gute Wege wenig verzehrt. Ihr fehlt damit ein Drittel des Fleisch- preisen wieder herabzusetzen. Allein trotzdem sind nicht leichter erklimmen zu helfen. Wir würden durch die Jugendfonsums von 72,5 Kilo, den sie haben müßte, wollte sie sie die Urheber der gegenwärtigen Fleischnot, sondern die organisation nicht nur intellektuelle, sondern auch moralische sich so gesund ernähren, wie es die Hygiene fordert. unersättlichen viehzüchtenden Junker und Junkergenossen. Erfolge erzielen, die für die Arbeiterbewegung im ganzen, Niemand aber wird behaupten, daß der bei weitem zu Die Fleischteuerung ist verursacht durch das starke An- wie für die jungen Leute im einzelnen von eminentem Werte niedrige Fleischverbrauch auf die Klassen entfällt, welche ziehen der Viehpreise, welches fünftlich geschaffen worden wären. Allein bei dem Gedanken hieran drängt sich mir eine ihre Fettleibigkeit alljährlich in den Bädern kurieren oder ist durch die Absperrung des deutschen Marktes gegen in Gebirgsreisen abzulaufen bemüht sind. Er benach- die Zufuhr verbilligenden Vichs und Fleisches aus dem zweite Frage auf, die von sämtlichen Befürwortern der Selbst die teiligt vor allem das Proletariat, das den Mangel abzu- Auslande. Was Einfuhrzölle in dieser Hinsicht schon Jugendorganisation beiseite gelassen wurde.* Genossen Kautsky und Dr. Frank gingen in der„ Neuen Zeit" wehren sucht, so gut es geht. Sein Fleischhunger gegen den Beutel und die Gesundheit des deutschen im vorigen Jahre nicht darauf ein. Es sei besonders auf kommt deutlich zum Ausdruck in den 68 486 Pferden Volfes sündigen, das wird gegenwärtig auf die Spitze diese Seite des Problems hingewiesen. und anderen Einhufern, sowie den 2524 Hunden, die getrieben durch die Grenzsperre, die angeblich zur Abwehr Sollen unsere Jugendvereine die Hoffnungen, die wir auf im zweiten Halbjahr 1904 zu Ernährungszwecken ge- von Seuchengefahr eingeführt worden ist. Unsere Lese- fie setzen, wirklich erfüllen, dann muß die Frau, die Mutter schlachtet worden sind. Diese mangelhafte Ernährung rinnen finden das eingehend an anderer Stelle dieser denselben Bestrebungen huldigen wie der Mann; dann darf bildet einen sehr wichtigen Grund für die statistisch fest- Nummer. Hier sei nur betont, daß Summa Summarum sie nicht mehr gleichgültig zusehen, sehr oft sogar hemmen gestellte viel größere Sterblichkeit der Arbeiterbevölkerung die empfindliche Fleischteuerung die Folge der Politik ist, und hindern, wenn der Mann um bessere Lohn- und Arbeitsgegenüber der wohlhabenderen Klasse." Es ist kein„ Um- welche im Interesse der agrarischen Schnapphähne der bedingungen kämpft, wenn er dafür ringt, daß seine Nachtommen als freie, gleichberechtigte Menschen leben können; stürzler", es ist Dr. Goldstein, der also in der„ Sozialen Losung gehorcht:" Gott ſchüße die deutschen Schweine bann muß auch die Frau mitarbeiten an dem Bau der Praxis" spricht, einem äußerst gutgesinnten" Organ, und Ochsen." Die Regierung und die ausschlaggebenden sozialistischen Zukunft. Das ist aber heute in den Kreisen das sich redlich bemüht, die Sünden der heutigen Ord- bürgerlichen Parteien vor allem das Zentrum sind der Parteigenossen durchaus nicht allgemein der Fall. Recht nung wegzuschminken. gleicherweise mitschuldig an dem Verbrechen dieser Wirt- oft trifft das Gegenteil zu. Der Mann steht im Kampfe Freilich: die Prolelarierin bedarf kaum solcher Zeug- schaftspolitik, die nach dem Inkrafttreten der neuen gegen die bürgerliche Gesellschaftsordnung, während die Frau nisse, um an das Vorhandensein stetiger Fleischnot zu Handelsverträge auch dem Rückständigsten und Dent- noch ganz im Banne bürgerlichen Denkens lebt. Was nützt glauben. Sie fennt sie zu gut an den Ängsten und faulsten im Proletariat zum Bewußtsein fommen müssen. die sozialdemokratische Jugendorganisation dem Kinde, wenn Sorgen, unter denen sie nachrechnet und die Zehner Die Fleischteuerung mahnt eindringlich die Frauen dieses zu Hause von der Mutter das Gegenteil von dem umdreht, wenn sie Fleisch, Wurstwaren, Speck und Fett des Volkes, mit einem verächtlichen Fußtritt die Spießeinkauft. Sie spürt sie an dem Knurren des Magens, bürgerweisheit zur Seite zu schleudern, daß die Politik während sie das halbe Pfund ausgekochte Rindfleisch nur Männersache sei. Die Politik ist es, die schamlose sorgfältig in winzige Portionen zerlegt. Sie grinst ihr Geldsackpolitik der Junker und Scharfmacher, die mit evangelischen Jünglings-, Jungfrauen- und Lehrlingsvereine entgegen aus den hohlen Wangen des Mannes, der bei raubgieriger Faust in den Kochtopf der Frau faßt und hätten längst jede Bedeutung verloren, wenn nur die Männer seiner schweren Arbeit noch viel zu schlecht ernährt wird, ihr das Stückchen Rindfleisch herausreißt. Die Frau von Pfaffen sich leiten ließen. Man wird hier einwenden, auch wenn ihm die Hausmutter die größten und besten muß verteidigen, was für sie und die ihrigen zu des unsere Ziele sind entgegengesetter Natur wie die des Zentrums, Bissen zuschiebt; aus den blutleeren Gestalten der Kinderchen, Lebens Unterhalt gehört. Der Kochtopf, der tägliche wir kämpfen für Licht und Fortschritt, das Zentrum aber deren schmächtige Blicke den leckeren Schmaus hinter den Lebensbedarf zwingt mithin ihre Gedanken zur Beschäfti- für geistige Nacht und Rückschritt; die Jugend, die vorwärts Auslagefenstern der Fleisch- und Wurstwarenläden förm- gung mit der Politik und muß sie zum Schuh ihrer lich verschlingen. Der einzelstehenden Arbeiterin aber, Interessen in den politischen Kampf rufen. " die nur für sich zu sorgen hat", das heißt die allein in ihrem Kämmerchen oder ihrer Schlafstelle darben muß, führt die ewige Schmalzstulle den Mangel an Fleisch genügend zu Gemüt. " Was die Politik geschaffen hat, das kann die Politik auch wieder vernichten. Die gemeinschädliche Wirtschaftspolitik der ausbeutenden Klassen und ihres Staates gilt es, durch die Politik der ausgebeuteten Massen auf die Und nun ist die Fleischnot infolge der Fleischteuerung Knie zu zwingen. Dazu müssen die Proletarierinnen das noch viel größer geworden und wird noch schlimmer ihrige mithelfen. Sie müssen sich allerorten erheben zum werden! Die Preise für alle Arten Fleisch und Fleisch- flammenden Protest gegen den Mundraub, gegen den waren haben derart angezogen, daß sie diejenigen der Diebstahl an Gesundheit und Lebenstüchtigkeit, welchen bösesten Teuerungsmonate von 1902 weit übertreffen. Die agrarische Raffgier an ihnen und den ihrigen verübt. Für breitere Schichten des Proletariats als je sind sie Ihr Sorgen, Entbehren und Leiden muß umschlagen in hören muß, was ihm lieb und heilig gemacht werden soll? Das Zentrum hätte seinen Einfluß auf die katholische Jugend längst verloren, wenn die Frauen nicht unter dem Jugend längst verloren, wenn die Frauen nicht unter dem Einfluß der Kirche stehen würden; die katholischen und will, muß uns von selbst zufallen, muß in dem Sozialismus das Heil erblicken, wie verständnislos und feindlich auch immer die Mutter ihm gegenübersteht. Man vergesse bei dieser Ansicht doch nicht, daß bei der Arbeiterschaft das Geistesleben der Mutter, mit wenigen Ausnahmen, die Kinder mehr beeinflußt als das des Vaters. Deshalb sollte in der Partei allgemein der Frauenagitation eine weit größere Bedeutung beigelegt werden, als dies heute noch in manchen Orten der Fall ist. Nur Hand in Hand mit der wachsenden Aufklärung * Der Artikel des Genossen Trabinger war bereits vor dem Erscheinen der Nr. 16 in unseren Händen. Er kann in der Folge teine Bezugnahme auf das enthalten, was in dieser Nummer zur Die Red. der Gleichheit". Frage ausgeführt worden ist. " 2 98 Die Gleichheit Nr. 17 der Frauen wird die Agitation unter der Jugend von Erfolg gekrönt sein. Nicht daß ich den Genossinnen eine Schuld beimessen will ob der noch geringen Anhängerschaft, welche die sozialistischen Ideen unter den Massen der arbeitenden Frauen haben. Sie tun, was sie können, und arbeiten meist über ihre Kräfte, um ihre Schwestern für den proletarischen Bcfreiungs kämpf zu gewinnen. Dagegen trägt ein großer Teil der Genossen Schuld daran, daß in der Arbeiterklasse das Verständnis der Frauen für den Sozialismus nicht rascher zunimmt. Sie lassen sich nicht angelegen sein, Kopf und Herz ihrer Frauen und Töchter zu„revolutionieren", sie unterstützen die proletarische Frauenbewegung nicht, sondern verhalten sich ihr gegenüber mißtrauisch und untätig. Das muß anders werden. Wollen wir die Jugend für den Sozialismus gewinnen, so müssen wir vor allem sozialistisch denkende und fühlende Mütter haben. Die Förderung der proletarischen Frauenbewegung auf der ganzen Linie müßte darum eine Losung für uns alle sein. Haben wir es erst so weit gebracht, daß zum Beispiel die„Gleichheit" in der Drcimillionenpartei einen weit größeren Leserkreis besitzt, als es heute der Fall ist, so ist der Erfolg einer systematischen sozialistischen Agitation unter der Jugend voll gesichert. Dannt wir die Jugend haben und halten, müssen wir die Frauenmassen haben. Um dieses Ziel recht bald zu erreichen, ist ein kräftiger Appell an die Delegierten des Jenenser Parteitags vonnöten. I. Trabinger-Karlsruhe IV. Der Artikel des Genossen Krüger in Nr. 1ö der„Gleichheit" über„Jugend und Sozialismus" hat in der letzten Nummer der Zeitschrift schon verschiedene Meinungsäußerungen hervorgerufen. Mich erfüllen die Ideen des Genossen Krüger mit großer Begeisterung, nur die Ausführbarkeit seiner Vorschläge scheint mir nicht leicht. Es muß aber trotzdem versucht werden, ob nicht eine Möglichkeit vorhanden ist, dieselben in die Wirklichkeit umzusetzen. Genosse Krüger will die Erziehung der Kinder in den Jugendheimen in zwei gesonderte Gruppen einteilen, von denen die eine Kinder von 10 bis 14 Jahren, die andere junge Leute von 14 bis 18 Jahren umfaßt. Er legt besonderen Nachdruck auf die Tätigkeit der ersten Gruppe. Ich stimme seiner Ansicht ganz bei, im Gegensatz zur Genossin Zieh. Die proletarische Fanülie ist nur in den seltensten Fällen in der Lage, auf Geist und Gemüt der Kinder einzuwirken. Es fehlt in ihr vor allen Dingen an Zeit und auch an pädagogischer Einsicht. Gerade aber in dem Alter von 10 bis 14 Jahren ist es unendlich wichtig, das Kind vor schlechten Einflüssen zu schützen. Besonders die Großstadtgefahren wirken vernichtend auf die kindliche Entwicklung. Die Seele des Kindes beginnt in dieser Zeit empfänglich für alles Große und Schöne zu werden, und da gilt es, einen starken Einfluß auszuüben, ohne aufdringliche Tendenz, aber so erfüllt von der Liebe zur Menschheit und dem bewußten Streben, das Ich auf das Höchste zu vervollkommnen, daß dieser Einfluß das Kind zum Sozialismus führen muß. Hat sich ein Kind von 10 bis 14 Jahren täglich stundenlang in einem Milieu bewegt, das auf seinen Charakter eine Einwirkung in dem Sinne unserer sozialistischen Weltanschauung ausübt, braucht man für die ältere Jugend kaum gesonderte Organisationen zu schaffen. Der junge Mensch, der als Kind durch fein empfindende, charaktervolle und pädagogisch geschulte Erzieher beeinflußt worden ist, wird dann von selbst die Bildungsstätten aufsuchen, die doch schon jetzt vorhanden sind oder zu denen kräftige Ansätze existieren. Da sind die Arbeiter-Bildungsschulen, Bildungsvereine, die gewerkschaftlichen Organisationen, die auch immer mehr geistig erzieherisch wirken müssen, und von da aus wird der Schritt in die Parteiorganisationen ein selbswerständlicher sein, wenn das Alter erreicht ist, welches das Gesetz für die Zugehörigkeit zu einem politischem Verein vorschreibt. Ist nun die Möglichkeit vorhanden, Jugendheime zu schaffen? Ob die Partei selbst die Gründung der Heime im Anfang übernehmen kann, halte ich für sehr zweifelhaft. Der Andrang der Kinder würde ein zu großer werden, und die Partei könnte kein Kind eines Parteigenossen zurückweisen. Würde aber nicht aus der Arbeiterklasse selbst, seitens der Gewerkschaften, der Frauenvereine und bemittelter Parteigenossen, die ja alle das regste Interesse an dieser Frage haben müssen, die Gründung von Jugendheimen zu ermöglichen sein? Durch verpflichtende Beiträge ließen sich, so scheint mir, Anfänge dazu schaffen. Die Arbeiterfamilie erhält für einen geringen Beitrag sofort eine große Gegenleistung, indem man ihr stundenlang tagsüber die Kinder abnimmt. In großen und mittleren Städten würden die erforderlichen materiellen Mittel und auch die Lehrkräfte aufzubringen sein. Allerdings halte ich die Frage der Gewinnung von Lehrkräften für die schwierigste. Wir wollen in erster Linie Parteigenossen haben, vielleicht noch uns nahestehende Gelehrte und Künstler. Den Parteigenossen sowohl, die meist durch ihre politische Tätigkeit aufs höchste in Anspruch genommen sind, wie den geistig und künstlerisch Schaffenden, die oft materiell schwer zu kämpfen haben, müßte für das wertvolle Amt ein gutes Äquivalent geboten werden. Abgesehen von ihnen würden aber auch gewiß eine größere Anzahl Frauen aus Arbeiterkreisen und aus Kreisen ver Besserstwierten die zu unserer Partei gehören, für die Aufgaben im Heim sehr geeignet sein und mit Begeisterung ihre Zeit dafür aufwenden. Oft ist die Frage an mich herangetreten:„Wo kann ich denn mitarbeiten, rein politisch kann ich mich nicht betätigen." Erschlöße sich da nicht für alle, die im Dienste des Sozialismus, aber nicht politisch wirken wollen oder können, ein großartiges Arbeitsgebiet? Mein Vorschlag geht dahin, daß sich eine Gruppe von Parteigenossen bildet, die im Einverständnis mit der Parteileitung den Versuch zur Gründung eines Jugendheimes in kleinem Maßstab macht. Gelingt dieser Versuch, so erfolgt die Gründung in größerem Maßstab, und die Heime werden eventuell gänzlich der Partei angegliedert. Enny Stock-Berlin. V. Genosse Krüger hat mit seinem Artikel:„Jugend und Sozialismus" eine Frage angeschnitten, die, wie er richtig bemerkt, für die Partei von eminentester Wichtigkeit ist, deren Lösung aber für uns eine der schwierigsten Aufgaben darstellt. Nicht nur, daß uns dabei die Vereins- und Ver sammlungsgesetze unserer teuren Vaterländer die Bewegungs- freiheit beschränken, kommen auch noch andere Hemmungen verschiedener Natur hinzu. Und doch dürfen uns selbst Berge von Hindernissen nicht zurückschrecken, an die Lösung der Aufgabe heranzutreten und dadurch das Proletariat seinem Ziele um ein Beträchtliches näher zu bringen. Mit richtigem Instinkt haben Kirche und Staat herausgefunden, daß sie sich der Jugend bemächtigen müssen, um ihre Macht zu festigen und zu erhalten. Deshalb umklammern sie das Hirn des Kindes vom Tage der erwachenden Denkfähigkeit an, wie die Spinne ihr Opfer, pressen ihm jeden gesunden Saft aus und kneten es nach ihrem Wunsche. Und so tritt das Proletarierkind ins Leben, den Kopf vollgepropft mit einem Wust von Bibelsprüchen patriotisch-geschichtlichem Krimskrams, des Lesens und Schreibens meist in nur ungenügendem Maße kundig, unvorbereitet für den Kampf ums Dasein und meist ganz verständnislos für die Notwendigkeit des Kampfes für die Befreiung, den die Arbeiterklasse führen muß. Da gilt es nun, mit der Arbeit zu beginnen und den Samen des sozialistischen Erlösungsgedankens auszustreuen, Mittel und Wege zu finden, um die heranwachsende Jugend in den Kreis der sozialistischen 'Anschauungen und Bestrebungen einzuführen. Daß hierzu Vereine und Bildungsgelegenheiten geschaffen werden müssen, darin sind wir wohl alle einig. Es fragt sich nur, wie? Da die Vereinsgesetze in den verschiedenen Bundesstaaten nicht dieselben sind, so kann von einer einheitlich aufgebauten und geleiteten Jugendorganisation nicht die Rede sein, sofern durch sie unmittelbar ausgesprochen politische Zwecke erreicht werden sollen. Und einheitlich, von einem Band umschlungen, müßte das Unternehmen sein, um Erfolge zu erzielen. Es bliebe da nur ein Weg übrig, und er scheint mir auch der einzig gangbare zu sein: nämlich die Gründung eines Jugendbildungsvereins ohne jeden politischen Charakter für die Jugend im Alter von 14 bis 18 Jahren, der sich über ganz Deutschland erstreckt. In jedem Orte, in dem eine größere Anzahl Genossen vorhanden ist, müßte nach dem Muster der großen Gewerkschaftsorganisationen eine Filiale dieses Vereins gebildet werden. Man setze dann bestimmte Ab ende und Stunde» fest, wo die Mitglieder sich zwanglos zusammenfinden. Eine Bibliothek, dem Alter und der Aufnahmefähigkeit der jungen Leute angepaßt, müßte zur Stelle sein. Auch sollten sozialistische Zeitschriften und sonstige für die Jugend geeignete Lektüre ausliegen, welche unsere Weltanschauung zu fördern geeignet ist. Vorträge über Naturwissenschast, Geschichte, Volkswirtschaft, Gewerbehygiene, Unfall- und Verstcherungs- gesetze, Gcwerbegerichte, Arbeitersekretariate und dergleichen mehr, in allgemein verständlicher Art, sollten gehalten werden. Auch dürften im Sommer gemeinschaftliche Ausflüge, im Winter literarische Abende den Geist der Solidarität entwickeln und pflegen und die Bildung fördern. Die fortgeschritteneren Mitglieder der Organisation könnten sich nach Herzenslust mit politischen Fragen beschäftigen, ja es wäre sogar ihre Pflicht, dies zu tun, eine Pflicht, deren Erfüllung kaum ausbleiben würde. Die älteren Genossen hätten den jüngeren mit Rat und Tat zur Seite zu stehen und in jeder Angelegenheit Auskunft zu erteilen. Es scheint mir sicher, daß eine derart vorgebildete Jugend sich, sobald das Gesetz es erlaubt, der sozialdemokratischen Partei anschließen, daß sie mit Leib und Seele der sozialistischen Idee gehören und opferfreudig, überzeugt für sie kämpfen würde. Durch einen geschulten Nachwuchs müßte das Fundament des gewaltigen Baues der Sozialdemokratie gestärkt werden, der als ein Wahrzeichen der größten und tiefsten Freiheitsbewegung in der Geschichte emporragt. Emil Unger-Rixdorf-Berlin. Heimarbeit oder Volksbildung? Daß ich hoch im Lichte gehe Müssen tausend Füße bluten, Tausend küssen ihre Ruten, Tausend fluchen ihrem Wehe. Müssen tausend Hände weben Ties im Dunkel Himmclsgaben, Tief in Schmutz und Stacht vergraben Tausend ihrem Gott vergeben. Der dies schrieb, Wilhelm Weigand, ist kein Sozialdemokrat. Er betrachtet die Welt nicht unter dem Einfluß parteipolitischer Anschauungen; ivie sich die Dinge in seiner Seele spiegeln, so saßt er sie in Worte. Er spricht mit der Sicherheit des echten Dichters das aus, was ist. Man wäre wohl versucht, zu glauben, daß nicht nur innere Anschauung ihm die Feder geführt habe. Hat er vielleicht selbst eine jener trostlosen Höhlen der Heimarbeit betreten, deren Bewohner, im engsten Räume zusammengepfercht, den bitteren, aussichtslosen Kampf mit Not und Elend führen, in dem sie ewig die Besiegten sind? Hat er beobachtet, wie sich in diesem düsteren Rahmen, der manchmal zwei oder mehr Familien umfaßt, das ganze Dasein mit allen intimsten Vorgängen in einer Gemeinsamkeit abspielen muß, welche den Begriff des Heimes schändet? Die dumpfe Atmosphäre solcher Armut und Entbehrung schwächt nicht nur die körperliche Gesundheit, sie führt unerbittlich zu geistiger Verkümmerung. Zwischen dem hastigen gleichförmigen Schaffen findet sich für Mann, Weib und Kind eben noch Zeit zum Essen und Schlafen, soweit beides nicht entbehrt werden kann; was darüber hinausgeht, gehört der Arbeit.„Tief in Schmutz und Nacht vergraben" arbeiten sie sich die Finger wund und die Augen trübe für einen Hungerlohn. Wer die Hände rühren kann, darf nicht ruhen. Die Mutter in ihrer fieberhaften Tätigkeit bewacht daneben sorgsam die Kinder, daß sie keine Zeit verlieren—„Zeit ist Brot". Aus all diesen Werkstätten fleißiger Arbeit und bitterster Not hört das feinere Ohr den tiefen Seufzer des entwürdigten Menschentums emporsteigen. Sie fluchen ihrem Wehe, diese schon bei der Geburt Enterbten, mit heiligem Zorn, mit tiefer Empörung, solange sie das Gefühl ihrer Menschenwürde noch nicht verloren haben. Zwei Dinge sind es, welche die Hausindustrie zum Fluche derer macht, die ihr verfallen sind. Zuerst der ungenügende Lohn, der sie und ihre Familie verelendet, und dann der Mangel an Zeit. Die Ausfüllung des ganzen Tages mit der geisttötenden mechanischen Arbeit hindert die Entwicklung des Geistes mit unerbittlicher Macht. Der Mangel an Zeit entwürdigt die Betroffenen zu Sklaven, zu bloßen Werkzeugen der Produktion, ihr Heim zu einem schlechten Arbeitsplatz. der den müden Gliedern zugleich als Ruhestätte dienen muß, ivenn die Kraft versagt. Nur derjenige kann heute noch für die Heimarbeit in ihrer jetzigen Form eintreten, welcher in der Arbeiterfamilie nur eine lebende Maschine sieht, welche billiger ist als die eiserne und deshalb noch besser geeignet, das Kapital zu mehren, das Vermögen des Unternehmers zu steigern. Wir Sozialdemokralen aber, die als Zerstörer des Heims und der Familie gelten, wir fordern dafür mehr als nur vier Wände, innerhalb deren man gemeinsam schuftet und gemeinsam hungert. Das Heim sei vor allem eine Stätte der Kultur, welche Eltern und Kinder durch das Band geistiger Interessen verbindet. Aber wie kann das Heim diese Bedeutung haben, wenn es vor allem Arbeitsstätte, Ausbeutungsstätte ist? Die Lehrer, welche für die anvertrauten Kleinen ein marines Herz haben, erkennen die Opfer der Heimarbeit an der Müdigkeit, der Unfähigkeit, dem Unterricht zu folgen. Die Last der täglichen Erwerbsarbeit läßt ihnen keine Kraft, sich das gebotene Wissen anzueignen. Dieser Raub an der Kinderseele hat die Lehrer zu einer eifrigen Agitation geführt, die von allen wahren Kinderfreunden unterstützt, zu einem leider sehr ungenügenden Gesetz geführt hat. Unsere Mindestforderung muß sein: Kein Kind darf vor dem vollendeten vierzehnten Jahre Erwerbsarbeitcn leisten. Schlimm genug ist es wahrlich, daß des Proletariers Kind mit vierzehn Jahren in das Erwerbsleben eintritt. Bestenfalls hat es die ersten Anfangsgründe bemeistert; das eigentliche Lernen, das geistige Erfassen, kann erst jetzt beginnen, nachdem der Grund gelegt ist. Aber nun heißt es erwerben, verdienen. Wer von den Schulentlassenen jetzt der Heimarbeit verfällt, wer in die Hausindustrie einbezogen wird, kann auf Weiterbildung nicht mehr rechnen. Zuerst fehlt die Zeit und die Gelegenheit, dann verschwindet die Lust, es erlahmt die Kraft. Diese verarmten Seelen haben freilich als Arbeiter die größte Anwartschaft auf das Lob des Arbeitgebers. Demütig und ergeben in ihr freudenarmcs Los, leben sie hin, ohne zu denken, ohne Hoffnung auf Erlösung, ohne Versuch, dem Elend zu widerstehen. Wenn es die Frau allein ist, die Heimarbeit tut, sieht es nicht besser aus; lastet doch auf ihr noch Haushalt und Kinderpflege. Nicht nur in den kleinen Städten, in den entlegenen Jndustriedörfern findet man diesen Kulturmord. Mitten in der Großstadl mit all ihren reichen Möglichkeiten spielt sich dieselbe Tragödie ab; aber niemand fragt danach- Eine Berliner Heimarbeiterin, eine einfache Frau, spricht ihren Schmerz über ihr Schicksal ergreifend aus:„Weil ich meine Kinder nicht erziehen kann, der anhaltenden Arbeit und meiner Krankheit wegen, hatte ich sie nach den: Waisenhaus gebracht, aber mein Mutterherz konnte es nicht lange aushalten, und ich habe sie nach drei Monaten wieder geholt. Ich hoffe, daß sie sich selbst erziehen und beaufsichtigen werden; ich kann es nicht." Wie diese eine spricht, denken manche, fühlen viele— ändern kann es keine. Denn sie alle, die nie eine Stunde der Muße erübrigt haben, um selbst zu lernen, wo nehmen sie Zeit her zur Erziehung der Kinder? Lebt aber trotzdem in ihrer Seele das Bewußtsein dessen, was ihnen fehlt, so werden sie doch ihren Kindern einen Schatz reichen können, der sie für das andere entschädigen muß: den großen Durst nach Wissen, die große Sehnsucht nach geistigen Gütern. Sowie sie lernen, ihre natürlichen Gaben, ihren gesunden Menschenverstand zu brauchen, fordern die Arbeitenden ihren Anteil an der Bildung des Jahrhunderts. Je tüchtiger der Charakter, je energischer der Wille, um so eifriger und rastloser treibt sie der Drang der tiefsten Seele nach mehr Wissen. Sie sammeln Kenntnisse, um die Lücken auszufüllen, um den Einblick in den Zusammenhang der Dinge zu erwerben und zu erweitern. So eriveroen sie Schritt vor Schritt den Boden zum Aufbau einer eigenen Weltanschauung, wie sie ihrer Natur entspricht und ihrem Geiste genügt- Das aber ist Bildung, und jeder geistig rege Mensch trachtet nach dieser Bildung' als einer notwendigen Ergänzung seines inneren Lebens, der Vollendung seines persönlichen Daseins, welche mit seinem geistigen Wachstum immer gleichen Schritt hält. Freilich fühlt er dann auch doppelt die drückenden Fesseln, die ihn an die Lebensweise eines Arbeitstiers ketten; die Hoffnungslosigkeit seiner äußeren Lage wird ihm deut- I« a s- st Nr. 17 Die Gleichheit 99 licher bewußt und deshalb auch unerträglicher. Wenn sich| furzem Bestehen wiederum einging; im Jahre 1877 gründeten| mern. Besonders in der Papierstofffabrik, in der auch auch die schwächeren Seelen in das Unvermeidliche fügen 7 Mitglieder dieser Organisation von neuem eine derartige die weiblichen Arbeiter zahlreich sind, herrschen haarsträubende und zuletzt, abgeſtumpft und ermattet, ihre schwer errungene Werkstätte, die jedoch nach Jahresfrist ihre Tore schließen Lohnverhältnisse, die durch die Macht des Zusammenhaltes Bildung vergessen, so ergibt sich doch die stärkere Seele mußte. Der Gedanke gewann aber noch mehrmals Leben, aller in der Organisation verbessert werden müssen. Der nicht. Sie fämpft bis zu Ende und pflanzt den heiligen denn 1883 ging wieder eine Genossenschaftswerkstätte dieser Vortrag schloß mit der Aufforderung, fleißig zu agitieren Funken in die Seele der kommenden Generation, daß er Gewerkschaft ein, im August 1894 wurde eine neue gegründet, und treu zur Organisation zu stehen, damit auch hier endlich hier zur leuchtenden wärmenden Flamme werde. die im Dezember das Schicksal ihrer Vorgängerinnen teilte, die Lage der Arbeitenden gehoben werden könne. Die gut Unter allen aber, die von ihrer Hände Arbeit leben, haben das gleiche war der Fall mit einer Genossenschaft der Kleider- besuchte Versammlung führte dem Verband einige neue Mitdie Hausindustriellen, Mann und Weib, die geringste Bildungs- und Mäntelnäherinnen, die am 15. März 1898 gegründet, glieder zu. möglichkeit. Sie sind die Bedrücktesten unter den Bedrückten; im Jahre 1899 vom Schauplatz verschwand. Im Jahre 1903 In Bromberg fand Ende Juli eine von zahlreichen es fehlt ihnen nicht nur an Zeit, sondern auch an Gelegen bestanden nur zwei Arbeiterinnenproduktiv genossenschaften, Frauen besuchte Versammlung statt, in der Genosse heit, durch den Umgang mit fortgeschrittenen Kameraden zu eine in Bordeaux und eine zweite in Angers. Nachtigall das Thema behandelte:„ Die Schulfrage". besserer Einsicht zu gelangen. Die gemeinsame Arbeit ist über den Stand der Gewerkschaften am 31. Dezember 1902, Der Redner verstand es, in trefflichen Worten die Anwesenden an sich bildender Natur, sie knüpft ein Band des Interesses, soweit Arbeiterinnen in Betracht kommen, sei Nachstehendes zu überzeugen, daß auch sie mitarbeiten, mitkämpfen müssen, welches die Genossen einander annähert und weiteren mitgeteilt. Zuerst betrachten wir die Organisationen, in um die dringend nötige Verbesserung der Volksschule durchgeistigen Verkehr anbahnt. Die verschiedenen Naturen, die denen nur Arbeiterinnen als Mitglieder aufgenommen werden. zusetzen. Die bürgerliche Gesellschaft tue das wenigste daverschiedenen Kenntnisse ergänzen sich oft in erfreulichster Wir finden da 9 Fachvereine in der Tabakindustrie mit für, die Bildung der Proletarierkinder zu fördern. Sie Weise. Keiner von allen, die da zusammen schaffen, hat in 2790 Mitgliedern, in der Pulver, Kapsel- und Feuerwerk- pfropfe den Volksschulunterricht mit Religion und Kirchenlanger freier Jugendzeit Gelegenheit gefunden, seinen Geist fabrikation je 1 Organisation mit 40, 30 beziehungsweise gesang voll, statt die Kinder für das Leben mit Kenntnissen vielseitig zu bilden. An der Pforte der Erkenntnis, die 264 Mitgliedern. Für die Kartonnageindustrie und für die und Denkfähigkeit auszurüsten. Der Referent hob noch den ihnen verschlossen blieb, mußten sie sich abwenden, um Brot Buchdruckerei wird je 1 Fachverein mit 26 und 358 Mit Gegensatz hervor, der in der Behandlung der Volksschulen zu finden. Aber wo sie gute Kameraden treffen, da ist auch gliedern verzeichnet, 2 Stenographistinnenvereine zählten 453, und der Schulen für die Kinder der Besitzenden besteht. In mehr als Brot; einer hilft dem anderen geistig und fördert ihn 2 Buchbinderinnenfachvereine zusammen 276 Mitglieder. Ein der Diskussion sprachen sich sämtliche Redner im Sinne des oft mit wenig Worten. Er erzählt von dem Kursus, den er Fachverein der Arbeiterinnen im Uniformierungsgeschäft Referenten aus. Mit einem Appell an die Anwesenden, für besucht hat, und weckt in den Genossen die Lust zu gleicher zählte 34, einer der in Schuhfabriken tätigen Arbeiterinnen die Verbreitung der sozialistischen Lehren zu sorgen, erfolgte geistiger Arbeit. Ein Mädchen, das zur Versammlung ging, 250 Mitglieder, und 2 Fachvereine der Handschuhnäherinnen der Schluß der Versammlung, in der einige neue Abonnenschildert den Genossinnen den Eindruck, den sie empfangen; 312 Mitglieder. 90 Fachvereine der verschiedenen Textil- tinnen auf die„ Gleichheit" gewonnen wurden. manche Zuhörerinnen werden das nächste Mal mitgehen. industrien zählten 4228 Mitglieder. Die Wäscherinnen haben Elfriede Reitz. Ein anderer großer Vorzug der Fabrik liegt in der fest- 6 Vereine mit 1500 Mitgliedern, die verschiedenen Bekleidungs- In Oberstein a. d. Nahe fand kürzlich eine öffentliche bestimmten Arbeitszeit, dem Feierabend. Mit dem Tore der gewerbe 26 Fachvereine mit 1947 Mitgliedern, aus der Möbel- Versammlung statt, die von gegen 900 Männern und Frauen Fabrit schließt sich hinter dem Arbeiter jeder Anspruch des industrie werden 3 Organisationen mit 212 Mitgliedern, aus besucht war. Genossin Ziet sprach über:" Militärische Unternehmers auf seine Zeit. Der Abend gehört dem freien der Metallindustrie 2 Organisationen mit 58 Mitgliedern, Bluturteile und Soldatenmißhandlungen". In klarer, leicht Menschen. Je türzer die Arbeitszeit, je größer naturgemäß die aus verschiedenen Berufen 10 Vereine mit 1095 Mitgliedern verständlicher Weise erörterte die Rednerin ihr Thema und Mußezeit, je größer die Möglichkeit zum Lesen eines guten angeführt, von denen wir hervorheben: 4 Vereine der Hand- brachte der aufmerksamen Zuhörerschaft den Gegensatz Buches, zum Hören eines interessanten Vortrags. Der Heim- lungsgehilfinnen mit 230 Mitgliedern, eine Organisation der zwischen dem arbeitenden, ausgebeuteten Volke und den arbeiter hat keinen Feierabend, wie er auch zumeist keinen Erzieherinnen mit 60, eine der Schriftstellerinnen mit 105, ausbeutenden Klassen zum Bewußtsein, aus dem der MiliSonntag hat. Während die gemeinsame Arbeit den Segen der eine der Kassiererinnen mit 110, eine der Konservenarbeite- tarismus seine Kraft zieht. Scharfe Kritik, die jede Mutter, Kameradschaft genießt, steht die Familie der Heimarbeit für rinnen mit 500 Mitgliedern. Insgesamt zählen die 155 gewerk- jede Gattin unterschreiben muß, übte sie sodann an den barsich, blickt mit Abneigung auf den Konkurrenten, statt mit schaftlichen Fachvereine, die nur Arbeiterinnen aufnehmen, barischen Bestrafungen und der brutalen Behandlung der Teilnahme auf den Mitbelasteten. 13 873 Mitglieder. gemeinen Soldaten. Sie wies nach, daß diese scheußlichen Der Kampf gegen die Heimarbeit in ihrer jetzigen Gestalt In 73 weiteren Gewerkschaften mit 21 008 Mitgliedern Erscheinungen im Wesen des Militarismus selbst wurzeln, ist ein Kampf der Kultur gegen die Barbarei, des freien sind 16 603 Frauen organisiert. In der Tabatindustrie be- so daß sich der Kampf des Volkes über sie hinaus gegen das Menschentums gegen die Sklaverei des Hungers und des stehen 21 Gewerkschaften, unter den 10502 Mitgliedern der- fluchwürdige System wenden muß. Zum Schlusse zeigte Elends. Wir fordern, daß jeder Lebende seinen Anteil habe selben sind 9632 Frauen; ebenso sind in den 5 Fachvereinen Genossin Zieß das große Interesse, welches gerade die an dem Dasein im freien Lichte geistiger Klarheit. Nicht der Zündhölzchenhersteller unter 1521 Mitgliedern 1121 weib- Frauen an dem Kampfe der Sozialdemokratie gegen den länger sollen die Tausende fronen in dumpfer Unwissenheit, lichen Geschlechts. In 10 Textilarbeiterorganisationen sind Militarismus und die heutige Ordnung der Dinge haben. Sie damit die Wenigen froh genießen. Der Ruf nach allgemeiner 1869 Frauen, bei einer Mitgliederzahl von 2839, in der forderte sie auf, dem sozialdemokratischen Verein beizutreten, Bildung ist gleichbedeutend mit dem Rufe nach Abschaffung Bekleidungsindustrie sind in 15 Organisationen 1208 Arbeite- was das geltende Vereinsgesetz erlaubt, und eine Vertrauensder Heimarbeit. Wir erheben diesen Ruf mit frohem Mute, rinnen unter 1693 Mitgliedern überhaupt. In 61 ferneren person zu bestellen, welche die Agitation unter den Frauen denn wir wissen uns darin einig mit allen, die für das Gewerkschaften ist mehr als ein Dritteil der Mitglieder weib- des Volkes zu leiten hat. Ihre Anregung ward befolgt. Wohl des ganzen Boltes nicht nur für einzelne Aus- lichen Geschlechts, nämlich 5661 unter 14 028, endlich um Genossin Gosert wurde als Vertrauensperson, Genossin erwählte ein Herz haben. Eine Arbeitsform, welche dem schließen 300 weitere Gewerkschaften bei einer Mitglieder- Ruf als Stellvertreterin vorgeschlagen. Die„ Gleichheit" darin Beschäftigten alle besten Menschengüter systematisch zahl von 113 505 zusammen 11 950 Arbeiterinnen. So waren fand zwanzig Abonnenten. In Idar sprach Genoffin Zieh vorenthält, ist schon dadurch gerichtet; sie hat ihre Existenz am 31. Dezember 1902 insgesamt 48 087 organisierte Arbeite- über das Thema:" Reaktion überall". Diese Versammlung berechtigung verloren. Ein jeder arbeite, aber ein jeder er- rinnen vorhanden, die 589 Vereinen angehörten. Die ältesten war leider schwach besucht, besonders fehlten die Frauen freue sich auch der notwendigen Muße. Jedem sei es ge- zwei Organisationen gingen auf das Jahr 1887 zurück, fast gänzlich; immerhin wurden sieben Abonnenten für die geben, hoch im Lichte der Geistesfreiheit zu gehen. nämlich eine der Tabalarbeiterinnen und eine der Spitzen-" Gleichheit" gewonnen. Alles in allem dürfte mit der entverfertigerinnen. falteten Agitation nun auch in hiesiger Gegend der Anfang dazu gemacht sein, daß die Frauen des werktätigen Volkes sich als Mitarbeiterinnen in die Reihen der Sozialdemokratie stellen. Die Erhebung einer ganzen Schichte des Volkes auf eine höhere Stufe allgemeiner Bildung bedeutet eine geistige Bereicherung der Welt, die man nicht hoch genug anschlagen fann. Wer je einen Blick getan hat in die unheimlichen Tiefen der hausindustriellen lekblichen und geistigen Not, der tann nicht anders, als der Bewegung, die hier Abhilfe schaffen will, seine Kräfte leihen. Hier wie überall ist das materielle Glend Grundbedingung des geistigen. Hat man den Hungernden mehr Brot erobert, dann gilt es, ihr unveräußerliches Recht auf die Kulturschätze der Nation zu verteidigen. Volksbildung oder Heimarbeit? Die Antwort kann nicht schwer, fann feinen Augenblick zweifelhaft sein. Aus dem Heim der endlos fronenden Mühsal schaffe man ein Heim geistiger Kultur, in dem freie Menschen und frohe Kinder gedeihen. M. H. L. G. Die Zahlen, die wir angegeben haben, zeigen, daß die französische Gewerkschaftsbewegung sehr zersplittert, im wesent lichen auf lokalen Fachvereinen beruht. Das Prinzip des Zentralverbandes bricht sich langsam Bahn, wird aber bes Drei öffentliche Versammlungen aller Arbeiter der hindert durch die zahlreichen Zersplitterungen innerhalb der Wäsche branche fanden am 1. und 2. August in Bielefeld Gewerkschaftsbewegung, die zum Teil parallel laufen mit und am 3. August in Orlinghausen statt. Genossin Kählerder Mannigfaltigkeit der politischen Organisationen, zum Dresden referierte über:" Frauenarbeit und Frauenlöhne". Teil auf dem Gegensatz gegen die politische Arbeiterbewegung An der Hand zahlreicher Beispiele führte Referentin den beruhen. Unter diesen schwierigen, die Entwicklung der Nachweis, daß heute die Entlohnung der Frauenarbeit in Gewerkschaften in Frankreich sehr hemmenden Verhältnissen gar keinem Verhältnis zu ihrer Arbeitsleistung stehe, da erscheinen selbst diese Zahlen der organisierten Frauen und Löhne von 5 bis 10 Mt. der Lohn Hunderter von Arbeiterinnen Mädchen noch immer nicht ganz unansehnlich. Die gewerk der Wäschebranche sei. Lange Arbeitszeit und karger Verschaftlich organisierten Frauen sind im obersten Arbeitsrat dienst, sowie gesundheitsschädliche Arbeitsbedingungen sei die vertreten auf Grund eines Ministerialerlasses vom 1. Sep- Signatur, unter der die Arbeiterinnen leben. Auch die tember 1899. Damals berief der Handelsminister zum ersten- elende Lage der Heimarbeiterinnen schilderte die Referentin. mal eine Arbeiterin, Fräulein Bonnevial, in diese oberste Beide Versammlungen brachten dem Wäscheverband einen Arbeiterinnenorganisation in Frankreich. Behörde zur Begutachtung aller die Arbeiter und Arbeite- Mitgliederzuwachs von 28 Personen. Die Versammlung in rinnen berührenden Absichten der Gesetzgebung und Ver- Orlinghausen war gut besucht, und folgten die Erschienenen, In dem vierten Bande des großen Sammelwertes über waltung. Auf Grund einer neuen Berordnung vom meistens junge Mädchen, aufmerksam den Ausführungen der die fachlichen Verbände der Arbeiter, das von dem französi 14. März 1903 wurde bestimmt, daß ein Vertreter der Referentin. In Orlinghausen sind von 130 Näherinnen schen Arbeitsamt herausgegeben wird, findet sich auch ein Industriegruppen IX und X( Textilindustrie, Bekleidung und zirka 90 organisiert. Wahre Hungerlöhne werden auch dort Kapitel über die Organisationen der Arbeiterinnen, Wäschefabrikation) eine Arbeiterin sein muß. Am 7. August gezahlt, zum Beispiel für ein Dußend Oberhemden gibt es das bis zum Jahre 1903 reicht. Das Material dafür scheint 1903 wurde Fräulein Blondelu in Stichwahl gewählt und bis 2,70 Mt., davon verbraucht die Näherin bei drei Dutzend sehr lückenhaft und schwer zu sammeln gewesen zu sein, weil zwar mit 174 von 386 Stimmen, die von 104 Gewerkschaften Hemden für 60 Pf. Garn und dazu noch die Abnutzung der viele Organisationen nur ein sehr kurzes Dasein hatten und abgegeben wurden. ad. br. Maschine, mithin verbleibt der Näherin nur ein allzu Dokumente über ihre Wirksamkeit nicht aufzufinden waren. schmaler Verdienst für ihre enorm lange Arbeitszeit, die früh Die Hereinziehung der Arbeiterinnen in die nichtpolitischen 4 Uhr beginnt und selten vor 11 Uhr abends endet. Allen Organisationen begann unter der Herrschaft der zweiten möglichen Krankheitserscheinungen sind dadurch Tür und Republik im Jahre 1848. Damals stand die gesamte Arbeiter- Von der Agitation. Kelheim in Bayern. In einer Tor geöffnet. Die versammelten Näherinnen beschlossen, bewegung unter dem Einfluß der Befürworter von Pro öffentlichen Versammlung des Fabrikarbeiterverbandes, nicht zu ruhen, bis auch die letzte Wäschearbeiterin dem Verduktivgenossenschaften, so entstanden auch zahlreiche die am 6. August stattfand, referierte Genossin Schmaus- band beigetreten ist. Möge die Aufklärungsarbeit des VerDrganisationen dieser Art unter den Frauen, vor allem im München über das Thema:„ Die gegenwärtige Arbeiter- bandes von Erfolg gekrönt sein, damit diese ArbeiterinnenDepartement de la Seine, das im wesentlichen mit der Stadt bewegung in Bayern". Die Rednerin flärte die Anwesenden schar den Kampf um das Stückchen Brot wirksam führen Paris zusammenfällt. Aus den Jahren 1848 bis 1851 werden darüber auf, wie skandalös brutal das bayerische Unter- fann. besonders mehrere Produktivgenossenschaften der Wäscherinnen nehmertum mittels des bekannten Reverses gegen die Ar- Ferner fand in Brake eine Voltsversammlung statt, an erwähnt, dann solche der Hemdennäherinnen, Mützenmache- beiterschaft vorging. An der Stärke und Festigkeit der Ar- der sich zum erstenmal Frauen und Mädchen in größerer rinnen, Wäschenäherinnen, Korsettanfertigerinnen, der Heb- beiterorganisationen sei jedoch sein Anschlag gescheitert. Anzahl beteiligten. Genossin Kähler referierte über:„ Die ammen, der Milchfrauen. Mit dem Staatsstreich Napoleons III. Bayern habe noch nie einen ähnlichen Kampf gesehen, einen Sflaverei im 20. Jahrhundert". Diese Versammlung brachte scheinen auf ein Jahrzehnt diese Keime einer selbständigen Kampf, der nicht allein um Lohnaufbesserung, sondern um uns neue Abonnenten auf die„ Gleichheit", sowie Mitglieder Arbeiterinnenbewegung völlig erstorben zu sein. Gegen 1862 das Koalitionsrecht selbst ging, und der für die gesamte für den Schneiderverband. hört man wieder von der Gründung einer Produktivgenossen- Arbeiterschaft des Landes von größter Bedeutung war. Den Von den Organisationen. Erfreuliches ist aus Mannschaft der Kleider- und Wäschenäherinnen, die bis 1873 be- Anwesenden, die mit größter Aufmerksamkeit den Worten heim zu berichten. Den Proletariern gleich beginnen hier standen haben soll. Am 17. Mai 1874 wurde eine Gewerk- lauschten, wurde von der Rednerin des weiteren flargelegt, die proletarischen Frauen zum Klassenbewußtsein zu erwachen. schaft der Kleider- und Wäschenäherinnen und verwandten wie groß der Nutzen der Gewerkschaftsbewegung sei, und Sie lernen einsehen, daß sie den Kampf der Männer um Berufsgenossinnen gegründet, die im Dezember 1875 eine wie notwendig es gerade auch die Arbeiter und Arbeiterinnen eine bessere Zukunft teilen müssen, wie sie ihr Mühen ums genossenschaftliche Werkstätte errichtete, welche aber nach in Kelheim hätten, sich mehr um ihre Organisation zu tüm- tägliche Brot teilen. Anfangs dieses Jahres gründeten GeAus der Bewegung. W. K. 100 Die Gleichheit Politische Rundschau. Das Schweineeinfuhrverbot- nur 70000 russische Borstentiere, beileibe feine österreichischen, werden über die schlesische Grenze gelassen verschafft den Agrariern tatsächlich ein Versorgungsmonopol. Sie nüßen es weidlich aus zur Füllung ihrer unergründlichen Taschen. Schon in gewöhnlichen Zeiten züchtigen sie Michels Fleischeslust mit Dornen; besondere Umstände geben ihnen aber jetzt die Macht, sie mit Skorpionen zu züchtigen. " Gewerkschaftliche Rundschau. Nr. 17 G. L. nofsinnen ein Frauenagitationskomitee, dem sie provisorische systeme, Streifzüge über die Erforschung der Erde usw. der Fürst, munter weiter auf den weltpolitischen Wässern Vertrauenspersonen für die einzelnen Stadtteile zur Seite Weiter hatten wir mehrere Rezitationsabende und einen umher, ohne Volk und Reichstag zu Rate zu ziehen. Der stellten. Aufgabe aller Beauftragten sollte es sein, einen Stamm Lichtbildervortrag über: Merkwürdige Naturerscheinungen. Lärm der Alldeutschen und sonstigen weltpolitischen Hansvon Genossinnen zu sammeln, organisiert der sozialdemokrati- Sämtliche Vorträge wurden mit großem Beifall aufgenommen. narren afkompagniert ihm mit einer Englandheze. So schen Partei einzugliedern und die Ideen des befreienden Der gegenwärtige Kassenbestand beträgt 64,16 Mt. Bei der unglaublich es flingen mag, das Gerede, daß wir nahe Sozialismus in immer weitere Kreise der Proletarierinnen zu Neuwahl des Vorstandes wurden folgende Personen für das daran gewesen sind, in einen Krieg mit England hineintragen. Ein reges Streben ward entfaltet. Die vorgenommene kommende Vereinsjahr gewählt: Erste Vorsitzende Frau zutreiben, gewinnt an Wahrscheinlichkeit. Und bei der Hausagitation erwies sich als sehr erfolgreich. 152 Frauen Voigt, zweite Vorsitzende Frau Becker, erste Schriftführerin Neigung zu abenteuerlichen Plötzlichkeiten in unserer hysterisch erklärten sich bereit, der zu gründenden Organisation bei Frau Anna Nig, zweite Schriftführerin Frau Volberg, angetränkelten Reichsregierung kann so etwas jederzeit wieder zutreten. In den Versammlungen des sozialdemokratischen Rassiererin Frau Bernges. Die Zahl der Mitglieder ist kommen. Gleichzeitig werden trotz aller trüben Erfahrungen Vereins fielen die Anregungen des Agitationskomitees auf bis dato auf 82 angewachsen, und wir hoffen, durch rastlose neue Truppen nach Südwestafrika hinausgeschickt. Über guten Boden, daß die Genossen ihre Frauen aufklären und Agitation die noch fernstehenden Frauen und Mädchen heran- 1100 Mann sind dort jetzt schon zugrunde gegangen, zum zur Beteiligung am Leben und an der Arbeit der Partei zuziehen. Die Schriftführerin Anna Nig. Kleineren Teile im Kampfe, zum größeren an Seuchen. Trotz aneifern sollten. Mehrere Genossen standen den Genossinnen aller unserer Siege" über Hereros und Hottentotten stellen mit Rat und Tat zur Seite. So wurde unter günstigen die Stämme sich immer wieder zum Kampfe. Die Methode Anzeichen im April die Gründung des sozialdemo Trotha, das Drohen mit Ausrottung, hat gründlich Fiasko fratischen Frauenvereins vollzogen, der als Abteilung Von Woche zu Woche, von Monat zu Monat zunehmend gemacht. Trotzdem wird dieser verderblichen Kriegführung dem sozialdemokratischen Verein angeschlossen ist, aber eigene ist ein arger Nahrungsmangel, eine Fleisch not über das weiter Vorschub geleistet durch ständige Truppennachschübe, Kasse und Verwaltung hat. Seine Mitgliederzahl beträgt deutsche Volf gekommen. Nicht aber wie der Dieb in der ohne Volk und Reichstag zu fragen. Selbst die kolonial bereits 240, die sich auf vier Zahlstellen verteilen, welche je Nacht, ungerufen und ungeahnt. Daß wir das Fleisch teurer fromme Kölnische Volkszeitung", das Hauptblatt des zu zweien alle vierzehn Tage in ihren Bezirken Versamm- bezahlen müssen als irgendwelche andere Leute, zivilisierte Zentrums, entrüstet sich über dieses unkonstitutionelle lungen abhalten. Die Vorstände tragen Sorge, daß in den- und unzivilisierte, hat seine Ursache in der künstlichen Ver- Treiben. Aber wenn irgend einer Partei die hauptsächlichste selben Vorträge gehalten werden, welche ein die Frauen be- teuerung durch Zölle und Viehsperren, womit die Regierungen Mitschuld an dem verfassungswidrigen Gebahren der Reichssonders interessierendes Thema behandeln. Die Statuten des und herrschenden Parteien im agrarischen Interesse den ge- regierung beigemessen werden muß, so ist es der ZentrumsVereins sind den Sagungen des sozialdemokratischen Vereins duldigen deutschen Michel seit Jahren schröpfen. Was partei, die jeder bisherigen kolonialpolitischen Verfassungs Mannheim angepaßt. Bis jetzt fanden zwei allgemeine Ver- Schröpffopf Nr. 1, der Vieh- und Fleischzoll, nicht tut, das widrigkeit der Regierung ihre nachträgliche Zustimmung hat sammlungen statt, welche beide von mehr als hundert Frauen tut Schröpffopf Nr. 2, die Viehsperre. Und da der zweite zuteil werden lassen. Hat doch Herr Erzberger in der letzten besucht waren. In der ersten Versammlung referierte Ge- einmal versagen könnte, ist jetzt schon vorgesehen, daß der Sigung des Reichstags es sogar fertig gebracht, den benoffe Dr. Frank unter gespannter Aufmerksamkeit über„ Die erstere vom kommenden Neujahr an verdoppelte Kraft erhält, rüchtigten Erlaß des Generals v. Trotha, in dem Preise Reichsverfassung"." Proletarische und bürgerliche Frauen- wenn die neuen Handelsverträge mit ihrem Zoll von 35 Mart auf die Köpfe der aufständischen Häuptlinge ausgesetzt wurden, bewegung" war das Thema, das Genosse Eichhorn in der auf den Doppelzentner Fleisch in Kraft treten. zu verteidigen. Daß bei einer Einberufung des Reichstags zweiten Versammlung behandelte. Auch dieser Vortrag fand das Zentrum nun wirklich ernstlich der Regierung zuleibe lebhaftes Interesse. Die Mitglieder des Agitationskomitees gehen wird, ist zwar nicht zu erwarten. Aber gefordert betätigen großen Eifer, um dem Verein neue Mitglieder zuwerden muß der Zusammentritt des Reichstags unbedingt. zuführen. Die„ Gleichheit" ist obligatorisch eingeführt. Als Die Regierung muß Rede und Antwort stehen. Nie war Vertrauensperson für ganz Mannheim wurde Genoffin die sozialdemokratische Kritik der abenteuerlichen Welt- und Hoffmann gewählt. Dringend nötig ist, daß den zahl Rolonialpolitit so notwendig wie jetzt. reichen Proletarierinnen, die der Bewegung bis jetzt noch ferngeblieben sind, die Augen geöffnet werden, denn diese Proletarierinnen schädigen durch ihre Indifferenz ihre eigenen Der dürre Sommer vorigen Jahres hatte eine mangelInteressen und die der Ihrigen. Um hierin Wandel zu hafte Futterernte verschuldet, sowohl Grünfutter für das Immer, wenn Arbeiter und Arbeiterinnen einen größeren schaffen, bedarf es nicht bloß des eifrigsten und opferfreudigsten Rindvieh wie Kartoffeln für die Schweine waren farg. Viele Kampf gegen das Unternehmertum führen, verzapfen die Wirkens seitens der Genossinnen, sondern auch der tatkräftigen Biehhalter verringerten deshalb ihren Viehbestand den Winter Soldschreiber des Kapitalismus in ihren ScharfmacherMithilfe der Genossen. Diese müssen durch Aufklärung ihrer über durch Schlachten oder Verkauf. So ist der Auftrieb in organen entweder brutale Ausfälle gegen die StreifenFrauen und Töchter dazu beitragen, daß das weibliche Prole- diesem Jahre noch geringer als vordem. Und vordem schon den und schüren den Konflikt durch falsche Darstellungen tariat in Massen dem Sozialismus anhängt und für ihn lieferten die deutschen Züchter nicht genug Vieh für den der wirklichen Verhältnisse, oder aber sie ergehen sich in kämpft. Lauheit und Flauheit gegenüber der proletarischen heimischen Bedarf. Dieses Jahr ist der Auftrieb fnapp ge- fentimental angehauchten tiefsinnigen Betrachtungen über die Frauenbewegung ist ebensowenig am Plaze als Mißtrauen. worden in allen Sorten Vich und sind die Preise reißend schlechtberatenen, durch ihre Führer verführten Arbeiter und Die Genossinnen werden durch hingebungsvolle Tätigkeit gestiegen. Die Agrarier konnten aufschlagen nach Lüften. Arbeiterinnen. Im letzteren Falle entbehrt ihr Verhalten ihren Ernst beweisen, die proletarischen Frauen als treue Halten doch die Viehsperren an der Grenze das billigere nicht der Komik und setzt die Lachmuskeln der Kämpfenden Mitkämpferinnen für Brot, Bildung und Freiheit dem Heere fremde Vich fern, dessen Konkurrenz die profitgierigen Züchter in Bewegung. Das gilt jetzt betreffs des zweiten Crim der Klassenbewußten Arbeiter zuzuführen. zum Maßhalten im Fleischaufschlag nötigen würde. Dem mitschau", betreffs des großen Streits der Färberei Die Vertrauensperson Stefanie Hoffmann. Züchter folgt im Preisaufschlag der Händler, dann der und Appreturarbeiter und Arbeiterinnen in In Velbert, einem kleinen Städtchen des Rheinlandes, Metzger. So zahlt denn die deutsche Hausfrau heute 20, 30 Glauchau, Meerane usw., über den an anderer Stelle wurde im Januar d. J. ein Verein ins Leben gerufen, der ja 40 Pf. mehr für das Pfund Fleisch, je nach der Güte, als des Blattes ausführlich berichtet wird. In der sattsam besich die Aufgabe stellte, die Arbeiterfrauen und Mädchen vor Jahresfrist. Das bedeutet wachsende Not für alle, die kannten„ Deutschen Arbeitgeberzeitung" fühlt diesmal jemand zusammenzuschließen und in dem zu bilden, was sie fähig das Bedürfnis, anläßlich diefes Textilarbeiterkampfes über macht, die Sache der Arbeiterklasse zu fördern. Der Verein die Frauenfrage zu philosophieren. Der Raum gestattet hier hatte bei seiner Gründung nur wenige Mitglieder, allein die nicht, näher darauf einzugehen, zur Erheiterung unserer Genossinnen waren unermüdlich tätig, deren Zahl zu verLeserinnen seien jedoch einige Betrachtungen des kapitalistengrößern. Zu der persönlichen Agitation jedes einzelnen von Welch treffliche Gelegenheit für unsere wohlweisen Regie- frommen Weltweisen wiedergegeben. An die Feststellung uns trat die öffentliche Agitation in einer Versammlung, in rungen, ihre selbstangepriesene Fürsorge für das Volkswohl der Tatsache, daß 45 Prozent aller industriell tätigen Arbeite welcher Genossin Michels einen Vortrag hielt über:" Sozial- zu beweisen, indem sie die Grenzen allseits öffnen für die rinnen in Deutschland in der Textilindustrie beschäftigt demokratie und Familie". Diese Versammlung gewann uns Einfuhr fremden Viehs unter der leicht erreichbaren Garantie werden, wird die Bemerkung geknüpft, daß die Natur neue Mitglieder; solche wurden dem Verein auch durch die von dessen fachmännischer Untersuchung auf Seuchen vor der des Textilgewerbes der weiblichen Betätigung das Sterbeunterstützungstasse zugeführt, die wir grün- Schlachtung! Welch treffliche Gelegenheit in der Tat! Doch, dankbarste und angemessenste Arbeitsfeld bietet". deten. Der Erfolg der Bemühungen blieb nicht aus. Unsere ist es für die Staatsweisen des Deutschen Reichs nicht Ob der Mann wohl auf Grund der besonders niedrigen Organisation hat heute 95 Mitglieder, gewiß eine gute Bahl wieder nur eine Gelegenheit, sich zu blamieren? Gedrängt Entlohnung der Arbeiterinnen die Erkenntnis von dem für die kurze Zeit und die kleinen Verhältnisse, die in Be- von allen Seiten, von Kundgebungen aus dem Volke, von„ dankbaren" Arbeitsfeld gewonnen hat? Der Stribifar tracht kommen. Die Mitglieder sind fast durchweg Abon- Stadtverwaltungen, sogar von den leitenden Beamten der belehrt weiterhin die Arbeiterinnen wie folgt:„ Diese Wahrnenten der„ Gleichheit". Die Vereinsversammlungen waren meistbetroffenen Provinz Schlesien, hat die preußische Regie- heit( nämlich, daß die Frau industriell tätig sein muß) kann bis jetzt monatliche, sollen aber von nun an alle vierzehn rung nur ein starres Nein! gefunden für die Forderung, die durch nichts mehr erhärtet werden als dadurch, daß alle Tage stattfinden. Mehrere Genossen haben uns dabei ihre Grenzsperre aufzuheben. Preußen in Deutschland natürlich überphilantropischen Versuche, den weiblichen Arbeiter Unterstützung durch Vorträge zugesagt. Die Genossinnen voran! elementen angebliche Erleichterungen zu verschaffen, wie selbst tun ihr Bestes, im Verein frisches Leben zu erhalten Und nun hat Preußens Landwirtschaftsminister, der schlaue zum Beispiel die Einführung einer obligatorischen, andert und ihn zu stärken. So stand auf der Tagesordnung der Podbielski, der auf den Umwegen über das Poſtministerium halbstündigen Mittagspause, bei diesen selbst auf den größten letzten Versammlung die Frage: Wie agitieren wir am vom Husarengeneral auf seinen gegenwärtigen Posten avanciert Widerstand gestoßen sind.... Die Einführung einer bes besten, um dem Verein mehr junge Mädchen zuzuführen?" ist, sich schleunigst eine Rückendeckung verfchafft in einer stimmten Arbeitszeit für alle Betriebe, die Festlegung einWir sind nämlich der Ansicht, daß gerade die unverheirateten Konferenz der preußischen Landwirtschaftskammervorstände, heitlicher Arbeitspausen, die schematisierende Abgrenzung der Proletarierinnen dem Verein angehören müßten, damit sie die als waschechte Agrarier natürlich ihrem Pod es mit Arbeitsmöglichkeit überhaupt, das wären sozialpolitische früh lernen, was wir verheiratete Frauen jetzt unter großen Freuden bestätigt haben, daß eine eigentliche Fleischnot nicht Fehler, deren Folgen sich in ihrer ganzen Schädlichkeit gar Schwierigkeiten nachholen müssen. Es kam zu einem recht eristiert und die Gefahr der Viehverseuchung eine Grenz- nicht absehen lassen. Schüße uns vor unseren Freunden!" interessanten Meinungsaustausch. Des weiteren wurde die öffnung unmöglich mache. Pod, selbst Schweinezüchter im Dieses Gebet können die Arbeiterinnen aus vollem Herzen Frage aufgeworfen: Würde es die Entwicklung der Bildungs- Nebenberuf, hat dann dieses freudige Ereignis bei einem erheben!" Und weiter im Texte:„ Gerade der sächsische vereine nicht fördern, wenn diese von Zeit zu Zeit kurze solennen Festessen mit einigen antisemitischen Ferkelwizen Textilbezirk dürfte an der Grenze ertragbarer ProduktionsBerichte über ihren Stand und ihre Tätigkeit in der„ Gleich gefeiert. fosten angelangt sein; wenn der frivole übermut der Arbeiter heit" veröffentlichten? Die Frage wurde bejaht. Wir sind Um den ganzen Hohn dieses Junkerübermuts zu ermessen, schaft oder etwa ein unsachliches Eingreifen der Behörde den der Ansicht, daß solche Berichte nicht nur sehr gern gelesen muß man nur ins Auge fassen, daß vertragsgemäß am Bogen zu straff spannt, so wird man eine heute noch blühende werden, sondern daß sie auch eine Quelle der Belehrung, 1. Januar die schlesische Grenze statt für 70000 für 130000 Industrie zum Welfen bringen, nicht nur einige wenige der Anregung, der Aneiferung für die Genoffinnen sein russische Schweine geöffnet werden muß, und daß außerdem Arbeitgeber, sondern zugleich Hunderttausende von Arbeiter würden. Die einzelnen Vereine würden voneinander er noch 80000 westrussische Schweine über die bayerische und familien ins Verderben stürzen."... Es ist eine eigene fahren und lernen und durch innere geistige Fühlung mit sächsische Grenze zu lassen sind. Aber bis dahin bedroht Sache um das Einmaleins; man sollte glauben, daß all die einander verbunden werden. Indem wir den in Bildungs- schon ein einziges österreichisches Schwein die gesamte deutsche Tausende von Arbeitern, die heute der Aufhebung und Ver vereinen organisierten Genoffinnen unseren schwesterlichen Schweinezucht mit Verseuchung! Lockung folgen, nicht die einfachsten Regeln der Addition und Gruß durch die„ Gleichheit" senden, bitten wir sie, unsere Solchen Hohn wagt das herrschende Junkertum dem Subtraktion kennen; denn würden sie nur zwei und zwei Anregung prüfen zu wollen. Uns scheint, daß ihre Durch Volfe der Dichter und Denker" zu bieten! Hoffen wir, zusammenzählen können, so müßten sie ja sofort erkennen, führung der Sache nühen würde, der wir alle immer mehr daß wenigstens die deutschen Proletarier und Proletarie- daß sie bei keinem Streit, auch bei dem für sie günstigen und immer besser dienen möchten. Frau R. Becker. rinnen logisch genug denken, um dies schnöde Spiel zu Ausgang nicht, auf ihre Kosten kommen, und wer noch ein Jahresbericht des Vereins für Frauen und Mäd- durchschauen, und die Empörung darüber ihnen ein Himmel- flein wenig mehr rechnen kann, der müßte einsehen, daß der chen der Arbeiterklasse in Elberfeld. In der regel- freuzmillionendonnerwetter entlockt, das durch die dicksten Schaden, der heute unaufhörlich den Arbeitgebern zugefügt mäßigen Mitgliederversammlung vom 26. Juli erstattete die Vor- junkerlichen Trommelfelle hindurchdröhnt. wird, letzten Endes doch auf die Arbeiterschaft selbst wieder figende Frau Vogt den Jahresbericht. Es haben stattgefunden Während so die innere Politik Deutschlands dadurch ge- zurückfällt." 10 wissenschaftliche Vorträge, teils über Kindererziehung, fennzeichnet wird, daß Pod in grausamer Verhöhnung der Schule und Haus, Entstehung der verschiedenen Religions- Not des Volfes seine Stallwiße reißt, experimentiert Bülow, an der Grenze des Existenzminimums zu leben gezwungen sind, Entbehrungen für alle übrigen Proletarier; das bedeutet aber auch Schädigung der Volksgesundheit, Minderung der Leistungsfähigkeit für das ganze Volk. " Ja, ja, es ist eine eigene Sache um das Einmaleins, namentlich um das Hereneinmaleins dieses kapitalistischen Nr. 17 Die Gleichheit 101 Der Berliner Teppichweberstreit ist nun auch bei der letzten Firma beendet. Die Streifenden mußten hier nachgeben und sich mit den bisherigen fleinen Zugeständnissen begnügen. Das für Arbeiter beschämende Schauspiel, daß Streitbrecher, wie so oft, den Kämpfenden in den Rücken fielen, zeigte sich auch hier wieder. Immerhin betragen die errungenen Lohnerhöhungen 7 bis 11 Prozent. " drut me Sokrates. Ob der Biedere wirklich schwachköpfig genug ist, durch ihre Organisation geworden. Die Gleichheit" hat des Strafrechts vom Standpunkt der geschlechtzu hoffen, mit diesem Geschwafel auch nur eine einzige über den ausgebrochenen Kampf bereits das nötige berichtet. lichen Sittlichkeit". In einer Delegiertenversammlung Arbeiterin zu bestimmen, sich entsetzt von ihren falschen Erfreulich ist, daß sämtliche Arbeiterinnen einmütig die werden die Geschäfte des Verbandes erledigt, darunter fällt Freunden" abzuwenden und Reu und Leid im zerknirschten Arbeit niedergelegt haben. Bei einem Wochenlohn von 7 bis unter anderem auch die Entgegennahme der Berichte der Herzen sich an die„ treue Brust" der„ Deutschen Arbeitgeber- 9 Mart ist es unmöglich, auszukommen. Der schändlich Zentralen für Propaganda, für Waisenpflege und für zeitung" zu flüchten? niedrige Verdienst ist der Hezzer" zum Streit. Seine Sprache Arbeiterinnenorganisation. Die letztere veranstaltet wird von den Frauen wie von den Männern verstanden. eine Abendversammlung, in der Fräulein Lischnewsta Trotz der gestiegenen Lebensmittelpreise haben Arbeiter und über die Arbeiterinnenfrage sprechen wird. Studentinnen. Wir berichteten der„ Gleichheit" wiederArbeiterinnen keinen Pfennig Zulage erhalten. Neulich hörte ich, wie eine Frau sagte:„ Meine Kinder haben manchmal holt, daß die Leitung des Gymnasiums zu Offenburg i.B. noch Hunger, wenn ich sie zu Bette bringe." Ein Herr ant- dem Frauenstudium sehr gewogen ist und dies praktisch bewortete darauf: Mögen sie sich nur frumm legen, dann tätigt durch Aufnahme etlicher Schülerinnen als Gymnastasten. fühlen sie es nicht." Seit vor zirka vier Jahren der erste Schritt in dieser RichJm Schuhmachergewerbe droht ein Kampf in Im Ausstandsgebiet herrscht völlige Ruhe, die Kämpfenden tung getan wurde, konnte die Anstalt dieses Jahr die zweite München auszubrechen. Wie das Fachblatt berichtet, be- sind an Disziplin gewöhnt. Der Streitpostendienst wird ge- Abiturientin mit gutem Abgangszeugnis entlassen. Auch die absichtigen die dortigen Unternehmer, sich des unbequemen wissenhaft versehen. Der Bahnhof und alle Fabrikeingänge Abschiedsrede des Direktors an die Abiturienten, die dieses Tarifes zu entledigen. Sie wollen diesen kündigen und auf werden peinlich überwacht. Wie schon beim Weberstreit, Jahr das Thema„ Die Ehre" behandelte, ist für unseren einen neuen nicht mehr eingehen, da sie die Löhne und werden auch jetzt wieder die Arbeiterinnen als Streifposten Leserkreis von Interesse. Der Redner erwartet von dem Forderungen der Gehilfen angeblich nicht mehr tragen verwendet; mit Stolz und Ernst unterziehen sie sich ihrer Umstand, daß die männlichen Abiturienten einen Teil ihrer fönnen. In Weißenfels, woselbst bekanntlich seinerzeit Pflicht. Arbeitswillige gibt es nur die wenigen, die stehen Studienzeit mit einer Mitschülerin zurücklegten, die ihnen an ein hartnäckiger Kampf geführt wurde, hat sich ein Streit geblieben sind, von auswärts kommt fein Zuzug. Diese Fleiß, Gewissenhaftigkeit und in ernstem Streben nicht nachbrecherverein gebildet, dessen Statut festsetzt, daß die Woche haben sämtliche Webereien ihren Arbeitern zum stand, daß die jungen Studenten für ihr ferneres Leben eine Mitglieder einem Streit oder einer Sperre feinen Vorschub 19. August die Aussperrung angedroht, falls bis dahin die ganz besondere Würdigung der Ehre der Frau" mit hinausleisten dürfen". Wem fallen bei dieser Bestimmung nicht die Färbereiarbeiter ihre Beschäftigung nicht wieder aufgenommen nehmen. Es ist wichtig, daß die Entwicklung der Dinge Verse Heinrich Heines ein, der die grundgütige Mutter Natur haben. Diese werden das aber ohne Zugeständnisse an ihre auch in Offenburg den guten Einfluß der gemischten Klassen, bittet, den Deutschen einen Schwanz zum Wedeln zu schenken! bescheidenen Forderungen hübsch bleiben lassen. Sie sind des gemeinsamen Unterrichts der Geschlechter beweist, und Aus dem Vorstandsbericht des Tabakarbeiter zum Aushalten entschlossen. Aussperrungsfieber, das bei es gereicht unseren sechs jungen Offenburgerinnen zum Lobe, verbandes ist ersichtlich, daß diese Organisation im ver- den Unternehmern aller Gewerbe zu einer Epidemie ge- daß sie redlich zu diesem Erfolg beitragen und damit altes gangenen Jahre ihren Mitgliedern zu immerhin ganz be worden zu sein scheint, schreckt nicht. Das brutale Spiel Vorurteil besiegen helfen. Im nächsten Schuljahr des Gymachtenswerten Lohnausbesserungen verholfen hat. In 74 Be- mit dem Hunger der Ausgebeuteten und Gefnechteten erzeugt nafiums wird sich die Zahl der Schülerinnen wieder vertrieben wurden von 1550 beschäftigten Personen, darunter eine grenzenlose Erbitterung unter der Arbeiterschaft, die am größern. 688 weiblichen, Lohnbewegungen geführt, die ziemlich allen liebsten sofort die Arbeit niederlegen möchte. Da bedarf es Beteiligten Errungenschaften brachten. Kleine tabellarische keiner Aufheßung", um Kampfesstimmung hervorzurufen, Darstellungen orientieren über die Erfolge der Agitation und fondern es muß gebremst werden. Schwer sind die Unzeigen unter anderem auch die erfreuliche Tatsache, daß die organisierten durch die Aussperrung in den Färbereien geMitglieder den höheren Beitragsklassen beitreten. Es betroffen worden. Auch sie wurden von den Arbeitgebern unstehen nämlich im Verband abgestufte Beitragsklassen, für barmherzig auf die Straße gesetzt, obgleich manche von ihnen welche die Mitglieder sich nach Belieben entscheiden können. glaubten, sich bei ihrem Herrn dadurch beliebt zu machen, Sehr wünschenswert wäre, wenn die Organisierung der daß sie dem Verband fern blieben. Jetzt rächt sich das Arbeiterinnen, die Fortschritte aufweist, ein noch lebhafteres Tempo annehmen würde. Der Vorstand des Porzellanarbeiterverbandes ist daran, den Beschluß des letzten Verbandstags in die Tat umzusetzen und eine weibliche Kraft im Verbandsbureau anzustellen. Er erläßt im Fachorgan ein Ausschreiben, welches die Bedingungen für die Bewerberinnen in recht verständiger Weise nicht zu hoch schraubt. Es wird eine leserliche Handschrift, gutes Gedächtnis und etwas Redetalent verlangt. Wir glauben, daß eine geschulte Genoffin sich in kurzer Zeit sehr wohl in den Posten einarbeiten kann, ohne daß sie vorher über allerhand bureautechnische Kenntnisse verfügen müßte, wie sie meist in solchen Ausschreiben verlangt werden. An der Aussperrung der Kürschner in Berlin sind, wie wir nun erst in Erfahrung bringen konnten, in hervorschwer, denn sie erhalten keine Unterstützung. Was wird aus ihnen? Sie müssen sich an die Gemeinden wenden, wollen sie nicht verhungern. Alle Arbeiter und Arbeiterinnen sollten doch endlich des Dichters Wort beherzigen: schließ dich fest an deine Brüder an, Und horche nicht, was der Verrat dir sagt, Was er in List und Tücke dir ersann! Das Haupt empor und kühn das Wort gefragt; Was wird aus mir? M. G. Verschiedenes. di pus Etwas vom ersten Stein", der auf eine arme Sünderin geworfen wird. In einer kleinen Dachwohnung lag ein junger Proletarier in den letzten Zügen. Er war gerade nicht der beste Familienvater, aber seine lange Krankheit mag's mitverschuldet haben. Vielleicht verstand auch die junge Frau nicht, ihm des Lebens Not zu erleichtern; mag sein!- Der Mann hatte ausgelitten, und um ihn weinten die junge Witwe, die ein neues Leben unter dem Herzen trug, und zwei Kinder, von denen das kleinste durch und durch strofulös und rachitisch war. Mit vier Jahren konnte es kaum laufen. Die Armenbehörde der Stadt unterstützte die Familie leidlich bis nach dem Wochenbett, in welchem ein kümmerliches Geschöpfchen geboren wurde. Ein gütiges Geschick bewahrte es vor dem Lose solcher armen Wesen; sein Lebenslichtlein flackerte nur auf, um nach wenigen Wochen zu erlöschen. Nun stellte sich die Armenbehörde in ihrer Mehrheit auf den Standpunkt: Die Mutter soll verdienen; fie bedarf der Unterstützung nimmer. Verdienen, neben der Pflege eines Geschöpfchens, für das in bürgerlichen Sphären eine besondere Märterin angestellt worden wäre. Berdienen Sie etwas," wurde der Witwe entgegengehalten, als sie geltend machte, fie fönne mit der derzeitigen Unterstützung nicht bestehen, und die Unterstützung wurde ihr gegen die Stimmen der Sozialdemokraten im Armenrat sogar gänzlich versagt. Verdienen!" rief's ihr zu, wenn die Kindlein um Brot baten, und„ verdiene" mahnte der christliche Hauswirt, wenn am Monatsende die Miete nicht prompt auf dem Tische lag. " Ein böser Geist hat Demut dich gelehrt, Ein Geist des Lugs für Menschen und Nature, Der uns in uns zum Fraßenbild entehrt Vernichte durch die Frage seine Spur: Was wird aus mir? E. F., Meerane. So entschlossen die Kämpfenden waren, sich nicht beragendem Maße Arbeiterinnen beschäftigt, 270 gegen dingungslos zu unterwerfen, so bereit haben sie sich weiter, 205 Arbeiter. Das Verhalten der Unternehmer fordert die wie am ersten Tage schon, zu Verhandlungen gezeigt. Bald schärfste Verurteilung heraus. Von 71 Bewilligungen sind nach der Erklärung der Webereibefizer, 28000 Arbeiter und 46 durch Unterschrift wieder zurückgezogen worden. Der Arbeiterinnen aufs Pflaster werfen zu wollen, haben VerKampf steht jedoch für die Arbeiter durchaus nicht ungünstig, handlungen zu einer Verständigung geführt. Die Vergleichsschon aus den Gründen, die wir in unserer letzten Rund- fommission schlug einen Lohntarif vor, der für männliche Und die Witwe versuchte zu verdienen; fie mühte sich redschau anführten. Die Streifenden lassen sich denn auch durch Arbeiter einen Mindestwochenlohn von 14,70 Mt., für weibdie Hartnäckigkeit und Prozigkeit der Unternehmer durchaus liche Arbeiter von 9 Mt. festsetzte. Versammlungen der aus- lich, den Unterhalt der Ihrigen mit Bügeln zu erwerben. nicht einschüchtern, sie haben die Herausforderung derselben ständigen Arbeiterschaft der Färbereien und Appreturen in Als der Erwerb nicht ausreichte, verdiente" sie eben, wie mit der Stellung höherer Forderungen beantwortet, so ver- Meerane und Glauchau haben erklärt, daß die gebotenen manch ein Weib schon von bitterer Not gezwungen das tat. langen sie unter anderem 8½ stündige Arbeitszeit. Zugeständnisse sie zwar nicht befriedigen, daß sie jedoch unter Heute, wo die junge hübsche Frau die Frucht dieses„ Verden gegebenen Verhälnissen zum Friedensschluß bereit sind. Dienstes" trägt, werfen diejenigen, die mitschuldig sind Die Arbeit sollte am 15. August wieder aufgenommen werden. an ihrem Untergang, die ihr die nötige Unterstüßung in ihrer Das Erreichte ist bescheiden, aber trotzdem gehen die Ar- Schwäche und Hilflosigkeit versagten, heute werfen diese Steine beiter dank ihrer festen Haltung und guten Disziplin als auf sie! Die Kinder, nach deren körperlichem Gedeihen man Sieger aus dem Kampfe hervor. Sie haben die Unternehmer vorher nicht gefragt hatte, von deren Mutter man ver zu Verhandlungen mit der Arbeiterschaft gezwungen, von langte, sie solle trotz der Hilfebedürftigen verdienen #denen diese anfänglich in ihrem Hochmut nichts wissen gehen, sie wurden nun der„ Gefallenen" weggenommen und wollten. Sie haben ihnen das Zugeständnis einer Lohn- aus Sorge für der Armen sittliches Wohl einstweilen im erhöhung abgerungen, welche diese zuerst grundsätzlich als Pfründnerhaus in Pflege gegeben. Inzwischen wird eine ,, unmöglich" ablehnten. Am höchsten aber einzuschätzen ist ländliche Pflegeftelle für die Waisen gesucht, bei den Bauern, die der Arbeiterschaft der Färbereien und Appreturen auf- wo bekanntlich die Sittlichkeit und Pflege solcher Kinder ingegangene Erkenntnis, daß sie sich der Organisation an- bester Obhut ist! Die frommen Vertreter des satten Bürgerschließen müssen, wenn sie ihre Interessen verteidigen, vor- tums jener Armenbehörde tun sich aber etwas darauf zuteilhaftere Arbeitsbedingungen erringen wollen. Paart sich gute, diese Kinder„ gerettet" zu haben vor der„ Schlechtigfünftighin die betätigte Entschlossenheit, Hartnäckigkeit und feit" der Mutter, die froh gewesen wäre, hätte man ihr Opferfreudigkeit mit der Zugehörigkeit zur Organisation, so seinerzeit das nun ausgesetzte Pflegegeld zugestanden. Mit muß die Stunde größerer Siege über das Ausbeutertum ehrlichem Verdienst zusammen würde es ihr geholfen haben, ihre Kinder groß zu ziehen. O, ihr Pharisäer! schlagen. Wer ernten will, muß säen! 450 Arbeiter und 40 Arbeiterinnen der Handschuhindustrie sind in Halberstadt im Ausstand. Alle Fabriken stehen still, einige Werkführer sind die einzigen Arbeitswilligen. Da die Handschuhmacher gut organisiert sind, wird ihnen hoffentlich der Sieg im Kampfe zufallen. In der Wäschebranche bereiten die Zuschneider und Plätterinnen einen Lohntarif vor. Notizenteil. Der Kampf in der vogtländisch- thüringischen Textilindustrie. Franenbewegung. Quittung. M. G. Der Kampf in der vogtländisch- thüringischen Textilindustrie ist durch einen Vergleich beendet, noch ehe er sich zu dem vom Unternehmertum angedrohten Umfange ausgewachsen hatte. Wir veröffentlichen trotzdem eine uns aus Meerane zugegangene Korrespondenz, welche vor dem Friedensschluß geschrieben wurde. Sie zeigt lebendig den Geist und die Haltung der Kämpfenden und damit Kräfte, welche die progigen Färbereibarone zu einem Vergleich veranlaßten. Unsere Korrespondentin, ein Textilarbeiterin, Die dritte Generalversammlung des Verbandes fort- Bei der Unterzeichneten gingen im Monat Juli für den schreibt:„ Kaum sind zweieinhalb Jahre seit dem Abschluß schrittlicher Frauenvereine, der die sogenannten radikalen Agitationsfonds der Genossinnen folgende Beträge ein: Von des großen Weberstreits in unseren Mauern verflossen, so ist Frauenrechtlerinnen umschließt, wird vom 2. bis 4. Oktober den Genofsinnen aus: Kamen, Kreis Hamm, durch Genossin schon wieder durch die Profitwut und den Herrschaftsdünkel in Berlin tagen. Die Generalversammlung wird in zwei Schneider 9,50 Mt., Ottensen, durch Genossin Wartende Unternehmer ein Kampf heraufbeschworen worden, und öffentlichen Sitzungen über die Reform der Ehe und die berg 42,50 Mt., Frankfurt a. M., Henr. Fürth, Erlaß zar unter den Färberei- und Appreturarbeitern und-Arbeite- Reform des Strafrechts verhandeln. Zur Reform der von 20 Broschüren 4 Mt., Luckenwalde, durch Genossin rinnen. Ein Teil der Arbeitgeber hat allerdings bessere Ein- Ehe werden 4 Vorträge gehalten. Fräulein Lischnewsta Zabert 13,10 Mt., Bromberg, durch Genossin Stößel sicht gezeigt und den Arbeitern Zugeständnisse gemacht, die und Fräulein Schirmacher sprechen über„ Die wirt- 3 Mt., Burg, durch Genossin Suchy 6,90 Mt., Breslau, einigermaßen befriedigten. Nur die beiden größten Betriebe schaftliche Grundlage"; Fräulein Stöder erörtert„ Die durch Genoffin Kaiser 30 Mt., Gaarden- Kiel, durch GeBornemann und Batty bewilligten nichts, auch gar nichts psychologische Notwendigkeit"; über Rechtspolitit nofsinnen Grüning und Lorenz 20 Mt., Altona, durch und provozierten dadurch, daß bei ihnen die Arbeit nieder- und Ethit" referiert Herr Neustadt. Zwei Referate gelten Linchen Baumann 20 Mt., Erfurt, durch Genossin Busch gelegt wurde. Die Arbeitgeber, sowie die bürgerlichen der Reform des Strafrechts. Beide werden von Juristinnen 3,65 Mt., Elberfeld, durch Genossin Uhlenbaum 10 mt., Zeitungen zetern nun natürlich von Verhetzung durch die gehalten. Fräulein Augspurg behandelt ,, Reformen im Wanne in Westfalen, durch Genossin Schreiber 5 Mt., fozialdemokratischen und gewerkschaftlichen Agitatoren. Die Strafprozeß", Fräulein Duensing die Reform des Mügeln bei Pirna, durch Genossin Fohri 3,50 Mt., Kapitalisten und ihre Soldschreiber können es eben nicht be- Strafrechts vom Standpunkt der Jugendfürsorge". Bochum, durch Genossin Herzig 23,90 Mt., Berlin greifen, daß die Arbeiter und hauptsächlich auch die Arbeite- Jn sämtlichen Vorträgen findet Diskussion statt. In einer 53,50 Mt. Summa: 248,55 Mr. Dantend quittiert: rinnen nicht mehr den alten Sklavengehorsam zeigen wie öffentlichen Abendversammlung spricht Fräulein Raschke, Ottilie Baader, Berlin S 53, Blücherstr. 49, Hof IL früher. Selbstbewußter sind sie durch die Aufklärung und ebenfalls Doktor der Rechtswissenschaften, über die„ Reform 102 Gesetz und Not. Bon Wolfgang Goethe. Der Holzer- Hansl. Eine einfache Geschichte aus dem Gebirge. Von Hermann Faber. Die Gleichheit Nr. 17 Se ganzen Dorfe. Aber wegen seiner Großmutter hatte ihm heran wollten. Eines Tages hatte man sie bald darauf auf der Bürgermeister immer Eingaben gemacht, und da war das Gemeindeamt bestellt und ihr gesagt, daß sie nach ihrer der beide Male freigekommen. Das Dorf hätte ja seine Groß Heimat müsse; man hätte schon ohnedies genug Arme in der Gesetz ist mächtig, mächtiger ist die Not. mutter auf Gemeindekosten unterstützen müssen, wenn sie den Gemeinde. Auf ihre Einrede, daß sie doch der Gemeinde nicht Buben zum Militär genommen hätten, da er der einzige zur Last falle, sondern rechtschaffen von ihrem Eigenen lebe Ernährer der Alten war. Vor seiner dritten Gestellung aber und ihrer Muhme helfe, wurde ihr bestimmt erwidert, daß da starb die Großmutter, und nun wurde Hansl„ genommen". man nicht so lange warten wolle, bis auch sie ansässig sei D, das tat ihr weh! Denn jung waren sie alle beide, und wie ihre Muhme, die von der Gemeinde unterstützt werde. - wie das so geschieht, sie hatten sich recht herzlich lieb gehabt. In vierzehn Tagen müsse sie die Gemeinde verlassen haben. Jodi Der Hansl mußte also eines Morgens mitmarschieren mit Auch von ihrem Hansl hatte sie Nachricht bekommen, als Müde, mit schlürfenden Schritten wanderte sie nun schon dem ganzen Trupp Burschen aus dem Dorfe, die alle mit ihm durch die schreibkundige Hilfe der Baderfrau, die dem tagelang den heißen, staubigen Weg, der aus der großen Bändern und Blumen an den Hüten unter Vorantritt einer fleinen Hansl in die Welt geholfen hatte, dieses Ereignis Stadt München nach dem Gebirge zu ihrem Heimats- Musikbande den Marsch nach der Kreisstadt antraten. Alle mitgeteilt wurde. Ja, in der großen Stadt, so schrieb der dorfe führte. Auf dem Rücken, in ein Tuch eingebunden, jodelten und sangen, nur ihr Hanst schritt stumm und finster Hanst, das sei ein Hundeleben, da placken sie einen bis aufs trug sie ihre wenigen Habseligkeiten, während sie vorsichtig als Letter im Zuge. Blut; aber aushalten wolle er jetzt erst recht, und da fast mit beiden Armen an ihre Brust ein Bündel drückte, auf Sie sah ihn noch, wie er, mit trauriger Miene Abschied schon ein ganzes Jahr herum sei und er sich auch gut gedas sich oft ihr besorgter Blick lenkte und still und lautlos nehmend, vor ihr stand und ihr heilig und teuer versprach, führt habe, so hoffe er, daß er übers Jahr seinen kleinen manche Träne rann. Schmerzlich zuckte es um ihre Mund- sich gut zu führen, damit er schon mit zwei Jahren frei- Hansl und seine liebe Loni wiedersehe. Am Schlusse im winkel, als aus dem Bündel ein leises Wimmern ertönte.. käme. Auch er hatte gebebt, als sie ihm am Abend vorher Briefe hatte er dann vor Freude lauter Juhus" geschrieben. Abseits der Straße, die hier schon durch die höheren verschämt und unter Schluchzen gesagt hatte, daß sie Mutter Dann war bald wieder so ein lieber Brief von Hansl geVorberge des Gebirges führte, und die von beiden Seiten werden würde. Erst war er erschreckt zusammengefahren, kommen, und von da ab keine Zeile mehr. Inzwischen hatte durch dichten Wald begrenzt war, ließ sie sich ermattet und dann aber hatte er laut aufgejubelt und sie emporgehoben, sie sich nach ihrem Heimatsdorf aufgemacht, ihren lieben, müde auf einem Rasenhügel nieder, der vor dem Blicke von als wenn er ein kleines Kind in seinen starken Armen hätte. herzigen Buben, der damals bereits drei Monate alt war, der Straße durch Unterholz und Gestrüpp geschützt war. Und er hatte sie geherzt und gefüßt und geschworen, daß er sanft und weich in ihren Armen tragend. Müde und matt Und wieder ertönte das Wimmern noch kläglicher wie zuvor, nun ganz gewiß seinen Dienst verrichten werde wie nur war sie abends, als es schon dämmerte, ins Dorf gekommen. als sie das Bündel vorsichtig öffnete und ein kleines Gesicht einer, damit ihm gar nichts passiere. Und dann hatten sie Um beim Bürgermeister vorzusprechen, war es schon zu spät; chen mit rosigem Mäulchen zum Vorschein kam, das ver noch lange gesessen und Hand in Hand beraten, daß, wenn der saß gewöhnlich um diese Zeit schon beim Reiserwirt oder langend und schmazend Lippen und Zunge bewegte. Trübe ihre schwere Stunde komme, sie zu ihrer alten Muhme gehen in der" Post". Sie ging deshalb zu einer früheren Freundin, lächelnd öffnete die junge Mutter ihr Mieder, und bald ver- und ihn als Vater des Kindes angeben solle. Etliches Er der Frau des„ Weberseppels", um bei dieser Unterkunft für tündete ein eifriges Schnaufen, daß ihr Liebling sich sättige. erbtes und ein paar ersparte Markeln, die er und sie durch die Nacht zu finden, die ihr von den armen, aber mit- Aber traurige Gedanken mußten es sein, die ihr immer eifriges Haushalten zusammengebracht hatten, würden ihr leidigen Leuten gern gewährt wurde. Wieder schluchzte sie, wieder das Wasser aus den vom vielen Weinen geröteten über die schwerste Zeit schon hinweghelfen. Dann hatten sie und ununterbrochen rannen ihre Tränen, als sie daran dachte, Augen trieben. Ja, vor vielen Monaten mußte sie, die gerechnet und herausgefunden, daß es bei sparsamer Wirt- daß ihr hier im Hause von ihrer Freundin die schreckliche arme Dirne, den Dienst und das Dorf verlassen, weil sie schaft auslangen würde, wenn sie noch bis zum nächsten Nachricht wurde, daß ihr Hansl gar nicht mehr Soldat sei. ihren Hansl soviel lieb gehabt hatte. Mai beim Roßbauern bliebe. Er brauche nichts und würde Wegen Widerstand vor versammelter Mannschaft und tätUnd was war sie noch vor einem Jahre für ein lustiges, sich mit seinem Trattament schon einrichten, und wenn er lichen Angriffs auf einen Vorgesetzten war er zu zwei Jahren frohes Ding gewesen? Die Burschen im Dorfe rissen sich dann freitäme, dann würde sofort geheiratet. Fröstelnd Festung verurteilt und weit ins Land hinein, bis nach Ingolum sie, und wenn sie Sonntags mit den anderen Mädchen wehte der Oktoberwind, als sie ohne Zeugen Abschied nahmen stadt, geschafft worden, wo er seine Strafe als Festungs zum Tanze beim Reiserwirt ging, dann hatte sie immer für die lange, lange Zeit von wenigstens zwei Jahren. gefangener abbüßte. Laut auf hatte sie damals vor Weh einen ganzen Kranz von Burschen um sich, die sich gegen- Ach, es tam doch so ganz anders! Der Schmerz schüttelte geschrien, als die Freundin ihr das erzählte, und auch der seitig totgeschlagen hätten, wenn sie das verlangt hätte. ihren Körper bei der Erinnerung daran, und große, stille Weberseppel, ihr Mann, ein ferniger, fester Geselle, der Sogar die Stadtherren, die während des Sommers da Tränen fielen auf ihr Bübchen, das mit dem Näschen an neben seiner Leinwandweberei für die Bauern auch noch das draußen malten oder in den Bergen herumspazierten, sagten ihrer warmen Brust eingeschlafen war. Ja, es tam ganz Gewerbe eines Bergführers betrieb, auch der hatte durch ihr oft schöne und schmeichelnde Worte, aber verächtlich anders! Singen und jubilieren konnte sie schon seit der einen kräftigen Faustschlag auf den Tisch seinem Zorn über drehte sie dann immer den Kopf weg vor den„ windigen Abreise ihres Hansi nicht mehr. Darum tuschelten später die Behandlung des Holzer- Hansl beim Militär Ausdruck Stadtleut". Während der Arbeit war sie rüstig und flink, die Mägde im Dorfe hinter ihrem Rücken und auch die gegeben. Hier erfuhr sie nun weiter, wie das Unwetter nun, das mußte sie doch als armes Madel, Knechte und Großbauernlümmels, allen voran aber der über ihren Hansl hereingebrochen war. dem die Eltern, die schon früh verstorben waren, nichts Haussohn des Roßhofers, ihres Dienstherrn. Ja, sie hatten Hansi hatte sich als ein aufgeweckter Bursche bald die hinterlassen hatten. Da war sie denn beim Großbauern auf ihr eines nachts im März sogar einen Strohkranz über das Achtung seiner Borgesetzten und Kameraden erworben. dem Roßhof in Dienst getreten und hatte alleweil gesungen Fenster gehängt und eine Strohpuppe an die Türe befestigt. Nur einer aus dem Dorfe, der mit einigen anderen aus und jubiliert, und wenn die Arbeit auch noch so„ schiech" war. Voller Schreck und Scham war sie fast ohnmächtig geworden seiner Heimat in seiner Kompagnie stand, war nicht gut auf Aber auch stolz war sie, und keiner der Burschen konnte über diesen Tort, den die Buben ihr antaten. Bald wurde Hansl zu sprechen. Das war der Girgl, eines Großbauern sich rühmen, auch nur die geringste Gunstbezeugung von ihr auch im Dorfe durch die klatschenden und schadenfrohen Sohn, mit dem der Hansl sowieso nicht gut Freund war, erhalten zu haben. Ja, als des Großbauern Sohn ihr ein Mägde bekannt, daß der stolzen Loni ein Strohkranz während weil ihm das prozige Wesen des Burschen zuwider war. mal nachstellte, hatte sie ihn so derb abgefertigt, daß er die der Nacht ans Fenster gehängt worden sei. Dieser brachte eines Tages, als er von Urlaub zurückkehrte, Finger ihrer arbeitsgeweihten Hand noch einen Tag nachher auf seiner Wange fühlte. und arbeiten " Sie hatte sich noch nicht einmal von ihrer Erstarrung be- die hämische Neuigkeit mit, daß der stolzen Loni Strohkranz freit, als schon die Bäuerin schickte, sie solle sofort zu ihr und Puppe an Tür und Fenster gehängt worden sei. Das tommen. Kannst immerhin deine Sachen schon vorher ganze Dorf sei voll davon, wie er boshaft erzählte, und die packen," sagte ihr die überbringerin dieser Nachricht höhnisch, Loni sei mit Schimpf und Schande vom Roßhof gejagt die Bäuerin will kein solch verloddertes Mensch behalten." worden und habe das Dorf verlassen. Wahrscheinlich suche Schluchzend folgte Loni der Weisung und begab sich zur Bäuerin. sie jetzt schon irgendwo auf der Landstraße einen zweiten Vater Diese hielt ihr eine Strafpredigt über die„ Sünde", die sie dem für den Buben, den Bastard, dessen Vater in der Kompagnie frommen Kooperator abgehört hatte, der darüber so schön stecke" usw. Daran schlossen sich von nun an Sticheleien und predigen konnte, dann zahlte sie ihr den Lohn gar noch bis Spitzreden, die endlich den Hansl aufmerksam machten. zum vollen Vierteljahr aus, und nun zeigte sie mit der Hand zur Türe, ihr befehlend, so schnell wie es nur ging den Hof zu verlassen. Weinend wollte sie die Bäuerin noch um Nachsicht bitten, aber das eisige, falte Gesicht derselben schreckte sie davon ab. Lautlos vor sich hin weinend entfernte sie sich, als die Bäuerin ihr noch nachrief, daß der Roßhof zu gut sei, solche leichtfertige Dirne noch länger zu beherbergen. Ihr Bündel war bald geschnürt, dann machte sie sich auf den Weg zu ihrer alten Muhme, die in einem Dorfe mehrere Stunden weiter im Gebirge haufte und sich dort durch das Sammeln von Enzianwurzeln ernährte. Eines Abends, als die Korporalschaft Hansls unter der Aufsicht des Unteroffiziers ihre Gewehre reinigte, stimmte Girgl, der darauf brannte, es dem Hansi klar zu machen, daß er um die Schande der Loni" wisse, ein Trußlied an, obwohl ihm einige seiner Kameraden davon heimlich ab rieten. Er wollte aber durchaus den Hansl ärgern, der voller Seligkeit über seine Loni und seinen kleinen Buben war. Hanst, der zuerst nicht recht flug wurde aus dem Schnids schnact, merkte doch bald, daß das Lied auf ihn gemünzt war; der Zweck der Sticheleien wurde ihm um so deutlicher, als bald einige andere boshafte Kameraden den Girgl mit verstohlener Freude aufmunterten. Dadurch kühner geworden, sang Girgl jetzt: ,, Und die sittsam stolze Loni, Einer aber war doch da, den sie lieber als alle anderen Burschen sah, und der es sich schon erlauben durfte, daß er sie des Sonntags beim Reiserwirt um den ersten Tanz an sprach. Das war auch so ein Menschenkind, dem Vater und Mutter früh gestorben waren. Der Holzer- Hansl, so nannten sie ihn im Dorfe, war schon von klein auf eine arme Waise gewesen, die von der Großmutter nach dem Tode der Eltern erzogen wurde. Sein Vater, der als Holzer in den Schroffen am Schächen sich zu Tode stürzte, hinterließ ihm auch nichts weiter als einen gefunden, kräftigen Körper und einen Geist, der den Drang nach einem gebundenen Leben nicht in ihm aufkommen ließ. Holzer- Hansl, so hieß es, wolle nicht bei irgend einem Bauern als Knecht dienen, obwohl mancher Bauer den großen, kräftigen Burschen gern in den Dienst genommen hätte; er wolle lieber als Holzerknecht im freien Walde, in frischer Luft bei trockenem Brot und Quellwasser arbeiten, als unten bei irgend einem Bauern ein Knechtsleben führen. Dazu war der Hansl ein„ Freigeist", wie der Pfarrer in der" Post" am Herrentisch zum Ober. Unsäglich schwer wurde ihr der Weg durch das Dorf, förster sagte, als er sich darüber beklagte, daß der Hansl denn in jedem Hause war es schon als brühwarme Neuigund die gesamten Holzerleut wohl des Sonntags vor der feit bekannt, daß die stolze Loni heut früh einen Strohfranz Kirche ständen, aber nicht hineingingen, und daß überhaupt bekommen habe und deshalb von der Bäuerin sofort mit unter den Holzleuten so wenig Frömmigkeit zu finden sei. Schimpf und Schande vom Hofe gejagt sei. Neugierige, schadenDer Förster gab's dem Pfarrer zurück und meinte, daß die frohe Blicke und auch Spottrufe mußte sie sich auf diesem Burschen droben beim Holzschlagen ihre Pflicht täten, und Marterweg durchs Dorf gefallen lassen, als sie mit niederum alles andere fümmere er sich nicht. Auch von der geschlagenen, rotgeweinten Augen an den Häusern vorüberKanzel herab hatte der Pfarrer schon gegen die Holzerleute ging. Aus den ärmlicheren derselben tönte ihr dagegen aber gepredigt, aber die lachten darüber und der Hansl am meisten. auch hin und wieder ein mitleidiges ,, B'hüt di Gott, Loni!" nach. Einer der Burschen hatte auch einmal aus München Schriften Kaum konnte sie sich noch auf den Füßen halten, als sie mitgebracht, an welchen sie ihre Freude hatten. Das war vor dem Dorfe von der Straße abbog, sich in das junge, richtig", wie sie oftmals topfnickend bestätigten, wenn der Hansi taufrische Gras des Waldbodens warf und bitterlich über ihr Hansts Kameraden mischten sich jetzt ein, um weitere ihnen nach Feierabend oben in der Holzerhütte daraus vorlas. Unglück schluchzte und weinte. wohlverdiente Schläge von Girgl abzuwenden, und auch der Träumend versetzte sich das arme Weib bei diesen Ge- Wieder wurde der Körper der Armen bei diesem Gedanken Unteroffizier tam eilig hinzu und gebot Ruhe. Hansl aber, danken in eine frühere, schönere Zeit zurück, und mitunter von frampshaftem Weinen geschüttelt, so daß sogar das in seiner fast zur Bewußtlosigkeit gesteigerten Wut über den huschte ein stilles, zaghaftes Lächeln über seine jugendlichen, Bübchen an ihrer Brust erwachte und mit seinen ungelenken seiner Loni und seinem Buben zugefügten Schimpf, machte aber verhärmten Züge. Ja, und dann hatten sie sich öfter Armchen verwundert in der Luft herumfuhr. Bald hatte sich mit geringer Anstrengung von den Händen der Kame gesehen, und der Hansl brachte ihr oft, wenn er vom Holz- sich jedoch der kleine beruhigt, und das Näschen wieder sest raden frei und schleuderte die ihn Haltenden in alle Winkel schlagen herabkam, um den Sonntag als rechtschaffener an die warme Mutterbrust gedrückt, schlief er ein. Loni der Stube. Dabei kam natürlich auch sein Unteroffizier zu Bursche unten im Tale zu verleben, den schönsten Almbuschen hatte bei ihrer Muhme Aufnahme gefunden, und dort war Falle. Inzwischen kam, durch den Tumult herbeigerufen, mit, auf den die anderen Dirnen mit Neid blickten, wenn auch ihr liebes kleines Hanst gekommen. In der Gemeinde- der die Aufsicht führende Offizier hinzu, und dieser sah gerade sie ihn beim Kirchgang am Mieder trug. Dann hatten schreiberei hatte sie angegeben, daß sein Vater der Holzer- noch, wie sich der Unteroffizier mit schmerzenden Gliedern sie sich liebgewonnen und sie war stolz geworden auf ihren Hansl sei. Auch getauft war er worden, der kleine herzige vom Boden erhob und wie Hansl dem bewußtlos daliegenden Hansi und hatte die Bewerbungen der Großbauernföhne ver- Schelm, und unter Tränen lächelte sie, als sie daran dachte, Girgl ins Gesicht spie. Dann wandte sich Hansl wieder lacht und verspottet. Aber das war nicht so geblieben. Den wie er dabei geschrien hatte." Ja, er war ihrem großen ruhig an seine Arbeit. Hanst hatten sie schon zweimal bei der Gestellung zurück- lieben Holzer- Hanst so ganz aus den Augen geschnitten!" gestellt, nicht etwa, weil er nicht tauglich war, o nein! Er Liebkosend strich sie über die rundlichen Wangen des Kleinen Berantwortlich für die Redaktion: Fr. Klara Bettin( Bundel), Wilhelmshöhe war der gesündeste, kräftigste und schmuckste Bursche im und wehrte einigen Fliegen, die durchaus an Hansls Ropf Hat an Strohkranz an d'r Tür. Doch dem Hansl sei Bastard, D'r tann sicher nir dafür." ,, Meinst du mein Dirndl und mein Buabn?" rief da der Hansl plötzlich, vor Girgl hinspringend, mit wilder Stimme. Girgl gab trotzig zur Antwort:„ Und wenn's so wäre?" Aber kaum hatte er gesprochen, als Hansls schwere kräftige Faust den Buben zwischen die Augen traf, daß er wie vom Blitz gefällt zu Boden stürzte. ( Forts. folgt.) Post Degerloch bet Stuttgart. Druck und Verlag von Paul Singer in Stuttgart. h