Wr. 301 Abomikments- Kedingunzrn- Abonnements-PrelS pränumerando: Vterteljährb 3,Z0 Mb, monatb wöchenllich 28 Plg. frei tn« Hau«. Einzelne Nummer s Plg. Tonnlag»- Nummer mit tllustrirter Sonnlag»- Beilage„Die Neue Welt" 10 Pfg. Post- Abonnement: 3,30 Mark pro Quartal. Singetragen in»er Post- Zeitung«, PreiSlift« für 1397 unter Nr. 74S7. Unter Kreuzband für Deutschland und Oesterreich- Ungarn 2 Mark, für da« übrige Ausland 3 Marl pro Monat Erschein! tSgllch»uster Montag» Nevliner Volksblakk. 14. Jahrg. >»»»»»»»»��* §k Instrtwns Gebühr deträgt für die fechSgefpastene Kolonel- »eile oder deren Raum«0 Pfg.. für verein«- und PerfammlungZ-Anzetgen, lowte ArbettSmarlt 20 Pfg. Inserat« für die nächste Nummer müssen dt« 4 Uhr nachmittag« tn der Expedition abgegeben werde». Die Expedition ist an Wochenlagen dt« 7 Uhr abend», an Sonn- und Festlagen bt»» Uhr vormittag» geöffnet. Fernsprecher:«int l, Nr. isos, Telegramm- Adresse: ..»»»ialdrmokral»eritn". Zentrawrgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Neda!«»»: SV. 19, Nenly.Straße 2. K-rpedition: SW. 19, Ueuty-Stmße 3. ZVeihnschtsgedanken. Graue Nacht lagert nebelschwanger über der Erde; kein i Stern dringt durch. Fern am Himmelsrande wogt ein trübrother Schwaden über den schwarzen Massen der Riesenstadt. Wie wir näher wandern, schlägt ein zitternder Ton an unser Ohr; andere dazwischen, bald dumpfer, i 0 Heller: die Weihnachts» glocken läuten. Ueber ein Jahrtausend mahnt ihr eherner Mund in deutschen Landen sein:„Friede aus Erden und dem Menschen ein Wohlgefallen"— und mahnt vergebens. Dem Glückessehnen, dem Freihcitsdrauge der ge- knechteten, unter dem zermalmenden Drucke der römischen Welt- eroberer niedergedrückten Menschheit dankte die Christenlehre ihre werbende Kraft. Verziveifelnd, daß auf der Erde sich noch eine Heimstätte für ein menschenwürdiges Dasein werde finden lassen, wandte sich das Volk de», entschädigenden ZukunftSglücke im Jenseits zu, wo die Niedrigsten die Höchsten sein werden. Es träumte sich ein Paradies, durch dessen Pforten die Reichen und Mächtigen dieser Erde schwieriger Eingang finden, als ein Kameel durch ein Nadelöhr. Als das Christenthum die Mafien gewonnen hatte, wußten die Reichen und Mächtigen sich trefflich mit dieser Entsagungs- lehre abzufinden. Sie waren es ganz zufrieden, daß die Armen und Elenden ihr Glück im Jenseits suchten und ihnen das Diesseits zur Beherrschung und Ausbeutung überließen. Die Machthaber nahmen das Zeichen des Kreuzes an, um unter ihm zu siegen, und die Prester prägten der Nachkommenschaft eifrig die Lehren ein:„Widerstehe nicht dem Uebel" und „Sei unterthan der Obrigkeit, die Gewalt über dich hat." Sie empfingen dafür als Kinder der bevorrechteten Kaste ihr wohlgemefienes Theil an den Gütern dieser Erde, und der weltliche Arm lieh ihnen obendrein Gegendienste zur Aus- rottung der Glaubensketzer. Im Namen der Religion der Liebe loderten die Flammen der Scheiterhaufen auf um die zuckenden Leiber lebend verbrannter Ketzer. Nicht Priestererkenntniß, geschichtliche Einflüsse anderen Ursprungs haben diesen Scheußlichkeiten ein Ende bereitet, aber bis auf den heutigen Tag sind die Entsagungsprediger überall die salbungsvollen Wortführer der herrschenden Mächte ge- blieben, wie früher des Feudalismus, so heute des Kapitalis- mus, dessen Träger wiederum heimisch sind in der Termino- logie des Christcnthums, als ob sie selbst Tonsur oder Bäffchen trügen. Kraut- und Schlotjunker geben sich aus für die Säulen der göttlichen Weltordnung, der Herr der Hecrschaaren wird an- gerufen, den Massenmord des Krieges zu segnen, und die Ruhm- begier redet die Sprache des Evangeliums... Die Weihnachtsglocken läuten: Bim, bam, bim, bam... Das ist nicht die Sprache, die uns die Seele erhebt; nicht die ehernen Zungen der Kirchenthürnie künden die Botschaft der neuen Zeit. Vernehnit ihr sie? Dort von unten herauf erbraust aus großen Stadt hervor ein verworrenes Durcheinander! Wo Essen rauchen, die Räder rasseln, die Maschinen stampfen, die Funken sprühen, dort wirk■< die Kräfte, die im heißen Kampfe der glücklicheren Zukunft l-eu Nährboden schassen, einer Zukunft, die nicht Herren mehr kennt und nicht Knechte. Millionen Propheten hat sie sich schon erweckt.„Ihre Bot- schaft wird verstanden in jeder Werkstatt, wo es pocht, in jeder Hütte, wo es ächzt." Aus allen Ländern der Erde wiederhallt, stets kräftiger anschwellend, der Sammelruf des selbstbewußt für die ganze Menschheit Glück und Freiheit heischenden Proletariats. Feuchte Nebel wallen durch den Luftraum, mächtig umfängt uns das Gebrause der großen Stadt. Hell erstrahlen die Fenster im Lichterglauz; auch aus der Proletarierwohnuug, wo die Last und das Elend die Freude nicht völlig verbannt hat, bricht der Kerzenschein des Weihnachtsbaums hervor. Neues Leben blüht aus alten Bräuchen. Wie das Winter- Sonn- weudfest unserer heidnischen Vorfahren von klugen Priestern umgedeutet wurde in die Geburtstagsfeier des Heilands, so wächst uns das alte Natur- und Familienfest zu einem Menschheitsfeste aus. Nicht nur mit denen fühlen wir uns vereint, die die engeren Bande des Blutes mit uns verbinden; nie sind wir nneingedeuk des gleichzeitig weiteren und edleren Bandes, das die in Kampf und Leid zusammen- gcivachsciicu Gleichstrebenden, die Vorkämpfer des neuen Meuschheitsbuiides, umschlingt. Unser Blick schweift zurück zu jenen, die vor uns der Sache des Sozialismus gedient haben, die zit früh den aufreibenden Mühen des Kampfes erlegen sind. Wir gedenken dessen, der auf dem Friedhofe zu Breslau, dessen, der in London ruht, dessen auch, der seine Asche auf die ewigen Wogen des Weltmeeres ailsftreuen ließ. Der anderen Genossen Bilder auch ziehen vor unseren Augen vorüber, die wir bis in die jüngste Zeit haben zu Grabe geleiten müssen. Sie alle haben einen guten Kampf gekämpft ihre Thaten werden nachwirken bis in die fernsten Geschlechter hinein. Unter den Lebenden aber umfangen wir mit den innigsten Wünschen die, deren Hand wir nicht drücken können, weil sie unserer großen Sache wegen hinter Kerkermauern schmachten. Unter der zahllosen Menge gleichartiger Geschehnisse pflegt die Häufung, die Verstärkung gewisser Eigenarten einzelne zu Symbolen zu erheben, an denen die Betrachtung dauernd haftet. So sind nuter den Verurtheilungeu, die ihre Opfer in unseren Reihen gesucht hatten und noch scsthalteu, in jüngster Zeit zwei symbolisch geworden für uns als Wahrzeichen der Rechtspflege in den Zeiten der kapitalistisch- prole- der die tarischen Klassenkämpfe. Wir hätten es nicht nöthig, sie namhaft zu machen, denn vor wessen geistiges Auge ist nicht bereits das Zuchthaus zu Werden getreten, wo Schröder. Meyer und die anderen Vertreter rheinisch- westfälischer Bergleute eine mehrjährige Zuchthausstrafe wegen augeb- lichen Meineids verbüßen, und das Stadtgefängniß zu Charlotteuburg, dem unser greiser Genosse Liebknecht wegen einer angeblich indirekt begangenen Majestätsbeleidigung über- wiesen wurde! Ein bürgerliches Geschworenengericht in Essen hat Schröder und seine Leidensgefährten auf grund der Aus- sage im Münter-Prozeß ins Zuchthaus gesck'ckt; ein rechts- gelehrtes Fünfmännergericht in Breslau hat den Eveutual- dolus bei der Verurtheilnng Liebknecht's wegen Majestäts- beleidigung zu Hilfe genommen. Beide Prozesse hätten nie angestrengt werden können, beide Verurtheilungen nie erfolgen können in einer klassenlosen Gesellschaft, wie wir sie erstreben. Beide Verurtheilungen sind ein Denkmal von unserer Zeiten Rechtspflege— aers psrsnnius,„dauernder als Erz". Sie haben sich uns in die Seele gebrannt als eine ständige Mahnung, nicht zu ruhen und zu rasten, bis der Klassenherrschaft ein Ende gemacht ist. - i Und wie wir dieses Gelübdes gedenken und der Ver- urtheilten von Essen und Breslau, erklingt in unserer Seele ein Lied, das das deutsche Volk dem Chamisso verdankt, der aus einem französischen Junker zu einem deutschen Freiheitsdichter geworden war, das Lied von dem allen Sänger. Er hat seinen mahnenden Sang, daß unaufhaltsam allgewaltig eine neue Zeit der Allwahrheit nahe, bis in die Königsbnrg getragen und wird, um das Volk vor seinen wahnwitzigen Ver- lockungen zu bewahren, in den Thurm geworfen, doch: Ea»g der sonderbare Greste Immer noch im finster» Thurme Ruhig heiter seine Weise: „Bin der in die Wüste schreit. Schreien muß ich es dein Sturme; Der Propheten Loh» erhalt' ich I Uiiabläsfig, allgemaltig, Uiw'sthalljam naht die Zeit!" Dunkle Nacht lagert über der Erde. Der Winter herrscht. Aber schon längen sich die Tage. Es naht die Zeit, da die stärkeren Strahle» der Sonne neues Leben im fruchtbaren Schooße der Erde erwecken. Neues Leben, neue Hoffnung sind auch der Menschheit erwacht. Das Bewußtsein, Träger einer großen geschichtlichen Entwickelung zu sein, schwellt unsere Brust und erfüllt uns mit Freudigkeit selbst in der trüben Gegenwart:„Unablässig, allgewaltig, unaufhaltsam naht die Zeit!"__ polrlifche Mvbevfichf Berlin, 24. Dezember. Die Zusammensetzung des nächsten Reichstages wird ganz erheblich von der des ictzigen abweichen. Vor allem werden auf der rechten Seite des Hauses, die ohnedies nicht auf ein Uebermaß von Kapazitäten 'tolz sein kann, die bekanntesten Parlamentarier fehlen ast sämmtliche alte Führer der Nationalliberalen haben rcsignirt über den Niedergang des Nationalliberalismus und das Erstarken der agrarischen Richtungen ihrer Partei auf eine Wiederwahl verzichtet. Von der konservativen Partei wird man vor allem unseren unermüdlichen Freund Stumm vermissen und der zweite Führer dieser Partei, Herr v. Kardorff, wird in gefährlicher Weise von den Antisemiten in seinem Wahlkreise bekämpft. Die deutschkonservative Partei wird sich nach den Verlusten Helldorf- Bedra und Hammerstein in den des Freiherrn v. Marschall finden müssen, der kluger- weise auf seine Wiederaufstellung verzichtet. Zahlreiche andere konservative Führer, so selbst Herr v. Levctzow werden besten Falls in schwerem Ringen mit antisemitischen Gegen- kandidaten ihre Mandate retten können. Herr von Plötz neben Herrn Hahn der Wortführer des Bundes der Land- wirthe, wird in seinem Wahlkreise kaum mehr aus eine Wiederwahl rechnen können. All' dies sind böse Zeichen für die Herren, die sich so gern als die Vormünder der Regierung fühlen. Die Herren scheinen selbst einen Zusammenbruch ihrer Parteien zu fürchten. Das deutsche Volk kann sich nur freuen, wenn diese Be- fürchtungen sich bewahrheiten würden. Dazu ist aber An- spannung der Kräfte aller nicht agrarischen Parteien, vor allem der sozialdemokratischen nöthig.— I« der ostasiatischen �frage nichts Neues von größerer Bedeutung.„Daily Chronicle" will wissen, daß Italien ebenfalls ein Geschwader nach Ostasien zu senden beabsichtige. Dagegen soll Italien eine» Vorschlag Englands, ge- meinsam im Osten vorzugehen, zurückgewiesen haben wegen seiner Verpflicht ilngen gegen Deutschland. Nach dem- selben Londoner Blatt soll England bei Rußland die Ab- Haltung einer Konferenz zur Besprechung der Feststellung der Rechte der Mächte in China und zur Ver- m e i d u n g gefährlicher Nebenbuhlerschaft in Vorschlag gebracht haben. Auch über die sonstigen angeb- lichen Absichten der englischen Regierung spricht sich „Daily Chronicle" ans. Danach denke England vorläufig nicht daran, einen Theil chinesischen Gebietes zu besetzen. Dagegen wervee veec englische Bdtschgfter in> Peking ernste Bor- stellungen machen, um Rußland ein Paroli zu bieten. Japan werde England hierbei unterstützen.' Wie weit diese Meldungen richtig sind, läßt sich jedoch nicht übersehen. Jedenfalls wächst in England, wie aus den dortigen Zeitungen zu ersehen, die streitlustige Stimmung immer mehr. Man verlangt auch einen nördlich gelegenen eisfreien Hafen in China und zu dem Zwecke eine schleunige weitere Verstärkung des ohnehin sehr starken englischen Ge- schwaders in den ostasiatischen Geivässern.— In allen„christlichen" Staaten Europa's läuten die Weih- nachtsglocken und wird Friede und Liebe von den Kanzeln verkündigt. Und in gleicher Stunde entsenden dieselben christ- lichen Staaten ihre Panzerkolosse mit Tod und Verderben verbreitenden Schnettfeuergeschützen hinaus in die ferne See, bereit, über einander herzufallen, wenn einer dem andern den verlangten Vesitzantheil am„heidnischen" Lande nicht gönnen wollte!— Frankreich und die Berwicklnnge« i« Ostafie». Unser Pariser Korrespondent schreibt»ns: Die Ereignisse in China scheinen auch die vom Auswärtigen Amte iuspirirten französischen Zeitungen überrascht zu haben. Ganz begreiflich, wenn man bedenkt, daß die russische Diplomatie in ihre» Aktionen sich ebenso unabhängig von der srauzösischeu, wie diese von jener sich abhängig zeigt. Diese Thatsache. die völlige Unter- ordnung der französischen Diplomatie unter den Willen Rußlands, beherrscht auch die Stellung der osfiziösen Presse zu den ostasialische» Vorgängen. Sehr lehrreich ist in dieser Beziehung ei» Vergleich zivischen den Aeußerungen des „Temps" vor und nach der Okkupation der Port Arthur-Bucht durch die Russen. So lange es sich nur»m den Eingriff Deutsch- lands in Kiao-Tschon handelte, fand der„Temps" daran kein gutes Haar. Und nach den Kieler Trinksprüchen warf das Blatt eine Ruhe diplomatisch drohender Fragen auf, wobei freilich in erster Linie„iliußlands so bedeutende, um nicht zu sagen so überwiegende Interessen" aufmarschirten, während Frankreich hinter einem kollek- tive»„und so fort" verschwand. Aus einem ganz anderen Loche pfeift dagegen das gedrillte Blatt seit der Okkupation Port Arthurs. Nicht nur ist ihm, wie selbstverständlich, der russische Raub etwas durchaus„Berechtigtes" als eine Antwort auf die„deutsche Offensivakiion", sondern auch diese erscheint ihm in einem wesentlich milderen Lichte.„Es war", heifit es nunmehr,„vielleicht l cb w i e r i g, indem man(Deutschland), wie gebührend, von China eine ernste» d rasche Genugthuung verlangte, diesem großen verfaulten Körper keine allgemeine Erschütterung zuzufügen...." Ans naheliegenden Gründen bestreitet da? offiziöse Organ, unter Berufung auf„ihm zugekommene Jnformatione»", das Vorhanden- sein eines vorherigen Einvernehmens zwischen Deutschland und Rußland. Die Opposition zieht ja ihre wirksamsten Argumente gegen Hanotaux' Politik aus dem französisch-deutsehe» Doppelspiel der zarischen Diplomatie. Und schon beginnt man in der unabhängigen Presse die gegenwärtigen Ereignisse als die Fortsetzung der rusfisch- dentsch-'ra-zöfische» Aktion im japanisch-chinesische» Kriege zu be- und verurtheilen. Die Bestreilungen des„Temps" sind daher zu interessiri, um als aufrichtig gelten zu können. Ueber die Absichten der französischen Regierung erfährt man aus den osfiziösen Leitartikeln nur so viel, daß die Situation ernst genug sei, um aus sich„die Aufmerksamkeit der Mächte zu lenken, welche, wie Frankreich, in Ostasien Interesse» ersten Ranges besitzen." Das ist alles. Freilich ein Schuft giebt mehr als er hat. Hanotaux selber wird wohl zur Stunde noch nicht wissen, welche Rolle Frank- reich von Petersburg ans vorgeschriebe» weide» wird. Für die Geistesverfassung des Hanotaux und seiner Leute sind noch bezeichnend die Ausfälle gegen England's O k k n p a t i o n s g e l ü st e in China. Das sticht zwar gar seltsam ab gegen das gemilderte Urtheil über die vollzogene deutsche Okkupation und gegen die Rechtfertigung der russische» Okkupation, es ist aber ein getreues Echo der überinüthigen Aeußerungen der „Nowoje Wremja",»velches davor warnte, in der Besetzung Port Arlhurs eine Enunlhigung zu weiterem Länderraub seitens anderer Mächte zu erblicken.— Chinesisches. Einige sehr nette Bemerkungen zur deutschen Chinafahrt macht die„Zukunft": „Da China jetzt in der WeihnachtSmode ist und eS in allen Zeitungen von Chin.scmen wimmelt, wird eS für de» zeitgemäßen Deutschen dringend, sich mit dem Mann zu beschäftigen, der für das Geistesleben des Reiches der Mitte wichtiger ist als der knacksüßige Buddha, wichtiger sogar als der Anblick evan- gclischer Panzerschiffe. Er heißt Khung-Fu-Tse, ist den Germanen besser»r er dem latinisirle» Namen Cousucius bekannt und wurde in der Provinz Shautung geboren, die jetzt die heiße Begierde ckristlichcr Europäer erregt. Er war zuerst Ansseher eines Getreidespeichers und wurde dann, wie nach ihm noch mancher Besucher der Produktenbörse, Sittenlehrer und Philosoph. Aber er wurde auch Mi> ister. was in unseren höheren Kulturverhältuissen kaum besonders klugen, gebildete» und untadeligen Männern passirt. Sei» Sittengesetz ist sauber und nüchtern und von aller Mystik frei. Er will auf der Erde das Glück der chinesische» Menschheit begründen, das größtmögliche Glück der größtmöglichen Zahl, und mahnt, als ein verständiger Weltmann, besonders die Mächtigen dieser Erde, an Schlichtheit, Wahrhaftigkeit, Bescheidenheit ihres Wandels den Unterthanen ein Muster zu sein, weil nur durch i ein gutes Beispiel der auf des Lebens Gipfel Gestellteil die Glückselig- keit der Masse gesichert werben könne. Von seinen Sitteusprücheu— aus den Büchern Tschnttg-Inug und Lun-Du— sollen hier ei» paar nicht ganz unmoderne mitgethellt werden.„Denke nur an Gewinn, nnr an Haudelsprofit,— und Du wirst Rachsucht und Groll gegen Dich waffuen."„Der nicht nachdenkende. Künftiges nicht früh voran?- sehende Mensch wird von schwerer Knmmeruiß heimgesucht werden." „Ein bedeutcnd-r Mensch erröthet furchtsam bei dem Gedanken, der- Hall seiner Wocie könne lauter sein als der Ruhm seiner Thaten." „Der bcdelltende Mensch spricht erst, wenn er sicher ist, daß sein Wort That iverden kann,»nd schweigt, so lange auf seine» Worten der häßliche S.hei» der Ruhmredigkeit ruhen kann."„Vor lautem, überschwänglichem Worlgeiöse, vor eitlem, gespreiztem Gebahren und vor übertreibender Forderung sklavischen Gehorsams erfaßt den Weisen die Scham."„Geräuschvolle Schaustellunge», flüchtig nur mif die Sinne wirfender?!>?NIP und dekorulive Wiitnnarn haben z»r wliickseligleit der Vvikrr nie viel geholjeu." Der Man» ist schon lan�e lovl. »« » Deutsches Reich. -- Die Einberufung der beiden Häuser de? Landtages auf de» ll.Jaiiiiar». J> wird heute in einer könig- liche». vom G-sainiiitniiiiisterltti» gegengezetchnele» Verordnung, die vom 22. d. M. dattrt ist. im„Sieichs- und VtaalS-Anzeiger' betaniit gegeben.— Die„Sozialpolitik" d es Herrn von Posa- d o w s k y wird in der syinpalhischsicn Weise von dein Kardorff- Organe, den„Verl. N. Nachr." gewürdigt. Das hat auch der neue Chef des ReichSaiutS des Innern verdient.— — ZurloxArons bringt die„Nordd. Allg. Ztg." folgende Mitthcilung: „Ein interessantes Zeichen der Zeit ist eS. daß der Gesetzentwurf über die DiSzipIinarverhiiltnisse der Privatdozenten, obwohl dessen Inhalt noch gar nicht bekannt ist. schon in de» verschiedensten Vlättern in abspreche, idster Weise kritisirt wird, wobei sich einige sogar zu der Lächerlichkeit aufschwingen, ihn alS kleines Sozialiste»- g-setz oder neue Auflage des Vereinsgesehes zu bezeichnen. Wie wir hören, beschränkt sich der Gesetzentwurf lediglich darauf, die Disziplin in der Weise zu ordnen, daß die erste Instanz den Faknllälcn zugewiesen wird, während den Disziplinargerichlshof zweiter Instanz ganz wie bei Profesforen das Staatsininislerini» bilden soll. Demnach werde» die Privaldozenlen also in disziplinarischer Be- ziehung an alle» Universilälen mindestens ebenso sicher gestellt sein wie die Professoren, während sie bisher an einzelnen Universilälen — namenllich Greifswald, Königsberg und Halle � nach ausdrücklicher Vorschrift der Statuten durch einfache Verfügung des Ministers removirt werden konnten,»nd an anderen Universiiäten nach der, wenn auch keineswegs unbestrittenen, so doch mit guten Gründen vertretenen und auch verschiedentlich schon in der Praxis verfolgte» Ansicht dasselbe galt. I» Wahrheit wird es sich also um einen erheblichen Fortschritt und größere Sicherung in der Rechtsstellung der Privat- dozenle» handeln." Die gute Norddeutsche bestätigt nur daS, was von unseren und anderen Blättern behauptet war. Der Versuch, die lex Arons harmlos darzustellen, wird nur bei ganz harmlosen und Polizei- widrig vertrauensselige» Personen auf schwachen Glauben stoßen.— — Wegen der geplante» Po st reformen finden seit einiger Zeit Verhandlungen der Reichspostvcrivalluug mit den Post- verwaltnngen resp. den Regierungen Bayerns und Württembergs statt. Es handelt sich darum, eine» Anhalt dafür zu gewinnen, wie weil die im Bereich der Reichspostverwnllung einznsührenden Aendernilge» auch in den, Theile von Snddentschland, welcher selbst- ständige Postverwaltungen hat, durchgeführt werden könnten.— — Der Arbeiter hat sich gefunden, der eine Kund- gebung für die Flottenvorlage macht. Diese wichtige für daS Schicksal Deutschlands bedeutungsvolle Erklärung wird i» der„Nordd. Allg. Ztg." natürlich wortwörtlich abgedruckt. Wir begnügen uns, einen sozialpolitisch ganz bedentungs- vollen Absatz deS längeren Schreibens an den Rcichskauzler abzu- drucken: Ich war in mehreren Fabriken thätig und habe die Er- fahrung gemacht, daß Arbeiter, welche 4 und 5 M. de» Tag vcr- dienten, schlechter auskamen als solche, denen blos 2.S0 M. zur Verfügung standen, um ihren Unterhalt zn bestreiten. Unzufriedene und Nimmersatte Elemente hat es von jeher gegeben und wird es fernerhin geben. Wie wäre eS mit der Berufung dieses einzigen Mannes in den wirthschaftlichen Ausschuß zur Vorbereitung der Handelsverträge.— — Der Aufruf derKomn, erzienräthe und Geheimen Koinincrzienräthe für die Flotteuagitatio» z» der am 13. Januar im Hotel Kaiserhof stattfindenden agitatorischen Versammlung wird jetzt in der„Post" veröffentlicht. Wir haben unter den Unterzeichner» 92 Koninierzienräthe gezählt, ungerechnet diejenigen, die es noch werden wollen. In trauten, Verein mischte» sich»>it den Name» der Koinnierzienräthe die bekannte» Führer der Zünstlerpartcien und bekannte Namen ans der freisinnigen Vereinigung.— — Zentrum und Flotte„vorläge. Der„Bayerische Ko»rier" berichtet, es solle eine E i» s p r u ch s v« r s a in»> l»» g gegen die Flotte„vorläge seitens des bayerische» Zentrums veranstaltet werde». Der Abgeordnete Dr. Pichler soll ebenfalls erklärt habe», die bayerische» ZeutrumS- Abgeordneten würde» sämmtlich„das Flotlengesetz und die übermäßigen Forderungen" ablehne». Nur abwarten! Im Umfallen ist das Zentrum stets sehr leistungsfähig gewesen.— — Zur Polenpolttik der Regierung wird der „Niederrh. Volksztg." von angeblich gut unterrichteter Seite ge- schrieben: Der Minister des Inner» hat die Oberpräsidente» auf- gefordert, bis zu», 1. k. M. eine kurze Denkschrift über den gegen- wärtige» Stand der polnischen Bewegung ei». zureichen. Dieselbe ist in folgende Abschnitte zu gliedern: Allgemeines,(hier ist auch die Zahl der vorhandenen Pole» Juv Erinnvvnng an das Mommnnipttfche Manifest. Vor einem halben Jahrhundert, am End« de? JahreS 1S47, war«S, daß ei» Kongreß geheimer kommunistischer Arbeiterverein« in London daS„Kommunistische Manifest", diese gewaltige, durch die Wucht ihrer Gedanken hinreißende, erst« Proklamation des modernen Sozialismus, debaltirte und als Programm der eigenen Ziele annahn,. Z» Beginn des Revolutionsjahrcs erschien das Manifest in, Drucke, aber es hat lange gedauert,«he die schwer- fällig hinschleichende Bewegung der realen Welt den Punkt erreicht hatte, aus welche», der in, Manifest von einen, genialen, zukunsts- beschwingten Denken niedergelegte Ideengehalt, in weite Masse» siegreich sich verbreite» und die ihm iuuewohnelide Gedaiikenmacht so wahrhaft entfalte» konnte. Die Reaktion der SO« Jahre schien unter ihren trüben Schlammmassen ebensowohl die Ansätze einer selbständigen Arbeiterbewegung, als auch die leuchteuden Gedanken, mit denen Marx und Engels einer solchen Beu'eaung zum Bewußtsein über ihr eigenes inneres Wesen hatte» verhelfen wollen, forlzuspülen. Der Bund der Kommnnisten, der da? Manifest annahm, mochte, sagt Mehring in der„Geschichte der deutschen Sozialdemokratie", in allen Ländern, wo er Anhänger bc- saß. schwerlich mehr als einige hundert Köpfe zähle». Dann ver- schwand das Manifest mit dem vorübergehende» Rückstutheu der revolutionären Arbeiterbewegung.„Aber ihre neu anschwellende Woge trug es wieder enlpor wie ei» Lootscnboot, dessen Kompaß den sicheren Pfad weist über die wilde Wasserwüste in die neue Welt der Arbeit." Nicht früher als zu Anfang der 70er Jahre erschien die zweite Auflage, aber der entscheidende Anstoß zur Ausbreitung der in» „Manifest" konzentrirte» Ideen ging erst von Engels berühmter Streitschrift„Herrn Engen Dlihring's Umwälzung der Wissenschaft" vom Jahre 1378 au?, welche durch die Ilrrs und glänzende Kritik, mit der sie eiuen einflußreiche» Epigone» der ntopistisch-sozialistisch!:., Denkart niederwarf, zugleich die Einsicht in die eigeuthümliche Denkweise „nd die Bedeutung des Manifestes, die Einsicht in de» Gegensatz der realistischen zur uiopistischen Aujfassung des Sozialismus mächtig gefördert hat. Die ganze Gedankenbewegung. welche die sozialistische Literatur, Presse und Agitation de,» deutschen Proletariat ver- mittelte, wurde nun i» steigendem Maße von dem Geiste des Marxismus, der im Manifest seinen ersten genial znsammensassende», jagendlich-feurigen Ausdruck gesunden, durchtränkt. Roch das Gothaer Programm von» Jahre 187S, dessen große Leistung es war, die Vereinigung der getreunleu Schaar«» der anzugeben, wenn thunlich getrennt nach Reichsangehörige» und solche», welche die Reichsangehörigkeit nicht besitzen). Vereine, Versammlungen. Presse, sonstige interessante Punkte. Der Denkschrift sind 4 Nachiveisnnge» beizufügen, ans welchen die Anzahl der Orlspolizeibezirke. der vorhandenen Poltzeibeainteu, einschließlich Gendarmen, und die Anzahl derjenigen Polizeibeamten, welche des Polnischen kundig und zur Ueberwachung von Aersammlunge» geeignet sind, ferner die Anzahl der in, Jahre 1397 abgehaltenen polnische» Versammliinge», Anzahl»nd Mitglieder der polnischen Vereine und Anzahl der polnischen Blätter und deren Abonnenten- zahl hervorgeht.— — Der neue Militäretat enthält wieder«ine Anzahl Mehrforderunge», die selbst vom Standpunkte derer, die den heutigen Militarismus nicht überhaupt ablehnen, unannehmbar erscheinen. Abgesehen von der zweiten Rate für die»»»«„ Geschütze von 44 Millionen, zählt die„Kölnische BolkSzeitung" eine ganze Anzahl von Forderiliigen auf, die ohne weiteres gestrichen werden können. Dazu gehört die Errichtung einer besonderen F e l dz«u g in e i si e r e i im Kostenbetrag« von Millionen Mark. Ferner die Errichtung der Stelle eines G e» e r a l- I„ s p e k t e u r s der Kavallerie mit 24 000 M. Gehalt und Dienstznlage, ausschließlich ServieS und Wohimngsgeld- Zuschuß; Vermehrung der Generalstabs-Reisen von 11 ans 13 jährlich, von denen jede Reis« durchschniltlich 3000 M. kostet. Dazu eine Menge K a s e r n e»- N e„- u>, d U», b a n t e n in Päse- walk, Knstri», Koblenz. Paderborn, Brannschweig, Hannover, Olde». bürg, Alt-Breisnch, Etraßhnrg und Metz. Für Fahrräder solle» ca. B/i Millionen»en aufgewendet werde». Zusammenfassend sagt das geiiannle Blatt: „Es wird sehr leicht sei», die sämmtlichen Forderungen des neue», das Ordinari»»»»m 13 Millionen erhöhende» Militäretais vom rein fachmännischen Standpnillle aus z» begründe», aber dabei bleibt die ernsteste Pflicht der Volksvertretung bestehe», in an- betracht der ans mehr als zwei Milliaide» gestiegene» Reichs- schuld jede Forderung ans ihre Unerläßlichkeit zn prüfe». Wie weit die Forderungen für das Landheer nicht selten über das rechte Maß hinausgehen, beweist». a. die Forderung von 11 S00 M. zur bessein Zahnpflege der Unteroffizier-Schüler, sowie die der Pserdegelder für die Regime»Is-Kom»im»dc»re, die bekannllich ein Diensteiickoiiime» von dnrchschnilllich 9084 M. einschließlich Wohnungsgeld-Ziischiiß und Servis beziehen, und die schon von, Abg. Förster inonirle ganz abnorme Forderung vo» über fünf Millionen für Abänderung von Tornistern„nd Nenbeschaffnng vo» Patrolleiltasche» Forderungen, die säniintlich keinen, gebieterische» Bedürfnisse einspreche»." Dagegen erscheint es fraglich, ob die für Beschaffung der warmen A b e n d k o st der Mannschaften cingesetzle» 9 Millionen (7 128 015 M. für das preußische Kontingent) zureiche» könne». ES kämen pro Kops jährlich»nr 13 M. Dafür läßt sich natürlich keine gehörige Aufbesserung der VelpflcgungSverhäliiiisse der Soldaten durchführe». Aber hier kimnsert mm» ebenso wie man für die höhere» Stellen mit volle» Hände» ansgiebt.— — Die Reziprozitäts-Verhandlun gen der Ver- einigten Staate» mit Deutschland sind„ach einer Meldung der „Frkf. Zig." ans New-Uork ergebuißlos verlaufe».— — Eine Kulturarbeit von hervorragender Be- deutnng ist in diesem Herbst i» Heydekrng in Angriff genommc» worden. Das bei Heydekrng belegene 130 000 Morgen große Hoch- moor soll trocken gelegt„nd zu„rbaren, Boden„ingewandell werde». Dazu ist i» diesen, Herbst der erste Spatenstich gemacht und zwar zuerst zur Herstellung«iu.es Kanals von 12 Meter Breite i,»d 3 Meter Ties«, i» dem sich das Moorwass« saiiinieli, soll. Zur ?lnsarbeitnng dieses Planes sind der„Berliner Zeitung" zufolge Strafgefangene des Jnsterburger Gefängnisses verwendet worden.— Wie die„?!ene Berliner Korrespondenz" millheilt, bat der Jnstiziil!»ister kürzlich darauf hingewiesen, daß„och mehr als bisher versucht werden müsse, die Gefangene» auch für land- und forstivtrthschaflUche Arbeiten zn veriveiidcn, z. B. zn Moor»»nd Wiesenknllure», Wegebanten, Anfforstiinge», Deicharbeit-' u. a. Di« Jnstizverivaltiing ist daher gern geneigt. Gefangene zu derariige» Zwecke» zu überlasse«.— — Patriotische K«... k n r r e» z. In Anknüpfung a» unsere MiUheilnnge» über das vo», Tirpitz-Amt empfohlene Biäilche» sür die Werftarbeiter sagt die„Hilfe": Jedenfalls ist es erste, ilich, daß Herr Hülle mit sei» ein Angevot einer Hafen-»nd Werftardester-Ztilung keine linier- stütznllg bei denjenigen Stelle» gefunden hm, die das neue Unter- »ehmen ins Leben gernse» habe». Seine„soziaipolitischcn" Schriften»verde», wie man»ns glanbivürdig berichtet, trotz aller hohen»nd höchste» Protektion, doch a» de» maßgebenden Stellen neuerdings etivas kritischer angesehen, als vor de», Bekanntwerden seiner einflußreichen Bezichnnge,,. Der öffent- liche Entrüsluiigssturm gegen diesen„christliche,»" Schrlstenvertrieb scheint also nicht»ntzlos verweht z» sein." Zwei edle Seelen bewerben sich also um das Verdienst, den Werslarbeitern den verloren gegangeiici,„Patriolismus" wieder einznpanke». Herr Hülle ist dabei abgeblitzt. Sei» Treiben war zn unangeneh'n anfgedrillt worden, man ließ ih» absallen.— — Die G e iv i»» n» g der Polen. Di« i» Graudeuz erscheinende„Gazela Grudziadzka" hat bis jetzt in diesem Jahre Eisenncher und Lassalleaner zu ermöglichen, batle de», damalige,» lheorelischei» Enlivickeluiigszuslaude der Partei e», sprechend. die sozialistischen Ziele nicht als»oihivendige ans der eigenen ökonomi- sche» Bewegung und de» Klassengegensätze» der bürgerlich-kapiialisii- schc» Gesellschalt heransivachseudc Entivickslungstendenz. sonder» in primitiverer Weise als bloße Forderungen der vom Prolcs/iriat»er- laugten Gerechtigkeit begründet. Das siegreiche Vordringen der Marxistische» Ideen erhielt erst 1391 seine sozusagen oisizielle Be- stäligung in der Ersetzung des Golhaer durch dai Erfnrler Pro- granirn, das durchaus ans den» Gedankengange des Koniinunistischr» Manifestes ruht. Mebr als vierzig Jahre halte es gedauert, bis de», vorn, leitenden Geistcsstnge des Manifestes in Deutschland«ine »»ächlige, stülig anschwellende Arbeiterpartei erstände» war, die ohne Phrase»nd U''ertreibnng in diesen, Parteiprogramm de», G,undg«danke» des Monifestes als adäqualen Ausdruck ihres eigenen Denkens«nd Wollcns a»z>, erkenne» ver- mochte. Und nnaushallsam dringe» nun auch dies« Gedanke» i» den andere» Ländern, in denen daS Proletariat zn selbständig« Bewegung fortschreitet, vor. Spricht doch das Manifest, wen» man nicht etwa willkürlich diese nnd jene subjektiv und historisch bedingteu einzelnen Aeußernngen aus deniselbe» herausgreift, sondern sich a» das W e s e» t l i ch e der in ihm verkörpericn Denkiveile hält, nur die Tendenz ans, der daS proletarische Denke» »»d Wolle»»» de», Maße, alS eS üb« die wirkliche» Beding»,„gen seiner Emanzipation durch die Erfahrung aufgeklärt wird, nothwendig zustreben„»iß. Der allgemeine Gedanke, daß das Privateigenthum, sofern daS- selbe den Produktionsprozeß»nd die Art der Aneignung»,» Jiiiercsse der Eigenthümer bestimmt, die eigentliche Wurzel der ökonomischen Ausbeutung und damit Grundlage all der Knechtung. deS physischen und inoralischen Elends ist. durch welche die große Masse des Menschengeschlechtes im Verlauf der„Zivilisation" darnieder geHalle,» wird, lag so nahe, daß, lange ehe.die kapilalistische Prodnktionsive.se zur herrschende» wurde, tiefer blickende, menschlich fühlende Geister sich ihm nicht immer verschließen konnten. Denn nicht die Ausbeutung.»»r die besondere, hinter der Fori» des freien Vertrages versteckte R r t Älusbenlung bildet das Meckinal, durch den der entwickelte Kapitalismus sich von de» ihn, vorangehenden Wirtbichastsstnfen niuerscheidel. Und init der Einsicht i» die Rolle, die das Privat- eigenthu», alS Träger der Ansbentung i» der Gesellschaft spielt, war gleichzeitig die Einsicht gegeben, daß die Befreiung von den, ganzen ihn, entquellende" Elron, von Uebel» nur erreicht werden konnte, indem das Privateigenthum durch irgend«ine Art genoss«»- schaftlicher, im Gesa»li»ti»teresse geleiteter Produktiv» ersetzt>vu,de. So tritt der Sozialismus als das Ideal gesellschaftlichen Lebens hundert gerichtliche Vorladungen erhalten. Daraus habe» sich vorlänfig 10 Preßprozeße entwickelt, wovon einer mit ein« Verurlheiluiig zu 300 M. endete, während in 3 Prozessen der Redakteur straffrei ausging. Sechs Prozesse schweben»och.— — Wunder und Zeichen. Im Lande Sachse» ist das fhier Unglaublich« geschehen, daß zwei ordnungspartei- ich« Vereine aufgelöst worden sind wegen Verstoßes gegen das Vereinsgesetz. Ans Burgstädt wird berichtet: „Kurz vor seinem Ableben hat der§ 24 des sächsischen Ver- einsgesetzes hier noch ein oder vielmehr zwei Opfer gefordert. i Der hiesige„Vaterländische Volksverein" und der„Hausbesitzer- Verein" wurden wegen In verbindungtretens aufgelöst und die Bereinsvor stände mit Strafe belegt. Die Auflösung dieser beiden Vereine erwarteten wir als selbstverftänd- lich, indem sie in der nngenirtesten Weis« gemeinsam ihre Kan- didate» zn der am 13. d. M. hier stattgesundene» Stadtverordneten- Wahl aufstellte»,„um Stimnienzersplitleruug und dadurch etwaige Wahlerfolge der Sozialdemokratie zu verhiudern". wie das Amts- blalt schrieb." Von sozialdeiiiokraUscher Seite wurde auf das ungesetzliche Ver- halte» der beide» Vereine hingewiesen und die Behörde folgte de». Ruf. Nun. die Kartellbrüder in Sachsen werden sich darob nicht be- sonders gräme». Sie haben jahrein jahraus das Verbot des In- verbindnngtretenS übertreten, aber die Behörden«dielten auffallender Weise niemals Kenntniß davon, da sie wohl zu viel mit den sozialdemokratischen Vereinen zu thini hatte». Nnd jetzt, da jeneS Verbot anfgehobei, werden soll, bat man »och einmal vor aller Welt gezeigt, wie man in Sachse» stets gerecht verfährt„nd alle Parteien mit gleiche», Maße mißt.— — Soldaten als Verbreiter des„Vorwärts". Die„Sachs. Arb.-Ztg." schreibt: Sehr oft und ganz besonders bei Berathnng der selige» Umsturzvorlage ist die Gefahr, die den, Militarismus von dem Gift des Sozialismus droht, in den grellsten Farbe» geschildert worden, so daß dem Spießerlhmn angst„nd bange wurde. Wir Sozialdcmokratei, erwarteten schon, daß die Soldaten noch ängstlicher von aller Berührung inil den des Um- stnrzes verdächtigen abgeschlossen würden. Wie erstaunte,, aber »»scre Genosse», als ihnen dieser Tage durch eine», Soldale» der „Vorwärts" zugestellt wnrde. Das Räthsel erklärt sich einfach. Des Wcihnachlsverkehres halber sind eine Anzahl Soldale» auehtlssweis« zur Post komniandirt, und in ihrer Fnnktio» als Briesträg« kommen sie mm anch mit so gefährliche», Zeug in Berührung. Häkle man nicht doch besser gelha». statt de: Soldaten arbeitslose Arbeiter zu nehme»? Bei de»e» ist»ichls mehr zu verderbe». — Aus de», Ver»st e i„ r e i ch. Vor einiger Zeit schrieb die„KömgSb. Hartnng'sche Zig.": Auf der Begülernng Pal», nicke» herrscht eine rege Thätigkeit. Es gilt festznsteNe». wo»nd wievi»n»»g der blaue,, Erde sicher ist. Angenblickliä, wird a» 18 Slellc» ini, über 90 Manu gebohrt. Mit derLeil»»g dieser eingehenden Unleisuchung hat das Ministerium de» Geologen Professor Dr. Li. Klcbs-KönigS- b«g betraut. Ma» schreibt miS anS Königsberg, daß, obgleich an der Gackkniide»nd Ehrlichkeit des Professors Klebs niemand zweiselt, diese Notiz doch rechtes Aufsehe» gemachl hat. Dr. Klebs galt»nd gilt noch als Angestellter der Firma, er selbst»annle sich den wissenschastlichci, Beralher derselbe», lhalsäclstich war er Konservator des in, Becker'schen Privatbesitz bestndlichen Ber»stei»-M»s«»i»s. Gelegentlich einer Jnbilämnsstner der B:,„- sttinfirma snngirt« Dr. Kleb� mich als Festredner ic. In de» Laboratorien der Firma führte er chemische Analyscn aus„. s. w. Bei dem Mißtraue», das alle» Handlungen der Bernsteinköiiige entgegengebracht wird und bei den große» sinanziellen Interessen. dw „ach Ablauf deS Pachtvertrags in Frage komme,,, hätle man wohl weiser gehandelt, eine»„ach jeder Richtung unabhängigen Geologen mit den Ausgaben zu betrane», de»«,, sich jetzt Professor Klebs z» widme» hat.-r Stuttgart, 23. Dezember.(Eig. Ber.) Nun ist anch d-r würiteinbcrgisch.e Landtag in die Weihnachlsfericn gegange», die »oranssichillch bis Ende Januar dauern werden. Mil Mühe»nd Noih sind die S t e„ e rgc s e tz e noch durchgepeitsch, worden, um sie vor die Erste Kammer bringe» zu köiilit,,. Tie beide» politische» Nesoruien, die V e r s a s s n» g s r e v i s i o n„nd die Abschasfnng der L e b e„ s l ä ,, g l i ch k e i t der O r t s v o r st e h e r sind durch die Generaltommissivn gegangen»»d in die Ko»n»issio„e,, verwiese» worden, von wo sie in, nächsten Frübjabre erst wieder ins Plenum zurückgehen, um dam, erst für dl« Erste Kammer serlig gemach! werde». Die Schwabe» dürfen sich demnach das Warten nicht verdrießen lagen, bis zur Realifinilig ihrer längst gehegicn Wünsche.— — Chronik der Majesiätsbeleidiguiigs-Prozesse. SIuS Itzehoe wird de»,„Hamb. Echo" geschriebe»: Wegen Maj siälsbelcidlgung halle sich die Genossin Frau Z i e tz- Hamburg a», Mittwoch vor der hiesigen Siraskannner zu verantworte». Sie sollte in einer V rsa»l»,I»>ig Hierselbst den deutsche» Kaiser dadurch in dem Bewußtsein einzelner Denker und Sekten früh« hervor, bald»»ehr aus chrisilich-elhisch«, bald n>«hr aus Erwägwigen der menschliche» Glückseligkeit, und der freien Entfalinng aller Kräfte sich stützend. Anch der»tap,, lisch« Sozialismus, der zu Begii», des 19. JnhrhnnderlS als bewußt« Geg-nsatz zu den, in raschestem Tempo vordringende» Kapitalismus sich enlsallet, kommt in, wesent- lichen üb« den Standpunkt«inseitig idealistischer Belrachlniig nicht hinaus. Das Elend des Bestehend«» wird zu d« Herrlichkeit dessen, was durch eine planmäßig aeletlele Assoziation geleistet»veroen köiinle. in schärsste», wirksamsten Kontrast gestellt, aber jeder Aus- schluß über die R e a l i s i r b a r k e i t dieses sorgsällig ansgesnhrteu Ideals durch die eigen« Beivegung der Gesellschaft, und die aus dieser Bewegung sich ergebende» Klassenkäinpse fehlt. Der Charakter des Unwirklichen, des Silbjekliv-AnSgedachten»nd Phantastischen hastet dar,,,» all' diesen Ansführungen untrennbar an, die Brücke von de», Ideal zum Leben fehlt. So lange sie fehlt, ist aber anch das schönste Ideal cin Wesenloses, ohnmächtig, in der harte», Welt ber Realitäten sich durchzusetzen. Es ist das unsterolichc Verdienst des Konnininistischen Mani- festes, in welches die kritische G:da»keiil,-'':»t der jungen Marx und Engel? einmündet, diese Verbindnngsbrücke zwischen Ideal»Iid Leben, durch dl« erst das Ideal sich mil Lebenskraft «füllen konnte, geschlagen zu haben. Die Arbeiterbewegung, die gewerkschaftlich« sowol wie di politisch-revolntionäre, hatte sich bis dahin entweder ohne engere Beaihnnig mit der sozialislisch- utoplsti'chcn Kritik entwickelt, oder sie hatte, wie die geheime» ko>i»»n- »istischen Gesellschaften in Paris, London«nd der Schweiz, als deren geistiger Repräsentant der geniale Schue. der Weilling betrachtet werden kau», der Utopie»nr die friedlichen Formen abgestreift, indem die Durchführung des bis ins Einzelne ausgearbeitete» Znknnstsplanes von einerplai, mäßig vorbereiteten, gewaltsamen proletarischen Erhebung erwartet wurde. Auch der Bund der Kommunisten, der sich ans einer Abzweigung dcr entschiede»««, Elemente von de», Pariser „Bunde der Geächteten" enlwickelte und in London seine Zentral- stelle begründete— seine Mitglieder rekrutirle» sich größtentheils aus de» Kreisen deutscher Handwe.ksgesclle,»— vertrat bis zur Berathung und Annahmt des Kommunistischen Manifestes einen durchaus ideologischen und id�logisch« revolutionären Standpunkt. Jene Verbindung zwischen Sozialismus und Leben, die Marx und Engels scbusen, erwuchs ihnen nuS der Betrachtung der ökono- »lischen Struktur. Wie ideologisch immer in ihren. Kerne die Hegel'sch« Philosophie sei» mochte, von der sie beide ursprünglich ausgegangen, so war dieselbe doch von de», Gedanke» innerer notb- wendiger Eulwickelung, an der alles nur subjektive Wünschen und für gut Halte» ohnmächtig abprallt, aufs tiefste bewegt. Ties« Entwickelungsidee. befreit von der ideologische» Grundlage, die ihr b«l,idigt habe», daß sie«in« Parallele zog zwifchen deffe« sozial» politischer Botschaft aus dem Jahre 1öS0 und der bekannte» Aus- lassung über den Hamburger Hafenarbeiterstreik bei Gelegnrheit einer Jesttasel. Iran Zieh, deren Pertheidiguug Herr Dr. Suse aus Hamburg nberuoinmen hatte, wurde kostenlos frei» gesprochen.— Oesterreich. Wie«, 24. Dezember. Die.Wiener Zeitung" verSstenMcht eine kaisertiche Verordnung vom gestrigen Tage, durch welche ans grund des§ 14 des Staatsgrundgesetzes Unterstützungen an? Staatsmitteln uud auderiveilige Kredite anläßlich der diesjährigen Elementar- ereignifs« gewährt werden. Diese Verordnung entspricht der vom Abgeordnetenhause genehmigten Nothstandsvorlage. Das ist die erste Nolhverordnung des Nabinets Gautsch.— Frankreich. Pari», 22. Dezember.(Eig. Ber.) Die Kammer hat mit ihrer in Zollfragen nie versagenden Bereitwilligkeit eine neue Zoll- erhöh» ng votirt. Diesmal handelt es sich um so wichtige Artikel des Massenkonsums, wie Schweinefleisch, Schweinefett und W u r st p r o d u k t e. Eine schwere Belastung der Konsumenten bilden insbesondere die Erhöhung des Schweinefett-Zolles au' 25 Fr. pro 100 Kilo(bisher U'/e Fr.) und die Ber- d o p p e l u n g des Wnrstzolles. 50 anstatt 25 Fr. Die Urheber des Gesetzentivnrfes beriefe» sich ans de» seit drei Jahren andauernden Preisfall der einheimische» Schweine. Zugleich aber mußten sie zugeben, daß die Einsuhr im fortwährenden Sinken begriffe» ist, während die Ausfuhr steigt. Die Hauptursache des Preisfalles ist demnach die Ueberproduktion, die ihrerseits gerade durch die bis- herigen Zölle hervorgerufen wurde. Genosse I a u r s s, der prinzipiell, wie er ausdrücklich erklärte,.im Gegensatz zu seinen Parteifreunden keine vorgefaßte Meinung gegen die Schutzzollpolitik hat", bekämpfte daher dieVorlagewegen ihrer Unwirksamkeit. DieErhöhungderRonsum- preise»verde ausschließlich den Zwischenhändlern uud de» Schweine- schlächtern zu gute kommen, nicht aber den bäuerlichen Schweinezüchtern. Er erklärte die Borlage für ein täuschendes Wahlmanöver, berechnet auf die fchutzzöllnerischen Borurtheile der Bauernschaft. Gerade aber ans diesem Grunde wurde die Zollerhöhung mit 422 gegen blos 05 Stimmen votirt. Auch einige in ländlichen Kreisen gewählte Sozialisten stimint-n dafür. Der Sozialist DeSfarges verlangte sogar im Gegensatze zum Hochschutzzöllner Meline, der gegenüber dem Kommissionsvorschlage die.Ermäßigung" de« Schweinefett- Zolles von 70 auf 50 Fr. durchgesetzt hatte, die Annahme des höhereu Zollsatzes. Daß Meline den Uebereifer seiner gelehrigen Schüler dämpfen mußte, beweist, wie wenig er sich im grund« von der Vorlage verspricht. Mit der ungeheuerlichen Zollerhöhung ist jedoch die Schröpfung der ärmeren Konsumenten»och nicht zu Ende. Unter dem Vor- wand der Unterdrückung von Verfälschnngeu soll die Fabrikation des billigen künstlichen Schweinefettes, gemischt mit Talg und Vanmwollsamen-Oel, womöglich verhindert werden. Meline ver- sprach, ein« Vorlage in diesem Sinne einzubringen.— Pari», 24. Dezember. Infolge der schlechten Ernte herrscht unter de» Eingeborenen Algerien? Hungersnoth; seitens der Behörden werde» die erforderlichen Maßnahmen getroffen.— Belgien. -- Zu heftigen Szenen kam eS in der Deputirtenkammer in der Sitzung vom 22. d. M. gelegentlich der Debatte über die Dotation des Prinzen von Flandern. Dieser ist der zweite Sohn Leopolds I, der Bruder des gegenwärtig regierenden Königs. ES Handelle sich um ein« Dotation in der Höhe von 200 000 Fr. Der sozialistische Abgeordnete Dem blan sprach sich gegen die Bewilligung irgend welcher Summe aus. Wenn Leopold l. wirklich, wie die Rechte behaupte, sich Ber- dieaste um das Land erworben, so sei er dafür ge- nügend entschädigt und er habe»in uiigeheureS Vermögen hinterlassen. Um so weniger liege Grund vor, daß daS Land jetzt auch noch seinen Sohn erhalt«; wenn sein Vermögen nicht aus- reiche, wöge er arbeiten..Wagen Sie zu behaupte»— fragte der Redner, sich an die Rechte wendend—, daß der Prinz für das Land etwas thut? Sie könne» eS nicht, und darum ist die Dotation eine Prämie ans die Faulenzerei. Der Prinz von Flandern erhält also, ohne etwas zu lhun, mehr als die sechs Minister zusammen, niehr als die sechs Bischöfe, mehr als alle Richter am Kassations- Hose zusammeugenomnien, mehr als 88 höhere Geistliche, mehr als für 200 000 Arbeitstage an die Landarbeiter bezahlt wird. Er, dessen Vermögen auf 40 Millionen Franks geschätzt wird, soll also noch täglich 686,60 Fr. daz« bekommen; die Zahl der Arbeiter, die 4 Fr. pro Tag verdiene», ist in Belgien nicht sehr groß." Demblan wurde von der Rechten vielfach unterbrochen und erhielt vom Pcästdenten am Schlüsse seiner Rede eine» Ordnungsruf, den er okzeptirt« und über de« er daS Land urtheilen lassen wollte. Die Dotatto« wurde hieraus mit großer Majorität bewilligt. England. Loudau. 24. Dezember. Gestern hielt hier die Anti-Zncker- Prämie»-Liga ihre Eröffimugssttzuug ab. Die Liga, deren Präfident Lord Stamnior« ist, verfolgt den Zweck, mit allen Mitteln die Abschaffung»der Neutralisation der Zuckerprämien zu fördern. bei Hegel anhastet, galt es, als Maßstab an den sozia- liftischen Gedanken, der bls dahin nur als ein von dem Wirkliche» Abgelöstes, als Wunsch und Ideal aufgetreten war, anzulegen. Das hieß aber, da der Sozialismus selbst ökonomische Organisation ist, ihn daraufhin prüse», inwiefern etwa die vorhandene ökonomische Struktur die Kräfte und die Vorbedingungen zu jener höheren Organisationsform des wirlhschastlichen Lebens in sich selbst erschafft. Nicht»ach der Güte jenes Ideals, nach den Bedingungen seiner Realistrbarkeit und damit weiterhin nach den allgemeinen Eat- wickelungsgesetzeu, denen ökonomisches Leben in seiner Wechselwirkung mit den sonstigen sozialen Erscheinungen folgt, mußte gefragt werden. Den Maßstab des Entwickelungsgedankens an den Sozialismus an- legen, das hieß in seiner Konsequenz zu einer neuen, zu der „materialistischen" Art der Gefchichtsailffaffung fortschreite». So ruht die Auffassung des Sozialismus, die das Komm»- »istische Manifest durch die Zergliederung der Kapitalwirth- schaft, ihrer Gegensätze und Tendenze» formulirt. auf der breite» Grundlage einer grundstürzenden geschichtlichen Entivickelnngs- Philosophie. Diese Philosophie giebt die Mittel,«in den Zusau menhang von sozialistischen Tendenzen und realem gesellschaftlichen Leben, um den Sozialismus selbst als ein wirklich Werdendes zu begreifen; und dadurch wird sie, einmündend in die große, den Blick au? allem Alltags- kämpfe immer wieder zu froher Zukunftshoffnung erhebende Er- kenulttib,„materialistisch" wie sie ist, zugleich auch idealistisch. Idealistisch i» dem Sinne, daß der aus dem Produktionsprozeß des »alerielle» Lebens entspringende, durch materielle Bedürsniss« bewegte Kampf»olhwendig einem Gesellfchaftszustande zustrebt, der, die Klassen- gegeusätze auflösend, der freiesten individuellen Entwicklung Bah» schafft und so als Ideal, aber als ein die Gewähr der Realisirnng in sich tragendes Ideal, erscheint. Der Gegensatz von mechanischer und zweckmäßiger Bewegimg ist hier überwunden. Die materialistische Geschichtsauffassung, wie sie im Manifest sich ausspricht, schließt beide als unlöslich verbundene Momente i» sich. Sie führt den Sozialismus ans dem Himmel der Ideenwelt auf den feste» Boden der durch innere Nolhiveudigkeilen fortgetriebenen ökonomische» Gesellschaflsenlwicketniig hinab, und hrbt durch dieses Hinab die proletarischen Klassenkänipfe. weit über ihre urwüchsige Beschränktheit, ihre Vereinzelung und Zersplit>erm>g durch Augen» blicksziele diiians. Die Sturmglocke» des Manifestes, deren ge- walliger Klang heute in Hunderltausenden und Millionen von Proletarierherzen erzitternd nachklingt, läuteten eine neue Periode ei»: das geistige Erwache» des Proletariats, die Erfüllung seines Klasseiibewnßtseins mit einem gänzlich neuen, aus der Tiefe der Wirklichkeit geschöpften Ideengehalte, der, von der Macht der Jntereffen getragen, stezretch die alte Welt sich unterwerfen wird. Beinah«»kke füh»enden Vertreter der kauftnLnntfche« Zuck«-. intereffen Großbritanniens und der Kolonien waren»«treten. D« Vizepräsident Lubdock sogt«, die gegenivärtige Lag« sei hoffnungsreich Sir das Ziel der Liga. Sowohl Deutschland als Frankreich schienen zu itterhau dlungen zwecks Abschaffung der Prämien geneigt zu sein. Di« Versammlung nahm schließlich einen Beschlußantrag au, wonach >un Hinblick aus den Bericht d« westindisch«« Untersuchungskommisston Regierung und Parlament aufgefordert werden sollen, sofortige Abbilfe gegen die schädlichen Wirkungen der Zuckerprämien des Auslandes zu schaffen. Ferner beschloß die Ansammlung, mit all« Kraft dahin zu wirken, daß die Frage während der Session von 1893 ihre thatsächliche Erledigung auf der Grundlage des gleichen Wettbewerbs sinde.— — Ein Freundschaftsdienst de,»»glifchen ?olizei für den Zaren. Wie der„Int. Korr." aus ondon gemeldet wird, erblickt man in den dortigen diplomati- scheu Kreisen in dem gegen den Russen Wladimir Burtschew angestrengten Prozeß wegen Aufmunterung zu Attentaten gegen da? Leben des Zaren einen Höstichkeilsakt, der in gewiss« Beziehung zu den Vorgängen in Ostasien steht.(?? Red. d.„Vor«.".) Burtschew wurde am 14. Dezember im Britischen Museum, wo er seit vier Jahren täglich arbeitete, plötzlich verhaftet unter der Be- schuldigung, i» einer bereits im April dieses Jahres verschickte» Flugschrist„Narodovoletz"(Wille de? Volkes) in dem Abschnitt„WaS ist zu th»n?" offen zu Mord- aiifälle« gegen den Zaren aufgefordert zu habe«. Die bezügliche Stelle spricht jedoch nur davon, daß vielleicht schon in drei Jahren die ganze Herrlichkeit Nikolaus II. ei» Ende habe» werde; und da sonst die Schrift nur zur Bildung einer „Uiiabhängigkeitspartei" nach dem Muster der Volksparteien der 60er Jahre auffordert, so ist es wenig begreiflich, wie die sonst so weitherzige englische Polizei diesen Mann plötzlich verhaften konnte. Dabei ist eS allgemein bekannt, daß Burtschew mit den verschiedene» revolutionären und anarchistischen Londoner Klubs in gar keiner Verbindung stand, sondern seit vielen Jahre» täglich seinen ge- schichtlicheu und literarischen Studie« in» BriUschen Museum oblag.— Dänemark. — Der F o l k i t h i n g hat mit 64 gegen s Stimmen die vom Landeslhing akzeptirte Faffung des Arbeiter- Unfall- versichern ngs-GesetzeS angenommen. DaS nun zur Duchführung gelangende Gesetz umfaßt nur die Arbeiter unter 2400 Kr. E i n k o in m m» n. AuSgeschloffen sind ferner die eigentlichen Landarbeiter. Di« Arbeiter erhalten nach der mit der 18. Woche ablaufenden Krankeinniterflützung bis zur Erklärung der dauerud«« Invalidität ein Tagegeld, das 3/5 des Tagelohns, aber nicht über 2 Kr. uud nicht unter 1 Kr. belrägt. Tritt nur t h e i l w e i s e Arbeitsunfähigkeit ein, vermindert sich demgemäß das Tagegeld. Bei dauernder Invalidität erhält der Beschädigte eine Geldsumme, die nach seinem Arbeitslohn be- stimmt wird. Bei vollständiger Arbeitslosigkeit den sechs- fachen Arbeitslohn eines JahreS, jedoch nicht unter 1800»nd nickt über 4800 Kr. Im Falle des Todes werden 50 Kr. Sterbegeld gezahlt, und außerdem erhalten die Nachkommen den vierfachen Jahreslohn, jedoch nicht unter 1200 Kr.»nd nicht über 3200 Kr. Zur Entscheidung der Versicherungsfrage wird ein V e r s i ch e- rungsrath eingesetzt aus sieben Mitgliedern, von denen zwei Arbeiter, die von deu Krankenkassen gewählt werden, und zwei Ardeitgeber sind.— — Der Antrag über die Erhöhung de? Lohnes der Etaatsarbeiter auf ein Minimum von 3 Kr. pro Tag stand im F o l k e t h i n g zur Debatte. Es handelt« sich in erster Reihe um den Antrag der„Linken"; da aber die Sozialdemokraten früher«inen ähnlichen Antrag, nicht als besonderes Gesetz, sondern als Position de? Etats gestellt hatte» n»d außerdem für die Arbeiter ew« Ferieuwoche jährlich und 60 Kr. Unterstützung für jedes Kind eines verstorbenen StaalSarbeiters verlangt halten, kam dies auch gleich mit zur Debatte. Die Debatte wurde fast zu eiiie,» Siege für die Auffassung der Sache der Sozialde»,ok>atie. Der Finanzminister sprach sich nämlich geger den Antrag der Linken aus, es sei aber bereits schon im jetzige» Etai Erhöhung des Lohnes der Staatsarbeiter einzusetzen, sofern derselbe nicht dem üblichen Lohne entspreche. Klausen namens der Sozialvemokratie wünscht Einsetzung einer Kommission, da diese Frage von Wichtigkeit sei. Der Bebauptung des Ministers, daß der Siaat ei» humaner Arbeit- geber sei, müsse er widersprechen, da er beweisen könne, daß der Staat oft Himgerlöhne zahle.— welche Bchnuplung er durch inehrere Beispiele illustrirte. Daß dieser Antrag nicht Gesetz würde, unterliege für ihn keinem Zweifel, da der Landesthing ihn einfach ablehne» werde. Hätte man aber, gemäß dem Wnnsche der Sozial- demokraten die Position in den Etat«ingesetzt, dann hätte sich der Landeslhiiia wohl gehütet, deshalb eine» Bndgetkonflikt herbeizn- führe». Ter Antrag wird einer Kommission überwiesen.— Elpauie«. Madrid, 23. Dez. Nach einer Depesche mi? H a v a n a bemerkte man von dort ans einen Brand von Zuckeraiipflanzuiige», welcher durch die Aufständischen verursacht war. Die Sprache der Blätter der Vereinigte» Staaten anläßlich der Tödtung des Obersten Nutz wird in Spam«» günstig anf- genommen. Man hält dieselbe für geeignet, eine Verständigung zwischen den beiden Ländern herbeizilfnhre» und dem Kriege aiif Kuba schnell ein Ende zu machen.(? Red.) Man hofft, daß die Bereinigte« Staaten, eulsprechend den in der Botschaft des Präsi- denleu Mc. Kinley gemachten Versprechungen, de» Unt«>iehmnnge» derjenigen e»tgegc...reten werden, welche die Aiifständis�.'!!...lf Kuba unterstützen. Rnstland. — Die Finanzen Rußlands heben sich von Jahr zu Jahr. Dies zeigen auch die folgenden Depesche» aus St. Peters- bürg: Ein kaiserlicher NkaS ist veröffentlicht betreffend die Eiiilvsiing noch nicht gezogener 4'/zproz. Obligationen der ehemalige» Große» Sinssische» Eisenbahngesellschaft, der 5proz. Obligatione» der Moskau- Smolensker und Transkaukasischen Eisenbahn resp. Konverston dieser Onligationen in 4proz. Papiere.— Der Finanzininister hat die Einission einer neuen(195) Serie von Zertifikaten 4 proz. Staats- reute im Betrage von 10 Millionen zum Austausch gegen Obliga- tioneu der 4 pCt. inneren Anleihen von 1837 und 1891 und der 4 pCt. in Kreditrubtln«mittirten Obligationen der Krons-Eisen- bahnen angeordnet. Ein Artikel der„Handels-«nd Jndnstrie-Zeitung" hebt das progressive S.�i.'e» des Kurses der 4 pCt. Staatsrente hervor, welcher gestern mit lOOVe de» al pari Kurs überschritten hat. Die Zeitung sagt: Diese Erscheinung bekundet eine neue eminente Etappe der progressive» Bewegung des russischen Staatskredits unter dem Eiiifllisse der»enen soliden Grundlage» der russische» Geldordniiiig.— Griechenland. AnS Athen meldet die„Agence Havas": Der UntersuchungS- richter hat mit Erhebungen in betreff der„Ethnike Hetairia" begonnen. Nachdem er sich zu dem Baiikhanse Valaorily und Ma»r» begeben hatte, um 200 000 Franks, welche der„Hetairia" gehörte», mit Beschlag zu belegen, erfuhr er, daß diese Summe bereits abgehoben wäre. Die Veröffentlichung einer Broschüre zur Rechtfertigung der„Hetairia" steht bevor. Unter mehreren.andere» Doknmente», ivelche das Einvernehn>en der Regierung mit der„Hetairia" hinsichtlich der Bildung von Freikorps und deren Einmarsch in Makedonien darthun sollen, würde die Broschüre, wie es heißt, auch die Wiedergabe eines eigen- händigen Briefes von Delyannis an de» Professor Spiro Lambro, ein einflußreiches Mitglied der„Ethnike Hetairia", enthalte».— General S m o l e n s k i schlägt vor, ei»« militärische Kommission elnzusetze» zur Prüfung der Fähigkeit der Offiziere, welche nicht am Kriege lheilgenomme». Man glaubt, daß im ganzen 40l) Offiziere aus verschiedenen Gründen würden aus dem Heere«ntsernt werde».— Slsie«. — Die russisch« Kriegsflotte i« Ostasien besteht! nach d«„Voss. Ztg." aus 30 Schiffen und Fahrzeugen und sieben Torpedobooten mit 22 schweren. 105 mittleren und 229 leichten Geschützen und 5150 Mann, während das französische Geschwader sich aus sieb» Schiff» mit einer Besatzung von 1282 Mann zu- sammensetzt.—. — Fortschritte der Goldwährung tn Britisch- Indien. Die Haudelskamm« von Bengalen führt in einem Schreiben an die Regierung auS, daß sie die Zeit zur Einführung der Goldwährung für gekommen halte. Seit dem Schluß der indischen Münzen seien vier Jahre verflossen und es gäbe gegenwärtig in Indien kein Münzsystem. Dies« Schwebezustand schädig« d» Handel«heblich. Die Handelskammer richtet bah« an die Re-i ginung das Ersuchen um Bekanntgab« der etwa beabsichtigt» ein« schlägigen Maßregeln.— Afrika. Kairo, 24. Dezember. Die Derwisch« Hab» Ehendy und Metammeh verlassen und rücken jetzt gegen die egyplische Armee vor. Das Ziel der Derwische dürste Berber sein.— Zur Beachtung! Uiiserer heutigen Numm« liegt ein Prospekt bei, enthaltend eine Einladung zum Abonnement auf die illustrirte Romanbibliothjek„In Freie» Stunden", die im Berlage der Buchhandlung Vorwärts in gut ausgestatteten Wochen- Heften zum Preise von je Pf. erscheint. Vom 1. Januar an wird diese illustrirte Ronranbibliothek statt 16 Seiten bisher, 24 Seiten Roman- text, ohne Preisaufschlag, bieten, ferner Illustrationen bringen, die als eine bedeutende Verbesserung der bisherigen bezeichnet werden können,»ie dies das vorliegende erste Hest bei nächst» Jahrganges ausweist, daS bei allen Buchhandlungen, Spediteuren und Kolporteuren«hältlich ist. Seit Jahren wurde in der Partei der Wunsch«ach einer guten UnterhaltungSlektüre laut; durch die nur treffliche Romane enihaltenden„Freien Stunden" ist diese Lücke ausgefüllt. Wir könn» den Parteigenosse» die Ber- breitung dieser Roinanbibliothek, deren Ziveck die Verdrängung der Schundliteratur aus den Arbeilerkreisen ist. nur ansS angelegentlichste empfehle«. Alö ReichStagS-Kandibat für d» IS. sächsischen Wahlkreis Elollberg-Sch Neeberg ist von de» Parteigenossen dieses Kreises wieder der bisherige Vertreter, Abgeordnet« Julius Seifert ans Zwickau, aufgestellt worden. Zur Biirgerschaftö-Ergänznngswahl in Brem««, die infolge deS Todes eines Abgeordnete» der 4. Wähterklasse nothiveiidig ge- worden ist, kandidirt von unserer Seite der Parteigenosse I. Im- wölbe. Polizeiliches, Gerichtliches te. — Das Versam»ilnngs-„Reckt" in Obel« s ch l e f i e n. In einem Artikel über dieses Thema soll der ver- anlwortliche Redakteur der„Breslau« Votkswacht", Genosse Neu- kirch, einen Gendarmen dadurch beleidigt haben, daß er nicht er- weislich wahre Thatsache» behauptete, die geeignet ge- ivesen seien, den Beamten verächtlich zu machen. Ob- wohl die Beweisaufnahme ergab, daß der Beamte«in inkorrektes Verhalte» an den Tag gelegt hatte, wurde Genoffe Neukirch zu einem Monat G e f ä n g» i b(!) verurtheilt, weil, wie es in de» Urtheilsgrunden hieß, die«»vollkommene Darstellung des Sach- Verhalts im inkriminirte» Artikel sich als beleidigend für den Gendarm darstelle. Der Antrag des AmtsanwaltS hatte auf«ine Woche Gesäligmß gelautet. Or�evkfchafkliches. Berlin und Umgebung. Die Berliner Straßeuhändler, welche durch die soeben er- schiene»- Potizeiverordnung, wonach eine ganze Anzahl Straßen den„fliegenden Händlern" versperrt bleibe» solle», in ihrem mühselige» Broterwerb noch mehr beschränkt werden sollen, wollen gegen die Polizeivcrordnung Prolest einlege». Zu diesem Zwecke sollen dem- nächst Versammlungen einberufen werde». In diese» solle» auch die vielerlei fonstige» Scheerereien, denen die Straßenhändler seitens der Behörden ausgesetzt sind, zur Sprache gebracht werden. Deutsches Strich. Die gute alte Sitte der Jnuiigen und Gesellenverbäude, dem reisenden Handiverksgeselle» hilfreiche Hand zu leisten in stiuem Fortkommeu. ihm eine gastliche Stätte zu bereiten, wo er, fern von der Heimalh. der Rabe und Erholung pflegen kann, kam mit dem Verfall der Zünfie»nd dem Strebe», nur einseitig und engherzig die Interessen des Meisters zu vertrete», nur noch ivenig zur Geltung. Die Gegensätze hallen sich verschärft und der gesellige und innige Zu- saminenbalt, den die Gesesienverdnnde in den Reihen ihrerBerufsgenoffen aufrechterhielte», ging verloren mit dem Zerstören dieser Organs- sation. Erst die neuere Arbeiterbewegung verschaffte diesen lobens- iverlhe» Bestrebungen neue» Einzug i» der Arbeiterwelt. Fortgesetzt sind die Geiverkschaste» bemüht, diese Seite des gewerkschaftlichen Lebens austubauen. Die Reise- und Arbeitslosen-Unterstützung Herbergswesen und Arbeitsnachiveis sind sortgesetzt Gegenstand fleißigen Ausbaues und der Vervollkommnung. Recht synipathisch berührt es uns, wenn wir ivahrnehiiien, wie auch in den letzten Jahren niit ivachsendem Erfolg versucht wird, dem reisenden Berufskollegen in der frenide» Ställe, an der er während des WeihnachtssesteS weilt, den Aufenthalt so angenehm wie möglich zu machen, um ihn für den Verlust eines eigenen Heims, in dem er das Welhnachtsfest begehen köniile, z» entschädige» inib ihm auch in der Fremde eine Festes- freude zu bereiten. An viele» Orte» haben die Gewerkschaften lheits diirch sreiivillige Beiträge, theils durch hierfür alisgeivorfene Summen aus dem Vereins oudS Vorbereitlingen getroffen, um ihren ivandernde» Berufskollegen ei» Weihnachtspräsent darzubieten. Die Herberge soll an diesem Tage»eben dem vielen Elend und Jan»»«, das täglich hier Einkehr hält, auch einmal Lust und Freude sehen. Wir sind überzeugt, es wird unsere» Freunden gelingen, daß auch hier fröhliche Weihnachten Einkehr halten. ArbeitSvcrhältuisse der ob«rschlesischen Bergarbeiter. Ans K önigshütte wird der„Berg- und Hüttenarbeiler-Zeitung" ge- schrieben:„In der hiesige» Königshütle ist ans unsere letzte Räge der unmenschlich langen Arbeitszeit und der Sonntagsarbeit leid« nur eine sebr geringfügige Verbesserung erfolgt, indem die überflüssige Sonntagsarbeit abgeschafft worde» ist. Dafür ist aber für gewisse Arbeitergrnppen z. B. für die Schloffer der Waggonfabrik eine be- deutende Verlängerung der Arbeitszeit eingeführt worden. Fast vor jedem Sonn- und Feiertage wird 24 Stunden Hinte rein- ander gearbeltet. Wie wir hören, sollen die Arbeiter für den! Lohuausfall am Tage des Kaiserbesnchcs nicht voll entschädigt worden sein. Die jüngeren Arbeiter ans der Lauragrube hatten eine Lohnerhöhung von 20 Ps. pro Schicht gefordert. Statt der Lohn- erhöhnng wurden ihnen„Prämien" versprochen: 4 M. monatliche „Prämie" erhält, der keine Schicht versäumt, 2 M., der nur eine einzige Schicht versäumt; wer zwei und mehr Schichten versäumt. erhält diese Prämie nicht. Ferner wurde den Arbeitern gesagt. wenn sie nicht anskomme» könnten mit ihren Löhnen, so sollten sie Ueberschichteu mache». Leider finden sich auch genug Arbeiter, die 20 und mehr Stunden in der Erde bleibe»." 50 Haudschuhinacher der Firma Vogel in Oberlung» w i tz befinden sich seit Montag im Allsstande. Den Arbeitern wurde eine Lohnreduklio» von 20 pCt. zugeinuthet, die der Fabrikant später auf 10 pCt. ermäßigte. Jedoch habe» die Arbeit« auch diese Reduktio»! der Löhne zurückgeiviest». Der Etreik der Metaktarbeiter in Torgelow hat bisher reuie Entmuthigmig in die Reihen der Streikeuden gebracht, viel- mehr ist die Zahl der Mitglieder der Organisation fortwährend im Zimehmen begriffe». Bon der Organisation ist man fortgesetzt be- müht durch Versa», mlnngen in der Unigegend den falschen Zeitungs- Nachrichten, die der„Pasewalker Anzeiger" verbreitet, entgegen- zttivirken. Hierbei erwachse» den Einbernfern groß« Schwierigkeiten, da wohl die Wirthe ihre Lokale hergeben wollen, dagegen aber von den unteren Behörde» sehr oft durch Gegendruck dieses Vorhaben vereitelt wird. Bezeichnend für diese Thätigkeit der Behörde ist folgender Brief, den der Gastwirth H. ans E i ch h o f schrieb: .Lieber Freund! Bitte doch de», Herrn Vorsitzenden von den Formern»ntzutheilen, daß ich mein Lokal zu morgen nicht freigeben kann, weil ich die Erlanbniß von unserem Herrn Amlsrath nicht bekomme, mithin auch nicht meinen Saal freigebe." In der Garsitzer Porzellanfabrik(Schwarzburg- Rudolstadt) wurde allen Porzellanarbeitern, die dem Verbände angehören, gekündigt mit der Bedingung, daß, wenn sie aus den» Verbände treten würden, sie weiter arbeiten könnten. Diesen» brutat«. Vorgehen der Fabrik- leitung gegenüber waren die Arbeiter bis aus wenige Mann einig und beschlossen, die Arbeit niederzulegen. Der Zentralvorstand des Verbandes der deutschen Bnch- drnckcr hat zur Unterstützung der englische» Maschinenbauer die fünfte Rate im Betrage von 300 Pfund Sterling abgesandt. Der Zentralverein Deutscher Former weist in seiner Ab- rechnnng vom dritten Quartal eine Einnahme von 11637,48 Mark und eine Ausgabe vom 9192,39 Mark auf. Mit dem Kassenbestand vom zweiten Quartal beträgt das Vereinsvermögei, 13127,12 Mark. Die Mastregelungen sind nicht nur eine Spezialität der Unter- nehmer, sondern auch andere Leutchen sind bestrebt, ihre Unduldsam- keit zu beweisen. Dies bezeugt folgendes Schriftstück: Herrn August Sandlühken. Wir ersuchen Sie, uns bis Samstag, den 27. November, schriftlich mittheilen zu wollen, ob Sie fernerhin de» sozialdemo. kratischen Bestrebungen fern bleiben wollen, andernfalls Sie»ach de», neuen Statut(!) nicht mehr als Mitglied dem Verein ange- hören könne». Das Schreiben ist an den Präses zu richten. Der Vorstand des Knappen-UnterstützuiigS-VereinS. Sprockhövel, den 24. November 1897. Die„Berg- und Hüttenarbeiter-Zeitnng" bemerkt hierzu: Was ist das für ein Arbeiterverein, der den Arbeiter» eine bestiunute politische Richtung vorschreibt? Sollte man sich nicht schämen, die Streiche der Unternehmer mitzumachen? Wenn nun den Leuten in, „Knappen-Unterstützungs-Berein" einfällt, keine Anhänger des Zentrums oder des Antisemitismus zu dulden, dann müssen auch diese heraus. Allerdings nur das, was die Zechcnbesitzer eine„wahre nationale Politik" nennen, ist den Leitern des eben genannten Vereins angenehm. AuSlaub. Im Krakauer Bäckerstreik sind die Unlerhandlungen mit den streikenden Gehilfen abgebrochen worden. Die Militärbehörde hat erklärt, nur eine kleine Anzahl Militärbacker zur Versiignug stellen zu könne». Die Preis« für Backwaareu sind bereits gestiegen: es mangelt sogar an Gebäck. Der Friedeusschlust im Maschiueubaugetverbc ist, wie unser Londoner Mitarbeiter schreibt, wieder sehr zweifelhaft geworden. Das Rundschreiben der Arbeiterdelegirte», worin dlefelbeu ihren Organisation«»» die abgeänderte» Vereinbarlingen bekannt gaben,»var so gefaßt, daß zwar deren Mängel aber auch zugleich ihre Verbesserrmgen gegen das ursprüngliche Satzstück hervor- gehoben wurden, so daß es allgemein für eine Aufforderung gehalten wurde, sich unter den gegebene» Umständen mit ihnen zu begnügen. Das war aber ei» Jrrlhum. Sowohl auS den Reihen der Leiter der Bewegung, wie ans den Reihe» der direkt betheiligten Arbeiter selbst sind seitden, Stimmen laut geworden, weiche die neuen Bedingungen ebenfalls für»in- annehmbar erklären. Georg Barnes hat am Sonntag in einer Versammlung, die iinter Vorsitz des Geistlichen i» der Kirche zu Enfield(Vorort im Norden Londons mit großer Waffenfabrik) statt- fand, die Hoffnung ausgedrückt, daß die Ausständigen sich nicht ohne ein Zilgeständniß in der Frage der Arbeitszeit auf die neuen Ve- dingungen einlassen»verde». Aehnlich sollen sich die Ausständige» in Sheffield und an anderen Orte geäußert haben. Nur von den Schiffsbauwerfte» des Wcar(Fluß in Dnrham, an dessen Mündung die große Fabrikftadt Sunderland liegt) meldet ein Abendblatt, daß die Masse der Arbeiter sich für Wiederaufnahme der Arbeit er- klärt hätten. Womöglich noch in dieser Woche soll eine Konferenz von Führern der verschiedenen Gewerkvereine der Maschinenindustrie und der mit ihnen venvandte» Gewerbe abgehalten werden,»»» eine» Meinungs- austausch über de» jetzigen Stand der Dinge und die durch ihn benölhigten Maßregeln herbeizuführen. Der Vorstand des Vereins der Maschinenbauer hatte Donnerstag vorgeschlagen, es sind aber bis jetzt uoch keine Antworten eingelaufen, so daß eine Hiuausschiebung des Datums»öthig werden wird. Die von unserem Korrespondenten vorerwähnte Konferenz ist, wie»vir der„Daily Chronicle" entnehme», am Donnerstag in» West. »ninster Palace Hotel zusammengetreten. Vorher hatte das Exekutiv- Komitee des Maschinen- und Schiffsbauarbeiter-Buudes eine Sitzung; über die Art der Beschlüsse ist„och nichts bekannt.— Unter anderen namhaften Untcrstützungs- Beiträgen sind heute, nach der„Daily Chronicle", 1400 Pfd. Sterling von dem Vereinigten Bund der Eisenbahnangestellten für die Maschinenbauer eingelaufen; an» Mitt- woch»varen insgesannnt 3S00 Pfd. Sterling eingegangen. Ii» Kriuky, einem kleinen Städtchen in W e st r n ß l a n d, hatten die Gerber durch sechswöchigen Streik den Zehnstundentag errungen. Vor kurzer Zeit verlangten aber die Fabrikanten, daß die Ar- beiter 12 Stunden arbeite», worauf diese»nit einen» neuen Streik ant- wortete». Die Fabrikanten holten nun Bauern ans den umherliegenden Ortschaften heran ilnd begannen diese anzulernen und trotz des ruhigen Verhaltens der Streikenden schickte der Gouverneur eine Kompagnie Soldaten»ach Krinky, die ans alle Arbeiter einschlugen, die ihnen in den Straßen begegneten. Ein Soldat erzählte, daß den Soldaten vor ihre», Abgang nach Krinky die folgende Rede gehalten wurde: „Ihr geht in eine Stadt, welche von Verbrechern bevölkert ist. Es sind dies die innere» Feinde des Vaterlandes. Ihr habt die Pflicht. den Zaren, unser Väterchen, und daS Vaterland vor diesen Feinden zu retten." Die Soldaten glaubten, daß sie in einen Krieg zögen. Sie schleppten die Arbeiter auS der Synagoge heraus,»in» auf sie einzuschlagen, und der Rabbiner gab seinen Segen dazu! Die Agenten der Fabrikanten reisten in ganz Westrußland umher und schließlich gelang es ihnen, gegen hundert Arbeiter anzuwerben, so daß der Streik zu Ungunsten der Arbeiter endigte und die durch so viel« Be- mühungen errungene Verkürzung des Arbeitstages>vied«r illusorisch gemacht ist._ Mnkevnehntev-Vevbiinde. Zur Abwehr von Streiks u»»d Boykotts gedenkt der Verband deutscher Schllh- und Schäftefabrikanten für sämnitliche Verbaudsbetriebe besondere Bestimmungen einzuführen. Er beruft deshalb für den IS. Januar 1398 eine außerordentliche Haupt- Versammlung des Verbandes ein, der eine Reihe von Vorschlägen »lnd Maßnahmen unterbreitet werden soll. Es sollen u. a. alle erheblicheren Ausstände in mechanische» Schuhfabriken dadurch be- kämpft»verde», daß, falls der Vorstand des Ortsvereins de» Streik für unberechtigt erklärt, säirnntliche Fabriken an» Orte zur zeit- »veiligen Aussperrung ihrer Arbeiter bez»v. Schließung ihrer Betriebe verpflichtet sind, wie es z. B. seitens des Vereins Berliner Schuh- fabrikanteil im Borjahre geschehen ist. Den an der Leitung von Ausständen betheiligten Personen soll der Arbeitsnachiveis des Ver- bandes für längere Zeit hindurch verschlossen bleiben. Neben der Frage der Streikbekämpfung wird in der außerordentliche» Haupt- Versammlung auch über die Einführung einer Normal-Arbeitsordnnng sowie über die Befuginsf« der Arbeiter-Ausschüsse in den Berba>»dZ- fabriken verhandelt»verde», Im Kali-Syndikat sind dieser Tage wieder Verhandlungen mit der Geiverkfchaft Hedivigsburg gepflogen worden. Die Gewerkschaft beanspruchte bei der Verlängerung des Syndikats einen höhere,» Antheil an der Produktion und»vnrde damit anfänglich abgeiviesen. Nunmehr wurde vo>n Syndikat die Forderung der Ge- »verkschast zugestanden. Im Laufe der Verhandlung stellte aber der Vertreter der Gesellschaft abermals weitergehend« Ansprüche, s« daß sich airss neue die Verhandlungen zerschlugen. Soziales« U«ber die Srubenexplofi»»» auf Zeche Kaiferstnhk schreibt linser Dortmunder Bruderorgan, die„Rheinisch- Westfäl. Arbeiter» Zeitung", unterm 21. Dezember: „Die Kunde von dem Unglück verbreitet« sich gestern Abend noch durch die Stadt und bald strömten zum Unglücksplatz Neu- gierige und händeringende Augehörige, weinende Frauen. Groß »var die Frende, wenn es sich ergab, daß der Vater, der Sohn, der Bruder nickt zu denen gehörte, die der tückische Bergmannsfeind überfallen hatte; um so entsetzlicher der Jammer,»venu ein Todter von den Angehörigen erkannt»vurde. Die Leichen sind schrecklich verbrannt, die Verivundeten entsetzlich zugerichtet. Die Feder sträubt sich, all das Furchtbare zu schildern, das das Auge gesehen und das Ohr gehört hat. Ein unendlicher Jammer! Seit >v est» igen Jahren das z»veite große Unglück«us Zeche Kaiferst u hl. Vor einiger Zeit beklagte sich die Werksleitimg. daß die„be- kannteu Hetzer" die Arbeiter vcranlaßten, aiif der Zeche Kaiserstnhl aufzllhörei». Zahlreiche Zlrbeiter hatten auch die Arbeit dort in, Laufe der Zeit aufgegeben. Wir konnten damals erklären, daß nicht der Einfluß der Hetzer, sondern die Furcht der Bergleute vor den, iinßerst gefährlicheu Zilstande in gewissen Theilen der Gr u bei» die Massenkündigung verursachte. Jetzt ist das Unglück da! Hoffentlich»vird die Bergbehörde nni, Anlaß zu ganz besonders genauen Revisionen nehmen. Ob nicht auch die massenhafte Einstellung freiitder,»nit de» hiesigen Bergverhällnissen»veniger vertrauter und gering enilohnter, also nni so hastiger schassender Arbeiter eine» Theil der Schuld trägt? Die Dividenden der Kohlenbarone steigen ins riesenhafte, für die Bergleute schmaler Lohn und ständige Lebensgefahr! Wird die Regier»!»ig endlich der Forderung der Arbeiter nach Anstellung von H i l s s- ko» trolle nren aus deren Reihen Gehör geben? Wird die Bergbehörde sie endlich besürivorte»? Das ziveite große Unglück auf der Zecke Kaiserstuhl innerhalb »veniger Jahre! Das giebt doch zu denken!" Zur Ncbcraustmigiilig dcS Eisenbahn- Personals. Der Koblenzer„Aolkszeitnug"»vnrde von» Westerivald berichtet:„De» größten„Rekord" in der Dienstleistung eines Beamten im Staats- Eiscnbahndienst»vird»»»streitig der Zugführer auf der Station H ö h r- G r e n z h a i» s e>, erreicht habe». Derselbe hat vom 8. Dezember bis 16. Dezember, also in acht Tagen, IZV Stundeu Dienst g e l e i st e t." Danach häite der Zugführer acht Tage lang im Durchschnitt täglich über 17 Stunden Dienst gehabt. Dabei»vimdert»im» sieh über die Häufung der Eisenbahnnnfälle. Der Rückgang der kleinen Brauereien, der von 1832 und 1392 für das Reich laut Ausiveis der Geiverbezählnng nicht »veniger als 4000 betrug, geht i» raschem Tempo weiter. Das be- »veist die in den„MiUheilunge» der Großh. Hess. Zentralstelle für die Landesstalislil"(Nr. 6S6, November 1887) enthaltene Auf- stellnng,»vonoch in» Jahre 1896 97 in Hessen nur noch >60 Brauereien vo» den 173 des Vorjahres in Betrieb»varen. 13 Brauereien sind also im Laufe eines einzigen Jahres verschivnnden. Hessen prodnzirt rund'/so der dculschcu Bierproduktion. Wen» »na» für das gesammte Reich einen verhältnißinäßig gleiche» Rück- gang anninnnt, da»» ergiebt sich eine Jahres-Berlustliste von rund 400 Branercie». Der»im 13 verminderten Anzahl der hessische» Brauereien steht aber eine Mehrproduktion von 44 222 Hektoliter» gegenüber. Da außerdem die Bierausfuhr um 6800 Herktoliter abgenommen, die Einfuhr dagegen»in» 1600 Hello- liier ziigenonnncu hat, so ergiebt sich ein Mehrkonsum gegen das Vorjahr vo» 32 622 Helioliteru. Dasselbe Bild vom Ziiickgaug des Kleinbetriebes in der Brauerei zeigt T h ü r i» g e n. Dort betrug die Zahl der Brauereien iin Jahre 1393/96 noch 762, im Jahre 1896/97 nur 731. Vo» letzteren erzeugten 201 Brauereien 163 474 Hektoliter obergähriges und 530 Branereieii 2)54 112 Hektoliter»ntergähriges Bier, zusammen »vurde» also 2 322 386 Hektoliter Bier erzeugt. Bot, den» ricfigen Geschäfts,»»fange deS Land-»nd ZlintS- gerichtS Berlin 1 giebt der Geschäilsplau für das Jahr 1398 ivieder ein recht anschauliches Bild. Danach sind bei»» Landgericht 743 Beamte und 1902 sonstige Personen thäiig. die der Disziplin des Präsidenten unterstellt oder am Land- und Amtsgericht I be- schäftigt sind. Unter de» etatsmäßig angestellten Beamten befinden sich außer dem Präsidenten 84 Direktoren»nd 116 iliichter. Als außerordentliche Hilfsarbeiter sind 4 Assessoren als Hilfsrichter und 137 Referendare aiisgefttbrt, von den letzteren sind 31 bei lliechts- anivälte» beschäftigt. Die Zahl der Handelsrichter beträgt unverändert 36, zn denen 36 Stellvertreter kommen. Ferner sind l44Notarc, 363 Rechts- anwälte, 644 Schiedsmänner und deren Stellvertreter»nd 549 Sach- verständige im Bezirke des Land- und Ainlsgerichts I Ihätig. Die Geschäfte des Pcäsidenien»verde,, von» LandgerichlSpräsidente» A n g e r» unter Beihilfe der Laudgerichtsdirektore» I»»» g h a n» und R ö s l e r, sonne des Landgerichlsraths T h» n i n s und der Landrichter Rietze und Burghardt bearbeitet. Auch im neiie» Jahre bestehen 26 Zivilkanuneru, in denen der Präsident, 23 Direk- torei» und 34 Stichler beschäftigt sind. Bei den 9 Slrafkaniinern sind 9 Direktoren»»nd 42 Richter ihätig. Die Zahl der Handelskammern beträgt 14. Ii» die Reibe der 8 Untersuchungsrichter tritt der Landgerichtsrath Grandke, der letzte der von den Mitgliedern der ehemaligen„Branselvetter-Kammer"»och seinen Platz in der II. Strafkammer behauptet halte.— Ii» Jahre 1898 sind 1 1 Tagunge» des S ch»v»» r g e r i ch t S in Aussicht genommen, die an» 3. Januar, 31. Januar, 23. Februar, 21. März, 13. April, 6. Juni, 27. Juni, 19. September, 10. Oktober, 7. November und 3. Dezember beginnen»verde,».— Bei den» A n» t s g e r i ch t I flud ei» Präsident und 132 Richter etatsmäßig angestellt: von diesen sind 18 mit der Führung der Dienstaussicht über nicht richterliche Beamte beauftragt. Außerdem sind dem Gericht bis z>m» 31. Mai 1898 6 Hilfsrichler zugetheilt. Das Gericht ist in 134 Abtheiluugeu mit besondere» Gerichtsschreibereieu vertheilt. Die Präsidialgeschäfte werden von den» AmtsgerichtS-Präsidenten Herzog unter Beihilfe des Aints- gerichlsraths von Zur W e st e ,» und des Amtsrichters Schröder, soivie der unbesoldeten Assessoren Dr. K a r st e n und Dr. S ch ü I e r bearbeitet. Die Geschäftsräume des Ainlsgerichl I. befinde» sich au den verschiedensten Stellen. 32 Ablheilungen sind im Gerichts- gebände in der Jüdenstraße»»»tergebracht, 23 Abtheilungen arbeiten in, Geschäftshaufe A» der Stadtbahn 26/27. Die Abtheilnng für Rechtshilse in Zivilsachen»md diejenige für Handlungen der frei- »villigen Gerichtsbarkeit, für die amisgerichtlichen Geschäfte in Ehrensachen soivie für das Genosscnschaftsregister befinden sich Molkenmarkt 2. 28 Abtheilungen für Strafsachen(Schöffengerichte) befinden sich iin Moabiler Kriininalgerichts- Gebäude, zivei dieser Abtheilungen An der Stadtbahn 16. Alle übrigen Abtheilungen des Gerichts arbeiten in den Geschäftshäusern Neue Friedrichstraße 12 und 13. Bei der Gerichtskasse I sind 1 Ziichter, 3 Oberbeamte, 74 Kassenbeamte. 34 Hilfsarbeiter und 34 Hilss- Gerichtsvollzieher tbälig. 3NM Kapitel zn der Uetertrewna htt PsAzsiftnnde Tchr nend für gewisse Sicherheitszuständ« ist der folgend« Fall i Wegen Uebertretuug der Polizeistunde hätte der SchankwirOH Walther einen polizeilichen Etrafbefehl erhatten, gegen»velchen er Widerfprnch erhob. In der gestrigen Verhandlung»or der 146. Abtheilunz des Amtsgerichts I wurde festgestellt, daß eiueS AbendS bei dem Angeklagten ein Gast erschien, welcher sich mit ihm in ein längeres Gespräch einließ. Die Unterhaltung scheint sehr anregend gewefe« zn sein. Es wurde nämlich nicht einmal bemerkt, daß die Polizeistunde um ca. 20Mi« nuten überschritten war. Der Angeklagte hat nämlich nur HS 11 Uhr Schankkonzession. Plötzlich erschien ein patrouilltzrender Schutz n»ann in dem Restaurant und machte den Angeklagten aus die Schankpolizei« Kontravention aufmnksam. Allgemeines Auf« sehen erregte es in der Verhandlung, alS sich jener Gast, welcher als Zeuge»»«rnommen wurde, plötzlich als ein Schutzmann i n U»l i f o r m entpuppte. Der Gastwirth behauptete n»m, daß er sich durchaus nicht der Uebertretung schuldig gemacht habe,»veil er der Meinung sei, daß eher der Schutzmann in Strafe genommen werden müsse, welcher quasi Veranlassung habe, daß er sein Lokal länger offen hielt. Mit Rücksicht auf die ganze Sachlage erkannte der Gerichtshof auf die geringste zulässige Strafe.vo» 1 M. oder einen Tag Haft. Die Zenteuarfeier hat zu einer Privatklage geführt, die der Zirkusdirektor B u s ch gestern vor dem Schöffengericht ausfechten »vollte. Im November 1896 erschien angeblich im Austrage des Koniitee's für die Zenteuarfeier ein Mitglied desselben. Herr Max- Mi n ck, beim Direktor B u s ch, nni diese» uin die Veranstaltung einer Vorstellung zu gunsten des Komitee's zu bitten. Diese wurde bereitivilligst zugesagt. Als Direktor Busch keine»veitere Nachricht erhielt, wandte er sich an de» Vorsitzenden des Komitee's, der ihm erklärte, daß man auf die Vorstellung verzichte.»veil Herr Busch angeblich das Erscheinen des Kaisers als Bedingung gestellt habe. Außerdem, so»vurde ihm»veiter mitgetheilt, behaupte Herr Minck, daß er sich freiivillig zur Veranstaltung der Benefiz- Vorstellung erboten habe und nicht«tlva dazu aufgefordert»vorden sei. Herr Busch protestirte hiergegen und bat den Vorsitzenden dcs Komitee's Ilm Gegenüberstellung,»velche»hm aber veriveigert»vurde. Daraufhin richtete Direktor Busch ein gleichlautendes Schreiben an sämmlliche Mitglieder des Komitee's, in»velchen» er de» Thalbcstand richtig stellie. Durch dieses Schreiben fühlte sich Herr Minck be- leidigt und reichte durch Rechlsanivalt Weber die Privatklage ei». Rechtsanwalt Dr. G o t t h e l f erhob für Direktor Busch die Wider- klage wegen der i» der Klage enthaliene» Beleidigungen und be- antragte Zurückiveisung der Klage, weil der Inhalt des Busch'scheu Schreibens keine Beleidigimg des Klägers enlhalte. Das Gericht gab dieseu» Antrage statt, so daß»iir»och die Beleidigungsklage des Direktors Busch gegen Herrn Minck übrig blieb. Zn ihrer Ver- Handlung stand gestern Termin a»; dieser mußte»vegeu Krankheit des Herr» Minck vertagt»Verden. „AerztlicheS knnsttcchuischcS Zahntechniker- nnb Orthopädisches Massage-Lehrinstitnt." Diese volltöuige Inschrift befindet sich auf einem Schilde,»velches an einen» Hause in der Liiiienstraße angebracht ist. Da der Inhaber, der Zahntechniker Benjamin Abraham, sich auf demselben Schilds als„Dir" Abraham bezeichnet, so hat die Behörde hieran Anstoß genomine.ii. Sie geht von der Ansicht aus, daß das große Publikum leicht das„»".übersieht»md in dem Inhaber des Instituts eine» Dr. med. vermnthet. Abraham stand deshalb gestern vor der 129. Abtheilnng des Schöffengerichts unter der Anklage, daß er sich einen Titel beigelegt habe, der in dem Publikum den Glauben erivecken könne, er fei ei» promovirter Arzt. Der Angeschuldigte bestritt natürlich, daß die Abkürzung„Dir." anders als„Direktor" gelesen und verstanden werden könne. Sein Bertheidiger, Rechtsanwalt Leop. Meyer, vertrat dieselbe Ansicht. Den Titel als„Direktor" könne jedev führen, der Leiter irgend einer Anstalt set. Auch der verstorbene, frühere Rechlsanivalt Glünicke habe als Leiter seines Heilverfahrens unbeanstandet de» Titel„Direktor" geführt»nd auch der Prediger Dr. v. Bodelschivingh»verde als Direktor angeredet. Der Staaisamvalt erwiderle. daß es nur darauf ankomme, ob der Angeklagte es durch die Abkürzung darauf abgesehen habe, für einen Dr. med. gehalten zn»verde», und dies Halle er für erwiesen, denn sonst hätte er de» Titel„Direktor" nicht abgekürzt, zumal der Inhalt de? Schildes uicht daraus schließen lasse, daß es dem Inhaber auf eine Ersparniß an Morien angekommen sei. Er beantrage gegen den Angeklagten eine Geldstrafe von 100 M. Der Gerichtshof schloß sich den Aiisführimgen des SlaatsanivaltS an und erkannte auf«ine Geldstrafe vo» 30 M. Taö Reichsgericht gegen kleine Diebe. Der Arbeiter Karl R ü ck e r t»md dessen Ehesran»varen des Diebstahls, der erster« in» »viederholten Rückfalle, beschuldigt, das Landgericht Prenzlau aber stellie am 30. September gegen beide das Verfahre» ein, da Verjährung eingetreten sei. Erlviesen»var, daß sie nachts ans einer auf de», Felde stehenden Miele ein Quantum Stroh entnommen»»nd aiif einer Karre nach Hanse befördert habe». Da der Werth des Dieb- sta.hlsobjcfteS geringer als 10 M.»var, so»ahin das Gericht an. daß es sich hier»nr um eine nach ß 13 des preußischen Feld- und Forst- polizei-Gesetzes zu ahndende Ilebertrelung handle, die aber verjährt sei,»veil vor der ersten richicrliche» Handlung gegen die Angeklagten mehr als drei Monate verflossen seien. Nun hat da? Reichsgericht schon früher entschieden, daß der erwähnte§ 18 dann nicht zur An» »veudnng komni«»md die Beftimimmgen über Diebstahl»nd eventuell Rückfalldiebstahl in Wirkung treten, wenn es sich>»n, Produkte des Felde?, ganz abgesehen von, Werthe, handelt. »velche zur dauernde» Ansbeivahrimg irgendivo im Freien in Mieten:c. untergebracht sind. In einem Urtheile vom 13. Juli d. I. hat der 2. Strafsenat allerdings den Z 13 des Feld- und Forstpolizei-Gesetzes für an»ve»db»r erklärt in einem Falle,»vo es sich»iin Entivendimg vo» Kartoffeln handelte, die in Säcke» auf dem Felde standen. Dieses Urtheil nun Halle daS Landgericht Prenzlau »»»richtig anfgefaßt, indem es unbeachtet ließ, daß es sich bei den Kartoffeln nur um eine vorübergehende Anfbeivahrnng in einem Behältnisse handelte. Ans die Revision des Staatsanivalis hob deshalb das Reichsgericht das Urlheil aus»lud vmvieS die Sache an daS Landgericht zurück. Deposäzen und letzte Llucheichkeu. Briiii», 24. Dezember.(B. H.) Wahrscheinlich infolge der uationaleu Be»veg»ug ist ei» an der hiesigen techniscken Hochschule stndirendcr junger Serbe geisteskrank geivorden. Er verletzte»vährend einer Eisenbahnfahrt einen ihn begleitenden Rektoratskanzlisten durch Messerstiche und brachte sich dann selbst schivere Verivilndnuge» aus. Bern, 24. Dezember.(W. T. B.) Der Bundesraih setzte beut« die Grundsätze fest,»velche für die Berechnimg des konzessionsmäßigen Reinertrages und dcs Anlagekapitals der Golthardbahn»nd der Vereinigten Sch>vcizerbah»ei>»naßgebend sei» solle». Die ansgestcstten Bestimmungen betreffen das Anlagekapital, de» ErneuernngsiondS, die Betriebs- Einnahmen und-Ausgabeil»»»d die Abzüge voi» der Rückkaufs-Enlschädigung. Kopeithagcn, 24. Dezember.(W. T. B.) Di- Stcttincr Bark „Modau", Kapitän Arentz, von Trangsimd in Schlvcde» komineud, liegt bei Dragoer vor Anker. Heilte Vormittag entspann sich eiiie Schlägerei an Bord. Der erste Steuermann»vnrde durch Schläge an» Kopf verletzt; er ging nebst acht Mann der Besatzung an Land, um die Polizei»md den deuischea Konsul im» Hilfe zu bitte». Der Kapitän und ein krank darniederliegender Reger blieben allein Bord; das Schiff zeigte die Signale„Aufruhr" und„Meuterei". Kairo, 24. Dezember.(Meldimg des„Reuler'sche» Bureaus".) Di« eiugeboreiie» Hilfstriippe», der Garnison Kassala,, velche vor kurze», in den egypiischen Dienst übernommen»vorden sind, überfielen am 22. dieses Monats den Posten der Derivische in Elfascer am Atbara, vertrieben den Feind, siigter. ihn, nicht»»bedeutende Verluste zu und»lahmen die SleUnug. »vobei sie eine Menge Vieh»md Kameele erbeuteten. Zivei Emirs der Derivische befanden sich»nter den Gefallene»». Auch Alnbri, ebenfalls ein Posten der Derivische, ist von den eingeborenen Hilss- lrirppen eingeschlossen. Verantwortlicher Redakteur: August Jncobey in Berlin. L'ir de» Jnserateiitheil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin. Druck und Verlag vo» Max Babing in Berlin. Hierzu 3 Beilagen n. Unterhalt«,»gsbtatt. Jr. 301. 14. ZchtM». 1, JfilrtlJC Die Postavonnenten unseres Blattes bitten wir, um eine Unterbrechung der Zu- stellung zu vermeiden, um sofortige Erneuerung ihres Abonne- ments bei den Postanstalten. KommunAles. Der wegen Anflösung deS städtischen MeldebnreauS be- ziehunasweife Zlisammenlegung desselben mit einer anderen städti- schen Verwaltung von der Stadtverordnetcn-Versammlnng eingesetzte Ausschuß hat am Dienstag unter dem Vorsitz des Stadtv. Jordan und im Beisein der Magistratsvertreler Stadträthe Böhm, Wilde und Selberg eine Sitzung abzuhalten und nach eingehender Prüfung der Angelegenheit und Erörterung der Organisation und Thätigkeit des Meldebureans, des Wahlbureaus und des Einkommensteuer- Bureaus folgenden Beschluß gefaßt, den er zur An- nähme der Stadtverordnelen- Versammlung empfiehlt:„Die Versammlung genehmigt die Vorlage des Magistrats wegen Miethnng von gtänmlichkeiten im Hause Neue Friedrichstraße KS für das städtische Meldebnreau mit der Maßgabe, daß die Miethung nicht auf fünf, sondern nur auf drei Jahre erfolgt. Gleichzeitig er- fucht die Versammlung den Magistrat: 1. baldigst im Beralhung zu treten über eine Reorganisation der Einkoinmensteuer-Verwaltung und insbesondere darauf hinzuwirken, daß eine Vereinigung des Meldebureaus mit den Steuerbureaus oder dem Wahlburean ein- tritt; 2. unter Bezugnahme auf die Resolution vom 2g. April er. ihr baldmöglichst eine Vorlage betreffend den Ankauf oder Bau eines Verwaltungsgebäudes zu unterbreiten." Der Magistrat hat den Muth gehabt, nunmehr die von de» städtischen Behörden beschlossene Lehrer-Besoldungs- Ordnung an das Provinzial- Schulkollegium zur Genehmigung abzusenden. Die Vorlage, betreffend die Instandsetzung deS Kirchhofes der Märzgefallene» im Friedrichshai», hat der Magistrat nun- mehr der Stadtverordneten- Versammlung zur Genehmigung unterbreitet. Der Magistrat theilt nun der Versammlung mit, daß die zu diesem Zwecke gebildete gemischte Deputation beschlossen hat, den Gemeindebehörden zu empfehlen: den Friedhof der Märzgefallenen im Friedrichshain in einen bei den Berliner Kirchhöfen üblichen Zustand zu versetzen. Es soll zu diesem BeHufe l. die Uniwährung, soweit erforderlich, verbessert, 2. ein Eingangsporlal mit schmiedeeisernem Thor hergerichtet, 3. der innerhalb des Friedhofes befindliche Umgangsweg event. mit einem sogenannten Thiergartengitier oder Granitschwelle zum Schutze der Hügel bei starkem Besuche eingefaßt, 4. der Stacheldraht und die ihn tragenden rohen Holzpfähle von den Hügeln entfernt werden. Diesem Beschlüsse sei er beigetreten und ersucht nun die Versammlung, sie möge sich mit der Ausführung der bezeichneten Arbeite» einverstanden erkläre» nnd zu diesen, Zwecke die veranschlagten Kosten mit Kövo M. aus dem Extravrdinarinui zur Verfügung stellen._ DoltKles. Ten Parteigenossen deS vierten Wahlkreises(Südosten) zur Nachricht, daß am Dienstag(4. Weihnachtsfeiertag) morgens L Uhr, eine Fl ugblattver breit ung erfolgt. Die Genossen werden ersucht, sich zahlreich an den bekannten Stellen einzufinden. Die soeben beendete» Vorlesnngs-Kurse(Oktober-Dezember) in der Arbeiter-Bildungsschule haben einen Verlauf genommen, wie wir ihn nicht erwarteten. Wenn wir uns schon jetzt ein Urtheil über die im Jnni d. I. vorge>io»i»iene Reorganisation erlaube», so ist»ach den Ergebnissen der ersten Kurse für fernerhin das beste zu hoffen. Bedenkt man, daß bei der früheren Gestalt der Arbeiter- Bildungsschule, mit mehreren Unterrichtslokale», die Hörerzahl fürs ganze Jahr die der Hörer(263) i» diesem einen Quartal in drei Kurse» nur um wenige übersteigt, so gilt es als sicher, daß nur auf der beschnittene» Bah» die Arbeiter- Bildungsschule das , verde» kann, was sie sein soll. Durch Vorlesnngs- Cycle» Über die wichtigsten Gebiete der Gesellschaftswissenschaften(National- Oekonomie, Geschichte, Rechtsknndc, Naturerkcnnlniß u. s. iv.) soll allen denen, welche bereit sind, sich in den Dienst der modernen Arbeiterbewegung zu stellen, Gelegenheit gegeben werde», sich das Wissen anzueignen, welches nothwendig ist, um hinauszugehen»uter die gleichgiltige Maffe, diese auszurütieln, ihnen das„neue Evan- geliuin" zu predigen und immer mehr Anhänger nnd Streiter für den Sozialismus zu werben. I» dem Kursus Nationalökonomie waren 106 Hörer, in Ge- schichte 67, in Rechtskunde so eingeschrieben, mit einer durch. schnittlichen Besucherzahl pro Abend von 72, 71 und 74 pCt., eine Belhcilignug, wie sie die Arbeiter-Bildungsschule„och Wie geht's dem deutschen Meihnuchtsmam»? In Frankreich und anderen Ländern pflegen die Eltern ihren Kindern z» Neujahr schöne Geschenke zu geben. Aber die deutschen Kinder halten es»och innner mit dem Weihnachtsman», der— aus seinen fernen Wäldern hervorkommend, langbärtig, beschneit und wie ein richtiger Hinterwäldler gekleidet— mit seinem Sack voller Spielsachen nnd Süßigkeiten zur Weihnachtszeit die Lande durchstreicht und die den Kindern gebührenden Geschenke austheilt. So spukt der gute Weihnachtsgeist in der Kinderphantasie herum. Nun, wir Alten, die den Träume» der Kindheit entivachsen sind, wissen besser, wie es mit dem Weihnachtsman» steht. Die fleißige» Hände ungezählter Tanseiide von Proletarier haben alle die bnnten Nützlichkeiten»»d Nichtigkeiten geschaffen. Das arbeitende Proletariat, das ist der Weihiiachtsmaiin. Bei Hoch und Niedrig brennt der Weihnachtsbaum,»»d darunter liegen in bunter Menge Geschenke für Groß und Klei». Bei de» Reichen sind es große und theure Stücke— wird doch in diesem Jahre aus Paris berichtet, daß Puppen zu S00 bis 3000 Frks. nichts Seltenes mehr sind; bei den armen Leute» sind es billige Snchelche», so armselig, daß die Liebe, die sie von andere» Ausgaben abgedarbt hat, das beste daran ist. Aber mag es sein was es wolle, Kleider. Schuhe oder Pelzwerk, Gold- und Silbersachen, Luxusartikel und Lederwaaren, Aepfel, Nüsse und allerlei Kuchenwerk, Puppen oder Schaukelpferde oder was sonst das Herz der Kinder an Spielzeug erfreut: Proletarier sind es. immer nnd immer wieder Proletarier, die es verfertigt haben; und, bei den W-ihnachtsartikeln mehr, wie bei jeder anderen Waare, Proletarier, die jahraus jahrein im arm- seligen Kämmerlein nothdürflig ihr Dasein fristen. Wer denkt wohl, wenn der Weihnachtsbaum auf dem weiß- gedeckten Tische strahlt, an die armen Waldarbeiter der schlefischen, thüringischen nnd bayrischen Wälder, die in elenden Gebirgsdörfern Hausen, und die im rauhen Winter, im tiefen Schnee watend, bei der kümmerlichsten Bezahlung dafür gesorgt haben, daß in der Stadt der Christbaum strahlen kann? Wer denkt, wenn er vergnügt mit den Seinen die bunten Glas- kugeln in die Zweige hängl. der kümmerlichen Dorfproletarier, die derlei Glasschmuck in den niedrigen Hütten ärmlicher Gebirgsdörser verfertigen? Und weißt Du auch, lieber Leser, wie mühselig der elend be- zahlte, in einem Bretterverschlag kampirende Schifferknecht die Aepfel, die jetzt vergoldet am Baum hängen, aus Böhmen und aus Schlesien hat heran flößen müssen? Wie er die hochbeladenen Kähne, das Stoßruder an die Schulter gestemmt, ächzend hat vorwärts schiebe» müssen, oder wie er die Last Tage und Nächte lang, die Zugleine iW Jonrärts" nie zu verzeichnen hatte. Auch in finanzieller Hinsicht ist ein wesent- licher Fortschritt zu konstatireu, decken sich doch zum ersten Male die Ausgaben für Schulzwecke durch die Einnahmen an Schulgeld und Mitgliedsbeiträgen. Für die im Januar nächste» JahreS beginnenden Kurse erwarten wir eine noch stärkere Betheiligunz. In dem am Mittwoch, den 12. Januar, beginnenden Kursus Nationalökonomie(Vortragender: Herr Schriftsteller Rich. Calwer) wird als Fortsetzung der theoretischen, die praktische Nationalökonomie behandelt werden(die wirthschastliche Eutwickelung; Großbetrieb und Handwerk, Kartellwesen, Arbeitsmarkl und Arbeitsnachweis, die Aufgabe» der Gewerkschafte»), zum ersten Mal bietet sich den Gewerkschaftlern Gelegenheit, Vorlesungen darüber zu hören. Im Kursus Geschichte(Vortragender Dr. A. B e r t h o l d) beginnt am Freitag den 14. Januar eine Vorlesung über Hellas und Rom. Der am Montag den 10. Januar beginnende Kursus Rede- Übung soll alle» denen, welche rednerisch befähigt sind, unter Leitung des Herrn Dr. C o n r a d Schmidt, Gelegenheit gebe», sich im Gebranch des Wortes, durch Besprechung volkswirthschaftlicher und anderer Grundsragen, zu üben. Die Herren Lehrer sowohl alZ die Verwaltung der Arbeiter- Bildungsschule werden ihre volle Kraft darin setzen, die Kurse nutz- bringend zu gestalten. An der Berliner Arbeiterschaft wird es nun liegen, das Gebotene zu benutzen, indem alle diejenigen, welche»och Zeit nach des Tages Last und Mühen haben, ihrer geistigen Aus- bildung fich zu widmen, die Mitgliedschaft der Arbeiter- Bildungs- schul« erwerbe» und die einzelnen Kurse besuchen. Der monatliche Mitgliedsbeitrag beträgt 2S Pf., das Schulgeld pro Kursus I M. (Alles Nähere im Inserat der heutigen Nummer.) Zur Beachtung! Aus Anlaß der zur Wanderversammlnng Weihnachten in Berlin anwesenden Delegirten veranstaltet der Zentralverei» der Bildhauer am 3. Feiertage ii» Böhmischen Brau- haus, Landsberger Allee 11—13, ein großes Weihnachssest. Der Eintrittspreis beträgt SO Pf.»nd ist dabei Tanz und Garde- r o b e frei. Indem wir empfehlend darauf hinweisen, machen wir noch besonders auf das in der heutigen Nummer enthaltene Inserat aufmerksam._ Die Arbeiterstadt Berit«. Unter„Arbeitern" versteht E. Hirschberg in seinem Buche„Die soziale Lage der arbeitenden Klassen in Berlin" diejenigen Bevölkerungsklassen, die in ihrer Er- werbsthätigkeit eine seiner Ansicht»ach vorwiegend körper- liche Arbeit verrichten. Zur„arbeitenden Klasse" zählt er nicht nur Gewerbegehilfen, Gesellen, Lehrlinge, Tagelöhner und Dienst- boten, sondern auch beim Handel: Gehilfen und Konimis in Laden- geschäfte», Verkäufer, Diener, Packer, Kutscher u. s. w., bei der Gast- wirthschaft: Oberkellner, Kellner, Diener Kutscher u. f. w., bei der Verwaltung: Briefträger, Bahnschaffner. Bahnwärter, Kastellane Portiers, Diener u. f. w., bei der Gesundheitspflege: Wärter n. f. w., ferner auch solche halb Selbständige», die in der eigenen Wohnung für eigene oder fremde Rechnung Arbeiterdienste für andere verrichten(Haus- industrielle, Heimarbeiter), oder die außer dem Hanse Arbeiten annehmen(Anfivärterinnen u. dergl.). Arbeiter in diesem Sinne wurden bei der letzten Berufszählung vom 14. Jnni 18SS(in Klainmern: die Zahlen der Bernfsznhlung vom K. Juni 1882) in Berlin 320 528(226 365) männliche, 185 338(113 256) weibliche, zusammen 505 866(339 621) gezählt,— ohne die Hausindnstriellen:c., deren noch 10 301(4693) männliche, IS 152(14 519) weibliche, zn- sanunen 25 453(19 212) ermittelt Ivurden. Mit de» Hansindnstrielle» belicf sich die Zahl der E r w e r b s t h ä t i g e n der arbeitenden Klassen auf 330 829(231053) männliche, 200 490(127 775) weibliche, zusammen 331319(358 833) Personen. Rechnet man dazu 131420(83 153) männliche, 315 795(203 434) weibliche, zusammen 447 215(291 592) Angehörige, so ergeben sich für die gesaminte A r b e i t e r b e v ö l k e r u n g 462249(319216) männliche, 516 285(331209) weibliche, zusammen 978 534(650 425) Personen. Nun wurde aber bei der Berusszählnng von 1895 (bczw. 1882) als G e s a ni m t b e v ö l k e r n n g Berlins fest- gestellt: 546 772(384 546) männliche, 279 639(190 607) weibliche. zusammen 826 411(575153) Erwerbsthälige und 223 367(172 090) männliche, 565 739(409 702) weibliche, zusammen 789 106(581 792) Angehörige, überhaupt 770 139(556 636) männliche, 845 378 (600 309) weibliche, zusammen 1 615 517(1 156 945) Personen. Es gehörten also zn den arbeitenden Klassen: von allen männlichen Erwerbthätige» 60.5(60,1) pCt., von den weib- lichen 71,7(67,0) pCt., von den männlichen Angehörigen 58,8(51,2) pCt., von den weiblichen 55.8(49,6) pCt., von der männlichen Gesammtbevölkernng 60,0(57,3) pCt, von der weiblichen 61,1(55,2) pCt, von der Berliner Bevölkerung überhaupt 60.6(56,2) pCt. Die Eutwickelung Berlins zur Arbeiter st adt hat, wie man sieht, in de» letzten 1>/- Jahr- zehnten nicht unerhebliche Forlschritte gemacht. Hirschberg sagt, die Vermehrung der Arbeiterklasse in Berlin sei, abgesehen von dem industriellen Ausschwung der Stadt, namentlich auch dadurch um den Leib geschnallt, mit vorgebeugtem Oberkörper die Kanäle entlang gezogen hat? Gedenkst Du, wenn der Festkuchen Deine Tafel ziert, auch derer, die ihn gebacken habe», die in den Tagen vor den Festen auch jetzt noch, trotzdem für den nolhdürsligsten Schutz gesorgt ist, wie die gehetzten Thiere frohnden müssen, um das Ueber- maß der Arbeit bewältigen zu können? Das ganze Jahr hindurch ist ihre Sonne eine qualmende Lampe, ihr Arbeitsraum ein glühendes Gesängniß, dessen verdorbene Lust in kurzem das Leben in ihnen zer- stört. Aber in den Festzeiten ist die Arbeit schier erdrückend, die Gesellen sehen dann tagelang kein Bett, und das Fest ist für sie keine Zeit der Erholung und Erheiterung, sondern die Gelegenheit, sich todtähnlichem Schlafe zu überlasse». Sieh Dir nur jedes Stück, womit man Dich erfreut hat, recht genau an, lieber Leser. Da das Album, es wird Gefänguißarbeit sein. Die Arbeitskraft der Sträflinge wird ja zn einem billige» Preis an Unternehmer verniiethct. Diese liefern die Znthate» in das Gesängniß, und der Gefangene, bei Erbsen. Bohnen, Kartoffeln und Wassersuppen schmachtend, in der trostlosen Zelle eingesperrt, cht bei Vermeidung strenger Disziplinarstrafen verpflichtet, die ihm aufgetragene Theilarbeit zu verrichten nnd dabei das vorgeschriebene Pensum zu erledigen. Ans diese Weise kommen die niedlichsten Sachen zu stand«, Papier-, Leder- nnd Blechwaaren und vieles Andere, was heute die Weihnachtstische ziert. So hast Du Dir den Weih- nachtsmann nicht vorgestellt. Nicht wahr? Die Anfertigung der immer»och beliebten Zinn- und Blei- soldate» kostet alljährlich viele» Arbeiter» Gesundheit und Leben, da es nichts Schädlicheres giebt, als die sich dabei entwickelnden giftigen Gase.— Die Spitzen anf der Robe jener Dame stammen von armen Spitzenklöpplerinnen des sächsischen Erzgebirges, die selbst kaum genug zu leben haben.— Das neue leinene Tischgedeck dort kommt aus Schlesien. Es ist von schlesische» Hauswebern gearbeitet, die sich erfolglos bemühen, mit de» Maschinen zu konkurriren und die gezwungen sind, um nicht ganz verdrängt zu werde», das weiße Gespinnst, die Frucht ihrer Tage und Nächte, um einen Hnngerlohn hinzugeben.— Und die gnädige Frau, die am Weihnachts- tag ihr neues Cape spazieren führt, gedenkt wohl kaum der armen Mäntelnäherin, die in unendlicher Mühsal, Tag nnd Nacht bei trüber Lampe über die Arbeit gebeugt. Stich a» Stich reiht, bis die Wangen cingesalle» nnd die Finger gekrümmt sind vom ewigen Nähen, und bis die Lebenskrast erloschen ist von der nie endenden Nervenanspannung! Dan» endlich das weite Gebiet der Spielzengfabrikation. Da giebt es keinen Stoff, der nicht zu bessere» oder billigeren Spiel- waare» verarbeitet würde, von Metall. Steinen, Elfenbein und Knochen angefangen bis zu Holz, Papiermaschee. Leder, Wachs und 25. DeMa 1897. begünstigt worden, daß die besser sttuirte Bevölkerung sich nach den Vororten bewegte, während andererseits im Osten neue, der Be- baunng erschlossene Stadttheile die zuziehende Arbeiterbevölkerung aufnehme» konnten. Man darf aber annehmen, daß bei einer Ein- verleibung der Vororte der Autheil der Arbeiterbevölke- rung von Großberlin nicht niedriger, sondern eher noch höher sein würde; denn die vorwiegend von Arbeitern bewohnten östlichen Vororte würden hier dem vornehmen Westen gegenüber den Ausschlag geben. Die ärztliche Untersuchung Berliner Gcnieindeschulkinder, die vor einigen Monaten nnt Genehmigung der Schuldeputation von einer A e r z t e k o»> m i s s i o» in 10 ausgewählten Schulen(Nr. 21, 35, 73, 91, 108, 133, 158, 177, 191, 193) vorgenomnien wurde, wird jetzt in der„Pädagogischen Zeitung" von Rektor O. Hintz sehr ab- fällig besprochen. Nach der Darstellung des Herrn Hintz sind die Untersuchungen in einer Weise ausgeführt worden, die uns allerdings geeignet scheint, diese für das Gedeihen der Schule unserer Ansicht nach überaus wichtige Sache eher zu schädige» als zu fördern. Unter- sucht wurde der körperliche und geistige Zustand solcher Kinder, die über 2Jahre in der 6.5. oder 4. Klasse saßen. In der von Herrn Hintz geleiteten 158. Schule(Mühlenstraße) wurde» 6 Schülerinnen der 6., 10 der 5., 19 der 4. Klassen, in, ganzen 35 ans zusammen 10 Klassen(deren Schülerinnenzahl 613 war) untersucht. Die unter- suchten Kinder der 6. und 5. Klassen waren 9—11 Jahre, die der 4. Klassen 11—13 Jahre alt. Unter den 35 befanden sich nach Ansicht der Lehrer 26 normale und nur 9, deren Leistungen oder sittliches Verhalten sie bisweilen als„psychopathisch minder- wfe r t h i g" erscheine» lassen konnte». Das Urlheil des unter- suchenden Arztes über mehrere dieser nenn wich von dem der Lehrer ab. Namentlich bezeichnete der Arzt ein nach den Beobachtungen der Lehrer schwach begabtes Kind als normal und ein anscheinend nur gering schwachsinniges Kind als in höherem Grade schwachsinnig. Ferner wurde» aus den 26 nach dem Urlheil der Lehrer normalen Kindern von dem Arzte noch 7 als schwachbegabt bezw. in geringem Grade schwachsinnig bezeichnet. Hintz macht für das Zurückbleiben dieser 7 andere Ursachen verantwortlich, die der Arzt über- sehen habe: häufige Umschulungen, längere Schulverfäumnisse, Krank- heite» und dergleichen mehr. Diese die Schularbeit und dadurch die Leistungen der Kinder beeinflussenden Verhältniffe, sagt er, treten natürlich iu» Osten der Stadt, der eine große Ar- beiterbevölkerung aufweist, ganz besonders hervor und müssen bei Beurlheilung der Leistungen der Schule berücksichtigt werden. Von den 7 Mädchen mußten 2 wegen Erkrankung und allgemeiner Körperschwäche längere Zeit fehle». Umgeschult wurden 3 dreimal, 1 viermal, 1 siebenmal. Schlecht ernährt waren 5, mit gewerblicher Arbeit beschäftigt 2 Kinder. 1 Kind schien durch Rachenivucherunge» in seinem Auffassungsvermögen beeinträchtigt zu werden. Man sieht, wie auf mehrere Kinder gleichzeitig verschiedene Umstände nachtheilig eingewirkt habe»; zum Beispiel waren die beiden gewerblich be- schäfligten Mädchen auch schlecht ernährt und zugleich die eine viermal, die andere siebenmal umgeschult worden. Hintz tadelt, daß die U n t« rsnchu n g en zu kurz— jede dauerte etwa fünf Minuten!— und zn un sorg fältig ge- wesen seien. Meist sei weder Alter, noch Klasse, noch Jndivi- dualität berücksichtigt worden. Die Fragen seien theils zu leicht, theils zn schwer, theils ganz ungeeignet gewesen. Als Proben führt er an: ans dem großen Einmaleins i» der 5., aus dem kleineu in der 4. Klasse(!). Als Kuriosum sei erwähnt, daß zur Prüfung der Intelligenz auch die Frage vorgelegt wurde, wo der Kaiser wohnt. Hintz sagt, von den Lehrer» nnd Rektoren anderer der in betracht komiuenden Schule» werde der Werth dieser Untersuchungen ähnlich beurtheilt. Er v e r l a» g t von den u n t e r s u ch e n d e n Aerzten außer psychologischer und psychiatrischer Schulung namentlich eine gewisse pädagogische Bildung und leidliche Vertrautheit mit der Unterrichtsmethode. Das sei aber in der Regel nicht bei ihnen zn finden, darum feie» sie auch in der Regel nicht be- fähigt, die Intelligenz der Schuljugend zn prüfe». Man wird Herrn H. beistimme» können, wenn er schließlich zu dem Urtheil kommt, die Prüfung der Intelligenz sei allein Sache des Lehrers. Er verwirft aber, entschieden zn weit gehend, auch die körperlichen Untersuchungen durch Aerzie, da auch diese nur oberflächlich fein könnte». Dagegen empfiehlt er die Beachtung des Gesundheitsznstandes durch die Lehrer, Führung von Gesundheitslisten und nur in Ausnahme» fälle» Anregung einer ärztliche» Untersuchung. Ter Weihnachtsabend begann gester» sehr früh. Bereits in der elften Morgenstunde zog sich ein schwerer, schmutziggelber Nebel-! dunst über den Häusern zusamnie» und hüllte die Stadt in triste, tiefdunlle Dämmerung. Jedermann erwarlete in dieser ungeivohnten Finsterniß, daß das„Städtische Erleuchtungswesen" sich der Situation gewachsen zeigen würde; aber die Hoffnung wurde ge- täuscht. Die Köpfe der Straßenlaternen blieben so dunkel als ob! sie freistnnige» Stadtväteru gehörten. Um so greller strömte der Lichterglauz aus den hell erleuchteten Schaufenstern hervor, hinter denen Kautschuk. In der Spielwaarenfabrikation marfchirt Deutschland an der Spitze aller Länder der Erde; aNein ins Ausland werden jährlich für über 40 Millionen Mark verfrachtet. In Berlin, in Nürnberg, in Württemberg, im sächsischen Erzgebirge, i» Oberammergau werden Spielsachen gefertigt, von de» feinsten und thenersten bis zu den billigsten Stapelartikeln. Aber die Thüringer Spielwaaren-Jndnftrie, die namentlich in Sonneberg und den umliegenden Walddörfcrn ihre» Sitz hat. steht an der Spitze von allen. Dies wenigstens in der Menge und Mannigfaltigkeit des dort verfertigten Spielzeugs. Fragt man jedoch»ach den Mensche», die alle die bunten Herr- lichkeiten zusammen sägen und schnitzen, kleben nnd malen, dann find im weite» Deutschen Reiche kaum Arbeiter zn finden, die»in gleich jammervolles, so zwischen Hunger, Kummer, Arbeitslosigkeit und� fieberhafter Ueberarbeit hin- und hergeivorfenes Leben zu führen ge- »öthigt wären, wie die Spielwaarenverfertiger auf dem Thüringer Walde.„Wenn ich mit dem Exekutor komme," sagt der Sonneberger Bezirksvorstand von ihnen,„dann finde ich öfters die Mutter den Kindern die Wäsche machen, während die Kleinen sich nackend anf. dem Boden wälzen; sie haben eben»ur ei» Hemd, das gerade für den Sonntag rein gewaschen wird. Die Alte» sind schon besser daran, die haben zwei Hemde», eins auf dem Leibe und ei»S auf dem Zaun". Das Spielwaarengeschäft geht nicht ununterbrochen fort. Bon Ende November bis Anfang März herrscht fast vollständige Arbeits- losigkeit, die erst gegen Ostern langsam zn weichen beginnt. Diese Wintermonale sind schrecklich im Oberland. Erst vom Mai ab werden größere Aufträge an die Hansindustriellen abgegeben. Die Saison belebt sich und erreicht ihren Höhepunkt in den Sommer- inonate» August und September. Nach der Leipziger Herbstmesse, wenn die eiligen Bestellungen kommen und aus Amerika die telegraphi- scheu Nachbestellungen sich jagen, dann werden oft mehrere Nächte durchgearbeitet; man kommt gar nicht aus de» Kleidorn und gönnt dem fieberhast erregten Körper kaum einige Minuten Ruhe. In einem elenden Mansardenstübchen wurde ein altes Mütterchen ge- troffen, die sich täglich um drei tthr früh erhob»nd bis nachts m» eins arbeitete. Ihre gekrümmten Finger zuckten mechanisch in den gewohnten Arbeitsgriffen, während sie sprach. Und dabei ei» Einkommen, daß ei» Kaufmann versichern konnte. er habe wiederholt Trommelschlägel billiger gekauft als um de» Holzpreis; die Leute feie» bei solche» Preisen auf den Holzdiebstabl angewiesen.— Trotz der frische» Waldluft, die der Wind in die Sonneberger Gassen weht, sind die Leute matt und siech, schauen trüb und übernächtig aus. Die Haltung gebückt, der Brustkorb flach, die Statur klein: das ist die Rasse der Spielwaarenmacher auf dem Thüringer Wald. Und f», deutsches Kind, steht der Weihnachtsmann aus i bi« 0va»z gerechnet»vird, eine andere schivärmt von dem „prachtvollen" Knochenfleisch eines ziveite» Schlächters. Und um diese geringen Vortheile, die sich auf ganz»venige Pfennige belaufen, konnucn die Frauen stundeniveit gelause».— Das erzählt»vohl genug von dem Elend dieser, für,, die. das Knochenfleisch eine Deli- lalessc ist.-- Fliegende Klassen. Die sogenannten„fliegenden Klassen" sind ei» Uebelftand, dessen»nöglichste Einschränkung dringend zu»vünsche» ist, soll derselbe nicht zu einer dauernden Einrichtung»verde». Nach den» Bericht vom 1. April d. I. gab es in Berlin 3647 Gemeinde- Schnlklassen. von denen indessen nur 3550 eigene Schulräume besitze», die verbleibenden sind„fliegende Klassen". Besonders stark vertreten sind diese auf dem Gesundbrl»»nen. Um nun hier für die nächste Zukunft die Zahl der„fliegenden Klassen"»nöglichst einzuschränken, ist die städtisch« Schuldeputation von Interessenten anfgefordert ivorden. ans dem Gesundbrunnen ein sür Schnlzivecke geeignetes Miethshans zu pachten. Tic Schwimmhalle der städtischen Volks-Badeanstalt an der Schillingsbrücke»vird von» 3. Ja»»»a»: 1898 ab zunächst versuchsweise auf ein halbes Jahr an j e d e n» M o n t a g a u ch A b e n d s s ü r Frauen und Mädchen gegen Entrichtung des tarifmäßigen Eintrittsgeldes offen gehalten. Die Badezeiten in» Schivimmbad sind für die Montage demzufolge anderweit wie folgt festgesetzt: A) für »veibliche Personen S'/2—12 Uhr vormittags, 6'/« bis S'/e Uhr abends; l?) sür män»>liche Personen im Winterhalbjahr von 7 Uhr. in» Sommerhalbjahr von 6 bis 9'/, Uhr vormittags und von 12 Uhr mittags bis 6>/s Uhr abends. Kasscuschluß jedesmal eine halbe Stunde vor Ende der Badezeit. Die„Lnuge" dcS Nordens, der Humboldthain, droht zu verrußen. Die Passanten und Besucher des Hains»verde»» von dem fliegenden Ruß aus den Schornsteinen der Allgemeine» Eleklrizitäts- Gesellschaft arg belästigt. Die Parkdepntation soll»un Abhilfe schaffe», iuden» sie als Nachbar».» der Gesellschaft beim Polizei- prästdiuin Beschiverde führen soll. Ob es etivas nutzen»vird? Der Kampf der Gasttvirthe gegen das Kannenbicr nimmt eine verschärfte Form a». So hat der Verein der Gastivirthe von Weißensee den Beschluß gesaßt, alle Kaufleute,»velche»iiit Kannenoder Krugbier handeln, öff-ntlich bekannt zu geben.— Was haben die Gastlvirthi daraus, daß sie für ihre Konkurrenten noch Reklame machen? Von eiuem Massenstreik der Banarbeitcr» welcher im koinmendeii Frühjahre zum Ausbruch komme» soll,»vissen bürgerliche Blätter gruselige Dinge zu erzählen. Das Ganze ist ein tendenziöses WeihnachtSinärcheii der innungsineisterlichen„Bangeiverks-Zeitnng", »velches ein skrupelloser Reporter den Tagesbläller» als„Aller- neuestes" aufgetischt hat. Ucber den WeihnachtSnmsah der große» Waareuhiiuser bringt der„Confectionär" eine interessante Zusanunenstellung,»velche das Geschäft i» der Woche vom silbernen bis zuin goldenen Sonntag betrifft. Danach»vurden i» den im Zentrum der Stadt gelegenen Waarenhänsern die höchsten Uinsätze erzielt. Daselbst»vurden Tages- «innahmen von 115 000 M., 90 000 M. und an keinen» Tage»veniger als 60 000 M. erzielt. Im Westen der Stadt betrugen die Tages- einnahmen 93 000 M., 75 000 M. und 60 000 M.; Einnahmen von 10—15 000 M. hatten eine große Anzahl Firmen täglich. In den Anßenstadttheilei» des Nordens, Ostens und Südens haben einzelne große Häuser Einnahmen bis zu 48000 M. gehabt, während die sonstigen sreßsrÄ, Firmen durchschnittlich täglich 6—10 000 M. ein- nahmen. Dabei sollte sich das Hauptgeschäft erst in dieser Woche abivickeln, fodaß es de» Anschei» geivinnt, als ob das diesjährige Geschäft besser ausfallen»vird, als>»» vorigen Jahre. Anf kuriose Weise versucht man, den» Volke die„Religion zi» erhalten", lieber die Aufführung von Bühnenstücken biblischen Inhalts ist den Regiernngspräsidenten von de» Minister»» des Jniiern und der geistlichen»c. Angelegenheiten jetzt»vieder folgende, den Ortspolizeibehörden zur geivissenhaftesten Stach- achtung übermittelte Verfügung zugegangen.„Ans Anlaß eines Einzelfalles sehen»vir uns beivogen. unsere» Rnnd-Erlaß vom 3. Oktober l87S,»vonach die öffentliche Ailfführung von Theaier- stücken,»velche Gegenstände ans der biblischen Geschichte behandeln, grundsätzlich als unzulässig zu erachte» ist, in Erinnerung zn bringen. Aus« ahmen von dieser Regel können mir»mier besonderen Umständen,»venn gegen den Inhalt des Stückes und die Art der Ausführung keine Bedenken obivalten, ge- stattet werden. Die Ausnahmen können»mr auf ein be- stimmtes Theater, auf eine bestimmte Gelegenheit oder in anderer Weise eingeschränkt»verde» und bedürfen unserer ausdrückliche» Zn- stiinunliig,»velche in de» dazu geeignete»» Fällen mit gutachtlicher Aeußerung»n»d linter Beifügung des Textes»nd einer Inhalts- angabe des Stückes einzuholen ist." Deulschlands Dichter haben mithin strikte Ordre, die Bibel links liegen zn lasse»». Ob vo» ihnen Ordre parirt»vird?— Zwecks Umwandlung des Pserdebahnbetriebes»n einen elektrischen soll die Große Berliner Pferdebahn- Gesellschaft, wie uns eine Korrespondenz meldet, am 3. Januar mit der Anbringung der oberirdischen Leitung beginnen»vollen. Spätestens Milte nächste» Monats dürste dann der elektrische Betrieb aus den Linien Alexander- platz— Schönebcrg und Dcnnninerstraße— Kreuzberg aufgenommen »verde». Als dritte elektrisch betriebene Linie»vird alsdan» die Ringbahn im Frühjahr 1893 folgen. Viehseuchen. Unter dem Rindviehbestande ans dem Grund« stücke Marthashof, Schivedterstr. 37/40, ist die Manl- und Klauen- seuche und uiiter dein Geflügelbestande der Gebrüder Herrenfeld auf dem Grundstücke Königstr. 32 die Gcflügelcholera ausgebrochen. Ter Generalkonsul Schönlank ist an, Donnerstag Abend inr Alter von 84 Jahren gestorben. Schönlank ist bekannt durch seine werthvollen Spenden an den hiesigen Zoologischen Garten und durch die Unterstützungen, die er geographischen u>»d ethnologischen. Forschungen hat zu theil»verde», laffen. Sechs Fiaker, die den» öffentlichen Verkehr dienen sollen »vnrdcn gestern den» Kommissar für das öffentliche Fuhrivesen vor- geführt»»»d erhielten den obligaten Stempel. Wenn sie in Dienst gestellt werde», ist noch nicht bekannt. Standplätze hat ihnen die Polizei noch nicht migeiviesen. Beschwerde über Polizeibcamte. Der Ehemann der ange- klagten Frau, deren Strafsall»vir gestern unter der Spitzmarke: „Was«iner anständigen Frau in Berlin passire» kann" verössent- lichten, hat nunmehr den Vertheidiger seiner Ehefrau, Rechtsanivalt Leopold Meyer, beauftragt, über de» Schutz»»»»»», der die Frau zur Wache sistirt hat, als auch über de», Polizeibeamten, der ihn auf der Wache mit de» Worten hiiiausgeiviesen hat:„Scheereu Sie sich hinaus oder ich lasse Sie einsperren!" Beschiverde beim Königlichen Polizei-Präsidinn» zu führen.— Was dabei wohl herauskommen mag?� Au die Unrechte gerathe» ist Donnerstag Nacht einer jener Roivdies,»velche sich einen Sport daraus machen, alleingehende an« ständige Mädchen nnf der Straße zn belästige». Als die Artisti» Fräulein Wally Valtoni nach Mitternacht in ihre in der Linienstraße gelegene Wohnung zurückkehren»vollte,»vurde sii- bei»»» Passiren der Alten Schönhauserstraße voi« einein jungen Burschen angesprochen»»nd, als sie auf die unfläthigen Redensarten deS Menschen keine Antivorl gab, auf Schritt und Tritt verfolgt. An einer besonders einsamen, inenschen- leeren Stelle der Linienstraße machte der freche Patron den Versuch, seine» Zärtlichkeiten handgreiflichen Ausdruck zu verleihen. Das»var denn doch der belästiglen Künstlerin zuviel. Mit einen» klinftgerechten Griff, der ihr ans ihrer Praxis als Gyinnastikerin und Athletin ziemlich geläufig ist, faßte sie den Burschen ins Genick, schleuderte ihn zn Boden und bearbeitete, als sie der Feigling in den Finger biß, sein Gesicht mit regelrechten Borerstößen. Der eigen- artige Kamps hatte eine Menge des in jener Gegend besonders zahl- reiche» Gesindels herbeigelockt, das sür de» Roivdy Partei nahm und sich auf die sich mnthig gegen die Ueberinacht vertheidigende Artistin stürzte. Es»väre Frl. B. zuletzt doch noch schlecht ergangen, wenn nicht endlich ei» Wächter auf der Bildfläche erschiene»»väre, der die Kämpfenden trennte»nd untei: dessen Schutz Frl. V. ungehindert ihr« Wohnung aussuchen konnte. Ter Drang nach Freiheit hat eine Uiit-rsilchungS-Gefangene beivoge». eine verivegene Flucht zur Ausführung zu bringe». Als gestern Morgen eine der im vierten Stock gelegenen Zellen des Weiber-Gefängnisses in Moabit geöffnet wnrde, zeigte es sich, daß sie leer war. Das nur etiva zu zivci Drittel seiner Höhe»ach ver- gitterte Fenster»var geöffnet und ein daran befestigter, anS zerrissenem Bettzeug hergestellter Strick beivies, anf welch« Weise die Flucht beiverkstelligt»vorder,»var. Die Gefangene hatte sich zunächst ans das Dach des MaschinenhauleS hinabgelassen und von dort aus, sich an den» Blitzableitcrdraht an- klainniernd, de» Erdboden erreicht. Sic muß dann eine der Thiiren, die»ach den» Hofe führen, geöffnet geslliiden und durch das bis 10 Uhr unverschlosse» gehaltene Hauptportat des Krinrinalgerichts- gebäudes die Straße gewonnen haben. Da zivischen 9 und 10 Uhr sich die Reine», achesrmien entf-rnen. hat der Pförtner der einzelne» Person keine Aufmerksamkeit geschenkt. Die Neniter-Konimissio» der Krankenkassen veranstaltet zu einen»»vohlthätigen Ziveck morgen Sonntag(2. Weihnachts- Feiertag), mittags 12 Uhr, eine große Matinee in» Reichs- h a ll e n- T h e a t e r. Der Eintrittspreis beträgt für Entree, Parquet oder Balkon 30 Pf., für Logen 50 Pf. ä Person. Billets sind an der Kasse zu haben. Tic öffentliche Versammlung, welche sich mit den sitten- polizeilichen Zustände» befasse,» soll, findet am 9. Januar niiltags 12 Uhr im Konzerthaus, Leipzigerstr. 43, statt. Als Redneri»» tritt Fräulein Dr. zur. Augspnrg ans. Fciicrbcricht. Donnerstag Abend 9 Uhr e»lsta>»d En g el-U fcr 16 ein Zimmerbrand, der verschiedene Möbel und Betten zerstörte. Freitag früh 4 Uhr kau, R e i ch e n b c r g e r st r. 142 in der Tischlerei einer Jnstrnmcntenfabrik Fener aus. das die Wehr längere Zeit beschäftigte. Um 9 Uhr erfolgte Alarm nach Lützoivstraße 45. Hier»var in einem im Keller besindlichen Spielwaarengeschäst Fener ansgekonunen. Kurz nach 6 Uhr mußte ein Löschzug nach Neu« Höchste. 44 ausrücken. Veranlassung»var dic in Brand gerathene Balkenlage unter einer Kochmaschine. Eine Stunde später nnißle A d o l f s't r. 3«in in Flamme» stehender Posten der Papier ab- gelöscht werde». Der Borstaud der SanktStSwache Nr. IS, Stcgliherstr. 60, hat in semer letzten Sitzung die Vereinigung semer Mache mit der Unfall- station XV beschlossen. Demzufolge wird diese Station Ansang Januar den Tagesdienst in den bisherigen Räilmcn der SanitiitSwache übernehmen, während die letztere den Nachidienst daselbst fortfetzt. Für die Leitung der Unsallstation ist Herr Dr. Bmderhos gewonnen worden. Berliner Aquarium. In der Schlangengalerie ist alS neuer Ankömmling eine indische Riesenschlange aufzuführen, die aus der Sammlung der durch ihr früheres Auftreten in Castau's Panoptikum bekannten Miß Salambo stainmt und unter ihren Käfiggenossen durch das hellere Kolorit auffällt. In Schönheit der Färbung und Zeichnung wird sie, wie alle Riesenschlangen der alten Welt und Ainerika's, übcrtrosien durch eine in zwei Ercmplaren ihr gegenlibcr»intcrgcbrachte australische Vertreterin dieser Gruppe, eine Rautcnschlange(Moielia), die eine der schönstsn Schlange» von Australien darstellt»nd overseitS anf braunem Grunde uiit gelben Rauten und Tüpfeln geschmückt, unterseits hellgelb mid schtvärzlich gebändcrt oder gefleckt ist. Die gern In» Waffer sich aufhaltende Schlange verzehrt in» Aquarium Meer- schiveinchen und ähnliche Warmblüter. Ganz anders ist die Nahnmg eines in drei Exeniplgren aus der rechten Seite des Schlangengnngcs unter» gevrachten, fast V2 M«ter langen tsterfüstigen Itann und orangeroth gefleckten Reptils, der äußerst werthvollen Krustenechse aus Westmexiko; obgleich dieses Thier, die einzige wirklich giftige Eidechse der Welt, im stände ist/ durch einen Biß kleinere Thier-(Vögel, Frösche jc.) zu tobten, nährt sie sich hier nicht von solchen, sondern lediglich von rohen Eiern, deren Inhalt es ausleckt. Treptow- Sternwarte. Am ersten Weihnachtsfeiertag erscheint im Veobachtungsprogramm der Treptow-Sternwarte wieder der Mond, der von 4— 5 Uhr nachmittags zu sehen ist. Am zweiten Feiertag ist der Mond bereits von 4—6, am dritten von 4— 7>/z Uhr zu sehen und bleibt immer länger sichtbar, so daß er vom 36. Dezemb. bis zum 4. Jan. von 4—12 Uhr nachts mit dem Riesen-Fernrohr beobachtet werden kann. Durch das Er- scheinen des Mondes wird die Beobachtung des Orion-Nebcls vom 2g. Dezember an gestört, so daß dieses wunderbare Nebelgestirn in seiner vollen Schönheit nur noch bis zum 29. Dezember von 8—12 Uhr nachts mit dem Riesen- fernrohr beobachtet werden kann. Schon vor Sonnenuntergang, von 2—4 Uhr nachmittags, können im Riesenfernrohr Doppelsterne gesehen werden. Am 1. Weihnachts- und Neujahrs- Feiertage halt Herr Direktor Archenhold nachmittags 5 Uhr einen Vortrag mit Lichtbildern über„Die Bedeutung der Nebelsiecke", am 2. Weihnachts- und Neujahrs- Feiertage nachmittags 6 Uhr lautet das Thema des Vortrags„Die Bewohnbarkeit der Welten". Im Urania> Theater, Jnvalidenstraße(Lehrter Stadtbahnhof) wird am zweite» Feiertag, abends 8 Uhr, Herr Dr. Alfted Köppen den Vortrag „Eine Wanderung durch Pompeji" unter Vorführung zahlreicher farbiger Lichtbilder zum 16. Male wiederholen. Am dritten Weihnachts- Feiertag wird nachmittags 5 Uhr Herr Prof. Max Schund- Aachen über„Venedig mnd seine Kunstschätze" sprechen. Die Vorstellung findet zu ermäßigten Preisen statt. AuS den Nachbarorte». Ten Parteigenossen Von Charlottenbnrg zur Nachricht, daß om Sounlag, dem zweiten Feiertage, im Lokals Bismarckshöhe, Wiliusrsdorferstr. 39, ein Konzert mit Tanz stattfindet, dessen Besuch der Arbeiterschaft hiermit empfohlen wird. Eintrittspreis 30 Pf.. Programm unentgeltlich an der Kasse. Der Ueberschuß kommt dem Reichstagswahl-Fonds zu gute. Die Bertranensleute. Eine nette Bescherung haben die Charlottenburger Wasser- werke den Bewohnern des Haufes Margarelhenstraße Nr. 8 zu Groß-Lichterfelde bereitet. Dieses Grundstück gehört einein Bau- meister Schmidt, dessen Besitzungen nach und nach in gerichtliche VerwaUung gekommen find. Für jedes seiner neben einander liegenden Häuser hatte der Baumeister eine Wasseruhr stellen müsse», für das letzte, Margarethenstrabe Nr. 8, stellten die Wasserwerke sie selbst mit der Bedingung, daß Schmidt dafür monatlich 20 Mark bezahle. Da nun aber der gerichtliche Verwalter diese 20 Mark nicht weiter bezahlen will, so kam vor einigen Tagen in aller Frühe ein Beamter der Wasseriverk« und sperrte die Leitung. Di« Bewohner des Haufes haben seitdem nicht einmal mehr Kaffeewasser. Ans eine Anfrage bei der Inspektion der Werke erwiderte diese:„Es giebt nicht eine» Tropfen mehr!" Und den Bewohnern der Nachbarhäuser wurde ebenfalls sofortig« Sperrung angedroht, wen» sie den Gesperrten etwa Waffer abgeben sollten. Einen Brunnen aber hat das Grundstück überhaupt nicht; es ist also vollständig ohne Wasser, die Klosets nicht ausgenommen. Die Polizei ist gegen diese Zustände machtlos; denn die Charlottenburger Wasser- werke sind nach ihrem Vertrage mit der Gemeinde allmächtig und können thun und lasse», was sie wollen. Einen Arbeitsnachweis flir ungelernte Arbeiter beabsichtigt der Charlottenburger Magistrat zum 1. April n. I. einzurichte». Das neue Amt soll dem Gewerbegericht unterstellt werden. Die Genossen von Lichterfelde-Lankwitz werden daranf auf- merksa», gemacht, daß das Restaurant Löwendorf, Lankwitz. Viktoria- ftraße-Bahnhof. von jetzt ab zu allen Versammlung«» zu haben ist. Mheakev. SchanspielhanS.„Mutter Thiele" heißt da? neue Schauspiel, mit dein am Donnerstag Herr L' A r r 0 n g e ins Schauspielhans einzog. In früheren Jahren war es Brauch, daß die weihnächt- lich« Zeil unter der Berliner Novitätenhetze weniger litt. Jetzt duldet die wüste Premibrenjagd kein« Pause mehr. Die Geschäfts- spekulation hat das Thealer zu völliger Entartung geführt. Das Theaterwesen ist der Haiiplsache nach Fabrikarbeit geworden. Den Fabrikstempel L'Arronge suchte der Autor in feinem „Charakterbild" diesmal z» verbergen. Er meinte als Hoftheater- Man»„Probleme" lösen zu muffen und wurde dabei ledern, ach! so ledern! L'Arronge, der Mann miverfälschten kleinbürgerlichen Be- Hageiis, will urplötzlich i» einem herben Familiendraina gegen die engherzige Bornirtheit kämpfen. Warum gerade er, der so oft gepredigt hat: Schuster bleibe bei deinein Leisten, Hochmuth kommt vor dem Fall und was dergleichen wohlfeile Gasseinveisheit mehr ist? Diese Mutter Thiele ist eben zum Verzweifeln bornirt, so bornirt, daß kaum ein ernster Konflikt möglich ist. Daran scheitert das Stück. Es mag'S keiner glauben, daß sich anständige u»d erwachsene Menschen die größte Mühe gebe», um so unheilbaren Idiotismus mit Gründen oder mit Liebe zu bekämpfen. Mutter Thiele ist nämlich Wittwe und hat einen höchst begabten Sohn, der Mediziner geworden ist. Vom Vater innsi der Junge das Genie geerbt haben. Mutter Thiele in ihren« Krelinismus martert nun den Sohn,»nd der Autor ivill uns glaube» mache», daß ein hochstrebender Mann all das Häßliche und Niedrige ertrüge, ohne sich loszureiße». Mutter Thiele keift, iveil der Sohn ein Studirter ist; Mutter Thiele haßt nämlich alle Akademiker, die Fremdwörter und die Zeitungsschreiber. Mutter Thiele keift, als der Sohn ein junges Mädchen ans adligem Hans«, das er rechtschaffen liebt, heirathen will; und Mutter Thiele de- »iiinnt sich in dem Hanse der zukünftigen Schwiegereltern ihres Sohnes, wie eine boshafte Aesfin. Keine Charaktereigenschaft, keine Farbe; Müller Thiele ist eben„tück'sch", wie die Sachse» sagen. Als der Sohn nun«»dlich doch Bernniist annimmt und sich 00» der Mutler Thiel«, um kindischer Greisenhaftigkeit nicht sein Dasein zu opfern, lossagt: da wird die Alte in ihrer Ver- lassen heit plötzlich gularlig. Sie sieht, ganz wider ihren frühreren Idiotismus, plötzlich ein, daß Söhne von dreißig Jahren ei» Selbstbesiimmungsrecht habe» und sie— vergiebt. Die gute Mutter Thiele! Der erste Akt wurde mit eisigem Schwelgen ansgenoinmen; lm ziveite» Akt brachte Herr Vollmer in der Rolle eines pensionirten Kaiizlisteii, der gerne hernmschinarotzt und an frische» Feigen sich de» Magen überladen hat, ein bischen Lnstigieit in die trübselige Einförmigkeit, sodaß ivenigstens ein paar Dntzend Menschen tlaischlen; und zum Schluß ivare» die Genügsamsten froh, daß die Geschichte wenigsteiis so gut ausgegangen war. Und wie quälte sich die komische Kinisllenn Frau S ch r a 1»»1, ans ihrer Mutter Thiele ein ernstes Charakterbild zu schassen. Das Rcsidenz-Thcatcr hat es zu Weihnachten besser getroffen als das Hostheater. Es hat seine» Weihiiachtserfolg mit der Pariser Posse„Sein Trick" von Valliores und Mars. Sie ist nicht viel anders, alS die anderen dieser Pariser Schwänke. Nur der Grimdeiiifall ist lustiger n»d er beschränkt sich nicht auf die ausschließliche Schablone vom betrügenden oder betrogenen Ehegatte». Ei» geriebener Portier hat den Einfall, durch anonyme Briefe, in denen er Herrn X. oder Frau D. eine Aufklärnng über die Gattin oder de» Gallen verheißt, die Leute in feine Wohnung zu locken. Er will kein Unglück stisten. Kommen die Gimpel, so erklärt er die Angelegenheit für einen Jrrlhuin und natürlich sind die Irregeleitete» froh und t r i» t g e l d b e r e i t. Ums Trinkgeld dreht sich der ganze Kniff, ans dem sich wieder die Posse ausbaut, die viel Lache» hervor» rief.— Wochen-Spielplan der hiesigen Theater. Freie Volksbühne. Heute Nachmittag 3 Uhr iin Lessilig-Thcater III. Abtheilung(blaue Karten) „Jugend", ein Liebesdrama in 3 Aufzügen.— Künigl. Opernhaus. Sonntag, 26.: Hänsel mid Gretcl. Die Puppenfee. Montag, 27.: Undine. Dienstag, 28.: Bajazzi. Cavalloria. rusticana. Mittwoch, 29.: Fidelio. Donnerstag, 36.: Undine. Freitag, 31.: Mignon. Nachm. 4 Uhr: Kinder- Vorstellung. Hänsel und Bretel. Die Puppenfee. Kleine Preise. Sonn- abend, 1; Auf Allerhöchsten Befehl: Ouverwre Surhanthe. Hosterwitz.' Der Freischütz. Anfang 7 Uhr. Sonntag, 2.: Der Prophet. Anfang 7 Uhr. Montag, 3.: Die Meistersinger von Nürnberg. Anfang 6% Uhr— Schauspielhaus. Sonntag:„Das neue Weib". Montag: „Mutter Thiele", Dienstag:„Der G'wisienswunn". Mittwoch:„Mutter Thiele". Donnerstag:„Die Jungfrau von Orleans". Freitag:„Mutter Thiele". Sonnabend:„Das neue Weib". Anfang 8 Uhr. Sonntag:„Ein Sommernachtstraum". Montag:„Maria Stuart".— Neues königl. Opern-Theater. Sonntag:„Der Verschwender". Montag:„1812". Dienstag, nachm. 3 Uhr:„Wallenstem's Lager".„Die Piccolomini." Mittwoch, nachm. 3 Uhr: Wallenstem's Tod". Freitag:„Der Verschwender". Anfang 7 Uhr. Sonnabend:„Rosenkranz und Güldenstern". Sonntag: „Die Gcierwally".— Im Deutschen Theater ist der Spielplan für die Weihnachts- Feiertag« nebst den darauf solgenden Tagen der kommenden Woche folgendermaßen festgesetzt: am Sonnabend Nach- mittag„Hamlet", abends„Mädchentraum", Sonntag Nachmittag„Einsame Menschen", abends„Jugeiidfreunde", Montag Nachmittag„Die versnnken« Glocke", abends„Mädchentraum", Dienstag„Die Weber", Mittwoch„Die versunkene Glocke" mit Agnes Sorma und Josef Kainz, Donnerstag „Mädchentraum", Freitag, am Svlvesterabend,„Jugendfreunde", Sonn- abend, am Neujahrstag Nachmittag„Die versunkene Glocke", abends „Mädchentraum", Sonntag, den 2. Januar, nachmittags„Mutter Erde", abends „Mädchentraum".— Das Lessing-Theäter bringt nunmehr am Donnerstas der nächsten Woche die erste Aufführung des neuen dreiaktigen Lustspiel! „Im weißen Röß'l" von Oskar Bluinenthal und Gustav Kadelburg, das sodann am Sylvestcrabend, am Reujahrstage und am Sonntag den 2. Januar wiederholt wird. Der Schwank„Hans Huckebein" wird an allen drei Weihnachtsfeiertagen und am Mittwoch der nächsten Woche zur Aufführung kommen, während Philipp Langmann's Drania„Bartcl Turaser" für Dienstag auf den Spielplan gesetzt ist. Als Nachmittags-Vorstellmig wird am zweiten Weihnachtsfeiertag sowie am Neujahrstag„Hans Huckebein" gegeben.— Im Berliner Theater geht in der nächsten Woche„In Behandlung" Dienstag, Donnerstag, Sonnabend in Szene,„Faust" II. Theil Montag abends,„Renaiffance" nachmittags.—„Dornröschen" wird Dienstag, Milt- ivoch, Donnerstag, Freitag, Sonnabend und Sonntag nachmittags gegeben. Die Premiere von Felix Philippis Schwank„Die Wunder- quelle" findet Mittwoch, den.29. Dezember statt und wird dieses Stück am Freitag und Sonntag wiederholt. Diesen Sonntag Nachmittag„Mein Leopold", abends„In Behandlung".— Im G 0 e t h e- T h e a t e r ist für die nächste Woche folgender Spielplan festgesetzt:„König Krause" wird Donnerstag, Freitag und Sonntag,„Ein Sommernachtstraum" am Montag und Sonnabend,„Das Haus des Majors" am Dienstag gegeben, Mittivoch„Die Journalisten". Als Nachmittags- Vorstellungen gehen in Szene:„Aschenbrödel" am Montag, Mittwoch und Sonnabend,„Des Meeres und der Liebe Welleu" am Sonntag. Diesen Sonntag, nachmittags„Die Journalisten"; abends„König Krause". — Im Belle-Alliance-Thcater beherrscht„Der Bräutigam" auf Probe" den�Spiclplan der Festwoche. Der heitere Schwank Ivird fünf- mal, nämlich am 2. und 3. Feiertag, ferner Donnerstag, Sylvester und Sonntag, 2. Januar gegeben.„Romeo und Jnlia" kommt am I. Feiertag zur Aufführung und wird Mittwoch wiederholt.„Das Glas Waffcr" geht Dienstag in Szene, und als Nachmittags-BvrsteNimg sind„Die Brautfahrt", „Weihnachtszanber" und„Die Grille" für die 3 Feiertage angesetzt. Am Neujahrstage wird das Benedix'sche Lustspiel„Die relegirtc» Studenten" zmu ersten Mal gegeben.— Das Rcpcrtoir für die Weihnachtswoche gestaltet sich im Ostend-Theater folgendermaßen; Somiabend Nachmittag„Christin- chen", Sonntag Nachmittag Gastspiel von Gust. Beck:„Die Waise aus Lowood", Montag Nachmittag„Berlin wie es weint und lacht" mit Karl Weiß als Ferdinand. Die Abend- Vorstelliuigeil von Sonnabend und der ganzen künftigen Woche bestehen aus dem Klein'scheu Volksstück„Leben und Lieben". Am Neujahrstage Nachmittag gelangt„Christinchen", am Sonn- tag, den 2. Januar„Berlin wie es weint und lacht" zur Aufführung. Jeder Besucher der Feiertags- Abend- Vorstellung erhält ein hübsches Souvenir gratis. Direktor Karl Weiß hat den Besuchern des Ostend- Theaters einen Abreißkalender in hübscher Ausstattung, verbunden mit einer größeren Anzahl von Vorzugsbillets gewidmet. Das ansprechende Geschenk ist durch alle Papier- und Buchhandlungen zu beziehen.— Im Friedrich Wilhelm städtischen Theater ist das Repertoir für die Weihnachts- Feiertage folgendermaßen festgesetzt:. Sonnabend Nachmittag 4 Uhr„Die Schule des Lebens, oder die Königstochter als Bettlerin", abends 3 Uhr„Der Trompeter von Säkkingen"; Sonntag Nach- mittag 4 Uhr„Das Käthchen von Heilbroim", abends 8 Uhr„Der Hütten- bescher"; Montag nachmittag 4 Uhr„Die Jungfrau von Orleans", abends 8 Uhr„Die Pariser Bluthochzcit oder die Hugenotten".— Im Alexander- platz-Theater geht an de» drei Feiertagen abends 8 Uhr„Die Ver- führcriu" in Szene, während nachmittags 4 Uhr als KindervorstcNungc» außer„Der Rattenfänger von Hameln" Sonnabend„Die Wimschmthe". Zäudcrmärcheil in 5 Akte», Sonntag„Rothkäppchcn", Märchen in 5 Akten, und Montag„Dornröschen", Zaubermärchei: in 5 Akten, zur Darstellung gelangen._ Gevichls-Äettung« Für Ladeuinhaber und HandelSaugcstcNte ist eine Eni- scheidniig des Kammergerichts, die der Strafsenat in seiner lehle» Sitzung fällte, von großer, weittragender Bedeutung. In Zntlichan ist dem Handelsgewerbe gemäß 8 165b der Gewerbe-Ordinliig Sonntags die Zeil zivischen 7 und 9 Uhr früh und zwischen II»nd 2 Uhr mittags für den Geschäftsverkehr freigegeben. Eines Sonntags erschien im» im Lade» eines Fräulein Hainmerstein kurz vor 9 Nhr ein Bötichermcister mit seiner Tochter, um Einkäufe z» mache». � Da sich der Handel länger hinzog, schloß Fräulein Haminer'stei» den Laden um 9 Uhr»ach der Straße zu ab. Zwanzig Minute» nach 9 Uhr war man handelseinig geworden;»nn öffnete Fräulein G. den Laden auf einen Augeiidlick und ließ die beiden Käufer hinaus. Die Dame erhielt deswegen ein Strafmandat. Sie sollte de» Z I05b der Geiverbe-Ordining— es war noch eine Bcrlänferin im Laden— und die örtlichen Bestimmungen über die Sonntagsruhe verletzt haben. Das Schöffengericht und die Strafkammer sprachen sie jedoch frei. Sie»ahmen an, eS müsse den Geschäfts- leuten ein mäßiger Zeitraum über de» vorgeschriebenen Zeilpunkt hinaus zum Abschluß vorher bego»»e»er Geschäfte zu- gebilligt werden. Wenn der Böticherineister und seine Tochter erst kurz vor 9 Uhr erschienen seien, habe eS sehr gut �10 Uhr werden können. Auf die Revision der Staatsanwaltschaft hob aber das Kanimergericht die Vorentscheidungen auf und er- klärte Fräulein H. für schuldig, das ihr zur Last gelegte Vergehe» begangen zu haben. Mit dem Eintritt der polizeilich festgesetzten Zeit, hier also um 9 Uhr, seien alle Ge- schäfte abzubrechen. Der§ der Gewerbe- Ordnung verlange, daß im Handelsgewerbe an Sonntagen die Angestellte» nur fünf Sliinden arbeiten sollten, und die Bestiiiimliilg könnle leicht umgangen werden, wenn man dem Vordcrrichter folgen würde. Das Geschäft des Fräulein H. habe auch nicht dadurch den Charakter einer offenen Verkaufsstelle verloren gehabt, daß sie um 9 Uhr die Thür schloß. Ei» Theil des Piibliknms. der Man» und seine Tochter, hätte» sich ja noch in. Laden befunden und die Thür habe erst wieder geöffnet werde» müssen, damit sie hinaus lonnlen. Verfnmnrlttnjgen. Der Verband der in Buchbindereien it. beschäftigten Arbeiter und Arbeiterinnen hielt au, 20. Dezember seine Mit- gliedschafIs-Versa»i»il»»g ab. P.Jahn hielt einen mit großem Beifall aufgeiiomiilenen Vortrag über:„Die Bedentuiig der Volls- wirthschaft für die arbeitenden Klassen". Zum folgende» Punkt der Tagesordumig giebt Christian im Auftrage der Bergnügiiiigs« Kommission die Abrechmmg für den Besuch der Sternwarte in Treptow, vom Sanssouci- Bergnügen und vom Besuch der Urania. Sllle drei Veranstaltungen hatten eine G-sainmteiunahme von 835,20 M.. eine Gesammtailsgabe von 697,93 M.. s»- mit einen Gesammtüberschuß von 187,27 M. ergeben. Der Ver- gnügungs-Koinmission wird Decharge ertheilt. Unler Verbands- Angelegeiiheilen wird ei» Vorstaudsanlrag angenommen, den arbeits- lose» Verbaiidsmitgliedern beiderlei Geschlechts, die 13 Woche» Mit- glied und mindestens 8 Tage arbeitslos sind, eine Extraunterstützliiig von 3 M. zu Weibnachten zu verabfolgen. Eine Anregung ans der Mitte der Versamnilung. die Bekannimachung des Verballdsvorstniidcs in Rr. 50 der„Bllchbinder-Zeitung" betreffend, beanlwortet Berg- mann dahin, daß der Vorstand an den Berbandsvorstand das Er- 'ilchen stellen will, am I. Januar 1898 die erhöhte ArbeitSloseii- ilnterstntzung versuchsweise einzuführen, nach Ablauf des Quartals Rechnung zu legen und falls die Ausgaben zu hoch für die Verbandskasse find, eine Urabstimnttttig auf Herabsetzung der Unterstützungssätze herbeizuführen. Er empfiehlt eine diesbezügliche Resolution zur Annahme. Nachdem sich eine ganze Anzahl der An- wefende», theils für, theilS gegen die Resolution ausgesprochen, wird diese schließlich mit großer Majorität angenommen. Im Verbände der Graveure, Ziselenre re. wurde am Dienstag, den 21. Dezember, über die Eriveiterung der Bibliothek diskutirt, zu welchem Zwecke auch 50 M. seitens der Versammlung bewilligt wurden. Die von verschiedenen Seiten gemachten An- regungin wurde» dem Borstaude zur Erledigung überwiesen.— Zinn Besuche der vom Januar bis April im Hörsäle des kgl. Kuustgewerbe- Museums, stattfindeiideu Vorträge ist dem Verbände eine Bekannt- »lachung dieser Anstalt zugegangen und den Mitgliedern zurRenntniß gebracht worden. Die nächste Werkstatt-Vertrauensmännersitzung findet am Dienstag, den II. Januar 1898, statt. Schöucberg. Am Montag, den 20. d. Mts., fand hier im Obst'scheu Lokale in der Grunewaldstraße eine Versammlung des Arbeiter-Bildnugsvereins statt, welche sich mit der Polemik über de» Smmburger Parteitags-Beschluß, betreffend die Betheiligung an den andtaaswahlen, beschäftigte. Referent war Genosse Franke, her in trefflicher Weise die verschiedenen Anschauungen über dies« Frag« klarlegte. Hieran schloß sich eine kurze Diskussion. Di« nächst« Versammlung findet am 3. Jauuar 1893 statt; in derselben wird eine Vorlesung von Langmann's Drama„Bartel Turas«" ver-' anstaltet werden. Zentralvirband der Aandltare». Montag, den>7.»ezemder, abend» 7 Uhr, große Versammlung tm Lokale von Stadernack, Jnselftraß» lo. vorrrag de» Genossen Dr. Ivel über:„Die Eroberung de» Nordpol«." Dittusfion. Danach geselliges Beisammensein. Gäste willkommen. zandomannschaft der Kchleen-tg- Kolsteiner>u Berlin. Sonntag, den e». Dezember, abend»« Uhr: WelhnachUseier, verbunden mit«in der. bischeerung, Aorlragen und Da»» in S. Feuerstein't Festsälen, All« Jakobstr. 76, LandSleuie sowie Gäste find willkommen. Natnrliettverein«ordaft. Sonntag, den M. Dezember, abend» 7 Uhr, Landsbergerstraße 108: Gesellige Zusammenkunst. Ne> gniig»»«« Uerein„ZUemanta'" Heute Abend«tz Uhr Weihnacht»- seier tm Englische» Hos, Neue Roßstr. 3. Gäste willkommen, Vermischtes vom Gage. — In I Miel in bei Myslowitz sind drei kleine Kinder eines Häuslers, die ohne Beaussichtigung in der verschlossenen Wohnung waren, erstickt. Die in der Nähe de? Ofens befind- lichen Bette» waren in Brand gerathen.— — Hat ihn nicht e r w i's ch t. Einer Frau, die vor einigen Tagen den Wochemnarkt in Myslowitz besuchte, wurde ein Geld- beutel mit einem ziemlich erhebliche» Betrage gestohlen. Sie wollte ganz schlau sein und de» Dieb erwischen. Zu diesem Zwecke steckte sie in auffälliger Weise— nachdem sie deiiVerlnst entdeckt— ein kürz vorher gekausies leeres Portemonnaie in die Tasche. Wenn der Dieb nochmals kam, mußte sie ihn ertappe». Erfolg? In lv Minuten war auch das leere Geldtäschchen verschwunden.— — Der jüngst in Gerderath niedergegangene Meteor« stein hat einem W i r t h in Erkelenz bedeutenden Nutzen gebracht. Der Mann„entdeckte", daß der Stein in seinen Gartenmilagen niedergegangen sei. Infolge dessen war natürlich das Publikum.' das sich i» seiner Wirthschast mehrere Tage lang ansammelte, nicht: gering.— 1 — In Weimar hat sich ein junger Maler, der früher die dortige Kunstschule besucht hatte, aus offener Straße und an- gesichrs zahlreicher Passanten erschossen.„Noble Passionen" 1 hatte« Um mit der Slaaisanwaltschast in Konflikt gebracht.— — In Karlsruhe wurde der Maler Professor Grethe in einer artistischen Anstalt von dem Kolben einer Maschine erfaßt. Er erlitt hierbei einen so schweren Schlag gegen den Unterkieser, daß die Symplome einer Gehirnerschüttttnug sich zeigle».— y. Ans dem G»le K i e h 0 1 m bei Flensburg ist die Käthe eiüeS Arbeiters niedergebrannt. Die drei kleinen Kinder deS. Arbeiters fanden oabei den Tod in de» Flammen.— — Ii» der Nähe von Kasan(Rußland) ist ei» 20jähriseS Mädchen von Wölfen zerrissen worden. Den Spuren nach zu schließen, haben»e»» Wölfe die Unglückliche angefallen. Am nächsten Tage haben Vorübcrsahrende nur einen Fuß deS Mädchens gesunde».— — Das Komitee der Pariser Schriftsteller hat be» schloffen, A l p h 0» s e Daudet ein Denkmal zu errichten. ES wurde eine Kommission ernannt, welche die Ausführung dieses Planes in die Hand nehmen soll.— — Der ThierbändigerFort wurde in einem Ort« bei Calais ivähreiio seiner Jahriiiarktsvorstellung von einem Löwe» augegriffe»,»iedergeworse» und vor de» Augen der dörflichen Zu- schauer halb ausgesressen. Dem Thier konnten nur ver« stümnielte Sieste entrissen werden.— — London. 24. Dezember. Wegen ft allen NebelS ist der Verkehr ans de» Bahiilinien in Schottland seit gestern uiiterbroche».— — Der Engländer Samuel Butler hat ein dicke? Buch ge« schrieben, in dem er„beiveist", daß die Odyssee nur eine— Frau geschrieben haben kann. Butler weiß auch, wer die Frau war oder doch„wahrscheinlich" war. Ganz klar ist ihm.„daß sie jung, eigenwillig inid ledig war" und in oder bei Trapani in Sizilien gelebt habe» muß. Sie war, nin es kurz zu sagen,„wahrscheinlich"»iemand anders als Nanstkaa, die Tochter des Phaakenkönigs. Ganz sicher ist Butler hier nicht; aber das weiß er. daß die junge Dam« jedenfalls z»m Haushalt des Phäak-nköuigs gehört haben muß: das folgt„ans der Sorgfalt. mit der der Etaminffaum des Königs erklärt wird", und dem „Eifer, mit dem sei»I Haushall und Garten beschrieben wird" ». f. w.— — Der kleinste Hund d e r W e l t soll Fuji, ein japani- scher Spaniel sein. Fuji ist zehn Monate all»nd wiegt, wie die „?lllg. W. Spzlg." schreibt, nicht mehr alS 15 Unze», da? sind nn« gefähr 45 Dekagramm, also weniger als ei» halbes Kilo. Fuji bat vor kurzem seine Herrin gewechselt, und zivar für die Kleinigkeit von ca. 2000 Dollars, er gehört jetzt einer Mrs. Sattler in Cincinnati. Ein Rivale Fnji's, Namens Chico, lebt i» Chicago; er wiegt 16 Unze».— Eingelaufene Druckschriften. Von der«ZeMiIiIft- der Ho>I>>>»„»«i,,i>tI« von Franz Mehrina (Siuttqart, Dt eh Verlag) sind Hesi 56»nd ss erschiene». Nu« dem Inhalt deden wir hervor:»apNel VI: 4. Di« erste Probe des allgemeinen Wahl- rechis. 5. Die parlamentarischen«»sänge der Eozialdeinokratie. Kap VII. Das Haupiwerk de« wtssenschasllichen KominunISmu«. Kap. VIII. Deutsche Sewertslhasle» I Demokralische« Wochenblall und Sozialdemokratie. 5 Hain- burger Ee» eralversamuilung»ad Nürnberger Beresn«lag. 3. Die gersplstternng der gewerklchasilicheu Bewegung. Kap IX. Die DozlaldemokraUsche Arbeiter- partes. 1. AgUalian in Süddentschland und Sachsen. Da« lomplele Werk wird ca. 3« Lieieningen»-0 Ps. umfaffen. Der Brei» «N so niedrig deinelse», wie er bei einem wissenichaiillchen Werke sonst kaum anzutreffen ist. Alle Buchhandlungen und Kolporteure nehmen Bestellungen enigegen., Böltternngslibetflchi Vom 24. Dezember 1807, 8 Uhr morgens. Wctter-Prognos« für Sonnabend, SS. Dezember 1807. Aufklarend, bei schwachen südliche» Winde». etwaS kälterer Nacht und langsam steigender Tstgeslempergsur; keine oder unerheb- Itche Niederschläge. 9t*t den Inhalt der Inserate tidernimmt die Redaktton dem Vnbltknm«egenitber keinerlei Berantwortnna. SsnnaSend, den 26. DezemSer Freie Bollsbijhnc(Lesfing-Theater). S. Abtheilunz. Jugend. Anfang 3 llhr. OPernhanS. TannhZuser und der Sängerkrieg aus der Wartburg Anfang 7 Uhr. ' Sonntag: Hänfel und Bretel. Die j Puppensee. Montag: Undine. Neues Oper«- Theater(Kroll). Die Qnitzov�S. Anfang 7'/, Uhr. Sonntag: Der Verschwender. ' Montag: 1812. Schauspielhaus. Mutter Thiele. Aiifang 7»/, Uhr. Sonntag: Das neue Wew. - Montag: Mutter Thiele. Hrutscheü. Mädchentraum. Anfang ■7V- Uhr. Nachm. 2Vj Uhr: Hamlet. Sonntag: Jugendfreunde. Nachm. 2VzUhr: Einsame Menschen. Montag: Mädchentraum. Nachm. 2Vj Uhr: Die versunkene ' Glocke. Berliner. In Behandlung. Anfang ?>/, Uhr. Nachm. Z Uhr: Dornröschen. Sonntag: In Behandlung. Nachm. 2l/2 Uhr: Mein Leopold. Montag: Faust(2. Theil). 1 Nachm. 2Y» Uhr; Renaissance. Lessing. Hans Huckebein. Anfang 7'/, Uhr. Sonntag Abend, Sonntag Nachm. 3 Uhr und Montag Abend: Die- selbe Borstellung. Soethe. König Krause. Anfang ?'/- Uhr. Rachi«. 3 Uhr: Die Jungfrau von Orleans. Sonntag: König Krause. Nachm. 3 Uhr: Die Journalisten. Montag: Ein Sommernachtstraum. Nachm. 3 Uhr: Aschenbrödel. Unter de»«luden. Die Prinzessin von Trapezunt. Anfang 7l/,Uhr. Nach»,. 3 Uhr: Der Bettelstudcnt. Sonntag: Die Prinzessin von Trapezunt. Nachm. 3 Uhr: Orpheus w der Unterwelt. Montag: Die Prinzessin von Trapezunt. NeueS. Die Logenbrüder. Ansang 7'/, Uhr. Nachm. 3 Uhr: Aschermittwoch. Sonntag: Die Logenbrüder. Nachm. 3 Uhr: Der Kamps um's Dasein. Montag: Die Logenbrüder. Nachm. 3 Uhr: Aschennittwoch. Schiller. Romeo und Julia. An- fang 8 Uhr. Nachm. 3 Uhr: WallensteinP Lager. Di« Piccolomtnt. Sonntag: Hetmg'stmden. Nachm. 3 llhr: Wallenstein'S Tod Montag: Die wilde Jagd. Nachm. 3 Uhr: Die Räuber. Residenz. Sein Trick. Anfang 7'/, Uhr. Nachm. 3 Uhr: Femande. Sonntag: Sein Trick. Nachm. 3 Uhr: Fernande. Montag: Sein Trick. Thalin. Das Opferlamm. Anfang 7Vz Uhr. Nachm. 3 Uhr: Schneewittchen und die 7 Zwerge. Sonntag und Montag: Dieselben Vorstellungen. Eeulral. Berliner Fahrten. Anfang ?V, Uhr. Sonntag und Montag: Dieselbe Vorstellung. Luisen. Fröhliche Weihnacht! An- fang 8 Uhr. Nachm. 3 Uhr: Die Waise von Lowood. Sonntag: Fröhliche Weihnacht I Nachm. 3 Uhr: Othello, der Mohr von Venedig. Montag: Das Fest der Hand- werler. Hierauf: Fröhliche Weih- nacht! Belle-Illlianc«. Romeo und �.ulia. Anfang 8 Uhr. Nachm.: Die Brantkahrt. Sonntag: Der Bräuttga« auf Probe. Nach»,.: WeihnachtSzauber. Montag: Der Bräuttga« auf Probe. Ostend. Leben und Lied«. Anfang TV, Uhr. Nachm. 3 Uhr: Chrtstinchen. Sonntag: Leben und Lieben. Nachm. 3 Uhr: Die Waise von Lowood. Montag: Leben und Lieben. Nachm. 3 Uhr: Berlin, wie es weint und lacht. Friedrich. Wilh-lmstädtische». Der Trompeter von SäMngen. Anfang 8 Uhr. Nachm. 4 Uhr: Die Königstochter als Bettlerin. Sonntag: Der Hüttenbesitzer. Nachm. 4 Uhr: Das Käthchen von Heilbronn. Montag: Die Pariser Bluthochzeit. Nachm. 4 Uhr: Die Jungfrau von Orleans. Nleranderplast. Die Verführerin. Anfang 8 Uhr. Nachm. 4 Uhr: Die Wünschelruthe. Rothkäppchen. Dornröschen. Der Rattenfänger von Hameln. Sonntag und Montag: Dieselben Vorstellungen. Urania. Taubenstraste 48-49. Naturkundl. Ausstellung v. 10 Uhr vormittags ab. AbendS 8 Uhr Wissenschaft!. Theater. Jnvalidenstraste S7/«L. Täglich (außer Sonntags und Mittwochs) abends 8 Uhr: Wissenschaftliche Vorträge. American. Spezialitäten. Anfang 7 Uhr. Reichshallen. Speztalttäten. An- fang 6 Uhr. Apollo. Spezialitäten. Ans.?i/,Uhr. FeeN'Palast. Spezialitäten. Passage» Panoptiklim. Wiener Tanz- und Operetten-Gefellschaft. SdjUleiJ-Thetrtev (Wallner-Theater). Sonnabend, nachm. 3 Uhr: Wallen- ftein's Lager. Die Piccolo- mini. Abends 8 Uhr: Romeo und Julia. Sonntag, nachi». 3 Uhr: Walle»»- stein'S Tod. AbendS 8 Uhr; Heinig'funden. Montag, nachm. 3 Uhr: Di« Ränder. Abends 8 Uhr: Die wilde Jagd. Ostettd-Theater. Ar. Fra»rfiirterstr.l32. Dir. lt. Weist Sonnabend Nachmittag, halb« Preise: Chriftinchen. Jeder Besucher hat das Recht, ew Kind frei mitzubringen. Sonntag Nachmittag, halbe Preise: Gastspiel von G. Beck: Die Waise von Lowood. Montag Nachmittag, halbe Preis«: Berlin, wie es»veint und lacht. Ferdinand: Karl Weiß. Anfang an allen Feiertagen 3 Uhr. An allen Feiertagen abends?>/, Uhr: Leben und Lieben. Volksstück mit Gesang in fünf Akten von O. Klein. Mustl von G. Wando. Jeder Besucher der Feiertagö-Abend- BorsteNnngen erhält ein hübsches Weihnachts-Souvenir gratis. Volks- Theater im WeU-ltcstnnrant S7.Dresdener Einkäufe in Harmonikas, Mnsik-'Albnins, Puppen, sämmtl. Spielivaareu sowie Haus- und Küchengeräth, Lederwaare»»c. "iÄ*16 iverthtn Vereine Berloosnnqsgtgenstllildeiffs� 15 Mk. pro Stück. s3834L* 'im Felix-Bazar, Inhaber J. Roacnthal, Alcxatiberstr. 24, Ecke b. Blumcnstr. Fahrgeld wird für Käufer vergütet. Fiir 10 Mark liefere Stoff z» einem ff. Herren- Winterpaletot, für 5 M. liefere Stoff zu einem fomplettcn Herrenanzug, sttr 8—10 seinen, für 12 M. guten Kammgarnstoff oder Cheviot. Reste zu Knabenanziigen sehr groß 2—3 M. Man iiberzettge sich im Riesenstofflagn' Araiistnstr.ll,!., kein Laden. Strickmaschinen aus der» Dresdener Strickmafchinm» abril und die besten und ein leichter rwcrbszweig f. Männer, Frauen und Posaiii.-Geschäfte. Erlenien leicht und gratis. Arbeit w. nachgewiesen. Ver- kauf zu Fabrikpreisen. Lager bei dem Vertreter A. Homburger. Kloster- strafte«3. Berlin. Nachmittags.* ZsiifaNsachrn, Klagen, Eingaben M Pntxger, Stegliftcrstr. 65. KanartenZüchterei-Bcrkauf H. Eleb», Wollinerstr. 31. Kanarienhähne von 3 Mark an verk. Baum, Chorinerstr. 34, Quer- gebäude 3 Tr. Auch abends. 2079b Soniienvögel 6 M., Papageien, Kanartenroller, Waldvögel, Vogelbauer r. Auswahl, billigst G. Schnelle. (noalideiistr. 7._• Kanarienhähne eigner Zucht verkauft Beisert, Bcusselstr. 46. 24446 Kanarienvögel, ff. Sänger, 14 Tagt Probe. Scheibe, Zossenerslr. 44 1. Kanarienhähne bill. Jüdenstr. 36/37.. ltanarienb. vk. Rühl, Marianneiist.19, K. 'pl Eckladen zum Restaurant, sofort zu beziehen._ 24606 2 Herren suchen p. möbl. Zimmer, sep. Gegend zw. Schönhauseru. Roscnthaler Thor. Off. unter£3. K. Postamt 19, Beuthstraße. 24656 1. Jan. freundl. Eilig., in der u.Rof 1 od. 2 Genossen find, freundl. möbl. Schläfst, bill. Adalbertstr.l IV. Meffert. Möbl. Schläfst, f. H., sep., Naunhn- straßc 35, v. 2 Tr. 2457b Möbl. Schläfst, f. Fürstenstr. 15 Hof ?., sep.Eing., 7M., ! Tr. bei Grönke. Schön möbl. Schläfst, billig zu verm. Prinzcnstr. 18, Hos 3 Tr. bei Keimling. Frdl. Schläfst. Koslowski, Kl. Franl- furterstr. 10._ 24566 Schläfst, f. 1 H. Manteufselstr. 40 bei Ww. Linke. 24556 Möbl. Schläfst, an Hern» ist zu verm. Sebastianstr. 29, Hos l. 2 Tr. 2450b Manteuffelstr. 38 v. 3 Tr. r. Schläfst. bei alleinstehender Frau._ 245 16 Schläfst., sep., Dresdenerslr. 1 vorn 3 Tr. l. an, Kottbuser Platz. 2454b Schläfst, verm. Saalfeld.Budibindcr, Melchiorstr. 18, 1. Port., 4 Tr. 2453b Jung. Mann sind. frdl. möbl. Schläfst. b. Ww. Teichert, Mustauerstr. 44 IV. Möbl. Schläfst, f. Herrn zu vermieth. . Grabau, Auncnstr. 33 4 Tr. reäitö. Pücklerstr. 8, H. l. 3Tr., möbl. Stube, sep., 7 Mark._ 2447b Prinzenstraße 106 v. 4 Tr. Emde, Schlafstelle._ r. bei 2471b Schläfst, f. Dresdenerstr. H- 3. bei Wwe. Meinte, 2466b Frdl. Schläfst, z. v. z. 1. Jan. bei Stegmanu, Naunimstr.54E. Naunniipl. Frdl. Schlofft, zum l. Jan., sep., Leipzigerstr. 39 H. r. 4 Tr. l. Rühler. Möbl. Vorderzimmer I o. 2 Herrn (10 M.) z. v. Rcichenbcrgerstr. 159 v.I l. Möbl. Zimm. od. bess. Schläfst., 0 M. Gneisenaustr. 20, Oucrgeb. Koschuta. Möbl. Schläfst, bei Pohl, bcllinerstraße 30, H. l Tr. Fehr- 2475b Schläfst. 5 Schuhgeschäft. M. Pallisadenstr. 57, 2476b «krantivorttichtr Sitdglteur: August Jarobey in Birliu. Kür btu Jnleraitutheil virqntivortlich: Th. Glvcke in Berlin. Druck und Bering von Max Bading in Berlin. st. sei, u. mtm. 2. Ktilllge des Krlilltl WlksdlM.w«-!'� R.Dt!mdttl8g7. Soziale Vertzlsoflege. Ein Zciignih iibcr Art und Dauer seiner Beschäftigung fotd.�e der Arbeiter G. ro» dem Kohlenhändler Leike. Außerdem ftellle er den Antrag, den Beklagle» zn einer Entschädigung für de» Fall zn verurlheile», daß er das Zeug» iß nicht rechtzeitig ausstelle. Herr Leike weigerte sich hartnäckig, das Zeugniß gutwillig zu gebe», obwohl ihn der Vorsitzende der Kaminer VII des Gewerbegerichts energisch und anhaltend zuredete. Er berief sich darauf, daß er dem Kläger schon ein Zeugniß ausgestellt habe� Ein zweites gebe er auf keinen Fall. Das fragliche Zeugniß spricht sich auch über die Fiih- rung des Klägers aus. Der Gerichtshof verurtheilte Leike, ein Zeugniß nur über Art und Daner der Beschäftigung vom Kläger auszustelle». Nach Z t13 Absatz I der Gewerbe-Ordnung könne Kläger ein solches verlangen. Auf die Führung dürfe das Zeugniß nur ausgedehnt werden, wenn es der Arbeiter ausdrücklich denn- spruche. Der Beklagle wurde auch für de» Fall, daß er das Zeugniß nicht an demselben Tag« ausstelle, verurtheilt, dem Kläger für jede» Tag der Zögerung mit 3 M. zu entschädigen. Nach§ 51 des Ge- wcrbe-Gerichlsgesetzes sei eine derartige Eulschädiguug bei Aerurlhei- lunge» auf Vornahme einer Handlung zulässig. Tägliche Kündigung und KiindignngSanSschlust. Gegen die Klage eines Arbeiters, der wegen uuberechligter Entlassung den Lohn für einen Tag beanspruchte, machte der Kartonsabrikant Kaufmann geltend, es sei mit dem Kläger die Kündigungsfrist ausgeschlossen worden. Der als Zeuge vernommene Werkmeister des Beklagten behauptete, dies selber aethan zu haben. Er gab aber zu. daß er die Worte gebraucht habe: „Wir haben tägliche Kündigung." Die Kammer VIII des Gewerbe- gerichts erblickte hierin im Gegensatz zum Beklagten und dessen Werkmeister keine» Ausschluß jeglicher Kündigungsfrist. Der Ge- richtshof nahm vielmehr an, tägliche Kündigung könne nur so verstanden werden, daß der Arbeiter von einem Tage zum ander» gekündigt werden dürfe. Der Vorsitzend« rieth deswegen dem Be- klagten. freiwillig die drei Mark zu zahlen, was dieser denn auch that. Di« Frage, wann eine Lohnzahlung perfekt fei, stand in einem Prozeß zur Entscheidung, den der Metallarbeiter N. gegen die AcelylengaS-Gesellfchaft beim Gewerbegericht führte. Der Kläger be- anspruchte 12,40 M. rückständigen Lohn, indem er geltend machte, der Vertreter der Beklagten habe ihm da? Geld nicht so aus- gezahlt, daß es ungeschmälert in seinen Besitz gelangte. Der Herr habe einem Schlosser die Gelegenheit geboten, ö M. von der auf dem Zahlbretl liegenden Summe fortzunehmen, bevor der Kläger die Richtigkeit der Lohnberechnung anerkannt habe. Die Auszahlung sei solange verzögert worden, bis der betreffende Schlosser im Komptoir erschienen sr. Ein Zeuge sagte aus, der Schlosser, dem Kläger Geld schuldete, sei nicht erwartet worden; er habe vielmehr selber gewußt, daß N. um die fragliche Zeit im Komptoir sei» würde. Die Kanimer V unter dem Borfitz des Assessors Hellwig wies, die Klage, soweit sie die fortgenommenen ö Mark betraf, unter folgender Begründung ab: Festgestellt sei, daß der vom Vertreter der Beklagten ausgerechnete Lohnbetrag mit 12,40 M. auf das Zahlbrett gelegt wurde, und fest stehe, daß ein anderer Arbeiter 8 Mark davon fortgenomnien habe, als sich Kläger besann, ob er damit zufrieden sein solle. Nach Annahme des Gerichts fei nun die Zahlpflicht der Beklagten erfüllt gewesen, als das Geld auf dem Zahlbrette lag. Die Firma könne deshalb nicht für die Fortnahme der 8 M. verantwortlich gemacht werden. Glaube der Kläger, daß ihm mit der Fortnahme ein Unrecht geschehen sei, dann müsse er sich an jenen Schlosser halten, dieser Fall könne aber nicht beim Gewerbegericht abgeurtheilt werden. Ein BetriebSvcrbot gilt unter allen Umständen. Einen beachtenswerthen Rechtsstreit führte der Schlosser Liepperts gegen die Hütten- und Walzwerks-Berussgenossenschaft. L.war bei der Benutzung einer Betriebs-Seilbahn verunglückt und bean- spruchte deshalb eine Unfallrente. Sein Anspruch wurde sowohl von der Bernfsgenossenschast, wie auch vom Schiedsgericht abgewiesen. Das Schiedsgericht nahm a», er habe die Fahrt mit der Seilbahn nur zu seinem Vergnügen unternommen und der Unfall könne darum nicht als Betriebsunfall gelten. Liepperts legte gegen das Urtheil den Rekurs ein und machte folgendes geltend. Er sei nicht zum Vergnügen mit der Seilbahn gefahren, sondern habe sie im Betriebsinteresse untersuchen wollen. Zwar habe er einen ausdrückliche» Auftrag dazu nicht ge- habt, indessen die Reparaturschlosser, zu denen er gehörte, bedurften eines solchen auch nicht. Auch betreffe sie nicht das Verbot, die Förderkörbe zu benutzen. Sollte er jedoch wirklich uu- überlegt gehandelt haben, so entbände das nach der Praxis des Reichs-VersicherungsamteS die Bcrufsgenossenschaft nicht von ihrer Entschädigungspflicht. Das Reichs-Bersicherungsamt veranstaltete noch eine Beweiserhebung und wies dann den Kläger unter folgender Begründung ab. Die Beweisausnahme habe er- gebe», daß es s ä m m t l i ch e n Arbeiter» der betreffende» Werke verboten worden sei, sich nach Feierabend an der Seilbahn zu schaffe» zu machen. Das Verbot habe bewirken sollen, daß unter allen Umstände» und zu jeder Zeit die Seilbahn nicht miß- bräuchlich zur Personenbeförderung benutzt werde. Dies Verbot sei allen Arbeitern eindringlich und gemeinverständlich bekannt ge» geben worden. Zu einem t h a t s ä ch l i ch wirksamen sei es da- durch gemacht, daß ei» vereinzelt vorgekommener Verstoß streng bestraft wurde. Kläger habe nun die Seilbahn trotzdem nach Feier- abend benutzt und sei dabei verunglückt. Dieset Unfall könne, da jenes Verbot wirksani durchgeführt worden sei, nicht als ein solcher angesehen werden, der den Gefahren des Be« triebes entspringe. Und wen» Kläger wirklich beabsichtigt hätte, die Bahn im Betriebsinteresse zu unter» suchen, dann müßte er unter den obwaltende» Umstände» dennoch abgewiesen werden, weil er selbstgeschaffene», mit dem Betriebe nicht mehr ursächlich zusammenhängenden Ge- fahre» zum Opfer gefalle» sei. Nrber die Bedentuug des§ 37 dcS JnbaliditätS- und AlterSvcrsicherungö- Gesetzes hat sich das Reichs-Ver» s i ch e r u n g s a m t alS Rcvisionsinstanz ausgesprochen. Die Ver- sichernttgsanstalt für daS Königreich Sachsen hatte de» Anspruch des Bergmanns Bachmann auf eine Invalidenrente mit der Be- gründung abgewiesen, daß er in versicherungspflichtiger Lohnarbeit nur 170 Beitragswochen hingebracht, also noch nicht die gesetzliche Warlezeit von 5 Jahren zu je 47 Beitragswochen zurückgelegt habe. Das Schiedsgericht bestätigte den Bescheid, woraus B. die Revision einlegte. Er berief sich attf den obensgcnannte» Paragraphen, in dem es heißt:„Für Personen, welche aus Kassen der im§ 36 bezeichneten Art Invaliden- oder Altersrenten beziehen, tritt ras im § 82 vorgesehene Erlöschen des Versicherungsverhältnisses nicht ein." Der Kläger bezieht aus einer solchen Knappschastskasse eine Rente. Das Reichs-Versicherungsamt wies die Remsio» als unbegründet zu- rück und führte aus: Der Kläger habe die Bedeutung des§ 37 ver- kannt. Der Paragraph solle nur verhindern, daß Personen, die aus den im Z 36 aufgeführten Zuschußkassen mäßige Renten beziehe», ihre aus grund der reichsgesetzlichen Jnvaliditäts- und Altersver- sicherung erworbene Aiuvartschast nach Z 3 2 dadurch verlieren, daß während vier auf einander folgender Kalenderjahre für weniger als 4 7 B e i t r a g s wachen Beiträge entrichtet wurden. Es solle also nur das Erlöschen der Anwartschaft, soweit es Z 32 voi» dieser zu geringen Beitragsleistung ab- hängig mache, durch den Bezug einer Rente ans einer der im § 36 bezeichneten Kassen gehemmt werden. An den a l l g e» meinen gesetzlichenBoraussetzungen für die Erlangung der Jnvaliditäts- oder Altersrente iverde mithin durch den 8 37 nichts geändert, auch nicht für de» Fall, daß der Kläger von einer Zuschußkasse eine Rente erhalte. Der Kläger müsse demnach ab- gewiesen werden, da er die fünfjährige Wartezeit nicht zurückgelegt habe._ Briefkasten der Redaktion. Die juristische Sprechstunde findet am Montag. Freitag uud Sonnabend von V bis 8 Uhr abends statt. R. P. Ratenzahlungen braucht der Gläubiger nicht anzunehmen.-» B. R. 64. 1, Nein. 2. Nein, das Amtsgericht ist zuständig. Gegen die Entscheidung des Amtsgerichts steht Berufung an das Landgericht frei. Wegen der Höhe der Kosten ist aber nur Klage zu rathen, wenn Sie die Vereinbarung über die Aklordhöhe beweisen können.— 164. M. Sch. Die Gebührenhöhe sür die Grabrede eines Predigers ist uns unbekannt. Das rathsamste ist, daß über die Gebührenhöhe zuvor akkordirt wird. — E. H. Schriftliche Antwort ertheilen wir nicht. Solche Anlettung ist nicht im Druck erschienen. Die Polizeiverordnungen für Berlin biS 1895 sind im Buchhandel zu haben. Die Sie interessirenden Borschristen finde» Sie im ersten Bande(S. 139 fg.) unter der Ueberschrtft: Straßen-Verkehr- Polizei. Die Adresse von B. ist Habsburgerstr. 5.— Ch. Böhme« bv M. — Pankow 46. Die preußischen Landtags-Abgeordneten erhalten pro Tag 15 M. Diäten und ferner Reisekosten nach Maßgabe ähnlicher wie der für Beamten geltenden Bestimmungen.— Alter Abonnent. 1. Ja. 2. Der Antrag ist an das Auitsgericht zu richten.— Schnute. Ihre Anfrage ist bereits unter dem 28. Noveniber ausführlich beantwortet, nur war Ihre Chiffre als Schaute statt Schnute entziffert.- Sl. Z. 100. Leider nein. — W. K. 32. 1. Ja. 2. 1. Januar.- Pankstr. 22. 1. DaS ist ver- schieden. 2. Nein. 3. Nur für den Ort, für den er ausgestellt wird.— M. 64. Der Bater ist zum Ersatz des Schadens nicht verpflichtet, den sein über 7 Jahr alter Range angerichtet hat, falls ihn nicht etwa ein Verschulden, Anstiftung oder desgleichen trifft. Der Wtrth ist nur, fall? der Vertrag(was in Berlin die Regel) nicht das Gegentheil sagt, zum Ersatz verpflichtet.— H. B. Nach zurückgelegtem 14. Jahre steht es dem Preußen frei, zu erklären, zu welcher Religionspartei er sich bekennen will. Das ist in§ 84 II, 2 Allgem. Landrecht ausdrücklich bestimmt.— N. Ja. — R. B. Wenn im Vertrage nicht das Gegentheil steht: ja.— E. H. I. Die Kranlenkassen zahlen auf so lange Zeit Krankengeld, als im Statut vorgeschrieben ist, mindestens aber 13 Wochen lang. 2. Das Sterbegeld ist nach dem Tode zn zahlen. 3. Die Jnvaliden-„Rente" ist zu zahlen, wenn dauernde Erwerbsunfähigkeit vorliegt und mindestens 235 Marken geklebt find. Die Höhe der Rente ist verschieden. Zu einer Summe von 110 M. werden soviel mal 2, ff, 9 oder 13 Pfennige addirt, als in der I., U., III. oder lY. Lohnklasse Beiträge entrichtet sind. Wird jeinand also beispiels- weife invalide, der 280 Marken, und zwar 80 III. und 200 II. geklebt hat, so erhält er: 110 Mark-f- 80 X 9_ 7,20+ 200 X 6= 12,00= 110 + 7,20+ 12,00= 129,20 Mark jährliche„Rente".- U. Ihr Kontra«. Briefkasten der Expedition. Konditor. Vom 17./10. M. 3,60, vom 7./12. M. 4,80, 27/12. M. 4,-. Lionlse Ziuimer Panl Matthe» Verlobte. 24466 C entral verband der Handels-, Transp.- n.Yerkelirsarbeiter. Den Kollegen zur Nachricht, daß unser Mitglied, Kollege W. Tietze am 22. d. M. verstorben ist. Dt« Beerdigung findet.heute, den 25. Dezember, nachmittags 2 Uhr, von der Leichenhalle des Emmauskirchhofes (Ripdorf) au» statt. 67/18 Zahlreicher Betheiligung steht ent- gegen_ Der Vorstand. Die Beleidigung gegen Herrn Restaurateur Rudolph, Baumschulen- weg, nehme ich zurück. Paul Luorich. der Ortu-IfranKenlliMoe der Cielb- and SElnnelesaer. Wir bringen hiermit die vom Be- zirksauSschuß unter den» 8. Dezbr. er. genehmigte IX. Abänderung zum Statut zur gefälligen Kenntniß. Arttkel I.§ 2, Ziffer 4 wird gestrichen. Artikel II Diese Abänderung tritt mit dem 1. Januar 1898, dem Tage der Schließung der Orts- Krankenkasse für Handlungsgehilfen und Lehrlinge in Kraft. 24S8b Berlin, dm 24. Dezember 1894. Ver Verstand. Neujahrskarten, Wltskarten et«., SUT" NenjahrSspitzen,"Wjg nur für Händler u. Wiederverkäufer. C. Schlpke n. C®., Berlin 8., Plan-Ufer 96, 1 Treppe, an t>. Kottbuser Brücke.[3941L« Meinen werthen Bekannten und Gönnern tbeile ich ergebenst mit, daß ich von Schönleinstr. 23 verzogen bin und meine Restauration, verbunden mit Arbeitsnachweis für Schnnede und verwandte Berufsgcnossen, in der- selben Weise, wie früher, in der Stralauerftr. 48 weiter führe. Ich bitte daher um geneigten Zuspruch. ZvA gmiithlilhell Hahn, 39448*) Stralauerftr. 48._ Ober- Schöneweide. ' Curt Haferland. mein Restaurant nebst Am 2. und 3. Feiertag: Empfehle Tanzsalon. Gr. TanDergnügen. , tisch, kräftig und reichlich, js i 50 Pf., Abendtisch 40 Pf. Elsasserftr. 38, 1 Treppe. 22356* Schankgeschäft, überwiegend Parteiverkehr, passend für Arbeits- Nachweis und Zahlstellen, sofort oder später verkäuflich. Nähere Auskunst ertheilt C. Blanrock, Gipsstr. 16. Hüte, Ruhen, Pelznmm zu enorm billigen Preisen bei[3396L* 9)1. Schulmeister, Kürschnernleister, Gollnowstraße, Ecke Landwehrstraße. BeimZNo'NNtsw'VÄzfel empfehlen sich folgende Partci-Tpeditionen: Berlin vierter Wahlkreis O.: Robert WengelS, Frucht- straße 30, Hos II.— 8«.: Fritz Thiel, Skalitzerstt. 35 v. pari.— Sechster Wahlkreis(Moabit): Karl Anders, Salzwedeler- straße 8, pari, im Laben.— Weddlnx und Oranlenbnrser Vorstadt: Emil Stolz enburg, Wiesenstraße 14.— vesnnd- brnnncn: Wilhelm Gaß mann, Grünthalerstr. 64.— Bosen thaler Torstadt und SchUnhanser Vorstadt: Karl M arS, Kastanien- Allee 95/96.— Charlottenbare: Gustav Scharnberg, Pestalozzistr. 34, Quergeb. pari.— Bentsch- Wilmersdorf: grau Küblet, Sigmaringenstr. 34 und Frau Heinemann, Sigmaringenftt. 35.(Hier ist auch die„Brandenburgische Volks-Zeitung" zu erhalten.)— Blxdorf; O st e r m a n n, Erkstraße 6.— 8chöno- borg: Wilhelm Baumlet, Bclzigerstr. 59, Seitenflügel pari.— Johannisthal. Mieder- und Ober-8ch6neweide: Otto John, Ober-Schöneweide, Sicmensstraße 7, Zigarrengeschäst. Annahme- stellen: Nieder-Schöneweide: Karl Weber, Zigarrengeschäst. Johannis- thal: S en ft leh en, Restaurateur.— Trledenau-StekUt«: H. B ernsee, Kirchstraße 15 in Friedenau. Bestellungen nehmen entgegen in 8texllts: H. Mohr, Düppelstraße 8, und Fr. Slbellhafe, Ahorn- straße 15».— Baumschulen weg:: R i ch. Ulbricht, Marienthaler- sttaße 18, I. Außerdem ist sämmtliche Parteiliteratur, sowie alle wissenschaftlichen Werke dort zu haben. Auch werden Inserate für den„Borwärts" entgegen genommen. Um grnttUv Angabe der Adresse wird dringend gebeten.__ Große öffentliche Versammlung aller in der Schuhindustrie beschäftigten Arbeiter uud Arbeiterinnen a« Montag, de»»7. Dezember(3. Feiertag), vormittags SV, Uhr, im„Feenpalast", Burgstrafte Nr. S». TageS-Ordnung: 1. Bortrag beS Reichstags- Abgeordneten Genossen.Auer über daS Koalitions recht der Arbeiter. 2. Diskussion. 3. Verschiedene». Zahlreichen Besuch erwartet 273/4_ Die Slgitationsrommission. Acht««»! 2. Wahlkreis. AMmis! Sonntag, 26. Dezember, abds. 6>/z Uhr, b. Zubell, Lindenstr. 106: Versammlung."HZZ TageS-Ordnung: Vortrag deS Genossen Lankow über:„Die EntWickelung Frankreichs von: 16. bis gegen Ende deS 13. Jahrhunderts." Nach dem Vortrage: Gemüthliches Beisammensei» und Tanz. 212/12 Die Bertrauensperson Deutscher Holzarbeiter-Verband. tZahlsielle Berlin.) Montag, den 27. Dezember<3. Feiertag), vormittags 10'/- Uhr, bei Knbcil, Liiideustrafte 106: Branchenverslutmlung der Parkettbodenleger. Tagesordnung: 1. Vortrag über Naturwissenschaften. 2. Brauch en- Angelegenheitcn. 3. Verschiedenes. 272/18 Die arbeitslosen Kollegen, welche noch nicht im Besitz des statistischen Fragebogens sind, erhalten denselben in der Versammlung._ Zentral-Kranken- u. Sterbekasse der Tischler. (Eilig. Hilfskasse Nr. 3, Hamburg.) Filiale Berlin D(Moabit). Mittwoch, den 29. Dezember, abeisdS 8 Uhr, im Lokale des Herrn mobes, Stromstrafte 28: Mitglieder- V ersaiiutilnng:. TageS-Ordnung: 1. Neuwahl der Ortsverwaltung und Beitragfammler. 2. Festsetzung der Zahlstellen. Mitgliedsbuch legitimirt.-Mg Die Mitglieder werden ersucht, zahlreich und pünktlich zu erscheinen. 183/12_ I. A.: Sparfeld. Former und Berufsgenossen. Am Montag, de» 27. Dezember(3. Feiertag), nachmittags 4 Uhr, im„«olberger Salon», Kolbergerstrafte 23: Große öffentliche Versammlung nrik Fvemer TageS-Ordnung: Tortragr. Referent wird in der Versammlung bekannt gemacht. Nach der Versaunulung: vemlltbllebea Beisammensein, verbunden Mit Tanz. Die Kollege» werde» gebeten, zahlreich zu erscheinen._ 170/20 Achtung! Putzer. Achtung! Mittwoch, den 29. Dezember 1897, Festsälen(grofter Saal) abends 0 Uhr, Beuthfir. 19: t« Cohn'» Große öffentliche Uersommlnng der Putzer Berlins und Umgegend. TageS-Ordnung: 1. Jahresbericht der Kommission und Regelung der Sttctkunterstützung auf dem Bau Hermannstraße 225/226. 2. Wie stellen sich dt« Kollegen zu einem geregelten Arbeitsnachweis? 297/1 Kollegen! Da der Jahresbericht der Kommission herausgegeben wird, so ist es Pflicht eines jeden Kollegen, in dieser Versammlung zu erscheinen, um im 2. Punkt der Tagesordnung durch sachliche Besprechung zu bekunden, welche Stellung die Kollegen gewillt sind gegen das rapide Sinken der Preise einzunehmen. Zttchkung!"WS BF Achltung! Musikinstrumenten-Arbeiter. Am Montag, den 27. Dezember, vormittags 10 Uhr, im Lokal von Graumann, Raunynstrafte 27: Oeffenkl.£>i?vfammUinö TageS-Ordnung: 1. Bericht und Abrechnung des Vertrauensmannes und Neuwahl des- selben 2. Wie stellen sich die Kollegen zu den dem Fachverein überwiesenen Verpflichtungen vom letzten Streik? 3. Verschiedenes. AM- Kollegen! Die Zeit ist ernst; zeigt durch zahlreichen Besuch Euer Interesse an unserer Sache. Zur Deckrmg der Unkosten findet Tellersammlung statt. 141/19 Der Bertranensmann: Arendt. Buchführung besorgt zuverlässig Wilhelm Kölln jun., Schmidstr. 28 II. Cfinlllfllf ierttge Anzug nach rUI I/mK. Maaß. gute Zu- ■ Hl i« nin. �en, tadell. Sitz W llhelm Schmidt, Neue Schön- hauserstr. 1, 1 Tr., Ecke Weinmeisterstr. Keste � Federplüsch Krimmer Astrachan Seidenplüsch Yelvet[35928*] I Neueste Artikel der Saison! C. Pelz, Kottbnserstr. 4. Offerire feinste Tafelbutter, & Pfd. 1,10 Mk., alle Sorte» Käse zu den billigsten Preisen. 372SL* W. Adrian, Jnvalidenstr. 35, Ecke Chausseest». Elsasserftr. 60, Ecke Artilleriestt. Freie Kranken- nnd Begräbnißkafse der Schuhmacher u. Bernfsgenossen Berlins. E. Nr. 27. DaS Kassenlokal wurde nach der Breitenstr. 24, zu Herr» Max Schttps, verlegt. Am 3. Weihnachtsfeiertag werben daselbst, abendS von 8 Uhr a», die Beiträge entgegengenommen. Die Geueral-Versammlung behuss Neuwahl des Vorstandes findet am 17. Januar, Alte Jakobstr. 75, statt. 2469b Der Borstand. _ I. A.: I. E g e, Roßstr. 12. ze«tralverbilul> der Konditoren n. rem. BerOge». (Mitgliedschaft Berlin). Montag, den 27. Dezember(3. Weihnachts-Feiertag), abends •Va Uhr, findet im Lokale deS Herrn Stabernack, Jnselstr. 10, ein Bortrsß über:„Lroberuvg des Nordpols" statt.(Referent: Dr. Joel.) Gäste willkommen.-DW Nach dem Vortrag: Gemüthliches Beisammensei« mit Tanz. Winterpaletots, ÄJÄ Regulateure spottbillig. Neanderstr. 6, Pfandleihe. Neujahrskarten auNürSet Verkäufer.»ermann Wolff, »«orgenktrchstr.«6. Jentslh. Porter Dessert- u. Malzkraftbier 1. Rang. Brauerei Burghalter, Potsdam, gegr. 1736, bes. s. Blutarme, Brustkranke- Bleichs., Wöchn., Rckonv.zc.d. leicht bekömml., nahrh. kräftigste Bier.- Jstblutbild.,beSH. bess. Gestchtsf. u. Gewichtsznnahm. übcrr. 14 Flasch. drei. 50 zehn M. erkl. In Geb.(V., Ve. Vi«) z.Selbst- abz. wesentl. bill. Allein. Versandtst. f. Berlin u.Prov. Porterkelleret Ringle r, Berlin, Brun- »enstrafte 162. NichtFlaschenzabl —Qual, entscheid. Spezialarzt f. Haut».Harnleiden. 10-2, 5-7. SouutagS 10-12, 2-4. Arbeitsmarkt TBcht. Formstecber finden dauernde Stelle bei gutem Lohn. 8/14* P. Rüttgers, Frankfurt a. N. Werkzeugschlosser auf Schnitte und Stanzen, recht gut eingearbeitet, findet bei hohe« Loh» dauernde Beschäfttgung in der Metall- knopffabrik von Raul Rübner, Markusstr. 5._ Damn-Kraze«-«. Mansch.- Arbeiterinnen werden sof. bei dauernder und sehr lohnender Beschäftigung an- genomme«. 9/18 «mit Riese. Leipzigerftr. 72. Ächtunö! Parteigenossen! ichlung! Sonntag(2. Wellinachtt-Felertag), den 26. Dezomber, In Schnegolaberg's Festsälen, Hasenhalde; O rosse Matinee zum besten der englischen Maschinenbauer, vcrnnstaltet bom Orchcster-Chvr„V o r>v ä r t S" und deö GeslNigveteins„M e l o d i e"an Komitee. Zenlralverein der Bildhaner. Montag, den z. Feiertag, im Böhmischen Brauhaus, Landsberger Allee 11-13; Gr."Weihnachtsfeier. Konzert: Nene« Berliner Sinfonie-Orchester. G e s an g: Doppelquartett„llarmonlet' BUhnenauffUhrungen etc. Alles Nähere durch die Programme. Eröffnung 8, Anfang 6 Uhr.[39/9] Entree 80 Pfennig. ' Tanz und Garderobe frei.• Uerem deutscher Schuhmacher Filiale III. 286/18 Am 3, Weihnachts-Feiertag, abends 6 Uhr, bei MUller. Alte Jakobstr. 32(Zcntral-Festsäle) s Gemtithl. Beisammensein und Tanz. Montag, d. 27. Dez., � abends 8 Uhr, bei Heinrieh Kllngenberg, Wilmersdorf, Berllnerstr. V. Dichter-Abend des Tcrelnz der Kunstfreunde von SdiUncberg. Tortrajf des Herrn Dr. T.nx „Moderne Dichter Deklamationen. Autoren: Richard Dehme), Hertmann, Arno Holz, Detlev v. Uliencron, Beitrag 15 Pfennig. Gäste können ein- gofülu-t werden. ft Rixdorf. Achtiliill! Sozialdmokrattscher Nerein„Uorwärts zzizl Grosse Matinee-■ am Sonntag, den 26. Dezember(2. Welhnachtsfeiertag), mittags IP/s Uhr, In GrUpler's Malon, Bergstr. No. 147. Auftreten der Hamburger Sänger. änt«Mrui geltnji:..Musikiiitenlist Anfang 11//, Uhr. 235/5—----- u Um zahlreichen Besuch ersucht BillctS 30 Pf. Der Borftanb. VergnügtesVeilmsebtsfest wsinscht allen Freunden und Belannten _ der alte Frewnd auf Pichelswcrder. ,,Ä)!ätsischer Igoy', Am l.'bom CÖf rein: Konzert und R a 1 1. Am 3. Weihnachts-Feiertag: Gronzcr Fest- Ball.— Anfang 4 Uhr. MM- Graste Qrchester.Musik.-MS Am 3. Weihnachtstag: in siiuimtlichen Räumen Vergnügen der Klavier-Arbeiter.- Anfang 4 uhr. Shlbester und Neujahr sowie jeden Sonntag: Graste» Ball.— Ain zweiten Weihnachls-Feiertag sowie Neujahr und jeden Sonnlag stehen die Restaurationsriluinc den geehrten Familien zur Berfiigung. Arbeiter- Bildungs- Schule Inzelztr. XO, vorn II. F.tnge. Lehrplan fflr das I. Quariai 1898. Unterrichtsfach Behandelter Lehrstoff Lehrer Rede- Uebung. National- Oekonom. Geschichte. Ueber den Aufbau der Rede. espreebung volkswirthschaftlich. und anderer Grundfragen. Die wirthschaftliche Entwicklung, Grossbetrieb u. Handwerk; KarteU- wesen; Arbeitsmarkt und Arbeitsnachweis; die Aufgaben der Gewerkschaften. Hellas und Rom. Dr. Conrad Schmidt Schriftsteller Richard Calwer Dr. A. Bert- hold Unter- lieht»- Abend Montag Mittwoch Freitag Der Unterricht beginnt in RedeUbnne Montag, den 10. Januar; in Natlonnl-Oekohomlo Mittwoch, den 12. Januar; in Gc- «chlchte Freitag, den 14. Januar. Jeder Kursus erstreckt sich auf 10 Abende und beginnt pünktlich um 9 Uhr und endet pünktlich um'/»II Uhr. Der Mitgliedsbeitrag beträgt pro Monat 25 Pf.; das Unterrichtsgeld für jedes Fach beträgt pro Kursus 1 M. und ist opilteztens am zweiten Abend zu zahlen. Der erste Abend jedes Kurses steht Jedermann zur unent- geldlichen Benutzung frei. Ausserdem finden in kurzen Zwischenräumen Sonntags- Versammlungen statt. ufni Strasse 40 a; Roul, Barnimstr. 42; ScblUer, Rosenthalerstr. 67; Glclucrt, Müllerstr. 7 a; H. KUnlsr«, Dieffenbachstr. 30. Alle Zuschriften sind an den Vorsitzenden P. JlUcke Jr., Berlin S.O. 33, Manteuffolstr. 128, Geldsendungen an den Kassirer H. KVnlgo, Berlin S. 69, Dieffenbachstr. 30, zu senden. 6/17 Der Vorstami. Feuerstein'8 Festsäle Alte Jukobslrasae 75. M. Marlin Herzberg. Grosse»ml kleine RiUlo zu Versammlungen unentgeltlich, sowie zu Sommer- u.Winterfestlich- toiton b. koulanten Bedingungen. Achtuns! Kein l aden. Nur eigene Fabrifalioii, 25 Cigarreu 1 Mark. Garantie rein auierlkaiitsche Tabake. Siippeittabaf 2 Pfd. 60 Pf. II. P. Blnslaee,(30088* Kottbnserstraste 4, ßur parterre. Frack» u. Gcsellschaftsanz., für jede Figur paffend, werden verliehen. ,1. Bar»eb, Kommandanteiistr. 72 1, 2441* Ecke Beuthstrabe. Mung! IV. Vtablkms! Achtung! Sonntag, den 26. Dez., im Ronzerthaus Sanssouci, Rollbuserslrasse 4a: Gr. Matinee der Norddeutschen Sänger W. Steinmetz, H. Cahnbley, H. Zimmermann, C. Reislng, Ed. Stobbe, E. Stangenberg und C. Frtck. Arrangirt von den 216/18 Parteigenossen des 4. Berliner Reichstags- Wahlkreises. Zur Anfführnug gelange«: Vis Verlorene Melke. Humoristisches Terzett. Ankaiis 18 Uhr._ Pragramm au der Kasse gratis. BUIet SO Pf. | Der llunttne Dlslemann. Humoristisches Gesamintspiel. IV. Wahlkreis! Montag, den 27. Dezember 1897(3. Weihnachts-Feiertag), im Lokale der Brauerei Friedrichshain, Am Konigsthor: Meihnachts Uergnngen arrangirt von den Parteigenossen des 4. Berliner Reichstags- Wahlkreises. Vohal» und Instrumental-Konzert Tie Musik wird von Zivil-BerufSinusikern unter Leitung deS Herrn Gran, ausgeführt. Oe�elvoeti-a«;. Auftreten de« Flk-Trlo. GesanFa-AnffUhrnns von LOO Silngcrn unter Leitung deS Herrn Stlt«. Nach dem Konzert! BALL. Anfang 4 Uhr. 216/19 . Billet 25 Pf., an der Sasse 30 Pf. Ble Vertranensmttnncr. Allitung! VI. Wahlkreis! Achtung! (Schönhauser Vorstadt.) Sonntag, den 26. Dezember(2. Weihnachts-Feiertag), in Puhlmann'sVaudeville-Theater, SchUnbauser Allee Ao. 148: Grosse WoMthätigkeits-Matinee für die Familie unseres verstorbenen Genossen Hiobard Hartmann veranstaliet von den Parteigeitossen der Schönhauser Vorstadt. Konaert, Geaung u. Vortrage, unter gütiger Mitwirkung des BereinS„Wünscher"(Gemischter Chor). Ansang U Uhr. Billets ä 30 Pf. Kasscnerösfnung 11 Uhr. BtlletS sind zu haben bei Ltetzle, Schwcdtcrflr. 33; Augustin. Kastanien-Avce 14; MarS, Kastanien- Allee 96; R t e b, Schlieinaiinftr. 48; Schmidt, Tresckawstrahe, Ecke DiedenhofcnerstraKe; Ramlow, Schön- Häuser Allee 135; Schulz, Pappelallec 106. 221/15 Deutscher Holzarbeiter-Verband. (Zahlstelle Berlin.) Montag, den 27. Dezember(3. Weihnachtsfeiertag), bei Keller, Koppenstr. 29 Weihnachtsfeier,«fÄJW Kapellmetsti ausgeführt vom„Heuon Bsrllner gonz.rt-orcliests�' unter Leitung de« KaoelluiessterS Rud. 7I»tz. Auftreten des Herrn Wlndlscli-Horst von den Norddeutschen Sängern. aus dem Französischen unter Mit- bedeutender hiesiger Bilhnenkräste. Leitung Herr Paul Priedrkeb«. GroHrv Vk�ll. �WU?IeFren-sblen ZQ?s. N3cb. Ankzng präzise 4 Uhr. JedeS Kind erhält ein L00S am Eingang gratis. Antsng präzise 4 Uhr. PS" Billets ä 30 Pf.-MU 272/16 Das Komitee. Verlobung bei der Laterne. SÄ> Leitung Herr Paul Priedrlcl sw Kupferschmiede!-mt Sonnabend, den 8. Januar, in Iteller's Festsälen, Koppenstr. 29: Großer Wiener Maskenball, veranstaltet von den Kupferschmieden Berlins, wozn Freunde und Gönner freundlichst eingeladen sind. Aufaag S'/j Uhr. 1101/31 Das Komitee. Billets ä 50 Pf. sind beim Komitee, sowie Beim Kollegen F. Aelsaen, Jnvolidensir. 138, zu haben. «n lealrslverbsllä 8. Saoüe!8-.7rav8port- u. Ver!ledf8Arbeile!' Veul8cbl. BerwaltungssteUe Berlin. Sonnlag, den S«. Dezemhor l8v7 (2. WeihnachtS-Fcieriag)! krasse WsisnSS im große" Saale der Vvouevei Isoiedrirlishelin(läps) Am Königs-Dhor. Konzert, Gesangs- und hnmor. Vorträge. Mitwirkung der Gesellschaft Sttzelewiez. Die Musif wird von einer stark besehten Kapell« der Freien Bereinigung der Zivil-Bernfsmnstker unter Leitung threk Dirigenten Herrn B. Tleta ausgeführt. Anfang IS Uhr mittags. 67/17] »illet» an der Kasse 30 Pfg. Die Ortsverwaltung. Mlissemtilt MjlhWeil. � fsInhaber�Felt» bapei___ Müller- Strafte tlT». 14«. Jeden Mittwoch und Sonntag: Kanzert. Theater- n. Spezialität.- Borftellung. Nach der Norst.: Ball. Mittwochs gelten Pnsse-partouts. Im November u. Dezember sind noch einige Sonnabende für Vereine frei.* Fritz Bau, Johannisthal Park- Restaurant Jeden Sonntag; Grosser Ball. Entree Herren 50 Pfg., Damen frei. Die Kasseeküche ist den Damen auch tm Winter geöffnet. Nehm« schon jetzt Be- stcllungeu für Soiumcrvergiiügcn an. Achtungsvoll Fritz Kau, 36898*] früher Skalitzerstr. 126. Schulz' Festsäle Neue Königstr. 7, am KänigSthar. I» den neu reuovirte» Sälen: Jeden Sonnabend und Sonntag: Großer Ball.:= Bereiuözimmer. Saal für Bersamm- luiigeu frei. Ed. Schulz. Gastwirth. Heinrich Briistle! Zu Deinem heuligen Wiegenseste Wünschen wir Dir das Allerbeste; Mögest Du das alte Jahr gut beschließe» Und im neuen recht viel Glück genießen. E. E. M. W. F. 0. W. F. F. K. C. B. Am 22. d. M. starb unser lieber Kollege, der Schriftsetzer Victor Greser im 59. Lebensjahre. 24746 Die Beerdigung findet am 25. d. M., nachm. D/s Uhr, von der Leichenhalle des Kirchhofes zum Heiligen Kreuz. Mariendors, aus statt. DI« 5stzoe der Nstlcnsl-Zeltting. Empfehle den Genossen mein Weiß- tt. Bairislh-BlerlM. Schönes Vereinszimmer bis 60 Personen fassend, noch einige Tage frei. JEM. Renter, Twittemnuderstrasje j45. F. Raulenberg's Feslsäle Orunicnstr. 180. Einige Sonntage u. Tannabend, d.»0. März noch zu vergeben. Allen Freunde» Ulid Genossen empfehle mein Weiss- n.Dairisch'Dier'l.oIial August Birk«, Weinberg»weg II B. Sonntng, heu 2. Jaiinan Grasirr Saal irei. KtiHhtiit. 27 c, Kliert LcW, empfiehlt sein Weist-»nd Uairisch- Bierlokal. 2 große Vereinszimmer Wteijlling'Fkrlt Müllerstrasie Nr. 178. Empfehle meinen Saal mit Bühne. 500 Personen fassend. zn Beriammlnngen. Hochzeiten und and. Feslllchkeilen.— Jede» Sonntag: Konzert II. Ball. Donnerstag: Tanz-Uuterricht. 7 Kegelbahnen. Will». Trapp Krieger s Feslsäle Wassertharsir. 68[3092L* empf. seinen Saal für Prtvatfestlich- keilen. Kränzchen, Vereinen und zu Versammlungen.— Jeden Sonntag, Dienstag u. Donnerstag: Sir. Ball. Cösliner Hof, Eöslinerstrgße 8, 61/17L« Nene Köttigstr. 39 X Gneisemmftr. 15. Betlfedern, dreif, zereinigte neue, vorzügl, füllend, Psnnd 50, 70, SO Pf, Halddaniien Pfd. 1,10, Halbdauuen, silber- hell.Pfd 1,60, Daunen von vor- zügl, Fitllkraft(3 Psd, genügen z, gröhten Oberbett) Pfd. 2,75, empf, das als streng reell bekannte, 1870 gegr. Spezial-Geschäft von i S. PoIlacU, Cf Anietistr, 61, j am Moritzplaiz, Rum. Echt und echt Verschnitt,- k Liter- Flasche Mark 1,60. 2,10, 3,10, 4,50, Nr. 3, Fa?,— ea, 50 pCt,— k Liter Mark 1.—. 5 Liter Marl 4,50. Fern- spvechcr „Eugen Heumann& Co. Amt IV. 0676. tkomptolr nnd Gesammt Kellereien, Berlin 8bV. 68 Lindenstr. 16/17. — Detail-Berkaufsläden: Belle-Attianeeplah 6u, Anit IV. 3670,— Neue Friedrichstr, 81.— Lranienstr. 160.— Genthinerstr. 20.— Grüner Weg 56.— Kommandantenstr. 67.— Wilönarkerstr. 35.— Schöneberg, Hauptstr. 130.— Charlottenb., Kais. Friedrichstr. 48. Achtung!- td..7. Fnixolh«, Nene Jakobslrastc 36, echten allen NordHiinser Liter Rt.l,—,'/-L,M,0,50, crtra alte Maare„„ 1,40,„„ 0,70, lilciilvcrleru»? von 10 ITg. an. Nenjnhrs-Karte»!'•S Billigste u. direkte Bezugsquelle f. Händler n. Wiederve rkänfer. Scherzkarten in 50 verschiedenen recht originellen Mustern k JOO St, 40 Pf, Echte Münchcner humoristische Postkarten ä 100 Stück 65 Pf, Derb humoristische Karten in großer Auswahl zu allen Preisen, M- Ganz besonders empfehlen wir unsere allgemein beliebten «ratnlationskarten> Sortimente, enthaltend 100 Stück sortirte Karten zum fabelhaft billigen Preise von 3 nnd 5 M, pro Sortiment. 8. 4t<4. Sanisohn, Berlin C., Kaiser Wilhelmstrasje 10a (unweit der Münzstrahe)._ ka.Mi• m• ini r Die Möbel-Fabrik Mobel-Eelegenbeitskauf.tetoiiiiiiiiMit«� '(früher Roscnthalerstr. 13) liefert bürgerliche Wohnungs- Einrichtungen schon von 150 M, an, Coulante Zahlungsbedingungen, Lager gebrauchter und verliehen gewesener Möbel, Eigene Tapezier- und Dekorattons- Werlstatt, In467L' Trausport durch eigene Gespanne, auch nach außerhalb. TilKlIch von 7 Uhr morgens bis 6 Uhr abends: Maus ftislsj gek. schiv. perls. und fiuil. zltisches. Rindfleisch,... pro Psd, von 30 Ps an, Schlveincflctsch..„„40 Pf, 120051.« TerwaUuiiK der Koclianstalt Stiidt. Sclilacbfliof In allen Ansschanklokalen Berlins. Fordert nur Berliner Möbel-Halle(Norden) («.»i,,) 130, Ackeestr. 13« .— ,■ Empfehle zu asgT* WelhnucbtsppHsenten:"dfgß Ranchtische, Cittarrenspindcn, Konsole, Eta�ren, Schlrinstiindor, Handtuclihalter, Vlihtlsclie, Shnlen, Biunicntisclie, Klaviersessel, Bauerntische, Teppiche etc. in reichhaltiger Auswahl zu billigen Preisen, und Agisterwaaren Franz Tutzauer, ♦Vl-WVn Dischlcrmeiftcr, Berlin SW., Hlücherstr. 14. Kur-fiade-Anstait und Massage für Rheuma-, Dicht- und Nerirenkranke v£Äe von Ha FißaniSj Brunnenstiasse No. 16.[30068* Loh-, Dampf- und H e i ss I uf t- Ka■ te n- B ä d«p, Kohlensaure und andere mediziuischa, sowie Wannenbäder. Lieferant u. Masseur sämmtlioher Ortskranken- u. Freier Hilfskassen Die Filiale nnr für Massage ist Thurmstr. 46(4— 5'/« Uhr.) I.angJtUiriscr, nicht in einigen Tagen ausgebildeter Anntalts-iMassenr. NB. Bitte meine Anstalt nicht mit der Brnnnenatr.X zu verwechseln Arkonabad 34,Aiiklainerstr.34zK:W�'.') Wannen- u, medizinische Bäder sowie russisch-römisch und Vorzügliche Kaftendampfbäder mit Einpackung, Massage u, s, w, Annahme ärztlicher Verordnungen für Bäder der Orts-, Jnnungs-, Fabrik- und freien Hilss- _ Krankenkassen Berlins und Umgegend.[3301L vorzüglich, unter Garantie, seht schmerzlos ein; schmerzloses Zahnziehen, Zahnschmerz beseitigt ' ilzch'--'" ahnziehe« frei. Zahu- anteuffelstr, 43, L Ecke Oranienstrahe. Spr. 8—10 und 1—3 Uhr. Künsti. Zähne,>> unfehlbar sofort. Reparaturen, Theilzahlung, Goldstein. Oranicnstr, 123. l! Ciub-Pfeifen, Harsch-, Shng-, Jagd- Pfeifen aller Art. Scheunert& Wirth. O., Blumenstrasse 13. Echt chinesische Mandapinendauneit das Ffnnd Mk. 2.85 naliirliche Daunen wie alle in, L ländlichen, aarantirt neu und I ftaubsrci, in garbc ähnlich den I Eiderdaunen, anerkannt füA k kräftig undhaltbar: 3 Pfund genüg«» zum grohen Ober- bett. Tanscndc Zlnerkennungö- schreiben, Verpackung umsonst, Versand gegen Nachn, von dcrl erste« Bettfedernfabrik mit elecirlschem Betriebe f Gustav LustigJ BerUn Prwzenstraße 46. Msn v rlangc Preisliste.| VmMh° ziiriilkgesthter Mter 1 -tt w Teppiche!!| UorttöveuN| Gardinen!! Stippdeckeu!! erstaunlich billig. Teppich-Hans EmiihcfCvre,Bttliil8 Oranienstr. Prachtkatalog I mit buntfarbigen Teppich- JNnstrattoncn, sowie zirka 20«) Gardinen- und Portisren-Abbil- düngen in künstlerischer Aus- führnng auf Wunsch gratis und franko! 20048* tirUsstcs Tcppichhans Berlins. � ! Trauringe SU«. Dukaten, ge- 2 Duknt, 22,50 M. 1>/7Dukat, 17,50M, Kroiien- gold gestomp, 000, 7 Gramm 20,50 M, 5»/, Gramm 15,50 M, Alle andere» Goldsachen ebenso reell, s2724h Hugo I,en>cIte,A»giiststr.61pt, »ahe d, Oranieuburgerstr, Gegr. 1840, lHerrenchüte! Weiche von 1,50 an, Kinderhüte und Mützen in grober Auswahl, 2175b Pritis Wcllh, giixdorf, Hobrechtstr, 78, pt,, am Hermamiplatz Möbel in lebem Stil und lebet Holzart äu Herst billig, auch aus Theilzahlung, Gr. Lager gebrauchter und verliehen gewesener Möbel 37168* Oranienstr. 73. Reeil und hiliig kauft man in der Norddeutschen schuh- fabril von W. Hilschke, gegründet 1872, Skalisterstr. 13, Ecke Admiralstrahe, mit.Kottbuler Thor,» saubere Herren- Garderobe Tomporowski, Jüdenstr, 37, I.* Bald unmöglich I Aber doch bin ich im stände, durch billigen Gelegeuheits-Eiukauf grober tosten Winteisioffe Anzüge, reines ammgarii, für 30 M,, Paletots für 24 M,, Hosen für 6 M, zu liefern, Fertige Anzüge für 1 l M,, Paletots für 10 M,, Jovpen 4 M,, Hosen von 1,50 M, an; eigenes Fabrikat, Auch wer Stoff hat, fertige Anzüge nach Maah, beste Zuthaten, engl. Schnitt, für 18 M, Bei Einkauf von 10 M, fertiger Sachen eine Hose gratis, 32538*1 Manteuffelstr. 33, Part. Pdpilliffii Muffen, Kragen, Barets, Herrenkragen, Mützen, taufen Sie nur bei Kürschner J. Strcbiow. seit 29 Jahren, HM" Brückenstr. 15a.-WG Herrcu-Hüte in allen Farbe» und _ Fayons 2,40 Mark, 35788* A.44.« Steppdecken, Gardin,, Wäsche Vtltlst/spottbill.Neanderstr.ö.Pfandl, in verschiedener Packung und größter Auswahl, spigurrrrrai rein überseeischer Rippentabat Pfd. 2b Pf,, z« Weihnachtsgeschenken empf, Panl Mettchen, Pankotv, Wollankstr, IIb, Restaurant„Snngerheim«, O. Blumen-Straste 38.[• - Telephon! Amt VII Nr. 3766. Arbeitsnachweis der Möbelpotirer, Brauer, Brauerei-Hilfsarbeiter. Zahlstelle des Verbandes der Holzarbeiter, Metallarbeiter, Buchbinder, Maler, der Orts-Krankenkafle der Mübelpolirer, der Zentral-Krankenlasfen der Schuhmacher, Maler, Gold- und Silberarbeiter, Buchbinder und des Wahlvereins des 4, Berliner Reichstags-Wahlkretses(Osten). Uoberf Scheere, Äug. Günther,«» w Weist- nnd Bairtsch-BIerlokal nebst gr. Bereinszimmer. 33938« M Mörschel l, Jüdenstr. 3SP6, -»V» V 4- f WIt- 3 f 34468*] Pferdebahn vom Moritzplatz für 10 Pf. bis zur Brauerei, MÄt«!«, Markgrafen-Damm zwischen Stralauer Allee u, Bahnhof Stralau-Rummelsburg, empfiehlt sein neu erötsnetes tzVelss-»nd liaZrischhler- l.okal. NRX?ämt2 Vlrth8h»u8-um„Allhljchlcr'I". Brandeuburgstr. 54. nahe RitteistraHe, empfiehlt seine exquisite» Weine und Biere(Weih, Bairisch, Kulmbacher, G rätzer w.), lowie zu jeder Tageszeit kalte und warme Speisen in gruhter Auswahl, AM- Grosser Mlttaxstiseh.-NA 30548« Bercinsziöimtt. BiArd. AaHlreilsie ,1eit!nlp. Reslaurant„Sanssouci", Schmargendorf. Ein fröhliches Weihnachtsfest rufe allen meinen werthen Gästen, Freunden und Bekannten aus Sanssouci, Schmargendorf, freundlichst entgegen, und lade sie hiermit ganz ergebenst ein, mich mit ihrem werthen Besuch in den Feiertagen zu erfreue». Für grobartige Ueberrafchimgen ist bestens gesorgt. Am erste» Feiertag: Unterhallungs-Mustk, Entree frei, Am zweite» Feiertag von 4 Uhr ab: AK?" Grosser Weih. nachts Hall verbunden mit Gratis WeihiiachtS-Bcschccrungö« Polonaise.— Dritten Feiertag: Stach seier, Hochachtungsvoll und ergebenst 2434b_ l'h Khiisc, Gnstwirth, Viktoria-Garten Treptow. In dem neu renovinen Saal am Sonntaf)) den 2. Feiertag psab Grosser Ball, wozu ergebenst einladet Schniebera lOO GOO Mstnnonikas* mir meiner selbsterfundcneu, qarantirt unzerbrcchlicken Spiral- Clnviqtur-siet'eruyc, habe ick bereits seit kurzer Zeit verkauft. Nickt eine einzige Rcklametiott wegen Brocken oder Labm- werden meiner neuen Tastenfederung is» in dieser Zeit eilt- gegangen. Diese Federung ist in ,erschicdenen Ländern pateuttr«, w DeMschlai.»»mer D.-Ot.-Ä.-M, l>!o, 47402 geschützt. Ich»ersendo tiir mir S Mark! (taen Nachnahme, al» dokou>>»>-» Kpe.latität, eine »«»gantr«»»«rt-Zoz-Sirrrionika, mir einer h«irirchcn0-chöirq«i>Oigeknnjik,t5laoiainrin,Epiral- sederung»nd abncinxbarer Rückenlheck, 10 Tasten, ev l'veiieStimme!' 2 Läfl-,2Neg>fter, brillonre Nickel- bclil'liige, offene Nickrl-ü inoioenr mit einem breiten Ltickelstab umlegt, gurr-"'rtemsalg mirLDopp-l- biilgen, 2 Zubalier, iarr..le Balgsalren mit Mciaff- «ckenschoner, W en, HIth-, Berpackung»nd Selbst- -rl-rnschnle iimionft. Kiew» z»sti:,me»t mit ha?,»o»tfch»u< Slodwnspiel une 30 Pf,, mehr. IHiir j« beziehe» durch den Erfinder Aewr. Sichr. Ucnrnradei.W. Zlachivtislich iilteslsr und größter Zarmonilia» Versand in Deuenrade.« Dr. Rmgelmann Spezialarzt für 36038 ♦ Haut-, Harn- und linterleibs- leiden. Friedrichstr. 160, zw. Linden n. Behrenstr. 11— 2. 5— 7. Baer Sohn Fabrikation m Herren- � Knaben- Bekleidung 24!Cliaiissßßstr.24' ll.Brlckenslr.lL 16. Grosse Frankfartatr. 16. Dr. Sehaper,) I homöep. Aratl' Ufer 25, an der Potsdamer Brücke. 1 SpeEialaret für Haut- u. I 1 Harnleiden, Fraoen- j | krankheiten. Sprechstd.! 9—1, 4—7. Sonntags 9—1. Sonnabend, den 1. Feiertag sind unsere 3 Magazine gänzlich geschlossen. S o n n t a den 2. Feiertag von 7-10 und geöffnet. S, 12-2 ülir Metzner's Korbwaaren- Fabrik. Berlin. Slndreasstr 23. vis-ä-vis dem Andreasplatz. II. Weschüst: Bruinienftr. SS. vis-a-vis Humboldh. III. Geschäft: Benffelstr.«7(Moabit). IV. Geschäft: Leipzigerstrasse(Spittel-Kolonnaden). 6'ttthpffllrtrtPlt«rösttes Lager Berlin«. �llilOKVIMngLlI, Musterbücher gratis. innn Movlr snhle ich jedem, der mir in Berlin ein gröberes Kindcrwagen-Lägcr Spezialarzt f. Haut- u. Harnld., Beingeschwüre und Lupus. An der 8tadtl»al»n X4, (am Bahnhof Alexanderplatz.) Sprechst.: 9—12 und 3— ö. Freitags keine. Poliklinik: D°nÄag.)s-wv. ?r\L\. Zahnarzt Vronker Plombiren, Zahnziehen(schmerzlos, durch Lachgas rc.), kunstl. Zahnersatz. F.el|>?!lsrer«tr. SO, 9—6. Zähne i.9!t.2i«SS!. n-riiii Olga Jacobson 63/11* Jnvalideustr. 145. Künstliche Zähne. F. Tiesscns, Nosenihalerstr. 61, 2 Tr. *j Theilzahlnng pr. Woche 1 M. Brach bandagen aller Art, Leibbinden. Spritzen. Suspensorien aller Gröben, Unter- lagestofse. Berbandftoste, sowie alle Artikel zur Krankenpflege empfiehlt 34068* J.Ch. Pollmann, 30. Liumlstraße 30. Mr Eigene Werkstatt. Zk-iahr prakt. Ersahrungen. Lieferant stimmil. Orts- u. Hilss-Sranlenlassen. Zu kaufe» gesucht, z« guten Preisen: altere sozia- listische Bücher und Broschüren(von Weitling, Marx, Engels, Meh- ring ,c.) sowie Zeitschriften(„Sozial- demokrat",„Bolksstaat",„Vorwärts", „Nene Zeit",„Gesellschft" rc.) auch w einzelnen Nummern. s343bL* Berlin NW., Luisensir. 31, Bnchhand- lnng S. Ealvartz«.<5o. Homöopath. Für Tischlermeister! 137841* Mßh.-zourniere,� eichene Fourniereu. s.w. find wieder eingetroffen u. empf. solche billigst. Mübel». i. Zahlung genonim. J. David'» Möbel-Magazin. Scharrnstr.io, a.d.Gertrandtenstr Arzt Dr. Hoeach, Linienstr. 149, 8—1» 5—7, Sonntags 8—10, f. Brust-, Unterleibs-, Frauen-JCinaer-, Haut-, Nervenkrankheiten Poliklinik Liesepstr. 17. 2—3 Uhr._ 3009L* 2996C*1 als das meinige nachweist. Heutsehe 8ehuh-� abrik vorm. G. Markus& Co., 6 es. m. beschr. H. Erfurt-JlversgeHofen MM Gustav Scharnow besteht seit 1860. Uhrmacher Berlin S. besteht seit 1860. Renommiiles Fabrikat. Beste Zuthaten. Wir empfehlen: Herrei»-2nxstletel, gewalkt. Spezialität,...SM. „„„ ohne Naht. Spiegel«,50 M. „„ Besatz n. Knopfvcrziernng 3,00, 4.50, 5.50, 0,50, 7,50 bis 15 M. „ Agraffen Stiefel, Besah, 0,50, 7.50, 8,50 bis 18 M. „ Schnür-, Kng-, Hans-, Kellnerschnhe in den Verschiedensten Dessins und Preislagen. Arheltsschnhe, reell, solid, kräftig, A,50 biS 0,50 M. Schaftstiefel. Reitstiefel. Damen-Zngstlefel ä.OO, 3.50. 4,50. 5,50 bis Ick M. „ Knopf-«.Schnürstiefel, elegant, mit Besatz u Kappe, von 5,50 M. an. „ Schnürschnhe von 3.50 M. an. ,, Ransschnhe........ von 3,00 M. an. Knaben-, Mildchen- n. Kinder- Stiefel«. Schuhe, ättberst solid gearbeitet, zu llnerkanut sehr biklilleu Preisen. Ballschnhe in den gcschinadvollstcn Mustern von 2,50 M. an. Gröbte Auswahl in«nniinl-, Vnrn-, Reise- u. KU»- schuhen, sowie Pantoffeln in allen Preislagen. Die Perkoussureise nierdeu ttuu Her Fubrik aus aus Hie Sohlen ausgestempelt, Häher jede Uederoortheilllug 30008* Terknnfs stellen: I BnnHn SW., Belle- Alliance- Düsseldorf. Schadvwstraß«»7. Vvl IIll swabe 102. Köln a. Rh., Eigelstei» 6«. „ V., Rosenthalcrstr. 63/64. Frankfurt a. M., Liebfrauen- Stettin, Reisschlägerstrabe 14. berg 26. i Hannover. Klagesmarkt 7a. München, Sendlingerstrab« 10. Hamburg, Steiustrabe 16.„ Dalbauerftrabe- 33. Bremen. Faulenstrab« 75.„ LaitdSbergerstraße 7. 152, am Moritzplatz. GrobeS Lager aller Arten Uhren, vorziigliche Fabrikate, 5 jähr. Garantie. Anerkannt billigste Bezugsquelle. 3577L* Kompl. Federbett, grob, in. neuen Federn, Bettstelle, Matratze und Keilkiffen, alleS zusammen 83,—. Daffelbe feiner 33.—, 43.—.«3.—. 73— u. höher. Betten- Fabrik, Stand 10,—. 11,50, 18,-, 30,- bis allerfeinste. Stopfen der Betten aus Wunsch ini Beisein der Käufer. Bettstelle», deutsche u. englische, für Erwachsene und Kinder. Polster- Bettstellen. Ehaiselongues. Matratzcnfabrik. Kinderwagen, Niescnanswahl, hochmodern 10.-, 16,-. 20,- bis allerseinfte. fluider. stichle, Puppenwagen. ��81. Kinderwagen- und Schlafmöbel-Bazar„Baby". I Fnvalidenstr. ICO, n. d. Markthalle. U. Alexanderstr. 44(Alexanderplatz), III Oraniensir. 70, Ecke Kommandantenstr. IV. Reinidendorferftr. 2 O-U. V. Charlottenbnrg, Wilmersdorferstr. 22, 1. AM- Für Mcderverkäufcr nur Jnvalideustr. 160. Auch Theilzahlnng gestattet v. 1 Mk. a» wochentl. ei�vaareu, Hüte, Schirme. Gewähre den Genossen. bei Vorzeigung dieser Annonce 5 pCt. lillo Ceriioldl, 2. J. Baer, « [3010a* 1 Berlin N., f nur Gesundhrnnne« l • 26, Badstraße 26, ä S Ecke Prinzen-Allee, c Z empfiehlt, wie bekannt, in reellster Aus-& g siihrung und allerbilligsten Preisen» �Llerren-u.Xvabell-k s Garderobe, I *— Arbcltssachen.—« Anfertigung nach Maass. Preisliste von Carl Stier tar mm* Herren- und Knaben- Garderobe. Oranienstr. 168. Potsdam? Brandenburgerstrasse 23. Zar z» nachstehenden Winter-Saison «ttpfehle meine durchweg sauber georbeiteteu u.elezout sitzende« Fabrikat« billigen Preisen: k. Anzüge. Jacket-Anzne von dunkel oder farbig melirtem Zwirn-Buckslin 1- oder 2-reihig....... Sacket-AnzmU von kräftigerem ZwirnbuckSkin., dacket-Anznx von blau oder schwarzem Cheviot 1- oder 2 reihig............. Jacket-Anzug: von Zwirnbuckskin, schön«, neue Muster, haltbar und solide......... Jacket-Anzng von schwarz, braun oder blau Cheviot, eleganter Anzug........••• Jacket-Anzne von melirtem Diagonal-Chevlot, sehr solider Anzug..,..........-. Jacket-Anzne von[] Velour, hochmoderne Muster, haltbarer Stoff............. Jacket- Anzug von schwarz oder blau Kammgarn- Cheviot, mittelstarker, eleganter Anzug..... Jacket-Anzng von Diagonal-Kammgar» 1- oder 2 reihig.............. Jlackct- oder Rock-Anzng von Aachener Kammgarn, eleganter Anzug........... Jackct- oder Rock- Anzug von melirtem Kammgarn, feiner Promenaden-Anzug...... Jacket- oder Hock- Anzug von Diagonal-Kamm- garn, Cheviot, fester, eleganter Anzug 39,—. 33,—, Jacket-Anzng von festem Diagonal-Cheviot in ganz neuen Karben, hochmodern......... Jacket-Anzng von prima Cheviot, schwarz, braun oder blau, sehr haltbar und hochelegant 48.-, 45,-, 4».-, Jacket- oder Rock- Anzug von Kammgarn, sünsie Qualität...... 50,—, 45,—, 42,—, Jacket-Anzng von feinen deutschen und echt eng- tischen Neuheiten...... 50,—, 45.—, tZehrock-AnzngvonDiagonal-Kammgarn.sehreleg. <»ehroek-Anzng v. sehr seinem Aachener Kammgarn Plehroek-Anzng von ff. Aachener Tuchlammganr, hocheleganter Gesellschafts-Anzug...... i«.- m 18,—, 18.-. 22,50. 85.-. !».-. 25,—. 27.-, 27.-. 30,-, »».-. 80,- 88.-. 8«,-, 88.-. 3«.-. 3«,-. 45.-. 50.-, B. Hose«. 1,75 m. 2,25. 2,75. 3,10. 4,50. 5.50. 6,50. 8,00. 5,50. 8,50. 5,50„ 6,00. 8,50, Hosen von gezwirntem Stoff......... Hose von Moleskin oder gezwirntem Baumwollstoff. Rose von krästigem, gezwirntem Stoff, schöne ge- streiste Muster............. Mose von Zwirnbndskin........... Hose von schwerem Buckskin, gestreiste dunlle Muster Rose von Zwimburksli», schöne gestreifte Muster, sehr haltbar................ Hose von kräftigem Velour, hell oder dunkel... Rose von Velour, in schwerer Maare...... Hose von Kammgarn, Jmit.......... Hose von gestreiftem Kauimgarn, sehr schöne Muster Rose von Cheviot, in schönen melirten Farben.. Rose von Farster Zwirnbuckskin, fest n. haltbar 7,50 u. Rose van Aachener Kammgam, schöne, dunkle Muster Rose von Kottbufcr Zwirnbuckskin oder Cheviots, elegante, sehr seine Muster, solide im Tragen, 15.00. 13.50. 12.00. 11.00, 10,50 bis... Rose von Aachener Kammgarn, hochelegante Neu- h-iten 16.50. 15.00. 14.00. 13.50. 12,00 bis Rose von schwarzem Satin, Tuch-Kammgarn, Kamm- gam od. Buckskin 16,50, 15.00, 12,00, 10,50 bis C. Knaben-«nd Knrschrn- An'üoc. Knaben-Anziige für das Alter von 3—8 Jahren, in schönen, neuen Mustern, helle oder dunkle Farbe». von 4,00 Mt. an. Knaben- Anzlige für das Alter von 7—12 I.„ 7,50„, Jünglings Anzüge.......... 12,00„ Einsegnungs-Aiizttge in Satin, Kammgarn, Cheviot rc........... 30—12. Knaben- n. Jünglingsmäntel zu s-hr billige» Pr«*«. Die festen Preise sind an jedem Gegenstand deutlich«» gegeben. Handel ansgeschloffen. In meiner Abtheilung für Mastanfertignng befindet fich ein ansterordentlich reichhaltiges Stofflager mit allen Sien. heite» ausgestattet. 9.00 11.00 8,50 und Mastanleitung sende ich nach«ufterhalb und ...----- sx Muster_____________ J____________ garantire für tadellose Ausführung und eleganten Sitz« Veraniwortlicher lltedaktcur: Aug, ist Jacobry in Berlin. Für Ku Juserateutheil verantwortlich: Th. Gloste i» Berlin. Druck und Berlag von Max«ading in Berlin. stjoi. Ii ZchW». 3. Keilage des Lmlirts" Kerlim Wlksd!M.s'°'"t'».K.S'!m»tti8S7. rikernrifcsz.e Nundstsinu. Schriften zur Franenfrage: Dr. PauIvonGizycki: Das Wdb. Fragmenle zur Cchil und Psychologie aus der Weltlileralnr. Berlin, 1897. Ferd. Diimmler's Verlag. Gr. S<>. 775 S. Preis: 7,50 M. Laura M a r h o l in: Zur Psychologie der Frau. Erster Theil Berlin, 1897. Verlag uo» Carl Duucler. 6«. 330 Seiten.- Preis: 4.50 M. Minna C a u- r: Die Frau im neunzehnten Jahrhundert. Berlin, 1398. Verlag von Siegfried Cronbach. Kl. 3». 150 S. Preis: 1,50 M. (5 l i z a Jche» Häuser: Die politische Gleichberechtigung der Fran. Berlin. 1393. Verlag von Carl Duncker. 3». 83 Sitten. Preis 1.50 M. M. O st r o g o r s ki: Die Frau im öffentlichen Recht, ülutorifirte Uebersehniig von Franziska Sleinitz. Leipzig, 1697. Verlag von Otlo Wigand. 8". 240 S. Das Jahr 1897 hat»ns mit einer Flulh von Büchern und Broschüren beschenkt, welche die Frauen und die Frauenfrage be- handeln. Es hieße wieder ein Buch schreiben, wollte man sie alle kritisch erörtern, wir können»ns daher nur darauf beschränken, aus dem Gebotenen das allgemeine Ergebniß z» ziehen und einige, für die Frauen und die Franenfrage besonders charakteristische Werke aus der Menge hervorzusuchen. Paul von Gizycfi's Anthologie beansprucht unter ihnen die erste Stelle. Nicht nur weil es als eine San»»- lung von Aussprüche» über die Fran von den älteste» Zeiten bis zur Gegenwart einzig in seiner Art dasteht, und zum Nachdenken über die Probleme der Frauenbewegung anregt, wie kaum ein anderes ausdrücklich zu diesem Zweck geschriebenes Buch, sondern Haupt- sächlich deshalb, weil es den Frauen ihr eigen Bild vor Augen hält, wie«S sich in den Köpfen der Dichter und Denker gespiegelt hat. Der Anblick ist beschämend und empörend zugleich, aber selbst ohne die Vorrede, in der der Herausgeber sich als warmen Freund der Frauenbewegung bekennt, muffen wir das Werk trotzdem als eine der schärfsten Waffen für den Befreiungskampf des iveib- liche» Geschlechts bezeichnen. Denn die Erkennlniß des eigenen Elends und der Versklavung ist allezeit der erste Schritt zur Eue pörung dagegen gewesen. Und dieses Buch muß selbst den Kurzsichtigsten,— leider gehört die Mehrzahl der Frauen zu ihnen—. die Augen öffnen.„Es ist eine durch den Verlauf der Geschichte vielfach bestätigte Erfahrung," sagt Gizycki,„daß herrschende Klassen sich nicht damit begnügen, die Unterdrückten ihrer materiellen Vortheile zu berauben, sondern daß sie ihnen auch noch... den Stempel der Dnnunheit, Albern- heil, gemeinen Gesinnnng, kurzum der Erbärmlichkeit und Lächerlich- keit aufdrücken.... Es scheint, als ob das Geivissen der Herren einer Nechtfertigung für ihr Unrecht in der Geringschätzung ihrer Untergebenen bedurfte. Auch die Frauen sind in der Vergangenheit stets in Sklavenfeffeln gehalten worden, auch sie sind... tausend- fach gezwungen gewesen, sich vor den Augen ihrer Herren verächtlich zu machen und zu prostituiren und man hat denn auch die populäre Theorie von ihrer geistigen Inferiorität, ihrer moralischen Unzurechnungsfähigkeit zur Recht- fertigung ihrer Unterdrückung gemißbrauchl".— Wenn wir aber dies Buch über die Frau mit dem Auge der Fran, daS, sobald es einmal die künstliche Binde verlor, das eigene Geschlecht schärfer sieht, alS das des Mannes, genauer prüfen, so müssen wir uns auch sagen: nicht männliche Herrengelüste allem haben die Feder geführt, es ist nur zu oft die vorurtheilslose Erkennlniß der Wahrheit gc- wese». Und wir sind diesen scharfen Kritikern viel dankbarer, als den galanten Verehrer», denn die einen fördern uns, während die andern unS niederdrücken. Paul v. Gizycki hat mit großem Fleiß gelesen und gesammelt. er hat aber sichtlich, über der Freude bisher Unbekanntes ans Tages- licht zu fördern. Bekannleres vergesse», obwohl es sich oft um be- sonders werthvolle und charakteristische Aussprüche handelt. So ist z. B. Goethe zwar mit einige» Gedichten und Epigrammen vertrete», während zahlreiche Prosastellen ans seineu Gespräche», seineu Briefe» und Romanen vollständig fehle». Schiller fehlt fast ganz, was wir nicht etwa bedaner», weil sein Frauenideal uns besonders auziehend erscheint, sonder» weil es»och heute dasjenige des bürgerliche» Philisters und daher von großem kulturhistorischen Interesse ist. Wir hätten dafür,— um da§ so wie so sehr starke Buch nicht über- mäßig anschwellen'zu lassen—, ein gut Theil der ziveiselhaste» Weisheit des modernen Modcphilosophen Mantegazza daran- gegeben. Auch den Vorwurf einer andere» Unterlassungssünde könne» wir dem Herausgeber nicht ersparen. In richtiger Erkenntniß des für seinen Zweck Nolhivendige» hat er Aussprüche von Frauen über sich selbst— wie die der Baschkirtseff— und über ihr Ge- schlecht— wie der Marholm, der Reuier». f.>v.— gebracht, die Auswahl aber außerordentlich beschränkt, während gerade die Urlheile der Frauen über Frauen nicht nur einen hohen psychologische», sondern anch eine» bedeutende» kullur- lnstorischc» Werth haben. Eine ganze Reihe Sentimentalitäten Michelel's hätten gut den interessanten poetische» und prosaische» Aussprüche» einer Viltoria Colonna, einer Nabel Varnhageu, einer Dorothea Schlegel und vieler anderer Frauen Platz machen können. Für die Kenntniß des Lebens der Frau in den verschicdenen Perioden der Geschichte ist nichts so werlhvoll. als ihre Briefe, die meist ohne die Absicht der Veröffentlichung geschrieben wurden und daher das Denken und Fühle» der Schreiberi» am reinsten wieder- geben. Zu diesen AuSslellungen werden wir veranlaßt, iveil der Heransgeber selbst gerade auf die kulturhistorische Seile seines Werkes besonderen Werth z» legen scheint. In den Abschnitten über Ehe und Mutterschaft nud über die Prostitnlion zeigt er durch Zitate der Schrislslcllcr aller Zeiten und Völker, wie die Eilten und Gebräuche und infolge dessen die moralischen Anschauungen einem stete» Wechsel unterlagen; in de» Abschnitten über die Psychologie des Weibes und über die Liebe vernachlässigt er dagegen dieses wichtige Moment. Hätte er die Frauen verschiedener Zeiten gerade hier mehr zu Worte kommen lasse», das Allgemeinbild wäre vollendeter und klarer geworden und ei» so wichtiges und groß «ugelegtes Werk wie das vorliegende würde dann nichts mehr zu wünschen übrig lassen. Vieles wird der Hera»sgeber noch nachhole» können, denn sein Buch macht die Verössentlich'nng eines ziveile» Theils geradezu zur Pflicht. Wie er selbst sagt, konnte er wegen des großen Umsangs ans die wichtigen Fragen der Franenemanzipation und der Franenarbeit noch nicht eingehen. Sie sind aber für die Psychologie des modernen Weibes, für ihre ethische nud murthschaftliche Stellung in der Gesell- schast von allergrößlem Werth. Wen» Gizycki in der Vorrede sagt: .Mit ihren Sklavenkeltcn werde» die Frauen anch die Vorurlheil« von ihrer Eitelkeit. Schwäche, Veränderlichkeit zerbrechen und von sich abschütteln; sie werden die Sklaveulaster mit der Sklaverei ab- lege» und hoffentlich auch die Sklaventugenden". so'erwarten wir von einem so gründlichen Kenner der Fran und ihrer Geschichte. daß er zeigt, wie sie um ihre Befreiung kämpft, was sie erreicht»ud wie der Kampf und sein Preis auf sie einwirkt. Erst dann wird er sein Werk vollendet haben und erivarte» könne», daß die Frauen, wenn sie mit de» daraus geschöpfte» Lehren ihre persönlichen Erfahrungen verschmelzen,„vorzüglich geeignet nud de- r»se» sind. ueneS Licht auf die Gebiete der weiblichen Psychologie zu verbreiten".,, Durch Dichtungen, durch Memoiren und Tagebücher habe» dre Frauen schon viel zur Erkennlniß des weidlichen Seelenlebens bei- getragen. Vergebens aber sehen wir iniS in der neueren Literatur zur Franenfrage nach dem Werke einer Frau um, das einen rei» ivissenschaftlichen Charakter hat, das von gründlichem Wissen, wie selbständigem Denken zeugt und den Beiveis für die Gleichwerthigkeit des weiblichen mit dein männlichen Geist« liefern könnt«. Fran M i n n a C a u e r. die zu den Führerinnen des linken Flügels der bürgerlichen Frauenbewegung gerechnet wird, hat es unternommen, über die Frau im nennzehnten Jahrhundert ein Buch zu schreiben.„Beim Studium erst," so sagt sie im Vorwort,.fiele» mir die großen Schivierigkeile» anf. die sich diesem Unterfangen entgegenstelle» dieses ehrliche Bekenniniß stimmt zwar den Kritiker milder, der Kämpfer aber für die Rechte der Frauen kann trotzdem das lebhafteste Bedauern, daß dieses Buch das Licht der Welt erblickte, nicht unterdrücken. Die Verfasserin hat, wie auch ans einigen Bemerkniigen in der Vorrede hervorgeht, das unklare Gefühl, daß die Frauenbewegung mit der allgemeinen Entwickeln»» zusammenhängen muß, sie hat wohl anch von der materialistischen Geschichlsauffaffnng etwas gehört; statt»nn aber die Frau im 19.Jahr- hundert und ihre Stellung in der Gesellschaft aus den wirthschasllicheii nud sozialen Zuständen heraus zu erklären, sucht sie sie in einen geradezu komisch wirkenden Zusammenhang mit der äußere» poli- tischen Geschichte zu bringen! Sehen wir uns nur einmal die Anfangssätzs des 3.. 4, 5. und 7. Kapitels an:„Napoleon war gestürzt, das Volk hatte für die Freiheit Opfer anf Opfer gebracht, die Frauen hatten bewiesen, daß sie sich zum Volke rechnen." Wo- durch? Etwa dadurch, daß sie ihre Ketten und Ringe, zuweilen sogar ihre Zöpfe auf den Altar des Vaterlandes niederlegten?! —„Friedrich Wilhelm IV. hatte den Thron bestiegen.'Aller Augen waren anf den interessanten Fürsten gerichtet."—„Die Revo- lntionen waren besiegt. Die Reaktion init all ihren sich gleich- bleibenden Begleiterscheinungen trät ihre Herrschaft an."— „Deutschland hatte seine Einigung erhalten. Durch Blut und Eisen, so heißt es, ist es znsammengeschivecht worden."— Nach diesen Leitsätzen ist es ein Kunststück, die Geschichte der Frau damit in Berbiuduiig zu bringen. Trotz aller Quälerei gelingt es der Verfasserin natürlich nicht. Sie selbst sagt:„Um die Frau im 19. Jahihunderl zu verstehen, müßie man eine» völligen Ueberblick und eine liefe Forschung über die Frau im 13. Jahrhundert haben und dieses baut sich doch wiederum auf das 17. auf." Ganz richtig! Wir sind sogar so kühn, noch weiter zu gehen und erklären, daß das 17. dem 16., das 16. dem 15. n. f. s entspringt, und wir sind so unbescheiden, von einem Schriftsieller, der ein ernst sein sollendes Buch über die Frau im 19. Jahrhundert schreibt, zu verlangen, daß er die Eiitwickelnng des Frauenlebens von feinen primitiven geschichtlichen Anfängen an kennt! Diese Kenntniß aber besteht nicht darin,— wie die Verfasserin anzmiehuieii scheint,— daß man, wie ein guter Gymnasiast, seine Geschichtslabellen am Schnürchen aufsagen und die Ealonlöivinnen und Modeschrift- stellerinneii aller Jahrhunderte schildern kann, sie besteht vielmehr in einem ans eingehenden Studien beruhenden Gesammiüberblick über die Wirthschasts- und Knllurgeschichle. Die Frau im 19. Jahr hundert nud die ganze Frauenbewegnng muß Jcdem ein Buch mit sieben Siegeln bleiben, der von der Eiitwickelnng der Familie, de» Wandelungen der Produktion, dem Wachsthum der Industrie nichts weiß. Nur darum sind Sätze möglich, wie folgender:„Es ist oft und viel von den Ursache» der Fraile»ema»zipatio»l die Rede gewesen und immer wieder darüber gestritte» worden, vo» wem diese Idee zuerst im Lebe» wachgernfeu worden sei." Das ist»ugefähr so, als ob man die Ursache der Reformation lediglich in Lulher's Kopf suchen ivollte, was selbst dem allerreaktionärsten modernen Historiker nicht einmal mehr im Schlafe einfalle» würde. Bei Fran Caner aber, wo noch die Könige die Geschichte mache» und Kriege und andere Haupt-»ud Staalsaklioneii ihre» wesenilichen Inhalt bilden, kann es nicht wnndcrnehmen, wenii sie an einer anderen Stelle(im Leit artikcl von Nr. 22 der„Francnbeivegung") den wahihast klassischen Satz niederschreibt:„Die Frau lernt« grübeln, zunächst über sich) selbst, und es entstand die Frauenfrage, alsdann über die Außen ivelt und ihre Beziehungen zu dieser, und es entstand die Franc» bemeanng"!! Ihrer konfnsenAnsfassnng vo» Geschichte und Eiitwickelnng gemäß, schildert sie in ihrem Bach nicht die Fran des 19. Jahrhunderls in den verschiedene» Gescllschastsklasse», Berufszweigen und Lebens stellnngen— wozu allerdings eine gewisse Vertrautheit mit National� ötonomie und Statistik gehört— sondern sie führt den Lesern die Bilder einzelner mehr oder weniger berühmter Frauen vor. Dem geistige» Leben Berlins»m die Mitte dieses Jahrhunderts und seinen Heldinnen— der Rahel, der Henriette Herz, Charlotte Stieglitz zc. zc, widmet sie von den 150 Seiten ihres Buches— 55 Seilen! Ludwig Geiger's interesiaiile Schriste» Über das gleiche Thema haben sie ficht- iich dazu veranlaßt, obivohl sie nichts davon erwähnt; literarische Hiniveise scheine» ihr überhaupt anlipaihisch zu sein. Wie stark ihr Lokalpatriotismns enlwickelt ist, geht übrigens nicht nur daraus hervor, daß sie den dritte» Theil eines Buches über die Fran im nennzehiiten Jahrhundert der Berlinerin in der ersten Hälfle diescS Jahrhiiiiderts widmet und Berlin im Anfang des EäkulninS für die„Stätte des AusjchwniigS des geistige» Lebens, der freien Entwickelung" erklärt, sonder» auch daraus, daß sie z. B. Weimar's Frauen„absichtlich" ausläßt, weil sie nur in Beziehirng auf Goethe etwas gelten. Als ob eine Frau von Stein nicht eher in der Geschichte der Fran des 19. Jahr- Hunderts einen Platz verdiente, als eine hysterische Schwärmerin, wie Charlolie Stieglitz! Bedeulsamcr aber»nd charakleristischer für die gesainmte bürger liche Fraucnbeweaung, deren Führen» ivir ja in Frau Caner vor uns haben, ist nicht ihr einseitiger Standpunkt als Berlinerin, sondern ihr aiisgeprägter Standpunkt als Bourgeoisdame. Die Signatur dieses Jahrhunderts in bezng ans das weibliche Geschlecht ist die, daß die Eranen infolge der Eptivickeliing der Industrie schaarcnwcis zur r»>erbsarbeit getrieben werden und in einem i» erschreckenden Verhältnissen ivachscndcn Maße dem Sklavendienst der Maschine anheimfallen. Frau Caner würde eS nn» zwar, wie sie sagt,„für unrecht halten", wenn sie nicht des langen und breiten bei der mit recht vergessenen Schnslstellerin Ida Hahn-Hahn verweilt hätte, aber es fällt ihr nicht ein, daß es ein iveil größeres Unrecht ist, wenn sie für die Schilderung der großen Maffe der Frauen— der Jndnstrie-Arbeilerinneii, Handclsaiigeslellten, Heim-»nd Land- arbciterinneir— im ganzen kaum eine Seite verwendet. Di« einzig« Zahl, die sie angiebt, ist die der 100 000 iveib- lichen Handelsangestellle» in Denlschland. So sehr also anch Fran Caner parteilos sein will, so lebhaft sie für eine allgemein« Ver- schiveslcrnng über jeden 51lasfenniiterschied hinaus eintritt, so tief ist sie selbst im Klassenstandpnnlt befangen. Mit der sozialdemokraiischen Frauenbewegung sucht sie sich natürlich auseinanderzusetzen, indem sie ihr gegenüber die bürgerliche als die»msaffendere bezeichnet. Nur wer„das Ganze" nicht über- schaut, sagt sie,»nd ineint,„begrenzt« Parleipolitik" werde die Iraiien- frage lösen, könne sich zur sozialdemokratische» Partei bekennen. „Knlturfragen", heißt eS au anderer Stelle,„können überbanpt nur anf drei lest er Basis behandelt werden: staatlich, juristisch, ökonomisch. psychologisch, physiologisch, ethisch und religiös." Und kurz vorher: „religiöse nud ethisch« Momente dürfte» plötzlich im Vordergrund er- scheinen, de»» die ökonomischen Verhältnisse können nicht anf die Dauer allein die führenden und ausschlaggebende» Faktoren im Völkerlebe» sein." Diesen Sätzen gegenüber, welche die Zerfahrenheit der bürger- lichen Frauenbewegung kennzeichiieii, bemerken wir folgendes: Gerade wer„das Ganze" überschaut, sieht ei», daß es Knrpsnscherarbeit ist. den leidenden Volkskörper überall da, wo eine Wunde sich öffnet mit„staatlichen, juristische», ökonomischen, psychologischen, physiologische», ethischen und religiösen" Hestpflastern zu verkleben. Ohne die Schaffung der öko»v»nische» Grundlagen, ohne die Befreiung der gesammle» Menschheit von den Fessel» des Kapitalismns, wird die Franenfrage niemals gelöst werden. Oefinet den Frauen die Gyn,» »asten und Universiläte», die Gcrichlshöse und die Parlamente— die Frauenfrage wird doch noch nicht gelöst sei», die Frau wird weiter frohne», weiter ihre Kräfte nud die ihrer Kinder im Dienste des Kapitalismns und in, nur»och mehr verschärfte» Konkurrenzkampf mit dem Manne ausreiben. Wenn wir darniu auch alle diese Wunsche als selbstverständliche Fordernnge» der Gerechtigkeit ebenso ansstellcn. wie die bürgerliche Frauenbeivegung, so sind sie für uns nicht wie für sie die grundlegenden zur Lösung der Franenfrage. Fran Caner erklärt es für den Kern- punkt der Franenfrage,„die sittliche Grundlage" der Gesellschaft herzustellen. Wir stimme,, insofern mit ihr überein, als wir darin das Ziel der soziale» Bewegung sehen. Aber diese sittliche Grundlage wird nicht durch schöne Worte und Bethätigungen des guten Herzens, durch halbe Gesetze uild Polizeiuorschristen geschaffen. sondern dadurch, daß den Menschen die ökonomische Möglichkeit zur Ausbildung und Ausübung ihrer sittlichen und geistigen Fähigkeiten gegebe» werde. Wen» wir darum für die»virthschaft- liche Befreiung der Menschheit in erster Linie eintreten, so treibt »ns unsere Erkenntniß und unsere Moral dazu, nicht„begrenzte Parteipolitik". Die Versasserin des vorliegende» Buches liebt es. die Führerinnen der bürgerlichen Frauenbewegung mit dem Heiligenschein des Märtyrer- thums zu umgeben. Sie müssen alle„ein Martyrium auf sich nehmen," sagt sie; daß wir„ns dabei eines Lächelns nicht erwehre» können, ivird niemand»ns verdenke», der ihren„heißen Kamps" mit ansieht. Ihre Waffen sind immer noch— Petitionen, sogar bei der Behörde, die das weibliche Geschlecht an,— mir fehlt der parlamentarische Ausdruck,— sagen wir, unritterlichsten behandelt, der Polizei. Noch immer nehmen sie die Huld allerhöchster nnd höchster Personen mit lief gebengiem Nacken enlgcge», noch immer wagen sie es nicht, ohne lliücksicht aus das Bestehen ihres Vereins nnd auf ihre bürgerliche Stellung gegen Gesetzgebungen, wie z. B. die in Sachsen, lauten Protest zu erheben. Wahrhaftig, die Märlyrerinnen einer großen Sache scheu anders ans; ihr Leben ist nicht daS der vielgeehrten Borsitzenden großer Vereine, der von gut bürgerlichen Versamm- Inilgen lebhaft applaudirte» Nednerin. Stellen wir ihr die arme, unbekannt« Arbeiterin gegenüber, die ihre ganze Existenz auss Spiel setzt, nni in den Reihen der Sozialdemokratie ihrer Ueberzengniig folge» zu könne», die vom Staat und seinen Organe» verfolgt, von der bürgerlichen Gesellschaft geächtet wirch so werden wir nicht im Zweifel sein könne», ive», die Krone gebührt! Ein Charakterzug allerdings haftet Frau Caucr's Buch an. der auch de» religiöse» Märlyrerinne» eigen war: der Askclismns. Nicht nur, daß sie über eine ernste Seite der Franenfrage, die ge» schlcchlliche, so gut wie gar nicht spricht, sie gedenkt anch kaum der Fran als Mutter und spricht über die Liebe zwischen Mann u»d Weib mit einer Art souveräner Verachtung. So erklärt sie, daß die Freundschaft zivischen Mann»nd Weib den Todesstoß erhält, wenn die Liebe dazu kommt; die Freundschaft ist für sie das Höhere, die Liebe das Niedrige; während thatsächlich die Freund- schast durch die Liebe gefestet und geheiligt wird und eine Liebe ohne Jrenndschast verächtlich ist. Mit der bürgerliche» Frauen» beweaung, die zu», großen Theil in den Händen deL kühle», ver» ständige»— verheiratheten und nnverheiratheien— Altjungfcrn« lhiiins ruht, darüber z» rechten, ist freilich nutzlos; begreiflich aber ist es. wenn als naturgemäße Reaktion gegen diesen Charakterzug, eine Fran wie Laura Marholm zur Feder greift und in das andere Extrem verfällt. Sie hat unter dem vielversprechende» Titel:„Zur Psychologie der Frau" ein Buch erscheine» lassen, das nichts anderes ist, als eine Sammlung einzelner Fenilletvns. Für solche, unter dem Strich erscheinenden und bald wieder verschwindende» Artikel ist ihr Wisse» ausreichend, nicht aber,»m ei» wissenschaftliches Werk zu ver- fassen, das Kenntnisse nnd systematisches Denken verlangt. Sein Inhalt läßt sich in wenige Sätze zusammenfasse»: Das Weib ist nichts als Geschlechtswese»; seine Bestimmung ist Liebe» und Gebären. Gebären und Lieben; der Kamps unis Dasei» hat es z» einem Zivittergeschöpf gemacht, sich und der Welt zur Oual, sie muß ivieder Weib, nur Weib werden, und die überschüssigen Frane». mit denen man, da ivir leine Muhamedaner sind, nichts anfange» kann, solle» ausschließlich zu dem verivendet werden, was ibrer Natur- oestiiniinnig am meisten entspricht: znr Wartung, Pflege unl» Erziehung kleiner Kinder. Um sie sich" im Kreise; sie macht streiigllitgcn, um das Unglück der »nd des iveiblichen Geschlechls »langelhafle» oder»»befriedigte» GeschlechtSbedürsnisscn der Fra» abjnleüen. Während sie einerseits mit snrchtloser Wahrhaftigkeit das Elend der»», ihr Aecht aus Liebe betrogenen Frau schildert, ist sie andererseits so verrannt in ihre Ideen, so absichtlich blind, daß sie jede geistige Bethälignng der Fran für eine Krankhcilserscheinnng, für unvereinbar mit ihrer„Wcibnatur" hält. Sie hat eine gewisse Kenntniß vo» der ivirthschaftlichen Entwickelung und der Kultur- geschichle, macht sich aber trotzdem eine Geschichte auf eigene Hand zurecht, indem sie z. B. erklärt, der MadonnenkultnS sei dadurch entstanden, daß der Man» die Mutter mit dem Sohn anf de» Altar erhob, um— sich innerlich von» Weibe zu befreie». Mit der Resormatioii kam er wieder ihren Bau»— er wurde nun weibischer, diesen Inhalt mm dreht die unglaublichsten An- Menschheit im allgemeine» ii» besonderen ans den sie immer männlicher. Man könnte ans Frau Marholin's Buch ohne Schwierigkeit neben Sätze, gegen die jeder gesund empfindende Mensch sich anfleh« en muß, solche stellen, die er ebenso sicher unterschreibe» würde Sie spricht wie eine Vorkämpscriii der Frauenbewegung, wenn sie sagt:„Was wir Frauen alle einmal bitter«mpsnnden haben, ist. daß wir verkürzt sind. Wir suhle» es wie eine einzige AbsicbUichksii vo» Hemmung um uns herum," sie erklärt aber dieses Gefühl gleich danach ans ihre Weise, wen» sie aussührt. die Frau müsse mir recht viel Kinder zur Welt bringen, um es los zu ivcrden! An den Kindern ivird das»nivcndigste Wesen der Mutter offenbar, sagt sie ganz richtig, verwahrt sich aber schon im nächste» Satz dagegen, daß etwa die Erziehnng des Kindes durch die Mutter irgend welche Bedeutung habe. In gerechter Entrüstung empört sie sich gegen die Herrschaft des Kapitalismus und feine Ausbeutung weiblicher Arbeitskraft; ebenso heftig jedoch ivendet sie sich gegen den Sozialismus, gegen die jede Individualität tödtende Demokratisirung und gegen Bebel, dem sie mit die Schuld zuschreibt, daß die»lodern« Fra» ihre„Weibnatur" verleugne. Sehr hübsch spricht sie von der Frau der„Oberklaffe". die sehr selten„ein iveibliches Verstehen,«i» menschliches Erbarmen" mit der Proletarierin fühlt, nnd fügt hinzu:„Wohlthätigkeit, ja k Dafür bedanken sich die sogenannt«» unteren Klasse», so lange noch ein bische» Ehre in ihnen ist"; schließlich aber empfiehlt sie zur Lösung der Frauen- oder richtiger gesagt der Juiigfrauenfrage, auch nur Wohllhätigkeit. iveil» auch eine staatlich organisirte. Seitenlang könnte man ihr nachiveisen, wie sie aus richtigen Beobachlnngen und Er» kemitnisse» falsche Konsequenzen zieht, nnd es macht daher einen eigen» ibümlichen Eindruck, wenn sie sagt:„Die Schriftstelleri» ist eil, vorzügliches Material zur Psychologie der Frau." Sollte ihr« Be« trachtnngsweise eine psychologische Eigenthümlichkeit des weiblich«» Geschlechts sei»?! Sicherlich nicht! Sie ist»ichls weiter, alS ein« Folge mangelhaften Studiums oder oberflächlichen Denkens, die sich bei beiden Geschlechtern findet, und zwar besonders dort, wo eine reiche schriftstellerische Begabung zu allzu raschem und vielem Schreiben verlockt; Frau Marholm's Stil ist fast immer gewandt, wenn auch höchst manierirt; ihre Sprache bekommt aber dichterischen Schwung, so bald sie von der Frau als Mutter und von den Kinder» spricht. Da fühlt man das Pochen ihres eigenen warmen Herzens und begreift sogar ihren blinden Haß gegen die Frauenrechtlerinnen, aus deren Lexikon die Liebe, die Mutterschaft und das Kind fast ganz verschwunden ist. Mag sie daher in ihrer Betonung der rein geschlechtlichen Bestimmung des Weibes noch so sehr Unrecht haben,— um ihres weiblichen, ihres mütterlichen Gefühles willen vergeben wir ihr diesen Jrrthum leicht. Und mag ihr Buch noch so systemlos, noch so Widerspruchs- voll sein, gegenüber Produkten, wie die der Führerinnen der bürgerlichen Frauenbewegung, ist eS ein schriftstellerisches Meisterstück. Es hat auch noch einen anderen Borzug: es ent- hält eigene Gedanken, selbständige Meinungen, ist nirgends Kopie. Das läßt sich von einem anderen, mir vorliegenden Buch:„Die politische Gleichberechtigung der Frau" von Eliiz a Ich en Häuser, nicht behaupten. Die Verfasserin ist eine sehr fruchtbare Schrift- stellerin; in wenigen Monaten sind mir schon drei Broschüren von ihr in die Hände gefallen; sie ist der geborene Reporter,— der „Lokal-Anzeiger" erfreut sich ihrer Mitarbeiterschaft—, und weiß aus allen Blumen Honig zu saugen. Ihre letzte Schrift ist zrößtentheils ei» Auszug ans dem sehr instruktiven Werk von M. Ostrogorski:„Die Frau im öffentlichen Recht", und des englischen Buches„British Freewomen" von Charlotte Stopes, sowie einiger deutscher Originalarbeiten. Um den Schein des wissen- schaftlichen Charakters hervorzurufen, hat sie ihr Buch mit Fremd- worten gespickt. Bezeichnend sür� sie ist es, daß sie unser Jahr- hnndert als das Jahrhundert preist, das„bis i» die fernsten Zeiten hinein strahlen wird durch den Glanz der Thalsache, daß es die größere HälftederMenschheit ansdunklerTräumerei zutagfrohem, thatkrästigem Handeln erhob"! Ihren MutH und ihre Gründlichkeit beweist die Thatsache, daß sie über die politische Gleichberechtigung der Frau beinahe 100 Seiten vollschreibt, ohne den Leser die Existenz der sozialdemokratischen Partei ahnen zu lasse», die diese Forderung in Deutschland auf ihre Fahne geschrieben hat. Immerhin ist die Schrift, wenn auch vollkommen unselbständig, für die erste Ein- führung in die Frage der politischen Gleichstellung der Frau nicht ganz werthlos. Um die Leser nicht mit einem fast völlig negativen Ergebniß unserer Besprechung der die prinzipielle Seile der Frauenfrage be- handelnden Schriften zu entlassen, wollen ivir zum Schluß auf eine Schrift hinweisen, die jedem für das Studium dieser Frage von großen» Nutzen sein kann. Es ist dies das schon vorhin erivähnte Buch des französischen Juristen M. Ostrogorski: „Die Frau im öffentlichen Recht", das im Jahre 1892 von der Pariser juristischen Fakultät mit dem ersten Preise ge« krönt wurde, im darauf folgenden Jahre in englischer, und leider erst in diesein Jahre in deutscher Uebersetzung erschien. Obivohl der Verfasser für die deutsche Ausgabe einen Anhang über die zivil- rechtliche Stellllng der Frau seinem Werke angefügt und einige Aeuderungen im Text vorgenommen hat, sind doch die Fortschritte der Frauenbeivegung seit seinem ersten Erscheinen Nicht genügend berücksichtigt worden. Das ist aber gegenüber den großen Vorzügen der klaren, gründlichen Schrift, die ein so reiches Quellen» material enthält,»vie bisher keine andere über dasselbe Thema, nur eine kleine Ausstellung, der bei einer ziveiten Auflage leicht abgeholfen werden kann. Der Verfasser steht der Frauenbeivegung kritisch, zmn theil sogar ganz ablehnend gegenüber; trotzdem ist solch ein Gegner iveit werlhvoller für sie, als eine Reihe unfähiger Freunde. Unsere Betrachtung führt zu dein Schluß, daß die Werke aiis männlicher Feder denen der weibliche» Schriftsteller bedeutend überlegen sind. Was für Folgerungen ziehen wir daraus? Etwa die der Geringschätzung des weiblichen Geschlechts über- Haupt, mit denen Paul von Gizycki seine Anthologie gefüllt hat? Oder komme» wir nicht vielmehr zu demselben Schluß wie er, daß die jahrhundertlange geistige, physische und moralische Knechtschaft des weiblichen Geschlechts der Grund seiner Verkünune- rung und geringen Leistungsfähigkeit ist? Je deutlicher uns dies zum Bewußtsei» kommt, desto energischer werden wir für seine Be» freiung kämpfen, desto muthiger werden wir in alle Finsterniß hinein die Fackel der Aufklärung tragen bis zum endlicheil Sieg unserer Ideen.__ Lily Braun. Triumph Selten hat wohl eine Neuheit auf dem Gebiete der Fußbekleidung solch allgemein durch- schlagenden Erfolg erzielt und sich so rasch die Herzen oder besser gesagt, die Füße Aller erobert, als der seit einiger Zeit von dem Schuhwaarenhaus Carl Stiller, Jerusale»>erstraße40, am Dönhoffplatz,»eil eingeführte Artikel, der Schnallen- stiefel„Triumph". Derselbe verdient ganz besondere Beachtung durch die außer- ordentliche Bequemlichkeit und zahlreichen Vorzüge. Jedermann kc»»l wohl zur Genüge die vielen Unzuträglichkeiten und manuigsaltige» Mängel, welche die sonst gebräuchlichen Arten von Schuhen und Stiefeln infolge ihrer alt- geivohnten Konstruktion mit sich bringen. Durch den Gebrauch der neuen Fuß- bekleidung, die äußerst be- quem und praktisch ist, sind »on vornherein unangenehme Mängel und Nnvollkomminhiiten mit einem Schlage beseitigt. Der Schnallenstiefel„Triumph" zieht sich ohne jede Aiistrengnng leicht an; man legt beim Anziehen die beiden Seitentheile des Stiefels nach Hinte» und die elastische Zunge nach vorn zurück. Es ist dadurch der Stiefel derart weit geöffnet, daß man ihn einfach auf den Boden stellen und, ohne sich bücken zu müssen, hineintreten kann wie in einen Pantoffel. Stellt mau dann den Fnß ans einen Stuhl und bringt durch eine» einzigen leichten Druck Seitentheile und Zunge wieder in die ursprüngliche Lage, so bedarf es nur noch des Zudrückens der Schnalle und der Stiefel sitzt fest geschlossen a», Fuße. Jegliche, auch nur die gc- ringst« Anstrengung ist dabei ausgeschlossen. Gleich einfach ist das Ausziehen dieser Stiefel. Man lüftet die Feder der einfach und sinnreich konftruirten verstellbare!» Schnalle, und sofort springen die Seitentheile voneinander, und der Fuß liegt vollständig frei.' Die vorstehende Darstellung schildert einzig die Vorzüge des Schnallen- stiefel?„Triumph" gegenüber jedem anderen Schuhwerk in bezug auf bequemes An- und Ausziehen, aber damit sind seine Vorzüge»och lange nicht erschöpft. Ein weiterer gewaltiger Vorzug des Schnallenstiesels„Triumph" besieht darin, daß ein in genügender Ballenweite geivähller Stiefel nur an «inen» einzige» Punkte des Fußes fest anschließt, näm- lich da, Ivo der Schnallen- Verschluß sitzt.und auch hier ist jeder Druck ausgeschlossen, übrigen Stellen des Fußes, speziell Triumph � TRIUMPH" �Triumph O. R. O. M. Mo. 33761. Uu belebte den Stempel„TRIUMPHS •at der Sctle. Sr Triumph da die Schnalle in sich selbst federt. am Knöchel und Bein, wo sich so Häusig An allen der Druck bei gewöhulichem Schuhwerk fühlbar macht, legt sich der Schnallenstiefel vermöge seiner Konstruklion nur lose an. und jede Hemmung des Blutlaufes ist ausgeschlossen. Fragt den Arzt, und er»vird Euch sagen, »velch böse Folgen schon häufig durch allzufest geschnürte oder geknöpfte Stiesel hervor- gerufen»vurden. Ei»»veiterer gar nicht zu unterschätzender Vortheil des Schnallenstiefels „Triuinph" �besteht darin, daß man sich dank der verstellbaren Schnalle zu jeder Zeit durch einen einzigen Handgriff die Stiefel enger oder»veiter stellen kann. Ebenso mannig- saltig wie seine Verwendbarkeit und seine Vorzüge ist die Art der Herstellung des „Triumph"»Stiefels. Bon den Schnallenstiefeln ist ein reichhaltiges Sorti- inent in allen Größen und Weite» stets auf Lager und wird auch außerden» allen an die Firma herantrete»- den Spezialwünschen»ach Möglichkeit Rechnung getragen. Der Schnallenstiefel„Triumph"»vird geliefert: für Herren und Da»nen und jetzt, der allgemeinen Nachfrage»vege», auch für Kinder. Namentlich für Herren ist der Artikel in vielen Ausführungen ain Lager. Man findet spitze, runde, breite und ganz breite Formen, mit einfachen und l»it doppelten Sohlen. Für kalteFüße und Nheumatis», ns-Leidende seien ganz besonders die„Tuch-Schuallenstiefel" mit prima Kalblederbesatz und W o l l- f u t t e r ein- psohlen, welche Doppel» sohlen haben»iiid außerdem extra hoch im Schaft sind. Für Damen sehen die Schnallen» stiefel sehr elegant aus und finden allgemeine» Beifall. Für die„T r i u n» p h"- S t i e f e l werden prinzipiell nur aller» beste Leder Materialien verwendet, dieselben sind aus Original Goodyear Welt-Maschinen hergestellt und kaiin für die Güte und Haltbarkeit unbedingte Garantie geleistet»verde». Jedes Paar Stiefel, welches nicht hält oder»nvorhergefehene Mängel zeigen sollte, wird anstandslos z u r ü ck g e n o u» in e n oder gratis reparirt. Der Schnallen- stiefel„Tri u m pH" ist gesetzlich geschützt, und hat da? SchuhwaarenhauS Carl Stiller, I er uf a l e m e rst r. 40, am Dönhoffplatz, den gewarnt. opmia NO. 1038?.- Triumph Triumph Illei»» verlauf.— Bor Nachahmungen fei iU« eingetroffen: Dame«' TuchschnaUenstiefet„TVitimpK« mit warmem Futter und Doppelsohleu. Sclikwaareikaiis Stiller »867.1 Jerusalemerstr. 40, am Dönhoffplatz. Ungar wein Fruchtweine Cognao medizinischen, beste Qualität, k Literflasche Mk. 8,10, B Literflasche Mk. 9,85, Einzelne Flaschen senden durch unsere Gespanne frei Haus. Detail-BerkaufSläden Johannisbeer-Wei«, weiß und roth, Heibelbeer-»». Stachelbeer-Wei«, a Flasche(-/« Liter) 75 Pf. — deutscher— k Literflasche Mk. 8,10, 8,50, 3,-. Cognac flne Chainpaenc, Literfl. k Mk. 3,50, 4,50, 5,50, um anerkannt gut ii Literflasche Mk. 1,10, 1,60, 8,10 bei Eutnahme von 5 Flaschen k Flasche 10 Pf. billiger. ifonsdorfer Likör, k Ltr. 1,80, 5 Ltr. 5,50. Echt.alt.Nordbäns.üL 1.-.5L 4.50 Poincranzen, Jngbcr, Wachholdcr,. Gctreidc-Küiiimel, ä Liter Mk. 1,— Eugen Neu mann& Co., Berlin SW. 68. Fernsprecher: Amt IV. SS7S Belle-Alliance-Platz 6a, Amt IV, 3679.— Neue Friedrichstr. 81.— Oranienstr. 190.— Geuthinerstr. 89.— Grüner Weg 56.— Kolumaiidautenstr. 67.— Wilsuackerstr. 85. Charlottenburg: Kaiser-Friedrichstr. 48.— Potsdam: Bäckerstraße 7.— Vom 1. Oktober ab auch Schöneberg: Hauptstr. 189. 23598. ■■■ Auf Xheilaahlang! -.flm■ r" WWW» Schlag-Regulat. 14 T. geh. ß M. ■ Silb. Herren-Remont.-Uhrlb, W m Uhrmacher■ , Eharlottcnstrastc Nr. 15._ B Kein Abzahlungsschwindel.*■ In■■■■■■« SOOL- C-, SCdWfFElv FISHtENNADEL- VKIEIE Gegen Erkältung, Gicht nnd Rhenmatisnius. l-oh-raimli»-, Helsstrockenluft- und Dampf Jkastenb tider mit Verpackuuff, lHassage.[2996S* Ritter-Bad, Bad Frankfurt� 18 Ritterftr. 18(Ecke Prinzeiistr.) 136 Gr. Frankfurterstr. 136. Bäderlieferung für sämmtliche Krankenkasse» Berlins und ttingegend. Grobes Lager von iflitlieril, Violinen, Cultarren Mandolinen und Harmonikas. Mechan. Musikwerke mit runden Notenscheiben zum Drehen und selbstspielend in alleu Preislagen. Blasinstrumente jeder Art. Sämmt- liche Beftandtheile für alle Instrumente, Repai'atur- Werkstatt, empfiehlt[24438 Aug. Kessler, 52, Lausitzerstr. 52» Höchst beachtenswerth I 31888* SBct bei der bevorstehenden Winter-Saison fein Geld für Herren- nnd Knaben-Garderoben nicht fortwerfen will, decke seinen Bedarf nicht in sogenannten ReName- oder Aiisverkanf-Geschäften. Die marktschreierischen Ankündigungen dieser Art Geschäfte erwecken den Anschein, als würde die Waare fast verschenkt: indeß sind sie nur ans Täuschung des Publikums berechnet. Jeder denkende Mensch wird auaeben müssen daß kein Geschäft ohne Nutzen arbeiten resp. bestehen kann; das ist aber gerade der Zweck marktschreierischer Reklame: unter allen Umständen Käufer anzulocken. Das„Gcietz wider den unlauteren Wettbewerb" hat in dieser Hinsicht wenig geändert, denn in allen Stadtgegenden, besonders aber im Süd-Osten, liest man nach wie vor derartige Ankündigungen, die schon jahrelang vor sich gehen und so lange andauern als— Pardon— die Dummen nicht alle werden. Leute, die auf derartige schwindelhaste Anpreisungen hineinfallen, machen nach sehr kurzer Zeit die trübe Erfahrung, daß sie die aus verlegener und ~----»•—-- t-t-rk-t. tiiri-«».�einenden Kaufpreis weit über ihren wirklichen Werth bezahlt haben. Wer sich daher vor Schaden bewahren will und auf wirklich reelle :... /K l e~ f.- i Ol i«... k Stn ttlvn.Cn CivtS n,.-r S/I« ft/t..!.; /.Ct.»,> Tf f ff» rtt 1 1 fl» r* ,,, V./M1»/tvtSntr C nit PltY*V#n2« Ramsch waare bestehenden Gegenstände mit dem so„fabelhast billig" erscheinenden Kaufpreis weit über ihren wirklichen Werth bezahlt haben. Wer sich daher vor Schaden bewahren will und auf wirklich reell, Bedienung An'pruch macht, meide solche Geschäfte und besorgesetneEinkäufenurbet soliden Firmen, denn die Preis« sind angesichts des heutigen, oft fast schmutzig zu nennenden Konkurrenz ... H' /-v, r r..ro it irvi_ n___ r../i, STf- riJ'. r. i. S**» Y.. 1 11 f.-.4.� COi.C.M*n«vtn£ CYrtstfnÄ n««tn CtnlrtO Sor r f» nttfärt f f Ott 9QnSt nttt et. n.,,(t i Vt t"»«ottvapvfl ViM f Ott C�i i»» S frfi n f f_ nftVt fllffn Iff1 vorhanden Ich habe das Bewußtsein, auch den verwöhntesten Ansprüchen in jeder Weise genügen zu können und richte daher an das geehrte Publikum das Ersuchen, bevor es seinen Bedarf anderweitig deckt, sich von '-----------------—*............... Carl Zobel, Hmm- I.«Mwl-Miltll,— AflW: Nu«? der Wahrheit»«einer Offerte zu überzeugen. Hochachtungsvoll: Beranlivortlicher Redakteur: August Jarvbey in Berlin. Für de» Inserate,»theil verautivortlich: Th. Glocke in Berlin. Druck und Verlag von Max Badiug in Berlin,