Nr. 7 Die Gleichheit 16. Jahrgang eeee Zeitschrift für die Interessen der Arbeiterinnen esERLEKLER Die„ Gleichheit" erscheint alle vierzehn Tage einmal. Preis der Nummer 10 Pfennig, durch die Poft vierteljährlich ohne Bestellgeld 55 Pfennig; unter Kreuzband 85 Pfennig. Jahres- Abonnement 2,60 Mart. Stuttgart den 4. April 1906 Zuschriften an die Redaktion der Gleichheit sind zu richten an Frau Klara Zetkin( 3undel), Wilhelmshöhe, Poft Degerloch bei Stuttgart. Die Expedition befindet sich in Stuttgart, Furtbach- Straße 12. Inhalts- Verzeichnis. der Heimarbeiterschußkongreß erhoben hatte. Dabei erwerben. Das sind ferner jene Frauen unserer SubalternSozialdemokratischer und bürgerlicher Heimarbeiterschutz. Von Luise betonte sie jedoch ausdrücklich, daß sie die Unterstellung beamten, die durch das erbärmliche Gehalt, das der Zietz. Die Fabrikarbeiterinnen im Jahre 1904. Von Gustav der Hausindustrie unter die Gewerbeordnung nur fordere, Staat ihren Männern zahlt, gezwungen sind, einen BuHoch. Von der Heimarbeitausstellung in Berlin: VI. Schluß soweit es sich um industrielle Gehilfenbetriebe schuß zum Lebensunterhalt zu verdienen. Sie alle, die bericht. Von m. 1. Weibliche Krankenkassenkontrolleure. Von K. handle, und daß sie die Heimarbeit zu erhalten sich der Erwerbsarbeit schämen, sind die größten Lohn- Die Organisation der Nürnberger Dienstboten. Bon Helene wünsche, vor allem für die Frauen. Abgesehen von drückerinnen der Heimarbeitenden, die von dem Ertrag Grünberg. Proletarisches Elend in Oberfranken. Von Ottilie Baader. Aus der Bewegung: Von der Agitation.- Jahres- anderem, stellte Frl. Dyhrenfurt also wieder den alten, ihrer Arbeit leben müssen. Sie anerkennen nicht das bericht der Vertrauensperson der Genosfinnen von Kalf bei Köln, im Kinderschutzgesetz bereits theoretisch überwundenen Recht der Arbeit auf einen anständigen Lohn, geschweige -Jahresbericht der Vertrauensperson von Lichtenstein- Callnberg. Grundsatz auf, vor der Familie habe der Gesetzgeber denn die Pflicht der Arbeitenden, solidarisch für einen Die Märzfeier.- Genoffin Brügmann- Itzehoe+. Politische Halt zu machen. Und das, obgleich die heimindustrielle solchen zu kämpfen. Uns jedoch kommt es neben der Rundschau. Von G. L. Gewerkschaftliche Rundschau. Ausbeutung gerade in der Familie ihre Hauptdomäne Hebung der Lebenslage der Heimarbeiter hauptsächlich Notizenteil: Arbeitsbedingungen der Arbeiterinnen. Weibliche hat. Die Stellungnahme der bürgerlichen Kreise zeigt darauf an, sie einzureihen in das große Heer der prole Fabrikinspektoren. Vereinsrecht der Frauen. Frauenstimm wieder eines flärlich: die abgrundtiefe Verschiedenheit in tarischen Befreiungskämpfer. Das zu erreichen, wird Berichtigung. der sozialistischen und bürgerlichen Bewertung des aber bei Heimarbeitern in ihrer Isolierung immer schwerer Feuilleton: Die Stimme der Freiheit. Von John Henry Mackay.-Arbeiterschutzes im allgemeinen und des Heimarbeiter sein als bei Fabrifarbeitern. schutzes im besonderen. recht. 1 Rahel. Von Ada Christen. Adressenverzeichnis der Vertrauenspersonen der deutschen Genossinnen. Sozialdemokratischer und bürgerlicher Heimarbeiterschutz. " Aber, so erklären die Damen, den Kindern soll die Wir sehen im Arbeiterschutz ein Mittel, den Aus- Mutter erhalten bleiben! Wir vermeinen, auch bürgerbeutungsgrad der menschlichen Arbeitskraft so weit zu liche Damen könnten wissen, daß es im Wesen der senken, daß in den Arbeitern und Arbeiterinnen nicht Heimarbeit liegt, just das Familienleben zu untergraben, nur die Träger der Arbeitskraft geschützt werden, sondern der Familie das„ Heim" zu rauben. Wenn eine Frau, auch die fühlenden, denkenden Menschen. Wir würdigen die gleichzeitig Mutter ist die also vollauf zu tun Grelle Schlaglichter auf das grauenvolle Elend der den Arbeiterschutz wohl in seiner Bedeutung, die Gegen hätte, Haus und Kinder zu versorgen, sich der HeimHeimarbeitenden warf vor zwei Jahren der Heimarbeiter- wart der Arbeiterklasse etwas heller zu gestalten, aber arbeit widmet, so wird sie durch die bitterste Not dazu schutzfongreß, sowie neuerdings die fürzlich beendete wir schäzen ihn auch, und vor allem, weil er das Prole- gezwungen. Sie wird daher, selbst wenn wir schon staatHeimarbeitausstellung. Beide Veranstaltungen bestätigten tariat fampffähiger macht dem ausbeutenden Kapital lich garantierte Löhne hätten, ihre Zeit fast ausdurch die Fülle neuen Materials, das sie über die gegenüber, fampffähiger, um ihm nicht nur neue Kon- schließlich der Erwerbsarbeit widmen. Was bedeutet Lage der Heimarbeiter lieferten, was eine reichhaltige zeffionen abzuringen, vielmehr um die kapitalistische das aber? Daß sie ihre Kinder mit zur Arbeit heranwissenschaftliche Forschungsliteratur, was die vereinzelten Produktionsweise selbst zu beseitigen. Die bürgerlichen zieht und unter den Geißelhieben der Not aus einer sozialen Kämpfe hausindustrieller Sklaven, was die Sozialreformer dagegen sehen im Arbeiterschutz lediglich liebevollen, fürsorglichen Mutter zur Antreiberin ihrer Darlegungen und Forderungen zielflarer, klassenbewußter ein Mittel, die Mehrwert schaffende Hand" Kleinen wird; daß sie im Haushalt fünf gerade sein Arbeiter und Arbeiterinnen längst bewiesen hatten: daß vor allzurascher Vernichtung zu bewahren und besten- läßt; summa summarum: daß das Familienleben zerdie moderne Hausindustrie die schlimmste Domäne kapi- falls einige„ Auswüchse" zu beseitigen, die unsere rüttet wird. Oder aber, die Frau wird versuchen, das talistischer Ausbeutung darstellt, in der eine geradezu im übrigen so„ vorzügliche" Wirtschaftsordnung dis- Übermenschliche zu leisten, gleichzeitig eine gute Hausverbrecherische Verwüstung physischer und psychischer Kräfte kreditieren könnten. Ihrer Auffassung nach darf aber frau, Mutter und Arbeiterin zu sein. Die Nachtvor sich geht. In der Folge ist sie zu einer schweren Gefahr diese Wirtschaftsordnung selbst beileibe nicht angetastet ruhe wird der Erwerbsarbeit geopfert,( denn die Befür die breiten Schichten der in ihr Beschäftigten geworden, werden. Wir betrachten also den Arbeiterschutz als ein ftimmungen der Gewerbeordnung sollen ja vor der zur einer schweren Gefahr auch für die Allgemeinheit. Ganz revolutionäres Mittel in den Händen des Prole- Schwelle des Heimes Halt machen), die bald ihr Zer zu schweigen davon, daß die Hausindustrie die rück- tariats und suchen dementsprechend seinen Ausbau zu ſtörungswerk an der Gesundheit des Weibes vollendet ständigste Form der kapitalistischen Produktionsweise ist, beeinflussen. Die bürgerlichen Reformer hingegen wollen haben wird. Die Mutter, die den Kindern erhalten“ die eine unerhörte Verschwendung der menschlichen Ar- ihn als ein konservatives, die heutige Gesellschafts- bleiben sollte, schläft bald unter dem grünen Rasen. beitskraft sowie der wirtschaftlichen Kräfte überhaupt ordnung stützendes und erhaltendes Mittel, ihre Stellung- Wahrlich ein herrlicher Heimarbeiterschutz! bedingt; jeden technischen und sozialen Fortschritt hindert nahme zu den einzelnen Forderungen wird durch diese Die proletarischen Frauen haben alle Ursache, gegenund auch dadurch kulturhemmend wirkt. Diese Er ihre Auffassung bedingt. über dem Wischi- Waschi der bürgerlichen Möchtegernfenntnis mußte sich nicht nur den mit gewöhnlichem Aus dem Gesagten ergibt sich die so verschiedenartige reformer, wie er sich anläßlich der Heimarbeitausstellung Untertanenverstand begabten Besuchern der Heimarbeit Stellungnahme der politischen Parteien zum gefeßlichen wieder breit macht, klar und bestimmt an ihren Fordeausstellung aufdrängen, vielmehr sogar auch den hohen" Heimarbeiterschutz. Der von unserer Fraktion eingebrachte rungen festzuhalten und sie mit allem Nachdruck zu verund„ höchsten" Herrschaften, welche geruhten, dieselbe zu Gesetzentwurf enthält das Minimum an Forderungen treten. Und da sind, soweit der Heimarbeiterschutz in besuchen. und ist daher sofort durchführbar. Er sichert den Heim- Frage kommt, die Forderungen des sozialdemokraPolitische Kinder und bürgerliche Möchtegernreformer arbeitern bessere Existenzbedingungen in der Gegenwart tischen Gesetzentwurfs, das mindeste, um das wir zu knüpften daran die Hoffnung, daß dies den Karren der und wirkt dahin, die Heimarbeit für die Unter- tämpfen haben. Nichts könnte uns dabei eine größere Sozialgesetzgebung im Interesse der Heimarbeiter in nehmer unrentabel zu gestalten und dadurch Freude bereiten, als daß zunächst diese Forderungen rasche Bewegung bringen würde. Die Toren, die immer ihre völlige Beseitigung vorzubereiten. möglichst bald erfüllt würden, und daß dann ihre Folge 39 noch nicht begreifen können, was der klassenbewußten Die Freisinnigen wollen ihrerseits die dringend nötige die wäre, den größten Prozentsaz der Heimarbeiter, und Arbeiterschaft längst zur Binsenwahrheit geworden ist, Reform verschleppen. Sie verlangen„ Erhebungen", ob- vor allem auch der weiblichen Heimarbeiter, zu Fabrikdaß in einem Klassenstaat das Interesse der gleich das Elend der Heimarbeiter sprichwörtlich ist und arbeitern zu machen. Just weil wir wünschen, daß die herrschenden Gesellschaft maßgebend ist für die eine Unmasse von Literatur vorliegt, welche die Frucht| proletarische Mutter mehr als bisher ihren Kindern und Initiative der Regierungsgewalten, und daß sorgfältiger Erhebungen darstellt. Die übrigen bürger- ihrer Familie zurückgegeben wird. Reformen im Interesse der Arbeiter Schritt für Schritt lichen Parteien schieben der Regierung die Einbringung Ein möglichst ausgedehnter Arbeiterinnenschutz für die von diesen selbst dank ihrer wachsenden Macht eines Gesezentwurfes zu, in welchem nur möglichst" Fabritarbeiterinnen kann die erwerbstätige Arbeiterin erkämpft werden müssen. und„ tunlichst die Berücksichtigung etlicher Reformen wenigstens nach Feierabend und am Sonntag ihrer Um die Regierung an ihre Pflicht als Dienerin der befürwortet wird. Familie, ihren Kindern zurückgeben. Dazu gehören vor Kapitalistentlasse zu erinnern, sezte der kapitalistische Mit solchen Anträgen wollen die bürgerlichen Parteien allem: die Einführung des Achtstundentags und die Dementierungsapparat rechtzeitig ein. Die Bourgeois- ihr„ warmes" Herz für die Heimarbeiter zeigen, ohne daß Gewährung eines uneingeschränkten Koalitionsrechtes; presse hezte mit vollen Backen gegen einen ernſten Heim- die kapitalistische Ausbeuterfreiheit zu fürchten braucht, Schaffung kommunaler Einrichtungen wie Kinderhorte, arbeiterschutz. Allen voran warnte die„ Deutsche Freie daß ihr ein einziges Haar gekrümmt wird. Zum Kindergärten, Schulfantinen usw., die den Kindern auch Presse" des freisinnigen Müller- Sagan vor einem zu überfluß kommen dann noch bürgerliche Damen nd außerhalb der Schulzeit Aufnahme und Beaufsichtigung " weitgehenden" Heimarbeiterschutz, wodurch andere rechtfertigen diese Arbeiterschutzheuchelei, indem sie von gewähren; Schaffung von Speiseanstalten, Waschanstalten Interessentreise lies das Unternehmerinteresse ge- dem„ Segen" der Heimarbeit für die Frauen reden, usw., welche der erwerbenden proletarischen Frau ein schädigt würden. Schon vorher hatte der freisinnige für die Mutter, die damit ihren Kindern erhalten bliebe. Stück ihrer Hausfrauenpflichten für geringes Entgelt abMugdan die Reichstagstribüne benutzt, um gegen die Nach ihnen darf daher die Heimarbeit für die Frauen nehmen, und andere Reformen noch. " tendenziöse“ und„ einseitige" Darstellung der Heim- nicht verschwinden, ja mehr noch: die Bestimmungen der arbeiterverhältnisse in der Ausstellung zu wettern. Bürger- Gewerbeordnung sollen auf sie keine Anwendung finden. liche Damen schilderten zwar in Versammlungen mit Das heißt nichts anderes, als volle Ausbeuterfreibeweglichen Worten das Elend der Heimarbeiter, heit gegenüber der Frau proklamieren. Ausbau des Arbeiterinnenschutzes! Errichtung gemeingleichzeitig aber suchten auch sie dem Karren des Freilich gibt es Heimarbeiterinnen, die weder von nüßiger kommunaler Einrichtungen im Interesse der Heimarbeiterschutzes zu bremsen, noch bevor er in einem Registrierungszwang noch vom Arbeiterschutz, ge- proletarischen Frauen und Mütter und Einreihung der Bewegung gesetzt worden war. Wir nennen hier zum schweige denn von der Inspektion etwas wissen wollen. Das Frauen in die Organisation! Beispiel Frl. Dyhrenfurt. In ihrem Referat stellte sie sind besonders die Damen, die sich durch die Heimarbeit eine Reihe von Reformwvorschlägen auf, wie sie 1904 das Geld für Theaterbilletts, für Hüte und Handschuhe -W Also, nicht hinein in die Heimarbeit oder Erhaltung der Heimarbeit für die Frauen muß es heißen, sondern: Fort mit der Heimarbeit! Luise Ziez. 42 Die Fabrikarbeiterinnen im Jahre 1904. Von Gustav Soch. Jetzt endlich ist der letzte Band der Reichsausgabe der Gewerbeaufsichtsberichte für das Jahr 1904 erschienen, der die tabellarischen übersichten zu den Berichten enthält. Daher sind wir auch erst jetzt in der Lage, unseren Leserinnen ein Bild von der Beteiligung der Arbeiterinnen an der Fabritarbeit in Deutschland während des Jahres 1904 zu geben. Nach den Aufzeichnungen der Gewerbeaufsichtsbeamten ibaren im ganzen Reiche in den Fabriken und denjenigen Anlagen, die ihnen in bezug auf den gesetzlichen Arbeiterschutz gleichgestellt sind, im Jahre 1904 beschäftigt:( siehe nebenstehende Tabelle). Die Gleichheit In den folgenden Industriezweigen 1. Bergbau, Hütten und Salinen, Torfgräbereien 2. Industrie der Steine und Erden. 3. Metallverarbeitung 4. Industrie der Maschinen, Werkzeuge, Instrumente und Apparate 5. Chemische Industrie. 6. Industrie der forstwirtschaftl. Nebenprodukte, Leuchtstoffe, Fette, Öle und Firnisse. 7. Textilindustrie. 8. Papierindustrie 9. Lederindustrie • Arbeiter über 16 Jahren weibliche Nr. 7 Kinder unter 16 Jahren 14-16 Jahren unter 14 Jahren männliche überüber 21 16-21 männ wetb= männ- wetbhaupt Jahren liche liche liche liche • 848 426 516 398 15 330 8 389 6.941 29 593 1 186 169 20 61 441 39 385 22 056 28 915 7064 992 318 361 378 52 081 31 323 20 758 35 426 8 395 736 280 662 765 32517 19 562 12 955 39 295 2 723 659 66 99 111 16 712 10 859 5 853 3 234 1886 40 69 56 219 7 053 4 119 357 904 86 880 64 474 377 773 49 116 12 457 247 396 2 934 130 377 989 987 56 27 28 087 44 296 947 1701 28 669 20 447 6018 7532 172 187 7 703 4 754 3 125 1.600 63 16 276 864 22 678 14 825 7 853 16 465 2720 507 105 365 700 133 030 87 229 45 801 17 006 15 667 356 508 83 342 173 830 89 619 84 211 5 989 29 354 346 719 · • 115 237 572 496 76 6 379 23 88 99.981 8507 31 362 17 776 2156 1579 13 586 577 11 659 3 867 385 625 184 26 4 003 206 • . 1903 3 817 800 988 108 899 338 608 929 570 803 379 179 232 805 328 535 221 744 127 484 5 542 4 100 • 10. Industrie der Holz- und Schnisstoffe 11. Induſtrie der Nahrungs- und Genußmittel 12. Bekleidungs- und Reinigungsgewerbe 13. Baugewerbe 14. Polygraphische Gewerbe 15. Sonstige Induſtriezweige • Zusammen im Jahre 1904 Dagegen 80 4 106 175 5 391 3 528 In der vorstehenden Tabelle haben wir diejenigen Zahlen durch den Druck hervorgehoben, die größer sind als die entsprechenden Zahlen für die männlichen Arbeiter. Hier tommt naturgemäß in erster Linie die Textilindustrie in Betracht, die mehr als ein Drittel aller Fabrikarbeiterinnen in Deutschland umfaßt und in dieser Beziehung allen anderen Zweigen unserer Industrie weit voraus ist. An zweiter Stelle steht das Bekleidungs- und Reinigungsgewerbe, das zwar nicht so hohe absolute Zahlen hat, aber relativ ein noch größeres Mehr an Arbeiterinnen ergibt als die Textilindustrie. Bei den Arbeitern über 16 Jahren sehen wir in weibliche Kräfte heranzuziehen, um an Herstellungs-| Grunde günstigere Arbeit als in der Landwirtschaft findet, der Textilindustrie eine fast ebenso große Zahl männlicher tosten zu sparen. In Hamburg weist die Metall- so werden immer mehr Frauen in die Fabrik übertreten. wie weiblicher Arbeiter; im Bekleidungs- und Reinigungs- industrie eine zunehmende Verwendung von Arbeiterinnen Dieser übertritt wird um so schneller erfolgen, je schwieriger gewerbe dagegen doppelt so viele Arbeiterinnen als Arbeiter. auf lediglich deshalb, weil die weiblichen Arbeits- für die armen Leute der Erwerb des zum landwirtschaftSchließlich ist noch die Papierindustrie hervorzuheben, die träfte sich billiger stellen als die männlichen.lichen Betrieb notwendigen Grund und Bodens ist. Soweit mehr Mädchen als Knaben unter 16 Jahren beschäftigt. In der Porzellanindustrie in Sachsen- Coburg und Gotha ist hat der Gewerbeinspektor ganz recht. Aber auch in solchen Auch bezüglich der Arbeiter über 16 Jahren kommt ihr die eine Verdrängung der männlichen Arbeitskraft Gegenden, in denen die kleinen Leute von jeher die Landdritte Stelle zu. Denn wenn auch die Zahl der von ihr be- durch die weibliche eingetreten, da besonders für die wirtschaft betrieben haben und auch jetzt noch betreiben schäftigten männlichen Arbeiter fast doppelt so groß ist als von den Mädchen gearbeiteten Artikel beffer Absatz erzielt tönnten, ist die Frau durch die industrielle Entwicklung in die Zahl ihrer Arbeiterinnen über 16 Jahren, so ist doch der und größere Bestellungen eingegangen sind. In den die Fabrik getrieben. Hat zu gleicher Zeit auch der FamilienProzentsatz der letzteren höher als in den anderen Industrien. Leipziger Buchbindereien macht sich nach dem Bericht der vater einigermaßen günstige Arbeitsgelegenheit in der InAbsolut und relativ ist die Zahl der Arbeiterinnen noch er- dortigen Gewerbeinspektion der Ersatz der Arbeiter dustrie, dann geht auch er in die Fabrik, und so ist die heblich in der Industrie der Nahrungs- und Genußmittel durch Arbeiterinnen bemerkbar; die beteiligten Arbeiter ganze Familie von der Landwirtschaft losgelöst. Der Rücksowie relativ noch in dem polygraphischen Gewerbe. hätten daher in Versammlungen wiederholt Einspruch gegen gang des landwirtschaftlichen Kleinbetriebs ist mithin nicht Wichtig sind diese Verhältnisse auch in einigen Unter- das überhandnehmen der Beschäftigung von Arbeiterinnen immer die Ursache, sondern oft genug die Folge der Fabrikabteilungen der aufgeführten Industriegruppen. So waren erhoben und die Tariffommission beauftragt, dagegen vor- arbeit. beschäftigt: zugehen. In den Zündholzfabriken männl. Arbeiter weibl. Arbeiter über 16 Jahren 1959 • % = Roßhaarspinnereien, Haarund Borstenzurichtereien. In den Gummiwarenfabriken • 761 415 41 368 • In den Konservenfabriken • " 9 % 3 093 2070 == Anlagen zur Anfertigung von Zigarren 2 687 786 394 75 759 6 835 1 093 = Zichorienfabriken Diese Betriebe sind meistens solche, in denen die Gesundheit der Arbeiter ganz besonders gefährdet ist. Um so mehr Beachtung verdient die Tatsache, daß gerade in diesen Betrieben die Frauenarbeit einen so großen Umfang genommen hat. Im ganzen sind die Arbeiterinnen in den jüngeren Jahrestlassen stärker vertreten als in den älteren. Bei den Arbeitern über 16 Jahren kommen durchschnittlich 4 bis 5 männliche Arbeiter auf eine Arbeiterin, bei den Kindern von 14 bis 16 Jahren je zwei Knaben auf ein Mädchen und bei den Kindern unter 14 Jahren fast auf jeden Knaben bereits ein Mädchen. Dieser Umstand läßt darauf schließen, daß auch in den nächsten Jahren die Frauenarbeit für unsere Industrie eine immer größere Bedeutung gewinnen wird. VI. Schlußbericht. Auf der anderen Seite ist demselben Bericht zufolge eine Von der Heimarbeitausstellung in Berlin. bedeutende Abnahme in der Zahl derjenigen Arbeiterinnen eingetreten, die in der Industrie der Steine und Erden beschäftigt sind. Dies ist die Folge der Vorschriften im§ 10 der Bekanntmachung des Bundesrats vom 20. März 1902, nach welchen Arbeiterinnen in Steinbrüchen nicht bei der Steingewinnung, der Rohaufarbeitung von Steinen und dem Transport von Steinen beschäftigt werden dürfen. Ferner ist im Berginspektionsbezirk Dresden die Zahl der auf den Steinkohlenwerken angelegten Arbeiterinnen zurückgegangen, da die Arbeiterinnen die Beschäftigung in den unweit ihrer Wohnorte gelegenen Fabriken derjenigen auf den Schächten vorziehen. Die drei konkurrierenden Gewerkschaftsorganisationen in der Schuhindustrie: die freie, christliche und HirschDunckersche, sind in der Ausstellung auf einer Tafel vereinigt. Der Zentralverein stellt hauptsächlich Berliner Arbeiten aus, darunter Ballschuhe, so zierlich und fein, wie sie Aschenbrödel nicht schöner vom Baume schüttelte. Diese märchenschönen Produkte haben ihre Heimat in der Küche der Großstadt, wo sie für niedrige Löhne angefertigt werden. In Kevelaer, der Stadt mit dem wundertätigen Marienbild, erhalten christliche Arbeiter Stundenlöhne von 20 Pf. Das Bild scheint also seine Macht nur an Wallfahrern von außerhalb zu üben, die heimischen Arbeiter läßt es hungern. Eine besondere Beachtung verdient die Erhebung, welche die Gewerbeaufsicht für Sachsen- Meiningen über die Beschäftigung verheirateter Arbeiterinnen in den verschiedenen Gegenden des Herzogtums veranstaltet hat. Die Er- Die Heimarbeitausstellung zeigt wohl die fertigen oder hebung erstreckte sich auf 94 Prozent aller über 16 Jahre halbfertigen Produkte, meldet die Arbeitszeit, Stundenlöhne alten Arbeiterinnen und ergab im ganzen Herzogtum 6429 und manche anderen wichtigen Umstände, nach denen wir uns Arbeiterinnen über 16 Jahre; davon waren 1684 26,2 eine ungefähre Vorstellung von der traurigen Lage der Prozent verheiratet. Der Prozentsaz der verheirateten Ar- Arbeiter, Arbeiterinnen und Kinder machen können. Dabeiterinnen ist in den verschiedenen Gegenden des Herzog- gegen versagt sie in einer äußerst wichtigen Beziehung: ste tums sehr verschieden. Er schwankt zwischen 3,3 und 73 gibt kein Bild von der Arbeitsweise selbst, und auf diese Prozent. tommt es oft wesentlich an. Wenn wir zum Beispiel lesen, Gegen das Vorjahr ist die Zunahme in der Zahl der be- Der Gewerbeaufsichtsbeamte ist auf Grund der Beob- daß bei der Herstellung von Handbesen der Arbeiter so schäftigten Arbeiterinnen im Jahre 1904 sehr erheblich achtungen der Verhältnisse in sämtlichen Kreisen des Herzog- und so viel Mark in der Woche verdient, so wissen wir und viel stärker gewesen als die Zunahme in der Zahl der tums zu der überzeugung gekommen, daß es von großem noch nicht, daß er mit geradezu affenartiger Geschwindigmännlichen Arbeiter. Dies ist jedoch nicht allein auf Einfluß auf den Eintritt der verheirateten Frau in den feit die einzelnen Borstenbüschel einziehen muß, und daß er eine Mehreinstellung von Arbeiterinnen infolge der günstigeren Fabrikbetrieb ist, ob sich ihr in ihrem Orte Gelegenheit dies mit zerschnittenen, blutenden Fingern tut. Ebenso erGeschäftslage, sondern auch zu einem guten Teil darauf bietet, sich durch Erwerb eines Stückchen Landes und Halten zählen uns auch die fertigen Schuhwaren nicht, welches zurückzuführen, daß die Gewerbeaufsicht auf solche Betriebe von Vieh landwirtschaftlich zu beschäftigen, oder ob dies er- Quantum Arbeit in ihnen steckt, und unter welchen Bedinausgedehnt worden ist, die bisher nicht kontrolliert wurden. schwert oder ausgeschlossen ist. Eine Ausnahme hiervon gungen sie entstanden sind. Sie sagen uns nichts vom So gemäß der Verordnung vom 17. Februar 1904 auf die machen nur die Zigarrenfabriken des Kreises Meiningen, in Furniturenwucher, von der Nachtarbeit, von dem unheimMaßwerkstätten der Kleider- und Wäschekonfektion für Frauen dem die Verhältnisse für die landwirtschaftliche Beschäftigung lichen Heßen und Jagen der Affordarbeit, von angestrengter und Kinder sowie auf die Putzmachereien. der Frau am günstigsten im ganzen Herzogtum liegen. Denn Tagesarbeit in der Fabrik und ermüdender Arbeit nach Hierzu kommt nach den Beobachtungen des Gewerbe- es gibt hier das meiste bebaute Land, und durch Zer- Feierabend daheim, und sie schweigen von den Opfern ohne inspektors I in Breslau ein recht bedeutungsvoller anderer schlagen der Domänengüter ist dem kleinen Manne der Zahl, die im besten Alter durch die Schwindsucht aus den Grund für die Vermehrung in der Zahl der Arbeiterinnen, Grunderwerb und die Viehhaltung erleichtert worden. Daß Reihen der Lebenden gestrichen werden. Wer sich hierüber nämlich das Bestreben mancher Gewerbeunternehmer, mehr das Verhältnis der verheirateten Arbeiterinnen zu den un- unterrichten will, der lese die standesamtlichen Nachrichten und mehr männliche Arbeiter durch Arbeiterinnen verheirateten in den Zigarrenfabriken so groß ist- 42,5 von Burg bei Magdeburg, Weißenfels, Pirmasens zu ersetzen. In einer Reihe von Industriezweigen, zum Prozent erklärt sich dadurch, daß hier vielfach der Mann und anderen Orten, in denen die Schuhindustrie den größeren Beispiel der Zigarrenfabrikation, hat sich dieser Prozeß be- zu Hause die Viehhaltung führt und kocht, die Frau also, Teil der Einwohnerschaft beschäftigt. Hier tritt der Tod als reits vollzogen, denn der männliche Roller ist aus den Ar- die zum Zigarrenmachen mehr Geschick hat als der Mann, heimtückischer Würger auf, der in die Reihen der Arbeiter und beitssälen verschwunden. In den Websälen und vielen in die Fabrit gehen kann. Außerdem sind die Arbeiterinnen besonders der Arbeiterinnen klaffende Lücken reißt, die aber anderen Betrieben macht es die fortschreitende Vervoll- alle aus den betreffenden Orten selbst und sie haben zum großen schnell wieder mit neuen, dem Tod geweihten Opfern auskommnung der Webstühle und der sonstigen maschinellen Teil noch Eltern, die in der Hauswirtschaft helfen. Endlich gefüllt werden. Einrichtungen in immer höherem Maße möglich, den Weber wird was sehr wesentlich ist in den Zigarrenfabriken Mützen aller Art, von der billigsten Knabenmüze bis durch die Weberin zu ersetzen, die erheblich geringere nicht auf pünktlichen Anfang und Schluß der Arbeit gesehen. zu den besseren Beamten- und Studentenmützen, stellt der Lohnansprüche stellt. Mehrere Jahre hindurch wurde diese Letztere wird nach Stück bezahlt, Maschinenkraft wird nicht Kürschnerverband als Berliner Heimarbeiterzeugnisse Bewegung aufgehalten durch die Durchführung der Schuh- verwendet, der Betriebsleiter läßt sich ein Zuspätkommen der aus. Der Höchstverdienst dabei ist 50 Pf., häufiger jedoch geseze für Arbeiterinnen, namentlich das Bestreben der Ge- Arbeiterinnen, und sollte es um einige Stunden sein, gefallen; 20 bis 27 Pf. und für Frauenarbeit gar nur 10 Pf. in der werbeaufsichtsbeamten, Arbeiterinnen aus solchen Beschäfti- er stellt, den Verhältnissen Rechnung tragend, mehr Arbeite Stunde. Beim Nähen von Strohhüten werden in Dresden gungsarten zu entfernen, die für sie ungeeignet waren. Jetzt rinnen ein, und Mangel an Arbeitskräften besteht nicht. Stundenlöhne von 12 Pf. erzielt. Ungeteilter Aufmerksamhat sie wieder eingesetzt. Hoffentlich sezen aber auch um so nach- Diese vom Gewerbeinspektor mit Recht ausführlich be- keit erfreut sich das Wrack einer Angströhre, die der Hutdrücklicher die Bemühungen der Arbeiterinnen auf Erlangung handelte Ausnahme" hätte aber dem Beamten die Ver- macherverband ausstellt. Solche Zeugen entschwundener besserer Lohn- und Arbeitsbedingungen ein.- Ebenso hebt mutung nahelegen sollen, daß das Verhältnis der Frau zur Pracht kommen als Lumpen nach Deutschland, müssen hier der Bericht für Oberbayern hervor: Es zeige sich das Bestreben, Landwirtschaft auf der einen Seite und zur Fabrik auf der von den Arbeitern à Stück mit einer Mark bezahlt werden wo immer tunlich die billigere weibliche Arbeitskraft anderen Seite doch nicht so einfach ist, wie er glaubt. Aller- und werden dann vollständig aufgearbeitet und bezogen von heranzuziehen. Der Berichterstatter für den Regierungs- dings ist für die Frau die ihr am nächsten liegende Be- neuem in den Handel gebracht, um die pomadisierten Hohlbezirk Potsdam vermutet, daß die gedrückten Preise der schäftigung die in Haus und Hof. Wenn aber die industrielle töpfe unserer Besitzenden zu schmücken. meisten Industrieerzeugnisse manchen Fabrikanten veranlaßt Entwicklung in jener Gegend so weit gediehen ist, daß die Der Sattlerverband hat Markttaschen und Schulhaben, bei der Vergrößerung seines Betriebs vorwiegend Frau in der Fabrik besser bezahlte oder aus einem anderen ranzen als Erzeugnisse der Görliker Hausindustrie aus" Nr. 7 gelegt; bei der Herstellung dieser Sachen werden 15 Pf. bis herunter auf 71/2 Pf. pro Stunde verdient. Nur ein bescheidenes Plätzchen hat der Handschuhmacherverband für sich verlangt. Es ist ausschließlich heimindustrielle Frauenarbeit, die hier in Gestalt von Ball handschuhen und anderen Sorten vorgeführt wird. Die Bezahlung schwankt je nach der Arbeit zwischen 10 und 25 Pf. für die Stunde. Aber auch die Fabrikarbeit wird in dieser Branche nicht viel besser entlohnt. 2,50 bis 3 Mt. für aus der Schule entlassene Mädchen, später 4, 6 bis höchstens 8 Mt. in der Woche für 10 bis 12 stündige Arbeitszeit. Das Fehlende muß durch jämmerlich bezahlte überzeit arbeit ergänzt werden. In der Goldleistenindustrie spielt besonders das Zwischenmeistersystem eine Rolle, das sich hauptsächlich in Berlin breit macht und für die großen Fabrikanten geringe Waren zu den niedrigsten Löhnen herstellt. Eigentliche Heimarbeit dürfte nur in selteneren Fällen in Frage kommen, da die Wohnung des großstädtischen Arbeiters zu dem Hantieren mit meterlangen Leisten kaum geeignet ist. Die Gleichheit 43 von Mitgliedern des Kaufmännischen Vereins weiblicher An- fenntnis, daß etwas zur Besserung ihres Loses geschehen gestellter. Fräulein Leichler begründete ihn mit dem Hin- müsse. Und auch das sahen sie klar: nur die eigene Kraft, weis darauf, daß das Krankenversicherungsgesetz feinen nur der Zusammenschluß tann ihnen Hilfe bringen. Unterschied der Geschlechter kenne. Die Bestimmung des Kopf an Kopf gedrängt lauschten die Erschienenen den Statuts, daß die erkrankte Person jederzeit Zutritt zu ihrer Ausführungen der Unterzeichneten, welche das Referat zur Wohnung gestatten müsse, durch einen Mann ausgeführt, Tagesordnung übernommen hatte, wie auch den Worten der wirke besonders auf feinfühlende weibliche Personen pein zahlreichen Diskussionsrednerinnen aus ihren eigenen Reihen. lich. Das gleiche gelte von der Vorschrift, daß die Erkrankte Bald erklangen Zurufe leidenschaftlicher Empörung ob der dem Kontrolleur auf alle Fragen nach der Art der Krank- unglaublichsten Mißstände, unter denen die Mädchen seufzen; heit Auskunft zu geben habe. Die Frau habe im Er- bald äußerte sich jubelnde Zustimmung, wenn von der Orfrankungsfall mehr Vertrauen zu ihrer Geschlechtsgenossin ganisation und ihren Aufgaben zu Nutz und Frommen der wie zu dem männlichen Beamten. Hausangestellten die Rede war. Und wahrhaftig, was zur Charakterisierung des Dienstbotenjammers und der Notwendigkeit des Zusammenschlusses vorgebracht wurde, das war geeignet, die Gefühle in Wallung zu bringen, die bitterste Entrüstung auszulösen, aber auch den heißen Wunsch, bessere Zustände herbeizuführen. " " Man hätte wohl annehmen dürfen, daß ein solcher Antrag Zustimmung gefunden hätte. Die Mehrheit der Delegierten besteht ja aus politisch und gewerkschaftlich organi fierten Männern. Leider wurden wir eines anderen belehrt. Schon der Hinweis des Vorsitzenden, daß der Kassenvorstand zu dem Resultat gekommen sei, daß die Annahme Seit der ersten Versammlung hatte sich im Arbeiterdieses Antrags die Anstellung der gleichen Anzahl weib sekretariat wieder ein ganzer Berg neuer Zuschriften angelicher Kontrolleure bedinge, wie die der bereits tätigen häuft, in denen Dienstmädchen Material zur Kennzeichnung Die Fabrikation künstlicher Blumen in Sebnih in männlichen, war nicht geeignet, den Antrag zu empfehlen. ihrer geradezu schauderhaften Lage beibrachten. Unter Sachsen bringt den Arbeiterinnen Verdienste von 1/2 bis Er ließ die Mehrkosten der geplanten Neuerung als Schreck- anderem wurde in den Einsendungen mehrfach auf den 3 bis 5 Pf. Die Arbeitgeber der Blumen- und Putfedern- gespenst auftauchen. Unserer Meinung nach darf ein sozialer Kniff der„ Gnädigen" hingewiesen, die Mädchen des Diebindustrie bestreiten die angegebenen Verdienste. Sie be- Fortschritt nicht deshalb unterbleiben, weil er höhere Aus- stahls zu beschuldigen und sich von ihnen wirklich oder anhaupten, dieser bemesse sich nach Fleiß und Geschicklichkeit, gaben erfordert; aber davon abgesehen, halten wir die Schlußgeblich abhanden gekommene Dinge bezahlen zu lassen. woraus denn logischerweise zu folgern sein soll, daß die folgerung des Kassenvorstandes überhaupt für falsch. Es Eine Frau Meyer zum Beispiel peinigte ein junges, unerOrganisation der Blumen- und Federarbeiterinnen nur die tann sehr gut für den Anfang eine kleine Zahl Kontrolleu- fahrenes Mädchen so lange mit der Bezichtigung, ein Stück Verdienste der faulsten und untüchtigsten Arbeiterinnen an- rinnen angestellt und erst allmählich dazu übergegangen Schokolade gestohlen zu haben, bis das arme Ding aus gegeben hätte. Es wird nicht lange dauern, und aus dem werden, die weiblichen Mitglieder von Frauen besuchen zu seinem mageren Portemonnaie für die noble Herrschaft bürgerlich- kapitalistischen Blätterwald schallt das Echo dieser lassen. Im weiteren Verlauf der Debatte wurde gegen den Schokolade kaufte. Damit nicht genug. Der Appetit kommt Melodie in tausendfacher Wiederholung heraus. Wie lügen- Antrag geltend gemacht, daß die Frau den Anforderungen beim Effen," sagt ein französisches Sprichwort. Die„ Gnähaft das Gerede der Fabrikanten ist, kann an der Hand der des Berufes der Kontrolleurinnen nicht gewachsen sei. Der dige" beschuldigte bald darauf das absolut ehrliche Mädchen, sehr eingehenden Darstellungen nachgeprüft werden, welche Gegenbeweis dieser Behauptung ist jedoch längst erbracht. einen Ring gestohlen zu haben, und preßte ihm für denselben die„ Gleichheit" wiederholt über die Lage der Blumen- und Die Verwendung weiblicher Kontrolleure hat sich bei ver- 25 Mt. ab. Jedenfalls fühlte sich die„ Dame" nicht so gewissensBlätterarbeiterinnen veröffentlicht hat. schiedenen Kassen, und darunter auch bei solchen bewährt, rein wie das Mädchen, denn sie schüchterte dieses beim Verlassen Der Porzellanarbeiterverband stellt Heimarbeiten welche wesentlich höhere Anforderungen an ihre kontrol des Dienstes ein, feinem Menschen etwas von der Sache zu sagen, aus Dresden und Thüringen aus. In Dresden werden lierenden Beamten stellen wie die Allgemeine Ortskranken auch nicht einmal dem eigenen Bruder. Eine Diskussionsrednerin die Stücke dekoriert, während in Thüringen gröbere Arbeiten, tasse in Frankfurt a. M. Eine Anfrage zum Beispiel bei bestätigte später, daß derartige Erpressungen von seiten der meistens von Frauen, gemacht werden. Hier ist die Heim- der Zentrale für das deutsche Krankenkassenwesen hätte dar- Herrschaften nicht selten seien. Eine ihr bekannte„ Gnädige" arbeit erst im Anschluß an die Fabrikarbeit entstanden. über aufklären können, daß es Kassen genug gibt, welche habe in der letzten Zeit fünf Mädchen hinteremander des Durch die Verpflichtung der Arbeiterinnen, für zerbrochene weibliche Kontrolleure anstellen, ohne sie nachher im Bureau Diebstahls bezichtigt und sich an ihnen zu bereichern versucht. Waren aufzukommen, wird der geringe Lohn oft noch ge- verwenden zu müssen. In der Diskussion wurde des weiteren Die Rednerin forderte auf, derartig unehrliche oder zum schmälert. geltend gemacht, die Konsequenz des Antrags sei Anstellung mindesten schmutzig habgierige Herrschaften mit aller EntDie Heimarbeit in der Tabak- und Zigarrenweiblicher Schalterbeamten und weiblicher Beitragserheber. schiedenheit zu boykottieren. Große Entrüstung erregte die industrie ist auf der Ausstellung nur schwach vertreten. Der Schluß hinkt sehr und läßt einen recht bedauerlichen Mitteilung, daß Frau Apotheker Hafer ihr Mädchen sofort Die Zustände in diesen Gewerben, die durch die Steuer- Mangel an Logit erkennen. Außerdem aber scheint aus ihm entlassen hat, weil dieses in der letzten Versammlung experimente der Regierung schwer geschädigt sind, kennt man eine gewisse Sorge hervorzublicken, die Frauen könnten in von dem häufigen Dienstwechsel in ihrem Hause berichtet ja auch fast allgemein. Alles, was zur Charakterisierung der Stellen eindringen, welche nach altem Herkommen die Ver- hatte. Nach der Aussage des Mädchens hätte der Herr Heimarbeit und ihrer Schäden gesagt werden kann, ist in treter des starken Geschlechtes für ihr Monopol erachten. Apotheker ein pfiffiges Hinausgraulen der sofortigen Entder Tabatindustrie in Reinkultur vorhanden: Frauen- und In der Abfertigungsstelle verschiedener Krankenkassen haben lassung als flüger vorgezogen. Er soll erklärt haben:„ Ich Kinderarbeit, lange Arbeitszeit, niedrige Löhne, ungesunde sich übrigens weibliche Beamte recht gut bewährt. Ver- hätte das Mädchen nicht so ohne weiteres entlassen, sondern Arbeitsräume, Gefährdung der Konsumenten durch die nahe- ständige Leute werden deshalb auch nicht davor erschrecken, ich hätte ihm das Leben so sauer gemacht, daß es gebettelt liegende Möglichkeit der Übertragung ansteckender und efel- daß in Frankfurt a. M. mit der Zeit die betreffenden Posten hätte, gehen zu dürfen." hafter Krankheiten uff. Alles das ist der Regierung seit mit Frauen besetzt werden könnten. Das größte Aufsehen erregte jedoch unstreitig ein einJahrzehnten bekannt. Und was hat sie bis jetzt auch nur Unseren Frauen und Mädchen überall mag der Vorgang geschicktes Dienstbotenabendbrot, das auf dem„ Tisch des zur ernſten Milderung der fressenden Schäden auf diesem in Frankfurt a. M. eine Mahnung sein, sich um die Ver- Hauses" niedergelegt wurde. Es bestand aus drei KarSchreckensgebiet der Heimindustrie getan? Verordnungen und waltung der Krankenkassen, welchen sie angehören, mehr wie toffeln, sage und schreibe drei ganzen Kartoffeln und einer Geseze geschaffen, die das übel der Heimindustrie noch ge- bisher zu bekümmern. Das Krankenversicherungsgesetz räumt Portion Nierengrieben, die mancher, edle" Hund aus„ gutem fördert haben. Neuerdings aber kommt sie obendrein mit beiden Geschlechtern gleiche Rechte ein. Aber nur in wenigen Hause" verschmäht hätte. Eine reiche Kaufmannswitwe hatte Steuervorlagen, die, wenn sie angenommen würden, zur Krankenkassen sind bisher weibliche Delegierte im Verhältnis sich erdreistet, ihr Mädchen am vorhergehenden Dienstag weiteren Ausdehnung der Heimarbeit in der Tabakindustrie zur Zahl der weiblichen Mitglieder vertreten; noch seltener und Mittwoch damit abfüttern zu wollen, und es war nicht und zur völligen Berelendung der Arbeiter führen müßten. ist eine entsprechende Vertretung in den Kassenvorständen. das erstemal, daß sie eine derartige Kost der Armen bot, Nur ein Glaube, der stark genug ist, Berge zu versetzen, Darauf ist es mit zurückzuführen, daß nur wenige Rassen im die täglich 13 bis 15 Stunden schwer zu arbeiten hatte. kann sich der Hoffnung hingeben, daß von dieser Regierung Reiche den weiblichen Mitgliedern diejenige Berücksichtigung Dem allgemeinen Wunsche der Mädchen entsprechend, ist und von den Parlamenten, die wir in Deutschland haben, zuteil werden lassen, welche sie auf Grund des Gesetzes be dieses Souper" im Schaufenster der Expedition der„ Fränkider Ast der Heimarbeit abgefägt würde, auf dem die tapi anspruchen können. Die Gewährung von Wöchnerinunter- schen Tagespost" ausgestellt worden, ein Denkmal des Dienſttalistischen Interessenten ſizen. Die Heimarbeitausstellung stüßung auf die Dauer von sechs Wochen mußte den meisten botenelends und der Herrschaftenschande. Und noch ein hat eines der größten und bösartigsten Geschwüre am Rassen erst gesetzlich aufgezwungen werden; man begnügte Beitrag zum standalösen Kapitel der Dienstbotenernährung. fozialen Körper aufgezeigt. Sie nimmt den maßgebenden sich mit der vorgeschriebenen Unterstüßung für vier Wochen. Ein Mädchen führte bittere Klage darüber, daß die HausKreisen selbst die Ausrede, nichts gewußt zu haben von all Die zulässige Schwangerschaftsunterstützung sowie freie Ge- meistersgattin der Martorschule ihre„ dienstbaren Geister" dem Glend, das hier in gräßlicher Nadtheit zutage tritt. währung der Hebammendienste sind in den Statuten der mit den alten in den Schulzimmern zusammengesuchten Weder die„ mit Eisen gepanzerte Hand" des Kaisers, noch meisten Kassen nicht vorgesehen. In manchen Kranken- Brotbrocken ernähre. der Wille der Kaiserin, daß hier etwas geschehen müsse", tassenverwaltungen würdigt man nicht genügend den sozialen Für die Interessen der Waschfrauen, Puzzfrauen usw. wird auch nur ein Jota an diesen zum Himmel stinkenden Wert solcher Bestimmungen, sondern empfindet nur ein trat in der Versammlung eine alte Frau besonders ein. Zuständen ändern. Grauen vor Mehrausgaben. Deshalb, ihr Frauen und Ihre Ausführungen zeigten unter anderem auch das beDie Ausstellung ist etwas plötzlich geschlossen worden Mädchen, haltet die Augen offen, seid bei den Krankenkassen- rühmte Herz" der Frauenrechtlerinnen für die„ ärmeren und wird auch die geplante Reise in andere Städte micht wahlen zur Stelle, sucht Siz und Stimme in den General- Schwestern" in bengalischer Beleuchtung. Sie führte unter antreten. Gleichzeitig mit ihr hatte in Berlin eine andere versammlungen und in den Vorständen zu erringen. Dann scharfer Kritik die niedrigen Löhne an, welche der Verein Ausstellung der Arbeit stattgefunden. In einem Kunstsalon werden auch die Interessen der weiblichen Mitglieder eine Frauenwohl" den Wäscherinnen bezahlt. Frauenwohl und wurde das Lebenswerk des belgischen Malers und Bild- wirksame und tatkräftige Vertretung finden. Damenwohl sind eben zwei verschiedene Dinge, darüber hauers Meunier zur Schau gestellt, dessen Clou das vielfönnen schöne Phrasen nicht täuschen. Die Rednerin erhob besprochene Denkmal der Arbeit ist. Und hatte tout Berlin die überaus bescheidene Forderung, daß der Arbeitstag der boten. K. 6 Uhr, dauern solle, und daß längere Arbeit als Überstunden zu entlohnen sei. " Unter den Linden" Gelegenheit gehabt, sich über die Häß- Die Organisation der Nürnberger Dienst- Waschfrauen„ nur“ zwölf Stunden, von morgens 6 bis abends lichkeit der Arbeit zu entsegen, so konnte es sich in der Potsdamerstraße an der Schönheit und Monumentalität der Arbeit wieder ästhetisch erbauen und aufrichten. Am Schlusse Die geplante Organisation zum Schuße der Dienst- Mit tiefer, leidenschaftlicher Bewegung wurde die Grünbeider Ausstellungen wurde in demselben Kunstsalon, der mädchen, Waschfrauen und anderer häuslicher Arbeiterinnen dung des Vereins von einer Frau begrüßt, die dreißig Wieunters unsterbliches Werk gezeigt hatte, das Hochzeits in Nürnberg ist ins Leben getreten. Ihre Konstitution er Jahre lang Dienstmädchen gewesen war. Der Hauskleid der neuest vermählten Prinzessin von Oldenburg- Preußen folgte am 18. März als lebendiger Ausdruck des Strebens sklavenwirtschaft, so meinte sie, müsse endlich ein Ende den lüsternen Augen der oberen Zehntausend gegen ent- nach Gleichberechtigung, das in unseren Tagen wie im„ tollen bereitet werden durch die Organisation, der sich alle ansprechendes Eintrittsgeld zur Ansicht geboten. Damit dürfte Jahre" 1848 die breitesten Volksmassen bewegt. In derselben schließen sollten. Obgleich sie selbst das Dienstbotenelend für das kunst- und arbeiterfreundliche Publikum des Berliner Stunde, wo die klassenbewußte Arbeiterschaft Nürnbergs ihre hinter sich habe, werde sie freudig ihre ganze Zeit dem Westens diese„ Ausstellungssaison" ihre charakteristische Krö- Märzfeier beging, tagte in einem anderen großen Saale der Verein opfern. Die Unterzeichnete stellte noch die irrige nung und ihren endgültigen Abschluß gefunden haben. Das Stadt eine tausendföpfige Versammlung von Dienstmädchen, Meinung richtig, als ob die Dienstboten streifen wollten. wird sich bei der Beratung des sozialdemokratischen Heim Waschfrauen, Aufwartefrauen usw., um über die eingeleitete Sie wies darauf hin, daß das Gesez diesen leider noch nicht arbeiterschutzgesehentwurfes mit augenfälliger Deutlichkeit Gründung eines Vereins endgültig Beschluß zu fassen. Der das Koalitionsrecht zuerkannt habe. Un den Herrschaften m. 1. Andrang zu der Veranstaltung war ein beredtes Zeugnis zum Bewußtsein zu bringen, daß die Mädchen keine Hunde für die Not, welche die Haussklavinnen" zur Organisation feien, wie eine„ gebildete" Dame sich ausgedrückt hat, sollten treibt. Die bürgerliche Presse hatte ihr möglichstes getan, sich dieselben des Stellungsnachweises des Vereins bedienen. um nach der ersten Versammlung der Hausangestellten die Auch von anderer Seite noch wurde betont, daß die DienstAm 17. Februar beschäftigten sich die Generalver- Mädchen von ihrer Organisierung zurückzuschrecken. Am boten und häuslichen Arbeiterinnen, welche Selbstachtung sammlungsvertreter der Allgemeinen Ortstranten- Versammlungstage lockte das herrlichste Frühlingswetter. besitzen und ihr Los verbessern wollen, nur den neutasse in Frankfurt a. M. mit der Frage der Anstellung Troßdem strömten Dienstmädchen, Waschfrauen usw. in geschaffenen Stellennachweis benuzen sollten. Der Verein weiblicher Krankenkontrolleure. Der Antrag war eingegangen dichten Gruppen der Versammlung zu. Es trieb sie die Er werde sich bemühen, durch seinen Nachweis den Mädchen zeigen. Weibliche Krankenkassenkontrolleure. 44 Die Gleichheit " " Nr.7 gute Stellungen zu verschaffen, in denen sie auf menschen- Brotgeber" zu Willen zu sein und in Ansehen zu stehen, März zwei Versammlungen statt. In beiden referierte Gewürdige Behandlung rechnen könnten. Des weiteren werde suchen die Arbeiter sich im Sparen zu überbieten. Es kommt nofsin Hoffmann- Mannheim. In Heidelberg sprach sie er darauf hinwirken, die Stellenvermittlerinnen vollständig vor, daß manche es fertig bringen, am Lohntag von dem vor den zahlreich Erschienenen über Die Wirkungen des auszuschalten, die in Wirklichkeit oft Sklavenhändlerinnen erbärmlichen Lohne bis 2 Mt. in die Sparkasse abzuführen. neuen Zollgesetzes und über den Wert der Frauenagitation". genannt werden müßten. Die Textiler find derart an das Hungerleiden und schlechte Ihre trefflichen Ausführungen fanden lebhaften Beifall und Ein hundertstimmiges„ Ja, Ja" aus der Versammlung Leben gewöhnt, daß eine Frau als sehr unwirtschaftlich regten eine Diskussion an, an der sich die Genossen Nipp, beantwortete die Frage, ob eine Organisation der Dienst- gelten würde, welche die Klöße mit Schweinefett, statt mit Rausch und Philipp beteiligten. In Weinheim hatten boten gegründet werden solle. Daraufhin wurde die Kon- Pferdefett briete. Wenn die Arbeiter über schlechte Löhne flagen, die Gewerkschaftschristen" den Versuch gemacht, der einstituierung derselben vollzogen. Sie führt den Namen wartet der Unternehmer natürlich mit den hohen Spareinlagen berufenen Versammlung das Publikum abzutreiben, indem ,, Verein für Dienstmädchen, Waschfrauen usw." auf. Es kommt vor, daß Väter ihre Kinder ein anderes Ge- fie gleichzeitig mit derselben ebenfalls eine Versammlung Der Monatsbeitrag beträgt 25 Pfennig. Die Organisation werbe lernen lassen wollen als die elende Weberei. Das einberiefen. Sie tamen jedoch nicht auf ihre Rechnung. bietet dafür kostenlose Stellenvermittlung, die„ Gleichheit", duldet aber der Textilgewaltige nicht. Mann, Frau und Ganze zwanzig Personen hatten sich eingefunden, und die Unterhaltungsabende, sowie nach einjähriger Mitglied Kinder, die ganze Familie hat ihm zu fronden. Ist dennoch Hälfte von ihnen waren nicht einmal Lohnarbeiter. Die schaft eine Krankenunterstützung von wöchentlich 2 Mart ein Vater so vermessen, über sein Kind nach eigenem Er- Versammlung dagegen, in der Genoffin Hoffmann sprach, auf die Dauer von sechs Wochen. Die Leitung der Organi- messen zu verfügen, so fliegt die ganze Familie aus Woh- war so besucht, daß viele sich mit Stehplätzen begnügen sation ruht in den Händen eines Vorstandes, der aus nung und Brot. mußten. Zahlreich waren insbesondere auch die Frauen neun Personen besteht. Der Stellennachweis des Vereins ist bereits ins Leben getreten und befindet sich Tucherstraße 36. Er ist für alle Mädchen wie auch für alle Herrschaften kostenlos. Dem Verein sind bereits 225 Dienſt mädchen, Waschfrauen usw. beigetreten. Fortwährend laufen neue Beitrittserklärungen ein. Am 8. April soll die erste Versammlung stattfinden, in der Genosse Landtagsabgeordneter Segit über die Dienstbotenfrage referieren wird. Die Folgen dieser Schandwirtschaft treten fraß in Er- und Mädchen in der Versammlung vertreten. Die Ausscheinung. 80 Prozent dieser Lohnsklaven erliegen im führungen der Referentin wurden aufmerksam und mit arbeitsfähigen Alter der Proletarierkrankheit. Bei der mili- Beifall entgegengenommen. In beiden Versammlungen sind tärischen Aushebung waren von 100 Gestellungspflich- Proletarierinnen über die Ursachen des Elends unter der tigen nur 4 tauglich. Erzählen diese Tatsachen nicht von arbeitenden Bevölkerung belehrt, ist denselben der Weg ge= einer Menschenvernichtung, schlimmer als mancher un zeigt worden, der zur Besserung ihres Loses und zur Beverhüllte Mord? Die zuletzt angezogenen auffallenden feitigung ihrer Sklaverei führt. Das ist der Anschluß an Zahlen veranlaßten die bayerische Gewerbeinspektion, Er- die moderne Arbeiterbewegung. Es ist bereits versucht worden, den jungen Verein zum hebungen über die Lage der betreffenden Arbeiter anzustellen. Anfang März fand in Neumünster eine ziemlich gut Anschluß an eine Berliner Dienstbotenorganisation zu be- Manches von dem, was sich in dieser„ Burg" des Textil besuchte öffentliche Frauenversammlung statt. Nach einem wegen, die von bürgerlicher Seite aus geleitet wird. Diese fapitals abspielt, kam dadurch ans Tageslicht. Von einem leicht verständlichen, mit großem Beifall aufgenommenen Versuche sind schlankweg abgelehnt worden. Und mit Recht. energischen Einschreiten der öffentlichen Gewalten gegen das Vortrag des Genossen Mehrens wurde Genossin Wulff Das Warum brauchen wir in dieser Zeitschrift wohl nicht hier geübte Weißbluten der kapitalistischen Lohnfklaven hat einstimmig als Vertrauensperson gewählt. Mit Befriedigung erst nachzuweisen. Dagegen möchten wir den Genossinnen nichts verlautet. Und doch dürfte es an Handhaben nicht können wir melden, daß am Orte die Frauenbewegung überall dringend ans Herz legen, auch den Verhältnissen fehlen, wenigstens die schlimmsten Auswüchse des Wuchers Fortschritte macht. In einer Besprechung zwischen Genossen der Dienstmädchen ihre Aufmerksamkeit zuzuwenden, Be- mit der Arbeitskraft des lebendigen Menschen zu beschneiden. und Genossinnen wurde von seiten der ersteren angeregt, mühungen zu deren Organisierung kräftig zu fördern und Davon zu schweigen, daß die festgestellten übel die bayerische daß die Frauen sich dem Arbeiterverein anschließen sollten. zugleich allen Bestrebungen energisch entgegenzutreten, welche Regierung bestimmen müßten, im Bundesrat als Vorfämpfer Die Anregung, welche verständnisvolles Entgegenkommen darauf abzwecken, den Geist der jungen Dienstbotenbewegung für durchgreifenden Arbeiterschutz aufzutreten, ganz besonders den Genoffinnen gegenüber bekundet, fand Zustimmung. bürgerlich zu verfälschen. Die Dienstmädchen sind Bein vom aber die Einführung eines gesetzlichen Normalarbeitstags Hoffen wir, daß unsere junge Bewegung sich recht gedeihlich Bein und Fleisch vom Fleisch des ausgebeuteten Proletariats, für alle Arbeiter und Arbeiterinnen zu fordern. und in der Dienstbotenbewegung muß der Geist der modernen, klassenbewußten Arbeiterbewegung lebendig sein. Möchten in Nürnberg immer mehr Dienstmädchen und häusliche Tage löhnerinnen ihre Lage begreifen und sich dem Verein an schließen, der, von diesem Geiste getragen, ihre Interessen mit Gewissenhaftigkeit und Energie verfechten wird! Möchte das Beispiel der Mädchen, die bereits für die Hebung ihrer Lage kämpfen, in anderen Städten Nachahmung finden! Helene Grünberg. Proletarisches Elend in Oberfranken. „ Hilf dir selbst, und die Götter werden dir helfen." Diese Wahrheit erkennen die Textilarbeiter in Bayreuth, wie die Porzelliner in ganz Oberfranken, immer mehr. Die geschilderte Lage pauft ihnen Erkenntnis ein. Was ihnen die kapitalistische Ausbeutung an Zeit, an Kraft und Energie läßt, das wollen sie brauchen, um sich aufzuklären und zu organisieren. Sie wollen Kämpfer sein gegen den verwüstenden Kapitalismus, für den beglückenden Sozialismus. Ottilie Baader. Aus der Bewegung. weiter entwickelt. Frau M. Wulff. Auch in Bürgel sind die Frauen der werktätigen Bevölkerung zu der überzeugung gelangt, daß sie organisiert am Befreiungskampf der Arbeiterklasse teinehmen müssen. Die Ausführungen von Genossin 3ieß haben geistig revolutionierend gewirkt und die Arbeiterfrauen zum Bewußtsein ihrer Klassenlage gebracht. Die Folge davon ist, daß die Frauen sich organisieren. Am 12. März fand eine Frauenversammlung statt, die im Anschluß an ein Referat des Genossen Gerold eine Resolution annahm, welche die Notwendigkeit der politischen Organisation der Frauen betont und die Anwesenden verpflichtet, sich dem Arbeiterbildungsverein des Ortes als Mitglied anzuschließen. Die in der Einen Blick in die Tiefen des Elends, welches die kapita- Von der Agitation. In Nürnberg fanden in letter Versammlung anwesenden 70 Frauen und Mädchen haben listische Ausbeutung über die werktätige Bevölkerung bringt, Beit wieder eine Reihe von Versammlungen und Sitzungen bereits ihren Beitritt zu demselben erklärt. Als Vertrauenskann man in Oberfranken tun, wenn man sich um die Ar- statt, welche den Gewerkschaften neue Mitglieder, zumal personen wurden die Genossinnen Leindecker und Günsche beits- und Existenzbedingungen der Porzellan- und Textil- auch unter den Arbeiterinnen, werben sollten. Sie wendeten gewählt. Sie werden an allen Vorstandssitzungen des arbeiter fümmert. Es sollen vor allem die Tatsachen sich an die Handelsangestellten der Warenhäuser und Arbeiterbildungsvereins teilnehmen. Die Genossen wollen sprechen, die nackten Tatsachen, wie sie sich auf Grund sorg- Spezialgeschäfte, an die Wäschenäherinnen, die sich angelegen sein lassen, die Anfänge der proletarischen fältiger Erkundigungen darstellen. Büglerinnen, die Gastwirtsgehilfen und Kellne Frauenbewegung nach besten Kräften zu unterstützen. In der oberfränkischen Porzellanindustrie hat die rinnen, die Arbeiter und Arbeiterinnen der Kostüm- Der Arbeiterverein Ronsdorf hielt am 17. März sein Frauenarbeit bereits als billige und verbilligende Arbeit schneiderei und Konfektion, der Textilindustrie, der Stiftungsfest, verbunden mit der Märzfeier, ab. Die Frauen einen großen Umfang angenommen. Sie ist in Beschäfti- Kammacher- und Pfeifenbranche und des Sattler waren erfreulicherweise recht zahlreich erschienen. Da der gungsarten und bei Vorrichtungen eingeführt, welche der und Buchbindergewerbes. Auch für die Dienst Festredner ausblieb, benutzte Genossin Seiffert- ElberGesundheit der Frauen und ihrer Nachkommen sehr schädlich mädchen fand eine Versammlung statt, über die wir jedoch feld die Gelegenheit, in einer kurzen Ansprache die Lage find. Die Arbeiterinnen haben durchschnittlich Wochenlöhne ausführlich an anderer Stelle berichten. Die Tagesordnung des Proletariats zu kennzeichnen, und zwar mit besonderer von 5, 7 und 8, höchstens 10 mt. Da fast überall vierzehntägige der einzelnen Versammlungen richtete sich nach den be- Berücksichtigung der Notlage, welche der Zollwucher für Lohnzahlung üblich ist, so täuschen sich die Ausgebeuteten sonderen Verhältnissen, die in Betracht kamen. In der Ver- dasselbe schafft. Sie forderte zugleich die Genossen zum oft selbst über die Niedrigkeit ihres Verdienstes. Die Männer- sammlung für die Gastwirtsgehilfen wurde zum Beispiel Austritt aus der Kirche auf und wies auf die Pflicht der löhne betragen im allgemeinen 12 Mt., sie steigen höchstens über die äußerst schlechte Lage der Kellner und Kellnerinnen Frauen hin, in dem Befreiungskampf der Arbeit Seite an bis auf 20 Mt., finken aber oft noch unter 12 Mt. Großes gesprochen und über Mittel und Wege, das schwere Uebel Seite mit dem Manne zu kämpfen. Da sich die Genossinnen in Elend ist daher unter den Porzellinern vorhanden. Die der privaten Stellungsnachweise zu beseitigen. Fast in allen Preußen nicht politisch organisieren können, so riet sie, einen Kinder laufen häufig fast unbekleidet umher. Ein Topf Kaffee Versammlungen wurde eine Reihe von Beschwerden der Bildungsverein für Frauen und Mädchen zu gründen, mit eingebrocktem Brot bildet meist das Mittagsmahl. Ge- ausgebeuteten Arbeitskräfte zur Sprache gebracht. Seitens zu dem sofort Anmeldungen erfolgten. Genoffin Seiffert bratene Kartoffelflöße gelten schon als ein gutes Essen. der Kostümschneiderinnen wurde geklagt, daß die gefeß- empfahl weiter, die„ Gleichheit" zu abonnieren, und warb Fleisch kennen die meisten nur als Delikatesse. Die ober- liche Bestimmung betreffs des Arbeitsschlusses um 5% Uhr sofort 33 Leserinnen für dieselbe. Demnächst findet eine fränkischen Porzelliner waren bis jetzt schlecht organisiert. an den Sonnabenden nicht innegehalten würde. Die Bügle- Versammlung zur Gründung des Vereins statt. Hoffentlich Mehr und mehr kommen aber auch sie zu der Einsicht, daß rinnen beschwerten sich über äußerst schlechte Behandlung werden demselben recht viele Mitglieder aus den Reihen durch die Organisation und durch die Erkämpfung der poli- von seiten des Geschäftsinhabers Scholl. Die Versamm der Proletarierinnen gewonnen, die heut noch gleichgültig tischen Macht Wandel geschaffen werden muß. Als sehr lungen waren durchgehends gut besucht und führten den beiseite stehen. Die Genossen können dazu beitragen, indem schädigend wird empfunden, daß Leute zwei bis drei Stunden einzelnen Organisationen eine Anzahl neuer Mitglieder zu. fie ihre Pflicht erfüllen, ihre eigenen Frauen aufzuklären. weit aus Dörfern in die Fabriken zur Arbeit tommen Der Deutsche Schneiderverband allein hatte zum Beispiel Möchten die Genossinnen ihr Ziel: Freiheit, Gleichheit, und sich als die schlimmsten Lohndrücker erweisen. Der 50 Beitrittserklärungen zu verzeichnen. In Günzburg Brüderlichkeit fest im Auge behalten und sich nicht durch das Besitz eines elenden kleinen Häuschens und eines Ackers, hatten die Textilarbeiter eine Versammlung einberufen, Urteil rückständiger Menschen beirren lassen. Je schwerer vielleicht auch einer Kuh oder Ziege, macht sie blind dafür, die jedoch nur mäßig besucht war. Die christlichen Herren der Kampf, desto schöner der Sieg! Dem Mutigen gehört S. daß sie ihre Arbeitskraft für Bettelpfennige verkaufen. An hielten nämlich eine Gegenversammlung ab. Wenn diese die Welt. der besonders schlechten Kleidung, dem stumpfen Aus- auch eine Stunde weit entfernt von Günzburg tagte, so Vor kurzem wurde vom Leiter der politischen Organidruck der Gesichter, erkennt man sie ohne weiteres aus der waren doch viele unaufgeklärte Arbeiter hinausgepilgert. fation in Roßlau a. Elbe eine öffentliche Versammlung übrigen Arbeiterschaft heraus. Ein halbes Liter Bier für Ihr Herr hatte sie gerufen, da mußten sie doch gehen! Die einberufen mit dem Thema:„ Warum müssen sich die Frauen 10 Pf. und mitgebrachtes trockenes Brot, im besten Falle ein Versammlung gewann trotz aller Machenschaften neue Mit- politisch betätigen?" Zum erstenmal waren die Frauen beStückchen Wurst, ist die Mittagsmahlzeit dieser schwer schuf- glieder für den Textilarbeiterverband. Die christliche Gegen sonders aufgefordert worden, die Versammlung zu besuchen, tenden Proletarier. agitation hat unter den aufgeklärten Arbeitern den Eifer und mit Erfolg. Wohl an 80 Frauen hatten sich eingefunden. Die sprichwörtliche Not der Textilarbeiterschaft kann vergrößert, für ihre Sache zu wirken und die Situation aus- 3um Thema sprach in beredten Worten Genosse Paulick. man in Bayreuth studieren, dazu noch eine geradezu bei- zunüßen, die durch die„ Christlichen" geschaffen wird. In In der Diskussion ergriff Genofsin Vopel das Wort. Unter spiellose Knechtung der Ausgebeuteten. Eine große Textil- letzter Linie arbeiten auch diese Gegner für die moderne großer Aufmerksamkeit wies sie in trefflichen Ausführungen fabrik hat eine Arbeiterkolonie von 120 Häusern gebaut. in Arbeiterbewegung. Haben sie erst einmal Massen christlicher nach, wie notwendig es sei, daß auch die Frauen sich organidenen 500 Familien wohnen. Sklaven des Kapitals im Arbeiter, die von unserer Agitation noch nicht zu erreichen fierten, um mit den klassenbewußten männlichen Proletariern wahrsten Sinne des Wortes! In vierzehn Tagen bei täg- waren, in die Bewegung hereingezogen, so wird allmählich zusammen für Recht und Gerechtigkeit zu streiten. Mit lich elfstündiger, oft längerer Arbeitszeit bringen es die Leute die proletarische Klassenlage im Bunde mit unserer Auf- scharfen Zügen zeichnete sie ein Bild der gegenwärtigen auf einen Verdienst von 12 bis 14 Mr., also auf 6 biz flärungsarbeit schon dafür sorgen, daß allmählich an Stelle politischen Situation, dabei der russischen Revolution ge 7 Mt. die Woche, dabei bedient jeder Arbeiter drei Stühle. der gefälschten Ideen eine richtige Erkenntnis tritt. denkend und des heldenmütigen Anteils, den die Frauen an Kartoffelflöße, Hering und welche Schlemmerei! Helene Grünberg. ihr nehmen. Sie schloß mit folgenden Worten:„ Wir und zu Pferdebraten, so ist der Küchenzettel bestellt. Zur In Baden regt sich in der kämpfenden Arbeiterklasse deutschen proletarischen Frauen wollen auch Barrikaden Abwechslung gibt es manchmal einen heimlich geschlachteten immer stärker das B dürfnis, auch die Frauen aufzuklären bauen helfen, aber zurzeit nicht solche, die mit Kanonen zerHund oder einen„ Dachhasen". Ein raffiniert ausgeflügeltes und als Mitkämpferinnen zu gewinnen. Und erfreulicher- trümmert werden fönnen. Jeder unserer GewerkschaftsverSparsystem zwingt die Arbeiter, von ihrem entfeßlich niedrigen weise wachsen aus dem weiblichen Proletariat selbst Kräfte bände, jede Parteiorganisation, die Genossenschaften und Verdienst noch zu sparen. Natürlich bewahrt der Herr" hervor, welche sich die Aufklärungsarbeit angelegen sein Arbeiterjekretariate alle Preßorgane der modernen Arbeiterin einer Sparanlage die abgedarbten Gelder. Um ihrem lassen. In Heidelberg und Weinbeim fanden Anfang bemegung, das sind moderne Barrikaden. Auf, ihr Frauen, ab Nr. 7 Die Gleichheit 45 helft dieses Bollwerk der Arbeiterklasse errichten und bewaren in außerordentlich großer Zahl dort vertreten, wo das Verurteilen los. Die Petenten wurden einige 20 festigen. Keine reaktionäre Macht kann auf die Dauer dem die proletarische Frauenbewegung schon seit längerer Zeit an der Zahl wegen Beleidigung und Verleumdung zu Willen des Proletariats widerstehen." Lebhafter Beifall festen Fuß gefaßt hat. Besonders glänzend war die Be- Gefängnisstrafen verurteilt, der Haupträdelsführer trug neun folgte der Ansprache. Genosse Kalbfleisch erklärte den teiligung der Frauen an den Versammlungen in den meisten Jahre davon, neun Jahre mit Zwangsarbeit, also was man Frauen, daß zunächst notwendig sei, eine Vertrauens Wahlkreisen von Berlin, in vielen Orten der Umgegend und bei uns Zuchthaus nennt. person aus der Mitte der Genoffinnen zu wählen und sich der Provinz, sogar im schwarzen" Rheinland, in manchen Die Kolonialverwaltung ließ die Sache gehen. Es ist auf die„ Gleichheit" zu abonnieren, da diese ein geistiges Teilen von Hamburg usw. usw. Bei nicht wenigen Ver- sehr wahrscheinlich, daß, wenn nicht die Presse und dann Band um die Genossinnen schlinge. Ms Vertrauensperson anstaltungen forderten Genosfinnen mit begeisterten und be- der Reichstag Lärm geschlagen hätte, die Verurteilten ihre wurde Genossin Vopel einstimmig gewählt. Für die geisternden Worten die Frauen auf, mit aller Energie für Strafe hätten abbüßen müssen. So aber konnte die Ver„ Gleichheit" wurden 41 Abonnenten gewonnen. Wir wünschen, das Recht ihrer Klasse und ihr eigenes Bürgerrecht zu kämpfen. waltung nicht umhin einzugreifen. Der Gouverneur v. Buttdaß die junge Frauenbewegung am Orte sich recht gut ent- Und das verdient besonders freudige Erwähnung: der Nach- kamer wurde zur Verantwortung heimbeordert. Nach seinem wickelt. Der Boden dafür ist da. Er muß beackert und wuchs, den unsere Bewegung schult, trat bei dieser Gelegen- Verhör sah sich die Verwaltung genötigt einzugreifen. Sie besät werden, damit reiche Frucht heranreifen kann. K. heit in die Öffentlichkeit. Der Kampf um das volle Bürger- stieß das Urteil um, wozu fie berechtigt war, da das GerichtsJahresbericht der Vertrauensperson der Genoffinnen recht aller, ohne Unterschied des Geschlechtes, hat mancher verfahren, wie erwähnt, nur ein Teil der allgemeinen Vervon Kalk bei Köln. Um in Ralf die Aufklärung der prole- bis dahin stummen Genossin den Mund geöffnet. So sprachen| waltungstätigkeit ist, nicht aber neben, oder gar über der tarischen Frauen zu fördern, wurde auf Veranlassung der zum Beispiel in Berlin und Vororten die Genossinnen Verwaltung steht. Sie zog aber nicht den Strafantrag Kreisvertrauensperson von Köln im Januar letzten Jahres Kroll, Winnig, Matschke, Wulff, Buchmann, Baar gegen die Afwahäuptlinge zurück und behielt auch die zu ein Arbeiterinnenverein gegründet und Genossin Bacher und andere. Als Referentinnen haben wohl fast alle be- längeren Freiheitsstrafen verurteilten Häuptlinge in Untermit dem Kolportieren der„ Gleichheit" beauftragt, die damals tannten Genossinnen an der Märzfeier des Proletariats fuchungshaft. " = Die Vertrauensperson. Frau Brumm. Politische Rundschau. Im deutschen Reichstag ist unsere Kolonialwirtschaft einer ausgiebigen, allerdings bei weitem nicht erschöpfenden Er örterung unterzogen worden. Dabei stellte sich dann selbst zur überraschung der entschiedensten Gegner des deutschen Solonialwesens eine solche Fülle von Mißgriffen und übergriffen der Beamtenschaft heraus, daß deshalb allein schon ein verurteilendes Votum über die Zustände in den deutschen Kolonien gefällt werden müßte. Alle solche Erwägungen verschlugen aber nichts bei den Buttkamer und Konsorten. Offenbar trat in dem furchtbaren Urteil der Geist der Beamtensolidarität zutage, der auch in Deutschland die wunderbarsten Blüten treibt, der aber hier einmal in dieſem bizarr übertriebenen Schreckensurteil sich in seiner ganzen Gefährlichkeit offenbart hat. Das ist es, was die Geschichte der Akwa- Petition, abgesehen von ihrer Bedeutung für unsere Kolonialwirtschaft, auch für uns in Deutschland wichtig macht. Der Geist der Beamtensolidarität gegenüber der„ Untertanenschaft" konnte allerdings den Herrn v. Puttkamer nicht retten vor der Amtsenthebung, da er noch andere Dinge auf dem Kerbholz hatte, er hat sich aber auch in Deutschland in dieser Sache wenigstens so weit bewährt, daß die Rolonialverwaltung, entgegen dem sozialdemokratischen Antrag, sich nicht zur Haftentlassung der Akwaleute entschließen konnte. Auch der Reichstag lehnte in seiner Mehrheit den sozialdemokratischen Antrag ab. Der Autorität des Beamtentums wegen müssen die Afwahäuptlinge weiter im Gefängnis bleiben, bis ein neuer Gerichtshof über ihr„ Vorgehen" entschieden hat. zehn Abonnenten aufwies. Die erste öffentliche Agitations- mitgewirkt. Genossin Baader referierte im vierten, Ge- So stand die Sache, als der Fall im Reichstag, sowohl versammlung fand im März statt. Genosse Barthels- noffin Weyl im sechsten Berliner Wahlkreis, Genossin in der Budgetkommission wie im Plenum, zur Sprache kam. Röln referierte in ihr über„ Die Rechtlosigkeit der Frau Mesch in Schöneberg; Genoffin Jeeze in Spandau; Es können hier nicht alle die vierundzwanzig Beschwerdepunkte im heutigen Staat". Die Unterzeichnete wurde einstimmig Genossin Altmann in Spremberg; Genoffin Riesel m der Petition erörtert werden. Manche davon lassen sich ohne als Vertrauensperson gewählt. Um die Genoffinnen in Prißwalk usw. In glänzenden Märzversammlungen sprach eingehendere Untersuchung nicht völlig aufklären. So viel Fühlung miteinander zu halten und sie gleichzeitig zu schulen, Genoffin 3iet in Glückstadt, Ottensen, Ütersen und erhellte aber aus der Petition selbst sowohl wie aus den ließen wir uns die Verbreitung der„ Gleichheit" besonders in Hamburg- Barmbeck. Die Interessensolidarität der Gerichtsprotokollen und den Gegenerklärungen des Herrn angelegen sein. Dant fleißiger Hausagitation gewannen wir Proletarier bekundete sich überall in zahlreichen Anmeldungen v. Buttkamer, daß es durch nichts gerechtfertigt war, den durchschnittlich bei jeder Nummer der„ Gleichheit" 10 bis zum Eintritt in die Partei und zum Abonnement auf die Afwahäuptlingen den guten Glauben abzustreiten, und daß 20 neue Abonnenten. Desgleichen brachten uns alle öffent- Gleichheit" und andere Parteizeitungen. es ganz sinnlos ist, sie wegen Beleidigung“ zur Verantlichen Versammlungen immer mehr Leserinnen, mit anderen Genoffin Brügmann Jhehoe t. Die Vertrauens- wortung zu ziehen, weil sie hin und wieder Ausdrücke geWorten Anhängerinnen unserer Sache. Am Schluß des person der Genossinnen von Ihehoe, Frau Anna Brüg- braucht haben, die nach der Praxis deutscher Gerichte einem Jahres konnten wir ein erfreuliches Resultat verzeichnen: mann, geb. Hennrichs, ist nach kurzem schwerem Kranken- Deutschen allenfalls als Beamtenbeleidigung hätten an125 Abonnentinnen. Es fanden sechs öffentliche Versamm: lager aus den Reihen der klassenbewußten Proletarierinnen gerechnet werden können. Man muß immer dabei die Entlungen statt, die sämtlich sehr gut besucht waren, und in denen geschieden. Schon seit früher Jugend hatte die Verstorbene stehung der Petition ins Auge faffen: Sie wurde beraten folgende Fragen behandelt wurden:„ Das Interesse der fürsorgliche Mutterliebe entbehren müssen. Noch in der von einer größeren Anzahl von Negern in langen Sigungen. Frauen an dem Boykott der Beikendorfer Dampfmühle", Wiege liegend, bekam sie die rauhen Fäuste der Gesetzes- Sie wurde dann in der Duala- Sprache aufgesetzt von einem „ Die Frau im politischen Kampfe der Gegenwart"," Der hüter zu spüren, die bei ihren Eltern zur Zeit des Schand- Dolmetscher, der sechs Jahre lang im Dienste der deutschen Fluch des Armseins und die Arbeiterfrauen"," Die Lage gefezes vergebens nach sozialdemokratischen Flugschriften Verwaltung tätig gewesen war, und von ihm in ein schlechtes der Arbeiter und Arbeiterinnen im zwanzigsten Jahrhundert", haussuchten. Genossin Brügmann wuchs unter der energi- Deutsch übersetzt. " Die Lohn- und Arbeitsverhältnisse der Heimarbeiterinnen", schen Beteiligung ihres Vaters am Klassenkampf zur Sozia,, Kindermord und Frauenfrage". Referiert wurde von den listin heran. Als sich die proletarischen Frauen im fünften Genossinnen Gradnauer- Berlin, Plum- Essen und den schleswig- Holsteinischen Reichstagswahlkreis auf ihr MenschenGenossen Kasting, Schäfer, Fulfs und Erkes. Die Ver- recht befannen und sich zum Kampfe dafür zu sammeln be sammlungen haben unsere Bewegung kräftig gefördert. Die Ge- gannen, übernahm Frau Brügmann für Ihehoe die Leitung noffinnen hatten im Berichtsjahr eine Einnahme von 278,70 Mt. der jungen Bewegung. In ihrer Eigenschaft als VertrauensNach Abzug der Ausgaben von insgesamt 268,96 Mt. verblieb person war es ihr leider nicht lange vergönnt, den soziaein Kassenbestand von 9,74 Mt. Neben der Parteitätigkeit in listischen Gedanken unter den Frauen Eingang zu verschaffen. Kalk ließ es sich die unterzeichnete Vertrauensperson angelegen Es ist dies um so bedauerlicher, als sie mit ganzer Seele sein, auch in Poll die, Agitation unter den Frauen in Fluß dafür wirkte. Ihr Andenken wird unter den Genofsinnen zu bringen. Im August fand eine öffentliche Versammlung lebendig bleiben. statt, in welcher Genossin Zietz- Hamburg referierte und Genoffin Klein als Vertrauensperson gewählt wurde. Die 16 ersten Abonnentinnen auf die Gleichheit" in Poll haben sich im Laufe des Jahres auf 40 vermehrt. Im Februar gab Genossin Bacher in einer Frauenversammlung ihren Jahresbericht. Da sie ihr Amt als Vertrauensperson niederlegte, wurde Genossin Hofmann- Kalt zu ihrer Nachfolgerin gewählt. Möge die proletarische Frauenbewegung in Kalf so weiter gedeihen wie im ersten Jahre, damit unser nächster Tätigkeitsbericht recht ansehnliche Fortschritte melden kann. Genossinnen, ans Werk, und seid einig im Kampfe für unsere Ideale. Gertrud Bacher. Jahresbericht der Vertrauensperson von Lichten- Wir waren ja seit Jahren gewohnt, daß von Zeit zu Zeit stein- Callnberg. Die proletarische Frauenbewegung in grauenerregende Enthüllungen über das Treiben einzelner Lichtenstein Callnberg wurde im April vorigen Jahres ins Kulturträger in Afrika an die Öffentlichkeit drangen. Die Leben gerufen. Seither hat sie sich ziemlich gut entwickelt, wenn Leist, Wehlan, Peters und Arenberg stellen sich in ihren Unman die ungünstigen Verhältnisse der Orte in Betracht zieht. taten würdig den Scheußlichkeiten an die Seite, die auch die Die Abonnentenzahl der„ Gleichheit" stieg bis Ende des Jahres Kolonialgeschichte anderer christlicher Staaten entehren. Was Wiederum stehen die Textilarbeiter in zwei großen wirtvon 5 auf 25. In einer Versammlung, die im Laufe der aber den diesjährigen Enthüllungen eine allgemeine Be- schaftlichen Kämpfen. Die lang angedrohte MassenaussperBerichtszeit stattfand, referierte Genossin Baader über: deutung sichert, war, daß sie das Verwaltungssystem in rung in Mülhausen i. E. ist in dem Moment, wo wir " Die Fleischnot und das Proletariat". Zur gründlicheren einer ganzen Kolonie, in Kamerun, in seiner ganzen bureau- diese Zeilen schreiben, zur Tat geworden; wir werden in Schulung der Genossinnen wurden regelmäßig Leseabende fratischen überhebung und Entartung offenbarten. nächster Nummer Näheres berichten, wenn nicht vom Kampfabgehalten, an denen die Frauen regen Anteil nahmen. Die Den Anstoß zu dem Kamerun- Skandal gab eine plate selbst eine Darstellung der Bewegung gegeben werden leitenden Genossinnen arbeiteten mit Eifer und Ausdauer. Petition, die von den Häuptlingen des Akwa- sollte. Der Kampf in der Baumwollenbranche in Bramsche Ihrer fleißigen Agitation gelang es in letzter Zeit, 11 weib- Stammes gegen die Mißwirtschaft des Gouverneurs Jesto zeigt einmal wieder mit besonderer Deutlichkeit die Kampfes liche Mitglieder für die Ortsgruppe des sozialdemokratischen v. Butttamer im vorigen Sommer an den Reichstag ge- praktiken der Unternehmer. Erst glaubten die Herren durch Wahlvereins zu gewinnen. Die Kassenverhältnisse sind im richtet war. Die damalige Kolonialverwaltung hatte die unwahre Behauptungen über die Streifführer die Einigkeit Hinblick auf die örtlichen Umstände befriedigend. Eingenommen Petition zur Rückäußerung an den Gouverneur v. Butt- der Arbeiter stören zu können. Als das nicht glückte, suchten wurden im ganzen 47,20 Mt., ausgegeben 37,30 Mt., so daß famer geschickt. An sich ließe sich dagegen nichts einwenden. sie durch Anführung von„ hohen" Löhnen die Öffentlichkeit ein Bestand von 9,90 Mt. verbleibt. Dem Agitationsfonds wenn nur gleichzeitig für eine unparteiische Untersuchung an irre zu führen, trotzdem sie vorher zugegeben hatten, daß der Genossinnen konnten 11 Mt. überwiesen werden. Wenn Ort und Stelle Sorge getragen wäre. Aber nach dem der Durchschnittsverdienst der Arbeiter 2,23 bis 2,64 m. die Genossinnen auch fernerhin in der unentbehrlichen Klein- preußischen Schema F begnügte man sich in Berlin einfach pro Tag betrage. Als das alles nicht half, die Arbeiter und arbeit nicht erlahmen, sondern treu im Kampfe ausharren, mit der Aufforderung an den Beschuldigten selbst, sich über Arbeiterinnen niederzuringen, verlangten die Unternehmer so können wir auf ein gutes Resultat für 1906 rechnen. die Beschuldigung zu äußern. sofort die Räumung der Arbeiterwohnungen; durch das Amtsgericht wurde den Arbeiterfamilien dann eine 24stündige Frist zur Räumung der Wohnung gesetzt. Die Vorgänge illustrieren wieder einmal mit aller Schärfe, daß die fogenannten Wohlfahrtseinrichtungen im Interesse des ausbeutenden Kapitals liegen und nichts anderes sind als Ketten, welche die Arbeiter im Kampfe für bessere Existenzbedingungen fesseln. Es wurde eine Wohnungstommission eingesetzt, welche den von Unternehmertyrannei auf die Straße Geworfenen geht; es bekundete sich in ihr der unerschütterliche Wille, So weit zeigt das Verfahren die familiären Züge des in Bramsche und Umgebung Wohnung verschaffte. Ein Ver diese Kämpfe ohne Rücksicht auf Gefahr und Opfer mit aller Verfahrens in Deutschland selbst zum Schutze der Bureau- mittlungsversuch des Gewerbeinspektors scheiterte an der Wucht zu führen. Besonders eindrucksvoll waren selbst- tratie gegen Kritik und Anfeindung durch das Publikum. strikten Ablehnung der Unternehmer, und der Kampf dauert verständlich die Märzversammlungen in den deutschen Bundes- Aber nun trat das speziell puttkamerische Element in den daher schon in die vierte Woche weiter. Daß bei diesen staaten, wo das Proletariat im Kampfe für das allgemeine, Gang der Dinge ein. Ein geordnetes Gerichtsverfahren gibt anhaltend schweren Kämpfen die Arbeiterorganisation, der gleiche, geheime und direkte Wahlrecht steht. Sie reihten es nicht in unseren Kolonien. Die Aburteilerei ist eine Textilarbeiterverband, gedeihe, haben wir schon in voriger sich würdig den Demonstrationen des roten Sonntags" an. Nebenbeschäftigung der Verwaltungsbeamten. Da außer Rundschau durch ein paar Zahlen angedeutet. Um aber den Durchgehends haben sich die Proletarierinnen soweit sie Herrn v. Buttkamer noch andere Beamte als Mitbeteiligte Verband in den ihm fortwährend aufgezwungenen schweren zum politischen Interesse, zur Erkenntnis ihrer Klassenlage nicht den kurulischen Sessel besteigen konnten, wurde ein Kämpfen leistungsfähig zu erhalten, müssen die Mitglieder erwacht sind sehr rege an ihnen beteiligt. Sie fehlten gewisser Assessor Lämmermann mit dem Richteramte be- die größte Opferwilligkeit üben. Und damit nicht genug. nicht bei der Märzfeier in Orten, wo sich noch vor kurzem traut. Der auserkorene Verwaltungsbeamte hat sich in Alle müssen ihre Kräfte anspannen, um der Organisation ein Weib kaum in eine Versammlung gewagt hätte; sie solchem Fall ein paar Beisitzer zuzugesellen, und dann geht neue Mitglieder in Massen zu gewinnen, wie sie ihr bisher Anna Held. Herr v. Puttkamer scheint das als einen Wink aufgefaßt Die Märzfeier ist in dem Sturmzeichen der russischen zu haben, daß er nunmehr nach der in der deutschen BureauRevolution und der heimischen täppisch- brutalen Reaktion fratie recht häufig angewandten Methode die Betenten gevon dem klassenbewußten Proletariat im ganzen Reiche richtlich zur Verantwortung ziehen könne. Er hat sich mit imposanter und begeisterter begangen worden, als in den einer Anzahl anderer Beamter darüber beraten, und das legten Jahren. In der Ehrung der vergangenen Freiheits- Ergebnis war, daß die sämtlichen Betenten wegen Beleidigung schlachten und ihrer Helden äußerte sich das klare Bewußt- und Verleumdung der beschuldigten Beamten vor Gericht sein der ernsten Kämpfe, denen die Arbeiterklasse entgegen- gestellt wurden. Diese Vorgänge haben aber wieder gezeigt, daß wir auch in dem Kampfe gegen die Kolonialmißwirtschaft ein Teil unseres allgemeinen Kampfes gegen die Auswüchse unseres heimischen Regierungssystems zu führen haben. Gewerkschaftliche Rundschau. G. L. 46 Die Gleichheit Nr. 7 noch nicht zugeströmt sind. Den Kapitalisten muß gezeigt Nach Abzug von 1,76 Mt. Vorschuß und der Versicherungs- fest, daß die Behörden in Köln gelegentlich einer Tagung werden, daß Organisation und Solidarität des Proletariats beiträge gelangt ein Nettoverdienst von 4,08 Mt. zur Aus- der Gesellschaft für soziale Reform einer Ausländerin, der Mächte sind, mit denen sie trotz der tückischsten Machen- zahlung. Die auf der Rückseite der Tüte aufgeführte Schluß- englischen Fabrikinspektorin Miß Anderson, das nämliche schaften nicht fertig zu werden vermögen. Am 15. April abrechnung wird manche Leserin in Staunen versetzen. Sie Recht der Beteiligung gestattet hatten, das sie einer deutschen hält der Verband in Mühlhausen i. Th. seine General- lautet: versammlung ab, darauf folgend am 19. bis 21. April findet eine internationale Konferenz der Textilarbeiter in Brüssel statt. Nach den Tabatarbeitern sind die Arbeiter und Arbeite: rinnen der graphischen Berufe gezwungen worden, gegen eine geplante Steuer zu demonstrieren. In ihrer Suche nach neuen Einnahmequellen für den Militarismus ist die Redes Steindrucker- und Buchbindergewerbes usw. veranstalteten Protestversammlungen Erfolg haben werden, bleibt abzuwarten. Übrigens ist der Schlag gegen die Tabakindustrie auch erst zur Hälfte abgewehrt. Es scheint überdie wirtschaftlich Schwächsten in der Tabakindustrie fester Beweis dafür, daß die rege Agitation nicht ohne Früchte geblieben ist. = Lohn.. Sparguthaben Mietkasse. . • • Ab tägliche Strafe. 4,08 Mr. 11,17= 1, Summa 16,25 Mt. 9, Rest 7,25 Mr. = Reichsangehörigen verwehrten, welche als Referentin vorgesehen war. Aber er fand kein einziges Wort, um das schmachvolle zweierlei Recht zu brandmarken, welches die Behörden für Damen" und für Proletarierinnen praktizieren. Der freifinnige Müller( Meiningen) holte das nach. Er fritisierte insbesondere die Spitfindigkeit und Brutalität, mit welcher die Behörden den Zopf landesgesetzlicher Be" Nach der Lohntüte eines jungen Arbeiters hatte dieser Stimmungen über das Vereins- und Versammlungsrecht als Sparkasse Mietkasse Strafen • 0,50 Mt. 1, 4,28 Weibliche Fabrikinspektoren. = W. D. gierung auf eine Ansichtspostkartensteuer verfallen. Was für die Zeit vom 21. Januar bis 3. Februar 5,28 Mt. zu erWas für die Zeit vom 21. Januar bis 3. Februar 5,28 Ml. zu er- Schlinge benutzen, um die reichsgesetzlich anerkannte gewerkdie Steuer für die junge, aber rasch zur Blüte gelangte halten; nach Abzug der Kassenbeiträge und 71 Pf. Strafe schaftliche Organisationsfreiheit der Arbeiterinnen abzuIndustrie bedeuten würde, liegt auf der Hars Und in fam für vierzehn Tage ein Nettoverdienst von 4,40 Mt. zur würgen. Allerdings schien es nach den Ausführungen letter Linie würden die Arbeiter und zahlreichen Arbeite Auszahlung. Eine andere Lohntüte weist einen Lohn von Müllers, als ob sich die Schärfe der Geſetze und ihrer rinnen bluten müssen, die mit der Anfertigung von Ansichts- 13,65 Mt. auf, wovon jedoch nur 7,49 M. ausgezahlt Hüter vor allem gegen die Hirsch- Dunckerschen Organiſapostkarten beschäftigt sind. Ob die von den Angehörigen wurden, denn außer den Kassenbeiträgen famen in Abzug: tionen tel, re, obgleich es die Spaßen von den Dächern pfeifen, daß sich an den freien Gewerkschaften der amtliche Eifer findiger Juristen und schneidiger Büttel in ganz anderem Maße noch übt. Es wäre jedoch unbillig, in dieser BeStellt man solchen Verdiensten die künstlich in die Höhe ziehung von einem Freisinnigen mehr zu verlangen, als raschend, entspricht aber nur dem Wesen der kapitalistischen getriebenen Preise für Fleisch und die wichtigsten anderen feinem schwachen Leibe frommt. Der Nationalliberale BasserGesellschaft, daß die Steuerschraube ohne Rücksicht auf Lebensmittel gegenüber, so liegt es auf der Hand, daß die mann trat im Namen seiner Frattion ebenfalls für den angezogen werden soll. Die Steuer auf Zigarettenpapier Rettwiger Textilarbeiter und-arbeiterinnen ein Jammerleben Antrag ein. Seine Ausführungen waren alles in allem ein hat Aussicht, Gesetz zu werden. Das würde aber nichts führen müssen. Bei ihren erbärmlichen Löhnen können sie schwächlicher Aufguß der freisinnigen Reden. Als lustiges anderes bedeuten, als daß die Produktion in einer Industrie sich nicht an Fleisch, ja nicht einmal an Brot satt essen. Eine Kuriosum sei daraus verzeichnet, daß es der Herr fertig zurückginge, in der fast ausschließlich Arbeiterinnen beschäftigt ausbesserung der Löhne, sowie der gesamten Arbeitsbe- brachte, die kenntnisreiche klare Genoffin Luxemburg mit der find, welche in Gestalt von Arbeitslosigkeit und sinkenden dingungen ist bei der Firma Joh. Wilh. Scheidt höchst not- wirrköpfigen Frauenrechtlerin Anita Augspurg als Ge Löhnen die Zeche der verrückten kapitalistischen Steuerpolitik wendig. Darum, ihr Arbeiter und Arbeiterinnen, tut das sinnungsgenossin zusammenzukoppeln. Davon abgesehen, daß tragen müßten. Der Tabatarbeiterverband hat seine Mit Gurige, um sie zu erkämpfen! Schließt euch der Organi- der bürgerliche Freifinn die Gelegenheit zu einem nochmaligen Pronunziamento gegen das Frauenstimmrecht benutzte, vergliederzahl von 21 bis 25000 gesteigert, ein wohltuender ſation an, damit ihr euch eine menschenwürdige Gristena erbienen zwei kleine Züge Erwähnung, welche den bürgerringt. lichen Liberalismus charakterisieren. Pachnicke und Bassermann warnten mit erhobenem Bakel die Frauenrechtlerinnen vor jedem Radikalismus, insbesondere in betreff der Che Die erste Beamtin der österreichischen Gewerbeinspek- und freien Liebe". Müller und Bassermannn aber bettelten tion ist angestellt worden. Der Posten wurde einem Fräulein die Regierung förmlich an, sie möge doch die beantragte Alice Richter übertragen, die den Titel ,, Gewerbeinspizientin" Reform als ein Mittel gewähren, der Sozialdemokratie das führen soll. Als Aufgabe ist ihr zunächst zugewiesen. die Wasser abzugraben. Konfequenter als alle bürgerlichen Politiker Konfektions- und Modistenbetriebe zu inspizieren, die sani- trat der sozialdemokratische Abgeordnete Sindermann nicht tären Verhältnisse der Arbeiterinnen, Arbeitszeit, Überstunden, bloß für die Gleichberechtigung der Frauen auf dem Gebiet Sonntagsruhe usw. im Auge zu halten. Später soll ihre des Vereins- und Versammlungswesens ein, sondern vielmehr Tätigkeit auf alle Betriebe ausgedehnt werden, wo Arbeite- für ihre vollen staatsbürgerlichen Rechte. Er legte den schreienrinnen beschäftigt sind. Wie unser Wiener Schweſterorgan, den Gegensatz bloß, der zwischen der unendlichen Belastung die Arbeiterinnen- Zeitung", vermerkt, war Fräulein Richter der Frau als Ausbeutungsobjekt und ihren winzigen Rechten bisher Abteilungsleiterin beim Modejournal, Chic Parisien". als Staatsbürgerin besteht. Er fritisierte die von uns bereits Welche Vorstudien und Leistungen die Dame zu dem wich eingangs gekennzeichnete Unzulänglichkeit der geforderten tigen Amte einer Gewerbeaufsichtsbeamtin befähigen, darüber Reform unter Bezugnahme auf den groben Unfug, welchen war zurzeit nichts bekannt. Fräulein Richter selbst hat einem der sogenannte Minderjährigenparagraph in Sachsen anDer Buchdruckereihilfsarbeiterverband hat 8779 Mitarbeiter der„ Neuen Freien Presse" in der Hauptsache richtet. Minister Posadowsky wohnte den Verhandlungen weibliche Mitglieder bei 3218 männlichen. nur mitgeteilt, daß sie fremde Sprachen spricht und seit bei. Es wurde ihm wiederholt mit dem Zaunpfahl gewinkt, Der Schneiderverband steigerte seine Mitgliederzahl vielen Jahren die Berichte über Frauenarbeit in ausländischen sich über die Stellungnahme der Regierung zu äußern. Er von 24 auf 31000, die Zahl der weiblichen Mitglieder ver- Beitungen verfolgt. Sie hofft, bald das Vertrauen der Ar- schwieg jedoch beharrlich, trotz der Hinweise auf die vagen doppelte sich zwar sie beträgt 2669-, bleibt aber immer beiterinnen zu gewinnen. Wenn sie einen durch bürgerliches Bersprechungen bezüglich des Vereinsrechtes, die er einst noch äußerst gering im Verhältnis zur unendlich großen Vorurteil ungetrübten Blick und ein warm fühlendes Herz gegeben hatte. Der Antrag der Freisinnigen wurde gegen Zahl der in der Konfektion beschäftigten Arbeiterinnen. für ihr Amt mitbringt, so werden sich sicherlich ihre Hoff die Stimmen der Konservativen angenommen. Daß die Die Holzarbeiter werden auf ihrer GeneralversammReform damit unter Dach und Fach wäre, können sich nur lung am 20. Mai in Köln a. Rh. jedenfalls zur Einführung die Toren einreden, die noch immer an dem Glauben festeiner Kranfenunterstützung kommen, die eine Beitragserhöhung halten, man könne von dem Distelstrauch der jetzigen Revoraussetzt; eine Gauvorsteherkonferenz hat sich bereits fast gierungen Feigen pflücken. einstimmig für das Projekt des Zentralvorstandes erklärt. Der Wäschearbeiterverband erhielt, nicht zum mindeften wegen seiner großen Streits in Berlin, Rottbus und Bielefeld, einen ganz erheblichen Mitgliederzuwachs er zählt etwa 7000 Mitglieder- hat aber auch nicht unbedeutende Schulden durch die ihm aufgedrungenen Kämpfe gemacht; sie belaufen sich auf etwa 76 500 Mr. Am 15. April findet in Berlin die Generalversammlung des Verbandes statt. Der Schuhmacherverband wird auf seiner General versammlung am 11. Juni in Nürnberg unter anderem über die Einführung einer Hinterbliebenen- Unterstüßung beraten, die auch für die weiblichen Mitglieder gelten und für diese je nach der Karenzzeit 5 bis 40 Mt. betragen soll. über den steigenden weiblichen Mitgliederstand des Handlungsgehilfenverbandes hat die„ Gleichheit" schon berichtet. " nungen verwirklichen, denn einer Gewerbeinspektorin steht ein reiches Feld für die Interessenvertretung der ausgebeuteten Frauen und Mädchen offen. Als Gewerbeinspektorin für den Kanton Zürich wurde von 14 Bewerberinnen Fräulein Albrecht in Zürich gewählt. über die seitherige Tätigkeit von Fräulein Albrecht wird nichts gemeldet. Vereinsrecht der Frauen. Frauenstimmrecht. deutscher Frauenvereine. Von den Beschlüssen der kürzlich stattgefundenen Konferenz der Zentralverbands- Vorstände dürften unsere Die Bundesgenossen der bürgerlichen FrauenstimmLeserinnen besonders zwei interessieren. Den nicht ständig rechtsvereine. So ziemlich das Albernste und Unwissendste, in einem Berufe Arbeitenden soll beim Wechsel ihrer Erwas ein Spießbürger gegen das Frauenwahlrecht zusammenwerbsarbeit der übertritt zu der jeweilig in Betracht kom- Das Vereinsrecht der Frauen vor dem Reichstag. menden Gewerkschaft erleichtert werden. Der übertretende am 14. März hat sich das Reichsparlament mit dem Vereins- geifern kann, das hat der in Stuttgart erscheinende„ Beobhat kein Eintrittsgeld zu zahlen, welches ihm übrigens wohl recht der Frauen beschäftigt. Es verhandelte über einen achter" seinen Lesern aufgetischt, notabene in einem Artikel, heute schon kaum noch abverlangt worden ist. Ferner sollen der Anträge, die, wie wir bereits berichteten, zur Re- der am 17. März offenbar als eine dem Geiſte des deutschen die von ihm seither geleisteten Beiträge umgerechnet und form des Vereins- und Versammlungsrechtes von faft Bürgertums angemessene Märzfeier erschienen ist. Der auf die neue Organisation übertragen werden. 3.veck der allen Parteien eingebracht worden sind. Zur Beratung" Beobachter" ist das offizielle Organ der schwäbischen Volkspartei, für welche die„ konsequenten" radikalen FrauenrechtNeuerung ist, dem übertretenden das Recht auf die Unter- stand der Antrag der Freisinnigen, der sich damit be- lerinnen bei den letzten Wahlen und sonst die Reklamestützungen zu erhalten. Die generelle Regelung war not- gnügt, Beseitigung der landesgesetzlichen Beschränkungen trommel gerührt haben. Wir gratulieren den Damen zu wendig geworden. Je mehr die Gewerkschaften die Unter- des Vereinsrechtes der Frauen durch Reichsgesetz zu fordern. diesem Bundesgenossen. Die sozialdemokratische Schwäbische stüßungseinrichtungen ausbauten, um so größer wurde der Unbegreiflich und bedauerlich ist es, daß nicht über alle zur Tagwacht" hat dem Philisterium der Volkspartei recht unBerlust an Rechtsansprüchen, der den Arbeitern drohte, Materie gestellten Anträge gleichzeitig verhandelt wurde. wenn sie gezwungen wurden, ihren Beruf zu wechseln und Es wäre gewiß zu begrüßen, daß durch eine Art Notgesetz sanft auf die Finger geklopft. Ein Frauenftimmrechtsverein in Dresden ist von dementsprechend von einer Organisation zu einer anderen die einfältigen und rückschrittlichen landesgesetzlichen Beüberzutreten. Das traf in nicht geringem Maße bei den stimmungen aufgehoben würden, welche das Vereins- und Frau Stritt gegründet worden, der Vorsitzenden des Bundes Arbeiterinnen zu, da diese am ehesten gezwungen sind, zu Versammlungsrecht der Frauen im weitaus größten Teile Für das Frauenstimmrecht hat die Sozialdemokratie einem anderen Beruf überzugehen. Die Konferenz beschloß Deutschlands beschränken. Die breiten Massen der Aus- neuerlich in Verbindung mit ihren übrigen Wahlrechtsferner die Einführung von Unterrichtskursen, die den Gewerk- gebeuteten erhielten damit aber noch keineswegs das Recht, forderungen demonstriert. In allen Märzversammlungen, schaftsführern und-beamten eine Ausbildung in theoretischen bas ihnen gebührt. Es blieben nach wie vor alle reattio- welche in Preußen und anderwärts in Verfolgung des einFragen des Gewerkschaftslebens geben sollen. So schaffen nären Gesezesterte, alle Nücken und Tücken bei ihrer Angeleiteten Wahlrechtstampfes abgehalten wurden, gelangte die deutschen Gewerkschaften immer neue praktische Ein- wendung erhalten, welche die Bewegungsfreiheit der Ar- eine Resolution einstimmig zur Annahme, in welcher wiederum richtungen zur Vergrößerung ihres Einflusses und ihrer beiterklasse beeinträchtigen. Damit ist auch gesagt, daß die das Wahlrecht für alle großjährigen Staatsbürger ohne Macht, das heißt zur Hebung der Arbeiterklasse.#proletarischen Frauen weiter unter den kleinlichsten Schifa- Unterschied des Geschlechtes gefordert wird. nierungen und Drangsalierungen zu leiden hätten. Der Für Einführung des Frauenstimmrechtes im Staate Antrag der Freisinnigen wurde durch den Abgeordneten Oregon( Nordamerika) unternehmen die dortigen FrauenBachnicke begründet, und zwar vom bürgerlich frauenrecht stimmrechtsvereine eine Aktion. Da der Antrag zu einer lerischen Standpunkt aus in vortrefflicher Weise. Pachnicke Verfassungsänderung durch ein Referendum( VolksabſtimArbeitsbedingungen der Arbeiterinnen. wies die Unhaltbarkeit der jetzt geltenden buntscheckigen mung) erfolgen fann, welches mindestens 8000 Stimmen Textilarbeiterelend in Kettwig. Wenn man die Gleich- Bestimmungen zur Beschränkung des Vereins- und Ver- dafür ergibt, wollen sie die entsprechende Anzahl von Untergültigkeit beobachtet, mit welcher in Kettwig die Textil- sammlungsrechtes der Frauen nach, sowie die Unmöglichkeit, schriften sammeln, um auf Grund dieser Entscheidung die arbeiter und-arbeiterinnen ihrer Organisation gegenüber zwischen wirtschaftlichen, sozialpolitischen und politischen An- Einführung des Frauenstimmrechtes zu beantragen. stehen, so drängt sich die Frage auf: Bedürfen sie etwa nicht des gelegenheiten scharfe Grenzlinien zu ziehen. Unter Hinweis Schutzes der Gewerkschaft gegen die kapitalistische Ausbeu- auf§ 4 der Reichsverfassung und darauf, daß die Aufhebung tung? Daß die Kettwiger Textilarbeiter und-arbeiterinnen des Verbindungsverbots durch die Reichsregierung erfolgt In Nr. 6 der" Gleichheit" muß es in der Quittung nicht auf Rosen, wohl aber auf Dornen gebettet sind, zeigen die war, zerstörte er den Vorwand, als ob die geforderte Reform folgenden Angaben, welche auf mir übermittelten Lohntüten in die Kompetenzen der einzelnen Bundesstaaten eingreife. Die für den Agitationsfonds der Genossinnen nicht von der Kammgarnspinnerei Joh. Wilh. Scheidt in Rettwig fachliche Notwendigkeit der Gleichberechtigung des weiblichen heißen: Kamen in Westfalen, sondern Heeren in Westverzeichnet standen. Die Lohntüte einer Arbeiterin weist für die Geschlechts auf dem Gebiet des Vereins- und Versammlungs- falen, durch Frau Päzolt zwei Beträge von zusammen Peit vom 7. bis 20. Januar den Lohn von 6,16 Mt. nach.| lebens wies Pachnicke recht anschaulich nach. Er nagelte 10,50 Mt. Notizenteil. Berichtigung. Nr. 7 Die Gleichheit 47 Die Stimme der Freiheit. Von John Senry Mackay. Ich rufe euch, die ihr in Not und Grauen Geboren seid und lebt: Ihr sollt mich schauen! Ich rufe, Mann, dich, der mit eherner Kraft Verhungernd Glück und Glanz dem Reichen schafft— Laß ab die Hand vom Werk! Dich ruft mein Schrei: Erwache! Folge mir!— und du bist frei! Und du, der du mich einst so heiß begehrt, Du hast im Dienst der Lügner dich verzehrt: Ich rufe dich— sei mein! Von morgen an Bist unter Freien du ein freier Mann! Und dich, du Weib, du sahst in Not und Gram Die Kinder sterben— weißt du, wie es kam? Weil Hunger euch und Elend festgebannt. Griff sie des Todes immer gierige Hand! Ich will es stürzen, jenes feile Gold, Dem ihr verkauft seid, folget mir und wollt! Rahel. Von Ada Christen. Es ist ein halbzerfallenes Schloß, das auf einem steilen Felsen liegt. In Schneckenform zieht sich die hohe Ringmauer rings um den Berg; sie mag wohl aufgebaut sein von den Steinen, die aus dem Felsen gehauen sind, denn hinter dieser Mauer läuft eine Straße, auf welcher nicht ein Körnlein Sand oder Erde zu sehen ist, lauter Felsplatten bilden den Weg, zuweilen glatt wie ein Tisch, zuweilen rauh und geborsten. Vom Fuße des Schloß- berges bis hinaus in den Schloßhof ziehen sich zwei breite Räderfurchen, die tief in das spröde Gestein eingefahren sind, und wenn es regnet, schießen zwei lustige Bächlein darin herab. Immer rund herum geht es, wenn man da hinan- steigt, immer enger wird der Kreis, den die hohe Mauer einschließt, endlich aber läßt die Steigung nach, man geht ein Stück Wegs auf ebenem Boden und steht plötzlich drinnen im Burghof, der noch immer zwanzigmal so groß ist als der Hof des größten Hauses, das unten im Markte liegt. Dach und Fach fehlt an der alten Burg. Nur ein langgestreckter würfelförmiger Turin ist noch ganz gut erhalten; kleine Fenster sind hineingeschlagen, und eine sch