Str. 6 Die Gleichheit Zeitschrift für die Interessen der Arbeiterinnen eer Mit den Beilagen: Für unsere Mütter und Hausfrauen und Für unsere Kinder Die Gleichbett erscheint alle vierzehn Tage einmal. Preis der Nummer 10 Pfennig, durch die Post vierteljährlich ohne Bestellgeld 55 Pfennig; unter Kreuzband 85 Pfennig. Jahres- Abonnement 2,60 Mart. Inhaltsverzeichnis. Karl Mary. Die Frauenkandidaturen zu den Landtagswahlen in Böhmen. Bon Karla Macha. Das Reichsvereinsgesetz in der Kommission. Von H. B.- Dienstbotenverhältnisse und Haus wirtschaft in Amerika und Deutschland.- Schularztberichte. VIII. Bon Dr. Badet. Die weibliche Fabritinspektion im Großherzogtum Sachsen- Weimar. Von B. Eine Parlamentsdebatte über das Frauenwahlrecht. Von d. r. Ein neuer Flickversuch zur Reform des Hebammenwesens. Von M. Kt. In der Sträflingsschule. Bon L. H. Aus der Bewegung: Von der Agitation. Von den Organisationen. Ein neuer Bers zum alten Lied von Bolizeischikanen, Mutter Ebel+ Politische Rundschau. Von H. B. Gewerkschaftliche Rundschau. Genossenschaftliche Rundschau. Von H. FL. Notizenteil: Dienstbotenfrage.- Arbeitsbedingungen der Arbeiterinnen. -Frauenstimmrecht, Sozialistische Frauenbewegung im Aus land. Fürsorge für Mutter und Kind. Frauenbewegung. Feuilleton: Den Toten des März. Bon Otto Krille.( Gedicht.) Nährikele. Von Gottlieb Schnapper- Arndt.( Forts.) Zum 14. März 1908. Von g. g.( Gedicht.) Karl Marr. Am 14. März jährt sich zum 25. Male der Todestag des Mannes, dessen Genius einer wegweisenden Feuer säule gleich dem Proletariat der ganzen Welt in seinem Befreiungstampf vorausschreitet: der Todestag von Karl Mary. Stuttgart den 16. März 1908 18. Jahrgang Zuschriften an die Redaktion der Gletchheit" find zu richten an Frau Klara Zetkin( Sundel), Wilhelmshöhe, Post Degerloch bei Stuttgart. Die Expedition befindet sich in Stuttgart, Furtbach- Straße 12. Traum. Auch die genialfte Utopie nahm in Gestalt| duftionsweise; einen immer unversöhnlicheren Wider scharfsinniger Kritik der aufkommenden bürgerlichen Ge- spruch zwischen der gesellschaftlichen Produktion und der sellschaft doch nur ihren Anlauf auf dem Boden fester fapitalistischen Aneignung der Produkte. Märchenhafter geschichtlicher Tatsächlichkeit, um mit fühnem Sprunge Reichtum an dem Gipfel der sozialen Pyramide, den in die luftigen Höhen der Spekulation emporzuschweben, nur einige wenige zu erklimmen vermögen, an ihrer mo glühendes Wünschen seine grenzenlosen Reiche baut. breiten Basis der furchtbare Sumpf des materiellen und Statt die Gefeße der gesellschaftlichen Entwicklung mittels fulturellen Massenelends, aus dem es für die viel zu des Kopfes aus dem vorliegenden geschichtlichen Material vielen fein Entrinnen gibt. Alle Widersprüche aber, welche zu entdecken, wollte sie im Kopfe diese Entwicklung selbst die kapitalistische Entwicklung auf die Spize treibt, treten erzeugen. Sie kannte keine geschichtliche Macht, welche in dem einen großen Gegensatz von Bourgeoisie und eines Tages mit zwingender Notwendigkeit die Gesell Proletariat, von Ausbeutern und Ausgebeuteten in die schaft der Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit schafft, weil Erscheinung. Und sie drängen zu ihrer Lösung durch sie sie schaffen muß. die Überwindung dieses Gegensatzes mittels der Eroberung Wohl gab es Proletariermassen, die sich unter den der politischen Macht durch das Proletariat: es schlägt Biffen der Schlange ihrer Dual" emporbäumten. Aber die Stunde der Aufhebung des Privateigentums an den ihre Versuche, das Joch der kapitalistischen Ausbeutung Produktionsmitteln, die Stunde der Expropriation der von den zerfleischten Schultern zu schleudern, blieben die Expropriateure". Ausbrüche von Verzweifelnden, die zu Rebellen gegen " Inmitten des rasenden Wirbels der kapitalistischen ihre unmittelbaren Beiniger wurden, sie waren nicht die Entwicklung sah Mary nicht bloß das unbewußte Walten bewußten Aktionen von Revolutionären, die als Klassen- dinglicher Kräfte, das unaufhaltsam zum Sozialismus tämpfer die Gesellschaft des peinigenden Kapitalismus treibt. Er erfaßte auch mit genialem Scharfblick die stürzen und die sozialistische Ordnung aufrichten wollten. bewußte geschichtliche Macht, welche die Konsequenz der Zwischen der Arbeiterbewegung, wie sie mit elementarer Entwicklung der Dinge ziehen muß: den Willen des Gewalt aus den proletarischen Daseinsbedingungen in der bürgerlichen Gesellschaft hervorbrach, und dem Sozia lismus, wie ihn die Utopisten geschaut, gab es keine unzerstörbare innere Verbindung. Gine solche fehlte fogar dort, wo die Arbeiter begannen, über das rauschende Meer ihrer Leiden hinweg das Land des Sozialismus mit der Seele zu suchen. Proletariats, dem seine Daseinsbedingungen eine große historische Aufgabe sezen, die nur durch seine Vereinigung und seinen Kampf als Klasse gelöst werden kann. Im tapitalistischen Produktionsprozeß entdeckte er In unserer raschlebigen Zeit, die Menschen und ihre hinter den Waren die gesellschaftlichen Verhältnisse, die Schöpfungen im Nu verbraucht, ist ein Vierteljahr Menschen: den ausbeutenden, auch arbeitslos genießenhundert reichlich genug, um im Dunkel der Vergessen den Kapitalisien und den ausgebeuteten, sogar bei Überheit Persönlichkeiten und Werke versinken zu lassen, die Es ist Marrens unvergängliche historische Tat, die arbeit noch darbenden Proletarier. Er hob sein Herz nicht bel tanteste Tagesvuým umilungen hat. Wie viel gefeierte feste verbindende Bride zwischen dem Sozialismus und jederzeit auf die Lippen, wie jene" Wienschenfreunde", die wissenschaftliche" Margtötungen und Marrkorrekturen der Arbeiterbewegung geschlagen zu haben. Er erbrachte wähnen, mit ihrer ewig tröpfelnden billigen Rührseligder letzten Jahrfünfte allein verstauben schon als be- den unerschütterten Beweis, daß die am Horizont auf- feit die Ausbeutenden zur Gnade, die Ausgebeuteten zur beutungslose Scharteken in den Bibliotheken; wie viel schimmernde sozialistische Ordnung nur das Werk der Selbstbefcheidung zu bewegen und dadurch das Reich des politische, sozialreformlerische und andere Bemühungen kämpfenden Arbeiterklasse sein kann, daß sie aber auch sozialen Friedens" zu begründen. Aber in seinem Denken zur„ praktischen überwindung des Marrschen Dogmen einer unabwendbaren Naturwendigkeit gleich das Wert erlebte er tausendfältig das Leben des Proletariers mit fanatismus" werden heute als Mißerfolge bejammert, dieser kämpfenden Arbeiterklasse sein muß. Mary hob seinen Tiefen und Höhen. Er erlebte es mit dem heiligen als Kindereien belächelt, während sie gestern noch als damit den Sozialismus von der Utopie zur Wissenschaft Born einer großen, starten, brüderlichen Seele, die sich totsichere Mittel gepriesen wurden, die Proletarier aus empor und adelte die Arbeiterbewegung als die Trägerin durch die Entwürdigung, die Vernichtung jedes Menzielbewußten Klaffenfämpfern in Schalmeienbläser des der sozialen Revolution, die mit der Befreiung des Prole schentums beleidigt fühlt, und mit der glühenden Leidensozialen Friedens", in genügsame Empfänger demo- tariats für die ganze Menschheit den„ endgültigen Sprung schaft eines revolutionären Kämpfers, der die schöpfefratisch- reformlerischer Bettelbrocken zu verwandeln. Freis aus dem Tierrich in die menschliche Freiheit" bedeutet. rischen historischen Kräfte am Werk sieht, die seine Sache lich: die Angst der ausbeutenden Klassen vor dem Ende Als Schöpfer der materialistischen Geschichtsauffassung, zum Sieg führen. Denn Mary erfaßte den Proletarier ihrer Herrschaft gebiert immer wieder neue wissenschaft in welche er die von dem Kopf auf die Füße gestellte in der furchtbaren Pein seiner vom Kapitalismus geliche und praktische Maryvernichtungen. Was anders Hegelsche Dialektik hinüberrettete, und der Theorie der schaffenen Klaffenlage: losgelöst von allen sozialen Geaber haben sie der Marrschen Lehre als Ganzes entgegen- fapitalistischen Entwicklung enthüllte er mit der sicheren meinschaften früherer Zeiten, vom Menschen zur„ Hand", zustellen, als den Verzicht auf eine einheitliche Theorie, Hand des wssenschaftlichen Forschers die wichtigsten zum lebendigen Anhängsel der toten Maschine degradiert, was anders ihrer Fleisch und Blut gewordenen Praxis, treibenden Kräfte des gesellschaftlichen Werdegangs und als einzelner ein machtloses Blatt, mit dem die Wolfen ber revolutionären Arbeiterbewegung, als Zuckerbrot oder die Gesetze, die ihn mit der ehernen Macht des Natur- und Winde der kapitalistischen Produktion spielen. Allein Peitsche, als Versuche, sie zu forrumpieren oder mit geschehens beferrschen. Er entdeckte,„ daß die Geschichte er fand ihn auch in der Glorie seiner Erhebung und ErBrutalität nieberzubütteln? Ihr Schlußergebnis ist immer aller bisherigen Gesellschaften in letzter Linie die Ge- höhung als Kämpfender: die einzelnen von der Gleichmur, zu beleuchten, wie riesenhaft Mary' Gedankenbau schichte ihrer Produktions- und Austauschverhältnisse ist, artigkeit der gesellschaftlichen Daseinsbedingungen soliist, und wie lebendig sein Geist unter den Ausgebeuteten und daß die Entwicklung dieser sich unter der Herrschaft darisch geeint, zu einer neuen größeren Gemeinschaft verund Unterdrückten wandelt. des Privategentums in den politischen und sozialen bunden, welche das vom Kapitalismus mißachtete, zerUnerschütterter, beherrschender denn je steht sein Wert Einrichtunga als Klassenkampf durchsetzt". Und er fam tretene Menschentum auf ihren Schild hebt und die Macht in der brandenden Strömung des Geschehens, ein hoch hinter das Geheimnis der kapitalistischen Produktion, der Vielheit schützend über den einzelnen breitet. Und ragender granitner Fels, der dem von täglicher Dual indem er den Mehrwert entdeckte. Er bewies,„ daß die Marrens Erkenntnis ging darüber hinaus. Indem er zum Fragen und Forschen nach seiner Bestimmung auf Aneignung unbezahlter Arbeit die Grundform der kapi- die besonderen geschichtlichen Lebensbedingungen und gepeitschten Proletariat, das handeln will und handeln talistischen Produktionsweise und der durch sie vollzogenen Bewegungsgefeße des Proletariats erforschte, sah er die muß, einen sicheren Standpunkt auf der festgegründeten Ausbeutung des Arbeiters ist; daß der Kapitalist, selbst Busammenschweißung der Ausgebeuteten über die Grenzen bauernden Erde gewährt und zugleich einen die Weiten wenn er die Arbeitskraft seines Arbeiters zum vollen des Berufs, des Geschlechts, der Nationalität, der burcheilenden Ausblick auf ein unverrückbares, hehres Biel. Wert tatft, den sie als Ware auf dem Arbeitsmarkt Rasse hinaus zur Klasse mit einer geschichtlichen Aufgabe: Die alte, ewig junge Sehnsucht der Menschen nach hat, dentoch mehr Wert aus ihr herausschlägt, als er Klassenfampf um die Groberung der politischen Macht zur Erlösung von den übeln, die mit dem Privateigentum für sie ezahlt hat, und daß dieser Mehrwert in letzter Durchführung der sozialen Revolution. und der von ihm bedingten Klassenscheidung in der Gesell. Instan; die Wertsumme bildet, aus der sich die stets Zielfezend und wegweisend ist Mary in das historische schaft emporsprießen, ist in den verschiedensten ideologischen wachsende Kapitalmasse in den Händen der besitzenden Leben des Proletariats getreten. Seine stolze Lehre ist die Verkleidungen durch die Geschichte gegangen. Sie hat Klasser aufhäuft." Widerspiegelung der wissenschaftlichen Durchforschung immer aufs neue wieder den Traum von dem tausend. As wirkendes Gesetz der kapitalistischen Entwicklung geschichtlicher Tatsachen, und daher setzt sie sich immer fährigen Reich der Vernunft, Gerechtigkeit und Brüder. aber rkannte Mary die Affumulation( Anhäufung) von triumphierender als Gedankeninhalt und bewußte Willenslichkeit gesponnen. Mit der Entfaltung der kapitalistischen ausbutenden Kapitalien an dem einen Pole der Gesell- tat des kämpfenden Proletariats durch, denn auch Produktion, welche ungeahnte Produktivkräfte entfeffette, schaf, von ausgebeuteten Lohnarbeitern am anderen. die Theorie wird Gewalt, sobald sie die Massen erWunderwerke und Riesenreichtümer schuf, wie sie feine Sie jetzt sich unter Überarbeit und Arbeitslosigkeit des greift". Sie rüstet das Proletariat mit der flaren frühere Epoche gesehen, blutiges, steigendes Elend unter Bretariats im Auf und Ab von Überproduktion und Einsicht in die unerschütterliche Gesezmäßigkeit der ges den ausgebeuteten Massen säte, die feudale Gesellschaft Krie durch und erzeugt einen immer schärferen Gegen- schichtlichen Entwicklung, die mit Naturnotwendigkeit in ihren Tiefen aufwühlte und alle ihr eigentümlichen sat zwischen den zur Entfaltung gekommenen riesigen die Berneinung des Kapitalismus erzeugt: den Sozia sozialen Bande löste: verkörperte sich dieser Traum in poduktivkräften und den sie einengenden bürgerlichen lismus. Sie verleiht ihm damit die feste überzeugung genialen sozialistischen Utopien. Aber der Traum blieb gormen ibrer Ausnukuna unter der kapitalistischen Bro- seiner Siegbaftigkeit, den Mut zu fübnem Wagen, wie die 48 Die Gleichheit Nr. 6 Klugheit zu kühlem Wägen, das vorwärtsdrängende Ungestüm, wie die zähe Ausdauer im Kampfe. Und sie gibt ihm den festen untrüglichen Maßstab für die Wertung 'einer Klassenpolitik sowohl des Alltags bei der Kleinarbeit, wie im großen weltgeschichtlichen Kampfe: die Übereinstimmung mit den revolutionären geschichtlichen Entwicklungstendenzen. Was verschlägt es, daß bange Zweifler ihre Fragezeichen an einzelne schimmernde Quadern des festgefügten, gewaltigen Baues der Marxschen Lehre malen? Die geschichtliche Entwicklung verwischt sie, wie sie die SchmuZanwürfe abwäscht, die Bubenhände gegen ihn schleudern, wie sie der Kindcrflnger spottet, die sich erfolglos mühen, durch Bröckeln am Verputz einzelne tragende Steine zu lockern. Der Bankrott des Ministe- rialismus; die Unfähigkeit des Liberalismus, auch nur die bürgerliche Demokratte konsequent durchzuführen; die Ohnmacht der demokratischen Republik, die Verschärfung der Klassenkämpfe zu verhindern; der Verfall des Parlamentarismus; die verbrechentriefende Kolonialpolitik; die ourch die kapitalistische Welt schreitende Krise; vor allem das bedeutendste weltgeschichtliche Ereignis unserer Zeit, die russische Revolution: sind klassische Bestätigungen der Marxschen revolutionären Lehre von der Tendenz zur fortschreitenden Zuspitzung der Klassengegensätze und der Klassenkämpfe. Schwächer und schwächer klingt vor der eindringlichen Predigt der Tatsachen der freundliche Singsang von der»ununterbrochenen friedlichen Entwicklung'", die durch jene Art der»Realpolitik" gesichert werden sollte, die, klug auf den Tageserfolg bedacht, nicht bloß die revoluttonären Allüren vermied, sondern die revolutionären Ziele selbst zurückstellte. Es ist nur selbstverständlich, daß Marx sich mit seinem Lebenswerk— mit dem das seines Freundes Engels unlöslich verbunden ist— die bürgerliche Gesellschaft zur grimmen, unversöhnlichen Feindin gemacht hat. Er begnügte sich nicht damit, ihr als Gelehrter in der stillen Werkstube der Wissenschaft den sicheren Tod anzukünden. Er schritt hinaus unter die Massen, sie zu ihrer geschichtlichen Aufgabe als Totengräber der bürgerlichen Ordnung herbeizurufen und zu sammeln. In seiner Person und ihrem Wirken hob er jene verhängnisvolle, verkümmernde Arbeitsteilung zwischen Wissenschaft und Arbeit auf, in welcher die Entwürdigung des Menschen zum bloßen Werkzeug der kapitalistischen Plusmacherei ihren Ausdruck findet. Er war nicht bloß der Gelehrte und Pfadfinder, er war der Agitator und Organisator der Revolution. Seine Tätigkeit an der„Neuen Rheinischen Zeitung" und im Bunde der Kommunisten, die Gründung und Leitung der Internationale, all das und anderes praktische Tun noch mit seinem arbeits- und kämpfereichen Um und Auf ist ebenso integrierender Bestandteil seines Lebenswerkes, wie seine unsterblichen wissenschaftlichen Leistungen. Das stolze Ziel seiner Lebensarbeit ist in der 1 l. These über Feucrbach ausgesprochen:»DiePhilosophen haben dieWelt nurverschieden interpretiert, es kommt aber darauf an, sie zu verändern." Die Welt zu verändern, darauf kam es Marx an. Sein Wesen war ganz auf den Willen zur Tat gestellt, und zwar auf die Auslösung des gewaltigsten Willens, der je die Geschichte bewegte: den Maffenwillen des proletarisierten Volkes in allen Kulturländern und die größte wetttragendste Tat, welche die Zeiten kennen: die soziale Revolution zur Aufhebung der Klassengegensätze und Auftichtung der sozialistischen Ordnung. Die Frauenkandidaturen zu den Landtagswahlen in Böhmen. I.ü. Tie„Wahkschlacht" zu dem böhmischen Landtag ist vorüber. So gur wie vollständig teilnahmlos haben ihr die breiten Massen der werktätigen Bevölkerung zugesehen, denen dank der geltenden Wahlrechtsschmach unmöglich gemacht ist, im Landtag vertreten zu sein. Auch in den Kreisen der Bevorrechteten hat sich deutlich Mißmut oder Ekel vor Wahlen unter diesem System offenbart. Noch nie war die Wahlbeteiligung so gering: nur 50 Prozent der Wahlberechtigten haben abgestimmt. Bergebens versuchten die bürgerlichen Parteien die polttische Leidenschaft zu entfachen, oas Interesse der Wähler zu wecken. Nach dem gewaltigen Ringen, das die Wahlen zum Reichsrat entfesselt hatten, wo das allgemeine Wahlrecht dem ganzen Volte ermöglicht, seinen Willen kundzutun, wirken die Kurien- und Zensus- wahlen wie das Satyrspiel nach dem ergreifenden Drama. An Stelle des Kampfes setzten die bürgerlichen Parteien ein allgemeines Kompromiß oder richtiger eine regelrechte Mandatserwerbsgenossenschaft. Ihre Programme waren blutleer, die alten Schlagworte hatten ihre Kraft verloren. Das natürliche Ergebnis der Berfassung dieser Parteien war der Wunsch, sich alle Kämpfe zu ersparen und die Mandate im Tauschverkehr zu erwerben. Ein größeres Interesse erhietten trotzdem die Wahlen dadurch, daß die Frauen zum erstenmal ihr Recht zu wählen und gewählt zu werden gettend machten. Viele Jahre lang hatten sie ihr Wahlrecht brach liegen lassen. Keine poli. tische Partei hatte sich gefunden, welche sie darauf aufmerksam gemacht und sie zum Kampfe aufgerufen hätte. ES ist das Verdienst der Sozialdemokratie, daß sie als erste Partei, ohne Zutun irgend einer anderen polttischen Partei oder sozialen Gruppe eine Frauenkandidatur aufstellte. Wenn dem bürgerlichen Frauenstimmrechtskomitee die erste Initiative in dieser Sache zugesprochen wird, so müssen wir das auf das entschiedenste zurückweisen. Die Sozialdemokratie beschloß vor allen bürgerlichen Parteien schon am 15. Januar die Aufstellung einer Frauenkandidatur, die am 9. Februar öffentlich proklamiert wurde. Es war die Unterzeichnete, die für den Wahlbezirk Holeschowitz-Hradschin und Vysehrad nominiert ward. Das bürgerliche Frauenwahlkomitee stellte daraufhin an die jungtschechische Partei den Antrag, ebenfalls in einem Wahlbezirk eine Frau als Kandidatin zu ernennen. Nach langer Beratung fand es diese Partei augenblicklich nicht für geboten, dem Antrag zu entsprechen. Die.realistische Partei" hatte zurzeit kein« Frau, welche sie als Kandidatin aufstellen konnte, sie beschloß aber, die Frauenkandidatur der sozialdemokratischen Partei zu unterstützen. Das bürgerliche Frauenwahlkomitee entschloß sich angesichts dieser Situation recht spät auf den Rat der Schreiberin dieser Zeilen zu einer selbständigen Kandidatur. Es stellte in dem Wahlbezirk Hohenmaut Fräulein Marie Tuma (Tumova) als Kandidatin auf, die selbstverständlich ein bürgerliches.Frauenprogramm" vertrat. Zu dieser Frauenkandidatur kam schließlich eine dritte, und zwar waren es die Nationalsozialen und die Radikalen Fortschrittler, welche die Kandidatur von Fräulein Zelinka (Zelinkova) im Wahlbezirk Deutschbrod aufstellten. Die Agrarier und die anderen bürgerlichen Parteien stellten keine Frauenkandidaturen auf, sicherten sich aber die Stimmen der wahlberechtigten Frauen. So ist und bleibt es der Ruhm der Sozialdemokratie, daß sie zuerst bei den Landtagswahlen mit Wort und Tat für die politischen Recht« der Frauen eingetreten ist. Der Wahlkampf ist zu Ende, und wir können uns unseres Erfolges freuen. Das Ergebnis der Wahl zeigt, wie ehrlich es die verschiedenen politischen Parteien mit dem Frauenwahlrecht gemeint haben. Die Nationalsozialen und die Radikalen Fortschrittler diskreditierten das Frauenwahlrecht, denn sie ließen es an der nötigen ernsten Agitation fehlen, und ihre Kandidatin Fräulein Zelinka bekam in ihrem Wahlbezirk nur 5 Stimmen. Auf die frauenrechtlerische Kandidatin, Fräulein Tuma, sielen immerhin 199 Stimmen, obgleich si� von Klerikalen, Jungtschechen, Nationalsozialen und Agrariern bekmnpft worden war. Der Kandidat der Jungtschechen, Herr Tuma, zugleich Bürgermeister von Hohenmaut, drohte den Wählerinnen, er werde dem Frauenverein die städtische Subvention entziehen, wenn sie ihre Stimmen für die Kandidatur des Fräulein Tuma abgeben würden. Die Sozialdemokratie hat mit allem Ernst und Eifer für die Frauentandidatur gearbeitst. Am 16. Februar leitete sie den Kampf durch eine Demonstrationsversammlung ein, der S Halle mit Brausebad und einer neuen Abortanlage für eine Schule als dringend nötig. Der Nürnberger Bericht klagt über schlechte Luft- und Lichtverhältnisse in einzelnen alten Schulhäusern. Dieselbe Klage über schlechte Luft in den Klassen erhebt der Berliner Bericht:„Da die für alle Schulen in Aussicht genommene Verbesserung der Ventilation durch Anbringung von Oberfensteröffnern an mindestens zwei Fenstern noch nicht allgemein zur Durchführung kam, wird noch vielfach über schlechte Luft in den Klassen geklagt. Es muß als dringend wünschenswert betrachtet werden, daß durch Einstellung höherer Mittel in den Etat die erste Aufgabe der Gesundheitspflege, der Aufenthalt in erträglicher Luft, allgemein erfüllt wird. Nach den Berichten der Schulärzte waren in dem Berichtsjahr in KS Schulen keine Oberfenster angebracht, in 109 Schulen nur an einem Fenster der Klasse. in 101 Schulen an mehreren Fenstern. Die ungünstige Wirkung, welche der Ausenthalt in schlechter Lust auf den Körper ausübt, macht sich durch blasses Aussehen, durch Blutarmut, durch verminderte Leistungsfähigkeit gellend. In den Klassen mit ungenügender Luftzuführung muß. bis die Mittel zur Ventilationsverbefserung beschafft werden können, darauf gehalten werden, daß wenigstens in den Pausen durch Offnen der Fenster Lufterneuerung stattfindet, und daß nach jeder Unterrichtsstunde die Kinder die Klasse verlassen. Eine Verlängerung der kurzen Pausen zu diesem Zwecke würde für den Gesundheitszustand und für die Leistungen der Schüler vorteilhaft sein. In den meisten Schulen verlassen die Kinder nur in den großen Pausen das Klassenzimmer, in den kleinen nur, wenn sie Bedürfnisse zu befriedigen haben, was aber nicht gerne gesehen wird. Die Kinder sind gezwungen, in den kleinen Pausen still auf ihren Plätzen zu sitzen. Nachdem es sich in der Waldschule gezeigt hat, daß die verkürzte Unterrichtszeit und die größeren Pausen äußerst vorteilhaft auf das Gedeihen der Kinder wirken, wäre es wünschenswert, daß diese Erfahrungen auch für die Schulen allgemein nutzbar gemacht werden. Wenn die Kinder in den Pausen in den Klassen bleiben müssen, ist es nicht möglich, die verbrauchte Luft durch Offnen der Fenster zu erneuern. Durch die mangelnde Körperbewegung wird eine frühzeitige Ermüdung begünstigt.— Außerdem erscheint es hygienisch unzulässig, daß die Kinder, insbesondere die der Unterstufe, daran gehindert werden, schon nach der ersten Unterrichtsstunde ihre Bedürfnisse zu befriedigen.— llber ungünstige Einwirkung der Gasheizung wird mehrfach geklagt.' Leider fehlen in allen Berichten Zahlenangaben über die Schulsrequenz und die Größe der Schulzimmer, über Quadratfläche und Luftkubus, die den Kindern zur Verfügung stehen, sowieMitteilungen überSchulluftuntersuchungen — weil eben keine gemacht worden sind. Für Berlin verspricht das in diesem Jahre noch zur Eröffnung gelangende städtische Untersuchungsamt für hygienische und gewerbliche Zwecke in letzterer Beziehung Wandel zu schaffen; bei den darauf bezüglichen Vorbcratungen in den städttschen Körperschaften spielte die Frage methodischer Schullufluntersuchungen eine wichttge Rolle. Die Schulluft ist, soweit Untersuchungen darüber vorliegen, fast überall als verdorben und ungeeignet zur Atmung befunden worden; sie ist die Ursache für die mannigfachsten Beschwerden unserer Schulkinder, Eingenommenheft des Kopfes und Kopfschmerz, llbligkeiten und Schwindel, für ihre blasse Farbe und Appetitlosigkeit, für daZ, waZ man mit einem Wort als„Schulkrankheit' bezeichnet; sie ist sicherlich auch großenteils Ursache dafür, daß so viele Kinder so ungern, so ängstlich zur Schule gehen. Wir bemessen die'Luftverderbnis nach ihrem Kohlenfäure- gehalt und nennen eine Luft verdorben, wenn dieser Gehalt über 1 pro Tausend hinausgeht. Zahlreiche Untersuchungen der Schullust an den verschiedensten Orten haben gezeigt, daß dieselbe durchweg ein Vielfaches dieses Petten- koferschen Maximums enthält, ja daß sie bereits vor Beginn des Unterrichtes verdorben ist. So fand B reit in g 1870«in Ansteigen der Kohlensäure bis 9, KS Gittert�kkw? in Berliner Nemeindeschulen bis 9,65"/«,, Rietschel bis 9,7ö°/,«, ein Beobachter in der Schweiz 188S 10°/«,, Hesse sogar ll,?"/««. Boubnoff und Jgnatieff haben bei ihren Untersuchungen in Moskauer Schulen zu Beginn des Unterrichtes(8 Uhr SS Minuten) bereits 1,46°/� gefundeu. Hesse fand folgende Zahlen: Stund« und NW»««» e« g« S" e- 7- 7" 7— 7« Kohlensäuregehalt 0.3 1.0 1� 1,7 2,2 2.S 3.0« 2,8«/«. Stunde und Minuten 74° 7». g«, gu> g-a gm gm Kohlensäuregehalt 2.9 S.7 3.8« 3.6 3.7 4L 4.1«/«, Besondere Vemilationseinrichtungen fehlten;« dedcutcl Austreten von Schulkindern. Es wurde also bereits zu Beginn de§ Unterrichtes(um S Uhr 30 Minuten) das zulässige Maximum, nach etwa zweistündigem Unterricht das Bierfache desselben erreicht. Nach Scharling produziert ein 10 jähriges Mädchen stündlich 9,6 Liter Kohlensäure - 10 jähriger Knabe- 10,3-- » 17 jähriges Mädchen- 12,9-- - 16 jähriger Jüngling- 17,4-- Die Beschaffenheit der Schulluft hängt also«b von Zahl, Alter und Geschlecht einer Klasse respektive vm dem Verhältnis zwischen dieser Zahl und dem Nauninhalt des Zimmers sowie von der Ventilation des Raumes. Rietschel hat nach obigen Angaben berechnet, wie groß d«s stündlich zugesührte Lustqnantum pro Kopf, wie groß der kuftwechsel, die Ventilation sein muß, wenn das Maximum von 1«/«. Kohlensäure nicht überschritten werden soll. Es«rgab sich, daß 1«/«, als Maximum nur unter recht hohen Anforderungen an Luftkubus, Ventilationsquantum beziehungsweise Wiederholung des Luftwechsels zu erreichen ist, Anforderungen, wie sie in Wirklichkeit wohl nirgends erfüllt werden. Die preußischen Vorschriften von 1884 forderten als Grundlage der Berechnung für Schulen je nach dem Aler der Kinder 10 bis 20 Kubikmeter, die Anweisung des prechischen Ministeriums von 1393 forderte 10 bis 25 Kubikmeten Luftwechsel pro Kopf und Stunde; an den Rietschelschen inhlen gemessen, sind diese Forderungen durchaus ungenügend Bei einem LuftkubuS von 9 bis 3 Kubikmeter pro Kops b, steht überhaupt nicht die Möglichkeit, die zulässige Grenze von 1°/«, Kohlensäuregehalt einzuhalten, erst von 4 Kubikmeter pro Kopf ab gelingt dies bei mäßigem Luftwechsel. Und nun vergleiche man mit diesen Ausführungen sie Wirklichkeit! Nach einer Untersuchung von Colbrij- Liegnitz in vier schlesischcn Kreisen kamen in 17 Prozeit sämtlicher Schulzimmer weniger als 2 Kubikmeter Luftraum auf den Schüler, zweimal kam sogar nochmich 1 Kubikmeter auf das Kind bei einer Schülerzahl von 14 4! In 2S Prozent der Schulräums saßen die Kinder so eng, daß nicht einmal die Mindestbreite von S0 Zentimeter auf den Sitz kam. Eine nenere Arbeit desselben Arztes (Vierteljahrsschrift für of. Gesundheitspflege 1907, Heft 2) bringt folgende Tabellen: Obgleich die Norm für preußische Volksschulen für die einklassige Schule nicht weniger als 80, für die mehrklasfige 70 Köpfe beträgt, sind von diesen 1061 Klassen noch 2S Prozent überfüllt.(In ganz Preußen sitzen nicht weniger als 1«/» Millionen Kinder in überfüllten Klassen.) Rechnet man ein Quadratmeter Flächenraum und vier Kubikmeter Luftraum pro Kopf als Mindestmaß, so genügen fast 40 Prozent beziehungsweise 48 Prozent der Klassen nicht dieser Forderung. Obwohl die Schulärzte zum Teil schon auf eine langjährige Tätigkeit zurückblicken, besitzen wir doch von ihnen keine Untersuchungen über Frequenz, Boden- und Luftraum in den ihrer Überwachung unterliegenden Schulen, die diesen Tabellen des verdienten schlesischen Kreisarztes an die Seite zu stellen wären. Es bleibt der Zukunft, insbesondere der Tätigkeit städtischer Untersuchungsämter vorbehalten, uns durch methodische Lustuntersuchungen in alten und neuen Schulen, mit Fensterlüftung respektive Ventilation, im Sommer und Winter usw. endlich eine exakte Grundlage zu schaffen für die Beurteilung der Schulen und ihrer Ei». richtungen, für die Festsetzung der Maximalzahl von Kindern, die in einem gegebenen Raum stundenlang verbleiben dürfen, sowie der Häufigkeit und Länge der Pausen, für die Entscheidung der Frage des geteftlen oder ungeteilten Unterrichtes usw. Bezüglich der Ventilation, schreibt Burgerstein, könnte man in der Tat sehr viel erreichen, wenn die Unlerrichts» zeiteinheit um ein Dutzend Minuten verkürzt und dies« zur Fensterlüftung benutzt würden. Zu der nämlichen Forderung kommt man allmählich auch aus pädagogischen Gründen. Nach Chadwick, dessen Feststellungen auf langen, geduldigen Beobachtungen und auf Umfragen bei zahlreichen Lehrern beruhen, deren Aufmerksamkeit aus diese» Punkt gelenkt wurde, kann ein Kind von S bis 7 Jahren ausmerken zirka IS Minuten, 7 10->» 20. 10» 12-«> 2S. 12. 13.-- 30. Burger st ein ließ von 162 II bis 13 jährigen Knaben und Mädchen während einer Stunde viermal je 10 Minuten lang einfache Rechnungen ausführen; die Arbeitszeiten waren durch je b Minuten Pause unterbrochen. In der dritten Zehnminutenarbeitszeit, das heißt nach Verlauf von 30 Minuten war die Zunahme der Fehler am größten, die Fähigkeit, sich noch mit dem Gegenstand zu beschäftigen, beträchtlich herabgesunken. Höpfner fand bei einem Diktat innerhalb der ersten halben Stunde ein beständiges Fallen der Fehlerprozente von Satz zu Satz; dagegen waren die Fehlerprozent« der folgenden Sätze 3 bis 4 mal höher als die in der ersten halben Stunde konstatierten. „Die Frage der Lektionsdauer ist wie so vieles in der Unterrichtshygiene im engeren Sinne noch nicht exakt genug bearbeitet, um bestimmte Schlüsse im einzelnen ziehen zu können; es weisen aber die bisher betretenen verschieden« artigen Wege exakter Untersuchung nach einem Ziele; keinesfalls sollte die Länge einer Lektion mehr als drei Viertelstunden betragen, gefolgt von einer Biertelstunde Pause'(Burg er st ein).„Wenn eS nicht so unglaublich schwer wäre, sich von althergebrachten überlieferten Meinungen und Ansichten loszureißen, dann ließe sich der Versuch, die Unterrichtszeit für die zartere Jugend anstatt in tunden in halb- und viertelstündige Unterrichtszeiten mit großen Zwischenpausen einzuteilen, wohl einmal ausführen' (Zehender). Ein Ansang in dieser Richtung soll jetzt in Berlin gemacht werden: Tie städtische Schuldepulation hat beschloffen, die Pausen zwischen den Unterrichtsstunden zu vermehren und zu ändern. Es sollen in Zukunft vier Pausen von 10, 20, 10 und 20 Minuten, zusammen 60 Minuten, Nr. 6 Die Gleichheit 5l gemacht werden. Während der L0 Minuten-Pausen müssen die Kinder ins streie geführt werden, in den 10 Minuten- Pauken soll eS den Rektoren und Lehrern überlassen werden, dort, wo die lokalen Verhältnisse es gestatten, die Kinder hinauszuführen. In allen Pausen sollen die Fenster geöffnet werden, und falls die Kinder mit Rückficht auf das Wetter«der ander« Ursachen in den Klassenräumen verbleiben, sollen st« während der Pausen Freiübungen machen. Auch an diesen Fragen der Hygiene des Unterrichtes mitzuarbeiten, find die Schulärzte berufen, aber das ist Zukunftsmusik. In der Gegenwart find st« mit den anderen Aufgaben so überlastet, ist die Zahl der dem einzelnen zur Überwachung anvertrauten Schulen und Schulkinder so groß, ist die Zahl der Schulärzte insbesondere in Berlin so unzureichend, daß sie vollauf genug und übergenug damit zu tun haben, ihre Pflicht in der Überwachung des Gesundheitszustandes zu erfüllen und kein« Zeit behalten, darüber hinaus wissenschaftlich zu arbeiten. Jedenfalls geben die vorliegenden Berichte den Beweis, wie viel Interesse und wie viel Zeit st« ihrer schulärztlichen Tätigkeit zuwenden, es steckt Arbeit, viel Arbeit in diesen Berichten. Und deswegen glaubten wir es ihnen schuldig i« sein, ausführlich darüber zu berichten. Diese Berichterstattung würde freilich außerordentlich erleichtert werden und nicht den halben Raum einnehmen, wenn die Bericht«, insbesondere die statistischen Ergebnisse, überall nach einheitlichen Prinzipien bearbeitet würden. Vielleicht ist es bereits a» der Zeit, daß die deutschen Schulärzte sich— etwa im Anschluß an die Kongresse für Schulhygiene— über diese Prinzipien«inigten; ihre Leistungen und ihre Berichte würden dadurch an Übersichtlichkeit und Vorgleich- barkeit ungemein gewinnen und der Erfolg auch dieser Bemühungen am Ende wiederum den deutschen Schulen und der kommenden Generation zugute kommen. Die weibliche Fabrikinspektion im Großherzogtum Sachsen-Weimar. Es hat ziemlich lang» gedauert, ehe man sich im Goethe- ländchen entschloß, dem Fabrikinspektor für feine Revisionen solcher Betriebe, wo viel« Arbeiterinnen beschäftigt werden, ein, weibliche Hilfskraft zur Verfügung zu stellen. Vor 12 Jahren wies im Landtage der sozialdemokratische Abgeordnete auf die guten Erfolge hin, die man schon damals in anderen Ländern mit der Anstellung von Assistentinnen der Gewerbeaufsicht gemacht hatte. Im Jahre 1887 bequemte sich die Regierung schließlich dazu, zwei ältere Frauen zur Fabrikinspektion heranzuziehen. Fest angestellt wurden sie jedoch nicht. Für solche Steuerungen hat man hierzulande in der Regel kein Geld übrig. Das sagt man zwar nichts Über es ist so. Man hat«s ja so leicht, als Grund für die Unterlassungssünde den geringen Umfang de? Jnspektions- bezirkes anzuführen. Der Gewerbeinspektor, damals ein älterer Offizier, hat die beiden ernannten Damen fast regelmäßig zu den Revisionen aller Betriebe zugezogen, wo Arbeiterinnen in größerer Zahl beschäftigt waren. Die eine der beiden war offenbar dem Amte nicht gewachsen und legte es bald nieder; an ihre Stelle trat eine jüngere Dame, die bei ihren Revisionen BerständniS zeigte. So kam es, daß die neue Einrichtung gar bald auch lobend in den Jahresberichten d«S Gewerbeaufsichtsbeamten erwähnt wurde. Im Bericht von 139S wurde betont, daß sich die Assistentinnen bemühten, durch vertrauliche Anfragen in und außerhalb der Fabrik das Vertrauen der Arbeiterinnen zu erwerben. Im Jahre 1888 wird von dem Wert der Mitarbeit der Assistentinnen berichtet. Im Jahre 1800 werden diese schon als für ihr Amt sehr geeignete Persönlichkeiten bezeichnet, die sich durch ihr freundliches, leutseliges Wesen daS Vertrauen der Arbeiterinnen erworben haben und ihrer Aufgabe vollständig gerecht geworden sind. Im Jahre 1901 heißt es, daß die Assistentinnen bei den Revisionen reichlich Gelegenheit suchten und f and en, sich nach Mißständen zu erkundigen. Im Jahre 1902 beklagt sich der Herr Gewerbeinspektor, daß ihm die Arbeiter nur mit Mißtrauen entgegenkommen und eine Aussprache mit ihm sichtlich vermeiden. Über den Verkehr der Arbeiterinnen mir den Assistentinnen schreibt er dagegen wörtlich:.Ungleich freundlicher gestaltet sich das Verhältnis der Arbeiterinnen zu den Assistentinnen, denen sie mit freundlichem Gruß entgegenkommen, gern Rede und Antwort stehen und ihr Vertrauen beweisen.� Auch in den Jahren 1903 und 1904 wird in ähnlicher Weise über die Assistentinnen berichtet. Am I.Juli l90S trat der damalige Gewerbeaufsichtsbeamte m den Ruhestand, und eine jüngere Kraft kam an seine Stelle. Da fiel es der Regierung plötzlich ein, demselben Beamten ouch noch die LandeSbranddirektion zu übertragen. Die sozialdemokratische Landtagsabgeordnelen waren damit nicht einverstanden, sondern vertraten die Ansicht, daß jede der beiden Stellungen die volle Arbeitskrast eines Mannes in Anspruch nehme. Bei dieser Gelegenheit gaben sie noch dem Wunsche Ausdruck. daß die Revisionstätigkeit der Assistentinnen keine Einschränkung erfahren möge. Der Minister von Wurmb erwiderte daraus,„daß der Wegfall der Assistentinnen nicht in Aussicht genommen ist". Wie gar bald eine.Regierung" anderen Sinnes wird, das zeigen die weiteren Ereigmss«. Die lobenden Hinweise aus die Tätigkeit der Assistentinnen sind aus den Jahresberichten von ISVö und 1900 verschwunden. Nur ganz nebensächlich wurde darauf »mgewiesen, daß für die Gewerbeaufsicht auch weibliche Hilfskraft vorhanden fei. Die«in« der beiden in Frag« kommenden Damen soll bald nach dem Amtsantritt des jetzigen Gewerbeinspeltors freiwillig von ihrer Tätigkeit zurückgetreten sein. Die andere aber wurde weiterhin zu einer größeren Zahl von Revisionen zugezogen und waltete ihrer Aufgaben mit Verständnis. Im Vertrauen der Arbeiterinnen zu ihr ist in all dieser Zeit kein Wandel eingetreten. Trotzdem ist seit August v. I. die Assistentin nicht mehr»u den Revisionen zugezogen worden. Und das ist so gekommen: TaS Ministerium hat dem Gewerbeinspektor mitgeteilt, daß die Erfahrungen, die seither mit der Tätigkest der Assistentinnen gemacht worden flnd, eine Beibehaltung solcher weiblichen HilsS- kräft« nicht alS zweckmäßig erscheinen lassen. Der Gewerbeinspektor wurde dann ermächtigt, von ihrer Zuziehung im allgemeinen abzusehen. Nur wenn es ihm wünschenswert erscheint, kann er in einzelnen Fällen Revisionen unter Zuziehung der Assistentin vornehmen. Diese Anweisung entspricht einer bekannten Methode der Regierung, sich um ein« ihr nicht mehr genehme Einrichtung herumzudrücken. Der Grund, warum die Regierung so vorgeht, ist sehr leicht zu erraten. Es ist eingetreten, was die sozialdemokratischen Abgeordneten vor ein paar Jahren im Landtage vorausgesagt haben. Gewerbeaufsicht und Feuerwehrinspek- tion passen nicht zusammen. Da obendrein der Eewerbe- infpektor auch noch zu längeren militärischen Übungen eingezogen wird, tritt Stockung in der Verwaltung der Gewerbeaussicht und Feuerwohrinspektion ein. Dissen Mißstand möchte man durch Anstellung einer männlichen Hilfskraft vermeiden. Denn, so kalkuliert man oben, eine Frau kann doch die Feuerwehr nicht inspizieren, wenn sie auch auf dem Gebiete der Gewerbeaufsicht sehr gute Dienste leistet. Zur Anstellung von zwei Hilfskräften hat man aber, wie überhaupt zu allen Kulturaufgaben, kein Geld übrig. Da liegt es nun nahe, daß man im Ministerium zu der tlberzrugung gekommen ist, die allgemeine Zuziehung weiblicher Hilfskraft bei der Gewerbeaufsicht erscheine nicht mehr als zweckmäßig. Die weibliche Hilfskraft der Gewerbeinspektion wird einfach kaltgestellt. Offenbar hat man darauf gerechnet, daß dieser Plan nicht schon vorzeitig bekannt wird. Man hat sich den Rücken gedeckt, indem man es dem Gewerbeaufsichtsbeamten überließ, in einzelnen Fällen, wo es ihm wünschenwert erscheint, die Assistentin zur Revision zuzuziehen. Das wird aber, wie die Erfahrung seit August vorigen Jahres bereits gezeigt hat, äußerst selten einmal geschehen und— so ist tatsächlich die weibliche Gen erb aufsicht im allgemeinen in Wegfall gekommen. Der Landtag wird sich ja demnächst mit dieser Angelegenheft zu beschäftigen haben. Es wird sich da für die sozialdemokratischen Abgeordneten reichlich Gelegenheit bieten, diese Art praktischen Arbeiterinnenschutzes gebührend zu beleuchten. Anstatt eine weibliche Hilfskrast für die Gewerbeaufsicht seit anzustehen, da doch auch im Großherzogtum Sachsen die Zahl der in Fabrik- und ähnlichen Betrieben beschäftigten Arbeiterinnen zunimmt, schiebt man die Assistentin einfach beiseite. Dieser Borgang zeigt einmal wieder, was die Arbeiterinnen von der praktischen Fürsorge der Regierung zu erwarten haben. Z. Eine Parlamentsdebatte über das Frauenwahlrecht. Nicht bloß im großen britischen Parlament, sondern auch in der Kräwinktllandstube eines deutschen Kleinstaates ist es zu einer nicht uninteressanten Debatte über daS Frauensttmm- recht gekommen Im oldenburgifchen Landtag, in dem 40 Abgeordnete eine Bevölkerung von 400000 Seelen vertreten, wurde am LI. Februar in erster Lesung über den Regierungsentvurf verhandelt, betreffend die Ginführung deS allgemeinen, gleichen, direkten und geheimen Wahlrechts für das genanrte Parlament. Da Oldenburg bisher— schon seit 40 Jahren— das allgemeine, gleiche und geheime, aber indirekte Wahlrecht hatte, besteht die Reform in der Hauptsache nur in der Ersetzung deS indirekten WahlmoduS durch den direkten. Für diesen unleugbaren Fortschritt wollte die Oldenburger Regierung, die sich gern liberal nennen läßt ein ganzes Nestchen voll reaktionär« Klauseln einhandeln. So soll das Wahlrecht von einem dreijährigen Aufenthalt im Oldenburger Ländchen abhängig gemacht werden, esse Bestimmung, welche die fluktuierende Arbeiterschaft rechlos machen würde. Sodann soll die Zahl der Abgeordniten ein für allemal gesetzlich festgelegt werden, während sie jetzt wandelbar war, und zwar in der Weise, daß auf j« 10000 Einwohner ein Abgeordneter kommen mußte. Oie gesetzliche Festlegung der Abgeordnetenzahl verfolgt de« Zweck, der stagnierenden Landbevölkerung vor der stark a>wachsenden städischen Bevölkerung einen Borzug ein- zuräunen. Schließlich soll auch noch die dreijährige Legislaturperode in eine fünfjährige umgewandelt werden. Die bürge liche Majorität des Landtags war für alle Verschlimm- bessermgen des Regierungsentwurss zu haben, ja sie überbot die stegicrung noch an reaktionärem Eifer. Dabei läßt auch dies bürgerliche Majorität sich so gern liberal nennen, und ihrkFührer gehören sogar dem„unentwegten" Freisinn an. Besonderes Interesse beansprucht für die Leserinnen dieses zzpltes die Ablehnung des sozialdemokratischen Antrags Einführung das Frauenwahlrechts. In dem iiegierungsentwurs heißt es, daß jeder Deutsche, der drei Hahr« ununterbrochen in Oldenburg ansässig war, das aktive ind passive Wahlrecht besitze. Ter Antrag der vier sozial- oemolratische» Landtapsabgeordneten wollte nun den Wortlaut des Gesetzes dahin abändern, daß jeder Deutsche ohne Unterschied des Geschlechtes wahlberechtigt sein solle. Kaum war dieser Antrag in der Kommission gestellt, so ließen sich die Freisinnigen angelegen sein, ihre philisterhaft einsichtslose Gesinnung zu bekunden.„Um jedes Mißverständnis zu beseitigen", beantragten sie, im Gesetz ausdrücklich zu erklären:„Jeder Deutsche männlichen Geschlechtes" sei wahlberechtigt. Die Regierung war mit dieser„Verbesserung" ihres Entwurfes einverstanden. Hieraus konnte man schon darauf schließen, daß das Frauenwahlrecht abgelehnt werden würde. Die Regierung und die bürgerlich« Mehrheit beabsichtiglen sogar, es nicht einmal zu einer Diskussion über die Forderung kominen zu lassen. Der Berichterstatler fand nämlich den sozialdemokratischen Antrag gar nicht der Erwähnung wert, und der Regiernngsvertreter tat so, als ob«ine Frauemvahlrechts- frag« überhaupt nicht existiere. Genosse Schulz ließ sich indessen dadurch nicht beirren und stellt« in seiner Kritik des Regierungsentwurfes das Frauenwahlrecht in den Vordergrund seiner Ausführungen. Er führt« ungefähr folgendes aus: „Und nun noch, meine Herren, laut not least, ein paar kurze Worte zu unserem Antrag 2, das Frauenwahlrecht betreffend, den wir zwar als letzten, aber nicht schlechtesten, sondern vielmehr als besten unserer Anträge behandelt wissen wollen. Wir sind im Gegensatz zur Mehrheit der Ansicht, daß es an der Zeit ist, der Frau das gleiche politische Recht wie dem Mann zu geben. Die total veränderten ökonomische» und sozialen Verhältnisse machen es heute zur unabweisbaren Pflicht, der Frau ihr politisches Recht nicht länger vorzuenthalten. Die Entwicklung der Maschine hat die Grundlage zur ökonomischen Selbständigkeit der Frau gegeben. Da ist es notwendig, ihr als Korrelat ihrer Emanzipation von Familie und Haus, als Korrelat ihrer Pflichten gegen Staat und Gesellschaft das Wahlrecht zu geben. In Deutschland sind heute gegen 8 Millionen Frauen erwerbstätig. Man wird später einwenden, daß kaum ein Prozent der oldenburgischen Frauen das Wahlrecht fordern. Abgesehen davon, daß es wahrscheinlich bedeutend mehr Prozente sind, kann man doch nicht so lange warten, bis alle Angehörigen einer Volksschicht Rechte fordern, sonst käme man nie zu Reformen. Und wenn wir die Geschichte verfolgen wollen, so finden wir, daß in allen Revolutionen, der englischen, französischen und auch in der deutschen bürgerlichen um die Mitte des vorigen Jahrhunderts die erlauchtesten Vertreter der Bourgeoisie das Frauenstimmrecht forderten. Das ist freilich schon lang« her; das war in den Zeiten, als der bürgerliche deutsch« Liberalismus seinen Lebensfrühling durchlebte. Heute ist das anders, heute ist Herbst beim Liberalismus geworden; grauer Novemberregen rieselt in diesen liberalen Herbsttage» hernieder, und der Novembersturm jagt ein lichtroteS, freiheitlich gefärbtes Blatt nach dem anderen vom fcht kahlen Stamm des Liberalismus. Wie lange noch, und eine einzige geborstene Säule wird zeugen von den Lebenstagen den Liberalismus. (Große Heiterkeit.) Es ist charakteristisch, daß wir Sozialdemokraten es sind, die die liberale Forderung des Frauenstimmrechts verteidigen müssen. Auch der Berichterstatter selbst, Abgeordneter Tantzen, preist in schönen Worten die Eigenschaften der Frau, erkennt ihre Pflichten gegen Staat und Gesellschaft an, wie wir es schöner, beredter nicht machen können. Leider vergißt aber Herr Tantzen die Konsequenzen, denn die wären, gleich uns Sozialdemokraten für das gleiche Recht der Frau einzutreten. Man preist die Tugenden deS Weibes in Poesie und Prosa. Alle großen Dichter und Denker, Schiller, Goethe, Heine und andere, singen das Loblied der Frau. Wir vertrauen ihr das kostbarste Gut, was wir haben, unsere Kinder zur Erziehung an. Da haben wir kein Recht, dem Weib noch länger seine politische Gleichberechtigung vorzuenthalten. Wir wollen dem guten Beispiel anderer Staaten folgen. Ich hätte nichts dagegen, wenn die Frauen, die heute sich im Zuhörerrauni befinden, hier unter unS treten dürften, um gewiß noch in wirksamerer Weise, als ich das vermag, von Ihnen ihr politisches Recht zu fordern, daZ Sie ihnen widerrechtlich vorenthalten. Da das die Frauen nicht können, so müssen wir für sie ihr. Recht verlangen. Und deshalb fordere ich im Namen von Recht und Gerechtigkeit: Geben Sie den Frauen das Wahlrecht, das volle, uneingeschränkte Wahlrecht! Leider wird das eine Fehlbitte sein. Aber seien Sie überzeugt: die Frauen werden immer und immer wieder ihre politische Gleichberechtigung fordern, so lange, bis man ihrem selbstverständlichen Rufe entsprochen hat." Man sieht sie ordentlich vor sich die verständnislosen Blicke, mit denen die bürgerlichen Landboten sich bei diesen Ausführungen des Genossen Schulz gegenseitig anschauten. Daß sie noch ganz in den spießbürgerlichen Stammtisch- anstchten befangen sind. zeigte die nun einsetzende Debatte. Die bürgerlichen Ausführungen gegen das Frauenwahlrecht standen auf dem denkbar tiefsten Niveau. Der erste Redner, ein Agrarier namens Müller, faßt» seine Weisheit dahin zusammen, die Frau gehör« nicht in den Wahlkampf, sondern in das Haus. Nur die unver heirateten Frauen— der Mann genierte sich doch, kurzweg die allen Jungfern zu sagen— würden von dem Wahlrecht Gebrauch machen. Die Einführung des Frauenwahlrechts stoße auf unüberwindliche technische Schwierigteiten, so meinte Herr Tom Diel. WaS er sich darunter dachte, hat er der Welt nicht verraten. Sehr„geistteich" erklärte der Abgeordnete Feldhus, im Hause gönne er der Frau zwei Stimmen, aber in der Politik keine einzige. Wenn die Frau in den Landlag ziehe, würde sie den Mann auf dem Kasernenplatz noch langsamen Schritt machen lassen. Worin eigenllich die Point« dieses„Witzes" liegen soll, hat Herr Feldhus 52 Die Gleichheit Nr. 6 niemand verraten. Der Abgeordnete Schulte äußerte furz| Regierungsbezirk Allenstein eine Hebamme auf 62 Quadrat| Die schulpflichtigen Gefangenen stehen unterdessen, mit und bündig, über Frauenstimmrecht brauche er nicht zu reden, filometer und 2749 Einwohner, im Kreise Osterode eine der Schiefertafel, dem Gesangbuch und der Rechenfibel unter die Frau gehöre ins Haus. Hebamme auf 7730 Einwohner und im Kreise Ortelsburg dem Arm, vorschriftsmäßig an der Tür, um sogleich hinausDiese Bekundungen spießbürgerlicher Unwissenheit und eine Hebamme auf 10070 Einwohner. Die Getreten zu können, wenn der Riegel zurückgeschoben und die Stumpffinnes fuchte der Regierungsvertreter, ein Herr meinden sind hier zu arm, von mangelnder Einsicht ganz Zür geöffnet wird. In Abständen von fünf Schritten eilen Callmeyer- Schmedes, durch eine Statistik zu beleben. zu schweigen, um ihren Gebärenden die allernotdürftigste sie die Gänge entlang, das Gesicht starr geradeaus gerichtet, Er behauptete nämlich, daß die verheirateten Frauen das sachgemäße Fürsorge zu sichern. Pfuscherinnen leisten Bei- da jedes Seitwärtssehen verboten ist, und von sechs oder Wahlrecht gar nicht verlangen, also bei Erörterung der stand, und das Kindbettfieber hält reiche Ernte unter den acht Aufseheraugen streng beobachtet. Frage von vornherein ausscheiden. Es blieben deshalb nur Müttern unseres Bolles. In den Regierungsbezirken Allen- Unten im Erdgeschoß, vor der Tür des Schulfaals, hat Die 100000 weiblichen Personen übrig, die in Oldenburg nicht stein und Gumbinnen wurden 29 Prozent der Entbindungen der Oberaufseher sich aufgestellt; mit gnädigem Kopfnicken verheiratet find. Bon diesen aber sei wieder ein großer ohne Hebammen gemacht, in den Regierungsbezirken Bofen quittiert er hin und wieder über die vorgeschriebenen Ber Zeil unter 25 Jahren, also nicht wahlberechtigt, und der und Bromberg 28 bis 80 Prozent, im Kreise Drtelsburg beugungen der Gefangenen und mustert mit dem Blick eines größte Teil über 25 Jahren umfasse die Haustöchter und 68 Prozent und im Kreise Johannisburg 73 Prozent. Kein preußischen Unteroffiziers die Kleidung der jungen Leute sonstige abhängige" und auch erwerbsunfähige Personen. Wunder, daß dann die Statistiken der Kreisärzte von einer wehe dem, der das Halstuch nicht vorschriftsmäßig gebunden Abhängigen Personen gewähre man aber nach jetziger außerordentlich großen Sterblichkeit an Kindbettfieber zu beträgt oder gar in der Eile vergessen hat, die Schuhe blank Ansicht" teine politischen Rechte. Blieben nur die 2000 er richten wissen, wie beispielsweise in dem sehr armen Kreise zu puzen! werbstätigen Frauen übrig, die der Fabrifinspektor im Groß- Karthaus, wo fünfmal so viel Frauen an der Ent Jm Schulsaal befindet sich auf einer Erhöhung eine Art herzogtum Oldenburg ermittelt habe, und wegen dieser bindung sterben als im Durchschnitt in ganz Ratheder, zu dessen beiden Seiten je ein Aufseher poftiert 2000 Frauen lohne es sich doch nicht, das Frauenstimmrecht Preußen. Erschreckend groß ist auch die Säuglingssterb ist; beide sehen unverwandt auf die Gefangenen, ständig auf einzuführen. Welche„ töftliche", überzeugende Beweisführung! lichkeit. Ungezählt sind aber die Frauen, welche, an den dem Sprunge, irgend einen Verstoß gegen die geheiligte Der Herr Regierungsvertreter sollte sich beim„ Kladderadatsch" Folgen der unzureichenden Geburtshilfe dahinsiechend, mit Hausordnung zu entdeden, um ihn dem hochgebietenden anstellen lassen, um die Karlchen Mießnic- Artikel zu schreiben. ihrer Arbeitsfähigkeit die einzige Waffe im schweren Daseins- Ober" zum Zwede nachbrüdlicher Ahndung zu melden. Herr Falz brachte darauf die tiefe Weisheit vor, daß fampf verloren haben und nun nur zu oft wirtschaftliches Freilich gibt's auch Aufseher, die jeweils bereit sind, ein die Rolle, welche die Frau im Leben des Mannes und der und moralisches Verderben über ihre Familie hereinbrechen Auge zuzudrücken, zuzeiten und bei guter Laune wohl auch Familie spiele, ihr es unmöglich mache, sich auf politischem sehen. Diese Frauen unterliegen nicht einem unabwend einmal alle zwei. Aber im allgemeinen ist mit diesen Leuten Gebiet zu betätigen. Ein Akademifer, der Bürgermeister baren Schicksal, sie müssen nicht bei einem natürlichen Vor- nicht gut Kirschen essen. Überdies ist schon dafür gesorgt, Roch Delmenhorst, tat die Forderung mit der diktatorischen gang das Leben oder die Gesundheit laffen, fie brauchen daß die Schüler nicht übermütig werden und sich etwa mitBemerkung ab: Der Ruf nach dem Frauenwahlrecht findet nicht dahinzufiechen, wenn der Staat seine Schuldigkeit tut einander verständigen. Ein jeder sitzt in einem rundum ge in Oldenburg keinen Boden, er ist ein Fremdling. Der und dafür sorgt, daß jeder Frau, die ein neues Leben zur schlossenen Extraläfig, von wo aus es ihm höchstens möglich Reichs- und Landtagsabgeordnete Ahlhorn, der im Reichs- Welt bringt, in ihrer schweren Stunde der volle von der ist, den Haarschopf seines Bordermanns zu sehen- voraus tag auf den Bänken der Freifinnigen Bereinigung sitzt und Wissenschaft gebotene Schuß für Leben und Gesundheit ge- gefeht, daß jener nicht zu flein ist, in welchem Falle er gänz in Oldenburg für eine Leuchte der Demokratie gilt, balan- sichert ist. lich unsichtbar bleibt. cierte sich um die ftrittige Frage mit der„ tapferen" Erklärung Aber die Erfüllung einer so selbstverständlichen Forderung Aber ungeachtet aller dieser Vorsichtsmaßregeln gelingt herum, die Frauenftimmrechtsfrage sei eine Zukunftsfrage, erscheint wie in nebelhafte Ferne gerückt, wenn man bedenkt, es dem nie rastenden Geiste des Gefangenen doch, zu dem die man der Entwicklung überlassen sollte. Er überließ sie wie schwer heute schon geringfügige Verbesserungen auf oder jenem Leidensgenossen einen Weg der Verständigung dann auch der Entwicklung, indem er gegen den sozialdemo- dem Gebiete der Geburtshilfe zu erlangen find. Dem zu finden. Trotz der Argusaugen der Aufseher nimmt der tratischen Antrag stimmte. Nur ein weißer Rabe fand sich Drängen der Arzte und Sozialhygieniker nach besserer eine oder andere Sträfling beglückt ein Papierkügelchen in in den Freisinnsreihen. Der Abgeordnete Boß- Eutin brach Hebammenauswahl nachgebend, hatte der Kultusminister Empfang, das ihm ein Freundja, Freundschaft schließt eine Lanze für das Frauenwahlrecht. Er hatte nämlich vor im Jahre 1904 in einem Erlasse verlangt, daß von den sich hier wahrlich ohne Worte! in einem unbewachten einigen Monaten bei dem freisinnigen Parteitag, der in der Gemeinden dem Hebammenberufe nur solche Frauen zu Augenblick blitzschnell zugeworfen hat. Die Antwort nimmt Residenz des Ländchens abgehalten wurde, die bürgerliche geführt werden sollten, die lesen, schreiben und rechnen natürlich den gleichen Weg. Auch ich habe in einer langen Frauenrechtlerin Fräulein Martha Zieh eingeführt, und diese können. Am 24. Februar 1908 stellte der freisinnige Ab- Gefängnishaft, die mir wegen Preßbeleidigung" audiftiert Dame hatte daraufhin den Freifinn als die politische Stüze geordnete Münsterberg im Abgeordnetenhause fest, daß die ber Frauenbewegung gefeiert. Herr Voß war also gewisser Berhältnisse stärker waren als der Ministerialerlaß, der maßen moralisch gebunden, etwas für das Frauenwahlrecht überhaupt nicht beachtet worden sei. Es gibt also zu„ tun". nach wie vor eine nicht geringe Bahl von staatlich geprüften Hebammen, die nicht einmal über die elementarsten Schul fenntnisse verfügen, dabei aber wissenschaftliches Denken verlangende Verrichtungen, wie die Desinfektion, leisten müssen. Grund dafür: einmal die geringe Auswahl unter den Bewerberinnen für diesen schlechtest bezahlten aller Frauenberufe, dann aber auch das Bestreben vieler Gemeinden, Witwen, die der Armenpflege zur Last fallen könnten, einen Erwerb zu verschaffen. Natürlich war es den sozialdemokratischen Abgeordneten ein leichtes, die bürgerlichen Einwände zu widerlegen. Die Genossen Schulz und Hug besorgten das in schlagfertiger Weise. Aber es gibt bekanntlich ein Ding, gegen das selbst Götter vergebens tämpfen. Geschlossen stimmten die bürgerlichen Abgeordneten mit Ausnahme des erwähnten Freifinnigen Voß und eines Herrn Dauen aus Jever gegen den sozialdemokratischen Antrag. Gegen sechs Stimmen wurde also das Frauenwahlrecht verworfen. Das gleiche Schicksal hatte eine Petition des bürgerlichen Frauenstimmrechtsverbandes betreffend Gewährung des Frauenstimmrechts zu den Gemeindewahlen. Besonders sei nochmals hervorgehoben, daß im olden burgischen Landtag die sogenannten Liberalen die Mehrheit haben, und daß es gerade die Freisinnigen waren, die das Frauenwahlrecht am heftigsten und auch mit den albernsten Gründen bekämpften. Ein Führer der Freisinnigen, Herr Zangen, äußerte übrigens auch, daß nach seiner Ansicht das Wahlrechtsalter mit 25 Jahren viel zu niedrig angesetzt sei, es müsse erheblich heraufgesetzt werden. Der freisinnige Ber einigungsmann Ahlhorn verstieg sich seinerseits zu dem Eingeständnis, daß er den dreijährigen Aufenthalt im Lande als Bedingung für die Wahlberechtigung beantragt haben würde, wenn die Regierung nicht in ihrem Entwurf diese Klaufel aufgenommen hätte. Und von solchen Schildbürgern und Reaktionären erwarten die bürgerlichen Frauenrechtle rinnen eine Unterstützung der Frauenbewegung! d. r. worden war, ab und zu derartige, in ihrer Naivität oft wahrhaft rührende Papierkugelbotschaften empfangen, und ich hätte der ewig argwöhnischen Gefängnisleitung wohl manchmal Einsicht in dieselben gewähren mögen, ich bin überzeugt, daß sie sehr erstaunt gewesen wäre über die Harmlosigkeit dieser Mitteilungsversuche! Es schlägt acht Uhr, und pünktlich erscheint der Lehrer. Die Stellung dieses Mannes ist geeignet, den jüngeren Ge fangenen das Leben innerhalb der„ grauen Mauer" je nach dem erträglich oder zur Laft zu machen. Der, den ich kennen lernte, war fein Schulmeister in bes Wortes böser Bedeutung; er war ein Mensch mit scharfem Berstand und weichem Ge Da das ganze System der heutigen Geburtshilfe einer müt, und wenn das Wort vom Bollserzieher" manchmal Anderung von Grund aus bedarf die Sozialdemokratie nur eine Phrase sein mag, hier war es schönste Erfüllung fordert in ihrem Programm die Verstaatlichung des geworden.nl is Stompd Gesundheitswesens, einschließlich der Geburtshilfe, so Heute ist Gesangsstunde, worauf die Gefangenen fich tonnten all die jämmerlichen Flickversuche, die bisher vor- ganz besonders freuen; die einen, weil sie wirklich die Poesie genommen worden sind, nur ebensoviel Mißerfolge bedeuten. des Liedes empfinden und gern singen, andere, weil sie e Jede energischere Aftion scheitert aber heute an der kultur mit Genugtuung begrüßen, daß sie wie mir ein Ge feindlichen Politik des preußischen Dreillaffenparlaments, fangener einft zuraunte sich wieder mal ausbrüllen" das der Fürsorge für Pferde, Rinder und Schweine weit tönnen; denn es ist für mitteilsame Naturen keine geringe mehr Interesse entgegenbringt, als der Sorge für Leben Qual, bei andauernder Einzelhaft ewig mit dem großen und Gesundheit der Volksmassen. Man vergleiche nur die Schweigen allein zu sein. lang ausgesponnene, mit liebevollstem Verständnis geführte Zunächst werden die Gesangbuchsmelodien durchgeprobt, Debatte des preußischen Abgeordnetenhauses über den Ge- die am Sonntag in der Kirche gesungen werden sollen, stütetat mit der gleichsam im Vorübergehen erledigten eine Anordnung des Pfarrers, die für Lehrer und Schüler Besprechung der Hebammenfrage. Man vergleiche auch einer gewissen Härte nicht entbehrt, denn das Gesangbuch die Summen, die für beide Etatteile bewilligt wurden: für ist bald ausgesungen", und dann folgt ein ermüdendes, das eble Roß ein Millionenetat, in dem einzelne Posten geistloses Durchplärren längst bekannter Weisen. Zum figurieren wie 2050000 Mit. als Dispositionsfonds zu Prämien Glück ist die Qual bald überstanden! Zwischen Lehrer und bei Pferderennen, 593240 Mt. zu Prämien für die Zucht Schülern scheint in bezug auf die Gesangbuchslieder das von Hengsten und Stuten, 50000 Mt. zur Einrichtung von stillschweigende übereinkommen zu bestehen: rasch fort damit, Pferdeausstellungen usw. Für die„ Hebung des Bezirks- daß wir zu Besserem fommen! hebammenwesens" in Breußen dagegen gange 50000 Mt. Wie ein Seufzer der Erleichterung geht es denn auch unter Zugabe der üblichen nachgerade bis zum Überdruß durch den Raum, wenn der Lehrer das dice Gesangbuch gehörten Bertröstungen auf die Zukunft. Das war alles, aus der Hand legt und zu dem dünnen, von Sträflingshand was der Junkerstaat Preußen für die von ihm kinzessionierte geschriebenen Liederheft greift. An Stelle der„ frommen" Die im vorigen Jahre durch den preußischen Minister der Institution übrig hat, der das Wohl und Wehe von Millionen Harmoniumbegleitung erklingt die lebensfrohe Stimme der Medizinalangelegenheiten, Dr. Stubt, in Aussicht gestellte schwangeren und gebärenden Frauen, von Wöchnerinnen und Geige, und hell ertönen alte Volksweisen aus den rauhen gefeßliche Regelung des Hebammenwesens ist abermals auf die Säuglingen anvertraut ist. lange Bank geschoben worden. Studts Nachfolger, Dr. Holle, ist Das Zahlen und Tatsachenmaterial, das hier aus den der Ansicht, daß ein anderes Vorgehen, wenigstens versuchs- Protokollen zweier Beratungen des Abgeordnetenhauses weise, den Vorzug verdient, da ja in großen Gebieten der herausgehoben und beleuchtet worden ist, um darzutun, wie Monarchie, unter möglichster Anpassung an die örtlichen groß in einem zivilisierten" Staate der Abstand in der Berhältnisse, eine befriedigende Lösung der ganzen Frage Fürsorge für Mensch und Tier sein kann, zeigt voi neuem, ohne Gesetz gelungen ist. So sprach der neue Minister wie nötig es ist, daß das Proletariat sich endlich ten Weg der Medizinalangelegenheiten im preußischen Dreillaffen- in das Dreitlassenparlament bahnt. Es erweist aber auch, arlament am 24. Februar 1908, und die Abgeordneten welches Interesse die Frauen der Massen an dem startlichen gaben sich mit dieser bedenklich optimistischen Erklärung zu- Leben und am Sieg des Proletariats haben. M. Kt. frieden, obwohl ihnen die grenzenlos verwahrlosten Zustände uf dem Gebiet der Geburtshilfe wohl bekannt waren. Mußten doch sogar von freisinniger wie von nationallibecaler Seite in der Debatte einige bemerkenswerte Zugeständ tisse nach dieser Richtung gemacht werden. Ein neuer Flickversuch zur Reform des Hebammenwesens. In der Sträflingsschule. „ Schu- u- ule... erste und zweite Klasse!" singen die Es wurde unter anderem darauf hingewiesen, daß die Stimmen der Aufseher und beleben so am frühen Morgen jeutigen Hebammen nicht nur an Qualität, sondern auch die öden Gänge des mächtigen, langgestreckten Gefängnises. m Zahl unzureichend wären. Besonders in armen Ge Diejenigen Sträflinge, welche das dreißigste Lebensjahr über irgsgegenden, zum Beispiel in der Eifel und im Hunsrück, schritten haben und somit der Verpflichtung zum Schulbesuch dann aber auch in vielen Kreisen Ostpreußens, Posens, ledig find, legen für einen Augenblick Hammer, Ahle ode Schlesiens usw. beſteht eine dirette Hebammennot. Während Flechtstroh aus der Hand, um dem bald nach dem Rufet in ganz Preußen im Durchschnitt eine Hebamme auf 1760 über und unter ihnen laut werdenden Getrappel zu lauschen, Einwohner und 16,80 Quadratkilometer entfällt, tommt im der einzigen Unterbrechung stundenlanger Totenstille. Kehlen. Freilich hat auch hier die Direktion und wohl in erster Linie der besorgte Seelenhirte" dafür gesorgt, daß der Sträfling ſein Pariatum nicht gänzlich vergesse und für eine halbe Stunde in fröhlichem Gesang sein Leid über winde! Mit wahrem Raffinement ist das Liederbuch zu sammengestellt. Nur schwermütige Weifen, trauernd um verlorenes Heimatsglück, felbftanklagende Zone voll web mütiger Jugenderinnerungen weist es auf ein echt pasto raler Hinweis: so warst du einst, so bist du nicht mehr! Aber das macht nichts. Wir haben in diesem seltenen glücklichen Falle ja einen Menschen und feinen Schulmeister vor uns. Der weiß Rat und schaltet in seinem Bereich ziemlich souveräner läßt das vorschriftsmäßige" Lieder buch gelegentlich ganz aus dem Spiel, und es wird ge fungen, was ihm gefällt. So war es auch an jenem Frühlingsmorgen, an de die Erinnerung unverlöschbar in meiner Seele haftet. Wit hatten ermüdet und in schleppendem Zone unser Kirchen gesangspenfum erledigt, und ich horchte mit trübem Stumpf finn auf das leise Klirren der Ketten, die mein Nachbar an den Beinen hatte; jedesmal, wenn er seinen Fuß bewegte flirten die massiven Glieber der Rette leise am Holze Die Gleichheit S3 eine bittere und seelenaufwühlende Begleitung zu dem Jammerlied unseres Sträflingslebens. Da sagte der Lehrer plötzlich:„Nun singen wir: Freiheit, die ich meine... Kennen Sie die Melodie?.. Wie ein Mann erhoben sich alle mit freudigem Ruck, die bei der Frage nach einem feiertäglichen„Bußgesang" trotzig verneinend sitzen geblieben waren. Dann klang es kraftvoll mit erschütterndem Schwünge empor: Freiheit, die ich meine, Die mein Herz erfüllt, Komm mit deinem Scheine, Süßes EngelSbild! Willst du nie dich zeige», Der bedrängten Welt, Führest deinen Reigen, Nur am Sternenzelt? Ich stand in tiefster Seele erschüttert von diesem ungewollten elementaren Ausbruch lodernder Freiheitssehnsucht aus dem Herzen aller der Annen um mich her, die verdammt waren, schwer« Qualen zu leiden, weil unglückselige Verhältnisse, bitler« Armut und irregeleitete Instinkte sie gedrängt hatten, die göttliche Paragraphenordnung zu durchbrechen. Zwei schwere Tränen rollten aus meinen Augen. Seltsam, welche Flut von Empfindungen dieses hohe Lied der Freiheit in mir wachrief, und wie fein« Klänge mein Herz von allen Schlacken deS EgoiSmuS reinigten, während in der„Erbauungsstunde' deS beruslichen Seelenhüters nur tiefe Bitterkeit es füllte! Ob es meinen Leidensgefährten ähnlich erging? Ich glaube es ganz gewiß! Und ich sagte zu mir selbst: Wenn der Geist der Freihett in diesem Augenblick den Raum durchschwebt, wird er in manchem Auge eine Tränenperle schimmern sehen, die aus tiefster Seelenbewegung geboren wurde! Die Ketten meines mißhandelten Menschenbruders klirrten grausames Erwachen in mein festlich erhobenes Gemüt. Aber unvergeßlich lebt die Erinnerung an diese Stunde in wir, und ich fühle es, daß sich— wer weiß in wie weiter Ferne?— noch dieser oder jener Mensch befindet, dessen Seele in jener Stunde mit den Keimen eines reinen und hohen Menschheitsstrebens befruchtet wurde, die dereinst vielleicht vielfältige Frucht bringen werden.... So tastet sich die ewige Sehnsucht deS Menschen nach Erlösung auS rngen Schranken von Herz zu Herz, und jeder reine Gesühlston kann ihr eine Brücke werden, die unüberbrückbar scheinende Abgründe überwölbt. Eines anderen Erlebnisses ähnlicher Art muß ich hierbei gedenken. Es war am Tage vor Weihnachten, und wir waren wiederum in der Schule zum Gesang vereinigt. Ich war nun schon ein Jahr im Gefängnis— das zweite Weihnachtsfest hinter verschlossener Tür. Mit bitteren Emp- findungeu saß ich da und sang die üblichen Kirchenlieder wit. Da setzte sich der Lehrer an das Harmonium und intonierte: Es ist ein Reis entsprungen. Wir stimmten ein. Aber eZ„klappte" nicht. Meine von der langen Hast gefolterten Nerven ergriff die alte süße Melodie, daß es mir die Kehle zusammenschnüren wollte. Wir sangen, aber eS kam kein« Harmonie zustande. Hinter mir sang einer offenkundig mit Absicht falsch, und andere folgten ihm, was mich mit wahrer Erbitterung erfüllte; denn meine aufgerüttelte Seele sehnte sich danach, sich von dem weichen Rhythmus des alten Liedes streicheln und einlullen zu lassen. Doch mit einem Male fiel wie ein Blitz die Erkenntnis in mein Empfinden: recht so! Nun fühle ich, weshalb ihr dahinten in starrem und starkem Trotz die„Wirkung" des festlichen Singsangs verhindert, euch gegen die entnervende Zärtlichkeit seines Klanges wehrt: ihr wollt euch nicht auf Kommando„festlich" rühren lassen von denen, für die ihr Vogelfreie sind, die euch als jenseits der MenschlichkeitS- grenze stehend betrachten, und die nun in ihrem chrifttichen VersöhnungSduscl auch aus euren Kehlen die harmonischen Klänge des milden„christlichen" Empfindens hören möchten. Zwei Tage später aber wäret ihr wieder— Verbrecher!... In der Gesängnisschule ringt der Geist freien Menschentums noch schwer mit den dunklen Mächten geistiger Knechtschaft, aber auch hier will es Morgen werden. �kn„Freier" draußen ahnt, welche Fülle von BildungS- trieben und Sehnsucht nach Erkenntnis die Einsamkeit der Sträflingszelle zeitigt! Menschen, welche die Hast des Tages Und der Druck der Daseinsnöte nicht zur Erkenntnis ihres Menschenwcrtes kommen ließ, besinnen sich in dieser bitteren Einsamkeit auf sich selber und fördern aus ihrem Innern Schätze, über die sie selber verwundert sind. Zwar ist es vorerst nur Rohmaterial, das zu bearbeiten freilich nur "nein Künstler in der Menschenerzichung ganz gelingen wird. Ader zum Glück gibt es solche Künstler— auch unter den Gefängnislehrern! Es ist meine aus langer Erfahrung geborene Überzeugung, daß gerade von der Gefängnisschule eine Fülle reichsten geistigen Segens ausströmen könnte. Leider ist aber dem Lehrer von den Behörden zu wenig Spielraum gegeben «nd oft, ja meistens, wenn er keine Persönlichkeit ist und seinen Beruf schemattsch ausübt, wirkt er erbitternd, statt befreiend und erlösend. In solchen Fällen haben es die kknfehlbaren dann leicht, von„Verbrecherroheit" zu dekla wieren, die keine Spur ethischer Entwicklungsfähigkeit aih- 'voise. Ich aber habe erfahren, daß die Roheit nur zu»st auf der anderen Seite liegt. Man sieht eben den Balkn 'm eigenen Auge nicht, weil der Splitter in den Augen der .Gesunkenen" alle Kräfte der Beobachtung in Anspruch nimmt! Die Sträslingsschule bietet schon deshalb so viel Er- iiehungsmöglichkeiten, weil es bekanntlich nicht immer .Verbrecher" sind, welche die Gefängnisse füllen. Die wahren Verbrecher sind in der Regel zu schlau, in die Falle zu gehen. Sie sind oft in Amt und Würden und werden mit Ehrfurcht als„bessere" Menschen behandelt. Diejenigen aber, die aus irgend welchen— menschlich oft nur zu begreiflichen— Motiven mit der göttlichen Paragraphenordnung in Kollision geraten sind, können in den Gefäng- nisschulen einem besseren Selbst zurückgewonnen werden— wenn nur der Lehrer sein ideales Ziel nicht aus den Augen verlierti I-. II. Aus der Bewegung. Von der Agitation. Der Landesvorstand der sozialdemokratischen Partei von Sachsen und das Agitationskomitee für das Voigtland veranstalteten vor einigen Wochen eine Anzahl von Versammlungen, in denen die Unterzeichnete über die beiden Themata referierte:„Die Frauen und die Politik" und„Die Frau im wirtschaftlichen Kampf, ihr« Rechte und Pflichten im Staatsleben'. Leider war für die Versammlungen kein« genügende Agitatton entfaltet worden, und so war ihr Besuch zum Teil recht schwach. In den meisten Versammlungen fehlten sowohl Scheine zur Aufnahme von Mitgliedern in die Partei als auch Agitationsnummern der„Gleichheit". Der Erfolg der Agitationstour war infolgedessen gering. In Crimmitschau waren in der Versammlung meist Frauen erschienen, die sich in der Diskussion bitter darüber beschwerten, daß so wenig für die Agitatton unter den arbeitenden Frauen und Mädchen getan werde. Die Zahl der polittsch organisierten Genossinnew in Reichenbach ist von 2V0 auf SV zurückgegangen. In Auerbach, wo die Not der Textilarbeiterinnen außerordentlich groß ist, waren mehr Frauen in der Versammlung anwesend als je zuvor. Der kleine Saal war so besetzt, daß die Männer ihre Plätze den Frauen überlassen und in einen Nebenraum gehen mußten. An anderer Stellen finden die Leserinnen näher« Angaben über die elend bezahlte und äußerst gesundheitsschädliche Beschäfttgung der Auerbacher Arbeiterinnen. Die Versammlungen in Netzschkau und Olsnitz waren gut besucht. Eine Anzahl Netzschkauer Frauen wurden dafür gewonnen, der poli- ttschen Organisation beizutreten und die„Gleichheit" zu abonnieren. Aus der Mitte der Versammlung in Treuen ward der Wunsch laut, eine Vertrauensperson zu wählen, die die Agitation unter den Frauen in die Hand nehmen soll. Dem wurde entsprochen und Genossin Weich elt gewählt. In Falkenstein war die Versammlung für Sonntag nachmittag um 4 Uhr einberufen. Ei« war sehr schlecht besucht. Erklärlich genug. Abends 7 Uhr fand nämlich in demselben Saale ein Gastspiel der Strelewiczschen Gesellschaft aus Berlin statt. Was lag näher, als daß die Frauen sich einen vergnügten Abend gönnten und auf den Besuch der Versammlung verzichtete». DaS hätten sich die Einberufer von vornherein sagen müssen; sie durften nicht beide Veranstaltungen für ein und denselben Tag anberaumen. Möchte doch der Landesausschuß der Sozialdemokratie in Sachsen der Agitatton unter den Proletarierinnen seine besondere Aufmerksamkeit zuwenden und die Genossen überall anregen, die proletarische Frauenbewegung planmäßig zu fördern. Es darf nicht die Meinung Platz greifen, daß erst der letzte Mann organisiert sein müsse, ehe mit der Aufklärung unter den Frauen der Anfang gemacht werden könne. In Zwickau in Sachsen sprach die Unterzeichnet« in drei Betriebsversammlungen des Metallarbeiterverband eS über den„Wert der gewerkschaftlichen Organisation". Ihre Ausführungen hatten in den ersten beiden Versammlungen zur Folge, daß die Erschienenen sämtlich dem Metallarbeiterverband beitraten. In der letzten Versammlung jedoch, die für die Arbeiterinnen der Firma Gebrüder Jakob stattfand, erklärten sich zwar die anwesenden Arbeiterinnen ohne Unterschied mit der Referentin einverstanden, hatten aber nicht den Mut, sich der Organisation anzuschließen. Alle wollten sich den Beitritt erst überlegen. Nach dem Schluß der Besprechung wurde der Unterzeichneten versichert, daß der betreffende Fabrikant eine Arbeiterin damit beauftragt hätte, aufzupassen, welche Arbeitsgenossinnen der Versammlung beiwohnen und sich organisieren würden. Daß eine solche Verräterin ihrer Klassengenossinnen nicht das Entehrende ihres Handelns empfindet! In nächster Nummer wird die Unterzeichnete Material über Lohn- und Arbeitssedingungen der Zwickauer Arbeiterin»»?» veröffentlichen, das sie auf ihrer Tour zu sammeln Gelegenheit hatte. Agnes Fahrenwald. I» der Zeit vom 26. bis 29. Februar fanden öffentliche Frarenversammlungen in Triebes, Schleiz, Gera- Debschwitz und UntermhauS statt. Dir Unterzeichnete referierte. Die Versammlung in Triebes war zahlreich von Fr«uen besucht, von denen wohl die meisten in der großen Jxtesabrik des Ortes beschäftigt sind. Von der Arbeit und d,-n kämpfen der Arbeiterschaft von Triebes wird noch an «»derer Stelle berichtet. In Schleiz war die Versammlung o stark von Männern und Frauen besucht, wie keine zuvor. In dieser ölXX) Einwohner zählenden Beamtenstadt ist es hoch zu schätzen, daß dieser ersten Frauenversammlung mindestens 409 Personen beiwohnten. Ein Stamm tüchtiger Genossen betreibt die Agitation unermüdlich. In der Versammlung wurden für die„Gleichheit" SO Abonnenten gewonnen. Die Verhältnisse in dem Städtchen sind schlimm genug. Im ganzen Staate Reuß j. L. werden Staatssteuern bereits von einem Einkommen von 550 bis 650 Mk. erhoben. Ein Zeichen, daß sehr viele nur diese geringen Einnahmen haben. Die Frauen besitzen in diesem Ländchen ebensowenig wie in Preußen das Recht, sich polittsch zu organisieren. Die Proletarierinnen machen aber Gebrauch von den Rechten, welche sie besitzen. Bei der letzten Wahl zur Ortskrankenkasse zum Beispiel erfüllten die weiblichen Mitglieder in sehr großer Zahl ihre Pflicht als Wählerinnen. Die Willkür der Behörden den Arbeitern gegenüber ist groß. Vor nicht langer Zeit hatte der Einberufer einer Versammlung um die Erlaubnis zu einer Tellersammlung nachgesucht; sie war erteilt worden. Bei unserer Frauenversammlung aber wurde die gleiche Erlaubnis verweigert. Warum? Wenn die Behörde sich mehr um die Fortschaffung des unergründlichen Schmutzes in den Straßen des herrlich gelegenen Städtchens kümmerte, so wäre dies für ihr Ansehen und vor allem für die Gesundheit deS Ortes entschieden von Vorteil. Die Genossen und Genossinnen werden sich eifrig bemühen, die Aufklärung zu fördern, damit in das Stadtparlament Sozialdemokraten einziehen, die für Reinlichkeit in jeder Beziehung sorgen. Die Genossen werden sich angelegen sein lassen, die richtige soziale Erkenntnis unter den Frauen zu fördern, und die Genossinnen wollen DiskussionS- und Leseabende einrichten, um das sozialdemokrattsche Programm gründlich kennen und verstehen zu lernen.— Die Versammlung in Gera-Debschwitz war ebenfalls sehr stark von Frauen besucht. Nach der Niederlage, welche die letzte ReichstagSwahl hier gebracht hat. rühren sich die Genossen kräftig. Auch unter den Frauen Geras ist eS lebendig geworden. Die große Arbeitslosigkeit öffnet vielen Ausgebeuteten die Augen. Wenn Mann und Frau zusammen in der Fabrik arbeiten, so schicken die Fabrikanten jetzt die Frau nach Hause, und der Mann bekommt womöglich verkürzte Arbeitszeit. Fleisch kommt nur noch als seltener Leckerbissm auf den Tisch der Arbeiterfamilie. Das Freibankfleisch ist ein gesuchter Arttkel, doch erfahren die Arbeiterfrauen meist zu spät, wann solches zu haben ist, weil die Bekanntmachung durch das Amtsblatt erfolgt. Es sind besonder? die Frauen der kleinen Beamten, welche Freibankfleisch als Leckerbissen kaufen. Es wurden in der Versammlung eine Anzahl von Frauen als Zahlerinnen freiwilliger Parteibeiträge gewonnen.— An der Versammlung in Gera-Untermhaus nahmen wider Erwarten viele Männer und Frauen teil. Hier hatten die Genossinnen bisher sich vergeblich bemüht, festen Fuß zu fassen. Jetzt scheint in die Gleichgültigkeit der arbeitenden Frauen Bresche gelegt zu sein, denn die Versammlung brachte zu den vier Frauen, die bis jetzt freiwillige Parteibeiträg« leisteten, noch dreißig weitere hinzu. Die Genossinnen sind voll Arbeits- und Kampfesfreudigkeit. Wenn die Genossen das Feuer der Begeisterung zu erhalten verstehen und die Frauen zu allen Parteiarbeiten heranziehen, so wird auch Gera und seine großen proletarischen Vororte bald ein wichtiges Zentrum der sozialistischen Frauenbewegung werden. Ottilie Bader. Die proletarische Frauenbewegung in Potsdam schreitet rüstig vorwärts. Eine öffentliche Frauenversammlung, die Mitte Februar stattfand, und in der Genossin Lungwitz über die kapitalistische Ausbeutung der Kinder referierte, war außerordentlich stark besucht. Ein Beweis, daß die arbeitenden Frauen und Mädchen in Potsdam bemüht sind, ihr Wissen zu bereichern, mit dem sie die Volksschule so mangelhaft ausgerüstet hat. Durch Zwischenrufe gaben die Anwesenden verschiedentlich ihre Entrüstung kund über die grausame Ausnutzung der kindlichen Arbeitskrast. Der Vortrag wird den Potsdamer Genossinnen noch lange im Gedächtnis bleiben und ihnen Stoff zum Nachdenken geben. Die Referentin forderte in ihrem Schlußwort zur kräftigen Agitatton für den am Ort bestehenden Verein für Frauen und Mädchen der Arbeiterklasse auf, der in Hinblick auf die kurze Zeit seines Bestehens stolz auf die Zahl seiner Mitglieder sein könne. Es sei vor allen Dingen die Pflicht der Proletarierinnen, sich mit den Ideen der modernen Arbeiterbewegung vertraut zu machen und sich Wissen anzueignen. Zu diesem Zwecke sollten sie gute Bücher studieren und statt der bürgerlichen Zeitungen die Arbeiterpresse und die„Gleichheit" lesen. ll. ll. Eine gut besuchte öffentliche Frauenversammlung tagte am 1. März in Blumenthal. Genossin Reitze sprach über das Thema:„Die Stellung der Frau einst und jetzt". Im Anschluß an den Vortrag fanden die Wahlen verschiedener Vertrauenspersonen statt. Für den Kreis Blumenthal wurde Genossin Vogt gewählt, für Rönnebek Genossin Staake. An die Stelle von Genossin Studt, die bisher Vertrauensperson der Genossinnen von Vegesack und Umgegend war, aber auf«ine Wiederwahl verzichtete, ist Genossin Reitze getreten; ihre Stellvertreterin ist Genossin Klus. Genossin Vogt dankte für das ihr entgegengebrachte Vertrauen und forderte die Anwesenden zur kräftigen Mitarbeit auf. Jede Genossin müsse nach ihren Kräften den Gedanken des Sozialismus propagieren. Eine Anzahl Frauen erklärte sich zur Zahlung freiwilliger Partei» beiträgt bereit; für die„Gleichheit" wurden Abonnenten gewonnen. Das Blatt, dessen Verlrieb die Genossinnen am 1. Dezember v. I. selbst übernahmen, hat hier zurzeit 209 Leserinnen. Hoffen wir, daß die proletarische Frauenbewegung in hiesiger Gegend mehr und mehr erstarkt. Das ist um so notwendiger, als die Zahl der Frauen stetig wächst, die sich der Erwerbsarbeit zuwenden müssen. In der Bremer Wollspinnerei sind allein 909 Arbeiterinnen be- chäfttgt, von denen leider nur ein sehr geringer Teil gewerkschaftlich organisiert ist. Diese Lohnsklavinnen über die Bedeutung der gewerkschaftlichen und politischen Organisation aufzuklären, muß eine unserer ersten Aufgaben sein. Johanna Reitze. Vo« den Organisationen. Am 22. Februar feierte der Frauenbildungsverein in Altwasser sein erstes Stiftungsfest. Lange vor dem Beginn des Festes war der Saal bis auf den letzten Platz besetzt. Mit ungeteilter Aufmerksamkeit verfolgten die Teilnehmenden die Darbte- 54 Die Gleichheit Nr.S � tunqm deS reichhaltigen Programms. Genossin Lungwitz sagte den Genossinnen in der Festred« Worte der Anerkennung über ihre fleißige Werbearbeit, die dem Verein in dem ersten Jahre seines Bestehens SSV Mitglieder zugeführt hat, und feuerte sie zu weiterer treuer Arbeit an. Die Festteit- nehmcr kargten nicht mit Beifall und blieben in begeisterter Stimmung bei fröhlichem Tanz noch bis in die Morgenstunden beisammen. Hoffentlich können die Genossinnen bei jedem weiteren Stiftungsfeste des Vereins mit der gleichen Freude und Genugtuung ans das Erreichte zurückblicken. Doch dürfen sie sich an den errungenen Erfolgen nicht genügen lassen- DaS Interesse der Frauen an der Arbeiterbewegung und der proletarischen Frauenbewegung insbesondere muß immer lebhafter werden und ihre stberzeugungstreue mehr und mehr erstarken. Vor allem ist es notwendig, daß die Mitglieder des Frauenbildungsvereins die monatlichen Versammlungen besser als seither besuchen und die.Gleichheit' lesen. Geschieht das, dann werden weitere und größere Erfolge nicht ausbleiben. Auguste Kögel. Am 12. Februar fand in LandSberg a. W. eine öffentliche Frauenversqmmlung statt, die gut besucht war. Genossin Thiele-Tempelhof hielt ein Referat über die Zwecke und Ziele eines Frauen- und Mädchenbildungsvereins, daS die Versammelten mU reichem Beifall aufnahmen. Es wurde einstimmig beschlossen, einen Frauenverein zu gründen, dem 6b Mitglieder sofort beitraten. Am IS. Februar hielt der Verein seine erste Mitgliederversammlung ab. in der der Entwurf eines Statut? zur Beratung stand. Die anwesenden Frauen beteiligten sich sehr lebhaft an der Diskussion und nahmen, nachdem der Vorsitzende der Versammlung die einzelneu Paragraphen erläutert hatte, daS vorgeschlagene Statut einstimmig an. Das Eintrittsgeld beträgt 10 Pf., der monatliche Beitrag Lt) Pf. Die Mitgliederversammlungen finden stets am Mittwoch vor dem Ib. eines jeden MonatS bei Derber statt, die öffentlichen Versammlungen tagen bei Giersch. Die Generalversammlungen werden vierteljährlich abgehalten. Zur ersten Vorsitzenden wurde Genossin Giersch gewählt, zur zweiten Genossin Kirsch, zur Kassiererin Genossin Hoffmann, zur Schriftführerin Genossin Leist und zur Beisitzerin Genossin Rabe. Reoisorinnen sind die Genossinnen Sagert, Strauch und Kraft. Vertrauensperson der Genossinnen ist Genossin Hohm. Der Vorsitzende der Versammlung ermahnte die Mitglieder, einmütig für das Wohl des Verein? zu arbeiten und überall, wo sich Proletarierinnen zusammenfinden, in sachlicher Weise nach bestem Wissen und Können Aufklärung zu verbreiten. Außerdem empfahl er den Frauen, die.Gleichheit' zu lesen. Zum Schlüsse wurde bekanntgegeben, daß der Verein bereits 74 Mitglieder hat und b Genossinnen Leserinnen der.Gleichheit' geworden sind. Berta Giersch. Ein neuer BerS zum alten Lied von Polizei» schikaneu. Bei der Beratung des Reichsvereinsgesetzes in der Reichstagskommission zog der Vertreter der Regierung, Minister Bethmann-Hollweg, in Zweifel, ob die Behauptungen der sozialdemokratischen Abgeordneten von der Gesetzesunkenntnis vieler Polizeibeamten tatsächlich richtig seien. Und er tat das mit der ganzen Majestät eines Mannes, dem Gott Verstand gibt, weil er ihm ein Amt gegeben hat. Der Zufall aber fragt respektlos wenig nach Amtsverstand. In neckischer Laune fügte er«S, daß an dem nämlichen Tage, wo der Neichsminister seinen schönen Glauben an die unbefleckte Gesetzeskenntnis des helligen Büttelstocks be- kündete, in Röthenbach in Bayern einem Polizeier durch Gerichtsurteil bestätigt wurde, daß er vom Vereinsgesetz keine Ahnung hatte. Das aber begab sich so: Am S.August vorigen Jahres sprach Genossin Grünberg in einer Gewerkschaftsversammlung in Röthenbach über.Die Arbeitsverhältnisse in der chemischen Industrie'. Die Tatsache, daß die Versammlung vom Fabrikarbeiterverband einberufen war, wie die Tagesordnung zeigten jedem ohne weiteres, daß es sich um eine Gewerkschaftsversammlung handelte, die nicht der klberwachung bedurfte, und an der nach dem Gesetz auch Minderjährige teilnehmen konnten. Was jeder Arbeiter weiß, das wußte der Polizeioffiziant oder Sekretär Ruß von Röthenbach nichts Er verlangte die Ausweisung der Minderjährigem Um die Versammlung nicht zu deeinträchtigen und dadurch dem Fabrikherrn Con- radi, dessen Lohnsklaven besonders in Betracht kamen, nicht unnötige Freude zu bereite?:, kam man unter Protest dem rechtswidrigen Verlangen des Polizeiers nach. Ein gesetzeskundiger junger Mensch unter 21 Jahren blieb aber in der Versammlung sitzen und erhielt darauf einen Strafbefehl. Er erhob Einspruch. Das Amtsgericht in Lauf sprach den lungen Mann frei mit der Begründung, daß an einer gewerkschaftlichen Versammlung Minderjährige teilnehmen dürfen. Auch die Kosten der Verteidigung wurden der �-taalskass« überbürdet. Würde der Antrag der Sozialdemokraten Gesetz, in solchen skandalösen Fällen dem ge- setzesunkundigen Polizeier die Kosten aufzuerlegen, dann kamen derartige Mißachtungen des Vereinsrechts nicht so häufig vor. Einen gewöhnlichen Menschen, dem nicht die Pollzeiweisheit mit der Uniform gekommen ist, schützt Ge- setzesunkenntnis nicht vor Strafe oder Schaden.— In nächster Zeit wird sich die Röthenbacher Polizei übrigens eure weiter« Ohrfeige versetzen lassen müssen. Der Einberufer einer anderen Gewerkschaftsversammlung, in der Genossin Grünberg über.Die Gewerkschaftsbewegung' sprach, hat in einem Falle, wo gleich mehrere Polizeibeamte zur Überwachung einer Gewerkschaftsversammlung erschienen waren, von seinein Hausrecht Gebrauch gemacht und allen drei Polizeiern den Zutritt verweigert. Bis jetzt haben die Polizrischikanen, die in Röthenbach die Entwicklung der Arbeiterbewegung aushallen sollten, die eine bekannt«, gut« Folge gehabt: das Wachsen und Erstarken der Organisation.> Mutter Ebel Die Hamburger Partei, und insbesondere die Hamburger Genossinnen, haben einen schweren Verlust erfahren durch den Tod unserer alten, treuen Genossin Ebel, die sich schon seit vielen Jahren den Ehrentitel erworben hatte:.Mutter Ebel'. Nach langer schwerer Krankheit ist Genossin Ebel in der Nacht zum 1. März im Alter von 67 Jahren gestorben. Mit ihr hat die Hamburger Partei eine Genossin verloren, die sich auszeichnete durch Gradheit und Ehrlichkeit des Charakters, durch unerschütterliche llberzeugungstreue, gepaart mit hohem Idealismus, Pflichtbewußtsein und nie versiegender Opferwilligkeit. Wie oft haben wir jüngeren Genossinnen nicht emporgeschaut zur Mutter Ebel, die als leuchtendes Vorbild uns immer aufs neue anspornte zum Einsetzen unserer ganzen Persönlichkeit in den Dienst der Menschheitsbefreiung. Ein ganzes Menschenaltcr stand Genossin Ebel treu und allen Widerwärtigleiten mutig trotzend in diesem Dienst. Sie war Mitglied und eifrig Agitierende im Hamburger Frauen- und Mädchenverein zur Zeit des Sozialistengesetzes, sie war später ebenso energisch tätig, als die Frauen Hamburgs sich den sozialdemokratischen Vereinen anschlössen. Mit leuchtenden Augen, ganz erfüllt von der Hingabe an die große Sache, erzählte uns oft Genossin Ebel von der Agitation unter dein Schandgesetz, von all den zu bestehenden Gefahren, aber auch von der Freude darüber, wenn es gelang, der eifrig fahndenden Polizei ein Schnippchen zu schlagen, die mit allen Nücken und Tücken ohnmächtig blieb, den Erfolg der Bewegung aufzuhalten. Getragen von Heller Begeisterung waren ihre Anregungen für die Mitarbeit der Genossinnen in der Gesamtparlei. Für uns alle, die wir mit ihr arbeiteten, waren sie unschätzbare Fingerzeig« und Belehrungen, und sie nützten uns um so mehr, als Genossin Ebels Alter, die hohe Achtung, die sie allgemein genoß. die sich immer gleichbleibende Gradheit ihres Wesens ihr eine allgemein anerkannte Autorität gaben. Genossin Ebel regte aber nicht nur an, sondern sie war überall die erste bei der ausführenden Arbeit: Jahrelang war sie Bezirks- sührerin des SS. Bezirkes deS zweiten Hamburger Wahlkreises. Musterhafte Pünktlichkeit und größte Umsicht bei Erfüllung ihrer Obliegenheiten konnte ihr soivohl hier als auch bei allen übrigen Parteiarbeiten nachgerühmt werden. .Sie war ein geradezu idealer Bezirksführer. jeder Situation gewachsen', das ist das Lob, welches die Leitung des zweiten Hamburger Kreises ihr spendete. Bei Wahlarbeiten war Mutter Ebel unermüdlich. Als die Genossinnen die erste größere Agitation für die Verbreitung der.Gleichheit" entfalteten, fehlte sie nicht, und sie war, trotz ihres Alters, mit unter den ersten Austrägerinnen unseres Organs. Als es galt, den Kindern der ausgesperrten Werftarbeiter sowie den heldenmütigen Zehzlstundenlämpfern in Crimmitschau eine Weihnachtsbescherung zu bereiten, war Mutter Ebel Jon??- und ivochentags unterivegs, um Gaben zu sammeln. Die unermüdliche Kämpferin hatte ein warmes, mitfühlendes Herz in der Brust. Ihre Liebe war groß genug, daß sie nicht aufgezehrt ward von ihrer treusorgenden Tätigkeit als Gattin uild Mutter, daß sie vielmehr alle umfaßte, die da mühselig und beladen sind. Sie trug mit Recht den Ehrentitel: Mutter Ebel. Als Delegierte nahm Genossin Ebel an der Mannheimer Frauenkonferenz und als Gast am Parteitag teil. Sie hat mit großer Freude auch noch das Entstehen und Wachsen der jungen Dienstbotenbewegung verfolgt. Uin auch hier noch helfend eingreifen zu können, ward sie Mitglied der Organisation. Ihre Krankheit und ihr viel zu früh erfolgter Tod vermochten erst ihrem unermüdlichen Wirken ein Ende zu setzen. Die Hamburger Genossen und Genossinnen werden Mutter Ebel in ehrendem Andenken behalten, das sie dadurch bekunden, daß sie unermüdlich sind, ihr nachzueifern in treuer Pflichterjüllung und voller Hingabe an den großen Kampf um volles Menschentum aller. l,. Politische Rundschan. Die Sozialpolitik hat die Reichstagsverhandlungen der letzten Wochen beherrscht. Am 28. Februar begann die erste Lesung der beiden sozialpolitischen Gesetzentwürfe, welche die Regierung in Gestalt eines Gesetzes betreffend die Herstellung von Zigarren in der Heimarbeit und einer Gewerbeordnungsnovelle vorgelegt hat. Die erster« Vorlage setzt fest, daß die Arbeitsräume der Zigarrenheimarbeiter g'wifsen Mindestforderungen entsprechen, und daß die Arbeit von Kindern und Jugendlichen in diesen Zweigen der Heimarbeit denselben Beschränkungen wie im Fabrikbetrieb unterliegen soll. Die Gewerbeordnungsnovelle bringt eine Reihe verschiedenartiger Reförmchen, von denen die wichtigste die Ersetzung des gesetzlichen elfstündigen Maximalarbeitstogs für die Arbeiterinnen durch den Zehnsrundentag ist. Welh ein elendes Flickwerk dieser Entwurf ist, wie er selbst Verschlechterungen gegen den bisherigen Zustand bringt, das hat Genosse Hoch in mehreren Artikeln in früheren Nummern der.Gleichheit' gezeigt. Von dem Gesetzentwurf betreffend die Zigarrenheimarbeit gilt dasselbe in noch stärkerem Maße! er ist total ungeeignet, das furchtbar« Elend der Haus- arbeiler in der Zigarrenindustrie zu beseitigen oder auch nur zu mildern. Im Gegenteil bringt er die Gefahr mit sich. daß diesen Ärmsten der Armen neu« Lasten ohne jegliche Gegenleistung auserlegt werden. Es wird ihnen aufgegeben, nicht in Schlafräumen usw. zu arbeiten, wo sie aber das Geld für größere und bessere Wohnungen hernehmen sollen, darüber sagt daS Gesetz nichts l DieseS verbietet ihnen, d ihre Kinder bei ihrer Arbeit zu beschäftigen; wie aber d?e. Armen— deren Durchschnittslohn 624 Mk. jährlich beträgt— � den damit verbnndenen Lohnausfall tragen sollen, darüber � schweigt es ebenfalls. Erhalten sie keine Lohnaufbesserung, nach Inkrafttreten des Gesetzes, so wird ihre wirtschaftliche Lage bedeutend verschlechtert, und da die gewerkschaftliche � Organisierung dieser zersplitterten Heimarbeiter sehr schwer � und infolgedessen noch durchaus ungenügend ist, so ist wenig Aussicht vorhanden, daß die Löhn« steige??. ES wird i � also auch die Schmutzkonkurrenz der Heimarbeit, über die die � Fabrikarbeiter und die einsichtigeren Fabrikanten selbst � klagen, nicht beseitigt oder auch nur wesentlich eingedämmt- werden. Wirklich Helsen könnte nur das Verbot der Hern?- � arbeit in der Zigarrenindustrie, wie eS die Sozialdemokratie � fordert. Das aber lehnen die bürgerlichen Parteien und die � Regierung ab, angeblich um der Heimarbeiter willen, die � dadurch nach ihrer Versicherung ihr Brot verlieren müßte??. � Als ob nicht die Unternehmer dann gezwungen wären, die, Heimarbeiter in die Fabriken hineinzunehmen, wodurch st«- den Schäden der Heimarbeit entzogen würden, die in der � Zigarrenindustrie wegen der giftigen Ausscheidungen des. Tabaks auf gesundheitlichem Gebiet besonders groß sind.. Davon zu schweigen, daß dadurch der Kampf der Zigarre?»« � arbeiler um besser« Löhne von einem Bleigewicht befreit würde. Der wahr« Grund deZ ablehnenden Verhaltens � der Bürgerlichen zu dieser sozialdemokratischen Forderung � ist denn auch lediglich die Sorge um den Prosit der Zigarren- � fabrikanten. Nach alledem ist es selbstverständlich, daß die Sozial- � demokratie den beiden Vorlagen mit der schärfsten Kritik � entgegentreten mußte. Ihre Redner. Molkenbuhr, Geyer � und Stadthagen, haben das denn auch mit aller Entschieden- � heit getan, und ihre sachkundige Kritik der Einzelheiten � mit einer vernichtenden Kennzeichnung der ganzen un- genügenden Flicksozialrefyrm begleitet, die die Regierung � und alle bürgerlichen Parteien für eine Großtat sonder- � gleichen ausgeben. Molkenbuhr hat diese Falschmünzerei � richtig charakterisiert, indem er auf das innige Verhältnis � der Reichsregierung zum Zentralverband der Industrielle» � hinwies, das seit dem Sturz PosadowskyS wieder angeknüpft 5. wurde, indem er die Tatsache hervorhob, daß der neue � Staatssekretär deS Innern und der preußische Handels-. minister nichts dawider einzuwenden hatten, daß sie aus der- letzten Tagung dieses Scharfmacherverbandes als seine � Ressortminister angesprochen wurde??., Die bürgerlichen Redner feierten natürlich den.wesent- � lichen Fortschritt' und stellten sich daS Zeugnis aus. daß sie � alles mögliche für die Arbeiter tun und noch zu tun ge- � � denken. Bei allem.Wohlwollen' konnten sie aber doch � nicht die Warnung vor.zu weit gehenden Schritten' unter- � drücken. Am meisten, wenn auch durchaus ungenügend, � betonten noch die Vertreter der christlichen Gewerkschaften, die Zentrumsleute Pieper und Schisser, und der Christlich- � soziale Behrens die Mängel der Vorlagen. Leider sind ihr« Reden ziemlich bedeutungslos, da die Christlichsozialen nicht � einlnal ihre nächsten Verwandten, die Antisemiten der � anderen Couleuren, und die Schisser, Pieper usw., den«?? sich � Erzberger anschloß, keineswegs die Mehrhett des Zentrums � hinter sich haben. Die Konservativen begnügten sich damit, m einen unbeträchtlichen Redner eine unbeträchtliche Rede � halten zu lassen, die nach Beteuerung des üblichen Wohl» � wollens in die Mahnung ausmündete, zu stark dürfe die � Heimarbeit nicht erschwert werden. Die Nationalliberalen � schickten erst ihren Renommiersozialpolitiker Frhrn. v. Heyl zu � Hernsheim vor, der verschiedenes in den Vorlagen vermißte, � aber sie trotzdem als Fortschritt begrüßte. Hinlerher ließen sie eine ihrer wahren Gesinnung mehr entsprechende Rede � von einem Or. Contze halten, der den Schulmeistersinger gegen eine zu große Erschwerung der Heimarbeit, speziell in h, der Zigarrenindustrie, erhob. Der Reichsparteiler Schmidt- sx Altenburg hatte bei der billigen Zustimmung.im allge- � meinen" die Sorge, daß die Befugnisse des Bundesrats (zum Erlaß von Verordnungen betreffend Beschränkung der Arbeitszeit in einzelnen Gewerben und dergleichen mehr) zu weitgehend seien und wenigstens vorher die Interessenten — die Unternehmer— gehört werden müßten. Besonders � bemerkenswert ist. daß gerade nach einem freisinnigen � Redner, Herrn Pachnicke, die Vorlagen beweisen sollen, daß nach der Wahlniederlage der Sozialdemokratie die � .sozialpolitische Energie' nicht ab-, sondern zunehme. Sein« politischen Freund« Enders und Günther sangen sogar 0� ein Loblied der Heimarbeit, erklärten sie in ihrem Kern« ge« � sund, wirtschafllich und sozial notwendig und berechttgt. Der � erste Abgeordnete brachte sich bei den Spielwarenfabrikanten lZ seines Sonneberger Wahlkreises in empfehlende Erinnerung. � Er behauptete nämlich, die Heimarbeitausstellung habe die H Verhältnisse der Sonneberger Spielwarenheiinarbeiler ent- � stellt und unwahr wievergegeben, wie sie denn überhaupt sz «inseitig und tendenziös gewesen sei. Der Plauener Günther � nahm sich in derselben Weise der Spitzenfabrikanten Sachsens d« an. Er verstieg sich zu der Erklärung, seit der Ausdehnung w der Epitzenarbeit habe sich der Wohlstand der Bevölkerung d? wesentlich gehoben. Würdig sekundiert wurden diese freisinnige«! sic Schönfärber von dem nationolliberalen Gottesmann Everling, pc der mit widerwärtig frömmelnder Salbung die sittlichen Mo« � ssi nente der Hausarbeit pries, die ein.idyllisches Familienleben' ss ermögliche. Es war dies eine Verhöhnung des grauenhafte« in Elends der Heimarbeiter, die Genosse Stadthagen mit bitteren T Worten der Empörung züchttgte. Die ganze Hilflosigkeit Üb selbst der ehrlichen bürgerlichen Sozialpolitik vor den furcht« as baren Schäden der Hausindustrie offenbarte die Rede des Si Freisinnigen Naumann. Dieser Mann, der aus sein-' ist nationalsozialen Vergangenheit ein gewisses Maß sozial« fv polilischen Verständnisses mitgebracht Hätz erkennt sehr wohl, . Nr. 6 Die Gleichheit SS . daß die Vorschläge der Regierung den Heimarbeitern nicht ' helfen können, ja unter Umständen, wenn nicht Lohnerhöhungen � kommen, ihr entsetzliches Elend noch vermehren müssen. Aber da er den Weg der Sozialdemokraten nicht gehen mag, so . hat er nichts Besseres vorzuschlagen als einen Appell an das " gute Herz der Menschen, besonders der Käufer, die keine � Schundwaren kaufen sollen, kurzum das Wirkungsloseste, was 2 denkbar ist. So zeigten die Reden der bürgerlichen Sprecher z � die Ausführungen des Staatssekretärs v. Bethmann-Holl- � weg waren ganz unbeträchtlich— in krasser Deutlichkeit, daß , die scharfe sozialdemokratische Kritik an der bürgerlichen � Sozialpolitik nur allzu berechtigt ist. � Gewissermaßen eine Fortsetzung dieser Debatten waren � die bei der zweiten Lesung des Etats des Innern. Der � Nationalliberale Stresemann, Geschäftsführer einer Unter- �»ehmervereinigung, bracht« es zum Beispiel dabei fertig, gewisse neue Gruppen der Hausindustriellen als den zukünf- � tigen.industriellen Mittelstand" zu bezeichnen und die � immer mehr der Proletarisierung verfallenden Angestellten r in Handel und Industrie, den.neuen Mittelstand", als die � Mauer zu feiern, an der sich die Wellen der Sozialdemo- � kratie brechen würden. Der Konservative Pauli-Potsdam forderte wieder einmal eine Erneuerung der ZuchthauS- � vorläge. In dieselbe Kerbe hieben der Antisemit Bruhn z und der Freikonservative v. Dirksen, der eine Beschimpfung der Berliner WahlrechtSdemonstranten und Arbeitslosen, die «r in Kottbus ausgestoßen, ausdrücklich wiederholte, sich aber doch nicht zur Empfehlung des Schießens auf„die . Bande" zu bekennen wagte. Der Freisinnige Mugdan x durfte natürlich mit seiner gewohnten Hetze gegen die Selbstverwaltung der Arbeiterschaft in den Krankenkassen ,!"'cht fehlen. Der Staatssekretär suchte die Mißgeburl � der Arbeitskammervorlage zu verteidigen und so etwas � wie sozialpolitischen Sachverstand zu beweisen, was ihm indessen nur äußerst mangelhaft gelang. Von sozialdemo- " kratischer Seite besprach Genosse Schmidt-Berlin die .j verderblichen Wirkungen der Krise für die Arbeiterschaft: s Arbeitslosigkeit schafft in Verbindung mit der Lebensmittel- � teuerung. welche die Zollpolitik verschuldet, ein Elend, zu dessen Linderung daS Reich verpflichtet ist, aber nichts tut. . Im übrigen unterzog Schmidt daS ganze Gebiet der Sozial- >. Politik eingehender Kritik, die vom Genossen Hoch mit eben- � soviel gründlicher Sachkenntnis als grundsätzlicher Schärfe � fortgesetzt wurde. Hoch zeigte auch die ganze Jämmerlichkeit des Arbeitskammergesetzentwurfes auf und legte in weit- .! spannenden, grundsätzlichen Ausführungen dar, daß eine wirk- e �'che gründliche Heilung der sozialen Schäden nur durch den „' llbergang zur sozialistischen Ordnung möglich ist. Für diesen � Text gaben die Klagen bürgerlicher Redner über den Miß- � brauch, den die großen Kapitalistenring«, die Kartelle mit � ihrer wirtschaftlichen Macht treiben, eine vortreffliche Jllu- � stralion. ' Vom Stand der Reichsveremsgesetzvorlage wird an an- � dtzer Stelle gehandelt. In Preußen ist gegen lebhaften Widerstand der Herren- ' � Hausjunker mit Hilfe„liberaler" Bürgermeister und Profcs- . i soren die Vorlage zur Enteignung polnischen Grundbesitzes durchgedrückt worden. Bülow hat also über die Bedenken der Großgrundbesitzer gesiegt, die das Unrecht gegen die '- Polen völlig kalt ließ, die aber eine wenn auch nur mora- � j Usch« Erschütterung der Unantastbarkeit ihre? Besitzes fürchten. Er hat ein Gesetz durchgebracht, das einen ekla- � lauten Bruch der Verfassung, eine rücksichtslose Verletzung � des EatzeS von der Gleichheit aller Staatsbürger bedeutet. " Aber die ganze Polenunterdrückungspolitik der preußischen Regierung ist ja nichts anderes. Ganz wohl ist den Herr- " schenden bei der Sache doch nicht— sie können sich nicht verhehlen, daß sie mit diesem Enteigmmgsgefetz der Sozial- demokratie ein vortreffliches Argument in die Hand gegeben " haben, die freilich nicht zur Unterdrückung Andersgesinnter, �! sondern zum Wohle der Gesamtheit einmal die Enteignung � vollziehen wird._ � � :c st Gewerkschaftliche Nuudschau. " Verschiedene sozialpolitische Fragen wareninden ' letzten Wochen wieder einmal Gegenstand lebhafter Erörte- , vung. Im Reichstag kam es bei den Verhandlungen über "s den Justizhaushalt zur Stellungnahme der bürgerlichen Parteien wie auch der Reichsregierung gegenüber den A r b e i t s- ' tarif vertrügen. Der nationalliberale Abgeordnete vr. " Junck sowie das Zentrum hatten Anträge auf gesetzliche � j Regelung dieser Tarifverträge eingebracht. Die Sprecher " s der bürgerlichen Parteien zeigten eine bewunderungswürdige Sympathie mit diesem von den Gewertschasten so schwer lb erkämpften gewerblichen Vertragsverhältnis. Das warme ' Herz, das sie hierbei für gewerkschaftliche Arbeiterforde- . tun gen zur Schau trugen, wurde allerdings wohl haupl- R sächlich von der Hoffnung bewegt, daß durch die gesetzliche , Anerkennung und Förderung der Tarifverträge der Sozial- " demokratie zum Teil der Wind aus den Segeln genommen werde. Das brachte einer der nationalliberalen Sprecher 'S durch die Worte zum Ausdruck:„Der Arbeitsvertrag bewegt � s'ch gerade im Gegensatz zum Prinzip der Eroberung der S« politischen Macht. Wer für Tarifverträge stimmt und für � sie wirkt, erkennt damit die bestehende Rechts- und Gesell- ' schaftsvronung an." Juristenweisheit, die bekanntlich nicht e" immer weit der ist. Ebensogut könnte ausgeführt werden: st Wer die Gewerbeordnung anerkennt und sein Recht als -» Arbeiter aus ihr herleitet, oder: wer einen Mietsvertrag st' abschließt, oder dergleichen, erkennt damit die bestehende � Rechts- und Eesellsckaftsordnung an.— Der Gesetzentwurf e' über die Arbeitskammern begegnet nicht nur bei den u' sveien Gewerkschaften, sondern auch bei den Hirsch-Duncker- st- schon und christlichen Verbänden entschiedener Ablehnung. In Baden hatte die Regierung beschlossen, die Arbeiter durch Vermittlung der Fabrikinspektion über ihre Meinung betreffs des Gesetzentwurfs zu befragen. Die Antwort des Vertreters der freien Gewerkschaft war, daß diese neueste sozialpolitische Großtat in der vorliegenden Fassung für die Arbeiter unannehmbar sei; dieser Erklärung schloffen sich auch die Hirsch-Dunckerschen und die Christlichen an. Die Mannheimer Handelskammer hatte sich, nebenbei bemerkt, ebenfalls gegen den Gesetzentwurf erklärt, freilich vom Unternehmerstandpuukt aus. Es sei kein Bedürfnis für die Errichtung von Arbeitskammern vorhanden; Arbeiterkammern aber seien gänzlich zu verwerfen, denn dadurch würden nur die Gewerkschaften gestärkt. So wollen weder die Unternehmer noch die Arbeiter bei dem in der Paarungsehe gezeugten Wechselbalg Gevatter stehen. Im übrigen Deutschen Reich, besonders in Preußen, denken die Regierungen nicht daran, die Arbeiter über ihre Stellung zu einem Gesetz zu beftagen, das angeblich zu ihrem Schutze eingeführt werden soll. Bon solchen eigentlich selbstverständlichen, aber doch allzu verdächtig nach Gleichberechtigung und Demokratie schmeckenden Rücksichten sind sie nicht angekränkelt; sie wissen am besten, was dem„unmündigen Volke" nutzt und frommt.— Der Sprachenparagraph des neuen Reichsvereinsgesetzes hat in der Kommission vorderhand eine wohlverdiente Ablehnung erfahren. Er bedeutet ja auch einen Schlag in das Antlitz der Gerechtigkeit und ein schweres Hemmnis für die gewerkschaftliche Organisation. In den Kreisen der Arbeiterschaft war er daher auf ganz entschiedenen Widerspruch gestoßen. Sehr machtvoll hatten unter anderen die Bergarbeiter in 57 Protestoersammlungen gegen den Paragraphen demonstriert, darunter die Ruhrbergleute in einer in Bochum abgehaltenen, von etwa 7cXX) Bergarbeitern besuchten Versammlung. Die Bergleute hatten dazu besondere Veranlassung, da sich unter ihnen zahlreiche fremdsprachige Kameraden befinden, denen die Abhaltung einer Versammlung in deutscher Spracht einfach unmöglich wäre. JmdeutschenBaugewerbeballtsichein Nngewitter zusammen, das bei seiner elementaren Entladung zu einer Aussperrung führen würde, wie sie in Deutschland noch nie dagewesen ist. Es handelt sich, wie wir schon an dieser Stelle kurz berichteten, um den Abschluß neuer Tarifverträge. Die Arbeitgeber haben den Arbeitern einen Vertragsentwurf vorgelegt, der nicht nur die geringste Verbesserung ablehnt, sondern sogar teilweise Verschlechterungen vorsieht. Sie haben ferner die Erklärung abgegeben, daß eine Generalaussperrung erfolgt, wenn dieser Tarif von den Arbeitern nicht angenommen wird. Das Kampfgebiet würde sich in etwa 50 Orten fast über das ganze Reich erstrecken und zirka 300000 Arbeiter würden in Mitleidenschaft gezogen werden. Der kritische Zeitpunkt ist der 1. April. Die Bauunternehmer rechnen damit, daß die jetzt stark daniederliegende Baukonjunktur die Arbeilerzu ungünstigen Vertragsschlüssen gefügig macht. Sie dürften dabei die Rechnung ohne den Wirt, das� heißt ohne die rückgratfesten Bauarbeiter und ihre kräftigen Gewerkschaftsorganisationen gemacht haben, wie auch ohne die gesamte deutsche Arbeiterklasse, die den allezeit hilfsbereiten Bauarbeitern auch materiell zur Seite stehen wird. Die allgemeine Wirtschaftsmisere führt auch in der Handschuhindustrie zu Lohndrückereien. Die Unternehmer versuchen sich vielfach für die schlechte Geschäftskonjuuktur an den Arbeiterlöhnen schadlos zu halten, und das gelingt ihnen am besten bei den armen Näherinnen, weil diese unorganisiert sind und daher des Verbandsschutzes entbehren. Die Handschuhe werden vielfach in Dörfern des Erzgebirges und in Schlesien genäht, wo der Organisationsgedanke noch keinen Eingang gefunden hat. Im Schneidergewerbe ist zurzeit eine lebhafte Tarifbewegung im Gange, die in einer Anzahl von Orten schon zu Einigungen geführt hat, während in einer großen Anzahl anderer Orte noch Verhandlungen schweben oder Bewegungen in Vorbereitung sind. Die Berlin er Dienstmädchen sind in einer gutbesuchten Versammlung gegen die bestehende Gesindeordnung und für Gewährung des Koalitionsrechtcs eingetreten. Der Holzarbeiterverband beruft seine Generalversammlung zum 24. Mai nach Stettin ein. Eine amtliche Ungehörigkeit gegenüber organisierten Arbeitern hatte sich ein Amtsrichter Schuster in Schmölln geleistet. Er hatte in einer Urteilsverkündung ausgeführt, einem organisierten Arbeiter komme es selbst ans einen Meineid nicht an. Tarauf hat das dortige Gewerk- schastskartell beim altenburgischcn Ministerium Beschwerde gegen den Amtsrichter eingelegt. Das Ministerium antwortete, daß im Tienstaufsichtswege nichts unternommen werden könne, da ein Gericht nach seinem Ermessen entscheide und sein Urteil begründe. Der Amtsrichter bekam aber insofern seinen Rüffel, als in dem Bescheide die Meinung ausgesprochen war, daß die Bemerkung allerdings geeignetsei, den organisierten Teil der Arbeiterschaft Schmöllns zu verletzen, und daß sie sich sehr gut hätte vermeiden lassen. Zu empfehlen ist dem Gewerkschaftskartell allerdings nicht, sich größere Genugtuung dadurch zu verschaffen, daß es eine ähnliche Bemerkung über die altenburgischen Amtsrichter macht. Zur Akndung solcher Freveltal würde man andere Saiten aufziehen. Genossenschaftliche Rundschan. Der in der letzten Rundschau kurz erwähnte Antrag der konservativen Mittelstandsretter Or. Spieß und Genossen auf Einführung einer landesgesetzlichen Umsatzsteuer in Sachsen, die sich gegen die Warenhäuser und die großbetrieblichen Detailgeschäfte mit Filialen richtet, wurde am 3. März in der Zweiten Kammer des Landtags verhandelt. Die Antragsteller operierten mit den sattsam bekannten Argumenten, mit denen den Handwerkern und Krämern Brei um den Mund geschmiert wird, um sie bei guter Laune zu erhalten und der konservativen Partei auch für die Zukunft ihre Gefolgschaft zu sichern. Der Antrag ist nichts weiter als ein parteipolittsches Manöver! Die Mittelstandsretter bestreiten das natürlich. Aus der Praxis aber weiß man, und diese Leute wissen es auch, daß eine derartige Umsatzsteuer für die Interessen des Handwerkerund Kleinkaufmannsstandes völlig unwirksam ist, daß sie aber die Arbeiterlonsumvereine in unerhörter und durchaus ungerechter Weise belastet.— Der Abgeordnete Spieß ließ in seiner Begründung alle Demagogenlünste spielen, wobei er das rote Gespenst in geradezu kindischer Weise an die Wand malte. Dieses Steuerprojekt wurde von dem einzigen sozialdemokratischen Abgeordneten des sächsischen Dreiklassenlandtags, dem Genossen Goldstein, natürlich aufs schärfste bekämpft. Auch die drei Freisinnigen sprachen sich scharf dagegen aus, während die Nationalliberalen, wie immer in wichtigen Fragen, halbpart machten. Ein Redner lehnte das Steuermonstrum entschieden ab, während ein anderer für einen Teil der Nationalliberalen mit sich reden und handeln lassen will. Es war der molluskenweiche Justizrat vr. Schill, der also sprach.— Bemerkenswert war die Haltung der Regierung. Der geheime Regierungsrat vr. Roscher, der bisher im Landtag die landesgesetzliche Umsatzsteuer im Namen der Regierung stets abgelehnt hatte, hörte nur zu und schwieg. Sein neuer Chef aber, der Minister des Innern Graf von Hohental, gab nur eine kurze Erklärung ab, nach der die Regierung zunächst abwarten und„zuhören" will, was beide Kammern in der Sache beraten und beschließen. Er gab ferner seiner Freude darüber Ausdruck, daß der Antrag so rechtzeitig eingebracht worden sei, um in beiden Kammern beraten werden zu können. Daraus ist wohl zu schließen, daß die Regierung den jahrelangen MittelftandStreibereien nachgebe« will. Die Krämerpolitiker verlangen weiter, die Regierung solle den Beamten die Teilnahme an Wirtschastsvereini- gungen verbieten oder wenigstens in dieser Richtung einen sanften indirekten Druck ausüben. Graf Hohental versicherte» daß die Regierung in dieser Beziehung neutral sei, daß sie es aber nicht gern sähe, wenn die Beamten Konsumvereinen usw. angehören. Ein Wink mit dem Zaunpfahle, dem man übrigens schon deutlicher nachzuhelfen scheint! Auf sächsischen Bahnhöfen wurden die Angestellten gefragt, ob sie oder ihre Frauen Konsumvereinen angehören, und die Auskunst wurde registriert! Warum diese Schnüffelei? Will man wirklich nach preußischem Muster den Beamten ihre staatsbürgerlichen Rechte beschränken und ihnen in der Zeit eines seit Jahrzehnten nicht dagewesenen Lebensmittelwuchers etwa noch die einzige Möglichkeit rauben, sich billige und zugleich gute Waren zu verschaffen? Zu der genossenschaftsfeindlichen Mittelstandsretterei paßt sehr schön folgende Mitteilung: Unter dem Namen Süddeutsche Kohleneinkaufsgenossenschaft ist vor kurzem in Württemberg eine Genossenschaft mit beschränfter Hastpflicht für Schmiede- und Schlossermeister ins Leben gerufen worden. Anlaß zu diesem Vorgehen sind die in diesen Handwerkerkreisen laut werdenden Klagen, daß es nicht möglich sei, für teuren Preis gute Kohle, welche den nötigen Hitzegrad erzeuge, zu bekommen. Ist es vielleicht weniger wichtig, für die breiten Massen des Volkes die Lebensmittel etwas billiger zu bekommen, als für Schlosser und Schmiede, sich billigere Kohlen zu beschassen. Der zirka 6000 Mitglieder starke Konsumverein in Nürnberg hat sich zu einem Bauverein erweitert, und zwar nach folgenden statutarisch festgelegten Grundsätzen: Die Genossenschast soll Grund und Boden, größere Terrains, in verschiedenen Stadtteilen erwerben.„Der Wohnungsbau der Genossenschaft bezweckt außer der Vermietung gesunder und preiswerter Wohnungen an die Mitglieder, die Verteilung der Lebensmittel durch räumliches Zusammenrücken der Mitglieder billiger zu gestalten. Es soll daher weniger Wert gelegt werden auf Errichtung einzelner, selbst großer Häuser, als auf die planmäßige Errichtung von Häuservierteln, in deren Mitte alle Institutionen der leiblichen und geistigen Versorgung der Mitglieder sich befinden. Jedes Mitglied, welches früher oder später eine Wohnung der Genossenschaft zu mieten wünscht, soll sich angelegen sein lassen, den zur Herstellung einer Wohnung ungefähr erforderlichen Nettokapitalbetrag selbst aufzubringen, und zwar in der Weise, daß es außer seinem Geschäftsanteil nach und nach eine verzinsliche Summe auf Wohnungskonto einzahlt." Es ist vorauszusetzen, daß der Verein an dieses Nnternehmen mit der nötigen Vorsicht herantritt. Der Breslauer Konsumverein ist nach der Mit- gliederzahl der größte Konsumverein der Welt, während seine Umsatzziffern von einigen englischen Konsumvereinen übertroffen, vom Leipzig-Plagwitzer Verein, der nur halb soviel Mitglieder wie der Brcslauer Verein hat, nahezu erreicht werden. Im Jahre 1S07 stieg die Mitgliederzahl von 85 073 auf 87 319, der Warenumsatz von 16333452 auf 18815113 Mk., der Nettoüberschuß von 2055657 auf 2258 780 Mk. Die Konsum- und Produkt ivge nossenschaft in Leeds, mit mehr als 50000 Mitgliedern und zirka 33 Millionen Warenumsatz(dem größten der Welt), hat ihren zahl- reichen Produktiv nsabteilnngen, worunter sich eine Bäckerei, Mühle, Schlächterei, Bürstenfabrik, Klempnerei, Schuhfabrik und Möbelfabrik befinden, als neuen Zweig eine Dampfwäscherei hinzugefügt. Die Leitung dieses Produktionszweiges rechnet mit einen» anfänglichen wöchentlichen Um- 56 Die Gleichheit Nr. 6 97 1 58 bö ge un git te Li K t re bi er δε TO 10 10 fas von 5000 Mt. Die baulichen Arbeiten der Wäscherei| Veranlaßt wurde der neuerliche Vorstoß der Sozialdemokratie| Redner wiesen auf die undemokratische Natur des geforderten find wie die der anderen 130 Wohn- und Betriebsgebäude aur Demokratisierung des Wahlrechts dadurch, daß der im beschränkten Frauenwahlrechts hin und erklärten, die Damen, von der eigenen Bauabteilung, die 250 Arbeiter beschäftigt, vorigen Frühjahr zur Annahme gelangte Regierungsentwurf welche dank des Antrags ihre politische Gleichberechtigung geleistet worden. Die englischen Konsumvereine planen, einer Wahlrechtsreform nicht den Forderungen der Arbeiter erhielten, würden sicher alles aufbieten, um zu verhindern, das Versicherungswesen in eigene Regie zu übernehmen, lasse Rechnung trägt. Dieser Entwurf sichert durchaus nicht daß die Arbeiterinnen und Dienstboten später ebenfalls das also die Einführung der Selbstversicherung. das allgemeine Wahlrecht, die Frauen läßt er vollständig Wahlrecht bekämen. Auf diesen letzten durchaus berechtigten Der Wiener Konsumverein Vorwärts hat in den letzten rechtlos, und das Pluralwahlrecht zu den Kommunalvertre Ginwand gegen den Antrag ist bezeichnend genug von seiten fti Jahren große Fortschritte gemacht. 1903 zählte er 8221 tungen schränkt er wohl ein, hebt es aber nicht auf. Er seiner Freunde gar nicht geantwortet worden. Nicht einmal be Mitglieder, 1907 aber 25753, die in 46 Verkaufsstellen fetzt als höchste Stimmenzahl für einen großen Steuerzahler Snowden, der für die Arbeiterpartei" sprach, hat die 5 Millionen Kronen umsetzten. Im Zentralver 40 feft, während jetzt die Stimmenzahl in den Städten bis Frage des undemokratischen Charakters, der Geldjacksnatur band österreichischer Konsumvereine hat man seit zu 100 und auf dem Lande bis zu 5000 betragen kann. Der des beschränkten Frauenwahlrechts berührt. Er hat sich ste dem 1. Januar 1908 Unterrichtskurse eingeführt zur Förde- Entwurf erlangt jedoch erst Gesetzestraft, wenn ihm auch damit begnügt, die gewöhnlichen philisterhaften Einwände rung der Propaganda und der genossenschaftlichen Praxis. der neue Reichstag zustimmt, der 1909 zusammentritt. Als gegen die politische Emanzipation des weiblichen Geschlechtes Auch in Rußland macht die Genossenschaftsbewegung er verhandelt wurde, hatte der Reichstag die Regierung auf zu widerlegen, wie zum Beispiel den, daß die Frau in das Fortschritte. Besondere Erfolge hat die Bewegung in Peters- gefordert, bis zum nächsten Jahre eine Untersuchung über Haus gehört usw. usw., und zu erklären, daß es sich bei burg zu verzeichnen, wo der Verein Trudowoi Ssojus Tau- die Frage des Frauenwahlrechts vorzunehmen. Die Frauen- dem Antrage um die staatsbürgerliche Anerkennung der sende von Mitgliedern befigt, eine eigene Bäckerei eingerichtet rechtlerinnen hofften daher, die Regierung werde im Jahre Frau überhaupt handle. Die Hauptsache sei folglich, für und in allen Arbeitervierteln Konsumläden gegründet hat. 1908 einen Ergänzungsentwurf zur Wahlrechtsreform ein- die Frauen als Geschlecht das Stimmrecht zu erobern und Wie sehr er an Bedeutung gewonnen hat, ist aus einer bringen, der den Frauen das politische Wahlrecht verleihen davon abzusehen, ob eine größere oder fleinere Zahl von Resolution ersichtlich, die auf der Generalversammlung des würde. Wie nun die Vorsitzende des Landesverbandes ihnen wahlberechtigt würde. Mit anderen Worten: es handle de Verbandes der Ladeninhaber in den Stadtteilen Wassili für das politische Frauenwahlrecht, Anna Whitlock, sich um die Anerkennung eines Prinzips. Diese Auffassung Ostrom und Petersburgtaja Storona am 19. Dezember v. 3. auf der letzten Jahresversammlung dieser Organisation mutet sonderbar an in einem Land, wo das Prinzip der ti angenommen wurde. Da auf der Versammlung konstatiert mitteilte, hat die Regierung beschlossen, im laufenden Jahre Gleichberechtigung der Geschlechter fich längst durchgesetzt wurde, daß alle Mittel gegen die Genossenschaftsbewegung dem Reichstag feinen Entwurf zur Einführung des politischen hat. In England hat eine Frau sechzig Jahre lang als fehlgeschlagen seien, beschloß sie, zum letzten Mittel" zu Frauenwahlrechts vorzulegen. Als Grund dafür gab der Königin regiert, die bürgerlichen Frauen besigen schon seit te greifen und die Rechtsparteien zu ersuchen, eine Inter- Ministerpräsident Lindemann unter anderem an, daß die Jahrzehnten das kommunale Wahlrecht, und in den austra pellation in der Reichsduma einzubringen anläßlich der Regierung nicht wagen wollte, eine so starte Vermehrung lischen Rolonialländern sind die Frauen Wählerinnen zum Tätigkeit der Konsumläden, die den privaten Handel und der Wählerzahl vorzuschlagen, ehe nicht Erfahrungen über Bundesparlament wie von einer Rolonie abgesehendie Industrie untergraben, und denen die Tendenz zugrunde die Wirkung der beschlossenen Wahlrechtsreform gesammelt zu den einzelstaatlichen Parlamenten. Leider hat die Ar liegt, den Sozialismus zu verwirklichen". Ganz wie bei seien. Angesichts der ganzen Sachlage hielt es die Sozial- beiterpartei" sich bei ihrer Stellungnahme zu dem frauen H. Fl. demokratie für geboten, ihren Kampf für das wirklich all- rechtlerischen Antrag nicht um die Tatsache gefümmert, daß fü gemeine Wahlrecht mit aller Energie wieder aufzunehmen. zwei ihrer eigenen Parteitage mit sehr starker Majorität das Notizenteil. Die Einführung des kommunalen Frauenwahlrechts beschränkte Frauenwahlrecht als ein Klassenvorrecht verur in Dänemark hat das Landsthing, die Erste Rammer, be teilten, seine Unterstühung ablehnten und beschlossen, die AbDienstbotenfrage. fchloffen, indem sie mit 32 gegen 29 Stimmen die Gemeinde- geordneten hätten das allgemeine Wahlrecht für die groß d Eine öffentliche Versammlung von Arbeiterfrauen, wahlreform annahm, welche auch die oben hervorgehobene jährigen Männer und Frauen zu vertreten. Statt daß die Hansangestellten, Aufwärterinnen, Wasch- und Reine: Neuerung enthält. Damit ist diese gesichert, denn im Folte parlamentarische Fraktion der Arbeiterpartei" die Beschlüsse für die Wahlreform vorhanden. machefrauen Groß- Berlins fand am 1. März statt. Sie geider ist die ursprüngliche Regierungsvorlage, die eine prinzipiell verteidigt und gefordert hätte, hat der einzige if war einberufen worden vom Berein für die Inter- ziemlich essen der Hausangestellten. Die Genoffinnen hatten ziemlich konfequente demokratische Reform bedeutete, derart Redner der Fraktion gerade das befürwortet, was seine Partei ihm zusammen für das beschränkte Frauenwahlrecht gestimmt de mittels eines Flugblatts für die Versammlung agitiert, und reaktionär verbösert worden, daß das neue Gesetz nicht nur verworfen hat, und fast ihre sämtlichen Mitglieder haben mit G der Erfolg ihrer Agitation äußerte sich in einem äußerst einem großen Teil der Frauen des arbeitenden Bolles nach Daß in den Reihen der Partei sich kein starter Protest gegen be wie vor das Wahlrecht vorenthält, sondern es sogar vielen starken Besuch. Genosse Block referierte über das Thema: Männern raubt, die es heute besitzen. Der Hase seiner eine derartige Disziplinlosigkeit erhoben hat, ist nur zu be boten". Er führte aus, daß der Entwurf für ein Reichsvereinsboten". Er führte aus, daß der Entwurf für ein Reichsvereins- vielen volksfeindlichen Bestimmungen liegt im Pfeffer der seichnend für den vollständigen Mangel an Einheitlichkeit und Disziplin, der in der englichen Arbeiterpartei" herrscht gesetz für die Arbeiterklasse nur ganz geringe Borteile enthalte, Furcht vor der Sozialdemokratie. Angesichts des ausge- Die Bartei nimmt auf Rongressen eine Resolution an, sorgt sprochen reaktionären Charakters der kommunalen Wahldie Dienstboten aber vollständig rechtlos laffe. Die Reichstagss rechtsreform war es für die Sozialdemokratie die Erfüllung aber dann nicht dafür, daß ihre parlamentarischen Vertreter einer selbstverständlichen Pflicht, gegen sie zu stimmen. Wir sie respektieren. Diese Tatsache läßt flar in Erscheinung näher auf die Unhaltbarkeit und Unzweckmäßigkeit des§ 16 werden in nächster Nummer ausführlich über die Angelegen- treten, daß die Partei noch nicht ein einheitliches Ganzes de ift, das, durch programmatisch festgelegte Grundsäge zu des Entwurfes heit berichten. sammengehalten, mittels einer einheitlichen Taktik bestimmten Bielen zustrebt, sondern ein loses, widerspruchvolles Ge mengsel, dessen Kräfte nach den verschiedensten Richtungen hin auseinander streben. Solange das so bleibt, wird die Arbeiterpartei" teine Macht werden, welche proletarische Klassenforderungen gegen die bürgerlichen Parteien durch J. B. Astew. zusehen vermag. uns. Arbeitsbedingungen der Arbeiterinnen. di d Б al h M m d di I st re re he ft N g arbeitern nach wie vor die Staatsbürgerrechte vorenthält. Von der Blockpolitik sei wenig Besserung der herrschenden Das Damenwahlrecht in England. Ende Februar Zustände zu erwarten. Es bleibe den Dienenden nur übrig, stand im englischen Parlament ein Antrag zur Beratung, öffentlich Protest gegen ihre Entrechtung zu erheben. In welcher entsprechend den Forderungen der englischen bür der sehr lebhaften Diskussion kamen verschiedene Fälle zur gerlichen Frauenrechtlerinnen die Einführung eines beSprache, die zeigten, in welch entwürdigender Weise den schränkten Frauenwahlrechts bezweckte. Er ist mit großer Hausangestellten oft mitgespielt wird. Die Versammlung Mehrheit, mit 271 gegen 92 Stimmen, in der zweiten Lesung I. K. Sozialdemokratische Agitation für das Franew nahm eine Resolution an, die ihren Forderungen Aus- angenommen worden. Der Antrag war von dem liberalen druck gab. Abgeordneten Stanger eingebracht worden, wird daher als stimmrecht in den Vereinigten Staaten. Das Erstarken 8 Stangers Bill bezeichnet. Der Staatssekretär des Innern, der sozialistischen Frauenbewegung in Amerifa gelangt in 1. Gladstone, der persönlich ein Anhänger der Reform ist, er- einer fräftigen Agitation für das Frauenwahlrecht zum klärte, daß die Regierung ihr gegenüber eine neutrale Hal- Ausdruck, die im letzten Halbjahr seitens des Sozialdemo re Die Textilarbeiterinnen in Auerbach arbeiten unter tung einnehme. Man muß anerkennen, daß es die Damen kratischen Frauenvereins zusammen mit der Sozia u erbärmlichen Bedingungen. Auf ihrer Agitationstour durch in Verfolgung ihres Zieles nicht an Energie und Zähigkeit listischen Partei entfaltet worden ist. Diese Agitation ist b Sachsen und das Voigtland konnte sich die Unterzeichnete haben fehlen lassen. Sie sind vor keiner Methode, vor deshalb von besonderer Bedeutung, weil dem Parlament des m davon überzeugen. Eine Arbeiterin, die Mutter von vier feinem Mittel zurückgeschreckt, um die öffentliche Aufmert- Staates New York ein Antrag vorliegt, der fordert, die Ver ü Kindern, hat wie aus ihrem Lohnbuch zu ersehen warfamfeit auf ihre Forderung zu lenken und dadurch die Agita- faffung dahin abzuändern, daß das Wort„ male"( männlich) einen wöchentlichen Verdienst von 12 bis 14,50 Mt. bei tion dafür in Fluß zu halten. Für ihre Überzeugung haben in allen gesetzlichen Bestimmungen gestrichen werde, die vom einer unmenschlich langen Arbeitszeit. Sie muß morgens um sie weder Vorurteil und Sohn, noch Geldstrafen und Ge Wahlrecht der Personen über 21 Jahre handeln. Der An R 5 Uhr von Hause fort und kehrt erst um 9 Uhr abends zu- fängnis gescheut. Sie haben ein Ausharren und eine Be- trag, der also die volle politische Gleichberechtigung des weib ge rück. Ihre Arbeitsstätte liegt, da sie auf dem Lande wohnt, geisterung gezeigt, die einer besseren Sache als dem Damen- lichen Geschlechts will, ist der Parlamentskommission für de eine Stunde von ihrer Behausung entfernt, sie hat deshalb wahlrecht würdig gewesen wäre. Und mehr noch. Sie haben Rechtssachen überwiesen worden. Am 19. Februar dieses be täglich zwei Stunden Wegs zurückzulegen. Auf die Frage, durch ihre Agitation Leben in die englische Politik gebracht, Jahres fanden unter dem Vorsitz des Gouverneurs des Staates be wer denn tagsüber bei den Kindern wäre, erwiderte sie, die haben die Wahlrechtsfrage überhanpt in den Vordergrund New York in Albany Verhandlungen über das Frauen ei Großen müßten die Kleinen verwarten. Die„ Großen" sind gerückt und was noch besser ist gezeigt, was in Eng- ftimmrecht statt. Außerordentlich starte Delegationen der fo 11 und 9 Jahre alt! Die Arbeit ist in den meisten Fabriken land von einer Bewegung erreicht werden kann, wenn sie bürgerlichen Frauenrechtlerinnen waren erschienen, um le außerordentlich gesundheitsschädlich. Hier werden englische sich nicht durch die Rücksicht auf polizeiliche und gesetzliche ihren Standpunkt zu vertreten; auch eine Kleine Anzahl von de Tüllgardinen gewebt, und je nach der Qualität der Ware Formalitäten bind en läßt. Der Erfolg ihres Vorgehens be- Gegnern der geforderten Reform waren anwesend. Die S sind die Schützen am Webstuhl mit Blei bezogen. Das Blei weist, daß sogar in England eine Bewegung, die etwas Sozialistische Partei, wie der Sozialistische Frauenverein f fliegt bei der Arbeit im Raum umher und setzt sich an den erreichen will, nicht allzuviel Respekt vor den hohen Obrig waren ebenfalls vertreten, Genoffe M. Hill quit und Gege Händen der Arbeiter und Arbeiterinnen fest. Die Hände feiten" und Paragraphen bekunden darf. Es ist das eine nossin M. Stern vertraten den Standpunkt dieser Organi ei der Arbeiterin, von der vorstehend die Rede war, waren so Lehre, welche die sozialdemokratische Bewegung, die Arbeiter- fationen, wobei sich folgender Zwischenfall ereignete. Nach D mit Blei überzogen, daß man glauben konnte, die Frau bewegung beherzigen muß und eines Tages ihrerseits im dem Genoffe Hillquit seine Beweisführungen für das Frauen be trüge Bleihandschuhe. Das Blei bleibt aber natürlich nicht Kampfe gegen das Vorrecht der Damen und ihrer Klasse stimmrecht beendet hatte, tam eine der bürgerlichen Frauen eb nur an der Haut der Arbeitenden haften, sondern es dringt in die Praxis umsehen kann. Ob die Vorlage noch in diesem rechtlerinnen voller Aufregung zu Genofsin Stern und sagte: durch die Atmung auch in die inneren Organe. Möchten Jahre Gesetz wird, ist nicht sicher. Bürgerliche Politiker Aber bitte, reben Sie nichts vom Sozialismus!" Genoffin S doch die Armen, die für einen Wochenlohn von 12 bis 14 und Journalisten sind der Ansicht, daß wegen der vielerlei Stern vertrat die Auffassung der proletarischen Frauen in 5 S Mart unter so schädlichen und schändlichen Bedingungen Arbeiten, die das Parlament zu erledigen hat, eine end- glänzendster Weise. Bei der Verhandlung sowohl wit fronen müssen, den Wert der gewerkschaftlichen Organisation gültige Behandlung der Materie ausgeschlossen sei. Mir überall sonst in der Agitation für das Frauenwahlrecht zeigte 3 und des politischen Kampfes erkennen lernen! scheint es jedoch trotz allem möglich, daß die Macht, welche sich wieder aufs schlagendste der tiefe, prinzipielle Unterschied re Agnes Fahrenwald. die Damen an den Tag gelegt haben, und die groß genug zwischen bürgerlicher und sozialistischer Auffassung. Dit war, so viele Parlamentsmitglieder in der Frage umzustimmen, auch ausreichend stark sein wird, die Regierung zu zwingen, die letzte Beratung der Vorlage zu begünstigen, so daß sie noch in diesem Jahre verabschiedet werden könnte. E3 heißt abwarten:„ Wer leben wird, wird sehen." m bürgerlichen Frauenrechtlerinnen begründen die Forderung lediglich mit dem abstraften Gerechtigkeitsprinzip und dem Frauenstimmrecht. Hinweis auf die Steuerleistung der Frauen. Die sozialistischen Ihre Forderung auf Zuerkennung des Wahlrechts Rämpfer und Rämpferinnen betonen dagegen start, daß dit veränderten Produktionsverhältnisse Millionen erwerbstätige an alle großjährigen Männer und Frauen hat die schwedische Sozialdemokratie erneuert. Sie brachte Die Debatten über den Antrag brachten wenig Neues Frauen, Arbeiterinnen geschaffen haben, die als Miterze it in der Kammer abermals ihren Antrag auf Wahlrechts- und Bemerkenswertes. Alle die alten spießbürgerlichen Wize gerinnen aller gesellschaftlichen Werte einen Anspruch au und Verfassungsreform von 1907 ein, wonach allen Männern gegen die politische Betätigung der Frauen wurden auf- volles Bürgerrecht haben, als Ausgebeutete des Stimm und Frauen vom 21. Lebensjahr an das Wahlrecht zur gefrischt. Natürlich fehlte es auch nicht an der bekannten rechts als einer Waffe im Kampfe der Klassen bedürfen G Zweiten Kammer zuerkannt und das kommunale Plural Behauptung, daß nur wenigen Frauen an dem Besitz des Klar tritt es in Erscheinung, daß für die bürgerlichen Frauen wahlrecht beseitigt werden soll, das die Grundlage für Wahlrechts etwas liegt, und daß die meisten es nicht ge- rechtlerinnen die politische Gleichberechtigung das„ Endziel die Wahl der Abgeordneten zur Ersten Kammer bildet. brauchen werden, was offenbar nicht zutrifft. Mehrere ist, für die Genossinnen dagegen nur Mittel zum Zweck de Ip fir FUERES ge lif Nr. 6 M Die Gleichheit J. B. A. fümmern! 57 Unsere Genossinnen, mit Recht empört über dieses Verhalten der Freisinnigen, beriefen sofort zwei Frauenversammlungen ein, in denen Genoffin Weyl und Genosse Wurm referierten. In beiden Versammlungen wurde einstimmig folgende Resolution angenommen: Eroberung der politischen Macht durch das Proletariat und sehr erschwert durch die Vielheit der Nationalitäten, die sich| trägen wie der vorliegende decke sich der Begriff der Errichtung der sozialistischen Gesellschaft. hier zusammenfinden. Da aber die Jugend der Landes- des sozialen mit dem des sozialdemokratischen, da Johanna Greie Gramer. Martha H. Ortland. Sprache wohl kundig ist, so wird in Zukunft unser Haupt- er die Zerstörung des Familienlebens zur Folge Zur Abwehr. Nr. 3 der„ Zeitschrift für Frauen- augenmerk auf die Agitation in englischer Sprache gerichtet hätte. Eine Frau, die arbeiten gehen müsse, würde in den sein müssen. Es besteht bereits eine Anzahl englischer Or- meisten Fällen Verwandte oder Nachbarn finden, die sich Stimmrecht", Beilage zu Nr. 5 der Frauenbewegung", berichtet über die Aufstellung weiblicher Kandidaten bei den ganisationen sozialistischer Frauen, die wir zum Anschluß an während des Tages um die Kinder kümmern. G3 sei böhmischen Landtagswahlen. Was der„ Gleichheit" dazu unseren Verein bewegen wollen. Von unserer Agitation für zwar traurig, daß manchmal die Mutter auch auf das Frauenstimmrecht berichten wir an anderer Stelle. Der Arbeit gehen müsse, häufig liege aber dazu gar gemeldet worden war, und zwar von der vertrauenswürdig ften Seite, gibt der Herausgeberin der Zeitschrift" Anlaß, nächste Kongreß der Sozialistischen Partei, der am 10. Mai teine Notwendigkeit vor, sondern nur die Sucht, uns mit der ganzen Anmut ihres Wesens anzufauchen. Wir dieses Jahres in Chicago zusammentritt, wird sich gemäß etwas mehr Geld für Genußzwecke zu erwerben! Der Ausschuß lehnte den Antrag ab. Als er wieder vor wollen den Eindruck ihres Anfalls nicht abschwächen und der Stuttgarter Resolution mit der Frauenstimmrechtsfrage beschäftigen. die Stadtverordnetenversammlung fam, hielt Genosse Wurm zitieren wörtlich. Fräulein Augspurg schreibt: Johanna Greie- Cramer. Martha H. Ortland, gründliche Abrechnung und wies auf den Zusammenhang " Bei der Verbreitung dieser Nachricht hat wiederum der tendenziöse, die Wahrheit aufs äußerste vergewaltigende Einen schönen Sieg haben die Arbeiterinnen in zwischen fapitalistischer Ausbeutung und der Not der ohne Informationsdienst der„ Gleichheit" sich in ein schlagendes Norwich( England) errungen. Zweihundert Weberinnen Pflege und Erziehung aufwachsenden Rinder hin. Ein freiLicht gestellt. In einer spaltenlangen Mitteilung von der sollte eine Lohnverkürzung von 30 Prozent aufgezwungen sinniger Rechtsanwalt Galland entgegnete darauf, die Kandidatur der Genossin Máchová, oder wie sie dort ver- werden, und diese Zumutung haben sie durch einen Streif Arbeiter geben ja jährlich 60 bis 80 mt. für Streiffonds deutscht ist, Mach, und einer eingehenden Erörterung der zurückgewiesen. Die Liga für Frauenarbeit( Women's und Gewerkschaften aus und gar nichts für Wohltätigkeit, staatsrechtlichen Eachlage wird die hervorragende, ja Jni- Labour League) hat ihnen dabei wertvolle Hilfe geleistet. wie käme denn da die Stadt dazu, sich um ihre Kinder zu tiative gebende Anteilnahme des bürgerlichen Frauenwahl Sie schickte Fräulein Smyth nach Norwich, um die Mädchen Da ein Teil der Gegner beftritt, daß es überhaupt notrechtsausschusses und die Kandidatur von zwei Frauen für zu beraten und zu organisieren. Das örtliche Gewerkschaftsbürgerliche Parteien völlig totgeschwiegen, es wird im Gegen- fartell unterstützte die Bewegung ebenfalls. Es tam ein wendig sei, neben den bestehenden privaten Kindergärten teil für jeden, der es nicht selbst besser weiß, der Anschein Fonds von 3400 Mark zur Unterstügung der Streikenden und Krippen auch noch städtische zu errichten, beantragte erwedt, als sei die Feststellung der Wahlrechtsbeteiligung zusammen. Nach vierzehn Tagen wurden die Weberinnen unsere Fraktion, den Magistrat zu ersuchen, Erhebungen der Frauen eine Entdeckung der Sozialdemokratie, und positiv zu ihren alten Lohnbedingungen wieder eingestellt. Die Liga anzustellen, in welchem Umfange das Bedürfnis einer Für wird behauptet, diese Partei sei die einzige in Böhmen, für Frauenarbeit hat dank dem Kampfe in der ersten Woche sorge für die Kinder im Alter von 2 bis 6 Jahren durch Aufnahme in Krippen und Kindergärten vorhanden ist". welche eine Kandidatin aufgestellt habe, um für das Frauen desselben allein schon dreihundert neue Mitglieder ge- Aber auch dieser Antrag wurde abgelehnt gegen die wahlrecht Propaganda zu machen. Es gibt hier nur zwei wonnen. Stimmen unserer Fraktion und ein paar SozialfortschrittMöglichkeiten, entweder die Redaktion der Gleichheit" ver licher. fügt über einen so unglaublich mangelhaften Nachrichtendienst, daß ihr diese Tatsachen, welche seit Ende v. Mts. in Fürsorge für Mutter nud Kind. der gesamten in- und ausländischen Presse die Spatzen von den Dächern pfeifen, wirklich unbekannt geblieben sind, oder Städtische Fürsorge für Säuglinge in Magdeburg. sie kennt die Wahrheit und saget sie nicht,..." In In Magdeburg starben im letzten Jahre von den ehelichen beiden Fällen wünschen wir ihr gute Befferung." Rindern 19,4 Prozent, von den unehelichen 33,6 Prozent ,, Die versammelten Arbeiterinnen und Arbeiter Berlins Durch den ausführlichen Artikel unserer Genoffin Mácha vor Beendigung des ersten Lebensjahres. Der Magistrat ist Fräulein Augspurgs Beschuldigung widerlegt und mehr und die Stadtverordneten haben daher beschlossen, daß vom weisen mit Entrüstung die in der Stadtverordnetenversammals widerlegt: als dreister Ausdruck von Unkenntnis oder 1. April 1908 ab die Säuglingsfürsorge energisch und nach lung vom 27. Februar durch freisinnige Stadtverordnete Fälschung der Tatsachen an den Pranger geschlagen. Trotz- einheitlichem Plan in Angriff genommen werden soll. Diese ausgesprochene Verunglimpfung zurück, daß Mütter aus dem müssen wir noch einiges hinzufügen. Die Gleichheit" systematische Säuglingsfürsorge soll umfaffen 1. die Gewäh- Bequemlichkeit und Mangel an Liebe zu ihren Kindern diese hat bereits in Nr. 5 vom 2. März, die fast gleichzeitig mit rung von Stillprämien; 2. die Lieferung guter Rohmilch ungenügend ernähren, pflegen und erziehen. Es ist die Nr. 3 der Beitschrift für Frauenstimmrecht" erschienen ist, zum Preise gewöhnlicher Vollmilch; 3. die Überwachung der wirtschaftliche Notlage, welche Zehntausende von Arbeitervon dem Vorgehen des bürgerlichen Frauenwahlrechtskomitees unehelichen und der Ziehkinder durch Ärzte und Pfleger; frauen zwingt, fich an die Stadt zu wenden. Von dieser und den beiden bürgerlichen Frauenkandidaturen berichtet. 4. die Einrichtung einer Berufsvormundschaft. Die Magi- fordern sie soziale Hilfe. Es ist Pflicht der Stadt Berlin, Wenn Fräulein Augspurg ob der späten Berichterstattung ftratsvorlage enthält zu jedem Punkt eine ausführliche Be- diese zu gewähren und ihrer unwürdig, die Hungernden auf mit überlegener Schadenfreude den schlechten Informations: gründung nebst Angaben über die geplante Durchführung. die Almosen privater Wohltätigkeit zu verweisen." Die Haltung des Berliner Rathausfreisinns hat wieder dienst der Gleichheit" ihren nicht unterrichteten Leserinnen Die segensreiche Tätigkeit der Charlottenburger einmal gezeigt, daß die Arbeiter und Arbeiterinnen von den denunziert, so tröstet uns bei ihrem Verdammungsurteil eine Säuglingsfürsorgestellen, über die wir in Nr. 7 des bürgerlichen Parteien nichts zu erwarten haben. Welcher Tatsache: unser gescholtener ausländischer Nachrichtendienst vorigen Jahres einen Artikel gebracht haben, erstreckt sich Geist diese Freisinnigen beseelt, zeigt auch eine Außerung steht immerhin noch auf der Höhe der Leistungen der frauen auch auf schwangere und stillende Mütter. In der Regel des Ratszimmermeisters Stadtverordneten Schoepfe. Im rechtlerischen Presse. Uns ist von dem„ Jus Suffraghi" tritt der Charlottenburger Hauspflegeverein vier Wochen Grundbesitzerverein der Prenzlauer Borstadt erklärte er: abgefeben nicht ein Organ der bürgerlichen Frauen vor der Entbindung bis 10 Tage nach ihr hilfreich ein. Es sei an der Zeit, den sich von Jahr zu Jahr steigernden rechtelei zu Gesicht gekommen, das früher als die" Gleich- Vor Beendigung seiner Tätigkeit soll er die Mutter der Ansprüchen der Sozialdemokraten endlich einen Riegel vorheit" über die beiden bürgerlichen Frauenkandidaturen be- nächsten Fürsorgestelle überweisen. Diese hat dann die zuschieben und ein steifes Rückgrat zu zeigen, damit nicht richtet hätte. Fräulein Augspurg selbst man höre und weiteren Maßnahmen zu treffen: die Behandlung des Kindes, bas tommende Geschlecht erzogen werde zu der Ansicht, es staune! ist uns mit der Veröffentlichung der betreffenden Gewährung von Milch und von Stillprämien. Vorzüglich nicht mehr nötig zu haben, für sich und seine Angehörigen Notiz nur um einen ganzen Posttag vorausgekommen, ein bewährt hat sich eine Säuglingsstation, die in der Kinder- Sorge zu tragen. Zufallssprung, den sie nur dem Erscheinen ihres Blattes am erholungsstätte Westend zunächst aus Privatmitteln und Unsere Agitation unter den Arbeiterinnen kann durch 1. jeden Monats verdankt. Doch davon abgesehen, steht es in einem Maßstabe errichtet wurde. Im November 1907 folche herrenmäßigen" Anschauungen nur gewinnen. Unsere gerade der Herausgeberin der Zeitschrift für Frauenstimm ist eine Klinik für franke Säuglinge eröffnet worden, die die Stadtverordnetenfraktion wird sich nicht im geringsten abrecht" wohl an, sich den Kopf der„ Gleichheit" über deren ausgedehnte Säuglingsfürsorge in Charlottenburg wieder schrecken lassen, den Antrag immer wieder einzubringen, unvollkommenen ausländischen Nachrichtendienst zu zer um einen Zweig bereichert. bis wir den gleichen Erfolg haben werden, wie bei der tbrechen. In der Nummer ihres Blattes vom 1. März sucht Städtische Krippen und Kindergärten in Berlin städtischen Säuglingsfürsorge. Als wir diesen Antrag man vergebens auch die kleinste Notiz über die Verhandlungen, welche am 21. Februar im Plenum des oldenburgischen Landtags abgelehnt! Wie wir bereits in Nr. 3 der„ Gleichheit" vor acht Jahren zum erstenmal stellten, haben ihn die Frei welche am 21. Februar im Plenum des oldenburgischen Landtags vom 3. Februar d. J. berichteten, war der von unserer sinnigen mit Hohn zurückgewiesen. Jetzt gibt die Stadt über das Frauenwahlrecht stattgefunden haben, Verhandlungen, welche das treue Eintreten der Sozialdemokratie für diese Errichtung städtischer Krippen und Kindergärten einem Aus- auch eines Tages auf dem Gebiet der Kindersürsorge dem welche das treue Eintreten der Sozialdemokratie für diese Berliner Stadtverordnetenfraktion eingebrachte Antrag auf bereits 287000 Mit. für die Säuglingspflege her. Sie wird Reform und das Unverständnis des bürgerlichen Freisinns ihr gegenüber bekundeten. Aber Oldenburg liegt vermutlich auf schuß überwiesen worden. In diesem kant die ganze soziale Drängen unserer Genossen nachgeben müssen, denn die durch dem Monde, so daß auch der musterhafte Nachrichtendienst Rückständigkeit des Freisinns in einer noch nicht dagewesenen die tapitalistische Wirtschaftsordnung erzeugte Not wird der Zeitschrift für Frauenstimmrecht" noch keine Runde von Art und Weise zum Ausdruck. Wie aus dem Protokoll der weder durch liberale Schwäßereien noch durch Beschimpfung ben Verhandlungen übermitteln konnte. Was das Kapitel Ausschußberatung hervorgeht, benutzten die Freifinnigen die der Arbeiterklasse beseitigt. einer„ tendenziösen Bergewaltigung der Wahrheit" anbelangt, Gelegenheit, ihren ganzen Widerwillen gegen die soziale so ist niemand unberufener, es aufzublättern, als gerade Fräu- Fürsorge zum Ausdruck zu bringen. Almosen, nichts lein Augspurg. Die Fälle, in denen sie zu Nuß und Frommen als Almosen ist alles was, sie gewähren wollen; von einer ber bürgerlichen Parteien und zur Herabwürdigung der Verpflichtung der Stadt, für diejenigen Kinder zu sorgen, Die erste klerikale Frauenorganisation in Belgien Sozialdemokratie im In- und Auslande Tatsachen zur Ge- die durch die kapitalistische Ausbeutung der Eltern genügenschichte des Frauenstimmrechte verschwiegen, entstellt und der Pflege und Aufsicht beraubt sind, davon wollen diese wurde vor kurzem in Turfchout, einer kleinen Flämischen Industriestadt, ins Leben gerufen. Dort fand eine von 600 gefälscht hat, tönnen nicht bloß eine Zeitungsnummer, sondern Freisinnshelden durchaus nichts wissen. Einige der bezeichnendsten Stellen aus dem Protokoll bis 700 Arbeiterfrauen besuchte Versammlung statt, in der ganze Broschüre füllen. Wir erwarten nicht, daß die Dame in dem vorliegenden Falle Recht Recht und Wahr der Ausschußberatung verdienen an den Pranger gestellt zu der Generalsekretär der christlichen Gewerkschaften Belgiens, P. Rutten, über Die Frauen und die christliche Gewerkheit Wahrheit bleiben läßt. Des Teufels Großmutter wäre werden. Da heißt es unter anderem: Ein großer Teil der Bevölkerung, der für schaftsbewegung" referierte. Die Versammlung endete mit ebenso leicht zu einem gottseligen Lebenswandel zu bewegen, Streits unb Agitationszwede große Mittel auf der Gründung eines Frauenbundes", dem sofort wie sie zu einem Aft elementarsten Anstands gegenüber der Sozialdemokratie. Wir kennen unsere Pappenheimer! Der bringe, gebe zu wohltätigen Sweden nie etwas. fast alle anwesenden Frauen als Mitglieder beitraten. Dieser Herrgott hat unter dem Eindruck einer sehr übergelaunten Wenn der Antrag angenommen werde, so würden sich" Frauenbund" soll seinen Weitgliedern folgende Vorteile geStunde in seinem Zorn Fräulein Augspurg eigens zu dem später ganz allgemein Eltern, die ihre Kinder nicht genügend währen: 1. Unentgeltliche Kranken- und Wöchnerinnenpflege. to Bwecke geschaffen, daß sie als Führerin die bürgerliche Frauen- rechtigt halten, ihre Kinder in die Anstalten zu schicken. Zu nicht staatlich organisiert ist!). 3. Altersversicherung. 4. Gezu ernähren oder beaufsichtigen zu können glauben, für be- 2. Kranken- und Invaliditätsversicherung( die in Belgien 1 t $ ) 8 2: it g te et eine 21 rechtelei lächerlich und verächtlich macht. Sozialistische Frauenbewegung im Ausland. " Franenbewegung. m. W. folchem Glauben zu kommen, würde aber jeder nur zu währung einer Geldunterstützung an die Eltern bei der gerne geneigt sein. Das Ziel solcher Einrichtungen Geburt eines Kindes. 5. Unentgeltliches Begräbnis. 6. Erwäre eine allgemeine öffentliche Kindererziehung. leichterung des Anschlusses an die Staatssparkasse. Der Eine weitere Folge wäre, daß noch mehr hilfsbedürftige größte Teil der materiellen Mittel für all diese Leistungen I. K. Fortschritte der sozialistischen Frauenbewegung Elemente als bisher nach Berlin gelockt würden.... Der wird natürlich durch die Ehrenmitglieder( Unternehmer, in Amerika tönnen erfreulicherweise gemeldet werden. Der Ausbau der schon bestehenden privaten Krippen und Kinder- ablige Grundbesitzer usw.) gedeckt werden müssen, die Sozialdemokratische Frauenverein, dessen Haupt- gärten genüge für solche Fälle, in denen die Berhältnisse einen Beitrag" von 500 Franken( 400 mt.) im Jahre zu siz New York ist, läßt sich mit Erfolg angelegen sein, die zur Abnahme der Kinder zwängen.... Gine gesetzliche bezahlen haben. Der„ Bund" zählte bereits nach einer Ideen des Sozialismus unter die Frauen zu tragen. Er Verpflichtung( für die Kinder zu sorgen) bestehe für die Woche faft 1000 Mitglieder. Der Erfolg dieser Gründung findet dabei mehr und mehr die Unterstützung der Genossen. Stadt nicht und eine moralische nur insoweit, als die Eltern ist sicherlich unseren belgischen Genossinnen und Genossen Gin wirtfames Mittel zur Aufklärung der Frauen bildet die tatsächlich nicht imstande sind, die Kinder zu beaufsichtigen. eine Mahnung, mit verdoppelter Kraft an den Ausbau der " Frauenfeite" im Sonntagsblatt der„ New Yorker Bolks-- Gegen die Vornahme einer Erhebung über das Bedürf- sozialistischen Frauenorganisation und an die Werbung neuer Beitung". Das gleiche gilt von der Zeitschrift„ Die sozia- nis nach Krippen und Kindergärten sei noch einzuwenden, weiblicher Mitglieder für die Gewerkschaften zu gehen, H. M. listische Frau", die allmonatlich in englischer Sprache er daß durch solche Erhebungen leicht eine Notwendig scheint. Die Agitation wird uns in den Bereinigten Staaten teit fünstlich konstruiert werden könnte. Bei An 58 Die Gleichheit Nr. 6 G Den Toten des märz. Don Otto Krille. Wo irgend in der Welt ein Herz bricht, Ein müdes Haupt sich neigt, Eines Armes Kraft verraucht Für die Freiheit, Dort sollte ein Tempel stehen, n den Leuten."( Frage): Was würde Ihr Pfarrer dazu, Mechaniker zu werden, es wurde auch im Anfang ein sagen, wenn er wüßte, daß Sie solche Dinge glauben; Versuch in dieser Richtung gemacht; aber der Anabe der würde gewiß recht böse sein?"( Antwort): Ja, erwies sich schwächlich, spie Blut und mußte auf Anraten die müssen so tun, aber die glauben selbst daran." des Arztes von diesem Geschäft abstehen. Dann gab Es ist unmöglich, all die Modalitäten aufzuführen, Rifele ihn wieder nach Hause zurück zur Großmutter, unter welchen Ritele, nachdem sie das ihr durch die welcher fie 72 Pfennig wöchentliches Rostgeld zahlte. Da Hererei verleidete Haus verlassen, nachmals bei ver habe er im Feld gelegen und sei mit den Waldarbeitern schiedenen Personen Aufnahme gefunden hat. Sie kommen in den Wald gegangen. Da habe er wieder rote Bäcklein auch im wesentlichen darauf hinaus, daß sie entweder bekommen und Fleisch auf sich. Nun habe er gefagt: ben Wirtsleuten umsonst nähte, oder wenn sie auswärts Mutter, mir träumt alleweil, ich sei ein Schneider. beschäftigt war, für die Schlafstelle gewisse andere häus- In ihrer zu einem gewissen Mystizismus neigenden An liche Verrichtungen ausübte. In einer Schlafstelle hat schauungsweise scheint sich Rifele nachträglich einzureden, fie, wie sie angibt, infolge der Feuchtigkeit Gliederweh daß diese Träume für die Wahl des Berufes bestimmend bekommen. Ziehen Sie aus aus dem Loch", habe der gewesen wären; sicher ist, daß sie ihn wieder zu sich in Arzt gesagt. Nicht übel habe sie es bei Gewerbsleuten die Stadt nahm und zu einem Schneider in die Lehre gehabt, bei benen sie häufig Beschäftigung fand und die gab. 40 Gulden habe sie für die ganze Lehrzeit zahlen Aber Mittag und Abend küssen sich auf ihnen. fie für drei Mark den Monat bei ihrem Dienstmädchen müssen, 20 Gulden zu Beginn und nach Verstrich der Wie Waffen- und Kettengeklirr Rauscht es um eure Hügel, Daß über ihm Der Slutwind des Mittags Die Schwüle des Abends küsse, Wie heißer Kampf Den Schatten der Lorbeerhaine, Ueber euren Gräbern steht kein Tempel, Ihr Toten des März, Wie gedämpftes Rufen nach den Schnittern, Das Kornfeld der Menschheit zu mähen. V ruhet! Nur einen Tag, Nur einen Sommertag, Dann ist es gereift, Das Korn der Freiheit. Wir prüfen schon die Sehnen des Arms, Jugendfrisch gürten wir mit Mohnblüten uns Und schmücken das lockige Haupt Mit der roten flammenden Glut Und harren des Sommertags. Rubet, ihr Kämpfer! Eure Gebeine vermodern, Eure Gräber zerfallen, Aber ewig jung und märzenkühn Lodert der Freiheitsgedanke, Nährikele. Ein sozialstatistisches Kleingemälde aus dem schwäbischen Volksleben. Von Gottlieb Schnapper- Arndt. ( Fortfebung.) schlafen ließen. Bei ihren Stadtkunden erhielt sie in den ersten Jahren 15 Kreuzer, später fand sie Kundschaft in wohlhabenderen Häusern. Nach einer Reihe von Jahren fam erst Rifele zu einem eigenen Stübchen, wobei Bett stelle, Schrank und einige andere Möbel zunächst nur geliehen waren. Die fäufliche Erwerbung dieser Gegen stände ward ihr nachmals durch den Umstand erleichtert, daß sie damals für ihren in einer Anstalt untergebrachten Sohn zwar von dessen Vater noch Kostgeld empfing, jedoch weil jener in den Genuß mehrerer Freijahre getreten war, nichts mehr zu zahlen hatte. " A1 halben Zeit den Reft. Nitele ist nicht gut auf den Lehr herrn zu sprechen. Er habe den Wilhelm nicht wollen in die Fortbildungsschule lassen und sei überhaupt ein gewalttätiger Mensch gewesen. Er hat einen Lehrling gehabt, der ist ein schwacher dummer Jung gewesen, und vergeßlich, den hat er einmal so geschlagen, daß er acht Tage hat im Bett bleiben müssen, und meinem Wilhelm hat er die gleichen Schläg versprochen." Bald sei der Wilhelm gekommen und habe geflagt, daß sein Meister nichts mehr zu schaffen habe als Hosen für ein größeres Geschäft, und daß er nur noch die Kindsmagd Ein paar Jahre vorher hat übrigens das leicht er- machen müsse. Da habe sie ihn zu einem anderen Meister regbare Herz und die leicht geschmeichelte Eitelkeit dem getan, indes nicht ohne vorher einen Kampf mit dem Rikele wiederum einen schlimmen Streich gespielt. In alten wegen eines von diesem verlangten Reugeldes führen No einem ihrer vornehmen" Kundenhäuser hat sie einen zu müssen. In der neuen Stelle bekam er 1 Mart jungen Doktor" kennen gelernt; der hab sie immer beob- wöchentlich und freie Station. achtet, und als sie ihn einmal hat zum Essen in dieses Haus einladen müssen, hab er ihr einen Gulden in Papier eingewickelt, da fand sie hineingeschrieben: " Friederike Können Bären Und dein Bildnis -Deine Blicke Tanzen lehren, - Lockt den Jltis Aus der Wildnis. ,, Sonntags bin ich spazieren gegangen nach, Buschtnau'. Da ist er hinter mir hergekommen und hat gesagt:, Bescheidenheit, das schönste Kleid! Er hat mich angeredet und gefragt: Warum so allein, und ob er mich begleiten dürfte. Da hab ich gesagt: Ich dürft den Weg nicht mitnehmen. Und so sind wir eben alle Tage zusammenBei der alten Jungfer hat mich der Etel fast umgefommen..." Und wieder blieben die Folgen nicht bracht. Die hat eine Fontanelle gehabt und die hab aus.... Auf dem Amtshause befragt, wer der Vater ich täglich zweimal verbinden müssen, und da hab ich des Kindes sei, verweigerte sie die Auskunft;„ ich hatte gedacht, ich kann's nicht mehr aushalten, ich geh'. geschworen, ich sag's nicht und wenn sie mir die Haut Während ich in dieser Stelle war, hatte mir auch um herunterziehen." Sie hatte sich von dem jungen Manne Jakobi der Schütz geschrieben, ich solle heim kommen versprechen lassen, daß er für das Kind sorgen wolle; und meine Sachen richten, er wolle jetzt heiraten. Da ste meint, daß dies auch sein redlicher Wille gewesen sei. hab ich aber einen Brief vom Schulmeister bekommen, in Wenn es aber ftürbe, brauche er ihr nur einige Wochen dem gestanden hat, ob ich nicht wisse, daß das Mariele P... Arbeitsunfähigkeit zu bezahlen, denn sie wolle nichts jetzt Bekanntschaft hab mit dem Schütz und ein Kind verdienen. Das Kind wurde aufs Land in Rost bekomme." Das Ritele behauptet, es habe nun dem gegeben. Einige Wochen alt, starb es; das Verhältnis Schüß die Bedingung gestellt, daß er sich in seinem( des Rikeles mit dem jungen Manne dauerte noch einige Jahre Ritele) Heimatsdorf niederlassen solle, es täte sonst doch bis zu dem Weggang desselben aus der Stadt fort. kein gut; daß diefer aber hieraus Anlaß zu einem Bruch Wir müssen nun noch einige Worte über den Lebensgenommen habe. Noch bis zur Konfirmation des Knaben lauf des Sohnes unseres Rifele beifügen, an dem die habe er indes das Rostgeld gezahlt; anfänglich habe auch sein Vater einigemal Geld, Leinwand und Kartoffeln geschickt. Zum 14. März 1908. ( Schluß folgt.) Laßt still die Räder stehn, die Arbeit ruhn, Umflort die Banner heut, die leuchtend roten! Das Proletariat der ganzen Welt, Es feiert heute seinen größten Toten. Blickt heut zurück, die vorwärts drängt der Kampft Verflossen sind nun fünfundzwanzig Jahre, Da standen wir, verachtet und verfolgt, An unfres großen Meisters Totenbahre. Er hatte treu der Menschheit nur gedient Den Arbeitshelden galt fein rastlos Schaffen. Und alle Gegner traf er kühn ins Herz Mit seines Feuergeistes blanken Waffen. Er war der Schöpfer jenes weiten Baus, Der einftmals wird die ganze Welt umspannen; Auf dem der Menschheit Zukunftshoffen ruht, Aus dem die Knechtschaft flieht, denn zu verbannen Elend und Rot, ist unfer höchstes Ziel. Sein Leben widmet' er der heil'gen Sache, Trug der Verbannung Bitterkeit und Sorgen, Verkündet neu erkannter Wahrheit Sieg, Die, in der Dinge Werden tief verborgen, Den Widerspruch erklärt, der Neues bildet, Nach eh'rnen dialektischen Gesetzen. Die Arbeit hob er auf den lichten Thron, Und riß den Lumpengott in tausend setzen, Moloch und Pluto halb, aus Gold und Blut Genährt, den Unterdrückten ausgefogen, Den Wermsten, die im Frone stehn entrechtet, Um ihrer Arbeit Früchte schnöd betrogen. Ein Riesenwerk erfchuf sein scharfer Geist Mutter allezeit mit großer Zärtlichkeit gehangen, und der seinerseits dieser mit treuer Liebe ergeben war, so daß hier ein inniges Verhältnis obwaltete, wie man es Wie das Nikele die Jungfer mit der Fontanelle ver in solchen Fällen gewiß felten findet. Rifele erzählt, daß So in jahrzehntelangem strengem forschen: läßt, beginnt es( 27 Jahre alt), seine früher erworbene der Vater( Konrad Schüß) ihr den Knaben, als derselbe Nähfertigkeit andauernder zu verwerten.... Welche sein siebentes Jahr erreicht, habe abnehmen wollen. Das Mühseligkeiten, welche Zwischenstadien, bis die Etablierung habe sie aber nicht zugegeben. Sie hätte ihn nicht hers endlich gelingt! Sie schläft und iẞt zunächst bei einer gegeben und wenn sie hätte arbeiten müssen, bis ihr das Wäscherin, näht für diese und bekommt 6 Kreuzer den Blut unter den Nägeln herausgekommen wäre. Demnach Tag: auch für fremde Kunden arbeitet sie zuweilen dort, blieb es dabei, daß der Vater ein Koftgeld zahlte, und dann aber erhält die Wäscherin das verdiente Geld; sie zwar, wie schon gesagt, 20 Gulden bis zu des Kindes war nur froh, einen„ Unterschlupf" zu haben. Für eine vierzehntem Jahre. Zunächst wurde Wilhelm in seinem Frau, deren Tochter heiratet, fertigt sie sodann die Aus Heimatdorf aufgezogen. Es scheint, daß Rifele von der Steuer an; sie hat Schlafstelle bei ihr im Hause und Behandlung, die ihm daselbst zuteil wurde, nicht befriedigt 10 Kreuzer Taglohn. Als die Ausstattung fertig ist, war. Mein Bruder hat ihn geschlagen, als ob er schon quartiert sie unter ähnlichen Bedingungen bei einer 16 Jahr alt gewesen wär." Darum beschloß sie- nicht etwa anderen Frau. Da habe sie aber feine Ruhe gehabt, da aus Ersparnisrücksichten, denselben einer sogenannten Beim des Nachts immer etwas Böses gekommen sei." Ich Rettungsanstalt" zur Erziehung zu übergeben.* habe meine Tür geschlossen, doppelt geschlossen, und da Eintritt in dieselbe mußte der Knabe mit gehöriger Kleidung ift mir meine Decke immer heruntergezogen worden; dann versehen sein; weiterhin waren jährlich 36 Gulden„ Kosthab ich bei der Frau im Zimmer geschlafen, und da hab geld"( für Nahrung, Unterricht und Kleidungsbedürfnisse) ich immer gemeint, ich müsse ersticken. Der Buchbinder F. zu zahlen. Während der letzten Jahre fiel, wie erwähnt, flagte auch, der wohnte im gleichen Haus."( Frage die Zahlung dieses Koftgeldes weg.** Mit der Konmeinerseits): Wie erklären Sie sich das?"( Antwort): firmation verließ er die Anstalt. Sein Wunsch war es, " Ich weiß nicht, war's ein Geist, oder sonst böse Leute, " " Die Waffe der Notwendigkeit in Händen Des neuerweckten Volks, zermalmt die morschen Verbrauchten Lehren, die das Kapital Zusammenleimte sich zur Weltgefchichte, Um zu verklären Krieg und Blutvergießen, Und klug vermeidend, daß nicht selbst es richte Die eigne, schwere hundertjähr'ge Schmach. So häuft das Gold, so schmiedet neue Ketten! So kittet nur und leimt zerbrochne Götzen. Dem Volke blüht die Zukunft, minkt der Sieg! Die Freiheit läßt sich nicht zu Tode hetzen. Die Wissenschaft und Arbeit sind im Bunde, Seit den Gedrückten jener Mann geboren, Der, unter hohem Banner, uns geeint Dem Kampf entgegenführt, dem Sieg, den wir erkoren Und deffen Erbteil unser größter Schatz, Der mehr uns wert, als alles Gold der Gegner, Den zu verwahren, daß er wachsend leuchte, Jm Kampf wir stehn mit jedem Tag verwegner. Die blanke Waffe wird uns nicht verrosten. Die Unterdrücker sehen es mit Schrecken; Versuchen wohl, mit plumper, gierer Hand, Dein Bild, Karl Marg, dein Werk uns zu beflecken, Und ahnen nicht, daß schon die Morgenröte Der Freiheit glänzt, da du uns riefst zusammen: Proletarier aller Länder, vereinigt euch!" Solgt kahn des roten Banners freiheitsflammen! zu 03 do da es C De Se tif ha ih tr bi lic สิน 氏 Ia hi ba de ge R ta un un 95 B sch $ 3 fü tä To ei De tr fa de tr de 6 ge be he ist ar 死 谁 Hexen."( Frage): Glauben Sie denn an Heren?"* Die Anstalt nahm statutengemäß nicht nur verwahrlofte Kinder, ( Antwort):" Ja, ich glaub' an Heren; ich bin oft einer fonbern auch solche auf, die in der Gefahr stehen, es zu werden". ** Zur Zeit des Aufenthalts des Knaben waren durchschnittlich Frau begegnet, da hab ich jedesmal vor mich hin gesagt: 26 Knaben und 11 Mädchen in der Anstalt. Von den ersteren , Tu ich dir recht, behüt' mich Gott, tu ich dir unrecht, waren jährlich 10 von einem Koftgeld völlig befreit, indem für die verzeih mir's Gott, und hab die drei höchsten Namen felben ein zu diesem Zwecke gegebener Beitrag des Landesfürsten ausgesprochen. Die ist von ihrer Tochter selbst für eine auftam. Zur gedachten Loyalität Rikeles hat die ihm hieraus gewordene Erleichterung nicht wenig beigetragen. Darum laufe sie Here gehalten worden. Sie war 70 Jahre alt. Sonst auch noch heute, wenn der König tomme, hinaus vor die Stadt Berantwortlich für die Redaktion: Fr. Klara Bettin( Bundel), Wilhelmspre ist sie gut gewesen; sie hat auch viel Gutes getan an und rufe hurra." Boft Degerloch bet Stuttgart. Druck und Berlag von Baul Singer in Stuttgart.