3 , 1 Sct./ Die Gleichheit Nee Zeitschrift für die Interessen der Arbeiterinnen ee Mit den Beilagen: Für unsere Mütter und Hausfrauen und Für unsere Kinder Die„ Gleichbett erscheint alle vierzehn Tage einmal. Preis der Nummer 10 Pfennig, durch die Poft vierteljährlich ohne Bestellgeld 55 Pfennig; unter Kreuzband 85 Pfennig. Jabres- Abonnement 2,60 Mart. land.( Schluß.) Juhaltsverzeichnis. Geschichtliche Zeichen. 1 Stuttgart den 30. März 1908 ex 18. Jahrgang Zuschriften an die Redaktion der Gleichheit" find zu richten an Frau Klara Zetkin( 3undel), Wilhelmshöhe, Post Degerloch bei Stuttgart. Die Expedition befindet sich in Stuttgart, Furtbach- Straße 12. gegebenen geschichtlichen Situation ein Klassentampf um| Klassen pattierten schon 1848 mit den Bajonetten der Geschichtliche Zeichen. Der Achtstundentag im Lichte der Praxis. politische Macht zwischen den breiten Massen der Aus- Konterrevolution oder fuschten wenigstens vor ihnen, Von Henriette Fürth. Aus der fleritalen Hochburg Aachen. gebeuteten und Entrechteten und der Minderheit der Aus weil die ersten politischen Regungen proletarischen KlassenVon Wilhelm Reimes. Eine unglaubliche Gemeinheit. Von beutenden und Bevorrechteten. Der preußische Wahl- lebens fie mehr schreckten als alle Blagen des feudalLuise Ziet. Sächsische Fabritinspektion 1906. II. Bon H. Fl. rechtstampf wird daher von langer Dauer sein und immer absolutistischen Regiments. Wie sollten sie sich heute - Frauenrecht und Handelsschulen in Baben. Bon m. g. mehr über die Grenzen Preußens hinausgreifen, um zu nicht im Lager der Reaktion sammeln, wo das ProleDienstbotenverhältnisse und Hauswirtschaft in Amerika und Deutsch einem entscheidungsschweren Ringen zwischen allen revo- tariat als Klasse sein Recht fordert, von seinen geschichts lutionären und allen reaktionären Kräften in ganz Deutsch- lichen Daseinsbedingungen gegen die bürgerliche OrdAus der Bewegung: Bon der Agitation. Von den Organisationen. land zu werden. nung vorwärts getrieben, von flarer theoretischer Er-Jahresbericht der Genoffinnen von Burg bei Magdeburg. Der 18. März ein geschichtlich berufenes Datum tenntnis geführt! Die Frauen bei den Wahlrechtsdemonstrationen am 18. März. hat die Zeichen vermehrt, die das hüben wie drüben Es ist gewiß eine Binsenwahrheit, daß das Proletariat Der badische Landesparteitag und die Organisation der Frauen. Der Nürnberger Magiftrat im Kampfe gegen das Vereinsrecht der fünden. Hüben: Hunderte imposanter Demonstrations- für die Narrentappe reif wäre, wollte es in seinem WahlArbeiterinnen. Politische Rundschau. Bon H. B. Gewert versammlungen für das gleiche Recht aller Staatsbürger rechtstampfe irgendwelche wirkliche, ernste Macht aus der schaftliche Rundschau. Eine Konferenz der Textilarbeiter des in Preußen. Im Friedrichshain zu Berlin die stolzen Front weisen, die an seiner Seite ehrlich den Kampf lintsrheinischen Gaues. Ehrungen derer, die vor 60 Jahren schön in der Kraft gegen die Dreiklassenschande aufnimmt. Allein ebenso Notizenteil: Dienstbotenfrage.- Arbeitsbedingungen der Arbeiterinnen. und im Zorn" den„ Tod für die Menschheit, das Bater- unbestritten ist, daß das Proletariat die Peitsche seines Frauenstimmrecht.-Fürsorge für Mutter und Kind. land" gestorben. Überall im Reiche Märzfeiern, von politischen Helotentums verdiente, würde es in seinem Feuilleton: Die Gewalt der Herrschenden. Von J. Gottlieb Fichte. Begeisterung durchglüht, bei denen sich im Bewußtsein Kampfe auf den Sand bloßer Spekulationen bauen, Nährikele. Von Gottlieb Schnapper- Arndt.( Schluß.)- Eingabe deutscher Frauen und Jungfrauen zu Mannheim um Amnestie, von dem revolutionären Wesen, dem hehren Ziel des daß unter Umständen eine solche Macht aus den gerichtet an die Nationalversammlung zu Frankfurt. Ein Er- proletarischen Klassenkampfes dankbares Gedenken ver- bürgerlichen Klassen sich ihm gesellen könne, würde es innerungsblatt aus dem Jahre 1848. Der Sohn. Von A. R. gangenen Heldentums mit dem Gelöbnis gegenwärtiger solcher Spekulation halber auch nur auf ein Titelchen und zukünftiger Kampfesbereitschaft vermählte. Und nicht eines eigenen Kampfeszieles verzichten, nur ein Atom eine Märzfeier außerhalb der schwarz- weißen Grenzpfähle, seiner eigenen Machtentfaltung preisgeben. Angesichts die nicht auch eine Bekundung der Kampfesgemeinschaft der Zeichen der Zeit frommt ihm nicht das Hoffen und bis zum äußersten mit den preußischen Wahlrechts- Harren auf Möglichkeiten, sondern die scharfe Erkenntnis Das Signal für die Eröffnung der Wahlkampagne fämpfern gewesen wäre. Als Ausklang die gewaltigen deffen, was ist, das stolze Vertrauen auf seine eigene zu dem preußischen Dreiklassenparlament ist erflungen. Demonstrationen in Dresden und Leipzig gegen die Ver- Macht und seine eigene Macht allein. Nicht im preußis Wohl ist der Wahltermin noch nicht endgültig angesetzt, schleppung der Wahlrechtsreform in Sachsen. schen Abgeordnetenhause, außerhalb seiner werden die doch hat die preußische Regierung bereits wissen lassen, Drüben: die Demonstrationen gegen das Wahlrecht, Lose des preußischen Wahlunrechts fallen, und nicht die daß für ihn Mitte Juni in Aussicht genommen ist, und zu welchen sich das Unternehmertum jeglicher bürgerlich betriebsam tüftelnden Rechenmeister der parlamentarischen es ist gar nicht ausgeschlossen, daß er nicht noch früher politischer Couleur in der Weigerung zusammengefunden Konstellation werden sie werfen: die Massen tun es! angelegt wird. Die Bülow und Kompanie besitzen ein hatte, feinen" Arbeitssflaven nich nur den Nachmittag verständnisinniges, mitfühlendes Herz für die Wünsche des 18. März zu ihrem politischen Aufmarsch gegen das der Herren vom Bunde der Landwirte, welche ihr poli- Geldsacksparlament freizugeben. In der Kommission zur Der Achtstundentag im Lichte der Praxis. tisches Heu besser unter das Dach des Abgeordneten- Beratung des Reichsvereinsgesetzentwurfs die MeucheVor einiger Zeit hat das Reichsarbeitsblatt" die Er hauses zu bringen hoffen, wenn sie es vor der Ernte lung des Vereins- und Versammlungsrechtes der Polen, ihrer Wiesen bergen fönnen. Davon abgesehen, geht ihr der Koalitions freiheit der Arbeiter und des Rechts der gebnisse der Erfahrungen mitgeteilt, die man in Franks Trachten auch im Interesse ihrer gut bourgeoisen Auf- Jugend durch die Blockparteien. Die Bourgeoisie West reich mit der Einführung des Achtstundentags gemacht traggeber von dem berüchtigtsten Scharfmacherverband elbiens" dem Junfertum„ Ostelbiens" innig gesellt in dem haben will. Neben absolut zustimmenden Äußerungen finden bis zur reformlerischen und freisinnigen Arbeiterfreund gleichen tödlichen Haß gegen ein Wahlrecht, das den feststellen läßt, wie weit vielleicht der Wunsch der Vater des freisinnigen, Arbeiterfreund sich auch solche ungünstiger Art, bei denen sich aber nicht lichkeit" dahin, die Dauer der Wahlagitation möglichst Ausgebeuteten eine Waffe im Klassenkampf sein kann Gedankens gewesen ist. zu fürzen. und sein muß! Das demokratische Geschwister um die Zweifellos von größerem unmittelbarem Werte als diese Denn eines ist klar. Der heurige Wahlkampf wird Judassilberlinge der Börsenreform das Recht vieler das Für und Wider peinlich abwiegenden Befundungen find über den sonst üblichen Mandatschacher und die land- Millionen an die konservativen Parteien und die reak- die ungezwungenen Äußerungen von Sachverständigen, wie läufige Mandatjägerei der bürgerlichen Parteien weit tionäre Regierung verschachernd! Wahrlich: mit grau fie fich neuerdings wieder in reicher Fülle und in überhinausgehoben, deren Politik im letzten Grunde doch famerer Bosheit konnte es der Zufall nicht fügen, als raschender Übereinstimmung in den Berichten der hes darin gipfelt, daß sie als Kriegsknechte des Besizes um daß die bürgerliche Demokratie in Sachen des Vereins- fischen Gewerbeaufsicht für das Jahr 1906 vorfinden. In den Bezirken Offenbach und Gießen wurde in den Mantel des gekreuzigten Proletariats würfeln. Er und Versammlungsrechts gerade am 18. März bekun 537 von 608 Betrieben( das sind 88 Prozent), 10 Stunden 537 von 608 Betrieben( das sind 88 Prozent) 10 Stunden geht um ein höheres Ziel als um jene Verschiebung der dete, welch unverfälscht bourgeoisen Wesens sie ist, und und weniger gearbeitet, und zwar von allen dort beschäftigten Figuren auf dem Schachbrett der„ parlamentarischen daß sie in den Tagen der vorwärts drängenden prole Arbeitern. Das weniger als 10 Stunden" bezieht sich auf Ronstellation", welche nach der Meinung des parlamentarischen Befreiungskämpfer eher der ärgsten Reaktion 40 Betriebe des Gießener und 269 des Offenbacher Bezirts, tarischen Kretinismus die politischen Kämpfe entscheidet in der Gegenwart die schimpflichsten Zugeständnisse zusammen also auf 809 von 608 Betrieben( 51 Prozent). In und mit guten und schlechten Reden, mit flugen und macht, als daß sie der sozialen Revolution der Zukunft Offenbach ergaben sich folgende Arbeitszeiten: In 24 Betrieben täglich 12 Stunden unvernünftigen Abstimmungen„ Geschichte macht". Dieser auch nur ein Steinchen aus dem Wege räumte. An Wahlkampf richtet sich nicht gegen den parlamentarischen demselben Tage, wo vor 60 Jahren Polen, reife Arbeiter Besizstand der oder jener einzelnen Fraktion des preußi- und Jünglinge, die noch halbe Kinder waren, heldenkühn schen Dreiklassenparlaments, er bedroht die Existenz dieses ihr Leben für die Freiheit des preußischen, des deutschen Barlaments selbst, das nichts ist als ein politischer Schutz- Volles in die Schanzen schlugen: ist ihr im Interesse wall, hinter dem die Besitzenden- mögen sie nun von der Börsenjobber das Recht der Polen in Deutschland Geburts Gnaden oder von Geldsacks Gnaden sein- Deckung auf ihre Muttersprache und staatsbürgerliche Gleichheit für ihre ausbeutende Klassenherrschaft über die werk- nach Prozenten für die Prozente des Terminhandels feil tätigen Massen suchen. Damit aber wird er ausnahms- gewesen; schmiedete sie nach dem Wünschen und Wollen los gegen alle Parteien geführt, denn da ist auch nicht der rheinisch- westfälischen Gruben- und Hüttenfürsten eine einzige unter ihnen, die durch Taten nachzuweisen Fesseln für die gewerkschaftliche Wehrtüchtigkeit der beitern herrschte fast durchgehends die zehnstündige Arbeitsvermöchte, daß sie im Hause der Dreiklassenschmach und proletarischen Massen, welche die kapitalistische Profit- zeit. Sie war in 127( 65 Prozent) der berücksichtigten Anlagen für 6310 Arbeiter( 67 Prozent) eingeführt. Eine neuntrotz dieser allzeit die Sache des Proletariats im Gegen- gier mit Hilfe nichtdeutscher Schmuskonkurrenten in die stündige Arbeitszeit hatten 30 Fabriken mit 1692 Arbeitern. satz zu den Interessen des regierenden Junkertums und Knie zwingen möchte; türmte sie gehorsam dem Geheiß Das sind 15 Prozent der Fabriken und 18 Prozent der der herrschenden Bourgeoiste fonsequent und treu ver- der äußersten Reaktionäre Hindernisse gegen die politische Arbeiter. Nur 19 Fabriken( 9 Prozent) mit 619 Arbeitern treten hätte. Nicht zum mindesten gilt das gerade von Erziehung der Jugend und vor allem der proletarischen( 6,6 Prozent) hatten elfistündige Arbeitszeit. In einer Glasder Sache, in der augenblicklich der unüberbrückbare Jugend auf. Indem die Freisinnigen jeder Observanz, fabrit wird von den Glasbläsern abzüglich der Pausen Gegensatz zwischen den ausbeutenden und den aus- süddeutsche Vollsparteiler voran, den Nationalliberalen 8 Stunden und 25 Minuten gearbeitet. Es heißt von da: gebeuteten Klassen am schärfsten zum Ausdruck kommt: gleich ihre wichtigsten grundsäßlichen Programmforde- Die Einführung des Achtstundentags wird die wirtschafts der Wahlrechtsfrage. rungen als hinderlichen Ballast einer„ orthoboyen Theo- liche Lage der in Frage stehenden Glasfabrik nicht gefährden, im Gegenteil mit ziemlicher Sicherheit die Einführung des Für die 85 Prozent der preußischen Bevölkerung, die rie" über Bord werfen, auf daß das Schifflein ihrer Dreischichtentags und damit eine bessere und rentablere Ausheute im Abgeordnetenhause nicht zum Wort kommen, realpolitischen Praxis" um so flotter mit der Strömung nugung des Anlagefapitals im Gefolge haben." ist der Wahlkampf nichts anderes und darf er nichts und dem Winde der Reaktion dahingleite, erfüllt sich Gute Erfahrungen hat auch der große Heylsche Betrieb anderes sein, als eine Fortsetzung, eine Etappe des Wahl- in ihrem Thun nur das Geschick der bürgerlichen in Worms gemacht, der am 1. Oktober 1906 bie 8% stündige rechtstampfes. Dieser Wahlrechtskampf ist aber in der Klassen. deren politische Sachwalter sie sind. Diese Arbeitszeit einführte. 5 14 = 101 52 = 208 6 2 # = 11 = mehr als 10 bis 10% Stunden 10 Stunden mehr als 9 bis 9/4 Stunden 9 Stunden mehr als 8 bis 8 Stunden 8 Stunden 1 Betrieb( Bleiweißfabrit) 7 Stunden. In den Gießener 195 Fabriken mit insgesamt 9306 Ar 60 Die Gleichheit Nr. 7 Freilich fehlt es nicht an rückständigen Unternehmern, die von einer Arbeitszeitverkürzung eine Minderleistung befürchten. Andere meinen, daß bei verkürzter Arbeitszeit die Arbeiter ihre freie Zeit in den Wirtshäusern zubringen würden. Sehr verständig bemerkt dazu der Beamte:„Es mag zugegeben werden, daß es manche Arbeiter gibt, die ihre freie Zeit nicht nützlich anwenden. Ist aber diese Unfähigkeit, die freie Zeit nutzbringend zu verwerten, oft nicht eine Folge allzuweit getriebener dauernder Überanstrengung, und ist eine übermäßig ausgedehnte Arbeitszeit ein Vorbeugungsmittel gegen Ausschweifung?" Und als Vorteil für den Unternehmer wird angeführt:„Die Verkürzung der Arbeitszeit bedingt im allgemeinen eine bessere Ausnutzung der Maschinen und Geräte, da die Perioden des Leerlaufs kürzer werden oder zum Teil in Wegsall kommen. Die Ausgaben für Beleuchtung der Arbeitsräume werden erheblich geringer oder können unter Umständen ganz entfallen. Die Fabrikdisziplin ist bei frischen Arbeitern besser durchzuführen als bei ermüdeten, auch die Leistungsfähigkeit der Betriebsbeamten wird gesteigert." Noch ein anderes Beispiel aus dem Hessenländchen. In Offenbach hatte man 1900 01 im städtischen Gaswerk für die FeuerlSute die Achlstundenschicht eingeführt, und zwar unter Beibehaltung der früher für die Zwölfstundenschicht gezahlten Löhne. Trotzdem erhöhten sich die Gaserzeugungskosten pro 1000 Kubikmeter nicht, sondern verminderten sich sogar. Zum Teil lag das an den durch den günstigen Stand der Industrie erzielten höheren Preisen für Nebenprodukte, zum Teil aber auch daran, daß die Leistungsfähigkeit des einzelnen Arbeiters gestiegen war. Wie unzählige Male ist durch solche und ähnliche Tatsachen und Zeugnisse die Durchführbarkeit des Achtstundentags bewiesen worden! Auch in Preußen-Deutschland. Eine Enquete nach der anderen wird aufgenommen und unrühmlich im Schöße irgend einer Kommission zu Grabe gelragen. Vergebens fragt man: warum? Fehlt es den verantwortlichen Stellen und den dahinterstehenden Scharfmachern an Intelligenz oder an gutem Willen oder an beidem? Ein Narr wartet auf Antwort. Der Wechselbalg einer Gewerbenovelle, der kurz vor Weihnachten das Licht der Welt erblickt hat, ist jedenfalls von jenen Erfahrungstatsachen gänzlich unberührt geblieben. Von einem Maximalarbeitslag für alle erwachsenen Arbeiter weiß der neue Entwurf gar nichts, und wenn er glücklich dazu gelangt, vom 1. Januar 1910 ab den Zehnstundentag für Arbeiterinnen festzulegen, so schränkt er diese Bestimmung durch soziale„Wenn" und„Aber" wieder ein, daß wenig genug davon übrig bleibt. Es wird nach wie vor Aufgabe der Arbeiterschaft sein, durch rege Arbeit für ihre Organisationen und den politischen Kampf ihre Macht zu stärken. Das ist der einzige Weg, aus dem sie ihren gerechten, durch jahrelange Praxis als durchführbar erprobten Forderungen den nötigen Nachdruck verleihen können. Henriette Fürth. Aus der klerikalen Kochburg Aachen. Aachen ist eine Stadt von 142000 Einwohnern. Ihre Hauptindustrie ist die Textilindustrie— Aachener Kleiderstoffe werden in alle Länder versandt, und mehr als 17 000 Arbeiter und Arbeiterinnen sind bei ihrer Herstellung beschädigt. Aachen steht aber auch im Rufe großer Frömmigkeit, und es gibt außer Kevelaar und vielleicht noch Trier wohl kaum eine Stadt im Rheinland, wo der Einfluß der katholischen Kirche sich so breit macht wie in Aachen. Das ganze äußerliche Stadtleben erhält davon ein kirchliches Gepräge, und wenn Kirchen und Geistliche, Reliquenvcrehrung und öffentliche Bittgänge auch nur im geringsten die materielle Lage der breiten Volksmassen zu heben vermöchten, dann müßte sich in Aachen das Wohlergehen der Arbeiter turmhoch über deren Elend in den meisten anderen Jndustriebezirken erheben. Ja Wirklichkeit ist jedoch das Gegenteil der Fall: im Aachener Bezirk werden viel niedrigere Durchschnittslöhne gezahlt als zum Beispiel in der Krefelder oder M.-GIadbacher Textilindustrie. Die Frömmigkeit hat also die materielle Verelendung entschieden nicht gehindert und ebensowenig die Herausbildung der schärfsten Klassengegensätze. Nirgends können die Unterschiede zwischen bitterer Armut und verschwenderischem Reichtum schärfer auftreten, als im frommen Aachen. Daß der starke kirchliche Einfluß nicht gerade günstig auf das geistige Niveau der Einwohnerschaft wirkt, ist wohl selbstverständlich. Aachen verdient alles andere als eine Stadt der Intelligenz genannt zu werden. Tie Arbeiterbewegung hat dort mit unbeschreiblicher Gleichgültigkeit und mit erbittertem religiösen Fanatismus zu kämpfen, und es wird für Arbeiterinnen aus protestantischen Gegenden oder aus katholischen Bezirken, wo die religiösen Gefühle weniger entflammt sind, sicher interessant sein, ein Stimmungsbild aus den Aachener Arbeiterkreisen zu erhalten. Die Agitation hatte mich wieder einige Tage in Aachen festgehalten, und um das Nützliche mit dem Angenehmen zu verblnden, machte ich unserem Vertrauensmann den Vorschlag, die notwendigen Maßnahmen bei einer Fußtour zu besprechen. Das Ziel war Neutral-Moresnet, das ist ein zwei Stunden von Aachen entfernter Wallfahrtsort. Der Weg führte uns durch herrlichen Wald auf guter Chauffee dahm, die jedoch, als wir preußisches Gebiet verließen, zu einem holperigen Waldweg wurde. Unterwegs erzählte mir mein Begleiter, daß die Chauffee aus den vierziger Jahren stamme; um dem großen Elend zu steuern, mußten damals die Behörden Notstandsarbetten vergeben. Doch die beim Wegbau arbeitenden Hungerleider ließen sich trotzdem vom Revolutionsfieber anstecken und zogen mit Hacke und Schaufel gen Aachen. Sie sangen dabei ein„Revolutionslied", das noch heute im Aachener Volksmund erhalten ist. Bald jedoch fesselte anderes als Chaussee und Erzählung meine Aufmerksamkeit. Rechts und links vom Wege hingen an Baumstämmen große und kleine Helligenstatuen. Nichts Künstlerisches ist daran, im Gegenteil, viele sind ein rohes Handfertigkeitsprodukt der Bittgänger selbst. Sie sehen aus wie die ersten Kunstversuche eines auf primitiver Kulturstufe stehenden Völkerstammes, in Formen gehalten und mit Farben bemalt, die von einer trostlosen Geschmacklosigkeit zeugen, und mit Inschriften versehen, die alle in fürchterlichem Deutsch um Barmherzigkeit in der Sterbestunde flehen. Vor diesen unförmlichen Heiligtümern aber knien Arbeiterfrauen, in Andacht versunken, ihrer Umgebung vollständig entrückt; an uns vorbei gehen Männer, den Rosenkranz murmelnd, sie betrachten uns mit feindseligem Blick. Einmal treffen wir einen elenden Krüppel. Ein Bein ist ihm glatt weggenommen, auf Krücken steht er barhäuptig im Sonnenbrand und bettelt— die personifizierte Erdenoual. Neben ihm am Wegrain sitzt eine Alte mit erloschenen Augen, durch die knöchernen Finger gleitet der unvermeidliche Rosenkranz, und eintönig klingt ihr Gemurmel:„Gegrüßt seist du Maria..." Mehr als 300 Heligenbilder sollen sich um Neutral- Moresnet befinden, und in der Gnadenkapelle stockt einem der Atem vom Duft der geopferten Kerzen und Wachsherzen. Jeden Mittwoch, Sommer und Winter, geht von Aachen der Bittgang nach dort. Wunderliche Betrachtungen drängen sich bei solcher Wanderung auf, aller Spott verstummt, denn mit einem Schlage sieht man das Kulturniveau der Bevölkerung vor sich, man begreift die furchtbare Macht, die der Katholizismus auf die Geister ausübt. Es ist, als ob sich eine schwarze Riesenhand auf die Gehirne gelegt hat und jeden aufkeimenden irdischen Gedanken erstickt. Groß und starr erhebt sich die Mauer der Vorurteile, und ihre Festigkeit weiß vor allem der zu beurtetten, der selber in solchem Milieu erzogen worden ist. Sogar bis in die Aachener Fabriksäle erstreckt sich der alles beherrschende Heiligenkult. Es ist traurige Wahrheit, daß trotz Arbeiterbewegung noch heute fast jede Weberei ihre Multergottesbild besitzt, und es ist der Stolz der armen Lohnsklaven, ihm nicht nur ein bescheidenes Plätzchen, sondern einen recht prunkenden Altar in der Fabrik zu errichten. Jeden Samstag wird eine Kollekte veranstallet für Blumen und Kerzen zum Schmuck des Attars. Vor allem im Maimonat, der von der katholischen Kirche besonders der Muttergottesverehrung gewidmet ist, wird derMarienaltar mitBlum en überdeckt, und täglich finden Andachten davor statt. In einem Betrieb treten an den Vorabenden der Marienfest« die dort in Arbeit stehenden Mitglieder des Kirchenchores zusammen und singen ihrer Gottesmutter Lieder zum Preis. An solchen Tagen werden auch die Kerzen angezündet; immer aber brennt das sogenannte„ewige Licht", ein Ol- flämmchen in roter Glaskugel. So wird selbst der staubgeschwängerte Fabriksaal zur Stätte eines religiösen Kults. lind so mächtig und stark ist er, daß sogar Mitglieder der freien Gewerkschaften sich an den Sammlungen beteiligen, ans Furcht, sonst Arbeit und Brot zu verlieren. Das Personal einer Fabrik, das im Streik die Arbeit verließ, nahm nebst ihren winzigen Habseligkeiten auch ihren tönernen Schutzheiligen mit sich fort. Eine aufgeklärte Arbeiterin würde dies sicher für einen mittelalterlichen Spuk halte». Und mit dem, was wir schilderten, ist noch lange nicht erschöpft, was für die leidenschaftlich religiöse Stimmung der Geister charakteristtsch ist. In den stillen Stopssälen zum Beispiel, wo keine Räder sausen, keine Webschützen surren, wo die Symphonie der Arbeit nicht erklingt, werden die Gebete sogar laut und gemeinsam verrichtet. Während die Stopferinnen, über das Webstück gebeugt, ihre„leichte", jedoch Brust und Augen ruinierende Arbeit verrichten, ertönen die monotonen Wortrechen des Rosenkranzes. Kein Freiheitslied erklingt, kein begeisterndes Solidaritätsgefühl, kein Gedanke an das große Ringen des klassenbewußten Proletariats bewegt die Herzen, überall nur das fleischgewordene Evangelium kapitalistisch-christlicher „Kultur": Bete und arbeite! Ein Unternehmer ließ sogar direkt in der Fabrik durch einen Geistlichen Missionspredigten abhalten. Die Arbeitssäle, wo der Götze Kapital Menschenopfer verschlingt, wo er Generationen die Gesundheit raubt und ihre geistige Entwicklung hemmt, sie wurden zum Tempel des Christengottes, und sein gesalbter Diener demonstrierte die„hellige Allianz" zwischen Kirche und Kapital. Er versammelt« die Elenden und Entrechteten um sich, aber anstatt angesichts dieser Opfer der kapitalistischen Gesellschaft Worte flammender Empörung zu finden, erzählte er ihnen salbungsvoll von der Rettung ihrer Seelen und den Freuden, die ihrer im„Jenseits" warten...... So segnet der Weihwedel den Geldsack! Solch ein Gottesmann braucht nicht zu befürchten, daß die Kapitalgewaltigen sich denunzierend an den Erzbischof Fischer wenden:„Kaplan hetzt das Volk auf!" Der lehrt ganz nach den Intentionen seines vorgesetzten Kardinal- Erzbischofs,„daß die Arbetter durch Gottes weise Vorsehung ein Leben der Entsagung, der Niedrigkeit und der demütigen Arbeit führen". Nie würden Generattonen um Generationen soviel Leiden erttagen, nie in solcher Demut ihren Nacken unter das Joch gebeugt haben, wenn diese Lehre mit ihrer Hoffnung auf das Jenseits und ihrer Furcht vor den Höllenstrafen nicht eine so furchtbare Gewalt über die Gemüter ausübte.... Es ist begreiflich, wie ungeheuer schwierig die Agitation unter einer so gerichteten Bevölkerung ist. Diese Arbeiter und Arbeiterinnen glauben es ihren geistlichen Führern aufs Wort, wenn diese ihnen die moderne Arbeiterbewegung als den Inbegriff aller Schlechtigkett schildern. Da arbeitet alles Hand in Hand: Christliche Gewerkschaften, katholische Arbeitervereine,Jungfraue»vereine,christliche Müttervereine, Kanzel und Beichtstuhl nicht zu vergessen— und dann der Vinzenz verein. Das Wesen dieser Organisation sowie auch des gleichartigen protestantischen Frauenvereins besteht darin, daß unter dem Protektorat reicher Leute Almosen gesammelt und unter die bedürftigen Volksmassen verteilt werden. Eine ungeheure Korruption und Speichelleckerei wird dadurch großgezogen, den» wer nicht pariert, kriegt nichts. Das bewirft dann nicht nur, die von der Wohltätigkeit Ausgehaftenen bei der„christlichen Fahne" zu halten, sondern es verhindert auch, daß die auf Almosen Wartenden sich auftassen, um aus eigener Kraft ihre Lage zu verbessern. Alle diese Einflüsse aber, um die proletarischen Massen dem Klassenkampf fernzuhalten, werden überboten durch die Leistungen der klerikalen Presse. Ihr Inhalt ist ein ständiger Appell an die niedersten Instinkte, an die schlechtesten Leidenschaften der großen Masse, eine fortwährende Aufforderung zum Hasse gegen die Sozialdemokatie; ihre Verleumdungssucht übertrifft alle Leistungen des Reichsverbandes. Das ist die Zeitungspest, von der Lassalle sagte:„Wenn Tausende von Zeitungsschreibern, dieser heutigen Lehrer des Volkes, mit hunderttausend Stimmen täglich ihre stupide Unwissenheit, ihre Gewissenlosigkeit, ihren Eunuchenhaß gegen alles Wahre und Große in Politik, Kunst und Wissenschaft dem Volke einhauchen, dem Volle, das gläubig und vettrauend nach diesem Gifte greift, weil es geistige Stärkung aus demselben zu schöpfen glaubt, nun, so muß dieser Vollsgeist zugrunde gehen und wäre er noch dreimal so herrlich."— Aber trotz aller Schwierigkeiten verlieren wir den Mut nicht. Wir wissen, daß die Grenzdistrikte des Rheinlandes kein Boden sind für sprunghafte Fortschritte, denn jeden Anhänger müssen wir unseren Gegnern aus den Fängen reißen. Aber wir wissen auch, daß die Entwicklung für uns ist, und wir sehen auch Fortschritte. Und daß sie größer werden, dazu wird jede Gesinnungsgenossin im Lande beitragen. Denn wenn draußen die Flut unserer Bewegung wächst, wenn nach Duisburg die großen Zentralen Köln und Düsseldorf unser werden, dann können auch die Grenzbezirke sich nicht mit einer chinesischen Mauer vor den neuen Ideen abschließen. Letzten Endes verteidigen die Gegner einen verlorenen Posten, es geht ihnen wie dem Schwindsüchtigen, der um Verlängerung seines Lebens kämpft. Deshalb auch ihre riesigen Anstrengungen, die sich vor allem auf die Frauenwelt konzentrieren. Sie wissen, welch einen gewaltigen Einfluß sie durch die Frau auf die Männerwelt ausüben, sie wissen nzr allem, daß sie mit der Frau die heranwachsende Jugend haben. Verdoppeln deshalb auch wir allerwärts unsere Bemühungen zur Gewinnung des weiblichen Geschlechts; das wird rückwirken auf die Textilarbeiter am Rhein— auch sie werden erwachen, und das mittelalterliche Dunkel wird der Sonne des Sozialismus weichen! Wilhelm Reimes- Eine unglaubliche Gemeinheit. Unser Hallesches Parteiblatt berichtete anfangs Februar über eine Gewerbegerichtsverhandlung, die ein ebenso grelles Licht wirst auf die rechtliche und soziale Stellung der Dienstmädchen,, wie aus die bürgerliche Einehe mit ihrer doppelte» Moral, sowie auf die bürgerlichen Moral- und Rechtsanschauungen überhaupt. Es schreibt in dem Bericht: „Mit einer Frivolität und Gemeinhett, die ihresgleiche» sucht, hatte der Gastwirt Möhr von hier, der das Restaurant„Zum Künstlerheim" in unmittelbarer Nähe des Eladt- theaters betreibt, eine Klage des Dienstmädchens Ida Schuster heraufbeschworen, die heute vor dem Gewerbegerichl zur Verhandlung kam. Das junge Mädchen war am S. Februar plötzlich kündigungslos entlassen worden und verlangte deshalb 23 Mk. Lohn. Als der Gerichtsoorsitzende an die Klägerin, der man Not und Elend an dem Gesicht und am ganzen Exterieur ablesen konnte, die Frage richtete, weshalb sie denn so plötzlich entlassen worden sei, schlug sie beschämt die Augen nieder. Darauf der Gastwirt, der als Gemlema« vom Scheitel bis zur Sohle auftrat:„Ja ja, die wird nicht sagen, weshalb sie so plötzlich entlassen worden ist, die hat nämlich mit mir ein Verhältnis gehabt, und das brauchte sich doch meine Frau nicht gefallen zu lassen." Im Gerichtssaal war man zunächst perplex. Möhr hatte seine eigen« Galtin mitgebracht, die als Schwurzeugin bekunden sollte, daß er die Klägerin in ihrer Kammer mißbraucht habe- Auch Frau Möhr sprach mit Entrüstung von dem Mädchen- gegen das sie eigentlich wegen Ehebruchs Strasantrag stelle» müßte. Möhr erklärte weiter, als Mann seiner Frau müßt« er sich eigentlich auch ein bißchen schämen, aber er vertrete doch nun einmal das Recht, und der Entlassungsgrund sei jedenfalls durchschlagend, denn man könne semer Frau nicht zumuten, solch ein Mädchen noch weiter zu beschäftige»- Das bedauernswerte Mädchen erzähtte dann, wie sie, di« längere Zeit stellenlos gewesen war, vom dem Bursche» auf Schritt und Tritt verfolgt wurde und in ihrer Kam- mer ihm schließlich erlegen sei. Möhr hielt es für notwendig, darzulegen, daß er das Mädchen„aus Mitleid' engagiert habe, und dann machte er die zynische Bemerkung! „Das übrige werde schon die Sittenpolizei besorgen." Das Mädchen sei gemeldet und werde unter Kontrolle komme»- Gewiß machte man dem Unternehmer den Standpuntt kla»' Nr. 7 Die Gleichheit 6! die Klägerin wurde aber mit ihrer Forderung auf Grund des Z 123 der Gewerbeordnung(wegen liederlichen Lebenswandels) abgewiesen. So— von Rechts wegen. Und Möhr. der nicht bloß gegen alle guten Sitten, sondern auch gegen Z 124 der Gewerbeordnung verstoßen hat. geht frei aus." - Unsere Leserinnen werden sich mit uns fragen: Wie ist es möglich, daß in einem Menschen so viel sittliche Verkommenheit wohnen kann, wie sie sich in dem Verhalten des »Herrn" Möhr zeigt. Nicht genug, daß der»Herr" seine wirtschaftliche Macht über das arme, in größter Not sich befindende Mädchen mißbraucht, es fortgesetzt mit seinen unsittlichen Anträgen verfolgt, bis es schließlich mürbe gemacht ihm erliegt. Die Verführte wird wie ein rändiger Hund auf die Straße geworfen, der saubere„Herr" Möhr vorenthält ihm den Lohn, denunziert die Unglückliche der Sittenpolizei und rühmt sich vor Gericht noch seiner Tat! Verdient denn dieser„Herr" noch den Namen„Mensch", ist er nicht ein viehischer Rohling, den man meiden sollte wie die Pest? Der Fall zeigt auf das deutlichste, wie dringend notwendig eine Besserung der Rechtsverhältnisse unserer Dienstmädchen ist; wie dringend notwendig die Beseitigung der Gesindeordnungen mit ihren entwürdigenden Bestimmungen, die den Mädchen unbedingten Gehorsam, persönliche Unterordnung und Unfreiheit auferlegen, mit all dem ihre Charakterfestigkeit, ihre sittliche Widerstandskraft zermürbend. > Der Fall erweist aber auch weiter, wie notwendig ein strafrechtlicher Schutz für die Mädchen ist, wie ihn zum Beispiel der Arbeitgeberparagraph der„Lex Heinze" vorsah. (übrigens so ziemlich das einzig Brauchbare in jenem berüchtigten Gesetzentwurf.) Türmt sich doch das Material bergehoch, welches beweist, daß keineswegs„in dem sittenstrengen Klima des bürgerlichen Hauses unter der Zucht der Haus- ftau die moraliche Integrität der Dienenden am besten gewahrt sei". Wie das„sittenstrenge Klima des bürgerlichen Hauses" oft beschaffen ist, zeigt auf das drastischste nicht nur das Verhalten des„Herrn", sondern auch der Frau Möhr. Statt über die Sittenroheit ihres Ehegemahls, der eine strenge Bestrafung verdiente, empört zu sein, fällt sie über das arme Mädchen her und droht ihm mit dem Strafrichter. Gegen solche„Buben in Zivil", wie„Herr" Möhr einer ist, wendete sich im Februar dieses Jahres der bayerische Justizminister v. Milwer in einem Erlaß, der im Justizministerialblatt veröffenllicht ward. Es heißt da: „Es wird häufig darüber geklagt, daß gegen Personen, die der VerÜbung roher und unsittlicher Handlungen schuldig gesprochen werden, auf zu milde Strafe erkannt werde. Die Klagen beziehen sich hauptsächlich auf Fälle der Begehung solcher Handlungen gegen Frauen oder Kinder und namentlich auf Fälle, in denen die Tat unter Mißbrauch eines Abhängigkeitsverhältnisses verübt wurde. Zu ihrer Rechtfertigung wird auch auf die verhältnismäßig schweren Strafen hingewiesen, mit denen oft geringfügige Eingriffe in fremde Vermögensrechte geahndet werden. Die Entscheidung darüber, welche Strafe im einzelnen Falle angemessen ist, steht zwar den Gerichten zu, das Gesetz räumt aber der Staatsanwaltschaft das Recht ein, durch Anträge und Ausführungen auf diese Entscheidung einzuwirken. Hiervon den richtigen Gebrauch zu machen, ist besondere Pflicht der Staatsanwaltschaft. Dabei muß sie in den Fällen der VerÜbung roher und unsittlicher Handlungen gegen Frauen oder Kinder namentlich auch auf deren größere Schutzbedürfligkeit, aus die Unersetzlichkeit des angerichteten Schadens und auf die Niedrigkeit der Gesinnung, die in der Begehung solcher Handlungen gegen Frauen oder Kinder überhaupt und besonders dann zutage tritt, wenn die Tat unter Mißbrauch eines Ab- hängigkeltsverhältnisses verübt wird, das gebührende Gewicht legen, um eine der Schwere der Tat entsprechende Bestrafung herbeizuführen, die auch das öffentliche Rechtsbewußtsein als ausreichende Sühne der Tat empfindet." Ganz unsere Meinung. Wir sind aber weiter der Ansicht, daß in dem vorliegenden Falle die Abweisung des Mädchens vor dem Gewerbegericht zu Unrecht erfolgte. Sollte die entsprechende Spruchpraxis Platz greisen, so wäre sie geradezu ein Anreiz für gewissen- und sittenlose Arbeitgeber, zunächst ihre Mädchen zu verführen, um sie dann ohne Kündigung und ohne Lohn zu entlassen unter dem Vorwand, ihre Opfer hätten sich eines .unsittlichen" Lebenswandels schuldig gemacht. Wir haben in Halle leider noch keinen Dienstbotenverein, ül welchem die armen Haussklavinnen Schutz vor Ausbeutung, Unterdrückung und Verführung suchen könnten. Möge die Empörung, die unsere Leser und Leserinnen ob diesem unglaublichen Vorkommnis erfüllen wird, sich umsetzen in «ne lebhafte Agitation für die Dienstbotenorganisation, da- wit auch unsere Arbeilsschwestern im Hausdienst in zu- uehmendem Maße eingereiht werden in das Heer der Klassen- känlpfer, um so Schmied ihres eigenen Schicksals zu werden. Luise Zieh. Sächsische Fabrikinspektion 1906. u. Bereits im vorigen Artikel wurde die Bedeutung der weiblichen Arbeit in der sächsischen Industrie, vornehmlich der Textilindustrie, zahlenmäßig nachgewiesen. Die sozialen Wirkungen massenhafter Anwendung weiblicher Arbeitskraft in der kapitalistischen Ära sind allgemein bekannt. Besonders die lange Arbeitszeit, oft noch vermehrt durch Überstunden, sowie die Beschäftigung mit zu anstrengenden, für den weiblichen Organismus ungeeigneten Arbeiten hat schwer« gesundheilliche Nachteile im Gefolge. Von überlanger Arbeitszeit berichtet die Gewerbeaufsichtsbeamtin ans Würzen:„Die Arbeiterinnen zweier Lederhandschuhfabriken, in denen zehnstündige Arbeitszeit besteht, verrichten im Hause noch Vorbereitungs- und Ergänzungsarbeiten in einem solchen Umfange, daß ihre gewerbliche Tätigkeit täglich 11 bis 12 Stunden beträgt."— Wie abgehetzt die verheirateten Arbeiterinnen sind, die in der Fabrik fronden müssen, geht aus einer Bemerkung der Gewerbeaufsichtsbeamtin des Bezirkes Zittau hervor. Sie sagt:„Die verheirateten Arbeiterinnen gehen fast alle schon um 11 Uhr nach Hause und benutzen die so entstandene längere Mittagspause zum Kochen der Mahlzeit und zum Besorgen ihrer Wirtschaft." Von einer Eß- und Erholungspause kann unter solchen Umständen wohl überhaupt nicht die Rede sein!— In zahlreichen Fällen bewilligten die Behörden Überarbeit, sehr oft wegen„außergewöhnlicher Häufung der Arbeit" und um den Unternehmern zu ermöglichen, ihre Lieferungsfristen einzuhalten. In 1V43 Betrieben mußten 88S67 erwachsene Arbeiterinnen an 1S187 Tagen 788320 Überstunden leisten! Daran war die Textilindustrie mit 388170, die Industrie der Nahrungs- und Ge- nußmittel mit 211525 Stunden beteiligt. Nur 44 Anträge auf Überarbeit wurden von den Behörden abgewiesen.(!) Dabei ist zu beachten, daß nur die länger als 11 Stunden— Sonnabends länger als 10 Stunden— währende Beschäftigung als Überarbeit gilt. Aber obwohl die gesetzlich zulässige Arbeitszeit schon so lang ist und den Unternehmern obendrein noch zahlreiche Überstunden zur Verfügung stehen, ist ihnen das doch noch nicht genug der Ausbeutungsfreiheit. Sie versuchen immer wieder die gesetzlichen Vorschriften zu durchbrechen oder oft in der raffiniertesten Weise zu umgehen. So wird aus dem Aufsichtsbezirk Dresden gemeldet:„In der Geschäftsstelle einer großen auswärtigen Bierbrauerei war des flotten Geschäftsganges wegen der größte Teil der Arbeiterinnen während mehrerer Wochen bis zu 16'/» Stunden täglich, auch während der Nachtstunden, sowie an Sonn- und Festtagvorabenden bis nach'/-6Uhr abends mit Flaschenreinigen und Bierabziehen beschäfttgt worden. Der Geschäftsführer wurde zu 40 Mk. Geldsttafe verurteill." Zu 40 Mk. Geldstrafe! Das wird dem Unternehmer nicht sehr wehe getan haben. Die unerhörte Ausnützung der Arbeiterinnen hat ihm weit mehr eingebracht! Und ein anderer ähnlicher Fall aus Leipzig:„Der Besitzer einer mechanischen Strickerei hatte, angeblich um den durch das üblich gewordene unpünttliche Kommen der Arbeiterinnen bedingten Zeitverlust auszugleichen, die Arbeitszeit der letzteren an je 4 Tagen der Woche auf 11 Stunden und 20 Minuten festgesetzt und behauptete, daß infolge der Unpünktlichkeit seines Personals die tatsächliche Arbeitszeit 11 Stunden nicht übersteige. Die erstattete Anzeige führte zur gerichtlichen Bestrafung des Unternehmers mit einer Geldstrafe von 25 Mk."(!) Auch aus den Bezirken Aue und Plauen werden zahlreiche Fälle von Überschreitungen der gesetzlichen Arbeitszeit gemeldet. In beiden Bezirken ist vor allem die Textil- industtie zu Haus, in der in Aue allein 14169, in Plauen 19270 über 16 Jahre alten Arbeiterinnen beschäftigt sind. Der Beamte von Aue teilt zum Beffpiel mit:„Mehrfach wurde versucht, die Bestimmungen über die Arbeitszeit der Arbeiterinnen dadurch zu umgehen, daß man den letzteren den Charakter von Handlungsgehilfinnen beilegte und ihnen den Lohn monatlich auszahlte. Es geschah dies namentlich bei solchen Arbeiterinnen, die die Waren versandfertig zu machen und zu verpacken hatten." Insgesamt wurden im Bezirk Aue 53 Verstöße gegen die gesetzlichen Vorschriften über Anzeigen, Aushänge usw. ermittelt. In drei Fällen kamen Bestrafungen von Unternehmern infolge Verfehlungen gegen diese Vorschriften zur Kenntnis der Inspektion. In zwei von diesen Fällen handelte es sich um eine zu lange Dauer der Beschäftigung und in einem Falle um eine solche am Sonnabend nach 5'/, Uhr nachmittags. Die von den Gerichten verhängten Geldstrafen bettugen zweimal 10 Mk. und einmal 5 Mk.(!) Auf sechs im Jahre 1905 wegen Übertretungen ähnlicher Art erstattete und an dessen Schluß noch nicht entschiedene Anzeigen erfolgte in einem Falle Freisprechung und in drei Fällen Verurteilung zu Geld- strafen in Höhe von je 3 Mk., in zwei Fällen solche zu Geldsttafen in Höhe von 4 und 5 Mk."(!) Aus Plauen wird berichtet: „Infolge einer Anzeige aus Arbeiterkreisen wurde in einer größeren Schisschenstickerei festgestellt, daß die Arbeitsdauer der Arbeiterinnen die gesetzlich zulässige wesentlich überschritt. Die der Polizeibehörde erstattete Anzeige führte zur gerichllichen Verurteilung des Unternehmers zu 10 Mk. Geldstrafe. Im Hinblick auf das niedrige Strafmaß wurde die betreffende Polizeibehörde ersucht, Berufung gegen das Urteil einzulegen, welchem Ersuchen jedoch keine Folge gegeben worden ist.(!) Zwei weitere Stickmaschinenbesttzer wurden ebenfalls mit 5 und 10 Mk. Geldstrafe belegt, weil sie erwachsene Arbeiterinnen täglich bis zu 12 Stunden beschäftigt hatten. Auch in einer vierten Schiffchenstickerei wurde ermittelt, daß die Arbeiterinnen an sechs Tagen je 12 Stunden lang beschäftigt worden waren, wozu angeblich der Gemeindevorstand des Ortes Genehmigung erteilt haben sollte. Ter Unternehmer wurde entsprechend verständigt und verwarnt. Bei einer am Bußtagvorabend vorgenommenen Revision einer Fabrik mußte die sofortige Entlassung sämtlicher, nach 5'/, Uhr abends noch beschäftigt angetroffenen Arbeiterinnen verlangt werden.... In einer Schiffchen- stickerei war auch eine Wöchnerin schon vom 16. Tage nach ihrer Niederkunft ab wieder beschäftigt worden. Auf erstattete Anzeige hin ist der Betriebsinhaber zu 15 Mk. Geldstrafe verurteilt worden." Das sind typische Ausbeutungsmethoden! Und ebenso typisch ist die Milde, mit der solche Gesetzesübertretungen von der Justiz des Klassenstaates geahndet werden. Solange der klingende Nutzen, den die Mißachtung der gesetzlichen Bestimmungen einbringt, den Schaden, den sie schlimmstenfalls im Gefolge haben kann, so völlig— oft um ein Vielfaches— überwiegt, wird der Wert der gesetzlichen Beschränkungen der Arbeitszeit sehr illusorisch bleiben. Nur eine starke Arbeiterorganisation kann ihre Einhaltung erzwingen, hat vielfach, gerade in bezug auf die Arbeitszeit, schon weit mehr erreicht, als das Gesetz vorschreibt. Wie wertvoll in dieser Hinsicht die Organisation der Arbeiterinnen ist, zeigt ein Bericht aus Leipzig. Er bekundet:„Die Bewegung unter den Textilarbeiterinnen führte dazu, daß die Kammgarnspinnereien des Aufsichtsbezirkes, die die bisher elfstündige tägliche Arbeitszeit zunächst nur um eine halbe Stunde verkürzt hatten, sich schließlich zur Festsetzung der Arbeitszeit auf zehn Stunden verstanden. Die elfstündige Beschäftigung von Arbeiterinnen ist im Aussichtsbezirk nur noch in wenigen Betrieben üblich." Auch die Fälle ungeeigneter Arbeit für Frauen sind sehr zahlreich. So wird von Chemnitz berichtet:„In einer Ziegelei wurde eine Arbeiterin in vorschriftswidriger Weise mit dem Streichen von Ziegeln und in einem Steinbruch eine Frau mit der Herstellung von Klarschlag beschäftigt. Auch war die Leitung einer Papierfabrik anzuweisen, schwangeren Arbeiterinnen nicht Hantierungen zuzumuten, die für ihren Zustand leicht nachteilig wirken können. In einer Handschuhfabrik ist enipfohlen worden, an Stelle der bisher durch den Fuß zu bewegenden Nähmaschinen mechanisch angetriebene zu beschaffen, um den Arbeiterinnen ihre Tätigkeit zu erleichtern." Aus einer mechanischen Weberei in Bautzen wird berichtet, daß sich eine Arbeiterin durch Heben eines schweren Kettenbaumes Erwerbsunfähigkeit zuzog. In einer Kiessieberei wurden Arbeiterinnen mit den» Transport schwerer Lowrys auf ansteigenden Geleisen beschäftigt. In„einzelnen Fällen" haben sich Frauen über das Tragen schwerer, mit Spulen gefüllter Körbe beklagt. Eine außerordentlich gesundheitschädliche Arbeit ist das Einsetzen der Spulen in die Webschützen, weil dabei der Schütze gegendenLeibge stemmt werden muß. Einige Fabriken haben mechanische Vorrichtungen eingeführt, die diesen Mißstand beseitigen. Eine gesetzliche Vorschrift wäre hier aber sehr am Platze! In einer Papierfabrik des Bezirkes Döbeln mußte gegen die „unangemessene" Beschäftigung der Arbeiterinnen, die schwere Lasten zu bewegen hatten, eingeschritten werden. In einer Papierspulenfabrik wurden des niedrigeren Lohnes wegen an Stelle von Männern an Schleifmaschinen Frauen beschäftigt; diese hatten unter dem Schleifstaub sehr zu leiden, und auf ihre Beschwerde hin wurde der Betriebsinhaber zur Beschaffung einer gut wirkenden Staubabsaugungsanlage veranlaßt. In einer Ziegelei des Freiberger Bezirkes wurden drei Frauen damit beschäfttgt, geformte Ziegel wegzuführen vermittels Schiebekarren, die sie auf unebener Fahrbahn fortzubewegen hatten. In einer anderen Ziegelei hatte die Frau des Ziegelmeisters sich mit diesem derart in die Arbeit geteilt, daß sie, schichtenweise mit ihrem Ehemanne abwechselnd, den Ofen bediente.„In beiden Fällen wurde gegen die Außerachtlassung der bestehenden Vorschriften eingeschritten." Mit welchem Raffinement auch hier gesetzliche Vorschriften umgangen werden, zeigt der Bericht aus dem Meißener Bezirk. Eine gewerkschaftliche Organisation beschwerte sich schriftlich über die Forldauer verbotener Frauenarbeit in Steinbrüchen. Die Erörterungen ergaben, daß Arbeiterinnen beim Transport der Steine nach den Elbkähnen und bei der Herstellung von Steinknack tätig waren. Um dem Verbot der Bekanntmachung vom 20. März 1902 nicht unterworfen zu sein, trat als Arbeitgeber der beim Steintrans- porl behilflichen Arbeiterinnen der Steuermann des jeweilig vor Anker liegenden Kahnes auf, während die Herstellung des Steinknacks nach benachbarten Grundstücken der Steinbrüche verlegt wurde, wo die Arbeiterinnen nunmehr angeblich für ihre eigene Rechnung tätig waren. Zu diesem Zweck war das Verhältnis der Arbeiterinnen zu den Steinbruchbesitzern durch Vertrag derart„geregelt" worden, daß letztere den Arbeiterinnen das zur Arbeitsstätte nötige Grundstück verpachteten, an sie die rohen Steine verkauften und den Klarfchlag zurückkauften. Die über dieZulässigkeit dieser Frauenarbeit herbeigeführte gerichtliche Entscheidung ist in erster Instanz zuungunsten der Steinbruchbesitzer ausgefallen. Bezeichnend ist bei derartigen Ausführungen fast immer die Stellungnahme des Aufsichtsbeamten. Meistens wird gesagt, daß die Beschäftigung der Arbeiterinnen„im allgemeinen eine angemessene" ist. Wie ist man besorgt, daß nicht etwa aus solchen gravierenden Tatsachen ungünstige Schlüsse gezogen werden! Diese Beschönigungsbestrebungen sind allenthalben in den Berichten wahrzunehmen. Ein Zeichen der sonderbaren„Objektivität" der Berichte ist auch folgendes:„In einer Spinnerei wollte eine Arbeiterin dem mit dem Auflegen des Treibriemens beauftragten Arbeiter behilflich sein und warf zu diesem Zwecke den Riemen vom Riemenhaken ab. Der Riemen schnellte über die Scheibe hinweg, geriet zwischen die Nabe der letzteren und eine in der Nähe befindliche Wellenkuppelung und klemmte sich in diesem Zwischenraum fest. Die Arbeiterin wurde von dem sich nunmehr aufwickelnden Riemen hochgszogen, um die Welle geschleudert und getötet. Obschon(!) die Hauptschuld an diesem Unfall dem Übereifer und der Unvorsichtigkeit der Verunalückten beizumessen war, so zeigte er doch auch 62 Die Gleichheit Nr. 7 die Gefahr, die enge Zwischenräume zwischen Riemenscheiben und Wellenkuppelungen bieten." Also trotz der unzulänglichen Raumverhältnisse, die den Unfall verursachten, traf die„Hauptschuld" die getötete Arbeiterin. Sehr objektiv, wirklich!— Bezeichnend sind auch die Angaben über sittliche Zustände usw. Besonders über die Verhältnisse der Wanderarbeiter wird Haarsträubendes berichtet. Was man diesen Leuten an„Wohnungen" bietet, erinnert an ostelbische Land- arbeilerzustände. So wird aus Dresden über die„Unterbringung von Wanderarbeitern" erzählt:„In den Unterkunftsräumen der Arbeiter fehlten verschiedentlich Schränke zum Ausbeivahren von Eßwaren, Ofen zum Kochen und Heizen, Waschgelegenheiten, Decken zum Zudecken und anderes mehr.... In einer Ziegelei standen 12 männlichen Arbeitern nur 9 Betten, in einer Fabrik künstlicher Blumen b in Kost und Wohnung befindlichen Mädchen nur 3 Betten zur Verfügung. Es wurde eine Vermehrung der Betten verlangt und das Zusammenschlafen in einem Bett« untersagt. In einer anderen Ziegelei war das Zusammenschlafen je eines Ehepaars mit 1 oder 2 unverheirateten Arbeiterinnen zu verbieten; es wurde für jedes Ehepaar ein besonderer Raum gefordert. In einer dritten Ziegelei wurde Beschwerde über die daselbst herrschenden unsittlichen Zustände geführt. Bei der in Gemeinschaft mit der zuständigen Polizeibehörde vorgenommenen Erörterung konnte ein Anhalt darüber, daß weibliche Arbeiter von den Männern zu Unsittlichkeiten gezwungen worden wären, nicht gewonnen werden; es war indessen auf Maßnahmen zur Unterbindung des freiwilligen Geschlechtsverkehrs zu dringen."(!) Und in dem Meißener Bericht ist zu lesen:„Die Unterkunftsräume der namentlich in Ziegeleien anzutreffenden Wanderarbeiter gaben mehrfach zu Erinnerungen Anlaß, die sich auf die Erneuerung des Kalkanstrichs an den Wänden, auf die Beschaffung von Gardinen an den im Erdgeschoß gelegenen Fenstern und auf das Ausbessern des Fußbodens bezogen. In drei Fällen mußte die gemeinsame Benutzung je eines Bettes durch zwei Arbeiter verboten werden. In einer Ziegelei war der im Dachgeschoß befindliche Unterkunfts- raum überfüllt.... Die im Auftrag mehrerer Arbeiter einer Ziegelei eingereichte schriftliche Beschwerde über ungenügende Schlaf- und Unterkunftsräume erwies sich ebenfalls als begründet. Der Ziegeleibesttzer hatte für die ausständigen ein h ei mis ch en Arb eiter auswärtige Arbeiter eingestellt und letztere, da sie im Orte nicht gleich Unterkunft finden konnten, in zwei Räumen des Ziegeleigrundstücks untergebracht, die ungenügend waren. Es war die Herstellung eines ordentlichen Fußbodens, eines Zuganges von der Außenseite des Gebäudes, das Verschalen des Daches auf der Innenseite und der dichte Abschluß der Räume von dem Räume über dem Ziegelofen zu fordern." Der Chemnitzer Bericht meldet:„Bei den Revisionen der Ziegeleien entsprach die Unterbringung der Wanderarbeiter mehrfach den zu stellenden Anforderungen nicht. In S Betrieben wurden überfüllte und in 3 Betrieben ganz unzulässige Schlafräume vorgesunden. Weiter war in 9 Fällen anzuordnen, jeder Person ein besonderes Bett zur Versügung zu stellen und die Bettstellen mindestens nnt Srrohsäcken zu versehen. Auf die Reinigung der Ausenthalts- räume wurde 10 mal und auf deren bauliche Verbesserung 9 m« hingewirkt. Auch war 22 mal die Beschaffung von Kleiderfchränken zu verlangen." Von einem Slellenvermittler in Bautzen wurde über die mangelhaften und die Sittlichkeil gefährdenden Unterkunftsverhältnisse von Saisonarbeitern in einer Schamottewarenfabril Klage geführt. Sie erwies sich als begründet. Und so weiter. Wir können uns mit diesen Proben begnügen. Wichtig ist, was eme Amsichtsbeamlin in dieser Beziehung beobachtet hat:„Zumeist fanden sich derartige Mängel in solchen Betrieben vor, die einen hohen Prozentsatz fremder Arbeiterinnen beschäftigen, wie denn überhaupt die Beobachtung gemacht worden ist, daß die Vermischung dieser Elemente mir der einheimischen Arbeiterbevölkerung die Beobachtung sanitärer Vorschriften wie auch die ordnungsmäßige Benutzung von Wohlfahrtseinrichtungen ungünstig beeinflußt." Der Unternehmer fragt danach nicht; er will billige Arbeitskräfte haben. Dunkel bleibt, wie die Dresdner Aufsichtsbeamtin zu folgenden Bemerkungen kommen konnte:„Leider zeigen die Arbeiterinnen noch wenig Verständnis für die Forderungen der modernen Gesundheitspflege und ebenso wenig Sinn für Ordnung und Sauberkeit. Waschgelegenheit, Umkleide- und Aufenlyaltsräume werden von ihnen sehr selten vorschriftsmäßig benutzt. Im Meißener Bezirk hat eine Stein- gutiavrit die großen, für beide Geschlechter gettennt eingerichteten Waschräume wieder eingezogen, weil sie von der Arbeiterschaft gar nicht benutzt wurden. Ein anderer großer Betrieb gleicher Art iah sich veranlaßt, die Nichtbenutzung der Waschräume vor Einnahme der Mahlzeilen mit Geld- strasen zu belegen. Vielfach wurden auch in Tonwaren- fabrilen Arbeiterinnen bei der Einnahme von Zwischenmahlzeiten in den Glasfurräume» betroffen, obgleich ihnen zweckentsprechend eingerichtete Aufenthaltsräume zur Versügung sranoen." Die Beamtin begnügt sich mit diesen Behauptungen, ohne mitzuteilen, ob sie den Ursachen dieser ausfälligen Erscheinung nachgesorschl hat. Das wäre aber sehr wichtig gewesen. Tiesbetrübend und empörend ist, was man in den Berichten der Aufsichtsbeainlinnen über die Heim- und Kinderarbeit liest. Im Bezirk Dresden sind 520 Fälle ungesetzlicher Beschäftigung von Kindern unter 10, beziehungsweise 9 Jahren sestgeiteUt. Und das ist natürlich nur ein Bruchteil der Gesetzesübertretungen. In der Stuhlflechlerei wurden Kinder bis zu 5 Jahren herab beschäftigt; bei der Herstellung künstlicher Blumen und Blätter arbeiten sogar dreijährig e Kinder! Warum? Die traurigen Eristenzverhältnifse der Arbeiterfamilien drängen zu solchen Übertretungen. Zu dem Verbot der Kinderarbeit in Metallegierungswerkstätten führt eine Beamtin aus:„Für kinderreiche Arbeiterfamilien tritt durch die Entlastung der Kinder aus dieser Arbeit allerdings ein erheblicher Verdienstausfall ein. Da die Kinder nur schwer andere Arbeit erhalten, so wird bei der herrschenden Teuerung der Lebensmittel dieser Verdienstausfall recht fühlbar." Und ein anderer Bericht lautet:„Die Ansichten der Eltern und Gewerbetreibenden über das Kinderschutzgesetz haben sich nicht wesentlich geändert. Nach wie vor stehen die Beteiligten den durch die Bestimmungen des Kinder- schutzgesetzes zum Ausdruck gebrachten Anschauungen zumeist fremd gegenüber. Hierin wird auch in nächster Zeit eine wesentliche Besserung nicht zu erwarten sein, da im Erzgebirge und Vogtland festeingewurzelte Anschauungen und Gewohnheiten in Werkstätte und Familie zu überwinden sind, in vielen Fällen aber zur Erzielung eines genügenden Einkommens mit der Mitarbeit der Kinder gerechnet werden muß und demgemäß die Durchführung der gesetzlichen Bestimmungen als Härte empfunden wird." Diese Bemerkung spricht Bände über das soziale Elend der Massen! Über unhaltbare gesetzliche Bestimmungen wird geklagt:„Große Schwierigkeiten erwuchsen der Aufsichtsführung durch die gesetzliche Behandlung der in Familien untergebrachten Waisen und Ziehkinder, die nach dem Gesetz als fremde Kinder zu bettachten sind und daher den eigenen Kindern hinsichtlich der gewerblichen Beschäftigung nicht gleichgestellt werden dürfen. Wo derartige Kinder mit eigenen Kindern zusammen erzogen werden, waren die aus den gesetzlichen Bestimmungen sich ergebenden Folgen den betreffenden Eltern nur sehr schwer begreiflich zu machen." Auch über die Gesundheits- schädlichkeit der Heim- und Kinderarbeit wird berichtet. So von„der zumeist wenig genügenden Beschaffenheit der oft engen, schlecht gelüfteten, manchmal auch unreinlichen und im Winter vielfach überheizten Stuben, in denen namentlich Kleinbetriebe der Blumenmacherei und der Knopffabrikation ihre Werkstätten aufgeschlagen haben." Ferner:„Wesentliche Bedenken erregt die Beschäftigung von Kindern an den Melallknopfpresten und bei der Slub' flechterei. Die Bedienung von Handmasch inen, bei der dl? kleineren Kinder mit dem Einschieben der Knöpfe unter die Preffe, die größeren dagegen mit dem Nieoerdrücken des Hebels beschäftigt werden, erfordert nicht nur große Aufmerksamkeit, sondern auch einen bedeutenden Kraftaufwand, Anforderungen, denen der kindliche Organismus auf die Dauer kaum gewachsen erscheint. überdies sind auch Verletzungen der Finger durch Quetschungen sehr.äeichl mögliche-Bei der Etuhlflochterei erregt die mit dieser Arbeit verbundene Körperhaltung Bedenken- Kleinere Kinder müssen das Einflechtm der Stuhlrahmen meist stehend verrichten, wobei durch das über- und Untergreifen der Hände der Schwerpunkt des Körpers verlegt wird. Wie die Mutter eines Kindes der Beamtin mitteitte, hätte sich die Schneiderin ihres Ottes bei der Anferttgung der Konfirmationskleider schon häufig über die schiefe Körperhaltung der Mädchen gewundert und diese mit dem Stuhlflechten in Verbindung gebracht." Geradezu grauenhasle Verhältnisse herrschen in der Lumpensortiererei. Da wird gesagt: „Die verhältnismäßig hohe Zahl der in Lumpensorttere- reien angetroffenen Kinder ist darauf zurückzuführen, daß in Crimmitschau und dessen Umgebung seil etwa 20 Jahren das Sortieren von Lumpen als Heimarbeit durch Frauen und Kinder erfolgte. Die Lumpen enthalten viel Staub, der bei der Arbeit, die im Herausschneiden von Nähten, Entfernen von Baumwollteilen und Zwirnsfäden besteht, gelockert und aufgewirbelt wird. Das Sortieren der Lunipen wird im Sommer vielfach im Freien, im Winter dagegen immer in der Wohnstube oder Küche der Familien vorgenominen. Nur vereinzelt waren zur Vornahme der Arbeit besondere kleine Arbeitsstätten vorhanden. Wenn nun auch durch die Bestimmungen des Kinderschutzgesetzes die Kinder zu dieser Arbeit nicht mehr herangezogen werden dürfen, so bleibt doch für ihre Gesundheit eine erhebliche Gefahr insofern bestehen, als sie sich in den zur Arbeitsstätte gewordenen Wohnräumen aufzuhalten pflegen und die stauberfüllte Lust einatmen. Die Mütter der Kinder sind bei der Arbeit allerdings noch größeren Gefahren ausgesetzt. Einige Luntpensorliererinnen haben mir gegenüber geklagt, daß sie sich durch Einatmen des Slaubes Atmungsbeschwerden und Brustschmerzen zugezogen hätten. Nach meiner Ansicht ist das Sortieren von Lumpe» eine Arbeit, die sich zur Heimarbeit durchaus nicht eignet und die nur m besonderen Arbeilsuätten vorgenommen werden sollte, die mit den erforderlichen Einrichtungen zum Schutze der Gesundheit der Arberter ausgerüstet find." Ähnliche gesundheitsgefährliche Verhältnisse bestehen in der Bürsten- und Pinsel-Fabrikation. Unglaublich niedrig find die Löhne in der Heimindustrie:„Bei der Bletjeitigkeit der Poiamenlenindusirie und der Vcrschlofienheit der Heimarbeiterinnen ist es äußerst schwierig, einen Einblick in die Lohnverhältnisse zu gewinnen. Immerhin läßt sich angeben, daß die Stundenlöhne zwischen sünf und zwanzig Pfennigen schwanken. Die Aufträge auf besser bezahlte Waren freilich sind kleiner und seltener, und die dilligen Massenartikel beschäftigen den weitaus größeren Teil der Bevölkerung." Ter durchschnittliche Stundenlohn der geübteren Posamentenarbeilerin kann auf zehn Pfennige geschätzt werden." Derartiges wird auch von anderen Branchen festgestellt. Alles in allem: Die Fabrikinspektorenberichte zeigen eine Unsumme von Arbeiterfamilien-Elend. Und das ist nur ein kleiner Teil, die ganze Wirklichkeit ist viel schlimmer! Gegenüber all diesen: Elend mutet es fast an wie Hohn, wenn von Plauen berichtet wird:„Die Hebung der Arbeiter in sittlicher und religiöser Hinsicht wird durch zahlreiche Vereinigungen, insbesondere durch die christlichen Vereint junger Männer, die Blaukreuz-, Jünglingsund Jungfrauenvereine ersttebt." Die denkenden Arbeiter und Arbeiterinnen kennen einen anderen Weg zur Besserung ihrer Lage: die politische und gewerkschaftliche Organisation des kämpfenden Proletariates! «. kl. Frauenrecht und Kandelsschulen in Baden. Die Handelsschulen im Großherzogtum Baden erfahren gegenwärtig eine Reform. Sie hängt zusammen mit der landesherrlichen Verordnung vom 20. Juli 1907 über den Fortbildungsunterricht, beziehungsweise mit dem Landesgesetz vom 13. August 1904. Der Besuch der kaufmännffchen Fachschulen kann durch Ortsstatut der Gemeinden nunmehr auch für die weiblichen Angestellten obligatorisch gemacht werden. Von dieser Neuerung machen die Stadt-' Verwaltungen Gebrauch. Die Stadt Offenburg führte die Verpflichtung ein und gestattet im neuen Statut nur solchen Mädchen auf ihr Ansuchen eine Befreiung vom Besuch der Handelsschule, welche nach ihrer eigenen Aussage bloß vorübergehend in eine Handelslehrstelle traten und nicht in der Absicht, sich der kaufmännischen Tätigkeit berufsmäßig zu widmen. Die Reform erstreckt sich sodann auf die Zusammen- setzung des Handelsschulvorstandes. Sie befestigt die alte Schablone, namentlich die Bestimmung, daß die Geistlichkeit aller Konfessionen in den Leitungen des gewerblichen und kaufmännischen Fortbildungsunterrichtes mit einem Mitglied vertteten sein muß. Einer oder der andere Kleriker wird noch seinen Sitz in den Borstand zu finden vermögen, aber nicht mehr wegen seiner priesterlichen Weihe. Nunmehr sollen die Borslände zu den Handelsschulen bestehen aus dem Oberhaupt der bürgerlichen Gemeinde mit seinem Stellvertteter aus dem Stadttat, aus den Schulvorständen und aus mehreren Verttetern der sozial in Bettacht kommenden Schichten: Prinzipalvertreter und Delegierte der Handelsgehilfen, ferner aus einer Vertreterin der weiblichen Handelsbeflissenen. die eine fachmännisch gebildete Frau sein muß." Gegen eine solche Neuerung erhob sich Widerspruch aus Kreise» kaufmännischer Angestellter. Der Stadttat hatte den Statutenentwurf zur Begutachtung auch der Qrtsgruvv«., Offenburg des Deutsch-nationalen Handelsgehilfenvereins unterbreitet. Dieser erklärte in einer Zuschrift an das Bürgermeisteramt, daß seines Erachtens ein Bedürfnis zur Ausdehnung der Schulpflicht aus weibliche Angestellte nicht vorliegt. Di« stadträtliche Vorlage an den Offenburger Bürgerausschuß(27. März d. I.) teilt über diesen Fall mit: „Die Handlungsgehilfin," so wird in dem an uns gerichteten Schreiben(des Deutsch-nattonalen Gehilfenverbandes) ausgeführt,„ist eine Durchgangserschei- nung von der Schule in die Ehe." Es sei statistisch nachgewiesen, daß von den weiblichen Angestellten nach dem 27. Lebensjahr nur noch 5 Prozent der ursprünglich Angestellten in kaufmännischen Bettieben tätig seien. Trotzdem die von dieser Seite beanstandete Bestimmung keine Neuerung darstellt, haben wir(der Offenburger Stadtrat) doch die Handelskammer Lahr ersucht, zu dieser Beanstandung Stellung zu nehmen. Diese teilt uns mit Schreiben vom 12. Februar mit, daß sie auf ein, Anfrage des Stadtrats Lahr in derselben Angelegenheit folgende Äußerung abgegeben habe: „Die Handelskammer sprach sich in ihrer letzten Plenarsitzung mit Einstimmigkeit dahin aus, daß ebenso wie die männlichen auch die weiblichen Handlungsgehilfen und Lehrlinge gemäß den Bestimmungen des Gesetzes vom 13. August 1904 durch statutarische Bestimmung zum Besuch der Handelsschule verpflichtet werden sollen. Es entspricht gleicherweise den Forderungen der Billigkeit, daß den weidlichen Handlungsgehilsen und Lehrlingen einerseits im Interesse ihrer Leistungsfähigkeit und ihres späteren Forttommens die Mittel zur weiteren fachlichen Ausbildung gewährt und andererseits behufs Gleichstellung mit den männlichen Be- rufsgenoffen im Wettbewerb die Verpflichtung zur Teilnahme an dieser Ausbildung auferlegt werde. Daran hat auch der Handelsstand als Arbestgeber ein erhebliches Interesse, während die Auferlegung dieser Verpflichtung gleichzeitig geeignet ist, der keineswegs erwünschten Bstdung eines weiblichen lau, männischen Proletariats vorzubeugen oder doch entgegenzuwirken." Diese Antwort enthält indirett eme treffliche Kennzeichnung der rückständigen Auffaffung, wie die deutsch-nationale Gehilfenschaft sie den weiblichen Handelsangeftellten gegenüber bekundete. Die Herren haben sich aus der bürgerlichen Gesellschaft eine Blamage geholt. Um so besser! m. g. " Bei der Gewerbeschule find vier Vertreter der Arbeitg und zwei der Arbeiter in den Vorstaad zu entsende». Die Gleichheit 63 Dienstbotenverhältnisse und Hauswirtschaft in Amerika und Deutschland. Der Unwilligkeit, anderen zu dienen, entspricht gewisser« maßen in Amerika eine Unwilligkeit, sich bedienen zu lassen. Was sind denn in Deutschland zum' Teil die letzten Gründe, daß man glaubt, nicht ohne Dienstboten leben zu können? »Man kann doch dies nicht tun— kann jenes nicht tun, dies paßt sich nicht, jenes schickt sich nicht.' Kurz, die Deutschen unterscheiden stark zwischen schicklicher oder standesgemäßer Arbeit und niederer Arbeit. WaS da? anbelangt, so steht ihrer Aufsasiung Amerika als neu« Welt gegenüber. Ter Amerikaner hat eigentlich für alle seine Tätigkeit nur einen Generalbegriff—.vorlc'(Arbeit). Der Präsident, der Unternehmer, der Beamte, der kleine Angestellte: sie alle.vorlc'(arbeiten). Es macht keinen Unterschied, ob es.danckvork'(Handarbeit) oder.braiovorü'(Hirnarbeit) ist. In Amerika geht jedermann ,tc> vorß'. Wo nicht andere Helfer sind, ist es selbstverständlich, daß der Hausherr beim Aufwaschen der Teller hilft, daß er womöglich Einkäufe besorgt, daß er Holz und Kohlen zuträgt usw. Selbst daS»dadzs' auf die Straße zu bringen, erscheint ihm keine �Zumutung'. Für den Amerikaner existiert jene fix« Idee des Deutschen nicht, daß es im Hause Arbeiten gibt, die des Mannes nicht würdig und Weiberarbeiten seien. Taher ergibt sich von selbst, daß er bereit ist, seiner Lebenskameradin jede Art Arbeit abzunehmen. Nach dem Verfasser der Studie wirft daS Halten von > Dienstboten m dieser Beziehung höchst unvorteilhaft auf > die Entwicklung von Geist und Charakter des Kindes zurück. : Kann es dessen empfänglicher Seele entgehen, daß jemand > im Hause ist, der gewisse Arbeiten— vornehmlich die unangenehmsten— tun muß? Muß das Kind da nicht allmählich das unbewußt« Gefühl erwerben, daß man gewisse ! Arbeile» nicht selbst verrichtet, daß sie vom Mädchen verrichtet werden müssen, selbst wenn man es gut selbst tun könnte? Dadurch wird der Same in das Kinderherz gestreut, daß es würdige und unwürdige Beschäftigung, bessere und geringere Menschen gäbe. Damit muß aber auch naturgemäß eine gewisse Unsicherheit des persönlichen Verhaltens überhaupt anerzogen werden. Die Bescheidenheit wird zur Schüchternheit und paart sich mit gelegentlicher llberhebung und Frechheit, wie das so oft bei deutschen Jungen der Fall ist. Gegen Respektspersonen und Bekannte sind sie artig. gegen Fremd« und einfache Leute stecken sie dagegen Rüpel- Manieren heraus. Gewiß, der junge Amerikaner ist nach Or. Schultz ein , Prachtexemplar von Unverftorenheit, Respektlosigkeft und Haltlosigkeit. Aber aus dem»rauhen Bengel' erwachsen Männer von Zähigkeit, Energie und Klarheit des Willens. � Schon im Kinde sind diese Eigenschaften deutlich erkennbar. Es«uß Ausländern in Amercka aussallen, daß amerikanisch« - Kinder sich so gar nicht in ihrem Treiben durch die Gegenwart Erwachsener stören lassen, ja daß sie energisch gegen alles Eingreifen solcher protestieren. Aber auch die Un- ' gezogenheiten amerikanischer Kinder sind weniger gegen Er- e wachsen« gerichtet als anderswo. Dazu trägt allerdings bei, t daß die amerikanische Jugenderziehung an Stelle der Autorität Erwachsener möglichst die eigene vernünftige Ein- ' sicht des Kindes zu setzen versucht. So wächst der Amerikaner - in ein besseres Verhältnis zur Welt hinein als sein euro- - päischer.Vetter'. Mit dem Besen ist er schon vom Eltern- ) Haus her bekannt, und mit dem Ausfegen von Kontor und ' Arbeitsstätte fängt er seine praktische Karriere an, ohne daß - ihn das als eine starke Zumutung entrüstete. Im Vergleich damit erkennt man, wie viel innere Hem- Z mungen die deutsche Hauserziehung für die heranwachsende - Jugend schafft. Innere Verknöcherung ist die Folge davon, r«ine Art Halbmumientum, das sich nur halten kann, weil t die ganze Gesellschaft mehr oder weniger verknöchert ist. e Am besten gedeihen die Halbmumien in den staatlichen Be- k amtenkarrieren mit ihren glatten, ausgeleierten Geleisen. Wie ungünstig ein Familienleben, das im Zeichen des ' Tienstbotenwesens steht, auch auf das Gesellschafts- und e Volksleben im weitesten Sinne zurückwirken muß, ist nach b dem Verfasser der Abhandlung unzweifelhaft. Ist der Dienst- � böte Anschauungsbild und Demonstrationsobjekt des Klassen- h geistes für das Kind, so beeinflußt das auch stark das Zu- t sammenleben nächster Bekannter und vor allem Verwandter. ' Es ist nicht alles Tugendstrenge, es ist nicht alles Charakter, - was sich w Deutschland zu Gericht setzt über den lieben � Mumenschen. b Ter Verfasser schildert die technische, ästhetische und ge- - sundheitliche Überlegenheit des amerikanischen Hauses und � der amerikanischen Hauswirtschaft. Gas oder Elektrizität t ist überall zu finden, Wasserleitung ebenso. Sogar der s„tarmer", der Landbewohner, ist fortschrittlich, und gerade S in der Tatsach«, daß aller Fortschritt in Amerika in die Z Massen dringt, unterscheidet es sich von Deutschland. Man ll sieht selbst Dörfer, die ihre elektrische Anlage, wie primitiv auch immer, haben. Über einer elenden Landstraßenpsütze � hängt vielleicht eine richtige Bogenlampe, wenn auch an e einer recht ländlichen Vorrichtung. Bei den meisten Farm- 5 Häusern, kleinen Gehöften usw. stehen Windmotore mit einem � erhöhten Bassin: der Bauer hat seine eigene Wasserleitung. Der uralte Stolz deutscher Hausfrauen sind heute noch di« in Schillers.Glocke' besungenen Schreine, gefüllt mit � glänzendem Linnen. Jede.bessere' Frau muß ein« komplette Aussteuer haben, bei der jede? Stück Wäsche usw. nach Dutzenden vorhanden ist. Zur Bergung des Reichtums bedarf es der Schränke und des Raumes. Da leben die Amerikanerinnen leichtsinniger in den Tag hlnein. beiuah« wie Studenten. Zwar steht aui der Waschlist« nicht nur das Hemd und der Kragen; dennoch soll im allgemeinen die Amerikanerin über das Zweistücksystem selten hinausgehen. Oft genug wäscht und bügelt sie am Abend, was sie am nächsten Tage wieder in Gebrauch nimmt. In Amerika trägt man in der Regel viel leichtere Stoffe, besonders in Leinenwäsche, als bei uns. Die derben deutschen Wäschestücke erregen dort nicht nur Erstaunen, sondern komischen Schrecken, auch im Gedanken an das nötige viele.Ausbessern', bis solch„Dauerstück" aufgetragen ist. Was die Küchengeräte anbelangt, so befinden sich unter ihnen mancherlei praktische Dinge, die daS Bestreben verraten, der Hausfrau die Arbeit zu erleichtern, und die vielfach von praktischen Hausfrauen erfunden worden sind. Das Bestreben, die Hauswirtschaft zu erleichtern, kommt überhaupt in der Wirtschaftsmethode der Amerikanerin zum Ausdruck. Langes Kochen ist verpönt. Charakteristisch für amerikanische Kochbücher sind die zahlreichen Gerichte, die in fünf Minuten hergestellt werden können, dafür leider aber vielfach in Stunden nicht zu verdauen sind. Das System der Zentralheizung ist weit verbreitet. In größeren Etagenhäusern gibt es einen Hauswart, der außer der Heizung auch die Reinigung der Treppen und die Beseitigung der Küchenabfälle zu besorgen hat. Auch selbst mit Einrechnung der Entlohnung eines Hauswarts stellt sich die Zentralheizung nicht teurer als die Einzelofenheizung. Was braucht da in Amerika ein sich verheiratendes Paar an sogenannter„Einrichtung"? Wie groß ist der Unterschied zu dem Vielerlei, was nach der deutschen Auffassung zu einer.anständigen Ausstattung' notwendig ist! Die Art der Wohnungseinrichtung und der Wirtschaftsführung macht es in Amerika gerade den jungen Familien mit zunächst meist geringen Einnahmen und noch nicht gesicherten Lebensaussichten möglich, sich ein eigenes Heim zu gründen, ohne daß sie von vornherein durch.Abzahlungen' mit finanziellen Sorgen belastet werden. Daß das Hausleben in Deutschland nicht nach praftischen Gesichtspunkten eingerichtet ist wie in Amerika, liegt nach vr.Schultz nicht daran, daß die Amerikaner uns praktisch überlegen wären. Es hängt ganz wesentlich mit dem Halten von Dienstboten zusammen. Wo Hausfrau, Hausherr und Kinder selbst zugreisen müssen, wird der Erfindungsgeist weit stärker angeregt, sich Arbeiten zu erleichtern, Zeit zu ersparen usw. über die Arbeiten der Dienstboten zerbricht man sich nicht viel den Kopf. Die Dienstboten sind ja dazu da, daß sie alles Unangenehme verrichten. Die Vereinfachung und praftischere Gestaltung des Haushaltes und die richtige Wertung jeder Art von Arbeit können nach vr. Schultz' Artikel viel dazu beitragen, die Last der mechanischen Wirtschaftsarbeiten zu verringern, der Frau Möglichkeit zu geistiger und anderer Betätigung zu geben, die Dienstboten abzuschaffen, di« nur zur persönlichen Bedienung da sind, und die Interessen- und Arbeitsgebiete von Mann und Frau dadurch einander zu nähern, daß auch der erslere, wenn nötig, im Hauswesen mit zugreift. Aus der Bewegung. Für mehr Arbciterinnenschutz? Protest zu erheben gegen das Flickwerk und die Arbeiter- und Arbeiterinnenschutzheuchelei des neuesten Entwurfes einer Gewerbeordnungsnovelle fanden prächtig besuchte Frauenversammlungen statt im I. und II. Hamburger Wahlkreis. Genossin Zietz unterzog di« einzelnen Bestimmungen des Entwurfes einer vernichtenden Kritik und stellte dem gegenüber, was wir als Minimum eines wirksamen Schutzes für die Arbeiterinnen verlangen. Eine demgemäß abgefaßte Resolution fand einstimmige Annahme. Zirka llX> neue „Gleichheit'-Abonnenten und ebensoviel Mitglieder für die Partei brachten uns diese Versammlungen. Für den Vlll. schleswig-holsteinischen Kreis hatte Genossin Baumann zu demselben Zweck Versammlungen in A l t o n a, Wandsbeck, Sande und Schiffbeck veranstaltet, in denen gleichfalls Genossin Zietz referierte. Vor allem die Altonaer Versammlung erfreute sich eines glänzenden Besuchs, und es waren in der Hauptsache gewerbliche Arbeiterinnen, die das Kontingent der Besucher stellten. Als besonders wirksam hatte sich bei der Voragitation der Umstand erwiesen, daß Genossin Baumann sich mit dem Gewerkschaftskartell in Verbindung gesetzt hatte, damit die Gewerkschaften mit weiblichen Mitgliedern diese per Laufzettel einladeten.— Auf Veranlassung der Genossin Schönfelder fanden in Ottensen und Glückstadt Versammlungen mit dem gleichen Thema und derselben Referentin statt. Auch zu diesen Versammlungen hatten die Genossinnen fleißig agitiert, und der Erfolg blieb nicht aus. Der Besuch war ein guter, und wie im Altonaer Kreis so wurden auch hier zahlreiche neue Mitkämpferinnen gewonnen. I-. Agitation im Zeitzer Kreis. Ende Januar veranstaltete der Kreis Vertrauensmann eine Tour durch sämtliche Orte, in denen uns Lokale zur Verfügung stehen. Es galt, die politische Situation und die Erregung der Massen, erzeugt durch die Wahlrechtsbewegung in Preußen, für unsere Bewegung, vor allem aber für die Aufrüttelung des weiblichen Proletariats auszunutzen. Wir können sagen, daß dies prächtig gelungen ist. Die Versammlungen, in denen die Genossinnen Tietz und Zietz referierten, erfreuten sich fast ausnahmslos eines glänzenden Besuches. In manchen Orten ward der Grundstein zu einer Frauenbewegung gelegt, in anderen, wo diese bereits besteht, wurden neue Anhänger geworben. Im ganzen wurden reichlich tttOV.Gleichheit'abonnenten, sehr viele freiwillige Beitragzahler und Abonnenten der lokalen Parteipreffr gewonnen. Gleich nach Beendigung der Tour traten alle weiblichen Vertrauenspersonen des Kreises zu einer Besprechung zusammen und wählten Genossin Leopold zur Kreisvertrauensperson. Wieder ein prächtiger Schritt vorwärts. I-. Agitation im Kreise Weimar. Der proletarischen Frauenbewegung auch im Weimarer Kreise neue Anhänger zu werben, fanden anfangs Februar Versammlungen statt in Weimar, Apolda, Wickerstedt, Allstedt, Ilmenau, Rhoda und Martinroda, in denen Genossin Zietz referierte. In sämtlichen Orten wurden der Partei Mitglieder und der.Gleichheit' Leserinnen zugeführt. JnWeimar, Apolda und Ilmenau ist es eine Freud«,/ die Begeisterung und Tätigkeit der führenden Genossinnen zu beobachten. In Ilmenau verspricht die junge Genossin Fischer, die schon recht fleißig für die Porzellanarbeiter agitiert, zu einer tüchtigen Kraft heranzureifen, was vor allem der unermüdlichen Aufklärungsarbeit unseres Genossen Hofmann zu danken ist. In Martinroda fand die Wahl einer weiblichen Bertrauensperson statt, die bei ihrer Arbeit zu unterstützen die Genossen freudig versprachen. I,. 2. . Von der Agitation. In der Zeit vom 2S. bis 2S. Februar referierte Genossin Weyl-Berlin in vier öffentlichen Frauenversammlungen zu Stettin, Grabow, Bredow und Frauendorf über:.Die Frauen und das Kommunal- wesen". In chrem außerordentlich lehrreichen Vortrag wies die Referentin Unter anderem darauf hin, daß aller Säuglingsschutz nur halb fei, der erst nach der Geburt des Kindes einsetze. Durch die Fürsorge für die Schwangere müsse daS Kind schon im Mutterleid geschützt und mit der ärztlichen Überwachung und der Verpflegung der Schulkinder müsse der Säuglingsschutz weitergeführt werden. Mit einer begeisternden Aufforderung zum politischen und gewerkschaftlichen Zusammenschluß schloß die Referentia ihr hochinteressantes Referat. Die Versammlungen brachten der freien Organisation 3S und den Bildungsvereinen zirka 20 neue Mitglieder. Es geht, wenngleich langsam, auch in Pommern vorwärts. E. Kuschel. In sechs öffentlichen Frauenversammlungen zu Tangermünde, Stendal, Lemsdorf, Barleben, Sudenburg und Magdeburg referierte vor einigen Wochen Genossin Tietz-Berlin. In den ersten vier Versammlungen sprach sie über die Frage:„Welchen Wert hat die Bildung für die Arbeiterin?", in den beiden letzten behandelte sie daS Thema:.Die Eroberung politischer Rechte, ein« Lebensfrage für die Arbeiterschaft". Die Versammlungen waren von den Magdeburger Genossinnen vorbereitet worden. Besonders imposant verliefen sie in Tangermünde, Stendal und Lemsdorf. In dem letzteren Orte wurde ein Frauenbildungsverein gegründet, dem 74 Frauen beitratem Dem Verein zu Barleben schloffen sich in der Versammlung IS neue Mitglieder an, die auch die„Gleichheit' abonnierten. Der Sudenburger Berein gewann 24 Mitglieder. Im Anschluß an den Bortrag wurde in der Versammlung zu Magdeburg die Unterzeichnete zur Vertrauensperson gewählt, weil Genossin Mahn krankheitshalber ihr Amt niederlegen mußte. In eine Agitatton für die„Gleichheit" einzutreten, behielten sich die Genossinnen für später vor. Marie Knöfler. Das Thema:„Kochtopf und Politik" behandelte die Unterzeichnete in öffentlichen Frauenversammlungen, die m der Zeit vom 19. Februar bis S. März in folgenden Orten stattfanden: Gerresheim, Essen-Rüttenscheid, Barmen, M.-Gladbach, Elberfeld, Krefeld, Remscheid, Düsseldorf, Duisburg, Mühlheim a. d. Ruhr und Schönebeck bei Essen. Fast sämtliche Versammlungen waren gut besucht. Es wurden der„Gleichheit" ungefähr 150 Abonnentinnen gewonnen, die zugleich die Reihen der organisierten Genossinnen stärken. Am 4. März referierte die Unterzeichnete in einer Frauenversammlung zu Reinbeck in Holstein über„Rechte und Pflichten der Frauen im Kampfe umS Dasein". Die Versammlung war die erste für Frauen, die am Orte stattfand. In großer Zahl waren die Proletarierinnen erschienen. Genossin Peters wurde zur Vertrauensperson gewählt, und 19 Frauen erklärten sich bereit, freiwillige Beiträge an die Partei zu zahlen und die„Gleichheit" zu abonnieren. Eine öffentliche Gewerkschaftsversammlung zu Bützow i. M., die das dortige Gewerkschaftskartell einberufen hatte, war sehr gut besucht, auch von Frauen. Die Unterzeichnete sprach über das Thema:„Im Schweiße deines Angesichts sollst du dein Brot essen." Dieses Thema ist im Lande des Ochsenkopfs wohl angebrachter, wie in irgend einem anderen. Die sogenannten Mecklenburger Arbeitstage sind bekannt. Mehr noch als sonstwo ist hier Rechtlosigkeit mit Ausbeutung auf das engste verknüpft. Um so mehr müssen die Mecklenburger Proletarierinnen und Proletarier dem Mahnruf folgen: Proletarier, vereinigt euch! Linchen Baumann. Eine sehr gut besuchte öffentliche Frauenversammlung fand am S. März in Dortmund statt. Genosse König referierte über das Thema:„Was fordern die Frauen?" Der Referent zog in seinem Vortrag unter anderem die Grenzlinie, die die Proletarierinnen von den bürgerlichen Frauenrechtlerinnen scheidet. In der Diskussion forderten die Genossinnen Lex und König zum Anschluß an die lose Organisation der Genossinnen auf. Nachdem 10 Frauen dieser Aufforderung nachgekommen und zugleich Leserinnen der„Gleichheit" geworden waren, wurde die Versammlung mit einem begeisterten Hoch auf die proletarische Frauenbewegung geschlossen. AIS im Ottober voriges Jahres der hienge Frauenverein zur losen Organisation überging, betrug die Zahl der Mitglieder 63; inzwischen ist sie auf 160 gestiegen. Die.Gleichheit' hat 120 Abonnentinnen am Orte. Frau Rauer. 34 Die Gleichheit Nr.7 Am 11. März fand in Theißen zum ersten Male eine| heit" aufzubringen. Die Genofsinnen unterstützten die Ge- auf welche sie einen Einfluß haben, dafür sorgen, daß auch öffentliche Frauenversammlung statt, die von den noffen bei der Reichstagswahl durch Sammlung von Geld- Frauen beigezogen werden zu den so eminent in das Leben Leserinnen der„ Gleichheit" einberufen worden war. Genosse mitteln und verbreiteten 600 Wahlflugblätter. Sie setzten 200 der Arbeiterfamilien eingreifenden Ressorts der Schule, der Beopoldt- Beiß referierte über das Thema: Was will Eremplare der Broschüre über Frauenleiden" von Dr. Zadek Armen-, Kranten- und Kinderpflege, zu Fragen der Zwangsbie Sozialdemokratie?" Mit Interesse folgten die zahlreich um und 73 Exemplare der über die Kinderarbeit und und Fürsorgeerziehung. Die Arbeit dürfe aber nicht ins erschienenen Frauen den Ausführungen des Referenten, und ihre Bekämpfung" von Genoffin Dunder. Auf der inter- Blaue hinein geschehen. Darum möge der Landesvorstand es wurde der Wunsch laut, daß bald wieder ein Vortrag nationalen Frauenkonferenz waren sie durch eine Delegierte zum nächsten Parteitag einen Feldzugsplan mitbringen und gehalten werden möge. Die„ Gleichheit" gewann neue Lese- vertreten. Von einer Delegation zum Essener und zum den darauf bezüglichen Erörterungen in den Organisationen rinnen, deren Zahl am Orte nunmehr 130 beträgt. 50 Ge preußischen Parteitag mußten sie aus Mangel an finan- ein breiteres Feld einräumen. Auch auf diese wichtige Sache nofsinnen leisten freiwillige Beiträge an die Partei. Als ziellen Mitteln Abstand nehmen. Alle Genofsinnen und Ge- treffe das Wort zu: Bescheidenheit sei zwar eine Zier, doch Austrägerin der„ Gleichheit" wurde Genossin Anna Haus- nossen müssen im neuen Jahre nach Kräften für die poli- weiter tomme man ohne ihr. Der Antrag fand einhälter gewählt. Beschwerden über die Zustellung der tische Aufklärung der Proletarierinnen sorgen, dann wird stimmige Annahme. Mögen die badischen Genofsinnen „ Gleichheit sind an die unterzeichnete Vertrauensperson zu die proletarische Frauenbewegung auch in Burg rustig vor- nunmehr fleißig an die Arbeit gehen. Mögen aber auch die richten. Lina Haushälter. wärtsschreiten. Minna Suchy und Charl. Blumtritt. Genossen der vielen Parteiorte, an welchen noch gar feine Ein Erfolg der Frauenbewegung in Ilmenau. Die Die Frauen bei den Wahlrechtsdemonstrationen am Frauen politisch organisiert sind, mit ihrer Agitation ein Verteuerung der Lebensmittel und die immer schlechter 18. März. Fast von allen Orten, wo am 18. März Wahl- sehen. Das Votum ihrer Delegierten hat ihnen eine Pflicht M. werdenden Löhne der Arbeiter und Arbeiterinnen haben die rechtsdemonstrationen stattfanden, tann berichtet werden, daß auferlegt, die sie erfüllen müſſen. Der Nürnberger Magiftrat im Kampfe gegen bas Mädchen und Frauen Ilmenaus aufgerüttelt. Es ist ihnen die Frauen sich viel stärker als in früheren Jahren an den flar geworden, daß sie sich zusammenschließen, um gemein- Beranstaltungen beteiligten. Besonders war das in Berlin Vereinsrecht der Arbeiterinnen. In Nr. 5 haben wir sam mit ihren Brüdern und Gatten den Kampf gegen der Fall, wo die Frauen durch zwei packende Aufrufe der bereits von dem glorreichen Bersuche des freisinnigen MagiKnechtschaft und Ausbeutung zu führen. Vor zwei Jahren Vertrauenspersonen zur regen Beteiligung aufgefordert worden strats der guten Stadt Nürnberg berichtet, durch einen Vorbereits war hier eine sozialdemokratische Frauenorganisation waren. Die beiläufige Bemerkung in den Demonstrations- ftoß gegen die gewerkschaftlichen Unterrichtskurse der Ge gegründet worden, beren Mitgliederzahl aber bald von 50 berichten: auch die Frauen waren start vertreten, genügt noffin Grünberg das Vereinsrecht zu meucheln. Die Ver auf 10 zusammenschmolz, weil sich die Parteigenossen wenig burchaus nicht, um ein Bild von der Beteiligung der Ge- handlung vor dem Amtsgericht warf so helles Licht auf das um die junge Bewegung fümmerten. Die Jlmenauer Frauen nofsinnen am Wahlrechtstampf zu geben. Bei den Demon- Vorgehen des Magistrats, daß sie verdient, in den weitesten und Mädchen haben jedoch bald deutlicher erkannt, wie not ftrationsversammlungen des 18. März herrschte vielfach das Kreisen bekannt zu werden. Zur großen Verblüffung des ihnen der Zusammenschluß tut. Ihre Organisation zählt weibliche Element vor. Die Genoffinnen fordern Gleich- Amtsanwalts Baudler lehnte es die Sünderin" ab, fich jezt 80 Mitglieder, von denen 55 Leserinnen der Gleich berechtigung! Sie ziehen aber auch die Konsequenz aus über ihre politische Missetat zu äußern und überließ diesem heit“ sind. Es iſt die beste Hoffnung vorhanden, daß sich dieser Forderung: sie bleiben in der politischen Pflicht Herrn allein die Beweisführung. Der war auf die Beweis diese Zahlen bald verdoppeln werden. Kürzlich haben es die erfüllung nicht hinter den Männern zurüd. zu vielen führung nicht vorbereitet", so daß sich diese auf die Ver Genofsinnen durchgefeßt, daß sie das Pfund Fleisch um 20 Pf. Tausenden waren sie als llaffenbewußte Kämpferinnen auf lefung des Aftenmaterials beschränken mußte. Der Amtsbilliger erhalten, als vor ungefähr einem Vierteljahr. Sie dem Posten. Schon am frühen Morgen des 18. März wurde richter bemerkte dazu, daß seit September 1907 Zeit genug verlangten von dem Aufsichtsrat des Konsumvereins in einem die allgemeine Aufmertfamteit durch einen Zug von mehreren gewesen sei, Beweismittel herbeizuschaffen. Das klingt nicht Besuch, das etwa 400 Unterschriften von Mitgliedern dieser hundert Frauen erregt, die mit einem Riefentrans zum übel, läßt aber die milde Weisheit eines alten Kochbuchs Organisation trug, er möge ihnen auf irgend eine Art Friedhof der Märzgefallenen marschierten. Laute Beifalls vermissen, nach der auch ein Staatsanwalt wie eine Röchin billigeres Fleisch verschaffen. In einer außerordentlichen fundgebungen begleiteten ben Zug. Der Kranz der Geschließlich nur nehmen" tann, so man hat". Übrigens Generalversammlung der Mitglieder wurde beschlossen, das nossinnen trug folgende Inschrift, deren Berfasserin Genossen wurde der Mangel einer amtsanwaltlichen Beweisführung Fleisch von einem Megger zu entnehmen, der es für 70 Pf. Dölz ist: verkauft, während es vorher 90 Pf. foftete und in furzer Zeit noch teurer werden sollte. Inzwischen haben sich auch schon die anderen Herren Fleischermeister besonnen und verkaufen das Fleisch nun ebenfalls billiger. Das läßt erfennen, was die Proletarierinnen vermögen, wenn sie zusammenftehen. Elise Fischer. und da Man hat mit höhnender Gewalt g 1d Ein Niemals" schmetternd ausgerufen Und glaubt, der Boltsgeist mache Halt Bor Kanzler- oder Königsstufen. Doch feinem ist es noch geglückt, Den Sonnenaufgang zu verhängen. Die alten Mauern sind zerstückt. reichlich durch den Einblick in das interessante Atten material aufgewogen. Nach den Aften der Voruntersuchung hat der natürlich rechtskundige Magistratsrat Stör am 2. September 1907 in der Tagespost" einen Aufruf an die organisierten Arbeiterinnen gelesen, in dem es hieß, daß fie fich an einem Bildungsfurs beteiligen möchten, in welchem über gewerkschaftliche Arbeiterverbände, fiber Von den Organisationen. Ein Frauen Unternehmerorganisationen und über die sozialpolitischen Wir sind die junge Kraft. Wir drängen. Mädchenbildungsverein wurde am 7. März in einer Gesetze gesprochen werden solle. Als Zweck des Bildungs öffentlichen Versammlung zu Stendal gegründet. Nach Aufsehen erregte auch die Beteiligung der Frauen an der furses war angegeben: Die gewerkschaftlich organisierten einem sehr inhaltreichen Vortrag der Genoffin Bollmann, Nachmittagsversammlung im Gewerkschaftshaus. In einem Frauen und Mädchen mit dem Grundgedanken der modernen der mit vielem Beifall entgegengenommen wurde, ließen sich langen, mehrere hundert Genoffinnen zählenden Buge tamen die Arbeiterbewegung befannt zu machen, um sie zu tüchtigen 57 Mitglieder in die neue Organisation aufnehmen, von Demonftrantinnen zum Bersammlungslokal. Und von vergewerkschaftlichen Rämpferinnen heranzubilden. Der rechts benen 40 die Gleichheit" abonnierten. Hoffentlich werden schiedenen Seiten folgten Kleinere Trupps nach. Diefe Demon fundige Herr Magistratsrat hat den Beitungsartikel bem die Bemühungen zur Auftlärung der arbeitenden Frauen ftrationen der Frauen erregten nicht nur die Aufmerksamkeit Schulrat Dr. Glauning zur Außerung zugestellt, ob nicht und Mädchen erfolgreich sein. Der Borstand. der Bassanten, fie löften auch Begeisterung aus und wirkten an ein von polizeilicher Genehmigung abhängiger Schul Jahresbericht der Genoffinnen von Burg bei feuernd. Und in allen Bersammlungen ein auffallend startes unterricht vorliege. Auch dieser Herr war sich darüber nicht Magdeburg. Die Genoffinnen von Burg bei Magdeburg Rontingent von Frauen! Nicht als Mitläufer waren sie dabei, gang flar. Er gab die Sache weiter an den Schulinspektor haben im letzten Jahre ihre Hauptaufmerksamkeit der ge- denen man einen Platz anweisen muß, sondern die Ge Weiß, dem verflossenen freisinnigen Reichstagsabgeordneten. wertschaftlichen Organisation der Arbeiterinnen nofsinnen traten als eine organisierte, felbstbewußte Masse Der neigte wie die beiden anderen ebenfalls zur Bejahung zuwenden müssen. Die Vertrauensperson setzte sich mit den auf, die sich ihrer Bedeutung als politischer Faktor bewußt der Frage hin. Nun wurde der Arbeitersekretärin ein Krimi Vorständen der Gewerkschaften in Verbindung und half für geworden ist und den entschiedenen Willen bekundet, sich die naler ins Haus geschickt zur Überbringung der Aufforderung, die Verbände der Handschuhmacher, der Land. und ihr bisher noch vorenthaltenen Rechte zu erobern. Die März bie Abhaltung des Bildungskurses anzuzeigen und um die Fabritarbeiter und der Schuhmacher Arbeiterinnen- demonstration hat bewiesen, daß es eine proletarische Frauen- Genehmigung bazu nachzusuchen. Nach dem aufgenommenen versammlungen veranstalten, in denen die Genossinnen Ka- bewegung gibt, die marschiert, die fest und flar ein Ziel vor Protokoll hat die Arbeitersekretärin die Auffordernng zur m. 1. Einreichung des Genehmigungsgesuchs mit der Begründung beit, Lungwig und Hoppe referierten. Dem Handschuh- Augen hat. Und sie wird ihr Ziel erreichen. macherverband, der in Burg noch keine weiblichen Mit- Der badische Landesparteitag und die Organisation abgelehnt, daß sie dazu nicht verpflichtet sei. Wiederum gingen glieber zählte, traten 82 Frauen und Mädchen bei, dem der badischen Frauen. Am 7. und 8. März fand in Offenburg die Atten von einem magiftratischen Bureau ins andere, Land- und Fabritarbeiterverband 85. Durch Hausagitation der badische Landesparteitag statt. Der Mannheimer Wahl alle Rathausjuristen und obersten Schulmänner beharrten wurden 124 Arbeiterinnen für die Gewerkschaften gewonnen, verein hatte dazu Genossin Kehl entsandt, die Vertrauens- auf ihrer Meinung und schließlich wurde am 6. November so daß jetzt im ganzen in Magdeburg 634 Frauen und person der Genofsinnen und Leiterin der dortigen Dienst in geheimer Sigung( D) ein Polizeifenatsbeschluß herbeige Mädchen gewerkschaftlich organisiert sind. Die Genoffinnen botenorganisation, von Offenburg war Genoffin Geck deles führt, wonach die Beranstaltung der Bildungskurse der Ge müssen nun bestrebt sein, die gewertschaftlich organisierten giert. Genoffin Rehl brachte im Auftrag der weiblichen nehmigung der Regierung bedürfe. Bugleich wurde beschlossen, Arbeiterinnen auch für das politische Leben zu interessieren. Abteilung des sozialdemokratischen Ortsvereins Mannheim gegen die Übeltäterin wegen übertretung der Verordnung Überhaupt muß im neuen Jahre die politische Betätigung folgende Resolution ein:„ Die politische Situation in Deutsch vom 18. Mai 1905 Strafanzeige zu erstatten, nachdem bei der der Genossinnen eine regere werden, natürlich ohne daß dar land und in Baden macht es erforderlich, daß auch die er- Regierung von Mittelfranken die Zustimmung dazu eingeholt über die gewerkschaftliche Bewegung vernachlässigt werden wachsenen Mädchen und Frauen der sozialdemokratischen worden. Die Regierung schickte bie Atten zurüd mit der Be darf. Der Frauen und Mädchenbildungsverein von Partei zugeführt werden. In vielen Orten Badens fann mertung: Es wird keine Erinnerung erhoben, wenn die Frage Burg hat leider nur eine ganz geringe Mitgliederzunahme das politische Interesse erst geweckt werden, wenn die durch den Strafrichter ihre Erledigung findet. Darauf wurde der aufzuweisen. Die Zahl seiner Mitglieder betrug am Anfang Frauen der politisch führenden Genossen den Anfang machen magistratische Amtsanwalt angewiesen, die Anklage herbeizu des Jahres 70, ging dann auf 60 zurück und stieg bis zum und den Vereinen beitreten. Der Parteitag empfiehlt des führen. Nach der Verlesung der Aften stellte der Amtsanwalt den Jahresschlusse wieder auf 72. Die Versammlungen des halb den Parteigenossen, ihre Frauen den Parteivereinen Antrag, die Berhandlung zum Zwecke der Beschaffung Vereins sollten besser besucht werden. Die geringe Betei- zuzuführen." Infolge eines angenommenen Antrages auf weiteren Beweismaterials auszusehen. Genoffin Grünbergs ligung der Mitglieder an ihnen hat zur Folge gehabt, daß Schluß der Diskussion fonnte Genoffin Rehl ihre Resolution Verteidiger, Rechtsanwalt Dr. Süßheim, befämpfte ben sie nur noch einmal im Monat stattfinden. Soll aber der nicht mehr begründen, diese wurde aber einstimmig an- Antrag. Er machte geltend, daß es sich um eine Recht Berein feinen Zweck erfüllen: Aufklärung unter die Frauen genommen. Am zweiten Berhandlungstage tam Genossin frage handle, über die nicht durch den Strafrichter, sondern des werktätigen Voltes zu tragen, so darf zu seinen Ver- Kehl noch zum Wort, und sie holte bei dieser Gelegenheit ge- auf dem Verwaltungsweg entschieden werden müsse. Zur Sache selbst führte er aus, es handle fich bei den Bildung sammlungen nicht bloß eine kleine Gruppe von Mitgliedern schickt das am Vorabend unmöglich Gewordene nach. regelmäßig erscheinen, so müssen sich auch die übrigen Mit- Zur Tagesordnung des nächsten Parteitages wurde von turfen um nichts anderes als um eine Reihe von Vorträgen, glieder einfinden, die bisher sich darauf beschränkten, ihre Genoffin Geck ein Antrag eingebracht, den 17 Delegierte wie fie andere Vereine, politische und nichtpolitische, auch Beiträge zu bezahlen. Einen Teil der Schuld an den uns unterstüßten und der forderte, auf der Tagesordnung des veranstalten. Es sei noch keinem Stadtmagistrat eingefallen, erfreulichen Zuständen tragen die Genossen, von denen viele nächsten Parteitages möge ein Referat Platz finden über die Veranstaltungen als Unterrichtunternehmungen von der es nicht für nötig halten, ihre weiblichen Familienange- den Stand der Frauenorganisation in Baden". Genehmigung der Regierung abhängig zu machen, wie es hörigen mit ihren Ideen vertraut zu machen und sie auf Genoffin Ged betonte in ihrer Begründung des Antrages auch noch niemand unternommen habe, die bekannten Bolts die Versammlungen hinzuweisen. Würde das geschehen, und die Notwendigkeit der Mitarbeit der Frauen auf politischem hochschulkurse zu genehmigungspflichtigen Unterrichtschulen hätte jede einzelne Genossin das nötige Interesse am Ver- Gebiete. Sie wies darauf hin, daß 1909 in Baden Land zu stempeln. Bekäme der Magistrat Recht, dann wäre jedes ein, so müßte die Zahl seiner Mitglieder schon 100 über- tagswahlen stattfinden, und daß in Norddeutschland in sol Vortrag unmöglich und das ganze Bersamm schritten haben. In den Versammlungen referierten außer chen politisch regeren Zeiten die Frauen den Organisationen lungsrecht mit einem Federstrich aufgehoben den ständigen Beiräten der Genoffinnen auch einige Ge- unschäßbare Dienste leisten. Wir wollen und müssen in Man könne sich des Eindrucs nicht erwehren, daß ben frei noffen aus Magdeburg. Besonders hervorgehoben zu werden Baden weiterkommen in der Frauenbewegung, so betonte finnigen Stadtmagistrat Nürnberg politische Momente verdienen die sehr interessanten Vorträge über Gesundheits- sie. Dadurch, daß die Genossen einstimmig, ohne vorher geleitet haben. Zum erstenmal beliebe man in Nürnberg schutz, die Herr Raabe hielt. Die Zahl der Gleichheits- gehende Begründung der Resolution Mannheim zustimmten, eine solche Interpretation der kultusministeriellen Ver abonnentinnen ist von 100 auf 87 zurückgegangen. Das er haben sie dokumentiert, daß fie deren Tendenz als eine ordnung vom 13. Mai 1905, und zwar nicht unterschiebslo flärt sich daraus, daß manche der Arbeiterinnen in die Selbstverständlichkeit betrachten. Mögen sie nun vor allen gegen alle Beranstalter solcher Vortragskurse, sondern nur gegen Gewerkschaft eintraten und die„ Gleichheit" abbestellten, Dingen im Sinne dieser Resolution wirken bis zum nächsten diejenigen der Arbeiterschaft. Wenn man der Öffentlichkeit weil es ihnen sehr schwer fällt, außer den Beiträgen zur Parteitage. Die Genossen sollen die Frauen zu praktischer gegenüber nicht den Glauben bestätigen wolle, daß der Stad Organisation noch das Abonnementsgeld für die Gleich- Arbeit heranziehen, sie sollen in den Kommunalverwaltungen, magistrat Nürnberg aus politischen Motiven gegen den ge " Für unfere Mütter und Hausfrauen 14 Für unsere Mütter und Hausfrauen Für unsere Mütter und Bausfrauen T Nr. 7 Die Gleichheit 65 werkschaftlichen Kursus vorgegangen sei, so müsse man gegen Aber mit dieser Schädigung der Arbeiterbewegung, mit| den englischen Kriegsschiffbau zu verlangsamen. Jedenfalls alle Unternehmungen gleicher Art vorgehen, auch gegen den dieser jammervollen Verleugnung eines der ersten Grund hat der Brief das Verhältnis Englands zu Deutschland Verein Freisinn in Nürnberg, dessen Vorstandsmitglied und fätze jeder wirklich liberalen Politit, der die Ablehnung jeg- nicht verbessert und die Stellung der auf Verstärkung der Mitveranlasser der Attion gegen die Angeklagte, Herr Schul- lichen Ausnahmerechtes gebietet, hat der Freifinn die Zu Flotte Drängenden gestärkt. Dahinter verschwindet die inspektor Weiß, selbst solche Kurse innerhalb der Frei- stimmung der Konservativen und die Rettung der Börsenreform Lehre des Zwischenfalls, daß es für England wie für finnigen Partei arrangiert. Der Verteidiger hatte aus noch nicht erkaufen können. Die Junter wußten, was sie den Deutschland sehr vernünftig wäre, sich auf eine Einstellung diesen Erwägungen heraus unterm 17. Januar 1907 an freisinnigen Knickebeinen bieten konnten, und preßten ihnen der ruinösen Flottenvermehrung zu einigen. Kapitalistische den Stadtmagistrat Nürnberg die höfliche Anfrage ge- auch noch das Ja ab zur Entrechtung der Jugendlichen. Staaten sind zu solchen Verträgen nicht imstande. Der richtet, ob er auch von den anderen Veranstaltern Bis zu 18 Jahren soll der Deutsche fünftig von Politit fern- Gegensatz zwischen Proletariat und Bourgeoisie tritt in der solcher Kurse das Nachsuchen um um Genehmigung ge- gehalten werden, politischen Vereinen nicht angehören, poli- inneren englischen Politik immer deutlicher hervor. Dafür fordert habe. Eine Antwort darauf hatte er bis tische Versammlungen nicht besuchen. In Wirklichkeit be- find Parlamentsdebatten über eine Vorlage zur Bekämpfung Jum Tage der Verhandlungen nicht erhalten. Der deutet diese Bestimmung aber nicht die völlige Fernhaltung der Arbeitslosigkeit bei der der ehemalige Arbeiterführer Antrag auf Aussetzung der Verhandlungen wurde ab- der Jugend von Politik, sondern vielmehr ihre Auslieferung und jetzige Minister John Burns die Sache der Arbeit, wie gelehnt. Der Amtsanwalt erklärte darauf, daß seiner Auf- an die reaktionären Parteien. Sind doch die Schulen, sind manches Mal, schon wieder schmählich im Stich ließ- und faffung nach eine Lehrtätigkeit im Sinne der Verordnung doch die sogenannten religiösen Jugend, Jünglings- und über den Achtstundentag bedeutsame Zeichen. Von der Mißvorliege. Das Ziel dieser Lehrtätigkeit sei, die Arbeiterinnen Jungfrauenvereine nichts anderes als Institutionen zum wirtschaft englischer Kolonialpolitik redet die Hungersnot in durch Aufklärung in die Lage zu versezen, ihre Forderungen Eindrillen trititlosen Hurrapatriotismus und Byzantinis Indien, die schlimmer wütet, als je vorher. ( mit besonderer Betonung): die berechtigten Forderungen mus. Die freien Jugendorganisationen Süddeutschlands hat In Frankreich hat das Kabinett Clemenceau bei einer der Arbeiterinnen vertreten zu können. Er beantrage daher der Freifinn ans Messer geliefert die reaktionären Jugend- Verhandlung über die Wiedereinsehung gemaßregelter Bedie Verurteilung der Angeklagten und die gerichtliche Schließ- organisationen werden von den Behörden gepflegt und ge- amter eine kleine Niederlage erlitten, die allerdings in einer ung der Unterrichtsturse. Nach einer furzen Erwiderung hätschelt werden. An Versuchen, die gewerkschaftliche Arbeit folgenden Sigung wieder gut gemacht worden ist. Es handelt des Verteidigers erkannte das Gericht wie wir bereits mit diesem Paragraphen zu erschweren, wird es eine eifrige sich dabei darum, ob sich Lehrer und Beamte gewertschafts gemeldet dessen Antrag gemäß auf Freisprechung der Polizei sicher nicht fehlen lassen, die den Unterschied zwischen liche Vereinigungen schaffen dürfen. Die Regierung bleibt Angeklagten und übernahme sämtlicher Kosten, auch der der politischen und gewerkschaftlichen Angelegenheiten nun ein- bei ihrer Verfolgungspraxis. Berteidigung, auf die Staatskasse. Nach der Begründung mal absolut nicht begreifen mag. In einen schweren Rampf gegen den Verrat der Koalitionsfehlt der Begriff der Erreichung eines bestimmten Lehrziels, Vor diesen beiden unerhörten Verschlechterungen der regierung, die ein Pluralwahlrecht anstatt des versprochenen denn der Zweck des Unterrichts ist lediglich die Aufklärung Vorlage tritt die dritte, die der Freifinn bewilligte, an Be- gleichen Wahlrechts geben will, find die ungarischen der Arbeiterinnen in wirtschaftlichen Fragen; es fehlt aber deutung zurück. Aber es ist immer noch schlimm genug, Arbeiter eingetreten. Machtvolle Demonstrationen in Budaauch der Begriff des schulmäßigen Betriebes, denn es han daß der Block das Recht der Bürger auf Versammlungen pest sind an der Tagesordnung. Die Regierung antwortet delt sich nur um Vorträge. Nachdem es sich um eine Rechts- auf öffentlichen Straßen und Plätzen wieder völlig der mit wilden Drohungen gegen die Arbeiterorganisationen. frage handelte, war die Zuhilfenahme eines Verteidigers Polizeiwillkür ausgeliefert hat. Es nahm die Bestimmung an, daß solche Versammlungen und Umzüge bei polizeilichen Befürchtungen für die öffentliche Sicherheit verboten werden + fönnen. Die Fassung der ersten Lesung hatte nur eine voraussichtliche erhebliche Störung des Verkehrs als Ver botsgrund zugelassen. notwendig." Herr Amtsanwalt Gaudler hat gegen das Urteil Be rufung eingelegt. Das ist vielversprechend! Politische Rundschau. Gewerkschaftliche Rundschau. Im Schweizer Kanton Bern ist in der Volksabstim mung das Streifbrecherschutzgesetz mit 35 129 gegen 22998 Stimmen angenommen worden. Die Bauern haben für die Annahme den Ausschlag gegeben. 60 Prozent der Stimmberechtigten haben sich der Abstimmung enthalten. Es ist also noch viel politische Arbeit im Kanton Bern zu leisten. So hat der Freifinn Schuld auf Schuld gehäuft. Einige Das Votum ist ein unzweideutiger Ausdruck der ArbeiterDer schmähliche Verrat des Freisinns an der Vereins- wenige Mitglieder der freisinnigen Frattionsgemeinschaft feindlichkeit, der Klaffenherrschaft der Besitzenden auch in der und Versammlungsfreiheit, dieser Verkauf eines Bollsrechts sollen entschlossen sein, gegen das Ausnahme und Polizei- bürgerlichen Demokratie. Sicherlich wird es in dieser seiner um der Börsenreform willen, ist neben den Wahlrechts- gesetz zu stimmen, das die Mehrheit ihrer Kollegen unter Bedeutung von den breiten proletarischen Massen verH. B. demonstrationen der Sozialdemokratie am 18. März das Führung der Müller- Meiningen und v. Payer als große standen! wichtigste und folgenschwerste politische Ereignis der beiden liberale Errungenschaft anzupreisen sich nicht scheut. Ob legten Berichtswochen. Er hat der Regierung und den die Diffidenten indes den Mut finden werden, ihre Verd reaftionärsten Parteien nicht nur das Ausnahmegesetz gegen bindung mit dieser kompromittierenden Gesellschaft grund- un bie Polen und zugleich damit eine schwere Beeinträchtigung fatloser Mandatsjäger völlig zu lösen, das steht dahin, Der Bericht der Generaltommiffion der ber Koalitionsfreiheit der Arbeiter apportiert, sondern auch und so wird es wahrscheinlich auch für sie heißen müssen: deutschen Gewerkschaften über ihre Tätigkeit noch den jugendlichen Personen das politische Vereins- und Mitgefangen, mitgehangen! im Jahre 1907 liegt im Rorrespondenzblatt" Nr. 11 vor. Bersammlungsrecht geraubt. Dank dem freisinnigen Umfall Der preußische Wahlrechtskampf wird in der nächsten Wir entnehmen daraus, daß die Generalfommission es nicht ist nun der Geseßentwurf ein abscheulicherer Wechselbalg Zeit als Wahlkampf weitergeführt. Die preußische Regie für erforderlich hielt, gegen den Reichsvereinsgesetzals je. Der„ gemilderte" Sprachenparagraph, wie er in der rung will die Wahlen zum Landtag möglichst im Juni schon entwurf eine so allgemeine Protestbewegung zu verzweiten Rommiffionslesung gestaltet wurde, bestimmt im vornehmen lassen, weil sie offenbar die Einwirtung des bis anstalten wie im Vorjahre gegen den Gefeßentwurf zur wesentlichen zwei Ausnahmen von dem Verbot des Ge- zum Herbst fortgeführten Wahlrechtsfeldzugs der Sozial- Regelung der rechtlichen Verhältnisse der Berufsvereine. brauches nichtdeutscher Sprachen: es fällt fort für Wähler demokratie auf die Wahlen fürchtet. Wie sehr ihr und den Hätte der letztere Entwurf Gesetzestraft erlangt, so würden bersammlungen während der offiziellen Wahlperiode, und es Junkern diese Bewegung die Gemütsruhe stört, das zeigt die Gewerkschaften gezwungen gewesen sein, ihre Organitritt für die nächsten 20 Jahre noch nicht in Kraft für die der Umstand, daß vor dem 18. März wieder ein Junker im fationsform zu ändern. Wie erzreaktionär auch einzelne BeKreise, wo eine alteingesessene fremdsprachige Bevölkerung Landtag gegen sozialdemokratische Straßendemonstrationen stimmungen des Regierungsentwurfes waren und wie unzumindestens 60 Prozent der Gesamtbevölkerung ausmacht. den Polizeifäbel scharf machte, und daß der Minister dem länglich die geringen Fortschritte, die er bringen sollte: die Doch müssen in diesen Ausnahmetreisen die Versammlungen, Herrn versicherte, er solle befriedigt werden. Die Instrut- hervorgehobene Wirtung auf die Gewerkschaftsbewegung in denen in nichtdeutscher Sprache verhandelt werden soll, tionen der Berliner Polizei waren denn auch dermaßen, konnte er, Gesez geworden, nicht ausüben. Die General72 Stunden vor Beginn angemeldet werden. daß fie in Ermangelung von regelrechten Straßendemon- tommission war daher der Ansicht, daß es genüge, wenn die Daß diese Milderungen für die Rat sind, bedarf taum ſtranten auf Menschenansammlungen schneidig eingehauen gewerkschaftlich organisierten Arbeiter zum Protest gegen die noch des Nachweises. Die Freiheit während der furgen hat, wie sie sich nach großen Versammlungen naturgemäß einzelnen reaktionären Bestimmungen des Entwurfes aufSpanne der Wahlbewegung ist fast wertlos ohne die Mög- bilden müssen. gerufen würden. Sie gab in der Folge den Gewerkschaftslichkeit, die in dieser Zeit Aufgerüttelten in langen fünf In Sachsen haben sich Konservative und Nationalliberale fartellen die Anregung, in Gemeinschaft mit den sozialdemo Jahren zu wirklichen Mitgliedern ihrer Partei zu erziehen. geeinigt, der Forderung des Bolles nach dem gleichen und fratischen Vertrauensleuten allgemeine ArbeiterversammUnd was bedeutet die Forderung, daß 60 Prozent Fremd- allgemeinen Wahlrecht scheinbar entgegenzukommen durch lungen einzuberufen zwecks Stellungnahme zu dem Gesetz. sprachige im Kreise vorhanden sein müssen, auf daß sie für die Einführung eines Pluralwahlrechts, das Alter, Ansässig Zugleich wurden die Gewerkschaftskartelle ersucht, über die 20 Jahre noch das Recht auf Gebrauch ihrer Muttersprache feit und Besitz und Bildung privilegiert. Die Regierung Bolizeipraris gegenüber den gewerkschaftlichen Vereinen und in Bersammlungen haben? Nichts anderes, als daß der möchte diese Karrikatur einer Wahlreform noch verbösern Versammlungen an die Generallommission zu berichten. Geltungsbereich dieser Ausnahme sehr beschränkt wird. Gibt durch die Befugnis der Kommunalverbände, Abgeordnete Db das auf diese Weise gesammelte Material veröffentlicht es doch selbst dort, wo die Polen am dichtesten fitzen, in in den Landtag zu senden, was eine abermalige Verstärkung wird, ist davon abhängig, welches Schicksal der Entwurf Der Provinz Posen, bereits 16 Kreise mit weniger als des Pluralwahlrechts der Besitzenden bedeutet. im Reichstag erfährt. Im Falle einer nötigen weiteren 60 Prozent Polen und in den polnischen Bezirken West- Als Wahltöder hat die Reichsregierung bei den nationalen Protestbewegung soll der gewiß stark duftende Blumenstrauß preußens sind deren etwa 5. Die polnische Sprache wird nicht Wahlen von 1907 das Versprechen einer Aufbefferung der polizeilicher Musterschikanen der Öffentlichkeit überreicht nur in Versammlungen von Orten verboten sein, in denen Beamtengehälter gebraucht. Jezt, da es an die Erfüllung des werden. Gine Zentralisation der Dienstboten ausschließlich Polnisch gesprochen wird, wenn nicht im ganzen nach den Wahlen im Reichstage wiederholten Versprechens vereine hielt die Generalfommission nicht für angebracht. Streise die festgesezten 60 Prozent Polen vorhanden sind, gehen sollte, kommen die Einwände. Das Reich, das für unsere Leserinnen wissen, daß die Leiterinnen der meisten sondern auch in Versammlungen von Kreisen, wo die Mehr Eisenbahnbauten in den Kolonien 150 Millionen pumpen und gerade der stärksten Organisationen von Dienstboten heit der Bevölkerung Polnisch spricht, wenn diese Mehrheit soll, hat kein Geld für die Beamten. Ihre Aufbesserung dieser Ansicht nicht beizupflichten vermochten. Der Zusammennicht die 60 Prozent der Gesamtbevölkerung erreicht. Und wird verschoben( im Reich wie in Preußen) bis die Reichs schluß der lokalen Dienstbotenvereine zu einem Berband ist baß das bei der nächsten Zählung in möglichst vielen Kreifen finanzreform unter Dach und Fach ist. So hat die Regie in die Wege geleitet worden, und die betreffenden Bornicht der Fall sein wird, dafür wird die Verwaltungskunst rung wieder ein neues Pressionsmittel in der Hand, um bereitungsarbeiten werden eifrig und erfolgreich gefördert.preußischer Behörden schon sorgen. Sie werden doch an dem Freisinn begreiflich zu machen, daß er auch indirekte Die Generalfommission lehnte ihre Beteiligung beziehungspatriotischem Gifer den ungarischen amtlichen Zahlenfünstlern Steuern bewilligen kann. weise die der Gewertschaften an dem sogenannten Ersten nichts nachgeben, die noch bei jeder Zählung die Minorität Das Kammergericht hat, wie zu erwarten war, den Be Arbeiterinnentongreß ab, der im Frühjahr 1907 in der Magyaren auf dem Papier in eine Majorität zu verschluß der Berliner Anwaltskammer umgestoßen, die es ab- Berlin tagte und auf dem Boden bürgerlicher Sozialreformler wandeln gewußt haben! Nach 20 Jahren wird dann auch gelehnt hatte, gegen den Genoffen Kar! Liebknecht das Ber stand. Sie begründete diese Stellungnahme damit, daß es das Recht der Sechzig- Prozentler auf ihre Muttersprache fahren auf Ausschließung aus dem Anwaltsstand um seiner sur Vertretung von Arbeiterinneninteressen feiner besonderen gelöscht, wird das Versammlungsrecht aller Bolen völlig der Berurteilung wegen Hochverrats zu eröffnen. Mit Gründen Tagung bedürfe, daß die Interessen der erwerbstätigen Willtür der Polizei überantwortet. hält sich das Kammergericht nicht auf. Anscheinend soll Proletarierinnen innerhalb der Hlassenbewußten ArbeiterFür den Westen mit seinen dichten Massen polnischer und also der Ungeheu erlichkeit des Reichsgerichtsurteils noch die bewegung mit aller Energie und Treue verfochten werden. anderer fremdsprachiger Arbeiter ist dant der Bestimmung Ungeheuerlichkeit hinzugefügt werden, daß der schon ohnehin Aus dem Abschnitt über die gewertschaftlichen ber Gebrauch nichtdeutscher Sprache in Versammlungen ohne so schwer Geschädigte für unwürdig erklärt wird, den An Unterrichtsturse sei erwähnt, daß seit 1906 bereits weiteres verboten. Die Eisen- und Kohlenbarone Rheinland- waltsberuf auszuüben. Und das, obwohl das Reichsgericht acht folcher Surse mit insgesamt 442 Teilnehmern stattWestfalens, die ja besonderen Wert auf den Sprachen- das Delikt ausdrücklich als nicht ehrenrührig bezeichnet hat. gefunden haben. Das Arbeiterinnenfomitee entsandte dazu paragraphen legen, haben ihren Willen durchgesetzt. Die Die Klaffenjuſtig geht bis ans Ende, zwei Teilnehmerinnen. Wie viel gewerkschaftlich organiAgitation der Sozialdemokratie und der Gewerkschaften unter Ein Brief des deutschen Kaisers an den englischen fierte Arbeiterinnen außerdem noch an den Kursen teilden bedürfnislosen fremden Proletariern, die die Herren zur Marineminister Lord Tweedmouth hat in England eine genommen haben, ist aus dem Bericht nicht ersichtlich. JedenNiederhaltung der begehrlichen und unbotmäßigen deutschen nicht geringe Aufregung hervorgerufen. Es soll, wie der falls scheint ihre Zahl gering gewesen zu sein. Unseres Urbeiter ins Land schleppten, wird in hohem Maße er- Minister und die deutschen Offiziösen versichern, ein rein Dafürhaltens müßten aber die Gewerkschaften bestrebt sein, schwert, die Bildung einer geschlossenen Front der Arbeiter privater, harmloser Brief gewesen sein, dessen Inhalt die gerade möglichst vielen tüchtigen weiblichen Mitgliedern die wider die Ausbeuter erheblich hinausgeschoben. Vom Koali Offentlichkeit nichts angehe. Die Engländer argwöhnen in Vorteile einer systematischen gewerkschaftlichen Schulung zutionsrecht des Proletariats ist hinterrücks wieder ein Stück des, daß der Brief dem Minister die deutschen Flotten- teil werden zu lassen. Nicht nur weil die Zahl der weibabgebrockelt worden. verstärtungen als möglichst unbedeutend hinstellen sollte, um lichen Mitglieder in den Verbänden prozentual sehr steigt, 66 Die Gleichheit 200 9. Nr. 79 2 go Git ei it lic 20 ru be hä de 16 6 fe Dr jeb Do Di Se thr Ne an sondern nicht minder, weil das Heer der Industriearbeites, vier vom vereinigten Unternehmertum mit einem Gewaltatt ,, Mitglieder und berichtete, daß sich auch die Dienstmädchen rinnen unaushaltsam weiter anschwillt, mithin die Agitations mit der Aussperrung beantwortet. Die Bewegungen haben in Hannover eine Organisation geschaffen hätten. Sie selbst b und Organisationsarbeit unter dem weiblichen Proletariat infolge der guten Geschäftsperiode fast ausnahmslos Lohn weile seit einiger Zeit in Hamburg, um die Einrichtungen des immer größer und wichtiger wird. Die Ausbildung und erhöhungen und Verkürzung der Arbeitszeit gebracht. Die Stellennachweises der hiesigen Organisation fennen zu lernen Anstellung eines zahlreichen Stabes von Gewerkschafts- Mitgliederzahl stieg von 5597 auf 9786, also um 75 Pro- und ihre Erfahrungen für die Organisation in Hannover beamtinnen ist angesichts dieser Situation sowohl ein Gebot zent. Relativ ist diese Zahl gering, da der linksrheinische verwerten zu können. Vier neue Mitglieder ließen sich auf der praktischen Zweckmäßigkeit wie der Gerechtigkeit. Bezirk einer der stärksten Tertilzentren Deutschlands ist. Im nehmen. Berta Mangel Einnahme und Ausgabe der Generalfommission bilanziert Handelskammerbezirk M.- Gladbach sind 46000, im Kre- Die Organisation der Hansangestellten Wiesbaden D mit rund 575 000 Mt., darunter findet sich auch eine Erb- felder Bezirk 35 000 und im Aachener 25000 Textil-( siehe Nr. 4 der„ Gleichheit") feierte am 15. März ihre de schaft von 15 000 Mt., die der Generalfommission von einem arbeiter beschäftigt. Doch man muß der ungeheuren Gründungsfeier. Doch man muß der ungeheuren Gründungsfeier. Die Veranstaltung brachte dem Verein b Kaufmann Piel in Düsseldorf zugefallen ist. Schwierigkeiten gedenken, die der Agitationsarbeit der 30 neue Mitglieder. Der rege Besuch des Festes bewie ei Aus dem in der gleichen Nummer erstatteten Bericht freien Gewerkschaften im Wege stehen: Lokalmangel, Be daß die Dienstbotenbewegung in Wiesbaden feste Wurzeln des Arbeiterinnensetretariats heben wir hervor, tämpfung seitens der Behörden und der Geistlichkeit und Ver- geschlagen hat. Genoffin Bittorf Frankfurt a. M., welche no daß dieses für das Berichtsjahr eine erheblich gesteigerte heßung der Massen durch die christliche Gewerkschafts- die Festrede hielt, erntete den lebhaftesten Beifall, ein Zeichen be Inanspruchnahme verzeichnet. Das steht wohl im Zus bewegung. Zieht man dies in Rechnung, so ist der Fortschritt dafür, daß sie allen Anwesenden aus dem Herzen gesprochen bi sammenhang damit, daß die Zahl der weiblichen Mitglieder ein zufriedenstellender. Die Konferenz beschloß, daß der hatte. Gut gewählt war das Theaterstück„ Töchter der ei der Gewerkschaften bedeutend gestiegen ist. Sie ist im Gauvorstand in Zukunft bei größeren Lohnbewegungen die Arbeit", das von der Freien Volksbühne Wiesbaden auf la Jahre 1906 in 34 Verbänden von 74 000 auf rund 119 000 Borstände der beteiligten Filialen an seinen Sigungen teil- geführt wurde. Die Gesangsvorträge des Arbeitergefang br gewachsen. Die Zunahme beträgt 60 Prozent gegen nehmen lassen soll. vereins Bruderbund" und ein hübscher Prolog, vorgetragen be 53 Prozent im Jahre 1905. Während das Wachstum der Der Generalversammlung in Leipzig unterbreitete sie von einem jungen Mädchen, verschönerten das Fest. Ein ab Mitgliederzahl im allgemeinen im Jahre 1906 gegen 1905 einen Antrag auf Änderung der Ausschließungsbestimmungen Tänzchen hielt die Teilnehmenden noch einige Stunden ge ip etwas zurückblieb, hat es bei den weiblichen Mitgliedern im Statut. Danach soll der Ausschluß eines Mitgliedes aus mütlich beisammen. E. R di eine Steigerung erfahren. Das Sekretariat wurde im Be- dem Verband fünftig nur durch den Zentralvorstand Eine sehr gut besuchte Dienstbotenversammlung 4 richtsjahr 1907 von 28 Verbänden, 4 Kartellen und 3 Ar- erfolgen. Ein weiterer Beschluß verlangt die Anderung des fand kürzlich in Fürth statt. Da die Organisierung der ga beitersekretariaten in Anspruch genommen. Es hat über Streifreglements dahingehend, daß der Verband für keine Dienstmädchen in Fürth durch das Entgegenarbeiten der S 300 Versammlungen teils angeregt, teils veranstaltet oder finanziellen Folgen zu haften hat, die daraus entstehen, daß Privatvermittlerinnen erschwert wird, so war die große Bea mit Referentinnen versorgt. Die meisten Versammlungen, eine Belegschaft disziplinwidrig einen Streik fortsetzt. zu denen Referentinnen gestellt wurden nämlich mehr über die Einführung der Arbeitslosenunterstützung referierte über„ Arbeitszeit, Behandlung und Entlohnung". über die Einführung der Arbeitslosenunterstützung referierte teiligung doppelt erfreulich. Genoffin Grünberg referiert ge als 100- entfielen auf den Textilarbeiterverband. Für den Hübsch- Berlin: Seit zirka 10 Jahren ist diese Frage im brand markte es, daß Arbeitszeiten von 120 Stunden in de for Metallarbeiterverband entsandte das Sekretariat zu 29, für Textilarbeiterverband erörtert worden, doch war es bisher Woche für Hausangestellte vorkommen. Als Dank für den Verband der Schneider und Wäschereiarbeiter zu 15 nicht möglich, zuverlässige statistische Unterlagen zur Berech- die ausgedehnte Arbeitszeit müssen die Armen of Versammlungen Referentinnen usw. Natürlich zeigen die nung der Kostenfrage zu beschaffen. Nun aber liegen genaue Schimpfworte hören. Die Entlohnung der Mädchen i fa angegebenen Ziffern von der eifrigen Tätigkeit des Sefre- statistische Ermittelungen vor, auf Grund deren die Arbeits- niedrig, sie geht von 2 bis höchstens 4 Pf. in der Stunde tariats auch nicht entfernt den Umfang der gewerkschaft lofenunterstützung mit einer Beitragserhöhung von 10 Pf. Die Ausführungen der Referentin flangen in die Mahnunge lichen Agitation unter den Arbeiterinnen. In ihnen sind durchgeführt werden kann. Noch etwa die Hälfte dieser aus, daß nur entgegengearbeitet werden könne, wenn sich be die Hunderte von Versammlungen nicht inbegriffen, in denen Beitragserhöhung bleibt für direkte Kampfeszwecke flüssig. die Dienstmädchen der Organisation anschließen. 20 Mäd ne Genofsinnen auf direkte Aufforderung von Organisationen Der Referent wies nach, daß durch die Arbeitslosenunter- chen traten dem Verein bei. ohne Vermittlung des Sekretariats referiert haben. Guten stügung der Mitgliederbestand steigen und stabiler werden Erfolg hatten die vom Arbeiterinnensekretariat veranstalteten tönne, und daß dadurch der Kampfescharakter des Textil- In einer allgemeinen Dienstbotenversammlung 3 Übungsabend e. Von den dort vorgebildeten Genofsinnen arbeiterverbandes gestärkt würde. Nürnberg hielt Genossin Grünberg ein Referat übe en wurden vier für geeignet befunden, an den Unterrichts- An das Referat tnüpfte sich eine lebhafte Debatte, in das Thema: Arbeitszeit, Behandlung, Entlohnung, Be gel furfen der Generalfommission teilzunehmen. Zwei dieser der zum Ausdruc tam, daß vielfach befürchtet ward, die föftigung und Gefahren im Dienstbotenberuf". In der sehin Genofsinnen waren je mit über 100 Versammlungen an der Unterstützungseinrichtungen könnten den Kampfcharakter der lebhaften Diskussion wurde das Vorhandensein der vo oben verzeichneten Agitationsarbeit beteiligt und auch rege Organisation schwächen. Auch die technischen und Verwal- Genossin Grünberg gerügten Mißstände bestätigt, nament Mitarbeiterinnen der Gewerkschaftspresse; eine von ihnen ist tungsschwierigkeiten, die bei der Durchführung der Arbeits- lich von Frau Rummel, in deren Händen die Stellenver von ihrer Gewerkschaft als befoldete Beamtin angestellt lofenunterstützung entstehen können, wurden eingehend erörtert. mittlung des Vereins ruht. Sie machte einige interessant worden. Hervorgehoben zu werden verdient noch, daß das Nachdem Hübsch und andere eine Menge Befürchtungen und Angaben, die zusammen mit denen der Referentin in de Sekretariat bei der Berliner Gewerkschaftskommission Vor- falscher Ansichten zerstreut hatten, erklärte sich die Gau- nächsten Nummer der Gleichheit" zur Veröffentlichung g tragszyklen für Arbeiterinnen anregte. Die beiden ersten tonferenz im Prinzip mit der Einführung der Arbeitslosen- langen werden. Abende waren von 400 respektive 560 Arbeiterinnen besucht, ein unterstügung und der Erhöhung der Beiträge um 10 Pf. Zur Dienstbotennot in Hamburg. Wie gesucht Beweis, daß die Veranstaltung nötig war und gewürdigt wird. in jeder Klasse einverstanden. Hamburg ein Dienstmädchen ist, trat fürzlich sehr scharf is Für das Baugewerbe wird der 1. April ein kritischer die Erscheinung. Ein 19 jähriges Alleinmädchen suchte zu Zag sein. Es sieht nicht nach Frieden aus, sondern die 1. April eine Stellung. Auf eine unscheinbare Annonce hi Situation spitzt sich zu. Die Unternehmer schüren das Feuer. liefen nicht weniger als 74 schriftliche Offerten ein. 37 Dama Schon ihre Bekanntmachung, daß die am 18. März nachund Herren fanden sich persönlich bei der Stellesuchende mittags feiernden Bauarbeiter auf Tage hinaus ausgesperrt ein, einige fogar wiederholt. Bei diesen Borstellungen spielt würden, war eine Provokation. Ihre Erklärung, vom sich oft recht eigentümliche Szenen ab, die erkennen ließen 16. März ab für Berlin und Umgegend die Löhne von 75 wie sehr die Herrschaften bemüht waren, das Mädchen de auf 65 Pf. pro Stunde herabsetzen zu wollen, ist vollends geRonkurrentinnen" vor der Nase wegzumieten. Es wurde eignet, die Arbeiter zu zwingen, den Fehdehandschuh auf- In der Mitgliederversammlung des Vereins der Versprechungen gemacht, wie: alle Sonntage und in jede zunehmen. Ortliche Verhandlungen zwischen den streitenden Dienstmädchen, Wasch- und Scheuerfrauen von Ham- Woche einen Abend frei. Vergütung des Fahrgeldes fi Parteien, so in München, Frankfurt a. M., Bremen, Straß- burg und Umgegend am 12. März wurde das Andenken jeden Besuch bei den Eltern; Aushändigung des Hau burg, Rheinland- Westfalen, Mitteldeutschland, verliefen er der verstorbenen Genoffin Ebel geehrt. Die Sekretärin fchlüssels; öftere Geschenke in Gestalt neuer und getragen gebnislos. Angesichts dieses Standes der Dinge erscheint des Stellennachweises, Genoffin Rolfs, gab darauf den Kleider; Vergütung des Krankengeldes und des Invalide uns ein friedlicher Ausgang völlig unmöglich. Die gesamte Mitgliedern einen interessanten Überblick über die Entwick beitrags; fein Deckenklopfen; fein Fensterpuzen; feine Wäf Arbeiterklasse wird unterstützend eingreifen müssen, wenn der lung des Vereins und des Stellennachweises seit dem im Hause; kein Kohlentragen; tein Zwang, helle Kleide Kampf ausbricht, und sie wird die Pflichten brüderlicher 18. Februar 1907, dem Tage seiner Eröffnung, bis zum und Müßen zu tragen. Eine Dame erbot sich sogar, au Solidarität erfüllen. März d. J. Dank der Beihilfe des Gewerkschaftskartells ihrer Tasche die Transporttosten der Sachen des Mädchen 2ohnreduktionen und Androhungen von Aus- und der intensiven agitatorischen Tätigkeit der organisierten bei deffen Zuzug zu zahlen. Die Mutter dürfe das Mädche sperrungen sind überhaupt die Signatur der jetzigen Frauen von Hamburg und Umgegend waren vor der Er besuchen, erklärte eine andere Dame, früher habe sie ba schweren Zeit. Die Arbeiter sollen bei den teuren Lebens- öffnung des Stellennachweises schon 600 Mitglieder der nicht geduldet. Keine der Herrschaften aber tam auf mittelpreisen auch noch ihre mühsam erkämpften geringen Organisation beigetreten. Bis zum 1. März d. J. ist die Hauptursache der Dienstbotennot zu sprechen, auf die Ab Lohnzulagen fahren lassen. Den Bergleuten im Ruhr- Bahl der Mitglieder auf 3500 gestiegen. Im Bureau des hängigkeit der Dienenden. Denn neben der übermäßi revier ist auf verschiedenen Zechen eine Lohnkürzung er- Stellennachweises wurden 2444 Mitglieder aufgenommen. langen Arbeitszeit ist sie es unzweifelhaft, die die Mädche öffnet worden. Ebenso den Tapezierern in Frant- 3302 Stellenangebote und 1796 Stellengesuche waren zu er- am meisten davon zurückhält, in einen Dienst zu gehen. furt a. M., den Zigarrenarbeitern und arbeite- ledigen. 4344 Engagementsordres wurden ausgefertigt. Stellung der Hausangestellten freier und würdiger zu g rinnen in Goslar a. H., den Klempnern in Braun- Vermittelt wurden 662 Mädchen bei voller Station, 81 Tag- ftalten und ihnen günstigere Arbeitsbedingungen zu schaffe schweig und anderen. In Kiel find 60 Prozent aller mädchen, 27 Mädchen zur Aushilfe, 35 Morgenmädchen und ist der Zweck des Stadthagenschen Arbeitsvertrages, der dre Werftarbeiter von einer Aussperrung bedroht, weil auf-frauen und 1309 Frauen zum Waschen, Reinemachen usw. Gesindeordnung ausschaltet. Ihn zur Geltung zu bringe de einem Wert keine Ginigung zwischen den Arbeitern und der Die Zahl der eingegangenen Postsachen betrug 1109, die ist die Sache der Mädchen selbst und vor allen Dingen au Direktion erfolgen kann. Kurz, die Unternehmer sind drauf der ausgegangenen Briefe 1633 und die der ausgestellten die Sache der Stellennachweise der Dienstbotenorganisatione rec und dran, das Stocken des Wirtschaftslebens für ihre Rechnungen 2666. Der Anschluß an das Gewerkschafts- Daß seine Einführung möglich ist, dafür spricht der mitgeteil der Scharfmachergelüfte auszunuzen. Die Arbeiter gehen harten fartell machte eine Erhöhung des Monatsbeitrags der Mit- Fall, dem wir viele Fälle ähnlicher Art anreihen könnten. B. Beiten entgegen, durch welche sie sich aber dant ihrer festen glieder von 30 auf 35 Pf. notwendig. Die Ausstattung des Die Polizei mobilisiert gegen die Breslauer Dien de Organisation und ihrer oft erprobten Opferfreudigkeit nicht Bureaus hat nicht unerhebliche Kosten verursacht. Für die mädchen, sicherlich zur großen Freude der„ Gnädigen es zwingen lassen werden, mit der Demut von Sklaven vor Besoldungsausgaben haben die organisierten Genossinnen denen die Organisation ihrer Haussklavinnen höchst una der kapitalistischen Ausbeutung zu kuschen. Gerade die Hamburgs für das erste Jahr 1000 Mt. aufgebracht. Ge- genehm ist. Die heilige Hermandad verbot den Dien ſch harten Zeiten predigen den Ausgebeuteten eindringlichst noffin Rolfs gab am Schlusse ihres Berichtes ihrer Freude mädchen ein Tanzkränzchen. Die Mädchen waren jedo au Organisiert euch zu Schuh und Truz wider die knechtende darüber Ausdruck, daß in den häuslichen Arbeiterinnen das respektlos genug, das Verbot für ungefeßlich zu halten. Geldsacksgewalt, fämpft für euer Menschenrecht!# Klassenbewußtsein erwache. Die Basis sei geschaffen, auf hatten auch tein Verständnis für die Ängste der Behörde zu der die Dienstbotenbewegung in Hamburg weiterbauen daß sie im Gewerkschaftshaus auf einem Walzer direkt Eine Konferenz der Textilarbeiter des linksrheini tönne. Die tatkräftige Unterstützung der Mitglieder werde den Zukunftsstaat hineinschweben tönnten. Gie hielte Gi fchen Ganes tagte am 7. und 8. März im Volkshause zu die Organisation in den Stand setzen, ihre Einrichtungen ihr Tanzkränzchen ab und erhielten einen Strafbefe pu Köln. Anwesend waren 26 Delegierte, der Vorsitzende des immer mehr zu vervollkommnen und hauptsächlich den für die Missetat, tanzend den preußischen Staat ins Want se Zentralverbandes Hübsch und der Gauvorstand. Haupt- Stellennachweis so auszubauen, daß es kein Mädchen mehr gebracht zu haben. Allerdings war das Schöffengericht beratungspunkte waren außer der Berichterstattung die Kre- nötig hat, bei privaten Vermittlerinnen anzuklopfen oder der gleichen bedenklichen Auffassung wie die liebe Polize felder Stoffweberbewegung, die bereits so viel Staub auf- fich an gegnerische Vereine zu wenden. Lebhafter Beifall Es hob den Strafbefehl auf. Polizeiliche Schikanen gewirbelt hat, und die Arbeitslosenversicherung. In den dankte ihr. In der Diskussion richtete Genoffin 3ieß einige die Breslauer Dienstmädchen nicht entmutigen, sondern zwei Jahren, über welche sich der Bericht erstreckte, haben ermunternde Worte an die Mitglieder, den Verein mit allen aneifern, erst recht aufzuklären und zu organisieren. 746 Veranstaltungen im Bezirk stattgefunden, an denen der Kräften weiter zu fördern. Ein junges Mädchen ersuchte Bauvorstand teilnahm, darunter 110 öffentliche, 87 Mit seine Arbeitsschwestern, sich durch die Lektüre guter Schriften glieder, 152 Fabrikversammlungen und 60 Verhand- aufzuklären und zu bilden, damit sie imstande seien, sich in Arbeitsbedingungen der Arbeiterinnen. ingen mit Unternehmern. Es kam zu 118 Lohnbewegungen allen Lebenslagen ihrem Klassenstandpunkt entsprechend zu Der Gausitz soll auch in Zukunft in Krefeld bleiben, und der bisherige Gauleiter wurde einstimmig wiedergewählt. W. Kähler. Notizenteil. Dienstbotenfrage. Di 120 be Un her Bux M fei be for ge Fi me ein tro mi rei 28 ba dri δα ge nigh ein bü werbe fet La ba fal au nu be Die Ausbeutung der Arbeiterinnen in Zwickau wi hne Streit und 24 mit Streit. Von den letzteren wurden verhalten. Genossin Henze aus Hannover begrüßte die durch die nachfolgenden Tatsachen beleuchtet. In der Fab für of bes nen auf 13 Die Gleichheit " Fürsorge für Mutter und Kind. 67 1 Nr.7 hen der Gebrüder Jakob( Beleuchtungsindustrie) bekommen des Frauenwahlrechts. Die Liberale Frauenpartei" fordert ein leichtes, ihnen ihre Stimme abzulisten. Das galizische lbst die Arbeiterinnen einen Stundenlohn von 10 bis 12 Pf. Ein unter Fräulein Lischnewstas Führung unumwunden die Landtagswahlrecht baut sich auf dem Gemeindewahlrecht auf, solcher Verdienst nimmt ihnen natürlich von vornherein die liberalen Frauen" auf, bei dem bevorstehenden Wahlkampf und gerade bei den Gemeinderatswahlen haben die bürgerMöglichkeit, sich genügend zu ernähren. Auch wenn die zum preußischen Landtag für den„ Liberalismus“ praktische lichen Parteien dank der übertragung weiblicher Stimmen over Lebensmittelpreise nicht so ungeheuer hoch wären, wie sie es Arbeit" zu leisten. Diese praktische Arbeit soll laut Flug- schon manchen billigen Sieg erschlichen. gegenwärtig sind, könnten die Arbeiterinnen bei so niedrigem blatt Nr. 6 in folgendem bestehen:„ Veranstaltungen von Gegen die Einführung des kommunalen FrauenLohn an ein regelmäßiges warmes Mittagessen nicht denken. Frauenversammlungen mit dem Thema„ Die Bedeutung der wahlrechts in Spanien erklärte sich das Parlament des en Die empörend farge Entlohnung hat zur Folge, daß viele Bandtagswahlen von 1908". Aufstellung von Listen der Landes mit 65 gegen 35 Stimmen. hre der Arbeiterinnen noch zur Heimarbeit greifen, wenn sie Frauen, die für Unterstützung des Liberalismus in Be se rein bends müde, zerschlagen aus der Fabrit heimkehren. Für tracht kommen. Geldsammlungen in allgemeinen Frauenie einen Spottlohn schneiden sie bis Mitternacht Spachtelstreifen vereinen, Berufsvereinen, sowie bei einzelnen wohlhabenzeln aus, die von Zwischenmeistern aus der Weberei in Plauen den und wirtschaftlich selbständigen Frauen. Anknüpfung Die Speifung der Schulkinder in Berlin. Auch in der Iche nach Zwickau geholt werden. Die Bezahlung für diese Ar- von Verbindungen mit den liberalen Parteien der Männer Frage der Speisung der Schulkinder hat der Berliner Nat he beit richtet sich nach der Qualität des Gewebes. Ist es am Drte. Energisches Hinwirken darauf, daß nicht zwei hausfreifinn seine Rückständigkeit gezeigt. Wie wir in Nr. 1 ber hen billig, so erhält die Heimarbeiterin für das Ausschneiden liberale Kandidaten einander gegenübergestellt werden. Gleichheit" berichteten, waren die von unserer Frattion gestell der eines Streifens 1½ Pf. Die Streifen find sämtlich 4 Meter Forderung einer bindenden Erklärung jedes Randi- ten Anträge abgelehnt worden. Die Mehrheit der Stadtverord auf lang. Es ist einer Arbeiterin nicht möglich, in der Stunde daten, eine liberale Schulpolitik betreffend. Aufstellung netenversammlung bewilligte nur die geringe Summe von ang drei Streifen auszuschneiden, das heißt 5 Pf. stündlich zu und Unterstützung einer Arbeiterkandidatur. Begründung 20000 Mt. zur Speisung bedürftiger Schulkinder für die Mogen verdienen! Bessere Qualitäten werden zwar höher bezahlt, der besonderen Frauenforderungen in allen öffentlichen Ver- nate Februar und März. In der Verhandlung war deutlich zutage Ein aber die zu ihrer Fertigstellung nötige Zeit ist auch ent- sammlungen: Wahlrecht, Einführung der allgemeinen Fort- getreten, daß 20000 Mt. viel zu wenig feien, dem vorhandener ge sprechend länger. Für einen Streifen befter Qualität erhält bildungsschule durch Landesgesetz, Zulassung der Mädchen Bedürfnis zu genügen, da der Magistrat durch eigene Er E. R die Arbeiterin 35 bis 40 Pf.; an einem solchen hat sie aber zu den höheren Knabenschulen." Die grundsägliche Stellung bebungen festgestellt hatte, daß 14 500 Kinder regelmäßig ng 4 bis 5 Stunden zu tun. Gine Witwe, die während des nahme aber, der die geheischte praktische Arbeit" dienen und 5800 Rinder häufig fein warmes Mittagessen erhalten. der ganzen Tages Spachtel ausschneidet und der in den„ freien" soll, wurde im Flugblatt Nr. 5 vom Januar also charafte Bon dieser Gesamtzahl find aber nach Ansicht des Magistrats de Stunden brei schulpflichtige Rinder helfen, während die risiert: Die Liberale Frauenpartei wird bei den Landtags im gangen nur 4174 Kinder zu berücksichtigen, von denen Be älteste Tochter nach der Heimkehr aus der Fabrit noch bis wahlen nur die liberalen Kandidaten unterstüßen, welche wiederum nur 885 wirklich unterstützungsbedürftig wären, ert gegen Mitternacht mitarbeitet, bringt es in der Woche auf sich zu der prinzipiellen Forderung des allgemeinen, gleichen, die übrigen bekommen, wie der Magistrat sagt, abends Si einen Gesamtverdienst von höchstens 4 Mr.! Und die Frau geheimen und direkten Wahlrechts für Männer und Frauen ihre Hauptmahlzeit. Wie diese Hauptmahlzeit" beschaffen de foll glauben, daß sie in der besten aller Welten lebt! für Preußen bekennen und sich verpflichten, für Einführung ist, und ob sie für 24 Stunden genügt, danach zu fragen hat Agnes Fahrenwald. ber geheimen Wahl und für eine gerechte Ber- der Magistrat wohlweislich unterlassen und die freifinnige Vom hohen Verdienst der begehrlichen Textilarbeiterteilung der Wahlkreise im Landtag zu wirken." Mehrheit der Stadtverordneten ebenfalls. Das Allertollfte tam aber noch zum Schluffe. Bei allen schaft und den Entbehrungslöhnen der genügsamen Mit dürren Worten: die Liberale Frauenpartei tritt nicht and Textilfabrikanten im Geraer Bezirk. In Triebes für das allgemeine Wahlrecht ein, und in puntto Frauen Berhandlungen war von allen Seiten ausdrücklich gesagt woring giftiert eine Jutefabril, die 1300 Arbeiterinnen und Ar- wahlrecht begnügt sie sich mit einem wertlosen, platonischen den, die Speisung der Schultinber sei nicht als fid beiter beschäftigt. Der ganze Ort ist von diesem Unter- Bekenntnis. Ihre Unterstützung sichert sie jenen Kandidaten Armen unterstügung zu betrachten. Bei der endgültigen Rabnehmen abhängig. 700 der Beschäftigten sind gewerkschaft zu, die sich zu dem Frauenwahlrecht„ bekennen", das heißt Besprechung darüber, durch welche Behörden die Erhebungen lich organisiert, darunter mehr als 400 Arbeiterinnen. Der für diese Forderung einen unverbindlichen Knig und sonst zu veranstalten seien, zeigten die Freisinnigen ihr wahres 3 Lohn ist sehr niedrig, die Lebensmittelpreise sind dagegen nir haben. Die Ortsgruppe Berlin des Deut. Gesicht. Der Antrag unserer Fraktion, diese Erübe enorm hoch. Um der fortwährenden Lohndrückerei Halt zu schen Verbandes für Frauenstimmrecht" ihrerseits hebungen durch die Schultommissionen vorBegebieten, haben die Textiler durch einen breitägigen Streit erklärte sich neuerlich in einem Aufruf an die Männer und nehmen zu lassen, wurde von der Mehrheit der Freis jeh im Sommer des vergangenen Jahres das Zugeständnis er- Frauen Preußens" in schwungvollem Text"- wie Fräu- finnigen abgelehnt. So ist die Speisung der hungernden vo rungen, daß der wöchentliche Verdienst ergänzt wird, wenn lein Augspurg bescheinigt für das allgemeine, gleiche, Schulkinder im wesentlichen trotz der angeführten Erklärungen ment der Tageslohn die Höhe von 2,10 mt. nicht erreicht. Es geheime und direkte Wahlrecht"( Nr. 3 Zeitschrift für Frauen zu einer Angelegenheit der Armenpflege geworden, und prolehängt sehr von der Güte des Materials ab, wie hoch fich stimmrecht). Nach diesem Dokument ist es" Ehrenpflicht der tarische Eltern, die ihren Kindern die Wohltat eines warmen ante der Verdienst beläuft. Im günstigsten Falle tönnen 15 oder freiheitsliebenden und gerecht denkenden Männer und Frauen, Mittagessens zuteil werden laffen wollen, müssen dafür mit 16 Mt. wöchentlich erzielt werden. Mit diesen paar welcher Partei und welchem Stande fie auch angehören, dem Verlust des Wahlrechts bezahlen. So will es das Groschen heißt es haushalten, das heißt den Hungerriemen gemeinsam für dieses Recht zu kämpfen". Aber die Orts- Berliner Geldsadsparlament! fest anziehen. Eine andere Errungenschaft des erwähnten gruppe verschweigt, daß die Männer und Frauen des Zur Kindergartenfrage. Im Archiv für das Bollsbreitägigen Kampfes ist der Arbeitsschluß am Sonnabend Proletariats bereits gemeinsam mit aller Energie den bildungswesen aller Kulturvöller" befindet sich ein von jeder Woche um 4% Uhr, wie eine tägliche Mittagspause Rampf für das einzig wirklich allgemeine Wahlrecht Lili Dröscher behandelter Abschnitt, den fie etwas anmaßend Don 1 Stunden, statt der früher üblichen einen Stunde. das Wahlrecht aller Großjährigen ohne Unterschied des Entwicklung von Rindergärten zu Boltserziehungshäusern" Die Stadt Gera selbst gehört zu den großen Zentren der Geschlechts aufgenommen haben, und sie erklärt nicht nennt. Wer glaubt, aus diesem Artikel etwas lernen zu deutschen Textilindustrie. Tausende von Familien suchen in ausdrücklich, daß das Wahlrecht, für welches sie nun tönnen, täuscht sich gründlich. Für Berlin stügen sich die ihr Brot. Ob der Verdienst immer ausreicht, des Leibes fämpfen will, für beide Geschlechter gelten soll. Völlig un- Angaben auf das Zahlenmaterial der städtischen SchulNahrung und Notdurft zu befriedigen, steht auf einem zulänglich, zum mindesten schwächlich, wenn nicht zweideutig deputation aus dem Jahre 1893! Ferner behauptet sie: anderen Blatt. Die Löhne sind die üblichen schmalen Textil- sind in dieser Beziehung die Säße:„ Es gilt der Verkümmerung Im ganzen Deutschen Reich werden noch nicht 50000 mt. arbeiterlöhne, die zahlreiche Arbeiter und Arbeiterinnen samt der politischen Rechte der Männer und Frauen entgegen aus öffentlichen Mitteln für die zahlreichen, gemeinnützigen den Ihrigen zu einem Hungerleben verurteilen. Für die zuwirken. Es gilt für Freiheit und Recht zu streiten." Die Boltsfindergärten erbracht." In Wirklichkeit werden, wie Unternehmer springen dagegen schöne Entbehrungslöhne Ortsgruppe läßt die ausdrückliche Forderung des Frauen wir in Nr. 8 der„ Gleichheit" nachwiesen, rund 400 000 m. heraus. So hat der Befißer einer Strickgarnfabrit sich selbst wahlrechts fang- und langlos in den Tiefen eines schwung von den Gemeinden ausgegeben. Auch ist von Lili Dröscher zur Steuer mit einem jährlichen Einkommen von 210 000 vollen Tertes" verschwinden. Warum? Um ihren Freunden nicht der leiseste Versuch gemacht, die Anzahl der BoltsMart aus dem gewerblichen Unternehmen eingeschätzt. In vom„ ganzen, vollen, unentwegten" bürgerlichen Freifinn findergärten in Deutschland anzugeben, aber dafür heißt es seinem Betrieb werden 200 Personen, meist Arbeiterinnen, zu ersparen, offen Farbe zu bekennen und auszusprechen, an einer Stelle:„ Der Volkstindergarten wird aber erst beschäftigt. Mithin trägt jede von ihnen 1100 Mt. zum Ein- daß sie aus" taktischen" Gründen den Kampf für das seine volle Macht entfalten, wenn er sich, wie an einzelnen tommen des Fabrikbesigers bei, während sie selbst mit un- Frauenwahlrecht ablehnen. Offenes Aussprechen dieser Tat Orten jetzt schon( gemeint ist vermutlich das Pestalozzigefähr der Hälfte der Summe ihr Leben fristen muß. Eine fache würde es den Damen erschweren, ihre Bundesschwestern Fröbel- Haus in Berlin), zur Volks erziehungsanstalt erFilztuchfabril, in der 125 Personen tätig sind, ebenfalls schaft mit dem Singfang von der Rücksicht auf das Recht weitert." Vorsichtig verschweigt die Verfasserin, woher sie meist Arbeiterinnen, hat dem Besizer laut Steuereinschätzung bes weiblichen Geschlechts zu begründen. So demonstriert die Mittel hierzu erwartet. Dafür geht sie um so rascher zu einen jährlichen„ Entbehrungslohn" von 130 000 mt. ge- iebe der beiden Gruppen radikaler bürgerlicher Frauenrechtelei dem eigentlichen Zweck des ganzen Artikels über, nämlich zu tragen. 1050 mt, hat jede beschäftigte Person abliefern auf ihre Weise, aber wesenseinig, daß das Recht des weib- einer Beschreibung, richtiger gefagt, zu einer Berherrlichung müssen, damit diese Gumme zusammen tam. Wie honiglichen Geschlechts schweigen muß, wenn die bürgerlichen reich ist unsere Ordnung nicht für die Drohnen. 0. B. Klaffenintereffen das Wort haben. ver Бег ge in 3 t it f aum bi ame nber elter ебен ben arden jeber für pau gener iden äfch eider au hen Oche ba bi Ab τάβι Oche Di u go affen er Di nge onen teilt B.M enf gen ma ten ebod eft Gi das Frauenstimmrecht. " " des Pestalozzi- Fröbel- Hauses in Berlin. Es sei hier gleich bemerkt, daß das Pestalozzi- Fröbel- Haus seinem ganzen System Eine erste Franenkandidatur zum galizischen Land- nach in der Tat eine Anstalt ersten Ranges ist, abgesehen von tag war bei den letzten Wahlen zu dieser parlamentarischen der auch hier gepflegten religiösen und patriotischen Tendenz. Rörperschaft aufgestellt. Sie ging von frauenrechtlerischer Trotzdem kann manches, was Lili Dröscher über die Grundsäge Seite aus, gestüzt auf die Tatsache, daß die galizische Wahl der Leitung des Pestalozzi- Fröbel- Hauses sagt, nicht fritiflos Die Frauenrechtlerinnen und der preußische Wahl- ordnung, ähnlich wie die böhmische, die Wählbarkeit nicht hingenommen werden. Alle Kinder, die die verschiedenen rechtskampf. In Preußen ist bekanntlich dank der Sozial- ausdrücklich auf das männliche Geschlecht beschränkt. Kan- Abteilungen des Pestalozzi- Fröbel- Hauses besuchen, Krippe, bemotratie der Rampf gegen das politische Monopol des didatin der Frauenrechtlerinnen war eine Malerin, Fräulein Kindergarten, Bäder, Klassen, Horte usw.,„ haben dafür au Beſizes, der Kampf für ein wirklich demokratisches Wahl- Du lunba. Sie steht politisch der Volkspartei am nächsten, ein Entgelt zu bezahlen, damit die Eltern sich recht auch ein Kampf für das Frauenwahlrecht. Die Sozial- wurde aber als Kandidatin von dieser offiziell nicht unter stets der Verantwortung bewußt bleiben und Demokratie hat von Anbeginn der Bewegung keinen Zweifel ftüßt. Das Organ dieser Partei veröffentlichte zwar eine nicht zur Bequemlichkeit geführt werden". Wirks barüber gelassen und befundet das bei jeder Wahlrechts. Empfehlung der Frauenkandidatur seitens der angesehenen lich gut gefagt! Die 50 Pf. bis 3 Mt., die monatlich zu Demonstration unzweideutig aufs neue. Shre Haltung hat Dichterin Konopnicka, die Partei selbst aber verhielt sich bezahlen sind, erhalten alfo den Eltern das Pflichtgefühl! es bewirkt, daß das Frauenwahlrecht allgemeiner und nach zu ihr paffiv. Bon rund 5000 abgegebenen Stimmen erhielt brücklicher in den Vordergrund des politischen Lebens ge- Fräulein Dulunba 500, was immerhin ein Erfolg ist. Die unter anderem aufgeführt:„ Frauen und Mädchen gebildeter schoben worden ist als je vorher. Das tommt unter anderem Wahlkommissionen zählten zwar die Stimmen, welche die Stände Gelegenheit zu bieten, in ungezwungenen liebevollen auch darin zum Ausdruck, daß die entschieden" liberale Frauenkandidatur auf sich vereinigt hatte, erklärten sie aber Verkehr mit ärmeren Volksflaffen zu treten und sich mit Freifinnige Bereinigung sich auf ihrem nächsten Parteitag für ungültig, was vom Standpunkt des formalen Rechts aus pädagogischen Fragen zu beschäftigen."„ Der Bolkslinder rdu Frankfurt a. M. von Fräulein Lüders ein Referat über ein Widerspruch ist. Bei Wertung des erzielten Erfolges garten, vorwiegend für die Rinder von Arbeitern bestimmt, ist Frauenstimmrecht halten lassen wird. Wer sich der heiligen der Frauenkandidatur muß in Anrechnung gebracht werden, jedoch im sozialen Interesse für Kinder aller Stände geöffnet." teltidschwüre der Damen um Frau Cauer, Fräulein Augs, daß die in Galizien wahlberechtigten. Frauen nicht persön- Leyteres wahrscheinlich zu bem besonderen Zweck, daß sich purg und Fräulein Lischnewsta erinnert, daß die eine, un- lich, sondern nur durch Bevollmächtigte stimmen dürfen. auch schon die Kinder gebildeter Stände an einen geteilte, von Parteipolitif unbefleckte Frauenbewegung die Durchaus nicht alle Frauen sind wahlberechtigt; das Gesetz ungezwungenen liebevoll en Verkehr mit den unteren Bolts. einzige treue, energische Vorkämpferin für das volle staats- erkennt ausdrücklich nur den Grundbesigerinnen das attive laffen" gewöhnen. Später dürfte sich dieser„ Berlehr" der bürgerliche Recht des weiblichen Geschlechtes in Deutschland Wahlrecht zu und läßt im unflaren, ob die dem Zensus höheren Töchter mit den niederen Boltellassen" doch aus fei; wer ihre eifernden Flüche kennt gegen die angebliche genügenden Frauen in zwei weiteren Kurient ebenfalls schließlich auf diese oder andere Wohlfahrtsanstalten" be= Lauheit und Flauheit der Sozialdemokratie im Kampfe für Wählerinnen sind. Es scheint jedoch, daß die Behörden schränken. bas Recht der Frau: der mußte erwarten, daß diese radi diese Unflarheit nicht gegen das attive Frauenwahlrecht talen" Rämpferinnen für das Frauenstimmrecht die jetzige ausgelegt haben. Fest steht jedenfalls, daß die Ausübung außergewöhnlich günstige Situation ihrer Hauptforderung der Wahl durch Bevollmächtigte von den politischen Cliquen ausgegeben von Dr. Ernst Schulte und Professor G. Hamdorff. nuzbar machen würden. Was sehen wir statt dessen? Im Lager der herrschenden Klaſſen, zumal der Schlachzizen, zu dem Erster Band, Hamburg. Im Gutenbergverlag Dr. Ernst Schulze. ber„ Unentwegten": Zersplitterung, offene Parteipolitit" schamlosesten Wahlschwindel ausgenutzt wird. Da die Seite 54:„ Entwicklung von Kindergärten zu Boltserziehungsund Zweideutigkeit, wenn nicht eine verschämte Preisgabe galisischen Frauen meist politisch unaufgeklärt sind, ist es häusern" von Lili Dröscher- Berlin. Defe ante nid olize verbe wits Fab # Unter den nächftliegenden Zweden der Anstalt werden m. w. Archiv für das Boltsbildungswesen aller Rulturvöller, her m. w. 68 Die Gewalt der herrschenden. Don J. Gottlieb flchte. Ich weiß, daß Ihr Eure folgerungen durch stehende Heere, durch schweres Geschüb, durch fesseln und Festungsftrafe unterstützt; aber sie scheinen mir darum nicht die gründlicheren. Nährikele. Ein sozialstatistisches Kleingemälde aus dem schwäbischen Boltsleben. Von Gottlieb Schnapper- Arndt. ( Schluß.) Die Gleichheit Nr. 7 wit Den dem fie rechnen muß, und dankend schreibt fie: Ich, ist das Weheklagen nach dem Rampfe wir ziehen dachte oft, ich möchte nur auch einmal wieder Raffee nicht das Schwert im Lager dieser Kämpfer, trinken, aber das Geld reichte nie dazu; an Sonn- und stehen nur mitleidsvoll vor ihren Kindern! Festtagen ist jetzt Chokolade unser Mittagessen und Nachts Männern, den starten, überlassen wir es, Gerechtigkeit Thee, das schmeckt jedesmal sehr gut, Reis und Gries von Euch zu fordern; wir sprechen nur zu Gurem Herzen, brei schmeckt auch sehr gut, sowie Nudeln mit Butter wir bitten mit zitternder Lippe um Mitgefühl!! geschmälzt zu Zwetschgen. Fleisch können wir keines Wie Ihr auch fizen möget, deutsche Volksvertreter, faufen, es ist für uns zu theuer, wir sind's auch gar nicht auf der Linken oder Rechten, Deutsche seid Ihr, die von mehr gewöhnt, ich weiß taum mehr wie's schmeckt. Ich jeher stolz darauf gewesen, dem weichen Sinne des Weibes kaufe alle Donnerstag/ Pfund Butter für 50 Pfennig Achtung zu zollen;-öffnet den Flüchtigen die Grenzen und alle Tag 1% Liter Milch für 15 Pfennig, mit dem des Heimatlandes und den Gefangenen die Kerkertüren!!! fommen wir aus und sind dabei recht zufrieden." Und Mannheim, im Juli 1848. dann: fie fönne nichts mehr verdienen, sie gehe„ ins Mit allem Vertrauen zeichnen usw. Schlehen sammeln", dafür bekomme sie Brot und Most,( folgen 772 Unterschriften von Frauen und Jungfrauen.) sie hoffe, daß es auch wieder besser werde, wenn es Die mitgeteilte Eingabe ist vom Abgeordneten v. I 3. Gottes Wille sei. Das Gottvertrauen Riteles ist uns stein der Nationalversammlung übergeben worden. Eine erschütterlich. Ja, es scheint zu wachsen, je schlechter die ähnliche Eingabe von etwa 400 Frauen und Jungfrauen Beiten werden. Zuletzt sehen wir, wie sie gleichsam durch zu Konstanz ist ihr auf den Wunsch der Unterzeichne brünstiges Gebet ihrem Gott Hilfe in der Not abringen rinnen von Robert Blum überreicht worden. will, und wie sie aus ihrer erregten Stimmung heraus die Unterstützungen, die ihr zuteil werden, als den Aus fluß einer Vorsehung, welche die Herzen der Geber zu ihr hingelenkt hat, mit frommem Danfe entgegennimmt Aber wieder und wieder stellen sich Sorgen ein, Sorgen um den Hauszins und um die Abzahlung einer Schuld für eine nötig gewordene neue Nähmaschine( die dann von Gönnern für sie bezahlt wurde). Nach beendigter Lehrzeit ging Wilhelm auf die Wanderschaft. 6 Mart gab Rifele ihm mit, Stiefel und Felleisen. Sechs Wochen zog er herum, ohne Arbeit zu finden; da schaffte er, um durchzukommen, bald bei den Bauern auf dem Feld, bald flickt er Wirtsleuten die Kleider aus, um freies Obdach zu finden. Ich hab Glück gehabt, hat er immer gesagt; habe ich gesagt: , Das kommt, weil ich auch nie einen Handwerksburschen habe gehen lassen. Endlich findet er eine Stelle in Urach und zieht nach einem Jahre ,, wie eben die Wanderlust ale tommt, wieder fort. Ich meine, wenn sie so in viele Werkstätten rum fommen, lernen sie überall wieder mehr." Von Ehingen aus, wo er 1% Jahre verbringt, schickt er zum erstenmal seiner Mutter Geld, 25 Mart. In Gaildorf, einem Flecken, geht's ihm weniger gut. Da hat ihm ein Nebengesell seine zwei Hemden genommen, Und dann hören die Briefe auf, und der Sohn meldet, da haben sie Streit friegt, und da hat's Schläg gegeben. daß nach einer Influenzaerkrankung, zu der eine LungenAuf einer abermaligen Wanderung erfror er die Füße und entzündung hinzugetreten war, die Mutter sanft und selig fam endlich in sein Heimatdorf zurück, dort auf eigene in dem Herrn entschlafen sei, im Alter von 58 Jahren Rechming arbeitend, bei seinen Verwandten schlafend. 12 Tagen. Er bekam viel zu schaffen und ist zu mir gekommen Das Kreuzchen auf dem Gottesacker deckt die Hülle eines Menschen, der ausruht von zähem Lebenskampfe. und hat gesagt: Wenn ich nur eine Maschine hätte. Da Alle eigene Anstrengung, alle kleinen Zufälle, deren hab ich gesagt: Daran foll's nicht fehlen. Da hat er wir gedacht haben, alle jene eiserne Sparsamkeit, die sich mich umarmt und eine Freude gehabt und gesagt: Wenn feinen Moment vergißt, all jene List, mit welcher der bu nur gesund bleibft, daß ich dir's auch vergelten kann." Arme das Leben um die Anforderungen, die es stellt, zu Er versprach, das vorgeschossene Geld ihr zurückzuzahlen. betrügen, mit der er auf tausend Schleichwegen um sie " Ich habe wohl gewußt, daß wenn er verdient, er mir herumzukommen sucht, sie alle hatten nicht ausgereicht, gibt, was er fann." Sie holt demnach, wie bereits ein- um Nifelen bei den allerbescheidensten Ansprüchen ein gangs mitgeteilt und durch das Sparkassenbuch belegt ist, sorgenfreies Alter zu sichern. 98 Mart von ihren auf der Raffe lagernden 99 Mark; es gingen bei dieser Gelegenheit zugleich einige Mart für Stiefel des Sohnes drauf. Ob das jene Stiefel find, deren er bedurfte, als er schrieb: ,, Du darfst nicht glauben, ich sei eigensinnig, nein, das schreibe ich in aller Liebe, Eingabe deutscher Frauen und Jungfrauen sei doch so gut und laß mir Stiefel anmessen." Selten, baß er so brängend schrieb; umgekehrt lese ich zum Beispiel zu Mannheim um Amnestie, gerichtet an die in einem anderen Schreiben: Darfst auch nimmer mir Nationalversammlung zu Frankfurt. Eßwaren schicken, ich bin ja nimmer klein, esse du es nur selbst, wenn du etwas geschenkt bekommst." Nochmals ergreift ihn der Wandertrieb, er deponiert die Maschine bei seiner Mutter, arbeitet bald da, bald dort, bis er spielen" muß und endlich nach Straßburg in Garnison tommt. Ein Erinnerungsblatt aus dem Jahre 1848. Hohe Nationalversammlung! Deutsche Männer! Wenn die Stellung des Weibes in der Gesellschaft demselben bis jetzt feinen Anteil an den politischen Kämpfen zuteilte, so sind doch gewiß alle deutschen Frauen und Jungfrauen der jüngsten mächtigen Erhebung Deutschlands und den Kämpfen für die unveräußerlichen Menschenrechte mit ihrem Herzen gefolgt. Der Sohn. Von A. R. Der Zug fuhr ab; ich hatte einem Freunde nach geschaut, zog mit dem breiten Riemen das Fenster zu und setzte mich. Ein alter Mann saß mir gegenüber. Wir waren allein im Abteil. Der Alte sah mich mit blauen, tiefen Augen lange an und putte mit einem Taschentuch die Gläser seiner Brille. Die hielt er erst prüfend gegen das Fenster, und dann sah er wieder nach mir. Ich wunderte mich über sein Gebaren und meinte, er finde etwas im Coupé nicht in Ordnung und wolle mich ohne Worte ermuntern, Abhilfe zu schaffen. Ich schaute nach dem Hebel der Heizung, der stand auf„ kalt"; ich schaute nach der Glasglocke, in der abends das Licht brennt, ein bißchen schwarzer Staub lag darin. Sobald ich aber wieder nach meinem Mitreisenden blickte, sah ich seine Augen suchend, forschend auf die meinen gerichtet. Da mußte ich fragen: Kennen Sie mich vielleicht?" " Sind Sie mein Sohn?" Ich wollte bei dieser Antwort laut lachen; aber der alte Mann sah so ernst und ängstlich aus, daß ich ein eine Karte mit meinem Namen gab. Der Alte griff mit wenig erschraf, und leise sagte, woher ich wäre, und ihm steifen, verbogenen Fingern danach. Schuhmacher haber solche Finger, und er las die kleine weiße Karte. " Ich dachte schon, Sie wären mein Sohn," sagte et darauf. So müßte er jetzt aussehen; solche Haare und Augen müßte er haben, und so groß würde er wohl auch sein." „ Er ist wohl tot, Ihr Sohn?" Der Alte schwieg und putte die Brille und die Augen Ich wußte nichts zu sagen zu der schweren Sache. Det Bug schlug furz und hart auf die Schienen. " Ich weiß es nicht; verloren, Herr, verloren! Er war Auf den Sohn war die ganze Hoffnung Rifeles gestellt. ein lieber Junge, bloß die Frauen... Da war Lisbeth Das, was man einen Fehltritt zu nennen pflegt, erweist Schneider, die hat ihn gerufen Sie fennen sie nicht? Sie hat ihn gerufen, und er war noch so jung. Lisbeth fich in seinen Folgen als segensreich. Der Sohn lohnt die mütterliche Treue mit findlicher Anhänglichkeit... Das deutsche Parlament ist zunächst eine Errungen Schneider war schon ein großes Mädchen und stand Mit ihren geringer werdenden Einnahmen war ja schon schaft dieses Kampfes. Die deutschen Männer umscharen immer in der Haustür, wenn er mit seiner blauen Müze von Jahr zu Jahr Rifeles Ausgabebudget im Sinfen es mit der Waffe des Geistes, um das Errungene nicht von der Schule tam, und sie lachte mit ihm. Das ist begriffen gewesen; würde ohne Hilfe durch den Sohn nur selbst zu erhalten, sondern auch in dessen Konsequenzen nicht lange so geblieben. Sie sind bald zusammen in die Konditorei gegangen und in den Wald, und Sommer oder fremde Hilfe ihr Sparpfennig nicht jener Zehrung das Glück und das Wohl Deutschlands festzuhalten. geglichen haben, die man zum Verhungern Verurteilten Uns Frauen aber ruft die Stimme des Herzens wieder ist es gewesen. An der Schule haben sie es gehört, die noch für eine kurze Zeit mit in das Gefängnis zu geben auf den Kampfplatz zurück, unser Auge strebt nach Männern, Lehrer und der Direktor, und sie haben ihn weggeschickt. pflegte? Auch der kleine Vorrat an Mobiliar und für die wir gestehen wir es in träumerischen Ich habe ein hartes Wort gesagt und ihn geschlagen, Kleibungsstücken, auf dessen Zusammenbringung fie so Phantasien Lorbeerfränze gewunden, und siehe! hier zum erstenmal in seinem Leben. Da hat der Junge stolz war, würde sie ihn, ohne solche Hilfe, in ihrem tritt uns eine trauernde Gattin, dort eine verzweifelte drei Tage nichts gegessen und nichts gesagt und ist Alter haben festhalten können? In dem guten Willen Mutter entgegen! Die eine verweist unseren Blick nach heimlich fortgelaufen in die Welt. Er ist faum fiebzehn ihres Sohnes hatte sie sich nicht getäuscht. Zwar nicht fernem, fremdem Lande, wohin ihr Gatte gewaltsam Jahre alt gewesen. Das ist nun acht Jahre her." als„ Rindsmagd", wie sie einst erhofft, lebt sie bei ihm, vertrieben, die andere reißt uns mit an die Kerkerdenn er hat es sich versagt, eine eigene Familie zu gründen, mauer, um mit ihr das Weheklagen ihres Sohnes zu für die er doch nicht hinlänglich Brot gehabt hätte. Aber belauschen. Der Held, der für eine große Jdee sein Blut zu Das ist schon lange her," fuhr der alte Mann fort zusammen ziehen sie aus der fleinen Stadt in ihr Heimatdorf, wo Rifele eine bescheidene Tätigkeit an der Näh- opfern vermochte, ward jederzeit mit der Glorie des und der Junge hat niemals geschrieben. In Bremen und Strickschule findet, während der Sohn sein Schneider- Märtyrertums umgeben, ob er für eine Wahrheit oder soll er gewesen sein und Rohlen getragen haben; det handwerk dort und auf den umliegenden Ortschaften weiter Täuschung geblutet; auch fie, die in den Kerkern und in Nachbarssohn war dort und will ihn sicher gesehen haben. treibt. Sie sehen sogar bessere Tage als früher der Verbannung schmachten, sind glorreiche Beweise Und dann soll er in Frankfurt gewesen sein und feine Kleider angehabt haben. Da fahre ich nun oft hin und aber es bleibt nicht lange so gut. Die niemals robust deutschen Heldentums und deutscher Aufopferung. gewesene Gesundheit Rifeles wird schwächer und schwächer, Es reißt uns fort, den Vätern und Gatten den Weg stehe bei dem Uhrtürmchen auf der Raiserstraße und schaue die fleißigen Finger erlahmen, die Augen wollen nicht in die Heimat zu bahnen, an den Gitterstäben der Kerker nach den vielen Menschen, die dort vorbeigehen. Viel mehr recht sehen. zu rütteln doch unsere Kräfte sind schwächer, als der leicht kommt auch er einmal daher, mein Einziger. Heute Vor mir liegen die Briefe der letzten Jahre: Diesen Bug unseres Herzens.- Von den Schmerzen des Mit- war ich wieder dort. Zweimal hat mich die Polizei weg Sommer war ich ziemlich schwer frant," heißt es, und gefühls durchbrungen, nehmen wir zu Euch, Ihr Männer, geschickt, aber ich gehe doch wieder hin, morgen schon mein Sohn war in derselben Zeit 12 Tage eingerückt, die wir doch nur als Kampfgenoffen jener Unglücklichen Seht, Herr, wie der Junge noch ganz flein war Da hielt der Zug. Der alte Mann stieg langsam später bekam ich Gesichtsros. Mein Sohn schafft immer erkennen, deren Schicksalswürfel nur glücklicher gefallen, noch nach T..." Zwei Jahre später flagt sie über das unsere Zuflucht;- unsere Waffe ist das Herz, unser aus. Wie müde er ging und wie gebückt. So gehen bie Alter, das sich nicht mehr verbirgt, und daß die Kraft Schild eine Träne, setzt diesen nicht das scharfe Menschen, die müde Herzen haben und große Not, fe nicht mehr fommen will. Aber immer noch ist sie zu- Schwert Eurer Dialettit entgegen, laßt unsre Tränen halten sich dicht an die Häuser, als ob sie sich schämten und doch Hilfe, Mitgefühl erwarteten. frieden, daß sie ihre Haushaltung besorgen fann, und nicht vertrocknen im Staube Eurer Argumente! Nicht das Feldgeschrei, nicht die Parole der unglückAbfahren." freut sich über die Zuwendungen der Nahrungsmittel, wie Kaffee, Tee, Schokolade, Reis, Gries, Nudeln usw., lichen Kämpfer in ihrem Widerhalle führt uns für sie die ihr eine Gönnerin von Zeit zu Zeit sendet. Bald in die Schranken, wir streiten nur für das Unglück, Berantwortlich für die Redaktion: Fr. Klara Bettin( Bundel), Wilhelmshöf aber werden diese Zuwendungen ein Hauptfaktor, mit für den Jammer der Leidenden und Verlassenen; es Boft Degerloch bei Stuttgart. Druck und Berlag von Baul Ginger in Stuttgart. N Au Au No re bi 50 fo A ba er bi De B zu di ob