Nr. 11 Die Gleichheit eeee Zeitschrift für die Interessen der Arbeiterinnen te Mit den Beilagen: Für unsere Mütter und Hausfrauen und Für unsere Kinder Die Gleichbett erscheint alle vierzehn Tage einmal. Preis der Nummer 10 Pfennig, durch die Poft vierteljährlich ohne Beftellgeld 55 Pfennig; unter Kreuzband 85 Pfennig. Sabres- Abonnement 2,60 Mart. Juhaltsverzeichnis. Stuttgart den 11. Mai 1908 18. Jahrgang Zuschriften an die Redaktion der Gleichbelt find zu richten an Frau Riava Zetfin( Zundel), Wilhelmshöhe, Post Degerloch bet Stuttgart. Die Expedition befindet sich in Stuttgart, Furtbach- Straße 12. Man muß diesen vielmehr den Anteil der indirekten| 100000 Mt. und darüber beschenkt, leichten Herzens Bur Steuerpflicht das Wahlrecht. Schulspeisung. Von Luise Reichssteuern hinzurechnen, welchen die preußische Be 4 Mr. von 100 dem Staat steuern fann. Ja auch der Rautsty. I.Auf, in den Wahlkampf! Von Gustav Hoch. völferung trägt. Bekanntlich sind es die Aufwendungen Wohlhabende mit dem bescheidenen" Einkommen von Die dritte sozialdemokratische Frauentonferenz in Österreich. des Reichs für das„ herrliche" Kriegsheer, die gräßliche" 30000 Mt. braucht nicht ängstlich zu sparen, weil der Die Berge freißen... Bon M. Kt. Auch eine Heldin. Von Flotte und die barbarische Kolonialpolitit, welche Hun- Herr Fiskus ihm 3 Mt. vom Hundert abverlangt. Wie Anna Blos.- Liberalismus und Frauenfrage. Von K. D. berte auf Hunderte von Millionen Mart auffressen. anders die Arbeiterfamilie, die bei einem Berdienst von Frauendienst in den badischen Jrrenanstalten. Bon m. g. Aus der Bewegung: Von der Agitation. Jahresbericht der Ber- und für die schwindelnde Höhe dieser Aufwendungen 900 Mt. im Jahre 62 Pf. vom Hundert steuern muß. trauensperson des Streifes Teltow- Beeskow- Storfow- Charlotten ist in der Hauptsache Preußen verantwortlich. Preußen Mit den fast 6 Mr., die das ausmacht, ist vielleicht die burg. Die Behörden im Stampfe gegen die proletarischen Frauen. ist die Vormacht im Reich. Der badische Finanzminister Hausfrau gezwungen, die Ernährung der finderreichen Politische Rundschau. Von H, B. Gewerkschaftliche Rund. Buchenberger hat dem Gehege seiner Bähne das Ge- Familie für zwei, drei Tage zu bestreiten. Rechnet ständnis entschlüpfen lassen, daß im Bundesrat bei der man außerdem zu der staatlichen Einkommensteuer die Notizenteil: Dienstbotenfrage. Frauenftimmrecht.- Frauenarbeit Festsetzung des Reichsbudgets bie Vertreter der übrigen indirekten Reichsabgaben dazu, so entpuppt sich die an auf dem Gebiet der Industrie, des Handels- und Verkehrswesens. Bundesstaaten die Rolle von Ja- Nicke- Maschinen spielen. scheinend stärkere Bürde der befizenden Klaffen als der -Sozialistische Frauenbewegung im Ausland. Preußen ist aber ein Militärftaat. Seine Regierung war reine Augenblender. Beide Steuerleistungen belasten Feuilleton: Die Werkstatt. Von Morris Rosenfeld.( Gedicht.) je und je nicht nur die Dienerin einer friegsruhm- und nämlich die Steuerpflichtigen mit einem Einkommen von Grete Bofe. Aus Leben und Liebe des Proletariats. Bon Lu Märten. machtlüsternen Dynastie, sie amtiert vielmehr auch als 900 bis 3000 Mt. mit 5,9 bis 7,6 Prozent Beilage: Flugblatt zu den preußischen Landtagswahlen. 8000 politische Geschäftsführerin der befizenden Klassen. Diese 3000 bedürfen des Heeres zur Wahrung ihrer Geldsacintereffen 8000 80000 gegen den äußeren und inneren Feind, der Flotte als schau. 100000 * # 6,9 7,7 6,0 6,7 5,0 Zur Steuerpflicht das Wahlrecht! Werkzeug ihrer raublustigen, gewalttätigen Kolonialpolitik Die unteren Klassen der Steuerpflichtigen mit einem Noch immer plappert der Spießbürger sein Sprüche und aller drei Institutionen als trefflicher Gelegenheits- Einkommen von 900 bis 3000 mt. bringen mit den lein herunter, dem weiblichen Geschlecht stehe es nicht macherinnen einträglicher und sicherer Kapitalanlagen. 73% Millionen Wart, die sie blechen müssen, fast ein an, sich um die staatlichen, die öffentlichen Zustände zu Dank der preußischen Politik im Reiche mußte nun die Drittel der gesamten Einnahme des Staats aus der fümmern, es sei daher mit gutem Fug und Recht des Bevölkerung Preußens 1908 nicht weniger als eine Einkommensteuer auf. Sie machen mit 4,8 Millionen Wahlrechts beraubt, das heißt der Möglichkeit, mittels Milliarde neun Millionen Mark zu der Reichsausgabe der Bevölferung 88,8 Prozent aller Steuerpflichtigen seiner die Gesetzgebung und damit die Gestaltung der für Heer, Flotte und Kolonialpolitik beisteuern! aus. Wollte Preußen sie steuerfrei lassen, so könnte es politischen Verhältnisse zu beeinflussen. Viele Frauen Die werftätigen Massen des Landes sind es, die den sich leicht schablos halten für den Betrag, den es aus schenten diesem Geschwät unbesehen Glauben. Leider! weitaus größten Teil dieser Riesensumme aufbringen ihrer Belastung, zum großen Teil aus ihren Entbeha Wir sagen leider" nicht bloß, weil die gedankenlose müssen, an ihr hängt der Schweiß, der Hunger, man rungen zieht. Es brauchte bloß progressiv die 3561 Gleichgültigkeit diese Frauen hindert, als Staatsbürge- ist versucht zu sagen, das Blut der Armen und Armsten. Sehrreichen stärker zu besteuern, von denen jeder sich timen ein Recht zu fordern, das sie so dringend be- Sie wird nicht eingehoben durch Sirefte Steuern, welche eines durchschnittlichen Jahreseinkommens von einer hötigen wie der Mann, und weil ihr Schweigen den die Besitzenden nach dem Inhalt ihrer diebs- und feuer Viertelmillion erfreut. Jedoch eher würde der Wolf Widerstand der reaktionären Gewalten stärkt, welche sich sicheren Geldschränke treffen, sie wird pfennigweise zu zusammen mit dem Lamm friedlich auf der Weide grasen, der politischen Gleichberechtigung des weiblichen Gesammengescharrt durch indirekte Steuern und Abgaben, ehe der preußische Kapitalistenstaat sich zu einem solch schlechts widersetzen. Unser Leider" gilt auch der Preis- welche den Bedarf der ausgebeuteten Massen fünstlich frevlen Attentat" gegen den neunmal geheiligten Geldgabe ihrer ureigenen Interessen, deren sie sich damit verteuern: Brot, Mehl, Fleisch, Zucker, Salz, Petroleum sack erkühnte! Dafür ist er gewissenhaft bemüht, denen schuldig machen. Der Preisgabe aller Interessen, welche usw. Der Zweck dieser Art der Besteuerung ist offen zu geben, die schon haben und viel haben. Unter den die Frau an dem Zuschnitt, dem Charakter der Zustände Staatsausgaben befinden sich 327,1 Millionen Mark für in Staat und Gemeinde hat. die Verzinsung und Tilgung der Staatsschulden. Diesen Betrag übersteigt bei weitem die Summe, welche die befizenden Klassen als Einkommensteuer entrichten, und unter den Gläubigern Preußens dürften sich verflucht wenig Arbeiterinnen und Arbeiterfamilien befinden! sichtlich; die Mark- und Talermillionäre sollen mit Lasten verschont werden, der Buckel der fleinen Leute muß die Darunter befindet sich eins, dessen Sprache auch der Bürde tragen. Der Betrag des Verzehrs einer fünfunaufgeklärten Proletarierin verständlich sein sollte. föpfigen Arbeiterfamilie wird im Durchschnitt jährlich Dieses Interesse rührt nämlich an die Stelle, wo die um 83 Mark durch indirekte Reichssteuern in die Höhe meisten Menschen besonders empfindlich sind: an den geschraubt, von deren Ergebnis der Militarismus den Geldbeutel. Die Frau der werktätigen Masse aber Löwenanteil verschlingt. Mag die Arbeiterin noch so Einige andere Züge noch vervollständigen das kapiauch wenn sie noch so ideal veranlagt ist muß farg entlohnt sein, mag die Arbeiterfrau mit dem kleinsten talistische Gesicht des preußischen Steuerwesens. Der jedes Antasten ihres Beutels mit größter Sorge be- Wirtschaftsgelde haushalten müssen, sie kann sich den Kaiser zahlt von seinen 15,7 Millionen Zivilliste keinen trachten und energisch abzuwehren fuchen. Ob sie als drückenden indirekten Abgaben nicht entziehen. Mit je- Pfennig Steuer. Steuerfrei sind ferner die Mitglieder Arbeiterin, Handelsangestellte, turz als Erwerbstätige dem Bissen Brot, den die eine zum Munde führt, mit der königlichen Familie, das Hohenzollernsche Fürstenhaus selbst ihn füllt oder ob sie als Hausmutter flug ver- jeder Suppe, jedem Häppchen Fleisch, das die andere und die Angehörigen der drei Fürstenhäuser von Han waltet, was der Mann hineinlegt, ganz gleich: er ist den Ihrigen auftischt, fordert die Reichskaffe ihren nover, Nassau und Kurhessen, deren Häupter zwar durch schmal, und so viele Bedürfnisse sollen trotzdem aus ihm Tribut ein, zwingt sie die arbeitenden Massen durch die eine Revolution von oben ihre Kronen verloren, die bestritten werden. Der Staat faßt mit festem Griff in fünftliche Verteuerung des Lebensbedarfs zum Knapsen nicht minder von Gottes Gnaden waren als die die bescheidene Kaffe, und nicht wenig ist es, was er und Entbehren. Krone der Hohenzollern, die aber nichtsdestoweniger das als Steuern direkte und indirekte oder in anderer Unerträglich schwer laften die indirekten Reichssteuern angeführte schäzenswerte Privileg behielten. Bei der Form daraus zur Deckung seiner Ausgaben errafft. besonders auf jener Hälfte der preußischen Bevölkerung Einkommen über 3000 mit. gehört die SteuerhinterSeine Hand fann freilich nicht nach Belieben zufaffen,-18,8 von 87,5 Millionen Köpfen, die so arm ist, ziehung zu den Alltäglichkeiten, fie gilt den Besitzenden fie wird von der Gesetzgebung gelenkt, und was diese daß sie nicht zu den direkten Steuern ihres engeren faft als eine Pflicht edler Sparsamkeit", die ste um so über die öffentlichen Einnahmen und Ausgaben vor Vaterlands" herangezogen wird, die bei einem Jahres- lieber und gewissenhafter zu üben pflegen, je reichere schreibt, das hängt in hohem Maße davon ab, wie einkommen von 900 Mark einsetzen. Sie knöpft ja allen, Segenströme Gott Mammon in ihre Kaffen leitet. Da die gesetzgebenden Körperschaften zusammengesetzt sind. die unter dieser Summe verdienen und dazu gehört gegen wacht der Staat peinlichst darüber, daß ihm keir 7 bis 9 Mark steuerpflichtiger roter Heller der kleinen Einkommen vov Halten die Frauen sich diese Tatsache vor Augen, so die große Mehrzahl der Arbeiterinnen müssen sie auch flar das bittere Unrecht erkennen, das vom Hundert ab, ein Prozentjat, der von bitteren Leiden, 900 bis 3000 mt. entgeht. Die Novelle zum Ein ihnen in Gestalt ihrer politischen Rechtlosigkeit zugefügt von heimlichen Tränen erzählt. Je niedriger das kommensteuergesetz von 1906 verpflichtet die Unter wird. Über die Zusammensetzung der modernen Barla- Einkommen ist, um so mehr macht sich der Zwang zu nehmer, zum Zweck der Steuererhebung das Einkommer mente entscheidet das Wahlrecht. Daß die Frauen fein sparen und zu darben geltend, um so brutaler ist der aller ihrer Arbeiter und Angestellten zu denunzieren Wahlrecht befizen, bedeutet mithin nichts anderes, als Druck, den jede Verteuerung des Lebensbedarfs ausübt. das unter 3000 Mt. beträgt. So sind die Arbeiter unt daß sie keinen Einfluß darauf haben, wieviel und zu Die indirekten Steuern verstärken daher auch wesent fleinen Leute die einzigen Bürger in Preußen, die des welchen Zwecken auch aus ihrem armseligen Säckel Staat lich die Last, welche die unteren Klassen der direkt„ Vater Staat" rücksichtslos, erbarmungslos zwingt, für nd Gemeinde Geld entnehmen. Ein Blick auf die ein Steuerpflichtigen in Preußen tragen. Während in Eng- ihr steuerpflichtiges Einkommen bis zum letzten Nickel schlägigen Verhältnisse in Preußen erweist, wie gerecht- land die Einkommen unter 3000 Mt. steuerfrei bleiben, richtig zu zahlen. Offenbar dem Grundsatz entsprechend fertigt es ist, daß die Frau als Wahlberechtigte die erhebt der preußische Staat für seine speziellen Bedürf- Wen der Herr lieb hat, den züchtigt er". Macht erhält, über ihre eigenen Lasten als Steuer- nisse direkte Steuern bereits bei einem Jahreseinkommen Als sogenannte Ergänzung" tritt zu der Ein pflichtige ein entscheidendes Wort mitzureden. von 900 Mt. Wenngleich die Einkommensteuer pro- fommen die Vermögensteuer. Nicht genug damit " Will man richtig bewerten, wie groß und schwer die gressiv ist, das heißt im Verhältnis zu der Größe des daß sie nicht im Verhältnis zu der Größe des Besizes Steuerbürde ist, unter welcher die Frauen der breiteren Einkommens steigt, so find doch auch bei ihrer Gestal steigt, haben betreffs ihrer Abgeordneten- und Herrenhaus Boltsschichten in Preußen seufzen, so darf man nicht nur tung die besitzenden Klassen strupellos begünstigt worden. feierlich das Recht auf Steuerhinterziehung proklamiert. sie direkten Steuern und Abgaben in Betracht ziehen, Es liegt auf der Hand, daß ein Scharfmacher, den die Sie lehnten ausdrücklich die obligatorische Vermögens welche dort von Staat und Gemeinde erhoben werden. ausgebeutete Arbeit mit einem Jahreseinkommen von anzeige ab. Nach gewissen Berechnungen, die nicht 86 Die Gleichheit übertrieben sind, haben sich die Besitzenden 1905 bis 1907 darum herumgedrückt, von 25 Milliarden Lech kapital ihrer Steucrpflicht zu genügen. Sie erinnern sich des„Vaterlands", wenn es ihnen geben kann, sie kennen es nicht, wenn es auch einnial von ihnen nehmen will. Zu Nutz und Frommen der besitzenden und aus beutenden Klassen hat der preußische Staat die Erbschast- steuer nicht ausgebaut. Ja Schlimmeres noch: er verhindert, daß sie im Reiche besser ausgestaltet werde, und erhöht dadurch die indirekten Abgabelasten der Massen. Dafür erhebt er durch die Steuer vom Gewerbebetrieb im Umherziehen Abgaben vom Hausierhandel, der oft die letzte wirtschaftliche Zuflucht verunglückter Existenzen, bedauernswürdiger Krüppel und Halbinvaliden ist. Fast die Hälfte seiner Einnahmen— 327,8 Millionen Mark— gewinnt Preußen aus sogenannten Betriebsüberschüssen, vor allem aus den Uberschüssen der Eisenbahnen, die über 228 Millionen zu der obigen Summe beitragen. Was aber sind diese Überschüsse bei Lichte betrachtet? Nichts anderes als das Ergebnis schandbar niedriger Löhne, langer, gesundheitsschädlicher Arbeits zeiten, intensiver Ausnutzung der Arbeitskraft, mit einem Wort: das Ergebnis skandalöser Ausbeutung der rund 700000 Staatssklaven, die im Eisenbahndienst, in den Berg- und Hüttenwerken, den Forsten, Salinen usw. beschäftigt sind. Diese Ausbeutung verurteilt Hunderttausende Frauen zu drückender Not, zwingt sie mit scharfen Geißelhieben zum Verdienst, auch wenn in der Folge die Kleinen sterben und verderben, und zeitigt die gleichen traurigen Erscheinungen für alle Proletarierinnen, deren männliche Angehörigen rückwirkend den Druck der Schand- zustände in den staatlichen„Musterbetrieben" erfahren. Es ist im Rahmen dieses Artikels nicht möglich, im einzelnen nachzuweisen, wie der Staat Preußen dafür sorgt, daß auch bei der Regelung der Einnahmen in der Gemeinde das Interesse der besitzenden Klassen Trumpf ist und die Masse der Habenichtse bluten muß. Nur zweier hervorstechender Merkmale der einschlägigen Verhältnisse sei gedacht. Der mancherlei Vorrechte der Grund- und Hausbesitzer, welche in den großen Städten ihre Grundsteuern auf die Mieter abwälzen können. Des Rechts der Gemeinden, auch von dem winzigsten Einkommen— bis Zu 300 Mk. herab!— Steuern zu erheben, ein Recht, das die Arbeiterin wie die Arbeiterfrau vielfach recht schwer drückt. Preußens Steuerwesen ist das legitime Kind der politischen Klassenherrschaft der besitzenden Minderheit über die ungeheure Mehrzahl der armen Teufel. Es setzt in Staat und Gemeinde fort, was die ausbeutenden Klassen so erfolgreich auf dem Gebiet des Wirtschaftslebens praktizieren: die Auswucherung der werktätigen Massen. Hierin Wandel zu schaffeil: die Reichen und sehr Reichen nach ihrem Besitz, ihrem Einkommen zu Steuerträgern zu machen, das arbeitende Volk dagegen zu entlasten, ist nicht bloß aus Gründen der augenscheinlichsten Gerechtigkeit und Billigkeit dringend nötig. Der Wandel rechtfertigt sich auch durch die Tatsache, daß es in Wirklichkeit die werktätigen, ausgebeuteten Massen sind, die mit den Frilchten ihrer Arbeit für alle Steuem aufkommen, welche die Besitzenden von arbeitslosem Vermögen und Einkommen zahlen. Der Sack, aus dem die letzteren ihre Abgaben entrichten, wird von der ausgebeuteten Arbeit des Proletariats gefüllt, das Mehrwert schafft, unbezahlte Arbeit für die Herren der Produktionsmittel leistet. Der festeste Schutzwall der schmutzigen Geldsackinteressen der Besitzenden auch auf dem Gebiete des Steuerwesens in Preußen ist die Dreiklassenfchmach. Sie gilt es zu überwinden, soll der Proletarierin ihr Recht auf Entlastung von maßlos ungerechten und drückenden Steuer- pflichten, von Elend und Pein werden. Von der gleichen Not gedrängt wie der Mann ihrer Klasse, von noch größerer Rechtlosigkeit aufgepeitscht als er, muß sich die proletarische Frau zusammen mit ihm bei den Landtagswahlen zum Kampf gegen die Auswucherer ihrer Armut und die Verächter ihres Rechts erheben. Wie er, so fordert sie zur Steuerpflicht das Wahlrecht, um aus allen Schlachtfeldern den Kampf des Proletariats gegen die ausbeutende Minderheit zu teilen. Sie nützt den Wahlkampf als eine Etappe im Ringen um das Recht ihres Geschlechts und die Befreiung ihrer Klasse. Schulspeisung. Von Luise Kautsky. I. „Der Unterricht und der Unterhalt der Kinder sind eine Schuld, die die Republik abzutragen hat." So begann eine Rede, die Robespierre am IS. Juli 1793 in einer Sitzung des Konvents hielt. Und er fuhr fort:„Bald wird die Geburt eines Kindes nicht mehr eine Last sein; denn die Republik wird euch die Last abnehmen. Das Vaterland wird die Kinder erziehen, sie kleiden, sie ernähren." Schnell vergaß die durch die Revolution zur Herrschaft gekommene Bourgeoisie diese von dem bürgerlichen Revolu- tionär verkündigte Reform. Kaum waren die schönen Verheißungen von 1793 verhallt, so Hub die Periode der ökonomischen Evolution an, in welcher ihr Sinnen und Trachten von dem Grundsatz beherrscht wurde:„Bereichert euch. Weit davon entfernt, den Eltern im werktätigen Volke die Bürde des Unterhalts und der Erziehung der Kinder durch die Gesellschaft abnehmen zu lassen, machte sie durch ihre blindwütige Ausbeutung diese Bürde schwerer und versetzte Hunderttausends in die Unmöglichkeit, sie tragen zu können. Große Scharen von Kindern mußten die nötige Pflege des Körpers und Geistes entbehren, mußten verderben und sterben, weil das Kapital ihre Eltern rücksichtslos ausplünderte. Und auch noch darüber hinaus ging die Bourgeoisie. Sie ließ den mörderischen Tendenzen des Kapitals die Zügel schießen und machte sich der grauenhaftesten Ausbeutung der Kinder schuldig, welche in der Geschichte der Menschheit nicht ihresgleichen hat. Wenn Ellen Key, die heute so viel zitierte nordische Schriftstellerin, sagte, das 20. Jahrhundert werde das Jahrhundert des Kindes sein, so kann man mit noch größerem Recht sagen, das 19. Jahrhundert sei das des Kindermordes gewesen. Die Folgen des Wütens maßloser Profitsucht blieben nicht aus. Sie traten so offen zutage, daß auch den Blindesten die Augen aufgehen mußten. Die Statistik spiegelte sie wider. Erschreckend waren ihre Nachweise über die zunehmende Verwüstung leiblicher und geistiger Kräfte, wie sie sich in den steigenden Zahlen offenbarte über Kinderkränklichkeit und Kindersterblichkeit, über die Armen und Siechen, die dem Staat, der Gemeinde zur Last fielen, über die Verbrechen, zumal auch die Verbrechen Jugendlicher, über den Rückgang der zum Militärdienst tauglichen Rekruten. Sogar der Bourgeois, der für die Lage der Arbeiterklasse, für das Gemeinwohl nichts als Gleichgültigkeit hat, mußte sich angesichts solcher Ausweise besorgt fragen: wo kommen wir hin, wenn das so weiter geht? Er mußte befürchten, in Zukunft nicht mehr die genügende Zahl kräftiger„Hände" zu finden, die ihm gegen billigen Lohn Reichtümer erarbeiteten. Und eine noch ängstigendere Sorge tauchte für ihn auf. Wer sollte sein Teuerstes, seinen Geldsack, gegen den äußeren und mneren Feind schützen, wenn die Zahl der Militärtauglichen stetig zurückging? Die weitsichtigeren Elemente der Bourgeoisie begannen im Interesse ihrer eigenen Klasse zu erkennen, daß es nicht genüge, der vernichtenden Kinderausbeutung gesetzliche Schranken zu ziehen, daß vielmehr auch der proletarischen Jugend leibliche und geistige Fürsorge zuteil werden müsse. Es drängte sich ihnen die liberzeugung auf, daß das Heer von schwächlichen, zum Kampfe ums Dasein untauglichen Menschen vermindert werden könnte, wenn das proletarische Kind vom zartesten Alter an besser genährt und gepflegt werde, als es die armseligen Verhältnisse seinÄ Eltern gestatten; daß dem wachsenden Verbrechertum vorgebeugt zu werden vermöchte, wenn das Kind vor geistiger und sittlicher Verwilderung und Entartung bewahrt bleibe. „Sollte es nicht auf die Dauer billiger sein, die Schuljugend zu speisen, als Bettler, Kranke und Verbrecher?" fragt Helene Simon in ihrer trefflichen Broschüre„Schule und Brot", und appelliert damit an die Einsicht der herrschenden Klassen. Und im englischen Parlament wurde erklärt: Die Forderungen des Gesetzentwurfes über Schulspeisung entsprechen in erster Linie der Menschlichkeit; in zweiter Linie werden sie unter ökonomischen Gesichtspuntten den besten Interessen der Nation dienen. Der Gedanke hat Boden gewonnen, daß es Pflicht der Gesellschaft sei, den Kindern der Massen nicht bloß Unterricht, sondern auch Unterhalt und Pflege zu sichern. Er hat zunächst in der Forderung der Schulspeisung seinen Ausdruck gefunden. Zuerst und allzulange hat es sich gewiß wohlmeinende, aber doch gänzlich unzureichende private Wohltätigkeit angelegen sein lassen, die bedürftigen, hungernden Kinder des Proletariats zu speisen. Die besten Elemente in der Bourgeoisie, die nicht nur von egoistischen Trieben bewegt werden, sondern in denen ethische Beweggründe lebendig waren, jammerte das Elend der proletarischen Kinder, es schnitt ihnen in die Seele, die unschuldigsten unter allen Geschöpfen unverdient leiden und darben zu sehen, und sie sannen auf Abhilfe. Überall, wo die Schulspeisung heute besteht, verdankt sie der privaten Mildtätigkeit ihren Ursprung. Aber angesichts der Folgen, welche die kapitalistische Produktionsweise für die großen Massen der Ausgebeuteten zeitigt, erwies diese private Fürsorge immer mehr ihre Unzulänglichkeit. Nirgends reichen die Mittel, die ihr zur Verfügung stehen, um auch nur in notdürftigster Weise dem dringendsten Bedürfnis gerecht zu werden. Klar erscheint die Notwendigkeit, daß die Gesellschaft mit ihren Mitteln eingreifen muß. Das um so mehr, als die proletarischen Massen die Reife erlangt haben, Almosen für ihre Kinder zurückzuweisen und Rechte für sie zu beanspruchen. Die Sozialdemokratie hat die Berechtigung, wie die Bedeutung der Reform erkannt, die Robespierre seinerzeit gefordert hatte. Sie schrieb sie auf ihr Banner. Sie hat von jeher klar erfaßt, daß es nicht Sache privater Wohltätigkeit sein darf, die schulpflichtigen Kinder zu speisen, sondern daß es Pflicht der Allgemeinheit ist, diese Aufgabe zu lösen. Genossin Wurm hat in Nr. 1 der„Gleichheit" 1908 schon darauf hingewiesen, daß mit der Übernahme der Schul- speisung eine alte Forderung des sozialdemokratischen Ge- meindeprogrammes erfüllt wird. In Nr. 10 des K. Jahrganges bespricht die„Gleichheit" die neugegründeten Schulkantinen in Roubaix(Nordfrankreich) und führt dabei unter anderem zur Frage der Schulspeisung folgendes aus:„Eine zwiefache Erwägung leitete die sozialistische Gemeindeverwaltung von Roubaix bei ihren Maßregeln zugunsten der proletarischen Jugend. Das proletarische Massenelend schädigt in verhängnisvollster Weise die Entwicklung der heranwachsenden Generation. Unheimlich rasch und riesig schwillt die Zahl der Familien, die trotz eifrigsten Schaffens nicht mehr imstande sind, ihren Kleinen die unumgänglichsten Vorbedingungen für eine gesunde, körperliche Entwicklung zst bieten. Zehntausende proletarischer Kinder gehen frühzeitig an Mangel und Entbehrungen zugrunde oder siechen zu! welken, kraftlosen Menschen heran. Und nicht bloß Brot, Kleidung, gesunde Luft usw. raubt die Armut den Ärmsten: auch die Mutter und ihr häusliches Walten. Die Frau wird durch die Not in Fabrik und Werkstatt gepeitscht, das Familienleben flattert zerfetzt auseinander, eine geordnete Wirtschaftsführung mit regelmäßigen warmen Mahlzeiten ist für zahlreiche Familien kaum noch möglich. Das körperliche Verkommen der proletarischen Jugend bedeutet aber eine tiefe beklagenswerte Schädigung der Gesellschaft, deren größter Reichtum ein gesunder, kräftig entwickelter Nachwuchs ist. In ihrem eigensten Interesse hat diese deshalb die Pflicht, reformierend einzugreifen und das von Rechts und Gerechtig« keits wegen und nicht von Gnaden und Almosen weg en!" vr. Debierre, der mit Hilfe der sozialistischen Stimmen in den Gemeinderat von Lille gewählt worden war, begründete die Schulspeisung mit nachstehenden Ausführungen: „Der Nutzen der Schulkantinen braucht nicht mehr bewiesen zu werden. Nichts fällt leichter, als ihre Errichtung zu rechtfertigen. Seitdem das Gesetz den Schulzwang festgelegt hat, ist die Schulmahlzeit zur dringenden Not«j wendigkeit geworden. Die Gesamtheit, die in trefflicher Absicht jeder Familie die Pflicht auferlegt, ihre Kinder unterrichten zu lassen, hat nun ihrerseits die Pflicht, ihr Werk zu vollenden, indem sie das Kind außer mit geisttger Nahrung auch mit Körpernahrung versorgt."(Nr. 20 der „Gleichheit", 6. Jahrgang.) Überall, wo die Sozialdemokratie in der Gemeinde die! Möglichkeit hatte, handelte sie ihrem Programm getreu. Im„ölouvsment sooialists", 2. Jahrgang, Nr. 33 führt Genosse Chabrouillard, Sekretär des Bürgermeisters von Roubaix, folgendes aus:„Vom ersten Tage an war es die vornehmste Sorge des sozialistischen Gemeinderats von Roubaix, das Kind des Volkes zu schützen gegen Krankheit, es zu verteidigen gegen physisches und moralisches Elend, es zu erziehen und zu unterrichten. Die sozialistischen Gemeinderäte haben es gegen den klerikalen Einfluß durchgesetzt, daß den ledigen Müttern die Wohltätigkeitseinrichtungen zugänglich wurden, die ihnen bis dahin fromm verschlossen waren.... Vor Eintritt der Sozialisten in den Gemeinderat besaß Roubaix keine städtischen Krippen.... Und die Debatte über die Errichtung von Schulkantinen fand bereits am nächsten Morgen nach ihrem Einzug in das Rathaus statt." � Ebenso war es in Dijon. Am ö. Juni 1896, vierzehn! Tage nach dem offiziellen Amtsantritt der neugewählten sozialistischen Gemeindevertreter, schlug Genosse Marpaux dem Gemeinderat die Schaffung von unentgelllichen Schulkantinen für Arbeiterkinder vor. Nach langen Erwägungen und Prüfungen begannen am 1. November des Jahres bereits vier Schulkantinen zu funktionieren. In Lille, wo die Sozialisten von 1396 an Sitze zum Gemeinderat erobert hatten, war es ebenfalls die stete Sorge unserer Genossen, den hilfsbedürftigen Kindern und Müttern beizustehen.(Siehe Nr. 17 des 8. Jahrganges der„Gleichheit".) Genosse Ghesquiöre, Adjunkt des Bürgermeisters von Lille, berichtet in Nr. 4, 1. Jahrgang des„>1ouvemsut � sooialiste" über die segensreiche Tätigkeit, die in dieser Beziehung die Sozialisten in der Stadtverwaltung von Lille entfalteten. Der frühere bürgerliche Gemeinderat hatte übertriebenes in der Gründung von höheren Schulen und öffentlichen Bauten geleistet.„Aber sollten die S200000 Franken Oktroi(städtische Abgaben auf Lebensmittel), die die Arbeiterklasse tragen muß. dieser kein Recht geben auf Hebung ihres intellektuellen, künstlerischen und wissenschaftlichen Niveaus?" Schon 1398 verzeichnet das Budget der Stadt außer 40000 Fr. für unentgelttich gelieferte Lernmittel auch 10000 Fr. zu Erholungszwecken für blutarme und strofulöse Kinder und 217 000 Fr. für Schulkantinen, Kleidung und Schuhwerk.„So zeigt sich," schließt Ghes-� quiöre,„die Stadtverwaltung von Lille eines Sinnes mit dem Nationallonvent, der 1793 dekretierte: die nationale Erziehung sei die gleiche für alle, alle sollen gleiche Nahrung, gleiche Kleidung, gleiche Bildung, gleiche Erziehung erhalten." Männer der Wissenschaft, zumal Arzte, anerkennen nach. drücklich, wie unerläßlich es sei, daß den Kindern in der Schule zum Brot des Geistes auch das Brot des Leibes gesichert werde. Sie bestätigen damit, welches Verdienst sich die Sozialdemokraten durch ihr Eintreten für die Schülerspeisung machen. In Pavia hielt Professor Luigi Credaro, der in der öffentlichen Unterrichtsverwaltung dieser Stadt tätig ist, in der Stadtverwaltung an» 14. Februar 1900 eine Ansprache zugunsten der Schulspeisung." Er beleuchtete die Reform voin pädagogischen, ökonomischen und ethisch-soziale« Standpunkt aus. Er schilderte das hungrige Kind, das nüchtern zur Schule kommt, dort ausgehungert mehrere Stunden zubringen muß„den Worten des Lehrers zuhorchend, ohne sie zu hören", das„niemals jene lebhaste Energie entwickeln kann, die für die geistige Arbeit des Lernens erforderlich ist" und„in dessen elendem Gesichtchen niemals "„lüritiea Zoeials", vom 1., 16. und 31. März 1900. Die, „Eritiea Looiaie" ist ein wissmschastlicheS Organ der ilalimischcN Sozialisten, das in Mailand erscheint. Nr. 10 Die Gleichheit 87 die Freude am Lernen aufblitzt". Denn die Schule ist kein drei in Berlin und eine in M.- Gladbach tätig gewefen. Wien stattgefunden hat. Zehn Jahre sind verstrichen, seitOrt des Ausruhens, sondern ein Ort des Ermüdens. Er- Am 1. April dieses Jahres ist eine weitere Hilfsbeamtin in dem unsere österreichischen Schwestern uns mit der Verscheinen auch das Buchstabieren und die ersten Schreib- Breslau eingetreten. Die weiteren notwendigen Ergän- anstaltung einer eigenen Tagung vorangingen. Der Verlauf und Zeichenübungen dem oberflächlichen Beobachter mehr zungen der Gewerbeaufsicht durch die planmäßige Mit- und die guten Folgen dieser ersten sozialdemokratischen als Spiel und Unterhaltung denn als Arbeit, so fordern sie wirkung von feftangestellten Arzten, sowie durch die Er- Frauenkonferenz machten die Bedenken verstummen, die doch vom Kinde eine solche Summe von Kraft und nennung einer genügenden Anzahl praktisch erfahrener innerhalb der allgemeinen lassenbewußten Arbeiterbewegung nervöser Anstrengung, wie sie größer auch nicht vom Last- Arbeiter und Arbeiterinnen zu Hilfsbeamten find in Preußen gegen jede Form einer selbständigen Betätigung der Ge träger für seine körperliche Leistung, vom Advokaten für vollständig unbeachtet geblieben. Eine so flägliche Ge- nofsinnen vorhanden waren, Bedenken, in denen sich mancherlei eine Verteidigungsrede, von jedem geistigen Arbeiter für werbeaufsicht tommt geradezu auf eine Verhöhüberlebfel bürgerlichen Vorurteils mit der erklärlichen Be sein Werk gebraucht wird. Namhafte Gelehrte haben nach- nung des gefeßlichen Arbeiterschutzes hinaus. sorgnis mischten, eine größere eigene Aktionsfreiheit der gewiesen, daß es ein Jrrtum sei, die geistige Anstrengung Dem entsprechen denn auch die Zustände in den Fabriken sozialistischen Frauenbewegung könne die nötige innere Eindes Unterrichtes zu unterschätzen und zu behaupten, daß selbst nach den Beobachtungen der Gewerbeaufsichts- heit zwischen ihr und dem allgemeinen proletarischen Emangymnastische Übungen nach den geistigen ein Ausruhen des beamten, obgleich ihnen infolge der ungenügenden Kontrolle zipationsfampf lockern. Die sozialistischen Frauenkonferenzen Körpers bedeuten. Und sie warnen die Pädagogen geradezu der Betriebe viele Mißstände, und oft genug gerade die haben sich seither in Österreich wie in Deutschland als wertdavor, die Schüler nach einem langen, mehrere Stunden schlimmsten, unbekannt bleiben. Die Berichte der Gewerbe- volle, nicht zu missende Glieder in der Kette der Arbeitern währenden Unterricht noch der Anstrengung des Turnens aufsichtsbeamten enthalten eine Fülle solcher Fälle, in denen erwiesen, welche die Enterbten zu der einen großen Revozu unterziehen. Wie uns die ausgezeichneten Artikel über Unternehmer nicht die geringste Rücksicht auf die geltenden lutionsarmee zusammenschließt. Und jede Frauenkonferenz Schularztberichte des Genossen Dr. Zadet( Nr. 19 und den Schutzvorschriften genommen haben. erweist sich nicht bloß als ein trefflicher Gradmesser der erfolgenden des 17. Jahrgangs der Gleichheit") erschöpfend Die Arbeitszeit der Arbeiterinnen wird über die gesetzlich reichten äußeren und inneren Entwicklung der proletarischen beweisen, hat die ärztliche Wissenschaft der Hygiene des festgelegte Grenze ausgedehnt. Die durch die Schutzbestim- Frauenbewegung, sondern auch als fruchtbarer AusgangsSchulkindes auf allen einschlägigen Gebieten ihre Aufmert- mungen vorgeschriebenen Pausen werden nicht eingehalten. punkt weiteren Aufschwungs, kräftiger und umfassender samkeit zugewendet. Alle ehrlichen Arzte, die sich nicht mit Nicht einmal von Sonntags- und Nachtarbeit bleiben Ar- Betätigung. Leib und Seele dem kapitalistischen Moloch verkauft haben, beiterinnen verschont. Derartige Vergehen gegen den ge- Die proletarische Frauenbewegung Österreichs war Jahre stimmen darin überein, daß das übel der hungernden und setzlichen Arbeiterinnenschutz müssen die Gewerbeaufsichts- hindurch vorwiegend Arbeiterinnenbewegung, gewerkschaftförperlich wie geistig verelendenden Schulkinder mit aller beamten in ihren Berichten immer wieder anführen. liche Bewegung, das aber keineswegs in dem engen Sinne Macht, ohne Scheu vor den daraus erwachsenden Kosten An diesen Mißständen trägt so manche Aufsichtsbehörde einer ängstlich neutralen Nurgewerkschaftelei, vielmehr von bekämpft werden muß. Unter den Mitteln dazu, die ge- in Preußen einen guten Teil der Schuld. Nicht weniger jenem ausgesprochen sozialdemokratischen Charakter, welcher wissenhafte Arzte vorschlagen, steht immer obenan die Hebung als 434 441% Überstunden an den Wochentagen außer der österreichischen Gewerkschaftsbewegung überhaupt eignet. der Ernährung und als vornehmstes, weil ausgiebigftes Sonnabend wurden den Unternehmern von den Behörden Der Schwerpunkt ihres Wirkens lag in der Agitations- und zu diesem Zweck: die Schulspeisung. gestattet. Außerdem durften Unternehmer 11485 Arbeite Organisationsarbeit unter den Industriearbeiterinnen, die Unser leider viel zu früh verstorbener Genosse Dr. Kurt rinnen zur Überarbeit an Sonnabenden zwingen. Solange der Gewerkschaft zugeführt, gleichzeitig aber für die sozia Freudenberg sagte zum Beispiel in seinem Referat( am die Behörden so freigebig mit der Erlaubnis zur Überarbeit liftischen Jdeen, für den proletarischen Klassenkampf auf 27. Dezember 1900) auf der zweiten Konferenz der sozial- sind, werden gewissenlose Arbeitgeber es als selbstverständ- allen Gebieten gewonnen werden sollten. Erst der Wahldemokratischen Gemeindevertreter der Provinz Brandenburg lich betrachten, daß sie unter allen Umständen, so oft es rechtskampf hat den Anstoß dazu gegeben, die Agitation der über„ Die Aufgaben der Gemeinden auf dem Gebiet der ihrem Profitinteresse entspricht, Überstunden machen lassen. Genossinnen auch auf die Arbeiterfrauen auszudehnen und Gesundheitspflege":" Im Interesse der schulpflichtigen Daher tommt es vor, daß Unternehmer sich mehr über politische Frauenorganisationen zu gründen als Mittelpunkte Kinder fordern wir Schulärzte, Schulbäder, hygienisch ein- stunden bewilligen laffen, als sie tatsächlich brauchen. Auf der einer planmäßigen politischen Arbeit unter der Gesamtheit wandfreie Schulräume. Auch die Errichtung von anderen Seite zwingen Unternehmer oft genug ihre Arbeite des weiblichen Proletariats, ganz gleich, ob seine Glieder Schultantinen zur Verpflegung der Schul- rinnen, auch ohne die Genehmigung der Behörde länger als Berufstätige dem Kapital zinsen und fronden oder als finder würde eine Großtat ersten Ranges sein." zu arbeiten, als es die Arbeiterschutzbestimmungen erlauben. Hausmütter alle übel spüren, welche die Ausbeutung ihrer In den Kreisen englischer Arzte ist man dem Problem der Die Rücksichtslosigkeit mancher Arbeitgeber geht sogar männlichen Angehörigen für sie im Gefolge hat. Kinderspeisung ebenfalls in jüngster Beit nähergetreten. Die so weit, daß den Arbeiterinnen Arbeiten zugemutet werden, Zahlen lassen plastisch in Erscheinung treten, wie trefflich angesehenfte medizinische Zeitschrift Englands, The Lancet" bie mit besonderen Gefahren für den weiblichen Organismus sich die österreichische Arbeiterinnenbewegung entwickelt hat, hat einen Spezialberichterstatter nach den größeren Städten verbunden sind. So im Regierungsbezirk Röslin: In einer und wie vielverheißend die politische Organisation der Proledes europäischen Kontinents entsendet, der an Ort und Druckerei sind allmählich 7 Mädchen zu Sezerinnen heran- tarierinnen einsetzt. Als die erste Frauenkonferenz 1898 Stelle die Verhältnisse der Schulfantinen studieren mußte. gebildet worden. Eine solche Beschäftigung von weiblichen zusammentrat, waren in Österreich rund 4000 Arbeiterinnen Vor kurzem sind die Ergebnisse dieser Informationsreise in Personen, heißt es dazu im Gewerbeaufsichtsbericht, ist organisiert, und die Arbeiterinnen- Zeitung", das Drgan einer Broschüre erschienen. Sie ist durchaus nicht vom wegen des anhaltenden Stehens bei der Arbeit und der be- der sozialdemokratischen Frauenbewegung, erschien in einer sozialistischen Standpunkt aus geschrieben, scheint aber ein- sonders dem weiblichen Geschlechte drohenden Gesundheits- Auflage von 2500 Exemplaren. 1903 fonnte der zweiten wandfreies Material zu bieten, das wir den Leserinnen schädigung durch bleihaltigen Staub als umzweckmäßig zu Frauenfonferenz berichtet werden, daß die Gewerkschaften der„ Gleichheit" zugänglich machen wollen. Es handelt sich bezeichnen. Im Regierungsbezirk Liegnig sind in einigen 11000 weibliche Mitglieder umschlossen und die Arbeiteridabei hauptsächlich um Feststellungen über die Schulspeisung Webereien Arbeiterinnen zum Tragen von Schußtörben nnen- Zeitung" 3300 Abonnenten zählte. Nach dem Bericht, in französischen und italienischen Städten. Dank dem freund verwandt worden. In Riesgräbereien, Ziegeleien und welcher der dritten Frauenkonferenz gedruckt vorlag, gelichen Entgegenkommen der Genossen Vaillant- Paris, Lebas Tongruben wurden Frauen mit der Gewinnung von Sand, hörten Ende 1907 den Gewerkschaften 50000 Arbeiterinnen und Delory- Lille, Vinck- Brüssel liegen uns außerdem die Kies und Ton, mit dem Transport und mit dem Abnehmen an. Die Arbeiterinnen- Zeitung" wurde in einer Auflage legten Ausweise über die in den genannten Städten ein- der Ziegelsteine an den Ziegelpressen beschäftigt. Im Regie von 13400 Gremplaren verbreitet, und Fragebogen, welche gerichteten„ Cantines scolaires" ausführlich vor. Sie werden rungsbezirk Oppeln müssen Arbeiterinnen in der Kalt und das Reichskomitee verschickt hatte, wiesen 4175 politisch or ergänzt durch das wertvolle Material, das uns die Genossen Bementindustrie sentnerschwere Lasten befördern und in ganisierte Genoffinnen aus. Von den letzteren sind 1287 Huysmans, Vandervelde, Knudsen und Duelch verschafft heißen, stauberfüllten Räumen arbeiten. Auch auf Bauten Mitglieder der sogenannten freien politischen Frauenorganis haben. Aufgabe eines nächsten Artikels soll es sein, die werden in Oberschlesien zahlreiche weibliche Arbeiter mit sation, die erst seit November v. J. im Aufblühen begriffen Erfahrungen zu zeigen, die man in den betreffenden Orten recht schweren und sittlich keineswegs unbedenklichen Ar- ist; 6 Frauenfettionen des Bezirksvorstands Aussig umschließen mit der Schulspeisung gemacht hat. beiten beschäftigt" usw. Nicht einmal den Wöchnerinnen 1029 Genossinnen, der Rest der politisch organisierten ist immer die nötige Schonung sicher. Frauen verteilt sich auf 3 Vereine in Tirol und Oberöster= reich. Einen dritten Zweig der proletarischen Frauenbewegung Osterreichs bildet die Organisation der Heimarbeiterinnen, der jedoch nur zum kleinsten Teil industrielle Wenn derartige unerhörte Verfündigungen an der kör- Heimarbeiterinnen angehören: das Gros ihres Mitgliederperlichen und geistigen Gesundheit der Arbeiterinnen zur stammes wird durch Wäscherinnen, Reinemachefrauen, mit Renntnis der Aufsichtsbeamten fommen und so offenkundig einem Wort durch häusliche Tagelöhnerinnen gestellt. Dem gegen die Schutzbestimmungen verstoßen, daß die Unter- Heimarbeiterinnenverein gehören insgesamt 1200 Frauen nehmer vom Strafrichter zur Rechenschaft gezogen werden an, die sich auf 10 Ortsgruppen in Wien, 7 in Steiermark müssen, dann fallen die Strafen gewöhnlich auffallend milde und 8 in Niederösterreich verteilen. Diese Gruppen sind aus. Und das mitunter bei denselben Gerichten, die die in den politischen Lokal- und Bezirksorganisationen und denkbar schwersten Strafen verhängen, wenn es sich um vielfach auch in den Bezirksausschüssen vertreten, so daß Arbeiter handelt, die in ihrem Rampfe um bessere Lohn- auch sie in engster Fühlung mit der allgemeinen sozialistischen und Arbeitsbedingungen mit den Streifbrechern nicht Arbeiterbewegung stehen. Die Arbeiterinnen- Zeitung" ist vorsichtig genug umgegangen find. in den Heimarbeiterinnenorganisationen obligatorisch, mehrere Gewerkschaften haben sie als Nebenorgan für ihre weiblichen Mitglieder eingeführt. Auf, in den Wahlkampf! In Preußen gibt die bevorstehende Landtagswahl den Arbeiterinnen endlich einmal wieder Gelegenheit, durch die Tat gegen die schändliche Dreillaffenwirtschaft zu protestieren. Hierzu ist die Proletarierin in erster Linie als Gattin und Mutter verpflichtet, weil sie unter den traurigen Lohnund Arbeitsverhältnissen ihres Mannes und ihrer Kinder doppelt und dreifach zu leiden hat. Lastet doch auf ihr die Sorge, wie sie mit dem geringen Verdienst des Familienvaters den Haushalt führen soll. Außerdem wird die Zahl der Frauen und Mädchen immer größer, die zur Fabritarbeit gezwungen sind. Nach den fürzlich erschienenen Jahresberichten der Gewerbeaufsichtsbeamten in Preußen waren im Jahre 1907 in den Fabriken und denjenigen Betrieben, die den Fabriken hinsichtlich des Arbeiterschutzes gleichgestellt sind, beschäftigt: : Don • • 21 = • Schließlich herrschen in manchen übernachtungsräumen für Arbeiter und Arbeiterinnen Zustände, die die beteiligten Arbeiterinnen direkt der fittlichen Entartung ausliefern. " Das ist der Segen der Dreiklassenwirtschaft. Solche Zustände müssen sich herausbilden in einem Lande, in deffen Parlament nur die Vertreter der bürgerlichen An der Konferenz nahmen 94 Delegierte teil, gegen 28, Parteien zu Worte kommen, die Kritik und die Forde mit denen die erste Tagung der Genofsinnen beschickt war. rungen der klaffenbewußten Arbeiter ganz unter- Die Wiener Frauengruppen und Gewerkschaften mit weib1159 Mädchen unter..... 14 Jahren drückt sind. Deshalb gilt es jetzt, alle Kraft einzusetzen, lichen Mitgliedern waren besonders zahlreich durch 62 Dele75570 14 bis 16= damit endlich die Vertreter der tlassenbewußten Arbeiter gierte vertreten; aus Ober- und Niederösterreich, wie Steier236 855 Arbeiterinnen von 16 bis 21 auch in das preußische Dreiflassenhaus einziehen, um mart, den deutschsprachigen Teilen von Böhmen und Mähren 326 245 über hier gegen die Dreiklassenwirtschaft ihre Stimme zu erheben. und zum erstenmal aus Tirol und den Vorarlbergen 639 829 Arbeiterinnen insgesamt. Dabei müssen auch die Arbeiterinnen mitarbeiten. Das hatten die Genossinnen zu der Konferenz delegiert. Die Diese Arbeiterinnen lernen den Fluch der Dreiklassen- Recht, das wir erkämpfen müssen, ist auch ihr Recht. innere Verbindung und das herzliche Einvernehmen zwischen wirtschaft noch ganz besonders kennen infolge der unge- Deshalb auf, in den Wahlkampf! Auch die Arbeiterinnen der proletarischen Frauenbewegung einerseits, der sozialnügenden Gewerbeaufsicht in Preußen. Denn die Durchfüh- müssen wir aufrütteln. überall müssen wir unter ihnen demokratischen Partei und den Gewerkschaften andererseits rung der Gewerbeaufsicht ist den Einzelstaaten überlassen. Klarheit über den arbeiterfeindlichen Charakter der Drei gelangte in offiziellen Vertretungen und Begrüßungsreden zum Und das preußische Dreiklassenhaus hat von jeher alles tlaffenwirtschaft verbreiten. Jede Arbeiterin, selbst die letzte, Ausdruck. Die Leitung der Gesamtpartei war durch Gegetan, damit die Unternehmer selbst in der rücksichtslosesten muß erkennen, daß sie mithelfen muß in der Wahlagitation, nossen Reumann, die der Parteiorganisation für NiederAusbeutung ihrer" Arbeiter möglichst wenig gestört werden. damit am 3. Juni jeder wahlberechtigte Arbeiter in Preußen österreich durch Genossen Pölzer vertreten; Genosse PernerDie Zahl der Gewerbeaufsichtsbeamten in Preußen ist seine Stimme für den sozialdemokratischen Wahlmann abgibt. storfer nahm als Beauftragter der sozialdemokratischen so gering, daß die Beamten im Jahre 1907 nur 49,2 Prozent Gustav Hoch, Hanau a. M. Fraktion des Reichsrats und Genossin Boschek als Delegierte der Fabriken und einen noch viel kleineren Prozentsatz der der Gewerkschaftstommission- der Generalfommission der anderen revisionspflichtigen Betriebe revidieren konnten. österreichischen Gewerkschaften an der Konferenz teil. Der größte Teil der Betriebe ist im letzten Jahr Dritte sozialdemokratische Frauenkonferenz wieder von den Gewerbeaufsichtsbeamten gar nicht belästigt worden. Für den Schutz der Arbeiterinnen im besonderen aber sind alles in allem vier Hilfsbeamtinnen * Abgedruckt in der Gleichheit", 11. Jahrgang, Nr. 2. " in Desterreich. Ein lebensvoller Beweis von den Fortschritten der sozialistischen Frauenbewegung in Österreich: das war die dritte Konferenz der Genossinnen, die an den Osterfeiertagen in Die angeführten Tatsachen reden von der fleißigen und erfolgreichen Arbeit unserer Genossinnen und von der Anerkennung, die sie sich als ein bedeutsamer Faktor des proletarischen Befreiungsringens erworben hat. Die Verhandlungen und Beschlüsse der Konferenz ließen die gute praktische Schulung, den regen Tätigkeitsdrang, die 88 Die Gleichheit Nr. 10 Nr. selbstlose Hingabe und Begeisterung in Helles Licht treten, kurz, die politischen Tugenden, welche unsere österreichischen Schwestern in ihre Arbeit tragen, und den echt proletarischsozialistischen Geist, der in ihnen lebendig ist. Ein echt proletarisch-sozialistischer Geist, der sich von Anfang an zusammen mit der allgemeinen Bewegung entwickelt und von ihrem Leben genährt hat, ohne daß die Genossinnen gezwungen waren, sich im heißen Kampfe um grundsätzliche Klarheit mit bürgerlichen Richtungen über alle Seiten der Frauenfrage, über die verschiedensten Aufgaben auseinanderzusetzen, die der proletarischen Frauenbewegung zufallen. Die sozialistische Frauenbewegung Deutschlands hat in dieser Beziehung einen anderen Entwicklungsgang gehabt, der sie vor die Notwendigkeit stellte, theoretisch immer tiefer zu graben, und ihr einen ihrer wesentlichsten Charakterzüge aufgeprägt hat. Den hervorgehobenen Umstand dürfen wir nicht übersehen, wenn wir die österreichische Frauenbewegung richtig in ihrer Eigenart erfassen wollen. Er trat im Verlauf der Konferenzarbeiten deutlich hervor. Was die in größeren Kreisen ungenannten Genossinnen in Wien und der Provinz leisten, behauptet sich ehrenvoll neben der Wirksamkeit der bekannten trefflichen Führerinnen und ist unstreitig«ine Quelle der Kraft und Gesundheit der proletarischen Frauenbewegung Österreichs. Zu den erfreulichsten Zügen der an guten Eindrücken reichen Konferenz gehörte die rege, einsichtsvolle und frische Art, mit welcher sich die Delegierten aus allen Gegenden an den Verhandlungen beteiligten. Die Konferenz hat dadurch nicht nur eine Fülle von praktischen Anregungen über das Was und Wie der weiteren Arbeit der Genossinnen gebracht, sondern auch neue, kräftige Impulse für die Inangriffnahme derselben ausgelöst. Das erwies sich bei allen Punkten der Tagesordnung. Genossin Popp gab daS einleitende Referat zu Punkt 1 und 2: Berichterstattung und Organisation. Ihre lichtvollen Ausführungen wurden in wirksamer Weise durch die Debattenreden ergänzt. Der weiter oben gezeichnete Stand der Ding« schob die Frage der politischen Organisationsarbeit unter dem weiblichen Proletariat in den Mittelpunkt der Verhandlungen. Scharf wurden vor allem zwei Gedankenreihen betont. Die unabweisbare und ungemein wichtige Tätigkeit zur politischen Organisation der Arbeiterinnen und Arbeiterfrauen darf nicht zu einer lauen und flauen Arbeit der Genossinnen auf gewerkschaftlichem Gebiete führen. Die Genossinnen müssen sich mit der gleichen Kraft und Begeisterung am wirtschaftlichen wie am politischen Klaffenkampfe des Proletariats beteiligen und ihm die Massen der werktätigen Frauen zuführen. Die Gründung besonderer politischer Frauenorganisationen bedeutet keine innere Loslösung der proletarischen Frauenbewegung von der allgemeinen Partei, sondern ist Mittel zum Zweck, die innere organische Einheit zwischen ihr und dieser immer fester werden zu laflen, immer klarer zum Bewußtsein zubringen. Als Mittel zu diesem Zweck drängt sich aber eine Sonderorganisation der Genossinnen auf, und zwar nicht bloß im Hinblick auf das reaktionäre Vereinsrecht— das in Osterreich die Frauen von politischen Vereinen ausschließt—, sondern auch in Würdigung der verschiedengestaltigen Schwierigkeiten, welche geschichtlich bedingt für die politische Arbeit unter dem weiblichen Proletariat aus der weiblichen Eigenart und den Sonderaufgaben der Frauen erwachsen. Die Konferenz stimmte einem Antrag der Genossin Pölzer zu, daS Frauenreichskomitee solle die Gründung einer Dienstbotenorganisation vorbereiten. Zur Frage der politischen Organisation der Frauen gelangte eine Resolution zur Annahme, welche der hervorgehobenen Auffassung entsprechend die praktischen Einzelheiten der neuen Organisation regelt. Wir teilen sie in nächster Nummer mit. über das Frauenwahlrecht referierte Genossin Schlesinger. Sie zeichnete in knappen Strichen die Notwendigkeit, in Österreich in Verbindung mit dem Kampf des Proletariats für volle Demokratie in Staat und Gemeinde den Kampf für daS allgemeine Fraucnwahlrecht mit aller Energie zu führen. Eindringlich hob sie hervor, daß die Genossinnen, die aufgeklärten Frauen selbst die treibende Kraft in diesem Kampfe sein müssen. Ebenso überzeugend aber legte sie auch dar, daß es Pflicht der sozialdemokratischen Partei sei, in ihren Organisationen, wie in ihrer Presse, in den gesetzgebenden und verwaltenden Körperschaften, wie bei der Agitation unter den Massen die Forderung vollen Bürgerrechts für das weibliche Geschlecht zu verfechten. Die lebhafte Debatte, die an das treffliche Referat anknüpfte, unterstrich nachdrücklichst den vertretenen Standpunkt und bekannte den festen Willen der Genossinnen, in seinem Sinne zu wirken. Die österreichischen Genossinnen werden künftig auch für das Frauenwahlrecht Hand in Hand mit den deutschen Genossinnen nach der gleichen Taktik kämpfen, die diese befolgen, und welche die Billigung des gesamten internationalen Proletariats erhalten hat. Das geht unzweideutig aus der Resolution hervor, welche einstimmige Annahme fand. Die Konferenz trat dem Antrag der Genossin Freundlich bei, daß am 1. Mai jedes Jahres für die weitere Demokratisierung des Wahlrechts und insbesondere auch für das Frauenwahlrecht demonstriert werden solle. über die sozialpolitischen Forderungen her Frauen an die Gesetzgebung wurden zwei vorzügliche Referate erstattet. Genossin Popp behandelte das Thema im allgemeinen, Genossin Freundlich die Schwangeren- und Wöchnerinnenfürsorge im besonderen. Beide Referate erbrachten reiches Tatsachenmaterial zur Charakterisierung der Lage der proletarischen Frauen und damit zur Begründung der erhobenen Forderungen. Die zum Teil erschütternden Debattereden, die aus der Tiefe proletarischen Elends schöpften, wurden zu furchtbaren Anklagen gegen die kapitalistische Ordnung. Zugleich aber kündeten sie die feste Entschlossenheit der Genossinnen, in Erwartung des einstigen sicheren Sturzes dieser Ordnung und um ihn zu beschleunigen in der Gegenwart für alle Reformen zugunsten der Proletarierinnen als Arbeiterinnen und Mütter zu kämpfen. Der Agitation unter den breiten Massen der werktätigen Frauen werden gerade die Verhandlungen über die aufgerollten Fragen die besten Dienste leisten. Die Konferenz bestätigte die Beschlüsse ihrer Vorgängerin aus dem Jahre 1903. Die Konferenz sprach außerdem die Erwartung aus, daß die sozialdemokratischen Abgeordneten jederzeit durch ihre parlamentarische Wirksamkeit den Arbeiterinnen- und Mutterschutz in entschiedener Weise vertreten und fördern werden. Die letzten Beratungen der Konferenz galten der Preffe. Genossin Boschek gab dazu ein Referat, das von Erkenntnis und Begeisterung getragen war. Es begründete den Antrag, eine Frauenkorrespondenz zu schassen, welche den Parteiblättern das Material für einen eigenen Frauenteil liefern soll, damit das Interesse der Proletarierinnen an den sozialdemokratischen Organen gesteigert werde. Des weiteren befürwortete es eine Vergrößerung der„Arbeiterinnen-Zeitung" und klang in der eindringlichen Mahnung an die Genossinnen aus, die sozialdemokratischen Blätter wie auch das wissenschaftliche Organ der Partei zu verbreiten, insbesondere aber auch danach zu trachten, der „Arbeiterinnen-Zeitung" einen immer größeren Leserkreis zu sichern. Die Diskussion drehte sich in der Hauptsache um die Einführung einer Frauenkorrespondenz beziehungsweise um die Einführung eines besonderen Frauenteils in der sozialdemokratischen Tagespresse, Neuerungen, deren Vorteile unter anderem von Genossen Austerlitz. dem Redakteur der „Arbeiter-Zeitung", bestritten wurden. Die Konferenz trat der Auffassung und den Forderungen bei, die Genossin Boschek vertreten hatte? was die Ausgestaltung der„Arbeiterinnen-Zeitung" anbelangt, die im Prinzip beschlossen ward, so soll das Frauenreichskomitee in Verbindung mit den betreffenden Parteiinstanzen darüber beraten, ob das Organ der Genossinnen künftighin wöchentlich oder in vergrößertem Umfang erscheint. Laut Beschluß der Delegierten werden Konferenzen der österreichischen Genossinnen von nun an gleich den unserigen alle zwei Jahre im Anschluß an den Parteitag der deutschen Sozialdemokratte in Osterreich stattfinden. In das Frauenreichskomitee wurden die Genossinnen Huber, Koch, Pölzer, Popp, Prost, Schlesinger, Schuler und Seidel gewählt; die ständig« Konttolle dieser leitenden Körperschaft liegt den Wiener Genossinnen Janskp und Kadetz ob, die Konferenz bekaute die Genossinnen Freund- lich-Schönberg, Hudecck-Linz und Sponner-Reichenberg mit dem Amte der provinzialen Konkolleurinnen. Erhebend kam es auf der Konferenz wiederholt zum Ausdruck, daß die österreichischen Genossinnen in internationaler Solidarität mit den sozialistischen Frauenbewegungen aller Länder verbunden sind, ganz besonders aber mit den deutschen Genossinnen. Mit jubelnder Begeisterung begrüßten ihre Teilnehmerinnen die eingegangenen Sympathieerklärungen des englischen Arbeiterinnenbundes, der deutschsprachigen sozialdemokratischen Frauenorganisation der Vereinigten Staaten, des Schweizerischen Arbeiterinnenbundes, der polnischen sozialdemottatischen Frauenorganisation in Schlesien sowie die herzlichen Wünsche, die ihnen Genossin Zetkin als Vertreterin der deutschen Genossinnen übermittelte. Die Tage der Konferenz schloffen mit einem vollen Akkord herzlichsten internationalen Solidaritätsempfindens in einer großen Volksversammlung, in welcher die deutsche Genossin über Frauenftage und Sozialismus sprach. Kein Zweifel, daß die Konferenz dazu beigetragen hat, die Bande schwesterlicher Gemeinschaft noch fester zu knüpfen, welche die sozialdemokratische Frauenbewegung Österreichs und Deutschlands miteinander verknüpft. Mit nicht geringerer Befriedigung wie unsere österreichischen Genossinnen blicken wir auf die prächtige Tagung zurück. Sie hat auch für uns wertvolle Arbeit geleistet. Daß die sozialdemokratische Frauenbewegung Österreichs selbst reiche Früchte dieser Arbeit erntet, dafür bürgt uns ihr gesundes, kraftvolles Wesen, das harmonische Zusammenarbeiten aller Genossinnen, der genannten und ungenannten, die als Führerinnen oder treue, einsichtsvolle Trägerinnen der opferreichen agitatorischen und organisatorischen Kleinarbeit ihre ganze Persönlichkeit dafür einsetzen, dem befreienden Sozialismus die Bahn zu ebnen._ Die Berge kreißen... In seiner öS. und 61. Sitzung im März d. I. beschäfttgte das preußischeAbgeordnetenhaussich abermals mitderHebammen- frage, und zwar handelte es sich diesmal um die E rh ö h un g der Gebühren für die geburtshilflichen Leistungen. Die„Gleichheit" hat in Nr. 20, 22 und 24 vom Jahre 1902 in 3 Artikeln„Vom Hebammenelend" die unglaublich traurige wirtschaftliche Lage der Hebammen eingehend erörtert. In dem langen Zeitraum von sechs Jahren hat sich in diesen schmählichen Zuständen nichts geändert. Wohl aber ist die Zahl der Pflichtbesuche, welche die Hebammen nach jeder Entbindung zu machen haben, auf 24 erhöht worden— 10 Tage lang je zwei Besuche, vier Tage lang je einen Besuch— gegen 19 Besuche nach den alten Bestimmungen. Zu dieser erheblichen Mehrleistung kontrastiert die Entlohnung der Hebammen heute ärger denn jemals. Nach neueren Angaben vr. Rieländers-Marburg hatten im Großherzogtlun Hessen von 333 Hebammen 23 weniger als so Mk., 97 weniger als Ivo Mk., 144 100 bis 200 Mk., 44 2S0 bis 500 Mk. und nur 25 mehr als 500 Mk. Jahreseinnahme. Für die Provinz Hessen-Nassau stellt vr. Nie- länder fest, daß unter 51 Hebammen 23 ein jährliches Einkommen von 200 bis 500 Mk. hatten, 18 von 100 bis 200 Mark, S bis 100 Mk. und eine bis 50 Mk. Die Besoldung der von den Gemeinden angestellten Hebammen lag bisher ganz besonders im argen. Im Großherzogtum Hessen hatten von 323 Gemeindehebammen 6 eine Entlohnung von 100 Mark seitens der Gemeinde, 83 erhielten 50 bis 100 Mk., 154 20 bis 50 Mk., 20 unter 20 Mk., 19 erhielten Naturalien in Gestalt von Holz, Korn, Heu, 18 waren ohne Entlohnung. Von 54 Gemeindehebammen der Provinz Hessen-- Nassau erhielten von der Gemeinde 5 50 bis 100 Mk., 24 20 bis 50 Mk., 5 bis zu 20 Mk., 20 Hebammen erhielten nichts. Im Gegensatz zu den frei prakttzierenden Hebammen sind die Gemeinde- oder Bezirkshebammen konttaktlich gebunden und haben für das ihnen von der Gemeinde gezahlte Jahresgehalt die Armengeburten unentgeltlich zu leiten. Die oben angeführten Zahlen aus dem Hessischen sind typisch für viele Gegenden Deutschlands. Wäre die Bezahlung der Hebammen— von verschwindenden Ausnahmen in den Großstädten abgesehen— nicht so elend, wie allsettig unumwunden zugestanden wird, so hätte das preußische Geldfacksparlament sich schwerlich dazu bequemt, eine Erhöhung der Gebühren vorzunehmen. Die neue Verordnung verzichtet freilich darauf, einheitlich« Gebühren festzusetzen, und überläßt die Regelung den Regierungspräsidenten, die je nach den örtlichen Verhältnissen über die Höhe der Entlohnung zu befinden haben. Kann die Hebamme die ihr für jede Entbindung zustehende Gebührensumme nicht ohne weiteres erhalten, so soll sie künftig auf dem Wege des Verwaltungszwangsverfahrens eingezogen werden können, wodurch der umständlich« und für die Hebamme oft nicht mögliche Weg deS Prozesse? vermieden wird. Das ist das Wesentliche der neuen Verordnung, von welcher der Minister der Medizinalangelegenheiten stolz rühmte, sie solle„den ersten Baustein für die Reform des HebammenwesenS bilden". Nun läßt sich aber mit der so prahlerisch herausgestrichenen neuen Gebührenordnung in Wirflichkeit nicht viel Staat machen. Sie kommt durchaus nicht allen Hebammen zugute, auch nicht einmal allen Hebammen auf dem Lande, und mögen sie noch so bedürftig sein; sie wird vielmehr nur das Einkommen der Bezirks- Hebammen steigern, deren Zahl nach der Statistik von 1902 in Preußen etwa 12000 bettägt; die 8000 frei prakttzierenden gehen leer aus, obwohl es von ihnen in der Begründung des Regierungsentwurfes ausdrücklich heißt:„Ihre Bezahlung ist zurzeit in vielen Fälle» so gering, daß sie kaum die baren Auslagen der Hebamme deckt oder gar hinter diesen zurückbleibt." Auch versagt daS VerwaltungSzwangS- v erfahren, wenn die Exekutton bei der zur Zahlung verpflichteten Entbundenen fruchtlos bleibt. Außerdem ist zehn gegen eins zu wetten, daß die von den Regierungspräsidenten festzusetzende Gebührenerhöhung stch in den«ttl erbescheidensten Grenzen halten wird. Haben doch Regierung und Dreiklassenparlament am 23. März von neuem bewiesen, daß sie kotz aller schönen Redensarten die so viel Eelbst- entäußerung erfordernde Tätigkeit der Hebammen sehr niedrig einschätzen. Sonst könnte die lächerlich geringe Summe von 50000 Mk., die in Nr. 6 der„Gleichheit" in ein« für unsere sogenannte Kultur beschämende Parallele gebracht wurde zu den Millionenaufwendungen deS Gestütetats, nicht als ausreichend erachtet worden sein, um der Hebammennot weiter Landesstriche in Preußen zu begegnen. Bei 1200000 Geburten pro Jahr in Preußen kämen da 4'/-» Pf. auf die Geburt. Das Mißverhältnis zwischen dem entsetzlichen. Jahr für Jahr die grausamsten Opfer an Frauengesundhett und -leben fordernden Notstand auf dem Gebiet der Geburtshilfe und diesem fläglichen Abhilfeversuch der Regierung war so kraß, daß es sogar einen ZenttumSmann zu dem geflügelten Wort hinriß: parturiunt monte», naseetur ricki- eulus mus, zu deutsch: Die Berge kreißen, und geboren wird ein lächerliches Mäuschen. Diese herbe, aber treffende Kritik fand in der gähnenden Leere des Beratungsfaales nur ein vereinzeltes Echo. Die Herren Abgeordneten beeilten sich, durch Annahme des Gesetzentwurfes der Sparpolitik der Regierung ihren Segen zu erteilen, froh darüber, für eine Weile mit dieser langweiligen Sache fertig zu sein.— WaZ kümmert diese Herren auch die Hebammenfrage! Ihre Frauen werden von Spezialärzten entbunden und von Krankenwärterinnen gepflegt. Mögen die Weiber des gemeinen Volkes sehen, wie sie ihre Kinder zur Well bringen unter Beistand eines ungenügend vorgebildeten, elend gelohnten und abgehetzten Personals. Auch auf diesem wichttgen Gebiet der hygienischen Fürsorge, von dessen Gestaltung Gesundheit und Leben von Millionen Frauen abhängen, ist erst dann eine gründliche Änderung und Besserung zu erwarten, wenn der preußische Wahlrechtskampf im Sinne unserer Forderungen entschieden ist, wenn die Masse des arbeitenden Volkes, wenn auch die Frauen direkten Einfluß auf die Gesetzgebung haben. Dann wird eine solche Änderung und Besserung auch nicht verbunden sein mit einer Mehrbelastung des Arbeiterbudgets, wie sie die vorliegende Gebührenerhöhung für die Hebammendienste mit sich bringt. Sondern wir werden der Erfüllung der sozialdemokrattschea Forderung nach verstaatlichter unentgeltlicher Geburtshilfe näher kommen, die die einzig würdige Lösung der immer unhaltbarer werdenden Zustände auf diesem wichtigen Gebiet darstellt. Auch um hieran mitzuarbeiten. muß die Losung für die Prolelarierfrauen lauten: Hinein in den Kampf für das allgemeine, gleiche, direkte und geheime Landtagswahlrecht für alle erwachsenen Staatsbürger ohne Unterschied des Geschlechts.>l. lit. Nr. 10 Auch eine Beldin. Verschiedener Frauen, die sich in den Freiheitsjahren 1848/49 durch Wort und Tat im Kampfe um die Freiheit hervortaten, ist schon in diesen Blättern gedacht worden. Heute möchte ich von einer Frau sprechen, die dem eigentlichen Kampfe fern stand, und die doch seinen Zielen ihr Leben gewidmet hat, weil sie ihre ganze Kraft dafür einsetzte, dem Manne ihrer Wahl volle Bewegungsfreiheit für den Kampf zu schaffen. Was eine Frau ihrem Gatten, ihrer Familie sein kann als treue Gefährtin, als Stüße in den Zeiten der Not und Entbehrung, als Mitarbeiterin im Kampfe um das Dasein wie im Kampfe um die Freiheit, dafür ist Johanna Rintel ein leuchtendes Beispiel. Johanna wurde am 8. Juli 1810 in Bonn geboren als Tochter des dortigen Gymnasialprofessors Mockel und erhielt von ihrem Vater eine hervorragende geistige Ausbildung. Sie verheiratete sich früh mit dem Buch- und Kunsthändler Matthieur in Köln, aber fie fand bei ihm nicht das erhoffte Verständnis für ihre geistigen und must talischen Intereffen. Die Che wurde sehr unglücklich, und Johanna trennte sich bald von ihrem Gatten. Sie troyte damit nicht nur den Anschauungen der damaligen Sitte, sondern auch dem Gesetz der katholischen Kirche, die in den Rheinlanden ein besonders strenges Regiment führt und die Scheidung als Todsünde ansieht. Johanna aber sah die Ehe mit einem ungeliebten Mann als höchste Unmoral an und kehrte nach Bonn zurück, wo sie hauptsächlich ihr musi. talisches Talent ausbildete. Sie gehört zu den wenigen Frauen, die nicht nur ausübende, sondern auch produktive Tonfünstlerinnen gewesen sind. Die bekannteste ihrer Rompositionen ist die Vogellantate. Nach den Aussagen einer ihrer Freundinnen hatte Johanna nichts in ihrem Außeren von dem, was man bei Frauen gewöhnlich schön oder anmutig nennt. Ihre Züge waren start, fast männlich, ihr Teint auffallend dunkel, ihre Gestalt gedrungen. Aber aus ihrem Antlig blißten ein paar wunderbar dunkle Augen, die von einer Welt von Geist und Empfindung sprachen, und in den Modulationen ihrer tiefen, vollen Stimme tönte eine solche Fülle des Gefühls, daß man unmöglich beim ersten Eindruck sagen konnte: Wie häßlich ist die Frau!" sondern sagen mußte: Welch eine bedeutende Frau! Welches Glück wird es sein, fie fennen zu lernen!" Eine andere Zeit: genoffin meint:„ Man vergaß, daß sie eine bedeutende Dichterin, eine große Musiterin war, weil man immer daran zu denken hatte, welch eine Frau und welch ein Charakter fie fei!" Diesen Eindruck empfing wohl auch Gottfried Kinkel, als er in den Lebenstreis seiner fünftigen Gattin trat. Rinkel war damals Privatdozent für historische Theologie in Bonn. Aber die Liebe zur Kunst und Literatur ließ bald seine Neigung für Theologie erfalten. Er hatte im Gegensatz zu Johannas schroffem Wesen etwas Sanftes, ja Bierliches, das man fast weiblich nennen kann. Er war fünf Jahre jünger als Johanna und ein auffallend schöner Mann. Jos hanna hat sich oft damit gequält, ob sie Rinkel auf die Dauer gefallen tönne, denn sie war sich des äußeren Kontrastes wohl bewußt. Aber die bedeutende Frau brachte ihm tiefstes Berständnis für seine geistigen Interessen entgegen, und das schuf ein festes Band zwischen den beiden. Die Heirat mit der geschiedenen tatholischen Frau machte Rintels Stellung an der Universität Bonn unmöglich. Das Paar zog daher nach Poppelsdorf am Rhein und lebte dort in einem reizenden Dichterheim ganz seinen Neigungen für Kunst und Literatur. Hier gab es gemeinschaftlich Novellen heraus. Kintel verfaßte seine bekannte Dichtung„ Otto, der Schütz", und Johanna komponierte Gedichte ihres Gatten. Ein Kreis bedeutender Menschen sammelte sich schnell um das auserwählte Paar, dessen Glück vier blühende Kinder erhöhten. Da tam das Jahr 1848. Mit schwärmerischer Begeisterung schloß sich Kintel der Demokratie an, angeregt durch seine Frau, die ihn zum Radikalismus seiner Anschauungen gebracht haben soll. Er wirkte zunächst als Agitator und Journalist, dann beteiligte er sich an dem Beughaussturm zu Siegburg und wurde infolge seiner glänzenden Beredsamleit in die preußische Kammer gewählt. Später beteiligte er sich an dem Aufstand in Baden und wurde in dem Gefecht von Rothenfels gefangen. In Rastatt wurde er zu lebenslänglicher Festungshaft verurteilt, das Urteil aber dahin abgeändert, daß die Strafe in einer * Bivilanstalt", also im Zuchthaus zu verbüßen set. Kinkel wurde erst nach Naugard, dann nach Spandau gebracht. Johanna mußte ihren Kindern nicht nur den Vater, sondern auch den Ernährer erseßen, aber nun erst zeigt sich ihre wahre Größe und Kraft. Sie gab Musikunterricht, lomponierte und arbeitete schwer um das tägliche Brot. Dabet suchte sie ihre Kinder die Laft des Unglücks so wenig als möglich empfinden zu laffen, wenngleich sie selbst es schwer empfand. Sie verstand es, ihr eigenes Schicksal den Allgemeininteressen unterzuordnen, und jeder Egoismus war ihr fremd. Rintel wurde infolge seines politischen Auftretens und feines Schicksals eine der populärsten Persönlichkeiten in Deutschland. Das Schidsal des wollespinnenden Dichters, dessen schönheitsdurftige Augen auf nackten Kerlerwänden ruhen mußten, brachte alle Sentimentalität zum überströmen. Pläne zu seiner Befreiung wurden geschmiedet, und bald gelang es Karl Schurz, ihm zur Flucht aus dem Zuchthaus ju Spandau nach Rostoc zu helfen. Von da erreichte Kinfel London, wo er mit seiner Familie zusammentraf. Nun galt es, unter fremden Verhältnissen fast mittellos eine neue Existenz zu gründen. Bewunderungswürdig ist die Art, wie Johanna mit ihrem Gatten den Kampf ums Dasein aufnahm, indem sie als Lehrerin tätig war. Sie ist das glän Die Gleichheit W 89 tammern, Gewerbekammern usw.); 3. den ungehinderten Zutritt der Frauen zu allen Berufsarten; 4. bie grundsägliche Zulassung der Frauen zu ben politischen Vertretungen in Reich, Staat und Gemeinde." Ein Zusazantrag schlägt für Punkt 4 die energischere Fassung vor:„ Die politische Gleichberechtigung der Frau, insbesondere in bezug auf das aktive und passive Wahlrecht in Reich, Staat und Gemeinde." Jzendste Beispiel, wie eine Frau eine hingebende Gattin, eine treue Mutter, eine gewissenhafte Hausfrau sein und doch mithelfen fann beim Erwerb, ohne daß eine ihrer anderen Pflichten leidet. Dabei war die Art des Erwerbs in England ihrem innersten Wesen zuwider. Obgleich eine bedeutende Musikerin, hatte sie meist den ersten Musikunterricht zu leiten.„ Unser Brot gibt uns das Abc und die Tonleiter," schreibt sie, und Mit all meinen Talenten bin ich lebendig begraben, nur noch eine Pflicht- In bezug auf das Bildungswesen führte die Refe. maschine". Wie wehmütig flingt es, wenn eine solche rentin aus, daß die Frage der Volks- und Fortbildungss Frau den Wunsch ausspricht, mit ihrer Arbeit schulen für die breiten Schichten des Volkes wichtiger sei es so weit zu bringen, daß sie im Bett bleiben kann, wenn sie als die höhere Bildung der Mädchen. Im Anschluß daran trant ist. Denn Johanna war infolge all des Kummers forderte sie gemeinsamen Unterricht für beide Geund der Entbehrungen schwer herzleidend geworden und schlechter. Alle Berufe sollen den Frauen offen stehen. durfte sich doch nicht den Lurus gestatten, frant zu sein. Auch zum juristischen Verwaltungsdienst müßten Ihre echt rheinische Natur brach durch alles Ungemach immer sie zugelassen werden. Sonderbarerweise begründete die wider durch, und in den färglichen Stunden der Rast brachte Rednerin diese Forderung damit, daß unseren männlichen sie Kinkel in den düstern Nebel des englischen Grils einen Richtern, gewissen Klassen entstammend, nicht in der Lage heimischen Sonnenstrahl und schaffte den Kindern eine fröh feien, sich in das Empfinden und Denken, in die Ehrbegriffe liche Jugend. Und in der sittlich reinen Luft der bescheidenen der Arbeiterflaffe hineinzuverseßen." Das würde besser werund doch behaglichen Häuslichkeit dieser„ Emigrantenmutter" den, wenn auch Frauen zur Rechtspflege zugelassen wären. fanden viele Flüchtlinge eine Heimat, Teilnahme für ihre Ob die bürgerlichen Damen wohl mehr Verständnis für die Sorgen, und es ist erstaunlich, daß Johanna für alle Beit Gedanken- und Gefühlswelt der Arbeiterschaft haben würden? fand, troßdem sie und ihr Mann mit Arbeit so überbürdet Sind denn die Frauen meniger Angehörige ihrer Klasse als waren, daß sie nur Sonntags eine gemeinschaftliche Mahl die Männer? Oder sollen vielleicht Proletariermädchen aut zeit nehmen konnten. Freilich ließ sich Johannas schwankende Juristinnen ausgebildet werden? Jedenfalls ist die Logit Gesundheit nicht immer verhehlen. Auch schwere innerliche dieser Begründung recht zweifelhaft. Sehr eingehend Kämpfe hatte sie durchzumachen. Sie hatte immer darunter sprach die Referentin über die Tätigkeit der Frauen gelitten, daß sie äußerlich so sehr hinter ihrem Mann zurück in der Kommune. Gin Amt nach dem anderen werde ftand. Jezt konnte fie infolge von Zeit und Geldmangel der Frau eröffnet. Bon der bloßen Hilfstätigkeit der Frauen weniger Wert als je auf ihre äußere Erscheinung legen. fei man bazu übergegangen, fie als gleichberechtigt neben Rintel aber wurde als Dichter und auffallend schöner Mann dem Manne anzuerkennen. Von 300 Städten mit über 20 000 von vielen überspannten Frauen und Mädchen so umhuldigt, Einwohnern haben schon 211 Städte Frauen in der Verwal daß Johannas Verstimmung wohl begreiflich war. Er war tung, und in 74 Städten sind Frauen mit gleichen Rechten überhaupt ein schwankender Charakter, ber auch an seinen und Pflichten in den Armenkommissionen tätig wie die Männer. politischen Gesinnungen nicht immer festhielt. Den radikalen Ein anderes Gebiet der Tätigkeit ist der Frau durch das Gesinnungen, die ihn zu den Freiheitstämpfen geführt hatten, Volksschulunterhaltungsgeseh eröffnet. Nach diesem Gesetz folgte eine Episode der Unbeständigkeit, bis er zuletzt wieder dürfen Frauen in die Schuldeputationen und Schulkomzu einer entschieden demokratischen überzeugung zurückkehrte. mifsionen gewählt werden. Aber jede ernstliche weitere Ihren Herzenskümmernissen gab Johanna in dem hinter- Reform verhindern das Dreiklassenwahlrecht zu den Komlassenen Roman Hans Jbeles" Ausdruck. munalvertretungen und das Hausbefizerprivileg. Es müsse ein gleiches attives und passives Wahlrecht zu den Kom munen für Männer und Frauen eingeführt werden. Von da aus ging die Referentin zu der Forderung allgemeiner politischer Gleichberechtigung der Frauen über. Soweit sich aus den Berichten urteilen läßt, hat sie diese Frage, aber in ziemlich oberflächlicher und feuilletonistischer Weise behandelt. Mit allgemeinen Behauptungen, daß wir schon viel weiter wären, wenn die Frauen das Stimmrecht hätten und daß sie sowohl in den Kommissionsberatungen als auch im Plenum der gefeßgebenden Körperschaften ihren Mann stehen würden", ist's doch nicht getan. Als die Beklagenswerte in einem Anfall von heftiger Atemnot aus dem Fenster stürzte, gab es viele, die ihr Ende für fein unfreiwilliges hielten. Kinkel selbst allerdings und Malvida v. Meysenbug gaben vor den Richtern eine so glänzende Schilderung des häuslichen Lebens, der Schicksale, die die Gatten in so treuer Liebe miteinander getragen, daß die Richter gerührt auf weitere Zeugen verzichteten. So hatte Rinkel noch einmal für die gekämpft, die ihn in so vielen schweren Kämpfen nicht verlassen hatte. Auf dem Kirchhof der Nekropolis wurde ihre Leiche beigefeßt, und Rintel sprach Worte, wie nur ein Dichter sie der Geliebten in die Grust nachrufen fann. Gr rühmte ihren hohen Mut, wie nie der Feind eine Träne in ihrem Auge gesehen, wie sie ihr Vaterland und die Freiheit geliebt, und wie sie fort lebe in unzähligen dankbaren Herzen, in denen sie das heilige Feuer der Freiheitsliebe angefacht hatte. Rinkel hat nach Johannas Tod nicht viel Bedeutendes mehr geschaffen. Freiligrath legte einen Lorbeertrans auf ihren Sarg, den das Weib, das eine so unerschrockene Rämpferin für Wahrheit und Recht gewesen und doch so ganz Weib geblieben war in den Pflichten des häuslichen Lebens, wohl vor vielen verdient hatte. Und er hat ihr einen unverweltlichen Lorbeer gewidmet in seinem schönen Gedicht zu Johanna Kinkels Begräbnis am 20. November 1858": Zur Winterszeit in Engelland, bind Bersprengte Männer, haben 2Bir schweigend in dem fremden Sand Die deutsche Frau begraben. Es schließt mit den Worten: Ein Schlachtfeld auch ist das Eril, Auf dem du bist gefallen, Im festen Aug' das Eine Ziel, Das Eine mit uns allen. Der Korreferent, ein Dr. Sehmann aus Bornberg, scheint seine Aufgabe mehr von der spaßhaften Seite aufgefaßt zu haben. Zwar will auch er die Mitarbeit der Frau im öffentlichen Leben sowie in den Parlamenten nicht entbehren. Aber die Veranlagung der Frau bedinge eine gewisse Gefühlsmäßigkeit, welche die Entscheidung er schwert und die Aktion lähmt". Hier bleibe der Mann als Mann der Frau überlegen. Die Politit müsse im Grunde doch Männersache bleiben, menn sie nicht entarten solle. Den Frauen soll zwar das aktive und passive Wahlrecht verliehen werden, aber in einer Form, durch die die Majorität der Männerseite siffernmäßig gesichert sei. Vielleicht könne man das deutsche Volt in 300 Wahlkreise für Männer und in 100 Wahlkreise für Frauen einteilen, so daß dann im Reichstag unter 300 Männern 100 Frauen sizen würden. Man könne es aber auch so machen, daß, wie heute das Wahlrecht der Männer bid während des Militärdienstes ruht, das Wahlrecht der Frauen ruhen muß, wenn sie verheiratet sind! Diese Mäßchen des Korreferenten wurden natürlich mit großer Heiterkeit aufgenommen. Doch fanden sich in der Anna Blos. Diskussion einzelne Stimmen, die sich energisch gegen eine derartige Behandlung der Frage, besonders auch gegen die prozentweise Verteilung des Frauenstimmrechtes wandten und unbedingte Gleichstellung aller Staatsbürger, einerlei ob männlichen oder weiblichen Geschlechtes, forderten. Vom heutigen liberalen Standpunkt aus ist Herr Dr. Lehmann unseres Grachtens jedoch nur völlig konsequent. Hat man die Staatsbürgerrechte der Polen nach Prozenten berechnet, warum nicht auch die der Frauen? Liberalismus und Frauenfrage. Der dritte Parteitag der Freifinnigen Vereinigung, der vom 21. bis 23. April in Frankfurt a. M. stattfand, ließ sich an lester Stelle von Fräulein Else Lüders ein Referat halten über„ Liberalismus und Frauenfrage". Sehr groß scheint das Interesse der liberalen Herren für einen so untergeordneten Gegenstand nicht gewesen zu sein. Die betreffende Sigung fand unter sehr schwacher Beteiligung statt, und von den Herren Reichstagsabgeordneten hatten es nur Naumann und Heckscher für der Mühe wert gehalten, zu erscheinen. Fräulein Lüders vertrat folgende Resolution: Der Liberalismus erblickt in der Emporentwicklung der Persönlichkeit das Wohl der Nation und seine eigene nationale Aufgabe. Es ist für ihn selbstverständlich, daß in diese Emporentwicklung auch die deutsche Frau hinein auziehen ist. Er sieht seine Aufgabe in der Frauenfrage darin, der Frau die Wege sowohl in die nationale Bil dung, wie in das Berufsleben und das öffentliche Leben der Nation zu ebnen und ihre Rechtsstellung zu sichern. Von dieser Voraussetzung aus fordern wir: 1. die grundTägliche Heranziehung von Frauen zu allen tommunalen Veranstaltungen, Schulverwaltung, Armenrat, Waisenrat sowie zur Fabril- und Wohnungsinspektion usw.; 2. die unterschiedslose und zu völlig gleichen Bedingungen erfolgende Heranziehung der Frauen mit den Männernzu sämtlichen wirtschaftlichen Interessenvertretungen( Krantenfaffen, Gewerbegerichte, Arbeiter Das Interessanteste an der Diskussion war, daß fast sämtliche Redner auf die Stellung der Frauen inners halb der Sozialdemokratie hinwiesen. betonte, daß die Frauen innerhalb der liberalen Parteien leider noch nicht so ständen, wie die Frauen in der sozialdemokratischen Partei; He müßten im Gegensatz zu diesen immer noch als Bittende kommen. Gine Frau Reichel aus Charlottenburg führte wörtlich aus: Wenn Sie, bie Liberalen, es nicht verstehen, die Frauen an sich au fesseln, so laden Sie eine schwere Verantwor tung auf sich, und es wird Ihnen der Vorwurf nicht erspart werden können, daß Sie, gerade wie Sie bei der Arbeiterfrage den richtigen Zeitpunkt verpaßt haben, auch bei der Frauenfrage den richtigen Zeitpunkt verpassen. Ich rede nicht vom Frauenstandpunkt. Aber wenn mir ausschließlich die Frauenfrage am Herzen läge, ginge ich lieber heute wie morgen zur Sozialdemokratie. Aber weil ich eine Freundin des Liberalismus bin, rufe ich Ihnen zu: Verpassen Sie nicht den richtigen Moment, sonst besteht die Gefahr, daß die Frauen zur Sozialdemokratie übergehen!" Und ein Fräulein Martha 8ies aus Hamburg führte aus: 1908 90 Die Gleichheit Nr. 10 Weshalb haben die sozialdemokratischen Frauen in reibenden Konkurrenz, welche das Nervenkapital samt 3ins| Klagen des überangestrengten Wärterpersonals und dessen der sozialdemokratischen Partei eine so ganz andere Stellung, verschlingt; das Wesen der kapitalistischen Ordnung, das berechtigte Wünsche, namentlich mit Bezug auf die Illenauer als wir liberalen Frauen bei den liberalen Parteien? Weil nach Gewinn drängt, ist der große Pan, der alle lockt und Anstalt, vortragen. Von allen bürgerlichen Parteien wurde sie Schulter an Schulter mit den Männern kämpfen dürfen. allen zum Verhängnis wird. Als eine besonders betrübende deswegen der sozialdemokratische Redner angegriffen. Man Das sollten wir uns zum Beispiel nehmen." Tatsache aber ist zu fonstatieren, daß diese Nervosität auch meinte, daß das Personal seine Beschwerden beim AnstaltsZum Schluß hielt noch Herr Pfarrer Naumann eine immer mehr die sogenannten niederen Voltsschichten vorstand vorbringen solle. Auch die Regierung schloß aus höchst staatsmännische und den Frauen gegenüber väterlich ergreift. der Tatsache, daß bei ihr keine Beschwerde geführt worden herablassende Rede. Auch er ist der Ansicht, daß man die Unter den Übelständen, welche aus der überfüllung der sei, nach bekannter Bourgeoismethode auf die Unhaltbarkeit Frauen im Reichstag bei der Erörterung sozialpolitischer Anstalten resultieren, leidet das Pflege- und Heilverfahren, der vorgetragenen Klagen. Daneben berief man sich auf die Fragen gut gebrauchen könne. Außer in der Fabrikinspektion also der sanitäre Zweck der Klinischen Behandlung. Die wissenschaftlich anerkannte Autorität des leitenden Herrn feien bie Frauen auch in vielen anderen Stellen sehr erwünscht. wegen der unerträglichen überfüllung" undurchführbare Hofrats, der erhaben sei über jeden Verdacht, daß auch unter Der Liberalismus habe sich bisher noch wenig mit der Frauen- Methode der Beschwichtigung sogenannter unruhiger Kranten seiner geschäftlichen Verwaltung etwa Berhältnisse bestünden, frage beschäftigt. Jetzt sei darin ein Umschwung eingetreten. wird zum Beispiel ersetzt durch eine übermäßige Verordnung die das Personal zu berechtigten Beschwerden veranlassen Aber die Entwicklung sei doch noch nicht so weit gediehen, von Arzneimitteln". Die geringe Anzahl Badewannen er fönnten. Der Kammerberichterstatter, der fatholische Pfarrer daß man die Forderungen der Frauen nach voller Gleich- forderte einen gesteigerten Verbrauch von Beruhigungs- und Dr. Schofer, sprach sogar von jenem Element, das seine berechtigung schon jetzt erfüllen könnte. Wörtlich fuhr der Schlafmitteln. Freude daran hat, Unruhe zu stiften und einen Teil des Redner dann fort: Personals darin zu erhalten". Wir dürfen die einzelnen Wahlrechtsfragen nicht in Zusammenhang bringen mit den letzten Forderungen der Frauenbewegung. Es wäre ein politischer Fehler, die preußische Landtagswahlrechtsbewegung zu verquicken mit der Forderung des Frauen wahlrechts. Es ist zu verstehen, daß die Frauen eine solche Gelegenheit zu propagandistischer Tätigkeit ausnutzen wollen. Aber sie verlangen von uns noch mehr. Sie verlangen, daß wir nicht die Forderung aufstellen: Heraus mit dem Reichstagswahlrecht für Preußen, sondern daß wir den Zusah machen: Reichstagswahlrecht plus Frauenwahlrecht. Der Mann aber, der die Schwierig feiten der preußischen Wahlrechtsfrage kennt, der muß sich sagen, daß wir durch diese Doppelforderung die Aussicht des Gelingens vermindern. Wir dürfen die Wahlrechtsbewegung nicht noch mit der Forderung des Frauenwahlrechts bepacken." Die bekannte Geschichte. Indessen traf bei der sozial demokratischen Fraktion vom Personal der Jrrenanstalten die dankende Anerkennung für die unerschrockene Verteidigung feiner Interessen ein mit dem Hinzufügen, daß einige sehr wesentliche Wünsche der Wärterinnen und Wärter nun erfüllt worden sind. Aus der Bewegung. m. g. Aber auch das in den sechs Staatsanstalten zu Heidelberg, Freiburg, Pforzheim, Emmendingen, Jllenau und Wiesloch eingestellte Dienst- und Wärterpersonal geriet in geradezu unerträgliche Verhältnisse. Diese Tatsachen erfährt man aus dem Jahresbericht, wenn dieser sich auch bezüglich der Lage aller Bediensteten mit der nach oben angebrachten Reserve äußert. Um dem Personal die Erfüllung seiner Pflichten zu er leichtern, um seinen Mut aufzufrischen und seine Stimmung zu heben, ließ man in einer Anstalt vorübergehende Erleichte rungen im Hausbetrieb eintreten. Wie not in dieser Beziehung etwas mehr Rücksicht in allen Anstalten täte, beweist eine Stelle im Bericht der Emmendinger Direktion. Da lesen wir:„ Es Von der Agitation. Die Unterzeichnete referierte fürz fehlt noch an guten Einrichtungen, die dem Personal einen lich für den Fabritarbeiterverband in Dresden, ungestörten Schlaf, ein völliges Ausruhen am Tage unter für den Metallarbeiterverband in Dresden, allen Umständen gewähren." Die Leitung der neuen Anstalt Coswig und Meißen, für den Schuhmacherver Wiesloch deutet an, daß die Personalverhältnisse darauf band in Dresden, Meißen und Groitsch, für den drängen, dem Mangel einer Zwischenspeise am Vormittag Blumenarbeiterverband in Dresden. Sie behan abzuhelfen und die Verabreichung von Wein einzuführen. delte die drei Themata:„ Die wirtschaftliche Krise und ihre Von diesem Gesichtspunkt ausgehend, schlägt Herr Pastor Welchen schweren Dienst die Überfüllung der Pflegeräume Lehren für die Arbeiter";" Die kulturelle Bedeutung der Naumann vor, im Zusatzantrag zu Punkt 4 der Resolution zuweilen für das wärterinnenpersonal schafft, zeigt der deutschen Gewerkschaften für die Arbeiterschaft“;„ Die Die Ver nicht politische Gleichberechtigung" zu sagen, sondern Illenauer Bericht: 40 Rrante mit drei Wärterinnen eines Lebensmittelverteuerung und ihre Folgen". „ grundsägliche Anerkennung der politischen Tagsaales haben 4,83 Kubikmeter Luftraum und 1,34 Rubit- sammlungen waren gut besucht mit Ausnahme der brei, Gleichberechtigung". Herr Pastor Naumann wünscht meter Bodenfläche pro Person; und in diesem Saale muß die für den Metallarbeiterverband stattfanden. als echter Liberaler eine scharfe Unterscheidung zwischen gegessen und gearbeitet werden bei teilweise erregten, un- Das ist sehr bedauerlich, denn die Verhältnisse der Metallarbeiterinnen sind außerordentlich traurig. Der Ber grundsählichen und tatsächlichen Forderungen, zwischen geordneten und unreinlichen Kranken". Theorie und Praxis. Er glaubt sich dabei auf das sozial- In Jllenau, der ältesten Heilanstalt, treten die deut- trauensmann der Meißener Zahlstelle wies in einer der demokratische Parteiprogramm berufen zu dürfen, wo im lichsten Symptome der Personalausnüßung zutage. In Versammlungen nach, daß in letzter Zeit Wochenlöhne von ersten Teil geschrieben stehe, was man haben will, sobald allen Kliniken wechseln die Ärzte und Pflegerinnen sehr häufig. 2,70 Mr. an Metallarbeiterinnen gezahlt worden sind. Die man die Welt aus den Angeln heben kann", und im zweiten Es findet eine förmliche Flucht des weiblichen Personals Arbeiterinnen müssen oft fiundenlang auf Arbeit warten, Teil, was man heute praktisch erreichen möchte". Gegen statt. Vorschriftsmäßig sollten die Anstalten insgesamt nur wenigen Bevorzugten geht es besser. Die Behandlung diese Berufung müssen wir doch ganz energisch protestieren. 172 Personen( 93 Wärterinnen) beschäftigen; diese Höchstzahl der Frauen und Mädchen durch einzelne Meister fordert den Der erste Teil des sozialdemokratischen Programms enthält war jedoch nicht zu erreichen. Auf 5,38 Krante entfiel eine schärfsten Protest heraus. Es ist festgestellt worden, daß in überhaupt keine Forderungen" im Sinne des Herrn Pastor Bärterin; auf je 100 Rrante tamen im Durchschnitt 26,9 weib- einer Fabrik Arbeiterinnen schon vor Beginn der Arbeitss Naumann. Es sucht vielmehr nachzuweisen, nach welchen liche Pflegerinnen. Im Jahre 1906 traten in der Anstalt zeit ihre Arbeit aufnehmen und abends noch lange nach Gesetzen die wirtschaftliche Entwicklung vor sich geht, welches Illenau ein 21 Wärter und 30 Wärterinnen; 16 Wärter Feierabend schaffen. Diese Ausführungen des Vertrauens das Ziel dieser Entwicklung ist und welche Mittel uns zur und 28 Wärterinnen traten aus, von letzteren verließen mannes wurden von einer Arbeiterin in der Debatte bestätigt. Verfügung stehen, um diese Entwicklung beschleunigen zu 26 auf eigene Ründigung ihre Stellung. Von 38 etat Jn den beiden Versammlungen des Schuhmacherverbande helfen. Der zweite Teil dagegen enthält all unsere Forde- mäßigen Wärtern waren 22 verheiratet; dem weiblichen zu Meißen und Groißsch beteiligten sich auch Frauen an rungen an den Gegenwartsstaat, darunter all das, was die Personal ist dagegen das Heiraten bei Entlassung ver- der Diskussion. Das eigentümliche Gebaren der Firma Liberalen schon längst aus ihrem praktischen Programm in boten. In der Heidelberger Klinik traten 40 Pfleger ein May- Sebnih wurde in der Versammlung des Verbandes ihr theoretisches verwiesen haben und noch viel mehr dazu. und ebenso viele aus, 27 Pflegerinnen kamen zu dem Per- der Blumenarbeiter zu Dresden kritisiert. Die Firma Im Gegenwartsprogramm des Freisinns steht jetzt nur noch fonal neu hinzu, 31 gingen fort; in Freiburg beträgt der errichtet vielerorts fleine Filialen, sogenannte Arbeitsstuben. ein einziger Punkt: unter allen Umständen am Block fest- Bugang der Pflegerinnen 20, der Abgang 19. Als Anfangs- Auch in Dresden- Neustadt besteht eine solche. In dieser halten, Regierungspartei bleiben, mögen dabei auch alle lohn erhalten die Wärterinnen 350 Mt. im Jahr. Es stehen 12 Maschinen zum Drücken oder Stanzen. Die grundsätzlichen Forderungen zum Teufel gehen. Danach mag tennzeichnet die unerträgliche Ausbeutung der Wärterinnen Maschinen liefert die Firma, aber das Material, das zum man den Wert der grundsätzlichen Anerkennung der poli- zur Genüge, daß in der Anstalt Illenau die Pflegerinnen Stanzen notwendig ist, müssen die Arbeiterinnen bezahlen. tischen Gleichberechtigung der Frauen" seitens des Liberalis- mit Wachen bei unruhigen Kranten zuweilen 26 Stunden Vor allen Dingen kommen Gummiplatten in Betracht, die mus bemessen, sowie die praktische Bedeutung, die der schließ- ununterbrochen beschäftigt sind und dann eine ganz pro Stück 10,50 Mt. fosten und schnell verbraucht sind. In lichen einstimmigen Annahme der Lüdersschen Resolution ungenügende Grholungszeit erhalten. Der amtliche Bericht jeder Woche werden den Arbeiterinnen dafür 50 Pf. vom K. D. verschweigt das wohlweislich. Lohne abgezogen. Die Gummiplatten werden ihnen zudem beizulegen ist. noch ziemlich hoch angerechnet. Die Dresdener Organisations leitung hat die Angelegenheit der Offentlichkeit übergeben, Übrigens muß anerkannt werden, daß die badische Regierung bestrebt ist, die charakterisierten übelſtände zu mildern. Während der Tagung der Budgetkommission der Zweiten was den betreffenden Unternehmer natürlich empört. Eine badischen Kammer im letzten Winter wurden aus der Mitte der Arbeiterin bestätigte in der Versammlung die Richtigkeit der Kommission Beschwerden über den Dienstbetrieb der Anstalt Angaben; sie war selbst in der Dresdener Arbeitsstube be Illenau, insbesondere hinsichtlich der Dienst- und Ruhezeit schäftigt und hat sich den Abzug vom Lohn gefallen lassen des Wärterpersonals vorgebracht. Auf Entgegenkommen der müssen. Möchten die Arbeiterinnen nur mehr und mehr Regierung ist im neuen Budget eine erhebliche Vermehrung den Wert der Organisation schätzen lernen! des Personals vorgesehen, so daß den berechtigten Beschwerden gegenüber Abhilfe geschaffen werden kann. Zurzeit find Versuche mit der sogenannten schottischen Dienstzeit im Gange, wonach ein Teil des Personals abwechselnd Tagund Nachtdienst versieht. Auch finanziell soll die Lage des Pflegepersonals verbessert werden. Frauendienst in den badischen Jrrenanstalten. Die Direktoren der badischen Frrenanstalten stimmen in ihren Jahresberichten für 1906 darin überein, daß die Hlinische Behandlung der Pflegebefohlenen sehr viel zu wünschen übrig läßt. Der bürgerliche Staat, der für die Vorbereitung des Wölfermordes über einen grenzenlos dehnbaren Kredit verfügt, targt mit Hilfsmitteln zur Bekämpfung der Nervenerkrankung. Dieser Feind der Menschheit tritt immer verheerender auf, denn er gedeiht auf dem Boden der bürgerlichen Gesellschaftsordnung, deren Frucht der er bittertfte Existenzkampf und in Verbindung damit die Berrüttung der menschlichen Gesundheit ist. In troftlos sich erhöhender Progression mehrt sich die Zahl der Kranken, Zur Errichtung einer weiteren Anstalt in Konstanz mit die in den Irrenanstalten untergebracht werden. Neue 910 Krankenbetten find 54 Millionen Mark vorgesehen; sie Kliniken wurden errichtet, alte vergrößert, und doch ist es soll 1913 vollendet werden. die gemeinsame Klage aller Verwaltungen, daß die vorEs verdient Erwähnung, daß infolge der gestiegenen handenen Pflegeräume weit hinaus über die strenge( mit der Lebensmittelpreise eine horrende Steigerung der Zeit erweiterte) maximale Grenze des Erlaubten überfüllt sind. Ausgaben für die Verpflegung der Kranken und des WärterDie Zunahme der Nervenerkrankungen, die klinische personals eingetreten ist. Die betreffenden Poften find im Behandlung nötig machten, hatte im Jahresdurchschnitt von Budget für 1906/07 um 194100 mt. erhöht. So machen 1900 bis 1905 157 betragen, im Jahre 1907 stellte sie sich sich auch im Haushalt des Staats die Wucherzölle auf den schon auf 172. Sie dürfte gemäß der Bevölkerungs- Lebensbedarf fühlbar. vermehrung im badischen Lande nur 60 betragen. Diese unverhältnismäßig streng ansteigende Tendenz der Erkrankung des Nervensystems, welche pro 1000 Einwohner brei Belegplätze in den badischen Heilanstalten nötig macht, wird statistisch folgendermaßen illustriert: 1870 bis 1879 1880 # 1889 1890 = 1899 Erkrankungs zunahme 165 440 826 In den 5 Jahren 1900 bis 1905... 785 Der Direktor der Wieslocher Anstalt erblickt die Ursache der steigenden Nervenerkrankungen in dem Kampfe um3 Dasein, in der Parforcejagd nach Erwerb und in der aufMarie Wadwit. Im Februar und März veranstaltete die Leitung des übecker Wahlkreises eine lebhafte Agitation unter der Landbevölkerung. In Niendorf, Ober- Bussau, Schönböten, Rüdeniz, Gurau sowie im Industrie dorf Schlutup fanden Versammlungen statt, die sich eines außerordentlich guten Besuchs erfreuten. In den fleinen ländlichen Orten waren fast jedesmal über 100, ja auch 200 Personen erschienen; zum Teil waren sie aus Nachbar dörfern herbeigekommen, die bis zu zwei Stunden entfernt lagen. Und überall waren auch die besonders eingeladenen Frauen dem Rufe gefolgt. 20 bis 30 im Durchschnitt nahmen an den einzelnen Versammlungen teil und folgten mit sichtlich wachsendem Interesse den Ausführungen der Referentin, Genoffin SchIomer- Lübeck, die das Thema be handelte: Was haben wir vom Blockreichstag zu erwarten?" Was aus den Berichten über die Verhältnisse des Pflege- Ihre Aufforderung, treu zur einzig zuverlässigen Partei zu personals in den badischen Frrenanstalten erhellt, bestätigt, halten, die die Interessen der Arbeiter versicht, zur Sozial daß auch auf dem Gebiet der Jrrenpflege der„ chriftliche" Staat demokratie, unterstützte Parteisekretär Weyers in seiner selbst in seiner liberalen Musternuance" sich als ein auslebensprühenden, zu Herzen dringenden Weise. Es gelang, beutender Arbeitgeber erweist. Auch der Regierung sind unter den Frauen, von denen viele zum erstenmal einer durch die Natur dieses Staates die Hände gebunden. Unter politischen Bersammlung beiwohnten, 50 Leserinnen bet diesem Stand der Dinge leiden die über alles Maß aus„ Gleichheit" zu gewinnen. Die Gleichheit" wird fortsetzen, genügten weiblichen Arbeitskräfte, wie auch die Kranten, für was die Versammlungen begonnen, fie wird in das Haus welche der Staat zu sorgen verpflichtet ist. Hier war ein dank der Landarbeiter die so notwendige politische Aufklärung bares Feld für die sozialdemokratische Kritik im Parlament, bringen. Auch in den Lübeck benachbarten Kreisen wird welche zu einer immer durchgreifenderen Verbesserung der mehr und mehr Verständnis für die proletarische Frauen Verhältnisse vorwärtstreiben muß. bewegung wach. In Schwerin und Wismar referierte Genoffin Schlomer Anfang April über„ Die Blodpoliti und die Arbeiter". Dank der Rechtlosigkeit, in der unsere Die sozialdemokratische Fraktion der Zweiten Kammer ließ durch ihren Redner( Abgeordneten Rösch) die Zu den preußischen Landtagswahlen! 31 Genossinnen, Frauen und Mädchen des werktätigen Volkes in Preußen, an die Arbeit! Wir stehen mitten im Wahlkampfe zum preußischen Landtage, der diesmal von ganz besonderer Bedeutung für die Arbeiterklasse Preußens im allgemeinen und für seine werftätigen Frauen und Mädchen im besonderen ist. Fällt doch dieser Wahlkampf inmitten des heißen Ringens für das allgemeine, gleiche, direkte und geheime Wahlrecht für alle zwanzigjährigen preußischen Staatsbürger, männliche wie weibliche. Deshalb ist es Ehrensache der gesamten Arbeiterklasse, unter Anspannung aller Kräfte den Wahlkampf zu führen, um dadurch die Wogen des Wahlrechtskampfes immer höher zu treiben. Das elendefte aller Wahlsysteme muß endlich fortgeschwemmt werden. Nicht genug damit, daß es das weibliche Geschlecht ganz rechtlos läßt, verdammt dieses urreaktionäre, plutokratische Dreiklassenwahlrecht 85 Prozent aller preußischen Landtagswähler zur vollständigen Einflußlosigkeit. In der Folge davon war die größte politische Partei, war die politische Vertretung der Arbeiter klaffe, die Sozialdemokratie bisher im Landtage nicht anzutreffen. Einige Zahlen aus der Landtagswahl 1903 mögen das ungeheure Unrecht illustrieren, welches Männern und Frauen der Arbeiterklaffe durch Aufrechterhaltung der Dreiklassenwahlschmach zugefügt wird: Es entfielen auf die Wahlmänner der Sozialdemokratie 314149 Stimmen, und diese erhielt keinen Abgeordneten. Auf die Wahlmänner der Konservativen entfielen 324 157 Stimmen, und sie erhielten 143 Abgeordnete. Genoffinnen! Drastischer kann die politische Helotenstellung unserer Klasse nicht beleuchtet werden. Nach dem geltenden Wahlsystem ist es nicht die Persönlichkeit der Wähler, denen der politische Einfluß gewährt wird, sondern der Geldsack herrscht. Die Besitzenden haben nicht nur die wirtschaftliche Macht, mittels derer wir ausgebeutet werden bis aufs Blut, sie sind auch noch dazu im Besitz der politischen Macht, dank derer sie uns tnebeln und weiter entrechten. Beitscht euch die Empörung, die tiefe Erbitterung ob dieses ungeheuren Unrechts, ob der brennenden Schmach der politischen Rechtlosigkeit nicht auf, nicht in den Wahlkampf? O gewiß, des find wir sicher! Wißt ihr doch zu genau, daß die Frauen und Männer des arbeitenden Volkes die Träger der Produktion sind, das heißt daß wir alle, die wir zu den ausgebeuteten Massen gehören, durch unserer Hände und unseres Kopfes Arbeit all jene Produkte erzeugen müffen, die zur Erhaltung und Fortentwicklung der Gesellschaft notwendig sind. des Wir bilden also den wichtigsten faktor im Wirtschaftsleben der Völker. Einen Einfluß auf die Gesetzgebung und Verwaltung des Landes aber will man trotzdem nicht einmal den Männern, geschweige denn den Frauen der Arbeiterklasse einräumen. Und doch bedarf in unseren Tagen die Frau dieses Einflusses genau so dringend wie der Mann, ganz besonders aber muß es der Frau der Arbeiterklasse möglich sein, als voll Gleichberechtigte auf die Gestaltung politischen Lebens einwirken zu können. Für die Nichtbesitzenden ist ja das politische Recht ein äußerst wertvolles Mittel, thre Interessen im öffentlichen Leben zu wahren, und dieses Mittel können auch die Frauen nicht länger entbehren. Tausend Fäden verknüpfen die Frau mit allen politischen Vorgängen und Maßnahmen. Ganz gleich, ob sie Hausfrau oder Erwerbstätige ist, wird ihr Leben in tiefgehender Weise beeinflußt durch die politischen Begehungs- und Unterlassungsfünden der Parlamente. Darum, ihr Frauen und Mädchen, die ihr von der Not zur Erwerbsarbeit gezwungen werdet, möget ihr in der Fabrik oder Werkstatt fronden, in Kontor oder Laden schaffen, möget ihr als Heimarbeiterinnen vegetieren, als Landarbeiterinnen euch schinden, möget ihr als Dienstmädchen geplagt oder als Steinträgerinnen auf Bauten gesundheitlich zugrunde gerichtet werden, mag der Staat euch als Beamtinnen" ausnügen, ihr alle benötigt des Wahlrechtes als einer unentbehrlichen Waffe im Daseinstampfe mindestens so sehr wie jene Frauen, Wir Frauen haben aus den angeführten Gründen einen Rechtsanspruch auf unsere politische Gleichberechtigung. Ferner aber bedürfen wir des Wahlrechts als einer Waffe zur Durchführung dringend notwendiger Reformen, sowie als eines Mittels zur Aufrüttelung und politischen Erziehung der noch Indifferenten und vor allem als einer Waffe zur Eroberung der politischen Macht und damit zur endgültigen Befreiung. Welch dringend notwendigen Reformen in Preußen bisher undurchgeführt geblieben sind, weil der Arbeiterklasse die Waffe eines wirklich demokratischen Wahlrechts zum Landtage fehlte, wollen wir an einigen Beispielen zeigen. Gesinde- Ordnungen und Ausnahmegesetze gegen die Landarbeiter und-arbeiterinnen bestehen heute noch zu Recht. Infolgedessen kann in den alten preußischen Provinzen der Polizist oder Gendarm ein Dienstmädchen zwangsweise wieder zur Arbeit führen, wenn es ohne Innehaltung der Kündigungsfrist aus dem Dienste ging. Landarbeiterinnen werden mit Gefängnis bis zu einem Jahre bestraft, wenn sie gemeinsam höhere Löhne fordern oder gemeinsam die Arbeit niederlegen! Eine schlimmere Sklaverei ist wohl kaum denkbar. Wir sind machtlos, sie abschaffen zu können, weil uns das Wahlrecht fehlt! Die Schulfrage nimmt sicher das lebhafteste Interesse der proletarischen Frauen und Mädchen in Anspruch. Von ihrer Behandlung hängt es in erster Linie ab, wieviel Wissen und Bildung die Kinder der werktätigen Maffen sich anzueignen vermögen. Wie umfassend unsere Bildung, wie reich unser Wissen und das darauf basierende Können ist, das ist ja von größter Bedeutung dafür, ob wir mehr oder weniger gut ausgerüstet sind für den Weg durchs Leben, sowie für unseren Kampf um ein Empor in wirtschaftlicher und sozialer Beziehung. Wissen ist Macht! Das wußten seit je die herrschenden Klassen, daher war auch seit je die Bildung das Monopol der Besitzenden. Unsere Volksschulen, notdürftig ausgestaltet, find kirchliche und patriotische Drillanstalten, welche das Volk zu Nutz und Frommen der herrschenden Klassen in geistiger Knechtschaft halten sollen. Wie unendlich weit sind wir heute noch entfernt von dem sozialistischen Schulideal, welches einen einheitlichen Aufbau der gesamten Bildungsanstalten vorsieht mit der Volksschule als breiter Grundlage, mit den Hochschulen für Kunst und Wissen schaft als Spitze. Es will die Schulen zu nationalen Erziehungsanstalten erheben, in denen alle törperlichen, geistigen und sittlichen Kräfte der Kinder zur schönsten, harmonischen Entfaltung gebracht werden sollen. Es will die Unentgeltlichkeit des Unterrichts, der Lehr- und Lernmittel und neben der geistigen Nahrung auch die körperliche für alle Schüler. Die Errichtung von Schulkantinen, von Schulbädern, die Anstellung von Schulärzten, alte sozialdemokratische Forderungen, sind erst an wenigen Orten durchgeführt. Unsere Volksschulen sind überall das Aschenbrödel unter den Bildungsanstalten. Während für jeden Studenten 700 Mark aus öffentlichen Mitteln aufgewendet werden, kostet der Volksschüler dem Staat noch keine 47 Mart. In Preußen fehlten 1906 allein auf dem Lande 13 496 Klassenräume, 920 Kinder konnten überhaupt keine Aufnahme finden, ganz zu schweigen von den überfüllten Klassen, den Halbtagsschulen, den baufälligen Schulhäusern, dem chronischen Lehrermangel, der miserablen Lehrerbesoldung usw. Können des Volkes Bildungsanstalten auch anders aussehen, solange die politische Macht in den Händen von Leuten ruht, die den Grundsatz vertreten, die dümmsten Arbeiter seien die besten? Wir sind bis heute auch auf die Gestaltung des Bildungswesen vollständig einflußlos, weil uns das Wahlrecht fehlt. Oder betrachten wir uns die Fabrikinspektion. An ihrem Ausbau sind die proletarischen Frauen und Mädchen interessiert in ihrer Eigenschaft als Arbeiterinnen, sofern sie selbst erwerbstätig sind, als Gattinnen und Mütter, sofern Mann und Kinder in industriellen Betrieben ihr Brot verdienen. Die Erfahrung hat uns längst gelehrt, daß aller Arbeiter- und Arbeiterinnenschutz toter Buchstabe bleibt, solange nicht über seine Innehaltung peinlichst gewacht wird. Soll der bestehende, ohnehin geringe Arbeiterschutz wirksam die kapitalistische Ausbeutung eindämmen und damit auch die Unfallgefahr, die sich mit der technischen Entwicklung stetig steigert, so ist eine umfassende Inspektion und Ueberwachung der Betriebe vonnöten. Dazu fehlt es jedoch an der nötigen Anzahl von Inspektionsbeamten, und deren Machtbefugnisse sind obendrein viel zu eng begrenzt; es fehlt an weiblichen Beamten; an Beamten, männlichen wie weiblichen, aus den Kreisen der Arbeiterschaft und an Aerzten. In der Folge davon werden tagaus und tagein die Schutzbestimmungen mit Füßen das Blutmeer steigt. die als Sklavinnen der häuslichen Arbeit sich quälen müssen, und die um so mehr verkümmern unter den ewig gleichen Alltagssorgen, je härter die Arbeiter tlaffe ausgebeutet wird und je entrechteter sie ist. Gure politische Rechtlosigkeit die euch die Gesellschaft zum allgemeinen Wohl zuweist. teht in schreiendem Gegensatze zu den Lasten, die ihr tragt, zu den Aufgaben, Durch die treue Erfüllung ihrer Mutterpflichten leisten die Hausfrauen der Allgemeinheit nicht weniger wichtige Dienste wie die Erwerbstätigen, die durch ihr Schaffen den gesellschaftlichen Reichtum, die Kultur mehren. Die Eroberung eines demofratischen, wirklich allgemeinen Wahlrechts, wie wir es eingangs ge- getreten und eichnet haben, ist eine Lebensfrage für alle Glieder der Arbeiterklasse. Die Forderung: wahlrecht! Her mit dem Frauenwahlrecht! Die Zahl der Männer und Frauen nimmt in erschreckendem Maße zu, die Leben und Gesundheit im Dienste des Kapitals einbüßen müssen. Die Unfall. uß deshalb in dem gegenwärtigen Wahlkampfe genau so die Parole sein wie statistik bestätigt alljährlich diese grause Tatsache. Wurden in Deutschland doch ejenige: Her mit einem demokratischen Männerwahlrecht! im Jahre 1906 Str. Meck meni und bei 645583 Personen verletzt, An die Taten der Polizei hin, 6 ch trau arbei Anza In e fation Glück von diesen wurden 1463 dauernd und völlig erwerbsunfähig, also hilflose Krüppel, gegen Arbeiter und Arbeiterinnen, an ihr Verhalten gegen Streifpoften oder stellu 9141 trat der Tod ein Semonstrierende Wahlrechtskämpfer sei nur erinnert; sie sind nur allzu befannt unter Auf die Behandlung der hervorgehobenen und noch mancher anderer Materien Bab find wir heute einflußlos. Auf allen Gebieten des staatlichen Lebens reformierend einzuwirken, ist aber in unserem sowie im allgemeinen Kulturinteresse eine dringende Notwendigkeit. Der Besitz des Wahlrechts ermöglicht uns die nötige Reformarbeit. Die hohe praktische Bedeutung des allgemeinen, gleichen, direkten und geheimen Wahlrechts für Männer und Frauen ist damit klärlich 7. Ap erwiesen. Hat aber das Wahlrecht für uns eine so große Bedeutung, ist seine die Eroberung eine Lebensfrage für uns, so ist es auch Ehrenpflicht aller, durch Einsetzen der ganzen Persönlichkeit es zu erringen. folg! Die intensive, leidenschaftliche Beteiligung am jezigen Landtagswahlkampfe zugunsten der Sozialdemokratie ist der nächste, fräftigste Vorstoß gegen das Bollwerk preußischer Reaktion. Jede Stimme, für die Sozialdemokratie erobert, des s dieser einzigen ehrlichen und energischen Vorkämpferin für die vollständige Demo- die u kratisierung des Wahlrechts, bedeutet einen flammenden Protest gegen das beim ungeheure Unrecht der Dreiklassenschmach.) infolge des Unfalls. Die Statistiken der Krankenkassen geben ihrerseits ein erschütterndes, wenn auch keineswegs vollständiges Bild von jener Vernichtungsarbeit des Kapitals in der menschlichen Gesundheit, die sich in Erkrankungen der Arbeiterschaft, in Berufskrankheiten usw. spiegelt. Die nüchternen Zahlen dieser Statistiken reden eine furchtbare Sprache vom Arbeiter- und Arbeiterinnenelend, von zerfleischten und zermalmten Gliedern, verkrüppelten oder fiechen Menschen, von zerstörtem Familienglück, vernichteten Gristenzen, von Hunger und nie endender Sorge. Und wie groß ist die Summe des Jammers, der in jeder Hinsicht auf die werktätige Bevölkerung Preußens fällt, weil es an einer durchgreifenden Ueberwachung der industriellen und landwirtschaftlichen Betriebe fehlt und tein Anlauf genommen wird, die gesetzlichen Vorschriften zum Schuße der Lohnarbeitenden zu erweitern und zu verbessern. Hierin mittels der Gesetzgebung Wandel zu schaffen, sind wir bis heute ohnmächtig, weil uns das Wahlrecht fehlt. Erinnern wir uns der Lage der Staatsarbeiter und niederen Staatsbeamten. Sie sind in Wirklichkeit Staatssklaven. Sie sind abhängig, gefnechtet wie kaum eine andere Schicht Erwerbstätiger, obendrein aber sind sie noch des Koalitionsrechtes beraubt, also der Waffe, mit deren Hilfe sie sich ein höheres Einkommen, bessere Arbeits- und Existenzbedingungen erfämpfen können. Wie bitter not ihnen eine Hebung ihrer Lage täte, beweist eine Tatsache. Der Staat entlohnt seine Arbeiter und Subalternenbeamten troß größter Ausnutzung so niedrig, daß viele Tausende von ihnen auf die Brotarbeit, den Mitverdienst der Frau angewiesen sind. Unter diesem Stand der Dinge leiden aber nicht nur die Staatsarbeiter und Staatsbeamten mit ihren Familien, sondern er wirkt auch ungünstig auf die gesamte Arbeiterschaft zurück. Der preußische Staat ist der größte Arbeitgeber, und die Löhne und Lebenshaltung der großen Bevölkerungsschichten, die er beschäftigt, bleiben nicht ohne Einfluß auf die des übrigen Proletariats, drücken vielmehr auf deren Lebensniveau. Ferner findet das böse Beispiel des Staates, dessen Anstalten doch Musteranstalten sein sollten, Nachahmung bei den Privatunternehmern, oder es muß als nachträglicher Entschuldigungsgrund für private Ausbeutung und Unterdrückung dienen. Schließlich sind die Beamtenfranen, vor allem in der Heimindustrie, die schlimmsten Lohndrückerinnen und Schmußkonkurrentinnen der Arbeiterinnen und Arbeiter. So werden die niedrigen Löhne und die Rechtlosigkeit der Staatsarbeiter und Subalternbeamten zu einem Hindernis für die Arbeiterklasse 1 Parte der f bera Neu beim marer Die Zahl der für die Sozialdemokratie abgegebenen Stimmen wird dieses eu ungeheure Unrecht hell beleuchten und damit in der gesamten Arbeiterklasse jene an Umfang und Tiefe gleich große Empörung erzeugen, die allein imstande ist, die Dreiklassenschmach zu beseitigen. in ihrem Kampf für eine bessere Eristenz. Uns sind demgegenüber die Hände gebunden, da uns das Wahlrecht fehlt! Nicht minder sind wir interessiert an einer gründlichen Reform der vom Staate beliebten Verkehrspolitik. Auf, in den Wahlkampf! ist daher unsere Losung! Und fragen da noch Frauen und Mädchen: Was sollen wir dabei tun, wir, die wir doch kein Wahlrecht befizen? so lautet die Antwort: Da wir nicht wählen können, so müssen wir um so mehr Hängt es doch von der Verkehrspolitik unter anderem ab, ob es der Proletarierin und den Ihrigen möglich ist, leicht an einem anderen Ort lohnende Beschäftigung suchen zu können. Entscheidet sie doch mit darüber, ob durch hohe Personentarife die Freizügigkeit eingeschränkt und damit auf Umwegen das Koalitionsrecht estamotiert wird. Es kann den Frauen nicht gleichgültig sein, wie das Steuerwesen wühlen. Bahl In D wohn in be hatte würd Frau bem Fraue Agitieren wir vor und während der Wahl! Agitieren, aufklären in Freundes wie d und Bekanntenkreisen, das ist's, was uns die Pflicht gebietet. Die Gleich Stei gültigen und Indifferenten aufrütteln, die Lauen und Flauen anspornen und über begeistern und am Tage der Wahl die Säumigen zur Urne treiben, das sei gewor unsere Arbeit. Vor allem aber heißt es für die Frauen der Arbeiterklasse: Nuget euren Einfluß als Käuferinnen, als Konsumenten! eine S hur Abich base jeben bach Bund tum gitie Nuget euren Einfluß auf die Handwerker und kleinen Geschäftsleute. Die Krämer von Schlächter, Bäcker, die Milch-, Butter, Brot, Grünwaren- und Kohlenhändler, Refere die Schuhmacher, Schneider usw., kurzum, fie alle, die von unserer Kundschaft doch a leben, haben ein großes Interesse an der Eroberung eines demokratischen Wahl einer rechts, denn sie sind dank dem geltenden Wahlsystem ebenso machtlos im politischen Leben Preußens wie wir auch. Sie alle versichern uns in der Regel, daß auch fie Sozialdemokraten sind. Bei der öffentlichen Stimmabgabe zur Landtagswahl versagen sie jedoch nur zu oft. Viele von ihnen gehen gar nicht wählen oder wählen einen Gegner. Alle politischen Gegner der Sozialdemokratie sind aber mehr oder minder Wahlrechtsfeinde. Konservative und Nationalliberale so gut als Zentrumsmannen und Freisinnige. Der bisherige Verlauf des Wahl age rechtskampfes hat das zur Genüge bewiesen. geordnet ist. An das Reich sind ungezählte indirekte Steuern zu entrichten, für Fleisch und Hering nicht minder wie für Brot und Salz. Der Bundesstaat aber unser sogenanntes engeres Vaterland" erhebt direkte Steuern von erhebt direkte Steuern von dem Besitz und Einkommen. In Preußen müssen selbständig Erwerbende mit einem Einkommen von 900 Mark direkte Steuern zahlen, und die Unternehmer find jezt angewiesen, das Einkommen ihrer Arbeiter und Arbeiterinnen zu denunzieren. Der Staat will sicher sein, daß kein armer Teufel der Steuerpflicht entschlüpft, während Steuerhinterziehungen in den Reihen der Besitzenden an der Tagesordnung sind. Dem Mangel eines Wohnungspflegegesetzes baarfo weibli angef würde erreich Berfa große Dicht Arbei Frauen und Mädchen, sagt all diesen Geschäftsleuten, daß Ehrenpflicht verfar jedes aufrechten Mannes ist, sein Wort zu halten, und daß wir sie nicht mehr mit unserer Kundschaft belästigen werden, sofern sie sich in diesem für uns so wichtigen Kampfe als uniere Feinde erweisen. Ihr seht, ein weites Feld eröffnet sich eurer Tätigkeit im Wahlkampf. Daß ihr ferner überall den neugegründeten sozialdemokratischen Frauenwahligen vereinen beizutreten habt oder, wo ein solcher nicht besteht, dem sozialdemo uführ kratischen Verein, wozu euch das Reichsvereinsgesetz vom 15. Mai an berechtigt, versteht sich am Rande. Daß ihr, so in Reih und Glied stehend, die Aufregung die m der Wahl nugend, für unsere Parteipresse sowie für unsere Gleichheit unablässig Leser werbet und alle vorkommenden Wahlarbeiten freudig auf euch nehmt, wird euch allen Ehrenpflicht sein. Kurz nur ist die Frist, die vor der Wahl liegt, nuzet sie! Arbeitet mit der ganzen Hingabe und Begeisterung, die allein der Kampf um ein hohes, herrliches Ziel zu erwecken vermag. Bedenket, es geht um hohen Preis: Um Freiheit, Recht und Brot! " Beria Don f bie Fraue Bedenket, der Sieg der Sozialdemokratie in diesem Wahlkampf ist eine Etappe im Kampf um das Wahlrecht, ist es geschuldet, daß viele Tausende von Arbeiterfamilien in dumpfen, feuchten, dunklen und deshalb ungesunden Wohnungen hausen müssen. Der Wohnungs- ol wucher und das Wohnungselend werden ganz wesentlich dadurch verschärft, daß die Hausagrarier in sehr vielen Gemeinden ein Vorrecht haben. Nach der preußischen Städteordnung von 1853 müssen im größten Teil des preußischen Staats die Gemeindevertretungen zur Hälfte aus Hausbesitzern bestehen. Was das für das Wohnungswesen bedeutet, können sich die Frauen an den Fingern abzählen! Die Urteile der Justiz beeinträchtigen in Preußen das Koalitionsrecht, dieses Lebensrecht der frondenden Massen, leider nur zu oft und zu schwer, ganz zu schweigen von jenen harten, grausamen Urteilen gegen kämpfende Proletarier, die wir als Klaffenurteile in schlimmster Weise empfinden. Blei Telto rische Charl fdhrit perfor Beno Drten 18 bern. reiche Dertr berja Flug Befte Rind wurd Drter Bur arbei noffer Bezir Bont deffen Eroberung die Ketten lockert, die ihr als Angehörige der ausgebeuteten Massen und als Glieder des sozial unfreien weiblichen Geschlechts tragt Die Eroberung eines wirklich demokratischen Wahlrechts in Preußen aber vor bereiten, besagt nichts anderes, als die schwärzeste, gefährlichste Reaktion in ganz Deutschland aufs Haupt schlagen, besagt einen guten Schritt vorwärt tun, dem höchsten Ziele entgegen: der Befreiung der Arbeiterklasse durch die Arbeiterklasse selbst! 983 are Auch · Beilage zur Gleichheit", Zeitschrift für die Interessen der Arbeiterinnen.- Druck und Verlag von Paul Singer in Stuttgart. teilig mein Jaum 28abl inbin bem ife ans Str. 10 1. folg! ofe Tes ene ift, en 苟 管 rt: 18 en einer E. Sch. Die Gleichheit 91 Mecklenburger Volksgenossen bisher lebten, waren zwar nur waren die Genossinnen des Kreises start vertreten, desgleichen| sinnten Elemente, die die Blockpolitik verwerfen und das wenig Frauen anwesend. Doch erfolgten auf die Ermahnung bei der Kundgebung am 12. Januar gegen das schmachvolle Zusammengehen mit der Sozialdemokratie fordern, die Barth, hin, für die Aufklärung der Frauen zu sorgen, 15 Be- Dreiflaffenwahlsystem. Für die Agitation sind von den Breitscheid und Gerlach ein fleines Hauflein Aufrechter, Der stellungen auf die„ Gleichheit". Eine rege Agitation Frauen 1004,95 Mt. aufgebracht worden, auf Sammellisten das dem Anschluß an die Freisinnige Boltspartei und später nt unter den Proletarierinnen ist im dritten oldenburgischen gingen 295,49 Mt. ein. Ausgegeben wurden 1278,10 Mt., an bie Nationalliberalen hätte hinderlich sein können, ist en Wahlkreis( Fürstentum Lübeck) eingeleitet worden. In so daß ein Bestand von 22,34 Mr. verbleibt. Seit einiger abgestoßen worden. Die Ablehnung ihres Mißbilligungsnd Schwartau und Stockelsdorf wurden weibliche Ber Beit werden die Genoffinnen des Kreises zur Zahlung frei antrags wider die Frattion wegen der Zustimmung zum trauenspersonen gewählt, die mit wachsendem Erfolg williger Beiträge an die Partei herangezogen. Die örtlichen Sprachenparagraphen des Vereinsgesetzes mit 315 gegen arbeiten. Es ist ihnen bisher schon gelungen, eine größere Vertrauenspersonen nehmen die Beiträge entgegen. Die Ge- 98 Stimmen bei 18 Enthaltungen zwang sie zum AusUnzahl Frauen dem sozialdemokratischen Verein zuzuführen. nofsinnen werden auch fernerhin treu aushalten im Kampfe tritt. Die vier Parlamentarier Neumann- Hofer, Potthoff, ent, In einer öffentlichen Versammlung in Schwartau am für die Befreiung der Arbeiterklasse aus Not und Knecht Dohrn und Gothein, die gegen den Sprachenzwang waren ich 7. April, in der Genoffin Schlomer über„ Die Politik und schaft. Die Kreisvertrauensperson Marie Thiel und in der Kritik mit den Austretenden übereinstimmten, ne die Frauen" referierte, wurden 10 Frauen für die Organi fation und 28 zum Abonnement der„ Gleichheit" gewonnen. sind dagegen in der Partei verblieben. Sie sehen wohl Glückauf den jungen Genossinnen zu ihrem schönen Er- Die Behörden im Kampfe gegen die proletarischen Franen. schaft keine lebensfähige Partei werden kann. Es sind eben voraus, daß aus der Gruppe Barth mangels einer WählerDer Wahlverein der Berliner Genoffinnen ver- nicht nur die Führer, die nach rechts drängen ihre HalUm die proletarischen Frauen für die sozialdemokratische boten. Den Berliner Polizeipräsidenten hat der Ehrgeiz tung entspricht der Stimmung des überwiegenden Teils Parteiorganisation zu gewinnen, hatte der Landesvorstand gekitzelt, die letzten Tage des preußischen Vereinsrechts durch der freifinnigen Wählerschaft. Am Klarsten hat dem der der sozialdemokratischen Partei Hessens in folgenden Orten eine Demonstration der Unvernunft dieses Rechts und der Dessauer Rechtsanwalt Cohn Ausdruck gegeben, indem er rt, des Kreises Offenbach Versammlungen einberufen, in denen Willfür seiner Praris zu verschönern. Wenige Wochen, ehe fagte:„ Stärker als alle politischen Ideen sind 10 bie Unterzeichnete referierte: Dieburg, Klein- Stein- die vorsintflutliche Bestimmung fällt, daß Frauen in Preußen die wirtschaftlichen Gegensäge im Volte!" und as beim, Sprendlingen, Langen, Offenbach, Ur- nicht das Recht besigen, sich politisch zu organisieren, hat auf die sozialdemokratischen" Gewerkschaften und Genossenberach, Ober- Roden, Nieder- Roden, Bieber, Herr v. Stubenrauch den„ Sozialdemokratischen Wahlverein schaften verwies, die dem Mittelstand das Leben sauer Neu- Isenburg, Dietesheim, Weißkirchen, Jüges- der Frauen Berlins und der Umgegend" verboten. Seine machen. Herr Cohn hat ehrlich den wahren Grund anheim, Egelsbach, Heusenstamm, Obertshausen, Verfügung stützt sich auf eine Entscheidung des Ober- gegeben, der nun auch den letzten Haufen der bürgerlichen Mühlheim a. M. Wie notwendig die Versammlungen verwaltungsgerichts vom 12. Februar 1904. Danach können Demokratie das war die Freifinnige Bereinigung- ins waren, bewies ihr zahlreicher Besuch, bewies auch die große Wahlvereine im Sinne des§ 21" des noch geltenden reaktionäre Lager treibt: der Gegensatz des Kleinbürgertums Bahl der Genossinnen, die in ihnen der Partei beitraten. preußischen Vereinsgesetzes niemals von Frauen, sondern zur erstarkenden Arbeiterbewegung. Darüber mußte die In Dieburg, einem Städtchen mit streng katholischer Be- nur von Wahlberechtigten gebildet werden". Es bleibe da- Barth- Naumannsche Taktik fallen, die das Zusammengehen wohnerschaft, war die Versammlung sehr gut besucht, aber hingestellt, ob der angerufene Entscheid des Oberverwaltungs- der Demokratie mit der Sozialdemokratie wider die Reaktion in der Hauptsache von Männern. Der Pfarrer des Drtes gerichts eine einwandfreie Praris des§ 21 festgelegt hat, empfahl. Der eine ihrer Bäter, Barth, schied aus. Der anhatte allen denen, die an der Versammlung teilnehmen welcher die politische Rechtlosigkeit des weiblichen Ge- dere, Naumann, ließ sein Kind im Stich. Nur vorläufig, würden, mit schweren Strafen gedroht, und das hatte viele schlechts für Wahlzeiten etwas mildert. Nicht weg zu drehen wie er beteuert. Erst muß der Liberalismus durch die BeFrauen abgeschreckt. Die wenigen Mutigen aber, die trotz- und zu deuteln sind jedenfalls die folgenden Tatsachen. Die teiligung an der Blockpolitit geeinigt und groß werden, dann bem tamen, werden dafür sorgen, daß die Beteiligung der Berliner Genoffinnen haben im April 1908 einen Sozial will Herr Naumann ihn an der Seite der Arbeiterschaft Frauen an der nächsten Versammlung so groß sein wird, demokratischen Frauenwahlverein zu den Reichstagswahlen, wider die Junter führen, das heißt, der Liberalismus foll wie diesmal die Beteiligung der Männer war. In Klein im September des gleichen Jahres einen solchen zu den den Kampf wider die Reaktion aufnehmen, wenn er infolge ch Steinheim wurden mehr als 20, in Sprendlingen preußischen Landtagswahlen unter Ausnutzung der Be- Pattierens mit der Reaktion das letzte Stückchen Rückgrat nd über 40, in Langen über 50 Mitglieder für die Partei ftimmungen des§ 21 gegründet. Die erfolgte Anmeldung verloren hat! Herr Naumann ist der Typ jener Politiker, fei gewonnen. In der Versammlung zu Langen meldete sich der Gründung und die Einreichung der Statuten beider die sofortige Erfolge um jeben Preis haben wollen, und eine Lehrerin zum Wort, die über die hessische Volksschule Organisationen ist ihnen vom Polizeipräsidium am 27. April seien fie noch so elend. Gin Typ jener Realpolitiker", die hur Gutes zu sagen wußte. Sie wandte sich gegen die und am 28. September 1903 bescheinigt worden. Die Be- um augenblicklicher Kleiner Zugeständnisse ihre Grundsätze Abschaffung der Prügelstrafe, die für das Lehrpersonal hörde hat unbeanstandet Nachträge zum Mitgliederverzeich aufgeben und so die Zukunft ihrer Partet zerstören. Über Das einzige Mittel sei, die Kinder in Zucht zu halten, nis und Anmeldungen von Versammlungen der sozialbemo Grundsätze denkt der wandlungsfähige Herr überhaupt sehr jebenfalls solange noch siebzig und mehr Kinder fratischen Frauenwahlvereine entgegengenommen und be- weitherzig. So hätte, wie er in Frankfurt a. M. verkün er von einer Lehrkraft unterrichtet werden müßten. Die scheinigt. Der frühere Polizeipräsident von Berlin hat also bete, nicht viel gefehlt, daß er 1903 anstatt der Freisinnigen er, Referentin entgegnete der Nebnerin, daß eine Schule wiederholt bestätigt, daß die sozialdemokratischen Frauen Bereinigung der Sozialdemokratie beigetreten wäre, obgleich nft boch nicht gutgeheißen werden könne, die einem Lehrer oder wahlvereine zu Recht bestanden. Dem neuen Polizeipräst er weit davon entfernt war, die Grundsätze der SozialLehrerin 70 Schüler aufhalse. Die Zahl der in Offen- denten beliebt es, eine Ungesetzlichkeit in dem zu entdecken, demokratie anzuerkennen. Auf ein bißchen Heuchelei wäre bach gewonnenen Parteimitglieder überschritt 60. Jm was sein Vorgänger als gesetzmäßig wertete. Doch mehr es ihm offenbar nicht angekommen, wenn er geglaubt hätte, Bunde mit dem katholischen Pfarrer hatte das Unternehmer- noch. Seit mehr als einem Jahre besteht in Berlin die von Aussicht zu haben, als Mitglied der Sozialdemokratie sie tum in Ober- Roden gegen die dortige Versammlung Fräulein Lischnewsta gegründete Liberale Frauenpartei". zur Aufgabe ihrer Grundsätze bewegen, fie zur bürgerlichen aitiert. In Ober- Roden besteht eine Filiale der Hafen Sie hat sich in Anwesenheit der Polizei fest organisiert und Reformpartei machen zu tönnen. Schließlich ist ihm das haarschneidefabrit von Donath in Frankfurt, in der viel einen Vorstand gewählt. Nicht bloß ihr Name, auch ihre doch wohl fraglich erschienen, und so blieb die Sozialdemo weibliche Arbeitskräfte beschäftigt werden. Der in der Filiale Aktion besagt, daß sie eine ausgesprochen politische Organistratie vor einem Pseudogenossen glücklicherweise bewahrt. angestellte Werkmeister Mai sagte den Arbeiterinnen am sation ist. Sie ist bis heute auch seitens des regierenden Die in der vorigen Rundschau charakterisierte Resolution Lage vor der Versammlung, daß sie Montags entlassen Polizeigewaltigen ungeschoren geblieben. Es fällt uns nicht zur Reichsfinanzreform wurde zurückgezogen, da sie gar zu würden oder ihnen gekündigt werde, wenn sie die Frauen- ein, die Liberale Frauenpartei der Polizei zu denunzieren", offenherzig die Notwendigkeit indirekter Steuern proflamiert. cht bersammlung am Sonntag besuchten. Aber die Herrschaften ebensowenig neiden wir ihr die polizeiliche Kulanz". Um An ihre Stelle trat eine andere, die sich vorsichtiger auscht erreichten das Gegenteil von dem, was sie wollten. Die gefehrt: unferer Meinung nach hat diese Organisation das drückt, im Grunde aber dasselbe besagt. Zur Arbeiterfrage Bersammlung war überfüllt und brachte der Partei eine Wohlwollen der Behörde reichlich verdient durch die de und Frauenfrage wurden Resolutionen angenommen, die große Anzahl Mitglieder und der Arbeiterpresse Abonnenten. monstrative Flotten- und Kolonialschwärmerei, in der sie ganze Bündel Versprechungen darstellen. Wie sehr sich der Dicht gedrängt saßen und standen die Arbeiterinnen und schwelgt, und die albern- gehässige Hakatistenpolitik, mit der Freifinn für die Erfüllung bemühen wird, erhellt allein aus Arbeiter in der Versammlung zu Egelsbach, die im dor- sie sich besudelt, von anderen Zügen zu schweigen, die ihr dem Umstand, daß bei der Frauenfrage der Korreferent tigen Rathaussaal stattfand und 59 Genoffinnen der Partei reaktionäres Wesen tünden. Aber festgenagelt sei die Will Dr. Lehmann- Bornberg erklärte, die Politik müsse in der duführte. Die Teilnahme der Frauen an den Versammlungen für, welche das Polizeipräsidium an den Tag gelegt hat, Hauptsache Männerfache bleiben. Die ganze Resolution läuft gu Heusenstamm- Obertshausen war so groß, daß das zweierlei Recht, das es praktiziert. Natitrlich ist die auf eine unverbindliche Verbeugung hinaus, und dasselbe ist ng die Männer selbst erstaunt waren. In der sehr gut besuchten behördliche Schikane gegen die tämpfenden Proletarierinnen mit jener zur Arbeiterfrage der Fall, die auch einstimmige An" Bersammlung zu Mühlheim a. M., wo die Proletarierinnen ein Schlag ins Wasser. Die Genossen von Groß- Berlin nahme fand, und gegen die niemand Einwendungen zu machen don früh bis spät mit den Männern in der Heimarbeit für haben bereits einen Allgemeinen sozialdemokratischen Wahl hatte- weil es sich doch nicht gelohnt hätte. Wie ernst die Portefeuilleindustrie arbeiten müssen, schlossen sich 35 verein für Berlin und Umgegend" gegründet, der den Zweck der Freifinn die Interessen der Arbeiter nimmt, das hat er Frauen der Partei an, die ihren weiblichen Mitgliedern die verfolgt, auf den Ausfall der Landtagswahl 1908 im ar- ja eben erst durch die Zustimmung zum Sprachenzwang im Gleichheit" obligatorisch liefert. A. Fahrenwald. beiterfreundlichen Sinne einzuwirken". Der Vorstand des Vereinsrecht gezeigt. Jahresbericht der Vertrauensperson des Kreises Vereins hat zum zahlreichen Beitritt zu der Organisation Von einem Freisinn, dessen weitest nach links stehende Teltow- Beeskow- Storkow- Charlottenburg. Die proleta- und zwar namentlich auch die Frauen aufgefordert. Er Fraktion in Frankfurt die Blockpolitik über die liberalen Grundtische Frauenbewegung im Kreise Teltow- Beeskow- Storkow- beruft sich hierfür darauf, daß§ 21 der Verordnung vom säte stellte, ist natürlich nicht zu erwarten, daß er den preuCharlottenburg hat im vergangenen Jahre bedeutende Fort- 11. März 1850- welche für Breußen die Stelle eines Bischen Landtagswahlkampf als Wahlrechtstamps, mit einheit schritte gemacht. Die intensive Agitation der Vertrauens- Vereinsgesetzes vertritt- ausdrücklich erklärt:„ Wahlvereine licher Front nach rechts führe. Er schließt vielmehr Kompromisse person, das unablässige, keine Mühe scheuende Werben der unterliegen den Beschränkungen des§ 8 nicht." Der letztere mit nationalliberalen Gegnern des gleichen Wahlrechts und Drten Anhängerinnen gewonnen. Es bestehen im Kreise Vereine) dürfen keine Frauenspersonen, Schüler und Lehr- Sozialdemokraten kein Mandat abtreten, sondern lieber drei Benoffinnen für unsere Jdeen hat diesen auch in den kleinsten Paragraph bestimmt bekanntlich:" Sie( das heißt politische erklärt schon jetzt in Breslau, daß er den ausschlaggebenden dern. Die Gleichheit" hat 1560 Leserinnen. Außer zahl die 1500 Genofsinnen, welche binnen wenigen Tagen dem zweite bürgerliche Partei, die angeblich für das gleiche reichen gut besuchten Versammlungen, die von den Orts- nicht genehmigten Frauenwahlverein beigetreten waren, bis Recht kämpfen will, das Zentrum, leistet zum Ausgleich den vertrauenspersonen einberufen wurden, fanden 8 Kreis- zur letzten Mitglieder der neuen Organisation werden. Ob schlimmsten Wahlrechtsfeinden, den Konservativen, Borschub In den Versammlungen wurden wohl das Polizeipräsidium es auf eine neue und letzte und strebt nach einem Abkommen mit der Junkerpartei. Blugblätter und Probenummern der„ Gleichheit" nebst Demonstration des reaktionären Vereinsrechts und seiner Die preußische Justiz hat den Ausschluß des„ HochBestellfcheinen für diese ausgelegt. Broschüren über die noch reaktionäreren Praxis durch behördliche Weisheit an- verräters" Liebknecht aus dem Rechtsanwaltsstande gefordert. Kinderarbeit, die Landarbeiterfrage, die Wahlrechtsfrage tommen läßt? Preußischen Polizeigeistern ist alles möglich; Sie ist bei dem aus Anwälten bestehenden Ehrengericht der Orten find fleißig Lefeabende abgehalten worden, die viel Leistungsfähigkeit nie weit und hoch genug einschätzen 30. April abgebligt, wird aber jedenfalls Berufung beim wurden zu billigen Preisen verkauft. In den größeren die Erfahrung hat uns gelehrt, daß wir die Grenzen ihrer Anwaltstammer der Provinz Brandenburg zu Berlin am art Schulung der Frauen beitrugen. Die Genoffinnen können. Wie aber auch immer die Lose des neuen Wahl- Ehrengerichtshof zu Leipzig einlegen, dessen Mehrheit aus noffen Hand in Hand und besuchten die Wahlvereins- und nofsinnen im Wahlkampf herabmindern. Mit oder ohne mutungen der Staatsanwaltschaft stets willfähriger erwiesen arbeiteten, soweit das die Umstände zuließen, mit den Ge- vereins fallen: sie werden in nichts die Beteiligung der Ge- Reichsrichtern besteht; dieser hat sich bislang für die ZuBoytott über die Bäckermeister und bei dem über das Kraft, ihre volle Begeisterung in den Kampf gegen das Bezirksversammlungen, die Zahlabende usw. eifrig. Beim polizeiliche Erlaubnis und Aneiferung setzen sie ihre ganze als die erste Instanz. Warenhaus Jandorf haben die Frauen tüchtig gearbeitet. Dreiflaffenunrecht ein. uch abl Set nb ale in ав uch Der Die et, ne en gt. or 011 cts " bersammlungen statt. Auch am Flugblattverbreiten und an Geldsammlungen be teiligten fie fich, ebenso wie an der Agitation für die Gemeinde- und Stadtverordnetenwahlen. Sie schleppten die fäumigen Wähler an die Wahlurne und verteilten vor den Politische Rundschau. Der Freisinn ist auf dem Wege zum Nationalliberalismus. Jm Kanton Zürich der freien" Schweiz haben die bürgerlichen Parteien mit Hilfe der Bauernschaft gegen die Arbeiter in der Voltsabstimmung( mit 49412 gegen 33923 Stimmen) das Antistreifgesetz, ein kleines gehässiges Ausnahmegesetz gegen die kämpfende Arbeiterschaft durchgebracht. Die bürgerliche Demokratie zeigt sich deutlich als waschBahllokalen Stimmzettel. Dft genug wurden sie dafür von Auf dem Parteitag der Freifinnigen Vereinigung zu Frank echter Klassenstaat, als Herrschaft der Bourgeoisie. indifferenten Männern verhöhnt. Bei der Demonstration vor furt a. M., der vom 21. bis 23. April tagte, ist das deutlich dem preußischen Abgeordnetenhause am 10. Januar d. J. genug zutage getreten. Die wenigen demokratisch gel H. B. Nr. 10 N 92 Gewerkschaftliche Rundschau. Die Gleichheit Lina Kehl diese die Wie die alte im es p halte eines in ei die ware Ofen Arbe wod erm -arbeiterinnen haben beschlossen, alle Tarifverträge zum| und Seith. Am 2. Mai d. J. hat die Organisation einen 1. Juli zu kündigen. Erfreulich ist, daß den Arbeiterinnen eigenen Stellennachweis eröffnet. Das Bureau befindet sich Fort jahre In deutschen Arbeitgeberkreisen wird die Gründung ausdrücklich ein Mitbestimmungsrecht über die Affordlohn im Gewerkschaftshaus F. 4. 9. III. Der Arbeitsnachweis, für einer politischen Parteiorganisation der Unter- fäße eingeräumt worden ist. für dessen Errichtung das Gewerkschaftskartell die finan nehmer erörtert. Die Erfolge des Bundes der Landwirte, Der Transportarbeiterverband brachte in Breslau ziellen Mittel hergab, wird den Mitgliedern nicht nur un dieser mächtigen Organisation der nimmersatten Agrarier, in Kaisers Kaffeegeschäft einen Tarifabschluß zustande, an entgeltlich Stellen vermitteln, sondern auch versuchen, auf noch läßt die industriellen Ausbeuter nicht schlafen. Sie möchten dem neben 21 Arbeitern 47 Arbeiterinnen beteiligt sind. die Arbeitsverhältnisse der Dienstboten verbessernd einzu 11 denselben politischen Einfluß gewinnen. Zu diesem Ende Die Arbeitszeit wurde freilich nur um eine Stunde wöchent wirken. wird der Zusammenschluß der bestehenden Unternehmer- lich verkürzt, das heißt Sonnabends wird um 4 Uhr ge- In einer Mitgliederversammlung des Vereins der organisationen zu einem Bund gewerblicher Arbeitgeber ge- schlossen, was den Arbeiterinnen gewiß willkommen ist. Die Dienstmädchen, Wasch- und Scheuerfrauen von Ham plant, der es entschieden ablehnt, die Existenzbedingungen Löhne dagegen haben eine bedeutende Aufbesserung erfahren, burg und Umgebung am 9. April erläuterte Genoffin des gewerblichen Unternehmertums noch weiterhin als be- und was besonders erfreulich ist, die Löhne der Arbeiterinnen Baumann die Vorteile der Konsumgenossenschaft. Ge quemes Tauschobjekt beim parlamentarischen Stimmenſchacher nähern sich denen der Arbeiter sehr. Der Lohn der Arbei- nossin Kuhlmann teilte mit, daß das Kostümfest des Ver behandeln zu lassen". Das Unternehmertum müsse seine terinnen stieg von 13,50 Mt. auf 17,50 Mt. pro Woche, der eins einen überschuß von 720,76 Mt. gebracht hat. Die Ein politischen Machtmittel zweckentsprechend zur Anwendung der Arbeiter von 15,50 auf 20,50 Mt. Für die Überstunden nahmen der Organisation im ersten Quartal betragen bringen, sonst trieben die gesetzgebenden Körperschaften durch erhalten beide gleichen Prozentzuschlag, nämlich 20 Prozent 3340,18 Mt., die Ausgaben 2009,85 Mt. In der Kasse be das Automobiltempo der Sozialpolitik die gewerbtätige gegen 15 Prozent früher. fanden sich mithin am Beginn des zweiten Quartals 1330,33 Allgemeinheit rettungslos Zuständen entgegen, die in ihren Im Pforzheimer Etuigewerbe ist es zur Aus- Mark. Die Vorsitzende berichtete von einer unter den Mit berfi Folgen hinter denen eines revolutionär sozialistischen Re- sperrung von zirka 700 Arbeitern und Arbeiterinnen ge- gliedern aufgenommenen Statistik über politische Organi gimes taum zurückblieben. Grufelig! Scharfmacher und kommen. In Pforzheim ist die Bijouterie und damit sation und Verbreitung der Arbeiterpresse. Von 291 be lafen 251 Oberscharfmacher, wahrt die heiligsten Güter der Nation! im Zusammenhang die Etui- und Kartonnagebranche fragten Frauen- darunter 45 alleinstehenden Einstweilen herrscht unter den Unternehmerverbänden zwar sehr verbreitet, und der Metallarbeiterverband wie das„ Hamburger Echo"; 167 waren politisch organisiert. noch keine ungeteilte Meinung über die Vortrefflichkeit dieses der Buchbinderverband haben seit etwa drei Jahren start Von den Männern der befragten Frauen gehörten 187 ber Vorschlages, jedoch scheinen diese Meinungsdifferenzen mehr an Terrain gewonnen. Die Etuiarbeiter und-arbeiterinnen gewerkschaftlichen und 157 der politischen Organisation an in Rivalität der einzelnen Arbeitgeberverbände ihre Ursache waren lange Zeit nicht für die Gewerkschaften zu gewinnen. Bei der Erhebung der Statistik wurden 6 Leserinnen für Haus zu haben. Immerhin ist die Sache recht lehrreich für die Nachdem nun hierin eine erfreuliche Änderung eingetreten das Hamburger Echo", 45 weibliche und 3 männliche Mit Arbeiter: die wirtschaftliche Organisation erscheint den ist, versuchen die Unternehmer einen wuchtigen Vorstoß glieder für die Partei und 1 männliches Mitglied für die Unternehmern nicht mehr allein ausreichend, sie wollen durch gegen die Organisation. Eine Firma entließ plötzlich 5 Ar- Gewerkschaft gewonnen. Da der geplante Maifeftzug ver politische Organisation einen stärkeren Einfluß auf die Gesetz beiter und 1 Arbeiterin. Darauf legte das gesamte organi- boten worden war, so wurden alle Frauen und Mädchen gebung ausüben. fierte Personal, 68 Personen, die Arbeit nieder. Die Firma aufgefordert, in den einberufenen Maiversammlungen für erklärte sich bereit, die Kündigungen zurückzunehmen, falls die sozialdemokratischen Forderungen zu demonstrieren. Vier die Arbeiter einer Reduzierung der Löhne zustimmten. Auf neue Mitglieder wurden dem Verein zugeführt. ein solches Tauschgeschäft ging das Personal natürlich nicht ein. Darauf erfolgte die allgemeine Aussperrung. Doch tönnen die Ausgesperrten mit Ruhe dem Ende des Rampfes entgegensehen, da der Buchbinderverband ihnen ausgiebige Unterstützung zugesichert hat. Die Tarifverhandlungen für das Baugewerbe sind im " Streits aal" des Berliner Rathauses zum Abschluß gelangt. Nur in 15 Bezirken konnte nach der ersten Tagung beider Parteien eine Einigung über die Lohnfrage erzielt werden. Für Groß- Berlin ist der 1907 abgelaufene Vertrag erneuert worden, und zwar unter Festlegung eines Stundenlohnes von 75 Pf. für Maurer und Zimmerer, von 50 bis 55 Pf. für Bauhilfsarbeiter. Für die Regelung der Lohnverhältnisse Die Organisation der Strohhutnäherinnen, Pußin den anderen Städten wurde eine Schlichtungskommission macherinnen und Garniererinnen der Dameneingesetzt. Doch ist durch Schiedsspruch bestimmt worden, und Herrenhutbranche macht weitere erfreuliche daß in keinem Lohngebiet eine Verschlechterung der Lohn- Fortschritte. In Dresden, wo dieses Gewerbe start verbedingungen eintreten darf. Wo Lohnerhöhungen bereits treten ist, sind die Arbeiterinnen schon seit längerer Zeit schriftlich oder mündlich angeboten worden sind, müssen sie organisiert. Dort find denn auch schon einige Erfolge er ohne Einschränkung durchgeführt werden; wo seit dem rungen worden. So konnte die von einem Unternehmer 1. April 1906 feine Lohnerhöhungen vorgenommen wurden angekündigte Kürzung des Arbeitslohnes um 2 Mt. wöchentund auch für den 1. April 1909 keine vorgesehen sind, soll lich nicht nur abgewehrt werden, sondern die Arbeiterinnen 1909 der Stundenlohn um einen Pfennig erhöht werden. Es erreichten sogar noch eine Zulage von 1 Mt. In Berlin sind Schiedsgerichte zu bilden unter Leitung eines unpartei soll die Organisation der in der Strohhutbranche Beschäfischen Vorsitzenden; diese haben dem Einigungsamt in tigten jetzt ebenfalls energisch betrieben werden. Die ArBerlin die Annahme oder Ablehnung des von diesem ge- beiterinnen diefes Gewerbes haben es leichter, sich durch fällten Schiedsspruches mitzuteilen. Die für die Arbeiter Zusammenschluß bessere Arbeitsbedingungen zu erringen, als erreichten Zugeständnisse, namentlich die erwähnte Pfennig- die in manchen anderen Branchen Tätigen, da sie sehr gezulage, erscheinen uns ja recht mager. Wenn die Arbeiter fich suchte Arbeitsträfte sind und die Anlernung tüchtiger Gar dennoch damit zufrieden geben, wie es vielerorts bereits ge- niererinnen usw. längere Zeit in Anspruch nimmt. schehen ist, so tun sie es gewiß nur angesichts der schlechten Baukonjunktur. Der Deutsche Handlungsgehilfenverband und der Deutsch nationale Verband haben in letzter Zeit ben Plan ihrer Verschmelzung erörtert. Auf der fürzlich abgehaltenen Generalversammlung des ersten Verbandes wurde aber nur beschlossen, daß der Versuch zu einer sozial politischen Verständigung" mit den übrigen laufmännischen Verbänden gemacht werden soll. Danach ist die semitischantisemitische Fusion ins Wasser gefallen. Auch im Holzgewerbe sind die Tarifverhandlungen zu Ende geführt. Für sämtliche in Frage kommenden 23 Städte wurde eine Lohnerhöhung erreicht, die zwischen 1 und 5 Pf. pro Stunde schwankt. In 19 Städten ist eine Arbeitszeitverkürzung durchgesetzt worden, die durchgängig 1 Stunde pro Woche beträgt, doch tritt für diese Arbeitszeitverkürzung fein Lohnausfall ein. Auf Affordarbeit finden die Stundenlohnerhöhungen sinngemäße Anwendung. Diese Verträge regeln die Arbeitsbedingungen von etwa 15 000 Holzarbeitern. Im Kürschnergewerbe ist in Berlin eine Einigung des Zentralverbandes mit der bisher bestehenden Lotal organisation zustande gekommen. Den Übertretenden sind günftige Bedingungen bewilligt worden. Die Einigung ist ein Wert des Parteivorstandes. Herr fahre rechn Arbe Verl Arbe Unfa der Dien Täti Entf Beru Beru ausg nicht herrn gerich unfal Des G antor nehm trie Rent im e müsse tufun fchaft anzue Des auch Mad die v möge word Die S Inter wie n Einfü bageg Dorla Berta Mangels geno Das Prämiensystem für Dienstmädchen in Hamburg bara Mit allen möglichen Praktiken haben es die herrschenden Klaffen von alters her verstanden, die von ihnen aus gebeuteten Voltsmassen in Unwissenheit und Abhängigkeit u halten. Bei fast keiner Arbeiterkategorie ist ihnen die besser gelungen als bei den Dienstboten. Genügte zeitweilig die Zahl der vorhandenen häuslichen Arbeitsträfte nicht mehr zur Deckung der Nachfrage, so verkürzten die Arbeit geber nicht etwa die Arbeitszeit, erhöhten den Lohn oder verschafften den Dienenden irgendwelche Erleichterungen bei der Arbeit, um sie zum Bleiben im Dienstverhältnis zu ver anlassen. Sie versuchten sie vielmehr mit allerhand Lod mittein an sich zu ketten und zu halten. Das gebräuchlichste dieser Mittel ist die Auszahlung einer Geldprämie, die den Dienstboten in Aussicht gestellt wird, wenn sie eine bestimmte Anzahl von Jahren im selben Dienste ausharren. Diese Methode wird heute noch sehr häufig angewendet. Auch in Hamburg haben bürgerliche Vereine Einrichtungen, die den Dienstmädchen den Glauben beibringen sollen, als falle ihnen ein besonderer Vorteil zu. Nach dreijähriger Dienstzeit qu einer Stelle wird eine Prämie von 10 Mt., nach fünfjähriger eine solche von 20 Mt. ausgezahlt. Die Prämiierung wird unter allerlei feierlichen Zeremonien vorgenommen, bei denen die Teilnehmer eine sehr unwürdige Rolle spielen. Die meistens durch Zahlung eines niedrigeren Lohnes im voraus einbehaltene Prämiensumme beträgt pro Arbeitstag nod nicht einmal einen Pfennig. Die Organisation muß verhindern, daß Dienstmädchen sich um eines so unbedeutenden Vorteils willen jahrelang alle Demütigungen und Schitanen gefallen lassen. Die Prämien sind ein Mittel, die Recht losigkeit und Abhängigkeit der Dienenden zu vergrößern und ge jedes Streben nach wirtschaftlicher Besserstellung und fre heitlicher Ausgestaltung ihrer Stellung zu verhindern. Darum Jm Malergewerbe fanden ebenfalls Tarifverhand#trete jedes Mädchen der Organisation bei, ertämpfe sich au lungen vor dem Einigungsamt in Berlin statt. Man will Grund des Arbeitsvertrags bessere Daseinsbedingungen und einen Einheitstarif für das ganze Reichsgebiet schaffen, zu verachte es, um das Linsengericht einer Prämiierung willen dem die Unternehmer ein Vertragsmuster vorgelegt haben. sein Erstgeburtsrecht, seine Menschenwürde preiszugeben. B.M Da nach langen Beratungen eine Einigung der Parteien zu Die Gesindeordnung im bayerischen Landtag. Dem nächst nicht erzielt werden konnte, wurden Kommissionen zur nächst wird im bayerischen Landtag eine Petition des Dien Weiterverhandlung eingesetzt. Der Hauptstreitpunkt war die Die Mannheimer Dienstbotenorganisation, die im botenvereins Nürnberg und Umgebung um Neuregelung de Forderung der Unternehmer, daß der Mindestlohn nur für Frühling des vorigen Jahres gegründet worden war, hatte Vorschriften über das Dienstboten- und Gesindewesen be eine quantitativ und qualitativ genau bestimmte Mindest anfänglich mit großen Schwierigkeiten zu kämpfen. Zu ihnen sprochen werden. Auch von anderer Seite find gleichlautend leistung des Gehilfen zu bezahlen sei. Die Arbeitervertreter gehörte unter anderem die Stepfis, mit der selbst manche Petitionen eingelaufen. Der Ausschuß, der die Sache bereits führten dagegen mit Recht an, daß auf Grund einer der der Unseren der Gründung gegenüberstanden. Sie ist jedoch beraten hat, beantragt das Folgende: Die Kammer wolle artigen Bestimmung der Arbeitgeber jederzeit Lohnabzüge mehr und mehr geschwunden, und der Verein hat sich be- der Regierung zur Würdigung den Teil der Petitio ne machen könne. Als es auch in den Kommissionen zu feiner sonders infolge der tatkräftigen Hilfe der Mitglieder des überweisen, welcher sich bezieht auf eine Reform der baye Einigung tam, fällte das Einigungsamt seinen Schieds- sozialdemokratischen Frauenvereins sehr gut entwidelt; er rischen Gesindeordnung, die Ausdehnung aller Versicherungs spruch. Dieser bestimmt, daß der Gehilfe allerdings zu einer zählt jeht 280 Mitglieder. Im Sommer des vorigen Jahres gefeße auf die Dienstboten, die Abschaffung der Vermittlung angemessenen Gegenleistung" verpflichtet sei, daß aber die war die Beteiligung an den Versammlungen der Organisa- bureaus und Festsetzung von Tarifen für diese, dann bi Ungemessenheit dieser Gegenleistung nach einer von der tion ziemlich schwach, erst vom Oktober ab ward fie leb- Einbeziehung der Dienstboten unter die Gewerbegerich paritätisch zusammengefeßten Tarifüberwachungstommission hafter. Durch musikalische Unterhaltungen wurde die Ge- beziehungsweise Schaffung von Spruchkammern und Hau aufgestellten Norm bestimmt werden solle. Die Arbeitsdauer felligkeit gepflegt. In Zukunft sollen die geselligen Veran- dienstausschüssen, endlich die Beschaffung von Gelegenhe wird überall, wo sie bisher länger als 10 Stunden war, staltungen vermehrt werden. Außer der Generalversammlung, zur praktischen Ausbildung der Dienst boten. Zur Kenntni auf 10 Stunden herabgesezt. Alle bisher vereinbarten Lohn- die Anfang Februar abgehalten wurde, und einer öffent- nahme soll die Kammer der Regierung den Teil der Pet erhöhungen sind aufrechtzuerhalten. Wo 1907 teine Lohn- lichen Dienstbotenversammlung am 16. Februar, in der tionen übergeben, welcher für städtische Dienstboten b erhöhung stattfand, ist der Stundenlohn um 2 Pf., wo eine Genossin Grünberg referierte, fanden in diesem Jahre statt: finngemäße Anwendung der Bestimmungen der Gewerbe folche Lohnerhöhung erreicht wurde, um 1 Pf. zu erhöhen. am 28. Februar eine mufikalische Unterhaltung, am 14. März ordnung über Arbeitszeit und Arbeitsdauer, Sonntags- un ein Kappenabend, am 29. März und am 26. April je eine Nachtarbeit fordert, ferner einen freien Sonntagnachmitta Für jeden Bezirk wird ein Schiedsgericht eingesetzt. Auch im Portefeuilles und Sattler gewerbe ist Mitgliederversammlung. Diese Veranstaltungen waren sämt- alle acht Tage und einen freien Tag alle vierzehn Tage Aussicht auf Abschluß eines Tarifes vorhanden. Vertreter lich gut besucht und brachten der Organisation neue Mit- Beschaffung gesunder Schlafräume, Schutz vor sittlichen Ge beider Verbände haben sich in einer Konferenz dahin geeinigt, glieder. In der Mitgliederversammlung am 29. März hielt fahren und Ginführung eines gesetzlich geregelten Arbeit daß alle bisher bestehenden Tarife gemeinsam gekündigt Genosse Nagel ein Referat über Wohnung und Ernährung", tags. Zugleich soll die Staatsregierung ersucht werden werden sollen. Als Grundlage für die alsdann abzuschließenden das mit großem Beifall aufgenommen wurde. Die Ein- zunächst amtliche Erhebungen über die berührten Verhäl Tarifverträge dienen folgende Bestimmungen: Höchstarbeits- nahmen des Vereins vom 7. April 1907 bis 31. Januar 1908 nisse in einigen größeren Städten zu veranlassen und ba zeit 54 Stunden wöchentlich, für Überstunden 25 Prozent 3u- betrugen 368,22 Mt., die Ausgaben 218,27 Mt. GEs ist be Ergebnis dem Landtag mitzuteilen. Endlich sollen die schlag, für Sonntags- und Nachtarbeit höherer Zuschlag. schlossen worden, den Mitgliedern vom 1. Oktober ab in Petitionen, soweit sie die Abschaffung der bayerischen G Neue Atordsätze sind nur in vorheriger Aussprache mit Krankheitsfällen eine wöchentliche Unterstützung von 3 Mt. sindeordnung und Einführung einer Reichsgesindeordnung Fabrik- und Heimarbeitern und-arbeiterinnen zu verein- zu zahlen. Erste Borsi zende ist Genoffin Kehl, zweite Ge- die Abschaffung der Dienstbotenbücher, die Gewährung baren. Zur Beilegung etwaiger Differenzen wird eine noffin Wolf, Schriftführerin Genojjin Alben, Kassiererin gesetzlich gesicherten Koalitionsrechts, Regelung des Wo Schlichtungskommission eingesetzt. Offentliche Versammlungen Genoffin Blase. Beifizerinnen und Revisorinnen sind die nungswesens und der Vorschriften über außerordentlich der Täschner, Portefeuilles, und Lebergalanteriearbeiter und Genoffinmen Knecht, Renner, Dewald, Fleischmann Kündigung, endlich die Einführung des obligatorische Notizenteil. Dienstbotenfrage. bas 3 promi bei be teatti lichst Babl verwa Erhö rechts Jahre wird. Derfter einton beffent Ferne die m gemob Babl Bieht, ftimm ohne raubt, Dor al bie un los bl nach recht treten Haffen befeiti wie v eine gemein und 6. den ug teit ie Echt bet fte Den nte efe in Den ger Ten 10 nen fich eis, an un auf zu der Ge Ber Sin gen be 0,33 ni be 251 ert der die hen für 9. 10 Die Gleichheit " " 9 93 Fortbildungsunterrichts für Dienstboten bis zum 18. Lebens-| sichert, denen die Befugnis zusteht, Kirchspielräte aufzulösen,| Transportieren von Steinen. Ungefähr 180 Arbeiterinnen jahre betreffen, durch die Erklärung der Staatsregierung wie die Regierung Stadträte auflösen kann. Den Gemeinden wurden mit dem Schleifen und Polieren von Marmorfür erledigt erklärt, beziehungsweise es soll über sie in wurde das Recht zur Steuerfestsetzung beschränkt. Die platten beschäftigt. Auch das Reinigen der Frühstücksbuden diesem Punkt zur Tagesordnung übergegangen werden. Über Wahlen finden im ganzen Lande nach dem Proportional- und das Drehen der Strohseile, die beim Verladen ges die Landtagsverhandlungen in dieser Sache werden wir wahlsystem statt, das auch für die Wahl des Magistrats braucht werden, um eine Beschädigung der Kanten und noch berichten. + durch die Stadtverordneten gilt. Es wurde hauptsächlich Profile zu verhindern, besorgten Frauen. Weibliche SteinUnfallrente für Dienstboten im Privathaushalte. eingeführt, weil man hofft, mittels seiner die steigende Macht arbeiter sind hauptsächlich in Sachsen, Baden und der Wiederholt haben wir darauf hingewiesen, wie wenig für der Sozialdemokratie eindämmen und den Konservativen Pfalz anzutreffen. Leider konnten sie bisher nicht für die die armen Dienstboten im Privathaushalte gesorgt ist. Ur- Einfluß erhalten zu können. Daß die Furcht vor der Sozial- Organisation gewonnen werden. Dabei leben diese Frauen alte Dienstbotenordnungen, feine Krankenversicherung und demokratie die treibende Kraft aller reaktionären Bestimmungen unter den erbärmlichsten Verhältnissen. Die bitterste Not im Falle eines Unfalles keine Rente! Und trotzdem kann der Gemeindereform war, erhellte unter anderem aus einer hat sie in die Brüche und Schleifereien getrieben, hat doch es vorkommen, daß auch Dienstboten eine Unfallrente er- Rede des Ministers des Innern. Herr Berg meinte, bei die Statistik ergeben, daß 427 der befragten Frauen Familien halten können, wie uns nachstehender Fall zeigt: dem bisher geltenden Wahlrecht seien die Städte der Sozial- angehörten, deren Jahreseinkommen weniger als 1200 Mt. Berta Hall war als Dienstmädchen im Privathaushalt demokratie überliefert, das solle durch die Reform verhindert beträgt. Was sagen zu diesen Tatsachen jene Leute, die immer eines Ofensetzers in Frankfurt a. M. tätig, deshalb weder werden. Er versuchte die Sozialdemokratie zu verhöhnen, und immer wiederholen, die Frau gehöre ins Haus? W. K. in einer Krankenkasse, noch in einer Unfallberufsgenossenschaft weil sie ihrer Erklärung nach gegen die reaktionär zurechtit versichert. Als eines Tages eine neue Ladung Öfen antam, geschusterte Wahlrechtsreform stimmen mußte. Genosse die meisten Arbeiter ihres Dienstherrn aber gerade abwesend Andersen antwortete prompt darauf, wofür die SozialSozialistische Frauenbewegung im Ausland. waren, so mußte auch das Dienstmädchen zugreifen und die demokratie zu stimmen bereit sei, das sei des Ministers( S. D. F.) Englands hat ihre dritte Jahreskonferenz Das Frauenkomitee der sozialdemokratischen Partei Ofen vom Wagen forttransportieren helfen. Bei dieser eigener, unverfälschter Entwurf, wie das Folkething Arbeit fiel ihr ein schweres Gisenstück auf die rechte Hand, ihn angenommen habe. Wogegen sie stimmen müßte, das am 4. April in Chandos Hall, London, abgehalten. 14 Delewodurch diese schwer verlegt wurde. Natürlich wurde das sei ein Privilegiertenwahlrecht. Wir stimmen da gierte wohnten ihr bei, als Vorsitzende wurde Genofsin an erwerbsunfähige Dienstmädchen von ihrer gnädigen" gegen," so erklärte unser Genosse treffend, weil der Geld- Wilson aus Bow gewählt. Der Jahresbericht zeigt, daß die für Herrschaft sofort zu ihren Eltern entlassen, weil es ja im fact im Hochsiz verbleiben und die Klasse der allgemeinen Frauengruppen innerhalb der Partei tüchtige Arbeit geleistet Rit Saus teine Pflege hatte. Nach Beendigung des Heilver Wähler sich mit der untersten Tischecke begnügen soll. haben. Sie ließen sich angelegen sein, größere Kreise der fahrens wollte die„ gnädige" Frau nicht einmal die Arzt Darum nimmt die Sozialdemokratie von neuem den Kampf Frauen aufzurütteln und in die Ideenwelt des Sozialismus errechnung bezahlen, und das Mädchen suchte deshalb das für das allgemeine, gleiche Wahlrecht auf, und sie wird einzuführen. Es bestehen 13 lokale Frauengruppen, die enge Arbeitersekretariat auf. Bon einer Unfallrente hatte die schließlich siegen." Seither hat das Folkething den Beziehungen zu den Ortsgruppen der sozialdemokratischen Berlegte keine Ahnung und war sehr erstaunt, daß der Entwurf endgültig angenommen, und zwar mit 64 gegen 35 Partei unterhalten und in bestem Einvernehmen mit ihnen Bier Arbeitersekretär ihm auch einen Antrag auf Gewährung der Stimmen. Dafür stimmten die Reformpartei der Linken, zusammenarbeiten. Alle Frauengruppen haben eine sehr Unfallrente bei der Hessen- Nassauischen Baugewerksberufs- die gemäßigte Linte und zwei Mitglieder der Rechten, da lebhafte Agitation entfaltet. Sie ließen Vorträge zur Ein13. genossenschaft stellte. Obgleich das Arbeiterfekretariat in gegen gaben ihr Votum ab die Sozialdemokraten, bie radikale führung in den Sozialismus abhalten, wie über viele Fragen der Eingabe den Sachverhalt genau schilderte und speziell Linke und fünf Mitglieder der Rechten. der Tagespolitik, so zum Beispiel über die Verstaatlichung darauf hinwies, daß die Verunglückte im Auftrage ihres Die Forderung des Frauenwahlrechts vor dem Broschüren und Schriften. Als Organ der sozialdemo der englischen Eisenbahnen usw., auch verbreiteten sie viele Dienstherrn, in dessen Gewerbebetrieb die unfallbringende 15. Kongres der Sozialdemokratie Ungarns. Zu Ostern fratischen Frauengruppen dient die amerikanische Zeitschrift Tätigkeit entfaltet habe, lehnte die Berufsgenossenschaft jede tagte in Budapest der 15. Jahreskongreß der ungarischen The Socialist Woman"( Die sozialistische Frau) sowie Entschädigung ab. Aber auch die Verletzte selbst gab der Sozialdemokratie. Giner seiner wichtigsten Verhandlungs-" Justice", das Organ der sozialdemokratischen Partei Englig Berufsgenossenschaft recht und wollte anfangs von einer gegenstände bildete der Kampf ums Wahlrecht. Un lands. Der Konferenz lagen mehrere Anträge vor, welche Berufung gar nichts wissen, weil ja diese sehr richtig" zweideutig gelangte es zum Ausdruck, daß die aufgeklärten auf die Kräftigung der sozialistischen Frauenbewegung abeit ausgeführt habe, daß sie nur als Dienstbote im Privathaushalt, Arbeiter Ungarns nicht länger gewillt sind, sich um ihr zweckten. Ein zur Annahme gelangter Antrag fordert die nicht aber als Arbeiterin im Gewerbebetriebe ihres Dienst politisches Recht prellen und durch die drohende Einführung lokalen Parteivereine auf, die Frauengruppen zu unterstützen herrn tätig gewesen sei! In der Berufung zum Schieds- eines Pluralwahlrechts verhöhnen und schädigen zu lassen. und ihre Versammlungen offiziell unter den Bekannter Bericht machte das Arbeiterfefretariat geltend, daß die Der Kongreß erklärte, daß die Industrie- und Landarbeiter machungen der örtlichen Parteivereine in der Parteipreffe od unfallbringende Tätigkeit im Auftrag und Interesse mit dem politischen Massenstreik antworten sollen, machungen der örtlichen Parteivereine in der Parteipresse des Gewerbetreibenden geschehen sei und es gar nicht darauf falls die Regierung statt des allgemeinen Wahlrechts ein annoncieren zu laſſen. Ein anderer Antrag empfiehlt den ankomme, ob das Mädchen im Gewerbebetriebe des Unter- Pluralwahlrecht beantragt. Er beschloß ferner, daß mit dem Frauengruppen, sich der Adult Suffrage Society( dem Verein triebsfremde Arbeiter in derartigen Fällen eine Frauenwahlrecht zu verbinden sei. Der betreffende einen sehr lehrreichen Vortrag von Genossin Rough über nehmers beschäftigt gewesen sei oder nicht, da ja auch be- Wahlrechtstampf auch eine kräftige Agitation für das für das Wahlrecht aller Großjährigen ohne Unterschied des Geschlechts) anzuschließen. Die Konferenz hörte zum Schluß Rente erhalten müssen. Es liege deshalb ein Betriebsunfall Antrag war vom Genossen Faber gestellt und unter anderem" Die Aufklärung der Frauen", der eine lebhafte und interim Sinne des Gesetzes vor, und das verkrüppelte Mädchen von Genoffin Malonan begründet worden. Diese führte effante Diskussion hervorrief, die zusammen mit dem müsse entschädigt werden. Das Schiedsgericht gab der Be- aus, daß der Wahlrechtstampf prinzipiell und praktisch nur ufufung der Verletzten statt und forderte die Berufsgenossen- ein Kampf für die volle Demokratie sei, wenn er auch für Referat wertvolle Anregungen für die zu leiſtende Arbeit schaft nochmals ausdrücklich auf, die Entschädigungspflicht das Frauenwahlrecht geführt werde. Wie im Proletariat des neuen Tätigkeitsjahres gab. J. B. Askew. banzuerkennen, da ja ein Betriebsunfall im Sinne heute schon Frauen und Männer gemeinsam den Kampf Holland. Die Konferenz der sozialdemokratischen I. K. Von der sozialistischen Frauenbewegung in bes Gesetzes vorliege. Nach langem Zögern gab dies um die Gristenz führen, so müssen sie auch zusammen für Frauenvereine, welche am 18. April in Arnheim auch die Berufsgenossenschaft zu und ließ sich herbei, dem armen ihre Rechte kämpfen. Mädchen eine Rente von 30 Prozent zu gewähren, die ihm für Für die Einführung des kommunalen Frauenwahl. getagt hat, beschloß den Zusammenschluß dieser Organis die verflossene Zeit nachbezahlt wurde. Wie viele Mädchen rechts in Belgien haben die Genoffinnen eine Agitation lationen zu einem Verband und beantragte beim Parteies mögen in Deutschland auf ähnliche Weise zum Krüppel ge- eingeleitet. Die sozialistischen Gemeindevertreter sollen die tag der sozialdemokratischen Arbeiterpartei, worden sein, ohne daß sie eine Unfallrente erhalten? Möchten Agitation dadurch unterstützen, daß sie für das Wahlrecht Vertretung zu den fünftigen Parteifongressen zuzugestehen. der zu Ostern stattfand, dem Frauenverband eine eigene die Dienenden aus dem Mitgeteilten lernen, daß ihre aller großjährigen Frauen eintreten und jede Zensus- Die Forderung wurde- wie beantragt dem ParteiInteressen durch die Arbeiterbewegung und ihre Einrich beschränkung zurückweisen. and gen wirtfam vertreten werden. Für die Einführung des beschränkten Frauenwahl vorstand zur Vorberatung mit dem Vorstand des Frauenrechts in England hat sich abermals der Kongreß der verbandes überwiesen, der nächstjährige Parteitag soll definitiv über ihn beschließen. Unabhängigen Arbeiterpartei ausgesprochen. Er nahm eine Resolution an, in der es heißt:„ Der Kongreß schen Arbeiterinnenverbandes hat zu Ostern in Biel 1. K. Die Delegiertenversammlung des SchweizeriDas kommunale Frauenwahlrecht in Dänemark iſt, erklärt sich für die politische Gleichstellung der Geschlechter stattgefunden. 7 Sektionen des Verbandes waren durch wie wir bereits berichteten, derart reaktionär beschränkt zur und verlangt, daß das Wahlrecht sofort auf die Frauen 12 Delegierte vertreten; der Zentralvorstand, der seinen Sizz Einführung gelangt, daß die Sozialdemokraten im Landsthing ausgedehnt wird unter denselben Bedingungen, wie die 12 Delegierte vertreten; der Zentralvorstand, der seinen Sitz bagegen stimmen mußten. Die ursprüngliche Regierungs- Männer es ausüben." Die„ Unabhängige Arbeiterpartei" in Winterthur hat, hatte 2 Mitglieder zu den Verhanddorlage zur Wahlrechtsreform war weit demokratischer als hält also an ihrem bürgerlich- frauenrechtlerischen Standpunkt lungen entsendet. Der Arbeiterinnenverband umfaßte im das zustande gekommene Gesetz, das die Frucht eines Kom- in der Wahlrechtsfrage fest, und das obgleich dieser nicht seine Einnahmen bezifferten sich auf 964 Fr., seine Ausletzten Jahre 17 Ortsgruppen mit zusammen 750 Mitgliedern. promisses zwischen Regierung und bürgerlichen Parteien ist, bloß von dem Internationalen Sozialistischen Kongreß zu gaben auf 541 Fr. Der Zentralvorstand richtete an die bei dem die Reaktionäre große Zugeständnisse erhielten. Die Stuttgart verworfen worden ist, sondern auch von der eng Bundesbehörden eine Eingabe, in der er die weitestgehende reaktionär revidierten Bestimmungen haben den Zweck, mög- lischen Arbeiterpartei", welcher auch die" Unabhängige Berücksichtigung der Arbeiterinneninteressen bei der zu lichst viel Männer und Frauen des arbeitenden Volkes vom Arbeiterpartei" angehört. Bahlrecht auszuschließen und die Wahl von Gemeindeschaffenden Krankenversicherung forderte. Bei der Leitung verwaltungen zu bewirken, welche die reichen Leute vor einer Frauenarbeit auf dem Gebiet der Jndustrie, des Handels- wahlrecht auf die Tagesordnung des nächsten Parteitags zu der sozialdemokratischen Partei beantragte er, das FrauenErhöhung der Steuerlasten schützen. Der Besitz des Wahlrechts ist davon abhängig, daß in Kopenhagen ein und Verkehrswesens. setzen. Er stand den Sektionen mit Rat und Tat zur Seite. Jahreseinkommen von mindestens 800 Kronen versteuert Diese entfalteten ihrerseits eine rührige Aufklärungs- und Gesetzwidrige Beschäftigung von Arbeiterinnen in wird. In den übrigen Stadt- und Landgemeinden ist das der Steinindustrie wurde auf dem dritten Verbandstag der Agitationsarbeit, die folgenden Fragen galt: Kinderfürsorge, dersteuerbare Mindesteinkommen nicbriger. Das Jahres- Steinarbeiter festgestellt, der am 6. April in Kassel stattfand, Frauenstimmrecht, Wöchnerinnenversicherung, Arbeiterinneneintommen des Ehemanne3 wird in allen Gemeinden auch Berufsstatistische Erhebungen haben ergeben, daß in der Stein: Stadt- und Schulärzten, die Stellung der Frau im neuen schutzgesetzgebung, Heimarbeit, Hauspflege, Anstellung von dessen Ehefrau angerechnet und macht sie wahlberechtigt. industrie 899 Frauen beschäftigt wurden, und zwar großenteils Zivilrecht ufw. In Bern gründeten die Genoffinnen eine Ferner werden nur die Frauen und Männer wahlberechtigt, mit Arbeiten, die bedeutende körperliche Anstrengungen er sozialistische Sonntagsschule für die Kinder der organisierten mindestens zwei Jahre in ein und derselben Gemeinde fordern und deshalb für Frauen gesetzlich verboten sind. Arbeiter. Die Berichte zeugten von frischem Leben und von gewohnt und ihre Steuern bezahlt haben. Wer in die Der§ 10 der Bundesratsverordnung besagt:„ In Stein Fortschritten. Die Delegiertenversammlung beauftragte den Wählerliste bereits eingetragen ist, aber vor der Wahl ver- brüchen dürfen Arbeiterinnen und jugendliche Arbeiter nicht Bentralvorstand, jährlich zwei bis drei Agitationstouren mit sieht, geht seines Wahlrechts verlustig. Infolge dieser Be- bei der Steingewinnung oder der Rohaufarbeitung von ichtigen Referentinnen zu veranstalten. Die Kosten sollen ftimmungen bleiben nicht bloß viele Frauen und Männer Steinen beschäftigt werden.- In Steinhauereien dürfen Wahlrecht, sondern dieses wird sogar Männern ge- jugendliche Arbeiter nicht bei der trockenen Bearbeitung von zur Hälfte aus der Zentralkasse, zur Hälfte aus den Sektionstaubt, die es bisher befeffen haben. In den Städten werden Sandstein, Arbeiterinnen auch nicht mit anderen Arbeiten fassen gedeckt werden. Als Siz des Zentralvorstandes wurde bor allem- dant dem vorgeschriebenen Mindesteinkommen wieder Winterthur gewählt. beschäftigt werden, bei denen sie der Einwirkung von Steinunverheirateten Arbeiterinnen und Dienstmädchen recht- staub ausgesetzt sind. Außerdem dürfen in Steinbrüchen Wegen Raummangel mußte außer verschtebenen Artikeln bleiben, obgleich das Gesetz dem Buchstaben seines Textes und Steinhauereien Arbeiterinnen und jugendliche Arbeiter und Berichten die Genossenschaftliche Rundschau zurückbleiben. nach den Frauen und Dienstboten ausdrücklich das Wahl- nicht beim Transport oder Verladen von Steinen beschäftigt Das dieser Nummer beiliegende recht zuspricht. Zu der Beschränkung des Wahlrechts selbst werden. Für Schieferbrüche kann die höhere Verwaltungstreten auch andere reattionäre Bestimmungen. Das Zwei- behörde Ausnahmen dahin zulassen, daß jugendliche Arbeiter Hafenwahlrecht zu den Stadt- und Kirchspielräten ist wohl beim Transport oder Verladen von Steinen mit ihren beseitigt worden, doch wird ein Zweiflassenwahlrecht nach Kräften angemessenen Arbeiten beschäftigt werden dürfen."| wie vor zu den Amtsräten bestehen, deren Wahl den Land- Troy dieser Vorschriften sind 585 Frauen zu Aufräumungsgemeinden übertragen ist. Dadurch wird den Gutsherren arbeiten in den Brüchen, Schotter- und sogenannten Klar- kostet gesondert von der Expedition der Gleichheit bezogen Großbauern das übergewicht in den Amtsräten ge- schlagen verwendet worden, ia sogar zum Verladen und pro 100 Exemplare Mt. 1.50, pro 1000 Eremplare Mt. 12.us och Den ten ht cei um auf and Len em ber be nde it olle ner ge gs g Di cht bei eti bi cbe und tap age Se its Den ält ba efe Se ng ne Sob icht be and bie ohne log Frauenstimmrecht. g. Flugblatt zu den preußischen Landtagswahlen 94 Die Werkstatt.* Don Morris Rosenfeld. Es faufen und brausen so wild die Maschinen, Es rauscht und schwirrt und surrt um mich her: Der Taumel verschlingt mich, mein Jch geht unter, Ich bin nur Maschine, Maschine, nichts mehr. Arbeit auf Arbeit, wer rechnet die Arbeit? Ich schaffe und schaffe und schaff ohne Zahl: Wofür? Und für wen? Jch weiß nicht, ich frag' nicht, Denkt denn auch eine Maschine einmal?... Tot jedes Gefühl, tot jeder Gedanke: Die blutig- grausame Arbeit erschlägt Die Gleichheit Nr. 10 Nr. mußten weil wir wußten, hinter dieser Stimme verbarg| Werkstätten ihre Heimat haben, hatten ihn selbst gestreift. fich ihre Tatkraft und ein grundflarer Quell von Bärtlich Sie hatten ihm vier junge, schöne Geschwister dahingerafft feit und Menschlichkeit. Es war Größe in dieser furcht- und seine Mutter zu Angsten und Tränen verdammit. losen und immer arbeitenden Mutter und ihrer unterschied So war Erman Löwen wachsam und mißtrauisch gegen losen Güte zu Mensch und Tier. Die harten Umrisse die Dinge geworden, und ein scharfes Denken und trauriges ihres Seins schienen einen Schutz für das Allerfeinste in Herz machten ihn zum Kämpfer des Proletariats. Aber seine Jugend trug eine Sehnsucht in fich dieser Frau zu bedeuten, einen Schutz der Welt und ihrer Roheit gegenüber. Der Mutter Wesen war es, und als er Grete Bose sah und aus ihren Augen die das über Grete Bose und ihrer Schwester leuchtete und große, geduldige Kraft ihres Wesens begriff, da war es wärmte. Das war es auch, was Grete Bose früh ihm plöglich, als müsse die Welt schön werden. Ee erfennen ließ, daß viele arbeiten und schwer arbeiten jubelte wie Mut und Hoffnung aus den Worten, die er mußten, ohne mehr und anderes im Leben zu haben, als dem jungen Mädchen sagte. Und Grete Bose gab Erman Das Edeliste, Beste, das Reichste, das höchste, daheim und nähte und ſtickte und reihte Perle an Perle, das Notdürftigste. Grete Bose saß schon in frühen Jahren Löwens Jugend einziges und großes Glück. Das Schönste, was Menschenherzen bewegt. Es schwinden Sekunden, Minuten und Stunden, Und Tage und Nächte ziehn pfeilschnell hinweg: Jch treibe das Rad, als wollt' ich's erjagen, Und jage drauf los, ohne Sinn, ohne Zweck. Die Uhr in der Werkstatt, die steht nicht stille, Zeigt an und tickt und schlägt und weckt. Mir fagte einst einer die eigne Bedeutung. Die in dem Ticken und Schlagen steckt. ( 3 Saft traumhaft kommt mir ein seltsam Erinnern: Die Uhr weckt Geist und Lebensbegehr Und lehrt doch was? 1 8) Jch hab' es vergessen, fragt nicht, ich bin nur Maschine, nichts mehr. Es tickt und schlägt, es kreisen die Zeiger.. Doch horch was klingt dorther von der Wand? Rege dich!" ruft der ruhlose Pendel, ,, Rascher, rascher rühre die Hand!" Die 10 Lui We Ge ban per sche Rh Ge Es tam der Herbst, und Erman wurde frant, und bis die Augen selbst wie stechende Nadeln wurden und auf Gretes Liebe fiel der Tau der Angft. Nach monate die Mitternacht den Kopf so tief auf die Arbeit zwang, langem Harren und Mühen gelang es Erman Löwen, daß Tränen unter den schweren Lidern hervorstürzten. in eine Seilanstalt zu fommen. Grete litt tief und So reihte Grete Bose Perle an Berle. heimlich unter der Trennung. Und Erman ging allein Damals war Grete Bose erst fünfzehn Jahre alt. im Walde und dachte an Grete Bose und daß er sich der s Am Ende der Woche stand sie mit großen hilflosen so gesehnt hatte, einmal mit ihr in Wald und Natur Augen, hielt sechs Mark Wochenlohn in der flachen zu sein. Nun lebten fie fern voneinander und riefen mei Hand und dachte immer, nun müsse doch mehr kommen. einander nur Troft zu, so viel sie tonnten. Erman Aber es tam nicht mehr, und man schickte sie nach sehnte sich verzweifelt nach Leben und Gesundheit und Hause und sagte, sie sei noch ein Kind und solle fich schrie seine zitternde Sehnsucht in heißen Worten Grete Aus d freuen, schon soviel zu verdienen. Da stand nun Grete Bose zu. Dann wieder wollte er gewaltsam luftig sein, Ag Bose vor ihrer Mutter mit sechs Marf Wochenlohn für weil er alles Schwächliche und Weinende haßte, was alle Arbeit und für die zerstochenen Nerven und den nicht Trotz war, aber hinter seinem Scherz flang es oft geopferten Jugendschlaf. Sie konnte es nicht begreifen wie bitterliches Kinderschluchzen. und weinte vor Zorn, aber es war doch nicht anders, Endlich im Frühjahr fam Erman Löwen wieder aus und ihr blieb nur übrig, ein wenig lohnendere Arbeit der Heilanstalt zurüd. Es ging ihm beffer, und in Grete zu suchen. Als Fünfzehnjährige saß Grete dann an der Boses Seele war ein großes Hoffen lebendig und start. Notiz Nähmaschine, und die taube Helene mit ihren horchenden Erman Löwen ging ins Kontor wie früher und wurde und sprechenden Augen und den geschickten Fingern wurde wieder blaß und gebeugt, und verbarg, daß er oft husten Feui ihr bald eine Helferin beim Verdienen. Zwei junge Leben mußte. Grete saß an der Maschine und dachte und lebten für zwei rasselnde Nähmaschinen. Viele Jahre dachte, bis sie den Kopf in die weißen Stoffe preßte faß Grete Bose an der Nähmaschine, in Massen von und bitterlich schluchate. Erman Löwen aber dachte an weißen Stoffen und Spitzen. Die Mutter wurde älter, seine Geschwister und den Weg, den sie von dannen und die harte Arbeit rächte sich an ihrem Körper. Nun hatte sie endlich mehr Zeit, mit ihren Kindern zusammen zu sein, aber es war nur, um ihnen das Essen an die Maschine zu bringen und ihnen bei der Näherei zu zu helfen. Sie konnte ihnen keine andere Freude geben als die, welche sie durch sich selbst war. Sie wurde Es schreit von der Erde zum Himmel ihr Blut. schwächer und fränklicher, und Grete Bose sorgte sich um Ein Weilchen dann lautet die Glocke zum Sturme, ihre Mutter, und in Helenens Kinderaugen lag es wie eine Die Zeiger gleichen zwei bösen Augen, Die lauernd auf mich hinunterfehn, Und jeder Schlag ist wie Meisters Schelten: „ Maschine," schreit es,„ du haft zu nähn!" Nur dann, wenn langfam verrauscht das Getümmel Und der Meister fort ist, zur Mittagszeit, Da kommt wieder Klarheit in meine Sinne, Jch fühl meine Wunden, es regt sich mein Leid, Und bittere Tränen und heiße Tränen Beneten mein mageres Mittagsbrot, Es wargt mich, ich kann nicht mehr effen, ich kann nicht O schreckliche Arbeit! Entsetzliche Not! Es scheint mir die Werkstatt zur Mittagsstunde Ein Schlachtfeld, auf dem das Kämpfen ruht: Ringsum im Kreise, da liegen viel Tote, Die Toten erwachen, anhebt die Schlacht, Es kämpfen die Körper für Fremde, für Fremde, Und streiten und fallen und finken in Racht. Jch blick auf den Kampfplatz mit bitterem 3orne, Rit Schreck und mit Haß und mit höllischer Pein, Die Uhr jetzt versteh' ich sie richtig- fie meckt mich: Genug schon der Knechtschaft! Ein Ende muß sein!" Sie weckt meine Sinne und reizt die Gedanken Und zeigt mir, wie eilends die Stunden entfliehn: Gin Elender bin ich, solange ich schweige, Verloren, solange ich bleib', was ich bin. Der Mensch, der in mir geschlafen, erwacht jetzt, Der Knecht, der in mir gewacht hat, schläft ein. Jetzt ist die richtige Stunde gekommen! nd Genug schon des Elends! Ein Ende muß sein!... Da plöglich ein Pfiff der Meister ein Lärmen Die Schlacht hebt an es mogt um mich her Der Caumel verschlingt mich- ich weiß nichts schert nichts mich Ich bin nur Maschine, Maschine, nichts mehr..... -erschrockene Frage. dod nicht ben Gr Lan bas G Schul Rau über lich Sch gegangen, er sah, wie die Schatten, die sie ergriffen hatten, immer näher auch zu ihm schlichen, und er begriff tiefer den Freibrief ihrer Macht, und daß sie auf der ganzen Welt das Lachen gemordet. Sie zwangen auch ihn, um seine Liebe zu zittern, und drohten, sein einzig Jugend lächeln unwahr zu machen. Sein fämpfender Sinn wurde unerbittlich, und er haßte so start, weil er so start lieben mußte. Das Bild der Vielen ftachelte seine Sehnsucht und rief seinem Leben das fühntrotzige Dennoch! zu. Und Wenn die Maschinen raffelten und die Finger die er zeigte Grete Bose, was er in seiner Sehnsucht erschaute Arbeit darunter meisterten, als hätten sie Jahrhunderte Das war ein Zug vorwärts Schreitender, der von fernher so getan, wenn draußen die Sonne schien und ein Vogel- brausend nahte. Verworrene Töne flangen ihm voraus, loden bis in die Großstadtstraßen drang: dann träumte aber immer stärker und deutlicher ward der Schritt un Grete Bose manchmal. Träumte von den Dingen, die gezählter Füße und die Losung, die ihnen vorausflog fie draußen wußte, die aber nie zu ihr gekommen waren. Die Erde erzitterte. Irgendwo hoch oben ein Singen und träumte auch von einem Jüngling, der einmal Mächtige Banner flatterten im Sturm. Niemand sieht fommen sollte, und den sie schön haben wollte und ernst mer sie trägt. Milliarden Wünsche haben eine heilige und fröhlich und stark. Stark vor allem. Vielleicht Sabgier, einen Willen geboren, und auch Ermans Willen würde er von den Dingen wissen, die ihr fremd und leuchtet darin. Im Traum erschien dieser Wille wesen Rätsel geblieben waren wie vor Jahren ihr erster haft wie die Freiheit eines Weibes, wie die Liebe farger Wochenlohn, und von den Wegen, auf denen eines Mannes- wie ein Gedanke jenseits von Hoh ihr Fuß unsicher war, weil niemand sie dahingeführt und Leiden- wie ein Kind und wie ein Riese. Di hatte und niemand mit ihr ging. Sie kannte nichts Erde bebt vor seinem Lächeln wie vor seinem Zor anderes als den Kampf um Arbeit und Lohn und Eines Kindes Lächeln! eines Riesen Zorn! Hat er den Trotz der Arbeit selbst, und alles, was hell und mächtige weiße Schwingen? Schleifen sie nicht durch Blu mutig und sicher in ihrer Seele war, schärfte und und Asche? Er führt das Schwert im Munde und Palmen ierprobte fich an solchen Dingen. Manchmal träumte in der Hand. Eine lange bange Zeitennacht hat er de Grete Bose so, und niemand konnte es wissen, denn ihre Blick nicht von der Erde gewandt, nun sieht er Tag Hand setzte unablässig das Rad in Bewegung, und ihre Nacht die unbekannte Höhe. Die Schatten haben in ihm Aus Leben und Liebe des Proletariats. Von Lu Märten. Finger hielten den Stoff, und die Maschinen raffelten. ihren Todfeind gefunden. Der Wille ist! denn er muß Dazwischen gedachte sie, daß sie diesen und jenen gekannt, sein, und er wird sein! Irgendwo im Norden Berlins war Grete Bose mit oder daß dieser und jener um fie geworben hatte. Aber Das wußte auch Grete Bose, daß die schlimmsten ihrer etwas jüngeren taubstummen Schwester aufgewachsen. Das dünfte ihr ein fernes wunderliches Ereignis, das nie Boten der Feindeswelt, gegen die sich die große heilige Den Vater hatte sie wenig gekannt. Er war fortgegangen, bis zu ihr selbst gedrungen war. Ihr war, als hätte Leidenschaft des Sozialismus erhob, die Schattenga nachdem er das mühsam Erworbene der Mutter verpraßt es bloß dem Schmuck ihrer Jugend gegolten oder sei auch ihres Lebensschiffes, ihr unabwendbares Schickja hatte, und blieb dann verschollen. Sein Andenken weckte feine Liebe. Aber Grete Bose hatte eine Mutter. Die gar nicht Wirklichkeit gewesen. Eines Tages ftand Grete Bose einer Lieferung wegen Erman Löwens freie Seele blickte empor und vo sah auf ihre beiden kleinen Mädchen und ging, den Kampf in dem Kontor, wo Erman Löwen eben eingetreten war. märts und sie schaute die lichten Welten, die in der ums Leben aufzunehmen. Und die Mutter dachte nicht Sie dachte, daß Erman schön sei und starke Augen habe- Schoße aufdämmern. Sie saugte aus den kommende daran, daß sie eine feine, zarte Gestalt hatte; sie scheute und Erman Löwen dachte, daß Grete Bose schön und fein Freuden die Stärke, ihren franken Körper der Zukun keine Arbeit und kam oft erst tief in der Nacht zu ihren aussehe, und daß ihre blauen Augen so zärtlich blickten und dem Kampfe der Vielen dienstbar zu machen. Rindern; die warteten allein oder waren bei Nachbarn und so troßig auch. lebte Erman sein Leben über dem Leben. eingeschlafen. Manchmal arbeitete die Mutter auch Tage Der Leiter des Geschäfts tam herein, und es lag in So war sein Leben mehr Kampf als Fröhlichkeit, und Nächte hindurch ohne Schlaf, sie kochte und arbeitete seinen Worten etwas Zudringliches gegen Grete Bose Grete Boses Leben auch. Aber in ihrem Leben war für Gesellschaften in reichen Häusern. Grete Boses Mutter und ihre Jugend. Ein dunkler, heißer Born flammte helles Licht und eine große Wärme. Sie hatten die Mütte fie von langer, schwerer Arbeit haben. Sie hatte einen Schritt vor seinen Stuhl, da aber hatte Grete Bose denen die Zärtlichkeit aller Sprache und der Klang erzene bekam allmählich lange ausgereckte Arme, wie Frauen über Erman Löwens Gesicht, er stand auf und trat einen Ihre Mütter! Solche, die wie Segen sind und neben feinen Kopf mit scharfen Konturen und großen blauen schon ein Wort für sich gefunden. Glocken nur Almojen scheinen, solche, von deren Lieb Augen, und in diesem Kopf schlummerte etwas Junges, Bon da ab sahen sich Grete Bose und Erman Löwen man nur stammeln fann. Jugendliches und Keusches. Auch ihre Stimme und Rede oft und erzählten einander. Es war, als hätten sich Aber Grete Boses Mutter wurde immer tränker, und war so: manchmal hart und grob, daß wir lächeln awei Schiffe auf grauem Meer begegnet, hüben und die Mutter Erman Löwens schlich wie verstummt unte Uebertragung aus dem Jüdischen von Bertold Feiwel, mit Zeich andern hinüberzufteigen. Denn auch Erman Löwen war frant und mußte ins Krankenhaus zu schwerer Operation Aus Lieder des Getto" von Morris Rosenfeld. Autorisierte drüben war Last und Leid, und feiner hatte Furcht, zum Lasten der Angst einher, denn ihr anderes Kind ward aud nungen von E. M. Lilien. Vierte Auflage. Hermann Seemann ein Proletariertind, und hatte er gleich viel gelernt, so Das alles litt Grete Bose mit. ( Schluß folg Nachfolger, Berlin NW 87. Ein eigenartiges, schönes Buch, das war er doch auch damit ein Wissender alles Leids ge in die Empfindungs- und Gedankenwelt des jüdischen Proletariats einführt. Es sei hiermit zur Anschaffung empfohlen, besonders auch worden, und die Schatten der Arbeit und der Not, die Berantwortlich für die Rebattion: Fr. Mara Betrin( Bundel), Wilhelmsho ben Arbeiterbibliotheken. in den dunklen Häusern und grauen Kontoren und üblen Grete Bose. waren und das ihrer Zeit. gute Pre 95 ber jene Die hab bild dere 95, 190 Säl mit 4,85 Ein enti und mit 4,8 Mi wal Bel Br bab üb zen af Beiten nic aud befi daf unb ift. ein Vo ne Vo nid un un ber ber Je ich ba die Di Boft Degerloch bet Stuttgart. Druck und Berlag von Baul Singer in Stuttgart.