) t p Nr. 11 Die Gleichheit TONTONTONTON Zeitschrift für die Interessen der Arbeiterinnen 18. Jahrgang ses eers D 1 ft te f. De te be ht 10 e et ال 15 g₁ 1 Del 2 D Mit den Beilagen: Für unsere Mütter und Hausfrauen und Für unsere Kinder Die„ Gleichheit" erscheint alle vierzehn Tage einmal. Preis der Nummer 10 Pfennig, durch die Post vierteljährlich ohne Bestellgeld 55 Pfennig; unter Kreuzband 85 Pfennig. Jahres- Abonnement 2,60 Mart. Juhaltsverzeichnis. Stuttgart den 25. Mai 1908 Zuschriften an die Redaktion der„ Gleichheit" sind zu richten an Frau Klara Zetkin( 3undel), Wilhelmshöhe, Post Degerloch bei Stuttgart. Die Expedition befindet sich in Stuttgart, Furtbach- Straße 12. Verbreitung wahrer Bildung im Volke nährt.| das Gesetz betreffend die Unterhaltung der VolksDer Kampf um das Kind. Von H. B. Schulspeisung. Von Die Vertreter der Junker, der industriellen Scharfmacher schule geschaffen, das neben einer Neuordnung der UnterLuise Kautsky. II.- Die Arbeitsverhältnisse in der Stolper und die der Geistlichkeit bilden die Mehrheit des Drei- haltslasten vor allem die Vermuckerung der VolksWeißhandstickerei. Von Hermann Flatow. Gegen die Juristen- tlaffenlandtags- Konservative und Zentrum halten schule gesetzlich festlegte. Dieses Gesetz hat die Scheidung weisheit und Polizeiallmacht des preußischen Kapitalistenstaates.in Preußen durch das Dreiflassenwahlrecht das Schicksal der Volksschulen in evangelische und katholische und ihre Gefindeordnungstabelle. Neunte Generalversammlung des Ver- der Volksschule in Händen! Aus Junkermund fiel das Unterordnung unter die Kirche gesetzlich besiegelt. Es bandes deutscher Textilarbeiter. Wort:„ Der dümmste Arbeiter ist der beste!" Die enthält den Zwang zur Schaffung von leistungsunfähigen Aus der Bewegung: Borschlag zur Neuorganisation der Genoffinnen. Bentrumsherren sind nicht so offenherzig aber die Zwergschulen für kleine konfeffionelle Minderheiten. Wenn Agitation in Elsaß- Lothringen. Bon L. Z. Von der Agitation. Die Berliner Genoffinnen im Landtagswahlkampf. Junker unter ihnen denken nicht anders, und unter in einer Gemeinde, in der eine Konfession vorwiegt, Von den Organisationen. Jahresbericht der Bertrauens den Geistlichen sind nicht wenige, die ihnen im stillen über 60, in Städten und Landgemeinden von mehr als person der Genoffinnen von Niederbarnim. Politische Rund- Kämmerlein zustimmen. Das ganze Zentrum aber ist 5000 Einwohnern über 120 Schulkinder der anderen schau. Von H. B. Gewerkschaftliche Rundschau. Aus dem einig in dem Ziel, die Schule der Kirche in jeder Konfession gezählt werden und von mehr als 60 oder Rheinland. Feststellung des Frauenagitationskomitees. Beziehung untertan zu machen, sie zum Werkzeug 120 gesetzlichen Vertretern( Eltern, Vormünder) dieser Genossenschaftliche Rundschau. Von H. Fl. der Kirche zu degradieren. Das aber heißt, die Schule Kinder der Antrag auf eine besondere konfessionelle Schule Notizenteil: Dienstbotenfrage. des Volkes vom Fortschritt des Wissens abschließen, die gestellt wird, so muß jetzt eine solche eingerichtet werden. bewegung. Quittung. Schule des Volkes zur Pflanzstätte überholter, über- Andere Bestimmungen sichern der Geistlichkeit ausschlagFeuilleton: Gefang der Titanen. Von Hermann Lingg.( Gedicht.) wundener Anschauungen machen. gebenden Einfluß auf die Schulangelegenheiten. Dagegen Grete Bose. Aus Leben und Liebe des Proletariats. Bon Lu Märten. ist der Einfluß der Gemeindevertretungen erheblich ge( Schluß.) Moderne Ode. Von Otto Erich Hartleben.( Gedicht.) schwächt worden, in denen die Arbeiterklasse ja sich unter Umständen eine gewisse Vertretung erringen kann. Den Gemeinden bleibt fast nur noch das Recht, die Schullasten zu tragen. Frauenstimmrecht. Der Kampf um das Kind. Frauen Und immer schwächlicher wird der Widerstand, den Junker und Kirche bei diesem Beginnen in den Reihen der liberalen Parteien finden. Der Liberalismus gebärdet sich freilich noch immer laut als der Hort der Volksbildung, als der Schüßer der Volksschule. Aber je Eines der wichtigsten Gebiete, auf denen der preußische mehr seine liberalen Prinzipien verblaffen, um so lauer Die Nationalliberalen hatten früher die Forde Landtag die gesetzgebende Gewalt hat, ist das Bildungs-, wird er auch in der Vertretung seiner Forderungen für rung der Simultanschule vertreten, das heißt die das Unterrichtswesen. Und in diesem nimmt die Volts die Verbesserung und Fortbildung der Volksschule. Hinter Forderung nach der Schule, in der die Kinder aller schule zwar nicht den ersten Play, aber den größten dem Liberalismus stehen die Kapitalisten, die Industriellen Konfessionen gemeinsam unterrichtet, in der die konfessioRaum ein. Sie ist die Bildungsstätte, die für die große, und Handelsherren, die Kleingewerbetreibenden und Klein- nellen Unterschiede möglichst verwischt werden. 1906 rechtüberwiegende Mehrheit der Bevölkerung fast ausschließ- händler. Ihr Interesse geht nicht völlig gleich mit dem fertigten sie ihren Umfall etwa in derselben Weise, wie lich in Betracht kommt. Die mittleren und höheren des Junkers der dümmste Arbeiter ist für sie nicht jetzt der Freifinn seine Zustimmung zu den reaktionären Schulen kommen- geringfügige Ausnahmen abgerechnet der beste. Etwas mehr als der Landarbeiter muß der Bestimmungen des Vereinsgesetzes. Sie mußten vernur einer ganz dünnen Schicht der Bevölkerung zu industrielle Arbeiter- wenigsten in den meisten Betriebs- hindern, sagten sie, daß die Regierung andernfalls ein gute. Ganze 5 Prozent der schulpflichtigen Kinder zweigen wissen, wenn er dem Unternehmer Profit noch schlechteres Gesetz mit den Konservativen und dem Preußens entfallen auf diese Schulen- die übrigen einbringen soll. Aber mehr, als notwendig ist, die Zentrum machte. Der Freifinn, der damals noch nicht 95 Prozent müssen sich mit der mageren Wissenstoft Proletarier zu guten Profitmaschinen zu machen, im Block war, also noch kein Verständnis für diese der Volksschule begnügen. braucht ihnen die Volksschule nach der Meinung Argumentation zu haben brauchte, die er heute selbst Im preußischen Landtag herrschen die Besitzenden- der Unternehmer auch nicht zu vermitteln. Jeden praktiziert, opponierte dem Gesez. Wenn er sich in abjene, die ihre Kinder nicht in die Volksschule schicken. falls haben die Kapitaliſten teine Neigung, für erhebliche sehbarer Zeit mit den Nationalliberalen vereinigt, wird Die 95 Prozent, die auf die Volksschule angewiesen sind, Mehrleistungen der Volksschule Mittel des Staats er wahrscheinlich auch für die Zustimmung zur Volkshaben im preußischen Parlament keine Vertretung. Sie und der Gemeinden aufzuwenden. Die Liberalen sind schulvermu derung reif geworden sein. bilden die große Mehrheit jener Staatsangehörigen, durchaus der Schaffung einer Einheitsschule abgeneigt, Denn der wahre Grund, weshalb der Liberalis. deren Einkommen jährlich 3000 Mt. nicht übersteigt. die den Elementarunterricht allen Kindern der Nation, mus seinen Widerstand gegen die Volksschulmißhandlung 95,15 Prozent der Bevölkerung in Preußen hatten den Kindern aller Bevölkerungsklassen erteilt und an die durch die Reaktionäre immer mehr abschwächt, liegt viel 1907 nur bis zu 3000 Mt. Einkommen, die größere sich organisch die mittleren und höheren Lehranstalten tiefer, als der von den Nationalliberalen beim VoltsHälfte davon wieder, nämlich 50,30 Prozent, blieb sogar anschließen. Selbst die Freisinnigen haben die Aufschulunterhaltungsgesetz vorgekehrte. Dieser tiefere Grund mit ihrem Jahreseinkommen unter 900 Mt. zurück. Nur nahme dieser wohlbegründeten pädagogischen Forderung ist die Furcht vor der Arbeiterbewegung. Sie macht 4,85 Prozent der Bevölkerung hatten mehr als 3000 Mt. in ihr Programm abgelehnt; sie wollen den Besitzenden den Liberalismus geneigt, die Schule als Werkzeug Einkommen im Jahre. Die 4,85 Prozent der Bevölkerung das Privilegium gewahrt wissen, ihre Kinder in besondere der Klassenherrschaft gegen die Arbeiterschaft zu entsprechen etwa den 5 Prozent der Schulkinder, die die Vorschulen zu schicken, sie auch während der ersten drei mißbrauchen. Das Streben, das die Herrschenden bei mittleren und höheren Lehranstalten besuchen. Und die Schuljahre von den Kindern des Volkes abzusondern. So der Verschlechterung der Volksschule verfolgen, ist dieses: 4,85 Prozent der Bevölkerung, diese verschwindende können sie die Mißstände im Volksschulwesen ruhig bestehen dem klassenbewußten Proletariat die kinder, den Minderheit wird durch das schändliche Dreiklassen lassen, ohne daß ihre eigenen Nachkommen darunter leiden. Nachwuchs zu rauben! Dem Einfluß der Eltern, die wahlrecht zur Mehrheit im Landtag und damit zur Immerhin haben sich die Liberalen in früherer Zeit sich mehr und mehr der Sozialdemokratie zuwenden, foll Beherrscherin der Volksschule. Knapp 5 Prozent wenigstens gegen die Vermuckerung der Volksschule ge- die Schule entgegenarbeiten, sie soll die Kinder den Eltern Preußen, die ihre Kinder in höhere Schulen schicken, wendet. Sie bekämpften die von den Junkern und dem entfremden, sie zu Feinden der Anschauungen machen, haben Gewalt über die Schule, welche die Kinder der Zentrum stetig und tonsequent verfolgte Absicht, jede die von den proletarischen Vätern und Müttern ver übrigen 95 Prozent Preußen besuchen, jener 95 Pro- Weiterentwicklung der Volksschule zu verhindern, das treten werden. Und deshalb haben auch die Liberalen zent, die selbst nicht mitzureden, sondern nur zu Maß des Wissens, das sie vermittelt, möglichst niedrig heute das Bestreben, die Schule zur Drillanstalt zu entzahlen haben, die im preußischen Parlament zu halten, dafür aber das Eindrillen einer bestimmten würdigen, in der durch massenhaftes Ginpauken religiösen nicht vertreten sind! religiösen Gesinnung zu ihrem Hauptzweck zu machen, Lernstoffs und daneben durch einen verfälschten GeschichtsDie preußische Volksschule ist völlig den Besitzenden der alles andere überwuchert, alles andere durchdringt. unterricht, der mordspatriotische Gesinnung und Lakaienausgeliefert. Was das bedeutet, ist klar. Die Nicht- Das mechanische Auswendiglernen von Ratechismussägen, demut vor Fürstengeschlechtern pflegt, in der durch direkte besigenden haben ein sehr dringliches Intereffe daran, Bibelsprüchen, Gesangbuchversen usw. dient den Zwecken Schmähung und Verleumdung der Sozialdemokratie die daß die Schule, die ihre Kinder besuchen, eine gute Schule der Reaktionäre in mehrfacher Hinsicht. Einmal soll es Jugend zu urteilslosen, bemütigen Untertanen, zu willigen ist. Die Arbeiter haben die Schäden und Mängel der die Kinder abschließen gegen die moderne Weltanschauung, und genügsamen Ausbeutungsobjekten„ erzogen" wird. Volksschule am eigenen Leibe gespürt und spüren sie aufs soll ihnen knechtischen Gehorsam gegen Obrigkeit und Die vor Jahrzehnten ungläubige, antifirchliche Bourgeoisie neue am Leibe ihrer Kinder. Die sogenannte preußische Dienstherren, unbegrenzten Respekt vor der„ göttlichen hat angesichts des Wachstums der Arbeiterbewegung die Boltsvertretung aber weiß davon aus eigener Anschauung Ordnung" einflößen. Zweitens stumpft diese Überladung Religion als Rappzaum der Massen wieder schätzen genichts. Die Besitzenden und ihre Kinder leiden nicht des findlichen Gehirns mit unverdaulichem Ballast die lernt. Sie heuchelt deshalb entweder Frömmigkeit oder unter den überfüllten Klassen, dem Lehrermangel, der Urteilskraft ab. Endlich aber nimmt der Religions ist auch durch die Furcht vor den unbegriffenen gesellunzureichenden Vorbildung und Besoldung der Lehrer, unterricht so viel der Zeit des Unterrichts in Beschlag, daß schaftsumwälzenden Mächten wieder zum Anrufen überdem Regime des Prügels, den enggezogenen Grenzen nur noch wenig Stunden für die übrigen Unterrichtsfächer natürlicher Hilfe gebracht worden. Dieser Wandlung entder Volksschulbildung, der Vermuckerung der Volksschule. bleiben, die die Proletarierjugend mit„ schädlichem" Wissens- spricht nur, daß sie auch von ihrer ehemaligen Schäzung Jene, die die Herren der preußischen Volks- stoff infizieren könnten. Gegen die Verpfaffung der Volks- der Volksbildung immer mehr zurückgekommen ist und schule sind, brennt die Volksschulnot nicht. schule hat sich der Liberalismus in früheren Zeiten mehr sich den Junkern und Zentrümlern nähert, die in der Aber viel schlimmer und gefährlicher als das mangel- oder minder entschieden gewandt. Das Jahr 1906 hat Vorenthaltung des Wissens stets ein gutes Mittel zur hafte Interesse, das die preußischen„ Volksvertreter" für aber auch in dieser Hinsicht den Beginn einer Umkehr Niederhaltung der Volksmassen gesehen haben. die Volksschule haben, ist die bittere Feindschaft, für ihn bedeutet. In diesem Jahre hat die national- So steht die Sozialdemokratie also auch im Kampfe die die mächtige Mehrheit unter ihnen gegen die liberale Partei mit den Konservativen zusammen um die Fortentwicklung der Volksschule, um ihre Be 96 Die Gleichheit Nr.ll! frciung aus den Banden der Kirche und der politischen Reaktion allein. Auch auf diesem Gebiet ist der Libe ralismus kein zuverlässiger Bundesgenosse mehr. Das Proletariat muß seine Kinder gegen die Klauen der Reaktion selbst verteidigen. Es hat um die Köpfe und Herzen, um die Weltanschauung seiner Kinder gegen die mißbrauchte, zum Werkzeug der Klassenherr schaft herabgewürdigte Schule zu kämpfen. Das muß einmal durch die direkte Einwirkung auf die Kinder im Elternhaus geschehen. Der andere Weg aber ist der Kampf um das freie Wahlrecht in Preußen, der Kampf gegen das Treiklassenunrecht. Das gleiche Wahlrecht muß dem Proletariat den Weg ins Parla ment Preußens öffnen und damit auch dem schmachvollen Zustand ein Ende machen, daß die Schule des Volkes den Feinden der Volksbildung ausgeliefert ist. Auch die preußische Schulfrage ist letzten Endes eine Wahlrechtsfrage. Den preußischen Proletarierinnen, denen das Wohl ihrer Kinder am Herzen liegt, fällt als Mütter in erster Linie die schwere Aufgabe zu, ihre Kinder gegen die verderblichen Einflüsse der mißbrauchten Schule zu schlitzen und sie als künftige Kämpfer im Befreiungskampf der Arbeiterklasie zu retten. Sie mögen daher in den Tagen des Landtagswahlkampfes eingedenk sein, daß der Kampf um das gleiche Wahlrecht, dem die Wahlen dienen sollen, auch ein Kampf um die Seele ihrer Kinder gegen die Mächte der Finsternis ist! L. L. «-- Schulspeisung. Von Luise Kautsky. II. Im vorhergehenden Artikelhaben wirnachgewiesen, daß die Notwendigkeit der Schulspeisung aus öffentlichen Mitteln sich allüberall aufdrängte, wie die private Fürsorge sich der vorliegenden Aufgabe nicht mehr gewachsen zeigte. Sehen wir nun, was die Gesellschaft in dieser Beziehung leistet. Paris, das seit mehr als 23 Jahren allen anderen Städten mit der Schulspeisung vorangeht, soll zuerst von uns besucht werden. Aus den Schulkaffen(eaisss ckes Saales) sind die Schulkantinen(oantines seolaires) allmählich hcrvorgewachsen. In den letzten Tagen des zweiten Kaiserreiches wurde am 10. April 1867 ein Gesetz erlassen, in dessen Artikel 15 es heißt, alle Gemeinden sollten einen Schulfonds gründen, der den Zweck habe, zum Schulbesuch zu ermuntern durch Austeilung von Belohnungen an die fleißigsten Schüler, und der bedürftigen Schülern Unterstützung gewähren sollte. Zum besseren Verständnis des Gesetzes muß bemerkt werden, daß damals in Frankreich der Schulbesuch noch nicht obligatorisch war. Die Einkünfte des zu schaffenden Schulfonds sollten bestehen aus freiwilligen Beiträgen und aus Subventionen von feiten der Gemeinde, des Departements oder des Staates. Auch durften mit Genehmigung des Präfekten diesem Fonds Vermächtnisse und Schenkungen zugewendet werden. Das Gesetz gestattete, daß mehrere Kommunen sich zur Bildung und Verwaltung eines solchen Fonds zusammentun dursten. Sammlungen für den Fonds mußten ohne Entschädigung veranstaltet werden. Ter damalige Unterrichtsminister Duruy erläuterte in einem Zirkular vom 12. Mai 1867 das Gesetz und lenkte die Aufmerksamkeit des Volkes auf einen im zweiten Arron- dissement von Paris bereits bestehenden Fonds, der von der Nationalgarde unter der zweiten Republik 1349 gegründet worden war. Auch davon war in dem Zirkular die Rede, daß in der Schweiz bereits solche Fonds bestünden,„die ihre Existenz einer rührenden Sitte verdankten, der zufolge jungverheiratete Paare an ihrem Hochzeitstag der Kinderwelt ein Geschenk machten". Das angeführte Gesetz kann jedoch eigentlich nur als eine Art Bekanntgabe einer Idee und Gutheißung eines Vorschlags betrachtet werden; seine Anwendung wurde nicht erzwungen, und als drei Jahre später der Deutsch-Französische Krieg ausbrach, war es so gut wie vergeffen. Erst drei Jahre nach Beendigung des Krieges gedachte man wieder der seinerzeit formulierten Reformvorschläge. 1874 wurde in Montmartre, einem Pariser Distrikt von damals 2VV(XXZ Einwohnern, ein derartiger Schulsonds geschaffen, doch gingen die warmherzigen Förderer der Volkserziehung schon damals weiter, als der einstige Gesetzentwurf von 1867 vorgesehen hatte. Nachdem sie konstatiert hatten, daß in diesem Arrondissement 35 unentgeltliche Schulen vorhanden seien, forderten sie vom Schulfonds eine Aufmunterung für Lehrer und Schüler.„Es müsse» Erleichterungen geschaffen werden so daß arme Kinder die Schulen besuchen können, und man mup daher dafür sorgen, daß sie bei sehr schlechtem Wetter gute dichte Schuhe und warme Kleider haben usw." So sehen wir, daß die Idee Wurzel schlug, bedürftigen Schulkindern müsse materielle Hilfe gespendet werden. Wohl wurde anfangs nur wenig zur Verwirklichung dieser Idee geleistet. Immerhin bildete sich ein Kern von Maßnahmen, die sich zu den späteren Fürsorgeeinrichtungen für die Schuljugend auswuchscn, und die öffentliche Meinung wurde für die einschlägigen Ideen empfänglich gemacht. So ward der Boden dafür vorbereitet, das zu einer Verpflichtung der Gesellschaft zu machen, was ursprünglich bloß ein Versuch freiwilliger Fürsorge gewesen war. Am 28. März 1882 wurde ein Gesetz erlassen, das den Schulzwang festlegt und dessen Artikel 17 verfügt, daß„der im Artikel 15 des Gesetzes vom 10. April 1867 eingeführte Schulfonds in allen Kommunen errichtet werden solle". Dadurch war jeder Distrikt gesetzlich gezwungen, einen Schulfonds ins Leben zu rufen, und bald kam es zu einer gründlichen Änderung der Ziele und Zwecke dieser Fonds. Waren sie ursprünglich ins Auge gefaßt worden, um Kinder durch Prämien usw. zum Schulbesuch zu ermuntern, so wurde dieser Zweck seit der Einführung des obligatorischen Unterrichts vollständig gegenstandslos. Von Polizei wegen wurde jetzt dafür gesorgt, daß die Kinder regelmäßig die Schule besuchten, der Staat nahm die Anstellung der Lehrer und damit den Unterricht in die Hand. Der Schulfonds konnte nun um so erfolgreicher der Aufgabe näher treten, für Nahrung, Kleidung und Erholungsstätten zu sorgen, wo die Gesundheit der Schüler erhalten oder wiederhergestellt wurde. Natürlich waren die ersten tastenden Versuche zu einem Vorgehen der Gemeinde auf allen diesen Gebieten von manchem Mißerfolg begleitet, und die Leistungen bleiben noch heute vielfach hinter dem zurück, was geleistet werden müßte und geleistet werden könnte. Besonders was die Fürsorge für Kleidung und Erholung betrifft, könnte noch unendlich mehr für die Schüler geschehen. Doch scheiterte bis jetzt jeder weitere Ausbau der kommunalen Einrichtungen zum Schutze der Kinder an dem Mangel an Mitteln. Wenn wir die Ziffern betrachten, die uns vorliegen, so drängt es sich uns von selbst auf, daß alles, was geschaffen wurde, doch nur ein Tropfen auf einen heißen Stein ist. So hat der Montmartre Schulfonds in Luzancy, einige Meilen von Paris, ein wundervolles Haus mit umgebendem Park erstanden. Dahin werden allsommerlich vier Abteilungen von je 158 Kindern zur Erholung geschickt. Wir haben aber gesehen, daß Montmartre schon 1874 200000 Einwohner zählte! Das 17. Arrondissement schickte letztes Jahr 137 Kinder an die Seeküste nach FScamp und 281 aufs Land nach MontlhSry. Der Berichterstatter des„Lancet" fügt hinzu, „also im ganzen 413 Kinder, die zusammengerechnet volle 8500 Tage fern von der Großstadt gesunde Erholung im Freien oder an der See fanden. Was dies an Gesundheit und Glück für diese armen Kinder bedeutet, das kann die Statistik nicht ausdrücken, das muß die Phantasie ausmalen." Aber unsere Phantasie ist leider so ungenügsam, sich nicht mit dieser Summe an Glück für 418 Kinder in einem ganzen Riesenbezirk zu begnügen, für den der amtliche Bericht im Jahre 1905 10272 Schulkinder, darunter 7490 bedürftige ausweist. Sie verlangt mehr, und zwar nicht bloß einmalige Erholungsmöglichkeit für einen minimalen Bruchteil der Kinder(5,58 Prozent der Bedürftigen), sondern alljährliche Erholung für alle bedürftigen Kinder. Immerhin hat die Stadt Paris als Zuschuß für die Bestreitung der Kosten dieser Ferienkolonien und der Schulkantinen die Summe von 1 Million Franken bewilligt, die an die zwanzig Schulfonds der zwanzig Pariser Distrikte nach Maßgabe der sie bewohnenden armen Bevölkerung zu verteilen sind.-> In der Regel hat zeder Schulfonds drei Abteilungen: eine für die Versorgung der Kinder mit Schuhen und Kleidern, eine für Schulausflüge und Ferienkolonien und eine für die Schulkantinen. Neben den 20 oder 24 Männern, die den Schulfonds verwalten, zog man zuerst auch eine Anzahl von Damen zur Hilfe heran. Bald aber stellten sich in der Folge Unzuträglichkeiten heraus. Diese Damen spielten sich nämlich als Wohltäterinnen auf, verquickten alle möglichen kirchlichen Momente mit der Ausübung ihrer Funktionen und wollten nicht einsehen, daß heutzutage die Massen kein Bedürfnis nach Wohltaten empfinden, sondern es im Gegenteil dem gesunden Menschenverstand und der Würde des Menschen widersprechend erachten, daß sie als Wohltat empfangen sollen, worauf sie als Staatsbürger ein Recht haben. Die wohltätigen Damen mußten daher bald weiblichen Angestellten weichen, deren Aufgabe nicht war, Wohltaten zu vermitteln, sondern darauf zu sehen, daß alle Maßnahmen zur Fürsorge für die Schüler ordnungsgemäß durchgeführt werden, und daß jeder sein Recht findet. Diese Angestellten müssen jede Woche mindestens einmal die unter ihre Aufsicht gestellten Schulkantinen besuchen, ihren Befund auf vorgedruckte Formulare einzeichnen und darauf sehen, daß es in den Schulküchen durchaus sauber hergeht, und daß alle Mahlzeiten gut zubereitet sind. Die angestellten Frauen haben sich ausgezeichnet bewährt, und ihren Kenntniffen und Erfahrungen ist es zu danken, daß die Kosten für gutes Essen verhältnismäßig geringe sind. Die Arbeitsverhältnisse in der Stolper Weißhandstickerei. Eine eigenartige und sehr umfangreiche Industrie ist die Weißhandstickerei, auch Languettenarbeit genannt. Während über die verschiedensten Gebiete der Heimarbeit schon in wissenschaftlichen Zeitschriften und in der Tagespreffe berichtet worden ist, hat man bisher von dieser Kategorie wenig gehört und gelesen. Der Zweck dieser Zeilen soll daher sein, das Augenmerk der Öffentlichkeit auf dieses Gebiet zu lenken, die vorhandenen Mißstände aufzudecken und zu untersuchen, wie dieselben am besten beseitigt werden können. In Stolp in Pommern, einem zirka 32000 Einwohner zählenden Städtchen, ist die Languettenarbeit sehr verbreitet. Man wird sich von dem Umfang dieser Industrie einen Begriff machen können, wenn man hört, daß Fachleute den Wert der in Stolp angefertigten Languettenarbeit auf jährlich ungefähr eine halb« Million Mark berechnen. Ausgeführt wird die Arbeit von Frauen und Töchtern hiesiger Proletarier; man schätzt die Zahl der in Bettacht kommenden Personen auf über 1000. Man kann beobachten, daß Arbesterinnen, welche auf diese Art ihren Lebensunterhalt verdienen müssen, von 6 Uhr morgens bis 10, ja sog« bis 12 Uhr nachts arbeiten. Nur die Einnahme ihr« kärglichen Mahlzeiten schafft kurze Unterbrechungen. T« Lohn für diese 12 bis 15 stündige Arbeit beträgt dann(abs nur für sehr eingearbeitete und flinke Personen) 1,20 bü 1,50 Mk. Der Stundenlohn bei bestbezahlter Arbeit und iü> erstklassige Arbeiterinnen geht nicht über 10 Pf. hinaus, wob« noch zu bemerken ist, daß die Arbeiterin das S tick gar» selbst bezahlen muß. Ter Nettoverdienst ist deshalb nu! ungefähr 9 Pf. pro Stunde. Die Preise selbst stellen siü folgendermaßen: Eine sogenannte„große dreiteilige Stickerei' wird pro Meter mit 33 Pf. bezahlt. Die Arbeitszeit beträgt für eine Durchschnittsarbeiterin zirka 4 Stunden. Ein„großer Vre» teiliger Schwanz" bringt der Arbeiterin 60 Pf. pro Meter ein; Arbeitszeit 10'/- bis 11 Stunden für Durchschnitts und zirka 8 Stunden für geübte Arbeiterinnen. Zu dieser Arbeit gehören noch Knötchen; da der Verdienst bei diese» etwas besser ist, wird eine gute Arbeiterin einen Stundenloh» von 10 Pf. erreichen können. Die„hohe, spitze Schuppen» arbeit" wird den Arbeiterinnen mit 35 Pf. pro Meter b»» zahlt. Die Arbeitszeit ist auch hier durchschnittlich 3'/> bil 4 Stunden für erste, 5 bis 6 Stunden für gewöhnliche Ar» beiterinnen.— Diese Beispiele ließen sich beliebig vtt» mehren. Nie wird der Stundenlohn von 10 Pf. über» schritten, dagegen sind 5, ja sogar 4 Pf. nichts Seltenes Wenn die Stickerei, welche mittels Schablonen vorgezeichnel wird, ausgeführt worden ist, müssen die Arbeiterinnen dü Spitzen und Rundungen ausschneiden, eine Arbeit, z» welcher Schulmädchen und Lehrpersonen zugezogen werden. Bei den oben angeführten Zeitberechnungen ist jedoch die zum Ausschneiden nötige Arbeitszeit miteingerechnet. Daß bei dem kargen Verdienst alle Mißstände sich doppell fühlbar machen, ist selbstverständlich. Der größte Teil dieser Arbeiterinnen ist hohläugig und nervös. Tuberkulose und Unterleibskrankheiten, sowie alle Anzeichen dauernder Unter» ernährung sind unter diesen Ausgebeuteten sehr verbreitet. Kein Wunder, daß man unter den schlechtbezahlten Stickerinnen zahlreiche Prostituierte findet! Ein gutes Ausbeutungsobjekt sind die sogenannten Lernen» den. 4 bis 6, oft auch 8 Wochen Lehrzeit ohne Vergütung haben diese Personen durchzumachen. Dabei haben die» selben— meist schulentlassene Mädchen— eine I2stündige Arbeitszeit und müssen obendrein ein Lehrgeld von 3 bck 5 Mk. zahlen. So manche Arbeiterfrau, selbst ausgebeutet, beutet nun ihrerseits die Arbeitskast von 3 bis 4 solcher jungen Personen aus und erhöht dadurch das Einkomme» ihrer Familie um ein Geringes.— Da zu der Languetten» arbeit eine große Fingerfertigkeit gehört, die sich nicht>» 4 bis 8 Wochen anlernen läßt, so erreicht das Mädchen nach vollendeter Lehrzeit bei 12 stündiger Arbeit kaum einen Tag» lohn von 60 Pf. Wie sehr die Gesundheit bei derartigst Überanstrengung leidet, braucht wohl keines Ben>e>,rS,� � Languettenarbeit wird nicht nur zur Garnierung vo» Damenwäsche— Hemden, Beinkleider und Nachtjacken benutzt, sondern findet auch Verwendung für Bettwäsche- Zierdeckchen usw. Wohl in keiner anderen Branche ist die Zwischenmeister«' so verbreitet wie in der Languettenstickerei. Die Absatzgebiet» für diese Arbeit find fast ausschließlich die großen west- und süddeutschen Städte, ferner Hamburg, Berlin und zum Teil auch Breslau. Beamten- und Bürgerfrauen vermitteln de» Verkehr, das heißt sind die Ausgeberinnen, welche den Prei? sowohl mit dem Fabrikanten als auch mit den Arbeiterinn«» vereinbaren. Die Arbeit der Zwischenmeisterinnen oder, wi« dieselben hier genannt werden, der Ausgeberinnen besteht außer der Vermittlung zwischen Geschäften und Arbeit«» rinnen noch in dem Aufzeichnen der Languetten, einer Arbeit, zu welcher sie häufig Auszeichnerinnen annehmen, oder die sie gegen eine minimale Vergütung der Arbeiterin üb«»» tragen.— Das Geschäft der Ausgeberin ist recht einträglich- Während die geübtesten Arbeitsbienen kaum in der Lage sind» 10 bis 12 Mk. wöchentlich zu verdienen, bringt es die Ausgeberin, die Drohne der Heimarbeit, mit Leichtigkest a»! wöchentlich 36 bis 42 Mk. Aber damit nicht genug: sst verschafft sich noch eine andere Einnahmequelle. Ist näw' lich eine Ausgeberin nicht in der Lage, die Bestellung«" ihrer Firmen— häufig hat sie deren drei bis vier— recht» zeitig auszuführen, so„verkauft" sie eines oder zwei dies«« Geschäfte, das heißt sie empfiehlt der betteffenden Firw» eine ander«„Dame", wofür sie dann von der Nachfolgers zirka 50 Mk. erhält. Ich kenne Ausgeberinnen, welche durch diesen zum Teil recht schwunghaften Handel sich ei» Nebeneinkommen von 300 bis 400 Mk. verschaff«»' wohlgemerkt nur durch das sogenannte Verkauf«» der Geschäfte.— Die Arbeiterinnen erfahren die Adresse» der eigentlichen Arbeitgeber nie. Da sie aber auch wofü kaum in der Lage wären, eine kleine Kaution zu stellen,!» würde ihnen mit den Adreffen nicht viel geholfen sein. Geschäft der Ausgeberinnen, deren Arbeit in umgekehrt«»' Verhältnis zu ihrem Verdienst steht, ist also äußerst lohnend, während die Arbeiterin sich bei überlanger Arbeitszeit und elendem Lohn körperlich zugrunde richtet. Für alle Arbeiter und Arbeiterinnen kann allein die O? ganisation zur Hebung der wirtschaftlichen Lage beitrage»- Den LangPttenstickerinnen ist das schon tausendmal g«' predigt worden. Da die Frauen und Mädchen größtenteils Angehörige gewerkschaftlich organisierter Arbeiter sind, ff sollte es eigentlich nicht so schwer sein, sie für den Orga»'' sationsgedanken zu gewinnen. Wir haben versucht, die" Heimarbeiterinnen dem Textilarbeiterverband zuzuführ«»» der denn auch eine rege Agitatton entfaltete. Es gelauü» eine Zahlstelle mit ungefähr 40 Mitgliedern ins Leben i» rufen, jedoch ist dieselbe nach kurzem Bestand wieder«>»' gegangen. Der Hauptgrund dafür war wohl, daß den eleu» r. 11 Nr. 11 " Die Gleichheit dieser Beziehung zu versehen haben, das lehren ihnen die hauenden Schuhmannssäbel bei den Wahlrechtsdemonftrationen im Januar und die Gerichtssprüche, welche die Säbel nachträglich segneten. bezahlten Arbeiterinnen der Verbandsbeitrag zu hoch eroga fchien. Schon einige Jahre vorher hatten es Hirsch ihre Dunckersche Organisationen versucht, die Stolper HeimDe arbeiterinnen zu einem Ortsverein der Näherinnen und abe Stickerinnen" zu vereinigen, jedoch ebenfalls mit negativem Obi Erfolg. Seit einiger Zeit bemühen sich die christlichen Gezur Aufrechterhaltung der Ordnung" tut, kommt dem für wertschaften um die Gunst dieser schändlich ausgebeuteten obe Frauen. Es sollen sich nach einem Vortrag von Fräulein ar Behm vom Verband christlicher Heimarbeiter zirka 70 Arnur beiterinnen gefunden haben, welche bevormundet und besid muttert zu werden wünschen. Trotz der Mitwirkung sämterei licher Pastoren sowie des evangelischen Frauenvereins trägt t für auch diese Organisation bereits den Todeskeim in sich. drei Mögen die Arbeiterinnen erkennen, daß nur auf Grund Teter der Selbsthilfe und des gewerkschaftlichen Vorgehens ihre itt Lebenlage gebessert werden kann. Mögen sie die dumpfe iefer Gleichgültigkeit abschütteln und in Scharen eintreten in den esen Deutschen Tertilarbeiterverband, der allein imstande ist, lohn ihnen zu befferer Bezahlung und damit zu einer menschenpen würdigeren Existenz zu verhelfen. Hermann Flatom, Stolp i. Pomm. be bi Ar ver ber nes hnet die ens ing aduct Gegen die Juristenweisheit und Polizeiallmacht des preußischen Kapitalistenstaates. Gegen die als Gerechtigkeit und Ordnung vermummte zu Macht der ausbeutenden Klassen Junkertum und Bourben geoisie innig gesellt müssen die Frauen der werktätigen die Massen bei den bevorstehenden Landtagswahlen mit aller Energie und Hingabe den Kampf aufnehmen. Die kapitapelt liftenstaatliche Juristenweisheit und Polizeigewalt, welche efer Preußens öffentliches Leben beherrschen, zählen zu ihren and bösartigsten Feinden, zu den schlimmsten Feinden ihrer ter Klasse. Was alles hat Juristenweisheit nicht schon heilig Etet. gesprochen oder verdammt im Namen eines Rechtes, das Ede sich bei genauer Betrachtung als die nackte Macht der befizenden Minderheit entpuppt. Denn in einer Gesellschaft, die sich auf dem Privateigentum aufbaut und in der Folge von den Klassengegensätzen zwischen Reichen und Armen, Herren und Knechten, Ausbeutern und Ausgebeuteten zerflüftet ige wird, gilt der Satz: Sei in der Macht, und du wohnest im Recht." Umsonst trägt die Göttin der Gerechtigkeit eine tet, Binde vor den Augen, um ohne Ansehen der Person zu her wägen und zu richten. Sie gehört ihrer Abstammung, ihrer Erziehung, ihrer Lebensstellung und Lebensgewohnheit nach zu der herrschenden Minderheit, sie besitzt die feine Witterung ihres Klüngels für den nicht salonfähigen Armeleutegeruch, ach und so weiß die hohe Dame auch mit verbundenen Augen, wer vor ihr steht, und was ihres Amtes ist im Klassenstaat. Der allgewaltige Polizeifnüttel erweist sich aber als ein getreuer Helfer der Klassenjustiz. Er waltet seiner Pflicht als spürender, auslegsfreudiger, fauststarker Vor- und Nachrichter, der eine Ordnung schützt, welche den Nichtbesitzenden he heilig sein soll, weil sie den Besitzenden Reichtum und Macht bringt. ens ags ger on rei ete and eil en eis en ie ht te it, Die ers h. 8, 85 uf te 215 ts er a h 11 11 0 3 D 3 1 + " Was die Justiz zur Pflege des Rechts" und die Polizei preußischen Volt nicht wenig zu stehen. Die Justiz erfordert einen Jahresaufwand von 133 Millionen Mart, zu denen sich noch reichlich 19 Millionen für Gefängnisse und Zuchthäuser fügen. Für die Polizei darf das preußische Volf mehr als 58 Millionen blechen, und unter den 8 Millionen, die für allgemeine Ausgaben in ihrem Interesse vorgesehen sind, befinden sich 300 000 Mt. zu geheimer" Verwendung. Die Spatzen pfeifen von den Dächern, was darunter zu verstehen ist: nicht an letzter Stelle die Bezahlung der Spione, die sich unter den verschiedensten Namen in sozialdemokratische Wahlvereine einschleichen und unter dem tämpfenden Proletariat die Rolle von Lockspiteln spielen. Zur Förderung der Für sorge für entlassene Strafgefangene und Fürsorgezöglinge verausgabt Preußen ganze 34000 t. 300 000 Mt. für die Züchtung von Spigeln, mehr als 200 Millionen, um die Respektierung der Gesetze zu überwachen und zu erzwingen, um Gesetzesübertretungen nachzuweisen und zu bestrafen, um den Habenichtsen die Achtung vor der Macht des Geldsacks einzubleuen 34000 Mt., um Unglückselige zu bessern und vor erneutem Fall zu bewahren. Verrücktheit und Verruchtheit, dein Name ist kapitalistische Ordnung! Woher stammen aber die vielen Millionen, die ein Justizund Polizeiwesen erhalten, das durch Tat und Unterlassungsfünden bekundet, daß es Bein vom Bein und Fleisch vom Fleisch der bestehenden Ordnung ist, welche auf der Ausbeutung und Knechtung des Menschen durch den Menschen beruht? Zum größten Teil vom arbeitenden Volt, und da her müssen auch die Arbeiterinnen und Arbeiterfrauen mit ihren Mühen und Entbehrungen sie zusammenbringen helfen. Die Einnahmequellen des preußischen Staats werden in der Hauptsache durch die Arbeit der Armen und Kleinen im Lande gespeist. Auch niedrige Einkommen sind mit direkten Steuern belastet, in den staatlichen Betrieben werden durch rücksichtslose Ausbeutung überschüsse aus den Arbeitern und subalternen Beamten herausgequetscht, und die Millionen, welche als Steuerleistungen der Reichen und Sehrreichen gelten, sind in Wirklichkeit Arbeitsfrüchte der Massen, die in Landwirtschaft, Industrie, Handel und Vertehrswesen Gott Mammon tributpflichtig sind und daher mit ihrem Schuften und Schanzen die Besitzenden erhalten, auch wenn sie arbeits los wie die Lilien auf dem Felde eri stieren. Die Proletarierinnen und die Ihrigen zahlen also für den Unterhalt der Organe, die vor allem ihrer eigenen Unterdrückung und Ausbeutung dienen. 97 c. Kurhessische Verordnung vom 18. Mai 1801, das Gesinbewesen in den Landstädten und auf dem Lande be+-end. d. Gesindeordnung für die Altpreußischen Provinzen vom 8. November 1810. e. Verordnung vom 28. Dezember 1816, das Gesindewesen in dem Großherzogtum Fulda betreffend. f. Nassauische Verordnung, die Dienstverhältnisse des Ges findes betreffend, vom 15. Mai 1819. g. Gesindeordnung für die freie Stadt Frankfurt a. M. und deren Gebiet vom 5. März 1822. h. Dienstbotenverordnung für den Regierungsbezirk Osnabrück vom 28. April 1838. i. Gesindeordnung für Schleswig- Holstein vom 25. Februar 1840. k. Allgemeine Dienstbotenordnung für das Fürstentum Hohenzollern- Sigmaringen vom 31. Januar 1843. 1. Allgemeine Dienstbotenordnung für das Fürstentum Hohenzollern- Hechingen vom 30. Dezember 1843. m. Gesindeordnung für die Herzogtümer Bremen und Verden vom 12. April 1844. n. Dienstbotenordnung für die LanddrostenbezirkeHannover, Hildesheim, Lüneburg und für den Harzbezirk vom 15. August 1844. o. Gesindeordnung für die Rheinprovinz vom 19. Aug. 1844. p. Gesindeordnung für Neu- Vorpommern und Rügen vom 11. April 1845. q. Dienstbotenordnung für das Land Hadeln vom 11. Ottober 1853. r. Großherzoglich Hessische Verordnung, die polizeiliche Aufsicht über die Dienstboten betr., vom 7. April 1857. s. Landgräflich Hessische Verordnung vom 9. Oktober 1857. t. Dienstbotenverordnung für Ostfriesland und Hagelinger Land vom 10. Juli 1859. 2. Bayern: 3. Sachsen: 4. Württemberg: 5. Baden: 6. Hessen: 7. Mecklenburg- Schwerin: 8. Sachsen- Weimar: 9. Mecklenburg- Strelit: 10. Oldenburg: 11. Braunschweig: 12. Sachsen- Meiningen: 13. Sachsen- Altenburg: 14. Sachsen- Koburg- Gotha: 15. Anhalt: 16. Schwarzburg- Rudolstadt: vom 9. Juni 1899. 31. Mai 1898. 28. Juli 1899. 20. August 1898. vom 3. August 1899. 9. April 1899. 11. Oftober 1899. 9. April 1899. 15. Mai 1899. 16. August 1899. 12. März 1901. 25. November 1897. 8. Dezember 1899. 21. April 1899. 28. Februar 1900. 17. Schwarzburg- Sondershausen: 29. Juli 1899. 18. Waldeck: vom 25. März 1828. vom 11. November 1893. vom 14. August 1899. 17. November 1899. An diesem Stand der Dinge wird durch das Reichs14. März 1850. Mit Zu vereinsgesetz sogar auf dem Gebiet, das in Frage kommt, sätzen und Abänderungen vom 31. März 1856, 22. De nur wenig geändert werden. Wohl können die Nücken und zember 1860, 9. Dezember 1891 und Artikel 11 des Tücken gegen die politisch und gewerkschaftlich kämpfenden Ausführungsgefehes zum Bürgerlichen Gesetzbuch. Frauen des werktätigen Volkes und damit gegen die gesamte 19. Reuß ältere Linie: Arbeiterklasse nicht mehr mit der Rechtlosigkeit des weib- 20. Reuß jüngere Linie: lichen Geschlechts gedeckt werden. Aber unterbleiben werden 21. Schaumburg- Lippe: Das haben die Proletarierinnen mehr als einmal er- sie deshalb nicht, unter anderer Flagge sind sie auch in 22. Lippe: fahren. Vor allem dann, wenn sie als Kämpferinnen für Bukunft gewiß. Das vereinsgefeßliche Unrecht gegen die 23. Lübed: ihr Menschen- und Bürgerrecht, für das Recht und die Jugendlichen und die Fremdsprachigen öffnet ihnen Tür 24. Bremen: Freiheit der Arbeiterklasse gegen die endlich verscharrte Be- und Tor, von der Fülle der Macht zu schweigen, welche das stimmung des vereinsrechtlichen„ Juwels" gesündigt haben neue Gesetz in die Hände der Polizeibehörden legt. Die Aussollten, nach der Frauen, halben Kindern gleichgeachtet, führungsbestimmungen zu diesem, die gerade in Preußen 25. Hamburg: von politischen Vereinen und ihren Versammlungen aus- erlassen sind, versprechen dem Proletariat nichts Gutes, und geschlossen waren. Wie oft ist nicht die Organisation es hat aus der Erfahrung langer Jahre gelernt, daß 26. Elsaß- Lothringen: zertrümmert worden, die sie sich zu Schutz und Polizeier und Juristen in Preußen genau wissen, was ihre Pflicht im Klassenstaat ist. 19. Juli 1899. 22. Juni 1894.( Abgeändert durch das Ausführungsgesetz zum Bürgerlichen Gesetzbuch vom 18. Juli 1899). vom 7. Dezember 1898.( Mit Abänderungen vom 11. Oktober 1901). vom 26. Juli 1903. Trutz gegen die Kapitalistenklassen und ihren Staat zu Neunte Generalversammlung schaffen strebten, und die sie aufbauten mit Hellern, die Solange aber Junker und Scharfmacher so unumschränkt ihrer Armut abgedarbt waren, mit Stunden und Kräften, herrschen, wie es dank der Dreiklassenschmach in Preußen des Verbandes deutscher Tertilarbeiter. die sie ihrem Ruhebedürfnis, ihrer Ermüdung abgerungen der Fall ist, werden sich auch Justiz und Polizei als Mägde Vom 4. bis zum 9. Mai hat im Gewerkschaftshaus zu hatten. Nicht bloß die politische, auch die gewerkschaftliche der Interessen der herrschenden Klassen erweisen, mögen Betätigung der proletarischen Frauen wurde wieder von diese nun durch blaues Blut oder durch rotes, gleißendes Leipzig die Generalversammlung des Textilarbeiterverbandes Polizeifauft und Richterscharfsinn im Bunde unter Berufung Gold geadelt fein. Juristenweisheit und Büttelgewalt, getagt. An ihr nahmen 175 Delegierte teil, darunter nur zwei auf die politische Rechtlosigkeit des weiblichen Geschlechts zu welche dem um Brot, Bildung und Freiheit ringenden weibliche; außerdem Umbreit als Vertreter der Generallähmen gesucht. Aber das„ Auge des Gesetzes" schlief, und Proletariat so oft in den Arm fallen, wurzeln in der kommission und Brezina- Wien als Gast. Die reichhaltige die Hand der Ordnung" spielte liebenswürdig schäfernd politischen Macht der Besitzenden, welche in dem Geldsacks Tagesordnung umfaßte folgende 10 Punkte: 1. Geschäfts- und mit der Säbelfordel, wenn Damen der besitzenden Klassen parlament verkörpert ist. Jeder Streich, der gegen dieses Rassenbericht. 2. Bericht über die Fachzeitung. 3. Arbeitslosenim Zirkus Busch, in Flottenvereinen oder in frauenrecht- 3winguri geführt wird, trifft auch fie. Proletarierinnen, unterstützung und Festsetzung der Verbandsbeiträge. 4. Einfühlerischen Organisationen sich um die vereinsrechtlichen nutzt die Gelegenheit, Abrechnung mit Gewalten zu halten, rung von Arbeitsnachweisen. 5. Streits und Lohnbewegungen. Zerte nicht fümmerten. deren Kulturwidrigkeit, deren Feindseligkeit ihr so hart 6. Die internationale Textilarbeiterbewegung. 7. Innere BerUnd wie zahlreich sind nicht die Fälle, in denen Ar- empfindet. In den Kampf für einen glänzenden Triumph waltungsangelegenheiten. 8. Die Arbeiterin in der Textil beiterinnen, Arbeiterfrauen aufs schwerste in ihren Inter- der Sozialdemokratie bei den Wahlen! In den Kampf gegen industrie. 9. Wahl der besoldeten Vorstandsmitglieder. effen durch Urteile gegen gewerkschaftlich kämpfende Ar die Dreiklaffenschande und für die Eroberung des Wahl- 10. Bestimmung des Ortes, wo die nächste Generalversammbeiter, durch die Eingriffe der Polizei in das wirtschaft- rechts aller Großjährigen ohne Unterschied des Geschlechts! lung stattfindet. liche Ringen zwischen Kapital und Arbeit getroffen| worden sind. Berliner Metallarbeiterinnen wurden als Streifposten verhaftet und verknurrt, Arbeiter, Familienväter, die die Interessen ihrer Berufsgenossen und ihrer Gesindeordnungstabelle. Angehörigen, das Recht ihrer Organisation gewahrt hatten, Welche Mannigfaltigkeit auf dem Gebiete des Gesinde wanderten als Verbrecher hinter Schloß und Riegel. Gar rechts herrscht, zeigt nachfolgende Zusammenstellung, in der mancher Richterspruch fiel, der von den Massen als„ Blut- lediglich die Gesindeordnungen ohne Zufügung der besonderen urteil" empfunden wurde, und mehr als eine polizeiliche gegen das Gesinde in den einzelnen deutschen Vaterländern Maßnahme gegen Streifende dünfte diesen raffiniert aus getlügelte Spitzfindigkeit oder brutale Gewalt. Denn mochten sich Urteile und Eingriffe auf die Paragraphen über groben Unfug, Erpressung und Landsriedensbruch oder auf verfehrspolizeiliche Vorschriften berufen: stets führten sie zur Knebelung der Koalitionsfreiheit des werktätigen Voltes, Materie gefunden: stets waren sie vom Geist der besitzenden und herrschenden trifft auf all die politischen Tendenzprozesse und Urteile gegen Vorkämpfer des flassenbewußten Proletariats zu, wie auf die Polizeipraris im politischen Kampfe. Wessen die Frauen und Männer der ausgebeuteten Mehrheit sich in! Nach Erledigung der üblichen Begrüßungen und Formaylitäten ergänzte Hübsch den gedruckt vorliegenden Tätig teitsbericht. Die Mitgliederzahl des Verbandes ist auf 126 000 angewachsen, darunter 46 500 weibliche. Die Zahl der letzteren ist um 20 517 gestiegen, das ist um 79,2 Prozent. Birka 500 000 Tertilarbeiter sind leider trotz des guten Fortschritts noch unorganisiert. Die Fluktuation der Mitglieder war eine ziemlich große. Um ihr entgegenzuwirken, hat die Zentralfasse Zuschüsse zu der Anstellung von Lokalbeamten gewährt. Ihre Tätigkeit hat sich bewährt, ebenso wie die Einteilung in Gaue, wenngleich sich nicht alle derselben gleich gut entwickelt haben. Besonders erfreu= lich ist der Aufschwung der Organisation in Sachsen, wo die leitenden Kollegen trotz der Verlegung des Verbandsorgans nach Berlin nach wie vor in bester Einmütigkeit mit dem Vorstand zusammenarbeiten. In der Berichtszeit fanden 2375 öffentliche und 1281 Mitgliederversammlungen statt und 747.800 Flugblätter wurden verteilt. Der Verband veranlaßte auch eine planmäßige Hausagitation, die sich über das ganze Reich erstreckte, besonders auch der Gebestehenden Ausnahmegefeße enthalten find. Die Verschieden heit der Rechtssagungen erschwert auch abgesehen von dem mittelalterlichen Inhalt der Gefindeordnungen die Rechtsverfolgung dem Gesinde ungemein. Und doch hat die Reichsregierung noch keine Zeit zur einheitlichen Regelung dieser 1. Preußen hat 19 Gesindeordnungen, nämlich folgende, dem Alter nach geordnete: a. Dienstbotenedikt für das Herzogtum Lauenburg vom 22. Dezember 1732. b. Gesindeordnung für die Stadt Kassel, Marburg, Rintelen und Hanau vom 15. Mai 1797. 98 Die Gleichheit Nr. l l N winnung weiblicher Mitglieder und einer Stärkung der proletarischen Frauenbewegung dienen sollte und mittels einer Spezialnummer des.Textilarbeiters" und der„Gleichheit" betrieben wurde. Leider hat eine ganze Anzahl Ortsverwaltungen bei dieser Agitation so gut wie vollständig versagt. Nach Wochen lagen dort noch ganze Ballen der Agitationsexemplare. Immerhin sind durch die Hausagitation dort, wo sie eifrig betrieben wurde, gute Erfolge erzielt worden. Die Verteilung der„Gleichheit" im letzten November brachte ihr 1646 neue Abonnenten, dem Verband 34S6 bezw. b(XX) Mitglieder. Es fanden 92 Angriffstreiks, 37 Abwehrstreiks und 8 Aussperrungen statt, an denen insgesamt 61 000 Personen beteiligt waren. Von den Angriffstreiks gingen nur S verloren, 46 brachten einen vollen, 35 einen tellweisen Erfolg, 2 waren zurzeit noch nicht beendet. Dagegen verlief die Hälfte der Abwehrstreiks erfolglos. Wesentliche Erfolge erzielte der Verband mit Lohnbewegungen ohne Streiks; in 303 Fällen wurden die Forderungen der Arbeiterschaft bewilligt, ehe es zu einem Kampfe kam. Der erstattete Bericht beschäftigte sich eingehend mit mehreren Kämpfen, die unbedacht und nicht genügend vorbereitet aufgenommen oder gegen alle einsichtsvollen Erwägungen fortgesetzt worden waren. Ihr unvermeidlicher Mißerfolg wurde zum Ausgangspunkt häßlicher Angriffe und Stänkereien gegen die Verbandsleitung usw. sowie höchst schädigender Quertreibereien gegen die Organisation. Der Kassenbericht, den Zehms erstattete, der Bericht des Ausschusses, von Vetterlein gegeben, und derjenige der Redaktion des Verbandsorgans, den Wagen er vortrug, vervollständigten da? Bild von der gesunden Entwicklung, welche die Organisation der Textilarbeiter genommen hat. Vom 1. Oktober 1906 bis 30. September 1907 betrugen die Einnahmen 2239 426 Mk. Der Verband verausgabte in dieser Zeit 870940 Mk., gleich 40,81 Prozent seiner Ausgaben für Kampfeszwecke, 16 Prozent für Unterstützungszwecke. Die Fachzeitung„Der Textilarbeiter" hat sich viele Freunde erworben. Sie ist dank der Anstellung eines weiteren Redakteurs inhaltlich viel besser geworden und wirkt in engster Fühlung mit dem Verbandsvorstand, an dessen Sitz sie erscheint. In der Diskussion nahmen natürlich die von Hübsch kritisierten Streiks und Stänkereien einen breiten Raum ein. Zu besonders ausführlichen und lebhaften Auseinandersetzungen führte die unglückselige Bewegung der Krefelder Stoffweber und die seither von gewissen Krakeelern unterhaltenen Quertreibereien. Sie endeten mit dem Ausschluß von fünf Hauptschuldigen. Über Arbeitslosenunterstützung und Festsetzung der Verbandsbeiträge referierte Schräder. Er behandelte zuerst die Frage der Beitragserhöhung, die er als eine Kardinalsrage bezeichnete. Sie müsse unabhängig von der Frage der Arbeitslosenunterstützung geprüft und entschieden werden, da von der Höhe der Beiträge die Aktionsfähigkeit des Verbandes abhängt. Die Anschauung, daß niedrige Beiträge dem Verband viele Mitglieder werben, ist zum Glück fast völlig verschwunden. Die Kriegsführung zwischen Kapital und Arbeit ist eine andere geworden. Immer zahlreicher werden die großen, langen, schweren Kämpfe, bei denen es nicht mehr bloß um die Forderungen der Arbeiterschaft geht, sondern um das Ansehen, um die Existenz ihrer Gewerkschaft, die sie schützt. Der Verband muß daher weit mehr finanzielle Kampfesmittel aufspeichern wie früher, um gerüstet, um widerstandsfähig zu sein. Er bedarf also höherer Beiträge, um seine Kampfesposition zu stärken. Die Staffelung der Beiträge mit vier Klaffen muß beibehalten werden, denn es ist notwendig, daß sie nach allen Seiten hin praktisch erprobt wird. Außerdem ist aber eine Erhöhung der Beiträge in allen Klaffen um 10 Pf. unerläßlich geworden. Die Einführung der Arbeitslosenunterstützung ist im Prinzip bereits von der Generalversammlung in Mühlhausen beschlossen ivorden. Nun handelt es sich aber um die Frage ihrer praktischen Durchführung. Der Vorstand hat dazu auf Grund des erhobenen statistischen Materials und reiflicher Prüfung ein Regulativ ausgearbeitet. In der Sache selbst hat sich ebenfalls eine begrüßenswerte Wandlung der Ansichten vollzogen. Früher wurde die Einführung der Arbeitslosenunterstützung prinzipiell abgelehnt. Es überwog die Meinung, Staat und Gesellschaft hätten für die bedauernswerten Opfer der kapitalistischen Ausbeutungswirtschaft zu sorgen. Heute wissen die Arbeiter, was sie von der Gesetzgebung des kapitalistischen Klassenstaats zu erwarten haben. Daher gehen sie daran, durch ihre Gewerkschaften auf dem Wege der Selbsthilfe auch die Arbeitslosen zu unterstützen. Diese Unterstützung schwächt nicht den Kampfescharakter der Organisation, dafür sorgen schon die Herren Unternehmer. Wohl aber stärkt sie ihre Kampfeskraft, denn sie erhält ihr Klaffenkämpfer und wirbt ihr neue Mitglieder. Gegenstandslos ist die praktische Besorgnis, die Arbeitslosenunterstützung könne zu viel Mittel verschlingen und dadurch die Aktionsfähigkeit des Verbmides erschüttern. Das Gegenteil trifft zu; sie fesselt die Mitglieder an den Verband und wirkt dadurch deren Fluktuation entgegen. Weil der Vorstand sich in Anbetracht der Lage verpflichtet fühlte, vorsichtig vorzugehen, hat er von der Einführung einer Erwerbslosenunterstützung abgesehen, die Beistand für Kranke und Arbeitslose vereinigt. Er hat ferner nicht zu hoch angesetzt, was der Verband bieten soll. Er mußte damit rechnen, daß die Einführung der neuen Unterstützung in die Zeit der Krise fällt, und daß sie ohne Karenzzeit in Kraft treten soll. Die Interessen der weiblichen Mitglieder an der Einrichtuug sind voll geivahrt. Im Falle der Arbeitslosigkeit sollen sie nicht niedriger«, sondern die ihrer Beitragsklasse entsprechenden Unterstützungssätze erhalten. Das vom Vorstand ausgearbeitete Regulativ verbürgt, daß ein Teil der Mehreinnahme infolge der höheren Beiträge für die wirtschaftlichen Kämpfe verbleibt. Im Prinzip waren alle Diskussionsredner mit der Erhöhung der Beiträge einverstanden. Der Einführung der Arbeitslosenunterstützung erstanden überwiegend Befürworter. Besonders wirkungsvoll waren die trefflichen sachlichen Ausführungen, welche Umbreit, Reimes und Kotzke zu der Frage machten. Diese drei wiesen von verschiedenen Gesichtspunkten aus scharf nach, daß die bürgerlichen Gesetzgeber sich so lange als nur möglich gegen eine wirksame Unterstützung der Arbeitslosen sträuben, eventuell aber dafür sorgen würden, daß diese Einrichtung ein Kampfesmittel gegen die Gewerkschaften, gegen die politisch organisierten Arbeiter werde. Kotzke berief sich in diesem Zusammenhang auf seine Erfahrungen in der Armenverwaltung zu Berlin, die er als Stadtverordneter gut kennt. Reimes hob das Interesse hervor, das die Unternehmer an dem Vorhandensein einer zahlreichen industriellen Reservearmee haben, sowie daran, durch die Arbeitslosenunterstützung den Arbeitsnachweis in die Hand zu bekommen. Wie wichtig es sei. die Arbeitslosenunterstützung als Kampfesmittel den Gewerkschaften zu erhalten, begründete Umbreit näher, der außerdem an der Hand des vom Vorstand verarbeiteten wertvollen Zahlenmaterials nachwies, daß der Verband bei einer angemessenen Karenzzeit sogar ohne Beitragserhöhung die Arbeitslosenunterstützung durchführen könne. Die Generaloersammlung beschloß in namentlicher Abstimmung die Erhöhung der Beiträge in allen Klassen um 10 Pf. und sie nahm das nur unwesentlich abgeänderte Regulativ des Vorstandes zur Arbeitslosenunterstützung an, die mit dem 1. Oktober 1908 in Kraft treten soll. Wir werden die betreffenden Bestimmungen in nächster Nummer veröffentlichen. Die Einführung von Arbeitsnachweisen erörterte Krätzig in instruktiven anregenden Ausführungen. Er legte einen detaillierten Plan vor, nach dem das ganze Verbandsgebiet mit örtlichen Arbeitsnachweisen überzogen werden soll, die in den einzelnen Gauen in einem Gauarbeitsnachweis zusammengefaßt werden, deren Spitze ein Zentralarbeitsnachweis bildet, welcher in den Händen des Zentralvorstandes ruht. Die Generalversammlung trat dem Plan durch Annahme einer diesbezüglichen Resolution bei. über Streiks und Lohnbewegungen hielt Jäckel im internen Kreis einen gut durchdachten Vortrag, der wertvolle Anregungen taktischer Natur gab und prinzipielle Schärfe mit klarer Würdigung der vorliegenden tatsächlichen Verhältnisse vereinigte. Nachstehende Resolution soll als Richtschnur für die Aktion des Verbandes gelten: „Der Streik ist ein notwendiges und unentbehrliches Kampfesmittel des Proletariats. Die Konzentration der Betriebe und Kapitalien, die Zuspitzung der Gegensätze zwischen Arbeiter und Kapitalisten, die Vereinigung der Unternehmer zu Kampfeszwecken und viele andere aus der fortschreitenden Entwicklung resultierende Umstände lassen jedoch nur gut organisierten Lohnbewegungen und Streiks Aussichten auf Erfolg. Diese Aussichten auf dauernden Erfolg sind weiter nur dann vorhanden, wenn die Kämpfe geführt werden von organisierten, strengste Disziplin bewahrenden Arbeitern. Die Bestimmungen des Statuts und die im Leitfaden gegebenen Anweisungen sind gewissenhaft zu beobachten. Verletzung dieser Pflichten muß notwendig Verweigerung eventuell sich notwendig machender finanzieller wenden Branchen am Orte und Kommissionen, welche dauernd statistisches Material über die Lohn- und Arbeitsbedingungen sammeln und aufbereiten, sollten Hand in Hand mit den Verwaltungen arbeiten. Geschieht das, so werden die Mitgliederversammlungen interessant und aufklärend und daher gern besucht, dann wird aber auch vorzügliches Material für die Agitation in größeren Kreisen gesammelt. Die Gauleiter müssen in engster Fühlung mit de» Lokalverwaltungen stehen und als Freunde austreten, die anregen und schulen, und nicht als Diktatoren. Durch verständnisvolle Pflege der Kleinarbeit ihrerseits haben sie beispielgebend zu wirken und in jeder Hinsicht dazu beizutragen, daß die Lokalverwal« tüngen sich zu Musteranstalten entwickeln. Betreffs der gewünschten Anstellung einer Agitatorin für den Gau Süden möge man die Zentralleitung zusammen mit den Gauleitern entscheiden lassen. Es seien Gaue vorhanden. die noch dringender als der Süden einer ständig tätige» Agitatorin bedürften. Wo die Anstellung eines zweiten Beamten nötig werde, könne nicht unter allen Umständen, wie beantragt, eine Frau den zweiten Posten erhalten. Bei der Anstellung dürfe nicht das Geschlecht, sondern lediglich die Tüchtigkeit enrscheiden. Die Wahl muß auf die beste und tüchtigste Kraft fallen, ganz einerlei, ob es ein Mann oder eine Frau ist. Der Verband beginne, Kolleginnen als angestellte Mitarbeiterinnen heranzuziehen. So hat zum Beispiel der Zentralvorstand eine Hilfsarbeiteria angestellt. Die Beteiligung der Frauen an allen Verbandsarbeiten und auch ihre Betrauung mit Ehren- wie mit besoldeten Amtern werde in Zukunft in fortschreitendem Maße erfolgen. Hübsch wies des weiteren nach, daß dem Vorstand ein Mitbestimmungsrecht bei der Anstellung von Lokalbeamten zuerkannt werden müsse, und daß diese aus der Zentralkasse zu besolden seien, der die lokalen Einnahmen nach Abzug von 16 Prozent zufließen sollten. Zur Frag« der Gehaltsregulierung stellte er das Interesse de? Verbandes an leistungsfähigen Funktionären in den Vordergrund und führte auS, das dieses Interesse der Organisation als Arbeitgeber auch die Pflicht auferlege, die Angestellten so zu zahlen, daß sie vor Not geschützt seien, arbeitstüchtig bleiben und ihre Obliegenheiten freudig erfüllen. Im Namen des Ausschuffes beschäftigte sich Betterlein noch mit der Gehaltsfrage der Verbandsangestellten und befürwortete eine Regelung derselben nach den Grundsätzen, die bereits vor sechs Jahren von dem Gewerkschaftskongreß zu Stuttgart formuliert wurden. Die Generalversammlung beschloß nach längerer Debatte eine entsprechende Regelung der Gehälter. Der Zentralvorstand wurde beauftragt, für die Herausgabe einer Geschichte des Textilarbeiterverbandes zu sorgen, die bis zum Jahre 1911 fertig werden soll. Die Generalversammlung nahm außerdem ein« Reihe von Anträgen an, welche den Ausbau des Verbandes und seiner Verwaltung nach den von Hübsch gezeichneten Richtlinien fördern'sollen. über die Agitation unter den Arbeiterinnen, die für den Textilarbeiterverband besonders wichtig ist, referierte Martha Hoppe. Wir veröffentlichen ihren Vortrag in nächster Nummer vollinhaltlich, denn die tüchtige Leistung beleuchtet nicht bloß die Frage der kapitalistisch ausgebeuteten Frauenarbeit vom proletarischen Standpunkt aus, sondern gibt eine Reihe praktischer Anregungen von allgemeinem Wert für die Mitarbeit der Genossinnen in den Gewerkschaften. Dem Antrag R e i m e s entsprechend sah die Generalversammlung von einer Diskusston deS Vortrags selbst ab, dafür wurde die vorliegend« Resolution zum Teil Unterstützung durch den Gesamtverband zur Folge haben. ausiT>as eingehendste und lebhafteste erörtert. Sie lautete: Die Führung der Lohnkämpfe untersteht in allen Fällen»Tie Generalversammlung erklärt: Bei der großen Zahl der dem Zentralvorstand, derselbe entscheidet auch über die �n der Textilindustrie beschäftigten Arbeiterinnen liegt es im Beendigung derselben. In diesem Fall ist möglichst vorher eine Verständigung mit der Ortsverwaltung und denss Interesse des Verbandes und seiner Mitglieder, nicht nur _______________ �____ die bereits Organisierten zu halten, sondern die große Menge Streikenden herbeizuführen. Bei grober Verletzung der! der Indifferenten zu gewinnen, um durch Beseitigung der Verbandsinteresien und vorkommenden Disziplinbruch hat! lohndrückenden Tendenz der weiblichen Arbeitskraft ein« der Vorstand daS Recht, den Ausschluß der in Frage kom-, menden Mitglieder zu verfügen." Da der uns heute zur Verfügung stehende Raum zu Kürze zwingt, werden wir in einer späteren Nummer ar die beiden Referate zurückkoinmen, welche den Arbeiterinne zeigen, mit welchem Ernst und Eifer die Organisation su> die Wahrung der Interessen ihrer Mitglieder angelegen sei> läßt. Wir werden dann auch noch auf die wichtigste Einzelheiten des interessanten Berichts eingehen, den Rösse über die internationale Textilarbeiterbeweguu erstattete. Die Ausführungen des Referenten zeigten, da die Beziehungen zwischen den organisierten Textilarbeitern der verschiedenen Länder immer festere und regelmäßigere werden. Die internationale Solidarität aller in der Textilindustrie Ausgebeuteten bereitet ein internationales Schutz- und Trutzbündnis vor. Der bevorstehende Internationale Textilarbeiterkongreß zu Wien wird es kräftigen. Als internationale Vertrauensleute der organisierten Textilarbeiterschaft Deutschlands wurden Rössel und Wagener wieder gewählt. In seinem Referat über innere Verwaltungsangelegenheiten des Verbands gabHübsch wichtige Fingerzeige für die Praxis. Er betonte stark die Notwendigkeit, die Kleinarbeit noch mehr zu pflegen als seither. Die Organisation muß von unten auf fester, breiter Basis stehen und sich organisch gliedern und aufbauen. Sie hat in der Fabrik einzusetzen. In den meisten Betrieben können Lohnkommissionen oder Vertrauensleute eingesetzt werden, deren Wirken eine gute Grundlage für die Tätigkeit der Lokalverwaltungen schafft. In diese Verwaltungen sollten nur die besten Kräfte gewählt werden, Leute, die alle ausnahmslos mit Hingabe für den Verband zu arbeiten gewillt sind. Fachkommissionen für die verschiedenen in Betracht kom- Verbefferung der Lage der gesamten Textilarbeiterschaft herbeizuführen. Die Versammlung hält hierzu die Mitarbeit weiblicher Personen für unerläßlich notwendig und empfiehlt: 1. Bei den alljährlich stattfindenden Wahlen zur Ortsverwaltung respektive zum Vorstand weibliche Personen mit in den Verwaltungskörper zu wählen. 2. Bei der Anstellung mehr als eines GeschäftMihxers eine für die Agitation befähigte weibliche Persönanzustellen. 3. Filialew die nach Maßgabe ihrer Mitgliederzahl mehr als einen Delegierten zur Generalversammlung entsenden können, sind verpflichtet, auch weibliche Personen zu delegieren. 4. Als hauptsächlichstes Mittel� zur Agitation ist die Presse anzusehen. Um in der Zukunft ersprießlicher auf diesem Gebiet wirken zu können, beschließt die Generalversammlung: Der Zentralvorstand hat mit der Redaktion die Frage zu prüfen, ob und unter welchen Bedingungen in unserer eigenen Regie eine Beilage zum„Textilarbeiter" gegeben werden kann, welche ausschließlich der Agitation unter den Arbeiterinnen dienen soll. Sollte der Zentralvorstand und die Redaktion zu der Erkenntnis kommen, daß die Schaffung einer solchen Beilage vorteilhaft und ohne zu große Kosten möglich sei, so kann vom 1. Januar 1909 ab eine solche Beilage geschaffen werden. Die nächste Generalversammlung soll sodann entscheiden, ob diese Einrichtung eine ständig« werden und als Ersatz für die„Gleichheit" dienen soll." Die Debatte drehte sich ausschließlich um den Passus 4, der. wie Rössel-Berlin erklärte, nur in die Resolution ausgenommen worden sei, um gewisse Pläne zur Verdrängung der„Gleichheit" aus den Kreisen der organisierten Arbeiterinnen zur Erörterung zu bringen. Wie in Erfahrung gebracht, habe die gewerkschaftliche Frauenagitationskommission in Berlin gemeinsam mit der Generalkommission zu diesem Zwecke die Gründung einer besonderen gewerkschaftliche» 101 11 Nr. 11 Die Gleichheit Iche denen der Freifinn als getreuer Blockknappe unter un-, Landtag unmöglich machen. Noch mehr nach dem Herzen schaftsorganisation angehört. Abgesehen von solchen kleinen its genierter Verleugnung seiner früheren Haltung zustimmte. Der Reaktionäre wird der Verfassungsentwurf sein, Erleichterungen bringt dieses neueste Produkt gesetzgeberischer and Seinen Lohn empfing er bei den Wahlprüfungen. Der den die Regierung der beiden Mecklenburg ihrem Weisheit keine erhebliche Verbesserung für die Gewerkdie Block rettete das Mandat des weiland freisinnigen Re- Junkerlandtag vorlegt. Er setzt ein ständisches Wahlrecht schaften, durch die Bestimmungen des Sprachenparagraphen her gierungskandidaten Eickhoff, des Abgeordneten für Lennep- fest: den Großgrundbesitzernder Ritterschaft werden jedoch sogar eine wesentliche Verschlechterung. Und dann für Mettmann, vor näherer Beleuchtung in einer Verhandlung, 21, den Stadtverwaltungen 18, höheren Berufskorporationen bleibt auch noch abzuwarten, wie eifrige Polizeiorgane das iter die so ziemlich das Tollste an Schändung der bisher für 7, den Großherzögen 5 von den 84 Abgeordneten vor- neue Gesetz handhaben und auslegen werden. hen Wahlprüfungen geltenden Grundsätze darstellt, was je da- behalten. Dieses ständische Wahlrecht vereinigt er mit dem Jm Baugewerbe darf nunmehr der Frieden wohl als und gewesen ist. Das Recht wurde unter tätigster Mithilfe des Dreiflassenwahlrecht und dem Pluralwahlrecht. Die ver- gesichert gelten, nachdem auch die Differenzen in Breslau der Freisinns durch die Majorität ersetzt. Eine feige Rache bleibenden 32 Landtagsabgeordneten sollen durch eine und Hamburg mit vieler Mühe beigelegt worden sind. In und wurde hinterher an der Sozialdemokratie genommen, die in Mischung der beiden leztgenannten Systeme verteilt ersterem Orte waren die Arbeiter unbefriedigt von dem Erwab der Verhandlung in schärfster Weise diese Praxis und die werden! Eine scheußlichere Frazze eines Wahlsystems läßt gebnis der Berliner Verhandlungen, in letzterem drohten die ges amtliche Wahlmache bei den Blockwahlen gegeißelt hatte. sich nicht ausdenken. Unternehmer mit einer Aussperrung, wenn einige streifende Bau Das Plenum stieß nämlich den durchaus sachgemäßen Be- Der Rafte der Edelsten und Besten ist jetzt wieder Grund Arbeiterkategorien die Arbeit nicht wieder aufnähmen und den schluß der Wahlprüfungskommission um, der auf Gültigkeits- zu argem Mißvergnügen durch die Enthüllungen eines an die über einzelne Firmen verhängten Bausperren nicht aufDen, erklärung des Mandats des Genossen Schwarz- Lübeck lautete, sich gleichgültigen Beleidigungsprozesses gegeben, den Harden gehoben würden. gen und beschloß erneute Erhebungen. Es war der würdige vor dem Münchener Schöffengericht wider einen bayerischen Die Aussperrung im Pforzheimer Etuisgewerbe ten Abschluß einer Session, die dem deutschen Volke erhebliche Redakteur geführt hat. Enthüllt wurde Fürst Philipp Eulen- ist perfekt geworden. 245 Arbeiter und 151 Arbeiterinnen Den, neue Millionenlasten und unter der Etikette einer Reform burg, die Hauptperson schon in den Berliner Hardenprozessen, in 17 Betrieben sind davon betroffen, während 3 Betriebe ten. und liberalen Errungenschaft ein Ausnahmegesetz beschert hat. als Praktiker der mannmännlichen Liebe und als Mein- mit 83 Beschäftigten nicht ausgesperrt haben. Die UnterDig Das Reichsvereinsgeset ist nun am 15. Mai in eidiger. Zwei Zeugen, die Starnberger Fischer Riedel und nehmerpresse verbreitet die Lüge, daß die Differenzen durch die Kraft getreten. Die Ausführungsverordnungen sind Ernst, haben über ihren geschlechtlichen Verkehr mit Eulen- die Entlassung eines Arbeiters entstanden seien. Daß die es so ausgefallen, wie es zu erwarten war. Die süddeutschen burg ausgesagt. Der Berliner Staatsanwaltschaft ist damit Lohnreduktion die Hauptsache gewesen ist, verschweigt sie ane, Bundesstaaten haben die Schäden des neuen Rechts einiger- das ganze Gebäude des von ihr geführten zweiten Harden- wohlweislich. Die Unternehmer haben schwarze Listen ane. maßen durch die Ausführungsverordnungen gemildert. Sie prozesses zusammengestürzt, welcher der Rehabilitierung der im gefertigt, auf denen 557 Personen stehen. Da Etuisarbeiter erin haben zum Beispiel den Sprachenzwang für gewerkschaftliche ersten Prozeß furchtbar bloßgestellten Umgebung des Mon- und-arbeiterinnen vielfach gesucht werden, und die Konds- Versammlungen ganz aufgehoben und für politische Ver- archen galt. Zögernd genug hat sie sich endlich doch dazu junktur im Gewerbe bald noch stärker anziehen dürfte, wird be fammlungen eingeschränkt, und des weiteren von der Ge- entschließen müssen, Fürst Eulenburg als des Meineids das wohl verlorene Liebesmüh sein. Ein vom Gewerbeaße nehmigungspflicht Versammlungen unter freiem Himmel dringend verdächtig verhaften zu lassen. Er bewohnt jetzt als gericht unternommener Ginigungsversuch war ergebnislos. For befreit, sofern diese auf Privatgrundstücken oder nicht auf Kranter im Empfangsgebäude der Charité eine Flucht von Auch in der Tertilindustrie geht das Aussperrungstal öffentlichen Straßen und Pläzen tagen usw. Die nord- brei nobel ausgestatteten Zimmern, in denen er seine Familien- fieber um. Der Arbeitgeberverband der sächsischen Textilder deutschen Polizeistaaten dagegen, wie Preußen, Sachsen, angehörigen täglich empfängt. Ein lebendes Beispiel für die industriellen beschloß, sämtliche organisierte Arbeiter und en Hamburg usw., haben nichts dergleichen getan. Teilweise, Wahrheit des Sages, daß alle Preußen vor dem Gesetz gleich Arbeiterinnen zu entlassen, wenn die in den sächsischen Orten age zum Beispiel in Hamburg, Lübeck und verschiedenen Stadt- sind und Standesvorrechte nicht stattfinden. Zu Liebenberg bestehenden Streits nicht beigelegt würden. Die Arbeiter sers und Landkreisen Preußens bedeuten die Ausführungsbestim haben Haussuchungen stattgefunden. Gesinnungstüchtige und Arbeiterinnen stehen wegen recht minimaler Fordemungen beziehungsweise die ergänzenden Bestimmungen der bürgerliche Blätter nehmen ungeniert an, daß dabei weniger rungen in Gornsdorf schon 21 Wochen, in Meinersdorf als Polizeibehörden direkt den Versuch, burch Kleinlich- schikanöse nach Beweisen für die Schuld Eulenburgs gesucht worden 14 Wochen im Ausstand. Auch in einer Jutespinnerei in zu Borschriften den kleinen Fortschritt wieder zunichte zu ist, als nach politischen Briefen, nach Briefen des Kaisers, Schiffbeck bei Wandsbeck ist es zur Aussperrung gekommen. ben machen, den das Gesetz in§6 insofern enthält, als es die deren Veröffentlichung diesem Ungelegenheiten bereiten könnte. Einstellung ausländischer Arbeiterinnen als Lohnbrücker, Anmeldepflicht für Versammlungen aufhebt, die öffentlich Der Verhaftete soll der Gerichtskommission die beruhigende Einführung eines raffinierten Prämiensystems sowie die ein angekündigt werden. Die Erfordernisse der Bekanntmachung Versicherung gegeben haben, daß diese Briefe längst an einen Lieferung schlechten Materials, das waren die Ursachen, die and bestimmt die Landeszentral- beziehungsweise die Polizei sicheren Ort geschafft find. en, behörde. Das ist nun in den oben genannten Gebieten In Frankreich haben die Gemeinderatswahlen reß dahin ausgenügt worden, daß die Bekanntmachung in den stattgefunden, die eine nicht unerhebliche politische Bedeutung ing amtlichen Blättern vorgeschrieben wurde, die Arbeiterpresse haben. Sie haben dreimal unter dem Zeichen der bürger ng und andere politische Zeitungen sind als vorschriftsmäßige lichen Konzentration gegen die geeinigten Sozialisten gefür Publikationsorgane ausgeschlossen. Womit wieder einmal standen. Der am weitesten links stehende Flügel der Radikalen, Des bewiesen ist, welchen Wert die schönen Versicherungen der der noch mit den Sozialisten Kompromisse bei den StichDie Regierungsvertreter bei der Beratung eines Gesetzes haben, wahlen abschloß, wurde vielfach von seinen Wählern im In wonach dieses eine loyale, den Willen des Reichstage re- Stiche gelassen, so daß die Reaktionäre siegten. Die Vermer Spektierende Auslegung erfahren solle. und lufte und Siege unserer Genossen scheinen sich einigermaßen die lange unterdrückte Empörung zum Ausbruch kommen ließen. Eine Spinnerin, die sich erdreistet hatte, diese Mißstände zu kritisieren, wurde entlassen, später aber wieber eingestellt. Durch den Streit ist der Betrieb vollständig stillgelegt. Die Textilarbeiter und-arbeiterinnen haben zurzeit unter besonders ungünstigen Verhältnissen zu leiden. Durch den wirtschaftlichen Niedergang sind sie fortwährend von Arbeitslosigkeit bedroht. Das ermutigt die Arbeitgeber, allenthalben die Arbeitsverhältnisse zu verschlechtern, wogegen die Arbeiterschaft sich dann durch Streits zu wehren gezwungen ist. Die Krise foll zurzeit sogar verheerender wirken als in den Jahren 1900 bis 1903. Etwa 100 000 der in der Industrie Beschäftigten arbeiten mit vertürzter Zeit, viele find gänzlich arbeitslos. In Gera zum Beispiel ist die Zahl der in der Textilindustrie versicherten Personen um 2000 zurückgegangen. In vielen Orten der sächsischen Lausitz arbeiten Tausende von Arbeitern und Arbeiterinnen nur vier bis fünf Tage in der Woche. Dasselbe ist in den Baumwollwebereien Süddeutschlands, Schle siens und des Rheinlandes der Fall. In Langenbielau arbeiten 4500 Personen, in M.- Gladbach 10000, in Leipzig 6000 bei verkürzter Arbeitszeit. Andererorts ist die Arbeitszeit nicht direkt verkürzt worden, dafür müssen die Arbeiter und Arbeiterinnen tagelang auf Material warten, was noch unangenehmer ist, denn durch solch gezwungenes Herumgetötet hat. Die Gutsbesitzer fordern Agrargeſetze nach lungern im Betrieb ist es dem Arbeiter unmöglich gemacht, deutschem Muster! die Zeit der Arbeitslosigkeit anderweitig auszunützen. Wer arbeitslos wird, hat selten das Glück, wieder Beschäftigung zu bekommen, er müßte sich denn zu niedrigerem Lohne anbieten. Und bei dieser gedrückten Geschäftslage hat der Verband obendrein noch eine ganze Anzahl Abwehrkämpfe zu bestehen. ien Je mehr der preußische Landtagswahlkampf die Wage zu halten. fich dem Wahltermin nähert, um so frasser enthüllt sich der Der englische Liberalismus sieht wieder auf eine n, Bahlrechtsverrat des Freisinns. Zu seinen zahlreichen Reihe ungünstiger Nachwahlen zurück Zu seinen zahlreichen Reihe ungünstiger Nachwahlen zurück wo er stegte, hat e kompromissen mit den nationalliberalen Feinden des seine Stimmenzahl erheblich abgenommen. Unter den Beorgleichen Wahlrechts sind inzwischen mehrere mit den ent- sigenden wächst offenbar die Stimmung für Schußzzoll, da geschiedensten Verteidigern des Dreiklassen sie stärkeres Anziehen der direkten Steuerschraube fürchten, chunrecht 3 getreten: in den Wahlkreisen Ober- und Nieder- wenn die wegen Deutschlands Rüstungen für nötig erachtete tt barnim, in Hamm- Soest, in oberschlesischen Bezirken mar- Flottenvermehrung und zugleich die Alterspensionen für die on schiert der Freifinn Arm in Arm mit den konservativen Arbeiter durchgeführt werden sollen. Man möchte dem en Junkern in die Wahlschlacht gegen die Sozialdemokratie. Proletariat die neue Last in Form indirekter Abgaben auf die Daß es das Zentrum in vielen Fällen nicht besser macht, die Lebensmittel auferlegen. gs haben wir schon in der vorigen Rundschau gezeigt. Diese In der italienischen Provinz Parma streiken seit dem eil beiden bürgerlichen Kämpfer für das gleiche Wahlrecht" 1. Mai 50000 Landproletarier. Die Regierung hat in das e: ind einander wert. Der Freisinn schämt sich dabei nicht, Gebiet Militär gesandt, das auch schon mehrmals auf die Der der Sozialdemokratie Begünstigung der Reaktion vorzuwerfen, Streitenden geschossen und bei einem Zusammenstoß drei Em beil sie von der Unterstützung der Wahlrechtsverräter natürurlich nichts wissen will. ge ers en Ins ton Von den kürzlich abgehaltenen Generalversammlungen einiger Verbände sei erwähnt, daß der Zentralverein der Bureau angestellten, der 1400 Mitglieder zählt, und Was die Arbeiterklasse von diesem Freisinn zu erwarten Bei den Kantonalratswahlen in Basel gewann die Der hat, das zeigt unter anderem auch die Tatsache, daß sein Schweizer Sozialdemokratie zu 38 Sigen fünf neue; der ne offizielles Organ, die" Freisinnige Zeitung", wütend Genosse Wullschleger wurde als Regierungsrat mit erhöhter über den „ Vorwärts" herfiel, weil er forderte, daß das Stimmenzahl wiedergewählt. In Solothurn eroberte die eit Reichsdefizit ausschließlich durch dirette Reichs- Sozialdemokratie elf Size zu den zwölf bisher innegehabten. pseuern gebedt werde, und die Möglichkeit zahlenmäßig Der belgischen Sozialdemokratie ist es gelungen, zu verur nachwies. Wenige Tage darauf brachte dasselbe Blatt hindern, daß die Vorlage auf Annexion des Kongostaats noch einen giftigen Angriff auf den deutschen Krankenkassen- in dieser Session der Kammer erledigt werde. Die Frage der Verband der Krankenkassen angestellten mit greß, der am 11. Mai in Berlin zusammentrat und wird nun den Wählern vorgelegt werden, da die Neuwahlen zirta 3000 Mitgliedern sich verschmolzen haben. Der Vernter Bustimmung zahlreicher Unternehmervertreter in bevorstehen. Ginen Mißklang in der Freude über diesen bandstag forderte eine reichsgefeßliche Regelung der Ar harfer Weise gegen die Pläne auf Vernichtung relativen Erfolg brachte nur eine Kammerrede des Genossen beitsverhältnisse, Unterstellung der Bureaubetriebe unter die Selbstverwaltung protestierte, die der Ar- Vandervelde, der sich troß des entgegenstehenden Beschlusses Gewerbeaufsicht, Errichtung von Kammern für Bureauangend beiterklasse in den Ortsfrankenkassen zusteht. Die Grund- des Parteitags nicht enthalten konnte, zu betonen, daß er stellte bei Kaufmannsgerichten und Arbeiterkammern.- Der suge dieser Pläne hat inzwischen das Zentralblatt für das zwar die Regierungsvorlage ihrer unvorteilhaften Bedingungen Verband der Dachdecker konnte auf seiner Generalverdeutsche Baugewerbe" enthüllt. Das Wesentlichste daran wegen verwerfe, daß er dagegen prinzipiell für die Annexion ſammlung berichten, daß er trotz der schlechten Geschäftslage ist, daß den klassenvorständen„ unparteiische" Vorsitzende und für die Kolonialpolitik sei. pon 5200 auf 6700 Mitglieder angewachsen sei. Eine Ver gfgedrängt werden sollen, denen die Aufgabe der Zerschmelzung mit dem Maurerverband war vor dem VerStörung der Selbstverwaltung zufällt. Von der Beseitigung bandstag durch Urabstimmung abgelehnt worden; es dürfte aber, da viele Freunde der Verschmelzung vorhanden sind, doch noch dazu kommen. # gis en, en ans Be zu cer ent ent ng ber ber Die Gewerkschaftliche Rundschau. H. B. Bersplitterung im Kassenwesen, der Aufhebung der Betriebs- und Innungsfrankenkassen scheint keine Rede zu sein.| Das neue Reichsvereinsgesetz ist in Kraft Schaffung eines gemeinsamen Unterbaus für die getreten. Die Arbeiterschaft wird versuchen, das wenige Aus dem Rheinland. In Viersen hat die Firma nd Kranken-, Unfall- und Invalidenversicherung läuft, soweit Gute, daß das Gesetz ihr bringt, für ihre Agitations- und Bongs& Zahn( Cords- Nesselweberei) versucht, ihren Beröffentlichung Einblick gewährt, auf die Etablierung Organisationsbestrebungen nutzbar zu machen. Die für die Arbeitern eine Lohntürzung von 2 bis 4 Mt. pro Löhnung ten euer bureaukratischer Verwaltungstörper hinaus, sie örtlichen Zahlstellen der Zentralverbände so lästige Vor- aufzuzwingen. Im letzten Jahre wurde von dieser Firma dürfte kaum etwas anderes als der Vorwand zur Vernich- schrift, ihre Mitgliederlisten einzureichen, ist nun fortgefallen, durch schriftlichen Vertrag eine Ausbesserung der Löhne und der Selbstverwaltung in den Krankenkassen sein. Die ebenso die Verpflichtung zur Anmeldung der Versammlungen. eine Vertürzung der langen Arbeitszeit versprochen. Leider Arbeiterklasse muß zu einer zähen Verteidigung ihrer Rechte Damit ist mancher polizeilichen Schikane der Boden ent- haben die Inhaber der Fabrik dies recht bald vergessen, zogen, und den Vorständen bleibt viel unnüge Arbeit er Wie Wahlreformen aussehen, die von bürger- spart. Auch darf nicht vergessen werden, daß die Mit ichen Parteien gemacht werden, davon liefert Sachsen gliederlisten den Unternehmern vielfach als Ausweis dar ebt eine Probe. Der Wahlrechtsausschuß des Landtags über dienten, wer von ihren" Arbeitern Gewerkschaftsmit at nach langwierigen Beratungen endlich unter anscheinen- glied war; böse Bungen behaupten wenigstens, daß manche eis ng ige I." 4, tung rüften. on ng tes ges on em en obgleich sie sich als Volksfreunde aufspielen. Der Herr Zahn arrangiert sogar Voltsunterhaltungsabende und referiert dort über das schöne Thema:„ Wie verschafft sich der Arbeiter ein eigenes Heim?" Die Arbeiter der Firma haben in Abwehr die Arbeit eingestellt; von der Billigung der Regierung ein Pluralwahlrecht aus- Polizeibehörden den Unternehmern gern die kleine Gefällig- 650 Webstühlen sind zurzeit nur 70 im Betrieb. Zu Streitgebrütet. In geradezu raffinierter Weise würde es das teit erwiesen, sie in jene Listen Einsicht nehmen zu lassen. brechern haben sich die Frauen der Meister und einige Proletariat noch schlimmer entrechten, als es jetzt das Drei- Nun müssen die Herren sich selbst der Mühe unterziehen, Italiener hergegeben. Hoffentlich bleibt den Kämpfenden laffenwahlrecht tut, es würde ihm jede Vertretung im auszuspionieren, wer von ihren Arbeitern einer Gewerk- dennoch der Sieg. W. K. 102 Genossenschaftliche Rundschau. Die Gleichheit " Nr. 11 M Da fon Erf ma Ma Das Komitee zur gewerkschaftlichen Agitation unter| Berge stehen. Nur gut, daß es im Reich der Gottesfurcht| Reichstag und am 5. Oktober dem bayerischen Landtag folden Arbeiterinnen hat im„ Vorwärts" vom 17. Mai eine und frommen Sitte feine so wilden Länder gibt wie das gende Forderungen an die Gesetzgebung mit ent Erklärung veröffentlicht, welche Bezug auf die Debatten der verlotterte Dänemark. Im Jahre 1898 wurde in Krefeld sprechender Begründung zugesandt: 1. Abschaffung der bei Ste Generalversammlung des Textilarbeiterverbandes nimmt, von bürgerlicher Seite unter dem Namen Bauverein Alt- Gesindeordnungen und Gesindedienstbücher. 2 Unterstellung nach denen Absichten zur Verdrängung der„ Gleichheit" aus stadt eine Genossenschaft mit beschränkter Haftung gegründet, der Dienenden unter die Gewerbeordnung, Ausdehnung den den Kreisen der gewerkschaftlich organisierten Arbeiterinnen um den von der Graben-, Mühlen-, Stephans- und Drei- aller Versicherungsgesetze auf sie, Gewährung eines gesetzlich bestehen. Die Erklärung lautet: tönigenstraße eingefaßten Häuserblock, in dem die Pro- gesicherten vollen Koalitionsrechtes und Aufhebung der „ Nach dem Bericht vom Verbandstag der Textil- ftituierten wohnten, anzukaufen und niederzulegen. Es Verpflichtung, Hausangehörige mit ansteckender Krankheit arbeiter vom Dienstag ist von Jäckel ausgeführt worden, gelang, über die Hälfte der Baracken niederzulegen, doch behaftet zu pflegen. 3. Sinngemäße Anwendung der Be daß das Arbeiterinnenkomitee einen Plan vorbereitet zur dann scheiterten weitere Bemühungen an verschiedenen ſtimmungen über Arbeitszeit und Arbeitsdauer, Sonntags- Bet Gründung einer gewerkschaftlichen Arbeiterinnenzeitung. widerlichen Umständen". Der Bauverein mußte in Liqui- und Nachtarbeit usw. auf die Dienenden; im besonderen Ma Wir haben demgegenüber zu konstatieren, daß das dation treten, und nachdem er bereits im vorigen Herbst und zunächst als Mindestmaß an gesetzlichem Schutz: EinBet Komitee weder mit der Generalfommission noch ohne die einige Baustellen an Private billig abgegeben, hat der Vorführung eines gesetzlich geregelten Arbeitstages, eines vollen selbe einen solchen Plan vorbereitet hat. stand sich genötigt gesehen, den ganzen Komplex zu ver- freien Sonntagnachmittags alle acht Tage und alle vierzehn es Für das Agitationskomitee: Emma Ihrer." äußern, und zwar, da sonst kein Angebot vorlag, an zwei Tage einen vollen freien Tag. Für außergewöhnliche Ar risse Frauen, die durch die Prostitution zu Vermögen ge- beiten sind Hilfskräfte anzustellen. 4. Gesetzliche Vorschriften, Bet tommen find. Die Genossenschafter verlieren ihr ganzes gesunde, den hygienischen Verhältnissen entsprechende Schlaf die eingelegtes Geld, etwa 80000 Mt. So geht es, wenn räume, welche von innen verschließbar sein müssen, und befa Die Großeinkaufsgesellschaft deutscher Kon- man soziale Quackfalberei treibt, mit untauglichen Mitteln ständige Kontrolle derselben durch die Behörden. 5. Einfüh schn rung des obligatorischen Fortbildungsschulunterrichts auch der sumvereine in Hamburg hat ihren 14. Jahresbericht her- schwere Probleme zu lösen versucht. ausgegeben. Er legt Zeugnis ab für eine vortreffliche Ent- Daß die Rabatt sparvereine usw. des Krämertums für die Dienenden bis zum 18. Lebensjahre. 6. Abschaffung das wicklung des Unternehmens. Die Zahl der angeschlossenen nur dazu da sind, dem kaufenden Publikum Sand in die der privaten Stellenvermittlungsbureaus und Einführung erzä ftan Genossenschaften stieg von 448 auf 499, die der kaufenden Augen zu streuen, hat kürzlich ein Mittelstandsblatt in von paritätischen Stellennachweisen." Der kostenlose Stellennachweis, der von unserer gefa Vereine auf 1419. Der Warenumsat stieg auf 59 866 220 Leipzig ganz offen aus der Schule geplaudert. Es schrieb Mart, das sind 13 362 983 Mt.= 28,7 Prozent mehr als im nämlich:" Wird seitens der Geschäfte gleichmäßig jedem Seite geschaffen wurde, floriert außerordentlich gut, es sind selb Vorjahr. Der Reingewinn beträgt 504 909 Mt. Für Ge- Käufer ein Rabatt in bestimmter Höhe gewährt, so kann durchschnittlich dreimal so viel Herrschaften vorgemerkt, als hatt hälter und Löhne wurden 441 092 Mt. ausgegeben. Die man ja dem lieben Publikum den Köhlerglauben lassen, Mädchen Stellen suchen. Auf eine Köchin warteten einmal dazu Geschäftsleitung sagt, daß die rapide Entwicklung des Unter- als ob es ein besonders gutes Geschäft mache; mit dem 23 Herrschaften. Die Zahl der Herrschaften, die um Mädchen Kini nehmens die Pflicht auferlegt, auf Kapitalstärkung Bedacht Eintritt des Schwabenalters lernt schließlich doch, von Aus- nachsuchten, betrug 894. Den 341 Mädchen, welche sich mag zu nehmen. Dementsprechend schlägt sie vor, den weitaus nahmen abgesehen, jeder Mensch begreifen, daß der Geschäfts- meldeten, wurden Stellungen vermittelt, außerdem erhielten Not größten Teil des Reingewinns, 433 433 Mt., den Reserven mann nicht in der Lage ist, den Rabatt aus seiner auch noch Waschfrauen, Putzfrauen und Zuspringerinnen zuzuführen. Wenn die Generalversammlung diesem Antrag Tasche zu bestreiten, und daß er ihn deshalb bei der Arbeit zugewiesen. Die Löhne sind durch unsere Stellen zustimmt, würden die Gesamtreserven auf rund 900 800 Mt. Ralfulation auf den Warenpreis schlagen muß." Wenn vermittlung pro Jahr um 20 bis 50 Mt. erhöht worden. gebracht werden, das ist über 90 Prozent des Stamm: es von dieser Seite ausgesprochen wird, dann ist es ganz Die Arbeitszeit ist wesentlich herabgesetzt und die Behand lung unserer Verbandsmitglieder ist weitaus besser geworden. zum tapitals( 1 Million). Als sehr wertvoll bezeichnet der sicher wahr. Mertt's euch, Hausfrauen! Die Gesamteinnahmen des Vereins betrugen 1899,22 Mt. Ko Der Konsum, Bau- und Sparverein„ ProBericht das Bestehen der Einkaufsvereinigungen, von denen es bisher in den verschiedensten Bezirken des Reiches 42 duktion" in Hamburg, der sich in wenigen Jahren zu in der Zeit vom April 1907 bis März 1908, inklusive eines war gibt. In diesen Vereinigungen bestellen viele Vereine eines einer der größten Genossenschaften Deutschlands entwickelt Bestandes von 364,47 Mt. Die Einnahmen sehen sich zu bürg bestimmten Bezirkes ihre Waren gemeinsam, so daß auf hat, machte auch im Jahre 1907 Riefenfortschritte. Der sammen aus den Aufnahmegeldern, Beiträgen, überschüssen für diese Weise auch dem kleinsten Verein die Vorteile des Umsatz stieg von 3 908 091 Mt. im Vorjahr auf 5 746 166 Mt. von Vergnügungen und Präsenten für den Stellennachweis. Fra Großeinkaufs nutzbar gemacht werden können. Den mit der Der Reinertrag betrug 349 368 t., 143 964 Mt. mehr als Die Gesamtausgaben stellten sich auf 1161,37 Mt. für Agita wol Gesellschaft in Geschäftsverbindung stehenden Vereinen wird 1906. Die Zahl der Mitglieder stieg von 22 995 auf 27 999. tion, Gleichheit", Krantenunterstützung und Stellenvermitt für wöchentlich einmal ein vertraulicher Warenbericht über- Es wurden sieben neue Verkaufsstellen errichtet; am Jahres- lung. Der Kassenbestand beträgt 737,85 Mt. Der Mitglieder läm mittelt, der über den Stand der Warenpreise orientiert, schluß waren vorhanden 47 Verkaufsstellen, zwei Brot-, zwei stand erhöhte fich auf 1000. Die Fluktuation ist bei dem Eine Anzahl im Reiche bestehende Zentrallager erleichtern Schlächterläden. Aus dem Notfonds wurden von 2298 Personen Dienstbotenverein nicht größer als in allen übrigen Orga work der Hauptzentrale in Hamburg den geschäftlichen Verkehr. 56 917 Mt. erhoben, aus dem Warenvorschußfonds 3949 Mt. nisationen, namentlich in solchen, wo weibliche Mitglieder tech So sind im wesentlichen die Grundlagen für eine leistungs- gegeben. An Bauten wurden hergestellt: die Schlächterei, ein in Betracht kommen. Die Ausscheidungen erfolgten teils die fähige Organisation des Großeinkaufs der deutschen Konsum- Kesselhaus, fünf Wohn- und Kontorhäuser mit 55 Woh- wegen Veränderung, Umzug nach anderen Städten und sinne vereine gegeben. Es gilt nur noch, sie weiter auszubauen. nungen. Die Zahl der Angestellten stieg von 260 auf 469, Streichung wegen restierender Beiträge. Betreffs Gründung Das Gebiet der Eigenproduktion ist noch immer nicht be- davon entfallen auf das Kontor 31, die Verkaufsstellen 244, eines Bentralverbandes stand die Nürnberger Verwaltung treten worden. Seit Jahren schon schwebt der Plan der das Hauptlager 52, die Bäckerei 40, die Schlächterei 45, die mit der Generalfommission in Verhandlung. Die General Fra die Errichtung einer Seifenfabrik. An zwei Plätzen aber machten Tischlerei 21, die Klempnerei 23, den Maschinenbetrieb und kommission hatte daraufhin in einer Sigung beschlossen, die Behörden unglaubliche Schwierigkeiten und erteilten die Schlosserei 12, das Restaurant 1; außerdem sind 50 Vorarbeiten zu übernehmen und zu prüfen, ob zurzeit- oug eine Zentralisation gedacht werden könne. Diese Vorarbeiten Gru nicht die erforderliche Konzession. Ob es wohl einem Privat Scheuerfrauen beschäftigt. unternehmen auch so gehen würde? Aus genossenschaft- Die Großeinkaufsgesellschaft österrreichischer wurden dadurch unterbrochen, daß die Zentralvertrauen jubil lichen Betrieben bezog die Gesellschaft für 1842 200 mt. Konsumvereine hat für Ende Mai eine auf 14 Tage person der sozialdemokratischen Frauen Deutschlands eine Fra Waren. Der Löwenanteil davon, 617 750 m., entfällt auf berechnete Englandreise arrangiert, an der eine größere An- außerordentliche Frauenkonferenz nach Berlin einberief, welche ein die Tabalarbeitergenossenschaft in Hamburg, die heute eigent- zahl österreichischer Konsumvereinler teilnehmen wird. Die sich ausschließlich mit der Dienstbotenfrage beschäftigte und tros dor lich nur noch eine Filiale der Großeinkaufsgesellschaft ist. Reise bezweckt das Studium der Einrichtungen der eng- Einspruchs der Generalkommission und des Nürnberger Dienst noch Im Berichtsjahr wurden insgesamt 281 Personen be- lischen Konsumvereine. Auch von Deutschland aus wurde botenvereins stattfand. Der Nürnberger Dienstbotenverein schäftigt, und zwar: 3 Geschäftsführer, 1 Disponent, 1 Pro- vor einigen Jahren eine solche Reise unternommen und lehnte es durch eine öffentliche Erklärung ab, eine Delegierte furist, 1 Revisor, 1 erster Buchhalter, 2 Beamte"(?), 6 darauf in einer Broschüre geschildert. darauf in einer Broschüre geschildert. Der Erste nieder zu dieser Konferenz zu entfenden, und forderte auch sämtlich berlu Lagerverwalter, 6 Vertreter, 128 Kontoristen, 17 Boten, 15 österreichische Konsumverein Fünfhaus in Wien, der größte Dienstbotenvereine auf, dasselbe zu tun. Das Kaiserliche entha Maschinenschreiberinnen, 5 Lehrlinge, 4 Kaffeeröster, 1 Österreich- Ungarns, hat sich im Jahre 1907 sehr gut ent- Statistische Amt ersuchte um Einsendung der Statuten fo Speichervize, 37 Arbeiter, 53 Arbeiterinnen. Die Lohn- und wickelt. Die Mitgliederzahl stieg um 5031 auf 31 490, der wie um ausführliche Beantwortung eines Fragebogen Arbeitsverhältnisse sind nach gewerkschaftlichen Grundsätzen Umsatz um 1714 000 auf 8878 000 Kronen. Der Verein Diesem Ansuchen wurde am 31. März d. J. stattgegeben und Vereinbarungen geregelt. Die Verwaltung schlägt die hat 24 Verkaufsstellen und eigene Bäckerei. Der Rein- Auf Ersuchen wurden zum Zwecke der Förderung Schaffung eines Unterstüßungsfonds vor, aus dem den An- gewinn beziffert sich auf 679 264 Kronen. gestellten und ihren Angehörigen in Notfällen verschiedener Art Unterstützungen gewährt werden können. Die Mittel dazu sollen aus den überschüssen des Geschäftes genommen werden, und zwar sind 20 000 Mt. vom diesjährigen Reingewinn dazu in Boranschlag gebracht.- Am Schlusse sind dem Geschäftsbericht eine Anzahl Tabellen angefügt, die in geographischer Darstellung Aufschluß über die Preisschwanfung einiger wichtiger Waren geben. Die belgischen Arbeitergenossenschaften hielten am 29. März ihren diesjährigen Rongreß in Lüttich ab. Die Zahl der Genossenschaften ist im Jahre 1907 von 161 auf 162 gestiegen, deren Mitgliederzahl von 119 581 auf 126 993. Der Verkauf, der im Jahre 1906 31 Millionen Franken betrug, ist auf 33 Millionen gestiegen, der Gewinn in der selben Zeit von 3,03 auf 3,49 Millionen Franken. Die Zahl der Angestellten stieg von 1752 auf 1809. Es soll ein Die sächsischen Konsumvereine veranstalteten am Komitee gewählt werden, das den Großeinkauf für die Ge6. April in Dresden eine imposante Protest kundgebung nossenschaften besorgt. Der Kongreß beschäftigte sich auch gegen die von den Mittelständlern bei der Regierung be- mit der Frage der genossenschaftlichen Feuerversicherung, der antragte Landesumsatzsteuer. Es waren aus dem ganzen Unfallversicherung und mit der Gründung einer GenossenLande 485 Delegierte anwesend, die 148 Konsumvereine ver- schaftsbank. Diese drei Fragen sollen auf einem Sondertraten. Außerdem waren eine Anzahl Landtagsabgeordnete tongreß, der im Mai nach Brüssel einberufen wird, disund Dresdener Stadtverordnete erschienen, und die Regie- kutiert werden. rung hatte ebenfalls einen Vertreter geschickt. Nach einem wirtungsvollen Referat des Genossen Fleißner wurde ohne Debatte eine Protestresolution angenommen, die der Regierung zu übermitteln ist.- Die Verhandlungen sind stenographisch aufgenommen worden und sollen in Broschürenform verbreitet werden. H. FI. " bete Dan Nath Bür Brü tretu alz des Regi ber und um t Mär Dienstbotenbewegung an 48 Städte Deutschlands Statutes und Materialien versandt, ebenso nach Wien, Graz, Inn bruck, Zürich, Basel und Bern. Die Mitglieder werden au gefordert, im kommenden Jahre genau so zu arbeiten wie in vergangenen, denn nur durch gemeinsames, fleißiges Arbeite fann es vorwärts gehen. reaft dani Nach welch mein Die tunb er große tions truge Recht Bab Die tarife zu er in G Ge Eine Maiversammlung des Vereins der Dien mädchen, Wasch- und Scheuerfrauen von Hambur und Umgebung fand am Morgen des 1. Mai im Gewer schaftshause statt. Unter den 150 bis 180 Teilnehmerinne befanden sich sehr viele junge Mädchen. Das ist um so freulicher, als sie die doppelt Unterdrückten sind. Geno Grobleben hielt ein Referat über die Bedeutung des 1. Ma Kollegin Dittmer trug das Gedicht: Bet' und arbei von Georg Herwegh vor. Mit einem Hoch auf die intern tionale, völkerbefreiende Sozialdemokratie wurde die Versamm lung geschlossen. Nachmittags nahmen die feiernden Hau angestellten an den Festen teil, die die Partei in alle Stadtteilen veranstaltet hatte. Am 13. Mai fand eine Mit gliederversammlung im Gewerkschaftshaus statt. Von der Dienstbotenbewegung in Nürnberg. In der nofsin Matthiessen sprach über die Pflichten eines orga letzten Mitgliederversammlung des Dienstbotenvereins fierten Dienstmädchens". Die Versammlung beschäftigte wurde der Jahres- und Kassenbericht erstattet und die mit einem Antrag des Vorstandes, eine zweite Hilfsarbeite Ortsverwaltung neu gewählt, welche aus 9 Personen be- im Stellennachweis anzustellen. Die Genossinnen Kähle steht. Vorsitzende ist Fräulein Grünberg, Kassiererin Frau und Ziet begründeten den Antrag mit dem Hinweis dara Rummel und Schriftführerin Fräulein Arauner. Die paß rechtzeitig ein Mädchen zur Unterstützung der Vorsitzend Genannten wurden auch in das Gewerkschaftskartell delegiert. herangebildet werden müsse. Frau Nade, Frau Mangel Im Berichtsjahre haben neun allgemeine und fünf Mit Frau Cilowski und Fräulein Petri wendeten sich gliederversammlungen stattgefunden, ferner neun Zusammen- schieden gegen die Anstellung, die bei der Zahl der Be tünfte an jedem vierten Sonntag im Monat, vier große mittlungen noch nicht notwendig sei. Der Antrag wurde Vergnügungen und zwei Ausflüge. Am Jahresschluß fand genommen. Die gewählte Beschwerdekommission besteht eine prächtig verlaufene Weihnachtsfeier statt, die den Mit den Genossinnen Kähler und Kuhlmann. Das näch Auch im Miniaturstaate Sachsen- Weimar gehen die Mittelstandsretter mit der Umsatzsteuer krebsen. Zwar wird das Ding Warenhaussteuer genannt. Aber auch hier will man in erster Linie die Konsumvereine damit treffen. Im Landtag nahm man das Werben der Krämer ziemlich fühl auf. Schließlich wurde jedoch ein entsprechender Antrag mit 16 gegen 15 Stimmen angenommen. Die Regierung will die Angelegenheit„ prüfen". Notizenteil. Dienstbotenfrage. " 1 fid nicht bas weibl Dam Breu ausni lich b preuß Hajfer ent au rechts Sprüc macht rechts und Könnt In Hessen hat sich der Minister des Innern für Bedrückung der Konsumvereine durch Sondersteuern ausgesprochen. Er war sich nur über die Form noch nicht im gliedern unvergeßlich bleibt. Die Verwaltungsgeschäfte wurden gemütliche Beisammensein findet am 31. Mai in Groß- Flottbe flaren. Wenn der Herr erfahren wird, daß in Dänemarf in 14 Sizungen erledigt. In den öffentlichen Versamm im Lokal des Herrn Haase zum Voßberg", fleine Flot ein Kollege von ihm, der Minister der öffentlichen Arbeiten, lungen mußten vielfach Mißstände der empörendsten Art beckerstraße statt. Am 19. Juli soll im Gewerkschaftsha zum Vorsitzenden des Verbandes dänischer Genossen- geschildert werden. Betreffs gesetzlicher Anderung und Rege- ein Sommernachtsball abgehalten werden. 8 neue Mitglied Berta Mangel schaften gewählt worden ist. dürften ihm die Haare zu lung der Dienstbotenverhältnisse wurden am 9. März dem schlossen sich der Organisation an. Nr. 11 ers en 11 11. D= 1. 3 t er g h er it 3 B Frauenstimmrecht. Die Gleichheit Die Ortsgruppe Berlin des Verbandes für Frauenstimmrecht verschickte an alle in Berlin, Charlottenburg, Schöneberg- Rigdorf und Teltow- Beeskow aufgestellten Kandidaten bürgerlicher Parteien Fragebogen folgenden Inhalts: " Erkennen Sie die Forderung des allgemeinen, gleichen, direkten und geheimen Wahlrechts für Männer und Frauen zu allen gesetzgebenden Körperschaften als eine berechtigte an? Was gedenken Sie im Falle Ihrer Wahl zum preußischen Abgeordnetenhause zur Erreichung dieses Zieles zu tun? a. Werden Sie einen Antrag auf Einführung des allgemeinen, gleichen, direkten und geheimen Wahlrechts für Männer und Frauen im Parlamente stellen? oder STIR b. Werden Sie einen von anderen Parteien oder Per fonen gestellten Antrag auf Einführung des allgemeinen, gleichen, direkten und geheimen Wahlrechts für Männer und Frauen unterstützen und befürworten?" 103 Ein erster nationaler Kongreß für soziale Frauenarbeit wird vom 24. bis 28. Mai in Mailand stattfinden. Er ist einberufen von der radikal- sozialistischen Unione feminile( Frauenverband), welche der Ansicht war, daß der Frauenfongreß zu Rom nicht fortschrittlich genug sein könne und sich daher an ihm nicht beteiligte. Der Mailänder Frauenkongreß wird unter dem Ehrenvorsitz von Ellen Key und dem Vorsitz von Ada Negri tagen. Als Hauptverhandlungs. gegenstände sind vorgesehen: Kinder- und Mutterschutz; die Stellung der Frau im Privatrecht; ihre politischen Rechte. Quittung. Dienstbotenelend. Am 1. Mai 1907 trat ein junges Mädchen| radikalen Frauenstimmrechtsorganisationen, ihrer Führerinnen| führen." Hinter ihnen stehen teine Organisationen, die ver bei einem Meiereiverwalter auf einem Dorfe bei Kiel in und ihrer Presse. Die Losungen im Wahlkampfe: ein halt- pflichtet sind, sie als Programmforderungen in die Praxis Stellung. Das Schlafzimmer des Mädchens befand sich unter loses Hin und Her zwischen einem entschiedenen Schritt nach umzusetzen. Der Kongres hatte seine Beratungen auf sieben g dem Dache des Meiereigebäudes. Tapeten hatte es nicht. vorwärts und zwei taumelnden Schritten nach rückwärts. Sektionen verteilt: Erziehung und Unterricht; Recht und Das Bett war so beschaffen, daß es gar nicht als Bett, Die Taten: so gut wie völlige Tatlosigkeit. Die Ge- Moral; soziale Hilfe und Wohlfahrtsbestrebungen; Hygiene; sondern höchstens als Lagerstätte angesehen werden konnte. nofsinnen mögen selbst urteilen. Emigration; Literatur und Presse; Kunst und Kunstgewerbe. Erst nachdem das Mädchen ein Vierteljahr in der Stellung Wir werden auf Grund zuverlässiger italienischer Berichte war, wurde die Bettwäsche erneuert. Von da ab aber ist das auf den Kongreß zurückkommen. Bettzeug bis zum Austritt des Mädchens nicht ein einziges Mal wieder neu bezogen worden! Nach der Aussage des Mädchens war es eine Qual, sich schlafen zu legen. Das Bettzeug war durch den Schmus so mürbe geworden, daß es nicht mehr gewaschen werden konnte, weil es dabei zer rrissen wäre. Das Mädchen zog es schließlich vor, anstatt im Bett auf dem Fußboden zu schlafen. Aber bald zeigten sich f die Folgen; die Arme wurde von rheumatischen Beschwerden dbefallen, die sie zwangen, sich trotz ihres Etels wieder in das schmutzige Bett zu legen. Auf Veranlassung des Bräutigams, der von diesen schreienden übelständen etwas erfuhr, verließ ■ g das Mädchen schließlich am 1. Mai d. J. die Stellung. Sie mg erzählte ihrem Bräutigam leider zu spät von den ausgeJm Monat Januar gingen bei der Unterzeichneten für standenen Qualen. Andernfalls wäre er zu der Herrschaft den Agitationsfonds ein: Altona durch Genossin Baus er gefahren, hätte sich von den haarsträubenden Zuständen Die Ortsgruppe Berlin beschloß, nur solche Kandidaten mann 30 Mt.; Berlin 1. Kreis durch Genossin Kaschewsti selbst überzeugt und Klage gestellt. Die Bedauernswerte zu unterstützen, die diese Fragen durch eine„ bindende Er- 12 Mt., 3. Kreis durch Genoffin Steintopf 13,43 m., hatte sich gefügt und geschwiegen, weil die bittere Not sie flärung" beantworten würden. Kandidaten, welche den 6. Kreis durch Genossin Wulff 100 Mt., freiwillige Beial dazu zwang. Sie ist das Kind sehr armer Eltern, die neun Fragebogen nicht beantworten, sollten als Gegner des träge 3,50 Mit.; Breslau durch Genossin Schramm en Kinder aufzuziehen haben. Wie manches arme junge Ding Frauenwahlrechts betrachtet werden. An die sozialdemo- 37,16 Mt.; Chemnitz von E. zur Förderung der Dienstch mag nicht ähnliche schlechte Erfahrungen machen und aus fratischen Kandidaten wurden die Fragebogen nicht erst ver- botenbewegung durch die Redaktion der„ Gleichheit" 5 Mr.; en Not und Furcht ihr Leid schweigend tragen! G. P. in K. fchickt, da es selbstverständlich" war, daß sie für das Cöln a. Rh. durch Genoffin Bartels 30 mt.; Dessau Frauenwahlrecht eintreten würden. Nur zwei bürgerliche durch Genossin Trenthorst 17,30 mt.; Dresden durch Kandidaten beantworteten alle drei Fragen rückhaltlos mit Genoffin Lewinsohn 3 Mt.; Elberfeld durch Genoffin ja: die Herren De Witt und Dr. Breitscheid. Zwei Roeder 19,30 Mt.; Eisenach durch Genossin BomI. K. Bürgerliche und proletarische Kundgebungen volfsparteiliche Kandidaten bejahten nur die Frage nach berg 10,50 mt.; Eilenburg durch Genoffin Noeste zum Frauenwahlrecht. Am 3. Mai fand im Rathaus zu der prinzipiellen Zustimmung. Eine Mitgliederversammlung 9,44 Mt.; Fürth durch Genoffin Baaz 6,20 m.; Fell. Kopenhagen ein Frauenstimmrechtsfest statt. Es der Berliner Organisation zog die Konsequenzen des Standes hammer durch Genossin Herzig 15,11 Mt.; Frankes war eine ausgesprochene bürgerliche Feier,' bei welcher die der Dinge. Sie beschloß einstimmig, daß es" Pflicht" furt a. D. durch Genossin Lange 5,72 Mt.; Hof 3. und usbürgerlichen Frauenrechtlerinnen der Regierung ihren Dank sei, außer den zwei bürgerlichen Anhängern eines wirklich 4. Quartal durch Genossin Völkel 19 Mt.; Hamburg en für die Einführung des reaktionär verhunzten beschränkten allgemeinen und gleichen Wahlrechts nur sozialdemokratische durch Genossin 3iet 350 Mt.; Jena durch Genoffin 3. Frauenwahlrechts zu den Gemeindevertretungen abstatten Kandidaten zu unterstützen. Bachmann 12,50 Mt.; Regin durch Genossin Kruma wollten. Auch die organisierten Proletarierinnen, welche Wie aber hat der Vorstand des Verbandes für Frauen- now 4,48 Mt.; Karlsruhe von Genoffin Dz. 10 Mt.; für die Groberung des allgemeinen Frauenwahlrechts stimmrecht in der gleichen Sache entschieden? In einem Kaiserslautern durch Genoffin Müller 20 ML.; Lech= lämpfen, waren aufgefordert worden, sich an der Feier zu Aufruf, welcher die Mitglieder des preußischen Landeshausen durch Genoffin 3 eh 24 Mt.; Minden i. W. beteiligen. Doch war ihnen von vornherein angesonnen vereins zur Betätigung im Wahlkampf mahnt, heißt es: durch Genossin Dettmer 10 Mt.; Post Altwasser a worden, daß ihre Rednerinnen keine Kritik an dem Wahl- Zuvor muß sie( die Frau, welche bei den Wahlen mit- durch Genossin Sporer 23 Mt.; Stebten durch Genoffin errechtsgesetz und den Reichstagsverhandlungen üben dürften, arbetten will) sich natürlich orientieren, ob der Kandidat be- Petersohn 10 mt.; Stredau bei Luckenau 30 ML.; ibie seiner Einführung vorausgegangen sind. Die Genofreit ist, prinzipiell für die Forderung des allgemeinen, Schkeudig durch Genoffin Schreck 3,20 Mt.; Schiff, nd finnen antworteten selbstverständlich darauf: Schönen gleichen, geheimen und direkten Wahlrechts für Männer bed i. S. durch Genossin Blume 6 Mt.; Straßburg Dant, wir laffen die bürgerlichen Klassen unter sich im und Frauen einzutreten, oder ob er zum mindesten den 10 mt.; Stralsund durch Genossin Reetz 6 mr.; ng Rathaus Feste feiern." So blieben dem Feste gerade die Kampf für die Forderung des allgemeinen, gleichen, ge- Teuchern durch Genossin Schröder 19,80 mt.; Wie3Frauen fern, die am längsten und energischsten für das volle heimen und direkten Männerwahlrechts in energischer Weise baden durch Genossin Maurer 20 M.; Wolgast durch it Bürgerrecht ihres Geschlechts tämpfen. Sie sind der über- aufnimmt." Der Aufruf bleibt also hinter der Losung der Genossin Freese 11,55 M.; Meyer i. Rh. durch Genoffin zeugung, daß für die Frauen der ausgebeuteten Waffen gar kein Berliner Ortsgruppe zurück. An Stelle einer„ bindenden Jung 11,50 Mt. Summa: 908,69 Mt. Grund vorliegt, ob des neuen kommunalen Wahlgesetzes zu Erklärung", für das allgemeine Wahlrecht aller Großjährigen Jm Monat Februar gingen ein: Aschersleben jubilieren und der Regierung zu danken. Wohl hat es das zu kämpfen, setzt er eine unverbindliche Versicherung. Der durch Genossin Mitowski 10 mt.; Crange durch Ge ne Frauenwahlrecht gebracht, aber doch derart beschränkt, daß Liberale jeder Couleur, der Zentrümler nicht weniger kann nofsin Vollrath 10,90 Mt.; Dresden durch Genoffin he ein großer Teil der Frauen der Arbeiterklasse nach wie sich fröhlichen Herzens auf die Mindestforderung der Damen 2e winsohn, Gytrabeitrag der Genoffinnen, 5,90 m.; rechtlos in der Gemeinde dasteht. Und es hat verpflichten und schwören, den Kampf für die Einführung Dortmund durch Genoffin Leg 30 M.; Fermersleben noch Schlimmeres getan. Es hat einen Teil unserer des Reichstagswahlrechts in Preußen in Zukunft in so durch Genossin Schmidt 10 M.; Frankfurt a. M. durch Brüder entrechtet, die bis dahin zu den Gemeindever- energischer Weise" aufzunehmen, wie er ihn in der Ver- Genossin Rudolf 90 Mt.; Flensburg durch Genoffin tetretungen wählen konnten, nun aber dieses Rechts gangenheit schon als Spiegelfechterei geführt hat. Doch Holl 50 Mt.; Gera- Debschwitz durch Genossin Rödel berlustig gegangen sind. Das neue Kommunalwahlgesetz lassen wir die Losungen der Frauenrechtlerinnen und fragen 20 Mt.; Hannover- Linden 50 Mt.; Kiel durch Gethe enthält tatsächlich mehr Vorrechte für die oberen Klassen wir nach ihren Taten. Die sonst so redselige Presse der nossin Niendorf 40 Mt.; Kronach durch Genossin Birnals Abschlagszahlungen an die berechtigten Forderungen radikalen Damen ist über sie merkwürdig stumm. Sie ver- ftiel 5 Mt.; Koblenz durch Genossin Remmer 15 Mr.; des Proletariats, ohne Unterschied des Geschlechts. Der zeichnet von einem Bericht aus Hamburg- Altona ab- e chhausen durch Genossin 3 eh 6 Mt.; Lippstadt Regierung selbst war es im letzten Grunde auch nicht allein gesehen keine Versammlung, teine schriftliche Agitation. durch Genossin Schwering 6,10 mt.; M.- Gladbach und vor allem um das Frauenwahlrecht zu tun, sondern Sogar in Berlin ist's still geworden, wo doch der Löwe durch Genoffin Panhuis 15 M.; Martt- Redwig um die Stärkung der Macht des Besizes in den Gemeinden. der Ortsgruppe so gut gebrüllt hatte. Mit dem empfohlenen durch Genoffin Schöffer 26,65 Mt.; Nieder- Barnim Bäre es anders gewesen, so hätte sie sich nicht bemüht, das Adressen- und Listenschreiben in den Wahlbureaus allein durch Genoffin Neumann 40 Mt.; Neustadt a.$. teationär zugeschnittene Frauenstimmrecht festzuhalten. Die ist es doch nicht getan. Worauf es antame, was den Ernst 2,74 Mt.; Roßlau durch Genoffin Herrlinger 6 M.; dänischen Genossinnen werden daher fortfahren, mit allem der Gesinnung, den Mut der Tat befunden würde, das Spandau durch Genoffin Köppen 20 mt.; Stettin Nachdruck eine Regierung und Parteien zu bekämpfen, wäre eine kraftvolle Agitation für das unbeschränkte Wahl durch Genoffin Steinmüller 22,60 mt.; Solingen welche nicht das allgemeine Wahlrecht in Staat und Gerecht aller Großjährigen, für großzügige liberale Politit" durch Genossin Rapp 10 mt.; Vegesack durch Genossin meinde in ihr Programm schreiben und ehrlich verteidigen. überhaupt gerade in den bürgerlichen Kreisen, die der auf- Reiße 10 Mt., von Genossin Molzahn 0,35 mt.; Wies= Die sozialistischen Frauen hatten auch ihre Stimmrechts- rüttelnden Propaganda der Sozialdemokratie verschlossen baden durch Genoffin Schmidt 3,25 Mt.; Wirge 3 burch tundgebung, und zwar am 1. Mai. Sie beteiligten sich in sind. Von einer solchen verlautet nichts, und es ist be Genossin Baumgartner 5,80 mt.; Wunsiedel burch großer Zahl an der Maifeier und waren auch im Demonstra zeichnend, daß die radikale, Franenbewegung" bis jetzt auch Genossen Domisch 1,94 Mt.; Wattenscheid durch Getionszug vertreten. Die Fahnen, um die sie sich hier scharten, nicht den kleinsten Artikel brachte, der sich mit der Be- nofsin Lichtenthåler 2 M.; Weyer i. Rheinl. durch trugen entsprechende Inschriften, so zum Beispiel:„ Gleiches deutung der heurigen Landtagswahlen beschäftigt und die Genossin Jung 6,15 Mt.; Genossinnen des niederRecht für Mann und Frau"," Wir fordern das allgemeine Frauen zum Kampfe für das wirklich allgemeine Wahlrecht rheinischen Agitationsbezirks durch Genoffin Wahlrecht",„ Steuerpflicht ohne Wahlrecht ist Tyrannei" usw. angefeuert hätte. Das Warum ist mit Händen zu greifen. Die W. Kähler 48,87 M. Gumma: 552,51 Mr. Die Genoffinnen sind fleißig an der Arbeit, um die prole- Frauenrechtlerinnen können den Kampf für dieses Haupttarischen Frauen für den richtigen Gebrauch des Wahlrechts stück der Demokratie nicht tatkräftig aufnehmen, ohne in zu erziehen und zum Kampf für das allgemeine Wahlrecht Kollision mit dem Gros der liberalen Parteien zu geraten in Staat und Gemeinde zu sammeln. und die Verwirrung in deren Reihen zu steigern. Und der Luise Nórlund- Kopenhagen. bürgerlichen Welt gegenüber anerkennen sie willig, was sie Frauenrechtlerischer Zickzack im Wahlkampfe. Wer für das Proletariat stets geleugnet haben: daß die Sonder das Interesse der besitzenden Klassen vor dem Recht des zurücktreten. nicht wüßte, daß auch unseren radikalen Frauenrechtlerinnen interessen der Geschlechter hinter die Interessen der Klassen weiblichen Geschlechts geht, der müßte wähnen, daß diese Damen mit der feurigsten Energie den jetzigen Wahlkampf in Breußen zu einer fraftvollen Agitation für das Frauenwahlrecht usnüßen würden. Be Te it Se Te 1 att cent 05 in he 13 en Det cen 13 Ten zen er a Dor Frauenbewegung. Jm Monat März gingen ein: Bredow- 8üllichow durch Genossin Hübner 15,90 Mr.; Burg durch Genoffin Suchy 4 Mt.; Berlin IV durch Genossin Wengels 25 Mt.; Coburg durch Genoffin Ros 4 Mt.; Chemniz durch Genoffin Müller 75 Mt.; Düren i. Rheinl. durch Genoffin Heus gen 18 m.; Ginbeck durch Genossin Müller 4 Mt.; Forst i. 2. durch Genossi Joffmann 16,36 Mt.; Halberstadt durch Genosfin Bollmann 10 M.; Rahla a. S. durch Genossin Hoffmann 12 Mt.; Karlsruhe 2. Dz. 10 M.; Königsberg i. Pr. durch Genoffin Now agrohti 57,40 mt.; Mülheim a. Ruhr Dieser Wahlkampf ist ja, wie männig- Ein erster nationaler Kongreß der italienischen durch Genoffin Kämmerling 18 Mt.; Schönebed und lich bekannt, eine Etappe in dem Wahlrechtskampfe, den das Frauen hat vom 23. bis 30. April in Rom unter dem Ebendorf durch Genossin Mahn 20 Mt.; Magdeburg preußische Proletariat führt. Er geht gegen das Drei- Borfiz einer leibhaftigen Prinzessin getagt. Er war von durch Genossen Knöfler 25 Mt.; Mannheim- NeckarHassenparlament selbst und für die Eroberung eines Wahl- Frauen aller Klassen und Parteien besucht, seine Leitung stadt durch Genossin Dewald 50,25 t.; Quedlin rechts, das für beide Geschlechter unterschiedslos die An- ruhte in den Händen von Damen der hohen Aristokratie, burg durch Genoffin Münch 13,55 Mt.; Reutlingen macht die Situation ehrlich der Forderung des Frauenwahl- fammenhang mit der Frauenfrage stehen. Und da er sie durch Genossin Krismansky 10 Mt.; Schweinfurt Sprüche wahrer Demofratie verwirklicht. Die Sozialdemokratie er behandelte alle Fragen und etliche mehr, die im 3u- durch Senoffin Schradin 10 Mt.; Sande bei Bergedorf und verficht fie mit geschichtlicher Einsicht und Wärme. angelegenheiten" betrachtete, losgelöst vom festen Untergrund Schulze 4,20 Mt.; Velbert durch Genossin Noebel techts nußbar. Gie trägt sie unter die breitesten Massen insgesamt lediglich unter dem Gesichtswinkel von Frauen- durch Genoffin Ruck 14,97 Mt.; Schfeudig durch Genoffin Könnten da die Organisationen und Personen weniger tun, der sozialen Verhältnisse und ihrer Verknüpfungen, so fonnte 50 Mt. Summa: 467,63 Mt. bie sich selbstüberzeugt stets als die zuverlässigsten Vor- er zu radikalen Resolutionen kommen, die prattisch um so tämpfer für das Recht des weiblichen Geschlechts anpreisen?| bedeutungsloser find, als von ihnen im Hinblick auf die Wahrhaftig, fie können es, das beweist die Haltung der Teilnehmerinnen gilt:" Niemand ist beauftragt, fie auszus1 ids dui dietin Bed Dantend quittiert: Ottilie Baader, Berlin SW 68, Lindenstr. 3, Vertrauensperson der sozialdemokr. Frauen Deutschlands. Die Gleichheit Nr. 11 N 104 Gefang der Titanen. Don hermann lingg. Unser find Felsensitze adam Gegen des Donn'rers Haus! Schleudert er auch Blitze, Harren wir doch aus. A Lieb' und Freude dauern Wie Gras, das man mäht, thin Aber des Fluches Mauern Trotzen noch spät. Unser sind Höhlenfeuer, Weicht, Götter, zurück! Himmel und Meer ist euer, Doch auch hier ist Glück. Jmmer reineren Bahnen folgt ihr von Stern zu Stern, Wir unten hier ahnen Kaum noch wie fern. Möget ihr lächelnd thronen Dom Licht umrallt, d spille Aber auch hier sind Kronen, Auch hier ist Gewalt. Hier in eigenen Reichen Faut unfre Brust Glut ohnegleichen Einer stolzern Luft. Werke kunstfertiger Hände, Tiefsinnig erdacht, Schmücken auch hier die Wände, HE Strahlend in Pracht. Um uns schläft verschleiert In ihrer Heimlichkeit Gãa, die Mutter, uralt gefeiert, Und die ruhende Zeit. Auch die Götter einst wieder Von der Höhe der Macht Stürzen hernieder Jn ewige Nacht. The Hort ihr euch mahnen Prometheus' Qual? Es zittert, Titanen, Der Himmelssaal! Ein Tag, Titanen, Ein Tag erscheint, Der von tausend Vulkanen Die Glut vereint! Seht ihn, seht ihn erhellen Jm Süden der Berge Kranz! Ueber des Ozeans Wellen Strahlt schon sein Glanz. Grete Bose. Aus Leben und Liebe des Proletariats. Von Lu Märten. ( Schluß.) Ihr tratet euer Erbe an, es war das Echo eures, Erman Löwens tagscherzender Mund verstummte zur ftarten Lebens. Sehnsuchtsglocken, die nun zersprungen Nacht und grub die Zähne in die Kissen. In stillem sind und Schmerz. Es war, als seien die Schiffe Weinen strömte die Verzweiflung des jungen Wollens eures Lebens aufgefahren, und dann wieder wurden sie dahin. Erman konnte es dir nicht verbergen, Grete, und von einem ungestümen Treiben davongetragen, und ihr das stille Weinen war das Furchtbarste für dich, schmerz waret nun mutterlos auf der Fahrt. Ihr standet vor licher als alles, was du trugft. einem großen Aschenhaufen und schürtet die spärlichen Funken, während eure Lippen zuckten. Das Leben glühte, fniſterte und flammte empor, aber müde und sterbend. Reiner wagte noch den Wunsch: Möchte es einmal hell und stark leuchten. Da zogt ihr zusammen in die Dachwohnung, um beieinander zu bleiben, und die Notwendig feit des Lebens, Sorge und Arbeit richteten euch die schnelle Hochzeit, die eure junge Sehnsucht einst in Fröhlichkeit erhoffte. Erman Löwen sah oft auf sein Kind und deutete dann auf seinen Bücherschrank:" Waffen für meinen Sohn, die ich ihm hinterlasse" sagte er. Um seiner Eltern - ,, Um Liebe willen soll er den heiligen Haß kennen." Die Tage schlichen düster dahin. Erman Löwens Seele war wach wie ein Schwert. Du weißt, Grete Bose, wie er sich mehrte. Und der Tod zwang ihn doch. In einer dunklen Nacht voll Dualen sah er dir ins Auge, alles wissend, den Tod vor sich schauend. Die Schatten brachen ihm das Herz. O Grete Bose, Grete Bose... Di 10 ge in B be Aus tro @H P 6 Als dann Erman Löwen unter seinen Büchern und Bildern saß, die er so sehr liebte, als er sein Auge auf dem Freiheitskampf alles Lebens und aller Schönheit Sieh hin, welch' waches Leben auf seiner Stirn. Este ruhen ließ als Grete Boses heimliche Innigkeit und fann nicht sterben. Sieh, wie er so edelschön daliegt, stille Kraft das Zimmer so mutterwarm und taghell keiner wird ihn vergessen. Höre, es ist etwas Redendes machte, da flang es wie ein Echo in vermeinten Seelen. in seiner Totenstille, das kann nie mehr verstummen.... Das Dennoch des lebendigen Seins erwachte wieder und Sie trugen ihn hinaus, vorbei an seinem schlafenden ein leise trotziges Besinnen auf den Reichtum des Lebens Kinde. Als sie den Sargdeckel über ihn zuschlugen, konnte an Güte und Kraft und Wollen, auf den großen Schah, niemand sein Antlig zeigen. Kein Pfarrer quälte mit der versteckt und erdrückt unter allem Leid ruhte. Erman Tröstungen, die von kampflosen Seelen begehrt werden, Löwen faßte Grete Boses Hand und sagte: Ich bin doch als wir zur Gruft traten; auch keine Stimme war laut, ein glücklicher Mensch, daß ich dich habe, du liebe schöne das Lied seines Lebens zu singen. Treue Genossen Grete. Etwas sehr Frohes wollte sich in ihm regen, aber stammelten ihren letzten Gruß; Menschen, die sich zer Noti plöglich fam es ihm, daß sein Geschlecht sich nie freuen streuten, bebende Blumen- ein Schluchzen von irgendwo, durfte, der Freude folgte bald etwas Schreckliches auf das sich ausbreitete, Hirn und Herz erfaßte, das dumpf dem Fuße. Grete aber ließ die Trauer in ihm nicht und tränenlos flang. Du, Grete Bose, und der Sarg Feui auffommen. Sie umfing sein Leben mit unendlicher Liebe, mit seiner stummen Anklage und seiner alles übertönenden und es war wieder etwas Starkes, Trotziges in ihren Sprache, die mit wachsender Kraft fast wie ein Lied Augen wie damals, als er sie kennen gelernt hatte. Sie erflang: träumte, sie wollte ein Kind haben, und das sollte ein Sonnenfind sein. ift de be be der wär ungr und trete Wa welc häng Lasset die Toten ihre Toten begraben ich lebe. Laffet sie euch den Atem ersticken und euren Körper ver So ging der kurze Sommer hin. Ms der Winter nichten; haltet die Stirnen wach. Seid groß im Haß, fam, zog ich zu Grete Bose und fand ihren Mann im um der Menschheit Liebe willen; seid Rätselrater, Freunde! Bette liegen; er hatte einen kleinen Blutsturz gehabt. Seht her. Ich bin und ihr seid. Ich beweise euch, daß Erman lächelte und sagte, das bedeute nicht viel, en Schönheit sein kann aus allem Elend. Seid selber eine stände bald wieder auf und ginge zur Arbeit. Dann Brücke zu ihr. Und steht ihr gleich als Bettler und redete er heiß und lebhaft über Rußlands Freiheitstampf Krüppel und Leidende an dieser Brücke ich sage euch, und viele Dinge und rief seiner Frau gute Worte zu. Am daß ihr sie bauen müßt. Was blieb eurem Leben, als nächsten Tage stand er auf und arbeitete wie gewöhnlich. der Kampf. Seid niemanden so treu, als dem Kampf Der Winter wurde immer dunkler. Früh um fünf der euer Leben ist. In allen Hütten ist Dual! Sie gab saßen Grete Bose und ihre Schwester schon an der euch Weiten zu denken, lehrte euch maßlos zu zürnen Maschine. Arbeit und Lieferung, so ging es tagaus innig zu wollen! Liebet die Erde, legt eure Hände in tagein. Grete trug das Sonnenkind unterm Herzen. einander und führt eure Waffen. Kampf sei euch Spiel bas Erman Löwens quälender Husten drang durch das Rasseln Ich war ein Krieger unter Kriegern. Wie liebte ich meine der Maschinen; seit Monaten fieberte er, aber er arbeitete Waffen um euretwillen, ihr Krieger. Habet ihr nicht noch immer, nur daß er morgens lange liegen bleiben Kinder, meine Krieger? Um ein wenig Sonne gilt es mußte und manchen Tag zu schwach war, um in das und die Zukunft.... Ich lebe über mich fort, damit Kontor zu gehen. Grete Boses Schwester sah mit er ihr lebet, da unsere Kinder nach uns leben, und also schrockenen Augen auf den wachsenden Jammer, und leben wir ewig.... dann schien es, als verwandelte sich ihre Angst in lauter tätige Sorge. bürg Lieb Arb bleit und S But i Situ liche gleic Der nieb Da machten sich die Totengräber an ihr Geschäft und warfen die ersten Erdschollen auf den Sarg, als Der Winter wurde immer dunkler. Erman war eines wollten sie einen heißen zürnenden Mund verschließen aber Da geschah das Gräßliche. Erman Löwen kam eines Abends von Schmerzen gequält nach Hause gekommen. Es ist wieder Frühling, Grete Bose. Dein Kind geht Tags wie immer zur Mittagszeit nach Hause. Als er Grete hatte ihn gebettet, nun lag er ruhig oder schlief. vor dir her, im Sonnenglanz. Reichtum und Adel lieg traft die Türe öffnete, schlug ihm Brandgeruch entgegen. Das Da kam sie plötzlich zu mir und stürzte in wildem Weinen in seiner Kindergestalt, seine Haare sind wie lichtgeküßt recht Mittagsgericht verbrannte in der Küche. Erman Löwen eilte in das Zimmer und sah seine Mutter am Boden vor mir nieder. Das grausame Leben hatte auch ihr das Ein Sonnenfind! Grete Bose. Du lächelst ein wenig, und unendliche Liebe brich Ma liegen. Er beugte sich zu ihr nieder: Die Schatten hatten grausame Wissen gebracht. Schmerzzerrissen stöhnte fie: Erman muß bald sterben!" drängend aus deinen Augen, zu deinem Kinde hinüber nicht ihr das tapfere, heiße Herz gebrochen. Zur selben Zeit, Ich saß so namenlos hilflos vor dir, Grete Bose, Es ist ein Schmerz in dir, Grete Bose, du stehst det in als Erman Löwens Schwester im Krankenhaus lag und und fonnte vir teine Lüge als Trost sagen, denn das Weg auf und ab- bei deinem Kinde macht die Zutun fiche an das Nachhausekommen dachte als an die erste Freude Leid war in mir wie fressende Glut. Ich konnte mur Halt. Ein Sonnenkind! nach langem Leid, die sie erharrte. Es ging wie ein eifig weher Wintersturm durch Erman immer sagen:" Weine nicht so, Grete Bose, weine nicht du darfst dein Kind Löwens Seele und Körper, und der Sturm vernichtete so sehr du hast ein Kind ihm die Blüten und Reime seines Hoffens und seiner Gesundheit, so daß er wie ein Schwerkranker fich zu nicht totweinen." Da befann sich Grete Bose, und ich war froh, über den Trost, den der Gedanke an das Kind ihr brachte. moderne Ode.* Don Otto Erich hartleben. Grete Bose ins Zimmer tastete. Und dann ginget ihr Als sie aber gegangen war, dachte ich: Wenn Erman Strauben follen wir uns wider das Eisenjoch, vielemal um das Krankenhaus und wagtet euch nicht zur Schwelle und hattet keinen Mut für den Schlag nach eurer Schwester Leben. göwen sein Kind nicht mehr erleben sollte dem der Gewohnheit Schmutz Würde des Alters lieh wen das steigende Licht grüßt, nie sehn' er die Nacht zurück! Seigheit knechtet die Zeit, beuget der Nacken Kraft: wagt, o magt es mit mir, frei zu bekennen, was längst der kühnere Blick sah, längst allen im Busen lebt! verb Nat gera tion Bre Fein Frei tonf geip But i Räm etell den un Derf als mit Wal Derfi erich techt Stu Bar bi peit $ 30 Elaff Bel Wieder wurde es Frühling, und als du mit deinen Lieben in hellere Zimmer zogst, Grete Bose, da hattest Das war in deiner Liebeszeit, Grete Bose. Und wenige bu deines Kindes Ankunft nahe vor dir. Erman konnte Wochen darauf schloß auch deine Mutter die Augen, und. bu knietest vor ihr mit deiner tauben Schwester in mort- nicht arbeiten, aber er lebte für die Kämpfe des Prole tariats und schlich durch die Sonne und zitterte um losem Schmerz. Als wir deine Mutter zur Erde brachten, dich. Dann kam das Kind. Das war groß und stark, stand Erman Löwen vor mir, und ich sah seinen Kopf und als es euch anlächelte, waret ihr beide stolz und beglückt. Seilig gelten der Zeit Rechte des Alters nur: deutlich; das Haar war ihm licht geworden, und die Haut durchsichtig, und aus den schönen troßigen Zügen fand sich eine gütige Freundeshand, die euch in Wald Und als der Sommer kam, und eure Not groß wurde, was da bestand vordem, heißt sie bestehenswert, heilig gelten der Zeit nicht sprach das Leid eines Gekreuzigten. Eine unerbittliche und Luft führte. Zu spät! Die Herbstnebel wagten sich Treupflichten des eignen Sinns. falte Faust schien nach mir zu greifen, und ich hörte deutlich eine Stimme, die mir zurief: auch Erman Löwen leise hervor, die Sonne flimmerte wehmütig ernst. Erman muß bald sterben! Löwens schöne Gestalt war verfallen, und ihr Anblick weckte Gram; aber seine Rede flammte und kämpfte trotz nicht anzurühren und dich nicht mehr zu liebfosen, Grete Atemnot und Schmerzen. Der Kranke wagte sein Kind Sträuben wollen wir uns wider das Eisenjoch, dem der Gewohnheit Schmutz Würde des Alters lieh wen das steigende Licht grüßt, nie sehn' er die Nacht zurück! Grete Bose, Grete Bose, ich sah auf dich und mußte wieder auf dich sehen und begriff nicht, daß dies * Meine Verse, Gesamtausgabe. Berlin, S. Fischer. Har je Wirklichkeit werden konnte. Ich schaute nach allen Bose. Er verbarg vor dir, was er von sich wußte, um leben steht unter den zeitgenössischen Lyrikern mit an erster Stell Gesichtern, ob niemand sich gegen den Spruch auflehnen sich nicht zu grämen- und du verbargst vor ihm, was Er hat farte und feine Empfindungen, tiefe Gedanken, welche wollte. Aber niemand kannte ihn. Die Nebel stiegen bu um ihn wußtest- um ihn nicht zu quälen Beit bewegen, in vollendete Formen gegossen. grau zwischen den Gräbern auf, und Erman Löwen sorgtet ihr um einander. erschauerte. Du warst so tapfer, Grete Bose, in all der Zeit, und es m ar nichts in dir, das nicht für Mann und Kind lebte. * Gãa, die Erde. so Berantwortlich für die Redaktion: Fr. Klara Bettin( Bundel), Wilhelmsbo Boft Degerloch bet Stuttgart. Druck und Verlag von Baul Stinger in Stuttgart.