Mv. 4. KdomtmeMs-Krdingunge«: Abonnements- Preis pränumerando: «Zierteljährl. S,Z0 Ml., monatl. l.loMl.. wöchentlich 28 Psg. sret ins Hau». Einzelne Nummer 6 Psg. Sonntag»- Nummer mit tllustrirter Sonntags- Beilage„Die Neue Welt" io Pfg. Post- Abonnenienl: 3,30 Marl pro Quartal. «ingetragen tn der Post- Zeitung», Preisliste sür 1898 unter Dr. 7576. Unter Kreuzband für Deutschland und Oesterreich- Ungarn 2 Marl, für da» übrige Ausland 3 Marl pro Monat. ErschrinI täglich nutzer Woiilng». Vevlinev Volksblstt. IS. Jahrg. Die Inftrtwns-Gebiltzr beträgt sür die fechSgespaltene Kolonel» zeile oder deren Raum iß Psg., sür PereinS- und PersammlungS-Anzeigen, sowie ArbeitSmarlt 20 Pfg. Inserate sür die nächste Nummer müssen bli l Uhr nachmittag» tn der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochentagen bt» 7 Uhr abend», «u Sonn- und Festtagen bi» 8 Uhr vormittag» geössnet. Fernsprecher- Pult I, Nr. 1568. Telegramm-Adresse: „Sozinldemokrat verlin". Dentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Fiedaktion: 8V. 19, ZZeiUY-Straße 2. Donnerstag, den 6. Jannar l898. Spedition: 8V. 19, ZZettty-Str.lße 8; Frsnkvvich im JAhre 1897. Paris, 1. Jauuar 1898. Das verflossene Jahr ist in Frankreich vor allem ge- kennzeichnet durch das Ausbleiben einer M i n i st e r- k r i s e. Dergleichen hat man seit 1891 nicht gesehen. Die Langlebigkeit des Kabinets M e l i n e ist deshalb bedeutsam tveil sie der Ausdruck einer dauernden Verschiebung in der Parteigruppirung ist. Währeild der nun zwanzigmonatlicheu Regierungszeit M c li n e's hat sich die Koalition der Bourgeois-Republikaner und der K l e r i k a l- M o n a r ch i st en in allen Stürmen bewährt. Die Jämmerlichkeit oder, wie Jaures einmal sagte, die„Un Persönlichkeit" der im Kabinet Meline vereinigten Personen läßt dir soziale Nothwendigkeit der Ordnungskoalition umso deutlicher erkennen. Auf seiten der Opposition ist hingegen im abgelaufenen Jahre eher eine Lockerung der Beziehungen zivischen den Radikalen, genauer dem„regierungsfähigen" Flügel der selben und den Sozialisten zu konstatiren. Die Ursache davon ist die Halbheit der Radikalen. Je fester nämlich die Ordnnngsmehrheit zusammenhielt, se aussichtsloser die Bildung eines rein radikalen Kabinets erschien, desto stärker wurde die gemäßigte Strömung innerhalb der radikalen Partei welche in totaler Bcrkennung der tieferen Ursachen der neuen Parteigrnppirnng die Wiederkehr zu den alten radikal opportunistische» Minister-Kombinationen anstrebte. Man bc garni von radikaler Seite bei jeder Gelegenheit die kollek tivistischen Lehren zu„vernrtheilen" und— was viel bedenklicher war— die Sammlung aller bürgerlichen, aber „rein-republikanischen" Elemente unter dem Banner des Anti- klerikalismns zu läuten. Es kam sogar zu einigen parla mentarischen Anläufen nach dieser Richtung. Aber freilich antwortete auf die Werbung der Radikalen nur eine Handvoll linksstehender Regiernngsabgeordneter, denen aus ideologische» Gründen oder aus ehrgeizigen Gelüsten das klerikalsreundliche Ministerium auf die Dauer doch verekelt wurde. Auch sonst war das Jahr den Radikalen ungünstig. E- begann mit dem Abfall des„Apostels der progressiven Ein kommensteuer", des frühereu radikalen Finanzministers Doumcr, der um das Vize-Königthnm von Jndochina und 309 000 Fr. Jahresgehalt seine Partei mitten im Senatswahl.- kämpfe vcrrieth. Die Drittels-Erneuerungs- wählen zum Senat vom 3. Jannar haben dann den Radikalen anstatt der erwarteten 40 nur etiva ein Dutzend neuer Mandate eingebracht. Damit erwies sich die Halb losigkeit der Hoffnungen auf Erlangung einer Verfassnugs- revision mit Hilfe einer starken radikalen Senats gruppe. Zudem merkte man von jenem Zuivachs der radi kalen Senaisgrnppe rein garnichts. Im Gcgenlheil, die ver- stärkte Gruppe hat schließlich, die gemäßigten Kammerradikalen übertrumpfend, demüthig und offiziell mit den geldsackrepubli- konischen Senatsgrnppcn Frieden geschlossen. Seiner gefestigten Stellung entsprechend, hat das Kabinet Meline 1897 seinen Charakter als eines Handlangers der gecinigten Bourgeoisie noch deutlicher offenbart als 1896, da ihm die frische Erinnerung an das populäre radikale Kabinet eine gewisse Vorsicht anfnöthigte. Mit Eifer und Feuer ging die Regierung aus Werk nur da, wo es sich um das Wohl dieser oder jeuer Interessengruppe der Bourgeoisie handelte. Das Hänslein der Zuckerindnstriellcn erhielt zu den indirekten direkte Zuckeransfuhr- Prämien im Betrage von 18 Millionen Franks jährlich. Das Banknoten-Monoflol der Banane de France wurde bis 1920 verlängert auf grund eines Löwcnvertrages, der Regierung und Regierungsmehrheit als Hausknechte des Bankklüngels zeigte. Ferner seien erivähnt die eilige Er Neuerung des M o n o p o l s der ni a r i t n» e n T r a n S* port-Gesell schasten und des Monopols der Ausbeutung der M i n e r a l q u e l l e n v o n V i ch y, sowie zwei Eisenbahngcsellschaften begünstigende Gesetze. Auch die Zollgesetzgebung stand nicht still: ein neuer Zoll auf Melasse, Erhöhung des Zolles auf Schweine, Schweinefleisch, Schweinefett und Wnrstwaaren, und ein so- genanntes„Hängeschloß"-Gesetz, welches die Regierung zur provisorischen Zollerhebung vom Zeitpunkt der Einbringung einer Zollvorlage ermächtigt. An inländischen agrarischen M i t t e l ch e n hat das Jahr das Margarine-Gesetz gebracht, ein Gegenstück zum vorjährigen Gesetz gegen Rosinen- und Knustwcine. Das größte Verdienst Meline's um die Großgrundbesitzer und Ge- treidespekulanten war die Aufrechterhaltung des Ge- treidezolles von 7 Fr., trotz der B r o t t h e u e r u n g, welche den Gctreidepreis um durchschnittlich 5 Franks(29 bis 30 Fr.) pro Doppelzentner gegenüber demjenigen Preise hinaufgeschnellt hat, den Meline 1894 für durchaus lohnend und eine Zollherabsetzimg bedingend erklärte. Um die Gesammtbourgeoisie hat sich Meline verdient. ge- macht durch die Verschleppung der Steuerreform. Nach langen heuchlerischen Reformbemühnngen ist es ihm ge- Inngen, die Einkommensteuer in der gegenwärtigen Legislatur von dem Geldsack der Bourgeoisie abzuwenden. Die in seinem Ministerprogranim hoch und heilig versprochene Reform schrumpfte auf die Verminderung der staatlichen Grundsteuer um 25-26 Millionen Franks zusammen, d. h. ans einen wirthschaftlich belanglosen Wahlköder für die Bauernschaft. Dabei wurde die mehr oder minder gerechte Vertheilung der Entlastung nicht der ursprünglichen Vorlage der„dauern- freundlichen" Regierung, sondern einem parlamentarischen Initiativantrag geschuldet. Andererseits hat es der in kleineu Kniffen große Meline verstanden, das Votum der Ersatzsteuern bis in das neue Jahr hinauszuschleppen, da die zu diesem Zwecke in Aussicht genommene Erhöhung der Börsenpapier- Steuer bei den Stützen des Ministeriums ans bedrohlichen Widerstand stößt. So fruchtbar das Jahr an kapitalistisch- agrarischen Ge setzen war, so unfruchtbar war es an definitiven d e m o k r a t i scheu R e f o r ni e n. Und auch das wenige und unerhebliche was auf diesem Gebiete Gesetz wurde, konnte der Regienrngs niehrheit nur unter dem Druck der heranrückenden Wahlen und der Regierung zum Ttotz aufgezwungen werden. Es sind das die U n t e r s n ch u n g s r e s o r m(Abschaffung des geheimen UntersnchnngsversahrenS) und die O k t r o i r e f o rm Dagegen sind das H a f t p f l i ch t g e s e tz und das Eisen b a h n e r- S ch n tz g e s c tz vom Senat noch nicht votirt worden. Und zwar keineswegs ans Zeitmangel, sondern in- folge des reaktionären Willens der Regierung und des Senats Hat doch der Senat in der ncunwöchigen Herbstsession blos 20 nieist sehr kurze Sitzungen abgehalten gegen 48 lange Kamniev sitzungen. Daß die Arbeitsnachweis- Reform im Senat noch nicht votirt wurde, ist freilich nicht weiter zu bedauern, da die Regierung den ursprünglichen gewerkschafts- freundlichen Entwurf des Kannneransschusses zu einem Hemm schuh für die Entwickelung des unentgeltlichen gewerkschafts licheu Arbeitsnachweises hat verhunzen lassen. Schließlich sei erwähnt, daß die Kanimer auch im abgelaufenen Jahre keine §eit gefunden hat, um die im S o m ni e r 1896 unterbrochene erathnng der Novelle zum niaugelhasten Frauen- und Kindev schntzgesctz von 1892 zu Ende zu führen. Die Novelle ist damit für diese Legislatur endgiltig abgethan. Der Vollständigkeit halber ein paar Worte über die Panama- und die D r e y f u s- A f f ä r e, die beide ja in dieser oder jcuer Form noch in das neue Jahr hinüberspielen werden. In beiden Fällen hat der herrschende Klüngel sein bestes gethan, um zum Zwecke der grob-matcriellen Rettnng von Ordnungsstützen-- dort der Hanptpanamisten, hier der militärischen Oligarchie— die Justiz moralisch vollends in den Grund zu bohren. Der Ausgang des Panama-Prozesses, die Freisprechung der von der Parteijnstiz ausgewählten oppo sitionellen Sündenböcke ist eine erfreuliche Vexurtheilung der vom Kabinet Meline besonders arg herabgewürdigten Justiz durch das Volksgericht. In der Dreiffus-Asfärc haben freilich die Herrschenden einen ähnlichen Ausgang um so weniger zu be� furchten, als der chauvinistische, alle Andersdenkenden terrorisirende Theil der Oeffentlichkeit auf seiten der militärischen Oligarchie steht. In inniger Harmonie mit der inneren Ncaktiouspolitik war die auswärtige Politik des Ministeruims. Für letztere ist aber auch der radikale Theil der Opposition mit ver- autwcrtlich.der durch sein Schweigen und seine Stimmzettel die den nationale» Interessen widerstreitende Handlangerrolle Frankreichs im Dienste des Zarenreiches unentwegt billigte. Die russische Allianz hat im Orient Frankreich um jeden Einfluß ge bracht. Dafür sind aber durch die Erdrücknng Griechenlands einerseits die Interessen der französischen Hochfinanz, der Hauptglänbigcrin der Türkei, gewahrt und andererseits der huldvolle E ni p f a n g Felix F a n r e's in Petersburg nebst den Trinksprüchen mit dem Wörtlein„alliirl" gesichert worden. Der Spektakel, den die Regierung und die Pariser Großbourgeoisie dann bei Fanre's Rückkehr in Szene setzten, zeigte wieder einmal, daß der herrschende Klüngel die Zaren freundschaft vor allem als ein innerpolitisches Rcgicrnngs mittel schätzt und ausbeutet. In der o st a s i a t i s ch e n Frage wird jdaher ebenfalls der Wille des Zaren in allen Fällen sür Frankreich das oberste Gesetz bleiben. Für die sozialistische Partei war das Jahr eine teil unermüdlicher Arbeit, deren Früchte in den kommenden Zahlen geerntet werden dürsten. Fast die ganze Last und die ganze Ehre des Kampfes gegen die großbürgerliche Reaktion sind den Sozialisten zugefallen. Es sei insbesondere erinnert an den Kampf gegen die Zuckerprämien, gegen das Bank- Monopol, gegen die zarendienerische Orientpolitik und in Verbindung damit gegen die russische Allianz, sowie an die Agitation gegen die Brottheuernng und an die Agrardcbatte, in welcher die Wirkungslosigkeit der agrar demagogischen Quacksalbereien Meline's nachgewiesen wurde. Diese unablässige Thätigkeit in der Kammer, in der Presse und in Versammlungen hat den Boden für die Wahlkampagne trefflich vorbereitet. Sie hat ans den materiellen parlamen- tarischcn Erfolgen der Ordnnngskoalition ebcnsoviele scharfe Agitationswaffen gegen dieselbe geschnnedet. Die gewerkschaftlichen Kämpfe waren sämmt- lich lokaler Natur. Die bedeutendsten sind der zweimonatliche Kohlengräberstreik von Grand' Combe(2000 Theilnehmer), der I2wöche»iliche Lyoner Manrerstreik(5000 Theilnehmer) und der zweiwöchentliche Pariser Schlächlerstreik(1100 Theilnehmer). Die letzteren zwei endeten mit einem Erfolg, der erstcre mit einem Mißerfolg, welcher ebenso sehr der— durch eine sozialistische Interpellation gebrandmarktcn— brutalen Parteinahme der Regierung für die Grnbcnbaroue geschuldet ist, wie der mangelhaften Organisation. »« DaS neue Jahr beginnt im Zeichen des Wablkampfes. Die F r ü h j a h r s w a h l e n gehören zu denjenigen, welche über die nächste Entwickelung eines Landes entscheiden. Es wird sich dann zeigen, ob die neue Ordnungskoalition auch im Lande, vor dem allgemeinen Wahlrecht den Sieg über die Demokratie davontragen, ob die gceinigte Bourgeoisie unter der Führung des Agrardemagogen Meline, unter dem Segen des Papstes, des Zaren und des neulich„ralliirten" Herzogs d'Orleans und— last not least— mit Hilfe des wähl- macherischen Beamtenapparates des Polizeiministers Barthon— frecher und sicherer denn je sich der Republik bemächtigen wird. Die Entscheidung hängt im wesentlichen ab von der taltung der bäuerlichen Wähler und der Wahltaktik der ozialisten und Radikalen. Ucber den ersteren Faktor läßt sich nichts Bestimmtes sagen. Die Ordnungsparteien rechnen nach wie vor auf die Begriffsstutzigkeit und den politischen Jndifferentismus der Banernmasse, sowie insbesondere auf deren Glanben an de« Agrarheiland Meline. Andererseits ist anzunehmen, daß die fortgesetzten Prellereien Meline's namentlich in der die Bauern am nächsten angehenden Steuerreform, denn doch sie für die sozialpolitische und radikale Agitation empfänglich machen muß. Umso Niehr, als schon in den Wahlen von 1393 die politische Erwachung der ländlichen Bevölkerung sogar in der Wahl von Halb- Sozialisten und Sozialisten zum Aus« drucke kam. Was die Beziehungen zwischen Sozialisten und Radikalen anlangt, so sind sie zwar, wie eingangs dargelegt, eher gelockert worden. Trotzdem dürfte in den meisten Fällen ein sozialistisch-radikales Znsammengehen gegen den gemeinsamen Feind zu stände kommen. Speziell die sozialistische Partei darf jedenfalls auf einen erheblichen Stimmenzuwachs rechnen. Der Gewinn von neuen Mandalen wird vielfach davon abhängen, ob die verschiedenen sozialistischen Organisationen und Richtungen von Anfang an-- schon in der Hanptwahl und nicht erst in der Stichwahl— sich auf gemeinsame Kandidaten einigen. politische Mebeeflcht. Berlin, 5. Januar. Kiaotschan. Der„Reichs-Anzeiger" theilt mit, daß hin« sichtlich der Uebcrlassnng von Kiaotschau zwischen der deutschen imd der chinesischen Regierung eine Verständigung erzielt ist. Tie Vereinbarung enthält im wesentlichen folgendes? „Der deutschen Regierung soll die Erfüllung ihres Wunsches ermöglicht werden, ebenso wie andere Mächte einen Stützpunkt sür Handel und Scläffsahrt in den chinesischen Gewässer» zu be- sitzen. Die Ueberlassnng hat die Form eines Pachtvertrage?! von längerer Daner, und es steht der dentschen Regierung frei, innerhalb des überlafsenen Gebietes alle nölhigen Banlicb«> leiten und Anlagen zu errichten und die sür den Schutz derselben erforderlichen Maßiegeln zu treffe». Das überlnssene Gebiet umsaht das gesammte innere Wasser« decken der Kiaoischan-Bncht bis zur Hoebivassergrenze, ferner die südlich und nördlich vom Eingang der Bucht liegende» größere» Landzungen bis zu deren natürlicher Abgrenzung durch geeignete Höhenzüge, sowie die innerhalb der Bucht und vor der Bucht be- legenen Inseln. Das abgetretene Gebiet hat einen Gesa mint» i n h a l t von einigen Q n a d r a t in e i I e n, welche von einer größere», rings um die Bucht gezogenen Zone eingefaßt sind, innerhalb welcher keine Maßnahmen oder itlnordniingen- chinesischcrseits ohne deutsche Znslimninng getroffen werden dürfen; insbesondere dürfen der deutscherseits für nothwendig er- achtete» Regnlirnng der Wasseilänse leine Hindernisse entgcgen»i gesetzt werden. Ilm Konflikte zu vermeiden, die daS gute Einvernehmen zwischen de» beide» Mächten beeinträchtigen könnten, hat die chinesische ßlegiernng für die Daner der Pachtzeil alle die ihr ini dem überlasiencn Gebiete zustehenden Hoheitsrechte ans die deutsch«! Regierung übertragen. Sollte sich ans irgend einem Grnnde die Kiaotschau- Bucht für die von der dcntlchen Regierung in Aussicht genommene» Zwecke als nicht passend erweisen, so wird die chinesisch« Regierung, nachdem sie sich mit der dentschen Regierung darüber ins Einvernehme» gesetzt hat, der letztere» an einem anderen Punkt der Küste ein sür den ins Auge gefaßten Zweck besser ge» eignetes Gebiet überlassen. Die chinesische Regierung wird i» diesem Falle die von der deutschen Regierung im Kiaotschan-Gebict errichtete» Baulichkeiten, Anlagen n. s. w. übernehmen und du« dasür verausgabte» Beträge ersetzen." Die chinesische Regierung hat also dem Zwang der Ver» Hältnisse nachgeben müssen. Deutschland hat seine Kohlen» station, hat einen Stützpunkt für sein ostasiatisches Geschwader, hat einen Ansgangsort für Handelsverbindungen in das Innere der großen Provinz Schantung und des übrigen China, lieber die Pachtzeit und Pachtsumme liegen noch keine MiUhei« inngen vor. Allem Anschein nach scheint also diese Operation friedlich auszulaufen. Wollten andere Mächte die Festsetzung Deutsch» lands nicht dulden, so hätten sie längst entsprechende Schritte gethan. Sie müssen also, wenn auch jedenfalls nicht mir be- soliderer Freudigkeit, ihr Einverständniß erklärt haben. Eine andere Frage ist es, was die fernere Zukunft bringen ivird. Dort in dem fernen Ostasien erschließen sich neue werth- volle Gebiete, um welche die Land- und Handclsgicr der europäischen Kapitalistenvölker noch manchen heißen Streit ausfechten werden.— Tie deutsche Regierung über den FaN DrcyfuS» Esterhazy. Der Prozeß gegen Estcrhazy soll ebenfalls unter Ausschluß der Oeffentlichkeit geführt worden, wie wir mit- theilten. Das abscheuliche Vertnschnngssystem, unter dem DreysuS begrabe» wurde, soll bis zuletzt festgehalten werden. Wenn auch die Befürworter des auf der Teufelsinscl gesangene» Mannes, die Scheurer- Kellner und seine Freunde nicht vermocht haben. Beweise für die Unschuld desselben herbei- znschaffen, so ist für jedermann sichtbar geworden, daß hier ein m i l i t ä r i s 6) e s P a n a ni a schlimmster Art vorliegt. Gäbe es da nicht unendlich vieles, was man vertuschen und verheimlichen zn müssen meint, so würde man diese dunkle Sache mit dem Lichte der Oeffcutlichkeit erhellt haben. Es ist sehr bcmerkcnswerth, daß die„Kölnische Zeitung- kurz vor der Verhandlung gegen Esterhazy, offenbar offiziös, folgende Mitthcilnng bringt: „ES scheint, daß bei der Verhandlung deS Esterhazy-Prozesses alles vermieden werden soll, was im stände ist, aufznlläre», in» wieweit Hauptmann Dreysus sich der Spionage schuldig gemacht hat. Die Thatsache der res juäieata. soll vielmehr mit aller Strenge srstarhalten werden. Dem gegenüber wird eS zweckmäßig fei», noch einmal auf grnnd der ein- gsdendste» und zuverlässigsten Erkundigungen festzustellen, daß, wenn Dreysus sich überhaupt der Spionage schuldig gemacht hat, diese nicht mit Deutschland, mit der deutschen Regierung und deutschet» Offizieren, also auch nicht mit dem deutschen Militär- bevollmächtigten oder mit der denlsche» Botschaft in Paris irgend elivas z» lhun gehabt hat. Wenn Dreysus spionirt hat, so kau» dies nur zn gunsten irgend einer anderen Macht gewesen sein. Die französische Regierung mag vielleicht ein Interesse habe», hierüber einen dichte» Schleier zu werfen; deutscherseits steht nicht das geringste im Wege, über die Verhandlung das hellste Licht der Oeffenilichkeit leuchten zn lassen. Es wird nieinals irgend ei» Zusammenhang der Handlungsweise deS Drcyfns mit irgend einer deutschen Stelle dargelhan werden können. Die deutsche Regierung hat seinerzeit über den nnanlast- baren Sachverhalt der französischen Regierung durch die deutsche Botschaft jeden Zweifel genommen. Wir begnügen uns heule lediglich mit der Festftcllii»(j dieser Thatsache." Man kann begierig sern, wie diese Erklärung in Frank- «ich ailfgenomnien werden wird. Wie nnS unser Pariser Korrespondent schreibt, wird die Ver- Weisung Esterhazy's vor dnS Kriegsgericht offiziös von vornherein als eine Komödie hingestellt. Es handelt sich einfach darum, dem Schübling der kriegsministeriellen Bureau? ein gerichtliches Unschnlds- zengniß ansznstelleii. Die bezügliche offiziöse Preßmitthcilnng faß! das in die Wort«:„Der General Sanfsier hat diesen Entschluß gefaßt in Erwägung"— nicht etwa der belastenden Ergebnisse der Untersuchung, sondern des Umslandes,„daß man der gegen einen höheren Osfizicr erhobenen so schwere» Anschuldigung die Sanktion der abgenrlheilte» Sache geben muß." Die Gerichtsverhandlung wird hinter verschlossenen Thnrcn statlfinden— natürlich im Interesse der„Staatssicherheit", der„Ehre der Armee" u. s. f.— *■ DentscheS Reich. — Das Mittelland-Kanalpro je kt soll dem Landtag nicht in seiner diesjährigen, sondern erst in der nächstfolgenden Session vorgelegt werden. Bis dahin sollen die Verhandlungen mit den Provinzen über die Höhe der zu gewährende» Zuschüsse zum Abschluß gebracht werden.— — Der N o r d- O st s e e- K a n a l ist nach den Milthelinngen auS den Verwallungsberichten des kaiserliche» KnnalamtS im Etats. jähr 1836/37 von 8LS7 Dampfern und 11878 Segelschiffen, zu- sammen von 19 980 abgabepflichtige» Schiffen mit einem Gesammt- raumgehalt von 1 497 435 und 441 023, zusammen 1 848 458 Tonne» netto benutzt worden. Im Jahre 1396/97 ist gegen 1895/93«ine Steigerung bei Ver- kehrS auf dem Kanal eingetreten und die Gesammtzahl der Tonne» von 1 505 983 im Jahre 1395/96(1. Juli 1895 biS 30. Juni 189«) auf 1 848 458 in, Jahre 1893/97(1. April 1896 bis 31. März 1897) gestiegen. Außer vom HandelsverkehS ist der Kanal auch von den Schiffe» der deutschen itriegsmarine vielfach benutzt worden. Innerhalb der ganzen Berichtsperiode von 1»/« Jahren haben fiattgesnnden 18 schwere Unfälle, 224 leichtere Unfälle und 154 Ver- zögernngen. Di« Einnahme» der Kanalverivallnng haben im Jahre 1896/97 betrage» 1016 854 M., die Ausgabe» 2 074 792 M., und zwar an fortlaufenden 1954 792 M-. an cinmaligeu 120 000 M., so daß die Mehrausgabe 1 057 933 M. beträgt. Die einmaligen Ausgabe» dienten zur Beschaffung von 3 neuen Schleppdampfern, von denen einer als Bergnngsdampfer eingerichtet ist. Außergewöhnliche Kosten sind ferner entstanden durch die Hebung des dänische» Dampfers „Johann Stein", welche der Kanalverwallung i» Höhe von 68 363,23 M. zur Last gefallen sind. Bon de» Betriebszweige» ist»ame»tlich der Schleppbctrieb recht kostspielig für die Verwaltung. Der erhobene Betrag an Gebühren von 72 086 M. deckt nicht aiu nähernd die entstandenen Selbstkoste», die im Jahre 1896/97 267 344 M. betragen haben. Die Erhöhung der Schlepp. gebühren ist daher nach Ansicht des Kattalamts eine dringende Nothwendigkeit. I», ganzen hat der Kanal im Etatsjahr 1836/97 seine Betriebs- und Unterhallnngskosten etwa zur Hälfte gedeckt. Eine wesent- liche Besserung dieser finanziellen Ergebnisse ist nur von einer weiteren Hebung des Verkehrs zn erhoffe», welche die Einnahmen erhöht, ohne die durch die Ausdehnung der Anlagen und die Nothwendigkeit eines konlimiirliche» Betriebes bei Tng»nd Nacht von vornherein ans einer gewisse» Höhe gehaltenen Unter- haitnngs- und Betriebskosten betrachilich zn steigern. Ob die ani 1. September 1893 in kraft getretenen Tarifändernnge» ausreiche» iverde», um die erstrebt« Steigerung des Verkehrs in vollem Maße herbeizuführen, oder ob es dazu noch weiterer Aende- rnngcn bedürfe» wird. läßt sich erst nach längerem Bestehen des Tarifs mit Sicherheit bcnrlhcile». Bis jetzt ist,»ach der„Berl. Corr.". der wir diese MUlheilnngen entnehinc», eine erfreuliche steigende Tendenz im Kanalverkchr ivahrznvehmen. so daß die Hoffnung ans allmälige Erziclung befriedigender Finanzergebniss« nicht unberechtigt erscheint.— — Im R e i ch s- I u st i z a m t wird ein Gesetzentwurf über die Hypothekenbanken vorbereitet.— — Das B e r n st e i n r e g a l scheint die preußische Regierung nun endlich in eigene Verwaltung übernehmen zn wolle». Eine Danziger Depesche der Post meldet hierüber: „Wie Ministemlkoinmissar Geheimer Ober- RegUrnngsralh Dr. Sieffert in der letzlen Konferenz der Bernstein- Jnteressente» auf der Regierung mittheilte, wird die Regierung da? von Kommerzieuralh Becker ausgenutzte Bernsleinrcgal in einigen Monaten selbst übernehmen. Di« Bernstein- Jnter- «sscnte» würden dan» daZ Rohmaterial zn denselben Be- dingniigen erhalten, wie jetzt mit Becker vereinbart ist, also mit der Verpflichtung, keinen Abfall von Rohbernstein an Ambroid- sabrikeu zu verkansen. Die Kontrolle hierüber solle noch strenger als gegenwärtig geübt werden. Wer zuwider handle, komme aus die schwarze Liste»nd erhalte nicht mehr Bernstein." — Der deutsche Bimetallistenbund will es sich nicht nehmen lassen, den 70. Geburtstag seines Führers v. Kardorff am 8. Januar„in entsprechender Weise" z» feiern. Wir erwarten, daß die Silbergrubenbesitzer von Nevada die Gelegenheit nicht vorbeigehen lasse» werden, um den eifrigen Agitator für die hohen Preise und den reichlichen Absatz ihrer Produkte durch Dcpnlalionen, schöne Reden und kostbare Geschenke zu seiern. Man müßte an der Dankbarkeit der Welt verzweifeln, wenn die amerikanischen Silberkönige unterlassen würden, dem deutschen Manne nicht auch öffentlich ihren Tribut des Respekts zu widmen.— — Die Militär»Strafprozeß- Reform bespricht der Premier-Lieutenant a. D. Rudolf K r a f s t in der„Münchener Freie» Presse" und schildert an«inigen bemerkcnswerthen Beispielen, wie viel schlechter sich die mililärische Rechtsprechung nach dem RegierniigSentwUrf gestalten würde als sie jetzt nach dem bayerischen Recht beschaffen ist. Er schildert die Folgen des Fortfalles des selbständigen Untersuchungsrichters folgendermaßen: „Der(bayerische) Slnditenr steht gänzlich außerhalb der Truppe, er kommt gewöhnlich nur einmal im Jahre in den Kasernsnhof, nämlich zur Rekrntenvereidiguiig. auch im Osfizierskasino erblickt man ihn höchst selten, meist nur bei den offiziellen Diners, kurz er ist dienstlich sowie gesellschaftlich von den Offizieren gänzlich unabhängig. Diese Thalsache hat»im im Berein mit der bereits konstalirlen, daß der Slnditenr auch bei der Führung der Untersuchung vom Kommandanten(Regiments- Komniandenr, Stadtkommandanten, koimnaudirende» General) sich keine Vorschriften mache» lassen muß, hier und da sehr unangenehme Folgen für Offiziere und Unteroffiziere und zwar in so fern, als der Anditenr, namentlich bei einem Mißhandlungsfall,»n- bekümmert um das Behagen das Regiments-Koinmanoeiirs und das schiefe Gesicht der Offiziere und Unteroffiziere weiter- f o r s ch e n und vor allem danach recherchiren kann, ob den» die angezeigte Mißhandlung die einzige ist, die sich in der betreffenden Abtheilniig ereignet hat, und nicht etwa Dutzende vorgekommen sind. Schon öfter ist es i» Bayern passirt, daß einem Anditenr zu»ächst nur ein Mißhandlnngsfall zur Unier- snchnng vorlag und im Laufe der letzteren dann noch etliche andere Quälereien entdeckt wurden. Und weiter ist es in Bayern schon dagewesen, daß Negimentskommandeure, Bataillon-konimandenre und Hauptleule wegen einer größeren Anzahl von Mißhandlungen, die in den diesen Herren anvertrauteii Abtheilungeu vorgekommen waren, p e» f i o ii i r t wurden. Infolge der dargelegten Umstände ist der Anditenr in der bayerischen Armee gar nicht selten eine besonders von den Unterosfizieren sehr gesürchtcte Persönlichkeit. So erinnere ich mich noch eines AngnstmorgenS, an dem ich als frischgebackener Fähnrich an einem Kasernensensler stand und einen neben mir be- stiidlichen Unteroffizier nach dem Namen des eben vorübergehende» AnditenrS frug. Die charakteristische Antivort, die mir wurde, lautete:„Das ist der Anditenr G. No. gut' Nacht, wenn der was— damit meinte der Sprecher eine Mißhandlung— unter die Händ' kriegt, da kimmt alles ans!" Wie aber dürsle» sich die Dinge gestalten nach dem jetzigen RegiernngSentwurs? Herr Krafft fährt fort: „Nehmen wir an, daß der Kommandeur eineS Regiments die nbertriebensleii Anforderungeu an daZ Wisse» und Könne» der Mann- schafte» stellt. Die klare Folge ist, daß die abrichtenden Unteroffiziere in diesem Regiment wegen jeden Pinnders von ihren Offizieren i» schroffster Weise zurechtgewiesen werden und hiervon ist wieder die wahrscheinliche Konsequenz, daß die Unteroffiziere die Mannschaft schinden und drangsnlire». Bei einer unvermutheten nächtlichen Revision ivird endlich ei» Untervsfizier erwischt, wie er eben seine Leute mit Gewehrübnngen»larterk. Die Untersuchung wird eingeleitet und schon im Anfange weisen sehr viele Symptome darauf hin, daß über- Haupt im g a n z e n R e g i m e n t geprügelt und geschunden ivird. Käincn alle diese Mißhandlniigen oder nur ein größerer Theil derselben an das Tageslicht, so wäre es wohl möglich, daß der Oberst„den blauen Brief" erhielte. Glücklicherweise ist aber der Herr Oberst selbst der Wericht-Hm des Standgerichts und da- mit auch derjenige, der daS Uiilersncdungsversahren in entscheidender Weise zu leiten hat,»nd er kann daher alle Recherchen, die sich ans mehr als den einen angezeigten Fall beziehe», hintanhalleii, um so leichter. aiS bei den Standgerichten der UntersuchnngZautoniat des Gerichlshcrrn überhaupt nicht ein Anditenr, sondern ein Lienlenant ans dem Regiment des Gerichtsherr» ist. Somit ist der letztere auch im sonstigen dienstliche» Leben der direkte allmächtige Vorgesetzte seines sogenannten UntersnchnngsrichlerS n»d kann diesem auch nur den kleinsteil Versuch, wunde Sielle» im Regimenle zu beiühren, schwer entgellen lassen." Für Bayern würde also, wie schon mehrfach betont wurde, der neue Entwurf die bösesten Verschlechterungen bringen und für da! übrige Deutschland in den meisten Beziehniigen keine Verbesse- rnngeii.— -Militär,«nd Zivilgericht. Wie die Militär- gerichtsbarkeit in die bürgerliche lliechtfprechnng eingreift, dafür ivird anS Kiel ein nener Fall berichtet. Das dortige Schöffengericht hatte den Major z. D. Weiße, Verleger der„Kiel. R. Nachr.", wegen Herausgab« eines Sonderbiatls über die Kriegs- «rklärnnz Griechenlands an die Türkei am ersten Osterseiertage vorigen JahreS zn fünf Mark Geldstrafe vernrtheilt. Tie Straf- kanimer hob das Urtheil ans, da Weiße der Btilitär- gerichtsbarkeit unterstehe, und erkannte auf Einstellung des VersahrenZ.— — Agrarier n» d A r b e i t c r u n t t r d r ü ck» n g. Die Fortschritte der sozialistischen Beivegung unter den Landarbeitern in Ungarn geben der„Korrelpoiidenz deS Bundes der Lgndivirlhe" An- laß zn einer Betrachtung, ob die von der iliigarischen Regiermig gegen die Landarbeiter angeivciideten Mittel ihren Ziveck erfüllen. Nach einer Schilderung der überaus traurigen sozialen Lage der Landarbeiter in Ungarn und dciii Hinweis ans die letzten Unruhen im Sonuner vorigen Jahres heißt es: „Die Unruhen wurden unterdrückt, aber die Bewegung greift immer weiter um sich. DaS zeigt auch der letzlc Landeikongreß der sozialdemokratische» Feldarbeiter lliigarns, der soeben stailgefimde» hat, und auf dem im ivesentlicheu die alten Prograiiiinpuiikle wieder formulirt worden sind. Alle diese Vorgänge sollten der uiigarifche» Regierung zu denken geben und ihr zeigen, daß vieles „faul im Staate Dänemarl" ist. Denn wo es Ranch giebt. da brennt es auch." Das Urlheil ist recht veiständig und es wäre nur zu wünschen, daß der Bund der Landwirlhe diese Auffassung auch aus deutsche Verhältnisse anwenden würde. Bisher komiten wir nur ivahrnebme», daß er in Deutschland für alle gegen die Arbeiter gerichtete Unter- drückungsmaßregcln zn haben war.— — Achtzehn fremd« KriegSschiss-Banten befinden sich, wie die„Bali. Schifffahrtsztg." millheilt, zur Zeit in der Ans- fnhrnng ans deutschen Schiffswerften, und zwar auf der Germania- Werft bei Kiel, in der Vulkan-Werft bei Stettin und ans der Schichaner Werst in Elbing bei Danzig. I» Kiel wird im Ans- trage der brasilianischen Regierung e>» Torpedokrenzcr gebaut. Slnf der Vnlkan-Werft ist ein erstklassiges Panzerschiff mit einem Deplacement von 9800 Tonnen und zum Werth« von 13 Millionen Mark sär Ölcchmnig der japanischen Regierung in Angriff genommen worden. Zugleich werden für China ans derselben Werft drei geschützte Kreuzer von 2950 Tonnen Raumgehall bei 100 Meter Rumpslänge und 19,5 Smneile» Fahrgeschwindigkeit erbaut. Zwei dieser Kreuzer sind bereits vom Stapel gelanfe» und befinden sich gegenwärtig im Ausbau. Die Schichaner Werft baut eine ganze Torpedoboots- Division für die japanische Marine. Das Divisionsboot hat 46 Meter Rumpslänge, 23 Seemeilen Fahrgeschwindigkeit und 82 Tonnen Raumgehalt. Für China sind bei dieser Werft vier Hochsee-Torpedoboote bestellt und gegenwärtig im Bau begriffen. Die Schiffskörper dieser Kriegsschiffe werden ans Nickelstahl ber- gestellt. Von den sämmtlichen 18 Fahrzeuge», die für fremde Ne« gierungen aus deutschen Werften gegenwärtig im Bau begriffen sind, euisallen 10 auf Japan, 7 sür China und 1 für Brasilien. — Die„Kölnische Zeitung"»nd andere Organe deS Großkapitalismus werden stets nervös, wenn die Sozialdemokraten den heutigen Staat als einen K l a s s e» st a a t bezeichnen. Bei der Beurtheilniig des Auslandes sind diese Blätter weitsichtiger: so spricht die„Köln. Ztg." in ihrem Rückblicke über Frankreich im Jahre 1397 immer von dem Charakter des Klasseiiftaales, den Frankreich ganz rein unter dem Regime Meiine ausgebildet hat. Im stillen Kämmerlein freut man sich wohl auch bei der„Köln. Ztg.", daß nnter Posndowsky und Kompagnie Deutschland auch nichlt mehr zum puren Klafsenstaat fehlt.— — Graf Rantzau, der Schwiegersohn deS Fürsten Bismarck, hat einen Beamte» des„Hamb. Korr.", der th» tm Auftrage deS Nenter-Vureaus, des größten Telegraphen-Korrespondenzbureans der Welt, über das Befinden des früheren Reichskanzlers befragt», in so ungebildeter und unhöflicher Weise behandelt, daß dieser nun gegen den„Vizewirth von Friedrichsruh" Beleidigu.ngSklage-Antrag ge» stellt hat.. Gras Rantzau hat früher als Gesandter Preußen bei süd» deutsche» Höfe» und das Reich im Auslände vertreten. Deshalb ist es interessant, wen» eimiial die Lebensart dieses Mannes vor Gericht beleuchtet wird.— Lörrach» 2. Januar. Die Wahl in Lörrach. Land dürfte noch« mals in Frage gestellt fein. Wie dem„Schwöb. Merkur"»III- getheilt wird, taucht jetzt die Nachricht aus. es sei bei der Wahl, bei ivelcher bekanntlich mit 63 gegen 61 Stimmen Dreher(lib.) gegen Hagist(freis.) gewählt wurde, ein starker Verstoß vorgefallen— Abgabe zweier Stimmzettel durch einen Wahlmann—, so daß, die Richtigkeit der Thatsache vorausgesetzt, auch dieser Wahlakt in Frage gestellt wäre.— — Chronik der Majestät Z b e l ei d i g un g S- Pro z e fse. Aus Halle a. S. wird inis nnteri» 4. Januar geschrieben: Wegen Majestätsbeleidignng wurde in heutiger Strafkammer- Sitzung die Aufwartefrau Minna Stahr geb. Nane, eine noch jugendliche bisher unbescholtene Person zn drei Monaten Gesängniß ver- »rtheilt. Die Verbandlnng entzog sich der Oeffenllichkeit. Zwei Frauen, die als Zeugen geladen waren, sollen als Demnizianiinnen ausgetreten sein.— Ungarn. Budapest, 4. Januar. Wege» beleidigender Zwischenrufe. welche im Abgeordnetenhause gefallen waren, fanden heute'Abend zwei Säbelduelle statt, und zivar zwischen dem Abgeordnete» Grafen Stefan Tisza und dem der änfteisten Linken angchörigen Ab« geordneten Ludwig Olay, sowie zwischen dem liberale» Abgeordneten Edmund Gajary und dem der Voitsparlei zugehörigen Abgeordneten Siefan Rakowszky. Olay und Rakoinszky wurden schwer verwundet, Graf Tisza und Gajary erliiten leichte Schrammwunde».— Frankreich. PariS, 4. Januar. Der Präsident am KaffationShofe Q» e S na y de Beaurepaire ersuchte de» Jiistizminister, einen höheren Gerichtshof einzusetze», vor welchem er sich wegen der in der Panama» kommission gegen ihn erhobenen Beschuldigungen rechtfertigen könnte. Man sieht, die Panama-Affäre kann nicht sterben.— PariS, 4. Januar.(Eig. Ver.) Vor einigen Monaten bereisten zivei päpstliche Emissäre die französischen Kirchlprengel mit der Mission, die Geistlichkeit zur Wahlagitation für den klerikal- opportunistischen Ordnnngsbrei aufzufordern. I» der letzte» Woche haben inländische K a p« z i» e r- M ö» ch e, 40 an der Zahl, eine Agitationsreise in diesem Sinne begonnen, zunächst im»>etst radikal vertretenen Departement Doiiue. Sie predigten von der Kanzel herab das politische Evangelinm des Papstes und des Herrn Meiine, den gutgesinttten Wähler» das Paradies!est versprechend. Dabei traten flo mis als osfizielle Agenten. Ju jedem Dürfe ließe» sie sich vom Maire oder Adjunkt eine» P r ä s e» z s ch e i ii ausstellen. Daß die lokalen Be- Hörden die ministeiielle» Kapuziner in der zlivvrkommendstcn Weis« behandelte», ist selbstverständlich. I» einer Bersninmlnng ivollte ein junger Mann dem Kapuziner erividern. da freie Tisiussio» ver- sp lochen worden war. Er wurde aber aus der Kirche hinaits» geworfen und die Staalsmlivailschaft eröffnete gegen ihn eine Unter- snchlliig... Die Radikale» u»d Sozialisten veranstglte» gegenwärtig im ganzen Deparitment Prolest- Persammlunge» gegen Meline'S Kapuziner. Felix Faure hat endlich den Journalisten Cyvoct be« g» a d i g t, an dem 1383 im Lyoner Anarchisteliprozeß ein entsetzlicher Jnsiizmord begauge» wurde. Der Theilnahine an der Bombcii-Explosion im Caso Bellccour beschuldigt, sprachen ihn die Geschivoreneil in diesem Punkte frei. Der Staatsanwalt erlangt« aber die Bejahung der von den Geschworenen als relativ harmlos betrachteten Frage in beziig auf die A»fforderuiig znlli Todtschlag, deren Cyvoct sich in einem sechsMoiiate vor derExplosio» erschienene» anonyme» ZeitnngSartikel schilldig gemacht haben soll. Zur Verblüffung der Geschworenen vernrtheilt« nun das Gericht Cyvoct zum Tode. Die Todesstrafe wurde dann ans das ein- stimmig« Gnadengesnch der Geschworenen hi» i» lebenS- längliche Zivanasarbeit mngewaiidelt. Zu alledem war der Beiveis für die Berfafferschast Cyvocl's keineswegs erbrach» worden, ttud seither hat der verantwortliche Redaklenr der be- treffende» Zeitung, der seilsameriveise i» den Prozeß nicht verwickelt wurde, erklärt, der Verfasser deS Artikels lväre nicht Cyvoct, sondern ein Weber D... Cyuolc verdankt seine Begnadianng»ach bald 15 Jahren Zwangsarbeit ans der Insel Nonmea, Ne»-Kaledo»ieii, einer energische» Preßkampagiie, die iiamentlich vvii, radikalen Senator Ranc geführt ivurde. Es sei noch beuicrkt, daß der frühere radikale Jiislizministcr Ricard daS Anliegen seiner polilischcn Freunde, Cyvocl's Begnadigung dem Präsidenten zu empfehle». trocken zurückgewiesen hatte— aus Furcht vor den Prehkosake», die in der Wiedergutmachung des Jiistizinordts eine Gefahr für die be- stehende Ordiinng erblicken.— Brsgien. tvriissel, 4. Januar. De» Kammer» wird der Entwnrf eineß HafipfiichtgesetzeS mit genauem Tarif« der Entschädigiii, g Ver» unglückter»„gehen. Einem U»fnllverstch«rli»gsgesetz nach deutsche»« Muster ivill das Ministerinin nicht znstiiume».— Spanien. Madrid, 4. Januar. Als Preis feiner Unterwerfung rnft 16 000 Man» erhielt Aguinaldo 2 Millionen PeseiaS.— Rnftland. Petersburg, 5. Januar. Zur Förderung des Mehl« exporles»ach dem Ansland« hat die Eiseubahntarist Koiniiilssio» für»olhwendig erachtet, sür den geiiannle» Export die bereits herabgesetzten Tarife noch weiter zn ermäßigen, so daß dies« Ermäßigungen für Mehl bei dem Transporte nach einem Seehasen oder ins Ansland 20 pCt., für Kor», weiches in einem Hafen zu Mehl verarbeUet wird. 15 pCt. betrage» sollen. Da iverden wir arnieu Deutschen wieder von den Agrariern im Reichstage, Abgeordnetenhaus lind Herrenhaus die Geschichte von den russischen Getreide-Bakterien zn hören bekomme».— Serbien. Belgrad, 6. Januar. Durch einen UkaS deS Königs behält daS Budget für 1396. welches auch für 1897 galt, für 1898 ebeufallS Geliung i»id zwar solange, bis ein Budget für 1898 durch di« Skiiplschina zur Annahme gelangt ist. Das Regieren ohne Parlanient wird immer allgemeiner. Völker Miltel- und Ost-E»rapa's. wahret Eure heiligsten Güter!— Asien. — Eisenbahnen in China. AnS Shanghai wird der „Franks. Ztg." geschrieben: Exzellenz Sheug Ta Ten, der Direktor der im Bau begriffene» südlichen Eisenbahnlinien, scheint mit seine» finanziellen Bersilchen mid Absichten, eine neue größere Anleihe ab- zuschließe», keine Erfolge answeiien zu können. Die nnter baulicher Leitnng des Herrn Reg.-Bamiieisters von Hildebrandt stehende Linie von Woosung(am Älnsflnsse des gleichnamigen Flusses, an dem Settlement gelegen ist) nach Soochow(Hauptstadt der Provinz) schreitet wohl rasch vorwärts; die unter der Niiguust z» großen Marschlandes und nnzäbliger zn überbrückender Kanäle ganz vorzüglich angelegten Eisenbahndäinme sind bei Shanghai vollständig fertiggestellt. und schon im Frühjahr 1833 dürste» wir diese erste unter deutscher Oberaufsicht in China erbaute Linie im Verkehr haben. Für die große» Linie» Hankow-Peking, Hankow-Canlon und sonstige» Zweiglinien, dazu fehlt es jedoch den, unternehmenden reiche» Mandarine Sbeug an dem»öthigc» Geld. DaS vor einigen Monaten hier a>ifgetr»>iie Hooley-Jameson-Eyndikat ist, nachdem sowohl der Präliminar- Ver- trag mit Sheng abgeschlossen und definitive Stipulationen für diese Eisenbahn-Anleihe von 16 Millionen Psd. Sterl. in Peking getroffen waren, in die Brüche gegangen, wodurch Sheug von»cuem bewiesen wurde, daß, wenn er sich nicht besser niit de» starken deutsch«» imd englischen Syndikaten, wie die Denlsch-Zisialische Bank und Hongkong u. Shanghai Banking-Corporalio» ins Einvernehmen setzt, ihm noch weitere EnUänschunge» blühen werden." Slfrika. Kairo, 4. Januar. Die Hälsie des Regiments Lincoln nnd eine Nblheilnng Pioniere sind heule mit der Eisenbahn nilanswärts ge- vauge»! der Rest des Regiments nnd das Warivick-Ziegiment werden Ende dieser Woche abgehen, die Cameron-Hochländer folgen später. Jeder Soldat ist mit SOO Patronen versehen. Sonnabend wird ei»e weitere E>lcnbah»streck« bis Assuan eröffnet werden.— Varlamenkarifches. Dem Reichstag ist der Bericht über die Thätigleit der Tsch�nch- Physikalischen Reichsanstalt im Jahre ISSsi/S? zu» gegangen.— NoticNe znm Branntweinsteuer- Gesetz. Wie die.Nordd. Nllg. Zig." hört, ist dein Reichstage der Entwurf eines Gesetzes betr. die anderiveit« Festsetzung des Gesammtlonlingens der Breniii» reien zugegangen.—_ Dns DisziplittttvVevsalfren gegen Heven v» Tausch. Eine für die Vertreter von»Religio», Sitte und Ordnung- gar freudige Kiliide kommt heute aus dem Berliner Polizeipräsidium: der Kriminalkommissar v. Tausch ist heiler Haut auch aus dem Disziplinarverfahren hervorgegangen. Im folgenden der Bericht über die Verhandlung: Der Termin zur Hanptverhandlung in dem gegen de» K r i m i n a l! o m m i s s a r i u s v. Tausch schwebenden Diszi- plinarverfahren hat am Mittwoch angestanden. Die Verhandlungen fanden im Sitzungssaale der ersten Abtheilung des Polizeipriisidinins in» Präsidialgebände am Alexanderplatz statt. Den Vorsitz im Disziplinarhofe führte Polizeipräsident v. Wind heim. Bei« sitzer waren Geh. Ober- RegierungSralh F r i e d h e i m und die Rcgierungsrälhe Siber, v. G l a s e n a p p. H o f f m a n n, Dielerici, Hoppe, Kanh und Reblin g. Die Anklage verlrat RegiernngSralh Eteifensand, die Vertheidigung deS persönlich anwesenden Beschuldigten führte R.-A. Dr. Echwindt. — Regiernngsrath E i b e r gab an der Hand des umfangreichen Aklenmaterials eine zusammenhängende Darstellung der gegen Herrn v. Tausch erhobenen Beschuldigungen. Dem Vernehmen nach zer- fielen diese in zwei große Gruppen und hatten im wesentlichen die im Prozeß v. Tausch-Lützow zur Sprache gebrachte» Thatsache» zur Unterlage. Die erste Gruppe der Beschuldigungen betrafen das Verhalten des Beschuldigten im Amte. Hier wurde ihm im Allgemeinen vorgeworfen: Verletzung von Dienst- instrnklione» bei der Vornahme der Berhaflung des v. Lützow, llnwahrhastigkeit bei seinem Bericht über v. Lützow und über die Entstehung der Knkulsch-Quittung. ferner bei der Aufstellung seines Schuldenverzeichnifses in, Jahre 1890, sodann Jndiskretione» gegenüber Vertretern der Presse(Affäre Krämer). Benutzung der Press» zu persönlichen Zwecken und Achtungsverletzung gegen hohe Beamte. Die zweit« Gruppe der Beschuldigungen de- trafen da? Verhalten außerhalb deS Amtes, wobei namentlich die Aufnahme von Anleihen seitens des Beschuldigten im Mittelpunkt» der Erörterungen stand. Es wurde ihm znm de- sonderen Vorwurfe gemacht, daß er seine Agenten Normann- Schumann und Lützow als Vermittler ,« Geldgeschäften benutzt Hab«, der schwerste Vorwurf aber wurde darin erblickt, daß er auch die Hilfe von Untergebenen zur Beschaffung von Geld in Anspruch genommen habe.— Die Verhandlungen über alle dies« Punkte fanden in nicht öffentlicher Sitzung statt. Regierungsrath S t e i f e n s a n d hielt, dem Vernehmen nach, die Verfehlungen des Angeschuldigten für so schwere, daß er die höchste zulässige Strafe, die D i« n st e n t l a s s u n g in Antrag brachte.— Rechlsanw. Dr. S ch w i n d t beantragte dagegen die Freisprechung des Beschuldigten und wies in längeren Ausführungen daraus hin, daß die Verfehlungen deS Angeklagten im Amte nach den Er- gebnissen der Voruntersuchung in diesem Disziplinarverfahren vielfach in einem wesentlich milderen Lichte erscheinen müßte», als nach dem Bilde, welches die SchwurgerichtSverhandlung lieferte. WaS die außer- amtlichen Verfehlungen betrifft, so machte der Vertheidiger geltend, daß es sich nicht um ein leichtsinniges Echuldenmachen des Beschuldigten gehandelt habe, sondern um finanzielle Schwierigkeiten, in welche er ohne sein Verschulden hineingerathe» sei und bei deren Ueber- windung er keinerlei unehrenhafte Handlungen begangen habe. Nach dreistündiger Berathung erging das Urtheil, welches auf Versetzung in ein Amt gleichen Ranges ohne GehaltSverlust aber unter Wegfall der Umzugs- kosten lautete. Gegen dieses Urtheil ist Berufung an das Etaals- Ministerium möglich.— Dies Urtheil wird kaum jemanden überraschen. Nachdem man im Meineidsprozeß gegen v. Tausch sah. wie die Leiter der Berliner Polizei für ihren Beamte», für daS Fleisch von ihrem Fleisch,«intraten, konnte man von vornherein annehmen, daß diese Mitglieder der Polizeibehörde alS Richter nicht allzu strenge inS Gericht gehen würde». Warum sollte man auch den Tausch beseitige», während das System v. Tausch bestehen bleibt?! Die Achtung der Bevölkerung für da» heutige Polizei- system wird durch das Urlheil gegen Tausch nicht vermindert werden.-- AnS Solingen. Die Parteiversammlung. die»ndgiltig über den vieljährigen-jwist verhandelte, war, wie die.Bergische Arbeiter- stimme" millhcilt, eine Massenversammlung, wie sie i» Solingen seit langer Zeit nicht dagewesen ist. Von einigen Genossen, die als Sin- Hänger Schumacher's bezeichnet werden, wurde gegen die Aufstellung eines anderen Kandidaie» wie gegen die vom Parleivorstands- Vertreter Gerisch empfohlene Resolution gesprochen; sie drangen aber nicht durch. Gegen eine vollständig ve, schwindende Minderheit wurde Scheid ein an n als Reichstagskandidal aufgestellt und mit überwältigender Mehrheit die Resolution Gerisch's angeiionimen, die folgenden Wortlaut hat: .Die heute zu Weeg tagende Kreisparleiversanimlnng der Partei- genossen des Wahlkreises Solingen erklärt sich damit einverstanden. daß der Beschluß des Hnmdnrger Parteitags, belreffend die Ueber- führung der„Bergischen SIrbeiterstinime" in den Besitz der Gesamml- partei, auf folgender Grundlage ausgeführt wird: 1. Die derzeitige Genossenschnst als Herausgeberin der .Bergischen Arbeilerstinime" n ird ersucht, ihre Mitgliederzahl aus die Hälfte deS gegenwärtigen Bestandes z» vermindern und für die ausscheidende» Genossenschaftler Anhänger der bisherige» Schumacher- schen Richtung, sowie mehrere Mitglieder des Parletvorftandes als »>e»e Mitglieder in die Genossenschast aiifznnebmeu. 2. Für den Fall, daß sich die Genossenschast gegen die Aus- scheidung der Hälfte der bisherigen Genossenschaftler ausspricht, soll sie gehalten sei», die gleiche Zahl»euer Mitglieder aus Anhängern der Schnmacher'schen Richtung auszunehmen, alS die Genossenschaft gegenwärtig Mitglieder zählt. 3. Der Parteivorstand überweist ans den Mitteln der Gesammt- parlei der Parleigenossenschaft des Wahlkreises Solinge» eine größere Summe Geldes als Darlehen, um die neueii Genossenschaftler in den Stand zu setze», ihre Genossenschaflsantheile zunächst voll eliijahlen zu können. Für die NnSleihnng dieser Beiträge an die einzelnen Genossen- schastler, sowie für die allmälige W>ederei»ziehn>ig und Rückzahlung derselben a» die Parleikafse, übernimmt die Solinger Parteigenossen- schaft die Verantwortung." Die„Frankfnrter Zeitung" läßt sich aus Solingen berichten. daß die Anhänger Schumacher'? das Lokal verlassen habe», und daß bei der nächste» Wahl es im Kreise zwei sozialdemokratische Kan- didalen geben werde. DaS erster« ist nicht wahr, denn das Gros der Freunde Schumacher's bat sich mit dem Ausgleiche einverstanden erklärt. Was aber die Kandidatur Schumacher's»eben der Scheide- manil's betrifft, so genügt es wohl, daran zu erinner», daß Genosse Schtlinacher schon aus dem Parteitag in Hamburg aus seine Wieder- aufstellung in Solingen verzichtet hat. Dabei bleibt es auch und niemand ist, unserer festen Ueberzeugung nach, mehr damit ein- verstanden wie Schumacher selbst. Im Dorfe Sande in Schleswig-Holstein. bei Bergedorf gelegen. wurde» zwei Parteigenosse», Ziininermeister Brun» und Maurer P r a h s, mit 331 und 329 Slimmen zu Echulvorsteher» gewählt. Die Kandidalen der Gegner erhielten nur 75 und 78 Stimmen. Der Jahresbericht des LandeSvorstandeS der foztaldemo- kratische» Partei PadcnS an die Landesversannnlung, die am 8. und 9. Januar in Offenburg abgehalten wird, beschäftigt sich zuerst mit der schon so oft erörterten Verlegung des„Volks- frennds" nach Karlsruhe und dessen Ueberführung i» Partei- Eigenthum. Danach sind die Verhaudlnngen, die zivischen dem Landesvorstand, dein Genossen Dietz und dem Genosse» Geck in jiiiigner Zeit in dieser Angelegenheit geführt wurde», an de» hohen Anforderungen gescheitert,„welche Genosse Geck stellt« oder mehr oder weniger stellen muß." Ueber die Land- l a g s w a h l e n sagt der Jahresbericht: Wir haben uns in acht Wahlkreisen selbständig an der Wahl beiheiligt. Nur i» Karlsruhe habt» unsere Genossen mit den übrigen Oppostlions- Parteien eine gemeinschaftliche Liste aufgestellt, um der Atajorität des terroristische» Slalionalliberalismns«in Ende zu bereiten, was auch gelungen ist. Unsere Genosse» in de» nachfolgend verzeichneten Städten haben sich großartig geschlagen, wie die Zahl der Stimme» nnd Wnhlinänner beweist: Mannheim hat aufgebracht 5317 Stimmen mit 337 Wahlmännern, Karlsruhe.. 4914.. 228„ Pforzheim„„ 1873.„ 73. Ofsenbnrg„_ 457,. 17. Lörrach..„ 563.„ 13, In letzterem Ort ist auch der letzte Rest der Etegmüllerei ver- schwliude». In den beiden Orten Lörrach nnd Offenburg»Hißte die ganze Gegnerschaft der Sozialdemokratie ansgebole» werden, um z» verhindern, daß die sozialdemokratische Landlagssraktio» nicht 5 wie jetzt, sonden, 7 Abgeordnete zähle. Doch>vir sind zufrieden sür diesmal, das nächste Mal hole» wir sie doch. Die übrigen Wahlbezirke, wo wir uns an der Wahl bethei- liglen, haben, mit Ausnahme von Wiesloch, ebenfalls mit gutem Fortschritt abgeschnitten. Die Organisation hat 11 neue Mitgliedschaften erhalten und ist jetzt i» zusammen 76 Orlschaite» des Landes verlreien. Die Mitgliederzahl beträgt 8242; 251 mehr alS am 39. März v. I. Der Geldvtikehr ist gegen de» vorjährigen zurückgeblieben. Im ganzen bezahlte» die 75 Mitgliedschafte» mit 3243 Mitgliedern an Bei- trägen 1369,50 M., an Agitaliontbeilräge» 145,29 M., für den Ponprozeß- und Preßfonds 161,95 M., an UnlersttitzungSbeilrägen 36.73 M., für Flugblätter 66 M., für Mitgliederbücher 149,39 M., Summa 1922,28 M. Aus den Straslisten der Parteipress« verdienen folgende Angaben der hervorgehoben zu werden. Von der Mann- h e i»i« r ,V o l k s st im nie" haben die Gen. Martin nnd Keßler die ihnen von der Mülhauser Strafkammer weg«» Nachtivächter- bcleidignng zndiktirten Gefängnißstrasen von eine», Jahr resp. drei Monalen und Genosse Dietz eine fünsmonalige Gefängnis:- strafe, die er vom selben Gericht wegen Ossiziersbeleidigling erhielt, im Mülhauser Bezirksgefängniß verbüßt. Dietz erhielt im Lause dieses Jahres»och wegen Zengniß- »erweigernng und Keßler wegen Werkuieisterbeleidignng je l99 M. Geldstrafe. Vier Privatbeleidigungsklage» gegen die „Volksstimme" endigte» mit Vergleichen nnd ein« schwebt noch.— A»S der Gerichlestatistit des Ossenburger„Volkssreunds" verdienen in allererster Reihe Erwähnung die beide» Freisprechnngen von der Anklage der Beleidigung der Militärbedörden im„Jll,S"- Prozeß und in, Militärboykoit-Prozeß. Von PrivalbeleidigungS- klagen endigten zwei günstig für den„Volksfreund", zwei mit einem Vergleich und eine mit der Zurücknahme der Klage. In dem be- kannten Postprozeß hat das Reichsgericht die Revision des Genossen Geck verworfen. Für Parteizwceke gingen anS Z w i ck a» ein: Papier Schedewitz 11,59. Nachbar P. 24,86. Fe>di»ank> Z. 3,—, Ein ver rottetet Wirth 5,—. Zecher I.—. Tillner 16,55. Papier Zwickau 4,69. Max K. 2,—. Rothe Garde Riederhohndorf 7,—. Heinrich L. 2,—. Bäckermeister O. 19,—. Johann W. 3,55. Ans dem Staatssäckel 5,—. Louis 5,89. Haminerdittrich 6,95. Von Gewerf- schaften 68.22. Setzer»nd Drncker 19,59. H. P. 29,—. Aus dem großen Beutel 138,15. Heinrich 9,—. Marienthal Neue 63.—. Planitz Neue 42.—. Julius 14,89 S. W. 69.—. K. C. 69,—. Knörke 5,—. Bauralh 19,—. Heinrich 6,85. Niminerzahn 29,37. Lutz 1.—. Max M. 4,49. H. Z. 1,79. Windhorst 9.65. Kranken- kassenivahl 1.—. Staaisaiiivalt 25,51. Jacob 69,—. Stammlokal 28,75. O. N. 8,—. Papier Martentdal 1,26. Lohr 7,75. Kavital- zinsen 39,—. Bockbierprobe 1,49. Feiner Davd 9,59. Taufe Ober- hohndorf 3,—. Sleujahrs Gratulation Oberhohndorf 2,—. Adam Sann 2.90. H. B. 1,29. Summa 843.62 M. Dodtcnliste der Partei. In Zipfendorf im Zeitz« Kreise ist der Parleigenosse Edwin Winter im Alter von 54 Jahre» gestorben. Er hat wegen feiner nnerinüdliche» Agitation für den Eozialisinus von den Zipsendorfer Notablen schwere Ver- solgunge» erleiden müssen. ES gelang ihnen aber nicht, de» Ver- haßten ans dem Orte zu vertreiben. A» dein Begräbniß des treue» Mitkämpfers belheiligt« sich die sozialdemokratische Arbeiterschaft der ganzen Gegend. Ehre seinen» Andenken. George Julian Harney, der ehemalige Thartisten- führer, der im Fevniar v. I. seine» 89. Geburtstag noch bei voller Gesnndheil„nd Geistesfrische feiern konnte, ist am 18. Dezember gestorben. Er war am 17. Februar 1817 i» K« n t geboren. Als Kind armer Seeleute hat er»nr geringe Schulbildung genossen. Mit 16 Jahren kam er zu einem Buchdrucker, um das Schriflsetze» zu erlerne», blieb aber nicht lange dabei, sondern wurdeSchriftsteller. Damals bestand in England noch der Zeitungsstempel. Harney betheiligte sich hervorragend an de»» Kainps« gegen den Slempel, der selbst- verständlich ei» großes Hinderniß der Eiitfaltuna der Presse war. harney gab selbst ei»„Ungestempelte" heraus»nd hat dafür niehr- fach Gesängnißstrasen erlitte». Mit großer Begeisterung ivarf er "ich in die Agiiation sür die Sache der Chartisten, deren Führer er neben Jones, Slephens und O'Connor wurde. Mitte der vierziger Jahre ging die Chartiftenbeweguna zurück. Harney war im Gegensatz zu viele» seiner Genossen konsequent und wurde Sozialdemokrat. Seit 1842 mit Engels, seit 1848 mit Marx bekannt, blieb er mit beiden befreundet biS zu ihrem Tode. I», Laufe der Jahre ist Harney theils Redakleur, theils Mitarbeiter ver- chiedeiier Blätter gewesen,»ine Reih» vo» Jahren hat er auch in Amerika gelebt. Zuletzt wohnte er in Richmond bei London. Er war«in ebenso glänzender Redner wie begabter Jonrnalist. Bis zu seinem letzten Augenblick ist er thälig gewesen für die Sache des Proletariats. Gelang es ihm auch nicht, das englische Proletariat zn einer sozialistischen Massenbeivegung hinzureißen, so hat«r doch in Wort und Schrift Bedeutende? für die Ausbreitmig des Sozia« lismus unter den Arbeitern Englands geleistet. Polizeiliches, Gerichtliches»e. � — Die vom Amtsgericht in Magdeburg verfugte Auf« Hebung der Beschlagnahme von der Buchhandlung der „Volksstimme" gehörigen Bildern betraf 6 Bilder von Marx, Lassalle. Engels und Vollmar. die zum theil im Verlag vo» Ad. Hoff- inann in Berlin, zum theil im Verlag von A. Degeln in München und iinVerlag vonEhr.Steiiiicken ebendaselbst erschiene» sind. A»lI8.Novbr. waren die Bilder beschlagnahmt, am 19. November bestätigt« das Amtsgericht die Beschlagnahme, weil die Bilder nicht den,§ 6 des Preßgesetzes entspräche»; am 81. Dezember find die �Bilder der Buchhandlung wieder zugestellt worden, jedoch in beschädigtem Zu- stand«. Der Vertreter der B»chha»dli»ig, Genosse Harb« um, verlangt min, daß ihm das Polizetpräsidiiuii de» Werth der Bilder im Betrage vo» 1,69 M. ersetze. - Gegen die„R h e i n i s ch- W e st f ä l i s ch e Arbeiter« Zeitung" in Dortmund sind im Jahre 1397 elf Klagen an- gestrengt worden, ebenso viel wie im Jahre vorher. Außerdem schwebten noch vier Klage» aus dem Jahre 1396, wovon zwei vom Gericht abgewiesen, eine zurückgezogen und eine(Beleidigung der Offiziere des deutschen Heeres) durch Veriirlheilung des Redakteurs zu 59 M. Geldstrafe erledigt wurde. Von den im Jahre 1897 an- hängig gemachten Klage» schweben»och drei, während fünf zu gnnsten des Redakteurs und drei zu dessen Ungunsten ausfielen. An Strafen wurden verhängt: 4 Wochen Gefängniß wegen Beleidigung des Bezirksseldwebels Scheidt in Essen, 199 M. Geldstrafe wegen Beleidigung des Gendarmen Münter und 29 M. Geldstrafe wegen Beleidigung des Anarchisten Winner in Iserlohn. Die noch schwebende» drei Prozesse belreffen Beleidigungsklagen des Braumeisters Will in Spandau, des Händlers Köster in Hörde und des Ba>l-Untir»eh»iers Deisel in Dortmund. — Die ,. Reußische Tribüne" schreibt: Unser inhaftirter Genosse Najork befindet sich»ach einer Mittheilung. die wir seiner Ehefrau verdanken, de» Umständen»ach ivohl. Auch hat er über die Behandlung im Gefängniß nicht z» klage».— Najork, der wegen Preßvergehens ,u einer überaus Harle» Strafe verurtheilt worden ist. mub»och ein Jahr im Gefängniß zubringen. Möge er die lange Hast so gut überstehe», als das den Umständen nach möglich ist. — Die Sozialdemokratie deS 22. sächsischen Reichstags- Wahlkreises Kirchberg-Auerbach im Vogtlande hielt z» Neujahr in Netzschkau eine Versammlung ab, wo t7 Orte vertreten waren. Die Versammlung bot wieder ein interessantes Bild der Polizeipraktiken, die inSbefoildere im früheren Wirkungsbereiche des Amtshauplnianns v. Polenz heimisch sind. Der„Leipz. Vollsztg." wird darüber geschrieben: Um den Vertreter des Kreises im Reichstag, Genossen Hofmann aus Chemnitz, dem bisher in der Anilshauptmairiischaft Plauen das öffentliche Sprechen verboten war, auch einmal zu Wort kommen zu lnsse», wählte man ihn zum ersten Vorsitzendill,»nd siehe— er durste reden. Hofmann sprach über die nächste ReichstagSwahl. Rohleder-Elsterberg, der zuin ziveiten Resereiileii für diesen Gegen- stand in Aussicht genommen war, wurde daS Wort entzogen, iveil— keine Diskussion angenieldet wäre und daher zu jedem Punkte der Tagesordnung nur e i n Redner sprechen dürfe. Alle Erklärniigen des Präsidiums, daß so etivas nirgends im Gesetze stehe, halfen nichts, n»d um die Versaniinlung nicht der Auflösung verfallen zu lassen, ging man zum weiteren Gegenstand— Organi- sntio» nnd Agitation— Über. Nachdem hierzu bereit? vier Redner gesprochen hatten, fiel dem überwachende» Beamten wieder«in, daß ja nur einer rede» dürfe, und er verbot das iveiter« Sprechen. Einwendungen hiergegen schnitt der Beamte mit der Bemerlang ad, daß er seine Maßnahmen nicht kritistren lasse. Doch das Bureau erlheilte iveitere» Rednern zu demselben Gegenstand das Wort und— die Diskusston ging weiter! Doch wurde beschlossen, Beschiverde zu führen._ GemevkfchSlfMches« Berlin und Nmgcbiiiig. Achtling, Textilarbeiter Brandenburgs! Zur allgemeinen Kenniniß, baß sich die am 6 Dezember neugewählte Agitations« tomniission für die„Provinz Branden bürg" konstiluirt hat und zu ihrem Obmann den Kollege» Franz Kohle ernaiinl hat. Wir bitten desbalb, bei alle» vorkoinmende» Fällen(Referenten, Flug- blätter, Versammlunge» betreffend) sich a» die Adresse des Be- lreffciiden zn wenden. Auch sind Briefschaften und Geldsendungen dorthin zu richten. Die A g i t a t i o» s k o m in i s s i o n. I. A.: Franz Kotzke, Berlin I�.O., Marienbnrgerstr. 31, II. Hof 3 Tr.— Alle i» der Provinz erscheinenden Parteiblätier»verde» um Abdruck ersucht! Deutsches Reich. I» der Gmailllrwaarenfabrir der Firma Belltno u. Co. in Göppingen legten die Planirer nnd Anschläger wegen Lohn- differeiizeu die Arbeit nieder. Es wird gebeten, de» Zuzug von Schlossern und Melalldrückern fernzuhalten. In der Spiegel und Bilderrahmcnfabrik von Kirschbaum»». Heliveg in L e i p z i g- R e u d» i tz ist sämmtlichen Tischlern ge- kündigt worden, iveil sie sich iveigerlen, die bisher übliche Arbeitszeit von ivöchentlich 56 Stunden auf Verlangen der Firma um drei Stunde» zu erhöhen. Verhandlunge», die von den Arbeitern mit der Firma eingeleitet wurde», lehnte diese schroff ab und wird sich nunmehr der Ausstand auch a»f die Glasschleifer ausdehnen. Tie Schieferdecker i» Gotha beabsichtigen in eine Lohn» bewegung einzuirete» und bitte», vorläufig den Zuzug fer»z»ballen. I» der Schuhfabrik von Negciistciuer in Pasing- München ist ein allgein-iner Streit ausgebrochen. Ursache war die Einführung der neuen Zivickuiaschine und der gleichzeitig vor- gelegte niedere neue Tarif. Die übrigen Arbeiter und Arbeiterinnen ver Fabrik erklärte» sich mit den>» Aiissland eingetretenen Zivickern solidarisch, was zur Folge halte, daß die Arbeit im ganzen Betrieb eingestellt wurde. Der Sireit»mfaßl 47 Arbeiter und Arbeiterinnen. Die bis jetzt statlgehabten Unterhaudlnngen verliefen resultatlos. Zuzug von Arbeiter» und Arbeiterinnen ist streng fernziihallen. Den Austritt a»S dem Berbande fordert die Firma Wurm der Gold«»nd Silberwaaren-Fabrik in B r ä« n f ch iv e i g von ihren Arbeitern. Da die Arbeiter die Kündigung erhalten habe», sofern sie dieser Anfforderung nicht»achkoinine», so steht in vierzehn Tagen nach Ablauf der Kiinbigung in der betreffende» Fabrik ein Ausstand bevor. Es wird deshalb um Fernhaltung des Zuzuges gebeten. Ausland. I» einige» belgische» Kohle, igrnbc» wird wieder gestreikt. So sind in Aiseau gegen 799 Man» am Montag nicht«iiigefahren. Die Belegschaften mehrerer Zechen der Umgebung von FlenruS und Chalelinea» haben ebenfalls die Arbeit eingestellt. Das Motiv ist bei alle» der Widerspruch gegen das neue Reglement, daS die Unter- nehmer in allen Gruben eingeführt haben. In Charleroi soll es einem Herold-Telegramm zufolge zu Krawalle» gelominen sei». Boin Kampfe i» der cnglischeu Mnschi»c»ba»> Industrie ist allzu viel Neues nicht zu berichlen. Durch die Beschlüsse der Gewerkschaftskoiiferenz i» London ist den Streikenden die Summe von etwa 250 999 M. pro Woche gesichert; de» Rest der nölhigen Unterst, ltzungsflelder hoffen die Maschinenbaner aus anderen Quellen zu erhalten. Mit besonderer Zuversicht blicke» sie dabei auf die denlsche» Arbeiter, die i» der letzte» Zeit jede Woche allein durch die Generalkommission gegen t9 909 M. abführten, ohne die Beträge, welche von einigen größeren Verbänden direkt gesandt wurden. Diese Beiveis« der internationalen Solidarität der deutsche» Arbeiter, die in Eiigland so großes Erstaune» hervorgerufen haben, sind vo» einigen Blattern als von deutschen Unternchinern herrührend, verdächtigt worden. BarneS hatte sehr recht, wenn er einem Mitarbeiter deS „Star" gegenüber diese Nachricht als eine böswillig« Lüg« kennzeichnete, in die Welt gesetzt, uin die Maschinenbauer zu ver» dächtige», als ob sie von dem Ausland unterstützt würden, damit st« ü»ti Kematen der englischen Industrie den Sireik sorlsehen können >»/�re„ddein die deutsche Industrie dabei geiinmie. Der endliche Ausgang des Kampfes scheint heute noch ebenso ungewiß, als vor Monate». Die Arbeiter stehen in ihrer großen Mehrheit fest; das hat die letzte Abslimmuiig bewiesen; nur die Dampfmaschinenbauer, die in Lancashire ihren Mittelpunkt habe», zeigten sich etwas mehr, als die übrigen Belheiligle» zum Friedensschluß bereit. Die Sicherung der finanziellen Hilfe stärkt die Arbeiter selbstverständlich auch moralisch. Die Unternehmer, welche in den letzte» Wochen ohne Zweifel jeden Augenblick den Zusaininenbruch des Widerstandes der Arbeiter erwarteten, scheinen sich dessen wohl auch bewußt zu werden, daß der Kampf noch recht lange daner» kann, und ein Theil schickt sich an, Konzessionen zu machen. Wie der„Köln. Ztg." ans London gemeldet wird, sind viele Großindustrielle Nord-Englands und Scholtlauds gewillt, die Werkstätten unter folgende» Bedingungen wieder zu öffnen: I. Die Arbeitsstunden werde» ohne Lohnverminderuiig ver- mindert. 2. Die bisherige» Lohnsätze werden beibehalten. 3. Das Recht der Arbeiter, über alle Fragen bezüglich der Arbeitsbedingungen durch Vermittlung ihrer Vertreter zu verhandeln, ivird anerkannt. 4. Die Arbeiter müsse» einige ihrer Ansprüche falle» lassen und be- sonders den nicht in de» Gewcrkvereine» befindlichen Arbeitern die freie Arbeit lassen. Einige Fabrikanten haben für ihren eigenen Betrieb mit dem Leiter der Maschinenbauer. Gewerkschaft Unter- Handlungen angeknüpft. Auf der andern Seite jedoch wird der „Daily-Chronicle" aus Glasgow gemeldet, daß außer i» Liver- Pool, M a n ch e st e r und Glasgow jetzt auch in N o t t i n g> Hain und Preston Arbeiteranssperrungeu erfolgt seien. Nach allem aber scheinen im gegenwärtigen Moment die größeren Chancen auf feite» der Arbeiter zu sein. Die Unternehmer können mit dem ihnen zu Gebote stehende» Arbeiterstab mit ihren Arbeiten nur geringe Forlschritte machen; sie müssen, je länger der Kamps dauert, je mehr befürchten, daß ihnen Aufträge verloren gehen. Die Verträge mit der Admiralität können nicht ausgesührt werden und Herr Goschen, der die in den Kontrakten enthaltenen Straf- bestimmilugen gegen die Unternehmer bisher noch nicht in kraft gesetzt hat, kann damit nicht länger zögern, zumal die Tagung des Parlaments heranrückt. Soziases. Die GeschäftSergebuifse der JnvaliditätS- und Alters Versicherung im Jahre 1896 sind soeben dem Reichstage mit- gelhcilt worden. Die Vergleichung mit den früheren Ziffern ist elivas erschwert durch eine vom Reichs-Versicherungsaml angeordnete Neugestaltung verschiedener Nachweise. Immerhin treten die Gründl linien der Entwickelung deutlich hervor. Lehrreich ist zunächst, wie rasch die Invaliden reuten am wachsen, so daß sie die jährliche A l t e r s rentensumme bald erreicht und überholt haben werden. Das Gesetz wird dann auch für den Sachunkundigen seinen wahren Charakter äußerlich aufgeprägt er- halten: seine vorwiegende Bedeutung liegt ja nicht in den Bettel- Pfennigen für die paar Greise, sondern in dem Zuschuß an die vor- zeitig Erwerbsunfähigen aller, auch der jüngsten itlltersklassen. Heute sind infolge der für die Greise günstigen Regelung der Wartezeil, insbesondere in den Uebergangsbestimmnngen. natürlich die Alters- reuten noch überwiegend; die Invaliden rücken eben erst allmälig ein in den Kreis der Rentenberechtigten. Judeß zeigen die folgen- den Zahlen llcu! das Ziel. Es zahlten die 31 Versicherungs-An- stalten: für Altersrenten 12 318 781 M. 13 336 163„ 14 377 586„ 15 630 814„ 16187 279„ für Invalidenrenten 713 600 M. 2 707 596„ 5 388 486„ 8 396 990„ 11 588 101 1892 1893 1894 1895 1896| 1896 wurden bereits neben nur 25 402 Altersrenten 60 562 In- validenrenten bewilligt. Die Renten sind natürlich die Hanptleistnngen der Anstalte». Sie erstatten aber ferner noch, nach 5 Beitragsjahren, die Hälfte der Beiträge zurück fürweiblichePersonen.diesich verheiratheiii dafür wurden 1896 1 457 099 M. gezahlt. Ferner für Beitrags- erstattungen an Witlwen und Kinder beim Tod es falle deMannes 447 563 M. Hoch sind diese Erstattungsbelräge übrigens bisher nicht, sie betrugen bei den Bewilligungen von 1896 im Fall« der Verheirathung durchschnittlich 23,74 M., im Todesfalle 31,33 M Die Versicherungsanstalten übernehmen schließlich noch das Heil- verfahren für(nicht der rcichsgesetzlichen Krankenfürsorge unter- liegende) Versicherte, für die sonst Erwerbsunfähigkeit zu besorgen wäre; 1896 sind dafür 1 164 009 M. verwendet worden. Das er- giebt mit den verschwindenden 1470 M. Kapitalabfindungen an fort- ziehende Ausländer insgesammt 30,85 Millionen Mark E»l- schädigungsbeträge. Dazu treten'3,39 Millionen Mark laufende Verwaltungskosten, 2,06 Millionen Kvsten der Veitragserhebnng und Kontrolle, ferner 724 532 M. für Erhebungen, Schiedsgerichte u. f. w., fodaß, abgesehen von Ueberweisnngen an den Reservefonds, im ganze n an effektiven?l ns gaben 37 017 413 M. nachgeiviese» sind, denen an effektiven Einnahmen(Beiträgen, Zinsen, Miethe und Pacht ans Grundbesitz, erstatteten Rentenbeträge», Strafgeldern und anderen zufälligen Einnahmen) gegenüberstehen 114 536 753 M. Der Ge- sammterlös aus Beiträgen stellt sich dabei ans 101.5 Millionen Mark, 6 Millionen mehr als 1895. Die Arbeiter hätten also die Hälfte, über 50 Millionen geleistet. Bei allen diesen Ziffern sind nicht einbegriffen die 9 zur selbst- ständige» Durchführung der Versicherung zugelassenen besonderen Kassen der Staats- und Kommunalvetriebe. Nimmt mmi diese hinzu, so wurden sür Invaliden- und Altersrenten, sonne sür Beitrags- erstattnngen nach den jährlichen Abrechnungen des Rechnungsburcaus gezahlt: überhaupt 1391.;. 15 306 754.34 1892... 22425035,25 1893... 23 046 187.45 1894... 34 647 626,73 1895... 42 321 371.49 1396... 50489476.60 Der K a p i t a l S w e r t h der endgiltig festgesetzten Renten wird auf 124,7 Millionen für Altersrenten, auf 123 Millionen für Invalidenrenten angegeben. Da die Invalidenrenten länger laufen, so stehen sie hier also schon der Altersrentenlast gleich. Das Vermögen der Anstalten beträgt 460 Millionen. UebernachtnitgSräiime fiir das Eise, ibahi, personal. Die „Verl. Corr." schreibt: „In einem neueren Erlaß des Ministers der öffentlichen Ar- beiten werden die Eisenbahndireklionen darauf hingewiesen, daß bei Anlage von Uebrrnachluiigsränmen sür das Fahrpersonal vor allem an der Forderung eines genügenden Luftraumes der einzelnen Schlafzimmer festgehalten werden muß. Es ist daher eine solche Belegung der Schlafräume anzunehmen, daß auf das einzelne Bett kein geringerer Luftraum als 15 Kubikmeter entfällt. Auch ist bei derart knapp bemessenen Räumen aus Ein- richtungen Bedacht zu nehmen, die eine besonders gute Lüftung ermöglichen. Ungesund gelegene und feuchte oder be- sonders unruhige Räume sind von der Benutzung als Schlaszimmer auszuschließen. Unzweckmäßig große oder als Durchgang dienende Echlasräume sind möglichst durch Einziehung von Wänden und Anordnung von Thüren derart einzutheilcn, daß ruhende Personen nicht durch ankommende oder abgehende gestört werden. Ferner ist darauf zu halten, daß nahe gelegene, ohne Ueber- fchreitung lebhaft betriebener Gleise zu erreichende Abortanlagen und heizbare, von den Schlafzimmern getrennte Räume zum Kleidertrocknen und zum Anwärmen von Speile» und Getränken vorhanden sind. Soweit irgend angängig, sinb Vorkehrungen zu treffen, die es aestatten, für das ankommende Personal heißes Wasser zur Bereitung von Kaffee ohne Schwierigkeit und Zeitverlust zur Ver- davon zu Lasten des Reicks 6 049 848,41 3 971072,04 II 261 653.01 13 854 896.57 16 813 429,21 19 119 658,31 sügung zu halten. Die Einrichtungen zum Waschen können gegebenenfalls in den Schlafräumen verbleiben, sind aber ausreichend zu bemeffen. Für das Lokomotivpersonal(Führer und Heizer) und für Zugführer und Packmeister sind kleinere Zimmer mit zwei Beiten vor- zusehen, ivährend für das Wagenpersonal, nach Zuggruppen ge- trennt, ein Schlafranm von entsprechender Größe als ausreichend zu erachten ist."- Tic AltcrS-»nd JiiPalidciivcrsichcrnngS-Anstalt fiir das Königreich Sachsen halte Ende 1896 ein Gesammtvermögen von 48 180 232 M. Davon waren 1 851 692 M. für gemeinnützige Zwecke ausgeliehen und zwar 757 913 M. in 33 Posten auf Arbeiter- Wohnhäuser und 1 093 779 M. auf Krankenhäuser. Die durch- schniltliche Verzinsung der Kapitalsanlagen(mit Ausschluß der Grundstücke) betrug 3,534 pCt. Hat der MilitärfiSkuS fei» Bcsihthnm am Tempelhofer Felde zu versteuern? Hierüber hatte sich gestern das Ober- V e r w n l t u n g s g e r i ch t schlüssig zu machen. Die Gemeinde Tempelhof zog den Fiskus mit 33 000 M. und die Gemeinde Schöneberg mit 30 000 M. zur Gemeinde-Grnndsteuer heran. Es handelt sich um die Theile des Truppenübungsplatzes aus dem Tempelhofer Felde, die im Bezirk der beiden Gemeinden liege». Der Fiskus klagte demgemäß gegen die Gemeinden auf Freistellung von der Steuer, indem er sich auf den ß 24o des Kommunalabgaben-Gesetzes und auf die Kabinetsordre vom 3. Juni 1334 berief. Die Beklagten hätten die Kabinetsordre nicht richtig ausgelegt. Der Kreisansschuß und der Bezirksausschuß erkannten dann auch wegen des Uebungsplatzes auf Freistellung. Der Fiskus wurde»un verurtheilt, eine im Dorfe Tempelhos gelegene Hofstelle mit 80 M. zu versteuern. In der Tempelhofer Sache führte der Bezirksausschuß bezüglich der Besteuerung des Uebungsplatzes aus: Die zu öffentlichen Diensten bestimmten bebauten und unbebauten Grundstücke seien von Kommunalabgaben insoweit frei, als nicht die Kabinetsordre von 1834 die Freiheit einschränke. Nach der Kabinets- ordre seien zwar derartige Grundstücke, wenn sie vor 1834 vom Fiskus erworben wurden, in Höhe des bisherigen Antheils weiter zu den Gemeindelasten heranzuziehen. Nun sei jedoch in Tempel- Hof die Steuer früher nach dem Hufenfuße entrichtet worden, während sie jetzt nach dem gemeinen Werlhe der Grundstücke berechnet werde. Infolge dieser Aendernng der Steuerverfassung müsse die Steuerpflicht des Fiskus als erloschen gelte». In der Sache der Gemeinde Schöneberg kam der Bezirksausschuß zur Freistellung des Klägers ans der Erwägung, daß hier von dem Fortbestehen einer Realverpflichtung nicht die Rede sein könne, weil die Ge- nieinde vor 1834 von den Grundstücken überhaupt keine Steuer erhoben habe. Das Ober-Verwaltnngsgericht verwarf die Revisionen der Gemeinden Tempelhof und Schöneberg, womit diese die llrtheile des Bezirksausschusses angefochten hatten, als unbegründet. Der Militärfiskus braucht also für jene Grundstücke, die viele Millionen werth sind, keine G e in e i n d e g r u n d st e n e r zu zahlen»nd die in betracht kommenden Gemeinden sind um eine schöne Hoffnung ärmer. Gewerbevergehen. Der Tischlermeister Thöns halte eines Tages de» Tischler Schumann entlassen und gleichzeitig einem ander» Gesellen, Rogasinski, geschrieben, er sollte bei ihm eintreten Da Rogasinski den Meister kurz vorher besucht hatte, glaubte Schumann, daß Rogasinski ihn aus der Stellung verdrängt habe,»nd als er ihn in einer Kneipe traf, machte er seinem Unmuthe lebhaft Luft. Auch andere früher bei Thöns beschäftigte Gesellen betheiligten sich an der Auseinander- setznng und redeten Rogasinski zu, unier diesen Umständen die Stellung nicht anzunehmen. Dabei fielen Drohungen, und es gab auch etliche Püffe. Schumann und drei Andere Gesellen wurden darauf von Thöns angezeigt und wurden wegen Vergehens gegen Z 153 der Gewerbe-Ordnung angeklagt. In der Verhandlung, die am 25. November vor dem Schöffengerichte stattfand, beantragte der Staatsanwalt gegen Schumann und zwei andere Gefäugniß- strafen von je einem Monate, gegen den Vierten von 14 Tagen. Damals wies der Vertheidigcr Rechtsanwalt Heine darauf hin, daß eine Verabredung zur Erlangung besserer Lohn- und Arbeitsbedingungen, wie sie im Z 153 der Gewerbe-Ordnung vorausgesetzt werde, gar nicht vorliege, und daß deshalb höchstens wegen versuchter Nöthignng verurtheilt werden könnte. Das Schöffen- gericht trat dem bei und verwies, weil es sür dies Vergehen nicht zuständig war, die Sache an das Landgericht. In der Verhandlung am 31. Dezember wurden nun die Augeklagten zwar verurtheilt, aber jeder nur zu 20 M. Geldstrafe. Dies wäre nach ß 153 der Gewerbe-Ordnung nicht möglich geu efen, es hätte dann unbedingt auf Gefäugniß erkannt werden müssen. Ducllrüpel. Wegen Zweikampfs wurden gestern der stnä. phil. E r n st Große und der stuä. arch. Walter Frost vor der ersten Strafkammer des Landgerichts I zur Verantwortung ge- zogen. Am 24. Juli v. I. wurden beide Angeklagte dabei betroffen, als sie- in einem hiesige» Schanklokale eine Schlägermensur ans- gefochten hatten. Es ivar eine Bestiminnngsmensur mit geschliffenen Schlägern, die nach dem Plenarbeschluß des Reichsgerichts unter alle» Umständen als Zweikampf mit tödtlichen Waffen zu gelten hat. Die Angeklagten machten geltend, daß bei der Mensur die üblichen Schutzvorrichtungen mit Kappen. Brillen und Bandagen getroffen worden wären. Ter Staatsanwalt beantragte je drei Monate F c st n n g s h a j t. Der Gerichtshof erkannte auf eine Strafe in dieser Höhe. BiSmarckbriider unter sich. Der Rechtsstreit, der sich an die Berliner B i s m a r ck- A u s st e l l u n g vom Jahre 1395 knüpfte, ist nun endlich entschieden. Im April 1895 faßte Direktor Eckhoff den Plan, die Geburtstagsgeschenke des Fürsten Bismarck in Berlin öffentlich auszustellen und den Reingewinn der„Fürst Bismarck- Stiftung" zuzuwende». Ter Fürst erklärte sich damit einverstanden unter der Bedingung, daß nicht eine Privatperson, fondern ein Komitee geeigneter Männer ihm das Gesuch um lieber- tassung der Geschenke unterbreite. Herr Eckhosf brachte dieses Komitee zu stände, und die Ausstellung fand vom 1. Mai bis Ende«eptember 1395 statt. Er führte den Neberschuß an den Schatzmeister des Komitees Herrn v. Bülow ab und legte diesem Rechnung. Die Hälfte der Komiteemitglieder waren zugleich Mitglieder der Bismarck- Stiftung, die den Ueberschuß erhielt. Der Vorstand dieser Stiftung behauptete, daß die Stistnng die eigentliche Ansstellerin und Eckhosf nur ihr Beamter gewesen sei, der daher auch der Bismnrck-SIistung Rechnung zu legen habe. Da Direktor Eckhoff sich dessen weigerte, so ver- klagte ihn der Vorstand der Stiftung. Die erheblichsten Momente 'ür die rechtliche Beurtheilung des Streitfalles ergab die Ver- nehinnng des Sekretärs des Fürsten Bismarck Dr. Chrysaudcr. Hiernach hat der Beklagte Mitte April mit Dr. Chrnsander über das Unternehmen gesprochen, vermuthlich in der Richtung, daß ein Komitee die Sache in die Hand nehmen solle. Am 14. April ist ein auf das Uulernehinen gerichteter Antrag, der von einem aus achtzehn Mitgliedern bestehenden Komitee unlerzeichnel war. an den Fürsten gelangt, der darauf diesem Komitee die Ausstellung genehmigte. In dem Autrag« hieß -„Es ist beabsichtigt, den Ertrag der Ausstellung der von Eiv. Durchlaucht genehmigten Fürst Bismarck-Stislung zu überreichen." Erheblich war nun, z» wissen, ob dieses Komitee mit der Klägerin identisch ivar. Auf gruud der Beweisausnahme kam die echfie Zivilkammer am Landgericht I zu der Ueberzeugung, daß diese Frag« zu verneinen ist, und daß der Beklagte die Bildung des Komitees selbst veranlaßt hat. Demnach war der Beklagte nicht der Klägerin, sondern, wenn überhaupt, dem auf sein« Veranlaffung und durch ihn selbst ins Leben gerufenen Komitee Rechnung über Aus- gaben und Einnahmen zu legen verpflichtet. Da auch ein zweites- Klagefundament— Vertrag zu gunsten eines Dritten— nach Lage der Sache nickt begründet war. so wurde die Klägerin mit ihrer Klage kostenpflichtig abgewiesen. Mit einem schrillen Mißklang hat der Eisenbahn affistent Eduard L e w e ck e, der gestern unter der AnNage der Unter« schlagnng vor der dritten Strafkammer des Landgerichts I stand, seine mehr als dreißigjährige amtliche Thätigkeit abgeschloffen. Der aus der Untersuchungshaft vorgeftihrte alte Mann hat die feiner Fürsorge anvertrauten Mündel um einen erheblichen Theit ihres Vermögens zu bringen gewußt. Der Vater dieser Kinder war sein aller Freund, in dessen Familie er seit langen Jahren intim verkehrte. Nach dem Tode des Freundes bestellte ihn die Wittwe zum Vormund ihrer Kinder und betraute ihn mit der Verwaltung des den letzteren zustehend«« Vermögens. Er hat das Vertrauen arg getäuscht, denn er hat es nicht ver- fchmäht, wiederholt Eingriffe in das Eigenthum seiner Mündel zu lhun und sich Werthpapiere, Kupons:c. anzueignen. Der Gefammt- belrag der unterschlagenen Summe ist auf 6000 M. berechnet worden. Wo das Geld eigentlich hingekommen ist, vermochte die Verhandlung mit Sicherheit nicht festzustellen. Der Angeklagte, der seine ehrlose Handlungsweise reuevoll zugab, behauptete, daß er durch Krankheit, einen größeren Börsenverlust und dergleichen auf die schiefe Ebene gerathen sei und bat nur UNI milde Beurthei- lung seines Fehltritts, da er durch seine Dienstentlassung schon schwer bestraft sei und nun in seinem Aller als Bettler dastehe. Der Staats- anwalt hielt es sür geboten, darauf hinzuweisen, daß solche Ver- untreuungen Mündeln gegenüber besonders scharf zu aHuden seien und beantragte 2 Jahre Gefäugniß. Der Gerichtshof erkannte auf ei» Jahr Gefäugniß. Konfessionelles Gezänk vor dem Reichsgericht. Das Land- gericht B o ch ii in hat am 15. Oktober den Redakteur des„Rheinisch- westsälischen Tageblattes", Rudolf Quandel, wegen Beleidignng des Bürgermeisters F. von Steele zu 100 M. Geldstrafe verurtheilt. Es handelte! sich"m einen Artikel, in welchem Herr Quandel die Jiileressen seiner Glaubensgenossen, der evangelischen Ein- wohner von Steele und König-Steele. wahrgenommen halle. Mit Erlaubniß des Bürgermeisters von Steele(eines Katholiken) hatie der kalholische Gesellenverei» einen Umzug mit Musik an einem Sonn- läge veransialtet und war auch mit Musik in sein neues Vereinshmis eingezogen. Dieses liegt 50 Meter von der evangelischen Kirche in König-Steele entfernt. Durch die lustigen Weisen der Kapelle wurden die Besucher des Gottesdienstes in ihrer Andacht und der Pastor in seiner amilichen Thätigkeit gestört. Diese erwiesenen Thalsachen hat der Angeklagte in seinem Artikel milgetheilt und nebenbei Hai er noch einige kritische Bemerknnge» über das Verhalten des Bürger- Meisters gemacht. In der letzteren hat das Gericht die Beleidigung erblickt.— Die Revision des Angeklagten wurde vom Reichs- anivalt für begründet erklärt. Wenn der Bürgermeister die Er- laubniß zu dem Umzüge eriheilt habe, so sei er auch für die statt- gefundene Ueberschreilung verantwortlich, den» er habe wissen müsse», daß der Umzug in die Nähe der Kirche komme. Bei solcher Sachlage könne nicht davon die Rede sein, daß der Angeklagte eine unwahre Thatsache behauptet habe, wenn er de» Bürgcrincister für die Störung des Gottesdienstes verantwortlich gemacht habe.— Das Reichsgericht h o b das Urlheil auf und verwies die Sache an das Landgericht Duisburg. Nmfangreiche Diebstähle an'Eiseubahu-Giitcrn werden dem seit langen Jahren ans dem Schlesischen Bahnhofe augeftcllteu Lade- meister Borgwald zur Last gelegt, der sich seit mehreren Wochen in Uttlersuchnngshaft befindet. Seit längerer Zeit schon sind auf dem Schlesischen Bahnhofe fortgesetzt Diebstähle an ein- und ausgehenden Gi'Uern zur Meldung gekommen, insbesondere waren Klagen über Diebstähle an Nahrungsmitteln, namentlich Eier», an der Tages- ordnnng. Berlin iit bekanntlich der Mittelpunkt des gesammten Eier- Handels und speziell ans dem Schlesischen Bahnhofe lagern stets groß« Mengen nichtnnr inländischer, sonder» auch ausländischer Eiersenduttgen. Dem Lademeister B. wird nun zur Last gelegt, daß er wiederholt die Muße des Sonntagsdienstes dazu benutzt hat, um die Eier- vorrälhe in umfangreicher Weise zu berauben. Das gegen ihn ein- geleitete Strafverfahren, in welchem in kurzer Zeil der Haupt- verhaiidlungs-Termiii stattfinden wird, richtet sich auch tzcgeu seinen Abnehmer, einen hiesige» Schaukwirth und einen Speditionsknlscher. der den Transport der Eierscndungen bewirkt hat. Für die beiden Milangeklagteu hat Rechtsanwalt Dr. Schwindt«inen umfang- reiche» Enllastmigsbeweis angetreten. VevlÄimnlunigen« Ju der Mikglicdcrvcrsamittlnng der Filiale Berlin> deS Verbandes der tu HolzbearbeitiiugSfabrikeu und auf Holz- Plätzen beschäftigten Ärbcitcr und Arbeitcrinuc» Deutschlands gab nach einem Vortrag des Dr. Beutlet der Kassieer die Ab- rechimng vom IV. Quartal I8S7. Darnach betrug die Einnahm« inklusive Bestand vom III. Quartal 620,45 M. und die Ausgabe 514.90 M., mitbin bleibt Bestand 105,55 M. Der Kasfirer ivnrd« entlastet. Der Bibliothekar ersucht die Kollegen, entliehene Bücher wieder rechtzeitig abzugeben. Eine lebhafte Diskussion entstand über die Zustande in der Möbelfabrik von I. C. P f a f s, Zenghofstr. 3. Die nächste Versammlung findet am 9. Februar statt mit einem Sie- ferat über S ch» tz v o r r i ch l n n g e n. Schöneberg. Am Montag, den 3. Januar, fand bier im Obst'schcn Lokale die Generalversammlung des Rrbeiter-Bildnngs- Vereins statt. Ge». Schulze gab die Abrechimng vom letzten Quartal. die Einnahmen betrugen 223,15 M, die Ausgaben 23,60 M., es bleibt mithin ein Bestand von 199.55 M.— Hierauf hielt Genosse Köster einen Vortrag über die Frage:„Giebt es einen Berns, dessen Angehörige sich' nicht organisiren können?", dem sich eine sehr lebhafte Diskussion anschloß. Die meisten Redner verneinte» diese Frage.— Nach Erledigung einiger Vereinsangelegenheiten wurde dann die Versammlung um t/2l2 Uhr geschlossen.— Die nächste Versammlung findet am Montag, den 17. Januar, in der Schloßbranerei statt, worauf die Mitglieder schon jetzt aus» merksani gemacht werden. Rixdorf. In der Versammlung der Möbelpolierer vom 3. Ja- »nar referirte Nierich über:„Die Bolks»rnähru>ig". Die illii» wesenden wurden ersucht. Zeitungen und Schriften nur durch die Partcispedition zu beziehen, damit Geld für die Wahlen geschafft werde. Sodann wurde noch auf die am 17. Januar bei Keller, Koppenstraße, stattfindende Generalversammlung aufmerksam gemacht I-ntc-alverdand i>»r Konditor«». Heute Abend st Uhr bei Schlller." ifcnthateiftr. 67, fflencrolocvfammtnnc. TageSorbnung:»nssenbn-icht! Reu- wähl be» Sesammworstandc». Zahlreiche» Erscheinen der Mitglieber erwaclel der Vorstanb. Zriitrowerrtn der Knrrnn- Zingrstrllt»» D«»trchla»do tMNgliebschntt Berlin) Heute, abend»»z Uhr, bei Schiller, Rosenthalerslrabe»7: Borlrag d.» Herrn Dr. Weijl über HypnotiSmu». Kerliner Ztoturliei lorrein lt. Heule, abend» sz Uhr, Im Saale be» Verein» Ittttgcr Knnfleuie, Beuthstraße 10, öffentlicher Vortrag der Frau Kunin über: Frauenleiden und deren nalurgemäbc Heilung. Rur Damen haben Znlrtit. Z.rbritrr-zlaSsatzrrru«rei>,,.Perlin"(Bezirl l). Heule Abend 9 Uhr Ver» samiuluna bei Wilkc. Andrea»s.r. 2». «rfrlliger Urrrin Detiotrop. Sitzung heute Abend» Uhr bei Hensot, Diefseubachstr. St._ Depvflsren«nfc letzte Vttcheichken. London, 5. Januar.(W. T. B.) Den Morgenblättern zufolge wird der neue Kreuzer„Arrogant" Ende des Monats zur Ver- stärkuua des britischen Geschwaders nach China in See gehen. Ter „Preß-Association" wird amtlich versichert, daß die Nachricht, die englisch« Regierung bestehe aus einer Gebietsabtretung in China, unbegründet sei. Couk, 5. Januar.(W. T. B.) Ein Karabinier Namens Ferrero iödtele infolge von Streitigkeiten in der Trunkenheit in San Damiano Macra zwei Karabiniere und verwundete eine» Posibeamie». der auf die Schüsse hin herbeigeeilt war, schwer. Ferrero ist eulflobe». Madrid, 5. Januar.(W. T. B.) Der Geueral-Prokurnior hat in der heutigen Verhandlung des Obersten Kriegsgerichtes gegen den General Weyler erklärt, er habe nichts gefunden, was zu einem Ver- fahren gegen den General Weyler Anlaß geben könnte. Die An- gclegenheit ist damit erledigt. 'Verantwortlicher Redalieur: Zlngnst Jacobe» in Berlin. Für den Jnleratentheil verantwortlich: Xh. Glocke in Berlin. Druck und Verlag von Niax Bading in Berlin. Hierzu 1 Beilage 11.«ntrrhnltnngel'latt. JIt.4. 15, IihWnz, Knlqe des.Fmärk" Dsüiitrßlig, S, ZMvar 18S8. UMLrles. Der Magistrat mid das Denkmal der Märzgefallenen. DaS hochosstziöse Organ des Organisators von Bauernausstände» a. D., die �Berl. polit. Nachr.", schreiben heute: „Es ist anzunehmen, daß der Magistrat der Haupt- und Nestdenzstadt Berlin dem Beschlüsse der Stadtvcrord»eten-Ver- fainmlung auf Errichtung eines Denksteins für die Märzgefallenen nicht beitreten wird, weil er inzwischen die Uebcrzengung ge- wonnen haben muß, daß von einer Ausführung dieses Beschlusses doch nicht die Rede sein kann, und eine weitere Verfolgung des Gedankens nur zu sehr unliebsamen Weiterunge» führe» könnte." Woher weiß das alles der Echweinbnrg? Oder soll es sich dabei blos um eine leise Mahnung au die Zelle und Genossen handeln?— Piklrt. Die von der„Post" gebrachte Zeitungsente über eine Unterredung des Polizeipräsidenten mit de» Vertreterinnen der bürgerlichen Frauenbewegung ist bekanntlich auch von uns am ÜL Dezember v. I. erwähnt und mit einigen Bemerkungen versehen worden. Diese nnschuldigen Glossen habe» nun der von uns hoch- geschätzte» Frau Minna Cauer nicht gefalle». Die Leiterin der Franenbewegnng schreibt uns:„Von einer persönlchen Unterredung, welche„Vertreterinnen der bürgerliche» Frauenbewegung" mit dem Polizeipräsidenten gepflogen haben sollen, ist in den Kreisen derselben trotz gemachter Umfrage nichts bekannt geworden, ebenso wenig wie bisher eine schriftliche Erklärung an Frauenvercine gelangt ist. Folglich sind wir von derselben wedert„zerschmettert", noch wird sie uns, selbst wenn sie einlaufen sollte, hindern,„Worte zu finde n", wenn wir u. a. anch den Fall Köppen und die Zustände in unserer Sittenpolizei in einer öffentlichen Versammlung am S. d. Mts. zur Erörterung bringen." Dies Versprechen erfreut uns. Wenn wir auch, wie hier wieder- holt sei, die preußische Polizei ebenso wenig für reformsähig halten, wie die bürgerlich-kapitalistische Gesellschaft, zu deren Schutze sie auf der Welt ist, so sind wir immerhin des EiierS froh, mit dem die bürgerlichen Damen den Kampf aufgenommen habe». Wenn diese Kämpferinnen nun gar noch die bekanntlich immer zum Ducken bereit gewesenen männlichen Vertreter des Bürgerthums durch ihre Energie beschäme», so wird uns dies selbst angesichts des Umstandes mit Respekt erfüllen, daß die Mittel und Ziele der bürgerlichen Frauen- bcivegnng uns durchaus nicht einwandfrei erscheinen. Aber erst Beweise, meine Damen! Zeigen Sie einmal, daß Sie den proletarischen Frauen nicht nachstehen! Die Koulauz der„Großen Berliner" erscheint abmnalS in einer uns aus Arbeiterkreise» zugehende» Mittheilnug in bekannter, lieblicher Beleuchtung. Die Pferdebahn- Wochenkarten. so schreibt uns unser Gewährsmann, gelten, mit Ausnahme der Sonntage, zweimal täglich und zwar morgens bis 7 Uhr und nach- mittags nach 4 Uhr für eine 25 Pfennig- Strecke. Sie kosten 1 M. 20 Pfg. Ein großer Vortheil ist durch die Karten an sich nicht geboten, da bekanntlich etwa 35 pCt. der Passagiere nur Zehn- Pfennig- Strecken durchfahren. Trotzdem die beiden letzten Wochen n»r fünf Arbeitstage hatten, mußte doch der volle Preis für die Karten bezahlt werden. Als ich mir gestattete, meine Verwunderung über diese gegen Arbeiter gerichtete Geschäftspraktik auszusprechen, wurde mir die polizistische Autwort zu theil, daß ich ja nicht uöthig hätte, eine Karte zu nehmen. Die.Große Berliner" kann sich eben einen derartigen Ümgangston leisten. I» der Angelegenheit deS Schutzmanns, der in der Nacht zum 29. Dezember ein Mädchen nach dem Thiergarten verschleppte und ihm dort unsittliche Anträge stellte, geht eine Notiz durch einige Zeitungen, nach der der beschuldigte Schutzmann, um sein Alibi nachzuweisen, Zeugen sucht, die gesehen haben, wie er in der Zeit. um die eS sich bei der Beschuldigung handelt, ein des Diebstahls verdächtiges Mädchen nach de» Anlagen des Königsplatzes verfolgte, um eS der Wache zuzuführen. Hierzu bemerken wir, daß der M. Sch. bereits bei ihrer protokollarischen Vernehmung auf der Polizeiwache — die aber viel später als die durch die Mutter anhängig gemachte An zeige erfolgte— die Schutzmannsaussage bezüglich der Verfolgung der Diebin vorgelesen wurde. Dem gegenüber erklärte die Sch., daß sie mit ruhigem Gewissen beschwören könne, daß der ihr gegenüber- gestellte Schutzmann(seit 12 Jahren im Dienst und Familienvater) der von ihr beschuldigte sei. Sie ist im übrigen in der Lage, bis auf die Minute ihren Aufenthalt im Generalstabs-Gebäude nach- weisen zu können, zumal sie dort mit einer Schutzmannsfamilie Besuch abstattete. Erwähnt sei noch, daß sie dem verschwindenden Transporteur nachrief:„Nun habe» Sie mich hierher nach dem dunklen Thiergarten verschleppt, bringen Sie mich doch wenigstens wieder heraus!— In der den Zeitungen übermittelten Benachrichti- gung deS königl. Polizeipräsidiums von der EnSpcndirung deS An- geschuldigten ist wohl aus Versehen der Vorgang in die Nacht zum vi. verlegt. Die Polizei nimmt Veranlassung, einen von ihr vor kurzem veröffentlichten Bericht zu dementiren. Sie schreibt:„Der Vorfall, bei dem in der Nacht vom 1. zum 2. dieses Monats der Kaufmann Schwenterley in der Neue» Königstraße ums Leben kam, hat sich nach den Ermittelungen der Kriminalpolizei wesentlich anders zu- gelrage», als eS»ach den ersten Angaben der Fall zu sein schien (und im amtlichen Polizeibericht mitgetheill war). Durch einwandfreie Zeugen wird bekundet, daß Schwenterley nicht betrunken war und keineswegs den Streit mit dem Schlächtergescllen Kohl angefangen hat. Kohl soll vielmehr in der Neuen Königstraße Passanten angerempelt habe» und ebenso den Schwenterley; als dieser sich dies verbat und, wie allerdings der Fall zu sein scheint, niit dem Stock nach ihm schlagen wollte, hob Kohl, ein Hüne von Gestalt, de» Schwenterley wie einen Ballen in die Höhe und warf ihn mit solcher Wucht ans das Pflaster, daß er todt liegen blieb. Kohl ist unter der Anschuldigung der schwere» Körperverletzung mit lödllichem Ausgang der Staatsanwaltschaft vorgeführt worden."— In der Angelegenheit des unrichtigen PolizeiberichtS über die Affäre des Handelsmannes Zimmeck ist immer noch keine amtliche Richtig. stellung erschienen. Ter Plan zum Neubau der Charit« hat vor seiner defini- tiven Einstellung in den Etat noch eine erhebliche Verschiebung er- fahren. Diese Veränderung betrifft, wie die„Nat.-Ztg." erfährt, vorzugsweise die auf dem südlichen Theil des Chariteegebändes an der Schumann- und Luisenstraße aufzuführenden Gebäude. Danach wird das Verwaltungsgebäude nicht, wie bisher projektirt war, an der Luisenstraße gegenüber der Thierärztliche» Hochschule seine» Platz er- halte», sondern in der Schnmannstraße westlich vom Gräfedenkmal, wo jetzt schon der Haupteingaug der Charitee ist. An der Louisen- straße nebe» dem allen Beamtenwohnhaus soll ein zweites kleineres Beamtenhans mit Aerztekasino und südlich davon die Kapelle er- richtet werden. Das Wohnhaus für die beiden Direktoren der Charitee wird rechts vom Gräfedenkmal zu stehen kommen. Diese Verschiebung bedingt auch ein« veränderte Lage der»nmittelbar hinter dem Verwaltungsgebäude projektirten neue» Frauenklinik, deren Längsachse statt von Nord nach Süd die Richtung von West nach Oft erhalten wird. Tie„Deutsche Tageszeitung" gefällt sich abermals in der von ihrem Standpunkt»us immerhin thörichts» Schwärmerei für die Prügelstrafe. Ein Radaubruder geivöhnliche» Schlages, der harmlose Leute auf der Straße niederknüppelte, ist zu der nach Meinung des agrarischen Blattes viel zu niedrigen Strafe von 3 Monaten Gesängniß verurtheilt worden. Der Raufbold müsse mit dem Werk- zeuge seines Verbrechens gebührend gezüchtigt werde». Schön. Wie wird das aber den Duellrüpeln, den gutshcrrlichen D'.enstmädchen- prüglcrn und anderen Kunden der„Deutschen Tageszeitung" gefallen? Ist das Agrarierorgan seiner Sache so sicher? Was finge das Blatt an, wenn seine still- Hoffnung, daß diese Rohheilsverbrecher zart behandelt werden, getäuscht würde? Das könnte im ostelbischen Kulturbereich einen netten Krakehl abgeben! Ein lebhaftes Interesse für die Nadler legt Herr v. Miquel an den Tag. Herr v. Miquel ist, wie die„Volks-Ztg." schreibt, ei» Freund der ausgleichende» Gerechtigkeit, und so will er, daß die Radler in den Brücken- und Fährgeldtarifen nicht besser behandelt werden„als Kinderwagen und dergl.", zumal, wie der Finanzminisier und der Arbeitsniinister in einem sog. Runderlaß hervorheben,„die Fahrräder nicht allein zur Beförderung von Personen, sondern vielfach auch— z. B. seitens Handelsreisender— zum Transport von Päckereien benutzt werden." Den Ober» resp. Regierungspräsidenten wird es daher seitens der beide» Minister überlassen, innerhalb ihrer Zu- ständigkeit diejenigen Brücken- und Fährtarife, in welchen eine Abgabe für Fahrräder nicht vorgesehen ist, durch Einführung einer angemessene» Gebühr für diese zu ergänzen, wobei jedoch die be- sonderen Verhältnisse der einzelnen Hebestellen, die unter Umständen die weitere Freilassung des Fahrradverkehrs angezeigt erscheinen laffen können, zu berücksichtigen und für kommunale und private Hebungen die Anträge der Hebungsberechtigten abzuwarten sind. SpiritnS-Gliihlicht als Straßcnbclenchtnng ist seit einiger Zeit längs des Zoologischen Gartens gegenüber den, Stadlbahnhofe gleichen Namens zur Einführung gelangt. Da sich dort die Per- legung von Gasröhrcn im Interesse des Baumstandes verbietet, so hatte die städtische Verwaltung von Charloltenbnrg erst Versuche mit Ligroin gemacht, um jene durch die Wagen der Dampsbahn gefährdete Stelle einigermaßen mit ausreichendem Licht zu ver- sehen, da der Platz nur spärlich von den offenen Gasflammen am Bahnhofsgebäude beleuchtet ist. Nachdem sich das Ligroin nicht be- währt hatte, ist man neuerdings zu der Monopol-Spirituslampe »ach dem Palente von Delfft in Berlin übergegangen. Diese soll so gut snnklionircn, daß jetzt an zwei weiteren Stellen in Charlotten- bürg Spiritus-Glühlicht zur Straßenbeleuchtung verwandt worden ist. einmal in dem unbebauten Theile der Kantstraße zivischen Leibniz- und Schlüterstraße, dann in der Wielandstraße, wo noch keine Leucht- gasleilungen verlegt sind und bisher Petroleum gebrannt wurde. Eine Spiritus-Glühlichtlalerne leuchtet beinah« ebenso hell wie Gas- Glühlicht. Bisher hat die Verwendung des Spiritns-Glühlichts in den hohen Kosten, die es verursachte, bedeutende Schranken gesunden. Es wird nicht berichtet, wie theuer sich die neue Straßenbeleuchtung stellt. Der NcgiernngS-»»d Banrath Richter aus Berlin, der im November v. I. zum Stadtverordneten in Charlotleubnrg gewählt worden war und gestern, Miltwoch, in die Stadtverordneten- Ver- sammlung eingeführt werden sollte, ist plötzlich gestorben. Gester» Nachmittag um 3 Uhr trug man ihn in Schönebcrg ans dem alte» Friedhofe an der Hauptstraße zu Grabe. Anch zahlreiche Charlotten« burger Stadlverordnete gaben ihm das letzte Geleit. Ter Verlag der„Berliner Gerichts- Zeitung" bestätigt die von uns gebrachten Mittheilungen über die traurigen Lohn- und Arbeilsverhältnisse, die in der früheren Druckerei dieses Blattes herrschte», in dem folgenden höchst liberflüssigen Schreibe»:„Die beiden Mitinhaber der„Verl. Ger.-Ztg." gaben wohl das Versprechen, die Ansprüche der Setzer an die Druckerei befriedigen zu helfe». Dazu waren sie anch bereit, wie Zeugen bekunde» können, als sie aber diese Bereitschaft dem Inhaber der Druckerei niitthcilten, erklärte dieser, daS nütze nichts, er müsse doch aufhören zu dr»ckc», da weitere Summen nöthig wäre». Infolge dessen wurde der Druck der„Berk. Ger.- Ztg." einer anderen Firma übergeben und den Setzern der früheren Druckerei versprochen, man werde ihre Ein- stellung bei der neuen Druckerei angelegeutlichst befürworten. Dies ist auch geschehen, wie festgestellt werde» kann. Daß es ver- geblich geschah, kann den Verleger» der„Verl. Ger.-Ztg." nicht zur Last gelegt werden. Die Behauptung, jene hätten ihrer„Ver- wunderung" darüber Ausdruck gegeben, daß die„Verl. Ger.-Ztg." mit einem Male„anderswo" gedruckt werde, ist so widersinnig, daß es sich erübrigt, weiter darauf einzugehen." Trotzdem beruht dies« in der Angelegenheit an sich ja ziemlich nebensächliche Behauptung, wie wir nochmals mittheile», auf Wahr- heit. Was im übrigen die Zuschrift„berichtigen" soll, mögen die Gölter und der Verlag der Gerichts-Zeilung ivissen. Sie enthält nichts als eine Bestätigung der von uns gebrachte» Mittheilungen. Ban-Unglück. Am Mittwoch Nachmittag um lV« Uhr ist der 40 Jahre alte'Arbeiter Karl Dahms aus der Schulstr. 103 auf dem Grundstück der Elektrizitälswerke in der Luiscnstr. 35 tödtlich ver- »»glückt. Das Bein eines eisernen Dreifußes, der bei der Be festigung der Grundmauern benutzt wird und umfiel, weil die einen Belonkübcl tragende Kelle aus dem Flaschenzug gcrielh, traf den bei diesen Arbeite» beschäftigten Dahms so wuchtig. daß er mit dem Kopfe gegen eine Mauer flog und sich einen Schädelbruch zuzog. An diesem starb er gestern Nachmittag um 5 Uhr in der Charitee, i» die man ihn mit einer Droschke gebracht halte. Der Verunglückte lebte in kinderloser Ehe. Gasexplosion. Als gestern Abend da? Dienstmädchen Emma Neitzle das Badezimmer ihrer Laudgrafenstraße 7 wohnenden Dienst Herrschaft mit einer brennenden Lampe betrat, entzündete sich aus einem Gashahn ausgeströmtes Gas. Das Mädchen kam mit einer unbedeutende» Verletzung im Gesicht davon. Der Badeofen sowie die Fensterscheibe» wurden zertrümmert. Auf dem nnbebantcn Laude zwischen der Wiclefstraße und der Birkenstraße wurde nachmittags der Schüler Alex Dreßler von einem unbekannt gebliebenen Manne, der dort nach Sperlingen g* schössen haben soll, durch einen Schuß am linke» Oberarm um bedeutend verletzt. Das anscheinend aus einem Revolver stamniende Geschoß hatte dicht unter der Haut einen drei Zentimeter langen Schnßkaual geschlagen. Ruf dem Wege vom Sterbebett seiner Mutter zu einem in RummelSburg wohnenden Bruder, den er von dem Todesfalle Mit- theilung machen wollte, ist der Arbeiter Otto Hütlig, ein Krüppel von 41 Jahren, zum zweitem»«! schwer verunglückt. Hüttig, der vor 3 Jahren auf einem Kohlenplatze so schwer verunglückte, daß er daS rechte Bein verlor und eine» Stelzfuß tragen mußte, wohnte mit seiner M»!� einer Wittwe von 65 Jahren, in der Mühlenstr. 32 zusammen. Am Sylvestertag erkrankte die Frau plötzlich und starb am Sonntag in Bethanien. Von hier machte sich ihr Sohn auf den Weg nach Nummelsburg. Er kam aber weder bei seinem Binder an, noch kehrte er nach Hause zurück. Auf seine Anzeige erhielt sein Hausivirth Krause gestern Nachmittag von der Polizei die Mittheilung, daß man Hüttig aus dem Wege nach RummelSburg so schwer verunglückt aufgesunden hat, daß man ihn in ein Krmiken- haus bringen mußte. I« der Wohnung eines in Schöneberg festgenommenen Ein- brechers wurden bei der polizeilichen Haussuchung unter anderem eine große Anzahl von Milchkanne» vorgefunden. Sechs dieser Milchkannen führen die Bezeichnung:„Vollmilch C. H."— Der Eigenthümer dieser Kannen wird ersucht, sich während der Vor- Mittagsstunden auf dem Polizeipräsidium Zimmer 36 einzufinden. SllS Hochstapler verhaftet wurde in Budapest der i» Berlin ansässige Handlungsreisende Quarzmann, welcher im Auftrage seiner Firma die ungarische Hauptstadt bereifte. Q. wurde bei seiner An- kuuft in Budapest von Kriminalbeamten beobachtet und festgenommen auf grund eines Steckbriefes gegen einen internationalen Hochstapler, dessen Beschreibung genau auf den Berliner paßte. Die Aehnlichkeit des Reisenden mit dem Hochstapler ist so srappirend, daß ihm an demselben Tage gegenübergestellte Personen ihn bestimmt als den ge- suchten Verbrecher wiedererkennen wollten. Erst durch telegraphische Nachfrage bei den Angehörigen des Q., sowie dadurch, daß der Verhaftete nachzuweisen vermochte, daß er zu der Zeit, als jener Hochstapler in Budapest geweilt, d. h. Ende November, sich iu Berlin aufgehalten, erwirkte der unschuldig Festgenommene nach dreitägiger Hast seine Freilassung. Fenerbericht. Dienstag Abend 7 Uhr erfolgte Invaliden- straße 133 ein Gardinenbrand. Eine Stunde später waren Alt- Moabit 106 und K a st a n i e n- A l l e e 25 Zimmerbrände ab- zulöschen. In beiden Fällen war der an Möbel» verursachte Schaden erheblich. Mittwoch früh 2 Uhr entstand Neu-Kölln a. W. Nr. 6—8 in einer Waschanstalt ein Schadenfeuer, das einen großen Posten Wäsche und mehrere Tische vernichtete, von der Wehr aber nach kurzer Zeit beseitigt wurde. Ei» größerer Fabrikbrand wüthete um 5 Uhr Neichenbergerstraße 114. Im Quergebüude des zweiten Hofes befindet sich hier eine Tischlerei, die mit ihren Trocken- räumen drei Stockwerke umfaßt. Das Feuer ivar im zweiten Stock entstanden und halte bei Ankunft der Wehr bereits die Decke der dritte» Etage durchschlagen. Obgleich nun mit mehreren Schläuchen vorgegangen wurde, konnte doch nicht verhindert werden, daß sich die Flammen auch»ach der 4. Etage Bahn brachen. Die 3 Stockwerke brannten vollständig ans. Um 6 Uhr hatte Oranien str. 188 ein Gas- schlauch Feuer gesangen, das auch ans verschiedene Möbelstücke über- sprang. Kurz nach 8 Uhr erfolgte F r a n s e ck i st r. 13 ein Küchen- brand, der den Fußboden zerstörte und das Haus auch sonst erheblich beschädigte. Im Laufe des Tage? erfolgten dann noch drei Keller- brände und zwar W a f s e r t h o r st r. 42, M e l a n ch t h o n st r. 22 und S t r o in st r. 31. In allen drei Fällen handelte es sich um brennende Hobelspähne und Bretterverschläge, doch gelang es der Wehr überall, nach kurzer Arbeit die Flammen zu ersticken. Bndapestcr Posse»» und Operetten- Theater(Kauf- mann's Variölö). Die Gebrüder Herrnfeld haben sich wieder auf ihren Ursprung besonnen und haben für diesen Monat eine regelrechte„Volkssänger- Gesellschaft" zusammengestellt. Etwas großspurig, zu großspurig für Volkssänger erscheint ja manches, aber ohne das scheint es eben in Berlin nicht zu gehe». Man will recht viel Weibsleut auf der Bühne sehen— na, meinetwegen. Am Dienstag führte man zum ersten Male die„Tragikomödie"„Familie Kochsalz" auf. Herr und Diener führen den Vornamen Leopold. Dem Diener wird von seiner Geliebten ein Kind vor die Thür gelegt, die Frau des Herrn— er ist Weinhändler und heißt Kochsalz— meint, das sei eine Bescheerung für ihren Mann; sie fühlt sich betrogen und will sich etwas anthun. Verwicklung über Verwicklung, bis sich div Geschichte am Schlüsse zur Befriedigung aller ausklärt. In der Ge- schwindigkeit erhält ein Maler eine Frau und der Diener 600 M. Ein Maler, der„böhmackelt" und ei» anderer Pinselmann, der den Italiener markirt, haben darüber die größte Freude. Die Zuhörer auch. Das Stück ist mit einer Unmasse Witzen gespickt,„koscheren" und„treferen". So kommt jeder auf seine Kosten.— Von den„Solo"- Künstler» machten sich Amanda Nordstern und der Klavierhumorist William Schliff augenehm bemerkbar.— Theater. Max Bernstein's neue Bühnendichtung„Mädchentraum" ist nach seinen großen Erfolgen im„Deutschen Theater" bereits von einer größeren Anzahl deutscher Bühnen angenommen, worunter die Haupt- sächlichsten das Hosdurg-Theater zu Wien, das tönigl. Hof-Theater zu Hannover, die Stadt-Theatcr zu Bannen, Bremen, Elberfeld, Görlitz, Königsberg, Stettin, das Thalia-Theatcr zu Hamburg, das Residenz-Theater zu Dresden u. s. w.; weitere Nnterhandluiigen schweben noch zwischen der Firma Felix Bloch Erben und den mclsten' Hof-Theatern. Da der andauernd starke Besuch des Stückes im Deutschen Theater erfordert, daß oessen Aufführungen noch nicht durch eine Novität unterbrochen werden� so umßte die erste Aufführung von Suderiiiann's.„Johannes" auf Sonn- abend, den 15. Januar, verschoben worden. Zu dieser sind so überaus zahlreiche Vorausbestellungcn cingegaugeu, daß nur ein Theil Berück- sichtigung fiuden konnte und sänuntliche Plätze des Theaters bereits vergriffen sind. Die ersten Wiederholungen des„Johannes" finden am Sonntag,' den 16. und Montag, den 17. ds. Mts. statt.— Im Schilter-Theater wird heute„Walkenstein'S Lager" und„Die Piccolommi" gegeben. Die nächste Aufführung von„Wallcnstein'S Tod" ist nächsten Sonntag, den 9. Januar, nachmittags 3 Uhr.- Luis ei.- Theater. I» dein heute zur ersten Aufführung gelangenden Volksstücke von Wilhelm Frecking„Auf goldenem Boden" sind fast säumt- liche hervorragenden Mitglieder dieser Bühne beschäftigt und zwar: Dora— Anna Müller. Linke, Rosa- Hedwig Martens, Fra» Rippel— Julie Milbitz, Wand»— Bertha Senden, Fritz— Elise Bendir, Bollmann— Arthur Winckler, Tübbccke- Gustav Conrad, Wallberg— Wilhelm Rufs, Vogel— Leo Landeck, Schlotte- Richard Brodel und Wachtel.- Emil Achterberg.— Am Sonuabend den 3. d. M. findet die 75. Vorstellung der lustigen Wienerinnen im Kaisersaale des Passage-Panoptilums statt. Anläßlich dieses Jubiläums wird 1 ein ucues Programm mit neuen Kostümen in Szene gehen. Frauenvcrsammlung. Wir werden um Aufnahme folgender Mittheilung ersucht: Zlm Sonntag, den 9. Januar, mittags 12 Uhr/ findet im Konzerthaus, Lcipzigerstr. 43, eine öffentlich« Volks«' versamnnnlung statt. Frauen verschiedener Slände werden An» sprachen über die„Schutzlosigkeit der Frauen" halten: Frl. Dr. jur. Augkpurg, Frau Echulrath Cauer, Fcau Bieber-Böhm. Frl. Barkowski, vom Staudpunkt der Handelsgehilfinnen, Frl. Mießner als Volksschutlehrerin. Frau Gebauer aus ihren Erfahrungen als Hebeamme. Einladungen sind an Frauen aller Slände und aller Parteien ergangen. Reichstags-Abgeordnete, Behörden und maß» gebende Persöulichkeiten sind aufgefordert worden. Die Versamm« lnng ist für Männer und Frauen aller Klassen. ?l,iö de« Nachbarorte». Ein« seltsame Angelegenheit beschäftigt momentan die Ge- mülher in Spandan. Dort hat sich eine Frau mit der Mittheilung au die Gerichtsbehörden gewendet, daß vor 24 Jahren in Spandau ein Mord verübt worden sei. Der muthmaßliche Thäter sei er« griffen, vor da? Schwurgericht gestellt, von diesem zum Tode ver- urtheilt und dann von König Wilhelm l. zu lebenslänglicher Zucht« hausstrafe begnadigt worden. Der Mann, der noch am Leben sei, aber noch immer im Znchihanse sitze, sei unschuldig gewesen. Der wirkliche Mörder lebe noch jetzt in Spandau und sei ein angesehener. Mann, der nur noch den einen Wunsch Hab«, das Verbrechen ju sühnen und dem Unschuldigen zur Freiheit zu verhelfen. Er selbst finde aber nicht den Mulh. sich selbst anzuzeigen, deshalb thue sie das und zwar in seinem Einverständniß. Obwohl die Frau Namen und Daten ganz genau angegeben hat, so klingt doch die Erzählung derselben so romanhaft, daß der Verdacht berechtigt erscheint, sie leide an einer überreizten Phantasie. Immerhin sind aber sofort Ecmiltelinigen angestellt worden zu dem Zweck, die Angaben der Frau auf ihren wahren Werth zu prüfen. Briefkasten der Redaktion. v»r bitte», bei I-der Antrage eine llhissre izwei Bilchstaben oder«In« Zahl) »»»»geben, unter der die Anlwvrt erlheilt werde» toll. Die jnriftiscße Sprechstunde findet am Montag, Freitag und Sonnabend von 6 bis 8 llhr abends statt. K. N. Wenden Sie sich an eine der Werlstätten-Jnspektionen der kgk. Eisenbahn-Direktionen, die sich am Markgrafendamm, am Ostbahnhof, im Grunewald und in Tempclhos bcstnden. Hamburg 27. Daö von Ihnen genannte Blatt dürfte Ihren Wünschen entsprechen. il Regensälie» und mäßigen, südwestlichen Winden. RNi«: den Inhalt der Inserate »vernimmt die Redaktion dem Vnvliknm«egeniiber keinerlei Bermitmoriniig. aarnamammamammmm GkzrÄtrv. Donnerstag, den K. Januar. VPernhanS. Cannen. Anfang 7-/- Uhr. Tchanspielhans. Der G'wisscns- wnrnr. Anfang 7V- Uhr. DentschcS. Mädchentraunl. Ansang 7V- Uhr. Sefsiim- Im weißen Röß'l. Anfang u/z Uhr. Berliner. Die Wunderquclle. Ansang U/z Uhr. Boethe. Die Jvumalisten. Anfang ?'/- Uhr. Unter veirLinden. Die schöne Helena. Anfang 71/- Uhr. RcneS. Die Logenbrüder. Anfang TV, Uhr. Schiller. Wallensteins Lager. Die Piccolomini. Anfang 7 Uhr. Residenz. Sein Trick. Anfang 7'/- Uhr. Thalia. Das Opferlamm. Anfang 7l/z Uhr. Zentral. Berliner Fahrten. Anfang 7V- Uhr. Luisen. Ans goldenem Boden. An- fang 8 Uhr. Belle-Alliance. Der Bräutigam auf Probe. Anfang 8 Uhr. 'Ostend. Leven und Lieben. Ansang 8 Uhr. Ivriedrich. WilhelnistädlischeS. Die Pariser Bluthochzeit oder: Die Hugenotten. Ansang 8 Uhr. Sllexanderplah. Die Verführerin Anfang 8 Uhr. Urania. Xanvenstrafte 48—49. Naturluudl. Ausstellung v. 10 Uhr vormittags ab. Abends 8 Uhr Wissenschaftl. Theater. Jnvalidenftrahe S7/SS. Täglich (außer Sonntags und Mittwochs) abends 8 Uhr: Wissenschaftliche Vorträge. Älmerica». Spezialitäten. Anfang 8 Uhr. Rcichshallen. Spezialitäten. An fang 7'/- Uhr. "Apollo. Spezialitäten. Ans. 7>/z Uhr. Feen-Palast. Sp-zialitntc». Passage- Panoptiknni. Wiener Tanz- und Operetten-Gcsellschaft. S�zMrv�lzeAkvv (Wallner-Theatcr). 'Donnerstag, abends 8 Uhr: Wallen- stein'S Lager. Die Picco- lomini. Freitag, abends 8 Uhr: Die wilde Jagd. Sonnabend, abends 8 Uhr: Der Negistrator auf Reisen._ Ostend-Theater. Wr. Franlsurlerstr lZS. Dir. lx.Weisk. Lebe«»«»nd Liebe«». Volksstück mit Gesang in fünf Akten ■von O. Klein. Musik von G. Wanda. Ans. 8 Uhr. Im Tunnel von 7 Uhr ab: — Fret-Konzert.— . Donnerstag bis Sonnabend: Leben «nd Lieben.— Sonntag Nachmittag, »halbe Preise: Berlin, wie es weint und lacht. Ferdinand: Carl Weiß. Centpal-Tlieatep Akte Jakobstr. 30. Direktion Richard Schnitz. Donnerstag, den 6. Januar 1898: Emil Thomas a. G. Zum 123. Male: BeHinen Fahrten. BurleSke AnSstattttngspossemitGcsang und Tanz in 0 Bildern von Julius Freund und Wilhelm Mannstädt. Musik von Jnl. Eiuödöhofer. Anfang l/-8 Uhr. Morgen und die folgenocn Tage: Berliner Fahrten-. luisen- Theater 34. Rcichenbergerftraste 34. Abends 8 Uhr: Zum I. Male: M goldenem Boden. stück mit Gesang in a Bilderl» von Wilhelm Frerking. Musik von Gustav Steffens. Freitag: Dieselbe Vorstellung. Sonntag, nachm. 3 Uhr: Volks- Borstellung mitcr Regie von 1. TUrk: Othello, der Mohr von Venedig. Billets ä 60 Pf. in den bekannten Verkaufsstellen. V olks- Theater Im Wclt-Bcatanrant 97. D r e s d e n e r-S t r a ft e 97. Auf allgemeines Verlangen, neu cinstndirt: Die Reezenbltrg. Bilder anS dein Berliner Volksleben von Ely. Neu! vesedv. Tills. Neu! Im vorderen Saale: itypoiep Sänger Alois Ebner. Wufrtttd* Sonntags 6 Uhr. ■ M|Ulig. Wochentags 7»/- Uhr. Aaehr'sThealer Oraalca-Strassc Ä4. mr Täglich: Theater n. SMezlalifliten- Torstcllnng. Neu! Die NenjaHrsnacht. Neu! Ein militärischer Don Juan. llelnhold bange,! llsthe beonardl, ber beste Humorist bildschöne der Jetztzeit. I Kostüm-Soubrettc Rrothers Therras, die berühmtesten Ketten- Turner. All ktlllll' Wochentags 8 Uhr. itillinij). Sonntags 6 Uhr. Preise wie gewöhnlich. Urania Tanbenstr. 48/49. Naturkundliche Ausstellung. Täglich geöffnet von 10 Uhr Vormittags ab. Eintritt 50 Pf. Abends 8 Uhr: — Wissenschaftliches Theater.— Invalidcnstr. Wo. 57—6)3. Täglich abends 7 Uhr: — Ausstellungs-Saal und Vorträge.— Passage-Paiioplicum. Wiener Tanz- und Operetten- Gesellschaft. Zum Schluss: Illnstrlctea In 12 lebenden Bildern, Apollo-Theater. Frledrlchstr. 318. Dir. J. Glück. Paul Spaden!.* Lina Goltz. Desroches-Bianca. Aurora-Troupe.» Splnk-Sptnk. Miss Bertholdi Mr. Arras. Brook and Dunckam. Carmen-Faur Les S Reyvals.« Slsters Morden. Siegwart Gentes u. s. vr. u. s. w. Kasseneröffnung OVa, Anf. T'/a Uhr. Annnrf's Vaudeville-Theater, ylidl 5 Gr.- Hotel Mexandcrpl r 0000000 Das Beste vom Besten und ohne Konkurrenz sind die unverwüstlichen S und immer mehr von Erfolg � w gekrönten Zugstücke e 1 »a| % Das Armband und Das Modell. Vorzngökarten gelten. B Ii i I BIO ii Reichshallen- Theater. Leipzigerstrasse 77. Das splendide STeuj ahr»-Programm mit allerersten Kunstkrüften. Family Derrlngton. Utax Waldon. Die drei Daakwoods. Excelsior- Dlmograph U. S. Vf. HW— Anfang 71/2 Uhr.-WS E n t r 6 c 50 P f. Avis! Am 15. Januar: Avis! 1. Eiite-Masken-Bail (Ein Sommertag In Monaco). Im Reichshailen-Tunnel Militär-Concert in Filiform. Lf-XiV. Thgltch% o-« abends 8 Uhr Neues— OLYMPIA Riesentheater 'j%. s> (Circus Benz.) Karlstrasse. Bolosay Klralfy's „Coiistantiiiopel" .y? An Sonn- und Feiertagen L Yorstellungen, naclunittags 4 Uhr, vj, liac-ullii.cags unx, Ar. e ttt,«.> abends 8 Uhr. V Goncerthans T.cii>xigcratr.No. 48 PS" Täglich:-Mg Hoffmann's Quartett und Humoristen. Anf. 8 Uhr, Sonntags 7 Uhr. Loge 1 M., Sperrsitz 60 Pf., Entree 30 Pf. Alle 5 Garrisons. Lene, liebe Lene. Crebrüfler Herrnfeld's Erste« Original Badapester Possen- und Operetten-Theater. Heute Dienstag, Anfang 8 Uhr: Die Anton u. Donat Horrnfeld'sche Novität Familie Kochsalz Vorher die reizende Operette Gefälschte.Tangen. Neuer Novitätentheil.-WS Unter anderem: Dr. Guido Stelnitz u. William Schüff. In Vorbereitung: Von Dreien der Glücklichste. W. Noack's Theater llrunncn-8trna«e 10. Heute Donnerstag, den 0. Januar 18S3: Neni Ren! Berliner Kinder. Original-Posse mit Gesang in 4 Akten von Salingre. Musik von T h. H a u p t n« r. Nach der Vorstellung: Tanzkränzchen. Freitag: Das Forsthans._ Älcazar-Theater. DreSdenerstraße 52/53(Cith-Passage) Annensträße 42/43. Direktion: Richard Winkler. Bornchmstcr Familien-Anseuthalt. Neul Flotte Matronen. Neu! Große Ansstattmigs-Operette in 1 Akt von Ed. Lindncr. Neu! Vorher: Meu! Die Elche Im Eckhoase. Lustspiel tu 2 Aufzügen v. A. Cosuiar. Anftreten sämintlicher Knnst- Spezialitäten. Wochentags 8 Uhr, Sonntags 6 Uhr. Entree 30 Pf. Rescrvirt. Platz 50 Pf. Vorzugskarten haben Giltigleit. K C n0."" Sanssouci Kottbnser Strafte Nr. 4 a. Dir. H. Pierr». Artistischer Leiter Jos. Aschinger. Xen! Zienl Jül Reiche der Sirelleu. Ausstattungsstück mit Gesang und Tanz in 3 Bildern von Joh. Eißner u. Jean Häußler. Musik von Joh. Eißner. Hene Spezialitäten. Cirosacr Ball. Wochentags Anfang dcS Konzerts 7 Uhr, der Vorstellung 8 Ubr. Entree SO Ff."Tpfi Passe-partouts gelten. Achtung!-Mg PT Achtung! Am Situlu,«tu 11. 3«»»«, oleate 8 Uhr, im Saale öct Sinacrti AickiGijaa: Casian's Panopticnm. N Friedriohstr. 105. Indisch- hlndanta- ., nische Oankl e r — und— Schlangen- Beschwörer. Das BÄRENWEIB. CJIrcus Busch (Bahnhof Börse). Donnerstag, den 6. Januar 1898, abends 7V2 Uhr: Blite-Ahend. Zaragoza. Orlg.-Manägen-Schaustiick des Circus Busch, entnommen aus dem spanisch. Lebe». In nie gezeigter glänzender Ausstattung, darunter mehrere direkt aus Spanien importirte Maulthier- Viercrzüge. Besonders hervorzuheben: Eine spanische Eisenbahn mit ein- tretender Katastrophe. Die Flucht des Don Castodurus mit seiner Geliebten und fämmtl. Pferden aus dem brennen- den Schloß. Außerdem: Die Dogrart- fahrt mit eigens dazu drcssirt. Schul- pferde, anSgef. von Mdme. Maria Dore. Aign, ostpr. Hengst, ger. von Herrn Foottlt- Burghardt. Die berühmten Freiheitsdressuren des Dir. Busch. Gebr. Borghettl mit ihren Marmor- Tableans.— Morgen 7V, Uhr: Sport-Abend. iLmpfehle allen Freunden u. Bekannten v mein Weiss-, Bairlschbler- »nd gr. Speisegeschäft. Reichhaltiges Frühstück von 30 Pf., Mittag mit Bier 50 Pf. sowie Abendtisch h. lai carte von 30 Pf. an. S Bereinszimmer mit Klavier für 20—50 Personen.' 11. Stramm, Rest., Ritterstr. 183. Grosse Protest der Frane« mid Mädchen Berlins. � Me ielliöhPit der fttimUe in Theorie und Voii;ei-VrMs. Referenten: ReichStags-Abgeordneter Arthnr 8tadthagen und Genossin Lilly Braun. 2. Diskussion. Um zahlreichen Besuch seitens der Genossinnen und Genossen ersucht 1/1 Die Vertranensperson._ Feeu-Palast 23 Bnrgstr. 22. Direktion: Winkler 4 Fröbel. Das neue erfolgreiche Riesen- Jannar-Programm. Niagarra. Könige aller Thnrms eillän fer. EUhlsdorf märk. Eichen. Cabaret, dresslrte Liliputaner Hündchen. Lebende Photographien. Novität! Um iL/z Uhr: Novität! Rich. Winkler und Wilh. Frobel in der aktuellen Operetteu-Burleske Das radelnde Berlin. Anfang 71/2 Uhr. Entree 30 Pf. feiiersteiil'�esissle Alte Jakolislrasse 75. Znh. Martin Herzberg. 4» rosse und kleine 8älc zu Versammlungen unentgeltlich, sowie zu Sommer- u.Winterfestlich- keiten b. koulanten Bedingungen. Partei-Lokal, nachweisl. Exist., bei 1500 M. Anzahlg. gesucht. Off. erb. unter C. 1. au die Exp. d. Bl. 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Bericht über die Fabrikordnung. 3. Verschiedenes. Es ist Pflicht der Kollegen zu erscheinen. 171/1_ Die Kommission. Kistenmacher. Am Sonnabend, den 8. Januar, abends 8V2 Uhr, im Englischen Garten, Zllexanderstrafte Nr. 27c: Mitglieder- Versammlung, Tages-Ordnnng: 1. Vortrag des Genossen Th. lletr.ner Über:„Werth und Nutzen der Organisation". 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. 94/1- Diejenigen Kollege», welche bis zum 8. Januar ihren Ver- pflichtungen dem Verein gegenüber nicht»achkommen, werden in der nächsten Generalversammlung bekannt gemacht. Außerdem wird den Kollegen be- kannt gegeben, daß bei Generalversammlungen der Z 12 nnsercö Statuts von jetzt ab streng durchgeftihrt wird. Der Borstand. I. A.: franz Schulz, Schwedterstr. 47. BiOrucker MxiMfs. 8onntng, den O. Jannar, nachmittags 1 Ehr, In den* Vercinsbranerel, Hermannstrasse Xo. 214: (Deflfcut«. t>ci*roii«mUino TageS-Ordnung; 1. Vortrag dcS Genossen Faber über:„Die gewerkschaftlichen Arbeiterorganisationen und die Konkurrenzsähigkeit der deutschen Industrie auf dem Weltmärkte". 2. Bericht der Delcgirtcn zum Gewerkschaftskartell. 3. Wahl eines Delegirtcn und Stellvertreters. 4. Verschiedenes. 2öS0b Der Elnbernfer. Sozialdemokratischer Wahlverein des III. Berliner ßeichstags-Wahlkreises. Sonnabend, den 15. Januar 1898: Stiftungs-Fest im Konzerthaus„Sanssouci", Kottbuserstrasse 4a unter gütiger Mitwirkung des Gesangvereins„Kreuzberger Harmonie", des Konzertsängers Herrn B. Blobel etc. Iiistrnmental-Konzert einer starken Kapelle von Zivil-Berufsmusikern. Festrede. Ball(30 Pfg. Nachzahlung). Anfang präzise 8 Uhr,[240/1] Blllet 20 Pfennig. Der Vorstand. Im Verlage der Hamburger Buchdruckerei u. Verlagsanstalt Auer& Co. in Hamburg l st e r s ch ji e n c n und zu beziehen: Der Meus Ifelt-ilaleiiiSer fitv 1898. Zweiundzwanzigster Jahrgang. - Mit vielen Illustrationen." Preis 40 Pfennig. Bei Einzelbezug erbitten wir Einsendung in dentscheu Briefmarlen nebst 10 Pf. für Porto. Auch zu beziehen durch: J. H. W. Dlctz in Stuttgart, sowie durch die Bnchhandlnng Vorwärts, Berlin SW., Beuth- strafte 2. Inhalt: Kalendarinm.- Die Ergebnisse der deutschen Beruss- zählnng(14. Juni 1805).— Die amtliche Arbeitölosen-Statistik.- btürkblick.- Messe»»nd Märkte.- Im Kreislauf des Jahres. - Der Streik der Hafenarbeiter»nd Seeleute in Hamburg (mit Illustrationen).- Der Muster-Philister. Gedicht vom Schelm von Bremen.— Gin Tagebuch. Von I. Sirach.— Tie Schrift- zeiche» des groften ErdgcschichtSbnches. Von Walter Herzen.— DaS Kaiser Wilhelm- Dcuknral in Berlin. Von L. Sd)önhoff (mit Illustrationen).- Bolks-lltopicn. Von Maufred Wittich.- Der Internationale Francnkongreft in Berlin. Von Lily Brau».- Das schlafende Kind. Gedicht von K. Frohme.- Die Röntgen'schr Entderknng»euer Strahlen. Von Dr. B. Borchardt (mit iJllustrationen).— Zweierlei Lumpen. Gedicht vom Schelm von Bremen.— Tie Natnrforschung in der Geisterwelt. Ein nachgelassener Aufsatz von Fr. Engels.— Aus den Erinnerungen eines alten Kriininaliste». Von Hans Richter.— Die Ehemie im Reichstage. Von E. Wurm.- Die Sozialdemokratie und die Wahlen in Oesterreich(mit Portraits).— Vor zwanzig Jahren. Von I. Auer.- MoriN Sartmann(mit Portrait).— Karl Fr. W. Schulfte(mit Portrait).— Fliegende Blätter.— Für unsere Räthsellöscr.— Auflösungen der Räthsel.— TrächtigkcitS» und Brüte-Kalender. Hierzu vier Kupfer: Frühling und Winter— Haidcblnmcn— Schwieriges Unternehmen— Andächtige Zuhörer. Ein farbiges Bild: Ein kritischer Augenblick.— Ein Wandkalender. 234/9 U"„11 cnlB Plomben IM.Zahnziehcn frei. Zahu- Rünsiuanneuo ��»�.43, 1.,� K«i«»stliche Zähi«e. F. Stessens, Rosenlhalcrstr. 01, 2 Tr. *1 Tlicilzahlung pr. Woche 1 M. ' Oranicnstraße. Spr. 8—10 und 1—3 Uhr. Billige WohllNsettKlN�ü Gefunden wurde ein Futteral mit zwei Schlüsseln. 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