Dr. 5. Adomummts■ Kedwgunge«: «bonnsmentS-Pret« Pränumerando: vlerteljährl. 3,30 Md. monatl.I.ioMl.» wöchiXltch 2S Psg. frei in» Hau«. Einzelne Nummer 6 Psg. Eonnlagi- Nummer mit tllustrtrler Sonntag»- Beilage.Die Neue Welt" 10 Psg. Post- Abonnemenl: 3,30 Mark pro Quartal. Eingetragen in der Post- Zeitung»- PretSliste für löSS unter Nr. 737«. Unter Kreuzband für Deutschland und Oesterreich- Ungarn 2 Mark, für da» übrige Ausland 3 Marl pro Monat. 13. Jahrg. Die Instrtwns- Gebühr betrügt für die sechsgespaltene Kolonelzeile oder deren Raum»0 Psg., für BereinZ- und Versammlung»-Anzeigen, sowie ArbeitSmarlt 20 Psg. Inserat« für dt« nächste Nummer müssen bi» t Uhr nachmittag« in der Erpedition abgegeben iverde». Die Erpedition ist an Wochenlagen bi» 7 Uhr abend», an So»»- und Kestlagen bi» 8 Uhr vormittag» geössnet. Srscheinl lSglich außer Montag«. Berliner Volksblntk. Zsernsprechcr: Bitif I, Nr. 1608. Telegramm-Adresse: «Sozialdemokrak Berlin". Dentrawrgan der sozialdemokratischen Uartei Deutschlands. Redaktion: 8V. 19. Ueuly-Straße S. K-pedition: SW. 19. Mettty-Stmße 3. Dio «Iiethsthnftlichre Gefvtzsebung 1897* Das eigenartige Nebeneinanderbestehen von hochentwickelter kapitalistischer Produktion und Massen rückständiger Klein betriebe, das Deutschland sowohl ans agrarischem wie ans industriellem Gebiet kennzeichnet, drückt auch der dentschcn Wirthschaftsgesetzgebung einen widerspruchsvollen Charakter ans. Nur daß die immer wiederkehrenden Zugeständnisse an das Handel- und gewerbetreibende Kleinbürgerthnin mit seinen ansehnlichen Wählermengen gewöhnlich leere Scheinwohlthaten bleiben, während das Großkapital trotz aller gelegentlicheil Hänseleien regelmäßig weiter den'fetten Rahm von der Milch abschöpft. In der Landwirthschast ist das Bild ein ähnliches, wenn man hier auch eher einmal ein paar ernstliche Anläufe zur Hilfe für die Kleinen macht, freilich ohne die agrarische Zersetzung dadurch irgendwie aufhalten zu können. Das wirthschaftlich reaktionäre kleine Handwerkerthmn hat 1897 einen Scheinerfolg aufzuweisen: das I n n u n g s gesetz. Aber die Kerntruppe der Zünftler war von Anfang an von dieser Mißgeburt nicht erbaut; heute finden auch die Ver- trauensseligen vom Vorjahre bereits keinen Gefallen niehr an dem Wechselbalg, ivie sie längst schon keine Freude niehr an der Einschränkung des Detailreisens und selbst an den scheinbar bedeutsamsten Maßregeln gegen den unlauteren Wettbewerb habe». Der Zufall einer allgemeinen Abstimmung der Meister in einem Gewerbe soll in Zukunft darüber entscheiden, ob eine Zwangsinnung in kraft tritt. Ja, wenn die Zünftler irgendwo der Mehrheit sicher wären! Und wenn doch durch Ueberrnnipelnng und Lässigkeit eine Zufallsmehrheit da ist, wird nicht später die aufgerüttelte Masse der Jnnungsgeguer zu den Berathnngen und Ent> schcidnngen in hellen Haufen heranrücken und die Innung zum mindesten zu einem Tummelplatz der unerquicklichsten Streitigkeiten machen, wenn sie nicht gar die Zügel der Herr- schaft an sich reißt? Die bisher bereits privilcgirten Innungen vermögen der Qual des ersten Wahlganges noch zu eilt schlüpfen, weil sie ohne weiteres in Zwangsorganisationen umgeivandclt werden können. Die zweite Gefahr steht ihnen sicher bevor. Daß die Handivcrkerkamniern als Krönung des Organisationsaufbanes der Stimme der Kleingewerbetreibenden eine größere Beachtung bei öffentlichen Maßnahmen verschaffen werden, bezweifeln wir auch. Angesichts dieser Enttänschnngen ist bereits eine andere Miltclstandsfordernng immer mehr an die Spitze der Agitation gestellt worden: die Umsatzsteuer. Freilich, die Groß Produktion durch eine strangnlirende Steuer ans der Welt hinansznärgcrn, über diesen kindlichen Einfall ans der ersten Sturm- und Tranazeit unserer industriellen Entwicklung ist die Wirthschaftsgeschichte längst hinweggeschritten, obwohl gerade diese Forderung einst den größten Anklang fand. Selbst der rückständigste Handwerker der heutigen Generation sagt sich, daß es hierzu längst zu spät ist. Doch die Um- wälzung im Handel, die sich seit einigen Jahre» mit un heimlicher Geichwindigkeit vollzieht, glaubt man noch aushalten zu können. Die sächsische Bewegung gegen die Filialgeschäfte, die in erster Linie auch die Konsumvereine der Arbeiter triffc, hat nunmehr wirklich einige Siege zu verzeichnen; nach langer Unschlüssigkcit der sächsischen Regierung haben einzeln« Gemeinden die Einführung einer Umsatzsteuer beschließen können. Die Forderung hatte schon immer einen große» Anhang, wie sich in der bayerischen und preußischen Kammer zeigte. Die Agitatoren des Bundes der Landwirthe, der die Mittelstands- stimme» in den Provinzstädten braucht, sind heute allesammt auf diese Fahne cingeschworen. In Berlin hat man sie letzthin entrollt, weil mau sich davon im Zeitalter der Wertheim einen großen Zulauf seitens der Kleinbürger verspricht. Tie Agrarier haben im Vorjahre in der Gesetzgebung weniger wie sonst erreicht, ihre Erfolge liegen mehr in der Wühlarbeit draußen im Laude, wo sie die Nationalliberalen wie auch das Zentrum und selbst die allzu gouvernemeutalen Konservativen niehr und mehr zwingen, das Joch des Bundes der Landwirthe ans sich zu nehmen. Wollte mau sich an Aenßerlichkeiten halten, so müßte man sogar von schweren Niederlagen sprechen. So ist die Eingabe wegen des Getreide-Einsnhr-Verbotes ohne ein. Wort der Be- gründung seitens der Regierung zurückgewiesen worden. So werden sonst in Deutschland nur Sattlergesellen von Kriegs- miniftern, aber nicht agrarische Junker von einem Reichskanzler behandelt. Die auf das Dränge« des Bundes zurückzuführende Schließung der Feenpalast-Vereinigung ist für rechtlich nnzn- lässig erklärt, so daß kein.eiserner Mann"' so leicht zu weiteren Schritten gegen die streitlustigen Getrcidehäudler zu treibe» sein wird. Das Zuckersteuergesetz gab selbst der neue Schatz- sekretär preis, nach einjährigem Bestehen! Tie Annahme des M a g a r i>l e gcsctzcs feierte man aller- dings als einen Triumph. Ob man heule noch so denkt? Man hat durch die Trennung der Verkaufsräume(in Orten mit mehr wie 5(1vv Einwohnern) die Mebrzahl der Händler zwingen wollen, die Margarine abzuschaffen und den Biittervcrkauf zu behalten. Die ungemein vervollkommnete, kapitalkräftige Or- ganisation auch des Margarine-Absatzes bat das Gegen- heil bcivirkt. Die Gründung eigener Verkaufssilialen seitens er Margarine- Millionäre und Aktien- Gesellschasten ist mit 'ner Promptheit erfolgt, die für die Molkereioeuossenschaften und vollends für die kleine Bntterproduktion bei ihrer Kapitals schwäche vorläufig unerreichbar ist. Die Händler, die nur eine der beiden Maaren führen wollen oder können, haben am ehesten auf die Butter verzichtet, weil die Margarinefabrikanten bei ihren enorm hohen Profiten die fettesten Prozente geben können. Eine Entwicklung�, ähnlich wie seinerzeit im Vcrhältniß zwischen dem thenreren Brotgetreide und der billigeren Kartoffel, ist so durch diese Gcsetzgebnngspfuscherci nur beschleunigt worden, vor allem im kleinen Mittelstande, denn die städtischen Arbeiter haben schon vordem die Butter selten kaufen können, weil sie dieselbe bei ihren Löhnen nicht zu bezahlen vermochten. Sehr erfreulich für die Jahresbilanz der Agrarier war hingegen die wachsende Absperrung der Grenzen gegen die V i e h z u f u h r. Die Seuchen haben dadurch nicht ab genommen, weil dieselben Landwirthe, die über die un- genügende Senchenpolizei des Auslandes schreien, sich mit Händen und Füßen gegen energische Vorbcngnngs- und Ab wehrmaßregeln im Inland« sträuben. Die Fleischpreise sind jedoch wesentlich erhöht worden, in manchen Distrikten, so in den Industrievierteln Oberschlesiens zeitweilig sogar bis zu Nothstandspreiscn. Mit der schärferen Abschließnng wird es freilich auch immer schwieriger, die auseinandergehenden Interessen verschiedener Laudwirth schaftsschichten noch ferner zusammenzuhalten. So brauchen die Milchprodnzenten des Westens die Zufuhr frischen Milch viehes ans Holland, weil sie keine Lust haben, unseren Ost- elbiern beliebig hohe Preise für den Ersatz zu zahlen. Unsere Ostelbier dagegen betonen, wie süß und ehrenvoll es ist, für das nationale Rind und Schwein zu bluten. Wie lange sie dafür bei ihren, eigenen Gesinnungsgenossen im Westen Glanben finden, steht dahin. Die Aufhebung der Zollkredit-Erleichternng für Getreide und Hülsenfrüchte konnten die Agrarier bisher nicht erreiche». Ihre Umwerbnng der Winzer des Südens und Westens durch den Kunstweiu- Antrag und der kleinen Eichcnschälwalds- Besitzer durch den Antrag ans einen hohen Qncbrachozoll ist bisher ergebnißlos geblieben. Ebenso der Versuch, einen Theil der Invaliden-»nd Altersrentenlast vom Osten auf den industriellen Westen abzuwälzen. Graf Posadowsky hat hier jedoch encrgische Unterstützung zugesagt, im Nothfall sogar ans administrativem Wege in Preußen. Dafür hat der Leiter des wichtigen Reichsamtes des Innern in der S o z i a l r e f o r m den Rückzug offiziell als das neue Regiernngsprogramm verkündet. Er sprach zwar auch von einem weiteren Ausbau des bisher Erreichten, aber an sich will das schon wenig besagen und es schrumpft vollends zu nichts zusammen, wenn man bereits an die Bäckerei- Verordnung die Furcht vor einer unerträglichen Polizeiwirthschaft knüpft. Die Haltung der Regierung in der Vercinsgesetzfrage, die gerade für die wirthschaftlichen Organisationen der Ar- beiter wichtig war, wird immer eines der beschämendsten Blätter in der inneren Geschichte Deutschlands bilden. Tagegen hat der Herr Graf sofort eine rege Thätigkeit als Gönner der Schntzzöllner entfaltet. Der von ihm geschaffene Ausschuß zur Vorbereitung von Handels vertrügen— oder wie er sich nach dem Eintritt der Herren Graf Kanitz und v. Plötz vorsichtig nennt: zur Vorbereitung handelspolitischer Maßnahmen— entpuppt sich immer mehr als eine Organisation zur Vorbereitung h o ch s ch n tz- z ö l l n e r i s ch e r Wahlen. Der Zentralverband Deutscher Industrieller hat sich längst schon bereit erklärt, eine Erhöhung der Brotzölle zu unterstützen, wenn er da- durch bei den nächsten Wahlen die recht werthvolle Bnndesgenosscnschaft der Agrarier erkaufen kann. Man hofft, durch die Aufstachelnng aller agrarischen und industriellen Bcntcgelüste und Sonderinteressen das bischen liberale ebcologie und Oppositionsgeist zu erdrücken, das sich in ladt und Land zu regen anfing. Vielleicht hält man noch ein aufregendes patriotisches Spektakelstück bereit»nd der Griff nach den Taschen der Konsumenten muß gelingen. Freilich, lange wird die Freundschaft, die man seit dem vorigen Jahre so eifrig sucht, nicht währen. Den» was ans unserer Handelsvcrtragspolitik bei einer neuen Getreidezollsteigernng wird, weiß niemand im voraus zu sage». Und was eine agrarische Mehrheit zum Schaden unserer Industrie leicht für wirthschastspolitische Händel au- zetteln könnte, das hat ihr Treiben zum sofortigen Zollkrieg bei der so schwierigen Auseinandersetzung zwischen Deutsch land und Nordamerika klärlich erwiesen, zum theil sogar in der verhältnißtnäßig einfachen und harmlosen Frage der andelsbeziehnngen mit England und seinen Kolonien. ier wird das neue Jahr erst die Entscheidung bringen. liti sitze Mebeefiitxt» Berlin, 6. Januar. Ostasien. Von neuem taucht die Meinung auf, daß Frank- reich die Insel Hainau ebenso in Besitz nehmen werde wie Deutschland Kiaotschau genommen hat. China würde sich diesem Verlangen natürlich ebenfalls fügen müssen; käme es auf China, ans den Hof von Peking allein an, so würde der europäische Länderhnnger sich wohl noch ganz andere Sättigung suchen als die kleinen Bissen eines Gebiets von wenigen Qnadratmeilen. Aber es handelt sich lediglich darum, was die Eifersucht und die Machtverhältnisse der europäischen Staaten jedem einzelnen nnter ibuen gestatten. Ob und was England zu unternehmen gedenkt, ist noch immer nicht klar. Einige der großen englischen Blätter führen eine recht unfreundliche Sprache wegen der neuesten deutsch- chinesischen Vereinbarung. Der„Standard"— so wird der „Voss. Ztg." telegraphirt— hofft, daß Lord Salisbury sofort in Berlin und Peking werde erklären lassen, England werde in Kiaotschau handeln, wie es in Port Arthur gehandelt hat. Das heißt, England soll Kriegsschiffe in den Hafen von Kiaotschau senden, welche sich »eben die deutschen Kriegsschiffe legen würden zum Beweise, daß der Hafen jeder Macht in gleicher Weise frei zugängig sei. Eine solche Demonstration würde aber offenbar garnichts an den fertigen That- fachen ändern. Von weit größerer Bedeutung für England ist seine Stellung zu Rußland. Wie sich diese beiden gewaltigen Gegner in Ostasien auseinandersetzen werden, das ist die große Frage der nächsten Zeit. Es verlauten Gerüchte, wonach eine internationale Konferenz zur Rege- lung der ostasiatischen Frage in betracht gezogen werde und als Ort dieser Konferenz wird Moskau genannt.— DaS Siecht ans Revolution hat, übrigens nicht zum ersten Male, vo» Siußland seierliche Sanklion erfahren. Aus Konstantinopel wirv telegraphirt: „Mehrsach wird die Thatsache, daß die russische Bolschaft ihren anfängliche» Widerspruch gegen die erfolgte Ertheilung von drei Berats(kaiserliche Einsetzungsurknnden) an bulgarische Bischöfe in letzter Zeit ausgegeben hat, mit einer angeblich mitller- weil« ersolgte», den russische» Wünschen entsprechenden cndgiltigen Siegelung der Frage der bulgarischen Osfizieremigranlen in Zu- sannnenhang gebracht." In diesem Zusannneuhange ist die folgende Meldung des„Pest. Ll." aus Sofia von hohem Jnleresse, ivonach die Rückkehr der emigrirten Osfizicre nun entschiede» sei. Sloilow selbst habe diese Thalsache den Abgeordneten angekündigt und dabei eine gewisse Genugthuung ausgedrückt, die jedoch schwerlich ans- richtig gewesen sein dürste, denn wenn auch der Fürst und die Sie- gierung, an ihr Versprechen gebunden, nicht genug Widerstaudskrast gehabt hüllen, so ist doch nicht zu glauben, daß sie anders wie mit peinlichster Bitterkeit zustiinmlen, den Verrath a» dem F n r st e n n a ch e l f I a h r e n f ö r m l i ch zu p r ä m i i r e».— *» « Teutsches Reich. — Herr v. B ü l o w, der Staalssekretär des Auswärtigen Amtes, hat den Rothe» Adlerorden erster Klasse erhalte». Der Herr Minister hat also seinen„Platz i» der Sonne" gesunde». Er ist der gefeierte Mann des Tages, und die ihm jetzt Lobhyinne» singen, vergesse» gänzlich, daß wenn er in China Erfolge erreicht hat. es sein Vorgänger gewesen ist, der die weit schwierigere Vorarbeit ge- leistet hat.— — Die Landtagssession rückt heran und damit auch die Klage» über die Unterdrückung der Polen und die Beschwerden über den ivlangcl an Parität i» Preußen zu Ungunsten der Kalholiken. Neber das letztere Thema ist soeben eine zentrums- ossiziöse Denkschrist„Die Parität in Preußen" in Köln bei I. P. Bachem erschiene».— — Die eben veröffentlichte Branntweinsteuer» Novelle der Regierung ist bei der agrarische» Strömung im Zentrum und unter de» Nalionalliberaleu wohl einer parlamentarischen Mehrheit sicher. Ohne eine eindringliche Kritik der ganze» K o» t i» g e» t i r u n g s p o l i t i k wird sie jedoch kaum in den buudesräihlichen Heimalhshafen zurückkehren. Die Kontingenliruug soll bekanntlich de» Brennern eine Liebesgabe zuwenden, indem zwar aller Trinkspiritns(um diesen handelt es sich im folgende» allein) n»i 70 M. pro Hekioliter ver- lheucrt, das Kontingent jeder Brennerei aber nur mit ö0M. belastet wird. Eine Einnahmt in der Preissteigerung um 70 M., eine Aus- läge in der wirkliche» Steuer von nur 50 M., das ergiebt eben die L0 Mark LiebeSgabc, die sich bei dem bisherigen Gesammtkonlingenl von rund 2 Millionen Hektolitern auf rund 40 Millionen an- sununeii,— Das Interesse der Brenner ist natürlich ans«in möglichst hohes Gcsa>nu»ronlingcnt gerichtet, doch mit einer Einschränkung: würde das Kontingent größer wie der ganze Absatz, so würde der Konsum keinen einzigen Liier 70er Spiritus brauchen, die Breuner inüßlen sogar froh sein, ihren überschüssigen över Branntwein loszuwerden, der Preis würde sich also auch gar nickst um 7V, sondern lediglich um 50 Mark erhöhen— die Liebes- gäbe wäre a u ß e r W i r k u n g gesetzt. Beim Fortbestand des alten Gesetzes läge diese Möglichkeit gar nicht so ferne. Das periodisch neu fest- zusetzende Kontingent hat danach nämlich immer der letzten V o l k s z ä h l u ii g S z i f f e r zu folgen, es wächst also ziemlich rasch. Der SchnapSkonsum gehl jedoch relativ, aus den Kopf der Bevölkerung veribeilt, zurück. Der Zeitpunkt rückt somit immer näher, wo die Stcuerdisserenjirnng versagt, weil kein 70er Spiritus mehr verlangt»nd bezahlt wird. Vom nächsten Oktober ILSS ab wäre z. B.(nach der Volkszahl von I8SS) das Gesammlkvnlingent auf 3 352 886 Hektoliter reinen Alkohol z» berechnen, der höchste Konsum hat indrß in den letzten Jahre» 2 260 340 Hektoliter betragen. Welche Ironie: bliebe das alle Gesetz, so fiele die Liebesgabe, und die Sozialdemokratie kann leicht in die Lage kommen, die am meisten bekämpfte Bestimmung der Braiinlwcinsteuer-Ordnung ver« I heidigen zu müssen! Der Ausweg, den die Brenner wünschen und dem die Re- gierung folgt, ist einfach. Das Kontingent soll nach dem wirklichen jährlichen Gesammt verbrauch der letzten süns Jahre berechnet werden. Da trotz des rclaliven Rückganges noch immer eine absolute Vermehrniig deS Schiiapskonsiims zu verzeichneii war, so hofft man, daß auch in Znknnst der neue Verbrauch immer wieder den Durch- schnitt des alten Verbrauchs— eben das jetzt verlangte Gesammt- kontingent— überholen wird. Vom Standpunkte der Brenner ist das alles, wie man sieht, ganz folgerichtig: möglichst Hohrs Kontingent, aber nicht so hoch, daß die Liebesgabe illusorisch wird. ?lber die R e i ch s s i ii a uz e n? Ihre Interessen laufen doch gerade entgegengesetzt, selbst wenn man die Liebesgaben nicht ganz beseitigen; will: möglichst viele Helloliler mit 70 Mark Steuer, «Hb möglichst wenige mit 50 SDt., Festsetzung eines möglichst Neinen Brnchlheüs der Gcsaniintproduktion als stcnerbegiiiistigtes Kontin« gent! Doch was bat das Reich zil bedeuten, wenn die Sonder- intcressen der Ostelbier in Frage kommen? Vielleicht wird man uns sogar zu beweise» suche», daß die Schnapsbrenner sich ein Recht ans eine mit der Bevölkerung steigende Liebesgabe erworben hätlen, und daß daher der vorliegende Eniwurs ihnen eigentlich Opfer aufbürde! — Zur Durchführung des neuen Handwerker- Gesetzes. Das Reichsamt des Inner» hat die Entwürfe z» Rorinalsatziingen für freie und ZwangSinnungen den Bundes- regiernnge» zugehen lassen. Das sächsische Ministerium des Innern hat bereits je ein Exemplar dieser vorläufig festgestellte» Entwürfe den Vorsitzenden der fünf sächsischen Gewerbekammern zu Dresden, Leipzig, Chemnitz, Plauen i. V. und Zittau zur Kenntnißnahme mit dein Anheimgeben zugehen lassen, elivaige gegen die Fassung der Entwürfe zu erhebende wesentliche Bedenken spätestens bis zum 14. Januar d. I. dein Ministerium zur Kenntniß zu bringen.— — Der konservative Parteitag, der in DreSden ab- gehalten werden soll, ist vom LS. Januar aus den L. Februar ver- schoben worden.— — Der rothe Crem er. der früher« Parteigänger des spanische» Thronprälendenten Don Carlos, der nachher von Windt- Horst zu Stöcker übergegangen ist und konservativer Landtags- Abgeordneter sür Teltow- Beeskow geworden war, ist gestern 57 Jahre alt gestorben. Seit 1893 nicht mehr parlamentarisch thälig, war er schon bei Lebzeiten trotz seiner sehr bewegten Ver- gangenhcit fast völlig vergessen.— — Die Landwirthschaftskamrnern sollen nach einer Verfügung des Landwirthschastsministers Vertreter(Bezirks-Beirnthe) zu den Beralhunge» der Generalkornmissionen über R e n t e» g u t s- fachen wähle». Di« Generalkommissionen werden davon nicht be- sonders erbaut sein. Entweder werden sie vielfach mit Beiräthen zu lhun bekommen, die als Verkäufer zu parzellirender Güter Sonder- interesse» verfolgen, oder auch mit Gegnern des ganzen Aiisiedlungs- Verfahrens, die unter den Großgrundbesitzern wegen der Furcht vor selbständigen Bauerngenieinden und sonstigen unbequemen Nachbar» noch immer nicht selten sind. Selbst nationalliberale Blätter finden es richtiger, den Generalkornmissionen in der Auswahl freie Hand zu lassen.— — Ueber die heute mehr denn je dringliche Reorganisation der Berliner Polizei wird offiziös in de»„Berk. Polit. Nachr." geschrieben: Mit der Reorganisation der Berliner Kriminalpolizei soll im nächste» Jahre der Anfang gemacht werden. Es handelt sich dabei insbesondere darum, den Revieren außer de» Kriminal- schutzlenten auch in der Person von Kriminalwachtmcistern lange erprobte und im Kriminalsach gründlich erfahrene Beamte zu» zuordnen. Der nächste Etat wird nur die Forderung für einen Theil der betreffenden Stellen enthalten könne», weil es nicht ans eine schema- tische Durchführung der Reorganisation, sondern vor allem darauf ankommt, die neu zu errichtenden Stellen so gut als irgend möglich zu besetzen. Dieses Ziel läßt sich aber nur dann erreichen, wenn »na», wie es beabsichtigt wird, die Durchführung der Maßregel auf mehrere Jahre vertheilt." Die politische Polizei ist in der offiziösen Erörterung mit keinem Wort« erwähnt. Sie befriedigt also trotz alledem die Austrag- geber.— — Ueber de» Mißerfolg der neuen Börsen- Gesetzgebung änßert sich die Hamburger Handelskammer in ihrem letzten Jahresbericht folgendermaße»: „Das Verbot des„börfenmäßigen Terminhandels"— von dein noch immer niemand anzugeben weiß, was er eigentlich ist— i» Getreide und Mühlenfabrikaten, von dem die Agrarier die Be- freiling von dem Druck erwarteten, den die verderbliche Börse ans die Landwirthschaft ausgeübt habe» sollte, hat den Handel zur Aufstellung neuer Geschäftsgrundlagen gezwungen, die wsniger klar und zweckmäßig als die früheren sind, bei denen durch feste Usance» Rechte und Pflichten der Kontrahenten eingehend ge- regelt waren; namentlich aber hat dieses Verbot die deitlsche Laiidwirthschaft verhindert, die g ü» st i g e N o n j u n k t n r in diesem Herbst voll ailsz»nutzen, sodaß selbst manche frühere Besürivorter dieser Maßregel an ihrer Richtigkeit schon zweifelhast geworden sind.... Die Land- wirlhschaft hat die Erträgnisse ihrer im allgemeinen gute» Ernte zu Preisen verwerthe» können, welche infolge der ungünstige» Ernten Frankreichs, Oesterreich- Ungarns, Nnmäntens und zun» theil auch Rußlands eine unerivarlete Höhe erreicht habe», wenn- gleich die Zerstörung der gewohnten Einrichtungen des Getreide- Handels die volle Ausnutzung dieser selten günstigen Sachlage ver- hindert hat." Auch über den gegenwärtigen Stand der Doppel währungS- Frage änßert fich die Handelskammer. Sie schreibt: „Ein großer Anlauf zu gunsten deS Silbers wurde in diesem Jahre von den Vereinigte» Staaten»»ternommen. Sie schickten z» diesem Zivecke Spezialgesandte nach Europa, die in Frankreich günstige Anfnahui« fanden... Von der englischen Regierung Dks Vevltttvv Volizeipviifidium und AZvvv v. Tttufch. Hinter verschlossenen Thüren fvielte sich der letzte Akt der Tragikomödie ab, die nnter dem Name» T a u sch. P r o z e ß so lange das öffentliche Interesse beschäftigt hat»nd eine solche Fülle von Schmutz, Charakterlosigkeit und Korruption enthüllt hak. daß man hätte glauben sollen, dieses im Tansch-Prozeß gerichtete System müsse nnter dieser Schlarninflulh ersticke»! Bankrott der politischen Polizei— das war nach Auffassung zweier bürgerlicher Rechtsanwälte das Endergebniß des Prozesses Tausch gewesen! Was ist aber das wirkliche Ergebniß? Bo» der Anklage des Meineides war v. Tausch bereit? von den Geschworenen freigesprochen! Vom Staatsanwalt aber wie vom Gerichtspräsident war das Treiben des PolizeikommissarS als skandalös, höchst taktlos lind unverantwortlich gekennzeichnet worden. Nunmehr hat auch die von Amtsivegen ein- geleitete D i S z i p l i n a r- U n t e r f u ch n» g ihr Ende gefunden mit einer formalen Verurtheiltlng des v. Tausch, die zwar in scharfen Worten anZklingt. von weiten Schichten der Bevölkerung aber alS thalsächliche Freisprechung auf- gefaßt werden wird. WaS lag der DiSziplinar-Untersuchung zu gründe? Einmal die H a u s s u ch u n g s k o IN ö d i e bei feinem Ver- tränte» v. Liitzow, diesem herabgekommenen Offizier, der für alle möglichen Behörde» Spitzeldienste leistete, in der Verhandlung freilich anSdrückltch erklärte: die ehrlosesten und schimpflichsten Aufträge seien ihm nicht von der Polizei ertheilt morde», obgleich er auch dort zu B r i e f f ä l s ch u n g e n benutzt und sogar zum Diebstahl verleitet worden sei. Was mag dieser Edelmann sich erst unter dem Superlativ„ehrlosest" und„schimpflichst" vor- stellen? v. Tausch hat bekanntlich den amtlichen Auftrag zur HanS- fuchnng an feine Untergebene» mit den Worten begleitet: ,F i» d e n werden Sie nichts!!" Und Wachtmeister Beck fand denn auch wirklich nichts, da er die ganze Haussuchung sür«ine Komödie ansah, was de» Staatsanwalt freilich zu dem scharfen Urtheit ver« anlaßt«: er glaube ganz und gar nicht, daß Wachtmeister Beck sein« Pflicht hierbei gethau habe. Viele Woche» später fand der Herr Oberstaatsanwalt denn auch noch einen ganze» Korb voll des be- lastendsten Materials! Und nach der Verhaftung gab Herr o. Tausch, aus reiner Humanität, dem Leibspitzcl noch 10 M. Tafchengeld! wurde den Vertretern der Vereinigten Staaten und Frank- reichs erklärt, daß nach einstimmiger Ansicht sämmtlicher Minister die englischen Münzen niemals sür die unbe- schränkte Silberprägnug freigegeben werden könnten und daß die indische Regierung auch von der Wiedereröffnung der dortige» Münzen für die freie Silberprägnug entschiede» ab- rathe, vielmehr der Ansicht sei, daß Indien sein Währungssystem demjenige» Großbritanniens anpassen müsse, welcher Ansicht die britische Regierung zustimme. Nach dieser Autwort gaben die amerikanische» Delegirte» den beabsichtigten Besuch in Deutsch- land ans, und es darf mit diesem Versuche dieFrage der Wiedereinführung des Bimetallismus als praktisch erledigt angesehen werden, wenngleich seine Vertreter wohl nicht aushören werden, der Welt zu ver- künden, daß die Entwerthung des Silbers au alle» wirthschaft- liche» Schäden die Schuld trage." —„Fortschritte" der Waffentechnik. Mit dem Selbstladepistol, vor dessen Einführung alle Staaten gegen- wärtig stehe», hat der bekannte Kriegschirurg Prof. v. Bruns i» Tübingen jetzt zuerst methodische Schießversuche angestellt, über deren Ergebniß er iu den„Beiträgen zur klinischen Chirurgie" berichtet. Die Versuche wurden ans Tannenholz, auf Eisen- platten, auf ein lebende» Pferd(!), sowie aus menschliche Leichentheile angestellt, und zwar ans 10, 20, 50, 100, 200 und 300 Meter Entfernung. Zunächst konnte hierbei festgestellt werden, daß zwischen den Schußivirkungen am todten und lebenden Material ein wesentlicher Iluterschied kaum»achzuweisen ist. Die Haut-Ein- und Ansschußösfnuug ist 5—7 Millimeter groß und nimmt mit zunehmender Entfernung ab, der Ausschuß ist in der Regel etwas größer als der Einschuß. Die Wirkung des Geschosses auf Melange» Röhrenknoche» war genau entsprechend der des Jufauterie- gewehres M. 83 von 1000— 2000 Meter. Der Knochen war stets zer- splittert, da» Geschoß blieb nie stecke». Die Einschußstrecke bildete stets einen glatten Kanal ohne Zertrümmerungshöble vor dem Knochen und ohne eingesprengte Knochenpartikel. Bei Schädelschüssen war in 10 Meter noch Sprengwirkung vorhanden, d. h. Splitterung des Schädeldaches, wie bei 1000 Meter mit dem Jnfanteriegewehr, nahm aber dann ab bis auf 50 Meter. Was die Durchschlagskrast an- betrifft, so durchschlug das Geschoß auf 10 und 50 Meter zweimal de» Rumpf und blieb erst im dritten stecken; es durchbohrte Tannen. holz in 32 Centimeter Dicke, sowie 3 Eiseuplatteu von 2 Millimetern Dicke. Das Gesammtergebniß seiner Versuche faßt Professor v. Bruns dahin zusammen, daß, wie der Armeerevolver eine ganz unsichere, geradezu zeitwidrige Kriegsivaffe sei, der Selbst- lader sich als„eine über alle? Erwarte» leistungsfähige Präzisions- ivaffe von großer Treffsicherheit und gewalliger Durchschlagskraft" erweise.— — Schiffsbauten. Nach der„Hambnrgischen Börsenhalle" hat die„Hambitrg-Anierika-Liuie" mit der Werst von Blohm und Boß einen Abschluß gemacht, wie er in solchem Umfange bisher dem hamburgischen Schiffsbau kaum zu theil geworden ist. Sie bestellte ein Schiff in der Größe der„Pretoria" und der „Pennsylvania" mit erheblich vergrößerten Einrichtungen für die Be- förderung von Passagieren erster jtlasse; ferner übertrug die Gc- sellschast der genannten Werft de» Amt von zwei Dampfern, welche je 500 Fuß lang, 60 Fuß breit und 40 Fuß tief sind. Die Schiffe erhalten eine vorzügliche Einrichtung und werden mit Rücksicht aus besondere Erfordernisse der oft asiatischen Fahrt koustrnirt. Mit diesen neuen Aufträgen hat die genannte Werft sür die Hanibnrg-Amerika-Linie nicht weniger als sieben große trans- atlantische Dampfer im Bau.— — Marx-Tödten und Flottenbegeistern, das ziert den strebsamen deutschen Privatdozenten! Der Marx-Tödter v. Wenkftern hat soeben eine Broschüre unter dein Titel „Theoretische Begründung der Notbweudigkeit einer starken deutsche» Flotte und eines Systems von deutschen Flotteustationen" erscheinen lassen.— Miiuchc», 6. Januar. Um daS Kundsthandwerk zu fördern und um insbesondere seine würdige Vertretung bei der Pariser Welt- ausstellung im Jahre 1900 zu unterstützen, hat sich hier ein ständiger Ausschuß für Kunst im Handwerk gebildet, welcher einer- seits eine Anskuuftstelle für alle Fragen des Knusthandwerks errichtet hat, andererseits die Gründung einer Gesellschaft mit be- schränkter Haftung nnter dem Name»„Vereinigte Werkstätten sür Kunst»nd Handwerk" mit dem Sitze in München beabsichtigt. Diese letzlere Gesellschaft will den Künstlern und Handwerkern die Aus- führung ihrer Entwürfe sichern und deren Vertrieb besorgen. DaS Kapital soll zunächst 100 000 M. betragen und bei entsprechender Belheilignng bald erhöht werden. Die einzelnen Gesellschafter haben 500 M. zu zeichne».— — Der Kammer der bayerischen ReichSräthe liegt ein Antrag vor, die von der Kammer der Abgeordneten ge- nehmigten Mittel zur allmäligen Ablösung der Vodenzinse um ei» Beträchtliches zu erhöhe».— tili« Bade», 5. Januar.(Sig. Ber.) Zum dritten Mal« wird in Lörrach-Land, und zwar am 14. dS. Mts. gewählt werden. So wenigstens meldet die von Karlsruber fchriftstellernden Ministerial- räthen immer gut bediente„Straßburger Post". Damit will die Regierung offenbar einem neue» Kannnerskandal, durch den die Ferner spielte inr Disziplinarverfahren die sehr dunkle Geschichte der Kukulsch'schen Q u i 1 1 u n g s- F ä l s ch u n g— wohl das schmutzigste Kapitel tm ganzen Prozeß! Unter seinem Eide erklärte v. Tausch, ihm sei die Quittung von allein Anfang an verdächtig gewesen, in feinem amtlichen Bericht an seine Vorgesetzten sagt er hiervon nicht nur kein Wort, fonder» betont, nachdem er über die Lügenhaftigkeit und Vertranensunivürdigkeit des Liitzow längst unterrichtet war, sogar ausdrücklich, daß diesem eine Unwahrheit bisher nicht zur Last gelegt werden könne! Und er schiveigt sogar noch in der Verhandlung nach der erschütternden Szene des grnndlos der Unebrlichkett»nd des Meineides geziehenen Kukutsch zu gunsten des Fälschers Liitzow. v. Tausch steht mit den Spitzeln auf dein vertrautesten Fuße; er, der ehrenwerthe Beamte, der hochgestellt« Kriininaikoniinissar, benutzt seine ehrlosen Agenten sogar alS P»»> p- A n w ä l t«, Lützoiv und Nor»ia»n-Schnil>ann»mffen ihm Geldmäuner besorge». um in seiiien Wechselnölhen ihm augenblickliche Erholuiig'zu schaffe». Aber nicht dlos seine ihm«»lerstellten u n s a n b« r st e» Agenten benutzt er zu finanziellen Schlepperdienste». der Herr Krimiimlkomniissar p u m p t sogar die ihm amtlich zur Ueber- wachung übergebenen Opfer an, z. B. den früheren gatizische» „jüdischen Literaten" und»unmehr b!S in die Knochen katsertren, deutsch und patriotisch gesinnte» Offiziosiis E ch w e in b n r g. der für sein« Beschin>pfn»g der Sozialdemokraten von d«n Unternehmer» jährlich mit 16 000 M. bezahlt wird. Und mitten in der Verhandlung, in welcher v. Tausch sich über daS Würdelose dieser Anpuinperei immer noch nicht klar ist, sonder» stets darüber sich inoqnirt, daß Schweinbnrg nur einen Wechsel eingelöst, den zweiten aber immer noch nicht herausgegeben habe, so daß der Präsident ihn entrüstet rügen imib:„Sie nehme» von thm das Geld, nachher verfolgen Sie ihn", brach v. Tausch offen das Gebot der Amtsverschwiegenheit, indem er dem Schiveiuburg entgegenhielt, daß er ja auch heute noch polizeilich überwacht würde. Aber Herr Schweinbnrg ist nicht das einzig« Opfer; wie ihn bettelte v. Tausch auch Herr» Levysohn vom„Berl.Tageblatl" an— und auch hier posirt er Mit de», ganzen Bettelstolz des herunter- gekommene» Adeligen, daß«r von ihm p e r f ö» l i ch ja nichts bekommen habe. DaS Anpumpen aber vertrug sich nicht nur mit seiner ArntZehre, sondern anch mit seiner antisemitischen Gesinnung! Vielleicht ist'S anch deshalb(nämlich daß er von Levysohn persönlich nichts bekommen hat), daß die „Gtaatsbüraer-Zeitung" v»n heut« Herrn v. Trnifch bereits ein„fröhliches Willkommen!" zuruft, indem st«— freilich ste allein— schreibt:„Nachdem im Tansch-Prozeß alle jene Verdachts- Momente zerflossen waren, mit denen der Herr Staatssekretär neueste Eisenlohriads gebührend an den Pranger gestellt würde, zuvorkommen. Die umgestoßene Wahl von 18 Wahl- männern in Grötzingen wird am 7. ds. Mts. noch einmal staltfinden. Den Ausschlag zu gunsten des Demokraten Vorderer gegen den Konservativen Kirchenbauer werden dort unsere Genyssen geben, welche bei der erste» Wahl nicht geschlossen gegen den kon- servaliven Kandidaten stimmten, sondern theilweise überhaupt nicht wählten resp. weiße Zettel abgaben. In der Frage der sogen. Eisenbahngeineinschaft mit Preußen scheint im Lande nnter allen Parteien volle Einmüthigleit zu herrschen. Nun hat sich auch die Budgetkommissivn der ersten Kaminer gegen jede derartige Genieinschaft ausgesprochen. Sie würde in der Schmälerung der Autonomie Badens aus dem Gebiete de? Eisenbahnivesens eine bedenkliche Gefahr für die wirth- schaftliche und politische Selbständigteit Badens erblicken. Mit dieser Ansicht ist zugleich wegen etwaiger Verhandlungen betreffs der Main-Neckarbahn ei» Vertrauensvotiin, sür die Regierung, beziv. den Eisenbahnminister v. Brauer verbunden. Daß bisher keinerlei Verhandlniige» bezüglich einer Eriverbung der Main-Neckarbahn oder in betreff der badischen StaatSbahnen stattgesiinden haben, wird auch iu dem bezüglichen Budgetbericht als Thatsache an« genommen.— Nngqr». Budapest, 5. Januar. Der ehemalige ReichstagS-Abgeordnete Gabriel Ugron, der während der letzten Reichstagswahlen kein Mandat erhielt, trotzdem aber der Chef einer Fraktion der Unadhängigkeits- vartei geblieben ist, richtete an den Reichslags-Abgeordnelen Nikolans Barta ei» Schreiben, in welchem er erklär!, daß er sich definitiv und vollständig vom politischen Leben zurückzieht. Veranlassung zn diese». Schrille biete ihm die Wahrnehmung, daß das ungarische Volk moralisch so verdorben sei, daß es zur konstitutionelle» Er- kämpfung der Unabhängigkeit nicht mehr befähigt sei. Mau spricht davon, daß sich in de» Reihen der Uuabhängigkeits- parte,»ach diesem Schreiben mancherlei Aenderunge» vorbereite». Die Partei mit den radikale» Phrasen, der unduldsamen ultra- nationalen Politik, der Käuflichkeit ihrer Abgeorduele» und de», volksfeindlichen Treiben ist längst in Zerfall. Würde Herr Ugron dies ttumiilhig eingestehen, statt von der moralische» Verderblheit des ungarische» Volkes, de», er und die Seinige» stets fernstände», zn sprechen, so könnte ma» Herrn Ugron's Rücktritt vom politischen Leben wohl begreifen können.— Frankreich. PariS, 6. Januar. Der„Temps" veröffentlicht«in Schreiben de? Senalors S ch e u r e r- K e st n e r, in welchem derselbe gegenüber anderslaiilenden Gerüchte»«rtlärt, er widme unentwegt feine ganze Kraft der Verlheidigung der Unschuld des frühereu Haiiptmauw's D r e y f u s und warte ruhig die unvermeidliche, gerechte Sühne ab.— Bekgieii. — Paul Ja» so«, der Führer der Progressisten, schlägt den Radikalen und Sozialisten sür die komineuden Wahle» eine Allianz vor gegen die klerikal-konservalive Regierung. Als Wahlparole svllr» aufgestellt werde» die Forderungen: Abschaffung de- Plural-Wahl- syfteuis, Einführung der Proportioualwahl, Bersicherung der Arbeiter gegen Unfall, Invalidität und Aller, Resorm der Steuern und des Militärsystems.— Spanien. — Don Carlo?, der ewige Thronprätendent, soll wieder einmal seine„Rechte" auf de» spanischen Thron seinem Sohne Don Imme abgetreten haben.— Serbien. Belgrad, 6. Januar. Das Amtsblatt veröffentlicht einen kgl. Ukas beiresfmd die Reorganisation der Leitung deS aktiven Heeres; danach ist König Milan zu», Kommandante» des aktiven Heeres und General Z. Markowitsch zu», Geueralslabschef ernannt worden. Die Skupschtina ist zu», 11. Februar«inberusen, zugleich aber bis zu», 6. Juli verlagt worden. Diese beide» Nachrichten charakterisiren die Situation in Serbien: Regieren ohne Parlament, Allmacht Mllan'S, dessen freiwillige Ver- bannung daS serbische Volk mit Millionen vergeblich erkanst hat.— Griechenland. — Heeresreform. Aus Athen wird der„Intern. Corr." geschrieben: Die Berufung des Generals v. Waldkampf, sowie einiger anderer österreichischer Ofstziere,»in die Nenorgani- satio» des griechischen Heeres durchzuführen, wird in den Regiernngs- kreisen als beschlossene Sache bezeichnet. ES ist hierzu nur noch ein Beschluß der Abgeordnelenkammer erforderlich, welche zugleich die »oihwendige» Geldiniiiel hierfür bewilligen muß; die Annahm« des Antrages ist jedoch durch vertraulich« Besprechungen mit den Partei- führer» bereits sichergestellt. Zugleich verlangt der Kriegsminister Smolenski bedeutende Bewilligungen für Nenbewaffnnng und Neu- betleidnng des HeereS. An stelle der veralteten Graffer- Gewehre dürste das österreichische Mannlichergewehr«ingeführt werden, mit welchem gegenwärtig»eben Mausergewehre» der Firma Löwe in Alhen Probeschießen abgehalten wird. Bezüglich der AuS« rüstung ist die Einführung d«S graue» Mantel?, d«S Tornister? und für einzelne Truppentheile des Helmes in AnSsichl geiiomm,», und solle» die Nenbeschaffungeu einschließlich der Gewehr« bi? April durchgeführt fein.— v. Marschall im Leckerl-Lützow-Prozeh aufgetreten war. war«in anderer Ausgang des(Disziplinar-) Prozesses lau», zu erwarten"— als eben dieser auch von ihr anscheinend als Freisprechung und Rehabilitirung aufgefaßte. Herr Kriminalkommissar v. Tausch benutzte seine Agenten aber nicht blo? als Geldvermittler und Wechselschlepper, sondern a»ch als Posaunisten seineS RnhmeS. In der LandeSverrathS-Unter- suchung v. Schoren gicbt er Lützow Millheilnnge» und bemerki a»S- drücklich: er soll« lb»(den Herrn Kommissar) herausstreichen; »nd Herr Lützoiv veröffentlicht die Notiz pflichlschntvigst im„Lokal- Anzeiger", worüber Herr v. Tausch freilich erschrickt, weit man auf der Polizei alles erfahre, was in,„Lokal-Anzeiger" vor sich gehe; ein andereS Blalt wäre ihm also lieber gewesen. lind iveilcr diente» de», Herr» Polizeikommissar diese Subjekte anch als Auditorinin»nd Kolporteure zur öffentlichen Hernnler« setzung seiner Amtskollege». Lützow undviormann-Schiimann sollen „ordentlich über die politische Polizei in den Reich?- lande» herziehen," gegen seinen Kollege» Zahn i» Etraßburg, der an seiner Sicll« die Leitung der Manöver-Polizei erhallen halte. Und gegenüber Gingold-Slärck»nd Lützow höhnt er über Kriminal- kommissar Bösel,„den höchst NN geschickten" Anarchisten-Riectier, der für das Kosch«ma>u»Atl«»tat absolut einen politische» Hinter- grund such«; er ulkt über dessen„Reinfällt" in London»nd in Berlin(im LattdeS-AusflellungSgebäude) und er spricht solch' elenden Subjekte» gegenüber sogar den Verdacht über seinen Kollegen Bösel auS, dieser sei ärgerlich gewesen, daß in Belgien und Frank- reich die anarchistische Gefahr so ernst genommen worden sei—„es sei eben die Zeit der Z a r e„ r e, s e gewesen l"—, nicht aber i» Deutschland; die Lützow und Konsorten sollten daher anläßlich der Koschemann-Affäre in diesem Sinne in die Blätter schreiben! Aber nicht blos über seine Kollegen vo» der politischen Polizei, sondern anch über die Regierung, besonder? über de» zweithöchsten Beamten des Reiches räsonnirle dieser preußische Mnsterbeamte zu keinen Agenten t» der schnoddrigsten Weise: er beehrte thn mit der respektvolle» Bezeichnung: Waschlappen! DaS ist aber noch nicht alles! Nach der Behauptung Lützow'S und noch mehr nach dem e i b- l i ch e>, Zeugnisse des allgemein, vom Gericht, Staatsanwalt und sogar vo» den eigene» Vertheidigen, des v. Tausch alt in jeder Richtung durchaus glaubivüldige» Joimialisteii Krämer rühmte sich der zur persönliche» Ueberwachnng des Kaisers in besonderem Vertraue» berangezogene Kriminalkommissar, daß er den Kaiser mit einen, Netze v o n S p i o n e n umgebe,, habe und jedes, auch italienisch gesprochene Wort hinterbracht erhalte, er erzählt die alarmirendsten Millheilungen über angeblich schweres Ohren- leid«» des Kaisers, flunkert von Operationen— alles nach Auf« Athen, 5. Januar. Die Kammer ist auf den S. Januar einbaufen; in dieser Eitzung wird der Finanzniinister das Budget für I8S8 vorlege». Der„Slsty" zufolge hat die inter- nationale Koininissiou den Elaats-Budget-Entivurf für die fiins Jahre bis 1902 festgestellt. Danach sind für 1893 die Ausgaben auf kl Millionen, die Einnahmen auf 7b Millionen Drachme» veranschlagt, für 1902 die Ausgaben auf 8k Millionen, die Ein- nahmen auf 102 Millionen. Diese Budgets werden von der Kommissto» lediglich vorschlagSiveise dem Finanz« minister unterbreitet; in demselben Sinne werden von der Kommission »-»schieden« Maßregeln bezüglich der Veranschlagung und E> Hebung der Steuern empfohlen. Die Arbeiten der Kommission sind fast beendet. Der Kriegsminister General S m o l e n S k i hat an die Ober- Befehlshaber der Almeekorps«in Rundschreiben erlafsen, in welchem er den Offiziere» unter Androhung der schwersten Disziplinarstrafe» jede Theilnahme an geheimen Gesellschasten, wie die»Ethnike Helairia", verbietet.— Asien. Kalkutta, 6. Januar. General Deatman-Biggs ist in Peschawar an den Folgen der Beschwerde» des Grenzseldzuges gestorben.— Afrika. — D i e vorglinge im Sudan. Da? Toulouser Blatt „Tslsgranuiie" veröffentlicht den Brief eines Mitgliedes der Ex- vedilio» Marchand, welcher vom 1. August v. I. aus Mbima datirt ist, einem Orte an einem Nebenflusse des Uelle unter dem K Grad nördlicher Breite nnd dem 24. Grad östlicher Läng« gelegen. In dem Briefe wird die Hoffnung ausgesprochen, die Expedition werde binnen einiger Tage das Nilbecken und sodann F a s ch o d a erreichen, von wo aus die mitgebrachten Dampfboole benutzt werden sollten. Schließlich solle krast eines mit Menelik abgeschloffenen Vertrages Abessynien durchquert werden, um nach Dschibuti zu gelangen. Wie die„Times' ans K a s s a l a melden, sind dort am 4. Januar Kap tan Mc Kerrell mit 100 Kameelreitern und Sidi Ali mit über 400 Mann von Suakin über Khorbaraka nach 14tägigem Marsche eingetroffen. Alis Malta wird telegraphirt: Der Gesetzgebende Rath von Malta hat sich, um eine Verstärkung der egyptischen Regimenter zu beschaffen, neuerdings erboten, 1000 Malteser zum Militärdienste zu stellen.-- Amerika. Washington, 5. Januar. Teller hat im Senat eine Resolution eingchiacht, nach welcher Kapital und Zinsen von Bonds der Vereinigten Staaten je nach Belieben der Regierung in Silber zu zahlen sind. Die Regierung der Vereinigten Staaten wird sich wohl hüten, in dieser Weise ihren Kredit zu untergraben.— Vttvkei-'AachiVirhken« Reichstags- Kandidaturen. Im Regierungsbezirk Kassel sind nun sämmtliche acht Kreise mit Kandidaten unserer Partei besetzt. Aufgestellt wurde im 1. Wahlkreis Rinteln- HofgeiS in ar-Wolfhage n: Zigarrenhändler Gustav Garbe ans Kassel; im 2. Wahlkreis Kassel-Melsungen: Redakteur Karl Thiel auS Kassel; im 8. Wahlkreis Fritzlar-Ziegen- Hain: Kasstrer August Jordan aus Kassel; im 4. Wahlkreis Eschwege-Echmalkalden: Zigarrenmacher Wilhelm Hugo anS Eschwege; im b. Wahlkreis Marburg-Frankenberg: Redakteur Paul John aus Kassel; im ö. Wahlkreis H e r s f e l d- Rotenburg: Redakteur Paul John aus Kassel; im 7. Wahlkreis ulda-Echlüchteru: Parteisekretär Wilhelm Pfannkuch ans erlin; im S. Wahlkreis Hanau-Gelnhausen-Orb: Buch- Händler Gustav Hoch auS Hanau. Im Fürftenthum Waldeck• Pyrmont kandidirt der Schreiner Ludwig Dettmering au» Kassel. Im Regier u n gSbezirkOstpeln sind ebenfalls für alle Kreise sozialdemokratische Kandidaten aufgestellt. Die Namen sder Kreise und Kandidaten sind: 1. Kreuzburg-Rosenberg: Tischler Krzeminiecki aus Breslau; 2. Oppeln: Weber W. Recker ans Neustadt O./S.; 3, Gr. Etrehlitz-Kosel: Weber Adolf Hirschmeyer ans Neustadt O./S.; 4. Lublinitz-Tost-Glei- i» i tz: Dr. Winter aus Königshütt«; V. B e u t h e n« T a r n o w i tz: Bergarbeiter H. Sachße aus Zwickau i. S.; K. K a t t o w i tz- Zabrz«: Redakteur Fr. MorawSki aus Berlin; 7. Pleß- R y b n i k: Redakteur Fr. Morawski auS Berlin; 8. Ratibor: August Bebel aus Berlin; S. Leobfchütz: Weber Franz Habel ans Löwih: 10. Neustadt O./S.: Former O. Schütz auS Breslau; Ii. Faltenberg-Srottkau: August Bebel auS Berlin; 12. N e i s s e: August Bebel aus Berlin. Polizeiliche», Gerichtliche» it. — Da» Reichsgericht verwarf die Revision de» Partei- genossen Karl Wind hoff, früherem verantwortlichem Redakteur der„Niederrheinischen VolkStribüne", der von der Düsseldorfer Straf- kammer wegen Beleidigung eines Fabrikanten zu 3 Monaten Ge« fängniß verurtheilt ist. fassung deS Zeugen in der Absicht, daß diese Nachrichten in die Presse gelangen sollen; er informirt diese Leute mit Nachrichten über Personalveränderungen in den höchsten Regierungs- und Hofchargen, angeblich um diePläne des Kaisers zu k o n t r e k a r r i r e n. weil der Kaiser stclS auf solche öffentliche Indiskretionen im negativen Sinne reagire. Ja noch mehr und für den mit dem persönlichen Sicherheitsdienst des Kaisers betrauten Beamten besonders bezeichnend; er giebt Krämer und Lützow über den Kaiser und die Kaiserin Friedrich, über deren Gespräche anläßlich der Eni- fendung deS Flügel-Adjutanten Mollke mit der Flasche Stelnberger Kabinet zu Bismarck am 24. Januar 1893 eine solch' ungeheuerliche nnd unglaubliche Darstellung, daß Präsident, Staatsanwaltschaft und Bcrlheidjgung von ihrer Wiedergabe und Erörierung im Tausch- Prozesse absahen, während sie doch wohl im Disziplinar-Verfahren zur ausgiebigen Erörterung gekommen sein wird. Und wie lautet nun nach diesen, alletn aus der öffentlichen Ver- Handlung bekannt gewordenen Thalsachen das Urtheil? Es lautet nach den Mittbeilungen der Tagespresse: „In der Disziplinar-UnteriuchuiigSsache gegen den Polizei- kounnissar v. Tausch ist für Recht erkann», daß der Angeschuldigte die P f l i ch t e n, die sein Amt ihm auferlegt, verletzt und ferner sich durch sein Verhalten außer dem Amt« der Achtung. deS Ansehens und des Vertrauens, die fein Beruf er- fordert, unwürdig gezeigt habe. Deshalb ist v. Tausch aus seinem Amte zu entternen und zwar durch Versetzung in ein anderes'Amt mit gleichem Range, jedoch mit Verlust des Anspruches auf Unizugskosten; auch sind ihm die Kosten des Ver- fahren» aufzuerlegen.' Mit diesem Urlheile vergleiche man den Eifer, den die R«> g i e r Ii n g beispielsweise in der Sache A r o n s bis zur Vorlage der lox Arons belhätigt hat. Ein Privatdozent soll deshalb aus einem Lehramte entiernt, zu dessen Bekleidung unwürdig erklärt werden, bloS weil er sozialdemokratisch gesinnt nnd von seinem Ver- fassungsrechle der politischen Meinungsäußerung und Bethätigung Gebrauch macht! Ein Kriminalkommissar v. Tausch aber, von dem seine Vorgesetzten den Richterspruch fällen, daß er der Achtung. des Ansehens und des Vertrauens unwürdig sei, die sein Beruf erfordert, wird immer noch für würdig genug erachtet, in ein anderes Amt mit gleichem Range versetzt zu werden. In der Thnt, höher kann die Eozialdeinokratie nicht ein- geschätzt werde» als durch diese Gegenüberstellung! Wir schätzen Herrn v. Tausch nicht niedriger ein, alS hier der Rechtsipruch seiner Vorgesetzten nnd Kollegen es thut, und wir sind frei von aller persönlichen Voreingenommenheit und wohlfeiler sittlichen Eiitrüsliing. Wie wir den Freisprnch der Geschworenen ihm gönnten und»hi» verftande», so hätten wir ihm auch — Die Magdeburger„V o l k S st i m m e' schreibt in ihrer Donnerstags-Nummer: „Bis Dienstag Abend war die Buchhandlung VollSstimme 360 Stunden bewacht. I» Dienst traten 237 Schutzleute. I» den Schaufenstern hiesiger Buchhandlunge» sind A nfich ts- Postkarten ausgelegt, die weder de» Vermerk des Druckers, noch den des Verlegers, des Herausgebers, des Verfassers tragen. Dennoch sind diese Geschäfte auch am Dienstag unbehelligt ge- bliebe»! Wir hatte» im Laufe des Sommers Gelegenheit, das Gebahren der A n t i s« m i t« n zu brandmarken, die in ihrem an der Regierungs- straße gelegenen Geschäftslokale eine Zeitungs nummer mit blau umrändertem Artikel ausgehangen hatten, der die LiebeSaffarre eines hiesigen Kaufmannes mit einer Leipziger Halbweltdame schilderte. Ans diese Nlimmer hat das Antisemitenblatt besonders hingewiesen, ivoranfhin die Bewohner zweiselhafter Häuser sich täglich vor dem Geschäfte einfanden und sich über den brenzlichen Stil, in dem die Begebenheit(sie war sogar erdichtet) geschildert war, amüsirten. Diese Nummer hat tagelang am Schaufenster gehangen. Die Ge- schäftsleitung ist unseres Wissens nicht anfgefordert worden, diese Nummer zu enlserne», noch»st sie konfiszirt, noch ist Anklage er- hoben worden. Als die Geschäftsleitung der„ B o l k s st i»> m e" in ihr neues Heun zog, hing sie gleicdfalls einige Nuninierii mit blau umrändertin Artikeln aus. Sie betrafen die Stadt- v e r o r d» e l e n w a h t in Buckau, eine Volksversammluiig und die Thätigleit der Polizei vor der Buchhandlung. Diese Nummern waren kaum ansgehangen, so erfolgte die Beschlagnahme. Und das Ende vom Liebe sind— zwei Prozesse wegen Verstoßes gegen s 9 des preußischen Preßgesetzes vom Jahre 13S1. Doch weiter: Die Gewcrbe-Ordnung schreibt vor, daß jede Ver- legung des Geschäftsbetriebes der„zuständigen Behörde' angemeldet werden muß Der Verleger der„Volksstiinme" und In- Haber der Buchhandlung ist diesen Anordnungen nachgekommen und hat bei der Steuerbehörde die Geschäflsverlegung des Zeitungs- Verlags und der Buchhandlung angemeldet. Dies genügt der Polizei nicht. Harbaum hätte auch ihr die Verlegung anmelden müssen. Das Ende vom Liebe sind— zwei Prozesse wegen Verstoßes gegen die Gewerbe-Ordnung. Mittwoch hatte Genosse Harbaum Verhör vor dem Kriminal- kommissarz Weinert wegen deS Verkaufs von Photographien des Hauses Breiteweg 127. Mit dem Glockenschlag 8 zog Mittwoch früh der Doppelposten wieder auf. Das Publikum hat sich bereits an diese polizei- lichen Maßnahmen so gewöhnt, daß es in der Beivachuiig der Schaufenster nichts Ausfälliges mehr findet. Ab und zu verirrt sich an die Fenster'mal ein kleiner Knirps oder ein Kilideriiiädchen mit einem schlafenden Baby auf dem Arme, die natürlich sofort verjagt werden. Desto zahlreicher ist hingegen der Besuch der Erwachsene» geworden. Die Besucher rekrntiren sich aus allen Ständen der hiesigen und auswärtigen Bevölkerung. Die Buchhandlung wird deshalb nicht ohne Ursache als Sehens- Würdigkeit Fremden gezeigt.' Man sieht, unsere Magdeburger Parteigenossen sind, was die geschäftliche Seite der Angelegenheit anbelangt, die reinen Glücks- pilze. Im übrigen ist eS ein unwürdiger Zustand, daß ein Arbeiter- geschäft, das feine Stenern so gut wie jedes andere Geschäft bezahlen muß, unter Polizeiaufsicht gehalten wird. Außerdem kostet der Doppelposten den Steuerzahlern, die doch schon genug bluten« müssen, auch ein beträchtliches Stück Geld, das, wie man wohl ohne Uebertreibung sagen darf, in diesem Falle rein zum Fenster hinausgeworfen ist. Entweder waren vor Beginn der Aktion gegen die Buchhandlung zwei Schutzleute in Magdeburg überflüssig oder sie waren es nicht. Im ersterm Falle wäre der Personalbestand der Polizei um zwei Mann zu redilziren gewesen: im letzteren Falle aber würden ebensoviel Mann mehr eingestellt werden müssen, den» infolge der ständigen Ansstelliing de? Doppelpostens vor der Buchhandlung der„Volksstinnne" müßten sie ja anderswo fehle». — ReichstagS-Abgeordneter Wilhelm Schmidt in Frank- fürt a. M. wurde vom Schöffengericht daselbst wegen Beleidigung eines Herrn K r u i h o f f e r zu 300 M. Geldstrafe verurtheilt. Bei einem Kriegervereinssest hatte dieser Herr, der Hmiptmann des iiniformirten Landwehr- Bereins ist, die Frau eines Arbeiters un- ziemlich behandelt. Die„Volksstiinme' rügte das in einem scharten Artikel. Die Form dieses Artikels erachtete das Gericht als be- leidigend. Gegen das Urlheil wird Berufung eingelegt werde». — Aus F a l k e n st e i ii i. V. wird uns geschrieben: Nachdem erst vor 14 Tagen in sämmtlichen Herstelluiigsräumen der„Vogt- ländischen Volkszeitung"«in« Haussuchung nach dem Maiiuskripl eines in Aue i. Erzgeb. verbreiteten Boykott- Flugblattes vorgenommen worden war, erschienen am Mittwoch der hiesige Wachtmeister, ein Wachtmeister aus Aue und ein Buchdrucker als Sachverständiger in der Druckerei, im» die zu dem Flug- blalt verwendeten Schrisien mit den in der„Vollszeitungi"- Druckerei vorhandenen zu vergleichen. Der Sachverständige(Goller oder Kohler) vermeint nun eine Aehulichkeit in de» Schriften gesunden zu haben: hnuptsächltch ein invalides kleines„n" sührl« er als»inverbrüchlicheu Beweis der Thäterschast an. Dieses.v' wurde beschlagnahmt. hier die völlige Freisprechung gegönnt. Wir zetern nicht über daß Urtheil, aber wir verstehen eS. Das Urlheil im Gesdnooreiieiigericht entstand unter den» Eindruck der damaligen politischen Situation! Und die Harden, Lima» nnd wie die bisinarckische Tausch-Gesellschaft sich damals zusammensetzte, halten allen Anlaß, ihren Champion mit Scktläim zu empfangen und sich die geschmackvolle Depesche an Herrn v. Marschall zu leisten! Heut« können sie diese Ehrung wiederholen und ihren Kreis sogar ergänzen. Denn auch dieses Urlheil giebt ihnen zu Jubel Anlaß; obgleich wir sogar eine weit mildere Begründung des Ur- theils voraussahen. Wer waren die Richter? Stellt man diese Frage, so begreift man, daß diese Leute sachlich kein anderes Urlheil fällen konnten, nach ihrer Anffassung der ganzen Sachlage, der Tansch'Ichen Stellung, feiner Praktiken. Herr Polizei« Präsident Windheim, der Präsident des Gerichtshofes, stand ja von Anfang an nach seiner eidlichen Aussage wie sein Beisitzer v. Fried- heim und wie sein angeklagter Untergebener von Tausch unter dem Emdruck, daß der ganze Prozeß Leckert-Lützow ein Kampf deS Auswärtigen Slnites gegen die politische Polizei sei.„Dieser Prozeß gilt uns!' sagte er zu Tausch sofort bei Einleitung des Prozesses l Und was in jenem Prozeß die stlitiche Entriistung des Präsidenten, die scharfe Berurtheilnng de? Staatsanwalts hervorrief; das schamlose Epitzeltreiben, die falschen Namensaiigaben unter den Qnittniigen, das Verschweigen schändlicher und koniproniillirbarer Vorgänge und Handlungen jener Subjekte tu den amtlichen Berichten an die Aorgesetzlen; das beurlheilte Herr v. Windheim mit der praktischen Erfahrung nnd Kennlniß des Systems der politischen Polizei ganz anders. Mit Tausch war er der Meinung, daß es Aufgabe und Pflicht der Kommissare sei, die vorgesetzten Behörden nicht in Verlegenheit zu bringen. Der Kommissar müsse den Präsidenten in die Lage bringe», daß dieser den Koimnissar desavoniren kann. All' das wäre unmöglich, wenn der Präsident über alle diese Vorkommnisse unierrichtet würde. Man kann freilich über die Moral einer solchen Taktik seine eigene Meinung haben, aber v. Tausch sagte ja, anders sei eine politische Polizei nicht möglich, anders würde die politische Polizei keine Agenten mehr bekommen. Und weil die Dinge so sind, kann man daS geflügelte Wort von den unsaubersten Agenten vielleicht auch— mit einsprechender Korrektur des Ausdruckes unsauber— ausdehnen auf die Kommissare: Die geschicktesten Kommissare werden in der Regel auch die skrupellosesten sein. Wie gesagt: von den Eachverstäiidigen des Disziplinargerichtes konnte man nach ihrer ganzen Anffassung kein anderes Urtheil erwarten, und»vir gehen wohl nicht fehl, wenn wir die scharfe Formulirung auf die Thatsachen zurückführen, die mit der all» GemevkMttftliches. Berlin nnd Niiiaebnng. Berein der Berliner Buchdrucker und Schriftgießer. Kollegen! Der Kamps der englischen Maschinenbauer ist nach den letzten Mittheilungen ein noch erbitterter geworden. Wir ersuchen Euch daher, nach wie vor durch freiwillige Saminlimgen Euer Solidaritätsgesühl für die Kämpsende» zu beihätigen. Der Vorstand. Deutsches Reich. Der Bevollmächtigte der Hamburger Bureauangestellte«, Genosse Runde, war in einer Gerichtsverhaiidlnng vom Vor« sitzenden, Amtsrichter Dr. Görden, wiederholt der Lüge geziehen. Da er nicht einmal objektiv«ine Unwahrheit gesagt hatte, stellte er Strafanlrag wegen Beleidigung gegen den Amtsrichter. Die Staats« anwaltschast lehnte jedoch die Einleitung eines Berfahrens ab. Di« darauf eingelegte Beschwerde ist vom Oberstaatsanwalt mit der Be- gründung zurückgewiesen worden, daß die Erhebung einer Anklage gegen den Amtsrichter nicht im öffentlichen Interesse liege. Um nun das dem Gericht gebührende Ansehen trotzdem zu wahren, hat Runde Privaiklage gegen den Amtsrichter erhoben. Die nächste Geiicralverfammlung des Verbände? aller in der Texliltndustxie beschäftigten Ar» beiter und Arbeiterinnen Deutschlands wird auf Beschluß des ZeiitralvorstandeS in Gera am 9. und 10. April ab- gehalten. Au alle im Handels- und TranSpoviaetverbe beschäftigten Hilfsarbeiter Teutschlands, als Haus-, Geschäftsdiener, Packer. Markthelfer, Rollkutscher, Speditions- arbeiler, Möbeltransport-Arbeiter, Getreide- träger jc. Kollegen! Unser BerufSkongreß vom Mai 1896 in Halberstadt hat in bezug ans die Abhaltung des nächsten Berufs- kongresses beschlossen,»ach Ablauf von zwei Jahren wieder einen Kongreß einzuberusen, wenn nicht besondere Umstände eintreten, die die frühere Einberufung eines solchen unbedingt erforderlich machen. Das heißt, wir wäre» laut vorstehenden Beschlusses verpflichtet ge- ivesen, im Jahre 1893 einen Berufskongreß abzuhalten, wenn nicht inzwischen die Konserenz vom 23. Februar 1897 in bezug auf die Abhaltung des nächsten Bernfskonaresses bestimmt hätte:„über die Abhaltung des nächsten Kongresses hat der Vertrauensmann im Frühjahr 1893 unter den Kollegen der einzelnen Orte eine Ur« abstiimming vornehmen zu lassen." Um nun den hierauf bezüglichen Beschluß der Leipziger Berufs, konfcrenz zur Geltung komme» zu lassen, ist es nothivendig, daß die An bänger uiiscrer Oiganisalion unverzüglich öffentliche Bersamm- lniigen einberufen und die Frage zur Entscheidung bringen. Das Resultat der Aersammlung(Abstimmung) muß spätestens Ansang März d. I. in» Besitze des Unterzeichneten sein. Der B e r l r a n e n s m a n n für Deutschland: C Alboldt, Berlin L., Anguststr. 33. Alle arbeitersrenndliche» Blätter werden um Abdruck deS Aufrufs gebeten. Taö Gewerkschaftökartcll in Halle hat eine siebengliedrige Kommissio» gewählt, der die Aufgabe zugewiesen wurde, eine Bor- luge über Errichtung einer geiverklchaftlichen Zentralstelle bezw. eines Arbeitersekrelariats auszuarbeiten. Die Vorlage wird später den ein» zelnen Gewerkschaften zur Besprechung unterbreitet werden. Die Einführung der«euiistiindigen Arbeitszeit im Altonaer Tischlergew erb« hat den Erfolg gehabt, daß bereits in 24 Betrieben, die 320 Gesellen beschäktigen, die neun- stündige Arbeitszeit eingeführt ist. In einigen Werkstätten ist auch ein enifprechender Lohnausschlag bewilligt worden. Der Verband der Buchbinder meist in seiner Abrechnung vom dritten Quartal eine Einnahme von 20 672.60 M. und eine Ausgabe von 8949,93 M. auf. Die Haupikasse weist einen Kassen« bestand von 84 188,79 M. auf. Die Milgliederzahl betrug am Schluß des Quartals 4660 i»ä»ulich« und 1317 weiblich«. Ausland. Zum Kampf der englischen Maschinenbauer. Colonell Dyer, der Präsident des Unternehmer-VerbaiideS, bestreitet, daß eine Anzahl Mitglieber mit dem Sekretär des Maschinenbauer-Verbandes in Unterhandlnng getreten seien. Demgegenüber hält„Daily Chronicle' die Nachricht aufrecht, nur seien die Verhandlungen noch nicbt so weit gediehen, daß näheres mitgetheilt werden könnte. Die „Schipping World" macht jetzt neue Vorschläge, die sie für geeignet hält,»in eine Einigiing herbeizuführen. Danach sollen die Arbeiter jederzeit das Recht haben, wegen der Maschinenfrage durch Abgesandte mit dem Unternehmer verhandeln zu können. In diesen Frage» soll aber der Unternehmer das letzte Wort habe». Die Frage, ob die Arbeitszeit verkürzt iverde» kann, ohne daß die betreffendi Industrie gegenüber der ans- ländische» Konkurrenz geschädigt ivird, soll von einem unparteiischen Komitee, das von Unternehmern und Arbeitern gewählt ist, oder aber von einem durch das Parlameiit eingesetzten Komilee untersucht werde». Es erscheint nicht sehr wahrscheinlich, daß«S jetzt— wenigstens nicht in der allernächsten Zeit— zu neuen Berhandlurchen zwischen den beiden Verbänden kommen wird. Di« Generalkoinniissto» vereinnahmte für die Maschinenbauer in der Woche, die an» 29. Dezbr. endete, 2384,66 M. eineiiien öffentlichen Bernrlheiliiiig des im Prozeß v. Tausch ent« üllten Systems d e r p o l i t i s ch e n Polizei gar ntchlS zu thun haben. Es ist zwar henie nicht mehr die Zeit, wo Minister öffenttich nnd ostentativ den Praktiken der Jhring-Mahloiv und v. Tausch die Sanktion der„eklatanten Geniiglhuung' durch das allgemeine Ehrenzeichen erwirken Aber wir wissen heute dafür, daß der Polizeipräsident v. Richthofen sich ausdrücklich weigerte, den be- rüchligten Rormann-Scbnmann zu entlassen, obwohl er Kenntniß davon erhielt, daß dieser die schamlosesten Verleiimdiiiigen der höchsten Siaatsbeamten, ja sogar deS Kaisers, systematisch in der Presse vertrieb. Der Präsident im Tansch. Prozeß sprach ja da? bezeichnende Wort zur Charakterisirung des Widerwillens des Zllexanderplatzes gegen daß Auswärtige Amt:„Der Nene Kurs ist der politischen Polizei nicht sehr zngelhan.' Der Prozeß v. Tansch ist zu Ende— daran ändert eine etwaige Beriifnng und Aenderung des UrtheilS späterhin nicht das Geringste — geblieben aber ist niiS in jetzt erneuter Stärke die Institution der politischen Polizei, an deren Grundlagen all' die ent- hüllten Skandale nichts geändert haben. Di« eine» Beamten mögen delikater, vornehmer sein alS andere: die korrupten Praktiken (schrieben ivir anläßlich deS EchmurgerichiS» Prozesses ivider von Tausch) sind nicht einigen schlechten, schwankenden Charaktereigenschaften einzelner Beamten geschnldet, sondern den Grundlagen, auf denen die politisch« Polizei a»fgebaut ist und— sprechen wir es offen anS: ausgebaut sein muß, weil es für diese Thätlgkeit keine andere Grundlage glebt, wenn anders sie ihre ver- fehlten Zwecke erreichen soll.„Anständige Leute schreiben nicht für mich!' soll Bismarck einst in frivoler Selbstironie gesagt haben; daß anständige Leute nicht für die politische Polizei arbeile», das weiß alle Welt und niemand besser als die Polizei selbst. Und die kurzsichtige» Thoren, die vor einem halben Jahre schon eine Reformation der politischeli Polizei an Haupt und Glieder» kommen sahen, iverde» durch das Urtheil deS Disziplinargerichts mit der Nase darauf gestoßen, welche Ausfassung am Alexandcrplatz heute noch herrscht. Dem Knltnrhistoriker wird der AuSgang deS Prozesses freilich lehrreiche Perspektiven eröffnen: Herr v. Marschall ans dem Sieichs- � sekretariat ans den Botschafterposten nach Konftantinopel versetzt: Herr v. Tausch in ein anderes Amt mit gleichem Rang versetzt— freilich mit dem Brandmal dieses Urtheils! Unverändert steht und nnerschütterl wähnt ssch aber die Grund- säul« des kapitalistischen Klasseiistaalcs: die politische Polizei! Und sie wird bleiben, biS die Eozialdeinokratie mit dem Klqssenstaat dieses schartige und rostige Instrument begräbt. Die Vereinigung der Webereibesitzer im Handelskammer- Bezirk M.-Gladbach hat über den geschastlichcn Verkehr zwischen Fabrikanten und Käufer bestimmte Vereinbarungen getroffen, deren Lnuehaltung durch entsprechende Geldstrafen erwirkt werden solL Festgelegt ist u. a. die zeilliche Grenze des Kreditverkehrs. die er- rheilten Aufträge müssen nach Slückzahl, Lieferzeit, Preis n»d Znblnngsbedingungen, wie vereinbart, abgenommen werden, und die Erfüllung der vom Käufer eingegangenen Verpflichtnngeu soll der Fabrikant im Falle der Weigerung innerhalb drei Monaten er- zwingen. Den Vertrag haben 26 Firmen unterzeichnet. DaS Kartell der österreichisch-«iigarischc» Zucker- Raffincure gab für de» Januar weitere 3 Prozent des Kontingents zum Verkaufe frei. Der bisherige Znckerpreis von 36 fl. bleibt un- verändert. Das Kartest der Niugofenzicgelei- Besitzer in Graz, welches mit dein Ende des vorigen Jahres zu Ende gegangen ist, wird nicht erneuert. Der Ziegelverkanf wird daher nicht mehr durch ein gemeinsames Verkaussbureau, sondern im Wege der freien Konkurrenz erfolge»._ Soziales. Der Ticust bei de» preustifchrn Staatöciseubaliiie». Unter dem Titel„Vorschristeil über die planmäßige Inanspruchnahme und Ruhe des Eisenbahn-Betricbspersonals" sind„neue" Bestimmunge» über die täglicheDienstdauer desBetriebspersonals der preußische» Staatseisenbahneu erlassen worden, die sich kurz wie folgt zusammenfassen lassen. Die planmäßige Dienst- dauer der im äußeren Dienst beschäftigte» Personen soll, wenn sie durch Ruhepansen gar nicht oder nur ganzun» bedeutend unterbrochen wurde, nicht mehr als acht Stunden betrage» bei Stationsbeamten, Telegraphisteu, Rangir- nieistern, Rangirarbeiteru und Weichenstellern. Im übrigen kann die tägliche Dienstzeit ausgedehnt werden auf z w ö I f S t u» d e» imd a» den Tagen des Dienstivechsels auf vierzehn Stunde n. Bei einfachen Dienstverhältnisse»(z. B. ans Nebenbahnen) kann die Dienstdauer nnter Einrechnnng der Zeil, wo der Be- dienstete nur d i e n st b e r e i t zu sein hat, sogar bis aus 16 Stunden verlängert werde». Die planmäßige Daner des täglichen Dienstes der Bahnwärter soll i» der Regel 14 Stunde» nicht überschreiten, und auf Bahnstrecken mit vollem Tages- oder Nachtdienst nicht mehr als 13 Stunden betragen, ausgenommen de» Tag des Dienstivechsels, wo sie 14 Stunden betragen kann. Wenn der Bahnwärter in größerer Entfernung von seinem Posten wohnt, soll dies bei der Feststellung der planmäßigen Dienstdauer berücksichtigt»verde». Das Zug- b e g l e i t u n g s- und L o k o in o t i v p e r s o n a l soll im inonal- lichen Durchschnitt nicht mehr als 11 Stunden täglich in Dienst gehalten werden. Die vorgesetzte Dienstbehörde hat„niiter eigener Verantworllichkcil" bei Beginn der Fahrplanperioden zu entscheiden, inivieweit in einzelnen Fällen der regelmäßige elfstiindige Dienst verkürzt werden nniß. Bo» der schönen Ziffer 16 geht der Papa Fiskus aber auch bei dem fahrenden Personal nicht ab. Einzelne Dieiistschichte»„bis zur äußersten Grenze von 16 Stundeu" sind gestattet, wen» sie durch„ausgiebige" Ruhepausen uiiterbrochen werden oder wenn die dienstlichen An- forderungeu an das Personal so einfach sind, daß„nach dem Pflicht- mäßigen Ermessen der vorgesetzten Dienstbehörde eine Ueber- austrengung des Personals ausgeschlossen ist". Auf eine 14- bis 16stündige Diensttonr soll in der Regel eine längere Ruhe in der Heiniath folgen, welche soweit als möglich in die Zeit von 7 Uhr abends bis 7 Uhr morgens zu verlege» ist. Bei dem Lokoinoliv- personal soll die innerhalb der Dienstschicht in» Zngdienste zurück- zulegende planmäßige Fahrzeit ans der Lokomotive keinesfalls mehr als 10 Stiliiden betragen. Für das Lokoinotivpersonal soll die planmäßige Daner des R a u g i r d i e n st e s, wenn er eine«»unter- brochene angestrengte Thätigkeit erfordert, den Zeitraul» von drei Stunden nicht überschreiten. Weiter wird bestimmt: Jeder im Betriebsdienste ständig be- schästigte Bedienstete soll monatlich mindestens einen Ruhetag n»d. wen» er im Zugbegleitungs- oder Lokoinoliv- dieuste überwiegend außerhalb des amtlichen Wohnortes beschäftigt ist, monatlich mindestens zwei Ruhetage erhalten. Dem Betriebs- personal, soweit es auch an den Sonn- und Feiertagen zum Dienste herangezogen zu werden pflegt, ist au jedem zweiten, mindestens aber an jedem dritten Sonntage Gelegenheit zur Theilnahme an dem Gottesdienste zu geben. Als planmäßige tägliche Dienstdan er im Sinne dieser Vorschriften gilt derjenige Zeitraum, welcher zwischen zwei nach den nachflehenben Grundsätzen berechneten Ruhezeiten liegt. Als Ruhe- zeit gilt jeder von Dienst oder Dienstbereitschaft freie Zeitabschnitt, tvelcher in ununterbrochener Folge: bei dem übrigen Personal»>in- destens acht Stunden, bei dem Zugbegleitungs- und Lokomotiv- personal mindestens 10 Stunden, falls die ölnhe in der Heimath, lind mindestens sechs Stunden, falls die Ruhe außerhalb der Heimath verbracht wird, beträgt. Doch ist für letzteres Personal auch eine Ruhepause von mindestens sechs bis zu zehn Stundeu in der Heimath als Ruhezeit dann anzusehen, wen» sie zwischen solchen Dieiistschichte» liegt, ivclcheu eine Ruhezeit von mindestens 10 Stunden in der Heimath vorangeht oder folgt. Ausnahmsweise kann auf Nebenbahnen eine Ruhepause von mindestens S bis zu 10 Stunde» in der Heimath als lltuhezeit an- gerechnet werden, falls nach dem pflichtmäßige» Ermessen der vor- gesetzte»» Dienstbehörde eine Ueberanslrengung des Personals nnter allen Umständen ausgeschlossen ist. Ruhepausen von geringerer als der vorstehend bezeichneten Dauer gellen nicht als Ruhezeiten. Sie sind daher ebenso, wie die Zeiten des Dienstes und der Dienst- bereitschast, in die planmäßige Dienstschicht einzurechnen. Bei Be- Messung der planmäßigen Dieustdauer des Zugbegleilnngs- und Loko- motivpersonals ist diejenige Zeit, während welcher die Bedienstete» vor Antritt und nach Beendigung der Fahrt zur Ucbernahme und Uebergabe der Geschäfte u. f. iv. dienstlich in Anspruch geuouimen »Verden, überall, sowohl in als außerhalb der Heimath als Dienstzeit in Anrechnung zu bringe». Die Stalionsbediensteten und Bahn- »värter dürfen nicht mehr als 7 Li ächte hintereinander im Nachtdienste beschäftigt werden. Bei Bemessung der Ruhetage ist nur diejenige völlig dienstfreie Zeit zu rechne», die sich au eine Ruhezeit von 12 Stunden in ununterbrochener Folge anschließt. Der Ruhetag beträgt einschließlich dieser 12 Stunden 24 Stunden. Die Vorschriften finden auch auf die im Betriebsdienste be- schäftigten d i ä t a r i s ch e n Beamten und H i l s s b e a»i t e» gleichmäßig Anwendung. Werden Bedienstete aus ihrer ge- »vöhnliche» Beschäftigung zur stundenweisen Aushilse'in einem der hier in betracht konunenden Dienstzweige herangezoge». so ist bei Beinessung der zulässigen Dienftdaucr die Zeil der gewöhnlichen Be- schäftigung anzurechne». Bei Strecken- und Werkstältenarbcitern hat diese Anrechnung»n der Weise zu geschehe», daß alS volle Tages- leistung in der gewöhnlichen Beschäftigung ein Zeitraum von längstens 10 Stunden ausschließlich der Mittagsruhe angenommen und danach berechnet»vird,»velchem Theile der für den Betriebsdienst, in dem die Aushilfe geleistet werden soll, festgesetzten Dienstdaner die in der ge- wöhnlichen Beschäftigung bereits geleistete oder noch zu leistende wirkliche Arbeitszeit gleich zu rechnen ist. Wenn z. B. ein Strecken- arbeiter 7 Stunden(ausschließlich der Mittagspause) in der Rotte beschäftigt gewesen ist und dann zum Dienst ans einem Bahnwärter- Posten, für welchen eine IL stündige Dienstzeit festgesetzt ist, heran- gezogen»vird, so ist ihm die Rottenarbeit mit—-— W o Stunden anznrechnen, so daß er höchstens noch 3�/s Stunden im Bahnwärterdienste beschäftigt werden darf. Neues enthalten diese Vorschriften wenig oder garnicht. Sckwn jetzt»varen die Dienstzeiten der Slationsbeainten auf den» Papier so festgesetzt,»vie die neuen Vorschriften bestimme». In der Praxis machte sich die Sache vielfach anders. Voraus- fichtlich»vird durch die Vorschristeil kau», den ärgsten Mifp Berantivortlicher Redakteur: Angl, st Jacoben in Berlin. Für den Jnse bräuchen in der Ausuutzung der Eisenbahn-Bediensteten gesteuert iverde». So lange der Staat die Eisenbahnen vorwiegend als Neberschußinstitut betrachtet,»vird die Ueberbürdung des Personals fortdauern. Boin Motto der Achtstundeiitags-Beiveguiig:„Acht Stunden Arbeit, acht Stunden Muße, acht Stunden Schlaf!" hat der Eiseubahufiskus bis jetzt nur das letzte Drittel kapirt. Wie die Dinge nun einmal stehen, ist es freilich beinahe ein Wunder, daß er doch wenigstens schon so»veit ist, um schwarz ans»veiß zuzugebe», daß der arbeitende Mensch täglich»»indestens ö Stunden Ruhepause nöthig hat. Krankclikassen und Npothrkc». Die zirka 10 000 Mitglieder zählende Allgemeine O r t s k r a» k c n k a s s e in Rem- scheid hatte von den Apotheker» verlangt, sie sollten de» An- gehörigen der Kassenmitglicder die dem sreien Verkehr überlasfenen Heilmittel zu demselben Preise verabfolgen wie der Kasse und außerdem aus die übrigen Medikamente 10 pCt. Rabatt geivähren. Darauf gingen die Apotheker nicht ein; sie reichte» vielmehr bei dem Kassenvorstand de» Eulivurf eines Vertrags ein, der nach Ansicht des Vorstands snr die Kasse noch nachtheiliger ivar als der bisherige Vertrag. I» einer Mitgliederve, sainmlnng erkläriederVorsitzende der Kasse hierzu, die Apotheker verträte» unter den ihnen vom Staat eingeräumten Privilegien lediglich ihr persönliches Interesse. So habe ein Apotheker seine Apotheke»nit 170 000 M. bezahlt, obwohl sie nur eine» reellen Werth von etwa 3S000 M. habe. Für solche verfehlte Spekulationen solle jetzt die Kasse blute». Von beiden Seiten sei die Regierung angerufen. Die Erbitterung der Kassenmitglieder über die Haltung der Apotheker, die der Kasse den Kredit ge- kündigt haben, so daß alle Medikamente b a a r bezahlt werden müssen, ist so groß, daß die Versammlung den Beschluß faßte, sämmtliche Arzneien künstig vo» auswärts— aus Lennep oder Solinge»— zu beziehen. Die mit der Privilegirnng der Apolheken verbundene Monopol- stellung führt ganz natürlicheriveise dazu, daß beim Bcsitzivechsel der Apotheke» Preise gefordert werden, die mit dem wirkliche» Werth« der Apolheken absolut nicht mehr im Verhältniß stehen. Daraus erklärt sich ivenigstens der Grad vo» Hartnäckigkeit, den die Apo- lheker in verschiedenen Orte» bei de» Verträge» mit den Kranken- lassen au den Tag lege». Gründliche Abhilfe läßt sich,»vie oft schon gesagt, nur durch Verstaatlichung des Apothekenivesens schaffen. Arbeiterrisiko. Auf der F r i e d e n s h ü t t e in K n e n t- t i» g e>» in» lothringischen Kreise Diedenhofe» ist au, Millivoch der 21 Meter hohe Schornslein der mittlere» Kühlnngsanlagc des Hochofens eingestürzt. Bis abends 6 Uhr wurde» nach der „Mosel- und Niedzeitung" 6 Personen todt und 3 schwer verletzt nnter den Trümmern hervorgezogen. Govi«szkS""�Zeikttng. Mit welcher peinlichen Gewissenhaftigkeit die preußische Justiz die preußische Staatsgewalt gegen Widerstand schützt, läßt lolgender Fall teutlich erkennen: Der unglückliche Malermeister S ch i m p k e, dessen Ehefrau sich n»d ihre zivei kleinen Söhne am 23. Juni v. I. i» ihrer zu Pankoiv in der Florastraße belegenen Wohnung selbst getödtet hat, stand gestern uuter der Anklage des Widerstandes vor dem Schöffengericht. Schimpke ist,»vre erinnerlich sein dürfte, ei» Opfer der Bauspekulalio» geworden; das Haus i» der Flornstraße halte ihm früher gehört, er war aber in seinen Verhältnissen zurückgekomm«» und das Haus ging in den Besitz des Kaufinanus E h a i m über. Die Fauiilie Schimpke blieb im Hause wohnen, am 23. Juni vorigen Jahres erschien aber der Gerichtsvollzieher Kleist dasellfft, um im Auftrage deS Hauswirths die Familie zu cxmittire». Frau Schimpke gerieih hierüber in die hellste Verzweiflung und in eine hochgradige Aus- reguug, sie warf dem Gcrichisvollzleher die Thür vor der Nase zu und erklärte, daß sie das Haus lebend nicht verlassen iverde. Sie verriegelte die Thür und der Gerichtsvollzieher sah sich veranlaßt, einen Schlosser herbeizuholen. Zufällig begegnete der Heini- kehrende Schimpke dein Gerichtsvollzieher und sah seine Fran am Fenster in einer Situativ», aus welcher zu ersehe» war, daß sie einen Akt der Verziveifluug plante. Er gerleth darüber in die größte Erregung, versuchte selbst ins Haus zu dringen und widersetzte sich dein Gerichtsvollzieher, als dieser durch de» Schlosser die Eingaugslhür gewaltsam hatte sprengen lasse». Dem Gendarm, der den Gerichtsvollzieher begleitete, schlug Schimpke den Helm vom Kopf. Juzwische» halte Frau Schimpke eine furchtbare Thal vollbracht; init einem Dolchmesscr hatte sie ihren beiden Söhnen Waller und Otto die Kehlen durchschnitte» und sich selbst eine tödiliche Verletzung am Halse beigebracht. Diese entsetzliche Familientragödie brachte Schimpke fast zur Raserei; er tobte umher und mußte in die Irren- anstalt des Dr. Scholiuus zu Pankow gebracht werde», wo sich jedoch Ziveifel über seinen Geisteszustaud nicht ergaben. Infolge dessen wurde der bedauerusiverthe Man», über den das Schicksal mit so furchtbarer Gewalt hereingebrochen, nun wirklich und ivahrhaflig unter Anklage des Widerstandes gestellt.— Der Slaatsanivalt beantragte 10 M. Geldstrafe. Rechtsanivalt Leonh. Friedman» schilderte j» beweglichen Worten die seelische Erregung, in welcher sich der Angeklagte angesichts der Katastrophe befunden inid erbat für ihn die'größlmögliche Milde, da der bedauernswerthe Man», der wahrhaftig das allgemeine Mitgefühl verdiene, nur in der Verzweiflung sich zu dem Widerstaude gegen die Staaisgeivalt habe hinreiße» lassen. Der Gerichtshof erkannte auf 3 M. Geldstrafe event. 1 Tag Gefängniß. Eine harte Strafe für LcbcnSniittcl-Vcrfälschnng legte gestern die 4. Strafkammer des Landgerichts 1 dem Schlächtermeister Georg Jordan aus der Scharnhorststraße auf. Als zwei bei dem Angeklagten beschäftigt gewesene Gesellen entlassen worden waren, begaben sie sich auf die Polizei, um sich zu erkundige», welche Lohn- ansprüche sie erheben könnten. Sie theilten bei dieser Gelegenheit mit, daß sie die Arbeil aufgegeben hätten, weil sie schlechte Wurst zn», Essen vorgesetzt bekämen und der Meister sie dazu anhalte, verdorbene Wurst bei der Herstellung von Schlack- und Leberivurst mit zu verarbeiten. Ter Rteisler, der die Lieferung für das 1. Bataillon des Garde-Füsilier-Regiments hat, soll auf die von den Gesellen geltend gemachten Bedenke» ge- anlwortet haben:„Ach, es ist ja für die K a» t i n e, da kommt es nicht darauf an, die Soldaten fr.... alles!" Infolge dieser Anzeige wurden verschiedene Wurstwaare» im Geschäftslokal des Angeklagte» polizeilich mit Beschlag belegt, die»ach dem Gutachten des Sachverständige» Polizei-Thierarztes Feile entschieden verdorben und gesundheitsschädlich waren. Ter Angeklagle erklärte die ganze Straf- anzeige für einen Racheakt und bestritt die gegen ihn geschleuderten Beschuldigungen, namentlich die angeblich über die Soldaten ge- machte Aeußerung. Nach seiner Behauptung habe er keine Ahnung davon gehabt, daß die mit verarbeitete Wurst verdorben war. Der Gerichtshof kam ans grund der Beweisaufnahme zu einer andere» Ueberzeugung und verurtheilte den Älngeklagte» zu v i e r Rt o» a t e n Gefängniß und 1 Jahr Ehrverlust. Körperverlehuiig und Bedrohung seines TieustmädchcnS führte gestern den Kaufmann Georg Cohn vor die>30. Abtheilnng des Schöffengerichts. Als die Dienstmagd de» Angeklagleu ihre Stelle verlassen wollte, kam es zwischen beiden zu einem Wortstreit, weil die«rstere Ansprüche für Auslagen erhob, die seitens des An- geklagte» nicht anerkannt wurde». Cohn ließ sich binreißen, de», Mädchen eine Ohrfeige zn gebe». Dieses ergriff den Feuerhake» und rückte hiermit ihre», Dienstherr» zu Leibe. Der Zlngeklagie entriß dem Mädchen die Waffe irnd schlug ihm damit unter der Drohimg, es todtschlagen zu, vollen, so wuchtig über die Hand, daß der Knochen eines Fingers zerbrach. Ter Staatsauwalt beantragte ein« Geldstrafe vo» 100 M., der Gerichtshof setzte die Strafe»»ier Bc- rückstchtigung der„begreiflichen Erregung", in der sich der Angeklagle b-fnnden, auf 73 M. herab. Ob auch ans mildernde Umstände er- kan»t worden wäre, wen» das Dienstmädchen dem Herrn Cohn einen Knochen zerschlagen hätte? Eine für Arbeiter und Arbeitnehmer wichtige Entscheidung Haidas K a ni m e r g e r i ch t gefällt. Die Arbeiter der S t n r in- vogel' scheu Fahrrad-Fabrik hatten zum großen Tbeil die atencheil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin. Tnict und Verlag von Wl Arbeit eingestellt, weil einer ihrer Bertrauensmäniier enllassen worden war. Bei dieser Gelegenheit suchte der Arbeiter B. diejenigen seiner Kollegen, die weiter arbeiten wollten, durch Drohungen zur Theil- »ahme am Streik zu bewegen, er wurde desivegen des Vergehens gegen die§§ 132 und 133 der Gewerbe- Ordnung angeklagt, aber sowohl vom Schöffengericht wie von der Strafkammer des Landgerichts II freigesprochen, da festgestellt sei, daß der Streik nur de» Zweck hatte, die Anstellung eines bestimmten enllasseiie» Arbeiters zn erzwingen. Es habe sich somit gar nicht um eine Ver- abredung oder Vereiuigung zuin Zwecke der Erlangung günstigerer Lohn- und Arbeitsbedingungen gehandelt. Es läge daher der That- bestand des Vergehens gegen die ZZ 132 und 133 der Gewerbe- Ordnung nicht vor, und sei deshalb ans Freisprechung zu erkennen. Die Staatsan'vallschaft legte hiergegen Revision ein, die aber vom Strafsenat des Kammergerichts zurückgewiesen wurde. „Und der Mondschci» schien schon scheene!" Mit einer eigenartigen Beleidigniigssache hatte sich heute die dritte Straf- kammcr am Landgericht II zu befassen. An dem Pfarrhause in R u h l s d o r f bei Bernau wurde im Herbst vorigen Jahres eine bauliche Veränderung vorgenommen, bei welcher auch der Arbeiter Heinrich Müller beschäftigt war. Am 23. Oktober besuchte der in Marieniverder stationirte Gendarm das Ruhlsdorfer Pfarrhaus zwecks einer Recherche. Bei seinem Weggange wurde er von der Fran des Hauses bis znr Thür begleitet und da der Gendarm den Zivilanzng trug, so zog er beim Abschied vor der Dame höflich seinen Hut. Nun hat aber der Gendarm eine beträchtliche Glatze. Beim Lüsten des Hules be- merkte der ein wenig oberhalb auf dem Gerüst stehende Arbeiter Müller die Blöße auf dem Haupte des Beainte» und konnte sich nu» nicht enlhallen, i» die grflügellen Worte aiisziibrechen:„Und der Mondschein schien schon scheene— und dann ward es wieder duster!" Die anderen Maurer lachten über den ihrer Meinung »ach harmlosen Scherz, der Gendarm stimmte aber nicht mit ein, der Spaßvogel erhielt vielmehr ein Strafmandat über 3 M. wegen groben llufugs. Der also Beglückte erhob Widerspruch, die Sache kam zunächst vor dem Schöffengericht in Bernau zur Ver- haudlimg, diese Instanz erklärte sich jedoch für»»zuständig, da nicht grober liiifng, sondern öffentliche Beleidigung in» Sinne des H 163 des Strafgesetzbuchs vorliege. Die Sache ivurde daher an das Landgericht verwiesen. Die Strafkammer fand in dem schöne» Singsang auch eine öffentliche Beleidigung und erkannte ans 20 Mark Geldstrafe, sprach dem beleidigten Gendarmen auch die Pnblikationsbefngniß zn. Städtisches Recht. Die bisher»och nicht entschiedene Frage, ob bei der Berechnung vo» Anliegerbeilrägeu auch die Zinsen be- rücksichtigt werden könne», die die Gemeinden zahlen miifseli, um das Kapital zum Eriverb des Grund nnd Bodens für die Straße zu erhalte», hat jetzt das O b e r- V e r>v a l t u» g s g e r i ch r entschieden. Das Gericht bejahte die Frage und führte aus: Wenn eine Stadlgemeinde sich in der Lage befinde. sick, Geld borgen zn, misse, i, um Siraßenlaud erwerbe» zu könne», dann gehörten die Zinsen auch zu den Kosten der Eriverbniig. Sie feicn demgemäß auch nach§ 13 des Flnchtliniengesetzes zn veriheile». Judessen könne in dem Falle, daß die Gemeinde eigenes Kapital ivegen des Erwerbes von Straßen- land der Verzinsung entziehe» müsse, der Zins v e r l u st nicht de» Straßenauliegern berechnet werden. Die Zinsen für das vo» der Geineinde geborgte Kapital seien bis zur Fertigstellung der fraglichen Straße zu berechueu. Unter der Anklage der Untrrschlagnng stand gestern der Kaufmann Bcuiio K s i u s k i vor der vierten Strafkammer des Landgerickits I. Ksinski ist Inhaber eines Lotteric-Geschästs, er be- schästigt sich nebenbei auch mit dem Äln- und Verkauf von Vörsen- papieren. Den Kausiiian» Meyer wandelte die Lust au zu spekuliren, da er aber nur 1300 Mark besaß»nd er mit dieser Kleinigkeit nicht zum Baukier gehen wollte, so benutzte er de» Angeklagle» als Mittelsperso». Nach einigen Monate» hatte er auch mehrere hundert Mark geivonneu. er verlangte das Anlage- kapital»ebst dem Uebcrschuß von dem Angeklagle» zurück. Dieser hielt ihn durch allerlei Ausflüchte hin, bis er endlich mit dem Gestäno- nisse herauskam, daß er das Geld in seinem eigenen Nutze» verbraucht habe. In der Hoffnung, sein Geld noch zn relte». ließ Meyer sich zu einer Einigung herbei, indem er von dein Angeklagleu eine Anzahl Wechsel annahm. Aber schon der erste wurde nicht eingelöst, der Angeklagte ivar mittellos. Der Gerichtshof ahndete den Vertrauensbriich mit I Jahr Ge- sängniß nnd einjährigem Ehrverlust, ordnete auch die sofortige Ver- hastuug des Verurtheilte» an. Ein sehr betrübender Unglücksfall, der durch die Unachtsam- keit eines jugendlichcn R a d s n h r e rs verursacht worden ist, hat die Veranlassung zu einer Anklage wegen fahrlässiger Körperverletzung gegen den Handliiiigslehrliiig V u g g e gegeben. Dieser radelte am Biisi-»nd Betlage die Weberslraße entlang und zivar wollen Passanten gesehen haben, daß er die Leilsiange nicht gefaßt, vielmehr die Arme ver- schränkt hatte»nd ge» Himmel blickte, auch das Läutewerk nicht i» Bewegung setzte. Die neunjährig« Tochter des Handeleinannes Neu m an», welche quer über den Dann» ivollte, ivurde vor dem Hanse 42 vo» dem Rade des Angeklagle» überfahren nnd schwer verletzt. Wahrscheinlich wird das arme Mädchen Zeit- lebe» s ei» Krüppel bleibe», den» der eine Fuß ist ihm völlig zerschmettert und wird ihm höchst wahrscheinlich noch abgenommen werden müssen. Das Schöffengericht, vor welche,» sich der exit 14 Jahre alle Angeklagte gestern z» veraiilwortc» hatte, verurlheilt- ihi, zu»nr 30 M Geldstrafe. Die zivilrcchttichc» Ansprüche des verunglückte» Mädchens bezw, ihrer Elter» solle» demnächst i» etilem Zivilprozcsse festgestellt werden. Dezresrhen und letzte Llucheichkeu. Bremen, 6, Januar.„Bösemann's TelcgraphisckieS Bureau' meldet: Laut Telegramm hat der Norddeutsche Lloyddampfer „Kaiser Wilhelm II." aus der Reise von Neiv-Aork»ach Genna den englische» Dampfer„Corinlhia" mit gebrochener Welle in Punla vel Gada eingeschleppt. Mannheini, 6. Januar.(W, T. B.) Amtlich wird gemeldet: Heule Vormittag SVe Uhr entgleisten fünf Wage» vom Schluß des Zuges 362 bei der Ausfahrt ans der Station Gernhcim an einer Weiche. Beide Fahrgeleise waren gesperrt, das östliche nachmittags 1 Uhr wieder fahrbar. Das östliche Geleis wurde durch die um» gosallene» Wagen auf 30 Meter lang zerrissen. Strasburg i. E.» 6. Januar,(Privatdepesche deS„Vorwärts".) Heute Nachmittag stürzte am Pariser Staden ein sünsstöcliger Neu- bau«in. Man vermnthet, daß 20 Personen u»ter den Trümmern rettungslos begraben sind.— Gtrastbnra i. E.» 6. Januar.(W. T. B.) Heute Nachmittag um 4'/? Uhr stürzt« ein vierstöckiger Neubau am allen Wein» markt, der lediglich aus Eilen und Hausteinen anfgeführt war, in sich znsaninien. Tie Ursache des Unfalles ist unbekannt. Zwei Todte, drei Schwerverwiindet« und jechs Lcichtverivuudeie sind geborgen, einige Personen werden noch vermißt. Die Feuer- wehr besorgt mit großer Aufopferung die im höchste» Grade gesähr- lichen Rettungsnrbeiten. Der Einsturz der stehengebliebenen Theile wird jede» Augenblick erwartet. Bern. 6, Januar.(W, T, B.) Dem Vernehnien nach wird die Schweiz die Aur-giing Italiens, sämmtliche Silberfcheidcmnnzeii zn „aiionnlisiren. bei den übrigen Staate» der Lateinischen Mnuzuiiion nuterstütze». London, 6. Januar.(B. H.) Eine Meldnug der„Daily NewS" besagt, zwischen den Mächten seieil Verhandinngen im Gang«, China in Interessensphäre» zn thcilen.— Die„Times" erdieilen ein Telegramm ans Peking, wonach der Pachtverliag zwischen Ciiiiia nnd Deutschland auf die Dauer von 30 Jahre» abgeschlossen worden sei. nx Babing in Berlin. Hierzu 1 Beilage n. tt»icrhal>ungst>Init. Nr. 3. 15. Iahrglllig. iniiigc Ks.Fmärls" Fttitag, 7. Jamiar 1898. Motnutunsles. Stadtverordneten- Versammlung. O e f f e n t l i ch e S i tz» n g vom D o» n e r st a g. 6. I a n u a r, nachmittags 5 N h r. Nachdem der bisherige Vorsteher Dr. Lang er Hans die Mit- {(lieber z»m nenen Jahre begrübt hat, erfolgt die feierliche Ei». fiihnuig der bei den regelmäßigen Ergäiizungsivahlen ivieder- beziv. neugeivählteu Stadtverordnete». Tie Wicdergeivähllen werden vom Oberbürgermeister Zelle auf ihr früheres Gelöbniß verwiese»; die neugewählten Stadtverordnete» Marggraff, Drenske, Hoina»», Claar, Fritich, Schröder, Raaz werden durch Handschlag auf die Städte-Ordnung verpflichtet. Die wieder- gewählte» Herren Fähndrich und Scheiding sind durch Unwohlsein verhindert, sich heute einführen zu lassen. Während sich der Oberbürgernieister in seiner Ansprache auf das Lob der„erlenchtelen- Gesetzgebung von 1808 und eine» «llgeineinen Hinweis auf die der Bürgerschaflsvertrelung nach der Städle-Ordnnng obliegenden Pflichten beschrnult, nimmt der Vor- steher Dr. L a n g e r h a n s in seiner Begrüßung Anlaß, die Ge- wählten darauf hinzuweise», daß es darauf ankonune. das allgemeine, das Gesainmtintcresse der Stadt wahrzunehmen und sich nicht dem Drucke der im Lause der Entwickelung zu einer geivissen Niacht gelangten Interessentenkreise, die lediglich'lokale oder geschäft- liche Rücksichten verfolgten, zu beugen. Daneben berührt er die in den Verivnltnugsdepulationen seiner Meinung nach einreißende bureankratische, schablonenhafte Gcschästsführung, die von einer lebendige» Selbstverwallung recht iveit entfernt sei, und bittet, alle Kräfte einzusetzen, um hier im Geiste der letzteren zu reformiren. Der Alterspräsident Sladtv. Reiß spricht darauf dem Bor- stände für seine Aintssührung im abgelaufenen Jahre den Dank der Versammlung aus, den diese daraus noch durch Erheben von den Sitzen einmülhig bezeugt. Nach Vorschrift der Städte-Ordunng bezw. der Geschäftsordnung hat in der ersten Sitzung des Jahres die N e u k o n st i t u i r u n g der Versammlung zu erfolgen. Sladtv. F r e n tz e l schlägt vor. zum Vorsteher den bisherigen Inhaber dieses Amtes. Dr. Lang er Hans, durch Zuruf wieder- znwählen.(Beifall.) E i n st i m in i g wird Dr. L a n g e r h a n S zum Vorsteher wiedergewählt und nimmt die Wahl dankend in der Hoffnung an, daß feine Kräfte für das Amt weiter ausreichen werden. Auf Vorschlag der Stadtvv. F r e n tz e l und G i e s e werden auch der Vorsteher- Stellvertreter Bt i ch e l e t, die Beisitzer Seibert, Gericke und H e I l r i e g e l und die Beisitzer-Siell- Vertreter F r i e d e r i c i, T ö r m e r und F r i ck durch Zuruf wiedergewählt und erklären die Annahme der Wahl. Die Versammluiig ist damit konstituirt. Ter Vorsteher eröffnet die Wiederaufnahme der Arbeilen mit einem Hoch auf den Kaiser. Es wird zunächst beschlossen, die ordentliche» Sitzungen der Ver- fammluug auch im lausenden Jahre Donnerstags nachmittags S Uhr abzuhalten. Zur Vorbereitung der Neuwahl der fogenannten ständigen Ausschüsse 1. für die Wahl der unbesoldeten Gemeindebeamten, 2. zur Begutachtung der Vorlage» wegen Anstellung bezw. Pensio- uirung besoldeter Gemeindebeaintcn und Lehrer, 3. des Petitions«, 4. des Rechnnligs-, 5. des Wahlprnfnngs-Ausschnsses. ferner für die Abordnung der Mitglieder in die Verwnllungs-Deputationen und Kuratorien und für die Zutheilung der Stadtbezirke an die Mitglieder behufs der Ausführung von Recherchen soll ans Vorschlag des Vorstehers ein besonderer Ausschuß von 15 Mitgliedern eingesetzt werden. Auf Anregung des Stadt- verordneten Singer verbleibt es bis zu erfolgter Neuwahl bei der bisherigen Zusammensetzung der betreffenden Ausschüsse, Deputationen und Kuratorien. Die im abgelaufenen Jahre in Thäligkeit gewesenen Ausschüsse und gemischten Deputationen, welche ihre Geschäfte noch nicht er- ledigt haben, werden durchweg in ihrer bisherigen Zusammensetzung von neuem bestätigt. Bezüglich der in geheimer Sitzung zu be- handelnden Gegenstände verbleibt es bei den bisherigen Be- stimmuligen. Damit ist die Tagesordnung erledigt. Schluß'/*? Uhr. •• • Nach dem Geschäftsbericht der Stadtverordneten-Ver sammlnng pro 1837 haben slallgesunden: I. Plenarsitzungen: n) öffentliche 38, nicht öffentliche 30. II. Ansschnßsitzuugen fanden statt 126. Davon entfallen 1. auf die ständigen Ausschüsse» und zwar: a) für die Wahlen von unbesoldeten Gemeindebeamten II, b) für Rechnungssachen 6, o) für Petitionen 4, d) für die Vorlagen wegen Anstellung bezw. Pensionirung von Beamten und Lehrer 7, e) zur Vorprüfung der Giltigkeit der Stadt verordneten-Wahlc» 2, f) ans die von der Versammlung zur Vorberathung einzelner Angelegenheiten eingesetzten SS Ausschüsse 96. Außer den Ausschüssen od stoo sind 4 gemischte Deputationen eingesetzt worden, lll. Die Abtheilunge» traten zusammen und zwar: die II.. IV. und V. Ablheilnng 22 mal, die I. und III. Abiheilung 23 mal. IV. Es sind eingegangen: A. Vorlagen des Magistrats und zwar: a) zur Beschlußfassung 339, b) zur Kenntnißnahine 63, c) Rechnungssachen(inkl. 79 Staluten- beantworlungen) 240, d) Wahlsachen 3803(gegen 3257 im Vorjahre und 3184 im Jahre 1895), e) Anstelluugssachen. betreffend verschiedene Beamte 127, Lehrer 135, Lehrerinnen 101, zusammen 363, k) Penfionirungssachen 107, g) Unterstützungssachen 115, h) Proteste gegen die Giltigkeit von Stadtverordnetenwahlen 0, i) Ein- Wendungen gegen die Richtigkeit der Gemeindewählerlisten 29� k) Natnralisationsgesuche 68, zusammen 5127. B. Selbständige Anträge von Mitgliedern der Versammlung 22. C. Anfragen von Mitgliedern der Versammluiig 4. v. Petitionen 176. Berathungs gegenstände im ganzen 5329. Außerdem Eingaben, welche durch Auslegung erledigt sind, 88.— Im Laufe des Jahres 1897 sind bei den städtischen Behörden folgende Personal- Veränderungen vor- gekommen: Eingetreten sind beim Magistrats- Kollegium: Stadtbaurath Krause am 3. Juni, ansgetreten sind: 1. Stadtbaurath Hobred, t am 1. Mai(Ablauf der Wahlperiode), 2. Stadtrath Borchardt am 5. November(Tod); bei der Stadtverordneten- Ver- sammlung sind eingetreten Bähnisch und Reimann am 17. Juni, ansgetreten 1. Hanke am 2. April, 2. Dr. Stryck am II. April, 3. Diersch am 31. Oktober, 4. Wunder am 7. Dezember(Tod), 5. Ed, 6. Häseke, 7. Müller, 3. Munckel, 9. Vortmann, 10. Dr. Zadel(Ab- lauf der Wahlzeit)._ De«» Abonnenten unseres Blattes, welche sich das täglich erscheinende Unterhaltungsblatt einbinden lassen wollen. stehen Titel und Jnhaltsverzeichniß in unserer Expedition gratis zur Verfügung. Achtung, zweiter Wahlkreis l Am Sonntag, den 9. Januar, findet im Lokale des Genosse» Zubeil, Lindenstr. 106, eine öffent- liche Versammlung statt, in der Genosse Sllfons B o r ch a r d über Heinrich Heine sprechen wird. Nach Sdsiuß des Vortrages gemüth- liches Beisammensein. Zur Lokalliste. Die Mitglieder der Lokalkommission Berlins und Umgegend werden ersucht, bis zum Dienstag, den U.d.M., die L o k a l l i st e ihrer Kreise resp. Orte an Unterzeichneten einzu- senden. Die Genossen des Kreises Teltow senden alles an Otto John, Ober-Schöneweide, Siemensftr. 7. I. A.: Oskar Mahle, Berlin S. Vrinieusir. 8, Seitenfl. I. Freie Volksbühne. Die außerordentlich günstige Aufnahme der Vereinsvorstelluugen im Lessiug-Theater, besonders die Vor- stelluug des La»gmann'sd>eii Arbeiter- Drama's„Bartel Turaser" hat den Andrang so bedeutend gesteigert, daß sich der Vorstand ge- »ölhigt sah. eine fünfte Zlbiheiluug zu eröffnen. Diejenigen Freunde der Volksbühne, die Mitglieder der V. Abtheilung werden wollen, werde» gebeten, sich baldigst in einer der im heutigen Inserat ver- öffentlichten Zahlstellen anzumelden und das Eintrittsgeld und einen Mouatsbeitrag gegen vorläufige Quillnng zu hinterlegeii. Die Mitgliedskarte erhalten neue Mitglieder nach Aufnahme durch den Vorstand drei Tage vor der Vorstellung in den Zahlstellen. Die erste Vorstellung für die V. Ablheilnng findet im L e s s i n g- Theater statt. Zur Aufführung gelangt„Bartel T u r a s e r". Sonntag, d e n 9. I a n u a r, nachmittags 2�/4 Uhr, II. Abtheilung' Dieselbe Vorstellung. III. Ablheilnng Sonntag, den 30. Januar, dito. Nachzügler anderer Abtheilungeu erhalte» nur einen Stehplatz. Der Vorstand. I.A.: G. Winkler. Statistisches zur Berliner Sittengeschichte. Der§ 361 Nr. 6 des Strafgesetzbuches bedroht mit Haft„eine Weibsperson, welche wegen gewerbsmäßiger Unzuchr einer polizeilid)en Aussicht unterstellt ist, wenn sie dem in dieser Hinsicht zur Sicherung der Gesundheit, der ösfentlichen Ordnung und des öffentlidien Austandes erlassenen polizeilichen Vorschriften znividerhandelt oder welche, ohne einer solchen Aufsicht unterstellt z n sein, g e w e r b s- mäßig U n z u ch l treibt." Aus der letzten Vorschrift folgern die einen, daß eine reichsgesetzliche Konzessioniruug der Prostitution bestehe. Andere wollen nur eine„Reglementirnng" dieses Gewerbes daraus ableiten. Amtliche Zahlen darüber, wieviel unter Polizei- sicher„Sitten"-Aussicht des§ 361 stehen und wieviel, ohne saldier Aufsicht unterstellt zu sein, also ohne Anmeldung das Gewerbe der Prostitution in Berlin betreiben, liegen nur bis einschließlid) des Jahres 1895 vor. Danach stallde» anfangs 1895 4847. ausgangs 1895: 4995 in Berlin unter sille>ipolizeilid)er Aussicht! Sistjrl wurden in demselben Jahr 325 wegen Nid)lgestellnng zur Untersuchung, 18 870 wegen„Inderlichen Unihertreibens", 1253 wegen Ansciilhalts bei Kupplern, 1210 wegen Ver dachts der Syphilis. Von den demnach insgesanmit 21 658 aus sittenpvlizeilichcn Gründen Si flirten wurden 16 467 dem Amlsanwalt zur Erhebung der Anklage, 3041 Krankenhäusern (wegen Syphilis oder Krätze) zngesührt(von den 16 134 dem Amts- anwalt Zugesührten wurden 12 238 verurlheilt). Mithin sind fast sünsnial so viel weiblidie Personen wegen Sillenkonlraventioii sislirt als konlrollirt. Nimmt man auch an. daß in der Zahl der Eistirte» einzelne Personen mehrfach gezählt und ei» Viertel zu Unrecht sislirt sind, so ändert sich das Gesammtresultat dod, in nur unerheblicher Weise. Nimmt mau ferner an, daß schwerlich mehr als der sünfle Theil der Prostitnirten. aber nicht zur Polizeikontrolle Angemeldeten sislirt ist, so würden im Jahre 1894 rund 100 000 Prostitnirte sich in Berlin befunden habe». Nach der am 2. Dezember 1895 vor- genommenen Zählung befanden sid) in Berlin 879 998 weiblidie Personen, darunter 223 964 Kinder bis 15 Jahren. Es waren demnach im Jahre 1894 unter rund 650 000 weiblidzen über 15 Jahre allen Personen etwa 20 600 ans siltenpolizeilichen Gründe» Sistirte und etwa ein Sed)stel Prostitnirte. Diese sehr niedrig gegriffenen Zahlen beweisen schlagend, wie mindestens überflüssig die durch§ 361 91t. 6 geschaffene Konzession der Regleinentirnng der Prostitution ist und in welch jäninierlicher sozialer Lage sich die weibliche Bevölkerung Berlins befinden muß. E i 11 Mittel, diese Lage in etwas zu bessern, und dadurck) die Anzahl der Opfer der Prostitution etwas zu ver ringern, wäre ein unbedingtes Koalitionsrecht, umgeben mit Schutz gegen jede Verhinderung seiner unbeschränkten Ausübung. Je bessere Lohn- und Arbeitsbedingungen durch das Koalilionsredil erkämpft werden würden, desto seltener würde die„gewerbsmäßige Unzucht" im Sinne des tz 361, desto geringer die Anzahl derer, die zu dem traurige» Mittel greifen, zur Fristung ihres Daseins sich verschiedenen Männern gegen Entgelt preiszugeben. Aber freilich Herrn von Stumm und seinem schlol- und krauljnnkerlichen Koalitionsrecht, das den Unternehmer- ein Greuel. Und Wohlgefallen findet an den vereinsgesetzlidien Knebclungs- preußische Minister von der Recke unter dem neuen Reichs-Sprediminisler dieser jüngst im Reichstage das Gefolge ist das Profit verringert, Herr von Stumm versuchen, die der nimmt. Beifallnickend hörte er Grafen v. Posadowsky zu, als Koalitionsrecht als„iiidsi so iiothivendig" bezeichnete, solange das direkte allgemeine Wahlrecht bestehe. Dem weiblichen Geschledsi steht in Deutschland noch kein Wahlrecht zu— oder welches W a h l r e ck) t nieinten Sie, Herr Graf? Die Peunbrüder. Auch sie wissen bereits, daß man nirgends besser verborgen sein kann, als in der Menge und so braucht man sie nicht mehr in ihren Echliipfwlnkeln, wie Kellerlokalen, Lager Plätzen und Lanbenstndlen aufzusuchen, um sie kennen zu lernen. Aus einem unserer elegante» Schmuckplätze, der von mehreren leb. haften Kanfstraßen umrahmt wird, kann man ihr Treiben beobachten Sie scheuen durchaus nicht das Lidst und die Oeffentlichkeit; ganz offenherzig verbringen sie den Tag theils auf den Bänken des Platzes. theils vor den Schaufenster» eines großen, bürgerlichen Restaurants lehnend. Zu jeder Jahreszeit, in jeder Witterung sind sie dort zu finde». Sie kennen keinen Unterschied zwischen Sommer- und Winterkleidung oder gar, wie so mancher Genuß- bürger, die sogenannte Monatsgarderobe; sie sind jahraus, jahrein in einem einzigen Rocke zu treffen. Wenn dieser gar zu rissig und lappig geworden ist, kommen sie eines Morgens mit einem frischen Rock, der allerdings seine» Vorgänger an Güte nicht um vieles übertrifft und auch sd>on eine gewisse Dienstzeit bei einem andern Herrn hinter sich hat. Sie zählen gewissermaßen auch zu den elegante» Geinißbürgern, die fortwährend an ihnen vorbei- schreiten oder in Droschken und Equipagen vorüberrolle», denn auch sie gehören zu den Gesdiöpfen, von denen mau sagt: Sie säen nicht, sie ernten nicht— trotzdem sie nicht schaffen, leben sie doch. Wovon? Ja, das wird schwer genau nachzuweisen sein. Einzelne bringen Stullen mit; sie sind wahr- scheinlich verheirathet und lassen sich von ihren Frauen versorgen. Die andern aber leben anscheinend vom süßen tzlichtslhuu. Dieser oder jener hilft wohl ab und zu bei den großen Waarenhäusern Kisten und Packele abladen. Das dafür erhaltene Trinkgeld wird auch ausnahmslos als solches verwendet. Der Besitzer des Trink- geldes schickt einen anberen Pennbruder um die Ecke— er, der Be- sitzer, ist für eineu Augenblick der Herr— und die andern ge- horchen. Wenn der Fortgeschickte zurückgekehrt ist, zeigt sich der Besitzende aber auch als ein vornehmer Mensch. Die Flasche, die er hat füllen lassen, geht von Hand zu Hand. Der Inhalt gehört der ganzen Runde gemeinsam. Ans kurze Zeit werden die Pennbrüder lebhaft. Sie erzählen ganz laut— von früheren Zeiten oder von Verwandten, die besser als sie au den Untiefen des Lebens vorbeigesegelt sind. Der bekannte heruntergekommene Gelehrte, der bei jeder Penn- bruder-Genossenschast zu finden ist und mindestens zehn Sprachen sprechen soll, macht einige derbe Witze oder hält eine kleine Vor- lesung. Nachdem die Flasche geleert worden ist, verstummen die Pennbrüder nach und nach; ihr Gesicht wird wieder stumpf und mit. dem alten stieren, schnapstrunkenen Blick schauen sie die Vorüber- gehenden an, die sich verachtungsvoll von diesen Menschen abwenden, die zum guten Theil aud, Opfer der sogeliaiinteu christlichen Weltordnung sind, und die doch ihren Mitmenschen viel weniger zur Last fallen, als so mancher der Verachtenden.— Die schon so vielfach angeregte Frage wegen Gleichlegung der S o m m e r s e r i e n der G e m e i n d e s ch u l e n mit denen I der höheren Lehranstalten beschäftigte am Mittwoch unter Vorsitz! des Bürgermeisters Kirsd)»er wiederum die städtische Schnl-Depu- tation. Nach eingehender Berathnng hat die Deputation indessen beschlossen, es bei dem jetzigen Versahreu zu belassen, wonach die Sominerserieii der Gemeindeschulen auf vier Wochen, die der höheren Lehranstalten auf fünf Wochen bemessen sind. Warum diese Uugehörigkeit weiter bestehen soll, wird iiidst gesagt. Die Ferien der höheren Lehranstal teil Berlins sind für das Jahr 1893 folgendermaßen festgesetzt: 1. Osterferien: Schluß des Schuljahres: Sonnabend, den 2. April; Anfang des Sd>»>jahres Dienstag, de» 19. April. 2. P f i ii g st s e r i e n. Sdsiuß des Unterrichts: Freilag, den 27. Mai; Ansang desselben: Donnerstag, den 2. Juni. 3. S o u> m e r s e r i e n. Schluß des Unterrichts: Freitag, de» 1. Juli; Anfniig desselben: Dienstag, den 9. Anglist. 4. He r b st f e r« e n. Schluß des Sommer-Halbjahres: Sonnabend, den I.Oktober; Anfang des Winter-Halbjahres: Dienstag, den II. Oktober. 5. Weih- n a ch t s f e r i e». Schluß des Unlerridsis: Mittwoch, 21. Dezember; Anfang des Unterrichts: Donnerstag, den 5. Jannar 1399. Patriotisiiilis im Reiche dcS Herr» Thiele». In der „Krcuz-Ztg." lesen wir: Um eine» öfse»llid>eii Protest gegen die Bestrebungen des sozialdemokratischen Verbandes der Eisenbahner Dentsdsiands, der die sozialdemokratische Partei als be- rnfene oder beauftragte Vertreterin der Jiitereffeii der Eisenbahn- Angestelllen hinstellt, zu erheben, werde» alle Eisenbahn-Beamten und Arbeiter zu einer genicinschafllichen Aussprache ans Dounerstag, 13. Januar, abends 3 Uhr, uad) de» Säle» des„Neuen königl. Opern-Thealers"(Kroll) eingeladeii. In dem von einer Anzahl Eisen- bahnbeamten-Verelneii erlassene» Anfruse wird gegen das Anftreten des sozialdernokratisdieu Verbandes Front gemacht und ausdrücklich erklärt:„Angesichts der in unserem Vaterlaude in den letzte» Jahren entstandenen intensiven orga»isatorisd)en Beivegung unter den Eisenbahnbedienstelen, welche in dem sozialdemokratischen Verbände der Eisenbahner Dentsdsiands seinen Gipfelpiuikt erreicht hat, ist es die Pflidsi der ans loyaletii patriotischen Boden aufgebauten Eisen- bahn-Beamtenvereine, ans sich selbst herauszutreten, den Stand zu fdsicheii und vor unlauteren(!) Eindringlinge» zu be- ivahren." Svld>e Protestversanimlungen sind billig»vie Brombeeren, und wenn die inleressirten Personen wollen, können sie sid) ein derartiges Vergnügen jeden Tag leiste». Wer nicht patriolisd) inilbrnllt oder gar den der Sozialdemokratie bezichtigten Verband z» vertheidige» wagt, der wird denunzirt und dann mit der Hllngerpeitsche ge- züchtigt. Der Sozialdemokratie gesdsieht durch die veranstalteten Kindereien auch unter den Eisenbahnern nicht der geringste Abbruch. Ter„schtvarzeu Liste" nnd der Miethemahnkanzlci der Hans- besitzer will der Verein der Berliner Wohnliugsmiether jetzt eine Liste n i ch t e in p f e h l e n s w e r t h e r Haltsbesitzer gegenüber stelle». Der Vorstand des Vereins fordert alle Miether Berlins ans, sich a» diesem Werke zu betheiligen. Es sollen angemeldet werden Hausbesitzer, 1. welche erst durch geridsiliche Urtheile haben gezwungen werden müssen, ihren Verpflichtinigen»adiz»ko»»»en; 2. ivelche an den Miether Anfordernngen gestellt haben, deren Nichtberechttglnig geridsilidi festgestellt worden ist; 3. bei denen Pfändnngcn der Mielhe vorgekommen sind, oder andere Ereignisse, die den Mielher über die Eigenthiinlsverhältnisse vom Hanse im Unklaren lassen; 4. welche sich weigern, den vom Mietherverein herailsgegedenen Mielhsverlrag zu benutzen; 5. weld)e die Miethe- inahnkniizlei gegen ihre Mitglieder in Anspruch nehmen; 6. welche die schwarzen Liste» in irgend einer Forin benutze» und befördern. )llle hierauf bezügliche» Meldungen sind an das Vereinsbnreau Solmsstr. 30, I, Ainlmann Bahrseldt. zu richten. Ucbcr die Erkraukuugeu der Berliner Dienstboten und deren Versicherung dagegen geben die Mittheilunge», ivelche der „Abouuenienlsverein von Dienstherrschaften" soeben an seine Mit« glicder versendet hat, interessante Ausschlüsse. Nach diesen betrug im vorigen Jahre die Zahl der allein bei dem genannten Verein gegen Krankheit versicherten Dienstboten in Beilin und den nädistbenadibarleii 20 großen Vororten zirka 45 000 in etwa 38 000 Haushallnngen. Davon mußten 3739 Die»st boten »ad) Krankenhäusern gebracht werden. Und außerdem belief sich die Zahl der ärztlichen Konsultationen durch Dienstboten auf 33 000. Das sind erschreckende Zahlen, die einem auf wirklidie Sozialreform bedachten Staat sdsiemügst veranlassen müßten, den Dienstboleu durch entsprechende Verordnungen und vor allein durch Hergäbe des Koalitionsrechls die Möglidsieit an die Hand zu geben, für Bcffernng ihrer Lage zu sorgen. Von 100 iveiblichen Mit- gliedern der Orls-, Betriebs- nnd Jnnnngs-Krankenkassen erkrankten im Jahre 1896„nnr" 33,70. Audi dieser Prozentsatz ist noch von furchtbarer Höhe, dod) bleibt er allem Anschein»ach zurück hinter der Erkranknngsziffer der Dienstboten. Freilich ist nicht daran zu denken, daß der heutige Staat für gründliche Abhilfe sorgt. Das könnte ja als ein Eingriff in das Heiliglhmn der„herrsdiaftlid>en" Familie angesehen werden. Und dieses ist ans alle Fälle z» schützen Beim Arbeiter kommt es weniger darauf an. Eine lebhafte Agitation gegen dieBesdsiüffe der General- s y n o d e und der Provinzialsynoden um weitere Bersd)ärfilng der Sonntagsruhe im Gastwirthsgewerbe, Einschränkung der öffentlidzen und private» Lustbarkeile» nnd Verminderllng der Schaukstäiten. haben die Gastwirthe beschlossen. I» der gestern im Keller'sche» Saale abgehaltenen Vcrsnuimlnng des Vereins der Berliner Weiß- bier-Wirlhe sprack; der Reidis- und Landtags-Abgeordnetc Stadtverordnete M. Sdiulz. Tie Versammlung nahm folgende Resolution an:„Die dem Verein der Berliner Weißbierwirthe migehödge» Mit- glieder der evangelischen Landeskirche weisen mit Entrüstung die Uebergriffe der Orthodoxie ans der Generalsynode zurück, weldie dabin gehen, mehr, als es bisher schon geschehe», i» das ivirthschaft- liche Erwerbsleben weiterer Kreise der Bevölkerung einzugreifen. Solche, Mangel an Verständniß für das Volksleben nnd die Volks- seele dokuinentirenden Beschlüsse sind wohl geeignet, äußerliche H e n d> e l e i und D u ck in ä u s e r e i, nie aber innerliche Religiosität hervorzurufen. Werden dein Volke seine Neigungen und Lustbarkeiten durch die Kirche geiioinme», so geht damit die Entfrenidmig von der Kirdie gleichen Ed, ritt. Der Verein wird mit allen Mitteln auf jedem Gebiete des öffentlichen Lebens den Kamps anfnehmen gegen rigorose Eingriffe in das Gastwirthsgewerbe, sei es durch Staat oder Kirche unter Aurnfmig der Unterstützung aller gerecht und objektiv denkende» Mitbürger." Es war allerdings nicht hübsch von den orthodoxen Pastoren, daß sie die berühmte Sliftmig der Orgel für die Kirche mit der weggeineißelten Kameelsinschrift, die die Gastwirthe sich geleistet halten, durch so reaktionäre Besdsinsse belohnten. Die Ucbcrsicht der am ZI. Dezember und 1. Januar zur Versendniig gelaugten Stadlbriefe ergiebt gegen das Vorjahr eine Vermehrung um 253 450 Stück, d. h. 7 pCt. der Gesanimtzahl. Aufgegeben wurde» i» der Zeit vom 30. Dezember mittags 12 Uhr bis 31. Dezember 5 Uhr früh 267 324 Stück Briefe und Postkarten und 182 142 Stück Drucksachen nnd Waareuprobeu. znsaunnen 449 966 Stück. während in der Zeit vom 31. Dezember früh bis 1. Januar 1 1 Uhr abends 1 723 291 St. Briefe und Postkarten und 1687 276 Stück Drucksachen nnd Waareuprobeu zur Aufgabe gelaugte». Am letzten Tage des ver- flossenen Jahres wurde» also nicht weniger als 3 410 567 Stück Seiiduiigeil au Berliner Postanstalten zur Beförderung übergebe». Gegen 1396/97, wo die Äesammtzahl der aufgegebenen Sen- düngen 3 607 033 Stück betrug, wurden 1897/93 3 360 533 Stück befördert. Eine ganze Armee vou Beamte»>var thätig, um die Fluth von Sendungen zu bewältige». In Berliner Postaustalte» arbeiteten i» der Weihnachtswoche schon 5631 Beamte neben 4056 Unterbeamlen nnd 2137 Posthilfsbvten. Dazu käme» noch 1047 Hilssmannschaften aus dem aktiven Militärstande nnd 1587 Zivil- Personen, außerdem die Beamten und Hilfsmaunschaften aus deu Postämtern in Charlotlenbitrg, Rixdorf und Schöneberg. Der Staatssekretär dcS RclchS-PostamtS Hot an die ihm nnl«rft»he»d« Beamtenschast sollende» Erlnß gerichlet:„Der P ä ck e r e i- und B r i e f v e r k e h r ist i» der letzlverflossene» Weih nachts- und Nenjahrszeit weit über den Umfang r» de» früheren Jahren hinansgeaangen. Allein in Berlin sind S,K Millionen Packclsendungen bearbeitet worden. Die Bewältigung der Massen hat. wie ich mich bei verschiedenen Belriebsstellen persönlich überzeugt habe, an die Beamten n»d Unterbeamte» sehr hohe Anforderungen gestellt. Der geivnltige Verkehr hat sich zu mciuer Freude Im gesaininten Neichs-Postgebiet glatt abgewickelt. Ich nehme gern Veranlassnug, den Beamte» und Unterbeamlen für die bewiesene Hingedttng und Umsicht meine Anerkennung und meinen Dank auszusprechen." Leider wird auch der vertrauensseligste Kausinann keinem darbenden Beamte» ans diesen Dank hin etwas borgen. AlS Schinkelanfgade» deS NrchitcktcuvereiuS sind auf dem Gebiete dcS Bau-Jnge»icnrwesens für dieses Jahr nebe» einer Ans- gäbe für Hochbau zum ersten Male eine solche für Wasserbau und eine für Eisenbahnban gestellt worden. Besonders interessant ist diejenige für Wasserbau. Dieselbe betrifft den Entwurf zum Umbau d e s S p r e e k a n a l s i n B e r l i n. Der Spree- kaual soll von der Jnselbrncke bis zum Kaiser Wilhelm-Denkmal als Großschifffahrtsweg umgebaut und zugleich so überdeckt werden, daß dadurch Lianm für eine großstädtische Straßenaulnge ge- wounen wird, ohne die Benutzung des Wasserlauses für die Vorfluth und die Echiffsahrt zu beeinträchtige». Zur Ge- wiuuung der nöthigen Durchfahrtshöhe für die Schiffe wird der ganze, jetzt im Oberwasser liegende Wasserlaus in das Unterwasser zu verlegen sei», indem die bisherige Stadt- schleuse unweit der vormaligen Bauakademie beseitigt und eine neue Schlausenanlage oberhalb der Jnselbrücke hergestellt wird. Außer dieser neuen Schleuse und den« zugehörigen Freigerinne ist die Tieferlegung und Ueberdeckuug des Schlcuseukauals zu bearbeiten, letztere unter Zulassung einer Stützeureihe in ihrer Mitte. Endlich ist für die Schloßbrücke ein Neubau vorzusehen unter Umwandlung der jetzigen beweglichen Durchfahrtsössnung in eine feste Oessnung und unter Veränderung der Pfeilcrslellnug, im übrigen aber unter Beibehaltung der Brückenansicht. Kampf gegc» die große» Waarenhänser. Von de» Berliner Grossisten der Bijouteriebrauche ausgehend ist in Pforzheim die Bil- düng einer Konvention gegen die Bazare in der Schwebe. Seitdem nämlich die Bazare der großen Städte ansaugen, Bijouterie, und zwar nicht allein die ganz billige Gablonzer Glasbijouterie, sondern auch die Pforzheimer nnd Gmünder Golddoublö-Vrjouterie bis hin- auf zu ihren feineren Spezialitäten zu führe», haben die Grossisten Angst bekomme», ihre seitherigen Abnehmer, die kleinen Goldarbeiter nud Uhrmacher in Berlin und anderen Großstädle» könnten durch die Bazare lahm gelegt werden. Sie leiteten daher Verhandlungen mit den Pforzheim« Fabrikanten ein nud«inigten sich mit diesen zu einen» Frontmnchen gegen die Waarenhänser im allgemeinen»lud gegen«in Berliner Waarenhaus im besonderen. Als Ziveck der Ver- einbarung wird bezeichnet der Schutz und die Erhaltung des soliden Detailgeschäfts als des natürlichen Vermittlers für die Pflege guten Geschmackes und gerechter Werthschätznng künstlerischer Handarbeit beim kaufenden Publikum. Die einzelnen Artikel des abzuschließenden Vertrages besagen: Grossisten und Fabrikanten,»velche für de» deutschen Markt arbeiten, mache» sich durch Unterschrift und Ehren- »vort verbindlich, weder direkt noch indirekt Licserungen an ein Waarenhaus zu machen. Die Grossisten verpflichten sich gegenüber den �Fabrikanten, bei Käufen oder Ordres nur VertrngSstrmen zu be- rücksichtigen. Ueber eventuelle Vertragsbrüche und andere Streitigkeiten entscheidet«in Ehrenrath. Mit jeder Vertragsbrüchigen Finna sind innerhalb sechs Monaten sämintlich» Verbindlichkeiten zu lösen. Der Vertrag soll vorläufig für ein Jahr Geltungsdauer haben. Die- jeuigen von den für den deutschen Markt arbeitende» Firmen,»velche den Beitritt zu der Konvention vcriveigern, sollen von dem geschäst- liche» Verkehr»nit den Grossisten ansgeschlossen»verde». Den Inhabern der großen Waarenhänser»vird diese Konvention nicht allz»» viel Kopfzerbrechen mache». Schon längst, bevor die Kleinhändler nnd Zivischenhändler sich völlig verblutet haben, dürften die Fabrikanten zu Kreuze kriechen.— Nicht weniger als SlOv polizeiliche Strafmandate, die sich von 1 M. an aufivärts beivege», sind im verflossenen Jahre fegen Konzessionäre und Kutscher des hiesige» öffentlichen Droschken- »hrwesenS»vegen Fahrkontraventionr», Schäden am Betriebs- Material ,c. erlasse»»vordt». Nächst de», Straßeuhandel dürfte wohl da? Drosthtensnhrgeiverbe das am meisten»nit SIrafinaiidale» bedacht« sein. Nach dem Vorbilde der Slraßenhändler beabsichtige» auch die Interessenten des DroschtenfiihrgewerbeS eine„Polizei- StrafmandatSstatistil" zu veranstalien. Die Schiilcrwagc», die in» vorigen Jahre in den Vorort- »ügen auf verschiedenen Strecken versuchsiveise eingeführt»vorden sind, uu, die Schulkinder auf der Fahrt vom Berkehr mit Er- »vachseuen»itöglichst abzuschließen, sollen sich nicht beivährt haben. Die Ersahrnngen haben vielmehr gezeigt, daß der erstrebte Ziveck keinesivegs erreich! imirde, denn nun waren die Kinder, jeder Aus- ficht bar, sich selbst überlassen, und ihr Treiben soll manchmal ein recht uuschöues geivesen sein. Unter diesen Umständen ist denn die Beseitigung der Schülerivagen erfolgt. Nur auf der Schlesischen Bahn sollen einzelne Wagen für Schulkinder an den Tagen der Karlshorster Rennen noch verkehren und zivar unter Aufsicht vo» Schaffner». Die Wagen»verde» auf beiden Seilen Schilder mit weithin lesbarer Aufschrift„Schülerivagen" tragen. Keine volkSthiiniliche Hochschnlknrfe. Ein Berichterstatter »neldet, daß die bekannte Eingab« Berliner Uiiiversitälsprofessoren an de» akadeinischen Senat ni» Vmveiiduug zur Herbeiführuug einer Staatsuiiterstützltug für Errichiuug volksthümllcher Hochschulkurse abschlägig beschiede»»vorden sei. Das»var vorausziisehe». Der Senat begründe seine ablehnende Haltung mit de» Eahuiige» ver Hoch- schule vom lll.Oktober lölö. Der Gedanke soll jetzt iii andererForn» Gestalt geivinnen.— Nicht mit diesen nuniiiehr ivohl aus de»»» Rahmen d!r Uni» versität selbst herauslrelenden neue» Bestrebungen scheint die Ein- berufnng einer konstitilirendcn Generalversammlung des Deutschen Volkshochschnl- Vereins zusammenzuhängen. Dieselbe soll an» 10. Januar, abends 8 Uhr, in» Bürgersaale des Rathhanses statt- finden. Einladungen z» ihr«rlaffe» eine Anzahl bekannter Berliner Persönlichkeiten, u. a. die Professoren Aegidi, Ende, Gnsseroiv, Lessing, Lasso», die lltedaklenre mehrerer Berliner Zeitungen, Fran Schillrath Ca»er, Fräulein Helene Lange, Fran Lina Morgenstern, Herr v. Egidy. Ob hierbei ettvas Brauchbares heranskommt, muß sich zeigen. Die Freie Vereinigung selbständiger Fleischermeister Berlins und der Umgegend ist mit ihrer Klage gegen das königliche Polizei- Präsidium»vegen Aufhebung der ablehnenden Verfügung a»f Er- »Heilung der JiinungSrechte abgewiesen worden. Die Freie Bereinigung»vill sich bei diesem Urthcil nicht beruhigen, sonder» »vird noch die Entscheidung des Oberver»vattil»gsgerichts herbei- führen. Eine»ier»wli>dige Praxis der Polizei. Am Donnerstag wurde der Hausdiener Otto M. von seinem in der Prenzlauer Allee 223 »vohnende» Prinzipal nach der Gleimstraße geschickt. Unterivegs hielt ihn ein Schutzmann an, der ihn» bedeutete, daß der leinene Anzug, den er trage, verdächtig aussehe. Er möge»»»l zur Wache kommen. Obgleich der Hausdiener sich den» Schutzmann gegenüber als auch vor den auf den» Revierbnrean in der Stargardtcrstraße befindlichen Bcainten durch seine Radfahrerkarte legiliinirte, wnrde seinen» Einivande, daß er ein ehrlicher Mensch sei, der sich bereits 3'/� Jahr bei seinen, Chef in Slcllnng' befinde, keinerlei Beachtung geschenkt. Otto M.»inißle sich zunächst vor den» Wachtmeister völlig entkleiden; dann kam der Lieutenant, vor den» er sich der gleichen Unannehmlichkeit unterziehen mußte; und als diese Prozedur vorüber war, nnd M. sich eben wieder angezogen hatte, hielt ein dritter Polizeibeaniter darauf, daß der Sistirle noch einmal seine Kleider von» Körper ziehe. Erst als die dritte Entkleidnngsszene vorüber»var erhielt M. den kurzen Bescheid, daß er gehen könne. Keiner der Beamten hielt es für nöthig, sich dem zu unrecht festgenommenen Man« gegenüber mit irgend einen» Worte zn«»tschuldigen. De» ncncstc» Handelsartikel bilde« zweifellos Röntgen- strahlen,»velche in„Portionen" zu 10 Pf. abgegeben werde». Es handelt sich hierbei»in Automaten. Dieselben bestehe» aus einen» Kasten, welcher an der Seite eine Höhlung zeigt, in der eine empfind- liche Platte eingelassen ist. Derjenige, der die Röntgenstrahlen „erwerben"»vill,»virft 10 Pf. in den Automaten, zieht mit der einen Hand an dem Griff, während er die andere Hand in die Höhlung hineinlegt. Der glückliche Käufer kann sodann die Knochen der mit Röntgenstrahlen durchlenchteten Hand, die sich ans der erivähnten Platte spiegeln, deutlich erkennen. Hohe Holzprcise. Eine auffällige Erscheinung ist der hohe Stand der Holzpreise in diesem Winter. Die Nachfrage ist auf den öffentlichen Auklionen so stark, daß»och nie dagewesene Gebole abgegeben»verde», oft bis 100 pCt. über Taxe. Die siskalischen und komniunalen Forstveuvallniigen mache» glänzende Geschäfte,»venig- ste»S in der Mark Brandenburg. Im städtischen Obdach befanden sich am 1. Dezembet 1897: 27 Familie» mit 63 Personen, darunter 20 Säuglinge, und 80 Einzel- persone». Am 1. Januar 1838»var der Bestand 33 Familie»»nit 88 Persone»», darnnler 22 Säuglinge und 84 Einzelpersonen. Das Aslft für nächtliche Obdachlose daselbst benutzte» iin Laufe des Monats Dezember 1337: 33 321 Personen, und zivar 779 Frauen und 37 542 Männer. Von diesen Personen>vl,rden dem Kranken- banse an, Friedrichshain 13, den» Krankenhause Moabit 46, der Charitee 17 Persone», der Anstalt Wuhlgarten 3. der Krankenanstalt des Aslfts 30 Personen überwiesen, 381(371 Männer, 10 Frauen) der Polizei vorgeführt. Gebadet haben»vähreud des Monals Dezember 13 637 Perftmen. Eine gräfliche Pleite. Ueber das Vermögen des Grafen Friedrich v. H o h e n l b a l in Eharlottenburg, Joachimsthaler- straße 4. ist die Eröffnung des Konkursverfahrens beantragt ivorde». Das Ainisgericht zu Charlottenbnrg hat demgemäß zur Sicherung der Verniögeusmasse das allgemeilie Veräußerungsverbot erlassen. In» neuen Rbgeordnetenhanse in der Prinz Albrechtstraße entstand in der Nacht znm Donnerstag zwischen 10»iid 11 Uhr ans noch nicht aufgeklärte Weise Feuer. In» ziveile» Stock, in einem Attseiilhalisrnun» der Banhandiverker, die schon längst den Bau ver- lassen hatte»», brannten Werkzeuge, Kleidungsstücke, Holzkisten und andere Sachen. Die Fenerivehr tonnte die Gesahr schnell beseitigen, so daß das Feuer ans seinen Heerd beschränkt blieb. Neber de» Nachlaß der durch Goenczy ermordeten Gipsbruch- besitzen» Wittive Auguste Schnitze, geb. Latze, und deren Tochter Klara, der einen Werth von et>va I1/« Millionen besitzt, ist noch nicht entschiede». Da der Fall einlrete» könnte, daß die Nachlaß- »»asse als„herrenlos" nach»närkischei» Provinzialrecht der Stadt- gemeinde Berlin zufiele, hat der Nachlaßpfleger, Rechtsanwalt Holz, dem Magistrat Mittheilnng über die Verhältnisse gemacht, die da- durch sehr verivickelt»verde», daß von jeder der erinordetei» Frauen ein Testament«xistirt, in der sie die andere j»tr Erbin ernennt, nnd somit die Frage angeregt»vird, ob«ine die andere überlebt und dadurch beerbt hat. Diese Frag« ist nicht zu beantivorte», ehe der Mörder seine That eingestanden nnd geschildert hat. Da man aber vo» Goenczy keine Spur hat, kann man nicht erivarten, von ihm Anfschluß zu erhalten. Von der Leiter abgestürzt und dadurch schiver verletzt ist gestern Mittag in der Weinmeisterstraße der 22 jährige Arbeiter Mühling. An dem Hause Weimneisterstr. 3 sollte ei» großes Schild abgtnoinincn»verde», und M. bestieg, um dasselbe zu lockern, eine Leiter. Plötzlich verlor er das Glcichgeivicht nnd stürzte ans einer Höhe von ca. 5 Meiern auf das Straßenpslaster hinab, wo er mit schiver«» inneren Verletzungen besinnungslos liegen blieb. Der Ver« »»»glückt« wurde sofort mittels Droschke dem Krankenhaus Friedrichs- Hain zugeführt. LiebcSknmmcr hat den 57(?) Jahre alten Schneider August I d l e r aus der Willibald Alcxisstr. 35 l» de» Tod getrieben. I.. ein Williver und Vater von z»vei crivachsenen Töchter», von denen eine verheirathet ist,»vohnte seit zivei Jahren mit einem Fräulein Chad- z i n S k>), einem Mädchen im Ausgange der vierziger Jahre, zn- sainmen. AnS dem Zllsammenivohnen entspann sich ei» Liebes- verhältuiß, aus dem ein jetzt drei Monate altes Kind hervorging. I.»vollte»nn die Geliebte hcirathen, und da er mit diese»» Plane bei seine» Angehörige» auf heftigen Widerstand stieß, so beschloß er, ans dem Leben zu scheiden. Gestern Mittag gegen 12 Uhr fand ihn Fräulein Eh. au» Fensterkrenz hänge». Eine Absperrung versucht« ani Miltivoch Nachmittag die Polizei ohne Erfolg ans dem Anhalter Bahnhofe. Hier kam mit den» Frankfurter Zuge die Prinzessin Marie von Sachsen-Meiningen an. Aus dieser Veranlaffung»vollte die Polizei sich»nit der üblichen Ab- sperrnng des Bahnsteiges nicht begnügen, sondern auch den Theil des Bahnsteiges, den»»an nur»nit einer Fahr- oder Steigkarle be- treten kann, noch einmal absperren, um für die Prinzessi» einen freien Ausgang zn schaffen. Das Publikum hatte sür diese Maß- reget kein Versiändniß und kümmerte sich einfach nicht un» die Ver- suche eines Wachtmeisters und seiner Untergebene». So geschah da? Unerhörte, daß die Dame, die ziemlich zuletzt den Zug verließ,»nil ihrer Vegleitling in derselbe» Weise den Bahnsteig verließ»vie das übrige Publik»»». Sie hat dabei keinen Schabe» genommen. Man sah ihr nicht an, daß sie sich belästigt fühlte, es mag ihr vielmehr so noch angenehmer gewesen sein, als»venu sie bis z»»» Ausgange hätte Spießruihe» laufe»»»»isse». Ungliicköfällc in» Straßcnpcrkchr. Am Mittivoch Vormittag »vnrde die undeilbar kranke Wirlhschasterin Ida M. in ihrer Wohnung in der Pallisadinstraße, und der Schneider A»g>»st I. in seiner Wohnung i» dcr Willibald Alexisstraße erhängt vorgefunden.— Bor den» Hanse Slallschreiberstr. 36 gerielh vormittags die Schuh- macherfran Friederike Puhlman» unter die Räder eines übermäßig schnell fahrende» Geschäftswagens»»d erlitt schiver« Qiletschnnge» an» Oberkörper.— In der Straße„Grüner Weg" lief vormittags die zehnjährige Emma Moerner einem OmnibnS nach und achtete dabei nicht auf das Klingeln und Anrufen des Kutschers eines hinter ihr fahrenden PserdebahnivagenS. Obgleich dcr Knischer sofort brenlste, wurde das Mädchen von dem Pferde»nigestoßcn. erlitt aber nur Hantabschürsnnge».— An der Ecke der Gotzkoivstystraße und dcr Straße Alt-Moabit wurde vormittags die Dioschkenkntscherfrau Christiana Eilner durch«inen Arbeitsivagen überfahren nnd am linke» Beine schwer verletzt.— In der Kleinen Alexanderstrabe fiel die obdachlose Wiltive Elisabeth Tesmer zu Bode» und verletzt« sich schiver am Kopse.— In der Berginannstraße stürzte der 66 Jahre alle Fuhrherr Christian Paschali von seinen» Geschäftsivagen und trug eine so schivere Verletzung am Genick davon, daß er bald darauf starb. Im Elend. Der S3jähr!ge obdachlose Schneider Wilhelm Lüdecke, der anscheinend auf dem Boden des HauseS Linienftr. 68 nächtigen»vollte, und durch«inen Bewohner des HauseS»veggeiviesen »vorden war, fiel beim Verlasse» des Hauses von der Trepp« und erlitt innere Verletzungen. Als Seiche im Landlvehrkanal iviedergefnnden wurde der Leder- Händler Hermann Müller aus der Hauptstraß« Nr. 2 zu Echöneberg, den»»an seit»»»»mehr sieben Wochen vennißte. Mondfinsterniß. Die in unsere» Breiten in der Nacht vom 7. aus den 8. Januar sichtbare Mondfinsterniß beginnt um 12 Uhr 47 Minuten nachts und endet»»»» 2 Uhr 23 Minuten nachts. Die Grüße der Verfinsterung beträgt in Theile» des Monddnrchineffers 0,16. Für die Beobachtungen sind kleinere Fernrohre mit sch, vacher Vergrößerung»vegen der Verivaschcnheit der Schattenbegrenzung einpschlenswerth. Ans dcr U r a n i a- S t e r n>v a r t e, Invaliden« straße.»verde» den Besuchern zur Beobachtung des Phänoineiis säinmt- liche Fernrohre zur Verfügung gestillt»verde»». Um 12 Uhr nachts »vird ein kleiner orientirender Bortrag stattfinden. Feuerbericht. Mittwoch Abend 3 Uhr erfolgte P a ll i s a d e n- straße 21 ein Gardinenbrand. Bald darauf»nußie die Mehr nach Prinz Albrechtstraße anSrücken, wo im nenen Abgeordneten- Hause und zivar im ziveiten Stock eine Holzkiste mit Werkzeug und Bekleidungsstücke» in einem Aufenlhaltiranm für Bau- Handwerker i» Brand geralhen»var. Tie Gefahr»var jedoch bei Ankunft der Wehr bereits beseitigt. Donnerftag nachmittag? 1 Uhr mußte E ch i l l i n g st r. 12/14 ein Kellerbrand abgelöscht»verde». Zu gleicher Zeit brannte W e i ß e n b u r g e r- straße 55 der Fnhboden,»vobei auch das Haus beträchtlichen Schaden erlitt. Ein Zimmerbrand rief um 1 Uhr die Wehr»ach ru cht straße 31. Ein Rohr mußte Wasser gebe», nm die lammen zu lösche», doch wurden Betten, Möbel und der Fußboden vernichtet. In der Urania. Jnvalidenstroße, spricht heute, Freitag, abends 8 Uhr Herr Professor Dr. Walther von der Universität in Jena über den„Sainuur als geologische Kraft". In der alten Urania hielt Herr Dr. Alfred Köppen einen „Meisterwerke der Renaissanee" benannten Vortrag, der sich im»vesentlichen i»it den Werken der drei hervorragenden Italiener Lionardo da Vinci, Michelangeloftind Raphael beschäftigte. Der durch vortreffliche Projektionsbilder erläuterten Darstellung des Lebensganges dieser Männer ging eine Schildernng des Zeitalters und der Gesellschaft voraus, die den Künstlern der Renaissance nicht allein ein iimfaffendes und befriedigendes Feld sür ihre geniale Thätigkeit bereitet, sondern auch der Ausbildung der menschlichen Individualität besonders günstige Vorbedingungen geivährt hatte. Möglicheriveise hätte Herr Dr. Köppen den Gegensatz des späteren Mittelalters znr heutigen Zeit in noch schärferen Strichen, als geschehen, hervorheben können. Während die großkapitalistische Aera nicht allein in der Industrie, sondern auch in der Kunst fast nur de» Spezialisten kennt und iverihschätzt,»var die Ansbildnug der Künstler des snnfzehnlen nnd sechzehnten Jahrhunderts zun» theil eine so vielseitig«, daß«in Lionardo und Michelangelo nicht allein als Maler nnd Bildhauer, sondern auch in der Jngeiiieurivisseiischast und in dcr Literat»»r Männer vo» Bedeulnng»vare». Heule bethäligt sich nur der Narr als Universalgenie, solange besondere Uiusiände ihn» solchen Aberivitz ungestraft gestalten. Anders der nwderne Künstler. Der Bildhauer von heute gehl ganz in seiner Modellirkunst ans; das Aus- haue» seines Werkes in Marmor überläßt er frnnven Leuten. Nach anderer Richtniig hin drängt das Kapital vielfach den Künstler, keine Kraft in den Dienst der Massenfabrikation z» spannen, »vähreud selbst der nicht ans höchster Stufe stehende Kunsthandwerker früherer Zeiten sich völlig der feinsten Ausarbeitung seines desonderen Gegenstandes hingeben konnte. Dies«»nid noch andere Symptome, »vesche den Abstand des Medicäischen Zeitalters vom Werlhein, ischen grell kennzeichne», hätten,»vi« gesagt, vielleicht drastischer betont »verde» können. Im ganzen aber verdient der Borlrag volle An- erte,»»»»»g. Wir wünschen noch, daß die vo» Herr» Dr. Koppen veranstaltete»» Abende hinfort reger besucht»verde»», als dies vor» gestern leider der Fall»var. Die Echließung der Treptower Eternwart« ist gestern ohne Sang und Klang ersolgt. Es findet bekannllich«in Umbau statt. Tie Akadeinischc Böckliu-RnSstcNung ist wieder nm mehrere Gemälde bereichert»vorden, fo daß die Lücke ausgefüllt ist, die durch die nolhivtndig gewordene Ansscheidnng des BildeS„Gott Vater zeigt Adam da? Paradies* entstanden»var. Mit de» jetzt ein« getroffenen Werken Böcklin's, einer„och nirgends gezeigten„Eber- jagd" ans früherer Zeit nnd dem„Jagdzng der Diana" von lS96, hat die Ausstellung ihre Vollständigkeit erreicht. Der Besuch ist so anhaltend nnd so rege, daß eine Verlängerung der Ausstellung über den 16. d. M. hinaus»vnnschensiverth»väre. Da eS aber unmöglich ist, den Schlußtermin hinauszuschieben, so»verde», die Säle jetzt auch i» den Abendstunden von 7 bis 10 Uhr dem Publik»»» geöffnet. Im Knnstgewerbe-Mnscnn»»vird die Sanunlniig Heckscher aus Wien,»velche seit einen» Jahr« in einen» besonderen Ranme hinler dem Goldsaale ausgestellt»var, am Sonntag geschlossen. Der reiche Schatz an Kostbarkeiten, Jmvele», EmailS, mittelalterlichem Kirckengerälh, ist nach den» Tod- des BefltzcrS der Familie desselben zugesallen,»velche die Sammlung»unmehr übernimmt, um sie zu ver« »verlhen. Die Familie hat dem Museum drei sehr»verthvolle Stücke zn»> Geschenk gemacht. Das Jannar-Progran»» drS Apoflo- Theaters zeichnet sich durch einige»lenengagirl« Kräfte in beinerkeneiverlher Weise aus. Vor allen Dingen verdient eine junge Dame, die Kops- nnd Hand- EqnUibristin Berlhold»»vegen ihrer erstaunlichen Körperkrast und der Grazie, i»it der sie diese anwendet, lebhaste Beachtung. Balanzirarbeitei», die an sich gewiß nicht in daS Gebiet des Aestheilsch-Schönen fallen,»verde» von dieser Künstlerin mit einer Vollendung ausgeführt, die auch solchen Bewnnderung abnölhigen i»»ß, die sonst nicht kür die Darbielnngen des Spezialitäten-TheaterS schivärnien. Fast gleichlverlhige Leistungen»verde» vo>» dem„Hand» siandskünstler" Arras vorgesührl; auch an seinen Prodnkttonen muß der Zuschauer die unerhörte Gelenkigkeit beivundern. Weiter sind zu erwähnen die lebenden Bilver deS Herrn Henry de Bry, die insoiveit ungleichivcrlhig waren, als sie»eben geschmackvollen mythologischen Darstellungen auch eine sentimentale Verherrlichung deS ostaflatischen Profilkrenzzuges brachte». An? der Reihe der nenengagirien Kräfte seien noch er» »vähnt der GesangShiunorist SigivaN Gentes, die«iiglischen Tänzerin»«» May und Violette, die Nnustradfahrertruppe Aurora und die ExcentricS Spink-Spink. Ans dein Programm deS vorigen Monats sind herübergenouime» der bekannte Jongleur Epadoni, das drollige französische Duellistenpaar Desroches-Bianca nnd die vortreffliche Gesangskünstlerin Earmen-Faur. Die Bilder deS ehr- ivürdigen Kincmalographen sahen diesmal leider noch ver- schivoinmeiier aus, wie früher. Theater. Theodor Etorm ist der nächste Dichter-Adend des Schiller» Theaters in» Bürgerst»»!« des Rathhauses Sonntag, den 9. Januar, gewidmet. Da St arm wesentlich Lyriker ist, wird daS Hauptgewicht des AVends ln den Liedervarträaen lteaen. Den einleitenden Bortrag hält Retnhvld Qrtmann.— DaS SchiNer-Theater bringt in der nächsten Woche, und zivar Donnerstag, den 13. Januar, die erste Aufführung der Novität „Der König", Schauspiel in b Aufzügen von Richard Boß. Heute wird Fulda's Lustspiel„Die»mlde Jagd" gegeben. Ueberniorgen, Sonntag, nach- mittags wird„Wallenstsin's Tod", Sonntag abends nach längerer Pause das Shakespearc'schc Lustspiel„Der Widerspenstigen Zähmung" wiederholt. — Im Ostend-Theater gelangt am Sonntag Nachmittag noch einmal „Berlin, wie eS weint und lacht" zur Aufführung und zwar wird Karl Weiß den Ferdinand spielen. Abends bleibt das Repertoirstück„Leben und Lieben"._ SlttS de» Nachbarorten. Wege» deS Todtschlages, der an dem Wächter Bronkow in Niederschöneweide in der Nacht zum 13. November verübt worden, ist der 27jährige Gärtner Bruno Bierivage» in das UntersnchungS- gefängniß in Moabit eingeliefert»vorden. Bei der Sektion der Leiche »var in dem Körper Bronkoiv'S eine abgebrochene Messerspitze ge- sttnden worden, welche zu einem dein Angeschuldigten gehörigen Messer passen soll. Die Charlottenburger Stadtderordneten-Vcrsamnilnng trat gestern ziun ersten Male in einer Stärke von 66 Mitgliedern zn» sammen. Nach einer einleitenden Anrede deS Oberbürgerineisters Fritsche über die glänzende Entivickelung der Siadt»vählt« die Bersaniinlung den bisherigen Vorsteher, Dr. Jaffa, mit 51 von 57 Stimmen»nieder, den Stellvertreter des Vorstehers. Stadt» verordneten Ströhler mit 49 von 53 Stimmen; als Beisitzer wnrden die Stadtverordneien Fränken und Hnbatsch init je 51 Stimmen geivählt. Die Versaininlnng setzte hieraus die SitznngStage sür das erste Halbjahr 1893 fest. Die angeblich von Zigeunern geraubte siebenjährige Fetisch a«S Adlershof ist bereits ihren Eltern»vieder zugeführt »vorden. Wie in allen bisherigen Fällen, so hatten auch diesmal die Zigeuner nichts mit den, Verschivinden des Kindes ihnn. Die kleine F. hatte, ohne ihren Elter» hiervon Kenntniß zu geben, einen Besuch bei einer Tante in Köpenick gemacht, wo sie die Nacht über blieb, nm am soigende» Morgen nach Adlershos zurück- zukehren. VevNttMttNmsvn» Eine öffentliche Maurerversamnilmig, die in einer Anzahl von eiwa 2000 Personen am Mittwoch in der Tonhalle tagte, debaittrte tiber die Frage der Einigung beider in Berlin bestehende» Organisationen. Zur Vorberathnng dieser Angelegenheit ist eine Kommisston von Vertretern des Verbandes und des Lokalvereins niedergesetzt worden. Ueber die Verhandlungen dieser Kommisston erstattete Silberschmidt einen sehr anssnhrlichen Bericht, dessen wesentlichste Punkte folgende sind: Die Mitglieder des Zentralverbandes schlugen vor, der Lokalverein solle sich auflösen und alle Berliner- Maurer der Zahlstelle des Verbandes beitreten. Die Statuten des letzteren sollten dann so geändert werden, daß �kein Berliner Maurer Ursache habe, daran Anstoß zu nehmen. Das Streikreglement solle außer kraft treten und der Berliner Streik- fonds als Lokalfouds der alleinigen Verfügung der Berliner Kollegen überlassen werden. Von einem Mitgliede des Lokalvereins sei der Vorschlag gemacht worden, beide Organisationen auszulösen und eine lose Organisation nach Art dersenigeu der Steinarbetter einzuführen. Dieser Vorschlag sei jedoch nicht ernstlich diskulirt worden. Da- gegen hätten die Lokalisten vorgeschlagen, nachdem beide Organisationen aufgelöst worden sind, solle eine neue für Berti» und Umgegend gegründet werden, der alle Berliner Maurer anzugehören hätten. Dieser Vorschlag habe bei den Zentralisten die Meinung erweckt, daß man von der anderen Seite die Einigung hintertreiben wolle. Da die Lokalisten auf diesem Standpunkt beharrie» und denselben als den Willen der Gesammtheit ihrer Mitglieder bezeichneten, die An- gehörigen des Zentralverbandes aber nicht darauf eingehen konnten, so habe die Kommisston die Verhandlungen abgebrochen und die Einigung sei somit gescheitert. Der Referent knüpfte an diese Dar- stellung die Bemerkung, die Einigung sei durchaus nothwendig und diese Frage dürfe nicht eher von der Tagesordnung verschwinden, als bis sie gelöst sei. Er führte weiter unter Hinweis ans entsprechendes Zahlenmaterial aus, daß die lokalen Fachvereine zwar in frühere» Jahren etwa? Tüchtiges geleistet halten, jetzt dagegen sei diese Organisationsform veraltet und müsse die Zentralisation, welche in jeder Hinsicht leistunassähiger sei, an deren Stelle treten. Was gegenwärtig die Berliner Maurer noch trenne, seien nicht prinzipielle Gründe, sondern kleinliche Rechthaberei. Die Ausführungen Silber- schmidt's wurden häusig durch Zwischenrufs und Unruhe eines großen Theils der Versammlung unterbrochen. Ein Sturm der Entrüstung erhob sich, als der Redner behauptete, Kater habe in der Einigungskominission gesagt,»he er einer Aenderung der Berliner Organisation zustimme, könne feinet wegen die ganze Errungenschaft der Lohnbewegung zum Teufel gehen. Kater, der hierauf, von mißbilligenden Zurufen empfangen. das Wort nahm, gab die betreffende Aeußeruug zu, meinte aber, sie habe einen anderen Sinn gehabt. Es sei gesagt worden, die nigung müsse bis Neujahr vollzogen sein, weil sonst die Char- loltenburger Kollegen sich nicht mehr an der Lohnbewegung betheiligen würden. Er habe dazu bemerkt, daß die Einigung nicht durch Rück- sichten auf die Charlottenburger beeinflußt werden dürfe. Dan» sei ihm zugerufen worden: Auch wenn die Lohnbewegung darunter leidet? Im Aerger habe er dann geantivortet: Und wenn die Bewegung zum Teufel geht. Es sei nicht hübsch, daß diese Aeußeruug jetzt als Trumps gegen ihn und die Lokalisten aus- gespielt werde. Zur Sache führte der Redner aus: Den Uebertritt zum Verband billige er deshalb nicht, weil dadurch noch keine Einig- keit unter den Kollegen herbeigeführt werde. Das beweise das Beispiel der Töpfer, unter denen, wie man auf jedein Bau be- merken könne, trotz der Einigung noch lange kein« Einigkeit herrsche./ Zaittstr' M'zu Charlottenburg.' Der Bevollmächtigte giebt bekannt, daß er von der Polizei aus« gefordert worden sei, ein Mitgliederverzeichniß einzureiche». Es wird beschlossen, es auf eine Klage ankommen zu lasse». gnit N»retnto«n» der Händler und Händlerinnen, Heut« Abend sZj Uhr Ackerslr. U6 bei Hoppe, Mitglieber-Bersammlung. Glektrotechntscher«ewerkv-r-in Berlins und Umgegend. Sonnabend, den s. Januar, abends sjz Uhr, Echillingstraße 38, Vortrag. Fachtollegen willkommen._______ Briefkasten der Redaktion. Die juristische Sprechstnnbe findet am Montag. Freitag und Sonnabend von ft bis 8 Uhr abends statt. W. L. Höchst. Ist für»ns umnöglich. Schreiben Sie direkt an Ferner sprachen W o r m von feiten der Zentralisten, Knöppchen von feiten der Lokalisten, beide führten in längeren Reden die bekannten Gründe für die eine und die andere Organisations- form an. Knöppchen behauptete unter anderem, den Metallarbeitern, und zwar gerade denen, welche die Einigung am eifrigsten betrieben hätten, wäre dieselbe schon wieder leid. Diese Bemerkung veranlaßte den anwesenden Metallarbeiter- Vertrauensmann N ä t h e r ulns Wort zu bitten, was er aber erst nach einer lebhaften GefchäflsordnungS- Debatte und unter heftigem Protest eines Theils der Versammlung erhielt. Rächer bestritt die Be- Häuptling deS Vorredners, indem er ausführte, die Metallarbeiter, nachdem sie die Einigung für nothwendig erkannt, hätten sich nicht um die Forin gestritte» und seien jetzt stärker an Milgliederznhl und bei weitem leistnngssähiger in finanzieller Hinsicht, als sie vor der Einigung waren. Der Redner, welcher, durch Zwischenrufe veranlavt, die Berhällnisse seiner Organisation noch näher darlegen wollte, wurde schließlich durch forlgesetzie stürmische Unlerbrechnngen daran gehindert und die weitere Diskussion auf Antrag ans der Versammlung bis nächste Woche vertagt. Es wurde beschlossen, das Protokoll über die Sitzungen der Einigungs-Koimnission drucken zu lassen. Tic Ban-, Erd- und gewerblichen Hilfsarbeiter» Zahl- stelle I, hielten am 2. d. M. ihre regelmäsnge Milgliederversamm- lung ab. Alts dem Geschäftsbericht des Vorstaudes sging hervor: Stattgefunden haben 12 Mitgliederversammluiigen, 12 ordentliche, 10 außerordentliche VorstandSsitzungen. An die am Manrerstreik Betheiligten wurden 177,20 M Unterstützung gezahlt. Für den Streikfonds wurden 700,90 M. gesammelt; die Lokalkasse ver- einnahmt« ISllb.SS M. und verausgabte 417,02 M. Die Mitglieder« zahl ist von 00 aus 500 gestiegen, hat sich also versiebeufacht. Die Vorstands, vahl hatte folgendes Ergebniß: Deredder und Heidemnnn Bevollmächltgte, H o f f m a n n und W e n d Kassirer und Krüger Schriftführer. Als gievisoren wurden Nehmisch, S ch ö n r o ck und L i e s k e gewählt. Zum Spediteur des Organs wird B ö l k e bestimmt.— Im IV. Quartal war eine Einnahme von 404.94 M. und«ine Ausgabe von 100.70 M. zu verzeicbnen. L. A., Xanbeiistrastc. 1. Ist pfäudl'ar. 2. Gegen den Milttärstskus, vertreten durch die Jntendanwr, ist berPfäudUNgsbeschliiß zurichten. 3. Der Bormund muß klagen.— R. 000. Die betreffenden Urkunden sind nicht stempclpflichtig. Ucberreichung von Abschriften und Vorlegung im Tennin genügt.— C. 32. Die Kündigung ist rechtmäßig erfolgt. Forden, Sie den Wtrth auf, anzuerkennen, daß der Vertrag am 1. April beendet ist. Lehnt er dies Anerkcnntnib ab, so verklagen Sie ihn beim Amtsgericht. — A. H. 100. Welche Rechte Ihnen zustehen, hängt davon ab, wo der letzte Wohnsitz der Verstorbenen war. Sprechen Sie zur Klarlcaung in der Sprechstunde vor.— L. K. 84. Sie könnten nur dann Alimenten- gelber erlangen, wenn auf Ihren Antrag hin daS Gericht(Vormund- schastsgertcht in Dniizig) Ihnen die Erziehung zuspräche. Ihr Antrag hätte aber nach Lage der Sache wenig Aussicht aus Erfolg. WiilcrungSiibclstcht vom S. Januar I8V8, 8 Uhr morgens» Stationen. Swiuemüude Hamburg, Berlin.. Wiesbaden. München. Wien... Haiiaranda. Peiersburg. Cork... Aberdeen.. Paris... k! 3'S: s a oto E 5 S I öfils J3 Ö V ♦Si§ tö I *2 rH JQ a l'S KZ Wetter Sias II i-flö O o C K lO 702 700 702 705 707 700 750 754 701 751 765 Wetter-Prognose € S SW SO SW Still Slill S Nebel Regen bedeckt bedeckt wollig Regen Nebel Schnee bedeckt Hefter Nebel 3 7 5 3 5 -0 — 9 1 10 0 4 tu- Freitag, 7. Januar 1808. Ziemlich ivarm. vorwiegend trübe und regnerisch bei mäßigen südwestlichen Winden. Berliner W e t I e r b n r e a u. KÄumungs-VvnItauf. Nach stattgehabter Inventur werden große Restbestände von Gchnhwaaren der verschiedensten Art zn Jnventnrl ich nur gangbare, moderne Artikel darunter, welche zum Theil n m ntlich günstige tVelegennett, gute uuv vauerhaste«Slynywaaren zu« Ausverkauf gestellten Restbestände sind i« besonderen Räumen nbersichtlich zur gest. Wahl ausgelegt. Dlufnahmevreise» ausverkauft. Es befinden sic. genügend sortirt find und deren Borräthe nicht mehr ergü ordentlich giinftige Gelegenheit, gute und dauerhafte Schnhwaare» zu thatsächlich spottbilligen Preise» zu kaufcu. estellten Restbestände sind i« besonderen Räumen iiberfichtlir nur gangbare, moderne Artikel darunter, welche zum Theil nicht mehr genügend sortirt find und deren Porräthe nicht mehr ergänzt werde» sollen. Es bietet sich daher für Jedermann eine außer« Sclrnliwaareiibans Carl Stiller | QeflrDndet 186771 �erusülewerstritsss 40, am Dönhoffplatz. I Gegründet 186771 Tifchler-Berein. T*de«- Anaelse. >m Montag, den s. d. M., starb unser Mitglied, der AM Ftthrer im Alter von 48 Jahren. Die Beerdigung findet am Freitag, den 7. Januar, nachmittags 3 Uhr, von der Leichenhalle des neuen Jakobi- kirchhofeS, Hermannsttaße, aus statt. Um rege Bethetltgung bittet 198/2 Der Vorstand. Allen Freunden und Bekannten für die herzliche Theilnahme bei der Be- erdtgung meines lieben ManneS, deS Ptanoarbeiters Elvert Baamaim sowie Herrn Mauasse für die tröstenden Worte sagen wir hiermit unseren besten Dank. 26lSb Wwe. Baumann n. Verwandte. Ivlies Anzeige. Allen Freunden und Kollegen die traurige Nachricht, daß mein lieber Mann, der Arbeiter 2018b Bar! Behrend nach langem schwerem Leid en verstorben ist. Die Beerdigung findet am Sonn- tag, den 9. d. M., nachm. 3 Uhr, auf *em neuen Zwölf Apostel-Kirchhof statt. Die trauernde Wittwe. Arllnkkn-Nnttrstiivllgs- null der LederzurWer Berlins. (E. H. Nr. 50.) Kellersl-Vörsammlullg am Sonntag, den 10. Januar er., vormittags 11 Uhr, bei Feind, Weinstraffe 11. Tagesordnung: 1. Abrechnung vom 4. Quartal 1897. 2. Bericht der Revisoren. 3. Vorstands- wähl: a) des 1. Borstehers, b) des 1. Schriftführers, c) des 1. Beisitzers, d) der 6 Ersatzmänner. 4. Geschäftliches. L612b Der Borstand. I. A.: Gustav Busse. Nene freie Volksbähne. Sonntag, den O. Jannai-, nachnsittag» prilz.£>/> Uhr, im Thalia-Theater: I>le Kinder der Excellenz. Lustspiel in 4 Aufzügen von E. v. Wolzogen und W. Schumann. Die Mitglieder elnd ersucht, recht pünktlich zu sein. Die Zugang«- thtlren zum Theater werden präz. 2Vj Uhr geschlossen. Avis! Sonntag, den 80. Januar, in Cohn'a Feataaal, Beuthetr. 19; Moderner Dichler- und Lieder-ibend. Mitwirkende: Frau Ol. Vleblj und Herr Cl. Merten, Vorlesung und Eeoitationen; der Konzerts&ngerinnen Frau I.leban- Globig und Frau Else Moest-Schoch unter Begleitung der Pianistin Frl. JHarie Gerde«; der Komponisten Hans Pfltzner und Hans Hermann. 160/1 Entree 40 Pf. Anfang 7 Uhr. Eintrittskarten sind an allen Zahlstellen des Vereins zu haben. NmlnsbMMi-AuMlMk Wims Hermannstr. 214/219. Sonnabend, den 8. Januar 1898: Krosser Volks-Maskenball SV Entree SS Pfennig. 40888« Berndt, Oekonom. Für die englisch-« Maschinenbauer gingen ferner folgend« Beiträge ein: Tischlerei Klug, Fruchtstr. 32 23,15. Möbelfabrik Groschkuß, Gollnow- sttaße 18/19, 9. Rate 17,85. Tischlerei Courtois, Schwedtcrstr. 258, 8. Rate 3,25. Tischlerei Stein, Große Frankfurterstr. 86(außer einem) 10,05. Tischlerei Hoop, Admiralstr. 16, 5. Rate 3,00. Stillvergnügt 1,00. Tisch- lerei Wufterbarth u. Sohn, Alte Jakobstr. 132, 4. Rate 15,00. Sechser- käse, Beusselstr. 23 4,40. Tischlere� Lennig u.� Jatzky, Rüdersdorferstr. 3, Mücke 20,85. Aus der Sparbüchse Laternenfr. Chausseestr. 86, 3,60. Bürsten- sabrik Beh'.enstr., 5,55. Tischlerei Hein, Pallisadenstr., 4,-. Tischlerei Pcuker, Elisabethufer 11, Bierprozente 11,—. Pianofabrik Nöske u. Comp., Aleiandrinenstr. 27, 2. Rate 12,—. Patzenhofer Toime, Reichenberger- straffe 170, 4,30. Tischlerei Lemüg u. Jatzky, Rüdersdorferstraße 3, �°°Jn' Summa 174,80 M., bereits quittirt 4167,41 SR., Gesammtsumme 4342,21 M. Weitere Beiträge nimmt entgegen der Arbeitsnachweis für Holzarveiter Annenstt. 39. Statt desanderer Meldung. Heute Morgen bV» Uhr eine kleine Tochter angekommen. Berlin, den 6. Januar 1898. Louis Henning, Rendant. Hierdurch warne ich jeden, meinem Manne„Frd. Roh" ans meinem Namen irgend etwas zu borgen, da ich für denselben keine Zahlung leiste. Frau Karoline Röh, Skalitzerstr. 124. in Casian Fanopticnm. Friedrichstr. 165. Indisch- hlndnsta- nlsefae Gaukler — und— Sehlangen- BcschwUrer. BÄRENWEIB. ■V Die wcltbelaimte"MW Bettfedern-Fabrik SuftadLusttg.vrrltnG., Prinzen- straffe 40,»erscndet gegen Nachnadmc garanl.neae vettsede ru d. Psd. 66 Pf.. , chinesische valbda»»-» d.Psd.M.l,LS. deffrre 0»I»»a«nen d. Psd. ZK. 1,75, verjiigllche Daunen d. Pfd. M. 236. — Bau diese» Saunen genügen S dl»4 Pfand)ttm grdffen Oderdett. P erpackang frei. Preist n. Praben grati». Viele AnerlennungSschr.. Mehl bestes 000 k Psd. 16 Pf., Auszug 17 Pf. Wiener Mehl 22 Pf. Erbsen 10 Pf. Ia graue Erbsen 2 Pfd. 35 Pf. Schäl- Erbsen 15 Pf. Linsen 10 Pf. Bohnen 10 Pf. Hirse 15 Pf. Haferflocken 18 Pf. Backobst, gemischt 25 Pf. Malzgcrsie 15 Pf. Gries 15 Pf. Graupen 13 Pf. Vorzügl. gebrannten Kaffee von 80 Ps. an. Rohkaffee von 60 Pf. an. Zucker 2 Pfd. 45 Pf., empflehlt 4090L» JE. Ifoffniaim, Jnvalidcnstr. 155, a. d. Ackerstrabe (Teleph.: III, 5059) u. KoPPenfir. S5. DM- Versand von 3 M. an frei Haus. Snlzn-'Ateliev. Küiistl. Zähne in tadelloser AuS- Illhrniig v.Z M., Plomben v. 2 M. a». Schmerzlos. Zahuzieheu mftt. Cocain, Tlorethyl, Chloroform»»d Lachgas unter Lciluug eines prall. Arztes. Bei VestcNimg v. iiinstl. Zahnen Zahnziehen, Zayureiliigeu umsonst; Rate»- zahlung gestattet, Wft'che I M.* GnoUcI, Laust tzcr Platz 3, Elsassersiraße 12, Sleglitzerstraße 71. Keule mi6 Rücken 70 und 80 Pfg., Kehkculcn und-Ulütter. (intflt? 00 s-spirkt 8,5«. tJli4'«,§ltlf(50,55. Hlthner, Knien, Puten. Wild- und Gcflllgelhandlnng Ä.Bitsebl.Iresdemstr. kl. 8 ophaftoffe auch WM- Neste"VW in Siipö, Damast, Erepe, Phantasie, viobelin und Plüsch spottbillig! 4025L» NM- l'rolicn franko! IWE ««fakfe VSvÄ5!'" Emil Lefeiire, Mahre Wunderkinder zieht man mit Hoeh's Siiihr- Zwieback. Derselbe bildet den Kindern gesundes Blut, starken Knochen- bau und schützt vor den Kindcrkrauk- heften. In Packungen zu 10, 20 und 30 Pf. betifi Bäckermeister 9/15» Koschick, Kottkmser Damm 12. Allen Freunden»nd Bekannten zur Nachricht, daß ich Wrangelstr. 136 und 141(alte Nr.) das BSeitz- und Bayrisch-Virr-Lokal v. W. Schmidt übenioulmen habe. Vereinszimmer für 30—70 Pers. stehen zur Verfügung. 26i6b» 3V. Grube. Leihhaus nsrs: - von Gold. Uhren, Silber, Wäsche, Kleidungsstücken. Auf- bewahrung der Pfandstücke 12 Monate. MttWlcktS»» Neaudcrstr. 6, Pfandleihe._• «1.44»,. Steppdecken, Regulatoren. iuttttli, spottb. Ncauverstr. 6,Pfandl. Ztrbcitstlmrkt. Karton- Arbeiterinnen, geübte, Verl. Wolfs, Neue Friedrichstr. 48.* Berfilberer verlangt Goldlcisten» fabrikBarthelö, Gr.Frankfurtcrstr. 84. Berfilberer auf Leisten verlangd F r e i e ii>v a l d e r st r. 20. s2621h Gesangverein s23i3bi im Südosten,»en begründet, suchv tüchtigen Dirigenten. Stimmbegabte Mitglieder wiAvmmen, Adressen er- beten an C. Heidekamp, Eaprtvistr. 23. [2t sucht Arbeiter-Gesangverein. Offerten »itt Hoilvrarangabe erbittet Oskar BcMng, Rirdorf, Stelnmetzstr. 63,11 r. Gute Bchtlkarbtiter werde» verlangt Prinzessinnenstr. 10. Tüchtige Silberpoltrerinnen aus Bestecksachen werden verlangt 2610b__ Prinzessinnenstr. 16. Wagenlackirer gesucht? 4 biö 0 junge, tüchtige Wagen» laekirer sowie 1 Wagenlactirrr» Borarbeiter, der selbständig arbeiten und einer Werkstatt von 15—20 Man» vorstehen kann, finden dauernds Stellung bei Panl Käthe, Hof-Wagenfabrikanttz Brauuschweig. tu»nd außer dem Hause auf Mau» schelten finden dauernde Beschäfttgung bei Hliller A Hiissinanu •_ Grüner Weg 119. 10 tüchtige selbständige Ketdschravk-Scblosser Verl. M. Fabian, Geldschrank-Fabr. Badstr. 69. Sticker, geübte, auf Buntstickcrei, suchen Hattissohn A Fiedler. 26176_ Landsbergerstr. 16. Goldlcisten. 2619b Tüchtige Grundirer, sowie Schleifer finden bei hohem Verdienst dauernd» Beschäftigung Kövuickerftr. IvSd. N>>r de» Inhalt der Inserate «berniunnt die Redaktion dein Publikum gc,ieiliil>cr keinerlei Berantworlnng. Tlzrnkev. Freitag, den 7. Januar. Opernhans. b. Symphonie-Abend der königl. Kapelle. Anfang 7V- Uhr. Tchnnspiclhans. Mutter Thiele. Anfang 71/2 Uhr. Deutsches. Agnes Jordan. Anfang 7>/- Uhr. Lessing. Bartel Turaser. Anfang 7Va Uhr. Berliner. In Behandlung. Anfang 71/2 Uhr. Goethe. Maria Stuart. Anfang 7V- Uhr. Unter den Linden. Die schöneHelena Anfang 71/2 Uhr. Neues. Die Logenbrüder. Anfang 7V2 Uhr. Schiller. Die wilde Jagd. Anfang 7 Uhr. Residenz. Sein Tritt. Aniang 71/2 Uhr. Thalia. Das Opferlamm. Anfang 7l/z Uhr. Central. Berliner Fahrten. Anfang ~ ,71/»"Hr. Lniien. Auf goldenem Boden. An- fang 8 Uhr. Belle- Zllliance. Die relegirten Studenten. Anfang 8 Uhr. Ostend. Leben und Liebe». Anfang 8 Uhr. Friedrich- Wilhelmstädtisches. Der Trompeter von Säkkingen Anfang 8 Uhr. Zllexandcrplah. Die Verführerin. Anfang 8 Uhr. Urania. Taubenstrahe 48—4». Naturlundl. Ausstellung v. 10 Uhr vormittags ab. Abends 8 Uhr � Wissenschaftl. Theater. Jnvalidenstrasjc 57/62. Täglich (außer Sonntags und Mittwochs) abends 8 Uhr: Wissenschaftliche Vorträge. Sluierica». Spezialitäten. Anfang 8 Uhr. Reichshallen. Spezialitäten. An- sang 71/2 Uhr. Apollo. Spezialitäten. Auf. 71/2 Uhr. Feen Palast. Spezialitäten. Passage- Paiioptikni». Wiener Tanz- und Operetten-Gesellschaft. Sdj i Ilr v-' lz e e (Wallner-Theater). Freitag, abends 8 Uhr: Die toilde Jagd. Sonnabend, abends 8 Uhr: Der Registrator auf Reisen. Sonntag, nachm. 8 Uhr: Wallen- stein'S Tod. Abends 8 Uhr: Der Widerspenstigen Zähmung. Ostettd-Theater. Gr. Frankfilrlerstr.132. Dir. C. Weist. Lebe» und Kiedeu. Volksstück mit Gesang in fünf Akten von O. Klein. Musik von G. Wand«. Auf. 8 Uhr. J»t Tuuuel von 7 Uhr ab: — Frci-Konzert. »nd halbe Preise: und lacht. Ferdinand: Carl Weiß. Lnisen- Theater 34. Reichenbergerstraste 34. Abends 8 Uhr: Ans öolimietn Bode«. Volksstilck mit Gesang in 0 Bildern von Wilhelm Frerking. Musik von Gustav Steffens. Dora... Anna Müller- Lincke. Bollmann.. Arthur Winckler. Morgen: Dieselbe Vorstellung. Sonntag, nachul. 3 Uhr: Volks- Vorstcllnng unter Regie von 3. Türk; Othello, der Mohr von Venedig. Billets 4. 60 Pf. in den bekannten Verkaufsstellen. Central-Theater Alte Jakobstr. 30. Direktion Kicfaard Schnitz. Freitag, den 7. Januar 1898: «in II Thomas a. W. Zum 124. Male: Boi'Iiiien Fahrten. Burleske Ansstattnngsposse mit Gesang und Tanz in 6 Bildern von Julius Freund und Wilhelm Mannstädt. Mnstk von Jul. Eiuödshoser. Anfang V28 Ubr. Morgen und die folgenden Tage: Berliner Fahrten-, ilcazar-Theater. Dresdenerftraße B2/53(City-Passage) Anncnstraße 42/43. Direktion: Richard Wlnhler. Vornehmster Familien-Aufenthalt. Heu! Flotte Matrosen. Neu! Große Ausstattungs-Operette in 1 Akt von Ed. Lindner. Neul Vorher: Heu! Die lilehc Im«ckhanse. Lustspiel tn 2 Aufzügen v. A. CoSmar. Ruftreten sämmtlicher Kunst- Spezialitäten. Mtlfitllrt ♦ Wochentags 8 Uhr. MlUUjj. Sonntags 6 Uhr. Sntree 30 Pf. Reservirt. Platz&0 Pf. Vorzugskarten haben Gtltigkeit. LoueertdauL tU.eIpzIkerstr.lVo. 48 gtT" Täglich:'MA3 Hoffmann's Duartett und Humoristen. Ans. 8 Uhr, Sonntags 7 Uhr. Loge 1 M., Sperrsitz 50 Pf- Entrec 30 Pf. AHe S Barrlsons. Lene, liehe Lene. Urania Tanhenstr. 48 40. Naturkundliche Ausstellung. Täglich geöffnet von 10 Uhr vörmiltags ab. Eintritt 50 Pf. Abends 8 Uhr: — Wissenschaftliches Theater.— Invalidenstr.]Vo. 57—62. Täglich abends 7 Uhr: — Ausstellungs-Saal und Vorträge.— Näheres die Tagesanschläge. Passage-Panopücum. Wiener Tanz- und Opereiien- " Gesellschaft. Zum Schluss: Mlnstrirtes Quodlibet In 12 lebenden Bildern. Apollo-Theater. Friedrichstr. 218. Dir. J. GlUck. Paul Spadoni.* Lina Goltz. Oesroclies-Bianca. Aurora-Troupe.--- Splnk-Spink. Miss llcrtliolcli Mr. Arras. Brook and Dunckam. Carmen-Faui* Les 5 Reyvals,* PfMers Morden. Siegwart Gentes u. s. w. u. s. w. Kasseneröf&iungGVz, Anf. Uhr. jQiiarg's Taudeville-Theater. Gr.- Hotel Alexandcrpl. I OOOOOOO■! 1 y Das Beste vom Besten und»hiic Konkiirvenz sind die unverwüstlichen L und immer inehr von Erfolg•" gekrönten Zugstücke S I Das Armband 1 I und| ! Das Modell.! L Vorzugskarten gelten yjimi. Reichshalien- Thcater. Loipzigersti-asse 77. Das splendide Xenj ahrs-Profrramni mit allerersten Kunstkrilften. Family Derrington. Max Waldon. Die drei Maakwoods. Excelsior- Mlmograph U. S. Vf. UST* Anfang T'/s Uhr.-WS K n t r<5 c 50 P f. Avis! Am 15. Januar: Avis! 1. Elite-Masken-Ball (Ein Sommertag In Monaco). Im Reichshallen-Tunnel Militär-Concert In Vnirorm. Maehr'sTheater Ornnicn-StvassiO 24. KW Täglich:-MZ Dhoatev- n. 8i»v?,Inlittitcn- VorzteUnnzr. Neu! D i e St e» j a H r s n a ch t. Neu! Ein militärischer Don Juan. Belnhold Lange, der beste Humorist der Jetztzeit. Käthe Leonard!, bildschöne Kostüm-Soubrette llrothcrs Thcrrns, die berühmtesten Ketten- Tunier. Uilfrtllif Wochentags 8 Uhr. III). Sonntags 0 Uhr. Preise wie gewöhnlich. CtethrftÄ«?* Herrnfeld's ErwtcK Opiglnal Budapester Possen- und Operetten-Theater. Heute Dienstag, Anfang 8 Uhr: Die Anton u. Donat Herrnfeld'sche Novität Familie Kochsalz Vorher die reizende Operette fiefälschte Jungem_ gW Neuer Novitätentheil."WS Unter anderem: Dr. Guido Stelnitz u. William Schüft. In Vorbereitung; Von Dreien der Glücklichste. Uttkl« öft lornirt. Sonntag:, den 9. Januar, vormittag:» U I hr: Ordentliche General-Versammlung im Vereinslokal, Hirtcnstr. 21. Tagcs-Ordnung: 1. Kassenbericht pro 2. Halbjahr 1897. 2. An- träge und Verschiedenes. 3. Wahl des Vorstandes und der Revisoren. Gleichzeitig lverden die Kollegen und Freunde des Vereins daraus auf- merksam gemacht, daß am 19. Februar das 85. Stiftungsfest im Feen Palast als Wiener Maskenball stattsindet. Billets sind vom Sonntag ab beim Vorstand und beim Komiice zu haben. 01/1 Der Vorstand. I.A.: Alhert Mewes. Verlland der Maler etc. Oeutschlands. Filiale Berlin I. 124/1 Dienstag, den 11, Jannar, abends 8V2 Uhr, in den Arminhallen, Komniandaiitenftraste SO: Genereil-VevfsttintlttNN. Tages-Ordnung: I. Kassenbericht. 2. Bortrag deS Herrn Rechtsanwalt Wolfgang Heine über:„Das Koalitionsrecht der Arbeiter." 3. Diskussion. 4. Anträge, Der wichtigen Tagesordnung wegen ist zahlreiches Erscheinen nöthig. Gäste, durch Mitglieder eingeführt, haben Zutritt. Der Borstand. Schaftebranche. Verein hentscherSlhuhnlalljer, ziliilleV. Sonnabend, den 8. d. M,, abends 8Va Uhr, Rosenthalerstr. 57: Versummluug. Vortrag des Genossen Äagver. Samariter-+ Kursus fUr Arbeiter und Arbeiterinnen. Sonntag, den 9. Januar, abends 7 Uhr, bei Colin, Benth- straste 20, I: Vortrag des Herrn Dr. JoSl über:„Die Schöpfungsgeschichte der Erde".— Nach dem Vortrage: Gernüthllches Beisammensein mit Tanz.— Billets ä 20 Pfennige sind bei den Vorstandsmitgliedern zu haben. töb/1 IB?- Montag, den 10. Januar: Vortrag und Uebungsstnnde bei Neumann, Brunnenstraßc 150._ Freie Volksbühne. Sonntag, den O. Jannnr 1808, nachmittags 8V, Uhr, II. Abtheilung im Lessing-Theater: „Bartel Turaser." Ein Arbeiter-Drama in 3 Aufzügen von Philipp Langmann-Hünchen. in. Abth. den 30. Januar, IV. Abth. den 6. Februar: Dieselbe Vorstellung. Nachzügler anderer Abtheflungen erhalten nur einen Stehplatz, soweit Raum vorhanden Ist. Mitglieder zur V. Abtheilung werden in allen Zahlstellen fegen Hinterlegung des Eintrittsgeldes von 60 Pf. und eines Monatseitrages aufgenommen und erhalten dieselben 3 Tage vor der Vorstellung nach Aufnahme durch den Vorstand ihre Mitgliedskarten in den Zahlstellen. Die Marken der V. Abtheilung sind ebenfalls in Eubrik X zu kleben. Die Zahlstellen des Vereins sind: ST. 1. E. Beyer, Veteranenstr. 13. 2. H. Mehnert, Diedenhofenerstr. 3. 3. M. Winkelmann, Ackerstr. 154. 4. A. Hintze, Pankstr. 13. 5. H. Vogel, Demminerstr. 32. 6. C. Becker, Lindowerstr. 25 (Müllerstrasse). 7. E. D i e k e, Ackerstr. 123. 8. A. T i e t z, Invalidenstr. 124(Stettiner Bahnhof). MO. 9. Franz Niemeyer, Weberstr. 19. 10. J. E e u 1, Barnimstr. 42. 0. 11. F. W i 1 k e, Andreasstrasse 26. 12. M. Kothe, Koppenstr. 90. 13. H. Zabel, Frankfurter Allee 90. 14. A. Hoff mann, Blumenstr. 14. SO. 15. P. Nicolas. Skalitzerstr. 107. 16. Gr. B ö h 1 e r t, Mariannenstr. 5. 17. L. Tolksdorf, Görlitzerstr. 58. 18. K. Scholz, Wrangelstrasse 32. 8. 19. j. Gae dicke, Gräfestr. 93. 20. G. Schulz, Admiralstr. 40a. 21. W. Börner, Eitterstr. 15. 22. H. B a a k e, City-Passage, Dresdenerstr. 52/53. 34. H. Schurig, Dresdener- Strasse 128/129. S1V. 23. Fr. Z u b e i 1, Lindenstr. 106. 24. A. Ochs, Lindenstr. 59. 25. A. Böttger, Zossenerstrasse 21. W. 26. W. Werner Bülowstr. 59. 27. A. Faller, Pallasstr. 16. MW.(Moabit.) 28. Fr. Eeddemann, Pritzwalkerstrasse 3. O. 29. Alb. Löwenberg, Neue Schönhauserstr. 18. 30. P. Horsoh, Gipsstr. 27. 31. B. S oh e i t h a u e r, Rosenthalerstr. 64. Rlxdopf. 32. P h. Thomas, Bergs tr. 162. Charlottenbnrg. 33. A. Sellin, Wilmersdorferstrasse 115/116. 228/1 Der Vorstand. I. A.: G. Winkler. Neues Olympia-Riesentheater (Circus Benz.) Täglich 8 Uhr abends: Karlstrasse. Bolossy Kiralfy's„Constantiiiopelt4 An Sonn- und Feiertagen: Zwei Vorstellungen. (Nachmittags 1 Kind frei.) - IVahcres siehe Anschlagsttnlen.-■ W. Noack's Theater R r 11 n 11 c n- S tr a s s e 16. Heute Freiag. den 7. Januar 1898: Das Forsthans. Schauspiel in 4 Akte» vou Charlotte Birch-Pfeisser. Gonuaheud wegen Privatfestlichkeit keine Vorstellung. Khauesrt' Sanssouci Kottbuser Strohe Nr. 4a. Dir. H. Pierrp. Artistischer Leiter Jos. Aschinger. Meu! Meu! Jin Reiche der Sirenen. Ausstattungsstück mit Gesang und Tanz in 3 Bildern von Joh. Eibner u. Jean Häuhler. Musik von Joh. Eißner. Heue Spezialitäten. tlirosster ISall. Wochentags Ansang des Konzerts 7 Uhr. der Vorstellung 8 Ubr. - Kntree 50 Pf.' Passe-partouts gelten, Feen-Palast 22 RnrgKtr. 22. Direktion: Winkler 4 Fröbel. Das neue erfolgreiche Niesen- Januar-Programm. M 1 u g a r r a, Könige aller Thurmselllhafcr. Zühlsdorf märk. Flehen. Cabnrct, dressirte Liliputaner Hündchen. Lebende Photographien. Novität! Um8r/zUhr: Novität! Rich. Winkler und Wilh. Fröbel in der aktuellen Operetten-Bnrlesle Das radelnde Berlin. Anfang 7»/, Uhr. Entre« 30 Pf. Fei 1�8- TI> eater im Welt-ltcataurant 97. Dresdener-Strafte 97. Auf allgemeines Verlangen, neu einstudirt: Die Reezeitburg. Bilder aus dem Berliner Volksleben von Elv. Neu! Geschw. Tills. Neu! Im vorderen Saale: Tyrolei' Sänger Alois Ebner. * Sonntags 6 Uhr. Wockientags?>/, Uhr. Ctfeea« llnselt (llnhnhof Dürfte). Freitag, den 7. Jannar 1898, abends 7:/z Uhr: NumoriUschn Abend. Zaragoza, Orig-Manege-Schaustück des Cireus Busch, entnommen ans dem spanisch. Leben. In nie gezeigter glänzender Ausstattung, darunter mehrere direkt ans Spanien importirte Maulthier- Viererzüge. Besonders hervorzuheben: Eine spanische Eisenbahn mit ein- tretender Katastrophe. Die Flucht des Don Casiodurus»rit seiner Geliebten und sämmtl. Pferden aus dem brennen- den Schloß. Außerdem: Die amerik. Frennde, höchst komische Episode. Die berühmten acht Springpferde. Die Doegartfahrt mit eigens dazu dressirt. Pferde, ausgef. von Mdme. Maria Dor6. Dir. Busch mit seinen vorzüglichsten Freiheitsdreffnren. Morgen 7»/, Uhr: Grosse Gala-Vorstellung. Plombe» 1 M. Zahnziehen frei. Zahn- ärztliche Klinik Oranienstraße. Kunsts Zähnßl 5QM ärztliche Klinik, ManteÜsfeistr. 43. I' Ecke nullall.(.Ullllb l,au IN'Oranienstraße. Spr. 8-10 und 1—3 Uhr. AAinig! i Wlkreis. Mm! (Schönhauser Borstadt.) Sonntag, den 9. Januar, abends 6 Ihr, in Wernan's FefttftlUcn, Schwedterstrasse<88/84: (veffentl DetTainmiuug 219/2 Tagesordnung: 1. Vortrag über:„Die Krankheiten des Proletariers". Referent Ge- noffe Dr. HVeyl. 2. Diskussion. Nach dein Vortrag: Geselliges Beisammensein und 7anz. Um recht zahlreiches Erscheinen ersucht Der Bertranensmanu. Mniq! ß. Wchlkreis. Mlung! 8on;:tag, den 9. Jannnr. abends 6 Uhr: Große öfentlirfic Kersliiiinilsug fiit Mniier»nd groneii im„CUsliner Hof", Cöslinerstr. 8. Tages-Ordnung: 1. Vortrag des ReichStags-Abgeordneten Hobcrt Schmidt über: „Politische Tagessragen". 2. Diskussion und Verschiedenes.— Zu recht zahlreichem Besuch ladet ein Der Vertrauensmann. Nach der Versammlung: Gernüthllches Beisammensein. 219/1 �rbkiter-ViiüuugZLeiiuie. Am Stonntag, den 9. Januar 1898, abends 7 Uhr, in Feuerstein'* Feststtlen, Alte Jakobstr. 75: |ji|r IfersaBfiBTilainy. Vortrag.(Der Eeferent wird in der Sonntags-Nummer bekannt gemacht.) 4/1 — Nachdem: CicmUthllches Beisammensein und Tanz.— Eintritt 10 Pf. Garderobe 10 Pf. Nach dem Vortrag haben nur noch Mitglieder mit ihren Angehörigen Zutritt._■,■ Dentscher Holzarbeiter-Verband. Heute, Freitag, abends 8'/« Uhr, bei Cohn, Beuthstr. 20/21:[76/5 Sitzung; der Ortüftverwal i mi g. Facbv. der MuslkinstrumenteR-Arbeiter. Nm Sonnabend, de» 8. Januar, abends 8»/, Uhr, im»Oranien» Salon«, Lranieustrafte Nr. 51: General- Versammlung. 141/1 Tages-Ordnung: 1. Vortrag des Herrn Dr. JoLI über:„Aus der Steinzeit". 2. Diskussion. 3. Abrechnung vom 4. Quartal. 4. Verschiedenes..... Die Versammlung wird pünktlich erdffnet. Um zahlreiches und pünktliches Erscheinen ersucht__ Der Vorstand._ Freie Vereinig, der Bauarbeiter Berlins. Am Sonntag, den 9. Januar, vormittags Iii« Uhr, im Lokale des Herrn Wernau, Schwedterstrahe Nr. S53—»4: Mitglieder- Versammlung. Tages-Ordnung: 1. Bortrag. 2. Diskussion. 3. Abrechnung vom 4. Quartal 18ftT. 4. Vereinsangelegenheiten und Verschiedenes. M»- Neue Mitglieder werde» aufgenommen."MG zi/1 I. A.: Britz Krüger. Zentral-Berbaud der Zimmerer Deutschlands. (Zahlstelle Berlin.) Den Mitgliedern zur Kenntuiß, daß die Versammlung am». Jannar ausfällt.. 254/1 Der Vorstand. I. A.: H. Knflpfer, Schöneberg. Kolonnenstrahe 52. Miiinc! MM. Am Sonntag, den 9. Januar, vormittaga lO'/j Uhr, tn M. Cohn's Lokal, Beuthstr. 80: S- Mitglieder-Uer/ammlnng der Filiale«erlin II Zeutral-Berband deutscher Maurer. Tages-Ordnung: I. Vortrag des Kollegen D. Sllberschmidt über:„MinimaNohn, Maximalarbeitszeit und die Schädlichkeit der Akkordarbeit i» unserem Beruf. 2. Diskussion. 3, Gewerkschaftliches. 136/1 Wir machen es den Kollegen in den Bezirken zur Pflicht, kräftig für guten Besuch dieser Versammlung zu wirken, auch unter den der Or< ganisation noch fernstehenden Kollege». Die Lokalverwaltung. Muns! Untzer. Mimg! zentralmb. der Maurer Deutschlauds, Zahlstelle Berlin I. Sonntag, de» 9. Januar, abends präzise 5>/z Uhr, in den Arminhallen, Kommandantenstraase Mo. SO: Außemdentl. Mitglieder-Aersaminluilg uiit Zraueu. Tages-Ordnung: Vortrag des Herm Dr. Friedeberg über:„Die Schlvindsncht und deren Heilung." Nach dem Vortrage: Gemüthllches Beisammensein. Hti"1........' 134/1 Gäste haben Zutritt. Hierzu ladet freundlichst ein Die Ertliche Verwaltung. Banhnndmerker-Krankenkaffe für Berlin und Umgegend.(Hing. Hllfskapse No. 118.) Sonntag, den 6. Februar, vormittags 10 Nhr, im Lokale des Herd» Hoffmann, Alexanderstraste 37c; Ordentliche General- Versaulmlung. Tages-Ordnung: 1. Bericht des Vorstandes und Abrechnung des Kassirers vom vierie» Quartal 1897 sowie Revisionsbericht. 2. Bericht des Anoschnffcs. 3. Wohl des ersten Vorsltzenden, des zweiten Kassirers, eines Beisitzers, und vier Ersatzmännern. 4. Wahl des Ausschusses und vier Ersatzmänner. 5. Antrag der letzten außerordentlichen General- Versammfting: Vom 1. April bis 1. Mai 1898 können auch solche im§ 3 Zeile 1 benannten Gewerbe Angehörige der Bauhandwerkcr-Krankcnkasse beitreten, auch wenn sie älter alS 45 Jahre sind, ohne ein ärztliches Attest beizubringen; sie haben aber auf Verlangen des Vorstandes der Banhandwerker- Krankenkasse auch den Be» diugunge» der ganzen Z§ 3 und 8 des Stattits zu geuügen. 6. Innere Kassenangelegenheiten, Publikatiousorgan u. s. w. NB. Der Wichtigkeit der Tagesordnung halber werden die Mitglieder ersucht, zahlreich und pünktlich zu erscheinen. Die Versammlung wird Punkt 10 Uhr eröffnet. MU- Mitgliedsbuch legitimirt.-»L 38/1 _ Der Vorstand. I. A.: H. Metzke, Eberswald erstr. 19. Tischler�Verein. Sonnabend, den 8. Jannar, abends 8V2 Uhr, Mclchiorstraste 15; Getteral-Versainmlttttg. TageS-Ordnung: 1. Abrechnung vom 4. Quartal 1897. 2. Jahresbericht für das Jahr 1897. 3. Bewilligung etwa nöthiger Gehälter. 4. Bericht des Bibliothekars. 5. Wahl eines Bibliothekars. 6. Jnserateusragc. 7. Antrag des Vorstandes auf lieber» Weisung von 100 M. zum Extra-Uulcrstntznngsfonds. 198/1 Mitgliedsbuch legilimirL"ME Der Borstaud. Beranlivortficher Liedakteur: Rugnst Jacobey in Berlin. Fnr den Jnseratentheil verantwortlich:?h. Glocke in Berlin. Druck und Verlag von Max Bading in Berlin.