Ilv. s». Abonnkments- Zedingungen: Abonnement«- Preis pränumerando: «ierteljährb Z.ZV Mb, monatl. uoMl., wöchentlich 28 Pfg. frei in« Haut. älnjetne Nummer 5 Pfg. Tonntagt- Nummer mit tllustrtrter Sonntagt- Beilage„Tie Neue Welt" 10 Pfg. Post- Abonnement: 3,30 Marl pro Quartal. Eingetragen in der Post- Zettung»- Preitliste für 1SS3 unter Br. 7576. Unter Kreuzband für Teutschland und Oesterreich-Ungarn a Mark, für das übrige Autland 3 Marl pro Monat. «rfcheinl täglich»ulier Mo»lag«. Devlinev Volksblstt. 13. Jahrg. Die Inftrtfons-GMhr beträgt für die fechtgefpaltene Kolonel- zeile oder deren Raum«o Pfg., für Vereint- und Perfammlungt-Anzeigen, sowie Arbetltmarlt 20 Pfg. Inserate für die nächste Nummer müssen bt« t Uhr nachmittags in der ExredtNen abgegeben werde». Tie Expedition ist an Wochentagen btt 7 Uhr abend», an Sonn- und Festtagen btt S Uhr vormittag» geössnet. Fernsprecher: Amt l, Nr. 1506. Telegramm- Adresse: »Kozialdemokrak»erlitt". Dentralorgcm der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Nednktiou: 8V. lg. N-uty-Straße 2. Mittwoch, den 1A. Januar J898. KLpedition: SW. 19, Nenty-Struße 3; De« pveutziMe UAndksg wurde heute Mittag eröffnet. Der Kaiser erschien nicht, der Throusessel blieb verhüllt. Fürst zu Hohenlohe verlas die Thronrede, welche folgenden Wortlaut hat: »Erlauchte, edle und geehrte Herren von beiden Häusern de? Laudlages! Veine Majestät der Kaiser und König haben mich beauftragt, den Landtag der Monarchie i» allerhöchstihrei» Namen zu eröffne». Die Finanzlage des Staates hat sich seit der letzten Tagung, namentlich infolge der anhaltende» Steigerung der Erträg- nisse aus den»leisten Staatsbetrieben, fortgcsetzl günstig gestaltet. Das am 1. Zlpril v. I. abgeschlossene Rechnungsjahr hat einen höheren Ueberschuß als das Vorjahr ergeben. Ebenso kann für das laufende Rechnungsjahr ei» erheblicher U e b e r s ch u ß, wenn auch nach den bisherigen Schätzungen nicht in gleicher Höhe, erwartet werden. Der Staatshanshalls-Etal für 1893/99 hält in Einnahme und Ausgabe das Gleichgemicht. Die gesteigerten Einnahmen habe» es gestattet, für fast alle Zweige der Staatsverwaltung Mehranfwendliugen in größerem Umfange i» Aussicht zu nehmen. Bei reichlicher Bemessung der Mittel zur Deckimg dauernder Ansgaben habe» insbesondere die einmaligen und außerordentlichen öffentlichen Bedürfnisse eine weilgehende Berück sichtigmig finden können. Der Ihnen alsbald zugehende Entwurf eines Gesetzes, b e treffend den Staatshaushalt wird die gesetzliche Fest- stellung von Grundsätzen für die Veranschlagimg, Führung und Kontrolle des Staatshaushalts vorschlagen. Der Entwurf steht überall auf dem Boden des verfassungsmäßigen Rechtsznslandes; er beabl sichtigt im wesentlichen. Grundsähe zusammenzufassen und auszu- gestalten, die schon seither bei der Verwaltung der Einnahmen und Ausgaben des Staates theils im Anschluß an Verwaltungsvor- fchriften, theils in thatsächlicher Uebnng befolgt, in einzelnen Fragen auch bereits mit dem Landtage vereinbart worden sind. Die gesetz- liche Festlegung dieser Grundsätze wird dazu dienen, die Sicherheit und Gleichmäßigkeit ihrer Handhabung zu gewährleisten und mehr fach hervorgetretene Zweifel und Schwierigkeiten zu beseitigen. Nach den bisherigen Erfahrungen stehen die durch die Stellung der A m t S k a» t i o n e n dem Staate erwachsenden Vortheile nicht im richtigen Verhnltiuß zu den Kosten und Weiterungen ihrer Ver- waltung und den wirlhschaftlicheu Lasten, die dadurch den Beamten auferlegt werde». Es soll daher die behufs Sicherung der Ansprüche des Staates bestehende Verpflichtung der Beamten zur Stellung von Kautionen im Wege des Gesetzes allgemein aufgehoben und dainit eine erhebliche Erleichterung der betreffende» Beamtenklassen herbeil geführt werden. Ihre verfassungsmäßige Mitwirkung wird zu einer Neuregelung und Berbefferuug des D i e n st« i n k o m m e n s der Geist lichen beider Konfessionen i» Anspruch genommen - werde», welche nicht ohne Bereitstellung weiterer staatlicher Mittel zu erreiche» ist. Die Stellung der P r i v a t d o z e» t e n an den Universitäten entbehrt zur Zeil der gleichmäßigen und zum theil übeihanpl einer ausreichenden rechtlichen Grundlage, so daß eine gesetzliche Regelung dieser Verhältnisse angezeigt erscheint. Wege» Eriveiterung des Staatseisenbahn»etzes, Förde rung der Kleinbahnen und Verbesserung der W o h u u n g s- Verhältnisse ständiger Arbeiter und unterer Beamten wird Ihnen auch in dieser Tagung ei» Gesetzentwurf vorgelegt werden. Die erfreuliche, insbesondere seit Errichtung der Zentrall Genossenschastskasse in raschem Fortschreite» befindliche Entwick- l»»g des G e n o s s e n s ch a f t s iv e s e n s macht eine nochmalige Erhöhung des Grundkapitals der Kasse erforderlich. Diese soll hierdurch in den Stand gesetzt werde»,»och mehr als bisher de» Ansprüchen der sich ununterbrochen vermehrende» wirlhsäzaftlichen Organisationen der Mittelklasse» in Stadt und Land zu genügen. Zur Fortsührniig deS An siedeln ngs Werkes in den Provinzen Posen und Westprenßen wird eine E r. höhung der durch Gesetz vom 26. April 1886 beivilligten Mittel beabsichtigt. Ein darauf bezüglicher Gesetzentwurf wird Ihnen un- verweilt zugehen. In großen Theile» der Provinz Westfalen und einiger an. grenzender rheinischer Kreise entspricht die Einführung eines unmittel» baren gesetzlichen Anerbe»rechts den Rechtsanschaninigen, Erb- gewohnheiten und ivirthschaftlichen Bedürfnissen der Bevölkerung. Es ist deshalb eine Ausdehnung des gesetzliche» Anerbenrechls auf diesem Gebiete in Aussicht genounne». Die durch Hochwasser in verschiedenen Theilen des Landes letzthin herbeigeführten beklagenswerthen Verheerungen haben das landesväterliche Herz Seiner Majestät des Kaisers und Königs tief bewegt. Die Staalsregierung hat die zur Linderung der ersten Roth und behufs Ansführnug der unaufschiebbaren Herstellungsarbeile» nothwendigen Maßnahmen ungesäumt getroffen und die sogleich er- forderlichen Mittel, in Voraussetzung der verfassungsmäßigen Zu- stimmung deS Landtages, flüssig gemacht. Nachdem es hierdurch und mit Hilf« der anS allen Theilen Deutschlands eingegangenen, überaus dankenswerlhen reiche» Spenden gelungen ist, dem dringendsten Bedürfniß vorläufig abzuhelfen, bedarf es nun- mehr noch der Bereitstellung weiterer öffentlicher Mittel zur Beseitigung der Verheerungen und ihrer Folge». Ei» bezüglicher Gesetzentwurf wird Ihnen unterbreitet werde». Zur dauernden Sicherung der betreffenden Landestheile gegen Ueberschivemniungsgefahren find Erörterungen eingeleitet, welche die Negnlirnng der in betracht kommende» Flnßläufe, deren planmäßige Unterhaltung, sowie soimigs, eine geregelte Wasserabführung er- leichternde Einrichtungen bezwecke». Meine Herren! Wichtige Aufgaben harren der Lösung. Die Regierung Sr. Majestät rechnet dabei auf Ihre verständniftvolle, patriotische Unterstützung. Möge die gemeinsame Arbeit auch in dieser letzte» Tagung Ergebnisse zeitige», die dem Vaterlande zu dauerndem Segen gereichen! Anf Befehl Sr. Majestät des Kaisers und Königs erkläre ich den Landlag der Monarchie für eröffnet." Von der Thronrede hat diesmal niemand etwas Beson- deres erwartet. Man kann also, trotz des dürftigen, geschäfts- mäßigen Inhaltes nicht einmal von einer Euttänschung sprechen oder doch höchstens ans Seite jener, die bis in die letzten Tage hinein noch an der Hoffnung eines neuen Vereinsgesetz-Feld- zuges festhielten. Vielleicht sind sie aber nach ruhiger Ueber- legung gerade am allerfrohesten, daß die Regierung nicht auf dieses Eis zum Tanze gegangen ist. Selbst die Erwähnung der günstigen Finanzlage des Staates klingt in dein angeschlagenen trockenen Tone gedämpft und fast kleinlaut. Der neu zu bewilligende Etat 1898/99 habe in den dauernden wie in den einmaligen Ausgaben„für fast alle Zweige der Staatsverwaltung Mehraufwendungen in größerem Umfange" in Aussicht genommen, trotzdem werde er in Einnahme und Ausgabe das Gleichgewicht halten. Ueber die Zwecke der neuen Aufwendungen erfahren wir leider wenig und von den Kulturaufgaben im engeren Sinne des Wortes, also vom Bildungswesen, der Arbeiter- fördernng, ist, mit der unten erwähnten Ausnahme, überhaupt nicht die Rede. Für die Geistlichen aller- diiigs sollen bei Gelegenheit der DiensteinkommenS- Ver- beffernng größere Staatszuschüffe festgelegt iverden. Die Leistungsfähigkeit der Staatsbahnen für Industrie und Land- wirthschast, die der Kleinbahnen hauptsächlich für die Land- wirthschast allein soll erhöht, die Zentral-Genossenschaftskasse für die„Mittelklassen in Stadt und Land" mit einer neuen staatlichen Kapitalsvermehrung bedacht werden. Für die Be- amtcn ist die jetzt zugesicherte Aufhebung der Kautionsstellnng schon in der vorigen Session angekündigt worden. Die Ar- b eiter finden sich bei den staatllichen Betrieben nur insoweit erwähnt, als man in dem seit ein paar Jahren gepflegten Wohuungsbau fortzuschreiten verspricht. Auch die geforderte Erhöhung des Ansiedelungskredits für die polnischen Landestheile überrascht nicht, eine bestimmte Suinnie wird nicht genannt, ebensowenig bei den beanspruchten Mitteln zum besten der Ueberschwemmteu und zur Vorbeugung gegen künftige Wassersgefahren. Daß die Regierung hier im vorigen Sommer„die nothwendigen Maßnahmen ungesäumt getroffen" habe, steht zwar in der Thronrede, aber durchaus nicht außer jedem Zweifel, der wohl selbst in diesem mrquelfrommen Landtag laut iverden wird. Das Altentat auf die Freiheit der Universitäten wird mit dem Bedürsuiffe»ach einer„gleichmäßigen und ausreichenden rechtlichen Grundlage dieser Verhältnisse" begründet! Wir haben in unserem Leitartikel am Sonntag all' diese Forderungen besprochen, so daß wir heute auf weitere Aus- sührnngen verzichten können. Wie weit man mit dein„nn- mittelbaren gesetzlichen" Anerbenrecht für Westfalen über die alten Höferollen mit ihrer freiwilligen Eintragung hinaus- zugehen gedenkt, werden wir bald sehen und dann des näheren würdigen. Hinzuzufügen hätten wir sonst nur noch, daß das jahrelang versprochene Komptabilitätsgesetz oder, wie es jetzt heißt: das Gesetz betreffend den Staatshaushalt, nunmehr im Entwürfe sofort dem Abgeordneteuhause zugehen wird. Nach 50 Jahren verfassungsmäßigen Lebens wäre man also so weit, die durch die thatsächliche Entwickelung herausgebildetcn Regeln konstitutioneller Haushaltsführung gesetzlich festzulegen und gegen Willkürlichkeilen allzu schlimmster Art zu schützen! So wird dieser Landtag ohne allzu viel Aufregung das Zeitliche segneu. E r st wenn er t o d t sein wird, soll das Leben in Preußen beginnen. politische AebeefiM. Berlin, 11. Januar. Slus dem Reichstage. Trotz der wochenlangen Ferien scheinen sich die Abgeordneten von den parlamentarischen Strapazen ihrer Thätigkeit vor Weihnachten noch nicht erholt zu habe»; wenigstens läßt die Frequenz in der heutigen Eröffnungssitzung darauf schließen. Abgesehen von den Juristen, die des Redens halber gekommen sind, sah man nur vereinzelte in Berlin wohnende Abgeordnete und die Parteiführer, welche Schandenhalber da sein müffen. Der Gegenstand der Tagesordnung, Abänderung der Zivilprozeß-Ordnung, ist freilich auch nicht danach angethan, weitgehendes Interesse zu erregen. Ebenso wenig hat es etwas Verlockendes, Reden der Abgg. Riutelen, Ganip, von Cuny«. anzuhören. So haben diese und noch einige andere Herren ihre Monologe vor leeren Bänken gehalten, nur der Staats- sekretär von Nieberding bildete ihren einzigen, niit unerschöpf« licher Geduld ausgerüsteten Zuhörer. Die Vorlage selbst wird unzweifelhaft Annahme finde». EinITheil derselben bringt nur Aenderungen, die sich als noth- ivendige Konsequenz aus de» Vorschriften des Bürgerlichen Gesetzbuches ergeben. Die Annahme dieses Theils ist also selbstverständlich und bedarf es weiteren Redens nicht. Im zweite» Theil bringt die Vorlage einige Einschränkungen, ivelche sich aus den Kreis der pfändbaren Gegenstände be- ziehen. Es ist das ein schwacher Versuch, den Schuldner vor all' zu weit gehender Alispowerung durch den Gerichtsvollzieher und Gläubiger mehr, als es bisher niöglich war, zu schützen. Leider lasse» auch die neuen Vorschrislen dem Richter und Gerichtsvollzieher»och einen viel zu großen Spielraum für das„freie Ermessen". Die Debatte konnte heule nicht zu Ende geführt iverden und wird morgen 2 Uhr sortgesetzt. Von unserer Seite wird Genosse H a a s e dazu sprechen.— Beide Häuser des preiißifcheu Landtages hielten heute i»> Anschluß an die feierliche Eröffnung kurze geschäftliche Sitzungen ab. Im Abgeordnetenhanse konstatirte der Präsident der vorigen � Session, v. Köller, die Beschlußfähigkeit und beraumte zu morgen eine Sitzung behufs Wahl des Präsidiums»nd Entgegennahme von Vorlage» der Regierung an.— Das Herrenhaus»ahm bereits heute die Wahl des Präsidiums vor. Die drei Präsidenten, Fürst zu Wied, Frhr v. Mantenffel und Oberbürgermeister Becker, wurden wiedergewählt. Zu Schriftführern wurden gewählt: v. d. Osten, v. Rohr, Graf Seydlitz, v. Klitzing, Graf».Hutten, Dr. Giese, Büchlemann und v. Knebel-Döberitz.— Morgen findet die Be- rathung des Antrages des Herzogs v. Ratibor betr. Bereitstellung von Mitteln zur m ö g l i ch st e» V« r h ütun g k ünsti g e r Hochwasserkatastrophen statt.— Das Eintreten für die öffentliche Stimmabgabe seitens der„Kreuz-Zeitung", wovon wir in vorletzter Nummer unseres Blattes berichtete», kam an sich niemandem über- rascheud. Verivnnderu konnte man sich höchstens über die gottesfürchtig dreiste Art, gerade jetzt vor den Wahlen solche. Gelüste öffentlich auszuplaudern und au die große Glocke zu hängen. Das konservative Blatt hat freilich die Gründe für seine reaktionäre Forderung sorgfältig hinter einem Phrasen- nebcl verborgen gehalten:„die mit möglichstem Geheimniß umgebene Wahlhandlung korrunipirt schließlich den Charakter; wir betrachten es also als eine Forderung der Moral, wenn wir die öffentliche Stimmabgabe wünschen." Offener hat seinerzeit Herr v. T i e d e m a n n im preußischen Landtag ge- sprachen und seine Worte verdienen wohl heute wiederholt zu werden. Er äußerte am 14. März 1893: „Der Haupigiund liegt darin, daß jemand, der nicht unter der Kontrolle der öffentliche» Meinung wählt, sehr viel leichter zugänglich ist einein Appell an die schlechten Leidenschafte», welche. leider in so vielen Menschen einen lebhasten Wiederhall finden. Ich will ein Beispiel anführen: Bei der letzte» Reichstags- wähl habe ich lonstatiren können, daß in einei» Wahlbezirke mehrere Beamte der königliche» Eisenbahnverwallung dem sozialdemokratischen Kandidate» ihre Stimme gegeben haben mußten. Das war klar»ach Maßgabe der Ziffer der einzelnen Wähler und nach Maßgabe der Liste», die die Wähler, welche erschienen waren, enthielten. Ja, meine Herren, halten Sie es nicht für geradezu eiupörend, daß ein Beamter, welcher Sr. Majestät den Treueid geleistet hat, einem sozialdemo- kra tische» Wahlagilator seine Stimm- giebt? Derartige Dinge könne» eben imr unter dem Deckmantel deS Dunkels statt- finde» bei der geheime» Wahl." Der freisinnig-volksparteiliche Abgeordnete P a r i s i u 8 hob ähnliche Erfahrungen für Berlin hervor, wo auch dem konservativen oder antisemitischen Wahlmanne die Stimmen sämmtlich zugefallen waren, die bei der Reichstagswahl für die Sozialdemokratie abgegeben wurden. Parisius meinte da- mals mit recht: „Daß die geheim« Abstimmung hier zur politischen Heuchelei führt, geht ans diesen Fälle» nicht hervor, sondern das Umge- kehrte. Das ist so klar, daß man es nicht weiter zu beweisen braucht. Die Heuchelei findet nicht bei der geheimen Ab« stiinnlung statt, sondern bei der ö f s e» t l i ch e n. Bei der g e« Heimen Abstiiiunnng können die Beamten ihre wirkliche Meinung ziliii Ausdruck bringen, gleichviel, ob sie einen Sozial- demokrate» oder Freisinnigen oder Konservativen, oder gleichviel welcher anderen Partei sie zum Abgeordneten wünschen." Schrieb doch selbst ein freikonservatives Blatt, das Herrn v. Zedlitz sehr nahe steht und damals auch schon stand, im arbeiterfrenndlichen Jahre 1899 an leitender Stelle: „Das öffentliche Wahlsystem soll de» Charakter des Wähler? stärke», indem er offen und frei sich zu seinen» politischen Stand- punkt bekennt. T h a t s ä ch l i ch liegen die Dinge anders. DaS öffentliche Wahlsystem führt zu einem T e r r o r i s m u s, der den eigentlichen Wahlzweck, die Stimmung des Volkes kennen zu lernen, vereitelt." Jetzt freilich haben die übrigen konservativen und frei- konservativen Blätter nicht das geringste gegen die Absichten der Kreuz- Zeitungsmänner einzuwenden gehabt. Die„Berl. Neuesten Nachrichten" sind nur verdrießlich gewesen, daß die „Kreuz-Zeitung" jetzt diese Frage erörtert, was nicht klug sei. Im gründe find die Konservativen allzusammen und dazu noch das Gros der Nationalliberalen und andere Parteien, alles was am Kapitalismus und an der Arbeiterausbeutung hängt, Gegner des Reichstags- Wahlrechts, obwohl dasselbe in seiner jetzigen Gestalt schon ihnen außerordentliche Vortheile gewährt. Uni daS Reichstags-Wahlrecht wird der bevorstehende Wahlkampf geführt werdet»! Reform des bayerischen Bereinsrechtes. Im An?- schuß der Kammer für das Vereinsgesetz wurde heute, wie uns telegraphisch aus München gemeldet wird, der Antrag Vollmar'S abgelehnt. Dagegen wnrde beschlossen, das Verbindungsverbot für politische Vereine auf- z u h e b e n und d e n F r a u e n die Theilnahme an politischen Ve rsnmmlnngen und Vereinen zu gestatten. Es ist anzunehmen, daß die Kammer sich diesen Beschlüsse» des Ausschusses anschließen wird. Daß die Anträge von sozialdemokratischer Seite, welche auf völlige Vereins- und Versammlungsfreiheit abzielten, nicht durchdringen würden, durfte man ja erwarten, aber daß selbst die„Liberalen" in Bayern sich für die Fortdauer des Ans- schlnsses der Di in der jährigen aussprechen, ist überaus kläglich. Immerhin geht das bayerische Vereiusrecht einer Ver- beffernng entgegen. Uiid wo bleibt Preußen?— Taö»lilitinische Panama. Aus Paris wird telegraphisch gemeldet, daß heule Voriniltag 9 Uhr die Verhandlinigen im Prozesse Esterhazy unter Ausschluß der O e ff e u t l i ch k e i t wieder anf- gcnouuneii wurde»; nur den Zeugen wurde der Eintritt in das Ge- bände gestattet. Wie verlautet, setzte Oberst Picquart in der bcilllgen Dormittagksitzmig seine Nilssigen fort; er soll dem General G o» s e gegenübergestellt worden sein, und diese Gegcnüberstellnng soll sehr bewegt verlaufen sein. Oberst Picquart habe sensationelle Enthüllungen gemacht, die von anßer- ordentlicher Wichtigkeit seien. lieber Acnpernngen der Pariser Presse wird folgendes mit- gethall: C l e m e» c e a u macht sich im„L'Aurore" an- deifchig, nachzuweisen, daß der Prozeß gegen den Major Esterhazy nicht diesem, sondern dem Obersten Picquart gemacht morden sei. Das Airgerniß in dem Prozesse liege darin, daß die Berhandlnngen für geheim erklärt wurde», sobald Picquart sich einstellte, um sich zu verlheidigen. Der Kriegsminister Billot habe sich in eine verabschennngswiirdige Angelegenheit eingelassen, indem er das Gericht hinderte.„den als französlscheu Offizier verkleideten Ulanen" zu bestrafen. Das„Journal" nieiiil, eS sei gut, daß in Frankreich di< Nation, die Armee und Offiziere jeden Ranges die edle Initiative ergriffen httlte», die Aerantivortlichkeit für Bernthnng bei offenen Thüren zu übernehmen. Kein anderes Land würde es haben ertragen können, in einer solchen Angelegenheit völlige Klarheit zu schaffen.(Thatsächlich ist von wirklicher Oefsent- lichkeit gar keine Rede.)— Der„Radikal" bedauert, daß es Mathieu Dreysns und Frau Dreyfus nicht gestattet worden ist, in die Verhandinngen einzugreifen; ihr Eingreifen Halle kontra- diktorische Anseinandersetumgen herbeisühren könne», die«rsorderlich seien, um volles Licht über die Angelegenheit zu verbreiten. BemerkenZwerth ist ferner die nachfolgendes Mitlheilung ans Straßburg: In der vom„Eibele" veröffenilichte» Anklage- schrift gegen DreysnS hieß es, daß DreyfnS hänftg nach dem Elsaß reist« und daß die deutschen Behörden Über seine Anwesenheit die Augen zudrückte», während andere französisch« Osfiziere imr mit größter Schwierigkeit von den denlschen Behörde» die Erlaubniß zum Aufenthalt tm Elsaß erhallen hätten. Die„Slraßbnrger Post" ist ans grnnd von Erkundigung an zuverlässiger Stelle in der Lag« mitzulheilen, daß diese Behauplnng auf einer ganz baltlosen Ersindungen beruht. I» Wirklichkeit erbat DreyfnS im Jnni und Juli Iög2 Ausenthalts-Erlaubniß, wurde aber beide Male abschlägig beschieden. Im Dezember 16V3 erhielt Dreysns wegen schwerer Erkranlnng seines BnlerS«in« Ausenthalts-Erlaubniß für fünf Tage. England«nd China. Endlich nimmt auch die englische N c g i e r n n g Stellung zu den ostasiatischcn Dingen. Der Erste Lord des Schatzes B a l f o u r sprach sich iu einer Rede, die er in Aiauchester hielt, folgendermaßen ans: „Die Jnleresso» Englands in Ebina seien nicht territorialer, sonder» kommerzieller Natur. Da die Betheiligung Großbritanniens an dem Außenhandel China's 80 pCt. des GesammlhandelS China'S betrag«, habe England einen ganz besondere» Anspruch darauf, dafür zu sorge», daß sich die Politik China's nicht einer Abschreckung des auswärtige» Handels znivende. England sei durch die liefwurzelnde» Traditionen feiner Polilik gehindert, irgend welche ihm gewahrte Handelsprivilegie» als Waffe für den Ansschlnst von Kon- tiimnte» zu benutzen. Wenn England HandelSfreiheil verlange, versiehe es darunter eine Freiheit des Handels f ü r d i e g a» z e W e l t in g l» t ch e r W e i s e. Es gebe nur zwei Wege, ans denen eine Slörnng der Handilsinleresscn Eng- landS in Ehlna möglich sei. Der erste sei die Möglichkeit der Ausübung eineS Druckes aus China durch eine auswärtige Viegtcrung, Anord,»nigm zu treffen, welche sich gegen England richteten»nd dem betreffende» Slaale Bortheüe gcwährlen, mit anderen Worten, welch« die für alle gleiche Gclegenhett, Handel zu treiben, zerslörie». Der zweile Weg sei derjeiilge, daß fremd« Länder mit schuh» zölliierische» Traditio nen an der chinesischen Küsle Stationen errichteten, tn denen sie Zollgrenzen «inführie» oder ühnltche Einrichtungen träfen. Die britische Regierung werde ihr Bestes ihn», darauf zu sehen, daß ans keinem dieser beide» Wege der britische Handel geschädigt werde. Balfour bemerkte schließlich, er könne nicht verstehen. weshalb England dem russische» Handel«ulgegentrelen solle, wen» er sich dorthin wende, wo es ihm beliebe, aber immer nur i» der Boransschnng, daß England dadurch nicht verdrängt werde." « Nach dicse» Ailslassuiigen Balfonr's will die englische Regierung also in dem bisherigen Vorgehen Rußlands und DeiUschlaudS in China»och keine Verletzungen seiner Interessen erblicken, denen sie ernstlich entgegentreten müßte. Aber dir Liebe Balfonr's hat immer- hin auch einen gewissen aggressiven Klang. Den „Ländern mit schntzzöllnerischen Traditionen* wird deutlich gesagt, daß England mir so lange sich ruhig verhalten werde, als nicht der Versuch gemacht werde, cS vom freien Handels- wettbciverbe in irgend einem Theile China'S auszuschließen. Die Annexion Kiaotschau's scheint man also noch nicht als einen Eingriff in die englische HandelSfretheit anzusehc». "Noch mehr als durch diese Stellungnahme Englands wlirde die ostasiatische Situation bis ans weiteres friedlich er- scheine», wenn sich die Renter-Meldung bestätige» sollte, daß da? englische Geschwader von Port Arthur und T s ch° in u l p o n a ch Hongkong zurückkehre, da die Differenzen bezüglich Korea's zivischc» Rußland, England und Japan onrch ein Ucbereinkommen beigelegt feien. Nach diesem Uebereinkommen soll der frühere Zustand wiederhergestellt worden fein, der eiiglische Zollbeiraty Leavy Brourn in seiner Stellung in Tschemnlpo- Söiil verbleiben, während je ein russischer und ein japanischer Vertreter in den beiden andereil Vertragshäfen Korea's, Gcnsan und Fusail, ihren Sitz haben sollen. Sind diese Mit- theilmigen richtig, so zeigen sie ein Zurückweichen Rußlands vor den britischen Drohungen.— »« « Deutsches Reich. — Ein« neu» Liebesgabe und zwar abermals wesenllich zu gunsten der B r a»» t w e> n Produzenten schlägt der Verband der deutschen E s s i g f a b r i k a n t«» in einer Eingabe au de» RcichSkanzler vor und Professor Marcker schreibt dazu wie gewöhnlich lange Begrlindnngen für agrarische Blätter. Auch in der Ejstgherstellung ist«in« groß« Verschiebimg zum Nachlheil der alte», enger an die Landwirthschast angeschlossenen Herstellnngöwets« eingetrele». Früher wnrde Essig nnr durch Gäbrnng ans Alkohol und alkoholhaltige» Flüssigkeiten, Wein-»nd Obstmost oder Bier geivoune», während neuerdings die H o l z essig-Jndnstrie ei» immer gefürchlelerer Rivale wird. Wir gebe» zum bessere» Bersländniß kurz einige chemisch-technische DelnilS nach Märcker wieder: Bei der TrockendefliNation des HolzeS«nlsteht der rohe Holzessig, welcher ans h o l z« s s t g s a» r e>» Kall verarbeitet rvird. Aus diesen kann man nun konzcnlrirle Essigsäure herstellen, welche durch neu« Verfahren von de» ihr anhaflenden«inpyreu- malischen, übelriechenden und schincckeiidcii Stoffe» so vollständig befreit werden kann, daß sie als chemisch reine Essigsaure an- gesehen werden kann. So lange dies nicht nlögltch war, be- schränkte sich der Verbrauch der Essigsäure mehr ans die Ver- Wendung zu technische» Zwecken, wodurch der illlkoholessig mehr und mehr von dem Marli« für lechnische Zivecke verdrängt wurde und schon damals eine schwere Schädigung der Essigindnstrie ei»- trat. Seit man aber dahin gelangt ist, die der Verwendung z» Speise zwecke» hinderltchen einpyce»maUschcii Stoffe auS der Esstgsänre vollständig zu entferne», daitrt der starke Wettbewerb der aus Holzessig dargestellte» Essigsäure mtt dem Alkoholesstg auch auf dem Speisemarkt. Es wird die reine Essigsäure in Form einer 60 prozentige» Waar«„Essig-Essenz", also einer sehr konzentrirte» Essigsäure, in den Handel gebracht, durch deren Verdünnung man eine verdünnte Essigsäure von der Kon- zenlralion des Speise-Essigs herstelle» soll. Der Essigessenz wird nun das Schlimmste»achgesagt, sie habe als stark ätzende Säure schon schwere Berletznngen und selbst Todes- fälle herbeigeführt; sie soll also mir in verdünnter Form im Klein- verschleiß vertrieben werde» können. Sie soll auch dann nicht de» Name»Speise>Essig odergarWeinessig führe» dürfen.sondern womöglich mit der Beischrifl versehen sein:„hergestellt aus csstgsnurem Kalk". Dann soll ei» Zoll dein unangenehmen Nebenbuhler ein Ende be» reiten. Der holzesstgsaure Kalt wird größtentheilS aus den ver- einigten Staaten von Amerika eingeführt(jährlich v Millionen Kilogramm), neuerdings auch in Rußland, Bosnien, Galizien in grobkapitalistischen Hotzverkohlnngs- Anstalten als Nebenprodukt ge- woinien; nach Ablauf der Handelsverträge fordert die Eingab« sofort die llluflage eines EingangSzolles. Weiler sei der Eingangs- zoll für Essig, über 8 pCt. Esstgsänre haltend, auf Lö M. pro IVO Kilo zu normiren. Dann werde die preußische Kartoffel und daS deutsch« Getreide genügend gegen das ausländische Holz ae- schützt sei». Ein ausführliches Eingehen ans diesen kleinen Flibnstierplan lohnt sich heule noch nicht. Hervorheben wollen wir nur, daß gewisse unehrliche Praktiken— gegen die auch wir die tteinen Käufer schütze» wolle» und von denen Herr Märcker«in großes Wesen macht— heute schon strafbar sind, z. B. die Etiketlirung des tolzessigs mit Weinblälter» und sonstige» Beifügungen, ivelche den onsumenten über den Ursprung des Produktes täuschen sollen. Ferner ist der a»S B r a n n t.w e i n gewonnene Essig h e n l« schon s n b v e» t i o n i r t, indem das letzte Branntweinsteuer-Gesetz nicht nur für de» Branntweinexport, sondern auch für den zur Essig- bcreitnng verivendeteu Branntwein 6 Mark„Stenerrückvergntung" gewährt. Wie bei alle» Liebesgabe», scheint daraufhin eine außerordentliche Steigerung dieser Essigbereitung erfolgt zu setn. Anstatt nunmehr de» nothwendigen Rückschlag l» Geduld ans sich zu nehmen, schreien die Unternehmer sofort nach»euer Belastung der Konsnmente». DaS ist die alle Erfahrung, die sich bei allen Liebesgabe» wiederholt hat, und sie spricht wahrhaftig nicht dnslir, auf dem allen verhängnißvollen Wege weiterziischreiten.— — An stelle des Ministers Thielen, so wird den „Verl. N. N" aus Danzig telegraphifch gemeldet, soll angeblich der dortige EiscnbahiidireklionS-Präsident T h o in ö trete». DaS genannte Vlntt gtebt jedoch selbst diese Nachricht nur mit allem Vorbehalt wieder, zumal neuerdings von RiicktrillSabstchte» de? Herrn Ministers Thiele» nichts bekannt geworden sei. Jedenfalls dürfle Herr Minister Thielen den Eiscubahn-Elat vor dem Laiidlage vertrele».--- — W a S wirb K i a o t sch a n k o st e n? Ans ein halbes Dutzend Millionen mindestens wird in dem osfiziöse» ,Ha»ib. Korrespondenten" die Nachtragsforderung an de» Reichstag für Kiaoischan berechnet. Zunächst dürste die Forderung dem Reichstage noch nicht zugehen, da eine Ueberstcht noch nicht möglich ist.„Was allein die Absendnng einer Besntznngstrnppe von mehr als 1200 Mann kostet, läßt sich ungefähr daranS berechnen, daß die Verstärkung der südivestasrikanische» Schntzirnpp« um 400 Mann im Jahre 1890 tuSgesammt 2 Millionen Mark erfordert«."— — Die Enquete z u r Vorbereitung eines Reichs- Verstchernngs-GeieyeS. Vom 4.-7. Januar tagte, wie gemeldet wnrde, im ReichSainl des Innern»nler dem Vorsitz des MiiiisterlaldiretlorS Dr. v. Woedtke eine Sachverflä»dlge»komm>ssio». die über die Grimdzüge zun» Gntwnrs« eines Retchs-Verfichernnas- Gesetzes berteth. Ueber de» verlauf dieser Beralhnngen berichtet die „D. Versich.-Zig."- Den breitesten Raum I» den Verhandlungen nahm natürlich die Lebensversicherung«in, wobei die von den» Ansschnss« für Lebens- Versicherung bei preußische» AcrsichcrungSbeiratheS im Dezember vorigen JnhreS gefaßten Beschlüsse zu nochmaliger Erörterung ge- langle». Auch die Beralhnngen über die Feuerversicherung nahmen viel Zeit In Anspruch. ES wnrde beschloffen, bie hinsichtlich der öffentlich rechl lichen Beziehungen der Leben?- und Feuerversicherung gemachten Vor- schlüge einer nochmalige» Beraihnng durch einen au» Kommtssions- Mitgliedern bestehenden Ausschuß zu untcrziche», dem die Herren an- gehöre» werde», die besonders Lebens- und Fenerversicherer sind. lieber die ausländischen Bersichernngsgesellschasle» hat die Kom- Mission kein« Beschlüsse gefaßt, es sollen für diese Anstalten Nach- tragsbestimmungen erlassen werde». Ebenso soll die Transport- Versicherung t» dem G-setzentwurf eine gesonderte Stellung ein- nehme», da man zn der Ueberzeugiing gelangte, daß die Bestimmungen bei Entwurfes, sowetl sie alle anderen Gesellschaften betreffe», ans die Transportversicherung nicht angewendet werden könnten. ES ist dies offenbar deshalb geschehen, iveti die Folgerungen deS bcab- sichilgten GesetzentwursS de» Betrieb der Seeversicherung durch«in- zeln« Personen geradezu beseitige» würde». Binnen kurzem glonbl man, an die Redaktion deS Entwurscs herangehen zu könn«» und diese» dann der Znstlmmniig der VundeZtegiernngen zn unler- brcilen.— — Einen höchst bemerken! iverthe» Beitrag zur Vorgeschichte der„lex die auch dt« heulige Thron« red« ankündigt, bringt die„Liderale Korrespondenz": „Nachdem Herr Bosse sich aus sein« erste Ansrag« bei der Fakultät einen ablehnende» Bescheid geholt halle, Heß er sich von seine» Kollegen im Staalsmiiitsterimn zu einem Versuch dränge», ans eigener Machtvollkommenheit gegen Arons vorzugehen. Vor nunmehr beinahe drei Jahre», lang« bevor Nachrichien über das Disziplinarverfahren in die Oeffeullichkett gelangten, lud der Unive>sitntsrichter de» Privatdozenlen Arons zu einem Termin vor, m» ihm in aller Form zn eröffnen, daß er ihn im Austrage des Kultusministers einem Verhör zn unterziehen habe. DaS da» »>a>S a»fg«»o»»»«ne Protokoll entbält jedoch nur die abweisend« Erklärung, daß der Erschienene die Kompetenz deS Ministers nicht anerkenne,»nd daß er keiner andere» Dtziplinargeivnlt alS der der Fakultät untersteh«. Dieser Vorgang, welchen der Angegriffene in— wir dürfe» »vohl sage», übertriebener Korrektheit nicht der Oeffentlichkeit über- geben hat,»virst ein recht ungünstiges Licht auf das Verhalten des Herrn Bosse. Nachdem ihm die Fakultät den Liebesdienst versagt, versucht er eS mit einer Ueberrnnivelnng. Hält« Aroiis sich auf jenes Verhör eingelassen. so häll« daS wird kein denkender Mensch beziveifel»— der Minlfler auf grund des gewonnenen„UntersuchnngSproiokollS"«ine» Urthelissprnch ab- gegeben; und wie dieser gelautet, wird ebenfalls niemandem zweisel- Haft sein. Di» Fakultät hätte sich im günstigsten Fall zu einem ivirkungslosen Proust gegen den Nebergriff ansschivinaen können. Be- sonderS wichtig aber ist es, daßderKulluSnunisterselbst bewiesen hat, daß cS sich mich»ach seiner Auffassung tun«inen versuchte» Nebergriff handelte. Diese» Beweis hat er dadurch erbracht, daß er— der prcnsiische Minister— die bündige Abfertigung deS von ihm bestellten Kommissars feite»? des Privatdozenlen, ohne weiter« Schrill« zn lhii», ruhig einsteckte. Hierfür gtebt es eben keine ander« Erklärung, als daß Herr Bosse setn« Machtlosigkeit ivenigstens bei de» Berliner UiiiversilätSverhältnissenzklar erkannt hatte. Alles Gerede, daß der neue Gesetzentwurf die Privnldozente» der Willkür des Ministers entziehe» und ihnen einen Rechtsschutz gewähre» solle, ist damit alS eitel Geflunker erwiesen. Klar«nd etnsach liegt die Sache so: Nachdem Herr Bosse noch einmal den vergebliche» Versuch ge- macht hatte, sich von der Fakultät die Kastanien auS dem Jener holen zu lasse», wendet er sich an de» LandtagHum sich neue Macht- mittel g e g«pi dt« Privaldozente» bewilligen zu lasse».— — Infolge der hohen Fleischpreis, machen sich bereits Schwierigkeiten in der Truppenverpflegnng bemerkbar. Die Forderunge» der Schlächtermeister bei de» diesmaligen Lteferung». nnsschreibniigen der Truppeutheil» waren, entsprechend der Lag« deS Marktes, so hoch, daß die etalsmäßigen VerpflegnngSgelder nicht ausreichend erschetne», und die Menngeverivallnngen, zum Nachlheil der Ernährung der Mannschaften, sich bei der Zulheilung der Kost Beschränkungen auferlegen tnüssen. Wie d!«„Franks. Ztg." erfährt, sind verschiedene Trnppentheile deshalb an der vorgesetzten Eielle bereits vorstellig geworden.— — Di« Polen und die Flotte»vorläge. Das polnische Hauplorgan„Dzieniiik Poznanski" spricht sich entschieden dagegen aus, daß die polnische Reichslags-Fraktion für die Marine- vorläge stimme; die ganze polnische Bevölkerung sei gegen die Vorlage.— — Chronikder Eise nbahn«Unfälle. AuS Brehna wird gemeidet: Der Schnellzug v ö von Halle nach Berlin ist in der Nacht vom Montag zum Dienstag im Bahnhof Brehna ans eine» Güterzug ausaesahren. Einige Personen erlillen nndeventende Abschürfnngen, sonst wurde niemand verletzt. Es herrschte starker Nebel. Der Verkehr ivird durch Umsteige» aufrecht erhalle».— A»S Gleiwty wird gemeldet: Amtlich wird über den Eisen- bahnunfall ans dem htesigen Rangirbahnhofe welter bekannt gegeben, daß der Schlnßbremser des Güterzuges schwer-, dai Personal der ersten Lokomotive anscheinend weniger schwer, der Füörer der zweile» Lokomolive und drei Mann vom Fahrpersonal des Personen- zuges leicht verletzt worden sind. Von den Reisenden sollen einige verletzt sein, doch konnte bisher Bestimmlcs nicht ermittelt werden, da die Wetterbesörderung bis Gleiivitz sofort mit einem anj der Nebenbahn von Orzesch« einfahrenden Personenzug erfolgte. — Soldaten alS Thellnehmer an politischen V e r s a in m l n» g e n. Ans B r o m b e r g wird der„Bert. Volks- Zeitung" geschrieben, daß Oberlehrer Dr. Schmidt seinen Vortrag, den er zuerst vor der Adlheilung Blomberg der deutschen Kolonial- gesellschasl über die Kriegsflotte und deren u o t h w e n d i g e Verstärkung gehalten hat und in de» folgende» Tage» vorde» Schülern der höheren Lehraiistalleu. vor den Unlerossiziere» niiddenMit- glieoer» de? LaiidwehrvercinS halten wird. Hier werde» also die Iluterosstziere veranlaßt, Versaiiimliiiigen zur Erörteriiiia politischer Fragen beiziiivohneii, obwohl in ß 49 deS MeicliS- Mililärgeselj-s Uiiterosfizieren die Thcilnahme a» poliiischen versannnlungeii ans« d r ü ck l i ch untersagt ist. Die Heranziehung der Schüler zn solchen poliiischen Vorträge», so sagt da? citirte Blalt weiter, niiiiiiit sich auch sehr eigenartig a»S gegenüber dem betanaten Enlivuri zur Vereinsnovelle, welcher alle» Personen unter 2t Jahren die Theil- nähme an poliiischen Versammluiigen untersagen wollte.— — Der Zentralverband deutscher K a u f l« n t e hat a» dte ziisiändigen SlelchSämter Eingaben gerichlet, in weichen er eine Ergänz»»« des Gesetzes gegen den n n l a n l e r e n Welt- b« iv« r b, liitbesondere t» der Richtung anstrebt, daß der Begriff „Fabrik" gesetzlich festgelegt wird und die Geschäflsinhaber für Handliingen ihrer Angestellle», die gegen dieselben versioßen, dann verantwortlich gemacht werden, wen» st«»tcht entsprechende Vor- sehriingeii zur Verhütung solcher Handlungen getroffen haben. In einer weilerc» Eingabe wird die gesetzliche Regelung deS AuSverknnfs- wesenS beantragt.— — V o m sächsischen Versammlungsrecht. Alis Dresden wird nnS berichtet: AlS tn einer anlisemllischen Ver- sallimlniig im Städtchen S t o l p e n der sozialtslische Kandidat des dortigen 8. ßleichstaas-WahlkrelseS in der Debatte den Reichstags- Abg. Lohe(jetzigen Verlreier des ttreiseS) und Zimmermann cntgegen- trat, wurde ihm vom überivachende» Bürgermeister daZ Wort entzogen. weil er eine Kandidaten rede halte. Dieser Wort- entziehiingsgrnnd ist jedenfalls originell. UcbrigenS gilt dieser Bürger« meister als ansgesprochen anlisemilischer Parleigäuger l— — Der 29. Landtag des GroßherzogthuinS Sachen-Weimar tritt am lS. Januar tm Fürstenhause zu Weimar zusammen. Anßer der Etatberalhnng(für die Jahr« 1899, 1900 und 1901) werden dem Landtag ein« Anzahl wichtiger Vorlagen unterbreilet. Di« durch das neue Sleuergesetz, welches mit nächstem Jahre i» traft tritt, erhoffte» Mehreinnahmen solle» Erhöh», igen der Gehälter für Geistlich» und Lehrer irmög- lichcu. Letzlere«iilsalteii eine rührig« Propaganda dafür tn der Presse.- R«S der Pfalz, 10. Januar,(»ig. Ber.) Im WahltretS H�winirg-Kusel folgt et»« Ueberralchnng auf die ander«. Die Komödie, welche dt« Liberale» und die Bünvler daselbst ausführen, übersteigt nachgerade alles, was an Feigheit und politischer G e s i>i n n ii g s l o s i g t« t t geleistet werden kann. Zuerst das Komödienspiel mit der Kandidatur Lücke, wobei sich das Hanptorgan der Natioiiallideraleii, die„Psälz. Presse", so gründlicti blamirle, indem es zuerst diese Kandidatur eiiipsahl, dann auf Lücke schimpsie »nd der Kandidatur Fischer seine» Segen gab, un» neuerdings dafür zu plädire», daß«in Laiidwirlh aus dem«lgeiien Wahlkreis als Kandidat aufgestellt wird. Inzwischen ist Herr v. Fischer wiederholt antelegraphirl worden«nd er hat, wt» ich Ihnen mitgelhetlt habe, zngnterletzt erklärt, daß er die Kandtdallir b e d i» g n n g s l o S an- n« h m e. Aber die braven Nazzen scheinen dem Wetter doch nicht recht getraut zu haben. Gester» hatten st« tn Landstuhl abermals «in»„vertrauliche" Besprechung, tn der die Kandidalciisrag« erörtert wurde. Gleicbzeitig hatten auch diejenigen Anhänger des Bundes der Landwirth». die gegen dl» Kandidatur Lneke sind,«>»» Be- sprechung. Und daS Resultat der beide» Konferenzen war, daß«nd» tich doch noch von de» beiden setiidliche» Brüdern«in Kom- pr o m i ft k an d i da t aufgestellt wurde und zwar tn der Person desWahlkreisvorsihenden de» Bundes der Land« w i r l h e>. der Landtags-Abgeordnete Schmitt- Rcichenbach. Es ist da« jener Mann, der zuerst dieNanVidatur dem RugSburger Oberbürger- »nislei Fischcraugetrageiihat. ES mich eine heilere Komövie gewesen sei», die sich gestern in Landstuhl abgespielt hat. Sogar der alte Iieichs-Säbelschleiser im S a ch s e n w a l d« wnrde a n- telcgraphirt und darüber befragt, wer der beste Nanvidat sei. Und er antwortet«!„Fischer ist der beste." Trotzdem ließen ihn die .gesiiinnngSlüchtige»" vtationalliberalen falle» und sullle» den tn etwas agrarischer Wolle gesärbuu Abg. Schmitt all Kandidaten auf, nachdem dieser die Erklärung abgegeben, daß er der iialivnalliberalen Partei bcilreleii werde. Für«inen Wahlkreis« Vorsitzenden des Bundes der Laiidwirlhe ist das gewiß das größte Opfer an politi- scher GestnnniigSl— osigkeit. Herr Lücke wird also mit einei» Gegner au» dem eigenen Lager zu kämpfen habe». So wie die Atiien jetzt stehen, wird er jedenfalls iinlcrliege». Umso schlimmer wird die Li a ch« sein. die dieser streberisch« Agitator des Bundes der Landwirth» an den Ralionalliberalen bei den allgemeinen Wahlen nedmen wird. Wir Eozialdemokraie» schauen als lachend» Drill« dem ganzen Komödieiispiel ruhig zu. Wissen wir doch, daß für nnS dabei der Weizen am besten blüht. Unser Kandidat, Genosse Ehr hart,»nt- fallet eine rührig« RgUatio»»nd wie die Stimmung in dem Wahl- kreis ist. dürfen wir mit Zuveistcht auf einen ganz ansiergewöhii- lichen SlimmenznwachS rech»«». DI« Gegner fürchten das auch und bekämpse» uns in der gewissenlosesten Weis». BekamiUich leistet das Zenlrnm dabei großes. — Chronik der Majestät s b el e i d I g u n g S- Pr o z e ss e. Die interessanten Beiträge zu dem Kapitel von den MazestälS- deleidignnge» wurden heule vor der erneu Strafkammer am Land- gericht 11 wieder um eine gewichtige Nmnuier vermehrt. Die Mnler- gehtlfen Karl Stau gen b e r g«nd Oskar W i ch e r t ans Berlin waren nicht allein beschuldigt, am 8. August v. I. de» Kaiser beleivigi zu haben, fle sollten auch am 14. November de» Maler Schwarz m üt l er mißhandelt haben. Da die EtaaiSniiwalischast der Ansicht Ist, daß die öffentliche Verhandlung von Majestälsbelkidlgungen unler allen Umstände» die guten Eilte» gefährdet, so wurde auch in diesen» Fall« hinter verschlossenen Thür«» verhandelt. AnS der Be» gründiing deS öffenlttch verkündeten UrtheilS ging aber der Thatbestand klar hervor. Danach hat Schwarzmnller am 14. November in eincr Kneipe zu Friedenau Keile be- ko»»»«». Wie er henie zugegeben hat. wußte er gar nicht genau, daß es die Angeklagte» innre», die ihn schlnge», er hat dnZ tn dem allgemeinen Trubel nicht z» erkennen veinivcht, bat es aber geglaubt und deshalb Anzeigt erstattet. Hinterber hat er bewiesener. maßen gedroht, er werde den Beiden ciwaS eintränken und hat dann Mtt der Anzeige wegen körperlicher Mißhandlung mich die inegcn Majestälsbeleidignng verbunden. Danach soll am 8. August die Rede von einem tletnen Unfolle gewesen sein, welchen der Kaiser tur, vorher«rlillen halte und die Angellagten sollen diesen Unfall ans eine Ursache zurückgeführt haben, die nicht allein eine Unehr- rroictmig, sondern auch eine Majestälzbeleidigung enthalten baben würde, würe sie erwiesen worden. Nun bekundeten aber eine lange Reihe von Entlastungszeuge». daß die Angeklagte» daS Gegentheil gesagt hätte», daß der Denun- zianl Schivarzniiiller jederzeit selbst derartige Redensarten im Munde führe und in Zlrbeiterlreisen als„agent provocateur" und als Polizeispitzel gelte. Unter diesen Umstände» habe dem alleinige» Pelaitnugszeugnisse des Schwarzmüller kein Glaube beigemessen »velde» können, das Urtheil lautete demgemäß auf Freisprechung. Das Bautzener Landgericht verurtheilte den Schlosser Baum- garten aus Zittau wegen MajestätSbeleidigung und Widerstandes gegen di, Staatsgewalt zu f t e b»» M o n a t« n G e j ä n g» i ß. Baumgarten hatte die inkriminirten Aeußernnaen in einer Gast- »virldschafl gelhan und dem ihn verhaftenden Echntzmann Wider- stand entgegengesetzt.— Oesterreich. Prag. II. Januar. Eine Polizeiverordnung hebt die Sperr- vorschütte» für die Gast- und Kaffeehäuser in Prag auf, die Haus- thäre» müssen jedoch noch um v Uhr abend? geschlossen werden. I» einer von dem Ezechen-Klnb beschlossene» Proklamation wird unter Hinweis auf de» Zusammentritt deS böhmischen Landtages betont, daß das Czechenvolk der Hüter der viuhe und des Friedens sein werde. Sodann wird in der Proklamation erklärt, daß durch die Ausschreitnngen nur jenen der größte Dienst erwiesen sei, welche das Czechenvolk durch Hetzereien zu unüberlegten Hand- lunge» bringen wolle».— In Prag soll nun«in deutsches Konsulat errichtet»verde», so nieldel hellte die offiziöse„Nordd. Allg. Ztg.". Daß dieser Entschluß der ReichSregierung durch die letzten Vorgänge in Prag mit ver- ursacht ist, kann wohl als sicher augenomme»»verde».— — AuS der Prag er Land st übe. Blaz»! iitterpellirt »vege» der Vorgänge in Prag»vädrend der letzten Monate, Piukas liegen Bedrückung des czechischen Sch»llu'eseiiS in denischeu Schulgebtete». Baxa beschwert sich»vege» NichtVerlesung seines Antrages auf Einsetzung einer Konimissio» zur Ueberprüfung der jüngsten Ereignisse in Prag. Der Oberstland- iua> schall erklärt, der Aulrag sei nicht genügend»nlerstützt und nicht zur Kompetenz des Landtags gehörig. Baxa protestirl biergegen,»vorauf der Oberstlandinarschall erklärt, er»verde de» Prolest der gcschäflsordnungsmäßigen Behandlung zuführen. A dg. Eptndler tnterpellirt»vege» verschiedener Vorgänge in den deutschii» Sprachgebieten. Die Abgeordneten Wolf»»d Genossen inierpellirten den Statthalter, ob er der Regierung schleunigst die Vertagung des Landtages und die Einberufnng deffelve» in eine deutsche Stadt Böhmens vorschlage»»volle,>vo di« rzechischen Vertreter seitens der deutschen Bevölkerung mit gebiihl »enver Achtung anfgenonimei,»verde»»vürden. Die Jiiterpellante» »noliviren di« Anfrage nlit der Belästigung»nd Bedrohung,»velche die deutschen Abgeordneten gestern und heute ans den, Wege z»n, und vom Landtag« zu erleide» hatte». Nächste Sitzung Donnerstag BrzeznovSky brachte einen Antrag ei», den durch die Sperr- Vorschriften geschädigten Besitzer» von Gasthäusern oder Kaffee- Häusern Steuer-Nachlässe zu gewähren. Es»verde»» Unterschriften sür einen Antrag Wolf gesammelt,»ach»velchem solche„Anfmert samkciten", wie Wolf a»ls dem Weg« zun» Landtage«riviesen»vnrde», abgestellt werden sollen.-- — In verschieben et» Landtagen, auch solchen mit klerikalen Mehrheiten, so in denen von Tirol und Salzburg,»vurden »viderspruchSlo» Anträge eingebracht, die Sprachenverordnungen für unzulässig zu erklären.— Ungarn. Fiume, 10. Januar. Unter Vorsitz de> Stellverlrelers de» Gouverneurs fand heut» die Wahl des Podest»(Bürgersmeisters) statt. Mapländer»vurde niit 43 Stimmei»»viedergeivähll. Bei der Anfrag«, ob er die Wahl annehme, antivvrtele Mayländer»mit Freuden", jedoch lönn« er aus die neue» Gesetze nicht den E>d leisten, da die Rappreseutanza(der Gemeinderath) nicht besragl »vorden sei, ob di« Gesetze eingeführt werde» könnten. Hierauf suSpendirte der Stellvertreter des Gouverneurs die Rappreseutanza, da er nicht bevoituiächtigt sei, diesen bedinguugsiveiseu Ausspruch zu akzeplire».— Frankreich. Parts, 11. Januar. Senat. Nach einer Ansprache des Alters- Präsidenten Vallo» wird behufs Wahl des Bureaus eine Sitzung auf Donnerstag angesetzt. Scheurer-ttestner bleibt Kandidat für die Bizepräsideutenschast.— D e p u t i r t e n k a in m e r. Zahlreiche Deputirte sind anwesend. Der Alterspräsident Boisset hält die übliche Ansprach». England. London, 10. Januar. Vor dem Zenlral-KriminalgerichtShos« wurde heut» daS Verfahren gegen d i« beiden Russen, die angeklagt sind, zur Ermordung deS Kaiser» von Rußland ausgereizt zu habe», bis zu», nächsten Gerichtslage verlagt. Die Freilassung gegen Bürgschaftsleistung wurde abgelehnt. Dänemark. Kopenhaaen, 11. Januar. Bei der heutige» zweiten Bcralhnng des Budgets theille der Minister deS Aenßeren Rav» im Folkeihing mit, die dänisch« Regierung habe ihre GesimMe» ang, wiese», bei de» Iremden Regierunge» anzufragen, ob«ine Möglichkeil vorhanden sei, aß Dänemark garanttrle Neutralität erlange. Nach den nunmehr eingegangenen Auskünsten wolle er bemc>ken, daß di« auswärtigen Regierung«» die Bereitwilligkeit Dänemarks. et»« neutrale Stellung etiljunehuien, vollaut anerkannt hätte», daß aber zur Zeit kein« Wahrscheinlichkeit bestehe, ein« garantirle Neutralität zu erreichen.— Spanien. Havana, 11. Januar. Die Truppen de» General» Ruiz schlugen die Aufständischen»Itter Maximo Gowez bei Santo Es- piriiu und»ahmen denselben 200 Pferde fort. Zwölf Aufstäudifch« wurden getödlet, drei gefangen genomine»; auf feiten der Spanier wurden 11 Mann verwundet. Das Madrider Blatt„Jmpareial" meldet aus Havana, aus den Vereinigten Slaaten seien Hiissseudunge» für die Bedürfligen«in- gelroffe». Die Spanier seien hierüber»nzufnede», den» die amerikanischen Konsul» benutzte» die Sache dazu, sich in dir kubanische» Augelegenheiten«inznmischen und die Sympathien der Land- leut« zu erwerbe».— Serbien. — Gefahren für die Dynasti». Der Belgrader ve- richterstaiter der„Köln. Ztg." verstchert unter Hinweis ans die Er- ncnnung Milan's zum Koinmaudanieit der serbischen Armee, der junge König sei i» den letzte» Jahr-n geistig und körperlich zurück- gegauge», so daß er zuweilen in Trübsinn verfalle und sich von jedermann überreden und überlisten last«. Die Radikalen erließen an ihre Anhänger die Mahnung, alles anscheinend ruhig hinzunehmen, dabei organisire» unsichtbar« Hände das Heidukenthmii, so daß erprobte Kenner der serbische» Verhältnisse die gegenwärtige Lage des Landes sowohl alS des Königshauses als die gefahrvollste, deren st« sich zu entsinnen vermöge», bezeichnen. Milan's Koiiunando werde kein Heil bringen.— Afrika. — Verstärkung der«gyptischen Truppen. Aus London wird gemeldet: Das i» England stehende 3. Husaren- regimeut hat Befehl«rhalien, sich nach Kairo einzuschiffen, um das Li. Ulnneuregimeut zu ersetze», ivelches nilaufivärts geht.— — Kämpfe i n Uganda. Dem„Renler'schen Bureau" wird an» Sansibar vom 10. d. M. gemeldet. Hier eingegaiige,,« Briefe des Majors Macdonald aus LubwaS tu Ufoga den 14. Dezember melden von einem Gefecht«, in welchem der Lienleuant Macdonald, ein Bruder deS Majors Macdonald, und der Missionar Pilkington sielen. Aus Machnko wurden Ver- stärlungen abgesandt. Ein weiteres Telegramm desselben BureauS aus Mombasa bestätigt diese Nachricht mit dem Hinzufügen,»S sei möglich, daß die Garnisonen von Buddu gemeinsame Sache mit de» Aufständischen machen würden. Kapstadt, 10. Januar. Hier sind Nachrichten auS Aliwal North eingegangen, daß B a f u t o S in großer Anzahl in Palmiet Fontein versammelt sind. Die Ansstchten sind ernst. Di« Ursache sür die Unruhen in Basutoland liegt in der Weigerung MastiphaS. seine» Sohn Moeketst den Behörden auszuliefern, damit derselbe sich gegen die Beschiildignng eine? thätlichen Anfalles und der Flucht a»S einem Gesängniß des Oranje-FreistaateS verantworte.-- Amerika. New Park, 11. Januar.(„Franks. Ztg.") Nach einer Konferenz mit Mac Kinley erklärte Senator Chandler, der Präsident werde ehest«»»«in« zweit« WährungSkommisflon nach Europa schicken. Mehr alS die erst« Delegation wird sie auch nicht ausrichten.— Deichskttg. 14. Sitzung, Dienstag, den 11. Januar 1338. Am BundeSrathStifche: N i e b e r d i» g. Sluf der Tagesordnung steht die erste Berathung eines Gesetze?, betr. Slendennigen deS GerichtSverfasfnngs- Gesetzes und die S t r a fp r o z e ß-O r d n u n g, sowie eines Gesetzes, betr. Aendenliigen der Z i v i l p r o z e ß- O r d n u n g. Prästdent p. Puol eröffnet die Sitzung nach 2>/« Uhr. SiaalSsekrelär Nicbcrdina: Die Vorlage umfaßt drei Materien Der erste Entwurf, betr. das GerichtSverfassungS-Gesetz, umfaßt die Aeiideriinge», die durch unser neues lllecht, daS Bürgerliche Gesetz buch, alS einfach« Konsequenzen nöthsg geworden sind. Er ist wesentlich von derselbe» Kommisstoii wie jener auSgearbeitel worden. Die Aenderungen, die in dem Entwurf enthalten sind, de- ziehen sich zum tbeil auf die Eheprozesse, auf die Siechtsverbältniffe von Eitern und Kindern, ans die Zwangsvollstreckung; indessen sind diese nur logische und juristische Konsequenzen der neuen Rechts aestaltiing niid dabei Meist auch unerheblich. Wichtiger sind die Aenderungen, die nicht mit dem Bürgerltche» Gesetzbuch in nnniittel- bare» Zusammenhang stehen, sonder» sich ans den gerichtlichen B« dürfntslen alS nolhiveiidig im Lause der Jahr« herausgestelll habe» Die Kommisfloiisberalhuiigen aus dem Jahre lstSS, die sich mit dieser Materie befaßten, und auch verschiedene Resolutionen de? Reichstags haben in verschiedenen Punkten Aenderungen nahe gelegt. die Ihnen nun in dem Entwurf vorgeschlagen werden. Die Zahl dieser Aenderungen ist leider größer geworden al» wir eS ver- mutketen. Der erste GestchtSpiinkt, der unS bei unseren Vorschläge» lellele, war der. unfern Zivilprozeß zu vereinfachen, den oft allzu großen ForinaliSmuS zu beschneiden. Wetter mußie eS unS daran ankommen, eine Erleichterung der Verfolgung der gtechtsaiifprüche im amtsgerichllichen Verfahren herbeizuführen. Besonders mußte der Stellung der Rechtsbeistände Beachtung geschenkt werden. Die Praxis deS Lebens hat»»S gezeigt, daß wir in gewissen Grenzen eines Vertreter? der Parteien nebe» der Nichtsanwaltschaft nicht entbehren können. Wir wollleu damit nicht eine RechlSanwalischast zweiter Ordiiung heranziehe», sondern nur persönlich die Stellung dieser RechlSbeistäude gegen die Willkür mancher Richter sichern. Ein dritter GestchtSpiinkt ist die Vereinfachniig deS JustanzernveseuS. hat sich aezelgt, daß die allzu große Zahl der Instanzen nicht vom Segen ist. BefonberS ist daS Reichsgericht in einer Weise mit Zivilsachen überlastet, daß eS entlastet werden muß, wenn nicht die Einheitlichkeit der Rechtsprechung gefährdet werden soll. Wir schlagen Ihnen deshalb vor. die Revistoussumme für Zivllprozeffe höher zu nonniren. Viertens sind wir davon ausgegangen, daß auch a» dem Gebiete de? EiitmündlgnugSprozesses Aenderungen herbelziisühren sind; trotzdem die viele» Beschwerde» in de» letzten Jadre» oft z» well gegangen sind, ist anzuerkennen, daß hier Mißstände vorhanden stnd. Wir sind hier in iinseren Vorschlagen den Anschauungen des ilielchstagS gefolgt. Endlich handelt es sich um ein« Aendernng de» ZwaugsvoNsireckungS-VerfaKrenS. Der Entwurf schlägt eine erhevliche Einschränkung der ZivaiigSvollstreckuug bei bedrängler Lage de» Schuldners vor. weil der Staat eS nicht zugeben kann, daß im Interesse deS Gläubigers die Existenz deS Schuldners zu leicht gefährdet werde» kann. Andererseits mußten wir auch berücksichtigen, daß eine allzu große Beschränkung de» Kredit deS kleinen Mannes ge fährdc» könnte. Wir haben eine Beffennig hierin durch die Älciiderung in der Behandlung des Offenbarungseibes zu erreichen versucht. Wenn Sie alle Reformvorschläge überblick«», werden Sie anerk-ui cil, daß� es sich»im eine Reform großen Stiles soll«S auch nicht. Nur das Nolh daS neue bürgerliche Recht auferlegt. Richter und Anwälte haben genug zu thlui, einzuleben, wir dürfen sie nicht unirölbig grcne Fragen ist auch noch lange kein Eiu soll dem neuen bürgerliche» Recht nicht Ii iidelk. Das weuvige, dai uns haben wir vollsnbrt. sich in das neue Recht belasten. Ueber viele »erstäiidiilß erzielt. Die Vorlag« die Wege ebnen Helsen. Alle» haben wir Vorsicht walten lassen. Selbsleuisagnug an die Bera' Thun Sie das, so werde» große» Zeitausivand zu End« Neuerungsvorschlägeu gegenüber Ich bille Sie, mit einer geiviffen der Vorlage herauzugehen. Sie ohne große Mühe und kommen und dem großen Reformwerk des Bürgerliche» Gesetzbuches daS letzt« Tiegel a»s drücken.(Beifall.) Abg. Niiitclei«(Z, ans der Tribüne schwer vertiändllch): Ich bin auch der Meinniiq, daß die VorInge nur daS Noihwendigsie eut Halle» soll. Immerhin werde» aber ei»« ganze Anzahl Abändernngs- vorschlage gemacht werden müssen, selbst wenn wir die Grundlage» der Vorlage uuangrtnslet lassen. Ein« gründliche Nievision der Zivil Prozeßordnung ist gegenwärtig nicht angängtg i«S muß aber dafür Soigc getragen iveide», daß diese Revisto» nicht gar z» sehr ans die lange Bank geschoben wird. Eine Revision des Zustellung?- weltns ist j. 83. gauz dringend»rforderltch. Ich glaub« a»ch. daß sich das ganze Eidetiverfabre» mit«tue», Schlage lehr einfach ändei» läßt. Ich ineine, das Verfahren, das in der Militär-Slrafprozeß Reform vorgeschlagen ist. läßt sich ganz gut auch ans den Zlvll Prozeß nberlragen. Ein« weiiere Frage der höchsten Beachtnug iverib ist die in der Vorlag««»lhallene Heraufsetzunq der StevisionSsumme. Ich fürchte kein, Ueberlastnng de» Reichs- gerichtS. Die geeigneten Kräfte sür neu« RelchSgecichis- Senate sind vorhanden. Unsere Ober-Laiidesgerichteräth« sind fast alle iäbiq, tm»teichSgertcht zu sitzen. Gegen einen gegen- i heilige» Zorivurf muß ich«usereu Richterstaud in Schuh nehme». Warum also die Revisto» erschweren? Der Mündlichkeit muß gröberer Spielraum«ingerännff werden. ES wird jetzt wieder mehr ge- schrieben wie früher. So ist et z. B. selten, daß der zur Urtheils- fällnug beruse»» Richter die Zeugen selbst verhört. Gewühnltch werde» die Zeugen vom ersuchten Richter vernommen, und t» der Haupt- »erhandluiig werden bau» dies» Zeugenaussagen»»r verlese». Di» Thäligkeit des ReichSgerichi? sollte auch dahin erweitert werden, daß die Zahl derjenige» Fälle veriiiehrt wird, in de»«» da? Reichsgericht eine thalsächliche Würdigung de» Sachverhalts voriilmmt. Für die Vorlage hätte das alte preußische Versahren zum Muster p-iioimne» werden sollen. Abg. Gimp(Rp.): Dadurch, daß man sich hier nur aus daS Allernothweudigste beschränkt, ist die Hoffnuiig einer gründliche» Revision ans Jahrzehnte htnanS zerstört. Man hätte jetzt schon gründlicher reformire» solle». Mit Herrn Abg. Rtntelen bin ich i» viele» Punkten etnverstauden. Unsere Bevölkerung ist reif genug, um de» AnwaitSzwang entbehre» zu können. Durch lheilwets« Beseitigung des AuivallszivangeS würden die Grundlagen der Vorlage Nicht berührt. Es giebt lhatsächlich eine große Anzahl Amtsgerichte, wo kein An- malt ist, a» andere» Orten ist nur«in Anivalt da. Die Koste» ver- grvßern sich also t» diese» Fälle» sehr wesentlich durch die Hinzu« ziehnug eines Anwalts. Daß der Tntwurs eine klelii» Aendernng zu guiiste» der Rechtskonsulenten enthält, ist er- sreulich. In der Arrestlegung sollt» man vorstchtiger vor- gehe» alS es bisher üblich war. Mit dem Vorschlag« di« StevisionS- u»»mn beim Reichsgericht zu erhöhen, tan» ich mich dnrchanS nicht »inverstaiiden erkläre». Gerade die Existenz«ine» Reichsgerichts beeinflußt die Rechlsprechnng beim Ober-LandeSa, richt durchaus günstig, weil dieses durch die obere Instanz kontrollirt wird. Wird die RevtflonSsnmm« auf 3000 Mark festgesetzt, so wird die Recht« sprechung aus Jahrzehnte dem Reichsgericht fast ganz entzöge», und wir erhalten gerade die gewünschte Einheitlichkeit der Rechtsprechung nicht. Wir müssen ferner eine Bestimiinnig eiiisühre». nach der der LandeSgesetzgebniig die Einführung von Schiedsgerichten auch für die Landwirthschaft sreigesteNt wird, weil diese Institution gewünscht wird und»nr so erreicht werde» kann. Wir werde» uns aber, daß nntß auch ich betonen, große Beschräiiknngen auflegen müssen. Auch ich habe eine ganz« Reihe von Wünschen vorgebracht, halte es aber für»ölhig, daß wir nicht durch viele Abänderungsanträge das Zu- standekommiil der Vorlage gefährden. Zlbg. Dr. v. Euny(natl.): Ich kann mich den AuSsührnngen des Vorredners sehr ivenig anschließen; nur in der Mah»»»g zur Entsagung stimm« ich ihm dnrchanS zu. Der ei»» Theil der Be- stimmungen bei Entwurfs ist»othwendig zur Einführung des Bürgerliche» Gesetzbuches; die anderen sind die nützlichen Äende- Clingen. Die Regiernng hat«ine Reihe von Vorschlägen ge- macht. die wir durchaus mit Dank entgegennehme» können. Der Zweck der Revision beim VieichSgerichte ist doch die Rechts- einheit, daß eine Richischunr vorhanden ist, wonach daS Publikum sich zu richle» hat. Aber dieser Zweck fällt ja vollständig fort, wenn die Revision erschwert wird. Wir wünschen, daß diese Frag« in der Kommisstoii eingehend behandelt wird. Abg. Triiger(frs. Vp.): Di« durch daS Bürgerliche Gesetzbuch nothwendigen Aendsrnngen sind in dem Entwurf sehr gut be- arbeitet, die vorgebrachten Vorschläge sind dringend wünschensiverth. Besonders halt« ich die Neuordnimg des Zwangsvollstreckiiiigs-Ver- fahreiis für«ine große Besserung, die de» Rechten der Gläubiger und dem Bedürfniß der Schiildner in gleicher Weise gerecht wird. Mir kommt es aber vor alle» Dinge» ans einen Punkt an: Zu iiieiner großenFrelide.nIcht zu meinerUeberraschinig Habensich allemeiue Vorrebuergegen die Erhöhung derRevisioussiiiiii»« beim Lieichsgericht ge- wendet. In der Thal sind die Motive zu diesem Pnukl sehr dürftig, denn die Eiiliastung des Reichsgerichts ist auch durch andere Mittel zu erreiche». Will man die Einheit der Rechisprechuug, dann hat man doch ein Interesse daran, die Reoisto» durch daS Reichsgericht durchaus nicht zu beschränke». Mit der Verdoppelung der Remsions- lumme wird aber aewissermaßen«i» Ansnahnierechl für die reichen Lenle geschaffen. Minderbemilielie führe» keine Prozesse über Objekle in Höhe von 30<>0 M. und mehr. Jbue» soll in ihren piechlSaugelegenheilen ver Weg zum obersten Gerichtshof noch mehr eingeschränkt werden, alS dies bisher schon der Fall war; die Maßnahme stellt sich also als ein Akt verschä'fter Klassenjustiz dar.(Bravo l links.) Abg. DziembotvSki-Pomian(Pole): Die Vorlag« trägt in manchen Puiitien de», sozialen Zag« der Zeit Rechnung, so beim Zivaugsvollstreckuugsgesetz«. Sie geht aber»och nicht weit genug. Die Vievision des Äerichtskoste»gejeftes ist wichtiger, alS luanche der Fragen, die i» der Zivilprozeß- ordinnig geregelt werden sollen. Zlls Fceuvd der Liechiseinheit bin ich bereit, für die Erhühlmg der Revisioussunnii« zu stimmen, aber nur unter der Bedingung, daß daS Reichsgericht wirklich zu einem wissenschaftliche» Jnstilnt für die Schaffung der Slechls-Inheit gemacht wird; dann müssen seine Entscheidniigen aber(ostenlos ergehe». Damit wird sich die Regierung aber kaum einverstanden erkläre». Die Welterberalhnng wird darauf vertagt. Zwei schleunige Anträge betr. die Eiustelliing von Straf- versai, reu gegen Abgeordnete iverden auf die nächste TageSordining gesetzt. Prästdent v. Vnol schlägt vor. dl« Fortsetzung der heutlae» Berathung auf übermorgen zu vertage» und für morgen Schwertnstag mit der Tagesordnung: ZeiilrumSanlrag. die sog. lex Heinz«, an- zusetze». Abg. Leuzmaiin(srs. Vp.) bittet, diesem Vorschlag nicht zuzu. stimiueu und so dl« Berathung der sehr wichltge» Materie, dt« wir henle hatien, nicht zu zerreiße». Dann kö»»en wir dt« Herren morgen noch festhalten, überuiorgen könnten wir«S aber nicht mehr, weil» die liiteressaute lex Heinze vorüber wäre.(Zuruf beim Zeiitru-m: Oho l) Abg. Dr. v. Eim»,(natl.) schließt sich diesei» Anirag« an. Pcästde»! V. Pnol zieht darauf seine» Vorschlag zurück. Nächste Sitzmig: Miliwoch, de» 12. Januar, mittags 2 Uhr. Tagesordnung: 1. Berathung zweier schlenutger Anträge, des ersten auf Eiustelliing eines Slraiversahreus gegen de» Abg. Meyer in Danzig, des zweiten der Abg. Auer und Genosse» auf Etnstelliiiig des Strafverfahrens gegen den Abg. Sladlhage» in Berlin. L. Fort» setz»»» der Heuligen Berathung. Schluß naeh 6'/» Uhr. Abgrordnekenhtttts. I. Sitzung vom II. Januar 1333, 1 Uhr. Die Sitzung wird um IV« Uhr vom PrÄsideiilen v. Köster mit folgenven Worien eröffnet i Meine Herren I Al» der Piästdent der vorigen Session habe ich die Auf« ab», dt« Geschäft» de» Prästdlnm« so lang«»» führen. di« die Prästdeiitenwahl vollbracht ist. Ich übernehme tnsolg« besse» den Vorsitz u»v eröffne die Gttzuiig. Anwesend sind 310 Mtlglieder. Da? Ha»s ist also btschlnß- fähig. Z» provisorische» Echrislsühm» werde» berufen dl« Herren Bode(kons.). I in Wall«(Z), Weyerbusch(sreit.), W o r- z e iv S k t(sreis. Vp.). Die Verloosnng in die Ablhellinigen wird dem vnreau über- lasse». Damlt ist die TageSordiimig erschöpft. Die Sitzilug wird aut Mittwoch 12 Uhr vertagt. Tagesvrduiiug: 1. Wahl de? Prästdeiite», der Vizepräsidenten und der SchnflsÜbrer. 2. Eutgegennahi»« von Vorlage» der tönig- llcheu S>aai?regier>tiig. Schluß l Uhr 20 Minuten. Zita vfrunenkttv ifdies. Die Kon»!, ffsion zur Borberathii»,g der Mtlitilr- Straf- prozest-Resonn ist gewählt; sie besteht au? folgenden 2l Mit- gliedern: Bafserma»» und Placke(na'.-lib.); v. Levetzow, v. Pult- kamer-Plauth»»d Staudy(kons.); Graf v. Beriislorff-Lanenbiirg und Baumbach(Reichsp.); Prinz v. Arenberg, Gröber, Freiherr v. Herlling, Dr. Lieder, Spahn»nd Witt(Zeiilr); Tr. Görtz sreis. Ver); Lenzmann und Munckel(freis. Volksp); Frohmr, ) a a s e und O e r t e l(Soz); Vielhabe»(Anlls.)»ud v. ChlnpowSki (Pole). Konservative und Zenlriim beanspruche» den Vorsitz.— Reichstags- Kommission»«. Mit dem 12. d. M. werden die Kommisstoiien des Reichstags ihr» Thäligkeit beginne» bezw. wieder ansnehine». Die Koinmissio» zur Vorberalhung deS GesetzeutwursS. betreffend die Angelegenheit der freiwillige» Gerichtsbarkeit wird i» die zweite Lesung»nter dem Vorsitz des Abg. Dr. v. Bnchka ein- treten. Die Budgettominisston wird die Beralhnna des GtatS bei de» Spezialetats für den Reichskanzler, die Reichskanzlei»nd das Reichsamt des Innern in Augriff iiehinen. Die Kommission zur Vorberalhung des Gesetzentivurfs, betreffend die Entschädigung der tm Wtederaufnahmeversahren sreigesprochenen Personen«vird zum erste» Mal« sich versammeln.— Im Herrenhaus hat der Herzog von Ratibor einen Dringlich- keitsantrag eingebracht, di« Regierung zu ersuchen, dem Landlage der Monarchie eine» Gesetzentwurf vorzulege», durch welchen die erforderliche» Mittel bereit gestellt werden sollen, zur möglichsten Verhntiiiig künftiger Hochwasser-Katastrophe» die dauernd, Verbcsse- ru»g der Hochwasseradfluß-Verhältnisse einzelner besonders gefährlicher Privatflüss« der Provinze» Gchlesten ll»d Brandenburg durch Regiilirniig der Fliißläuf«, Fretlegmig der Hochwaffer-Abflußprofile. Zurück- hallung von Hochwasser und Geschieben in den Qnellgebielen und vergleich«» herbeizuführen. In den Moliven heißt ei:„Nachdem o«r heutig«» EröffiiungSteb« nur„Erörterungen" zur Viegulining der betr. Flußläus» angekündigt sind, erscheint«S gebot«», auf die Einbringung des GesetzenlwurfS selbst zu dring,». Di« Au». arbeitnng der speziellen Vorarbeiten wird zweckmäßiger, vets«, de» fiiMieviflcn Gepflogenheiten entsprechend, erst nach Bewilligung der OelUmllcl erfolgen. Der Einwurf eines Gesetzes betr. das An erben recht bei Landgütern in der Provinz Westfalen und in den Kreisen Rees, Essen(Land), Essen(Stadt), Duisburg, Ruhrort und Mülheim (Ruhr) ist dein Herreirhaufe zugegangen. Cine Anzahl von Weichenstellern haben sich an das A b- geordnete»Haus mit der Bitte um Gehaltsaufbesse« r u n g gewandt. In der Eingabe wird ausgeführt: Wir bitten: a) um Erhöhung unserer Besoldungssätze von 1000 bis 1500 M. ans 1200 bis 1800 für Weichensteller erster Klasse; b) um Erhöhung der jetzt 300 bis 1200 M. betragenden Gehalissätze der Weichensteller zweiter Klasse auf 1000 bis ISOO M; c) um möglichste Einschränkung der Jahre, in welchen die höheren Gehaltssätze erreicht werden sollen; 6) um Erhöhung»nseres Wohnungsgeld-Znschusses; sowie endlich e) darum, daß diejenigen Weichensteller, welche die Weichenstellwerke auf den großen Bahnhöfe» zu bedienen haben, mit einer höhere» Funktionszulage als bisher bedacht und sämnitlich zu Weichen- steller» erster Klasse ernannt werden. Daß der Weichcnstcllerdienst ein äußerst schivieriger und verantwortungsvoller ist, das wird von niemand vestrittcn werden. Bei Sturm und Regen, bei Frost und Schnee, bei Nacht und Nebel müssen wir auf unserm Posten aus- harren und die gespannteste Aufmerksamkeit anwenden, um in kritischen Lagen Unglücksfälle der Züge möglichst zu verhüten. Ein so anstrengender Dicnst erfordert begreiflicher- weise eine besonders gnte und kräftige Ernährung des Körpers. Aber dazu reichen unsere Geldmittel nicht aus. Mit dem Anwachsen der Familie hält die Gehallssteigermig nicht gleichen Schritt. Der Zeitraum, in welchem wir die höheren Gehaltsposten beziehe», ist ein so ausgedehnter, so zwar, daß ii»r ivenige vo» uns in jenen Zeilen, wo die Lebenshaltung der Familie wegen der Kindererziehung bedeutendere Geldmittel erfordert, sich in dem Ge- nusse unserer Höchstsätze befinden, ja voraussichtlich werden nicht wenige unserer Berufsgenossen den Höchstgehaltsatz überhaupt nicht erreichen, indem sie wegen vorgerückte» Allers schon vorher ihre Pensionirung zu beantragen gezwungen sind. Parteiliteratur. Der von der Buchhandlung Bor- w ä r t s herausgegebene Arbeiter-Rotizkalender für 1898 hat eine so gnte Ausnahme gesunde», daß sich eine neue Auflage dieser sowohl für die Gewerkschaften wie für die Parteigenossen sehr nützlichen Schrift nölhig gemacht hat. Neben vielem anderen Wisseuswerthen enthält der Kalender ein Adressenverzeichniß der Berufsorganisationen und Fabrikinspektoren, eine Rechtsbelehrung über den Arbeitsvertrag und eine Statistik der Reichstagswahle», die von jedem der 307 Wahlkreise die Stimmen aller Parteien, die Namen der Abgeordneten und den Prozentsatz der sozialdemo- kratischen Stimmabgabe aufweist. Als Reichstags-Kandidat für den Wahlkreis El Ving- Marien bürg ist am Sonnabend von einer Parteiversammlung in Elbing der Parteigenosse F.Storch aus Stettin aufgestellt worden. Für das G r o ß h e r z o g t h u m Baden sind nach Schluß der Landeskonferenz in Offenburg bei einer Besprechung zwischen dem Landesvorstand und den Vertretern der einzelnen Wahlkreise folgende Kandidaturen e n dg i ltig festgesetzt worden: I. Wahlkreis Konstanz-Ueberlingen: Aug. K r o h», Maler in Konstanz. 2. Wahl- kreis Villingen-Triberg-Hornberg: Fritz F l c i g. Bildhauer in tornberg. 3. Wahlkreis Waldshut-Säckingen-Schopsheim: Abg. d. Geck, Redakteur in Offenburg, Zählkandidatur. 4. Wahlkreis Lörrach-Müllheim: I. F. Hang, Schuhmacher in Freiburg. v. Wahlkreis Freiburg-Waldkirch: E r n st r ä n t e r, Feilenhauer in Freiburg. 0. Wahlkreis Lahr-Haslach-Wolfach: A. F e n d r i ch, Schriftsteller in Offenburg. 7. Wahlkreis Offcnburg-Kchl-Oberkirch: Abg. A. Geis, Gaslwirth in Mannheim. 3. Wahlkreis Baden- Rastatt: W i l h e l m K o l b, Maler in Karlsruhe. 9. Wahlkreis Pforzheim-Durlach: Alfred A g st e r, Arbeitersekretär in Stuttgart. 10. Wahlkreis Karlsruhe-Bruchsal: Abg. Ad. Geck, Redakteur in Offenburg. 11. Wahlkreis Mannheim-Schwetzingen-Weinheiiu: Abg. Aug. Dreesbach, Kaufmann in Mannheim. 12. Wahlkreis Hcidelberg-Mosbach: Georg Pfeiffle, Kaufmann in Mannheim. 13. Wahlkreis Wiesloch-Eppingen: A. Soinnier. Lithograph in Weinheim. 14. Wahlkreis Tauberbischofsheim-Walldürn: Abg. A. Kramer, Kassirer in Mannheim. Zur Agitation für die ReichStagSwahl ist von unsere» Parteigenossen im Kreise O l t e n s e»- P i n u e b e r g eine 64 Seiten starke Broschüre vcrtheilt worden, worin auf grund eines äußerst reichhaltigen Materials die politischen Zeilfrngen in allgemein ver- ständlicher Weise erörtert und die Wähler aufgefordert werden, ihre Stimm«» unserm Parteigenossen v. Elm zu geben. In einer außerordentlich stark besuchte» Volksversammlung sprach am letzte» Sonnabend auf der Zeche in H o h e n st e i u- E r n st- thal im 17. sächsische» Wahlkreise der Abgeordnete des Kreises, Genosse Auer, über die politische Lage und die bevorstehende» Reichstagswahle». Derselbe Redner referirle dann am Sonntag Nachmittag in einer Kreis-Parteiversammlung, die in L i ch t e» st e i» im Gasthaus„Zum Grüuthal" abgehalten wurde und ans allen Orten stark besucht war, und abends im sozialdemokratischen Wahlverei» für Gesa» im Lokale des Genossen W. Stolle, das ebenfalls bis zum letzten Platze besetzt war. Trotz aller Machinationen der Fabrikanten und trotz der unglaublichen Schwierigkeilen, die seitens der Behörden unserer Agitation in de» Weg zu lege» versucht werde», sind unsere Genossen doch des besten Muthes und wird der Kreis auch dieses Mal wieder im ersten'Ansturm genommen iverde». Die Gegner haben noch keine» Kandidaten ausgestellt, doch soll die Durchfallsrolle einem antisemitischen Apotheker aus Glauchau zu- gedacht sein.— In Elberfeld ist zum Vertrauensmann der Parleigenosse W. Ulli n bäum(Franzenstr. 31, II.) gewählt worden. Polizeiliches, Gerichtliches tc. — Vom Schöffengericht in S p r e in b e r. wurden einige Parteigenossen wegen öffentlicher Verbreitung des„Märkischen Land- boten" zu je 15 M. Geldstrafe und in die Kosten verurtheilt. Auf ihre Einrede, daß sie den Kalender nicht öffentlich verbreitet hätten, hat, nach dem Bericht der„Märkischen Volksstimuie", der Vorsitzende gefragt:„Was haben Sie denn damit gemacht? Sie haben ivohl die Kalender unter den Arm genommen und sind damit nach Hause gegangen." Als unsere Genossen erwiderten:„Nein, wir haben sie verbreitet!" bemerkte der Vorsitzende:„Da haben wir ja die Ver- breitung! Sie sind doch damit von Haus zu HauS gegangen, also habe» Sie sie doch öffentlich verbreitet. Sie denken rvohl, Sie können Ihre Schriften immer so im Stille» verbreite», daß niemand'ivas erfährt davon?" Das Urtheil des Landgerichts, dessen Eutscheid angerufen werden wird, dürfte dem Vorsitzenden des Sxremberger Schöffengerichts wohl klar machen, daß zum Begriff der öffentliche» Verbreitung mehr gehört, als das Verbreiten von Haus zu Haus. — Die Parteigenossen Dr. Winter und Dylong aus Könighütte, P i e n t k a ans Domb, Rose und Kafczyk aus Kattowitz uud der Gastwirth Hamburger aus Kattowitz halten sich an» 10. Januar vor dem Schöffengericht in Kattowitz wegen einer angeblichen Uebertrelung der ZZ 1 und 12 des Vereinsgesetzes zu verantworten. Am 3. Oktober v. I. solle» die ersten sünf Au. geklagten eine unangemeldete Versammlung abgehalten haben, wo öffentliche Angelegenheiten erörtert worden seien. Hamburger soll zu dieser unangemeldeten Versammlung den Platz eingeräumt haben. Keiner der Angeklagten war sich der angegebenen Uebertretuna bewußt, die Aussagen der meisten Zeuge»— im ganze» wurden si-bc» vernommen— stimmten mit de» Aussagen der Angeklagte» überein. dagegen suchten zwei Zeugen, der Polizeiwachlmeifter S t r a l k a und der Oberwachtmeister I a g d h n h n, beide aus Kattowitz, viel Belastendes auszusagen. Beide mußten aber zugeben. daß ihre'Aussagen nicht aus eigener Wahr- nehmnng, sondern auf den M i t t h e i lu» g e n er»es Gewährsmannes beruhten, den sie nicht nennen dürften. Die Sache wurde vertagt. Da der Hintermann der � Verantwortlicher Redakteur: Aug, ist Jacobey in Berlin. Für den Jnsei Polizei einigen Angeklagten zufällig bekannt ist, wird er in der nächsten Verhandlung erscheinen. — Als sich im sächssschen Landtage unsere Genoffen im Monat November vorigen Jahres beschwerten, daß der Reichstags- Abgeordnete H o f m a n n aus Chemnitz fast in keinem Orte seines Wahlkreises Kirchberg-Auerbach öffentlich reden dürfe, weil er schon bestraft sei, da sagte der Minister v. Metsch in nicht miß- zuversteheuder Weise Abhilfe zu. Er erklärte, es sei den Be- Hörden eine bezügliche Verordnung zugegangen. Dennoch hat. wie aus dem„Sächsischen Volksblatt" zu ersehen ist, ?lbg. H o f m a n n in der Volksversammlung, die am letzte» Sonntag in Haara bei Wilkau abgehalten wurde und Ivo er über die Thätigkeit des Reichstags referiren sollte, abermals nicht zu seinen Wählern sprechen dürfen. Der über- wachende Beamte verbot ihm die Berichterstattung. Die Versammlung durfte auch nicht in den 3. Punkt der Tagesordnung, der „Diskussion" lautete, eintreten, weil„diese Angabe zu mibe- stimmt" sei. Die Beschwerde gegen das Verfahren des Beamten wird natürlich Erfolg haben, immerhin zeigt der Vorfall, daß die sächsische Regierung alle Ursache hätte, den Kampf um die Ausrecht- erhaltung der„Ordnung" zunächst gegen die Polizei selbst zu führe», anstatt gegen die Arbeiter. — Außer den in gestriger Nummer erwähnten Strafen hat unser Nürnberger Bruderorgan, die„Fränkische Tagespost", noch folgende zu verzeichnen gehabt: 2 Monate Gefängniß der Redakteur Gärtner wegen Beleidigung eines Forstmeisters; 20 M. Geldstrafe derselbe Genosse wegen Beleidigung eines Hirsch- Dunckerianers; 50 M. Geldstrafe Redakteur O e b m e wegen Be- leidiguug eines Magistralsraths in Fürth; 2V, Monate Gefängniß Redakteur L ö w e n st e i n wegen Beleidigung des Nürnberger Magistrats. Eine Freisprechung erzielte Genosse Oehme in einem Prozeß betreffend Nichtaufnahme einer Berichtigung. Gemovkfrtzslf klirhes. Berlin«iid Umgebung. Eine„Protrsttiersainmlnttg" der Eiscubahnbcamten und Arbeiter Don Berlin und der Vororte soll, wie bereits mit- gelheilt, am nächsten Donnerstag bei Kroll am Königsplatz statt- finden. Einberufen ist diese Versammlung von einer Anzahl Eifenbahnbeamten-Verein e und„Protest irt" soll werden gegen das Vorgehen des Eisenbahner-Verbandes in Hamburg. Einlaß ist nur den mit Eintrittskarten Verseheuen gestaltet. Wie unter königlich preußischen Beamten derartige Protestbewegungen in Szene gesetzt werden. ist hinlänglich bekannt. Danach muß der Werth solcher Kundgebungen als ein recht geringer eingeschätzt werden. Und das um so mehr, als ja keiner der Beamten oder Arbeiter bei Strafe sofortiger Maßregelung seine wahre Ueberzeugung zum Ausdruck bringen dürfte. Die eingeladenen Beamten und Arbeiter, die bei Kroll nach dem Willen ihrer Vorgesetzten demonstriren sollen, werden daher gut thnn, die Arrangeure unter sich allein zu lassen. Denjenigen aber, die der famosen Protest- Versammlung beiwohnen müssen, ist nur zu ralhen, sich dort jedweder Gegendemonstration zu enthalten und nicht das Wort zu ergreife». Sie würden damit nur sich selbst schädigen, ohne ihrer Sache auch nur den geringsten Nutzen zu bringen. Achtung, Parkcttbodculcger! Wegen der heule Abend statt- sindeuden Vertraneusmänner-Versammlung findet die zu heute Abend angesagte Versaminlung der Parkeltbodenlcger erst am Montag, den 17. Januar bei Schöning, Köpnickerstr. 63, statt. D i e K o m- in i s s i o n. Dentschcs Reich. Neber die Beilegung des Streiks in der Meyer'schen Schuhfabrik in B r e m e n wird gemeldet: Die Differenz, welche bei Ans- bruch des Streiks bei schwarzer Arbeit'/s Pf. betrug, ist seitens des errn Meyer beglichen worden. Bei gelber Arbeit betrug die iffereuz 1 Pf. Hier wurde beiderseits Pf. nachgegeben, womit auch dieser Streitpunkt geschlichtet war. Einige weitere Punkte, unter anderem daß Maßregelungen nicht stattsiuden sollen, ferner, daß ein Arbeiterausschuß für die Fabrik eingesetzt werden soll ze. wurden seitens des Fabrikanten anerkannt. Dieses Slesultat wurde der Versammlung der Streikende" nntgelheilt, die sich denn auch einstimmig mit den getroffenen Abmachungen einverstanden erklärten. Damit ist der Streik beendet und ist am Montag die Arbeit wieder aufgenommen worden. Die Arbeiter der Weberei von Kießig u. Hey er in E l sterb erg, denen, wie wir gestern mittheilten, eineLohnrcduktion an- gekündigt war, haben einmüthig beschlossen, gegen diese Zumuthung Front zu machen. Sie ließen der Firma eine Erklärung überreichen, in welcher gesagt wurde, daß schon die jetzigen Löhne in keinem Verhällniß mehr zu den Lebensmittelpreisen stehen und daß sie bereit seien, wenn die Austräge nur spärlich vorliegen, eine kürzere Arbeits- zeit-einzuführen. In der Unterhandlung erzielten die Arbeiter das Zugeständuiß, daß zunächst nur die Hälfte der angekündigte» Loh» Herabsetzung durchgeführt wird, auch soll auf Wunsch der Arbeiter der nunmehr gillige Lohntarif, falls auch die Konkurrenz ein gleiches thut, in den Betriebsräumeu ausgehängt werden. Da die An- gelegenheit noch nicht völlig erledigt ist, bitten die Arbeiter, den Zuzug von Webern und Spinnern nach Elsterberg sernzuhalten. Nrbcr die Arbeitcr-Orgauisationcn in Baden enthält das „Statistische Jahrbuch für Baden", dessen vor einigen Tagen er- schienener 23. Jahrgang das Jahr 1395 und zum theil auch 1396 umfaßt, interessante Nachweise, welche sich jedoch nur auf das Jahr 1395 beschränken. Nach der Verufszählung vom 14. Juni 1895 waren in der Berufsabtheilnng Bergbau, Hütten- und Salinenwesen, Industrie und Bauwesen 216 990, darunter 53 643 weibliche Arbeitnehmer beschäftigt. Bon diesen sind nun im ganzen nur 25 694 Mitglieder (320 weibliche) einer Arbeiterorganisation. Das Jahrbuch führt 3 Galtuuge» von Organisationen aus, darunter 3, den Werkmeister- verein mit 1l89. die Lokalorganisalionen der Gewerkschaften mit 6633 und die Hirsch-Duncker'schen Geiverkvcreine mit 2506 Mit- gliedern, welche nur Arbeititihmer zu Mitgliedern haben, während die katholischen Arbeitervereine unter ihren 5173 Mitgliedern nur 4707, die katholischen Gesellenvereine unter 7472 nur 3030, die evangelischen Arbeitervereine unter 2979 nur 1971, die sonstigen Arbeiterorganisationen unter 2092 nur 1831 und die gleichfalls hierhergezählten Arbeiter- Bilduugsverein« unter 6042 Mitgliedern nur 3727 Arbeitnehmer aufzuweisen habe». Nach dieser Statistik hätten also die konsefsionelleu Arbeiter- Verbände fast dieselbe Arbeiterzahl zu Mitgliedern wie die Geiverk- schaften und die Geiverkvereine zusauimeu. Das hat sich indessen in den Jahren 1896 und 1397 geändert. Die Geiverkschaflen in Bade» habe» sich i» diesen beiden letzten Jahren um eine Reihe von Organisationen vermehrt und die schon bestehende» haben ihre Organisation nicht nur auf kleinere Orte ausgedehnt, sondern sich in vielen Städten a» Mitgliederzahl nahezu verdoppelt, so daß die Gewerkschastsorganisatio» in Baden mit Ende 1397 mindesteus über 9000, wenii nicht über 10 000 Mitglieder zählt. Dazu komiut noch, daß in den Geiverkschaften jeder Mann nur einer Fachorganisatiou angehört, während ersahrungsgemäß in der ultramontanen Organi- sation ein und derselbe Arbeiter sehr oft sowohl einem sogenannten Arbeiterverein wie eine», Geselleuverein angehört, i» der Statistik also doppelt gezählt wird. Wir können heute schon die Versicherung abgeben, daß die spätere Statistik für 1397 ausweise» wird, daß die Gewerkschaften Badens allein mehr Mitglieder habe», als die sämmt- liche» konfessionellen Arbeiterorganisationen znsa»»»euge»o»»iie» und daß vielleicht schon im nächsten Jahre de» letzteren auch noch die Hirsch-Duncker'schen hinzugezählt werden müssen, wen» die nicht- jozialdemokralischeii Arbeiterorganisalione» an die Gewerkschasten i» der Mitgliederzahl»och heranreichen wollen. Anölaiid. Ein GetvcrkschaftSrath für ttiigaru ist am vergangenen Sonntag i» B u d a p e st von den dortigen Gewerkschaften errichtet worden. Diese Körperschaft soll im wesenllicheii dieselben Aufgaben erfüllen, wie die Generalkonlniissio» der deutschen Geiverkschaflen. Voi» Kampf der englische» Maschinenbauer ist heute nur soviel zii berichte», daß so ziemlich alles beim alten ist. Von den itentheil verantwortlich: Th. Glocke In Berlin. Druck und Verlag von Mi Unternehmern, die dem Verbände angehören, ist bisher noch keii,« zu einer Verständigung mit de» Arbeitern gelangt, dagegen soll eine Midland Firma im Begriff stehen, sich niit ihren Arbeitern auf eine öl Stuii demvoche hin zu einigen. Die Admiralität hat in ihren Werkstätte» zu Devon port gegen 70 Maschinenbauer eingestellt. In Wigan, Rochdale, Preston, Leeds, Sheffield und Liverpool sind weitere Küiidiguligen von Arbeitern erfolgt, während in Glasgow einem Wolff'schen Telegramm zufolge eine große Anzahl Maschinen- bauarbeiter die Wiedereinftellnng beantragt habe.— Der letzt« Sonnabend allein brachte den Maschinenbaueril 1600 Pfd. Sterl. Unter- stlltzuiigsgelder; bei der Geiieralkommission der deutschen Gewert- schaften ginge» in der Woche, die am 6. Januar endete, 5194,62 M. ein._ Mnkevnehtnev-Vevbiinde« Die galizischc» Znndwaarenfabriken in Stry, Ekoln, Stanislau, Bolechow und Kolomea haben ein Kartell abgeschloffen. Als Zweck der Vereinigung wird die Vermeidung der Ueberproduktion bezeichnet. Vom amerikanischen Weizeiimarkt. Herr Jos. Leiter, der bekannte Chicagoer Großspekulant, soll nach dem„Standard" seinen ganzen Besitz a» Weizen den bedeilleiiden Exportfirmeii Dreyfuß u. Co. in New- Jork und Gill». Fischer in Baltimore verkaufl haben.— Eine Schätznng des Sachverständigen Thouian geht da- hin, daß von der geaeiiwärligeii Ernte sich noch 41 pCl. in den tändei, der Farmer befinden, sodaß also die Eisenbahiien»och große ransporte zu erwarten haben. Das Areal der»ächsten Ernte ist »m 11 pCt. größer._ SozinleS. Die städtische Beschäftig»llg von Arbeitslose» wird in O f s e» b a ch a. M. als A Imos« n gewerlhet. Die für die 'Arbeitslosen ausgeworseiie Summe ist von der Gemeinde-Verivaltuiig auch diesmal in das A r m e n b u d g e t eingestellt, uud zwar in Höhe von 80 000 M. Unser Parteigenosse Ulrich beaulragte nun in der letzten Sitzung der Sladtverorbiieleii, daß diese 30 000 Mark unter der besoudereu Rubrik„für Beschäftigung Arbeitsloser" dem Bauamt zur Ver- sügiiiig gestellt würde».„Die iiatioualliberale Mehrheit"— schreibt das„Offenbacher Abendblatt"—„blieb uuter Führung des Herr» Oberbürgermeisters Brink und des Kommerzieurnlhs Heyne hartnäckig auf ihrem alten Standpunkt stehen— sie wollen, daß die städtischen Arbeiter, die aus den 30 000 M. für ihr« der Stadt geleistete Arbeit bezahlt werden, als Almoseiieiiipfäiiger gelten. Sie wolle» das, trotzdem selbst einer der ihrigen, Herr Müller, einen Fall anführte, wonach ein Arbeiter nicht einmal das Recht des Renteiibezugs aus der Juvaliditäts- und Altersversicherung erlangeii konnte, weil er trotz seiner Arbeit nicht als Arbeiter bezahlt werde, sondern als Almoseiieiiipfäiiger Ariiieiiunterstützung erhalle." Die Handlungsweise der naiionalliberaleu Mehrheit des Offen- bachcr Stadtverordiicteii-Kolleginins entspricht ganz dem Staiidpiiiikte des vulgären Liberalismus, der für die Opfer der kapitalistische» Produklionsweise güustigsteufalls nur die Ruiiehmlichkeiteu des Aniienhaiises übrig hat. Gerade seiner Bornirtheit in der Amiter- frage hat es der Libcialismus niit zliziischreibe», daß er seinen Ein- fiuß auf die Volksinaffen verlor. Die Eiiitvohnorgeiiicinde Schaffhansel» in der Schweiz hat den Beschluß gefaßt, daß in Zukunft die Stadt de» s? ch m u ck derjenigen Gräber übernehme» solle, die eines solchen eulbchreu. Sehr lobeuswerlh dieser Sozialismus für die Todte». aber noch lobeiiswerlher wäre er für die Lebenden, bemerkt hierzu die„Arbeiter- stimme"._ Gevicfxks-Bcif imfl» Barbarische Mißhandlniigen ihre» KiudeS hatte sich die Arbeiter-Ehefrau I d a H a s e n st e i n zu schulden komme, i lassen, welche gester» dieserhalb vor der 132. Abtheilnng des Schöffengerichts stand. Die Augeklagte hat ein jetzt 13 Jahre altes Mädchen mit in die Ehe gebracht. Es ivar ihr ein Dorn im Ang« niid sie ließ sich ihm gegenüber zu Mißhaiidluiigen iuid Quälereien hinreißen, welche jeder Beschreibung spotten. Eine gewöhnliche Art der Züchtigiuig bestand darin, daß die Angeklagte ihrem Kinde die Beine zllsa»nne»band, es so über das Bett legte, daß es mit dem Gesicht in der Federdecke lag und dann den eiitblößteii Unterkörper mittels eines dicken Stockes bearbeitete. Einmal ging das Mädchen mit einer tiefen Wniide im Kopfe herum, die Angeklagte halte eS mit einem Feuerhaken verletzt. Die Zenge» bekundeten, daß sie das Kind wiederholt, vor Kälte halb erstarrt, des Morgens auf dem Kloset gefuiide» hatten, es gab a». daß es die ganze Nacht dort zugebracht habe, die Mutter habe es Abends zuvor unter Schlagen n»d Schimpfen zur Wohiinng hinausgejagt. Als die Polizei sich des Mädchens anuahin uud es im Waiseuhause»iiterbrachte, mußte es erst i» ärztliche Behandlung gegeben werden lind es hat lange gedauert, bis die äußeren Spure» der uiiniciischliche» Behaudlung verschwunden waren. Der Staatsanwalt beantragte eine Gefängilißstrafe von neun Monaten. Die Bestie ivurde vom Gericht mit der Milde behandelt, die i» solchen Fällen mehrfach beobachtet worden ist. Der Gerichts- Hof berücksichligte die bisherige Uubeschollenheit des ililinenschlichen Weibes»nd beließ es bei einer G e f ä n g ni ß str a fe von d r ei Monaten! Elitzich, ina drS Fahrscheins. Einen, Droschkenkntscher wurde vom hiesigen Polizeiprästdium der Fahrschein entzogen, wert er ivegen Betruges zu 30 M. Geldstrafe verurtheilt worden war. Er klagte darauf gegen den Polizeipräsidenten beim Bezirksausschuß und beantragte, die Bersüguiig des Beklagten aufzuheben. Das Gericht stellte aus dem Strafurtheil fest, daß der Kläger »»ter der Vorspiegelung, er habe Geld auf der Sparkasse, einen Gastivirth zur Hergabe zweier Tarlehe» bewegt habe. Hierin erblickte der Strafrichler einei» Betrug. Der Bezirks- ausschuß wies de» Kläger ab. Dieser legte dann Berufung ein und machte geltend, er habe sich das Geld in der Absicht geben lassen, es alif Heller und Psenuig znrückznznhlen. Eines Betruges habe er sich durchails nicht schuldig machen ivollen»nd thatsächlich habe er auch raleuweise seine Schuld getilgt. Nur die uiigüiistigen wirthschaftlichc» Verhältniffe halte» die Rückgabe des GcldeS verzögert. Das Oder- Berivaltungsgericht ivieS seine Klage jedoch ebenfalls ab. Es führte aus, es dürfe nicht nachprüse», ob die Eutziehmig des Fahrscheins durchaus nothwelidig geivesen fei. Es könne mir plüfe», ob der Polizei- Präsident dazu ein Recht gehabt habe. Nach dem Regle»,«»! sür das Droschkeiifuhrwesen sei die Behörde aber dann zur Eutziehmig des Fahrscheins berechtigt, weini ein Droschkenkutscher wegen Betruges bestrast sei. Der Kläger könne also de» Fahrschein nur durch de» Polizeipräsideiile» erlaugeiu_ Depeschen mtfc letzke Dsrchvichfen. Ambcrg, II. Januar.(W. T B.) Der„Amberger Volks- zeitung" zufolge ist heute Nacht die Mutler des Bischofs Auzer im Alter von 73 Jahren plötzlich gestorben. Prag, 11. Januar.(B. H.) Der Czechenklnb erklärte sich niit der von dem Großgrundbesitz ansgeardeitete» Spracheuverordnuiig, »ach welcher das Prinzip der dreisprachigen Gtiedernug Böhnieus durchgeführt werden soll,«inverstmidei:.(? R d.„V.") PariS, 11. Jaiillar.(B. H.) General Saussirr erlheilte den Vertretern der Pariser»nd der misivürOgeil Presse die E>la,ibniß, sich im Nebenziminer des Gerichlssaalcs niiizuhalten. Heule Nach. mittag wurden drei Sachverständige verhört. Wie es heißt, soll Graf Esterhazy beute Enthüllmigen von großer Wichtigkeit gemacht haben. Das Urtheil wird wahrscheinlich noch heute Nacht gesprochen. Paris» II. Jamlar.(W. T. B.) TaS Kriegsgericht hat Major Esterhazy freigesprochen. Paris, 11. Januar.(W. T. B.) Fra» Jouffroy d'Abbans und ihr Geliebter sind wegen Erpressniigsversuchs verhaftet worden. x Bading in Berlin. Hierzu 1 Beilage u. UnterhaltiiiigSblatt.� Hr. 9. 15. Inlrpng. fltct UMMM. Mi'wch. 12. Z°»»r 1898. Uokttles. Zur LvkiiNiste. Lvkal von Carl Kintz n. Co., Alte Jal� slrajie 33, ist»ach erfolgter Bereinbarmig mit der Brauerei wieder frei. Die Lokalkommisston. Nrbeitcr-BildinigSschnle. Wir mache» die Parteigenossin»«» tmb Genosse» auf de» heute Abend 9 Uhr in der Jnselslraße 19, 2 Treppen, beginnenden Kursus in Nationalökonomie(Die wuthschaslliche Entwickelung, Großbetrieb und Handwerk, Kartell- wesen, Arbeitsmarkl und Arbeitsnachweis, die Aufgaben der Gewerk- fchasteu)»liier Leitung des Schrislstcller? C a l>v e r besonders auf- merksam und bitten um zahlreichen Besuch Mitgliedsbeitrag 2ö Pf pro Monat. Kursus(10 Abende) IM. Die Bibliothek ist von S-9 Uhr geöfsnel._ D e r B o r st a n d. Die HaiiSbesiher gegen die Große Berliner. Einen Druck aus die P�erdebahngesellschasl, um für das Ptiblikiini günstigere Ber- bnllnisse zu erzielen, wird von dem Hausbesitzervereiii Süden angeregt. Von denisclbe» ist folgende Petition in Unilanf gefetzt: „In anbetracht, daß die Große Berliner Pferdcbabn-Aktien- gesevschaft trotz des für sie so außerordentlich günstigen vor kurzem abgeschlossenen Vertrages mit der Stadl Berlin de». Publik»», gegenüber keinerlei Entgeaenkommen zeigt, indem sie auch filr das Jahr 1893 den hohe» Abonnemcnispreis von mindestens 8,S0 Mark pro Monat nicht herabgesetzt— ans der Stadtbahn beträgt derselbe nur 3 Mark respektive 4.39 M. pro Monat—. auch keine Umsteigekarten ansgiebt, beschliebt der Verein: bei Behörden, Vereinen und Privaten dahin zu wirken, daß der Großen Berliner Pferdebahn- Zlktiengesellschaft ebenfalls keinerlei Entgegeukominen erwiese» und zunächst dahin ge- wirkt werde, daß alle Hausbesitzer Berlins die Anbringung von Rosetten sür den elektrischen Betrieb so lange nicht gestatten, bis obige Aktien- gcscllschast Einzelabonnements für jede beliebige 19 Pf.-Strecke von monatlich 3 M. und für jede beliebige 13 Pf.-Slrecke von 4.39 M. pro Moiiat— mit Unisteigeberechtigung— bewilligt. Wir motivire» dies damit, daß die Große Berliner Pferdebahn- Aktiengesellschaft eine sehr hohe Dividende bezahlt, daß das Publikttin beziv. die Fahrgäste kein Interesse haben, diese Dividende noch zu steigern, sondern vielmehr eine billigere Fahrgelegenheit als bisher zu erhalten, daß die Behörden der Stadt Berlin(Magistrat und Stadtverordnete) verpflichtet sind, das Interesse der Bürgerschaft gegenüber der Pferdebahn- Aktiengesellschaft energisch zu vertreten, wie dies z. B. in unserer Nachbarstadt Charloltenburg geschehen ist, die bereits ganz bedeutend billigere Fahrpreise und Umsteige- karten hat als die Stadt Berlin. Hierbei ist noch zu bemerken, daß die Berlin- Ckarloltenburger Straßenbahn, trotzdem sie nur im letzten Jahre 3 pCt. Dividende gegen 13 pCt. bei der Großen Berliner Pferdebahn-Akliengesellschafl zahlen konnte, von den städtischen Behörden Charloltenburgs gezwungen worden ist, den billigeren Tarif mit Monatsabonnement von 3 M. oder jährlich 39 M. an, wobei für weitere Mitglieder eines Hausstandes nur die Hälfte des Preises berechnet wird, schon mit dem 1. Dezember 1397 ein- zuführen." Diese Energie ist an sich löblich, mag sie auch in der egoistischen Erwägung ihren Urspruug haben, daß bei billigen Pferdebahnpreisen die Wohnungen an der Peripherie leichter zu verniiclhen sind. Uns will aber scheinen, daß die Hausbesitzer den richtigen Moment vcr« paßt haben. Sie bilden in der Koninmnalvertretnng die Mehrheit und hätten hier, als es Zeit war, der übermüthigen Gesellschaft den Daninen anfs Auge drücken solle». Jetzt lacht die der öffentliche» Wohlfahrt notorisch feindlich gesinnte„Große Berliner" über die Demonstration der Hausbesitzer. Der MilitärfiöknS und die Arbeiter. Bor kurzem meldeten wir, daß in der königliche» Pulverfabrik zu Spandau durch das besonnene Eingreisen der Arbeiter eine Explosion mit genauer Roth verhütet worden ist. Es dürfte ivohl angebracht sei», über die Proletarier, die im Dienst des Militärstaates Tag für Tag den größten Gefahren ausgesetzt sind, etwas Näheres zu erfahre». Wer in die Pulverfabrik alS Arbeiter eintritt, erhält für eine zehn- stündige Arbeitsdauer täglich 2 M. 39 Pf. Lohn. Der Arbeits lohn steigt allmälig, bis er»ach zwanzig Jahren die Höhe von 4 M. erreicht. Eine besondere Beschäftigung, die„Säure- arbeit" wird allerdings um eine Mark höher entlohnt, als die einfache Arbeit, doch halten es hierbei nur ivenige auf die Dauer aus. Trotz der Schutzvorrichtungen läßt sich das Einathmen giftiger Dämpfe nicht vermeide», und bald wird der in diesem Raum beschäftigte Arbeiter gewahr, daß ihm die Vorderzähne Stück für Stück aussallen. Wie schon angedeutet, ist die Gefahr aber durchaus nicht aus diese Arbeiterkategorie beschränkt s Entzündungen und Explosionen sind im ganze» Betriebe«in recht häufig eintretendes Ereigniß. Die Arbeitsordnung, die auf dem schlecht entlohnten Personal lastet, ist von besonders harter, dem Militärstaat völlig a». gepaßter Natur. Beschwerden der Arbeiter müsse» eine» umständlichen Instanzenweg durchgehe». Im verfloffenen Sommer baten die Arbeiter eines Betriebes beim Kriegsministerimn um Anfl besserung ihrer ungenügenden Löhne. Bis auf zwei zu: frieden« Seelen hatten alle Arbeiter des in betracht kommenden Betriebes die Petition unterschrieben. Die Folge dieser in durchaus angemessener Form gehaltenen Eingabe ist charakteristisch. Die beiden zufriedenen Seelen erhielten eine Ausbesserung; fämmtliche Unterzeichner des Schriftstückes aber wurden mit einem Lohnabzug von 39 Pfennigen abgestraft. Warum? „Wegen Nichtbeachtung des Instanzenweges!" Die Staatsbürger, die in den„königlichen" Fabriken beschäftigt sind, hätten»ach An- ficht des KriegSministeriums sich auch in diesem Falle einer strengen, bureaukratisch-militärischen Ordnung fügen müssen! Viel Aufhebens wird von den„WohlfahrtSeinrichtungen" der Etaalswerkstälten gemacht. Schade nur, daß sie zuweilen eine» recht häßlichen Beigeschmack haben. Ein dem Wohlfahrts- a u s s ch u ß der Fabrik angehörender Arbeiter wies eines Tages darauf hin, daß es nothwendig sei, den Beschäftigte» vor Be» endigung der Arbeitsschicht zehn Miuute» Zeit zu geben, damit der Körper entsprechend gereinigt werden könne. Es sei nicht angängig, die ohnehin schon zu sehr ausgedehnte Arbeits: zeit noch mehr zu verlängern. Die Direktion erließ dann auch eine den bescheidenen Wünschen des Personals ent- sprechende Verordnung. Der Mann aber, der die Angelegenheit im Namen seiner Leidensgefährten zur Sprache gebracht hatte, er- hielt bald eine andere Arbeit zugewiesen, die merkwürdigerweise von der Kollegenschaft allgemein als Strafarbeit betrachtet wurde. Es versteht sich, daß nie Direktion sich gegen eine solche Annahme verwahren und die Aenderung einfach aus das dienstliche Interesse zurückführeu wird. In de» harten Köpfen der Arbeiter finden derartige Erklärungen aber nur sehr schwer Platz. Allgemein hegen unsere Parteigenossen in Spandau die Erwartung, daß die bevor- stehenden R e i ch s t a g s w a h l e n die Quittung enthalten werden über das Wohlivolle», mit dem man die„königlichen" Ar- beiter behandelt. Tie Berliner Gärten, bei Freniden nicht selten«in Gegen- stand des Spottes, sind bei allen Volkszählunge» seit 1371 mit be- rücksichtigt worden. Wie das neue„Statistische Jahrbuch der Stadt Berlin" miliheilt, hatte» 1371 in Berlin 3393 Häuser Gärten, darunter 1392 Vor- und Hintergärten, 3339 nur Hintergärten,' 861 nur einen Vorgarten. Die Zählung von 1873 erhielt insofern eine wichtige Erweiteriing, als»ach der Größe der Gärten gefragt wurde. Es wurden hierbei 3632 Hausgärten— also weniger als 4 Jahre vorher— mit 2143 Morgen Fläche gezählt. Also im Durchschnitt nahm ein Berliner Garte» im Jahre 1373 eine Fläche von 979 Ouadrat- meler ein. Bei der letzten Zählung(1893) wurde wiederum die Frage ge- stellt: Hat das Grundstück einen Garten oder nur eine» Vorgarten, wie groß ist er? 6383 Grundstücke, d.h. ein Viertel aller Grundstücke (23,7 pCt.) in Berlin hatten einen Garten, davon 3737 l54.3 pCt) einen Hinlergnrlen, 2968(30,9 pCt.) nur einen Vorgarte» und 193 (13,7 pCt.) Vor- und Hinlergärten. Von der Gesammtzahl kommt aber über die Hälfte auf ganz kleine Gärten, nämlich bis zu 199 Quadratmeter und nicht unter 7,98 Quadratmeter Flächen- inhalt; die Gärten von 191 bis 299 Quadratmeter(bis 14.15 Quadrat- rnlhen) bilden ei» Sechstel, die niebr als 299 Oundralmeler»in- fassen 39 pCt. Von diese» 1393 Gärten war nur die Hälfte(971) über 399 Quadratmeter und 319 über 1999 Quadratmeter groß. Mehr als 2399 Quadratmeter, also mehr als 177 Qnadratruthen oder eine» Morgen groß(„die eigentliche Normalgröße eines Gartens") wurden i» Berlin nur noch 236 Gärten gezählt; davon am meisten(63) ans dem Wedding, 21 in der Friedrich- und Schöneberger Vorstadl und 22 in der Friedrichstadt(wohl meistens Hinterland von prinzliche» Palästen und Ministerien). Von de» Vorgärten waren über die Hülste kleiner als 39 Quadratmeter über 3�/« Qnadratrnthe». Aber es giebt auch neun Vorgärten mit mehr als 2399 Quadratmeter, davon sind 4 sogar mehr als 3999 Quadratmeter groß. Am ivenigsten fanden sich natürlich Gärten in den alte» Berliner Stadttheilen. am zahlreichsten in der Thiergarten-Vorstadt, Ivo fast drei Viertel der Grundstücke einen Garten haben, sodann in der Friedrich- und Schvneberger Vorstadt (65.4 pCt.), in dem westlichen Theil der Friedrich- und Tempelhofer Vorstadt(33,4 pCt.) und aus dem Wedding(47.2 pCt.) In dem Stadtihcil Neu-Kölln giebt es überhaupt nur 6 Gärten, keiner über 399 Quadratmeter groß. Der Stadtbezirk Kölln hat 14 Gärten, darunter sogar einen Riesengarten über 3999 Quadratmeter groß. Friedrichswerder zählt auch nur 13 Gärten, Alt-Berlin öl, die Dorolheenstadt und die Friedrich-Wilhelmstadl je 61. Bei der gestrigen Stndtverordnetenwahl zweiter Abtheilung ist an stelle des verstorbenen Stadtverordneten Wunder der Brauerei- direktor Goldschmidt mit 103 Stimmen gewählt worden. Die Gründung eines Volkshochschul- Vereins zn Berlin wurde vorgestern Abend im Bürger saale des Ralhhanses von einer Versammlung beschlossen. Nach einer sehr eingehenden Besprechung an der sich n. a. Dr. Max Hirsch von der Hnniboldt-Akademie, Prof. Trendelenbnrg, Dr. Ernst Schultz«, Rechtsanwalt Hanse, Dr. Alb» betheiligten, entschied sich die Mehrheit für die Bildung eines Ver eins zur Errichtung volksthüinlicher Hochschulkurse. Was der Verein Gutes wirken wird, muß abgewartet werden. Dem jlvmitec für die Wärmchallcn am Alexanderplatz ist vom Eisenbahaminister die Miitheilung zugegangen, daß durch köaig liehen Erlaß die Jahresmiethe für die drei Stadtbabnbogen. wo sich die Wärmehallen befinden, vom 1. Oktober v. I. ab von 6999 M ans 3600 M. ermäßigt worden ist. Muß denn der Staat von einer Gesellschaft, die selbstlos im Interesse der elendeste» ihrer Miibürger wirkt, überhaupt Geld nehmen? Der preußische Fiskus verleugnet seine wahre Natur doch niemals! Die Briefbostellung durch die Paeketfahrt. Wir erhalten ans unserem Leserkreise folgende Zuschrift:„Die Zustände bei unserer Packetfahrt-Gescllschasl sind mit bezug ans die Brieibestellung in diesem Jahre geradezu unhaltbar geworden. Daß das Befördern der Briefe in einem dem Mittelalter würdigen Tempo geschieht, ist ja schon männiglich bekannt. Der Gipfel der Langsamkeit scheint jedoch diesmal zu Neujahr von der Gesellschaft erklommen worden zu sei» Ich übergab am Sylvesterabende einem rothen Kasten eine Anzahl Briefe, von welchen der eine von der Franseckistraße bis zur Dnnckerstraße, wozu man im gewöhnliche» Leben 7Mi»nteii braucht, glücklich am 3. Januar angelangt war; während ein Brief nach der Gartenstraße überhaupt noch nicht angekommen ist; und ein von dort an mich gerichtetes Schreiben auch noch nicht. Angesichts dieser traurigen Verhältnisse würde es besser sein, die Gesellschaft ließe Marken herstellen mit dem Vermerk„Wird binnen 8 Tagen bestellt". Dann wüßte man doch wenigstens, woran man ist. Die Einführung von Drucksachenmarken zu 2 Pfennigen und Briefmarke» für de» Stadtverkehr zu 3 Pfennigen seitens der Reichspost wird zu einer dringenden Nothwendigkeit." Seinen achtzigsten Geburtstag beging am Montag ein Veteran der Arbeit und des Kulscherbockes, der Droschkenkutscher August Schröder, Pnllisadenstraße 37 wohnhaft, i» sellener körperlicher Rüstigkeit. Länger als ei» halbes Jahrhundert hindurch, nämlich bereits seit dem Jahre 1344, übt derselbe nnuulerbrochen den Berus als Droschkenkutscher in Berlin aus, kein Wunder, daß „Vater Schröder" eine weit über die Kreise seiner Fachgenossen !iinaus bekannte und geachtele Persönlichkeit ist. Trotz dieser am trengenden und aufreibenden langen Berufsthätigkeit ist es dem Veteran nicht vergönnt, seinen greisen Lebensabend in wohl verdienter Ruhe zu verbringe». Nach wie vor muß er dem Erwerbe nachgehe», den Kanipf ums Dasein führe», um für sich und sei»« Lebensgefährtin den dürftigen Lebensunterhalt zu verdienen. Und so steht man„Vater Schröder" noch heute tagtäglich bei Wind und Wetter, Frost und Hitze, Tag und Nacht Droichke fahre», eine lebende Anklage gegen die Segnungen des Zeitalters der Sozial- reform, eine stichhaltige Widerlegung der Behauptung der Fiihv Herrn, daß auf ihre Kosten die Droschkenkutscher sich bereichern und sie an den Bettelstab bringen. Wegen übermäßig schnelle» FahrenS bezw. Umbiegens um Straßenecken im Trabe vom 1. Oktober bis letzten Dezember 1397 wurden 14 Personen gerichtlich bestraft, davon drei(Kutscher) mit Haftstrafen von einer Woche, neun Tagen und drei Wochen Haft, — die übrige» mit Geldstrafen von 39—39 M. Unter de» Bestraften waren sechs Schlächter, sechs Kutscher, ein Handlnngsgehilfe und ein Musikerlehrling. Der Schuhuiachergeselle Hardt?«, welcher, wie schon wieder holt erwähnt, unter dem Verdacht, die Marie Thiele ermordet zu haben, sich in Untersuchungshaft befindet und durch eine wilde Szene gelegentlich seiner Vorführung vor den Untersuchungsrichter am vergangenen Freilag von sich reden machte, spielt nun neuerdings im Untersnchungsgefängniß wieder den wilden Mann. Wie schon früher mitgelheilt, mußte H., welcher gelegentlich seiner Verhaftung sich irrsinnig stellte, zur Beobachtung nach Dalldorf übergeführt werde». Seitens der Aerzte ist festgestellt worden, daß der Geistes zustand des Schuhmachers zweifellos ein normaler sei, und Hardtke nur simnlire, um sich der gegen ihn schwebenden Untersuchung zu entziehen. Die Verdachtsmomente gegen ihn verstärken sich durch Zeugenvernehinungeu, die in diese» Tagen statt gefunden haben, immer mehr. Abgesehen davon, daß Hardtke von verschiedenen Mädchen zweifellos als eine Person wiedererkannt ist,- welche wiederholt Uebersälle aus gefichrl hat, steht fest, daß er auch mit der ermordete» Marie Thiele in Verkehr gestanden. Ebenso hat er in der Mordnacht sich in der Gegend des Oranienburger Thores aufgehalten. H. vermag auch sein Alibi nicht nachzuweisen. Thatsäcblich ist er erst morgens um 3 Uhr nach Hause gekommen. Seiner Wirthin konnte dies damals nicht ausfallen, da der Schuhmacher erst acht Tage bei ihr wohnte und regelmäßig erst nachmittags die Behausung verließ, um i» früher Morgenstunde wieder zurückzukehren. Ter Fall Behrendscn hat feine Aufklärung gefunden. Das Polizeipräsidium theilt mit: Das Verschwinden des Kaufmanns Behrendsen, das in den letzten Tagen wiederHoll die Presse beschäf- tigte, ist nach den Ermittelungen der Kriminalpolizei auf«inen Unglücksfall zurückzuführen; daß ein Verbrechen vorliegt, ist nicht anzunehmen. Behrendsen ist am Abend des 2. Januar mit einem Bekannten im Lokal„Zur alten Taverne" in Stralau bis 8>/z Uhr abends zusammen gewesen und hat sich dann mit dem Bemerken entfernt, er wolle ans der Spree noch Schlittschuhe laufe». Er äußerte dabei, er müsse sich eine späte Zeit aussuchen und allein gehen, da er ein sehr schlechter Läufer sei und sich erst üben müsse. Der Fluß war an jener Stelle, die in der Nähe des Restaurants liegt, damals nur ein schmales Stück am Rande zugefroren. Trotz der großen Gefahr, einzubrechen, haben sich an jenem Abend mehrere Personen, Erwachsene und Kinder, mit Schlittschuhlaufen vergnügt. Es ist wahrscheinlich, daß auch Behrendsen an der gefährlichen Stelle Schlittschuh gelaufen, eingebrochen und verunglückt ist. Behrendsen lebte in geordneten Verhältnissen; er hatte dre fällige Miethe bezahlt und Anfang des Jahres 699 Mark an seinen Chef abgeführt, sodaß zu verinuthen ist, daß er nicht mehr im Besitze größerer Geldbeträge war. Als er am Abend des fraglichen Tages sich von seinen Bekannten trennte, war er allein und nicht i» Gesell- schuft eines Unbekannte». Zeugiu gesucht. Wir erhalten solgende Zuschrift: Als Zeugin in der Slrassache gegen einen pensionirten Schutzmann wird diejenige junge Dame gesucht, die am 29. Juni 1397, vor- mittags von 9—19 Uhr, zwischen dem Neuen See und der Stadt- bahnstation Thiergarten in der Nähe des sog. Großen Weges an ein zehnjähriges Mädchen herangetreten ist und demselben gerathen hat, schleimigst nach Hanse zu gehen und seinen Eltern von den Manipulationen zu erzählen, die ein alter Mann vorher auf einer Bank an ihr vorgenommen hat. Da seitens der Vertheidiginig des Angeklagten der Versuch ge- macht wird, die Glaubwürdigkeit des kleinen Mädchens in Zweifel zn ziehen, obgleich dasselbe infolge seines musterhaften Betragens und Fleißes nur glänzende Zengnisse öffentlicher Schulen anfzuweisen hat, so wird die belrefsende siiiige Dame von den Eltern des Mädchens im Interesse der gnien Sache höflichst und dringend gebeten, sich Charlottenbnrg, Schlülerstr. 9a, IV l, gütigst melden zu ivollen. Erschossen hat sich am Montag Nachmittag der 33 Jahre alle Assessor Dr. zur. William Kuseuberg ans der Brückenallee 28. K. ist in Philadelphia geboren. Als Sohn deutscher Eltern kam er im neunten Lebensjahre nach Deutschland, studirte später i» Bonn und machte in Köln das Referendarexanien. Seinen eigenen Angaben nach war K bis vor einem Jahre im Auswärtigen Amte beschäftigt und schied dann aus, da er eine Stelle, um die er sich beworben hatte, nicht erhielt. Seitdem halte er nichts zu thun und führte in seiner Junggesellen-Wirthschast ein ziemlich einsames Dasein. Ei» Nervenleiden, das er schon länger hatte, steigerte sich in den letzten acht Tagen so sehr, daß er keinen einzigen Brief mehr öffnete, sondern alle liegen ließ, wie sie einliefen. Wahrscheinlich hat er nun in einem heftigen Anfalle seines Leidens Hand an sich gelegt. Selbstmorde. Montag früh wurde die 72 Jahre alte Rentnerin Julie H. in ihrer Wohnung in der Grimmstraße und nachmittags der Privat-Postbote F>itz G. in seiner Wohnung in der Teltower- strnße erhängt ausgesnuden. In beiden Fällen liegt unzweifelhaft Selbstmord vor. Unfall eines Droschke»r»tscherS. In der Linieustraße fiel in der Nacht zum Dienstag der Droschkenkutscher Friedrich Klein- schinidt, als er seine Droschke besteigen wollte, von dieser herab auf das Asphalipflaster. Er verletzte sich dabei an der rechten Hüfte und wurde von einem Vorübergehenden in seine Wohnung gebracht. Fcuerbcricht. Montag Abend 3V- Uhr kam Tempelhofer Ufer 13 in der auf dem Boden belegene" Waschküche ein Schaden- feuer ans, das sich bald über einen großen Theil der Dachkoustruktion erstreckte und diese zerstörte. Kurz nach 11 Uhr mußte Jork- st r a ß e 72 ein kleiner Zimmerbraud abgelöscht werden, der besonders eine Thür und verschiedene Vorhänge beschädigte. Dienstag früh 3 Ubr erfolgte gleichzeitig Alm» nach Oranienburger str. 187 und nach Kreuzbergstr. 26. Im ersten Falle handelte es sich um einen brennenden Fußbode», im letzten Falle brannte es in einer Metallwaaren- Fabrik. Durch rechtzeitiges Eingreifen der Wehr wurde jedoch das Feuer bald zum Stehen gebracht, sodaß der ent» slaudene Schaden nicht sehr bedeutend ist. Der Feeu-Palast hat sich im neuen Jahre mit dem Rade der Zeit vertraut gemacht. In einer Operetten-Burleske„Das radelnde Berlin" geht es, wie in alle» Stücken, die an der Bnrgstrahe das Licht der Welt erblicke», laut und lustig her. Die Handlung spielt sich diesmal i einem Mädchenpensionat ab und läßt insoweit den verschiedenen Meinungen Gerechtigkeit widerfahren, als nicht allein die Freuden und Sehen der Radler und Radlerinnen, sondern auch die mannigfachen Fchalitäten, die der noch zu Fuße gehende Theil des Publikums von wegen des neuen Sports auszustehen hat, mit au- erkennenswerther Objekltviläl veranschaulicht werden. In dem heiteren Stück zeichnen sich die Damen Frey, Frid, Wald neben Herrn Winkler durch ein flottes Spiel aus. Aus den Spezialitäten des Feen- palastes heben wir die Balanceure Gebrüder Wichniann, die Seil- künstler Niagara, sowie den Hundedresseur Labaret hervor. Im Urania- Theater(Direktion Dr. Köppen und Dr. Stoedtner) findet Mittwoch die letzte Vorstellung statt.„Max Klinger" von Herrn Fritz Stahl wird in Wort und Bild eingehend erläutert werden. Damit finden die Vorträge über Kunst und Kultur im Urania-Theater ihren Schluß. Am Sonntag wird die„Kultur-Schaubühne" in der lönigl. Hochschule eröffnet. Tie akademische BViklln-AnSstellung wird bestimmt am Sonn' tag Abend 19 Uhr geschloffen. Eine Ansstellniig von Originalzeichminge» will der Verband denlscher JUnstratoren im Monat April im hiesigen Akademiegcbäude Unter den Linden veranstalten. Das Publikum hat bisher diesem Zweige künstlerischer Thäiigkeit nicht die ihm zukomniende Beachtung geschenkt; kennt es die Arbeiten der in betracht kommenden Künstler doch kanm anders als aus den Reproduktionen der bekannlen illnstrirle» Journale. Um so anerkennenswertder ist eS, daß der Oeffenllichkcit Gelegenheit geboten wird, das Schaffen der Jllnstra- toren an den Originalzeichnungen selber zn stndiren. Der Verband zählt die hervorragendsten illustrativ thätige» Künstler zn seinen Mitgliedern und es ist daher wohl anzunehme», daß die Ausstellung ihren Zweck erfüllen wird. Der zweite Bortragsabend beS Vereins„Berliner Presse" findet am Donnerstag, den 20. Januar, abends 8 Uhr, im Architektenhause statt. Der Vortragende dieses Abends ist der Geheime Medizinalrath Prof. Dr. Schweninger. Das Thema lautet:„Aerztliche Plaudereien". Da für diese» Abend ein ganz besonders starker Andrang zu erwarten steht, ist eer Kartenverkauf für dle numerirteu Plätze schon jetzt tu den bekannten dier Buchhandlungen(Amelang, Lazarus, Speyer u. Peters und Trautwein) vröffnet worden. Die neueste Attraktion des Zirkns Busch bilden jetzt wohl weibliche Fanfarenbläser, welche tn dem Ausstattungsstück Zaragoza tapfer daraus los schmettern. Theater. Das Schiller-Theater ersucht unS, veranlaßt durch zahlreiche Aufragen, niitzuthetlen, daß der 2. Schiller-Zyklus(7 Vorstellungen) bereits Ende dieses Monats und zwar am Sonntag, den 2Z. Januar, nachmittags 3 Uhr, mit einer Aufführung von„Die Räuber" beginnt. Abonne- nrents-Bestellungen werden noch bis Ende dieser Woche entgegengenommen. Morgen, Donnerstag, ist die erste Aufführung des neuen Schauspiels„Der König" von Voß, heute eine Wiederholung von«Der Rcgistrator aus Reisen"._ Rtts beii Nachbarorte». Schöueberg. Unentgeltliche Auskunft in Gewerbegericht?- Angelegenheilen ertheilt der Parteigenosse Karl Säume, Koburg» straße 3, vorn IV. Die� Schöneberaer Stadtverordneten-Bersammlnng hat gestern über die Anstellung k. der besoldeten wie unbesoldeten Magistratsmitglieder Beschluß gefaßt. Für den erste» Bürgermeister wurde ein jährliches Gehalt von 9999 M. festgesetzt, von 3 zu 3 Jahre» um je 699 M. bis auf 19 399 M. steigend, sowie ein Mieihsgeldzuschuß von 1399 M; für den zrveilen Bürgermeister und Kämmerer ein Gehalt von 7000 M., von 3 z» 3 Jahren um je 500 M. bis auf 8599 M. steigend, sowie ein Miethsgeldzuschuß von 1999 M.; für den besoldeten Stadtrath und Syndikus 6999 M. Gehalt, von 3 zu 3 Jahren um je 499 M. bis aus 7200 M. steigend, sowie 909 M. WohnungSgeldzuschuß. Die Peiisioniriing sänimtlicher besoldete» MagistrotZmItglleder soll fick, »ach de» Bcstimmttngc» der Slädle-O>d»u»g richten, die Berechiiuug der Dienstjahre besonderer Bereinbariing vorbehalten bleiben. LZeiilerkensiverth ist»och eine Bcstiinmung, welche sich auf eine etwaige— Einv erleibniig der Stadt Schöncberg in Berlin bezieht, weil daraus hervorgeht, daß auch die Stadtverordneten Echiiiubergs mit der nach wie vor noihmendigen Einverleibung rechne». Nach den Vorschlage» des SlnSfchnsses solle» sich nämlich die besoldeten Magistratsmitglieder verpflichten, bei einer etwa statt« findenden Einverleibnnz der Stadt in Berlin eine Magistratsstell« in Berlin anzunehmen. Endlich hatte der Ansschnb beantragt, die Zahl der unbesoldeten EtadtrathSstellen ans a ch c festzusetzen. Diese AuSschnsianträge wurden angenommen, und ausierdem wurde de- schlössen, die«»sschrcibung der besoldeten SladlraIHSstellen zum »1. d. M. zu bewirken. Die Gcittcindcbeamtc» von Groft- Lichterfclde waren, wie wir kürzlich iiiittheillen, mit wenigen AnSilahine»»in eine GehallS- anfbesscrnng ciilgckoinine». Daraufhin hat nun die Gemeinde- Vertretung Auszüge auS de» Personalakten dieser Beamten herstellen lasse», um ans ihrem Bildung?- und GntwickelungSgaiige ein Urtheil (Iber daS Bedürfnih einer GchallSansdesserung zu geiviniun. Die Beamten meincii aber wohl nicht mit unrecht,«S wäre tinsncher und billiger, ihre jetzige» Leistungen zu belrachten. Zahlreiche Bandiebstiihle flnd in der letzten Zeit in Groß- Lichlerfelde verübt worden. Die Spitzbuben haben es»ainenllich ans verwerlhbareS Metall abgesehen. Die Arbeit ist ihnen dadurch ziemlich leicht gemacht, daß eS keine sicheren Bauzäune und keine Bauwächler giebt. Die Orlspolizei aber ist zu schwach, um die Bauplätze regelmäßig zu kontrolliren. Soziale RechkspZlege. Tet iS'« janz Rother k Der ziemlich bejahrte Erdarbeiter Schiller hatte den Tiejbnuunternehiner Aß»ins wegen Nicht- iniiehaltung der gesetzmäßigen Kündigungsfrist bei dem hiesigen Gewerbegertcht verklagt und beanspruchte 36 M. Entschädi- giiiig. Der Fall, welcher an» Montag vor der Kaminer III zur Berhandliiiig stand, kam schließlich durch Vergleich zur Erledigung, indem sick> die Inhaber der Firnia— Herr Aßinus sen. und sein LSjähriger Sohn war«» zur Stelle— mit dem Kläger dahin einigte», a» diesen IS M. zu zahlen. Bevor jedoch der Gmchlshof sich zur Berathung zurückzog, glauble„Aßmiis der Jüngere" den Kläger durch eine ganz überflüssige Bei»erk»iig dem Gerichtshofeiiipfehleiizusolle». Am Schlüsse seiiierAusführunge», die er zur Sache machle, wagleer zu bemerken i Det is'n janz Nother! Der alte Man» schien diese Aeußerung überhört, oder waS»och wahrscheinlicher ist, überhaupt nicht v e r st a n d e n zuhabe». Der Vorsitzende, Gerichtsassessor Dr. G e r t h,»ahm aber Bcr« aiilassinig, Herrie AßmilS jun. auf seine Ungezogenheit in «»ergischein Tone aufmerksam zu mache», und klindigte ihm a», daß er ihn i» Strafe nehmen werde. Bestraft wurde zwar der jugendliche Unternehincr nicht, indessen dürste die Zlirechlsctznng desselben durch den Borsitzenden ihre» Zweck nicht verfehlt haben. Vorkonnnnisse dieser Art vor dem Gewerbegericht gehören nun freilich zu de» Seltenheiten, aber man kann sie auch, wo sie nur vor- kommen, nicht scharf genug öffentlich brandmarken. Der Kampf gegen die ZlbonuenirlitS Eiiiladiingeit sozial- tiemokratifcher Blätter, den die Staatsanwaltschast im gesegneten Preußen seit Jahresfrist mit so lebhaftem Bemühen geführt hat, ist endlich von einigem Erfolg gekrönt worden. Wie so oft schon, war es auch i» diesem Falle wieder das zum beträchtlichen Theil« ans früheren Staatsanwälle» ziisaniinengesetzle K a m»> e r g e r i ch t. das die Slrafbarkeit von Handlniigen beransfaud, die von de» der Sozialdemokratie doch wahrlich ebenfalls nicht grün gesiniite» unteren Instanzen bisher noch nicht entdeckt war. Der Fall, um den es sich hier bandelt. liegt solgenderinaßen: Unser Parteigenosse B. hatte ii» Mai 1897 in Steltin Probenuniniern nnseres dortigen Brilderorgans, des„ S t e t t i n e r B o l k s b o t e n" vertheilt. Er wurde daraufhin angeklagt, die berühmte» KZ 10»nd 41 des reaktionären preußische» Preßgesetzes verletzt zu habe». Die Staatsanwaltschaft machte gellend,§ 10 des preußischen Preßgesetzes fei noch insoweit rechlsgiltig, als er sich anf das öffent- l i ch e unentgeltliche Verthcilen von Bekanntmachungen, Plakaten und Aufrufen erstrecke. Dies« Handlungeil seien daher ohne vorherige polizeiliche Erlanbniß verboten. Die betreffende Probe- nummer enthalte nun einen Aufruf in der längeren A b o n n e m e» t s a u f f o r d e r n n g und deshalb iniisse B. be- straft werden; er sei nicht im Besitze der polizeilichen Eilanbuiß ge- wesen. Das Schöffengericht sprach jedoch den Angeklagten frei und die fünfte Siraskaininer des Landgerichts Stettin verwarf die Vernfuiig der Staalsaiiivaltschaft als nnbegrüiidet. Die Straf» kaiiiiner nahm an, daß der jragliche. zwei Spalten der rrsten Seile füllende Artikel, der das Aboiiueuieiit des „Volksboten" enipsiehlt, über den Rahmen einer gewöhnlichen Aboiineineiits-Eiiiladiing hinausgehe, desseniingeachlet aber noch keinen Ausruf darstelle. Ein Ausruf sei eine an die Oeffentlichkeit ge- richtete Aussorderiing zu bestiminleii Handlungen. Die Staats- auivaltschast legt« hiergegen Revision ein»nd betonte, daß hier eine Aufforderung vorliege. Es werde nämlich dazu anfgesordert, zielbewußt für die Sozialdemokratie emziilrelen. Der Slrassenat des K a m m er g er i ch t s hob denn auch die Bore»tschcid»ng auf niid wies die Sache zu anderweitiger E r l e d i g n n g in die Vorinstanz zurück. Tie Strafkammer dabe den Begriff des Ans' rnss im Sinne des Z lv deS preußische» Preßgesetzes verkannt Wenn in der Zeitung an fänimlliche Arbeiterfamilien die dringelidc Aufforderung gerichtet werde, sich dem Leserkreise des„Vollsboten" anzuschließen, dann sei das ein Aufruf, d. h. eine an eiiien uiibestiminten PersonenkreiS gerichtete Aiifforderiing etivas zu thu». Ob die Aufforderung im w i r t h s ch n f t l i ch e u Interesse der Zeitung nolhwendig ivar, sei für den Thatbestand g l e i ch g i l t i g. Das Landgericht wird nunmehr wahrscheinlich nicht»inhin können, den Verlheiler der Aboniiementk-Einladung zu vernrlheile». Damit wäre dann die laiige Reihe der kleinen Maßregel», mit denen die Sozialdemokratie voi» den Organen der Re- gieiung bekämpft und womöglich mansetodt gemacht werden soll, abermals um eine Nummer kompletirt worden. Wie derartige Kampfniitlel auf das Ansehen der Regierung«in- wirke», ist bekannt, und ebenfalls weiß jedennann, der Augen nnd Ohren offen hält, daß ein solcher Kampf für Ordnung, Religion und Sitte der Sozialdemokratie ausgezeichnete Dienste leistet. Vorab wird nicht daran zu denken fein, daß die maß- gebenden Kreis« ihre respektive» Anschanuiigen über den Werth des Kl-intrleges gegen die Sozialdemokralie ändern. Soinit ist weiter zu hoffen, daß uns auch fortan ans solchen Anlässen immer neue Mitkämpfer zugeführt werden. Die kleinen Nadelstiche, die dieser Krieg mit stch bringt, müssen wir mit in de» Kauf nehmen. Sie sind in de» meisten Fällen auch leichier zu parire», als unsere Feinde denken. DaS Urtheil in der PrivatbeleidigniigSsache deS frühere» Ober-Postassistenten Thier gegen de» Geh. Obcr-Postrath Tr. Spilling, das vom hiesigen Landgericht II gefällt wurde, unterlag gestern der Nachprnfnng des Kaminergerichts. Der Privatkläger war seinerzeit im Wege des DiSziplinarversahrens straf- versetzt und obendrein zu einer Geldstrafe vernrthrilt worden. Er gab stch damit aber nicht zu{rieben, sondern beantrngte beim Reichs- kanzler die Siiilcitniig des f ö r in t i ch e» Dtsziplinarverfahrens. Der Antrag wurde zurückgewiesen. Darauf richtete Thier«ine Petition an den Reichstag, die demiiächst der Pelitionskoinniisstoii zur Erledigung überwiesen wurde. Für die Berhandliiiig wurde der bellagte Geh. Ober-Postrath Dr. Spilling zum Slaatskomniissar er- iiaiittt. Zur Aeußerung aufgefordert, gebrauchte er die Wendung, Thier sei ein„�Irmvius«uzet". Thier fühlte sich durch dies Wort, das auf gut Deutsch schlechter Kerl, lüderlicher Bursche bedeutet, be- leidigt und verklagte de» Ober-Postrath. Das Schöffengericht tu Charlottenburg wies die Klage ab und das Landgericht II veiwarf die Bernfung gegen das Urtheil. Das Landgericht nahm mit dem Schöffengerichl an. daß dem Angeklagten Dr. Spilling der Schutz des s 193 des Strafgesetzbuches zur Seite stehe. Die fragliche Aeußerung sei in Wahrnehmung berechtigter Interessen getha» worden. In dein Ausdruck sei auch nicht das Schimpfwort»Liiinp" enthalten, wie der Kläger annehme. Auch gehe ans der Form der Aenßeriing und aus den Umständen, unter denen sie fiel, die Absicht der Be- leidigung nicht hervor. Tbier legte hiergegen die Revision ein und machte gellend, der Vorderrichter verwechsele die Begriffe„in A»S- Übung berechtigter Interessen" nnd„bei Gelegenheit berechtigte» Interessen". Mit der Niilßeriiiig seien berechtigte Interessen nicht vertreten worden. Die Absicht der Beleidigung gehe auch aus der gebrauchten Form und den obwaltenden Umständen hervor. Das Kaniniergericht wies die Revision als n n b e g r Ü n d« l zurück. Der Bernfungsrichter habe ohne Rechtsirrthiim dem An- geklagten den Schutz des§ 193 des Strafgesetzbuches zugebilligt. Die Feststelliiiig des Landgerichts, daß weder ans der Form noch ans den llnistäiideii die Absicht der Beleidigung hervorgehe, sei für das Rcvistoiisgericüt bindend. Für das Kaminergericht sei auch nicht maßgebeiid, daß andere Gerichte den beaiistandele» Ausdruck bereits für ein« Beleidigung erklärt hätten. Diebstähle au Eisenbahngüter» fielen dein Ladem-ister Herniann B o r g w a l d zur Last, der gestern in Gemeinschast uiil zwei Mitangeklagten vor den Schranken der zweiten Strafkammer des Landgerichts I stand. Der Angeklagte war lange Zeit Lade- nieisier auf dem Schlesischen Güterbahohofe und soll in Ictzier Zeit dem Schnapsteiifel verfallen gewesen sein. Ter Schlesische Gntcrbahiihof ist die Haupt- Lagerstation für den gesaninite» Eierhandel. Schon seil geraumer Zeit sind Klagen dar- über laut geivorden, daß Eierkiften erbrochen nnd ihres In- Halts beraubt worden seien. Trotz aller Ausmerksainkeit gelang es lange Zeit nicht, den Spitzbuben zu entdecken, b.s er schließlich in der Person des Angeklagten zur Unlersilchungshafi gebracht iviirde. Er war bis dahin ganz geständig, gestern im Ver- baiidlnngklerinin kam er plötzlich mit einei» Einwand, der iienerdings Mode geworden ist: er behauplele.geistcskrank zu sein»nd nicht zu wissen, wie er eigentlich zu den strafbaren Handlungen gekommen sei. E» wies durch seinen Verlheidiger daraus hin. daß er einmal einen Un- fall erlitten und dabei eine Schädclverlehnng erlitten habe und berief sich auf Mitgefangene dafür, daß er im UntersilchimgS- gefängniß wisderlioll Tobsuchtsanfälle gehabt habe. Ob- wohl der Vorsitzende anf das Gekünstelte dieses Ein- wandes aiifnierksam machte und die Bernnilhilng aussprach, daß die angeblichen Tobsuchts- Anfälle verninthlich nur die Folgen der Entziehung des Alkohols gewesen sein dürften, verblieb der Angeklagte bei feinem Antrage, Zengrii über die von ihm be- haupteten Thalsachen zu vernebnien. Der Gerichtshof beschloß, dies« Zeugen vorzuladen und den Gesängnißarzt Dr. Döbring darüber zu vernehineii, ob er den Antrag stelle, den Angeklagten zur Be- obachlniig seines Geisteszustandes der Jmnaiiftall zu überweisen. Ei» kriegSacrichtlicheS Urtheil, das schon vor längerer Zeil gegen Mannschaften deS Eiseiibahn-Regiineiils Nr. II und der Luft- schiff«-Ablheilnng gesältl worden ist, wird erst jetzt näher bekannt. ES handelt sich um«ine VergeivaUignnq des Dieiistmädcheiis eines hiesigen Professors ans dem Tempel. hoser Felde, von der sechs Mann, v»« Eiseabahnvioiiier« und zwei Lnftschiffer betheiligt waren. Nachdem der Professor das Verbrechen angezeigt halt«, meldeten sich als Thäter freuviNig zwei Eisenbahnpionier« und ein Luslschiffer. Dies« drei sind mit einem Jahr und einem Monat Festung bestrast worden. Die anderen drei haben zwei Jahre ZnchthauS bekommen, unter ihnen auch der Bräiitigam des Mädchens, der von vornherein als Mit- thäter belaiint war._ Verlammsttttgett» Die National-Soziale» im erste» Berliner Reichstags- Wahlkreis. Am Mouiag tagt« in der Tonhalle ein« von etwa IvVU Personen Hesnchle VolkSversaniinluiig, btc_ de» Lithographen T i s ch e n d ö r f e r als Reichstags-Kandidaten snr den ersten Wahl- kreis ansstellte. Wie Pfarrer N a» m a n n in seinem einleitenden Referat aussührte, soll diese Kandidatur znimchst der Propaganda diene», doch rechnen seine Freunde stark darauf, ihren Kandidaten in die Stichwahl zu bringen und dann als Sieger ans der Urne hervorgehen zu sehen. Eine natioiial-soziale ttandidaliir erscheine. iveuii man die Vergangenheit Berlins betrachte, ans den eriten Blick nicht sehr anssichtSvoll. Berlin Hab« bisher, obgleich eS dem Um« stände, daß et Havpistadt Preußens u»d Deutschlands ist, seine Größe zu danken yade, und mit seinem König groß geworden sei, doch im Gegensatz zu diesem gestanden und sich zur negirenden radikalen Opposition gehalten. Dieser Umstand erkläre sich dadurch, daß der Zuzug nach Berlin wesentlich ans jenen Bolksschichte» komme, die in den östlichen Provinze» seit Generationen unter dem Druck der konservativen Großgrundbesitzer gestanden, und nun— wie das miter Umständen stets zu sein pflege— nach» dem sie auf anderen Boden verpflanzt, politisch radikal- »egirend geworden flnd. Ferner sei es das in Berlin Herr- schende straffe Polizeiregiment und der kraß i» die Erscheinung lrelend« Unterschied in der LibenSkallung ver verschiedenen Gesell- schastsjchichten, was die große Masse der negirenden Opposition in die Arm« getrieben Hab«. Mehr infolg« der Etiminnng. als aus Ueberzeugung sei die Berliner Bevölkeruiig radikal. Die Geschichte zeige, daß die radikalen Oppositionsparteien, so berechtigt ihr Dasein von höheren GestchlSpiinkleii aus sein möge, für daS Volk nichts Positives geleistet haben. Di« Negation des linksliberalen Flügels gegenüber der Staatsmacht, seine ablehnende Haitilug zu den Militärsorderniigen habe die liberale Partei gespalten und sei die Ursache ihrer jetzige» BedeiitungSlosigkett. Dasselbe Schicksal werde auch die Eozialdemokralie haben, denn sie habe zuviel von der negirenden Seite des Liberalismus übernommen. Nur diejenige Partei könne n»f die imiereii Verhältnisse des Reiches beftiiniuend einwirken, die sich auch Einfluß»ach außen sichere, indem sie dem Staate die für die Vertretung seiner auswärtigen Interessen erforderlichen Machlniitlel bewillige. Die Stärkung der Staatsmacht sei«tn« wirthschaftliche Nolhweiivigkeil und liege im Interesse der Arbeiter. Der Zwang der Ver- hältnisse werde au stelle deS internationalen den nationalen Sozialismiis setzen. Die Entivickelung des Sozialismus von der Utopie zur praktischen Politik gehe iliimifhaltsain weiter. Die National-Sozialen wollen nicht den Versuch eines Rückganges. sonder» den einer gesunden Fortentwickelung machen, indem sie einen Bund des Volkes mit dem Kniserthnm anstreben. Zu einer Be- trachlung der Wahlanssichten im ersten Kreise übergehend, meinte Herr N a u m a n n, der merkwürdige Unisland, daß'sich 1893 bei der Elichwahl zwischen Freisinn und Sozialdemokratie 8000 Wähler weniger betheiligt haben, wie an der Hauplivaht, daß fcriicr Herr v. Egtdy ohne Paiteiprogrnmin ans feine Perion 1770 Slimnien vereinigen konnte, lasse darauf schließen, daß eS Im ersten Kreise sehr viele national gesiimle Wähler gebe, die von einer reine» Negativus- Politik nichts wissen wollen. Da? sei ei» für die National-Sozialeu günstiger Umstand. Hierauf hielt der Kandidat Herr Tische ndörfer eine länger« Ansprach«. Er betonte seine nationale und christliche Ge- stiiiinng, die ihm die Unterstiitzung von rechts sichern werde. andererseits erwarte er auch Stimme» von links, ans den Arbeiter- kreisen, da er sowohl die Veihältnisse der Arbeiter wie der Handwerker aus eigener Erfahrung kenne. In der Diskussion poleniistrten Jahn und Pötzsch vorn sozialdkiiiokralischen Stand- pniikt auS gegen die Ausführunge» Namnmin'S, auch ein freisinniger Jüngling ließ sich vernehineii, der Engen Richter und seine Partei gegen den schlimmen Verdacht republikanischer Gesinnung ver- theidigte. Herr Ti scheu dörf er gab in seinein Schlußwort nicht nnr den Konservativen, sondern auch den Sozia ldemokratcii de» Rath, da sie doch leine Aussicht hätten ein Mandat zu erringen, so würden sie gut Ihn», Mühe und Kosten zu sparen und von vornherein für ihn zu stimmen. AnS dem Munde eines„praktischen Politikers" klingt die letztere Zniiinihiiiig recht sonderbar, iveuii man bedenkt, daß die Sozial- dcmokratie 1393 im ersten Wahlkreise in die Stichwahl kam und mit 5200 gegen etwa 7000 Slimnien linterlag. Zl>. KII»»»c><>c>Ii>N«. InseMr. lo. v.- Tr. N n te rr i» IS ku r sei in St e d e- U e l> u n g illeeer den Slusbau der Rede, Besprechung volt?wl>lhschatt- Ucher und anderer Erundsrage») Montag», Tr. Conrad Ecliultdi; tn ?! a t I on a I ö k o n o>n i- tTi- iulrthilbaflltch« Snlwirleliing: Siobdclrieb nnd Handwerk: Kariellweseii. SlibeiiSniarei und NideNSnachivetZ; dt- Ausgaben der«rwertschasteii) Minwoch«. SchrtliNeller R>a>ard Talwer: in «eschtchie«HcltaZ und vloiii» ffi-Nag».»r.«. B e r t I> o l d.— Tie B t b I t o I li e I ist an diesen Abenden oon«— s Uhr gcöfsnci.— MNgltedtbeNrag moiiallich« Ps..«uisii«(10 Rbcndes I M. pro Fach. Thdlnehiiier weiden aus- genoin»,«,! In der Schule und In lolgendc» Slrlle»:(iwllse. Schul», Adinti a!» fnnfce eoa: Rcnl, Bai»I«jtr.crii»u«»»»g«- ßlrrei» Krigoiand. Sitzinig hellte Abend »Uhr Ackeislr>«t. iperei» für arsnrilos« Arllwets». Gliarixffrnbnro. Tonneislag, den l». Jannar. adeiidS«>.'» Uhr, in„Bl»iiiarlk»höh«". WilmeiSdorserlir»»: Vortrag deS pialitscheii Ztaluihetlkundige»«rulidniann über:«ehtrn- und Zterven- leiden, dcnioiisirtit an große» Slaslichibildern. Vriesliasten der Redaktion. «Llr»Uten, bei teder Antrage«In«»hlssr« tzwel Bnchtlaben oder«1», tZahlt anziigede»,»nler der dl- A»l>v»rl eridelli werde» soll. Die in ristische Sprechstunde findet am Montag. Freitag und Sonnabend von>, biS H ilbr abends statt. Vorstand des WahlvereinS vom S. Kreis. Durch ein bcdaucr- llches Versehen ist die Notiz am Dienstag hcrauSgeblicben. Wir bitten um «iitschiildigimg. K. 4'43. Die Dachstuhlbrände in Moabit ereigneten stch vor etwa Jahressrist. N. R. W. 33. Besten Dank) zum theil schon vcrösfentlicht. Biel- leicht kön»e» Sie uns am Freitag einen Bericht brinaeu. H. K., Arndtstr. 34. 1. Den 7. Nov. 1810. 2.„Leuschen»nd RimelS", Wismar 185?. 3. Im Herbst 1833 in Berlin verhastet, nach drei- jähriger viitersuchnugShast zum Tode, dnnu zu dreißigjähriger Festungshast m-rurtheilt i 1810 liegnndigt._ Briefkasten der Expedition. C. 81., Börangelstras!«. Die Aiinoncc ist nach Manuskript gesetzt. Wetter-Prognose für Mittwoch, IL. Januar Zeitweise ausllarend, vorwiegend u-kelig bei schwacheu west- lichcn Winde» nnd wenig veräuderler Temperatur; keine erheb« liche» Niederschläge. Berliner W e t t e r b u r e a n. Zijiäidkmlliirlitistiicr lUallluteciti sür den 3. Perlter Neichstligs- WliMreis. Donnerstag, den IS. Januar 18»«. abends SV, Uhr- in den Armin-Hallet«, Koiiiniandantcnftr. SO: Lsnvnsl»}Sersammlunga 1. Vortrag. 2. Diskussion. 3. Bericht des Vorstandes und Abrechnung vom 4. Quartal 1897. 4. Vorstandöwahlen. Pie Zahlstellen befinden sich bei solgenden Genossen: Wilh. Börner, Ztgarreiigeschäft, Rittcrstr. 13.(«ottfr. Schulz, Ztgarrengeschäft, Admtral- straße 40a. Schöning. Köpnickcrstr. 03. Emil Götte, Brandenviirgstr. 13. Flick, Simconstr. 23. Lier, Alte Jakobstr. llö. Billets zum Stistimgsfest sind m der Versammlung z» habe». 240/3 Der Borstand. Sosialdemokratischer Mahlvereiu für den 5. Verlitter Reichstags-Wahlkreis. Donneatag, 13. Jannar, abends«'/e Ahr: Genevnl�DevsmmttUtNg Im„SchUtzcnlinnHO'S UnicnMirnHue Bio. 5. T a g e s- O r d n u n g: 1. Vortrag des Genossen!!4id8i über die Märzgefallenen?" 2. Diskusston. 3. Wahl 4. Vereinsangeiegenheiten und Verschiedenes. gKW Gäste willkomiiie».'Tßi Um zahlreichen Besuch bittet :„Kein Denkmal für eines zweiten KasstrerS. 245/1 ver- Vorst»»«!. Deutscher Holzarbeiter-Verband. Zahlstelle Berlin.» Mittwoch, IS. Jannar, abends«»/«Nhr, bei vol,», Beuthftr. 20,«1: Vertrauensmäittter-Versammlnttg für sümttltliche Bezirke imd Branchen. Tageö-Ordiiung: Unsere Gewerkschaft, wie sie ist und wie sie sein soll. Werkstatt-Gtrciks und-Disserenzen. VcrbandSangelegciiheitcii. Ausgabe deS Jahresberichts. ßZM' Jede Wersstatt iniiß vertreten sein. 76/7»le Vi-t»v«?v»Itui»gt. Zentral- Verband der Töpser, Ziealer mil) Berilfögellöße« DtMlallds (Filiale Berlin). Donnerstag, de» 1». Januar. abendS« Uhr. dei Herrn»««Ire, Grenadierstr. 33: DM" Mitglieder Bersantntlnng."WD TageS-Ordnnng: 1. Naturwissenschastlicher Vortrag. Herr ve. V/olIK«Im. 2. Abrechnung vom 4. Quartal 1837. 3. Gewersschastliches. 195/1 Der Wichtigkeit der Tagesordnung halber ist es Pflicht iedeS einzelnen Kollegen zu erscheinen. ver Flllal-Vorstand. Verband derZabrik-, Land-, Hilssarbttttrn.Arbtitmnnen Dtntschlands W?.? Donnerstag, 18. Jannar. abends«V, Ilbr, im Kolbcrger Salon, Kolbergerstr. 23: Mitglieder- Versammlung. TageS-Ordnnng: 1. Vortrag des Genossen Hermann Faber über: Die Bildniigs- bestrebuligeii der Arbeiter? 2. DlSkilssioii. 3. Verbandsangelegeilhetten und Verschied encS.— Gäste willkommen. 64/1 ahlrcichen Besuch envarten_ Die Bevollmächtigte«. Mechaniker und Uhrmacher. Konserenz der Vettranensmänner am Donnerstag, den 13. Januar, abends 8 Uhr, bei V-invi-ntolii, Alte Jakobstr. 75. 115/1 WM- ES ist Pflicht der Kollegen jeder Werkstatt, zu dieser Konferenz einen Kollegen zu entsenden. Vvi- VS>-ti-anen»m>»ii>>. Ritt dt» Iiiltnlt brt Rnternle iibrtiiimiiit die Meditklio» dem Piiblikiiiii aroetttibet keiiietlri �/z Uhr, Tchitiikpielhaus. Coriolan. Ans, ?>/- Uhr, Deutsche». Die versunkene Blocke. Anfang 7t/, Nht, Lessing. Im weihen Röb'l. Anfang 7'/, Uhr, Berliner. Faust, Ans. 7t/, Uhr, Goethe. Minna von Barnhelm, Anfang 7t/, Uhr. NeueS. Die Logenhrstd«, Anfang 7'/. Uhr, Unter den Linde». Die schöne Helena Anfang 7t/, Uhr, Schiller. Der Rcgistrator auf Reisen, Anfang 8 Uhr, Residenz. Sein Trick. Anfang 7'/, Uhr, Thalia. Das Opferlamm. Anfang 7t/, Uhr, Central. Berliner Fahrten, Anfang „ 7'/, Uhr, Luisen. Auf goldenem Boden. An- fang 8 Uhr. Belle< Alliance, Kean, Ans. 8 Uhr, Ostend. Der Verschwender, Anfang 8 Uhr, Friedrich. WilheluistiidllscheS. Die kleinen Vagabunden,(I.sz deux gosses.) Anfang 7»/, Uhr, Alexanderplah. Die Verführerin, Anfang 71/, Uhr. Urania. Taubenstrasie 48—49. Naturkundl, Ausstellung v,!l) Uhr vormittags ab. Abends 3 Uhr Wiffenschaftl, Theater, Jnvalidenstraste 57/02. Tiiglich (auher Sonntags und Mittwochs) abends 8 Uhr: Wiffenfchaftliche Vorträge. American. Spezlalttitten. Anfang 8 Uhr, Reichshalle». Spezialitäten. An- fang 7t/, Uhr, Apollo. Spezialttäten, Auf, 7t/, Uhr, Feeu-Palast. Spezialitäten, Passage» Panopliknin. Wiener Tanz- und Operetten-Besellschast, Srszillev-'Tlzettto».' (Wallner-Theater). Mittwoch, abends 8 Uhr: Der Regt- strator auf Reise«. Donnerstag, abends 8 Uhr, zum ersten Male: Der König. Freitag, abends 8 Uhr: Der König. Ostettd-Theater. Ar. Frankfurterstr.lZs, Dir, C-BSeift. Auf allgemeinen Wunsch: Der Verschwender. Romant. Zaubermärchen in 3 Akten mit Gesang und Tanz von Ratmund, Anfang 8 Uhr. Im Tunnel vor und nach der Vor- stellung: Frei-Konzcrt. Anfang des Konzerts 7 Uhr. Donnerstag und Freitag: DerVer- schwender, Sonnabend: Leben und Lieben. Sonntag Nachmittag(kleine Preise): Leben und Lieben, Sonntag Abend: Der Verschwender, Güirii'gl-Ilieatki' Alte Jakoistr. 80. Direktion Richard Schalt». Mittwoch, den 12. Januar 1888: Rmii Thomas a, G. Zum 128, Male: BenHuen Fahrten. Burlesk« AnSstattiliigsposfe mit Gesang und Tanz in 6 Bilder» von Julius Freund und Wilhelm Maunstädt, Musik von Jul, Einödshoser. Ansang t/,8 Uhr, Morgen und die folgenden Tag«: Berliner Fahrten-. Lebr. HerrnfeliTs I. Original- Budapester Possen- u. Operetten- Theater Kaufmann's Yari6t6. sw Tiiglich-TRS ausverkauft! Heute und folgende Tage die Gebr. Herrnfeld'iche XovItHt Familie Kochsalz Vorher die reizende Operette Cleraisehte Jansen und das auserlesene Spezialitäten-Ensemble. U. a.; William Schaff, Dr. Guido Steinltz, Amanda Nordatem, Geschwister Rebentiach. Anfang Wochentags 8 Uhr, Sonntags 7 Uhr. Maehr'sTheater Ortsnlcn-Strassc 24. mr Täglich:-9m Theater- n. Spc-zlalltüten- Vonstellnng. || 0,i| Die beiden Kompagnons l|pi|| nCU. und Die Verschwörer, neu. Reinhold Lange, 1 Käthe Leonard), der beste Humorist bildschöne der Jetztzeit I Kostllin-Soubrette Neu! Ar..Alfon«, Reu! der bedeutendste Hand- und Fub- Schnellmaler, Mnhtnif Wochentags 8 Uhr. 2111[fllllj. Sonntags ß Uhr. Preise wie gewöhnlich. Urania Tnnhenstr. 48/40. Naturkundliche Ausstellung. Täglich geöffnet von 10 Uhr vomiltags ab. Eintritt 50 Pf. Abends 8 Uhr: — Wissenschaftliches Theater.— Invalidenstr. No. 57—02. Täglich abends 7 Uhr: — Ausstellungs-Saal und Vorträge.— Näheres die Tagesansehläge. Urania- Theater(Lehrter Bahnhos), Dir.: Dr. Koppen u, Dr. Stoedtner, Mttwoch: Mx Alnßer.»»»r, Vortra�mtt�arbi�en�L� pssZAge-fünoplieum. W\mr Tanz- und Operellen- Gesellschaft. Zum Schluss: lllastrirtes Quodlibet in 12 lebenden Bildern. Casftan's EEEri Fanopticum. S( Friednclistr. 165. IfKllNch- hlndiiHta- istHche Gaukler — und— Schlange n- Rcachwörer. Das BÄREN WEIB. N Lnisen- Theater 34. Reichenbergerstrasie 31. Abends 8 Uhr: Auf goldenem Boden. VolkSstück mit Tefang in 5 Bildern von Wilhelm Frerking. Musik von Gustav Steffens, Dora... Anna Müller-Lincke, Bollmann.. Arthur Winckler. Morgen: Dieselbe Vorstellung, RC 1 C h S h S 1 1« ll- Theater. Leipzigerstrasse 77. Jubelnder Beifall! Stürmische Dacapo's! Das sind die Erfolge des wirklich grossartlgen Spezialitäten•Programms. Anfang 7'/, Uhr. Entree 50 Pf. Avis! Sonnabend, 16. Januar: Elite-Masken-Ball (Ein Sommertag In Monaco). Billetyorverkauf tliglleh von 11 bis X Uhr. Im deiGhsiiallen-Tunnel Militar-Concert In Uniform. amm mam B Vaudeville-Theater| R Grand-Hotel Zllexanderplah. H I Das Armband, i I Das Modell. I a StSF" Avis!-9Q w Sonnabend, den 15, Januar,? S bleibt das Bandeville-Th-nter? � geschlossen. Dafür: Einmaliges" Gastspiel der Uiirtapettter im Parodie-Theater, Oranienstrabe 52. 1 Kr»ne.rt' Sanssouci Kottbnser Ttrasie Nr. 4a. Dir. H. Pierru. Artistischer Leiter Jos. Nschinger. Großer Beifall! Im Reiche der Sireneil. Ausstattungsstück mit Gesang und Tanz in 3 Bildem von Ich. Eißner u, Jean Häußler. Musik von Joh, Eißner. Reue Spezialitäten. Sonntags Anfang des Konzerts 5 Uhr, der Vorstellung 6 Uhr, Gvotzev V«ll. Untre« 30 Pf. Wochentags Anfang des Konzerts 7 Uhr, der VorsteNnng 8 Uhr, Entree 30 Pf."•ß Passa-partouts gelten. Borstellungin Sonntag, Dienstag und Donnerstag. Volles- Theater Im Welt-Restanrant S7. D r e s d e n e r- S t r a sj e V7. Neu! Neu! Hahnemann& Kahneinann, Schwank in einem Aufzuge, Novität! Novität! Die Regimentsnilmmer. Urdrollige Posse mit Gesang. Im vorderen Saale: Turnier Sänger Alois Ebner. Ui.sana. Sonntags 6 Uhr. Wochentags 7«/, Uhr, Feen-Palast N 1 a s a r r a. Könige TliurniHellKinre LA IturgMtr.»S. Direktion: Winkler fc Fröbel. Das neue erfolgreiche Riesen- .lannar-Progranmi. ie aller 'er. Eiihlsdorf märk. Eichen. Cnbaret, drossirte Liliputaner Iiiin, ich«». Lebende Photographien. Novität! Um 8t/, Uhr: Novität! Nich. Winkler und Wilh, Fröbel [in der aktuellen Operetten-Burlesb Das rilbeliihe Berliii. Anfang?!/, Uhr. Entree 30 Pf, zicazar-Tlieater. DreSdenerstraße 52/63(Cilh-Pasfage) Annenstraße 42/43. Direktion: Richard Winkler. Vornehmster Faniilien-Aufenthalt, Neul Flotte llutrooen. Nau! Große AuSstallungS-Operette in 1 Akt von Ed, Lindner. Neu! Vorher: bleu! vi« Eich« in» Echhan««. Lustspiel in 2 Aufzügen v, A, CaSmar, Zluftreten sämmtlicher Kunst- Spezialitäten. Ullkältll' WocheniagS 3 Uhr. AII|liI>ij. Sonntags k Uhr, Entree 30 Pf, Reservirt. Platz 50 Pf. VorzugSkarten haben Gtltigkeit, Apollo-Iheater. llrlsdrlchstr. 218. vir. J. Glück. Paul Spadoni.» Lina Goltz. Oesroches-Blanca. Aurora-Troupe.• Splnk-Spink. Miss Bertholdi Mr. Arrat. Brook and Dunckam. Farmen-Fanr Lea S Reyvals.« Slsters Morden. Siegwart Gentes U. 8. W. U. 8. W. KassencröffnungGVa, Anf. Uhr. Concerthaus ■.eilizlffcrattr. No. 48 fiW Täglich:-9m Hoffmann's Quartett und Humoristen. Anf, 8 Uhr, Sonntags 7 Uhr, Alle BarriSOnS# fünf Fene, W. Noack's Theater Ilriiiincn-Straiiao 10. Heute Mittwoch, 12. Januar 1888: Neu I Neu I Moctor IFespe. Lustspiel in 5 Aufzügen von Beneblx, Donnerstag: Der Herr Stadtmnsikns und seine Kapelle. Vollsstück mit Gesang in 5 Atten von Kneisel, Clrcus Vtuscli (Unhnhor ItUrmo). Mittwoch, bell 18. Januar 1898. abends 7'/, Uhr: Llite-�deilä. Zapagoxa. Orig- Mandge- Schaustück des Eireus Busch, entnommen ans dem spanisch, Leben, Besonders hervorzuheben: Eine spanische Eisenbahn mit eintretender Katastrophe, Die Flucht deö Don EasiodurnS mit seiner Geliebten und sämmtl. Pferden aus dem brennenden Schlosse, Außerdem: Brate» Auftreten de» amerikanischen Parforcerelters Mr. Rob. Whlttaker. Die vorzüglichst, Freiheitsdrcssuren deö Dir, Busch. Marinortableanx gest. von Gebr. Berghettl. Austreten der berühmten Schulreiterin Mduie. Bors, sowie des besten Schulreiters Herrn foottlt- Burghardt. Morgen 7»/, Uhr: 7arago»a. Mni» Metttr-Ziitigerbtuih Berliits imH Unigegetid. Sonntag, den 16. Jannar: und Uskunggsstaiti«!«- Siehe Nähere« Annonce vom Sonntag, den s, Januar, 116/21 Der Vorstand. Mlhvemn der Doli- n. Drktttrtmger Berlins und Umgegend. Am Konntag, den 1k. Januar, vormittags lOV. Uhr, im Lokale deö Herrn Ewald, Schönleinftraste 5> Mitglieder- Versammlung. TageS-Ordnnng: 1, Abrechnung vom 4. Quartal 1887. 2. VereinSangelegenheitcn, S, Verschiedenes, Zahlreichen Besuch erwartet vor Vorntand. IMjr Die Mitgliedskarte» zum Maskenball könne» in Empfang genommen werden._ 84/1 MtiiiiB! Wltebttg. AltltllUg! Am Donnerstag, den 13. Januar, abends 8 Uhr, im Saale des Herrn Ohst, Grnnewaldstraste 110 s Otffkntl.Grwkrl!lltillftgl>ersiimtllng sämmtlicher Gewerkschaften Schönebergs. Tages-Ordnung: 1, Bericht der Gewerbegerichts-Beisitzer, 2, Diskussion, 3, Wahl eincS Wahllomitees zu den am 29, ds, Mts. stattfindenden GewerbegerichtS- Wahle», 202/3 HalZvl's lZi,'an«R'vl, Bergiititiiilstr. 3�7. Sonnabend, den 15. Jannar 1808: ZVrenev Msisttenbetll veranstaltet von Mitglieden: der � � � �(!0( Berlin CO An saug ä'/, Uhr, BiNets ä 50 Pf, sind anf allen Zahlstellen der Kasse und bei Herrn Map F r t t s ch, Mitienwaldcrslr, 43 v, I zu haben, 182/1 DW- Da der Uebcrschnß für die Invaliden der Kasse bestimmt ist, er- suchen wir um recht zahlreichen Besuch, DaS Komitee._ znillil-Alilistii-«. der 3« WMniimz. Ä?ÄÄ, am Donnerstag, den 13. Januar und in Meoliii dl Brauerei HUnift-stndt, lOllllll H, Schönhauser Allee, am Freitag, den 14, Januar, abends 8t/, Uhr. spricht der Naturhcilkundige Crundinann über Gehirn- und Nervenleiden dcmonstrirt an großen GlaS-Lichtbiider», Gäste, Krauen u, Männer willkommen, Eintritt 20 Pf, Verein t'UrKttrper- n. Vatnrlieiiknnde. Alexanderatr. 8. Sprechz, v, 11»1, 0-8, SoNttt, v, 1l-12, Groher öffeutlicher Bortrag im Beilvereln Knhe t« Berlin Bf.(Wedding), Mllbrod'n Festsille, Miillerstraste 7 Freitag, de» 14. Jannar 1898 abends 8'/, Uhr spricht Fräul. M. Kube, Naturheilkundige � ich«[20516 HelratU und Elie. Wen darf ich heiratheu? Welches find die Grundbedingungen>» einer glüdliche»«he? —— Uhr Damen und Herren.———— Onterstiilzungsverein der Kuptersctimiede DentMchlundN. Filiale Uerlln. Sonnabend, den 15. Jannar er., abends» Uhr. Weinstr. 11: Generalversammiung. Tagesordnung: Wahl des Delegirt cn zur General» Versammlung in Miinchc». Es ist Pflicht eines jede» Mitgliedes, in der Versammlung zu erscheinen, 89/1_ Der V orstand._ Cösitiier Hot*, kösliiterKme 8 tWeMus). Saal mit Bühne für 1000 Personen, Im Februar sind noch Sonntage an " reine zu vergebe»,__ 61/17« ®iiterpletot§,®�Smifl Ncaudersir, 6, Pfandleihe. �iihne v. I Mark OlgnJD��bw��Jiiualibcüfl. 145, fljarloltfitlntrg. Große öfentlidie Voiks- Versammlung am M i t t io o ch, den 12. Januar, abends 8 Uhr, im großen Saal der Flora (Eingang WilmerSdorferstraße). Psorrer Bnumilvo: Thema: Freiheit und Baterland. Freie Diskussion, 2'ittlb Frauen und Msinncr sind eingeladen, Glektrotechnik. 2llö3b» Abendkursus siir Praktiker /Metall- arbeitet' u, s, w,) beginnt 18, Januar, Schöncberg, Merseburgerstr, 5, 1 Tr, Hon, 3 M, pro Mon. Dauer 3 Mon, Franz Lederer, Eiekiroicchnikcr, Anmcld, w, abends v, 7 Uhr ab ang, Ofserire feinste Tafelbutter, ä Psd, 1,10 ML, alle Sorte» Käse zu den billigste» Preisen. 372SL« 4V. Adrian, Jnvalidenftr. 35, Ecke Chausseesir, Elsassersir,«il», Ecke Artillerie' Lebende Hechte.... ff Schleie.... „ Karpfen.... Prima fHschc Länder.. „ ,, Schellfisch Cab Hau pro Pfand 60-7O Pfg. 75„ ""._ 75„ ••••■— oO ,, ..... 80— Ä5 ff »S Alle anderen Fischsortcn In reichster Auswahl sn AuNnahmeprclsen. 16. Dragonerstraese 16. Otto Onnderniann, Fischgrosshandlg.] — TAellcher Versand nach ausserhalb.— Todes. Anzeige. 26736 Kollegen u. Bekannten die traurige Nachrickit, daß unser Kollege Anxnst Kühne am 10. d, M, nach kurzem Krankenlager verstorben ist. Diel Beerdigung stndet aui Donnerstag, nachm, 2 Uhr, v, Krankcnhause Urban, aus statt. Die Kollegen u. Kolleginnen der WleenePschen Werkstelle. Zetttral-Kmftn- 11. Sterbe- kajse Der Tischler it. s. w. Berivaltnng verlln II. Todes-Anzoigo. Am 10, Januar verschied nach kurzem Leiden das Mitglied unscrer Kasse, der Tischler August Kähne im Alter von 46 Jahren, 184/1 Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet Donnerstag, den 13, Januar, nachmittags 2 Uhr, vom Urban aus nach deni Emmaus- Kirchhof statt, Um rege Betheilignng ersucht Die Ortsverwaltnng krltiikeiliiiitttstiitjiiitgg-ÄiitD her Schneider. Unser Mitglied Emil Vellmknm ist am 8, Januar verstorben,— Die Beerdigung findet am 12, d, Mts,, nachmittags 3 Uhr, von der Leichen- Halle deS Elisabeth-Kirckihoss(Prinzen- Allee) ans statt, 166/1 Tie OrtSverwaltung. Am Montag, den 10, Januar, starb nach längerem Leiden mein lieber Mann, unser guter Vater. Großvater, Schwiegervater und Bruder, der Sic- stauratcur 2668b «nstav Tansondfreund, Marchstr, 23, im 68, Lebensjahr, Dies zeigen an mit der Bitte um stille Thcilnahme Die tranerndeu Hinterbliebenen. Die Beerdigung findet am DonnerS- tag, den 13, Januar, nachmitiags 3t/z Uhr, von der Kapelle des Louisen- Kirchhofes, Fürsteubrunner Weg am Bahnhof Westend, statt,_ Danksagung. Allen Freunden meinen innigsten Dank siir die Theilnahme bei der Beerdigung meiner lieben Frau am 10, Januar, lielnrich Barkey nebst Tochter und Schwester. Ich warne jedermann, meiner Fran etivas zu borgen, da ich für mchts aufkomme, R. Krähmann. Soeben erschien: 2663b Tvi\z Klugschmus, der ZeitWSkritikttS. Soloszcne m, Ges. 1,50 M,(Porto 5 Pf,) A. MofrinamUH Verlag, Berlin 0., Blumenstr. 14. Kataloge gratis und franko. slllbeltsiilllrkt. Achtung! Achtung 1 Holzarbeiter! 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Harneh, Konimandantenstr. 72 1, 244 1» Ecke Bcuthstraße. ver Stot? äer HRiisfrau ist eine blendend weisse Wäsche.. Dies- wird am sichersten erzielt durch die Berw-udung des echten[7/4* Or. TMpson's Seifeiplvers zum Waschen und Bleichen, wobei die Stoffe mehr ge- schont werden,'als bei jeder anderen Waschmethode, auch viel Mühe, Zeit und Geld erspart wird. Man achte auf die Schutzrnarle„Schwan*. Zu haben in den meisten Droguen-, Seifei» und Colonialwaarenhandlungen. -M-MsÄMM-s 1. Zithlina d. 1. Klasse198. Ksil. Prellsf.Lotterie. Zichnng oom 11. Januar 1898, vormittags. lllur die Bewiune über 00 Marl s»id den betreffendnt Nummern in Parenthese beiaesügt. (Ohne Bewahr.) ___ 129 83 flOOl 346 428 94 540 S47'936 1054 812 741 668 978 2302 86 463 68 624 764 ilOO] 868 94 905 3275 333 83 523 625 717 4258 94 559 754 871 951 5181 347 478 609 56 899 974 0178 323[100] 405 606 883 921 67 7119 40 349 434 96[150] 556 69 634 781 8173 89 212 69 495 705 60 820[150] 99 927»152 69 437 41 702 99 1200] 10117 43 205 28 913 46 52 11496 686 774 906 24 12020 35 64 173 309 55 62 542 757 96 886 1 8049 214 347 51 430 85 514[150] 23 749 81 991 14124 337 57 72 448 49 93 868 95 923 15060 64 98 102 419 523 37 694 828 54 971 10478 542 69? 802 996 17035 157 224 36 76 350 56 496 649 858[100] 63 18266 77 336 675 832 926 10151 213 33 50 355 523 692 773 810 20103 203[80000] 20 318 44 626 709 13 923[100] 49 31054 278 312 617 59[300] 887 910 56 77 80 22036 198 224 318 83 92 778 808 41 78 928 23014 61 118 57 302 87 423 57 679 739 24001 109 31 239 97 566 89 918 25111 597 789 93 98 806 17 935 2 0296 310 413 576 «00 47 54 958 27611 17 779 96 806 912 74 28065 114 274 333 92 429 87 2 0266 73 309 35 77 411 502 883 916 30096 115 51 279 368 439 83 539 72 637 767 31297 434 545 810 88 32042 238 78 95 462 678 702 990 33192 229 65 318 416 60 99 597 674 734 817 60 904 34061 224 608 940 35171 285 97 477 616 67 71 823 60 30056 118 41 318 411 794 642 98 854 87710 17 801 31 77 904 88199 268 536 750 53 863 88 925 68 85 83407 18 35 99 667 40040 93[100] 96[300] 207 88 97 302 428 643 721 33 39 81 812 911 4 1069 130 486 631 948 65 89 42016 19 85 266[1001 317 42 49 642 828 39 903 4 3096 160 61 292 434 606 718 996 44059 94 172 202 394 404 536 46 50 641 45051 322 31 78 98 630[150] 45 786 822 68 46061[100] 889 596 698 752 956 47148 76 289 320 33 524 746 846 4 8526 911 90 49222 82 423 507 64 [300] 727 842 944 98 50005 126 255 406 653 701300] 86 894 902 12 61002 93 277 86 507 61 614 69 89 52128 47 281[100] 301 4 469 848 70 63078 84 193 208 88 314 93 546 740 (200) 804 907 54061 274 303 27 461 506 53 643 73 716 56110 66 273 450 537 606 96 863 904 24 69 56005 60 82 90 251 308 57037 47 135 339 476 85[200] 581 90 ClöOJ 602 30 56 750 831 70 920 22 86 5 8097 108 268 SO 440 76 548 717 22 31 810 37 59120[100] 236[100] 90 843 486[100] 534 723 41 70 74 825 «9012 215 390 481[150] 507[100] 37 609 11 703 18 -"------------- 16 49 70 494------- 82 807 14 948 57 6X025 87 316 515 35 59 650(200) 77 62035 47 86 226 74 514 19 699 856 956 «3136 248 600 42 744 804 86 975 86«4051[200] 72 122 140 227 92 324 421 23 604 16 18 649 94 792 984 «5046 68 156 202 64 314 22 35 484 509 860 66207 389 575 1100] 732 905 67057 109 64 384 422 37 557 825 35 «8032 123 253 303 412 25 30[100] 608 811 14[100] 934 87 09059 201 330 457 828 909 65 70055 88 103 60 274 317 491 548 935 66 71046 150 498 690 836 72 78048 159 92 419 506 8 641 88 857 80 958 7 8033 268 376 518 629 73 753 74018 626 29 90 942[100] 60 83 7 5080 88 261 77 1200] 416 92 647 58 [1001 719 830 76023 178[150] 239 458 867 914 19 89 77086[100] III 97 322 560[100] 96 716 49 966 7 8020 170 204 44 376 841 76 904 8 42 79318 51 64 476 575 709 96 960 «013? 74 866 68[100] 79 473 663 720 878 82 81085 [,001 324 474 518[1001 902 82086 202 469 685 786 997 83511 52 678 846 84165 611 49 70 650[100] 68 713 16 920 85105 41 88 296 435 80 516 623 79 756 88 912 58 86134 45 75 308 643 938 87172 238 424 642 796 901 72 88240 484 555 644 809 44 951 89095 395 96 429 49 539 98 885 907 37 90136 202 71 366 527 712 881 935 62 91080 89 165 301 416 534 627[100] 794 819 57 927 92049 73 [100] 180 296 414 63 513 93041 168 317 24 469 576 99 736 94032 296 350 74[100] 418 39 68 656 77 650 910 »5009 114 80 300 475 78 623 41 52 897»»147 265[100[ 542[1500]»7265 70 327 37 458 96 553 64 76 669 733 41 904 98087 177 417 35 621 81 715 20 867 918 99098 117 647 772 864 1,10063 330 525 666 816 43 101020 96 114 42 329 48 64 4C0 603 68 1 02110 214 325 88 529 888 994 103134 373 87 458 94 683 807 8 65 1 04505 759 820 105115 508 21 817 81 946 51 70 1 00003!109 25 367 448 597 665 926 57 107029 74 477 88 528 69 672 761 967 108238 74 79 89 490 521 690 94 827 917 100 304 60 590 720 23 69 817 38 47 75 958 67 11043 189 255 335 40 426 62 676 98 945 51 85 ,11043 117 37 252 94 637 92 1 12096 103 302 473[100] 589 660 763 74 897 113015 280 98 353 451 586 610 24 50 74 764 73 802 59 114042 64[1501 149 72 431 48 639 ----[100] 690 959 115170 409 78 584 652[lOOJ 990 110138 77 78 90 211 87 627 814 117021 84 192 229 391 ------------------ 118064 221 858 43 58 I 110135____________________ 425 545 610 19 32 702 51. 72 847 59 449 1 19389 98 457 796[100] 120189 255 367 471 82 515 791830 939 121078 119 68 99 400 26 31 63 558 122038 66 142 328 425 621 29 644 704[2001 65 986 1 23011 65 178 448 525 124103 379 1 25056 102 535 613 707 86 863 69 991 120195 [100] 327 422 72 1 27030 420 29 509 79 605 845 979 128027 46 97 250 54 402 17 618 30 34 40 129163 94 313 44 81 423 526 624 760 64 900 58 96 130014 162 74 89 201 3 516 674 91[100] 817 914 83 181030 306 82 97 751 872 8.8 1 32321[100] 567 661 924 133155[100] 338 76 467 529 614 763 819 22(100! 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Ziehung d.1.Masse198.Kgl. Prenh. Lotterie. Ziehung vom ll. Januar 1496, nachminagS. Nur die Gewinne über 60 Marl ftnd den betrejsende» Nummern in Parenlhe[e deigesiigt. (Ohne Gewahr.) 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