Nr. 18. Erscheint täglich außer Montage. Abonnements- Preis für Berlin: Vierteljährlich 3,30 Mart, monatlich 1,10 Mart, wöchentlich 28 Pfg. frei in's Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags- Nummer mit dem ,, Sonntags: Blatt" 10 Pfg. Post- Abonnement: 3,30 Mart pro Quartal. Unter Kreuzband: Für Deutschland u.Desterreich- Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 3 Mart pro Monat. Eingetrc.gen in der Post- Zeitungs- Preisliste für 1891 unter Nr. 6469. Vorwärts 8. Jahrg Insertions- Gebühr beträgt für die fünfgespaltene Petitzeile oder deren Raum 40 Pfg., für Vereins- und Versammlungs Anzeigen 20 Pfg. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 4 Uhr Nachmittags in Der Expedition abgegeben werden. Die Erpedition ist an Wochentagen bis 1 Uhr Mittags und von 3 bis 7 Uhr Nachmittags, an Sonn- und Festtagen bis 9 Uhr Vormittags geöffnet. Fernsprecher: Amt 6, Nr. 4106, Berliner Bolksblatt. Zentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: Beuth- Straße 2. Donnerstag, den 22. Januar 1891. Treu nach der Natur. des Beamten als solchen; er braucht nicht selbständig zu Expedition: Beuth- Straße 3. Briefe aus England. denken, er soll nicht selbständig handeln, sondern ohne BeVor kurzem ist die zweite Auflage eines recht inter- denken und ohne Baudern thun, was ihm aufgetragen London, Mitte Januar 1891. essanten Werkes erschienen, das System der Ethik", ver- ift... Solch eine Lebenslage hat die Tendenz, die EntEin Gegenstand, der ebenfalls neben dem schottischen Eisenfaßt von dem Berlirer Philosophie- Professor Friedrich wickelung der mit einander verwandten despotischen foeben in Plymouth gefällter Rechtsentscheid in Bezug auf bahnarbeiter- Streit die Arbeiterwelt lebhaft beschäftigt, ist ein Paulsen. und knechtischen Anlagen der menschlichen Natur zu die Anwendung des Begriffs der strafbaren Einschüchterung. Die eng insofern Arbeiter, die nicht in einem Unionshop" unterkommen Paulsen ist ein„ staatserhaltender" Denker, der den begünstigen. Ein unruhiges, ungeduldiges Drängen Der Vorfall, der zu demselben Anlaß gab, ist folgender: In Sozialismus auf das entschiedenste bekämpft, die bürger- nach oben; man will höheres Gehalt und höhere Stellung, Plymouth fand im Herbst vorigen Jahres ein Ausstand der dorliche Gesellschaft gegen die Umgestaltungspläne der Arbeiter man will andere überholen, man will aus der Landstadt tigen Hafenarbeiter statt. Es handelte sich u. A. auch um die klasse energisch vertheidigt und die Durchführung des in die Großstadt, aus der Provinz in die Hauptstadt, in engagiren, die keiner der Unionen der betreffenden Arbeiter sozialdemokratischen Programms für eine Utopie hält. Wir der die Quellen alles Glücks springen...; kurz, man( Docker, Kohlenträger, Heizer 2c.) angehören. werden gelegentlich diesen Theil der Paulsen'schen Ethik will nicht sich und seiner Arbeit leben, sondern Karrière machen.. lischen Trades- Unionisten legen sehr viel Gewicht darauf, daß einer eingehenderen Untersuchung unterziehen, um den Nach- Das Karrieremachen hängt nicht, wie in der Rennbahn, allein eine Werkstätte oder ein Arbeitsplatz ausschließlich Gewerkschaftsleute aufnimmt. Nur solche werden von ihnen als„ Unions- Arweis dafür zu erbringen, wie kläglich die geistigen Waffen" von der Kraft und Schnelligkeit der eigenen Beine, son- beitspläße" anerkannt. Es ist das ein Prinzip, das, wo es allbeschaffen sind, mit denen die bürgerlichen Denker gegen dern zunächst von der Gunst und Gabe der Vorgesetzten gemein durchgeführt werden kann, der Gewerkschaft, wie leicht die Arbeiterbewegung ins Feld ziehen. Paulsen, sonst ab. So bildet sich die Gewohnheit des schielenden Nach- begreiflich, eine große Kraft giebt, in Berufen aber, wo es nicht ein durchaus nicht untüchtiger Kopf, ist in seiner Stritit obensehens: was wird es oben für einen Eindruck machen? der Fall, sich oft als ein zweischneidiges Schwert erwiesen hat, des Sozialismus der Eugen Richter der Philosophie, Allmälig entsteht eine Art moralischer Rückgratsverkrüm- fönnen, geradezu gezwungen werden," Blacklegs- Ratten" zu und seine Argumente wider den bösen Feind, der so arg mung, welche man als die spezifische Berufskrankheit der werden. Dies indeß nebenbei, denn darüber, was ihnen frommt, es meint, können in ihrer Fadenscheinigkeit und Hinfällig- Angestellten bezeichnen kann.... Nicht minder wird im haben jedesmal die betreffenden Organisationen selbst zu entscheiden feit mit den luftigsten Sophismen des Herrn Richter wett- Umgang ängstliche Auswahl geübt, Verdächtigen mit und man kann es den Vertretern der in unserem Fall in Frage kommeneifern. Wir empfehlen dem Chef der Freisinnigen 3tg." äußerster Behutsamkeit ausgewichen... Der zweite angelegentlich das Buch von Paulsen, damit er dessen Grad der Krankheit ist schmeichlerische Augendienerei.. Autorität zu unserer radikalen Vernichtung benüße. Wenn So ist der Typus des Strebers fertig: forrekt, fügsam, das nicht christliche Nächstenliebe ist, so giebt es feine. liebenswürdig, unterthänig nach oben, rücksichtslos und Aber heute soll der Berliner Ethiker, dessen Un herrisch nach unten; gegen die Sache gleichgiltig, auf den befangenheit kein ordnungsliebender Philister und kein Schein erpicht; jeder Partei treu, so lange sie oben ist, luchsäugiger Polizeimann anzweifeln wird, einmal über der gehäffigste Verfolger, sobald sich der Wind dreht." gewisse soziale Typen, die in unserem öffentlichen Leben Die Geschichte der letzten Jahrzehnte bietet unzählige einflußreiche Rolle spielen, gehört werden. Belege für diese Darlegungen. Heute Freihändler, morgen Diese Typen, von uns mehr als einmal in Schutzöllner, jetzt für Koalitionsfreiheit, dann für das die richtige Beleuchtung gerückt, mögen nun, von Arbeitsbuch, heute für das Sozialistengesetz, morgen gegen der Laterne des Berliner Professors beleuchtet, Zwangspolitik, bismärckischer als Bismarck, so lange er den Lesern des„ Vorwärts" vor Augen geführt werden. Kanzler, dann fahnenflüchtig wie der feigste Deserteur, Wie treffend diese Gesellen, die für die wichtigsten An- bald Manchestermann, bald begeistert für positive Sozialgelegenheiten leider nur zu sehr, nur zu oft in Frage reform, wir Alle kennen sie, wir können mit Fingern auf fommen, gezeichnet sind, wird sich sogleich zeigen. Und sie zeigen. unsere Leser werden kein Kopfzerbrechen haben, um die Ein Satz noch sei zum Schlusse aus Paulsen's Buche herauszufinden, auf welche die Beschreibung bis aufs letzte mitgetheilt: Tüpfelchen paßt. eine Jede leitende Stellung in der Staats- und GemeindePaulsen schreibt: wirthschaft giebt dem Inhaber Gelegenheit, sich auf Kosten Mit der wirthschaftlichen und persönlichen Abhängige der Gesammtheit zu bereichern." keit von dem Willen von Vorgesezten ist eine bedeutsame Der Alte von Friedrichsruh würde solch eine Stelle Veränderung der Lebensbedingungen gegeben.... Jede mit vergnüglichem Schmunzeln lesen und sich behaglich Regierung wünscht und muß wünschen, daß ihre Absichten sagen: Wir Wilde sind doch bessere Menschen. Wir von den Untergebenen schnell aufgefaßt und sicher aus- haben zwar dem Reich Papier und Telegraphenstangen geführt werden Der Untergebene ist der beste, der verkauft, wir haben zwar für uns sammeln, wir haben sich als das bequemste und wirksamste Werkzeug erweist. uns Geld und Schlösser schenken lassen, wir waren und das Gefügigkeit nach oben, Energie nach unten, das ist, unter sind Schnapsbrenner, Korn- und Holzzöllner, aber, wie es dem technischen Gesichtspunkt betrachtet, die erste Tugend schon im Grabbe heißt: Alles in Züchten und Ehren". Feuillefont. Nachdruck verboten.] Bei Mama. Roman von Arne Garborg. Was macht Ihr denn beim Theater?" unterbrach sie Fanny. " ( 18 Wir sind Statisten," antwortete Emilie. Was ist das eigentlich?" Eines Morgens in der Freistunde kamen Emilie und Raroline mit geheimnißvollen und feierlichen Mienen zu Fanny und fragten, ob sie Lust habe, Komödie zu spielen. Was? Komödie?" Bst! Rede nicht so laut." " " Wir sind beim Theater," sagte Karoline. Spielt Ihr denn Komödie? flüsterte Fanny. Theater?" 11 Beim Kristiania- Theater,*) natürlich!" Thr?" Ja, wir!" Emilie blähte sich wie ein kleiner Vogel; Karoline that groß und vornehm wie eine Künstlerin. D den Organisationen schon glauben, wenn sie behaupten, für ihre Unionen sei es geradezu eineLebensfrage, teine Nicht- Unionsleute neben Unionsleuten einstellen zu lassen, da sie sonst unmöglich die erforderliche Disziplin aufrecht erhalten und diejenigen Garantien übernehmen können, die sie den Unternehmern als Gegenleistung Wortführer einer Deputation der streifenden Arbeiter, Pete für die Anerkennung der Union bieten. Das nämlich setzte der Gurran, Diftrittssekretär der Gas- 2c. Arbeiter- Gewerkschaft, dem Vertreter der Plymouther Rheder und Kohlenhändler auf einer Zufammenkunft auseinander. wie Herr Treleaven, der erwähnte Führer des Unternehmerthums, Die Zusammenkunft fand am 8. Oktober statt und wurde, wiederholt und auch vor Gericht zugab, von Seiten der Arbeiter in der höflichsten und fachlichsten Weise geführt. Ich lasse die bemerkenswertheſte Stelle der Unterredung hier folgen, wie sie in wurde. Es waren nämlich, zur großen Ueberraschung der einer Lokalzeitung, dem„ Western Daily Mercury", wiedergegeben Arbeiter, von den Unternehmern Reporter zu der Unterredung zugezogen worden. Folgendes der Bericht: leaven die Deputation daran, daß im Laufe des Vormittags ihm " Im Laufe der weiteren Unterredung erinnerte Herr Tres gegenüber die Drohung gefallen sei, daß, wenn er sein Geschäft führte, wie es ihm beliebte, und Leute anstellen würde, unbefümmert darum, daß sie Nichtunionisten seien, dann die vereinigten Gewerkschaften des ganzen Landes sich gegen ihn verbinden würden, um sein Geschäft zu Grunde zu richten. schaften des ganzen Landes, sondern von denen der drei Städte ( des Hafens von Plymouth) und Umgebung gesprochen. Herr Treleaven gab zurück, auf jeden Fall sei die Drohung ihm gegenüber geäußert worden. Herr Curran erwiederte, er habe nicht von den GewerkHerr Curran konstatirte, daß die Sache von den Gewerkschaften der Städte abhinge, und sie( er und seine beiden Begleiter) feien heute Nachmittag als eine Deputation des vereinigten Komitees hier, um zu sehen, ob eine Verständigung möglich sei. Freundin die Hand;„ nun ist das Schicksal meines Lebens besiegelt!" X. Es war ein frischer, klarer Februar- Nachmittag und " Wir sind so dabei... wir bekommen Kostüme und über Gressen und Egeberg sammelten sich falte, winterblaue stehen unter dem Volk, oder find Engel oder dergleichen... Abendwolken. In den Straßen lag schmutziger Schnee, der und dann erhalten wir für jeden Abend zwölf Schilling; aber da müssen wir für unsere Wäsche selbst sorgen." " Ja, reine Wäsche ist dazu nothwendig!" sagte Karoline. Natürlich, wenn Ihr Engel seid!" Ach, ob wir nun Engel sind oder sonst etwas. Das feine" Bublifum im Kristiania Theater mag nichts anderes als reine Wäsche sehen." um Mittag halb geschmolzen war, und gefror. Fanny und William gingen miteinander durch die Storgade und schienen verlegen. Sie war neugierig, ob er es heute Abend sagen wollte. gern hatte; er brauchte sich also nicht zu fürchten; ohne Ach, wenn er es nur sagte! Er wußte ja, daß sie ihn Zweifel hatte er es errathen; wenn er also plöblich ihre Hand ergrift und flüsterte:" Ich liebe Dich!" Hui, würde sie sich schämen! Und Du hast ja doch Wäsche, Fanny?" Schließlich wagte Fanny zu glauben. Sie wurde fast Fanny sperrte die Augen auf: bei was für einem verrückt. Wenn es nur kein Traum war, nur kein Traum war! Sie log sich in der letzten Pause von der Schule los, mit den Proben. Sie erzählte und erzählte, nervös und Fanny kam vom Theater. Es gab nun viel zu thun quälte Mama mit Bitten und Thränen, bis sie die Erlaub- ohne Zusammenhang niß erhielt, suchte dann wieder Emilie auf und bewog sie, Koulissen aussah! Wir meinten, es seien dort ganze -nein, wie komisch es hinter den zur Oberchoristin mizugehen. Uf, wenn sie nur nicht zu Seitenwände; aber keine Spur davon; es standen eine Reihe spät tam. Wenn sie nur nicht zu spät kam. Ach, wenn sie von Koulissen mit Zwischenhängen da. Nein, war er lieb, nur zu rechter Zeit fam. dieser Johannes Brun! Das Engelsein war etwas höchst Sie tam zu rechter Zeit. Es war noch Play. D, Gott Unsicheres; die alte gebrechliche Aufziehmaschine mit den Fanny wurde abwechselnd roth und blaß. Ihr wollt sei Dank. Ach, Du lieber Himmel! Sie hüpfte im Zimmer Pappendeckelwolken, auf welchen sie liegen sollten, knarrte mich zum Narren halten", sagte sie. Aber nein, das wollten und herum wie eine Besessene: Dante, gnädige Frau, und frachte, als wollte sie zusammenfallen. Aber sie hielt fir nicht. Sie durfte ihnen auf's Wort glauben, es hatte banke, Fräulein! D, ich bin so" froh, o, ich bin so wohl noch. Frau Gundersen sollte ein großartiges Gedicht alles feine Richtigkeit. Und nun sollte vor dem König rob! Abien, Fräulein; nein, bin ich froh!..." Sie auffagen, und dann sollte der innere Borhang aufgehen; ein großes lebendes Bild mit Engeln und so weiter daregte ihren Tanz noch auf der Straße fort. denn das Tableau stand ganz innen, hinter dem hintersten Watch werden, und da hatte man nicht gemiterea An der Ecke von der Kirch- und der Karl- Johann Vorhang. Straße trennte sie sich von Emilie. Sie war feierlich ernst Frau Gundersen war außerordentlich angenehm und ge winnend. Sie war die gescheiteste unter allen Damen des " Ich danke Dir, Emilie," sagte sie und drückte der Kristiania- Theaters; sie deklamirte ungemein schön... FräuMädchen " Das Kristiana- Theater ist die vornehmste. Bühne, von geworden. Norwegen. wollte." thun Herr Treleaven:„ Und Sie würdet würdet Euer Bestes Herr Curran: Wir würden unser Bestes thun, zu verhindern, daß bei Ihnen gearbeitet wird." Herr Treleaven: Er freue sich, daß sie zusammengekommen seien, und glaube, man übersehe nun die Sachlage etwas flarer. Die Löschung der„ Ocean Queen" werde ihren Gang gehen und etwa Montag beendet sein. Das werde ihm Beit geben, seine Stellung zu überlegen, und wenn sie wieder zusammentämen, würden sie wahrscheinlich zu einem befriedigenden Arrangement Herr Treleaven:„ Aber Sie bestreiten nicht, daß die Drohung der Unterhaltung das Schauspiel erlebt, daß Herr dete er das damit, daß der öffentliche Ankläger Poland die gefallen ist?" Treleaven ihm seinen Dank ausgesprochen habe, dafür, daß Unternehmer vor dem Recorder vertreten und eine Definition des Herr Gurran:„ Ich habe die Worte gebraucht, und wieder sie eingeschüchtert hätten. Dann setzte Curran auseinander, warum Begriffe der Einschüchterung gegeben habe, die wörtlich mit dem hole sie jetzt hier vor den Reportern." sie die Arbeiter auf der Forderung bestünden, keine Nicht- irischen Zwangsgesetz von 1887 übereinstimme. Ist dem so, so Herr Traleaven:„ Das ist's gerade, was ich von Ihnen Unionarbeiter im Hafen von Plymouth einführen zu lassen. Was haben die Liberalen allen Grund, der Regierung dankbar zu sein. sie bisher in Bezug auf Verbesserung ihrer Arbeitsbedingungen und es ist nicht ganz unwahrscheinlich. In Bezug auf die Herr Curran: Ich sagte, daß, wenn Sie fortfahren, Nicht erreicht hätten, verdankten sie dem Umstande, daß alle Arbeiter Arbeiterfrage find die Konservativen von Jahr zu Jahr dümmer unionleute zu refrutiren und trotz der Einwendungen der Gewerk im Hafen von Plymouth ihren betreffenden Organisationen an- geworden. schaftsbeamten zu beschäftigen, alle Gewerkschaften des Hafens gehörten, und sobald sie zuließen, daß dies anders würde, daß Bezeichnend ist, daß das Gesetz, auf Grund dessen die Vervon Plymouth sich verbünden würden, Ihnen entgegenzu- Beute, die weder Opfer für die gemeinsame Sache gebracht, noch urtheilung erfolgte, feiner Zeit geschaffen worden war, um den treten." 31 bringen gewillt feien, die Vortheile ernten, die die Ünionen Gewerkschaften größere Bewegungsfreiheit einzuräumen. Aber erkämpft, würden diese ihre Kraft verlieren und zerfallen. Wenn es ist einer der größten Vorzüge der englischen Gesetzgebungs aber die Kaufleute sich verbinden und erklären dürften, daß sie zu kunst, die Geseze so zu formuliren, daß ein geschickter Rechtsbeschäftigen gedächten, wer ihnen gefiele, dann müßte den Ar- fünstler in der Regel das Gegentheil herausdefiniren kann. So beitern auch das Recht zustehen, zu erklären: wir behalten uns behauptet man hier wenigstens. Mir will es indeß scheinen, als das Recht vor, nur mit Unionleuten zusammen zu arbeiten. hätten wir Deutschen die Engländer um nichts zu beneiden. Das Urtheil des Polizeigerichts lautete: Alle Verklagten Sollten aber wirklich unsere Gesetzesmacher hinter den englischen sind der strafbaren Einschüchterung schuldig. Da aber die Ver- noch zurück sein, so sind unsere Gesetzeskünstler den englischen sicherlich Handlungen zwischen ihnen und Herrn Treleaven in freundschaft- mindestens ebenbürtig. Herr Bompas ist„ Queens Counsel". Das licher Form stattfanden, wird in erster Reihe nur auf Geldstrafe ist eine hohe Würde, aber ein Reichsgerichtsrath ist sicherlich auch erkannt, und zwar auf je 20 Pfd. Sterl.( 400 M.) Im Nicht- nicht zu verachten. zahlungsfalle sechs Wochen Gefängniß. In Beantwortung einer Anfrage des Herrn Curran Im Allgemeinen wird den Erkenntnissen von Polizeigerichten erklärte Herr Treleaven noch, daß des Friedens wegen feine besondere Bedeutung beigelegt, und in diesem speziellen gestellt werden Wenn er sie( die Arbeiter) der betr. Richter ehemalige See- Offiziere sind, von denen keine schließlich zu bekämpfen haben würde, so würde er sich freuen, sehr objektive Auffassung von den Rechten der Arbeiter zu er es ohne Bittterkeit und mit völligem gegenseitigen Verständniß zu Thun. Herr Curran drückte feine volle Zufriedenheit mit der Ant wort des Herrn Treleaven aus, und sagte, er sei einverstanden mit dem Vorschlag, daß die Frage in Hinblick auf eine freundschaftliche Erledigung bis Montag ruhen soll. Damit endete die tommen. bis zur Entſcheidung fein weiterer Nicht- Unionsmann ein Falle überraschte das Urtheil schon deshalb nicht sehr, als zwei Politische Itebersicht. Unterredung. Soweit der Bericht. " warten war. Um so mehr war man gespannt, wie das Urtheil Berlin, den 21. Januar. in der Appellation, die sofort angekündigt worden war, ausfallen Den preußischen Landtag beschäftigte heute die den würde. Diese Verhandlung, bei der die Verklagten durch einen Stempelerlaß zu Gunsten des Ministers a. D. Freiherrn Juristen, einem jungent fozialistischen Anwalt, vertreten waren, von Lucius betreffende Interpellation Richter. fand vorigen Freitag statt. Richter war der Recorder H. M. Nachdem Richter seine Interpellation gut begründet hatte, Bompas. Dieser gelehrte Herr nun hat das Urtheil des Polizei erhob sich Herr Miquel, der bei den Junkern und Landgerichts in allen seinen Theilen bestätigt. Und nicht nur das. Fünf Tage später fand eine zweite Zusammenkunft statt. gegeben: Er hat dem Erkenntniß unter anderem folgende Motivirung bei räthen mit seiner Rede vielen und bei diesen Herrn auch wohlverdienten Beifall erntete. Ein genaueres Studium Herr Treleaven hatte inzwischen mit den übrigen Kohlenhändlern„ Ein Streit, der zum Zweck hat, Unternehmer zu zwingen, der preußischen Verfassung wäre Herrn Miquel sehr und Schiffsherren verhandelt und außerdem seinen Anwalt andere Personen nicht zu beschästipen oder die Bedingungen der anzuempfehlen. Herr Miquel hat vor Jahresfrist sich für konfultirt, und theilte den Arbeitern mit, daß nach den höchsten Beschäftigung solcher anderen Personen zu ändern, ist un- einen Anhänger des aufgeklärten Despotismus erklärt. juristischen Autoritäten die von Curran gemachten Aeußerungen gefeßlich, und alle Personen, die an ihm theilnehmen, sehen Diese Bezeichnung paßt nach seiner heutigen Rede auf ihn, unzulässig feien und zu einer gerichtlichen Verfolgung berechtigten. fich der Verfolgung auf Grund des vorliegenden Gesezesabschnitts denn bei seiner Verfassungsauslegung kann der König ja Er würde indeß des Friedens wegen davon absehen; wenn jedoch aus." auf einem der drei Schiffe, die Kohlen für ihn enthielten und auf denen nur Unionleute beschäftigt seien, gestreift würde, so jubelte es in einem speziellen Leitartikel, der in dem Satz gipfelt, Das Urtheil hat großes Aufsehen erregt. Die„ Times" be- trotz der Verfassungsurkunde thun, was ihm beliebt. Bei der Zusammensehung des Abgeordnetenhauses war werde er wissen, was das zu bedeuten habe, und alsdann daß nunmehr jeder Streif, der gegen die freie Arbeit" gerichtet es zu erwarten, daß dasselbe gegen die freisinnige Intergezwungen sein, gerichtliche Schritte zu ergreifen. Im weiteren fei, die große Mehrheit der Streits der neuen Unionen, zum pellation Stellung nahm. Verlauf der Unterredung händigte er ihnen eine Erflärung der Gegenstand strafgerichtlichen Einschreitens gemacht werden könne. vereinigten Unternehmer von Plymouth ein, des Inhalts, daß sie Recorder Bompas, beiläufig ein Liberaler, habe die Freiheit, die Die Kreuz- Zeitung" jammert, daß die Stempelsteuersich darin„ nicht binden wollen", was für Arbeiter beim Betrieb ihres hohe, die hehre Freiheit, die alle- Unternehmer meinen, ge- Skandale vor den Landtag gebracht worden sind. Dadurch Geschäftes einzustellen feien, worauf Curran zurückgab, wenn dies die rettet. Hoch lebe der Recorder Bompas. Und der Chorus der werde das ganze herrliche Institut der Fideikommisse geAnsicht der Wiehrheit der Kaufherren sei, so sähe er nicht, wie sie Unternehmerorgane stimmt begeistert in den Ruf ein: Hoch schädigt. Nun, um so besser. Wenn es bei diesem Anlaß weiter verhandeln könnten. Sie, als Vertreter der Gewerk- Recorder Bompas, hoch die Freiheit der Arbeit! schaften, könnten in dieser Lebensfrage nicht nachgeben. Ueber nur gelänge, dieses mittelalterliche Institut zu beseitigen, Die Arbeiter scheinen im ersten Augenblick die Tragweite dann wollten wir den Herren Lucius und Bismarck wirklich irgend eine Detailfrage würden sie von Neuem die Verhand- des Erkenntnisses übersehen oder vielmehr den Gipfelpunkt des dankbar sein, daß sie es, durch ihr Vorgehen, so arg in Mißeine lung aufnehmen, aber", fügte er hinzu, wir können Ihnen in felben in einem anderen Bassus erblickt zu haben, der sich darauf diesem Punkt nicht entgegenkommen, wenn Sie hierin den Kampf bezieht, daß viele der Streifer mit Wissen der Verklagten ihren kredit gebracht haben. gegen uns zu führen unternehmen, so ist der Ausbruch desselben Kontrakt gebrochen hätten. Sie erklärten im ersten Augenblick, unvermeidlich." nicht weiter gehen, sondern die Strafe erlegen zu wollen, und in Die neue Sperrgelder- Vorlage bestimmt die RückGine am Abend desselben Tages abgehaltene Versammlung der That ist die Strafe leider- auch für zwei von ihnen erstattung aller, während des„ Kulturkampfs" gesperrten der Arbeiter bestätigte diese Darlegung und nahm einstimmig und bereits erlegt worden. Sobald jedoch der Wortlaut des Erkennt Geistlichengehälter. Die Vossische Zeitung" muret, daß unter großem Enthusiasmus eine Resolution an, daß die An- nisjes vorlag, änderte sich die Auffassung. Man ist allgemein die Regierung sich dem Zentrum unterworfen habe" das wesenden alle ihnen zu Gebote stehenden gesetzlichen Mittel entschlossen, die Sache nicht ruhen zu lassen, sondern alle mög- fortschrittliche Blatt beweist dadurch, daß es vom ABC anzuwenden gedenken, um die Kaufherren im Hafen von Ply- lichen Schritte zu thun, sie bis in alle höchsten Instanzen durch der Demokratie feinen Begriff hat. Begangenes Unrecht wieder mouth zu verhindern, Nicht- Unionleute zu beschäftigen". zukämpfen. Wenn es angeht, soll zunächst noch Der Streit nahm feinen Fortgang und Herr Treleaven Instanzenzug eingehalten werden, wenn nicht, die gerichtlich gut machen ist eine Pflicht der Gerechtigkeit. Und wie wir ließ durch seinen Anwalt Klage erheben gegen P. Curran und Parlament zur Sprache gebracht und womöglich ein Parlaments- schon früher ausführten: Die Regierung hat, indem sie die Begleiter desselben: G. Shepheard und J. W. Mathews, beschluß provozirt werden. So hat der Trades Council sich ge- gerecht war, sich auch politisch klug gezeigt. weil sie zwischen dem 8. und 17. Oktober, in der Absicht, äußert und so äußern sich die bekannteren Arbeiterführer in Wir begrüßen diesen Vorgang um so mehr, als er G. F. Treleaven zu zwingen, von einer bestimmten Handlung, Reden und Ber Drummond, Sekretär der Schriftseger- ein Präzedenz für ähnliche Stückerstattungen " im zu der er gefeßlich berechtigt war nämlich in seinem Geschäft Gewerkschaft, einer der alten" Gewerkschaftler, meinte zum und Entschädigungen bildet. Auch die Sosial. verschiedene Arbeiter zu beschäftigen, die nicht Mitglieder von Beispiel, wenn dieses Erkenntniß Kraft behielte, könnten demokratie ist durch ein Ausnahmegesetz, welches man Trades- Unions find den genannten G. F. Treleaven unge- die Gewerkschaften lieber gleich die Bude zumachen." als ein schweres Unrecht aufheben mußte, schwer feglicherweise, ungerechterweise und ohne gesehliche Berechtigung In Plymouth selbst fand am Montag Abend unter geschädigt worden. Die materiellen Verluste, eingeschüchtert hätten." Die Anklage stützte sich auf Abschnitt 7 des Ge- dem Vorsiz des Führers der dortigen Liberalen, Professor Anthony, welche uns durch dieses gemeinschädliche, heute von Jedermann seges über Verschwörung und Schutz des Eigenthums( Conspiracy ein Meeting statt, in dem folgende Resolution: and Protection of Property Act) vom Jahre 1875. Als BeDie Versammlung ist der Ansicht, daß die Geseze verurtheilte Ausnahmegesez zugefügt worden sind, belaufen weis für die Einschüchterung" wurde auf die oben angeführte zwischen Kapital und Arbeit, wie der Recorder von sich in die Millionen. Wir Sozialdemokraten haben genan Stelle aus der Unterhaltung zwischen Curran und Treleaven, Plymouth fie definirt hat, ungleich sind und im Intereffe daffelbe Recht auf Entschädigung wie die Katholiken, und sowie auf eine mit den Ausführungen Curran's fast wörtlich der Gesammtheit gründlich rektifizirt werden müssen," wenn diese Frage sich auch jetzt noch nicht zur greifbaren übereinstimmende Aussage der drei Verklagten gegenüber einem beschlossen und ein Komitee gewählt wurde, das einen Fonds zur Aktualität verdichtet hat, so wird sie sich doch gelegentlich Interviewer verwiesen. Deckung der aufgelaufenen Kosten und der erkannten Strafen herandrängen und eine Lösung heischen. Die Arbeiter erschienen in der Verhandlung, die bereits am sammeln, ein Rechtsgutachten einholen und die Sache vor das 20. Oktober stattfand, ohne Anwalt. Sie wollten ihre Sache selbst Land und das Parlament bringen foll. Schon vorher hatten führen, und Curran, dem die Hauptaufgabe dabei zufiel, entledigte ein Stadtrath von Plymouth, der Redakteur des dort erscheinenden sich derselben sowohl im Kreuzverhör als auch in seiner Antwort Western Daily Mercury" und-ächt englisch- der Bifar auf den Anklageatt in vortrefflicher Weise. Er charakterisirte die und der Kurat, der Kirche All Saints"( Allerheiligen) einen Einladung des Herrn Treleaven und die Hinzuziehung der Presse Aufruf in der Presse erlassen, der zu Sammlungen für die Kosten zu derselben als eine Falle, in die man sie die Arbeiter ge- und die Strafsumme einlud. lockt. Wenn dabei eine Einschüchterung stattgefunden habe, so Der radikale Londoner Abgeordnete Conybeare, der dem tönne Niemand sagen, daß sie gewaltsam gegen Herrn Meeting in Plymouth beiwohnte, wollte in dem Prozeß die Hand Treleaven verübt worden sei. Habe man doch am Schluß der jetzigen konservativen Regierung erblicken, und zwar begrünlein Nielsen gab den großen Posaunenengel; oh, sah sie " " Bist Dn nicht glücklich, daß Du zum Theater darfst herzig aus in ihrem langen weißen Kleid. Emilie und ein und alles mögliche sonst?" paar andere kleine Engel sollten von oben herabgelassen werden und dann bemerkte man nichts als Engel vom Fuß- konnte boden bis zum Dach hinauf. Es wurde großartig. Alle sollten den Kopf der königlichen Loge zuwenden und freundlich ausschauen. Und dann würde niemand mehr behaupten können, sie habe den König nicht gesehen. Aber nun befanden sie sich schon weit in der Brogade und noch hatte William fein Wort gesagt. Wenn er nur nicht zu furchtsam war... Er ging und schwieg und seufzte. Manchesmal fragte er nach etwas vom Theater, aber nur, weil ihm schient, er müsse etwas sagen. Oh, wenn diese gute Gelegenheit auch versäumt ward! So sollte denn auch fernerhin diefe Ungewißheit sie quälen! Sie würde ihm fürchterlich gern geholfen haben; allein sie vermochte es nicht. Sie fam nur in schamvolle Ber wirrung. Es war so schrecklich unangenehm. Es schickte fich für ein Mädchen natürlich nicht; aber er, der ein Knabe war er wußte ja doch, daß die Herren den Anfang machen müßten. Jedoch er machte keinen Anfang. Und nun waren sie schon auf dem Grönlands- Torv O je, war er dumm! Vielleicht merkte er nicht einmal noch, daß sie in ihn verliebt war. Im Reichstag ist fie bei zwei verschiedenen Gelegenheiten schon von Liebknecht angestreift worden, als er die aftpflicht der Urheber des Sozialistengesetzes betonte. Herr von Buttkamer soll bei Zusammentritt bes am 20. Februar gewählten Reichstags den Wunsch geäußert haben, Präsident desselben zu werden. Dieses Streben erregte überall große Heiterkeit, denn Herr von Puttkamer stand " Möchtest Du denn zum Theater gehen?" hui, nun er sagen: ja zugleich mit Dir Nein, die Mutter will, daß ich studiren soll." Ah so!" " Hierauf schwieg er wieder. Nun bogen sie um die Ecke. Nun waren sie sogleich daheim... nicht so glücklich, wie Du glaubst", sagte sie mit etwas zu Fanny nahm den Gegenstand wieder auf. Ich bin sammengepreßter Kehle. Was meinst Du damit?" fragte William unsicher. " Das sage ich nicht." Ja, sag' mir's, Fanny!" Er flüsterte fast. " Ich kann nicht." " doch, fürchtest Du Dich vor mir?" " Nein, aber Nein, aber... ach, niemals!" n " Geh, sei nicht langweilig, Fanny!" " Weshalb willst Du es wissen? Kann es Dir nicht ganz egal sein?" " Nein, ich möchte es gern wissen." " Ja, warum denn?" Sag' es nur!" " Ist es Dir nicht einerlei, ob ich nun glücklich bin oder" nicht?" Nein. Wenn Du das glaubst, so glaubst Du etwas Glaube ich etwas Falsches?" Ihre Stimme wurde θα Ja... Sag' mir, was Du gemeint haft, Fanny." " Nein, ich kann es nicht." doch, er mußte es merken. Sie hatte es ihm Falsches." so oft zu verstehen gegeben. Er mußte es an ihren sehnsuchtsvollen Blicken, an ihrem schmerzlichen Lächeln fast zärtlich. gesehen haben. Vorgestern hatte sie es ihm fast gesagt. Ach, ich werde gewiß niemals meinen höchsten Wunsch erreichen," hatte sie gesagt und ihm dabei einen Blick zu gesandt, der, wie sie meinte, sein Eis schmelzen mußte. Aber Gott weiß, ob er es verstanden hatte. Mama sprach sicher lich die Wahrheit-: die Herren waren dumm. " Ja, Du bist glücklich!" seufzte William. Ich?" wo wollte er damit hinaus? " Ja, Du!" Wieso?" 2007 D, so sage ich Dir auch niemals etwas." Was hast Du mir denn sagen wollen?" " Ich werde es Dir niemals sagen, wenn Du so abscheulich bist." Wenn Du es zuerst sagst, so sage ich es nachher." Nein," antwortete er.„ ich getraue mich nicht." D, fag' es nur! Mir kannst Du es schon sagen, dominicht?" Nein, Du lachst mich nur aus." Bei Gott! ich werde nicht lachen." " Nein, ich kann nicht." Glaubst Du vielleicht, ich erzähle es? Nein, aber Ja natürlich glaubst Du, ich sei geschwäßig und dumm und alles mögliche Schlechte; ich bin nur neugierig, was Du eigentlich von mir denkst." „ Nur lauter Gutes," sprach William; seine Stimme klang gezwungen. " Nein, das thust Du nicht." Du nicht." Fanny. Ja, das thu' ich." Warum kannst Du mir es denn nicht sagen?" fragte " Sag' Du es früher!" " Nein, Du früher. Du solltest doch wissen, Du, ein Knabe und was soll ich Dir denn eigentlich sagen?" Du sollst mir sagen, was Du eigentlich damit meintest, daß Du unglücklich seiest." " Das sage ich um teinen Preis." Nun, so sage ich auch nichts." Sie waren daheim; er wollte hineingehen. " Es ist noch nicht spät..." bemerkte sie. Er blieb stehen. Willst Du mir es also sagen?" Mm Mm... Du zuerst." Nein. Gute Nacht, also." " O, ich weiß schon, was es ist!" neckte Fanny. # Weißt Du es wirklich?" Er näherte sich ihr. Jawohl!" Nun, was also?" " Ich sage es richt!" ja, Fanny; geh, sei gescheit!" Nein, ich kann nicht."... Das ist schlecht von Dir, Fanny." Ich werde Dir den ersten Buchstaben sagen!" pdja, ja!" Sie wandte sich halb ab. " Du bist v.!" sagte sie. V." V mit diesem Wunsche allein. Jetzt soll ihm Ersatz werden. Die Freifinnige Zeitung" schreibt: Wozu die lex Huene von 2 Millionen Franks beantragt für Maßregeln, unt Er soll 2. Vizepräsident des preußischen Herrenhauses werden; dient. Im Kreise Eschwege ist beschlossen worden, die das Volk gegen die Wirkungen, der Kälte zu diese aus Junkern und vertrockneten Bureaukraten zusammen- Summe von 8000 M. zur Verbreitung von Schriften schützen. Der Kredit wurde sofort bewilligt, und die Vergesetzte Körperschaft könnte nicht leicht besser repräsentirt gegen die Sozialdemokratie daraus zu verwenden." werden als durch Truz- Eisenstiru. Das preußische Herrenhaus ist seines ziveiten Vizepräsidenten werth. Bon einem Korrespondenten der Saale- Zeitung" der dabei gewesen sein will wird erzählt, während des neulichen Essens bei Herrn Miquel sei das Gespräch auch auf die Abrüstungsfrage gekommen Wenn aber um die 3000 M. Frrlehren gekauft werden, versöhnt sich St. Eugenius vielleicht mit der lex Huene. Aus Braunschweig wird telegraphirt: feien, tretungen von Paris und anderen Städten Frankreichs haben ihrerseits Geldsummen bewilligt für die Errichtung von Wärmungs- Anstalten und Asylen. In Paris wurde ein ganzer Palast( auf dem Marsfeld) den Obdachlosen und von der Kälte Leidenden zur Verfügung gestellt. Und in Deutschland? Die Versammlung des Zentralausschusses des landwirthschaftlichen Zentralvereins für das Herzogthum Braunschweig beschloß auf die Tagesordnung der Hauptversammlung am Die Demonstration für das allgemeine Wahlrecht 10. Februar die Frage zu sehen, welche Maßregeln zu ergreifen hat gestern doch in Brüssel stattgefunden, wie unsere Leser der Verbreitung der Sozialdemokratie unter der ländlichen Bevölkerung entgegen aus einer nach Schluß der Redaktion bei uns eingetroffenen Tepesche ersehen haben werden. Ueber die Kundgebung Wolffsche Bureau berichtet: liegen jetzt weitere telegraphische Meldungen vor. zuwirken." Aufbietung ihrer ganzen Weisheit werden sie die Verbreitung Die Herren brauchten sich nicht so zu bemühen. Bei der Sozialdemokratie unter der ländlichen Bevölkerung nicht verhindern können. Wollen sie aber dieselbe hinausschieben, die Agitation erschweren, so könnten sie schon Mittel finden. Wir sind so entgegenkommend sie zu verrathen. Sie heißen: Bessere Löhne, fürzere Arbeitszeit, Garantie vor Konkurrenz billigerer, fremder Arbeitskräfte, anständige Behandlung. Wir sind begierig, ob diese Vorschläge in der Versammlung am 10. Februar gemacht werden. Das Im Stadthause wurden die Delegirten der liberalen Ver einigung von 16 liberalen Vertretern von Brüssel und der Proving empfangen. Die Delegirten überreichten den letzteren das Manifest, in welchem dem Verlangen nach Revision der Verfassung in beredten Worten Ausdruck gegeben wird. Bürgermeister Buts dankte den Delegirten für die bei der Rundgebung beobachtete Ruhe und erklärte, er werde das Manifest dem Bureau der Kammer übergeben. Die Revision müsse und werde durchbringen. Die Delegirten verließen mit dem Rufe:„ Es Tebe die Revision!" das Stadthaus." Das Bureau Herold" versendet folgende Depesche: 1 Die Sigung auf dem Rathhause, obwohl sie ziemlich lange währte, bot nichts sonderlich Benterkenswerthes. Der Präsident der Association Libérale" verlas die, an beide Raminern gerichtete Petition und empfahl den liberalen Abgeordneten dieselbe zu unteDie Petition enthält die bekannten Argumente zu Gunsten des allgemeinen Stimmrechts. Janson fagte in einer Ansprache seine Mitwirkung bei der VerfassungsRevision zu. Seine Rede wurde mit allgemeinem Beifall aufgenommen. Die Menge zerstreute sich völlig ruhig, wobei die schlechte Witterung mitwirfte. Einige Musikgesellschaften durchzogen unter den Klängen der Marseillaise die Stadt. Weitere Störungen der Ruhe kamen nicht vor." „ Das Gespräch kam auch auf die Abrüstungsfrage, und einige Politiker scherzten über die namentlich von französischen Blättern verbreiteten Gerüchte über bevorstehende Abrüstungserwägungen. Der Kaiser aber meinte sehr ernsthaft, an diesen Gerüchten sei schon etwas Wahres, wenn auch natürlich von fonkreten Vorschlägen im Augenblick noch nicht die Rede sein könne. Deutschland sei satt und denke nicht an neue Eroberungen. Ueberhaupt aber, so etwa fuhr der Raiser fort, glaube er nicht mehr an die Möglich feit friegerischer Verwickelungen. Bielleicht sei die Erfindung des rauchlosen Pulvers bestimmt, der Kriegsära ein Ende zu bereiten. Nach den Erfahrungen, die man bei den großen schlesischen Manövern gemacht habe, erscheine es undenkbar, im Ernstfalle die Truppen noch ins Feuer zu friegen. Der gemeine Mann werde, wenn er beschossen wird, ohne irgendwo die Rauchspur eines Feindes zu sehen, von untilgbarem Schrecken ergriffen. Schon in der Irrlehrenmann flunkert in seinem Blatt, Schlesien sei bie Verwirrung nicht abzuwenden gewesen, und diese hochwichtigen Erfahrungen haben in Schoße der Militär- wir hätten für den 1. Mai eine allgemeine Arverwaltung sehr ernste Erwägungen hervorgerufen." beitseinstellung verkündigt, und diese würde natürlich Wir halten es nicht für wahrscheinlich, daß der Kaiser ins Wasser fallen, wie voriges Jahr. Sie wird diesmal sich genau so ausgedrückt hat, wie es hier heißt; aber in so wenig ins Wasser fallen, wie voriges Jahr und zwar dem Gedanken, der ausgedrückt ist, liegt so viel Ver- aus dem einfachen Grund, weil diesmal so wenig nünftiges, daß wir sehr wohl annehmen können, Aehnliches als voriges Jahr eine allgemeine Arbeitssei gefagt worden. Vorläufig stehen die Dinge so, daß auch einstellung geplant ist. Der Jrrlehrenmann weiß im Ernstfalle die Truppen noch ins Feuer zu kriegen" offenbar in der deutschen Sprache so wenig Bescheid, wie sein werden. Auf lange hinaus wird das aber nicht mög- im sozialistischen Zukunftsstaat, sonst müßte er wissen, daß lich sein. Sich ins Feld stellen und warten, bis man aus Feier und Arbeitseinstellung zwei sehr verein paar Stunden Entfernung von irgend einem unsicht schiedene Dinge sind. Aber vielleicht stellt er, wenn er seinen baren Feinde" niedergeschossen wird das ist ein Ver- Geburtstag feiert, die Arbeit ein und ist so zu der eigengnügen, dem nur ein Frrenhäusler sich hingeben wird. thümlichen Begriffsverwechselung gelangt. Wuth" gehört nicht dazu, blos thierische Gleichgiltigkeit. Schon jetzt ist es in England( wo es an tapferen Wie alljährlich, giebt die Fach Zeitschrift Judustrie" Männern gewiß nicht fehlt) schwer, Matrosen für die großen zu Beginn dieses Jahres wieder eine Uebersicht über die Panzerschiffe zu bekommen, weil im Fall des geringsten Un- Kartelle und kartellähnlichen Vereinsbildungen, welche im falls die ganze Mannschaft hoffnungslos verloren ist. Ebenso letzten Jahre bekannt wurden. Aus Deutschland werden wird es mit dem Kriegsdienst zu Land werden. Er wird 15 Kartelle im Kohlen Bergbau, 27 aus der Gisen und zu gefährlich und zu ruhmlos. Kurz, wir eilen einem Metallindustrie, 10 aus der Textilbranche, 6 aus der PapierZeitpunkte zu, wo die Wissenschaft gerade durch die Waffe, fabrikation, 3 aus der Lederindustrie, 10 aus der keramischen zurechnungsfähig, oder er betreibt die Geschäfte der Tories. welche sie dem Krieg gegeben hat, den Krieg un Industrie, 2 Salzsyndikate, 22 Kartelle chemischer Produ: Er hat jede Berständigung abgelehnt, und wird im Untermöglich machen wird. weit sind wir noch nicht, und vorher können noch gezählt, insgesammt also 104 Kartelle. An internationalen haus, dessen Sizungen heut wieder begonnen haben, gegen Millionen todt und zu Krüppeln geschossen werden, wenn Kartellen führt das Blatt 9 auf. In ihrer Uebersicht über feine eigenen Genossen Opposition machen und die Sache dem traurigen Syſtem des Krieges Aller gegen Alle, das die Kartelle führte die„ Industrie" für das Jahr 1889 nur der Homerule in Mißkredit zu bringen suchen. die Grundlage der kapitalistischen Gesellschaft ist, nicht bald 90 und für das Jahr 1888 nur 54 an. Wir sehen hieraus, das verdiente Ende bereitet wird. wie rasch sich die Zahl der Kartelle vermehrt. Immer stärker werden die Kartelle, immer bedenklicher ihr wirth schaftlicher und politischer Einfluß, aber auch immer näher kommen wir dem größten Kartell, der sozialistischen Pro980 M Während der Demonstration fand eine Kammerfizung statt. Ueber dieselbe liegt folgende Meldung vor: " In der Kammer verlangte der Deputirte von Brüffel, Janson( äußerste Linke), von der Regierung Aufklärung über die Einberufung der zwei Klassen der Milistruppen. Der Ministerpräsident Beernaert antwortete unter dem Beifall der Rechten: die Maßregel sei zur Aufrechterhaltung der Ordnung und Sicherung der Unabhängigkeit der Kammer getroffen." Barnell krakehlt fort. Entweder ist der Mann nicht Dem schottischen Eisenbahnstreik wird voraussichtlich ein englischer folgen. Die Beamten der Great- Western Railway- einer der größten englischen Eisenbahnen Bum Thema„ Die Schule im Kampfe mit der haben, wie wir schon gemeldet haben, dieselben Forderungen Sozialdemokratie" liefert der Leipziger Wähler" folgen wie ihre schottischen Kollegen an die Kompagnie gerichtet: Sen interessanten Beitrag: In der Fortbildungsschule eines buktionsgemeinschaft. neueinverleibten Vorortes von Leipzig ward Gesezeskunde 10 ftündige Arbeitszeit und einen freien Tag die Woche. gelehrt, wie das das sächsische Schulgesetz vorschreibt. Der Mehrere italienische Blätter wollen von zwischen Berlin, Die Eisenbahngesellschaft hat sich zu Verhandlungen bereit Herr Lehrer besprach die revidirte Städteordnung und hielt Wien und Rom schwebenden Verhandlungen wissen, welche erklärt, die Arbeiter verlangen aber die sofortige Annahme, den Gegenstand geeignet dazu, gegen den Sozialismus zu eine Besserung und Erleichterung des Handelsverkehrs wenigstens im Prinzig andernfalls sie die Arbeit einFelde zu ziehen. Er erläuterte deshalb, wie die Kreis- der drei Staaten bezwecken. Nach dem Florenzer Finanz schmieden, so lange es heiß ist. Bleiben sie jetzt feft, fo stellen wollen. Die Leute haben recht, das Eisen zu hauptmannschaften das Recht hätten, fozialdemokratische blatt soll es sich sogar um einen Zollbund als Gegenstück haben sie nicht blos für sich selbst das Heft in Händen, schmieden, so lange es heiß ist. Bersammlungen zu verbieten, da sie wissen, daß es dort zum Dreibund handeln. gegen Kaiser und Reich gehe. Nun fragte der Lehrer einen Die Nachricht entbehrt zwar nicht vollkommen aller beamten ist gesichert. Denn die einzige Chance der schottischen sondern auch der sofortige Sieg der schottischen EisenbahnSchüler: Was wollen denn bie Redner in sozialdemokrati Wahrscheinlichkeit, doch ist eine Bestätigung der Meldung Gesellschaften besteht darin, daß sie allmälig aus England schen Versammlungen." Der Schüler antwortete:" Sie wollen vorerst abzuwarten. das Volk aufklären". Nun, das wollen sie wohl nicht!" genügende Aushilfskräfte bekommen. Diese Hoffnung ist aber meinte der Herr Lehrer ablehnend und fragte einen zweiten Frau Due Querch ist nach einer Meldung der zunichte gemacht in dem Moment, wo auch die größte Schüler. Der antwortete:" Sie wollen die Lage der Ar- Frankfurter Zeitung" von Carnot sofort nach der Frei- englische Eisenbahn in die gleiche Lage versetzt ist, und weil beiter verbessern"." Nein," entgegnete der Lehrer jetzt, sie sprechung Labryère's begnadigt worden. Nach anderen sie selbst keine Leute hat, zum Ersaz nach Krethi und Plethi wollen die Revolution und nichts von Kaiser und König Meldungen find Gregoire und Frau Duc Quercy nur vor- fischen muß.wissen." Wir glauben, daß solche Antworten noch oft läufig aus dem Gefängnisse entlassen worden. erfolgen werden! Aber uns kann es recht sein, wenn so für uns agitirt wird. Freilich halten wir dafür, daß in Tripolis Besitz ergreife. Die italienischen Blätter sind jetzt Die Italiener fürchten stets, daß Frankreich von die Schule wohl Aufklärung über den Stadt und seine wieder voll von Befürchtungen, weil Frankreich anscheinend Geseze gehört, aber nicht Parteipolitik. Ueberzeugte Sozialisten stellt der Staat wahrscheinlich auch dann nicht dahingehende Versuche macht. als Lehrer an, wenn sie noch so gewissenhaft ihre Pflicht thun würden. Noch einen Buchstaben!" B- e- r... mehr sag' ich nicht!" ah, meinst Du... verliebt?" " V- e- rah, meinst Du " Williams Stimme tippte um. " Ja, oder ist's vielleicht nicht wahr?" " Ich begreife nicht, wie Dir das einfallen Bist Du vielleicht verliebt?" " Ich?! Oh! feine Idee!" Ja, ja, Du bist's! Du bist's!" können. Uebrigens nimmt die öffentliche Meinung immer ent schiedener Partei für die Eisenbahnbeamten, feit durch ein, gekommen ist, daß während der letzten 6 Monate 70 pet. vom Parlament veröffentlichtes Blaubuch an den Tag sämmtlicher Eisenbahnbeamten und Arbeiter durchschnittlich 12 Stunden den Tag und 10 pCt. 16 bis 20 Stunden den Ein gutes Beispiel hat die französische Re: standalöse Thatsachen, welche dem Faß den Boden ausTag in einem fort beschäftigt waren. Das sind gierung gegeben: sie hat bei der Kammer einen Kredit schlagen, und die Entrüstung des Publikums gegen die geldgierigen Eisenbahngesellschaften auf die Spize treiben. der hinein. Das war doch schrecklich dumm; er hielt sie nur zum Narren; das hätte sie im Voraus wissen Thätigkeit feht auch auf das flache Land. Die Agitation, Der Dockarbeiter Verein zu London erstreckt seit Selbstverständlich war es gar nicht sie, die er liebte, son- um den Zuzug der landwirthschaftlichen Arbeiter nach der dern die tolpatschige Ingeborg. Allerdings zählte sie nicht Hauptstadt zu verhindern, soll zunächst in Orfordshire und kann... mehr als zehn Jahre; aber was kümmerte sich ein Herr um sollen gegen Zahlung eines Beitrages von 30 Pf. die Woche Hampshire beginnen. Die landwirthschaftlichen Arbeiter bas; er war vielleicht auch in Anna verliebt, obwohl diese in den Dockarbeiter- Berein aufgenommen werden, und die noch jünger war Nein, da kam er. Herrgott, wie still er einhevging; sie Gintrittsgebühren sollen nur 1 M. betragen, hörte ihn kaum, weder bei der Thür noch auf der Treppe. sie bezeichnet die Thätigkeit des Dockarbeiter Vereins als eine Darüber ärgert sich die National Beitung" geipaltig, Hm! Bist Du es?"-Ja." Wo bist Du?" wühlerische" und beweist damit nur ihr Solidaritätsgefühl für die Interessen des Kapitals aller Länder. Nun, Da!"- Bst!" " Sie tappten gegenseitig nach ihren Händen, tauschten besten Erfolg. Das Solidaritätsgefühl der städtischen Arwir wünschen der wühlerischen" Thätigkeit der Dodarbeiter die Zettel und liefen dann, jedes nach seiter Seite, davon, beiter ebenso wie ihr ureigenes Interesse erfordert es, die sie lärmend und stolpernd, er ganz still und sachte. Landarbeiter zu organisiren. Erringen diese eine Besser Als sie in ihre Wohnung gekommen, empfand sie stellung, so werden sie die industrielle Reserve- Armee nicht völlig klar: nicht ihr Name konnte auf dem Bettel mehr so stark vermehren, ch? In wen sollte ich denn verliebt sein?" Kannst Du mir denn das nicht sagen?" Er wis- Da war er. perte es nahezu. Oh! niemals!" " Ja, sei gut und fag' es!" " Freilich! Bildest Du Dir etwa ein-* Sag' also den ersten Buchstaben!" " ,, Nein, um feinen Preis; in wen Du verliebt bist." -aber Du mußt mir sagen, ber Su mußt mit Jch getraue mich nicht. Ja, wenn Du den ersten Buchstaben sagst, so sage auch ich den ersten." ,, Gut, aber Du zuerst! ,, Nein, Du!" " Hui, bist Du abscheulich, William!" ,, Können wir es nicht aufschreiben?" ,, Aufschreiben?" „ Ja.. Jeder schreibt es auf sein Stitch Papier und dann tauschen wir die Zettel, so erfahren wir es zu gleich!" Ja", sprach Fanny. Geh hinauf und schreibe es und komme dann wieder in den Thorweg, ich komme auch gleich." " Und da bringst Du Deinen Bettet mit?" " Ja" Sie tappte sich durch den Flur ihrer Wohnung, er ging nach der anderen Geite und eilte über die Treppe hinauf. Fanny war sogleich wieder draußen. Bist Du hier?" flüsterte sie; der Thorweg war dunkel wie ein Keller. Keine Antwort. Hui; natürlich kam er nicht. Ach, sie ging lieber wie " Hier. Nein, hier!" Wo?" stehen. " Es fonnte der ihrige nicht sein. D Gott! war sie doch dumm! Sie mit ihren langen Füßen und ihrer blassen da verwandelt sich alte Feindschaft zwischen den Staaten in Wo es sich um die Intereffen der Neaktion handelt, Farbe, und dann dies abscheuliche zerraufte Haar, und nun dienstbereite Freundschaft. Dies beweist nachstehende Melfiel ihr plötzlich etwas ein, was er von Ingeborg gesagt: dung der Kölnischen Zeitung" aus Bulgarien: daß sie so hübsche tastanienbraune Zöpfe habe... Uf, daß sie so thöricht gewesen! weh! ihr wurde ganz heiß und plößlich dann wieder kalt; und sie, die W. H. auf den Bettel geschrieben hatte! Gab es denn nicht vielleicht einen anderen Knaben, dessen Name auf W. H. hinauslief? Ach, welche Gans sie gewesen war; weshalb hatte sie nicht blos 2. geschrieben? oder nur H.? Nun saß er droben und lachte sie aus; sie hätte sich die Zunge abbeißen mögen! Den Zettel wagte sie garnicht anzusehen; es stand Ingeborg darauf, sie wußte es ohnehin. Und es war ja so: Ingeborg hatte in der That schöne Flechten. Jedenfalls waren sie schöner als ihr Kraushaar. Ob dieser lichte wirre Kraustopf;- und wie sie abscheulich und wild war, und er, so brav und so still! Und dann dies Kleid; pfui, fab sie häßlich aus, und da hatte sie sich eingebildet oh! oh!! ( Fortsetzung folgt.) Die Vertreter Deutschlands und Desterreichs überreichten auf Ersuchen Rußlands der bulgarischen Regierung gleichlautende Noten, welche deren Augenmerk auf die vielen russischen Flüchtlinge in Bulgarien lenken, von welchen viele in Rußland wegen Theilnahme an verbrecherischen Umtrieben und Attentaten verurtheilt worden seien. Die Note führt aus, daß die bulgarische Regierung, statt diese Leute zu verfolgen, ihnen gutbezahlte Aemter und damit die Mittel liefere, ihre verbrecherische auf den Umsturz und gegen die Geseze gerichtete Thätigkeit fortzusetzen. Die Note zählt etwa 15 derartige, von der bulgarischen Regierung angestellte Personen auf. Die bulgarische Regierung gab eine mündliche Antwort dahingehend, sie dulde in Bulgarien niemals gegen die Sicherheit anderer Staaten gerichtete Bestrebungen; sie werde genaue Grfundigungen einziehen und dem bulgarischen Gesetz und dem internationalen Nechte gemäß handeln. Wenn Rußland der bulgarischen Regierung Beweise für die Umtriebe der russischen Flüchtlinge liefere, würden diese abgeurtheilt, wenn nicht, so bedauere die Regierung, gegen die Flüchtlinge nicht einschreiten zu können, weil diese meist bulgarische Unterthanen geworden seien und dem Staate ohne Vorwurf dienten. Die Regierung müsse es ablehnen, in Rußland verurtheilte Flüchtlinge, welche später bulgarische Bürger geworden, zu verfolgen, falls nicht nachgewiesen werde, daß diese auch in Bulgarien ihre Umtriebe fortgesetzt haben. Die Regierung werde die Noten genau in Betracht ziehen und alsdann mit Rücksicht auf die allen Staaten gemeinsamen Interessen handeln. Die Antwort der bulgarischen Regierung ist durchaus forrekt, selbst vom Standpunkte konservativer Anschauungen. So hat sich Rußland und seine Beauftragten, das Deutsche Reich und Desterreich, wieder einmal eine ernste Blamage zugezogen. Unheimlich ist die Thätigkeit der russischen Spikelbrut. Ueberall schüren sie, überall provoziren sie, überall versuchen sie Unheil zu stiften. Zu den vielen Notizen über das Treiben der russischen Spizel und Agenten kommt heute noch folgende Meldung der Voss. 3tg." aus London: Der aus Paris ausgewiesene, jezt in London lebende Nihilist Stanislaus Mendelsohn meldet dem„ Daily Chronicle", daß gegenwärtig zwei Agenten der russischen Geheimpolizei in London überaus thätig seien. Das englische Publikum möge sich darauf gefaßt machen, sehr bald von der Entdeckung von Dynamitkomplotten, erfunden von der russischen Polizei, zu hören." い Nun, in England wenigstens dürfte man die Spigelgarde des Zaren nicht mit Sammet- Handschuhen anfassen. Hoffentlich gelingt es, die Agenten zu erwischen und sie einmal nach Verdienst zu behandeln. Ein Zeichen für die Entwicklung des Kapitalismus in Rußland ist die folgende Meldung: Auf Grund zahlreicher Eingaben von Gouverneuren, Landschafts- und anderen Institutionen wird in Regierungskreisen aufs Neue über eine Verminderung der Feiertage verhandelt. Die vielen Feiertage erschweren etwas die ungestörte Ausbeutung der Arbeiter durch das Kapital, deshalb sollen sie fallen. Hier fieht man wieder recht deutlich, wer heute Herrscher ist. Es ist das Kapital, dem sich alles anbequemen muß: Schule, Sitte, ja selbst die Religion. Der Aufstand in Chile, der bisher nur die Marine erfaßt hat, scheint sich jetzt auch auf das Landheer auszudehnen. So meldet eine Pariser Depesche: Parlamentarisches. Die soztaldemokratische Fraktion beschloß in ihrer gestern Abend stattgehabten Sigung über die Frage, welche Stellung die Partei bei der nächsten Maifeier einnehmen soll, in ihrer nächsten ordentlichen Sizung am 28. d. M. zu verhandeln. Korrespondenzen und Parteinachrichten. ferenz. Um in unseren Preßverhältnissen eine größere EinDarmstadt, 15. Jan. Sozialdemokratische Ron heitlichkeit herzustellen und die Agitation in erfolgreicherer Weise zu organisiren, ist von Frankfurt aus eine Konferenz nach senburg einberufen, die am 25. d. M. stattfinden soll und ist eine recht rege Betheiligung zu erwarten. nehmigung eines Wahlvereins ist uns in den letzten Tagen abMetz, den 18. Januar. Unser eingereichtes Gesuch um Geschlägig beschieden worden. Nachstehend der Bescheid: für digung eingeleitet. In einer Antisemiten- Versammlung wurde ein Hoch auf Kaiser und Großherzog ausgebracht; dabei soll Leyten Sonnabend wurde Haug von Staatsanwalt Geiler bereits Hang fitengeblieben sein, was die Herren Antisemiten denunzirten. vernommen, wobei er erfuhr, daß ein- Briefträger als Zeuge gegen ihn auftrete. Arbeiterbewegung. Bochum, 21. Januar. Infolge Schneefalles ist der Eisenbahnverkehr auf vielen Strecken gehemmt. Der Schnee liegt an manchen Stellen 4 Fuß hoch. Eine große Anzahl Zechen des diesseitigen Reviers feiern wegen Wagenmangels. Beche Eintracht Tiefbau" ist heute Morgen nicht angefahren. Steele, 21. Januar. Die Belegschaft des Schachtes I. der Der Streit ist durch Differenzen der Verwaltung mit dem Bergmann Hohmann, früherem Delegirten des alten und jetzt Dele girten des neuen" Bergarbeiter- Verbandes, entstanden. Derselbe war in einer im vorigen Monat stattgehabten Bergarbeiter scharf aufgetreten und wurde hierfür zur Rede gestellt. Hohmann Versammlung hierselbst gegen die Berwaltung der Zeche sehr behauptet, die inkriminirte Aeußerung nicht gethan zu haben, was er nunmehr beweisen soll. Die Belegschaft sah sich infolge Auf die an die Polizeidirektion hierselbst gerichtete Ein- dessen genöthigt, nicht eher wieder anzufahren, bis Hohmann von gabe vom 16. November v. J. diene Ihnen hiedurch zum der Verwaltung in Ruhe gelassen würde. Man hofft, die Ange Bescheide, daß Ihrem Gesuche um Ertheilung der Gelegenheit noch heute friedlich beizulegen. nehmigung zur Gründung eines Volksthümlichen Wahlvereins für Mez und Umgegend" auf Grund von Artitel 291 des französischen Strafgeseh- Buches und nach Prüfung der thatsächlichen Verhältnisse eine Folge nicht gegeben werden kann. Metz, den 12. Januar 1891. Der Bezirks präsident. J. V.: Frhr. v. Kramer. Nachstehend der Bescheid über unsere bei dem Ministerium Elsaß- Lothringen eingereichte Beschwerde: Met, den 15. Januar 1891. Auf die an das Kaiserliche Ministerium gerichtete, an mich zur Bescheidung abgegebene Eingabe ohne Datum, betreffend Abhaltung einer öffentlichen Versammlung, erwidere ich ergebenst, daß Ihre Beschwerde über Nichtbeantwortung der Beschwerde vom 9. v. M. durch meinen Bescheid vom 5. d. Mts. Mr. I 5105 gegenstandslos ge worden ist. Der Bezirkspräsident. v. Hammerstein. Soziale teberlicht. Achtung! Möbelpolirer! Denkt an den Beschluß vom 8. Dezember v. J., laut welchem wir pro Woche 25 Pfg. freiwilligen Beitrag für unsere arbeitslosen Kollegen zahlen wollen. Thut am Sonnabend, den 24. Januar, Eure Pflicht in den Zahlstellen, dann sind wir im Stande, unsere arbeitslosen Kollegen zu unterstützen und dieselben sind dann nicht durch den Hunger ge awungen, gegen uns als Lohndrücker aufzutreten. J. A.: Die Fachkommission des Verbandes der Möbelpolirer. Briefkaffen der Redaktion. Bet Anfragen bitten wir die Abonnements- Quittung beizufügen. Brieflich Antwort wird nicht ertheilt. Von verschiedenen Seiten werden mir bezüglich unseres Roman- Feuilletons Vorwürfe gemacht. Ohne in die Sache eingehen und ein Urtheil abgeben zu wollen, erkläre ich hiermit, daß, als ich in die Redaktion des„ Berliner Boltsblatt"( Vorwärts") eintrat, betreffs des Roman- Feuilletons bereits auf längere Zeit hinaus kontraktliche Verfügungen getroffen waren, an denen ich Freiburg( Baden). Gegen unsern Genossen Haug in nichts ändern konnte. Von nun an würde ich über die Auswahl Freiburg( Baden) ist Untersuchung wegen Majestätsbelei- lzu bestimmen haben. W. Liebknecht. Nach hier vorliegenden Meldungen aus Buenos Ayres Das Sozialistengesetz war wirklich für das Reichsland( auch find zwischen den chilenischen Landtruppen und der Re- für Sachsen und andere Landestheile. Die Red.) ein Lurus, gierung von Chile Mißhelligkeiten entstanden. Eine Anzahl wenn man auch unter dem„ neuen Kurs" so amtshandeln kann, Soldaten ist zu den Insurgenten, die eine energische Aktion wie es durch die oben abgedruckten Erlasse ersichtlich ist. vorzubereiten scheinen, mit Waffen und Gepäck übergegangen. Theater. Donnerstag den 22. Januar. Opernhaus. Doktor und Apotheker. Schauspielhaus. Nathan der Weise. Testing Theater. Der Traum ein Leben. Berliner Theater. Minna Barnhelm. Deutsches Theater. Die Kinder der Exellenz. von Friedrich- Wilhelmstädt. Theater. Die Gondoliere. Wallner Theater. Die Sternschnuppe. Residenz- Theater. Der selige Toupinel. Viktoria Theater. Die sieben Raben. Circus Renz. Circus Schumann. Karlstraße. Heute, Donnerstag, den 22. Januar, Abends 7 Uhr: Die Touristen, oder: ( Non plus ultra der Pferdedressur) Friedrich- Karl- Ufer. Heute Abend 7½½2 Uhr: Große Vorstellung Zum Schluß der Vorstellung: Achtung! Maurer Berlins! 234 Da die Fragebogen zur Statistik immer noch vereinzelt nachkommen, mit neuem, vorzüglich gewähltem mache ich einen jeden Kollegen darauf aufmerksam, daß bis Montag, den Programm. in Sommertag am Tegernsee. Auftreten der neuengagirten musika- 26. Januar dieselben müssen in meinen Händen sein, indem dann Abschluß Große Original- Pantomime m. Tänzen lischen Klowns Gebr. Permané, sowie gemacht werden muß, und später zugeschichte nicht mit aufgenommen werden und Gruppirungen 2c. Neu arrangirt können. Die Fragebogen können abgegeben werden bei Karl Weisse, und in Szene gesezt vom Direktor der Reitkünstlerin Miß Taylor. Tegelerstraße 27; Gecke, Straßburgerstraße 38; Hanisch, Nostizstr. 40, und im Verkehrslolal Rosenstraße 30 bei Kuhlmey. Außerdem: 6 irländische Jagdpferde Gircus unter Wasser. Kollegen but was wir ftreben, und laßt Guch nicht vielleicht durch Thut Eure Schuldigkeit, denn Zeit ist genug, zeigt, daß auch Ihr erkannt habt, für zusammen dressirt und vorgeführt von Eine ländl. Hochzeit. Nachlässigkeit schlagen von anderen Städten. Herrn Fr. Renz. Ifagar( Blumenpferd), vorgeführt v. Fräulein Oceana Sensationelle Wasserpantomime. Sophus, geritten von Fräul. Clotilde Renz( Enkelin). Beautiful, hierauf Hager. Die großartigen Tremplin fprünge über 4, 6, 8 und 10 Pferde mit Doppelfaltomortales. Mr. J. F. Clarke, phänomenaler Reitkünstler. Drei Paar Der Czikos Mr. William mit seinen 4 dressirten Pferden. Auftreten der Bellealliance- Theater. Die Nach barimien. B Ottend Theater. Vervehmt. Adolph Ernst- Theater. Don Juans. Thomas Theater. Schuhe. Unsere Kaufmann's Variété. Große Spe- Reittünstlerinnen Frl. Natalie, Lillie zialitäten- Vorstellung. Theater der Reichshallen. Große Spezialitäten- Vorstellung. Große SpezialitätenConcordia. Vorstellung. Gebr. Richter's Variété. Große Spezialitäten- Vorstellung. Wintergarten. Große SpezialitätenVorstellung. Englischer Garten. Direktion: C. Andress, Alexanderstraße 27c. Clara Conrad, Lieder- und Walzerfängerin. Jenny Reimann, Kostüm- Soubrette. Max Menzel, Gesangskomiter. Mr. Koberstein, Malabarist. Mc. Lean Brothers, Amerikan. Neger- Excentric. Gebr. Willmo, musikalische Clowns. Anfang Wochentags 8 Uhr. Sonntags 52 Uhr. Entree Wochentags u. Sonntags 30 Pf. 50 Pf. und 75 Pf., im Vorverkauf 20 und 30 Pf. Etablissement Buggenhagen am Moritzplatz. Täglich: Grosses Concert. E Direktion A. Rödmann. Dienstag und Freitag: Walzer- Abend. Entrée Wochentags 10 Pfg., Sonn- und Festtags 25 Pfg. Großer Frühstücks- und Mittagstisch. Spezial- Ausschant von Payenhofer Export- Bier, Seidel 15 Pf. 641 F. Müller. Kaiser Panorama. Meers und Adele Briatore, der amerifanischen Luftgymnastikerin Miß Zelia 3ampa, der Reitkünstler Mr. Giovanni und B. Fillis, sowie sämmtl. Klowns. Morgen große Vorstellung. E. Renz, Direktor. Bratweilige Bierhallen Kommandantenstr. 77-79. Täglich: Grosses Concert mit Quartett- Sängern, ausgeführt von dem Musik- Direktor H. Sanftleben. Wochentags: Frei- Concert. Sonntags Entrée 20 Pf. Empfehle auch zugleich 8 Billards, 3 Kegelbahnen und einen Saal zu Vergnügungen und Versammlungen. 708 F. Sodtke. Castan's Panopticum. Prof. Dr. R. Koch im Labora torium. Amazonen- Truppe a. d. Leibwache des Königs von Dahomey. eu Spezialität: 4 Wassernymphen. Auftreten der musikalischen Klowns Morgen Abend: Große Vorstellung. Gebr. Permané, Reitfünstlerin Miß Taylor. Die sensationelle WasserPantomime. Eine ländliche Hochzeit. PassageMit tameradschaftlichem Gruß Karl Weisse, Tegelerstraße 27. Metallarbeiter! Diejenigen Kollegen, welche noch Sammellisten oder Billets in Händen haben, werden ersucht, dieselben spätestens bis Sonnabend, den 24. Januar, an Otto Klein, Rottbuser Damm 14, abzuliefern, widrigenfalls wir deren Namen der Deffentlichkeit übergeben werden. Sonntag, den 25. Januar, findet eine Generalversammlung statt. Näheres spätere Annonze. 224 Panopticum. Freie Volksbühne. 100 nene Freitag, den 23. Januar, Abends 81/2 Uhr: Gruppen und Figuren. Grosse öffentliche Versammlung SpezialitätenVorstellung. Entree 50 Pfennig Geöffnet v. 10 Uhr Vorm. b. 11. Ab. Möbel, Spiegel und Polsterwaaren. eigener Gr. Lager, bill. Preise. Fabrik. Emil Heyn, Brunnenstraße 28, Hof parterre. Theilzahlung nach lebereinkunft. Tabafspfeifen, lange, halblange und kurze, mit und ohne sozialistische Devisen, desgl. auch in Joël's Salon, Andreasstraße 21. Tagesordnung: 1. Vortrag des Herrn Dr. Brahm über„ Rabale und Liebe". 2. Diskussion und Verschiedenes. In dieser Versammlung werden Mitglieder zur 2. Abtheilung aufgenommen und beträgt das Einschreibegeld nur noch 50 f. Den Mitgliedern der 1. Abtheilung( rothe Karten) wird gleichzeitig mitgetheilt, daß am Sonntag, den 25. Januar cr., Nachmittags 22 Uhr, im Ostend- Theater, Große Frankfurterstr. 130, die 4. Vorstellung stattfindet. Aufgeführt wird ,, Rabale und Liebe", Trauerspiel in 5 Aften von Friedrich von Schiller. Dieselbe Vorstellung findet am Sonntag, den 1. Februar er., für die 2. Abtheilung( grüne Karten) statt. 155 J Der Vorstand. Fachverein der Steindrucker und Lithographen. General Versammlung am Donnerstag, den 22. Januar 1891, Abends präzise 8 Uhr, in Feuerstein's Lokal, Alte Jakobstrasse 75. Tages Ordnung: 1. Rassenbericht. 2. Wahl des ersten Vorsigenden. 3. Bericht und NeuCigarren- Spitzen, wahl der Arbeitsnachweis- Kommission. 4. Abrechnung vom Herrenabend. empfiehlt 81 J 5. Verschiedenes und Fragekasten. Weihnachts Joh. Rudel in Ruhlai.Thür. Fachvereins, sowie vom lekten Konzert des Gesangvereins„ Senefelder" abzus Ausstellung. Damen- Kapelle. Entree 50ẞf. Kinder 25 Pf. v.9 Uhr Morg. bis 10 Uhr Ab. Passage 1 Tr., v. 9 M. bis 10 Ab. Empfehle den Genossen meine 66 L Diese Woche: 1. Reise auf der Insel Masken- Garderobe Rügen. 1. 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Januar, in Sternecker's Bürgerfälen, Dresdenerstraße 96: 5. Stiftungsfest unter gütiger Mitwirkung des Gesangvereins ,, Senefelder". Billets( für Herren 50 Pf., für Damen 30 Pf., intl. Tanz) find z haben bei F. Rose, Landsbergerstr. 16, Sof; 3 echert, Swinemünder straße 142; G. Seidel, Brunnenstr. 37a; Paul Schäfer, Staliger straße 78. Kollegen, Freunde und Gönner sind herzlich willkommen. [ 200 Verantwortlicher Redakteur: Curt Baake in Berlin. Druck und Verlag von Max Bading in Berlin SW ,, Beuthstraße 2. Hierzu zwei Beilagen. T 3 3 C 1. Beilage zum„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Nr. 18. Parlamentsberichte. Abgeordnetenhaus. Donnerstag, den 22. Januar 1891. 8. Jahrg. dem Erlaß von Pachtgeldern die Rede ist. In Preußen, wo die gung und dem Erlaß der Fideikommiß Stempel in Zukunft abfönigliche Gewalt vor der Berfassung vorhanden war, sind die zusehen. Die Regierung hat diese Stempelgebühren aus dem Rechte des Königs bestehen geblieben, soweit sie nicht durch die politischen Grunde erlassen, um die Bildung von Fideikommissen Verfassung beschränkt sind. Anders liegt es in Ländern, wo die zu fördern. Wir sind aber keine Freunde der Fideikommisse. 17. Sigung vom 21. Januar, 11 Uhr. königliche Gewalt ihre Rechte aus der Verfassung herleitet, wie Im Reichstage haben die verbündeten Regierungen die Atten Am Ministertische: von Bötticher, Miquel, von z. B. in Belgien. Sie werden in der Verfassung feinen Artikel über solche anomale Fälle vorgelegt, und der Reichstag Heyden. finden, der dieses Gnadenrecht auf zivilrechtlichem Gebiete hat daraus ersehen, daß die Regierungen dabei nicht zu Das Haus überweist den Bericht über die Verwendung des aufhebt. Der Landtag hat bisher dieses Recht der Krone weit gegangen sind. Wir möchten deshalb auch hier bitten, daß Dispositionsfonds der Eisenbahnverwaltung der Budget, die niemals bestritten. Stempelerlasse sind nicht bloß in den uns die einzelnen Fälle vorgelegt werden, damit wir Decharge allgemeine Rechnung für 1887--88 und die Uebersicht der Ein- Aften vorhanden, sondern auch durch die Gesetzsammlung ertheilen oder der Regierung mittheilen können, daß wir die nahmen und Ausgaben für 1889-90 der Rechnungskommission. bekannt gemacht, nicht bloße Erlasse im einzelnen Falle, z. B. bei Praxis, die sie eingeschlagen hat, nicht billigen. Diese Frage Es folgt die Berathung des Antrags Richter: Die königliche Brandunglücken in einzelnen Städten, sondern auch bei gemein- fann nur durch ein Komptabilitätsgesetz; geregelt werden. Die Staatsregierung zu ersuchen, Auskunft zu ertheilen 1. über die nützigen Gesellschaften u. f. w. 1858 wurde em Antrag auf Er- verbündeten Regierungen haben dem Reichstag bereits einmal ein Rahl, den Geldwerth und das Areal der seit 1867 in den einzelnen mäßigung des Fideikommiß- Stempels auf 1 v. 5. damit bekämpft, folches Gesetz mit einer ähnlichen Bestimmung vorgelegt. Das ist Provinzen Preußens begründeten oder erweiterten Fideikommiß- daß ja in gewissen Fällen schon ein Erlaß eintrete.( Hört! Der beste Beweis, daß darin keine Minderung der Kronrechte liegt. stiftungen; 2. über den Betrag der nach Stempelgesetz vom rechts.) 1862 wurde über die Frage wieder verhandelt und man Gine Veranlassung, auf den Antrag Richter einzugehen, haben 7. März 1882 bei der Bestätigung der Fideikommisstiftungen fagte: Entweder besteht das Recht, dann braucht es nicht durch wir nicht, weil eine fiebzigjährige Uebung in dieser Beziehung beaufgenommenen Stempelgebühren; 3. darüber, ob und in welchen Spezial- Gesetzgebung befeitigt zu werden, dann muß es materiell steht; wir haben kein Interesse dabei, die Namen derjenigen einzelnen Fällen, sowie auf Grund welcher gesetzlichen Bestim- geregelt werden. Die betreffende Vorlage kam damals nicht zur Personen kennen zu lernen, auf welche hohe Erlasse angewendet Wenn der Antrag wegen Vorlegung eines mungen ein Erlaß der gesetzlich vorgeschriebenen Stempelgebühr Verhandlung. 1872 wurde über die Gestaltung der Ober- worden sind. von 3 v. H. des Werthes der Fideikommißstiftungen statt- Rechnungskammer verhandelt und der damalige Referent Abg. Komptabilitätsgesetzes Aussicht auf Annahme haben sollte, gefunden hat. Lasker hob ausdrücklich hervor, daß die bestehenden Rechte der würde ich ihn einbringen; bis dahin betrachte ich ihn als Wunsch. Abg. Richter: Das Gesetz schreibt vor, daß bei der Errichtung Krone dadurch gar nicht berührt würden. Weder die Ober-( Beifall links.) Abg. v. Ranchhaupt( lons.): Wir sind keine Gegner von Fideikommissen ein Stempel von 3 v. H. erhoben wird. Rechnungskammer noch die dabei konkurrirenden Gerichte haben Es verlautete, daß dem Minister von Lucius ein Stempel erlassen daran Anstand genommen, daß solche Stempelerlasse statt der Fideikommisse, sondern betrachten sie als die einzige worden sei, der 100 000 m. übersteigt. Der Finanzminister, vor gefunden haben. Da die Gerichte keinen Anlaß gefunden Möglichkeit, wie unverschuldeter Grundbesitz erhalten werda die den kann. deffen Amtsantritt dieser Erlaß fällt, konnte darüber keine Aus- haben, solche Stempel nachträglich einzuziehen, Herr Richter hat vor einigen Tagen noch ausfunft geben; er hat Ermittelungen zugesagt, es ist aber nicht Ge- Ober- Rechnungskammer keinen Anstoß genommen hat, so gesprochen: Alle Achtung vor den Landwirthen, welche auf Legenheit gewesen, darauf zurückzukommen. Unser Antrag soll fällt jedes Mitwirkungsrecht des Landtages fort. Das Recht der ererbtem Grundbesiz sitzen, d. h. wohl auf befestigtem Grunddiese Gelegenheit bieten. Er ist allgemein gefaßt, weil noch Krone ist unangreifbar auf diesem Gebiet, das erkläre ich für besit.( Widerspruch des Abg. Richter.) Wir wünschen auch das andere Personen ebenfalls Stempelsteuer- Befreiung erhalten haben meine Person und für die Staatsregierung.( Beifall rechts.) Von Recht der Krone zu Stempelerlassen nicht zu beschränken. Herr sollen. Weniger der Einzelfall an sich, als die moralische Wirkung diesem Gnadenrecht der Krone wird immer nur in besonderen Francke will die in der Vergangenheit liegenden Stempelerlaffe desselben hat den Anlaß dazu geboten, die Sache hier zur Sprache Fällen, wo es sich um eine Gnade handelt, Gebrauch gemacht nicht weiter diskutiren. Er meint aber, sie müßten in der Zuzu bringen. Wir bestreiten das Recht der Krone, Einzelne von werden dürfen. So lange über die Ausübung dieses Gnaden- kunft der Kritik unterliegen. Die Behandlung des einzelnen Falles, einer Steuerpflicht zu dispensiren. Es widerspricht dem Wesen rechts feine besonderen Vorschriften bestehen, wird der Landtag welcher den Anlaß zum Antrage Richter gegeben hat, in der der Gesetzgebung, die jetzt nicht mehr von der Krone allein, das Gnadenrecht der Krone anerkennen müssen. Alle Staats- Presse und hier zeigt, daß damit nur Agitation getrieben werden sondern von der Krone und dem Landtage gemeinsam ausgeübt rechtslehrer sind der Meinung der Staatsregierung. Wenn ein soll, und was dabei zu Gunsten der Strone herauskommen foll, wird, daß einzelne Personen davon ausgenommen werden. Gin mal ein Komptabilitätsgesetz erlassen werden sollte, werden Sie können wir nicht erkennen. Deshalb werden wir gegen diesen Recht der Krone zu solchen Erlassen sollte geschaffen werden in sich überzeugen, daß eine große Staatsverwaltung ohne eine Antrag stimmen. einem Gesetze betr. die Ober Rechnungskammer. Dieses Gesetz solche weitgehende diskretionäre Befugniß überhaupt nicht be Abg. Windthorst( Zentrum): Die Bildung von Fideiist nicht zu Stande gekommen und speziell die betreffende stehen kann.( Bustimmung rechts.) Sie werden den Schluß, kommissen fann ich meinerseits nicht tadeln, weil sie Bestimmung hat überall Widerspruch gefunden. Aber selbst welchen ich an diese Ausführungen fnüpfe, vorhersehen. Handelt wirthschaftlich und politisch erwünscht sind; nur so können wenn ein solches Recht der Krone bestände, wenn ein Dis- es sich um ein Recht der Krone, so würde die Vorlegung der Männer vorhanden sein, welche öffentliche Interessen wahrpositionsfond für solche Erlasse bestände, so muß über die einzelnen Fälle zu einer Kritik des Landtags, mid zwar zu einer nehmen können, weil sie unabhängig sind nach oben Anwendung des Rechts Auskunft gegeben werden: die Regierung Kritik ohne Unterlage führen, wenn nicht alle darauf bezig und nach unten. Es ist daher auch selbstverständlich, daß wir kann sich dabei nicht hinter die Krone verstecken bei Ausübung lichen Akten vorgelegt würden. Daraus entspringt der Entschluß die Stempelerlasse nicht mißbilligen können; denn der Stempel eines solchen Rechtes. Die Minister sind verantwortlich für alle der Staatsregierung, Sie zu bitten, die Anträge sämmtlich ab- hindert ja, was wir herbeiführen möchten.( Buftimmung rechts.) Handlungen des Königs. Dazu kommt nun noch, daß die Dis- zulehnen.( Beifall.) Wenn ich im Allgemeinen das Eingehen Die Erörterung hier im Hause war absolut geboten; denn nur penfation von der Steuerpflicht ertheilt worden ist zu Gunsten auf einzelne Fälle ablehnen muß, so muß ich doch, weil einem dadurch waren die Nebel zu zerstreuen, welche außerhalb sich ereines Miniſters, der selbst mit die Verantwortlichkeit trägt. Einen ehemaligen Minister ein unmoralisches Verhalten vorgeworfen ist, hoben hatten. Ohne diese Diskussion wäre außerhalb die Sache Unterschied macht es dabei nicht, daß der Ausschlag gegeben auf diesen Fall eingehen. Es wurde hervorgehoben, daß der noch verdunkelt gebliben. Die öffentlichen Autoritäten müssen worden ist durch einen Minister, der seiner Zeit einen ähnlichen Ausschlag im Statsministerium gegeben sei von einem Minister, sich der öffentlichen Kritik unterziehen, damit das Vertrauen in Erlaß erhalten hat nicht bloß für die Anlegung von Dotations- der selbst eine solche Begünstigung erhalten hat. Vom Staats- feiner Weise erschüttert wird. In England werden alle solche geldern, sondern auch von persönlichen Ersparnissen. Wozu wäre ministerium wird über solche Dinge überhaupt nicht verhandelt, Dinge öffentlich verhandelt; darin liegt die Gesundheit der ein Parlament vorhanden, wenn es über solche Dinge nicht es haben nur die Minister der Justiz und der Finanzen mit- dortigen öffentlichen Verhältnisse. Der blanke Schild der Autorität Kontrolle ausüben wollte. Die öffentliche Meinung ist aufgeregt gewirkt. Der Erlaß beträgt nur 30 000 M. Der Zusammen- muß immer und jederzeit dem Volke vorleuchten. Es war durchgewefen darüber, daß der Erlaß stattgefunden hat gegenüber bang des Erlasses mit der Standeserhöhung ist richtig. Die aus nüglich, diese Angelegenheit zur Sprache zu bringen. Sie einer notorisch reichen Person, bei der Ausübung eines Aus- Standeserhöhung ist aus der eigenen Initiative des hochseligen ist nur etwas zu einseitig zur Sprache gebracht worden; nahmerechts. welches in der Stiftung von Fideikommissen liegt, Königs Friedrich hervorgegangen, die Standeserhöhung wurde es könnte scheinen, als ob ein einzelner Fall vorläge. Ich beund daß man diesen Erlaß in Verbindung gebracht und zu taren- und gebührenfrei bewilligt und der Minister Lucius nahm trachte die Sache generell. Wenn in vielen Fällen der Stempel entschuldigen gesucht hat mit dem Hinweis auf die Ver- an, daß auch die weiteren Schritte ebenso stenrpel- und gebühren- erlassen ist, kann man diesen einzelnen Fall nicht mehr Teihung eines Freiherrntitels. Man empfindet es als ein frei wären. Von einer unmoralischen Handlung könne man unter besonders zur Diskussion stellen. Allerdings handelte es sich Aergerniß, daß die Steuerfreiheit der Reichsunmittelbaren auf teinen Umständen sprechen.( Zustimmung.) Es wird das Richtige hier um die Person eines Ministers.( Heiterkeit.) Das ist eine Grund älterer Verträge besteht entgegen dem Artikel der Ver- sein, den Antrag, wie er gestellt ist, abzulehnen.( Beifall rechts.) Mahnung für die Minister, nach allen Seiten hin sehr vorsichtig fassung, daß bei den Steuern Vorrechte nicht bestehen sollen, Abg. Schumacher( ft.): Es ist merkwürdig, daß die Partei, zu handeln, denn es wird ihnen schon genug Unbegründetes anDies ist nicht Anschauung der revolutionären Zeit, sie ist schon welche sich fürzlich so sehr als die Vertheidigerin der Kronrechte gehängt.( Heiterkeit.) Ich theile die Ansicht des nationalliberalen in dem Edikt von 1810 über die Aufhebung der Exemptionen aufgeworfen hat, allerdings nur bei der Landgemeinde- Ordnung, Redners, daß es wünschenswerth wäre, wenn für die Folge ein ausgesprochen. Nach fleinen Stempelbeträgen wird oft noch nach jetzt hier das höchste Recht der Krone, das Gnadenrecht, in dieser Erlaß nicht stattfände, wenn vielmehr der Stempel richtiger Jahren geforscht; Stempel werden eingetrieben, selbst wenn der Weise angreift. Die Rechte der Krone bestehen aus der Zeit vor regulirt würde.( Zustimmung rechts.) Es könnte wohl erwogen Vertrag nachher nicht perfekt geworden. Die direkten Steuern der Verfassung, sie brauchten durch die Verfassung nicht festgestellt werden, den Antrag an eine Kommission zu verweisen, um werden durch Exekution eingetrieben. Ein Mann, der, um sich zu wer en. Die Rechte des Landtages sind durch die Verfassung diejenigen Anträge zu erörtern, welche der Kollege Francke wenige Pfennige zu sparen, sich ein Brot über die Grenze holt, festgestellt und gehen darüber nicht hinaus. Es besteht nirgends bezeichnet hat. Sicher ist, daß die Staatsregierung bei diesen wird bestraft, wenn er nicht alle Zollvorschriften beachtet. Mehr in der Verfassung eine Vorschrift, welche das Einnahmebewilligungs- Erlassen in der vollen Ueberzeugung ihrer Rechte gehandelt hat, als 18 000 Personen sind bestraft worden wegen Hinterziehung recht giebt. Die Krone hat allerdings nicht das Recht, Steuern aber es ist auch aus der Debatte zu entnehmen, daß es zweckvon Zöllen; der Gesammtbetrag der hinterzogenen Zollbeträge von vornherein zu erlassen, aber sie kann sie erlassen, wenn sie mäßig ist, die hier in Frage stehende Befugniß näher zu stellt sich auf 70 531 Mart, also noch nicht einmal so viel, als fällig geworden sind. Ueber die Einzelheiten des Falles hat der reguliren; denn daß etwas ganz Anderes in Frage ist, als hier einem reichen Manne erlassen worden ist. Der Gesetzgeber Minister das nöthige bereits gesagt. Die Standeserhöhung das Gnadenrecht, ist selbstverständlich. Das Gnadenrecht ist hat die Bildung der Fideikommisse mit einer Steuer belegt, ist ausgegangen vom Hochseligen König Friedrich, der in ein unbeschränktes, unantastbares. Anders liegt es bei den weil die Güter aus dem Verkehr ausscheiden, weil kein Ver- Wahrheit ein Liebling des Volkes war. Die Besprechung Rechten, welche aus der Verwaltung des Staatsvermögens folgen. fauf mehr möglich ist, weil beim Erbgange die Fideikommisse des Falles in der Presse ist eine so ausführliche Es wäre zu wünschen, daß das Komptabilitätsgesetz diese Frage einer geringeren Steuer unterliegen, als andere Nachlassen- gewesen, daß das Haus sich die Besprechung ersparen kann; ich endlich einer Regelung unterzieht. Die Regierung wird weniger schaften. Fideikommisse sind nachtheilig, weil dadurch Vorrechte glaube daher, daß wir über den Antrag zur Tagesordnung über in die Lage versetzt werden, solche Gesuche um Erlaß zu prüfen, begründet werden der Erstgeborenen gegenüber den anderen gehen können.( Beifall rechts.) wenn dieselben hier öffentlich besprochen werden.( Beifall.) Geschwistern. Wir bedauern es lebhaft, daß die Bestimmung der Abg. France Tondern( notl.): Früher durften nur Adlige Abg. Francke beantragt: Die fgl. Staatsregierung aufzuVerfassungsurkunde, welche die Bildung von Fideikommiffen Rittergüter beſitzen und kaufen. Durch die Gesetzgebung von fordern: 1. von der bisherigen Praris der Begünstigung der untersagte, aufgehoben ist; jedenfalls sollte die Schranke der 1806-13 wurde diese Bestimmung aufgehoben und das Kriegs- Bildung von Fideikommissen durch Erlaß der Stempelgebühren Stempelgebühren nicht beseitigt werden. Wenn in diesem Falle elend brachte viele Rittergüter zur Subhastation. Das hatte den thunlichst Abstand zu nehmen, 2. dem Landtag baldmöglichst den ein Stempel erlassen worden ist, in welchem Falle soll überhaupt Nachtheil, daß die Rittergutsbesitzer auch die Leitung der öffent- Entwurf eines Komptabilitätsgefehes vorzulegen.( Der Antrag dann noch in Zukunft ein Stempel erhoben werden?( Sehr lichen Angelegenheiten verloren, daß an ihre Stelle Personen wird von den Freisinnigen, Nationalliberalen, einem Theil des wahr! links.) In der den betheiligten Personen nahestehenden anderer sozialen Stellungen traten, welche der Wahrnehmung der Bentrums und einigen Freifonservativen unterstützt.) Presse hat man den Erlaß zu begründen versucht durch die Ver- Gerichtsbarkeit, der Patronatsführung u. 1. w. nicht gewachsen Die Debatte wird geschlossen. leihung des Freiherrutitels. Solche Titel werden nur denjenigen waren. Man hielt es damals für nothwendig, Maßregeln zu Abg. Richter erhält das Schlußwort als Antragsteller: Ein zu Theil, welche einen Geschmack daran finden und der Ver- ergreifen zur Erhaltung der Adligen auf ihrem Besitze und dazu Vorredner hat das Verhalten der freisinnigen Partei bezüglich leihung nicht widersprechen. Jin Volke sieht man die sogenannte nahm man die Fideikommisse zu Hilfe. In allen Fällen, der Kronrechte in diesem Falle und bei der Landgemeinde" Erhebung" in den Adelstand nicht gern; wer seiner Vorfahren wo die Nachzahlung der Stempelsteuer ein Hinderniß für Ordnung in Vergleich gestellt. Wir sind bereit, der Krone neue gern gedenkt, wird nicht eine Aenderung des Namens verlangen. die Stiftung eines Fideikommnisses bildete, wurde damals Rechte zu gewähren, wenn dadurch die Sicherheit geschaffen wird, So lange es bei Aeußerlichkeiten bleibt, denkt sich Jeder nur: Wie in den zwanziger Jahren die Stempelsteuer erlassen. daß Verhältnisse gebessert werden, auf welche jetzt das Wort Anwendung verschieden doch die Menschen organisirt sind und welche ver- Der alte befestigte Grundbesitz ist ein nothwendiger Faktor findet:" Vernunft wird Unsinn, Wohlthat Plage." Die Fideikommiſſe schiedenen Ideale den Einzelnen die Brust schwellen.( Heiterkeit.) des nach dem ständischen System zusammengesetzten Herren- begünstigen den Großgrundbesitz in einzelnen Provinzen und be Aber wenn die Verleihung des Freiherrntitels den Anspruch hauses. Weil ein alter befestigter Grundbesitz nicht vorhanden nachtheiligen die nachgeborenen Kinder zu Gunsten des Erstauf Freiherrlichkeit von Steuern( Heiterkeit) zur Folge haben soll, war, trat im Herrenhause das Bestreben hervor, die Schaffung geborenen. Der Finanzminister hat ausführlich die konstitutionelle da wird man bedenklich werden. Das widerspricht der Gleichheit von Fideikommissen zu erleichtern durch Beseitigung oder Er- Seite der Frage behandelt, weil er zur Entschuldigung des einvor dem Gefeß. Ich fann mein Urtheil nur dahin zusammen- mäßigung des Fideikommißstempels. Das Herrenhaus nahm einen zelnen Falles nichts sagen konnte! Die Auffassung, daß die Verfassen, daß hier ein Mißbrauch der Regierungsgewalt, eine grobe folchen Antrag an, im Abgeordnetenhause wurde dieser Antrag fassung nur eine Novelle zu einer ungeschriebenen Verfassung sei, Verlegung des öffentlichen Rechtsbewußtseins vorliegt.( Unruhe bekämpft von dem Kammergerichts- Präsidenten Büchtemann, weil ist ja nicht neu. Aber wenn der König besondere Rechte neben rechts.) Wenn die Regierung nicht im Stande ist, die Sache ohnehin in geeigneten Fällen der König die Stempelgebühren er der Verfassung hätte, warum sind denn alle Rechte, auch dieselbst in einem milderen Lichte erscheinen zu lassen, dann möchte mäßigt habe. Es handelt sich also durchaus nicht im Falle jenigen, welche er vor der Verfassung schon hatte, einzeln aufich wenigstens die Erklärung wünschen, daß solche Dinge nicht Lucius um einen einzelnen ſingulären Fall, sondern um eine oft gezählt worden? Daraus folgt, daß der König keine Rechte hat, wieder vorkommen werden, weil sie nicht geeignet sind, das An- geübte Praxis. Wie auch im Privatleben vielfach Forderungen die nicht in der Verfassung stehen.( Sehr richtig! links.) Die sehen der Regierung zu erhöhen.( Lebhafter Beifall links; 3ischen nachgelassen werden, so müssen auch in der Staatsverwaltung Staatsrechtslehrer z. B. Roenne, Hermann Schulze, von Gerber bei den Konservativen.) Nachlässe gestattet werden. Das Abgeordnetenhaus hat auf stehen bei dieser Auffassung auf meiner Seite. Die VerfassungsFinanzminister Miquel: Wenn der Vorredner von einem Petitionen hin vielfach solche Nachläffe befürwortet. Es wäre Auslegung der Kommission der Landrathskammer von 1858 Mißbrauch der Regierungsgewalt gesprochen hat, so wird es die auch grausame Fiskalität, wenn die Regierung alle solche For- fann gar nicht maßgebend sein. Ohne eine solche disHauptsache sein, die Rechtslage klarzustellen. Der Vorredner derungen beitreiben wollte. Es handelt sich hierbei um fretionäre Befugniß soll die Staatsverwaltung nicht auskommen leugnet das Recht der Krone, im Wege der Gnade Erlasse an einen Aft der Vermögensverwaltung, feineswegs um eine können; das Reich kommt aber ohne eine solche Befugniß aus! Stempelabgaben eintreten zu lassen. Ein ausdrückliches Ausübung des Gnadenakts, welch' letterer nur ein Aus- Der Abg. Schumacher hat gemeint, man solle die Sache Gejeg, welches ge erell der Krone ein solches Gnaden- fluß der Justizhoheit ist. Ein solcher Stempelerlaß ist kein nicht distutiren aus Bartgefühl für Kaiser Friedrich. Das recht zuwiese, exiflirt nicht und braucht auch nicht zu Majestätsatt, fein Kronrecht, sondern ein Recht der Regierung Bartgefühl hätte verbieten sollen, überhaupt den Kaiser Friedrich existiren für Diejenigen, der die Geschichte preu- als der Verwalterin des Staatsvermögens. Der König hat durch hier hereinzuziehen. Nicht Kaiser Friedrich hat den Stempelerlaß Biſchen Staates, namentlich seines Staatsrechts kenut. die Instruktion von 1817 fich das Recht vorbehalten, solche Aus- vollzogen, sondern später ist die Initiative von dem Freiherrn ( Buſtimmung rechts.) Darüber kann fein Zweifel sein, daß die nahmen selbst zu bewilligen, um die Behörden streng zur Er- von Lucius ergriffen worden. Die Herren Minister thäten besser, Machtvollkommenheit der Krone vor der Verfassungs- Urkunde füllung aller Vorschriften anzuhalten. Wir können, wenn wir sich nicht auf die Herrscher zu berufen, am allerwenigsten auf gänzlich unbeschränkt war, paß die Krone, wie sie die Gesetz- mit der Ausübung dieses Regierungsrechts nicht einverstanden einen verstorbenen Fürsten.( Sehr richtig!) Daß die taxfreie gebung handhabte, auch berechtigt war, Ausnahmen zu machen. sind im einzelnen Falle, dagegen nicht einschreiten, denn die Ver- Verleihung eines Titels auch den Stempelerlaß zur Folge haben Das geht hervor aus der Ordnung der Handhabung dieses antwortlichkeit der Regierung besteht ja nicht. Wir können aber müsse, ist eine feltsame Auffassung. Die ganzen Atten wollen Rechts, namentlich aus der Regierungsinstruktion vom 23. Ottober den Fall hier diskutiren und die Handlung der Regierung kriti wir nicht mitgetheilt haben, sondern nur soviel Daten, daß wir 1817, wo außer vom Grlaß von Strafgeldern z. B. auch von firen. Wir können die Regierung nur bitten von der Ermäßi- die Maximen klar vor uns liegen sehen, die man aus einem Falle Herr Rechtsanwalt Hofmann dankte ausdrücklich der Staatsanwaltschaft für den ruhigen und objektiven Ton, welchen die heutige Verhandlung gehabt hätte und begründete nochmals seinen Antrag auf seine vollständige Freisprechung. nicht erkennen fann. Die Debatte hat keine Nebel zerstreut, richtig| der Handlung eines Dritten drohen kann, auf welchen man in-| Geschäften eine Parallele ziehen. In Paris gehören solche Hausgestellt ist nur, daß es sich nur um 30 000 Mt. handelt. Festgestellt tellektuell einzuwirken in der Lage ist. diebstähle, gleichviel, ob in Etablissements mit einem Bersonal ist, daß der Steuererlaß erfolgt ist an einem notorisch reichen Der Vertheidiger Zupke's, Rechtsanwalt Dr. Zehme, wies von 15, oder in Manne, an einem aktiven Minister, bei Schaffung eines Fidei- durch Vorlesung des§ 2 des Gesetzes von 1835 nach, daß dieser heiten. jolchen von 400 Leuten, zu den größten Seltentommiſses. Fürst Bismarck ist angegangen worden, seine Paragraph in den Worten:" Die Behörden können zu diesem Be- Die Pariser Kaufleute haben ihre Geschäfte besser organisirt e Geschäfte beſſer organisirt Meinung zu äußern; er hat den Ausschlag gegeben. Dabei hufe( der Durchführung ihrer innerhalb ihrer Kompetenz ge wie wir; dort ist die Kontrolle eine ganz vorzügliche. In unseren bleibe ich.( Hört! links.) Warum ist Herr Windthorst so troffenen Anordnungen-) Strafen androhen und voll hiesigen Geschäften beschränkt sich die Kontrolle auf die Kasse und schüchtern bezüglich des Antrages auf Kommissionsberathung? strecken" feineswegs den Behörden das Recht ertheile, auch noch die Expedition. An anderen Stellen weiß sich der Dieb un( Heiterkeit.) Sie sind ja ausschlaggebend, was Sie wollen, wird andere Mittel als bloße Strafandrohungen zur Durchführung beobachtet und kann unbehelligt sein diebisches Gewerbe betreiben. beschloffen.( Heiterkeit.) Wenn über die Frage einfach zur ihrer Anordnungen anzuwenden. Folglich sei es nicht richtig, Ganz anders in Paris, überhaupt in anderen Ländern. Dort Tagesordnung übergegangen wird, trifft die Verantwortung daß die Versiegelung der Zupke'schen Räumlichkeiten außer auf stellt jedes Geschäft sogenannte Vertrauensmänner an, welche sich allein den Abg. Windthorst, der im Stande ist einen solchen Ab- die Gewerbe- Ordnung noch auf den§ 2 dieses Gesetzes gestützt mit nichts Anderem beschäftigen als mit dem„ Aufpassen"; fie Solche An schluß zu verhindern.( Bustimmung links.) Nehmen Sie die werden könne. Nach der Gewerbe- Ordnung aber fehle es an einer dürfen sich absolut um nichts weiter fümmern. Frage nicht leicht, diesen Fall versteht der einfachste Mann im solchen Befugniß. gestellte beziehen ein sehr gutes Einkommen und sind durchaus Lande. Wenn Sie nicht einmal eine Kommissionsberathung für Eventitell onnte sich Zupke auf den wiederholten Rechts- ehrenwerthe Personen, über deren Charakter man genau informirt nothwendig halten, dann wird man das im Lande zu würdigen rath feines Anwalts allerdings verlassen und die Korrespondenz ist. Bei uns sind diese Stellen gar nicht befett, man hält sie wissen.( Unruhe rechts.) Wir haben schwere Angriffe an die mit Herrn Hofmann beweist, daß er zwar Anfangs wohl noch für verlorene Posten, die direkt nichts einbringen, während sie Staatsordnung abzuwehren; wir vertheidigen auch die be- gezweifelt haben mag, ob er auch bestraft werden könne, aber in Wirklichkeit, indirekt, den größten Nußen, gewähren. Ein stehende Gesellschaft und Staatsregierung mit, deshalb schließlich die volle Ueberzeugung gewonnen habe von der Recht- anderes nachtheiliges, hier sehr eingewurzeltes System ist das haben wir alle Ursache, den Schein zu vermeiden, daß mäßigkeit einer eigenmächtigen Entfernung der Siegel, um zu Anstellen von Laufburschen; den Lehteren wird wenig oder gar folche Vorfälle ein integrirender Bestandtheil dieser seinen Räumlicheiten zu gelangen und diese von seinem Pächter teine Aufmerksamkeit geschenkt. Ohne besondere Aufsicht wird diesen Staatsordnung sind.( Zustimmung links.) Die Ablehnung benußen zu lassen. Er beantrage die Freisprechung seines Burschen von den Hehlern förmlich aufgelauert. In den Kellerdes Antrages wird uns nicht abhalten, immer wieder auf Klienten. lokalen geschieht die Annäherung mit den älteren Hausdienern diese Dinge zurückzukommen. Wir sind nicht im Stande, den und hier ist die Brutstätte aller Diebespläne, unter denen so Betrag nachträglich einzuziehen, es steht auch nicht zu erwarten, mancher Kaufmann zu leiden hat. Deshalb kann allen Kaufleuten daß der Betrag nachträglich freiwillig bezahlt wird. Die öffent nicht genug angerathen werden, Alles streng zu beobachten, jede liche Diskussion dieser Frage wird diejenigen, die wirklich adlige nur mögliche Kontrolle anzuwenden und Vertrauenspersonen an Gesinnung haben, die da denken: noblesse oblige! abhalten, Das Urtheil fand beide Angeklagte schuldig im vollen Um- zustellen, die, ohne daß es Jemand im Geschäft weiß, genaue und solche Steuerbefreiungen zu beantragen oder anzunehmen, wenn fange der Anttage, allein ausgenommen die beiden ersten strenge Aufsicht führen. Dann werden jedenfalls die Hausdiebsie ihnen angeboten werden.( Beifall links; 3ischen rechts.) Der Antrag France Nr. 1 wird gegen die Stimmen der beiden Angeklagten ausgesprochen wurde, weil nicht bewiesen Versiegelungen bei Zupte, bezüglich welcher Freisprechung der Stähle vermindert werden." Zunächst ist zu konstatiren, daß der Verfasser dieses Artikels Freisinnigen, der Nationalliberalen und eines Theils des Zentrums sei, daß Zupke auch die beiden ersten Versiegelungen beseitigt mit feiner Gilbe erkennen läßt, ob und wieweit ihm bei dieſem abgelehnt; der Antrag France Nr. 2 wird gegen die Stimmen habe. Es wurde deshalb Zupke gemäß§ 136 zu drei Wochen Vorschlage diejenige sittliche Empfindung gegenwärtig gewefen der Konservativen und eines Theils der Freitonservativen an- Gefängniß, und ebenso Rechtsanwalt Hofmann zu 3 Wochen ist, die wir als Sch a in schlechthin bezeichnen und die es jedem genommen; der Antrag Richter wird gegen die Stimmen der wegen Beihilfe zu diesem Vergehen nach§§ 136 und 48 des Straf- Menschen, der diese Eigenschaft besigt, als im höchsten Maße Freifinnigen und der Zentrums- Abgeordneten Dasbach und Con- gesetzbuchs, ferner außerdem Herr Rechtsanwalt Hofmann wegen widerwärtig erscheinen läßt, heimlich oder öffentlich, bewußt rad abgelehnt. des Unternehmers der Nöthigung eines Beamten zur Unterlassung oder unbewußt beobachtet zu werden. Diese Aufpasser haben Es folgt die Berathung des Antrags Richter: Die königl. einer Amtshandlung, in begrifflicher Konkurrenz mit Beleidigung, für das geschäftliche Leben ungefähr dieselbe ſittliche BeStaatsregierung zu ersuchen, dem Landtage Uebersichten vorzu- zu 2 Monaten Gefängniß gemäß§§ 114 und 185 St.-G.-B. deutung, wie die Lockspizzel Lockspizzel fie bei dem politischen legen, a) über die Zahl der dienstfreien Tage im Jahre, welche verurtheilt. Bei dem legteren Angeklagten wurde aber auf eine System des verflossenen v. Buttkamer hatten. Hier haben die dem S.ations, Strecken-, Fahr- und Werkstätten- Personal Gesammt straße gemäß§ 74 von nur 2 Monaten und Lockspitel das System zu Grunde gerichtet; im geschäftlichen der Staatseisenbahnen zur Zeit gewährt werden; b) über die 1 Woche erkannt. Leben würden die Aufpasser wahrscheinlich die ähnliche Wirkung Zahl und die Einkommensverhältnisse der diätarischen Beamten Die Gründe des Urtheils deckten sich im Wesentlichen mit hervorbringen. Der Staatseisenbahnverwaltung, sowie über Lebensalter, Dienst- den Ausführungen der Staatsanwaltschaft. Die zwangsweise Die Aufpaffer müssen gut, sogar sehr gut bezahlt werden, alter und durchschnittliche Wartezeit derselben bis zur etatémäßigen Vorführung des Zeugen Kretzschmar zum Zwede der Entgegen sonst stehlen sie wahrscheinlich selbst. Anstellung. nahme einer Grönung in Vereinspolizei Sachen sei eine nach Aber so verrannt in seiner Profitwuth ist das moderne UnterDie Abgg. Sike und Lieber beantragen, an die Stelle der dem Vereinsgesetze im Zusammenhalte mit 2 des Gesezes nehmerthum, daß es den viel näher liegenden und zum Ziele Worte„ dienstfreien Tage" zu setzen:„ Dienstfreien Wochen- und unter A. von 1826 berechtigte Maßregel gewesen. Denn aus der führenden Weg nicht sieht. Wenn um den Betrag, den die Geim Vereinsgesetz auferlegten Pflicht der Auskunftsertheilung folge halter der Aufpasser austragen würden, die Hausdiener beffer beAbg. Nichter: Alle Abgeordneten werden wohl schon die Pflicht zum persönlichen Erscheinen vor dem Polizei- Amt; vom foldet würden, so dürften auch die Diebstähle verschwinden. empfunden haben, daß über die im Antrage berührten Verhältnisse letterent tonne doch nicht erwartet werden, daß es zu dem Man hat interessante Vergleiche angestellt über die Zahl der feine allgemeine Kenntniß vorhanden ist. Der Antrag bezweckt Betreffenden hinkomme. Die Befugniß, das Erscheinen anzu- Verbrechen und die Höhe der Lebensmittelpreise. Was die Hausdurchaus keine Beschränkung des Verkehrs an Sonntagen, denn darin ordnen, sei also gegeben. Gegenüber dem Vertheidiger Zupke's diener betrifft, so könnte man ähnliche Vergleichungen machen wird die Verwaltung wohl schon das Möglichste gethan haben. Be- müsse hervorgehoben werden, daß die von ihm aus dem fraglichen über die Höhe der Löhne und die Zahl der Diebstähle bei diesen züglich der Gehaltsverhältnisse hat der Finanzminister eine erfreuliche 8 2 hervorgehobene Befugniß, Straßen anzudrohen, nur exempli- Bediensteten und wir glauben behaupten zu können, das Ergeb Mittheilung gemacht, ebenso bezüglich der Vermehrung der etats- fitativ gemeint sei, also auch andere Maßregeln zur Durchführung niß würde kein ungünstiges für die Hausdiener sein. mäßigen Beamten und bezüglich der Alterszulagen. Wir der Verordnungen ergriffen werden könnten. War die Vorführung Daß in den großen Fabrikationsgeschäften und Waarenlagern wünschen nur eine Klarstellung, um uns so ein sachgemäßes eine berechtigte, so hat sich Rechtsanwalt Hofmann des Vergehens gestohlen wird, ist ane bedauerliche Erscheinung; aber die DiebUrtheil bilden zu können für die künftige Behandlung der nach§ 114 schuldig gemacht, da auf Grund der Aussage der stable rühren nicht von den Hausdienern allein her. Die Fälle, Frage. beiden Polizeibeaanten und auf Grund des Wortlautes des daß höhere Geschäftsbeamte an solchen Diebstählen betheiligt Kommissarius Geheimrath Gerlach erklärt, daß die Regie- Schreibens selbst allerdings die übrigen Erfordernisse des§ 114 waren sind vielen Geschäftsinhabern bekannt geworden. Aufpaſſer rung gern bereit sei, die Nachweisungen zur Verfügung zu stellen. als vorhanden bei dem Angeklagten anzunehmen gewesen seien.an stellen hieße lediglich die Zahl der Personen, die das Geschäft Aber alles erforderliche Material liegt nicht vor, es muß viel- Angesichts der ganzen Sachlage, und insbesondere auch der bequem best- len können, vermehren. Daß die elende Besoldung mehr erst beschafft werden. Die Zahl der dienstfreien Tage ist Persönlichkeit des Angeklagten, welcher eine einmal von ihm der Hausdiener diese Leute auf Diebstahlsgedanken bringt, ist erbei den verschiedenen Eisenbahndirektionen nicht einheitlich geordnet. gefaßte Rechtsmeinung mit großer Zähigkeit festzuhalten flärlich genug, wenn damit auch solche Veruntreuungen nicht geBielleicht wäre es doch angemessen, im engeren Kreise der Budget- pflege, habe man zwar angenommen daß er überzeugt rechtfertigt werden können. Aber von den treibenden sittlichen Tommission erst festzustellen, welche Nachweisungen speziell ver- gewesen, die Maßregel der Vorführung Sei eine un- Momenten in dem modernen Geschäftsleben legt der Artikel des langt werden. berechtigte. Allein dies habe nicht zur Freisprechung von der Abg. Site beantragt, die Frage der Budgetkommission zu Anklage nach§ 114 führen können, weil der Vorsatz in diesem überweisen und fordert namentlich eine größere Sonntagsruhe Paragraphen, abweichend von dem§ 113, sich nicht mit auf die für die Eisenbahnarbeiter und Beamten. Rechtmäßigkeit der Amtshandlung zu erstrecken brauche. Doch Abg. Simon( natl.) weist darauf hin, daß für den Intern- habe dieser Umstand zur Annahme von mildernden Umständen dienst und für die Werkstätten die Sache wohl schon befriedigend geführt und sei demgemäß die Strafe ausgeworfen unter dem geordnet ist, daß daher der Antrag in seiner allgemeinen Fassung Minimum der gewöhnlichen Strafe bei Nichtvorhandensein von zu weit gehe. mildernden Umständen. Nachdem noch die Abgg. Cremer und Graf Limburg- Dagegen habe man in dem Falle Zupke beiden Angeklagten Stirum sich für die Ueberweisung des Antrages an die nicht glauben tönnen, daß sie von der Rechtswidrigkeit der erBudgetkommission ausgesprochen hatten, womit auch der An- folgten Versiegelungen und der Straflosigkeit ihres Thuns übertragsteller Richter einverstanden war, beschloß das Haus dem- zeugt gewesen. gemäß. Sonntage". Schluß 31 Uhr. Nächste Sigung Donnerstag 11 Uhr.( Zweite Lesung des Etats.) im Die Polizei- Allmacht Königreiche Sachsen. ( Schluß.) M Lokales. Confectionair" wieder einmal ein glänzendes Zeugniß ab. Dem Unternehmer gegenüber sind alle feine Angestellten der Beruntreuung verdächtig, das ist die moderne Geschäftsmoral. Die Prinzipale sind natürlich die ehrenwerthesten Leute. Es kommt ja von Zeit zu Zeit vor, daß ein Prinzipal mit einigen Hunderttausenden pleite macht. Mit Kleinigkeiten wie einzelne diebische Hausdiener giebt sich ein tüchtiger Prinzipal erst nicht ab, deshalb braucht er auch keinen Auspasser und keine strengere Strafen. Die berühmte Harmonie zwischen Kapital und Arbeit hat wieder einmal eine recht interessante Beleuchtung erfahren. Die Freie Vereinigung der Holzindustriellen Berlins hat nämlich zum Jahresschlusse( am 29. Dezember v. J.) eine außerordentliche Generalversammlung abgehalten, über welche dieser Tage in tapitalistischen Blättern ein Bericht erschienen ist. Wenn auch dieser Bericht das Meifte verschweigt, so ist doch selbst das Wenige, was mitgetheilt wird, hinreichend, jedes gut fapitalistische Herz Herr Stöcker, Hofprediger a. D. und Wahrheitsfreund, fühlt mit inniger Freude zu erfüllen. An der Spize dieses Untersich darüber beschwert, daß wir nicht an den Ernst seiner Benehmervereins steht Herr Ferd. Voigts, welcher, dem Berichte zustrebungen glauben wollen. Mit diesem Herrn darüber streiten folge, in der gedachten außerordentlichen Generalversammlung zu wollen, fällt uns nicht im Traume ein; aber Herr Stöcker mittheilte, daß die F. V. d. H. B. in ihrem Wirken fortgefahren, greift in seinem Volt" zu so absonderlichen Mitteln, daß wir uns doch des Näheren mit ihm und seiner Klique in nächster Zeit beschäftigen müssen. In einem Artikel 3weierlei Maß" versteigt er sich durch den Mund des Herrn Oberwinder zu folgender ungeheuerlichen Verdächtigung: und hat das Bestehen derselben und der dadurch erbrachte Beweis der Einigkeit unter den Arbeitgebern sehr kräftig auf die Arbeiterbewegung gewirkt, so daß nicht nur feine Streits mehr ausgebrochen, sondern auch das Drängen und Fordern nach dem sogeHerr Ober- Staatsanwalt Hängschel hielt die Anklage gegen nannten Normal-( achtstündigen) Arbeitstag ganz verstummt beide Angeklagte aufrecht. Nur gab er anheim, die Angeklagten Wir tönnen für unsere Behauptung, daß sich sozial- ist. Der F. V. d. H. B. ist es auch zu verdanken, daß der beinahe bezüglich der zwei ersten Versiegelungen der Zupke'schen Bade- demokratische Agitatoren bisweilen bezahlen lassen, ab- ein Jahr dauernde Bildhauerstreit schließlich im Sande verlaufen H. anstalt freizusprechen, da ein völlig überzeugender Beweis gegen Zupte für die vorfäßliche, durch ihn selbst bewirkte Gnt- old gesehen von den Beobachtungen unseres Gewährsmannes, iſt." Nun, Herr Ferd. Voigts und mit ihr die F. V. d. 5. B. fast ein Duzend Fälle allein aus Baden anführen, wo im befindet sich denn da doch wohl etwas auf dem Holzwege! Es fernung der Siegel heute wohl nicht geführt worden sei. Die Sommer vorigen Jahres die deutsch- sozialen Versamm ist zwar nicht gut, wenn der Mensch eine zu geringe Meinung Berechtigung zur völligen Absperrung der gewerblichen Räum- lungen Hentschel's und Liebermann's fast regelmäßig von von sich hat, aber der geehrte Vorsitzende der F. V. d. H. B. ist lichkeiten der Zupke'schen Villa durch Versiegelung seitens der den durch die Juden angeworbenen Sozialdemokraten zu in der Werthfchäzung dieser denn doch etwas zu weit gegangen. Amtshauptmannschaft betonte er entschieden. Die Einwendungen sprengen versucht wurden. Das können wir durch Zeugen Wenn Herr Voigts meint, daß das bloße Bestehen der F. B. d. H. B. des Angeklagten Hofmann hingegen liefen blos auf die Beschon hinreichend gewesen sei, die Arbeiterbewegung der Holzbeweisen." hauptung unzweckmäßiger Maßregeln hinaus. Was den Wir erklären das hier Gesagte solange für gemeine Lügen industrie lahm zu legen und das Drängen und Fordern nach dem zur Bestrafung erforderlichen rechtswidrigen Vorsatz anlange, so und Verleumdungen, bis die um Stöcker nicht mit Namen und achtstündigen Arbeitstage verstummen zu machen, so mag er ja mit brauche derfelbe sich lediglich auf das Bewußtsein zu erstrecken, Daten herausrücken. Jeder von ihnen angeführte Fall wird dieser Behauptung seinen Getreuen gewaltig imponiren und auch daß die Behörde mit der Abnahme der Siegel nicht einverstanden untersucht werden, und wir werden nicht anstehen, das Resultat bei ihnen blinden Glauben finden, im übrigen aber erweist sich sei, daß die Autorität der Behörde verletzt werde. Dieser Vorsatz der Untersuchung zu veröffentlichen. Wir verlangen Thatsachen diese Behauptung als eine falsche Behauptung. Die Arbeiterschaft sei bei beiden Angeklagten zu bejahen. Bei Zupke insbesondere und solange uns diese nicht zur Verfügung gestellt werden, müssen hat zur Genüge bewiesen, daß sie sich vor Unternehmer- Verbänden spreche die mit Rechtsanwalt Hofmann gewechselte Korrespondenz wir bei unserem Ausspruch stehen bleiben. mögen dieselben einen Namen führen, welchen sie wollen, durchgegen die von ihm behauptete Ueberzeugung, daß Zupke straflos aus nicht ins Mauseloch verkriecht oder sich in Angst und handle bei Anwendung der Selbsthilfe. Gewinnsucht macht blind! Das ist eine bekannte Er Schrecken jagen läßt durch das drohende Gespenst einer UnterBei Herrn Rechtsanwalt Hofmann sei zu seinen Gunsten fahrung; aber ein so großes Maß geistiger Blindheit, wie es uns nehmerkoalition, wie man Kinder mit dem Mummelfach zu drohen, eine gewisse Ueberzeugungstreue allerdings zu erkennen in den in einem Artikel des" Confectionär" entgegentritt, ist uns doch furchtsam und folgsam zu machen vielfach beliebt. Wenn auch von ihm an die Verwaltungsinstanzen für Zupke gerichteten selten vorgekommen. Das genannte Blatt schreibt: gegenwärtig ein Waffenstillstand herrscht zivischen Kapital und Eingaben und Ausführungen. Allein auch er habe boch selbst Wie schütt man sich in den Geschäften Arbeit, so ist derselbe doch schwerlich auf das Wirken der F. V. wiederholt auf die bevorstehende Einleitung eines Kriminal- gegen Hausdiebstahl? Diese Frage, bisher von der d. H. B. zurückzuführen; und wenn Herr Ferd. Voigts nun gar verfahrens gegen Zupke hingewiefen und wisse selbst als Rechts- öffentlichen Besprechung fast gänzlich ausgeschlossen, verdient glaubt, daß auf deren Einwirken hin die Arbeiter das Drängen anwalt, daß über Rechtsfragen gestritten werden kann. Dagegen wegen ihrer weittragenden Bedeutung mehr denn jede andere und Fordern nach dem achtstündigen Arbeitstage aufgegeben Tönne er bei der gegen ihn wegen Anstiftung gerichteten An- öffentlich angeregt, erörtert und gelöst zu werden. Es ist durch hätten, so ist das doch ein zu fühner Flug der Phantasie. Herr flage deshalb nicht stehen bleiben, weil er allerdings den Gin- Gerichtsverhandlungen festgestellt worden, daß die Hausdieb Ferd. Voigts träumt sich selbstbetrügerisch in den siebenten Himmel wand des Angeklagten als begründet anerkenne, daß fein Inter- stähle in Berlin in vollster Blüthe stehen, eher zu- denn abge- hinein, mag aber wohl zusehen, daß er nicht aus allen seinen Himmeln esse ersichtlich sei, weshalb er von dem Wunsche beseelt gewesen nommen haben und daß der größte Theil derfelben von in den fällt und etwas unsanft aus seinen füßen Träumen ausgerüttelt sei, daß Zupte die Siegel auch wirklich abreiße. Und deshalb Geschäften angestellten Hausdienern verübt wird. wird durch die immer lauter werdendes Forderungen der Arbeiter halte er für nicht bewiesen, daß Hofmann den Zupke vorsätzlich Deshalb ist es eigentlich zu bewundern, wie wenig bisher nach dem gefeßlichen achtstündigen Arbeitstage. Jedenfalls ist bestimmt habe, die Siegel abzureißen. Aber zum Entschlusse der darunter in erster Reihe leidende Handelsstand zur Be- aber aus dem in dem Berichte Gesagten flar ersichtlich, daß der Zuple's habe Hofmann jedenfalls bewußtermaßen mitgewirkt fämpfung dieses entsetzlichen Uebels gethan hat. Zweck d. F. V. d. H. B. hauptsächlich der ist, den berechtigten durch seine wiederholte Rathsertheilung. Er beantrage deshalb, Die entseglichen Mittel, den Dieb den Gerichten zu über- Forderungen der Arbeiter mit der ganzen Macht des Kapitals Herrn Rechtsanwalt Hofmann wegen Beihilfe zu dem Vergehen liefern, hatten bisher einen besonderen Erfolg nicht aufzuweisen; der entgegenzutreten. Der Zweck heiligt bekanntlich nach jesuitischem Des§ 186 zu verurtheilen. Dieb hat in den meisten Fällen nach Verbüßung seiner häufig Grundsatze die Mittel und daß auch die F. V. d. H. B. zur ErAuch die Anklage aus§ 114 gegen denselben Angeffagten fehr geringen Strafe dasselbe Handwerk auf einer anderen Stelle reichung ihrer Zwecke vor feinem Mittel zurückschreckt, das halte er für erwiesen. Denn es sei lediglich und allein der Brief wieder aufgenommen. Es wird sich empfehlen, für eine Ver- hat Herr Ferd. Boigts sehr offenherzig kundgethan, denn in dem Der F. V. d. H. B. entscheidend, den er geschrieben, nicht das, was der Angeklagte schärfung der gesetzlichen Strafen einzutreten, weil in anderen angezogenen Berichte heißt es weiter: dem vorgeführten Kretschmar gesagt habe bezüglich eines schein Ländern, wo begangene Veruntreuungen unnachsichtig mit den ist es nur möglich gewesen, solche Erfolge zu erzielen, weil fie baren Widerstandes gegen die Vorführung. Und daß der Brief härtesten Strafen belegt werden, nirgends derartige Zustände fich der Mitwirkung der Innung versichert hat und weil sie bei der Berliner Tischler- Jnnung das bereitwilligste Entgegenkommen einschüchternd aufgefaßt worden ist, haben die beiden Bolizei- angetroffen werden, wie hier bei uns. beamten bestätigt; daß er so wirken fonnte, wußte der Angeklagte. Den eigentlichen Grund für die Hausdiebstähle finden wir gefunden hat, thatsächliche Unterstüßung aber, indem die leitenden Auch die Drohung" sei gebeckt; er berufe sich auf ergangene in den hierorts bestehenden mangelhaften Geschäftseinrichtungen, Persönlichkeiten der Junung resp. deren Erwählte in allen Reichsgerichts- Entscheidungen, nach welchen man allerdings mit besonders wenn wir zwischen den unferigen und den Pariser Sigungen mit uns getagt und berathen haben." Wahrlich, ein " " Boziale Ueberlidit. Au die Mitglieder der Freien Bereinigung der Maurer Berlins und Umgegend. Kollegen! Angesichts der traurigen othlage, in welche wir durch die für das Baugewerbe ungünstigen Witterungsverhältnisse gerathen sind, machen wir bekannt, daß die zum 22. d. M. in Aussicht genommene MitgliederBersammlung ausfällt. Leider ist der Einzelne hier nicht im Stande, zu überschauen, wie weit die wirthschaftlichen Verhält nisse zercüttet sind. Aber die Klagen über die herrschenden ZuSchauspiel für Götter! Jnnung und Freie Vereinigung Arm wollten, in das Hotel National zu San Remo eingekehrt ist und sei. In der gestrigen Verhandlung wurde der Angeklagte zu. in Arm als Verbündete im Kampfe zur Unterdrückung der dort übernachtet hat. Außerdem ist bekannt, daß am Neujahrs 6 Wochen Gefängniß verurtheilt wegen einfachen Diebstahls unter Arbeiter und ihrer berechtigten Bestrebungen! Besser kann die tage die angeblichen Hacker und Pfropf wiederum das genannte mildernden Umständen, von der Strafe wegen Urfundenfälschung F. V. d. H. B. kaum charakterisirt werden denn als Bundes- Hotel aufgesucht haben, wo damals über den Word noch nichts aber freigesprochen. genossin der erzreaktionären Tischler- Innung! Gleiche Brüder, bekannt geworden war. Bei dieser Gelegenheit haben dieselben wenn auch verschiedene Kappen! Freilich, den Arbeitern gegen- mitgetheilt, daß ihr Genosse in Nizza plöglich vom Jrrsinn beüber ist alles eine reaktionäre Masse; wenn es gilt, den gemein- fallen worden sei und deswegen in eine Heilanstalt habe gebracht famen Feind, die Arbeiter zu bekämpfen, zu unterdrücken, dann werden müssen. Sie verlangten alsdann die Herausgabe der von Liegen sich Hinz und Kunz sein brüderlich in den Armen und ihrem Begleiter in dem Hotel zurückgelassenen Gepäckstücke, deren wahren mit vereinten Kräften die bedrohten Interessen des Geld- Verabfolgung der Gasthofbesizer auch ohne Bedenken zuließ. Der facs. Den Arbeitgebern ist ja Alles erlaubt! Wenn Herr Ferd. eine der muthmaßlichen Mörder ist groß und hager, hat eine Voigts von Erfolgen spricht, so hat er nicht ganz unrecht damit, braune Gesichtsfarbe, schwarzes Haar und einenebensolchen Schmurr, nur darin, daß er sie in der gedachten Weise verzeichnen zu Backen- und Kinnbart. Der zweite ist von kleiner Gestalt, hat tönnen glaubt. Seine Erfolge sind auf einer ganz anderen Seite schwarzes, furz gehaltenes Haar, schwarzen Schnurrbart und ein zu suchen, denn seine Ausführungen werden hoffentlich dazu bei- rundes Gesicht. tragen, den Harmoniedusel zwischen Kapital und Arbeit, wie er noch immer in manchen Köpfen sputt, zu zerstören, und der Polizeibericht. Am 20. d. Mts. Morgens wurde vor dem Wahrheit zum Siege verhelfen, daß es zwischen Kapital und Hause Benghofstraße Nr. 3 ein Mann fast völlig erstarrt aufgestände sind so laut vernehmlich, daß man taub sein müßte, wollte Arbeit feine Intereffengemeinschaft giebt; feine Aus- funden und nach dem Krankenhause am Friedrichshain gebracht. führungen werden hoffentlich dazu beitragen, auch den be- Abends gerieth ein Mann vor dem Hause Brunnenstraße man sie nicht hören. fangenſten Arbeitern es augenscheinlich zu machen, daß das Nr. 54 A. unter die Räder eines Bierwagens und erlitt einen wieder beginnt, tren zur Fahne zu stehen und der Organisation Unternehmerthum in jeder Gestalt der ärgste Feind der Arbeiter Bruch des Oberschenkels, so daß er nach dem St. Hedwigsschaft ist, von dem er nun und nimmer etwas zu erwarten, zu Krankenhause gebracht werden mußte. erhoffen hat. Sind erst alle Arbeiter zu diesem Bewußtsein, zu ein Mädchen im Thiergarten, in der Nähe des Kroll'schen Lokales, in derselben repräsentiren, um durch dieselbe beſſere Zustände Dieser Grfenntniß gelangt, so wird sich auch die Erkenntniß ein- mit einer Schußwunde im Kopf, welche es ſich anscheinend mittelst herbeizuführen. Verfaßt Guch nicht auf Andere, Ihr habt stellen, daß die Arbeiter allein ihre Interessen zu vertreten, zu Revolvers selbst beigebracht hat, aufgefunden noch lebend versechten berufen und daß die Mittel zum Zwecke die Arbeiter nach der Charitee gebracht. Am 20. d. M. Abends fanden sechs die Macht in Händen, wenn Ihr nur einig seid. organisationen sind, denen sie sich anzuschließen haben. Ein kleine Brände statt. folchen„ Erfolg" wird sich Herr Ferd. Voigts wohl allerdings nicht haben träumen lassen. " lin Zu derselben Zeit wurde Gerichts- Beitung. Deshalb bitten und ermahnen wir Euch, sobald die Arbeit beizutreten. Wir müssen durch die Vereinigung zeigen, welche Macht wir Die auswärtigen Kollegen bitten wir dringend, hiervon Notiz zu nehmen. Ueberstürmt uns nicht zu sehr, wenn die Witterungsverhältnisse es uns wieder gestatten, die Arbeit aufzunehmen. Wohl wissen wir, daß da draußen die Verhältniffe feineswegs besser find, als hier, aber so schnell wirft man Euch nicht aufs Pflaster, wenn Ihr mal die Miethe nicht bezahlen könnt. Der Parasit in den Großstädten ist noch weit scheußlicher als der in den Provinzen. Kollegen, beachtet diese Mahnung! Der Vorstand der Freien Vereinigung der Maurer Berlins und Umgegend. Versammlungen. # Ein Kuriosum wollen wir nicht unerwähnt lassen, nämlich das Resultat der Verhändlungen über die Altersversicherung, die in weiterer Folge in der außerordentlichen Generalversammlung der Fr. V. d. H. B. gepflogen wurden. Es ist dies der gefaßte Die vierte Straffammer hiesigen Landgerichts I verhandelte Beschluß, die Hälfte des Werthes der Marken bei den Lohn gegen die 14jährige Marie Netter. Die Angeklagte treibt sich in zahlungen in Abzug zu bringen. Ja, haben denn die Herren geben Straßen umber und geht mit großem Raffinement ihren glaubt, daß die Arbeiter von ihnen etwas geschenkt haben wollen? diebischen Neigungen nach. Bier Mal hat sie ihre eigene Mutter Noch komischer aber, wie der Beschluß selbst, ist bie Motivirung bereits bestohlen bezw. zu bestehlen versucht und ist von der Polizei Deffelben. Es wurde nämlich betont, daß der Arbeitnehmer auch schon wiederholt auf Bahnhöfen in Gesellschaft solcher Perwissen müsse, daß, wo er Rechte zu empfangen habe, er auch sonen betroffen worden, welche darauf ausgehen, Reifende auszuPflichten zu erfüllen habe!" Wer lacht da? plündern. Jetzt stand sie wegen eines schweren Diebstahlsversuchs unter Anklage. Das Mädchen war von einer Lehrerin Namens Die Lösung der leidigen Lohnfrage will Herr Fabrik- Völker dazu angenommen, des Sonntags Nachmittags Sonntags- Der Militärschneider Verein hielt am Dienstag, den besitzer Freese, der deutsch freisinnige" Vorsitzende des Vereins blätter auszutragen. Gines Sonntags nahm fie wahr, daß Frau 13. b. W., eine gut besuchte Versammlung ab. Der Borsigende, für Bodenbesitz- Reformt, gefunden haben, und mit ihm bläst in 2. unmittelbar nach ihrer Abfertigung ausging. Nachdem dieselbe Robert Kroll, gab den Bericht über die Thätigkeit des Vereins dasselbe Horn die ehemals demokratische Berliner Bolts- 3tg." das Saus verlaffen hatte, begab sich die Angeklagte fofort zu im verflossenen Jahre und forderte dann alle Mitglieder auf. welche in ein großes Jubelgeschrei ausbricht über den vermeint einem Schloffer und erbat sich die Mitgabe eines Gesellen, unter immer recht treu und fest zu dem Verein zu halten. Alsdann lichen oder vielmehr angeblichen sozialreformerischen Schritt. Herr der Angabe, daß derselbe die Thür zur Wohnung ihrer Mutter legte der Rendant, Wilhelm Schulze, den Jahres Kassenbericht Freese hat nämlich in seiner Fabrit, der Berlin- Hamburger öffnen solle. Dem Lehrling, welcher ihr darauf mitgegeben wurde, dar. Die Einnahmen betrugen 880,95 Mart, die Ausgaben derself, g, die auf wurde Jalousiefabrik, das System der Gewinnbetheiligung eingeführt. Bisher erstreckte sich diese nur auf die Beamten des Gtablisse- erzählte sie, daß bei ihrer Mutter ein Fräulein wohne, welches 344,10 m., der ganze Staffenbestand 46,85 m. Hierauf wurde ments, seit Beginn des laufenden Jahres ist sämmtlichen Arbeitern laffen und nun in Verlegenheit gerathen fei, weil die Mutter aus- und folgende Kollegen wurden gewählt: 1. Borsigender Roloff, irrthümlich den Schlüssel in der Wohnung habe liegen ihm Decharge ertheilt. Alsdann schritt man zur Vorstandswahl, die Vergünstigung zugewandt worden. Im Interesse des Untergegangen sei und die Wohnung verschlossen habe. Der Lehrling 2. Vorsitzender Angerstein, 1. Schriftführer Blankenfeldt, 2. Schriftnehmerthums ist eine derartige Einrichtung wohl von großem machte sich denn auch mittelst Dietrichs an die Deffnung des führer Diez, 1. Kassirer Frige, 2. Raffirer Reupte, Rendant Schulze. Werth, die die Interessen desselben wahrenden Blätter, zu denen Schlosses, die Bemühungen waren jedoch vergeblich, denn ein an Revisoren: Gilert, Nooß, Drews; Beisitzende: Subjuhn, Müller. wir uns auch die ehemals demokratische Volks- 3tg." hinzu zu der Thür angebrachtes Sicherheitsschloß wiederstand denselben Hierauf sprach Genosse Stabernack unter lebhaftem Beifall über rechnen erlauben, haben allerdings alle Ursache, in ein Freuden- und der Schlosserlehrling mußte nun mit Hammer und Stemm- das Alters- und Invalidenversorgungs- Gefeß. In der Diskussion gefchrei auszubrechen und eine weitere Verbreitung dieses Systems eisen arbeiten. Als ihm endlich das schwierige Werk der Deffnung sprach sich Kollege Schulze im Sinne des Referenten aus. Unter zu wünschen, obwohl dasselbe nicht mehr neu ist, sondern schon häufig versucht wurde und auch noch heute vielfach in Scraft ist. gelungen war und er sich nach dem Mädchen umdrehte war Verschiedenem machte der Vorsitzende die Mitglieder darauf aufMan muß dabei nur ehrlich sein und offen gestehen, daß dies dasselbe spurlos verschwunden. Demselben schien die Situation merksam, daß am 26. Januar das erste Stiftungsfest des Vereins ein gutes Unternehmermanöver ist. doch etwas bedenklich zu werden und es zog deshalb vor, sich aus in den Arminhallen stattfindet und jedes Mitglied recht rege für Wenn man jedoch den Arbeitern damit etwas vorreden will, wie dem Staube zu machen. Als die Inhaberin der Wohnung nach den Besuch agitiren soll, damit es sich zu einem wahren Arbeiter es die ehemals demokratische Bolts- Zeitung" thut, so ist das ein Stichts gestohlen und erfuhr bald den Zusammenhang der Dinge. fachen Hoch auf die heutige Arbeiterbewegung gefchloffen. Hause kam, fand sie zu ihrem Schrecken die Thür geöffnet, aber fest gestalte. Hierauf wurde die Versammlung mit einem drei füch heuchlerisch. Oder aber, es zeigt von einer ungeheuren Die Angeklagte gab unumwunden zu, die Abficht gehabt zu haben, Unwissenheit und von einer Unkenntniß unserer wirthschaftlichen in der Wohnung der Angeklagten zu stehlen, sie gestand auch Berhältnisse sondergleichen. Ein Mittel, welches, wie fein an noch einen anderen Diebstahl zu, den sie in einer hiesigen Branche beschäftigten Berufsgenossen hatte zu Sonntag, den Die Freie Vereinigung aller in der chirurgischen deres, geeignet ist, dem Arbeiter die Augen zu blenden, seine Gemeindeschule ausgeübt hat. Bei einer Bestellung, die sie an 18. Januar 1891, eine Generalversammlung einberufen. Man Arbeitsthätigkeit zu vermehren, sein Solidaritätsgefühl zu untergraben, ohne daß es ihm bei einer allgemeinen Einführung etwas die Lehrerin Völker in der betreffenden Gemeindeschule aus verhandelte zunächst über die Vereinigung sämmtlicher BerufsBortheil schafft, ein solches Mittel dem Arbeiter als ein erstrebens- richtete, hatte sie einen Mädchenhut vom Korridor mitgenommen. und Fachgenossen, und es ergab sich das erfreuliche Resultat, daß werthes Ziel hinzustellen, das ist demagogisch zu nennen. Nichts der Gerichtshof verurtheilte die Angeklagte zu 1 Jahr Gedem 202 Mitglieder zählenden Stammverein eine große Anweiter als der Unternehmerprofit, der Wiehrwerth, welchen der fängniß. zahl Bandagisten und Handschuhmacher beigetreteen sind. Ueber Kapitalist aus der Arbeitskraft herauspreßt, wird vergrößert, da den Kassen- und Jahresbericht referirt der Vorsitzende. Folgenden Unter der Auflage des Betrnges in mehreren Fällen Vorfall gegen würde der Arbeiter keinen Pfennig Lohnerhöhung erhalten, standen die Kaufleute obert und Wilhelm Jaretti, halte er für bemerkenswerth. In der Fabrik das Angebot der Waare Arbeitskraft würde auch bei einer Ein- Vater und Sohn, vor dem hiesigen Landgericht. Robert Jarekki chirurgischer Instrumente von Elges( Inhaber Goldführung der Gewinnbetheiligung den Lohn regeln einzelne lernte im Juli 1888 in einem hiesigen Vergnügungslokale ein schmidt) sei cine Fabrifordnung eingeführt, die Don tommt, kann den Arbeitern eine kleine Mehreinnahme erwachsen, bereits ein Gheversprechen gemacht haben soll. Er soll während Branche seien aber nunmehr eine geschlossene Macht und man Fälle freilich ausgenommen; solange das Syſtem vereinzelt vor Fräulein& liek fennen, welcher er nach kurzer Bekanntschaft dem Werkführer Höhne in ihren strengen Maßnahmen außer ordentlich unterstüßt würde. Die Arbeiter in der chirurgischen welche allerdings in keinem Verhältniß zu dem gestiegenen Unter des Umganges mit Fräulein F. wiederholt von den Vermögens- müsse unter allen Umständen eine Zurücknahme einer solchen nehmerprofit stehen würde. Die Nachtheile der Gewinnbetheis verhältnissen seines Vaters in sehr prahlerischer Weise gesprochen Fabrikordnung verlangen. Aus der nun folgenden Vorstandsligung für den Arbeiter und die Vortheile derselben für den haben und dadurch seinen Schwiegervater in spe getäuscht haben. wahl, bei der zu berücksichtigen war, daß sämmtliche Branchen Kapitalisten sind mit den oben angeführten Punkten noch lange Diese Täuschung nun soll der Angeklagte dazu gemißbraucht darin vertreten sind, gehen hervor als 1. resp. 2. Vorsitzender die nicht vollständig erschöpft, jedoch haben wir darüber schon häufig haben, daß er dem Schwiegervater zur Atzeptirung mehrerer Herren Schmädicke und Boszinsky, als Kassirer die Herren genug an anderer Stelle geschrieben. Wechsel in Höhe von zweimal 300, zweimal 150 und einmal Schuster und Behnke, als Schriftführer die Herren Ballmüller und 250 m. veranlaßte. Diese Wechsel sind bereits vor der offiziellen Nöckel als Beisiger, und Bestohlener Arzt. Zu einem in der Gollnowsiraße Berlobung von dem Schwiegervater akzeptirt worden. als Revisoren die Herren wohnenben Sigarrenhändler, welcher in Schreibkämpfe verfallen Am Müller, Lehmann, Böckmann, Brennice, Hollebarsch und Bierlein. muß der Angeklagte nicht in war, wurde vorgestern Abend ein junger in der Königstadt wohnender Tage der Verlobung Die Generalversammlung beschloß ferner die Abänderung des gewesen sein, denn er Arzt, Dr. K., gerufen. In dem Zigarrenladen legte der Doktor besonders günstigen Verhältnissen § 1 der Statuten, der bisher dem Verein verboten habe, sich mit eiligst feine Garderobe, Hut und Ueberzieher, ab und begab sich gab seiner Braut einen Talmi- Trauring, trotzdem er von seinem nun in das daranstoßende Wohnzimmer, wo der Patient lag. im Werthe von 95 Mark erhalten hatte. Später gab er seiner verhältnisse, die uns umgeben," bemerkt Pallmüller, machen es nun in das daranstoßende Wohnzimmer, wo der Patient lag. Schwiegervater am Tage vor der Verlobung eine goldene Uhr politischen und religiösen Fragen zu beschäftigen. Die ZeitDas furchtbare Schreien des Kranten hatte einen Auflauf auf der durchaus erforderlich, neben den gewerkschaftlichen Interessen auch Straße verursacht, und eine Anzahl Neugieriger drängte sich auch Braut zwar einen echten, dukatengoldenen Trauring, verfekte die politischen zu berathen", und je gebildeter und aufgeklärter in den Laden, um„ Details" zu erfahren, wurde jedoch bald hin- Beweisaufnahme förderte viele Widersprüche zu Tage, namentlich Kapitalisten einen Damm entgegenzusetzen. Im Anschluß hieran aber dagegen die eine Arbeiterklasse sei, desto leichter sei es, den Anmaßungen der ausgewiesen. Als" sich der Arzt nach etwa einer Viertelstunde in Bezug auf die gegen beide Jarezii's erhobene Beschuldigung, befürwortet Behnte den Beitritt zur Arbeiter-Bildungsschule; jener Neugierigen" hatte sich die allgemeine Aufregung zu Nuze Familie Fliek veranlaßt zu haben. Es wurden viele Momente ebenso fordert Schmüdicke zur Lektüre des„ Vorwärts" und der durch ihre Manipulationen schwere Vermögensschädigungen der gemacht und die betreffenden Gegenstände gestohlen. festgestellt, nach welchen auch Herr und Frl. Fliek gegen Faretti" Bolts- Tribüne" auf und schließt, nachdem noch einige VereinsIn dem Gefängniß zu Plögensee machte der Bureau- ich sollten falsche Angaben zu Schulden haben fommen lassen. angelegenheiten erledigt sind, die stark besuchte Versammlung. diener T. die Bekanntschaft des Architekten Bergheim, welcher Wenn auch, da Jaresti's nie im Stande waren, die GefälligkeitsDie Feilenhauer Berlins nud Umgegend hielten am daselbst seine dritte Strafe wegen Betruges abbüßte. Anfangs afzepte zu decken, Fliek's ausgepfändet wurden, so sollen Sonntag, den 11. d. M., eine öffentliche Versammlung ab. Vor Dieses Monats nun begegneten sich beide zufällig in Berlin auf diese auch Jarekli im falschen Glauben über ihre Vermögens Eintritt in die Tagesordnung ehrte die Versammlung das Ander Straße. Bei diesem Zusammentreffen schwindelte Bergheim Verhältnisse gelassen haben, es ist für nachgewieſen erachtet denken des verstorbenen Kollegen Karl Groß durch Erheben von seinem Freunde, welcher sich darüber mißmuthig äußerte, daß er worden, daß F.'s den jungen Jarezki, dessen Verwandte Gegner den Pläßen. Hierauf legten die Delegirten Ahlers und Dogler noch immer teine Anstellung gesunden habe, vor, daß er als der Eheschließung waren, zum Eingehen der Ehe durch die an ihren Bericht vom Provinzialtage vor. An der Diskussion beIngenieur gegen ein Tagegeld von 7,50 m. bei der Eisenbahn gegebenen Mittel veranlaffen wollten. Berlin- Sommerfeld angestellt worden sei, und versprach auch, Für erwiesen wurde der Betrug aber in zwei Fällen erachtet Bericht aussprachen. Sodann wurden einige Werkstattangelegentheiligten sich mehrere Redner, die ihre Zufriedenheit über den seinem Freund T. daselbst Beschäftigung auf Tagegelder zu ver- nämlich gegen den Verkäufer des Geschäftes, welches Jaretzki jun. beiten erledigt. Es gelangten mehrere Unträge zur Abstimmung; schaffen. Auf Veranlassung des B. schrieb nun I. ein Gesuch durch jene Wechsel an sich gebracht hatte, und gegen einen anderen erstens den wöchentlichen Beitrag zum Unterstützungsfonds vorum Anstellung an das betreffende Betriebsamt, welches aber B. Geschäftsmann, dem er die F.schen Wechsel als Zahlung gegeben läufig auf 20 Pf. zu erhöhen und für den Agitationsfonds 5 M. an sich nahm unter der Zusage, dasselbe zuständigen Ortes ab- hatte, in dem Bewußtsein, daß diefelben nicht würden eingelöst zu bewilligen. Beide Anträge wurden einstimmig angenommen zugeben und zu befürworten. Zur angeblichen Beschleunigung werden, und unter der Vorspiegelung, jene Wechsel seien aus Ge- ebenso folgende Resolution: Die heute in Meißners Salon der Angelegenheit forderte B. indessen von 2. Heinere Geldbeträge schäftsverbindungen entstanden, während es nur Gefälligkeitstagende Versammlung der Feilenhauer Berlins und Umgegend ein und lockte ihm nach und nach 85 M. ab, ohne für die ver- akzepte waren. Das Urtheil lautet auf gänzliche Freisprechung erklärt sich mit den Beschlüssen der Delegirten einverstanden und sprochene Anstellung zu sorgen, bis T. Argwohn schöpfte und des Jaretki Vater und auf 6 Monate Gefängniß gegen Jaretti fucht dafür einzutreten, sie mit allen gesetzlichen Mitteln zur Sohn, sowie auf Aberkennung der bürgerlichen Ehrenrechte auf Durchführung zu bringen. Anzeige erstattete. ein Jahr gegen den letzteren. wieder entfernen wollte, vermißte er Hut und Ueberzieher. Einer Eine Diebes- und Schlergesellschaft ist dieser Tage von der Kriminalpolizei in Charlottenburg aufgehoben wor den. Dieselbe besteht aus drei Personen und hat in legter Zeit namentlich Kollidiebstähle ausgeführt. Borgefunden wurden in dem Hehlernest eine große Anzahl von Gegenständen, bei denen zum Theil eine Anzeige seitens der Geschädigten unterlassen worden ist. Schwiegervater erhaltene Uhr. Die Lackiver. Am Sonntag, den 11. Januar cr., tagte in WollDer Bäckermeister Rafbetweg hatte sein hierselbst besind schläger's Salon, Brunnenstr. 78, eine öffentliche Versammlung liches Geschäft für den Preis von 1800 M. an den Bäcker Nezloff der Lackirer und im Berufe beschäftigter Arbeiter und Arbeite verkauft. Es war ein Verzeichniß der im Verkauf einbegriffenen rinnen unter Vorsitz des Kollegen Jungermann. Kollege Schüßler Gegenstände angefertigt worden, und an der Hand desselben die sprach über: Die Frauenfrage". Er forderte die Arbeiterinnen uebergabe erfolgt. Das Verzeichniß ging bei dieser Gelegenheit auf, sich einer Organisation anzuschließen, um Schulter an Schulter bei den dabei betheiligten Personen von Hand zu Hand und mit ihren Kollegen für ihre Rechte zu kämpfen. Reicher Beifall hatte Kaldeweg, als er das Verzeichniß in die Hand bekam, einen belohnte den Redner. Die Diskussion gestaltete sich zu einer sehr Von Seiten des deutschen Vizekonfuls in San Remo Bosten desselben, eine Teigreibemaschine, vom Verzeichniß animirten, es betheiligten sich hieran die Kollegen Jungermann, ist dem hiesigen Polizeipräsidium das Bildniß eines bisher un gestrichen. Gr that dies de 3 halb, weil die Maschine von Anders, Schulz, Niederhold und Schüßler. Sie schilderten die bekannten, gut gekleideten Mannes in dem Alter von etwa ihm auf Abzahlung erworben, noch nicht ganz bezahlt, mithin traurigen Verhältnisse der Arbeiterinnen in den verschiedenen 70 Jahren, welcher am 29. Dezember v. J. auf der Landstraße nicht sein Eigenthum sei. Er hat dann ferner die gedachte Ma- Industriezweigen. Der Antrag, das Bureau zu ersuchen, in zwischen San Remo und Ospedaletti mit einem Bruch des Wirbel- schine nach vollendeter Uebergabe aus den Räumen nächster Zeit wieder eine Versammlung mit Arbeiterinnen einzubeins ermordet aufgefunden wurde, zur Feststellung der Persön- der nunmehr dem Bäder Regloff gehörigen Bäckerei berufen, wurde einstimmig angenommen und die Versammlung lichkeit überfandt worden, da der Ermordete anscheinend ein fortgeholt. Wegen dieses Thatbestandes war K. am mit einem dreifachen Hoch auf die internationale Sozialdemokratie Deutscher ist. Visker ist nur die Thatsache ermittelt worden, 25. Juni v. J. wegen schwerer Urkundenfälschung und Diebstahls geschloffen. daß der Ermordete am Abend vor der Ausführung der That vom Landgericht zu längerer Freiheitsstrafe verurtheilt worden, in Gesellschaft zweier Männer in dem Alter von 35 bis hatte jedoch Berufung an das Reichsgericht eingelegt, welches das In der am 14. Januar stattgefundenen, sehr gut besuchten 40 Jahren, welche Piropf und Hacker zu heißen vorgaben, deutsch Urtheil verwarf und die Sache an das hiesige Landgericht zurück- öffentlichten Bersammlung sämmtlicher in der Firmenschildersprachen und aus Berlin beziehungsweise Potsdam stammen wies, da der Thatbestand der Urkundenfälschung nicht erwiesen Branche beschäftigten Arbeiter erörterte Herr D. Klein bie 3 Gesangverein Brezel- Das sind die scharfen geistigen Waffen!- Gesetzesunkenntniß Musit- und und Beschränktheit! Gewidmet zum Einkleben in das Innungsarchiv von einem Laien, früher Bäcker jetzt Arbeiter. stände vor und nach dem Sozialistengeseh. Reichen Bei-| 9 Uhr, bei Oswald Becliner, Brunnenstr. 114. fall erntete der Referent für seinen Vortrag. Unter Verschluß" tagt nicht mittwoch, sondern Donnerstag. schiedenem konnte die Angelegenheit Cordes nicht reuzberger Harmonie", Lindenstr. 106, bei Poppe. Gefangverein Firmitas", Adalbertstr. 8 bei Schneider. Gesangverein Gesangverein erledigt werden, weil sich Aussage und Aussage gegenüber" Amicitia", Adlershof Bismarchitraße bei Albrecht. stand. Herr Cordes gab jedoch die Versicherung, dem Verein klub Rüdwärts", Abends 8% Uhr, im Restaurant Boderte, PallisadenGesang-, Turn- und gesellige Vereine. Donnerstag. Stat nicht entgegen zu arbeiten. Folgende Resolutionen gelangten zur straße 47. Annahme: 1. Die heutige öffentliche Versammlung erklärt sich mit den Ausführungen des Herrn 5. Klein einverstanden und fordert die Kollegen auf, dem Verein beizutreten, um die moderne Arbeiterbewegung zum Siege zu verhelfen. 2. Die heutige öffent- veil che n", Abends 9 Uhr bei Förtsch, Stallschreiberstr. 60-- Pfropfenverein liche Versammlung verpflichtet sich, für die Berliner Volks Tribüne" zu agitiren, damit sie den Genossen erhalten bleibt. " Lübeck'scher Turnverein, Männer Abtheilung, Abends 8-10 Uhr, Elisabethstr. 57-58, Königstädt. Gymnasium. den Luisenstädt. Bierhallen, Alte Jakobitr. 89. Geselliger Verein Regina", Sigung mit Damen, Abends 8% Uhr, in Geselliger Club BlauGäste willkommen. Weidenweg 12. Wedding", Abends 8 Uhr bei A. Engel, Müller- und Antonstraßen- Eckc. Vergnügungsverein Caprice", Abends 9 Uhr, Sigung mit Damen im Marienbad", Badstr. 35-36, Saal 1 Tr. Vergnügungsverein Weilchen", 9% Uhr, Sigung mit Damen bei Lülow, Admiralstraße 38. Gäste will tommen. Verein ehemaliger Schüler der 98. Gemeindeschule, Abends Die Filiale 3( Often) der Maler u. s. w. hielt am uhr, im Gesellschaftshause Ostend", Rüdersdorferstr. 45. Privat 6. d. M. ihre Generalversammlung ab. Zuerst verlas der Re- theater- Geſellſchaft„ offnung", Abends 8% Uhr, im Klubhaus, Ohmgaffe 2. visor den Kassenbericht, welcher als richtig befunden und an schule. Sigung, Abends 9% Uhr, bei Saeger, Grüner Weg 29. Verein ehemaliger Schüler der 23. GemeindeGäste will genommen wurde. Dann wurde Kollege Marchionimi als Bei- tommen. Berein ehemaliger Schüler der 22. Gemeindeschule bei sitzer und Kartun als Beschwerdekommissions- Mitglied gewählt. Schröder, Stegligerstr. 18, Gäste willkommen.- Tambourverein, Jungfernfranz", Alsdann wurden die gestrichenen Mitglieder verlesen, worauf Rauchflub„ Dezimal- Waage", Abends 9 Uhr bei Infinger, Krautsdas zweite Flugblatt des ehemaligen Ausschusses vorgelesen wurde. straße 48. Rauchtlub„ ernspibe", Abends 8% Uhr bei A. Böhl, Rüders Hierüber entspann sich eine kurze Debatte; folgende Resolution dorferstr. 8. Rauchtlub Collegia", Abends 9 Uhr, bei Lehmann, wurde angenommen: Die Versammlung beschließt, vor der in Röllig's Salon, Neue Friedrichstr. 43-44. Humoristische Pfeifenbrüder", Abends 9 Uhr, Rauchtlub Vorwärts", nächsten ordentlichen Generalversammlung keinen Ausschuß mehr Abends 9 Uhr, bei Tempel, Breslauerstr. 27. zu wählen." Kollege Popken stellt noch den Antrag, den Hauptvorstand zu beauftragen, einen Aufruf an die polnischen Zeitung zu erlassen, worin lehtere zur Organisation aufgefordert werden. Der Antrag wurde ebenfalls angenommen. " Eisenbahnstr. 7. Sprechsaal. geben ist, dem Publikum zur Besprechung von Angelegenheiten allgemeinen Die Redaktion fiellt die Benuzung des Sprechsaals, soweit Raum dafür abzu Interesses zur Verfügung; sie verwahrt sich aber gleichzeitig dagegen, mit dem Inhalt desselben identifizirt zu werden. Das Vergnügungskomitee des Beerdigungsvereins der Berliner G. Lohse, Georgenkirchstr. 1 a, 4 Zr. Depeschen. " Frankfurt a. M., 21. Januar.( Telegramm des„ Herold.") Im Prozeß gegen die Frankfurter Zeitung" und die„ Frankfurter Volksstimme" wegen Beleidigung verschiedener Offiziere des 1. württembergischen Ulanenregiments König Karl, wurden der Redakteur der ersteren, Dr. Josef Stern, zu drei Monaten, und der Redakteur der letzteren, Gustav Hoch, zu sechs Monaten Gefängniß verurtheilt. Zürich, 21. Januar.( Tel. d.„ Herold".) Nach dem Bericht des Bundeskommissars Künzli erscheint eine Aufhebung des Kommissariats im Tessin nicht rathfam. Gin Ansturm gegen die revidirte Verfassung von Seiten der Liberalen und der von Reshini geführten Konservativen steht bevor. London, 21. Januar.( Tel. d.„ Herold".) Aus Washington wird berichtet, daß die Regierung demnächst den Kongreß einberufen wird, um demselben verschiedene Gesetzentwürfe betr. die Behandlungsweise der Indianer vorzulegen. U. A. soll der Verkauf von Waffen an Indianer verboten werden. ( Wolfs Telegraphen- Bureau.) Frankfurt a. M., 21. Januar. Bei der heute stattgehabten Demokratischer Verein zu Berlin. In der am 15. d. M. stattgehabten Generalversammlung wurden in den Ausschuß gewählt: Schlossermstr. A. Krüger, Vorsitzender. Rentier W. Lehmann, Geschäftsführer, Landsberger- Allee 10. Fabrikant R. Borchhard, Gollnowstr. 14. Zuschneider M. Brekonitsch. Zu Kassenrevisoren: Bildhauer Dölle. Stenograph D. Schulze. Bibliothet jett so weit vorgeschritten, daß sie zur Benugung für bite freie Literarische Gesellschaft ist mit Begründung der modernen die Mitglieder der Gesellschaft bereits in allernächster Zeit wird eröffnet verden können. Der dritte Vortragsabend den 22. d. M., in Albins Festsälen stattfindet, beginnt Abendskum 8 Uhr. bb am Donnerstag, nicht zu Versammlungen hergiebt. Ist es den Mitgliedern des gegen den Redakteur der„ Frankfurter Volksstimme", Hoch, wegen Abends 8½ Uhr, Verein der Modelleure und Gipsbildhauer, Donnerstag, den 22. T. m., Beerdigungsvereins resp. dem Vergnügungskomitee nicht bekannt, Abdruck dieser Korrespondenz wurde Dr. Stern zu 3 Monaten und Hoch zu 6 Wochen Gefängniß verurtheilt. im Restaurant Nobert.( früher May), Beuthstr. 21. was es den Berliner Arbeitern für Geld und Mühe gekostet hat, Generalversammlung. Tagesordnung: Geschäftsbericht. Die Anwesenheit aller Kollegen ist dringend geboten. 3. Verschiedenes. um die Wirthe dazu zu bewegen, ihre Lokale den Arbeitern nicht Ueber das Thema:" Die Impfung ein Wahn des 19. Jahrhunderts" blos zum Vergnügen, sondern auch zu Versammlungen herzugeben? wird der Herr Rechtsanwalt Martint aus Leipzig am Freitag, den 23. D. M., Wie kommt nun ein Theil der Zimmerleute dazu, diese ErrungenAbends 8 Uhr, bei Buggenhagen am Morigplay einen öffentlichen Vortrag schaft wieder illusorisch zu machen? Unterzeichneter ersucht nun Verein zur Pflege freireligiösen Lebens. Freitag, den 23. d. m., alle diejenigen, welche die Arbeiterbewegung unterstüßen wollen, Abends 8% Uhr, Beuthstr. 21, im Restaurant Fr. May: Mitgliederversammlung. von dem Vergnügen fern zu bleiben, damit dieser Theil der Sonntag, den 25. cr. Vorm. 10% Uhr, Beuthstr. 22. Vortrag des Herrn Berliner Zimmerleute allein unter sich ist! Waldeck Manaffe über: Die Stellung der Frauen zur freireligiösen Bewegung." Gäste( Damen und Herren) haben freien Zutritt. Zimmerleute, im Auftrage August Klebb, Mariendorferstraße 2, Verhandlung gegen den Redakteur der Frankfurter Beitung" annonzirt in Nr. 15 des Vorwärts" vom Sonntag, 18. Januar, Dr. Stern wegen Beleidigung verschiedener Offiziere des „ König Karl" durch das Lokal Weberstr. 17. Da nun das betreffende Lokal von der württembergischen Ulanen- Regiments Lokalkommission nicht mit auf die Liste gesetzt ist, so muß ich Aufnahme einer Stuttgarter Korrespondenz über angebliche im Offiziertasino des betr. Regiments und annehmen, daß der betreffende Wirth sein Lokal den Arbeitern Vorgänge halten. Arbeiter- Bildungsverein für Friedrichsfelde und Umgegend. straße 10. " " nternationale", I. " A. Weiß, Zimmerer, Straßburgerstr. 41. * * Briefkasten der Redaktion. Bet Anfragen bitten wir die Abonnements- Quittung beizufügen. Brieflich Antwort wird nicht ertheilt. Schriftführer der Steindrucker. Vielleicht haben Sie die Güte, in Zukunft unsere schon recht oft wiederholte Bitte zu beachten, Annoncen stets direkt an unsere Expedition, Beuthstraße 3, zu senden. Die Redaktion hat mit dem Inseratenwesen nicht das Geringste zu thun. Fester Wille. Ein Leseklub dieses Namens existirt nicht. H. E., Nostizstr. Wir kennen die Sprechstunden der betreffenden Herren nicht. Die Adressen finden Sie im Adreßkalender. G. H., Weidenweg. Noch nicht, aber es wird wohl noch soweit kommen. R. S., Barmen. Die von Ihnen gewünschte Einrichtung können wir bei uns nicht einführen. Donnerstag, den 22. d. M. Generalversammlung bei Momber, Wilhelm- Unterzeichneter glaubt es der Deffentlichkeit schuldig zu sein, Lese- und Diskutirklubs. Donnerstag. Freiheit", Abends zu berichten, wie die Innungshelden uns und unsere Gewert 9 Uhr, Naunynstr. 86 bet Zubeil. Gäste haben Zutritt. Realismus schaftsorganisation vernichten und mit geistigen Waffen bekämpfen. Abends 8% Uhr, bei Wutite, Friedrichsbergerstr. 24. Verein Bolts Folgendes trug sich am 20. Januar im Mehlhaus zu. Der bildung( Männer und Frauen) Abends 9 Uhr, im Restaurant Nürnberg, Innungs- Obermeister der Bäcker, Präsident des Zentralverbandes Schönhauser Allee 28.- Lese- und Diskutirklub der Bäder ,, Wach Auf", Nachmittags 5 Uhr, in der Gr. Frankfurterstr. 99, Frankfurter Bier Germania", hatte die Innungsgesellen an oben genanntem hallen". Wahrheit, Markusstr. 31. Natur" Abends 8% Uhr, Tag zu Nachmittag 3 Uhr einberufen zur Wahl eines GesellenKaiserstr. 4, bei Hoffmann.- Auftlärung", Abends 8 Uhr, in Heindorf ausschusses zum Innungs- Schiedsgericht. Die Gesellen hatten in Restaurant, Langestr. 70. Gäfte willkommen. Andreasstr. 19 bei Delze, Sigung. Gäfte haben gutritt.-Seine" in Rir- einer früheren Versammlung die Wahl verweigert und waren dorf, Ecke snefebed- und Hermannstraße, Restaurant Beyler. Gäste will entschlossen, in dieser neu anberaumten Versammlung dasselbe zu Neue Beit", 8% Uhr, Boŋenstr. 40. Gäste haben Zutritt. Süd- Dft", 8% Uhr bei Toltsdorf, Görligerftr. 58. thun. Da nun der Herr Innungsschwärmer die widerspenstigen Arbeiter- Sängerbund Berlins und Umgegend, Abends 9 Uhr, Uebungs- Gesellen fah, glaubte er sich auf Grund seiner Innungsprivilegien stunde. Aufnahme neuer Mitglieder. Seeger'scher Gesangver berechtigt, die Macht der Behörden in Anspruch zu nehmen, und an den Vorstand. ein", Blumenstraße 46 bei Wenck. Uebungsstunde von 9-11 Uhr. er schickte zur Revierwache um Hilfe. Aber da geschah das W. 100. Sie fragen an, ob es hier in Berlin ein Institut Besangverein Ginigtett"( Hutmacher), Linienstraße Nr. 73 bet Roth. Gesangverein Edelweiß" Melchiorstraße Nr. 15 Unglaubliche: Denn als der Wachtmeister mit den 4 Schuß- giebt, wo man bei Lebzeiten seine Seele verkaufen kann, wie viel bet Stehmann. Gefangverein Echo 2", Alte Schönhauserstraße männern den Saal betrat, und er keine polizeiliche Ueber- es dafür giebt, und was sonst noch für Bedingungen sind.- Ob Nr. 42 bei Reimann. Gesangverein Frühlingsluft", Flottwell: wachungsbeamte bemerkte, löste er die Versammlung auf Grund es ein solches Institut giebt, wissen wir nicht; daß es aber in straße 5 bet Bartels. Männerchor ,, St. Urban", Annenstraße 9 des preußischen Vereinsgesetzes auf wegen Unterlassung der Berlin fein Institut giebt, wo Sie Ihren Verstand verkaufen Gefangverein ,, Kornblume", Blumenstr. 54 bei Wuttke. Gefangverein polizeilichen Anmeldung. können, das wissen wir genau. " tommen. " Prop. Männergesangverein Borar", Admiralstr. 38 bei Bülow. verein des ,, Tischlerverbandes" in Stegliz, Restaurant Hildebrand. Hand in hand", Staligerstr. 142 bet Greiser. Gesangverein ,, Dorf= Und das schönste bei der Sache ist, daß wir in kürzester glödlein" Deutsch- Willmersdorf, Berlinerstr. 40 bei Pietsch. Gesang Frist einen Innungshelden à la Ackermann vor den Schranken Gesangverein harmonte", Tempelhof, Restaurant Wesenberg. Gefang des Tribunals stehen sehen werden, denn es wird sich doch bald verein Weiße Rose", Reinickendorf, Reſidenz- und Holländerſtraßen- ein Staatsanwalt finden, der den Gesetzesattentäter einen ordentArbeiter- Gesangverein ,, morgenroth, Rummelsburg, Gesangverein" Freundschaft" Abends lichen Denkzettel aufbrennt??? Ecke bei Garo. Göthestraße 9 bei Konrath. Freie Vereinigung der Kaufleute. Versammlung am Donnerstag, den 22. d. Mts., Abends 81/2 Uhr, im Saale der Gratweil'schen Bierhallen, Kommandantenstr. 79. Tagesordnung: 1. Die Sozialreform und der Kaufmannsstand.( Referent: Herr E. Rosenthal.) 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. 188 Jedermann als Gast willkommen. Die Mitglieder werden darauf aufmerksam gemacht, daß die geselligen Zusammenkünfte jeden Montag Abend Seydelstr. 30 bei Preußer stattfinden. Der Vorstand. Allgemeiner Metallarbeiter- Verein Berlins und Umgegend. Ordentliche General Versammlung = Sonntag, den 25. Januar, Vorm. 10 Uhr, in den Arminhallen( großer Saal), Kommandantenstraße 20. Tagesordnung: 1. Bericht des Vorstandes. 2. Kassenbericht des Rendanten und Bericht der Revisoren. 3. Neuwahl des Vorstandes und der Revisoren. Antrag des Vorstandes. 4. Abrechnung vom Stiftungsfest. 5. Anträge und Verschiedenes.- Mitgliedstarte legitimirt. Zahlreicher Besuch erwünscht. Der Vorstand. 224 Achtung, Charlottenburg! Große öffentliche Versammlung des Allg. Arbeiterinnenvereins Berlins und Umgegend( Filiale Charlottenburg) am Freitag Abend 8 Uhr, in Bismarchshöhe, Wilmersdorferstr. 39. Tagesordnung: 1. Vortrag des Reichstagsabgeordn. Herrn Förster. Zur Deckung der Unkosten Entree nach 2. Distussion. 3. Verschiedenes. Belieben. Zu zahlreichem Besuch ladet ein 101 Der Vorstand. J. H., Pallisadenstraße. Uns ist davon nichts bekannt. H. O., Husum. Wenden Sie sich mit Ihrer Angelegenheit O. 1. Sie brauchen feine Erlaubniß der Militärbehörde. H. P., Boyenstr. 16. Ob es im Jahre 1868 noch Baugefangene in Magdeburg gab, wissen wir nicht. O. T., Thaerstr. 20. Das Gebäude gehört dem preußischen Staat und war niemals Eigenthum des Dr. Stroußberg. Verlag des ,, Vorwärts" Berliner Volksblatt, Berlin SW., Beuthstraße 3. Im Verlage von J. H. W. Diet in Stuttgart erscheint nächster Tage und ist von unserer Expedition zu beziehen: Die Frau und der Sozialismus. Von August Bebel. Neunte gänzlich umgearbeitete Auflage von des Verfassers " Die Frau in der Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft." Preis broschirt 2 M., gebunden 2,50 M. Der beispiellose Erfolg, den der Verfasser mit den früheren Auflagen seines Werkes erzielte, obgleich dasselbe, durch das Sozialistengesetz verboten, den großen Volkskreisen nur schwer zugängig war, ist dieser neuen Auflage, nachdem dies Hinderniß gefallen, in erhöhtem Maße sicher. Alle Gesellschaftsklassen bringen dem Buche das lebendigste Interesse entgegen und so sei dasselbe zunächst den Parteigenossen zur weitesten Verbreitung empfohlen. Frankobestellungen werden sofort nach Eintreffen portofrei ausgeführt. E Wiederverkäufer erhalten Rabatt. Große öffentl. Former Versammlung Wissenschaftl. Bücher Sonntag, den 25. Januar, Vormittags 10 hr. in Gratweil's Bierhallen, Kommandantenstraße 77-79. Tagesordnung: 1. Bericht der Delegirten vom letzten Gewerkschaftskongreß.( Referenten: Kollegen Körsten und Pätze I.) 2. Diskussion. 3. Wahl eines Vertrauensmannes für Berlin. 4. Verschiedenes. Die Former Berling werden findet eine Zellerfammlung untung zu erscheinen. Zur Deckung der Unkosten 154 Die statt. Der Einberufer. Restauration 3ur alten Linde" Platinabfall zu den höchſt. Preiſen, am Rottbuferplatz ist sof. wegen Ueber- alte Seel pro 100 St. 16 Mart fauft nahme eines Grundstücks zu verkaufen. Robert Linke, Nr. 25, Berlin. iM Näheres daselbst. Neue Hochstraße Zwei Vereinstimmer mit Pianinos Nur 1 Mark. von 20-60 Personen sind zu vergeben. 78 J Klagen, Eingaben, Rath in Prozessen, Einziehung von Forderungen. Pollak, jest Georgenkirchstr. 24, 11, Auch Sonn- u. Feiertags geöffnet. J. Jezierski, Zimmerstr. 37. RI. Hobelmaschine, neu od. gebr., kauft Putschan, Röpenickerstr. 181. 138 J A. Hannemann, Rochstr. 56. Fernsprecher Amt I. 4027. fauft Roh- Tabak ämmtlicher Der Gesangverein Bretzelschluss" Unserem Kollegen Woyciechowsky zu seinem heutigen Geburtstage ein dreimal donnerndes Hoch! 153 Seine Kollegen. Unserem Freunde und Genossen Ernst Bölitz gen. Gerhardt zu seinem heutigen Geburtstage ein donnerndes Hoch! Die Freunde aus dem Osten. Allen Freunden und Bekannten zur Nachricht, daß unser Bruder und Schwager, der Schlosser Hermann Fischer, an der Proletarierkrantheit im 30. Jahre gestorben ist. Die Beerdigung findet am Freitag, den 23. d. M., Nachmittags 1 Uhr, vom Trauerhause, Hochmeisterstraße 19 aus nach Weißensee( 3ions- Gemeinde) statt. Franz Puschel. [ 158 J] Fachverein der Former. Den Kollegen zur Nachricht, daß am Montag Abend der Kollege Otto Bachler 154 verstorben ist. Die Beerdigung findet am Freitag Nachmittag 212 Uhr vom Trauerhause, Bergstraße 181( Rirdorf) aus statt. Um zahlreiche Betheiligung bittet Der Vorstand. Versammlung aller Bauhandwerksmeister, deren Lieferanten und der Lieferanten ( Mitglied des Arbeiter- Sängerbundes) von Baumaterialien von Berlin und Umgegend hält jetzt seine Uebungsstunde DonnersHorten. tags Aunenstraße 16 in Sahm's Klub- am Donnerstag, den 22. Januar 1891, haus und den Maskenball am Sonn- Nachmittags 31½ Uhr pünktlich, in abend, den 14. März, Große FrankKeller's Saal, Röpenickerstraße 97. Tagesordnung: Größte Auswahl, billigste Preise. G. Elkhuysen, Münzstr 10. Kinderwagen. Las gr. Zager Berlins furterstraße 85 bei Buss ab. Tauben- Börse Franzstraße 14. Feller. Möbl. Schlafſt. finden 2 Genoffen Posenerstr. 30, Hof 4 Tr. bei Janz. Arbeitsmarkt. Ein tüchtiger Rohrleger wird verl. 148 J Boske, Gerhardstr. 8. Ein geübter Silberpresser verlangt bei Franz Mosgau, Markusstraße 50. Der Vorstand. Meyer's Bücher, Brehm, Welt geschichten kauft A. Hannemann, Roch straße 56. Fernsprecher I 4027. 110 Lexicon, wissensch. F. Stenzel's Elegante Masken- Garderobe, 118 Dresdener- Strasse 118, empfiehlt sich den Lesern des ,, Vorwärts" zu billigsten Preisen. 1. Wie schüßen wir uns gegen den überhandnehmenden Bau- Schwindel? Referenten Schlossermeister Paul Haase und der Unterzeichnete. Wir bitten pünktliches Erscheinen. Als Legitimation alle Betheiligten um zahlreiches und dient die Abgabe einer Geschäftskarte. Das Komitee. J. A. Albert Schellenberg, Fabrikant, Thurmstr. 61. 151 J Die gegen die Eheleute Bock ausge sprochenen beleidigenden Aeußerungen nehme ich hiermit zurück. 111 159 J Verantwortlicher Redakteur: Curt Baake in Berlin. Druck und Verlag von Mag Bading in Berlin SW., Beuthstraße 2. Frau K. Richter. 2. Beilage zum„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Mr. 18. Donnerstag, den 22. Januar 1891. 8. Jahrg. staune: davon: zur Kindlich naiv ist die Art und Weise, in welcher die bürger- recht fleißig der politische Kampf gegen den Umsturz und die Tokales. fichen Parteien sich mit der Statistit über volkswirthschaftliche Verfeichung des Deutschthumsigepredigt werden. Freilich es ist nichts Es braust ein Ruf wie Donnerhall! nämlich aus Nir- Angelegenheiten abzufinden pflegen. Baßt eine solche Statistit Neues mehr, daß die Kirchen gleichzeitig zu politischen Versamirdorf, unserem guten, braven Hiydorf! Dieser staatserhaltende zufällig den demagogischen Zwecken der bürgerlichen Parteiblätter, lungsfälen verwendet werden, als Beispiel weisen wir da auf Nachbarort Berlins wird nun bewahrt bleiben zwar nicht vor so ist es ja felbfiredend, daß ein Lobhhymnus auf die erhabenen, Leipzig hin, wo neulich erst ein frommer Gottesstreiter regelrechte den duftenden Produkten der Berliner Abfuhr und ähnlichen gemeinnüßigen Einrichtungen der heutigen Gesellschaft zum politische Versammlungen fogar Tellersammlung fand statt, abhielt. In dieser Versammlung Genüssen, aber, was für die staatserhaltenden Nixdorfer ja viel Himmel steigt. Paßt aber die Statistik nicht ganz in den Kram doch ohne polizeiliche Genehmigung, troydem aber auch ohne hinein, nun, dann schadet das auch nichts. Dann wird mit polizeilichen Ginspruch ttt wichtiger ist, vor der bösen Sozialdemokratie. Publikum lies und einigen nichtésagenden Redewendungen allgemeiner Natur das donnerte der Herr Pastor gegen die Sozialdemokratie. Seine Jedenfalls will man vernünftiger " In der legten Sonnabendsitzung des hiesigen Handwerker- Mißliebige abgefertigt, und damit wohl auch meistens der Zweck Ausführungen wurden theilweise mit Beifallsklatschen, theilweise vereins( so schreibt nämlich die biedere Rirdorfer Zeitung") erreicht, dem Sefer über die wahre Sachlage der betreffenden mit Bischen aufgenommen. spielte sich folgende recht interessante Szene ab: Der Vorstand Ginrichtungen eine andere Borstellung vorzugaukeln. Denn nicht Weise der Menschheit einen Fingerzeig geben, zu welchen pratwurde von einem Mitgliede aufgefordert, die Gründe für die Jeber nimmt sich die Mühe, die Zahlen der Statistik, die oft fischen Zwecken auch späterhin die„ Gotteshäuser" verwendet wer Nichtaufnahme eines neu gemeldeten Mitgliedes in den Verein absichtlich falsch gruppirt find, einer eingehenderen Prüfung zu den können. Stöder dürfte übrigens auch schon darin geübt sein, unterziehen. Auf den Autoritätsglauben seiner Zeitung hin in den Häusern des sogenannten Gottesfriedens politische Heizöffentlich anzugeben. Der Vorsitzende, Herr Obergärtner Kühn, nimmt der Leser die ihm dargereichten Betrachtungen für lautere reben zu halten, auf seinen früheren Agitationsreisen haben ihm lehnte jede Auskunftertheilung als statutenwidrig ab, so lange Wahrheit, und das Hohelied auf die Segnungen des manches Mal die Kirchen ad majorem dei gloriam der Fragesteller fein statutarisches Recht für sein Vorgehen nicht fann sich Glück wünschen, daß ihm auch fernerhin ein Mann, nachweise. Der Fragesteller theilte hierauf mit, er wisse aus Kulturstaates fann in voller Reine ertönen. Hier ein Erempel größeren Ehre Gottes zur Verfügung gestanden. Berlin aber ficherer Quelle, daß die Angehörigkeit des Neugemeldeten Die Bourgeoisblätter weisen auf den Geschäftsbericht des wie der Apostel der Wahrheit, erhalten bleibt. zur fozialdemokratischen Partei der Grund des Vorstandes Wie sehr gegenwärtig das Angebot der Arbeitskraft für die Ablehnung des Neugemeldeten sei, gab in den föniglichen Leihamts hin, um in ganz unsubstantiivter und willBruſttönen vollster Ueberzeugungstreue feiner Entrüstung über türlicher Weise daran die Folgerung zu knüpfen: Trotz der mancherlei Streitbewegungen im Sommer die Nachfrage übersteigt, davon konnten Passanten der Kaiser ein folches Vorgehen des Vorstandes, welches die allgemeinen 1889 ist die Inanspruchnahme des königlichen Leihamts Wilhelm- und Rosenstraße am Sonnabend Nachmittag voriger Woche einen schlagenden Beweis erhalten. Es war dort um diese Menschenrechte ins Gesicht schlage, Ausdruck und meinte, es sei geringer gewesen, wie im Jahre zuvor." muthlos vom Vorstande, die Gründe nicht anzugeben, und UnAllerdings stimmt das nach den Zahlen der Statistik. Nach Zeit ein Eckhaus obiger Straßen von einem dichten Menschenrecht, durch den Ausschluß der Angehörigen einer bestimmten derselben haben die Pfänder in der Zeit vom 1. April 1889 bis inäul umlagert, selbst der Flur und die Treppen waren dicht gePartei den Verein zu einem politischen zu stempeln. Der erste 1. April 1890 um 3316 Stück mit einem Nominalbetrage von füllt mit Menschen; bis weit auf den Straßendamm standen die Borsigende gab hierauf folgende bedeutungsvolle, hochinteressante 187 976 M. abgenommen. Leute, außerdem gingen sie schaarenweis auf und ab, da Viele in Erklärung ab, welche die weiteste Verbreitung verdient: Ihrem In welcher Art aber die einzelnen Berufsstände an der Kälte nicht stehen bleiben wollten. Auf Nachfrage, was Gesammtvorstande, der mich durch einstimmigen Beschluß zu fol- dem Beihamts- Verkehr betheiligt waren, ergeben folgende Daten. eigentlich der Auflauf bedeute, erhielt man zur Auskunft, daß in gender Erklärung autorisirt, und mir selbst ist es bei Beurthei- Rückkauss- Händler, Kommissionäre mit 0,9 pCt.( im Vorjahre dem Hause eine Portierstelle ausgeschrieben war, und dazu hatten Iung der Qualität unserer Mitglieder vollständig gleich gewesen, welcher politischen Partei sie angehörten, bis uns glaubhaft mit 0,5 pet, Rentiers und Grundbesiger mit 1 pet.( 0,57 pet.), sich nun nicht weniger als einige Hundert Männer, überwiegend Rünstler, Schauspieler 2c. mit 1,68 pet.( 1,87 pt.), Studirende schon vorgerückten Mannesalters, beworben. Zwar hofften alle getheilt wurde, der hiesige sozialdemokratische Arbeiter- Bildungs- 0,70 pet.( 0,33 pet.), Militärs 0,17 pet.( 0,17 pet.), Gelehrte, die Draußenstehenden gar nicht mehr auf die Stelle, sie wollten verein habe in einer Vorstandssitzung beschlossen, feine erste, Literaten sc. 0,58 pet.( 0,63), Beamte von Gisenbahnen, aber doch, da sie sich einmal den- theilweise sehr weitenMitglieder en masse in den Handwerkerverein eintreten aus der Menge heraus ausgewählt zu werden. zu lassen, um ihn nach den nächsten Vorstandswahlen in seinem Rommunen, Staat 5,94 pet.( 4,27 pet.). Wittwen und unver- Weg gemacht hatten, abwarten, wem das Glück zu Theil würde, Sinne umzugestalten. Ein solches Vorgehen hätte uns gefährlich beirathete weibliche Personen 20,94 pät.( 20,20 pt.) Hier halten sich die Säge auf dem ungefähr gleichen Niveau Parteigenoffen! Werft Eure gelesenen Zeitungen nicht werden können, wären wir nicht von demselben unterrichtet wor wie im Vorjahre, theils über, theils unter demselben. Wo sie erden, es ist aber aussichtslos, ich nehme keinen Anstand es öffentlich auszusprechen nachdem wir im Zustande der Noth- heblich hinausgehen, da lagen besonders ungünstige Verhältnisse fort, feid nicht der Meinung, diefelben hätten ihren Zweck erfüllt, auf dem flachen Lande, die in Ställen und Hütten haufen, deren wehr, von jetzt ab ausgesprochene Sozialdemokraten nicht mehr vor, wie z. B. bei den Hauswirthen und Grundbesigern die fobald sie gelesen sind; sondern gedenkt vielmehr Gurer Brüder als Mitglieder aufnehmen werden. Der Handwerkerverein, ein schwere Kreditgewährung im fraglichen Zeitraum. Sehen wir uns nun das Proletariat an, so finden wir die Lebenshaltung in den weitaus meisten Fällen eine menschenBerein zur Sebung allgemeiner Bildung, zur Pflege der Gesellig- Tagelöhner und Fabrikarbeiter mit 9,28 pet. gegen 8,33 pct. im würdige nicht genannt werden kann und die nicht in der Lage sind, selbst ein Blatt halten zu können, was ihre Interessen verteit, hatte bis jetzt Raum für Glieder aller politischen Parteien, Vorjahre aufgeführt. jedes Mitglied hatte bis jetzt gleiche Rechte, gleiche Pflichten. Diese Bahl schließt an sich schon eine vernichtende Kritik der tritt, und unterstützt die Agitation in ländlichen Distrikten, indem Wenn wir uns jetzt gegen eine Vergewaltigung durch die heutigen Wirthschaftsverhältnisse in ſich. Sie würde noch eine wuch Ihr Eure gelesenen Zeitungen, auch Gewerkschaftsblätter, zur Sozialdemokratie schützen, wenn wvir Herr im eigenen Hause bleiben wollen, tigere Sprache reden, wenn die Statistit sich auf die ca. 100 Privat- Verfügung stellt. Folgende Genossen sind bereit im Osten des fo glauben wir Des Bei Gustav Tempel, Breslauerstr. 27; Ostar Weinberg, ElisabethStraße 10; Otto Babel, Frankfurter Allee 90. Gerichts- Beifung. falles jedes vernünftigen Menschen sicher zu sein. Die leihämter erstreckte, die Hauptsächlich von den Arbeitern benutzt 4. Berliner Reichstags- Wahlkreises gelesene Arbeiterblätter in Fahne des Handwerkervereins rubt in meiner Sand, werden, weil sie in ihren Vierteln und nicht in der Friedrichstadt Empfang zu nehmen: Robert Berger, Gr. Frankfurterstr. 92; und diese Sand wird start genug sein, sie rein und unbefleckt, liegen, wie das königl. Leihamt. Endlich ist auch die Bahl der Emil Böhl, Frankfurter Allee 74; Otto Heindorf, Langestr. 70; wie ich sie erhalten, meinem Nachfolger zu übergeben. Donnernder Proletarier, die nichts mehr zum Versehen haben, in stetem Heinrich Hoffmann, Kaiserstr. 4;' August Insinger, Krautstr. 48 Beifall, aber auch vernehmbares Murren, war der Erfolg dieses Wachsthum begriffen, entsprechend der durch die agrarische Aus- Wilhelm Lock, Friedrichsbergerstr. 11; Roggendorf, Poſenerstr. 5; mannhaften Vorgehens, zu welchem wir den Handwerkerverein beutungspolitik hervorgerufenen Nothlage der Haushaltungen. herzlich beglückwünschen. Da aber weitere Stürme nicht ausDie Statistiken der Bürgerblätter sehen das Alles nicht, oder bleiben dürften, ist es eine Pflicht aller Handwerker, denen es vielmehr wollen es nicht sehen. Wir werden aber nicht aufhören, von Fall zu Fall die Entstellungen der Statistik zu Gunsten eines am Herzen liegt, zu konstatiren, daß Rixdorf noch lange nicht freundlichen Gesammtbildes zu beseitigen und den Herren ein eine Hochburg der Sozialdemokratie geworden ist, nach diesen Licht aufzustecken, das ihnen mit unerbittlicher Wahrheit das Vorkommnissen in den Handwerkerverein als Mitglieder einzutreten." Biederes Volk diese Rixdorfer Handwerker- Vereinler und am Berwerfliche des heutigen Ausbeutungssystems beleuchtet. Der Puyfeder- Fabrikant Sigismund Cohn stand gestern biedersten der mannhafte Vorsitzende: Erst lehnt er jede Erklärung für Die große Kulturaufgabe, dem Stöcker, nach seinem un- unter der Anklage des Betruges vor der zweiten Straffammer die Nichtaufnahme eines Gemeldeten ab; dann als ihm gehörig der freiwilligen Ausscheiden aus der fetten Hofprediger- Pfründe eine des Landgerichts 1. Der Angeklagte eröffnete im Mai d. J. ein Tert gelesen wird, fängt er an zu wackeln und giebt eine„ bedeutungs- Stätte zu schaffen, in der er den Berlinern dauernd die Bruder- neues Geschäft auf den Namen seiner Ghefrau M. E. Friedvolle, hochinteressante Erklärung", die er erst nicht geben wollte. liebe, Toleranz und Wahrheitsliebe predigen kann, scheint zuver- länder u. Komp., nachdem das erste Geschäft ein klägliches Ende Ach es geht doch Nichts über eine feste, entschloffene Mannesseele. läffigen Nachrichten zufolge gesichert zu sein. Die Opferwilligkeit genommen. Einer großen Schuldenlast von 44 000 Mart stand Nun, wir können noch zwei weitere Thatsachen mittheilen, die, der in Frömmigkeit erzogenen und in einem gottgefälligen Lebens- nicht einmal so viel Aktivamasse gegenüber, daß der Konkurs erwie man uns glaubhaft versichert, von Einfluß auf die weise wandel dahinlebenden Männer, Frauen und Jungfrauen hat es öffnet werden konnte. Der Angeklagte begab sich bald nach seiner Entschließung des Verbandes gewesen sind. Zunächst hat sich ein zu Stande gebracht, daß ganz namhafte Summen sich im Besiz Neu- Etablirung zum Kaufmann Schreyer, den er durch die in der Nähe von Rigdorf wohnender Handschuhmacher, dessen des Vorsitzenden des Komitees, des frommen Junkers v. Kleist falschen Vorspiegelungen, daß seine Ehefrau 10 000 Mart in's Namen schon Schiller in seinen Räubern sehr geistreich verewigt Regow, befinden, man spricht davon, daß die Summe bis jetzt Geschäft gesteckt habe, daß er vollständig schuldenfrei dastehe und hat, zur Denunziation der politischen Gesinnung des Angemeldeten auf 40 000 M. angewachsen sei und daß noch bedeutende Beträge daß er bedeutende Aufträge für Paris und New- York habe, zur gedrängt gefunden; dann aber kam ein höchst gefährliches Moment von außerhalb her zufließen dürften. Auf alle Fälle ist das die Gewährung eines Kredits bis zur Höhe von 2000 M. zu bewegen in Betracht, das jedem ordnungsliebenden Manne das Blut er- göttliche" Welt ,, ordnung" stüßende Unternehmen gesichert. Und wußte. Dieser Betrag war bald überschritten, worauf starren machen muß. Man redenke: der Angemeldete hatte, ja er damit recht vielen Leuten auf einmal ihr Weg zum irdischen und Cohn noch um weitere Waarenposten bat, die er dadurch erhielt, hatte einen langen rothen Bart! Und vor dieser männlichen vor Allem zum himmlischen Heile gezeigt werde, soll die Predigt- daß er dem Kaufmann Schreyer seine Bücher vorlegte, aus denen Zierde wackelt der ganze Rixdorfer Handwerkerverein! Nun, halle in großen Dimensionen erbaut werden, so daß sie 3000 bis hervorging, daß er in den nächsten Tagen den Eingang größerer das schadet nicht, verehrter Rigdorser Handwerkerverein; sie 4000 Personen bequem faßt. Ueber dem Eingang empfehlen wir Außenstände zu erwarten hatte. So war die Schuld bei Schreyer kommen doch die bösen Sozialdemokraten mit und ohne rothe als Inschrift die Worte anzubringen: Tempel der Wahrheitslehre auf 3300 m. angelaufen. Als der Lettere sich am 14. Auguft Bärte. Aber es ist ein recht reizender Beitrag aus Rigdorf zu und des Friedens. nach dem Geschäfte des Angeklagten begab, fand er wiederum dem soviel angekündigten Kampfe gegen die Sozialdemokratie mit Aber nicht nur kirchlichen Zwecken soll das Institut ge- eine verschlossene Thür, nach kaum dreimonatlichem Bestehen geistigen Waffen. widmet sein, sondern neben den religiösen Bußpredigten soll auch hatte derfelbe Tags zuvor wiederum Konkurs angemeldet. Er Rothenburger Tage. sie zu drehen, sie hörte ein Rauschen wie von einem mächtigen Strom, die Gestirne schienen ihr durcheinander zu Roman aus der Zeit des großen Bauernkrieges von 1525. wirbeln am Firmament und sie glaubte unendlich schnell und tief zu fallen. Von Wilhelm Blos. Das Morgengrauen drang durch die Mauerspalte des ( 42. Fortsetzung und Schluß.) Thurmes. Agnes saß auf ihrem Lager, ruhig, entschlossen, Als die Riegel wieder vorgeschoben worden, warf sich nach dieser schrecklichsten Nacht ihres Lebens. Sie hatte das Mädchen zur Erde und schluchzte wie ein Kind. Sie ihre Kleider geordnet und hielt in den Falten ihres Geraufte sich die schönen Haare im wildesten Schmerz, zerriß wandes die Waffe verborgen, die sie dem Markgrafen entihr Gewand und schlug mit den Fäusten gegen den weißen rissen und die sie von dem Henker, von Schmach und Dual Busen. Bebend sprach sie ein über das andere Mal den befreien sollte. Namen des geliebten Mannes aus, den ihr der Tod geraubt; Wieder rasselten die Schlösser und Riegel; mun kam fie lauschte, aber es fam keine Antwort. Eine Art Fieber man, sie abzuholen vor das heimliche Gericht. Die Zeit wahn befiel sie; sie hatte zu stark gelitten in der letzten Zeit, war da. " will weiter nichts von Euch. Heute Morgen rückt er ab mit seinen Mannschaften". Der freundliche Zuspruch beruhigte Agues einigermaßen. Und nun gehet zu Eurer Mutter und tröstet sie", sprach der Nathschreiber, sie hat's nöthig!" Aber der Water?" Da sah sie Herr Thomas traurig an. " Das ist's eben", sprach er. Euer Vater ist diese Nacht gestorben; ich hab ihm die lugen zugedrückt. Er hat Guch vergeben und läßt Euch um Vergebung bitten; Euer Name war sein letztes Wort!" Agnes stand rathlos, thränenlos. Der Rathschreiber 30g sie hinweg und sie eilten, so schnell sie konnten, nach Agnesens Elternhaus. Ende. um auch noch diesen furchtbaren Schlag ruhig ertragen zu" Florian, ich folge Dir," sprach sie, ehe ich mich in können. Sie raste und stieß die fürchterlichsten Ver- des Henkers Gewalt gebe!" Die Mutter fam der Tochter die Treppe herab entwünschungen gegen den Rath, gegen Grumbach, gegen Kein Muskel zuckte in ihrem Gesicht, als die Thür sich gegen, thränenüberströmt. Sie fielen sich in die Arme. Kasimir aus. öffnete. Auch Agnesens ungeheurer Schmerz Löfte sich in einem „ Lasset mich hinaus, hinaus," rief sie mit gellender Aber nicht die widerwärtige Gestalt des Henters Thränenstrom auf, aber sie hatte wieder eine Heimath geStimme, hinaus, auf daß ich ihn mit meinen Nägeln aus erschien, sondern das freundliche Antlitz von Thomas funden-am treuen Mutterherzen!" der Erde grabe! O, ihr Glenden!" Zweifel, dem Rathschreiber, schaute herein. Dann hatte sie Bisionen. Sie sah sich im weißen Braut- Armes Kind!" sprach der freundliche alte Herr, gewand mit Florian vor dem Altar stehen; Doktor Deuschlin kommet nur mit, Ihr seid endlich frei! Aber machet auch große Erhebung von 1525 folgte. Allüberall ging es emfig Das war ein fürchterliches Strafgericht, das auf die sprach den Segen, da kam Barbara von Grumbach, bleich keine verwegenen Streiche mehr!" mit aufgelöstem Haar und deutete auf Florian, dem das Blut aus einer tiefen Brustwunde quoll. Sie schrie auf " Raum mag ich's glauben", sprach Agnes. Aber ich zu mit Hängen, Verbrennen, Köpfen, Rädern, Viertheilen, konnten die Henker die Last ihres Amtes tragen. Dazu and ward wieder still und sah sich im grünen Wald, da fürchte den Tod nicht mehr. In solchen Zeiten ist es Augenausstechen, Händeabhacken und Brandmarken; kaum kamen die Bußen an Geld und Gut; das Volk verlor die zwitscherten die Vögelein und summten die Bienen, Alles ehrenvoller zu sterben, denn zu leben." blühte und duftete rings um sie. Sie flocht einen Herr Thomas ergriff besorgt ihre Hand und schaute alten Freiheiten und zu den alten Lasten kamen neue. Die Kranz von wilden Blumen und setzte ihn Florian bekümmert in ihre fieberhaft glänzenden Augen. Altklugen gaben an Allem den Bauern die Schuld und ihren auf's Haupt, der vor ihr im Moose lag und sie„ Ach", sprach er, ich kann mir's denken, was Ihr Anführern und Predigern; die Verständigen wagten kaum mit seinen großen dunkeln Augen zärtlich ansah. Aber gelitten. Aber nun seib flug und beruhiget Guch. Der den Mund aufzuthun, so tobte die Rachewuth der Herren. hinter ihr lachte es höhnisch und der Henker, Meister Beit, Markgraf selber hat Guch freigebeten beim Stath; ein An Der Fürstbischof zu Würzburg, nicht zufrieden, daß der Truchseß riß dem Ritter den Kranz vom derer hätt es wohl faum fertig gebracht. Er hat wohl eine unter seinen Augen das große Blutbad zu Würzburg ange Haupte da dachte sie ihrer Jugend, ihrer Laune gehabt". richtet, bei dem die Häupter von Jakob Köhl, dem zärtlichen Mutter und fah sich nieder auf die Folterbank Der Markgraf? Von dem mag ich es schier nicht obersten Hauptmann, und achtzig Andere fielen, zog mit dem Scharfrichter in seinem Bisthum umber und ließ gestreckt, vor den unerbittlichen Richtern und dem kalten, annehmen!" fagte Agnes trogig. satanischen Antlitz des Junkers Kunz; Alles begann sich um Seid doch gescheidt!" sprach der Rathschreiber, noch über zweihundert Hinrichtungen vornehmen; auf dem trat hervor und der erklärte dem Kaufmann Schreyer in trockenem Tone, daß er unterbreitet, die vom Präsidenten von Mexiko an hochstehende vor ganz Kurzem noch gelungen war, in die Redaktion nicht einen Pfennig befize. Da sich herausstellte, daß die Personen in Guatemala gerichtet waren und zum Zwecke hatten, einer in der näheren Umgebung von Berlin erscheinenden Zeitung Verwandten Cohn's die angeblichen Einschüsse zurückerhalten den Angeklagten aufs Wärmste zu empfehlen. Zum Uebersehen Eingang zu finden, ja sogar die Stelle des verantwortlichen hatten und die Schulden innerhalb drei Monaten auf dieser Briefe war der Lehrer der spanischen Sprache, Dr. Castan, Redakteurs daselbst zu übernehmen. Er wurde zum Glück für 44 000 m. angelaufen waren, so daß die Gläubiger nur 7 pCt. geladen. Derfelbe erklärte, daß er zufällig die Familie des An- die betr. Zeitung sehr bald wieder ausgemerzt und bezog in ganz aus der Masse erhalten konnten, so wurde angenommen, daß be- geklagten in Mexiko kenne, er halte die Angaben des Letzteren furzer Zeit wieder eine Zelle des Untersuchungsgefängnisses. trügerischer Bankerott vorlag und Cohn unter diesem Verdachte für wahr. Daraufhin gelang es dem Angeklagten, eine Herab- Diesmal hat er sich nur mit einer Kleinigkeit abgegeben: er in Haft genommen. Es hat sich indessen nicht genügendes Be- fegung der Strafe auf zwei Monate Gefängniß und 14 Tage wohnte hier in der Veteranenstraße in Aftermiethe und als er lastungsmaterial beschaffen lassen, um Anklage erheben zu können Haft zu erwirken. zwangsweise dieses Obdach verlassen mußte, hat er eine Haarund nach dreizehnwöchiger Untersuchungshaft wurde Gohn wieder Uhrfette seines Schlafwirthes mitgehen heißen. Der Staatsanwalt auf freien Fuß gesetzt. Im gestrigen Termine handelte es sich Ein recht gefährlicher Mensch ist der Redakteur Dr. wollte ihn deshalb wieder auf 2 Jahre ins Zuchthaus schicken, nur um den gegen Schreyer verübten Betrug. Die Schuld des Hans Püchler, welcher gestern wieder einmal aus der der Gerichtshof billigte ihm aber mildernde Umstände zu und verAngeklagten wurde durch die Beweisaufnahme für zweifellos er- Untersuchungshaft der IV. Straftammer hiesigen Landgerichts I urtheilte ihn zu einem Jahre Gefängniß und zwei Jahren achtet. Der Staatsanwalt beantragte gegen den Angeklagten, der vorgeführt wurde, um sich wegen Diebstahl 3 zu verantworten. Ehrverlust. die Treue im kaufmännischen Verkehr in der schnödesten Weise Der Angeklagte war vor langen Jahren einmal Redakteur einer mit Füßen getreten habe, eine Gefängnißstrafe von einem Jahr Zeitung, hat aber seit mehr als einem Dezennium nur von und zwei Jahren Ehrverlust. Zwei Monate wurden durch die Schwindel, Diebstahl und Unterschlagung gelebt und in seinen Briefkaffen der Redaktion. erlittene Untersuchungshaft abgerechnet. 11 Vorstrafen befinden sich mehrere auf Jahre bemessene Zucht- Bet Anfragen bitten wir die Abonnements- Quittung beizufügen. Brieflich hausstrafen wegen Diebstahls. Püchler ist ein sehr gewandter Antwort wird nicht ertheilt. und ansehnlicher Mann, der durch seine„ Suada" und sein un- Zimmermann, Veteranenstraße. Es wäre gut, wenn wir gemein sicheres Auftreten nur von Neuem den Leuten Sand in in Ihrer Tagebuch- Angelegenheit noch einmal mit Ihnen persöndie Augen zu streuen versteht. Nur so ist es zu erlich Rücksprache nehmen könnten. klären, daß es ihm bei seinem dick befleckten Vorleben Die Abenteuer und Lebensschicksale des ehemaligen Offiziers in spanischen Diensten, Fernando Rodriguez y Alvarez, welche kürzlich vor der 88. Abtheilung des Schöffengerichts eingehend zur Erörterung famen, gelangten gestern auch zur Kenntniß der Berufungs- Straffammer des Landgerichts 1, da der Verurtheilte gegen ein anderes, früher gegen ihn ergangenes Erkenntniß Einspruch erhoben hatte. Der Angeflagte war wegen Führung falscher Legitimationspapiere zu vier Wochen Haft und wegen versuchten Betrugs zu sechs Monaten Gefängniß verurtheilt worden. Die Strafe war des halb so hoch bemessen worden, weil das Gericht von der Voraussetzung ausging, daß man es mit einem gewerbsmäßigen internationalen Hochstapler zu thun habe. Der Schagmeister der hiesigen großen Freimaurerloge, Geheimrath Dr. Hoffmann, hatte eines Tages in der Zeitung gelesen, daß vor einem Manne gewarnt wurde, welcher unter dem Namen de la Cruze auftrat und die Freimaurerloge zu Mainz gebrandschaßt hatte. Schon Tags darauf stellte sich eine Persön lichkeit bei ihm vor, die sich als Logenbruder vorstellte und in französischer Sprache um eine Unterstützung bat. Der Geheimrath erkannte in dem Fremden denselben Mann wieder, welcher bereits vor Jahresfrist mit demselben Anliegen zu ihm gekommen war und damals eine Unterstützung erhalten hatte. Er war überzeugt, daß der Bittsteller mit dem Schwindler identisch war, bestellte demselben zum Nachmittage wieder machte der Polizei Anzeige, die den Verdächtigen verhaften ließ. Der Angeklagte gab zu, daß die von ihm benutzte Legitimation gefälscht sei, ein ehemaliger österreichischer Difizier habe sie ihm angefertigt. Thatsächlich sei er Mitglied der Loge zu San Salvador, worüber er aber Papiere nicht besitze. Nach seinen wechselvollen Schicksalen, die ihn fast durch die ganze Welt führten, sei er durch Krankheit heruntergekommen, er habe aber nur in Mainz eine Unterstützung erhalten und in Berlin den Versuch gemacht; mit Entschiedenheit müsse er sich dagegen verwahren, als ein gewerbsmäßiger Hochstapler hingestellt zu werden. Zum Beweise dafür, daß er der Sohn eines Generals aus Guatemala sei, welcher später im Kampfe für Kaiser Maximilian in Mexiko sein Leben opferte, hatte der Angeklagte dem Gerichtshofe zweiter Instanz mehrere Briefe und Schloffe lagen Viele gefangen, unter Anderem der greise Tillmann Riemenschneider, der von ganz Deutschland hochgepriesene Künstler, den man aus dem Rathe stieß und der auf dem Schlosse vom Henker hart gewogen" und gefoltert wurde. Zu Rothenburg ließ der Nath nachträglich noch mehrere enthaupten, darunter Fritz Mölkner und Kilian Etschlich, den Tuchscheerer; das Haus des Meisters Kilian wurde niedergerissen, die die Stätte ward feierlich verflucht und mit Salz bestreut. Das Volk mied sie; dort hause der Satan, hieß es. Erst nach hundert Jahren hatte Einer den Muth, auf die verfluchte Hofstatt ein Haus zu bauen. Noch Viele hätten den Kopf lassen müssen zu Rothenburg, wenn nicht Thomas Zweisel, der brave Rathsschreiber, das Bürgerverzeichniß absichtlich so verwirrt hätte, daß man nicht damit zurecht tam, wodurch Manche entschlüpften. Das war eine That, um so mehr zu preisen, als Zweisel selbst der alten Rathspartei angehörte, wie aus seiner Chronika über den Bauernkrieg wohl zu ersehen. Immerhin aber wurde genug geköpft, gebrandmarkt und mit Ruthen ausgestrichen zu Rothenburg. Agnes lebte still dahin im Andenken an die Todten; kaum vermochte die Zeit ihren Schmerz zu lindern; die Menzingerin nahm wieder einen Mann. Da brach die Fehde zwischen Rothenburg und denen von Thüngen aus; die Ritter wollten Entschädigung von der Stadt für den durch ihre Bauern im Bauernkrieg erlittenen Schaden. Der Rechtsweg däuchte den Rittern zu langwierig, und sie zogen gegen Rothenburg zu Feld. Der Kampf ward hartnäckig und der Rath, der seine Bauern entwaffnet und hart behandelt hatte, war in Verlegenheit, denn seine Dörfer wurden von den Raubrittern verbrennet, die Landwehr verheert und geplündert. Da rief der Rath die Flüchtlinge zurück; nur Ehrenfried Kumpf sollte draußen bleiben. Umsonst schrieb er flehentlich an den Rath: ,, So laßt mich wieder zu meinem armen betrübten Weib und zu meinen Kindern"; er mußte draußen bleiben. Zu Augsburg war er eine Weile mit Jörg Spelt, dann zogen sie zusammen in die Schweiz. Jörg Spelt mußte eine Buße von hundert Gulden erlegen und konnte heimkehren. Ehrenfried Kumpf mußte in der Verbannung sterben, obschon er durch seinen Zug nach Würzburg dem Rath eine Last abgenommen. ward 1. Jörg Spelt kam zurück in seine Vaterstadt als ein Mann. Er war nicht mehr der leichte Springinsfeld von ehedem, das Leben hatte ihn gereift. Er war ernst und verständig geworden. Die heiße Leidenschaft für Agnes brachte Er er mit zurück. ihr als Freund aufgenommen, aber Jahre gingen hin, bis sie seine Werbungen erhörte. Endlich legte sie ihre Hand in die seine und ein spätes Glück ward den Beiden bescheert nach den Stürmen und Leiden der Jugend. Bärbchen von Grumbach starb bald nach Florians Er mordung. Ihr Bruder, der den schwarzen Ritter durch seine Knechte hatte erstechen lassen, als dieser, troß Agnesens Warnung, hilfesuchend auf sein Schloß fam, endete als Mörder des Würzburger Bischofs Melchior von Zobel und als politischer Abenteurer zu Gotha auf dem Schaffot; sein letztes Wort soll Florian!" gewesen sein. Unter den fränkischen Bauern geht eine alte, schier verklungene Sage von einem Ritterfräulein, das Nachts unten im Gramschazzer Wald zu erscheinen pflegt. In langdahinflatterndem weißen Gewand und mit wirrem schwarzen Haar, von Jrrlichtern umgaufelt, sigt sie am Moor, wo Florian Geyer meuchlings erschlagen und eingescharrt wurde. Frren Blickes schaut sie in die Lachen des Sumpfes, in denen sich der Mond spiegelt, und der späte Wanderer empfindet ein Grausen und enteilt, ohne sich umzuschauen. Das ist Barbara von Grumbach, die um den schwarzen Ritter trauert. D. M., Gueisenaustraße. So schnell geht das nicht. 2. Ziehung der 4. Klasse 183. Königl. Preuß. Lotterie.[ 59 937 93070 383 466 534 70 621 739 874 953 94109 417 580 900 30 Siebung rm 21. Januar 1891, Vormittags. Nur die Gewinne über 210 Mart find den betreffenden Nummern in Parenthese beigefügt. ( Obne Wewabr.) 46 176 338 558 630 1076 178 82 340 52 562 85 907 2281 301 97 [ 3000] 409 505 91[ 500] 642 96 776 833 985 3042 122 350 535 601 32 844 4155 209 349 81 462 562 644 840 5017 185 363 689 726 43 848 973 6025 81 243[ 300] 60 328 426 30 92 593 697 981 7271 307 21 56 464[ 300] 548 53 11500] 59 82 765 983 8049 118 43 86 214 37 79 579 810 61 95 900 6 27 9053 79 189 1300] 487 683 747 71 800[ 300] 920 54 89 10012 15 366 551 674 11046 67 129 50 288 358 87 89 492 577 [ 10000] 79 82 12082 101 72 303 86 15001 422 45 92 548 6x4 15001 837 931 49 59 13084( 300) 596 723 876 909 16 66 8 14045 185 229 484 535 61 654 711 48 57 817 9 3 115001 92 15039 110 27 44 64 207 416 34 70 561 75 675 6 56 919 41 16403 535 45 765 75 820 17011 [ 300] 71 337 83 536 1072 76 267( 3000] 70 385 535 1500] 799 829 80 947[ 3000] 19039 90 105 85 260[ 50001 504 88 861 77 992 20022[ 3000] 259 335 438 537 640 21131 79 251 350 488 721 839 79 956 8 2: 2069 87 138 230 4 6 130001 528 34 37 837 938 97 23019 20 142 298 314 35 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97 114 1500] 74 402 96[ 300] 523 663 89[ 1500] 774 830 925 175063 256 65 400 8 53 96 687 130001 703 993 176184[ 300] 307 464 504 20 61.14 15000] 953 69 177029 125 364[ 3000] 775 810 18 36 986 17-039 11500] 45 92 251 317 24 585 815 62 937 93 13000 17-081 169 96 205 328 431 744 855 80 180141 339 432 675 885 92 922 31 37 181004 27 41 63 71 81 183 303 65 71 437 0 574 765 182013 115001 130 48 86 313[ 1500] 400 75 585 667 81 86 799 965 15.3116 304[ 300] 74 90 505 727 70 94 883 902 73 181000 105 11 57 87 92 262 302 25 511 27 62[ 500] 728[ 300] 844 50 70 93 185007 26 98 108[ 300] 313 43 407 26 87 506 58 615 776 810 13 56 82 944 186168 244[ 1500] 407 70 603 783 847 187045 137 2026 [ 1500] 91 361 70 545 75 922 32 1500] 188134 38 373 683 15001 95 660 752 827 935 54 189003 46 253 343 47 714 18 960 2. Ziehung der 4. Klasse 183. Königl. Preuß. Lotterie. 189 459 971676 95 821 94355 694 908 47 95191 93 260 378 425 47 Ziehung vom 21. Jaunar 1891, Nachmittags. Nur die Gewinne über 210 art sind den betreffenden Nummern in Parenthese beigefügt. ( Ohne Gewähr.) 31 77 214 352 84 541 95 836 98 986 87 1149 258[ 500] 79 326 41 50 76 508 679 714 45 985[ 300] 2059 146 52 208 385 449 865 912 3141 68 278 302 514 20 53 75 642 80 728 950 4064 92 421 70 97 563 602 784 96 847 58 98 5092 124 36 283 379 97 414[ 300] 82 633 808 40 6% 80 959 6252 322 93 528 62 86[ 3001 98 769 844 963 7055 100 328 63( 500) 524 755 878 962 8496 614[ 3000] 725 48 809 973 9062 86 138 279 354 645 62 796 764 892 956 96044 81 90 365 87 604 703 30 843 932 97068 183 268 99 385 93 645 702 50 837 965 77 9261 312 673 750 863 988 96 99142 45 48 61 9 200 77 546 75 84 728 806 961 97[ 300] 100156 249 91 367 77 456 606 801 7 101067 144 209 38 716 98 884 978 102003 15001 117 232 322 59 462 517 88 756 931 49 103029 58 59 73 99 150 82 218 63 355 568[ 3001 611 16 860 942( 1500] 104065 326 441 517 31 68 115001 621 35 38 957 105018 82 1.0 91 264 396 [ 1500] 559 603 35 721 958 106231 64 83 97 318 603 107377 540 92 641 46 797 10-125 311 58 582 691[ 1500] 93 773 881 109071 82 188 318 48 402 9 501 16 60 1500] 659 738 819[ 300] 946 65 110074 181 296 423 663 71 78 781 981[ 1500] 111035 56 114 78 10120 67 406 69 559 613 41[ 3001 812[ 1500] 78 11337 722 28 234 300 426 529 731 32 62 924 112188 218 90 321 73 453 631[ 1500] 40 41 847 90 113002 22 45 128 77 246 56 337 516 55 88 615 51[ 300] 837 71 12006 502 679 891 906 13041 58 266 90 308 484 85[ 300] 509 37 56 99 14023 70 112 19 28 272 585 771 830 47[ 3000] 931 15 02 67 95 150001] 755 82 1500) 114178 228 302 518 23 626[ 30001 30 82 783 885 115041 255 312[ 500] 21 29 421 53 91 561 87 635 65 918 27 54 9 23 88 398 441 522[ 3000] 23 616 81 723 986 16237 360 66 406 2289 679 727 838 73 915 37[ 3000] 17131 278 361 75 438 533 710 57116003[ 500] 248 300 32 424 547 92 675 91 1300] 31 73 98 117103 1500 861 1003 80 102[ 300] 408[ 3000] 615 21 784 853 9019165 93 212 43 44 54 56 520 49 78 617 91 723 38 69 845 935 [ 300] 128[ 300] 210 50 348 65[ 500] 415 533 70 86 754 278 99 752 8: 0 261 436 80 523 87 651 830 60 917 20000 13000] 21 52[ 500] 209[ 300] 348 82 97 730 815 28[ 500] 21089 214 362 70 82 432 34 761 885 924 22038[ 300] 129[ 5000] 80 435 510 71 781 804 63[ 500) 23040 83 118 24 88[ 300] 217 28 332 3001 415 31 38 54 526 46 707[ 1500] 8 46 825 1300] 84 906 34[ 300] 75 24014 51 510 672 76[ 1500] 706 22[ 300] 28 830 83 25235 301 400 130001 506 37 603 41 46 70 841 91726012 56 329 503 716 921 36 27070 87 152 251 64 354 55 80 478 91 525 77 95 929 28119 90 220 45 93 13001 309 422 623 27[ 1500] 896 923 29014 352 402 631 15001 704 916 27 3000 52 201 472 78 500 626 74 733 818 914 57 68 83 31089 275 71 377 79 416 11500] 526 35 37 805 32063 112 324 424 65 511 67 647 67 71 797 1500] 822 33053 189 233 95 309 24 428 544[ 300] 703 975 34080 107 438 585 623 62 841 35 47 126 287 311 95 524[ 500] 7.0 32 800 1 15 16 952 36189 280 427 78 505 36 45 684 795 37104 64 210 357 75 89 91 418 92 627 794 830 910 38032 238 340 712 39073 96 174 81 234 51 341 55 98 456[ 500] 28 552 619 66 726 861 40074 160 285 512 40 817 88[ 300] 920 97 41105 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Druck und Verlag von Mag Bading in Berlin SW., Beuthstraße 2.