Ur. 25. Kdmmrments-Kedtngilngen: «bonnenientS- Preis pränumerando: vierteljährl. 3L0 Mr.. monatl. 1,10 MI., wöchenlltch 28 PIg. frei inj Hau». Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntag». Nummer mit illustrirter Sonntag». Beilage„Die Neue Welt» 10 Pfg. Post. Abonnement: 3,30 Marl pro Quartal. Singetragen in der Post- Zeitung». Preisliste für ISSS unter Dr. 7S7S. Unter streuzband für Deutschland und Oesterreich-Ungarn 2 Marl, für da» übrig« Ausland 3 Marl pro Monat. Srfcheinl läglich»uger Montag». Vevlinev Volksbl�kk. 15. Jahrg. Die Ittstrlhms- Gebühr beträgt für die fechSgefpaltsne Kolonel- zeile oder deren Raum»0 Pfg., für Vereins- und VerfammlungS-Anzeigsn, sowie ArbeiiSmarlt 20 Pfg. Inserate für die nächste Nummer müssen biS l Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werde». Die Expedition ist an Wochentags» bis 7 Uhr abends. an Eon»- und Festlagen bis S Uhr vormittag» geöffnet. Kirnfprecher: Amt I, Air. 1508. Telegramm-Adresse: „Soxialdeniostrak Berlin". Dentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Ziedaktion: SW. 19, Meuly-Straße 2. Sonntag, den 30. Januar 1808. Spedition: 8V. 19, A!ettti)-Str.lße 3. Die venksiHen Gen»evKfchttften im Jahee 1897. Die günstige Lage der deutschen Industrie, die nunmehr seit einigen Jahren anhält, verschafften auch im ver- flossenen Jahre den dentschell Gewerkschaften kräftige Anregung und Förderung ihrer Bestrebungen. Schon aus der Statistik, die die Geiieralkommiffion der Gewerkschaften im Jahre 1896 aufnahm, zeigte sich ein erfreulicher Zuwachs in der Zahl der Mitglieder. Die Zunahme betrng in den zentralisirten Ge- werkschaften 70 055 Mitglieder, sodaß die Gesammtzahl der zentralistisch organisirten Arbeiter auf 329 230 stieg, während die Zahl der lokalorganisirten Arbeiter auf 5858 angegeben wurde. Wir dürfen uns der Hoffnung hingeben, daß auch für das Jahr 1897 ein gleich güilstiges Ergebniß wird verzeichnet werden können. Wenn auch die Zahl der organisirten Arbeiter im Vergleich zur Gesammtarbciterschaft noch immer eine verhältnißmäßig geringe genannt werden muß, so ist doch der Ausschivnng, den die Bewegung innerhalb der letzten Jahre erhalten hat, nicht zu unterschätzen, besonders wenn man bedenkt, welche schweren Hindernisse der Geiverkschaftsbewegung gerade in letzter Zeit von den Behörden in den Weg gelegt wurden. Dabei hat der Kampf, der zwischen den widerstreitenden Interessen der Unternehmer und Arbeiter ansgefochten wird, an Schärfe gewonnen. Die Vereinigungen der Kapitaliste», ganz gleich, welchem Zwecke sie eigentlich dienen, ob Kartell bildnngeu, Ullternchlner-Verbänden oder Haudiverker-Jnniingen, haben unter der Gnuft der Behörden und, gefördert von der Gesetzgebting, ihre Position stärken könne», während die Ar bcitcr im fortgesetzte» Kampfe um die Anerkennung ihrer Or ganisatiot kämpfen mußten. Ten Ernst dieser Situation haben die Gewerkschaften wohl erkannt. In emsiger Arbeit ist man bestrebt gewesen, de» Ausbau �er Organisationen zu fördern. Viele Berussverbände habe» it|e Beitragsleistungen erhöht und damit dem Unter- ftütznngefoiids größere Mittel zugeführt. Die Errichtung von Arbeilcvsekrctariatcn findet in vielen größeren Städten Nach ahmnng'ftinch soweit fich diese Institute unter geschickter Leitung befinden, dürfen wir sie mit zu den besten Einrichtungen zählen,>ie von den Gewerkschaften unterhalten werden. Tielviclcit Versuche, die von unseren politischen Gegnern gcuiacht wurden, die Arbeiter von den Organisationen, die unter sozialdemokratischem Einfluß stehen, fernzuhalten, sind gescheitert und da, wo man bcabfichtigt, Organisaiionen unter der Leitung sozialpostlisch angehauchter KapläUe und Pfarrer aufzubauen, um so die Brbeiler von einer kräftigen Ausnutzung des Koalitions- rechtes Abzulenken, sind die Erfolge ausgeblieben. Nur ei» kleines.räuflcin folgte den Lockungen von jener Seite und nachdem einmal sozialpolitische Fragen das Interesse der be- trcffciid�i Arbeiter erregt hatten, fanden sie für die Tauer keine �jesricdigung in diesen Kreisen und wandten sich zu-den klassenbewußten Arbeitern, in deren Bewußtsein die Ge�nsätze zwischen der Arbeiterklasse und der Unter- nchmcrlaffe lebendig find. Daher rührte aber auch der ent schicdemWiderspruch, den all' diese frömmelnden Gewerkschasts gründuigcn seitens der reaktionären Unternehmerkreise erfuhren, welche nichts mehr bedanert haben, als daß es da- preußischen Regierung nicht gelungen ist, die Z ncbel-Novelle zum Vereinsgesetz durchznbringen. Wie sc reit man bei jedem Streik nach der Hilfe der Polizei. U) doch dürften die Unternehmer reichlich zufrieden sein. Polizei„„d Gerichte haben im vorigen Jahre redlich ihre „Schnl�gkeit" gethan. Kein Jahr war so reich an Strafen gegen s'cikende Arbeiter wie das verflossene. Nicht, daß die Arbeit � besonders zu Gesetzesübertretungen geneigt hätten, o, ncifs Wohl aber wurde den Gesetzen eine Anwendung gegcbe, wie es bisher für unmöglich gehalten wurde. Ins- besont.>re wurde auch die harmloseste Aeußerung von Streikenden gegen'ber den sog.„Arbeitswilligen" mit der härtesten Strafe cingeb ichcr Vergehen gegen§ 153 der Gewerbe-Ordnung oder u'cgci üNöthigung und Beleidigung geahndet. Der„grobe Unfii�nsorderte fast bei jeden, Streik zahlreiche Opfer, da Streit! Astcnstehen, Ansprechen Arbeitsloser oder Zugereister genügt,„m mit dieser neuesten Errungenschast juristischer Rabnlggk Bekanntschaft zu machen. Leotz alledem haben die Arbeiter nicht abgelassen, einen Anthel an den reichen Gewinnen zu fordern, den die In- du strichen infolge der jüngsten Wirthschaftsentwickelung ein- heimsten und vielfach gelang es ihnen, Erfolge zu erzielen. I' den Lohnkämpfen herrschte, abgesehen von dem Ans- stand'er Hamburger Hafenarbeiter, mehr der Kleinkrieg vor. Vielföth versuchten die Arbeiter in den kleinen Provinzstädtelt durch Verkürzung der Arbeitszeit und Forderung höherer Löhne ihre Lebenshaltung zu verbessern. Leider ist der mächtige Ausstand der Hafenarbeiter, für den die Arbeiterschaft so reichliche Milt'l ausbrachte, nicht zn gunsten der Streikenden beendet. Es würde uns zn weit führen, ivollten ivir heule nochmals prüfet,, welche Lehren die Arbeiter aus dieser großen Streik- bewcguug zu ziehen haben. Das eine lag klar zu tage, daß solche Kämpfe nicht ohne umfassende Vorbereitungen und ohne Rücksichl auf die Geschäftslage geführt werden dürfen. Alle Achliirg vor der Ausdauer der Streikenden, aber die Führung des Kginpfcs muß von den organisirten Arbeitern ernst er- wogen werden und nicht spontan durch Versammlniigsbeschlnß die Anssordcrnng zum Kamps ertönen. Die Aufopferungsfähigkeit der Arbeiter hat sich in dieseut Kampfe in einer glänzenden Weise gezeigt. Der Streik er- forderte die Summe von 1 613 600,82 M., die mit Ausnahme des Darlehens in Höhe von 262 611 M. durch freiwillige Samm- lungen und Beiträge der Gewerkschaften aufgebracht wurden. Dennoch konnte die kapitalkräftige Großbourgeoisie in Hambnrg, aufgestachlet und unterstützt von ihren Klassengenoffen in ganz Deutschland, den Kampf zn den von ihr gestellten Bedingungen beenden. Mit großem Behagen werden aber auch die protzigen Großrheder an diese Zeit nicht zurückdenken, denn der Aus- stand der 16 400 Arbeiter hat in den 11 Wochen auch ihren Geldbeutel arg mitgenommen. Ganz erfolglos ist der Kampf auch für die Arbeiter nicht gewesen, manche kleinen Verbesserungen in der Arbeitsvermittelnug sind eingeführt worden; ferner ist die Auswucherung durch die Heuerbaase eingeschränkt und eine Inspektion für die Arbeitsverhältnisse im Hafen ein- geführt worden. Von den großen Verbänden konnten die Metallarbeiter trotz der guten Geschäftslage dieser Industrie in zahlreichen Werkstätten kleine Lohnanfbeffernngen erst durch Ausstände erzwingen und der Ausstand der Berliner Former drohte sogar einen größereu Umfang anzunehmen, wenn es nicht geltlngen wäre, vor dem Berliner Gewerbcgericht eine Einigung herbei zuführen. Der Holzarbeilcr-Vcrband berichtet über Streiks an 96 Orten, welche zumeist von vollem oder theilweisem Erfolg be gleitet waren. Die Bauarbeiter, welche die günstige Baukonjnnktnr ausnutzten, haben gleichfalls in mehreren Orten einen wirknngs vollen Vorstoß gewagt. Doch sind auch hier, wie das in anderen Berufen gleichfalls ztl verzeichnen ist, einige Ausstände zu Ungunsten der Arbeiter ausgefallen. Die Schuh», acher haben bei der fort währenden Einführung neuer Maschinen in ihrem Fabrikations- zweig den Kamps gegen allzu tiefe Herabsetzung der Akkord- preise zu führen; dazu hat sich in letzter Zeit eine sehr kämpf. bereite Unternehmer-Organisation in dieie», Gewerbe gebildet Die Vortheile, welche die Arbeiter errungen haben, stehen natürlich in keinem Vcrhältuiß zn den günstigen Geschäfts- abschlüssen der Kapitalisten. Und wo es den Arbeitern an guten Organisationen überhaupt mangelte, da haben sie sich mit den niederen Löhnen der vergangenen Jahre weiter begnügen müssen. Hiefür liefert den deullicken Beweis die Kohlenindnstrie, die gegenwärtig glänzende Geschäfte macht, aber das Verlangen ihrer Arbeiter nach einer auch nur winzigen Lohnerhöhung schroff abweist. Endlich ist noch des großen Ansstandes der englischen Maschinenbauer zu gedenken, der auch für die deutsche Gewerb schaftsbewegnng eine große Bedeutung hat. Mit großer Anfmerk samkeit begleitete die deutsche Arbeiterschaft die Entwicklung dieses Niesenkampfes und sie nnterslützte ihn mit bedeutete» materiellen Hilfsleistungen. Wie der Kampf auch ausgeht, die englischen Gewerkschaften, die Prcisfechter der modernen Arbeiterklasse, gelangen zn der Uebcrzeugnng, daß auch ihre seit Jahrzehnten angewendeten Kampfesmittel nicht die einzigen sind und nicht als die für alle Zeit besten gelten könne». Sie gelangen stets mehr zu der Erkenntniß, daß sie durch politische» Kampf, durch Ein- flnßnahme auf die Gesetzgelnug eine Regelung der Arbeits verbällinsse und Verbesserung der Lebenshaltung versuchen müssen. Für die deutsche Arbeitcrsckmft sind gewerkschaftlicher und politischer Kampf schon längst Knn.psesmittel, die untrennbar zusammengehören. Gerade jetzt sehen sich die deutschen Ar- beiter in der Gefahr, daß ihnen das Unternehmerthum mit Hilfe der Regierung vermittelst der Gesetzgebung die Grundlagen ihrer gewerkschaftlichen Wirksamkeit zu entzieheu trachtet. Der Wunsch einer hochmülhigcn Unternehmerklasse, die Arbeiter zu entrechten, sie in dem Verlangen nach besseren Lohn und Arbeitsverhältnissen niederzuhalten, ist bei Herrn von Posadoivsky ans günstigen Boden gefallen. Die Abwehr dieses schimmstcn aller Attentate der Unter nehmerschaft gegen die Arbeiterschaft wird die nächste und be- deutsamste Aufgabe der organisirten deutschen Arbeiter sein. Aber mit der Abwehr sei es nicht gethan. Es gilt anzugreifen und fortzuschreiten. Es gilt, dort wo die günstige Ent- Wickelung des Handels und der Industrie noch anhält, dieselbe kräftig auszunutzen. Wir hoffe», es wird den deutschen Gewerkschaften ge lingen, auch in diesem Jahre große Fortschritte zn machen. Möge jeder klassenbewußte Arbeiter an diesem Werke mit- helfen!_ Dolikische Meb erficht» Berlin, 29. Januar. Ans dem Reichstage. Der Etaititel: Reicks-Versiche- rungSamt, gab heute dem Abgeordneten Molkenbuhr Anlaß, in eingehender Weise auf die Praktiken einzelner Be- russgenoffenschaften bei der Ansmessung von Renten an Ver- nnglücklc einzugehen. Der Redner wies besonders auf das Bestreben in einzelnen Berufsgenossenschaften hin, die Voll- renten berabzndrücken, obwohl die Zahl der Unfälle im allgenlcinen und besonders auch die Unfälle mit tödtlickcm Ausgange steigen. Als charakteristisch für diese Erscheinung verwies Molkenbuhr auf die Zahlen- angaben bei der Südwestdeutschen Eisen- Berufsgenossen- schast, wo die Vollrenten immer weniger werde», obwohl die llnsallziffer und die Todesfälle erheblich gestiegen sind. In dieser Berufsgenossenschaft führt Herr v. Stumm das große Wort, während in der Brauerei- Genossenschaft, die unter dem Ein« flusse des Herrn Roesicke steht, das Verhältniß der Vollrenten zn der Gesainmtzahl der Unglücksfälle viel günstiger steht. Unser Redner erklärte sich diese auf- fälligen Unterschiede in den einzelnen Genossenschaften ans dem Bestreben einzelner Unternehmer, ihren Prosit selbst aus Kosten der Unfallgeschädigten zn vermehren. Diese Schlußfolgerung wollten nun die Herren v. Stumm, Dr. H a ni m a ch e r, F i s ch b e ck und der Vertreter des Bundes- rathes nicht gelten lassen. Nur schade, daß sie gegen die amtlichen Zahlen, auf die sich unser Genosse stützte, sachlich gar nichts vorzu- bringen wußten. Oder ist es etwa ein sachlicher Grund, wenn Dr. Hammachcr sich zn der Uebcrtreibnng verstieg, daß die Sozialdemokraten jeden Unternehmer als reif für das Zucht- haus erklären?— In der Diskussion kam die Rede auch auf die Empfehlung der bekannten Hülle'schen Hetzschriften durch das Reichs- Versicherungsamt lind den Staatssekretär an die Bcrussgcnosscnschaften. welche Empfehlung, wie heute nnividersprochen festgestellt wurde, ans einen Wunsch des Kaisers zurückzuführen ist. Dieses Hineintragen der politischen Agitation in die nichtpolitischen Bernfsgenoffenschaften und sogar in die Krankenhäuser wurde von den Abgeordneten Molkenbuhr, Bebel und Singer auf das ent- schicdenste getadelt und es fanden nur die Herren v. Stumm und der Ostelbier v. S a l i s ch den Muth, auch diesen Mißbrauch zu vertheidigen. Ein Antrag der Herren P a ch n i ck e und S ch ni i d t- Elberfeld, dem Reichstage wegen Herstellung geeigneter Ein- richtungen für das Material- Prüfungswesen durch das Reich eine Vorlage zugehen z» lassen, fand allgemeine Billigung, nur darüber gingen die Meinungen anseiuander, ob es Auf- gäbe des Reiches oder der Emzelstaaten sei, hier vorzugehen. Das Zentrum, das gegen die physikalisch- technische Reichs- Anstalt seinerzeit entschieden Stellung nahm, schwieg sich heute ans. Sollte auch der Partikularismns des Zentrums unter der Führung des Herrn Dr. Lieber abgeblaßt sein, oder er« klärt sich die Schweigsamkeit nur aus der Abwesenheit des Herrn v. H e r t l i n g, der seinerzeit Rufer im Streit war. Montag 1 Uhr: Fortsetzung der Etatsbcrathung. Aus- wärtiges Amt und einige kleine Vorlagen.— Das preußische Zlbgcordueteuhaus setzte heute die Berathnng des E l a l s der l a» d>v i r t h s ch a f t l i ch e u B e r>v a l t u n g fort. Wie vyrauszufehen war, drehte sich die Debatte größtentheils nm die gestrige Erklärung des Landwirlhschaflsministers in bezug auf die neue» Handelsverträge, zu welcher sich beide konservative Parteien und die Nationalliberalen zustimmend äußerten. Die meisten Redner ließe» offen durchblicken und einige betonten es ans- drücklich, daß sie bestrebt sind, die Jnleressengegeusätze zwischen Industrie und Landwirihschost in den Hinlergrund trete» zu lassen. Natürlich nur für die nächsten Wahlen. Wenn ihnen der Stimmen- iang, den sie mit dieser Politik treiben wollen, gelungen ist, dann werden sie. wie bisher, jeder sür sich etwas zu ergattern suchen. dann kann der Streit von neuem beginnen. Zlnch beute ivieder bercilete der Minister den Agrariern eine große Fiende durch die Mitlheilung. daß die preußische Regierung beim Bnndesralh Anträge ans strengere Handhabung der Veterinär- polizeiliche» Borschristen und aus eine weilere Einschränkung der Bieheinsuhr gestellt habe. Die Debatte selbst verlor sich in Einzel- heilen, fast alle agrarische» Wortführer verivandten einen großen Theil ihrer Ausführnngen aus die Widerlegung der gestrigen Rede des Abg. Vothein. Der verhältnißmäßig anständige Ton, dessen sie sich zu befleißigen suchten, ist wohl aus die Vorlesung zurückzuführen. die ihnen zu Beginn der Sitzung der Abg. Ehlers(srs. Bg.) über Anstand im Parlament hielt. Ob diese Besserung anhalten wird oder ob die Herren nicht doch über kurz oder lang in ihre natürlichen Gewohnheilen znrücksnllen werde», bleibt abzuwarten. Ecwähnens- werth ist aus der Dislnssion die Rede des Abg. Szmula(Z.), der »och energischer als sein AraktionSkollege Frhr. v. Gyn allen die Herabsetzung der Schulpflicht auf das 13. Lebens- jähr verlangte und im übrigen vorsinifluthliche Anschauungen über Arbeitslöhiie der ländlichen Arbeiter zum besten gab; er bedauerte u.a., daß die„armen Nothleideudcu" es in der Ausbeutung mensch- licher Arbeitskrast noch nicht so weit gebracht hätleii, wie die reiche» Rheder, die schon Chineseu und Schwarze in ihren Dienst ge- nounnen hält«». Ganz spät kam auch»och Vater Plötz zu Wort, der der jetzigen Regierung sei» Vertrauen ausdrückte und sich über die„Verhetzung" der Knechte beklagte, die, je mehr Lohn sie erhallen, desto weniger arbeiten wollen. Von der Aussichtslosigkeit des An» trag? Könitz scheint sich selbst dieser Rufer im Streite endlich überzeugt zu haben, denn er beloutc ausdrücklich, daß er ans den Wortlaut des Antrags keinen Werth lege, fonder» daß es nur darauf ankomme, Preise zu erzielen, die annähernd den Produktionskosten entspreche». Wie das gemacht werden könne, sei Sache der Re- gicruug. Ii» übrigen erklärte er, daß der Antrag auch in dieser Session nicht wieder eingebracht werden würde, da von diesem Reichstage doch nichts zn erivarte» sei. Die Beralhung wird am Montag fortgesetzt. Tie Grhöhting der Gctrcidrzölle hat nunmehr der preußische Landwirthschastsminister offiziell als einen Bestand- theil des heutigen R e g i e r u n g s p r o g r a nl nl s verkündet. Wir sind, im Gegensätze zn einigen harmlosen Optimisten, niemals in Ziveisel gewesen, Ivo hinaus die Reise der Sammel- Politiker von Anfang an gehen sollte und mußte, sowohl nach den Absichten derer nm Miqncl und derer um Bneck und Limburg- Stirum. Wir freuen uns jedoch, daß am Freitag„namens der Staatsregierung" in aller Form die Erklärung abgegeben worden ist: „Die Stanlsrcgieruug ist gewillt, bei der Enlscheiduug der Frage, ob und wie dem Ausland gegenüber unsere Handels- und wnlhschastliche» Beziehungen zu ordne» sei» niögen, die Frage in sorgsainc. ernslc Erwägung zn nehme», wie die Interesse» der L a n d w i r t h s ch a s l bei den künftigen Verbmidlmigen besser 9 e w a h r t werden können und müsse», als es bisher der Fall gewesen ist." Da wir, mit einigen Eiuschränkuilgcn lediglich gegenüber Oesterreich-Nngar», in der Behandlung der Vicheinsuhr voll' konimcll freie Hand auch nach den Handelsverträgen behalten haben, so können bei künftigen Verhandlimgen für die„bessere" Wahrung der landwirlhschaftlichcn Interessen nur die Brot- zolle anscrschcn sein. Offen laßt die Regierung die Frage. ob sie sogar ans die spätere Vertrags- mäßige Wicdrrhcral'sctznng und Bindung der Brot, zolle zn verzichten bereit ist. Die Grafen Limburg- Stirnm und Könitz, die Plötz und Hahn stencrn entschlossen im Fahrwasser eines solchen agrarischen Radikalismus und Herrn v. Hammerstein's Lob der französischen Aarar- Politik deutet wahrhastig nicht ans energischen Wider- stand. Jiideß werden die Sammelgenossen von der.Industrie hier noch ein kräftiges Wörtchcn mitzureden haben, denn wesentliche Tariszilgeständnisse des Zlnslandcs an nnscren In- dustric-Export sind n»denkbar ohne relative Erleichterungen nnsererscits für die Getrcidc-Einsnhr. Die„N a t.i o n a l- Z e i t il ii g", ans der in diesen Fragen manchmal der ihr persönlich sehr nahestehende Herr Bncck spricht— also durch- aus kein Gegner der Brotverlbenerung— findet zivar in dem heutigen 5 Mark- und 3.50 Btark-Zolt nichts Geheiligtes, aber sie schreibt doch voller Bennrnhigiing: „Die«iilscheidcnd« Frage ist, welch« Bedeulimg die Erhöhnng des vertragsninsiigen Gelrcidezolles in den Plänen sür den Slb- schluß neuer Handelsverträge hat, ob man mit den Agrarier» gesonnen ist. au dieser Frag» eiiilrelenden Falles Berti«- d a r u n g,„ schillern zu lassen, welche für die Industrie »othwendig sind." � Für die Arbeiterklasse kann eS vor den Wahlen gar keine erfreulichere Klärung der Lage geben, als sie jetzt nach der osstziclkn Kniebeuge vor den Brotivnchemn eingetreten ist. Von anderer Seite wird uns zn dieser wichtigen Erklärung des Landwirthschastsministcrs geschrieben: Man kann dem Minister niir dankbar sein, daß das Bestehen einer solchen Absicht offen und ehrlich zugegeben wird. Gra Posadowsky, der ja die Borarbelten zur Bildniig eines antonomen Zolltarifs leitet, hat es bis jetzt verstanden, die innerste» Absichten der Neierung zn verschleiern. Als er— es war gerade vor einem Jahre— oi« Aiissteltniig eines neuen autonomen Zolltariss an- kütidigte, da wurde sofort von nichlagrarischer Seile sein« Eröffnnng als eine tlriegicrklärnng gegen die Caprivi'sche Ha»delsve»trags- Polilik anfgesnsit. Aber Graf Posadoivsky war so vvrsichlig, dl« wahren Absichten der Regirrung hinler formeklen zolllcchnifche» Bedürfnissen zu verdeekcn. Alle Angriffe gegen die von der Regie» rung cingeleileten Borbercilungeu zn», Abschluß nener Handel«'- Verträge, die mehr als eigenartig« Znsauimensetznng des wirihschnst- licheil Aiisschnsscs geben für die Opposillo» einer Hochschntz- Zoll- Politik»och keine sicheren Anhallkpunkle für die Beiiriheilnng der handelspolitische» Stellung der gegenwärlige» Regierung. Nunmehr sind alle Ziveisel geschwunden, alle Vertuschungen sortgewischt: Herr u. Hainnierflein hak nnS erössiiet, welche Absichle» die Politik der Samiiilmig verfolgt: Erhöhung der Gelreidezölle und dauiil Abbruch der Handelkvertrags-Politik. Zollkrieg und Bedrohung»iiscrcr Export- tndlistrie, niaiigclnde Ardeitsgelegeiiheit, Berlhenernng des nolh- wendigsten LebeiismiUels, dcS täglichen Brotes. Denn darüber wird wohl kein Bedenken bestehen, daß alle jene Länder, die ein Interesse daran haben müssen, ihre» Getreideüberfluß»ach Deutschland zu lenke», unter keinen Uiiistände» unscrerseils hohe Zölle ans Gel reibe in Kauf nehmen und uns dagegen Erleichlernngc» sür die AuSfuhr unserer Industrie- Erzengnlsse bleu» werden. Sie werden vielmehr nur dann ans neue Handelsverträge sich einlassen. wen» wir ihre Getreide-Ansfnhr nach Deutschland zum»lindesten nicht erschweren. Das geschieht aber tnnveigerlich durch höher« als die besuheiidc» Getreide, ölle. Es ist ja nicht zu verwundern, daß der Laudwirlh- schafls- Minister v. Hanniierstein die Pläne der Regierung über die Bahne» der künstige» Handclkpolilil so ofse» ans- plaudert. Ist es doch für ihn ei» persönlicher Trinniph, die Handelsvertrags-Polilik Cnprivi's rlchlett zu dürfen. Denn schon als er seine Slellniig übernahm, erklärle er sich in feiner Programmrede offen und frei als prinzipicUen Gegner aller Haudelsverlräge.„Ich bin ein entschiedener Gegner des österreichischen Handelsvertrages geivese».' Hamnierstei» war es, der im Laiidesekoiioniie'KoUeginni die Politik Caprivi'S in eiiiein sehr eingehenden Antrag bekänipfle, der freilich nnlcr Caprivi-MarschnlI-Böllichcr keine Berücksichligimg fand. DaS war 1895. Heule steht Herr von Hainmcrstein als Triumphator vor dem preußische» Parlament der Junker nnd Landräthe. Dagegen ivniidert nnS, daß nian scileiis der Regierung ganz vergessen zn haben scheint, welche Elelliing der deutsche Kaiser zn de» Handelsverträgen und zn höheren Getreide- zöllen einnimmt. Der Kaiser war eS, der die Handelsvertrags- Politik Caprivi's unlerstützle, der den damnligcit im Zenilh der kaiserlichen Gunst stehenden, erfolgreichen Kauzler in de» Grafeii- stand erhöhte, der Kaiser war eS, der das Wort vom Brolwncher fallen ließ. Unmöglich können sich nach so wenigen Jahre» die kaiserlichen Ansichten, die doch sonst sür den Minister niaßgebend sind, derart geändert haben, daß die Re< giernng ihr früheres Werk, die Handelsverlräg«. rlnsach zn zertrümmern wagen darf. Doch wichtiger als dle Lösnug dieser Frag« scheint die erbrachte Klarheit z» sein, wo hinniis die iHegUrnng mit ihrer HandelSpoliiik will. ES ist werlhvoll. daß Herr v. Hammerstein dem Volke noch vor den entscheidenden Mahlen dieses JahreS reinen Wein eingeschenkt halte: Erhöhnng der Ge- treidezölle— lautet die Parole, mit der die Jnnker nnd da? mit ihnen verbüiidel« U>iteriikh»ierth»ni»iiter Führung der Regierung i» den Wahlkampf ziehen. Bortrefflich für uns, daß sie nniimehr offiziell von der Regierung ansgegeden worden ist!— AlS abgekartete, tvohlvorbercitete Aktion wird allerseits das Frage- nnd Anlivorlspiel betrachtet, das am Freitag zivlschen dem Grafen Limbnrg-Slirnin und dem Landivirtbschnslsininister im preußischen Abgeordnetenhause staltsaad. Die„Deutsche Tages- z e i t u n g" schreibt: „Graf Llinbiirg-SUnlin forderte eine Erklärung der Staatsregiernng darüber, in welcher Weis« sie tünslig bei Handelsverträgen die Interessen der Landivirthschafl zu be- handeln gedenke nnd stellte als ersten Grundsatz unserer künftigen HandelSverlragspolillk die Forderung auf, daß nian die politischen Interessen ferner nicht mit de» wtrthschafllichc» verquicke, daß man nicht mehr für politische Z»gestä»dnisse wirlh- schastliche Konzessionc» an das Ausland erlhcile. Dein Herrn L a ii d w i r t h s ch a f l s m i» i st e r schien die Forderung des konservativen Fraklioiissührers nicht ganz Überraschend zu kommeii, denn Freiherr v. Hammersteiii erhob sich alsbald, um knapp und bestiinnit zn erklären..." Das Zentralorgan des Bundes der Landwirthe»entit die Ber- sichernng„eine ziemlich erfreuliche, die wir inil Tank aiifnehineii, ob- wohl wir sie sür keine zureichende Antwort ansehen können". Die „Ratio n al-Zeitnng" bcmerkl: „Im Abgeordnetenhans« begann die zweit« Berathnng des Etats mit dem der landivirlhschaftlichen Berwaltiing. Das wichtigste kam dabei am Schluß der Sitzmig.,. Graf Liniburg-Stirni» kam auf die künslige Erneuerung der Handelsverlräg« nnd sprach, dem Anschein nach aus g r u n d einer vorauSgegangeiien Verständigung mit der Regierung, den Wunsch nach einer die Land- ivirlhschaft beruhigenden Ertlärnng anS, daß nian beim künftigen Abschluß von Handelsverträgen entschloffen sei, für die Laiidivirlhschaft nichr zn lhun, als bisher geschehe» sei. Darauf erwiderte der Landtvirthschafismiiiister:... Die Erklärung wirkte sensalioneller, als man nach den seit etwa einem Jahre slatlsindenden Erörternngen hätte erwarten sollen; ähnliche An- denlniigen sind ja schon mehrfach erfolgt, aber allerdings noch nicht ganz so vom Miiiistertische ans. Die nächste Rede, die des Zenlriimsahgcordiiele» Caheiisly, ging in der allgemeinen Privat- unterhallung völlig verloren." Für nächste Woche haben, wie wir schon meldeten, die Agrarier im preußischen Landtage eine große Biebsenchen- Debatle angekündigt. Vielleicht lhnt dann das preußische Gesainntlniinisterinm der„Dcnlschen Tageszeiluiig" den Gefallen, iveilere Erklärnnge» gegen„die st a a l S in ä n n i s ch unreife Methode" der bestehen- den Handelsverträge abzugeben.— Rur ein Zufall und jeder persön- liche» Spitze enlbehrend ist«S wohl, wenn das Bündlerblalt die nitgenügende Biehsperre gegen Rußland anS der letzle» Anivesenheil Hohenlohe'? in Petersburg herleitet, die bekanntlich eine Dankvisite für die gute Behandlung der Hohenlohc'schen Güter in Rußland war. Tie Uerhandsiingen der Reichstags- Komniission für die Militär-Strafproze�-Ordnuiig zeigen die bürgcr- lichen Mittelparteic», intbepiivere das auch hier auSschlag- gebende ZentrilM, erfüllt von dem Wunsche, der Regternng möglichst entgegen zn koutmeii. Bei tmivichtigen Best imninngen sucht zwar das Zentrum nnter Führung des Herrn Gröber einige Besserungen durchzusetzen, aber bei den für eine Ansgestaltmig des Verfahrens im ntodernen Geiste bedentsamen Theien des Gesetzentwurfes ist das Zentrum weit entfernt von einer energischen Wahrung der Jnleresscn des Volkes, von einem gerechten Mllitärstraf- verfahren. Das tritt besonders deutlich jetzt bei der Behandlung der Oeffentlichkeit deS Verfahrens hervor. Der Kricgsminister gab ganz interessanteAnsknnft über die Entstchnng der jetzt von der Regierung vorgeschlagenen Bestimninngen. Die Gencralkoinmaiidos hätten widerrathen, die Oeffentlichkeit einzuführen, aber der Kaiser habe dieselbe trotzdem gewährt, nnd da solle man gegen die geringen Rechte, die der Kaiser sich noch wahren wolle, nichts einwenden. Thatsächlich aber handelt es sich nicht um geringe Rechte, die dem Kaiser noch belassen werden solle», sondern um die prinzipielle Frage, ob die Ocsscntlichkeit des Militär-GerichlSverfahrens Wirt- lichkeit werden soll oder ob nur der Schein einer solchen Oeffentlichkeit geschassen werden soll. Denn wenn es kaiserlicher Verordtiiing überlassen bleibt, be- sondere Bestintuningen über die Fälle, wo die Oeffentlichkeit herrschen soll nnd wo sie ausgeschlossen werden soll, zu geben, so fallen alle wirklichen Rechtsgaranticn hinweg. Wenn anch der Kaiser gegenwärtig keinerlei Absichten ans Eittschränkntlgctt der Oeffentlichkeit haben sollt«, so können leicht andere politische Verhällnisse andere Stiuniningeu erzeugen nnd die neue Stinimnitg könnte das kaiserlich« Recht zur Dnrchbrechnitg des geordneten Rechlsverfahrens benntzen. DaS Z e n t r» m ist aber vor den sentimentalen Er- klärnngcn des KriegsmitiisterS feig zusanimettgeknickt und sucht nach einer Form, in der eine Einigung mit der Regierung auch der dieser für Vertreter einer modernen Rechtsordirnng völlig nnannehinbaren Regiernngsforderuiig zu erzielen ist. Ja noch nichr. Das Zentrum hat sogar aufgegeben, in Bayern längst eingeführte, bewährte Bestinimungen zur Milderung des Geheiniverfahrens zu vertreten. Nach dem Regicrnngseittwurf ist abgesehen von dem kaiserlichen Rescrvatrccht— auch der AnSschluß der Oeffentlichkeit durch Beschluß des Gerichts vorgesehen,„iveiin sie eine Gesährdung der öffentlichen Ordnung, insbesondere der Staatssicherheit, oder eine Gesährdung uiilitärdienstlicher Juteresien oder eine Gefährdung der Sittlichkeit besorgen läßt". Daß mit dieser Katilschuckbeftintninng daS Prinzip der Oeffentlichkeit vollends durchlöchert ist nnd gerade in solchen Fällen, Ivo die Ocssent- lichkeit am nöthigsten wäre, die bisherige Gehciinjnstiz sortdauern darf, ist klar. Der Fraktionsvertreter der Sozialdemokratie bat deshalb die bayerische Beftinimnna in den Entwurf auf- ziitiehtnett beantragt, daß beim Ausschluß der Ocsseullichkeit wenigstens Verwandte, Verschwägerte oder Fretittde dcS Angeklagten der Verhandlung beiwohnen dürfen. Aber der Zeutriinisredner erklärte sich gegen diesen Antrag und mit Hilfe des Zentrums wurde derselbe tticdergestiintttt. Das Volk in Bayern wird es dem Zentrum zu danke» habe«, wenn sein bisheriges Mililär-Strasverfahreit noch verschlechtert werden ivird. Denn es ist offenbar, daß eS dem Zentrum nur noch darum zu thnii ist, „daß etivas zu stände kouimt". Anstatt durch mannhafte Haltung die Regierung tvenigsteiis einigermaßen zum Nachgeben gegenüber den einhelligen Wünschen des dentschen Volkes zn nöthigen, tvcicht das Zciilrutn anch in dieser Frage niuthig zntück. Ter Lohn wird nicht ausbleiben, der Rcgicrnngsloh», oder auch der Volkslohn; jener wird dem Zentrum vielleicht süß schniccken, dieser nm so bitterer.— England nnd Nnstlaud. Ter„Köln. Ztg." wird anS London telegraphirt: Zwei einander folgende Kabinctsrälhe haben gutem Vernehmen nach die schwebende Frage der chinestschen Anleihe, insbesondere die von russischer Seite an- gesochtene ErklSrnng wegen Talien-wan nicht zur Entscheidung gebracht. Noch immer scheint eS ungewiß, ob die entschiedenste Richtung im Kabinet die Oberhand geivimten werde über die Leitung des Auswärtigen Amtes, die einem Ausgleich znzn- streben nicht abgeneigt fein soll, Talien-wan auch zu der rnssischen Sphäre gelten zu lasse», falls Rußland entgegenkäme und ans cigenent Antrieb bezüglich Talien-wan für den all- gemeinen Handel gleiche Zugeständnisse machte wie Deutsch- land hinsichtlich Kiaotschan. Ferner wird berichtet, China suche sich anS der nn- angenehinen Situation ztt ziehen, indein eS Rußland und England die Hälfte der Anleihe zn ihren eigenen finanziellen Bedingungen zu beschaffen überlasse. Letzteres bedenlet ein« erhebliche Schlappe Englands. Sehr bcnierkensiverth ist ferner die Mittheilimg, daß Kriegsschiffe der rnssischen Schivarzc-Mecr-Flotte mit Erlanbniß der osnianischen Regierung durch die Dardanellen segeln tmd nach Ostasicn bestiinnit sind. Bewahrheitet sich diese Nachricht, so zeigt sich, daß Rußland eine Berstärkung seines ansehnlichen ostasiatischen Geschwaders für nöthig hält, daß es sich bemüht hat, die aiißerordentlichc Erlanbniß der Passage der Dardanellen zu erivirken.— Die Meldung, daß in Kiaotschan nicht nur ein, sondern drei Matrosen im Kamps mit Chinese» dcu Tod gesunde» hätten, be- 'tätigt sich nicht.— * ♦* TeuischeS Reich. — Die G«l d a» h ä n fu n g e n der preußischen Eisenbahn- Berivalluiig. Nach dem dem Abgeordnetenhaus« zngegaiigcne» Bericht über die Batlansführntigen und Beschaffungen der Eisenbahn- Berwaltiina während des ZeilranmcS vom I. Oktober 1896 bis dahin 1897 belief sich die Summe der für Eisenbahiibauleit und Beschaffungen auf griind von Gesetzen nnd extraordinären Geldbewilli- gungen noch zur Bersügnng stehenden Mittel Ende September 1897 ans. 405,1 Millionen Mark, wovon 404,9 Millionen auf Bauten und Be- schaffiiiigeit für Rechnung von Staatsfonds, mit Ausschluß des Bau« jönds der in das Eigenllium des Staates übergegangeiien früheren Privateisenbahnen enlsielen. Bon der letzteren Summe stellten 348,2'Millionen BetviNigunge» durch das Extra Ordinariui» des Elais der Eisenbahiiverivaltniiq dar.— Durch Anleiheaesetze sind von April 1894 biS Jnni 1897 2.10 Millionen Mark bewilligt worden. Hiervon waren aber Ende September 1897 erst 13 Millionen Mark verbraucht. In keinem konstitutionelle» St aate werden derartige hohe Summen ans Borralh bewilligt, wie in Proiißen. — Die Schuld an den Eise»bahn- Unfällen und die berühmte Sparsamkeit ist schon wieder einmal in«ine etwas hellere Beleuchtung getreten durch eine Gerichtsverhandlung. Bor der Straskannner in Paderborn standen tiämltch, wie wir der „Mark. VolkSztg." entnehmen, am Dienstag ei» Heizer und«in „Reserve-HUfS-Weicheiisteller", beide wegen„Gesährdmig eines Eisen- dahntransports", nnd zivar weil im September v. I. ei» von dem Heizer gesührter Zug über das Ziel Hinansgefahren war, wobei der„Rescrve-Hilss-Weichensteller" die Brems« bediente. Beide wurden dem Jlntrage des Verlheidigers, Rechtsanwalts de Weldige, eiilsprechetid kostenlos sreiges prochen. Für das „Sparsamkeiis-Eystem" bei der Bahn ist bezeichnend, daß der Heizer bereits vor II Jahren seine Prüfnng bestanden hat, noch gerichtlich nnbesirafl nnd dennoch noch immer Heizer ist. Der„Reserve-Hilis- Weichensteller", welche klassische Bezeichnung»»s zum ersten Male vorkam, ist eigentlich ei» Rollenardeiler, der gelegenlitch als Weichensteller verweiidet wird und zu dein Ziverte ein sog.„formloses Examen" gemacht hat. Als Heizer ftingtrl« auf dem betr. Zuge ein noch nicht geprüster Hilsshcizer.— Die Eiseiibahii-Berivaltniig hat schließlich allen Grund, nichts so sehr zu sürchte», wir eine Gerichts- Verhandlung, denn so hänsig kommt sie dort schlecht weg.— — Z um Erlaß des Grafen Posado ivsky äußert sich der Professor der Natioiialölonomie an der Wiener Universität. Freiherr von Philippovich, in einem Bortrage Freiheit und Zwang in der Bollsivtrthschast. Er führt« aus: ...... Wie die jüngste» Anregungen des denlschen Staats- fekrelärS für das Reichsamt des Innern beweise», möchte man in Deutschland bereits mildere» Formen der Beeiiiflnssung nicht- orgaiiistrter Arbeiter(als die in England üblichen nnd durch die Gerichte als berechtigt anerkannte») mit dem Strafgesetze begegnen. Bei objektiver Beiiriheilnng müsse» wir sage», daß die Arbeiter hier nur thu», was die Unternehiiier anch thttN. wen» sie in Kar- teile» dl« Onlsiders(sprich Anlßaider. außerhalb der Orgams.iiio» stehende) um jede» Preis niederkonknrrireu. I» beiden Fällen wehren sich die loipourte» Jnteressenlen gegen den durch die A»bei>stede»de>i drohenden„Zwang der änstere» Umstände", dem zu entziehe» sie sich eben zur Beugung ihrer Freiheit in d-r Korporation enl- schloffen haben. Darum werde» hier staatliche Berbote immer machtlos bleiben. De»»atioiialliberalen Abgeordneten wird nicht uiibelannt fein, daß Professor v. Philippovich früher in Freibnrg i» Bade» Professor war nnd dort mit größieni Eiser sür die nationalliberal« Partei gewirlt hat.— — Zur lex A r o n s. Während eine ganze Reihe atigeschener Männer der verschiedensten Parteirichinngen— so Professor Delbrück »> den„Prcuß. Jahrb."— sich mit aller Entschiedenheit gegen den Gesetzentivnrs belrefss der Privatdozenten wenden, Hai Herr Prof. Gie>ke seinen ebenfalls krilisirenden Ansführnngen eine Keiidnng zu geben gewußt, die etwa darauf hinausläuft:„Gehängt sollen die Privatdozeiiten nicht werde», dagegen ließe sich über ilöpsc» wohl rede»." Er schlägt nämlich vor, an stelle des Etaatsninisterinnis das Ober-Berwalinngsgcricht zur zweiten Instanz zn nnzchen. Daß unser« Auslegung zutreffend ilt, beweist folgende Attssihrmig der „Post" zn dein Gierke'sche» Vorschlag:. „Dieser Vorschlag ist nicht ohne weiteres von l r Hand zu weife». Das Ober- Berwaltniigsgericht fnngirt schoi heute als oberste? Disziplinargericht für die Koimnnnalbeamten e» liegt daher nah», sein« Znsländigkeit aus die Privaidoz«nl»i wen«» die Eigenschaft unmillelbarer SlaatSbeainten gleichfalls riicht bei- wohnt, aiiSzndehiien. Im übrige» mag daran eriniizit werdeir, daß gerade durch die Rechtsprechung des Ober-B svaltniigs- gerichls die UnHaltbarkeit der jetzigen Disziplinarverl Inisse der Privatdozetiltn klargestellt worden ist. DaS Ober-Vcrwal tgsgericbl hat bekanntlich einen Amtsvorsteher seiiiesAmles entsetzt, t II er dnich Hergäbe eines ihm gehörige» Griindstiicks für eine soziald riotralische Bersainmliing die Bestrediinge» der Sozialdemokratie g fördert und dadurch die Pflichte» seines Amtes verletz« und sich> w Achlnng, des Ansehens und des Vertrauens liiiwürbig gemacht-at, welche das Amt des Amlsvorsiehers erfordert. Dieses klrlteil steht in flagrantem Widerspruch mit der Thatsache, daß«in dem Lehr- lörper der königlichen Universität angehöriger Privat ozent sich fortwährend an sozialdeinokralischeit Agitation«» beihr ligeir und als Redner, sowohl in soziald«mokralilcheii Versa»»»!»gen. als auf sozialdemokratischen Parteitagen auftreten darf, ohn daß gegen ihn diSzipliitarifch eingeschritten wird. Dieser Ziistl id ist im Landtage mit Recht als»»vereinbar mit der Einhei. und dein Ansehe» der Slaatsgeivalt bezeichnet worden, und V wägniigen dieser Art haben in erster Linie zn der jetzt vorliegend> Geseyes- vorlage geführt. Solche» Bedenken würde offenbar au« Rechnung getragen werde», wen»»ach den jetzt gemachten Bor�)lägni an stelle des StaatSministerinnts das Ober-Verwaltnngst richl als oberster DiSziplinarhof für Privaldozenten eingesetzt w> de." In dcmselbe» Artikel schreibt die„Post": „Bekaiiuilich nimmt der Knllusminister für sich fleichfalls die Beiechtiguiig in Anspruch, im Disziplinar'«ge die Eniferniing eines Privaldozenten herbeiziisühren, und er hat jebensalls die Thalsachen für sich, denn ir früh" er Zeit ist wiederholt von der Unlerrichtsveriva»ig die Eiitziehung der veui» leAeuäi(des Rechtes, Volles»gen zu Halle») veranlaßt worden... I» zarter Schonung für den Herr» Kilktilsmlnister, d ihr jetzt endlich zu Willm ist, scheint die„Post" völlig zu verg se», daß Herr Bosse durch>. euere„Thalsache»" längst eines bess«'.> belehrt ist. Als er im Jahr« 1895 von dein angentabten Recht G» rauch zu inacheii verlnchle, wurde er schon beim ersten Anritt so glnl. aus den Sand gesetzt, daß ihm die Lust zu weitereu Gaiigeu ml dieser Waffe völlig verging.— — Da? Z« n t r n m beabsichligt, wie die Münchener Allgem. Ztg." mittheilt, ein« Reih« Abä»d»rn»gsa»lräg« zur Militc Stras- prozeß Vorlage einzubringen, durch welche das Verhält iß des Reichs-Miliiärgerichtshoses und eines obersten bayerische» Riliiär- gerichtshofes geregelt iverden soll.— — G e» e r a l a u d i t e u r Ittenbach hat be! Verr.t»nng deS Entwurses der Militär- Slrasprozeß-Ordnung im Reich« age nni 17. Tszeniber 1397 geg«»libe> de» Sozialdeinokrale« darauf hnweisen ivollen, daß das deutsch« Militärgesetz sehr milde sei, md zum Beweise führte er einige Urtheile gegen amerikanische Deserteure a», die allerdings von scheußlicher Härle wn"'». Die „Nation" thcilt mit, diese Miltheilnngcn des Generasi>diUu>S hätten in den Vereinigte» Staate» niiliebsames Aussehen Umachl; man habe sich bei dem Geiieralanditenr der Armee, Jndge Asvoeate, General Lieber erkundigt, nnd es habe sich herausgestellt, daß die Aeiiberniigen des vrenßischen GeneralauditeurS gänzlich irr- t h ü m l i ch sind. Dieser wird niilhi» Veranlassung nehmen muffen, seinen Jrrlhum im ttteichslage zn berichtigen.— Jtt KönigSbcrg sind dem„Berliner Tageblatt' zufolge Eerilchte im Uinlauf, die wir von hier nicht konlrollire» können»»o daher unter aller Reserve wiedergeben,— Gerüchte, die sich aus«>> Duell beziehe», welches zwischen dem Oberprästdeiile» Grasen Kilhe>», von Bismarck und dem Oberpräsidialralh Dr. Manbach staitoesnnden habe. Das Duell, bei welchem der Oberpräsidialrath Dr. Manbach vertvundel worden sei. soll seine Ursache in persönliche» Zwiltigkeiten gehabt haben, welche auch die Veranlassung zu der Versetzung des Oberpräsidialralhs nach Berlin gewesen seien.— TreSdcn, 29. Januar.(6ig. Ber.) Ein fdjBncS SInck Geld mvUjjdiafUu die sächsischen Finanzpolitiker ans der„Königlich Säcksische» Landeslotterie" heraus. Unler diesen» Titel sind diesmal inr Knvitel 17 des Etats für 1893/99 9 293 250 M. als Einnahine, nnd 922 I0V M. als Ausgabe eingestellt. Das ergiebt de» erkleck- lichen Nebersckujz von 4 286150 ä)i. lieber die„beste" aller Staats- lotterien scheint unter den einzelnen Parlamentchen und Staalchen ei» sörinlicher Wettstreit stattjlifindcn. So wehre» sich zun» Beispiel unsere sächsischen Finanzkünstler der betreffenden Depntation der Ziveiten Kanuner des Landtags in ihrem gedrnckten Bericht ans- drncklich dagegen, daß die Tlniringisch-Anhaltische Staatslotterie der sächsischen—»vis das behauptet»verde— in bezng ans die Chancen des Geivinnens„über" sei. In vergleichenden Tabellen sucht man das noch extra z» beiveisen. Elinas Vernünftigeres scheinen die Leute nicht zu thu» zu habe». Die„geheimen" Sitzungen scheinen beim sächsischen Paria- nienl jetzt recht i» Flor zn konnnen. Was dort ausgeheckt ivird, davon erfährt natürlich das Volk nichlS. Erst vorige Woche»var eine solche„geheime", und für Montag ist nach der öffentliche» »vieder eine solche angesetzt. Die Zeitungen sprechen allerlei Ber- »nuthungen ans, was da den» eigentlich vorgehe» möge. Soviel scheint sicher zu sein, daß es sich um Beivillignng von Gelder» zu einer ganzen Reihe von große» Festlichkeiten, die in nächster Zeit i» Aussichl stehen— so z. B. Regierungsjnbilän»» des Königs ic.—, handelt. Anßerden» wird noch behauptet, daß das Geld zu de» Ninbanten des königlichen Schlosses schon»vieder auf- gebraucht sei nnd daß einige weitere Milliöiichen in Forin eines Jubilänmsgeschenles dazu bewilligt werden sollen.— — Chronik der MajestätsbeleidigungS-Prozesse. In Kollbus»vurde am 25. d. M. der Kellner Paul Sch.»vegen-einer ans der Verpflegiingsstation zn Peitz begangene» Majestätsbeleidignng zu 9 Monate» Gesängiiiß verurtheilt.— Eine» bezeichnenden Beitrag zu dem Kapitel der Entstehung von Majeftätsbeleidigungs-Prozessen lieferte eine VerHand- lnilg, welche heute vor der 2. Straskammer am Landgericht II initer Wnsschluß der Oeffentlichleil stattiand. Bei der Frau Hedwig Martha Emma Gockel in Pankoiv erschien eines Tages ein Gerichtsvollzieher, nm eine Zwangsvollst>ecknng vorzunehmen. Fra» Gockel hielt die Pfändung aus irgend einem Grunde für»niberecdtigl und schimpste, als dieser seines Amtes gewaltet halte— hinter dein Gerichtsvollzieher her. Einige sreundliche Nachbarinnen er> »lahnle» st«, das zu unterlasse»,»veil der Gerichtsvollzieher ei» königlicher Beamter fei, aber gerade dieser letztere Hinweis reizte die ohnehin hvchgradig erregte Frau zn einer Rückäiißernng, die ebenso wohl eine schwere Beleidigung des Kaisers wie auch des Gerichtsvollziehers enthielt. Nach dem öffentlich verkündeten Urlh.il soll die Angeklagte vier Monate Zeit erhalte»,»»> im Gefängnisse darüber nachzudenken, daß man a»tch in der höchste» Erregung seine Ziiiige im Zaum« halten muß,»venn der Kaiser in den Streit der Meinuiigen hineiiigezogen»vird.— Oesterreich. Prag, 29. Januar. Einer Meldung der„Politik" zufolge soll Döhiue» i» 120 rein czechische und 79 rein deutsche, soivie i» 21 gemischtsprachige Bezirke eingetheilt»Verden.— Italien. Nom, 2S. Januar. D e p n ti rt en ka in m e r. Der neu er- »vählte Präsident Biancheri nimmt unter lebhaften nnd lang an- ballenden BeifallSknndgebnngsn den Präsidentensttz etn, spricht den herzliche» Tank sür seine Wahl aus nnd hebt»veiler hervor, das Parlament»nd die Regierung müßten in Nebereinstiinmung an das Gleichgeivicht i» der finanzieNen Verivaltnng, soivie an die Ver- Minderung der Laste» der ärmeren Klassen denken, damit die gefährlichen Lehren keinen Ei ii gang bei ihnen fänden.(Beifall ans der Rechten nnd im Zenlrnm Die Sozialisten Morgani und Bissolali rufen: Es lebe der Sozia- lisiimt! Lärm.) Spanien. — Di« gerichtliche» Untersuchungen über die Folterungen der spanischen Anarchisten in den Gefängnissen von Mo»»tj.nich und Barcelona. Der spanifche Jnstizminister hat, wie der„Int. Korr." ans Madrid geschrieben wird, eine Untersnchnng über die Foltermige» der verhafteten Anarchisten angeordnet; indessen läßt der bisherige Gang dieser Untersnchnng befürchten, daß bei der Sache nicht allzuviel herauskomme» ivird. In» ganze» haben acht der Verhaftete»» in ziemlich gkanbhafter Weise die Anklage erhoben, von der Gefängnißverivaltung durch NahrungSentziehnng, durch gewaltsaine Unlerlauchiing unter Wasser»md durch Daumen- und Fusischraubei» zn sogenannten Geständnisse» gepreßt»vorde» zu sein. Aber von diese» acht Personen sind zwei schon vor neun Monate» hingerichtet ivorden, einer befindet sich in England und zwei in Südamerika, mährend sich in den fpanische» Gesängnissen von den acht nur noch die drei Anarchisten Callis, Oller nnd Sunje befinde». Die Untersuchungen erstrecken sich also nur auf die drei Letzt- genannten; gegenwärtig ist eine aus drei Gerichlspersone», drei Aerzte» nnd zwei Zeilnngs-Chefredaktenre» bestehende Kommission thälig, um sestznstellen. ob die an dem Körper der genannten Anarchisten vor- handenen Narben von Verivnndnngen herrühre», die ihiicn vor acht bis zehn Monaten durch Folterwerkzeuge beigebracht sein können. Hierbei tst natürlich der Verinnlhnng und parteiische» Auffnssnng der»velteste Spielrnnn, gelassen, so daß die bei der Folterung de- theiltgte» Gefängniß- nnd Jnstizbeamten wohl schiverlich der „strengen Bestrafung" theilhaflig»verde», die ihnen der Jnstizminister im Falle ihrer Ueberführnng in Aussicht gestellt hat. Rustlaud. Petersburg, 29. Januar. Das Ministerium d«S Innern hat. »vie die Blätter melde», einen Gesctzenlivurf auZgeaibeitet, nach »velchem die Gouvernements Koivno, Wilna und Grodno allgemein russisch« Eemstivo-Organe erhalle» sollen. Die Seinstivo sind ans Wahlen hervorgegangen« Kreis- nnd Gonvernemenlsverlrelnngen, die sich mit einem Theile der ötonomi- scheu Interessen und Bedürfnisse ihres Bezirks zu befassen haben. Da aber seit der neue» Landschaftsordnnng vom 12. Juni 1890 die Seinstwos in fast völlige Abhängigkeit von der Bureankrati« gekommen sind, bedeutet diese Rejorm nicht viel.— Asic». Bombay, 29, Jannar. In Sinnar bei Nasik in der Präsident- fchaft Bomba») lehnte sich die Bevölkerung gegen die Maßregeln auf, ivelche zur Bekämpfung der Pest getroffen»varen. Die Menge lödlete die Gehilfen in» Hospital, brannte das Lager nieder, in dem die Kranken abgesondert läge»,, zertrümmerte das Postamt und durch- schnitt die Telegraphendrähle. Die Schntzmanuschaften gaben Feuer und verivuudelcn einige Personen. Amerika. Washington, 23. Jannar. Der Senat nahm mit 47 gegen 82 Stimmen die von» Sei»aior Teller eingebrachte Resolntion an, in »velcher erklärt ivird, daß die Bonds der Bereinigten Staate» soivohl in Gold»vie in Silber zahlbar sind. Dieser Beschluß ist,»vi« die gestern von n»S wiedergegeben« Erklärung Mac Kinley's sür die Goldivährnng beweist, ohne pratlijche Bedeutung.—_ Veichskag. 28. Sitzung. Sonnabend, den 29. Januar 1993. Am Bnndesrathstische: Graf Posado»vsky. Präsident v. Bnol eröffnet die Sitzung um 1»/« Uhr. Die ziveit« Etalsverathnng ivird dein» Reichsamt des Inner» sortgesetzt. Beim Kapitel„Patentamt" benierkt Abg. Dr. Hanimacher(»all.): Die Einnahmen des Patent- ainti, besonders an Gebühren, nehnien beständig zn. Infolge dessen sind auch die an demselben beschästlgten Kräfte vermehrt ivorden; aber dieS ist nicht in genügender Weise geschehen. Es iverden mannigfache Klagen laut über die zn langsame Geschäftsführung, im Durchschnitt sind 312 Tage vom Tage der Anmeldnng eines Patents bis ziir Enlscheidnng verlausen. ES sollte daher im nächsten Etat eine»vcitere Vermehrung der Kräfte vorgesehen iverden. Weitere Klagen werden über die Patentainvälte laut. Neben tüchtigen, ehrenwerthen Mäimen» sind auch solche vorhanden, die eine keinesivegs fleckenlose Vergangenheit hinter sich habe». In» Interesse derer, die sich um ein Patent bewerben, sowie der Beamten des Patentamts, die jetzt mit solchen Personen verkehren inüsse», empfehle ich den Konzessionszwang ein- zuiühren, durch den solche Eleiiiente ferngehalten iverden können. Ich bedauere serner, daß Deutschland der„Union" für Patentsachen noch nicht beigetreten ist, die alle Knlturstaaten mit Ausnahme von Deutschland und Rußland unifaßt und die den betheiligten Staate» größere Vortbeile bietet. Staatssekretär Graf PosadolvSktl: Schon beim vorigen Etat habe», wir i» Erivägung gezogen, ob nicht eine Vermehrung der Beamten des Patentamts eintrete» müsse. Aber die Zahl dieser Beamte» hat bisher schon so rapide zugenommen, daß wir im Interesse der Finanzen sehr vorsichtig sein müssen mit weiterer Ver- medrung. Es ist richtig, daß unter den Paienlanivälten solche Per- sonen sind, die ei» sehr verdächtiges Dossier hinter sich habe» Nach näherer Ern-ägnng glaube ich aber mich dahin aussprechen zu können, daß diese Frage nicht nllf administrativem, sondern n»ir auf gesetz- lichem Wege zu lösen ist und daß ich dem Reichstage eine Vorlage dauiber zugeben lassen»verde.(Bravo!) Ich gebe mich nach Lage der Verhältnisse der Hoffnung hin, daß nnsere Forderungen in betreff der Patenlsache» vo» der Internationale» Union zum Schutz der gewerblichen Interesse» bewilligt»verde», so daß dann Deutschlands Beitritt erfolge» könnte.(Beifall.) Die Diskussion»vird geschlossen, das Kapitel„Patentamt" b e>v i l l i g t.— Zum Kapitel„Reichs-Bersicherungsamt" »iinint das Wort Abg. Molkciibnhr(Soz.): Von unserer Seite ist zu diesen, Titel ininier»vieder die Frage an die Regierung gestellt»vorde»,»vie es mil de» versprochenen Reformen steht, die doch durch die kaiser- lichen Erlasse von, Jahre 1390 und durch den Herr» v. Bötlicher, als nahe bevorstehend bezeichnet wurde». In der letzte» Zeit hat man allerdings aus den» Gebiet der Krankenversicherung eine poli- tische Tdäiigleit entfaltet, allerdings eine, mit der»vir Ulis unter keine» Umständen einverstaiiden erklären können;»nan hat den Kranken z.B. einpfohlen, die Hülle'scheii Schriften zn lese». Daß der Herr Staats- sekretär diese Sachen nicht selbst gelesen hat, glauben>vir schon; aber er scheint nicht nach dem Grimdsatz zu Handel»: Was Du nicht»villst, da? man Dir ihn, das füg auch keinen» anderen zu! Wir ballen es auch sür eine Gefühlsroheit,»venn man einem kranken Katholiken Lnther's Schrisic»(Sehr richtig! im Zentrum) oder einem frommen Palriolen die Schriften eines Karl Heintzen zu lese» piebt; aber ist es nickt ebenso eine Gesühlsrohbeit, wen» man einem Sozialdemo- kralen Schriste» giebt, i» denen die Sozialdemokratie anss schwerste beleidigt und verleumdet»vird? Ich»veiß nicht, ob man glaubt, daß dadurch der Heckniig Vorschub geleistet»vird. Kann man es verantivorte», daß es vielleicht, wenn anders gesinnt« Kranke in dein- selbe» Zinnner liegen, zu fortivährenden Diskussionen und Streitig- keilen»lnter ihnen koinnit? Daß derartiges von seilen der Regierung gesördeit»vird und daß man glaubt, dadurch sein Wohlwollen sür die Arbeiter z»»i» Ausdruck zu bringen, ist bezcichiiend sür den Geist, der sie beseelt. Es ist einmal eine Novelle ausgearbeitet»Vörden, die aber »vieder zltrückgezogen»vurde. Daß der Entwurf nicht»vieder ein- gebracht ivorden ist,'hat mein verstorbener Parteigenosse Grillen- berger bereits in» vorigen Jahre vorausgesagt, als jener Paragraph geändert»vurde,»vodurch die Karenzzeit von 13 aus 4 Wochen herab- gesetzt»vurde. Gegen diese Aenderung hat sich speziell das Kom- missionkinitglied Freiherr v. Einmm schr scharf und wiederHoll ge> »vandt. Damals sagt« Grillenberger schon: Paß auf,»ven» es ihm »licht gelingt, in der Kommission diesen Beschluß zu Fall zn bringen. dann»vird«v sich an die Regierung heranniache»«nd seine» Willen durchsetzen. Und er hat Recht behalte»; Freiherr v. Stumm hat seineu Wille» durchgesetzt,»nd dies ivar einer der ivesenl- lichen Punkte, durch die die Vorlage zn Fall kam. Der Herr Staalssekretär sagte nun zur Veriheidigung der Rc- gierungsstellung. daß es vor allem darauf ankäme, den Wünschen der Betheiligte» Rechnung zu trage»; er»vundere sich, daß sich die Unternehmer so»venig über die Belastung beklage», deren Willen er so»vcit»achkomuie, daß ihre Arbeitsfrendigkeil nicht gestört»vird. Die Arbeilssreudigkeit der Unternehmer ivird am meiste» dadurch gefördert, daß ihnen hohe Profite in Aussicht gestellt iverden,»nd das ist»vieder»inr dadurch möglich,»venn man die armen Verletzten, die armen Krüppel NM ihre Rente bringt. Di« Unternehmer halten bisher recht nette Erfolge bei der Gellend- machllng ihrer Wünsche auszuweisen, es»väre an der Zeil.»ven» nun eimnal diese Art„Arbeiterfreundlichkeit" nicht in den» Maße »veiler gefordert»vird,»vie eS bisher der Fall»var. Ich»vill nur auf eine» Umstand hinlveisen: die V o l l r e n l e»vird in innner »veniger Fällen beivilligt als früher. Wahrend die Zahl der Unfälle stets steigt nnd desgleichen die Zahl der schiveren Unfälle, die«inen lödllichen Ausgang haben, sehen»vir, daß die Zahl derjenigen, die Vollrenl« erhalten, inimer»veiler zurückgeht. So»varen»nm Beispiel bei den geiverblichen Bernssgenossenschasten in» Jahre 1390 22 300 Unfälle. davon 3380 mit lödllichen» Ausgang und es »vurde» 2331 Vollrenten gewährt. In» Jahre 1893 sind es schon 33 500 Unfälle, solche mit tödtlichein Ausgange 4040. Dagegen gehe» die Falle, i» denen man Vollrenten beivilligt«, in denselben Jahren von 2331 auf 1800. dann aus 1507, auf 1377, 856, 780 nnd endlich ans 595 zurück!(Hört! Hört! bei den Sozialdemokraten.) Berechnen »vir die Prozentzahle»», so ergiebt sich eine Abnahine ber Bollrente» im Berhältniß zu der Zahl der Versicherten von 0,49 auf 0,10, also eine Abnahme ,»>, 415! Sollte nia» entgegenhalten, daß dieser Erfolg der besseren ärztlichen Behandlung zuzuschreiben»st, so müßte dies erstens bei alle» Bernfsgenossenschaflen der Fall sein,»vaS nicht der Fall ist, nnd da»» besonder? bei den staatlichen Betriebe», denen man doch nicht den Vorivnrf»vird»nache» könne», daß ihre Ver- letzten schlechter ärztlich behandelt werden. Aber gerade i» diesen bleibt die Zahl der Bollrenlen»nlt kleinen Echivanknngen konstant, in den Bernssgenossenschasten nimmt sie bestätidig ab. Die Aerzte tragen freilich da den Haupttheil der Schuld, aber aus diesen ruht»vieder der Druck der Leitung der Berussgenossenschasl. Zu mir sind in» letzten Jahre zivei Personen gekonune». denen ma» die Voltrenle allmällg verkürzt hatte. Ter ein«»var ein Zimmerer, der bei einem Gerüsteinstnrz einen Schädelbruch erlitte» halte»i»d zunächst die Vollrente erhalle» halte. Bald nachher»var sie ihn» aber ans 75pCt., dann auf 50 pCt. nnd schließlich ans 33>/spCt. verkürzt ivorden. Der Physik»? erkannte zwar a», daß der Mann nicht gehe» und nicht stehen konnte, aber er hielt ihn für leichte Be- schäftignng für befähigt und empfahl ihn», fein Brot als Zigarren- arbeiter zu suchen. Als ich die Akten durchlas, hätte ich,»venn die Sache nickt zu traurig geivesen»väre, beinahe gelacht. Ich sagt« mir. der Mann hätte ja auch Medizin findiren könne», als Arzt würde er dann viel mehr verdiene» könne», als«in Ziuinrcrer. Gerade für die Zigarrenmacherei ist ein gutes Nervensysicin»öthig, das den» Unglücklichen ganz zerstört war. Die Zigarre muß mit dem Gefühl geformt iverden. Man braucht keine große Mnskelkiast dazu, aber desto»nehr Nervenlrast. Ich sagte mir, nnd»venu sich der Mann todt quält, er bringt keine Zigarre zu stände. Der Arzt hatte sicherlich nur vom Zigarrenmacher gehört, daß ma» nicht gehen und stehen brauchl, sonder» dabei sitzen kann. Wenn ich in frühere» Jahren über die Bernfsgenossenschaflen fprach, dann polemisirte immer der Abg. Rösicke gegen mich nnd»ahn, sie in Schlitz. Er hat dabei entschieden zn sehr generalisirt nnd von seiner eigenen BerusSgenossenschaft aus die anderen geschlossen. Ja.»ven» alle Bernfsgenoffenschafle» so »vären, wie die Brauerei- und Mälzerei- BerusSgenossenschaft, dann »väre» dies« Angriffe unberechtigt. In der Branerei-Berufsgenossen- chast üdersteigl die Zahl der beivilligten Bollrenten die Zahl der tödlich verlanfenen Unfälle. Wie steht eS aber mit anderen Bernsßgenossenschaften z. B. mit der südwestdeutschen Eisen-Berufs- genossenschaft, der Freiherr v. Stnm»» so nah« steht? Seit 1330 höre» dort die Vollrenlen fast gänzlich auf. Bon 1863 Unfällen sind 260 tödtlich verlaufen, aber nur in 26 Fällen ist die Vollrenl« zu- gestanden ivorden.(Hört! hört! bei den Sozialdemokraten.) Hier, kommt die Thätigkeit der Berufsgenossenschaft zum eklatanten Aus- 1 druck, die Renten zu verkürzen, und damit»vird die ArbeitSsreudig- keit am meisten erhöht.(Sehr gut! links.) Ich komme nun auf den Zentralverband deutscher Industrieller, dessen ganze Existenz eigentlich nichts, veiter ist als ein fortgefetzter Verstoß gegen das preußische Bereinsgesctz.(Sehr gut! lmks.) In seinen Miltheilungen kann ma» schon immer ein paar Wochen vor- her die späteren Reden vom Regierlmgstisch lesen.(Heiterkeit links.) Die Herren vom Zentralverband sind zum mindesten gute Gedanken- leser der Reglerungsvertreter. Jetzt»vird darin über die Mehr- belastnng der Industrie durch die Versicherungsgesetzgebung gejammert. Wie ist den» diese Mehrbelastung entstanden? Eliva durch Abkürzung der Karenzzeit? Die Mehrkosten machen sür jeden Arbeiter und jeden Arbeitstag'/» bis 1/ä Pfennig aus und darum soll die ganze Industrie zu Grunde gehen. Wenn die Regierung das glaubt, muß sie sehr leichtgläubig sein, schon daß sie sich den Anschein giebt, als glaubt« sie es, ist traurig geling.(Sehr richtig, links) Aber»venn es der Zentralverband deutscher Industrieller sagt, dann darf kein Regierungsinann»vider den heiligen Geist des Kapitalismus sündigen.(Sehr gut, link?.) Da Abgeordneter Freiherr von Stumm im vorige» Jahre auch die Belastung der Industrie hier ins Feld geführt hat, habe ich mir einmal die Produktionsverhältnisse etivaS näher an- gesehen. Zum Beispiel in der Roheisen-Produktion ist der Werth des Produktes, das ber einzelne Arbeiter gelchaffe», in den letzten zehn Jahren um 48,6 pCt. gestiegen. Sind denn aber auch die Löhne in diesem Verhältnisse gestiegen?(Abg. v. Stum»n: Ja!) So? Dann sind die Lohnlisten gefälscht. Nach de» den Berufs- genossenschaste» eingereichte» Lohnlisten habe der Lohn für den einzelne» Arbeiter in» Jahre 1886 783 M. betragen und ist in» Jahre 1396 auf 881 M., also nur um 93 M. gestiegen. Eniiveder der Loh» hat mit dem Steigen des Prodnktions- werlhes nicht Schritt gehalten oder die Lohnlisten sind ge- sälscht.(Sehr richtig! links.) Di« Ursachen für die ungenügenden Rente» liege» in den Heilanstalten der Bernfsgenossenschasten, i» den sogenannte» Rentenqnetsche». Dort»verde» solche Erfolge erzielt, »vi« bei der südwestdeutsche» Eilen-Bernssgenossenschast. Die Arbeiter wären besser daran,»venn sie in obigen Fällen die sogenannten Wohlthalen des Versichcrungsgesetzes nicht hätten und im Privat- prozeßivege gegen de» Unternehmer klagbar werden könnten. Wie steht eS den» mit de» angeblichen Wohlthalen? Bei den geiverblichen Bernfsgenossenschaftcu kommen noch nicht drei Pfennig zu Lasten der Unternehmer aus den Arbeiter pro Tag, bei den landivirthschastliche» noch nicht V- W Dafür müssen sich die Arbeiter bei jeder paffenden nnd»»»passenden Gelegenheit die ihnen erwiesenen„WohUhaten" voriverfen lassen. Würde nicht ei» Bettler, der täglich>/2 Pf. erhält und so oft sich die Wohlihate» voriverfen lassen muß, den,„Woblthäter" den>/« Pf. vor die Füße»versen?(Bravo! bei de» Sozialdemokraten.) Eine Reform der Vcrstcherungsgesetze ist dringend nolhivendig. Schon seit Jahre» ist sie vo» der Regierung anerkannt»vorde». Trotz der Prosperität der Industrie kann sie die Regierung aber gegen die Industrielle» nicht duichsetzen. Vielleicht tritt jetzt eine Krise ein »md da»verde» die Arbeiter bis zun» Sankt Ninimerleinstag auf die Reform»varten können.(Beifall bei den Sozialdemokraten. Direktor im Reichkaml des Inner» Woedtkc: Der Abg. Molk«»- bnhr hat das deutlche Unternetnnerlhum beleidigt, indein er sagte,! die Albe»tgeber wollten sehr hohe Piofite machen und beschneiden deshalb die Reute». Ich muß diese U»le»stellung entschieden zurück- »veisc» Die Zahl der Unfälle hat nnziveifelhasl zugenoinmen. Auf 1000 Ve> sicherte komme» jetzt 6 Verletzte,»väbrend im Jahre 1889 nur 2,80 Verletzte kamen. Es sind zetzt eben alle kleinen Unfälle mit dabei. Die Zahl der schiveren Unfälle ist aber in erfreulicher Weise in Abnahme begiiffc», ebenso hat die Zahl der dauernd Eriverbsunsälüge» stetig abgenommen.(Singer: Das hat ja Molkenbnhr eben ausgesnhrl.) Die UnfaUversichernng hat i» Verbindung mit der Unfallverhütung zur Vcruiinderung der Uusäll« beigetragen. Die Behanptnng Molkeubuhr's. daß die Berufsgenossenschaflen die Rente heradzudrücken suchen, hätte nur dann einen Schein von Berechtigung,»veirn die Enlscheide der BernsSpenossenschafte» nicht anfechtbar»varen. Das Reichs-Veisicherunge-anit ist aber stets sür die Arbeiter eingetreten. Und»venn der Abg. Molkenbuhr es versucht hat, das,»vas durch die Versichernngs- Gesetzgebung für die Arbeiter erreicht ist, als Bagatelle diiiziiiulle». so täuscht er sich ganz ge- wältig. Das beweisen die Millionen, die jährlich sür diese» Ziveck ausgegeben werden. Abg. Frhr. v. St«»,,»(k.): Wenn man so weit gehen wollte, leine Schrillen auszulegen, die den Sozialdemokralen»»»angenehm sind, so dürste man überhaupt keine patriotischen Schriften mehr auslege». Und so lange nicht alle nachgewiesenerinaßen Sozial- demokraten sind, so lange ist das Verlange» des'Abg. Molkenbikhr unberechtigt. Wae die Vvlivürfe anlangt, die Herr Molkenbnhr gegen mich persönlich geschleudert, so begreise ich nicht, wie»nan mir, der ich seit 1869 kolossale Summen sür Wiltiven-»nd Waise,»-Versorgung ausgebe, so tappaliöse Summen überhaupt entgegenhalte» ka»». So etivas prallt einfach an»nir ab. Ich erinnere daran, daß ich in der Kvtnmiiflo» zur Uiisallversicherung 25 Anträge gestellt habe, die fast alle die Rechte»nd Benefizien der Arbeiter vermehre» sollten,«nd von denen der größte Theil auch angenommen wurde. Ich gebe zu, daß die Bernssgenossen- scdastc» nicht Richter in eigener Sache iverden dürfen, daß sie im Spezielle» über ihre eigene Belastnng nicht entscheiden follen, Doch»nnß es ihnen überlassen bleiben, zu erklären, linter welchen Bedingungen sie überhaupt»veiter fnnktioniren könne». Und die Meinung geht dahin, daß, wen» ihnen jene sechs Beninimungen nicht abgenommen»verde», sie nicht in der Lage sind, ihre Auigaben zu erfüllen, und daß man da»»» am besten thnle. ihnen alles abzunehmen.— Die Beschränkung der Karenzzeit habe ich nicht ans finanziellen Bedenke» ver- »vorfe», sondern»veil dadurch lür die Krankenkassen der Haupt- a»reiz forlfiele, die kranken so schnell als möglich gesund zu machen. Ei» weiterer Grund für»»eine Ablehnung der Novelle ist die Renten- Herabsetzung durch die Schiedsgerichie. Wenn die Berussgenossen- scbast die Rente sestsetzr, dann muß sie auch nachher entscheide», können, od der Zustand, auf grund dessen die Rente festgesetzt ist, »och sorldnuert. Der Koinmissionsdeschluß schädigt die Ardeiter direkt. Für alle Rentenherabletziingen unler 25 pCt. sind die Schiedsgerichte als einzige Instanz festgesetzt,»vährend der Arbeiter jetzt drei Justauze» hat. Dagegen habe ich mich »»»d ebenso meine Berufsgenossenschaft ans das entschiedenste erklärt. Eine Uebertragung der Alters- nnd Jnvalidenverstcherung auf die Bernfsgenossenschasten Halle ich nicht für angängig. Abg. Singer(Soz.): Ich bedauere, daß der Vertreter des Staatssekretärs auf die HüUe'schen Schriften nicht eingegangen ist. Noch mehr bedauere ich allerdings, daß der Staatssekretär die Gepflogenheit seines AmtSvorgängerS beibehalten hat, den Präsidenten des ReichS-AersichernngsamteS zu den Reichstags- Verhandlungen nicht zuzuziehen. Nun zu den Hülle'schen Schufte»»! Der Herr Staatssekretär sagte, er hätle sie nicht gelesen; er müsse sich da ans seine Angestellte» verlasse». Er trage also eigentlich nicht die Veranlwortnng. Wir wissen das sehr gut. Wir wisse», daß er«S mir aus Anregung seines preußische» Kollege», gethan hat, und daß dieser»viederum nur einem direkte» Wunsch des Kaisers Folge geleistet hat, der in den Hülle'schen Schriften ein »virisames Mittel �»r Betämpsiing der Sozialdemokratie erblickt. Wir haben eS hier mit einen» Akt des persönlichen Regi- menIS zu thu», der alS solcher der Kritik der politi, scheu Parteien unterliegt. Das muß hervorgehoben werden, »veil wir hier in die Lage komnien. diese durch den Kaiser direkt zur Verbreitung empfohlenen Schriften aus ihre» Inhalt zn prüfen. Und wenn wir nun dem ivahre» Sachverhalt enlsprechend erklären, daß jene auf kaiserliche» Wunsch aufgelegten Schriste» nur Lügen, Berläiimdimgen und Beschimpiungen unserer Partei enlhalten, so dürfen >vir hierunter dem Schutz derJmmnnität dies»vohl frei aussprechen; wir halten eS aber für möglich, daß eine solche Meinungsäußerung im Lande unter dem Gesichtspunkt des dolus evsutuslis als Majestäls- beletdigimg verfolgt wird. Es ist daher gut, daß diejenigen Herren, welche sich mit diesen Machiverken beschäftigen, sich aiich dessen bewußt sind, aus welchem Grunde sie i» hunderttausende» von Exem» Plate» verbreitet werden, daß der Kaiser selbst sie für de» Kampf gegen die©ojirttbcmotvatie bestiinint hat. Nu», die iveiteren Ereignisse, »auieutlich di» Wahlen, werden zeigen, ob sie diesen Zweck ersnllen werde».(Vraov! bei den Sozialdemokralen.) Abg. Dr. Hitze(Zentr.): Meine politischen Freunde stehen dem Einbringen der Novelle zum Unfallversichernngs- Gesetz sympalhisch gegenüber. WaZ die Hülle'schen Schriften anlangt, so kenne ich sie nicht, kann also die Aufregung des Herrn Vorredners auch nicht theilen. Doch glaube ich auch, daß das Neichs-Versichernngsamt in biesein Punkte sehr vorsichtig sein muß; es darf nicht einmal der Anschein erweckt werden, als ob man die H i l s l o s i g k e i t der Kranken dazu benutzen wollte, hin ihnen gewisse Anschanungen aufzudrängen. Abg. Dr. Hammacher(natl.): Die Sozialdemokraten schildern jeden Arbeitgeber als ein wildes Thier, als einen blutdürstigen Tyrannen(Oh! oh! bei den Sozialdem.) Deshalb ist keine Ver- ständigung mit ihnen über die Rolle des Unternehmerthuins möglich. Die deutschen Unternehmer sind die humansten der Welt.(Beifall bei den Nationallib.) Die Zurückziehung der vorjährigen Novelle ist durchaus nicht auf Wunsch des Unternehmerthuins ersolgt. Redner bestreitet die Richtigkeit der vom Abg. Molkenbnhr mitgetheilten Statistik. Molkenbnhr behauptet, daß infolge der Prosttwnth der Unternehmer, infolge ihrer Ehrlosigkeit den Arbeitern die Renten vorenthalten würden. Das geht gerade ans den Zahlen der Rekurse nicht hervor.(Beifall bei den Nationallibernlen.) Staatssekretär Graf Posadowsky: Der Abg. Singer ist wieder auf die Hülle'schen Schriften zu sprechet, gekommen und hat dabei Kombinationen vorgetragen, wie sie schon in den Zeitungen gestanden habe». Ich glaube, meine Herren, ivir machen in der Politik die besten Geschäfte, wenn wir unsere Stellung zu einander staatsrechtlich genau abgrenzen. Für den Erlaß, der die Hülle'schen Schriften betrifft, ist der Reichskanzler, resp. ich, sein Stellvertreter. verantwortlich. Ich bitte also, alle Angriffe nur gegen mich zu richten. Ich bin bereit, die materielle und formelle Verantwortung im vollen Umfange zu übernehmen. Ueber die Sache selber mich zu äußern, habe ich keinen Anlaß. Ich habe dies bereits bei der ersten Berathnng gelha».(Beifall rechts.) Abg. Molkenbnhr(Soz.): Der Abg. Dr. Haininacher war ja außerordentlich entrüstet über unsere Vorwürfe gegen die Berufs- genossenschnfteu der Unternehmer. Seine Behauptungen über die geringe Zahl an Rentenherabsetzungen schweben aber ganz in der Lust. Bei der jetzigen Organisation der Schiedsgerichte ivird es für den Verletzten immer schwieriger, mit seinen Rekursen durch- zudringen. Die Bernfsgenossenschast ist bei den VerHand- lnngen immer, der verletzte Arbeiter selten vertreten, weil er die Reisekosten nicht ersetzt bekommt, wenn der Spruch gegen ihn ausfällt. Herrn Direktor Wödlke erwidere ich, daß die schweren Unfälle nicht abgenommen, sondern zugenommen haben. Trotzdem aber sind die Vollrenlen von Lö3l auf övö herab- gegangen. Wollte man diesen Rückgang der bessere» ärztlichen Be- Handlung zuschreiben, so müßte doch der Rückgang überall gleich sein. Das ist aber nicht der Fall. Bei der Brmierei-Bernss- genosseuschasl sind sich die Zahlen der Vollrenten ziemlich gleich ge- blieben. Dieselbe Erscheinung ist bei den Staatsbetrieben, bei den Eisenbahnen, bei den kaiserlichen Werften zu beobachten, und Sie werden doch nicht behaupten wollen, daß dort die Arbeiter schlechtere ärztliche Behandlung genießen als anderswo. Zimsche» der Zahl der Gelödteten und der Zahl der Schwerverletzte», die Vollrente erhalten müssen, ist stets ein gewisser innerer Znsammenhang. Wenn die Zahl der Vollrenlen trotzdem zurückgegangen ist, so liegt das an einzelnen Berussgenossenschailen. Es giebt ja jetzt schon Berufsgenossenschaften, die gar keine Boll- rente mehr bezahlen, in dem Bestreben, ihre Mitglieder vor zu hohen Beiträgen zu schützen, sie werden darin von gewissenlose» Aerzlen oft unterstützt. Zur Berufung an die Schiedsgerichte und das Reichs-Bcrsicherungsamt cutschließt sich der Arbeiter nur schwer. Nur wenn er jemanden hat, der ihm Eingaben macht, lhut er es. Dem Abg. v. Stumm erwidere ich ans seinen Einwand, daß die Lohnlisten nicht genau seien, daß ich das auch weiß. Aber die Lohnlisten von lööö werden»ach denselben Grundsätzen auf- gestellt sein, wie die von 1S9ö und somit läßt sich schon ein all- gemeiner Schluß aus ihnen ziehen.(Sehr richtig, links.) Die Be- zirke der Schiedsgerichte sind zu groß. Würde es möglich sein, daß die Verletzten immer persönlich zur Verhandlung kämen, die Renten- drückerei würde nicht so groß sein. Das Rckursrecht darf aber nicht»och mehr zu gunste» der Arbeitgeber geändert iverden. Abg. Hammacher sprach von dem Wohlwollen der deutsche» Arbeitgeber. Ich habe auch in anderen Ländern Arbeitgeber kennen gelernt, aber niemals ist mir eine solche Rohheit und Brutalität im Kampfe gegen daS Koaliuons- recht der Arbeiter vorgekommen, wie beim deutschen Arbeilgeber. Ist es doch vorgekonimen, daß deutsche Arbeitgeber lausende von Arbeitern kurz vor Weihnachten ans Lohn und Brot setzten, weil die Arbeiter Mitglieder des Tabaknrbeiter-Bereins ivare». Der deutsche Arbeitgebergeist spricht ans den Mittheilnngen des Zenlralverbandes deutscher Industrieller. Diese Herren sehen in dem Arbeiter den Untergebenen, das willenlose Werkzeug. Diese Herren widersetzen sich auch der Reform des Gesetzes, die wir für dringend nöthig halte», damit die armen Krüppet nicht um ihre Rente» komme». Abg. Fischbcck(frs. Bp.): Die Kritik des SIbg. Molkenbnhr an den Berufsgenossenschaften kann nicht unwidersprochen bleiben. Ich habe tägliche Erfahrungen in dieser Beziehung und sage, es ist unrecht, in solcher Weise gegen die Herren, die ein Ehrenamt be- kleiden, vorzugehen. Es ist doch bezeichnend, daß die Bcriissgenossen- schaflen im besten Einvernehmen mit dem Reichs-Bcrsichernngsamt leben, einer Behörde, die doch das Interesse der Arbeiter»nzweisclhaft wahrnimmt. Daß andererseits bei den Berufsgenossenschaften das Be- streben existirt, sparsam zu wirthschaslen, ist nur natürlich; die Berufs- genossenschaslen müsse» eine vermitlelnde Stellung zwischen Arbeitern und Arbeitgeber» einnehme». Wir kenne» die Reformbedürftigkeit, wir bitten aber die Sozialdemokraten, in ihrer Kritik etwas mehr Maß zu halten. Wir bedanern, daß die letzt geplante Reform nicht zu stände gekommen ist. Ans die Zustiinmnng des Zenlralverbandes brauchen wir nicht zu warte». Und ich fürchte, wenn wir sie er- hallen, dürste uns die Novelle möglicherweise nicht mehr gefallen. Was die Hülle'schen Schriften anlangt, so muß ich durchaus dagegen protestiren, daß das Reichs-Bersicherungsamt die Berufsgenossenschaften zur Bekämpfung der gemein- gefährlichen Bestrebungen der Sozialdemokratie benutzt. Wo ist es erlaubt, daß eine Behörde, die zur Wahrung des Rechtes aller daist, sich in den Kampf der Parteien mischt? Ans keinen Fall dürfen wir einer solchen unerhörten Praxis unsere Zu- ftimmung geben.(Lebhafter Beifall, links.) Abg. Bebel(Soz.): Am Ib. Dezember v. I. habe ich in meiner Etatsrede davon gesprochen, daß in einer Sitzung des Zentral- Verbandes deutscher Industrieller 10 R-giernngsvertreter an- wesend gewesen seien. Darauf erwiderte am 17. Dezember der Staatssekretär Graf Posadowsky, daß meine Behauptung nicht zutreffend sei; früher hätte wohl eine Versammlung des Verbandes stattgesunde», an der Regierungsvertreter theil- genommen; aber in der von mir gemeinte» Sitzung sei das nicht der Fall gewesen. Ich gab das damals zn; mittlerweile aber hat sich aus grund des Protokolles jenes Verbandstages herausgestellt, daß meine Angabe durchaus begründet war. In jener Versammlung, die am 3. bis 4. Februar staltfand, waren 10 Dele�irte der Regierung anwesend. Es ist auffallend, daß in der Präsenzliste zuerst die Direktoren, dann die Delegirte» der preußischen Regierung und nach ihnen die Mitglieder des Verbandes ansgesührt werde», sodaß bei nicht Orientirlen sehr wohl der Gedanke entstehen kann, dap zene Delegirte» selbst dem Zentralverbande angehörten. Ich kann die Liste der 10 Delegirte» hier verlesen.(Redner lhut dies; an der Spitze der Liste steht Herr v. Bötticher, und so geht es fort bis zu Direktor Hofmann.) Bei einer derartigen Rücksichtnahme de» Herren vom Zentralverband gegenüber kann es nicht Wunder»ehmen. daß iene Herren sich als die maßgebende Gewalt im Deutsche» Reiche ansehen. Und wenn Sie erst wüßten, wie die Delegirte», sich dort geäußert, so werden Sie dies erst recht selbstverständlich finden. Das einleitende Wort sprach dort der Direktor im RelchS-Veriicherungs- amt Herr Wödlke; er sagte den, Verband seinen ,, herzlichen Dank" dafür, daß es ihm„vergönnt ist, hier zu "Verantwortlicher Redakteur: August Jnevbey in Berlin. Für den Ins weile>i."„Es ist geradezu«in Genuß, an Ihrer Hand einmal die Thatsachen zu erkennen und zu rekapituliren. die für unsere Stellungnahme entscheidend sind." Meine Herren, so etwas ist von seilen der Regierung demReichs- tage noch nie gesagt worden. Dann sprach Graf Münster:„Ich muß Ihnen einige Worte des Dankes dafür sage», daß Sie es mir g e st a t t e t haben, in Ihrer Mitte zn sprechen." Ja, wenn die Vertreter der Regierung zu dem Zentralverbande s o sprechen, so braucht man sich wirklich nicht darüber zu wundern, daß die Novelle, wenn sie den Wünschen jener Herren nicht entsprochen, dem Reichstage nicht mehr vorgelegt werden soll. Ich will noch einige Worte über die Hülle'schen Schriften sagen. Wir wissen sehr wohl, daß dem Staatssekretär jedes Mittel im Kamps gegen die Sozialdemokratie recht ist, daß, je gewalt- thäliger mau gegen uns vorgeht, man um so mehr das Wohlivolle» des Staatssekretärs erringt. Wir müssen aber auf das entschiedenste dagegen protestiren, daß der Staatssekretär seine amtliche Stellung dazu mißbraucht, ich ivieder- hole das Wort: mißbraucht, einen Erlaß zu veröffentlichen, daß bestimmte Schriften von einer ausgesprochenen Tendenz zn verbreiten sind. In eine Krankenanstalt gehört keine Parteithätigkeit, keine religiöse Thäligkeit. Da gehört nur das hin, daß der Kranke möglichste Pflege, möglichste Ruhe hat, daß von ihm ferngehalten, ivas ihm Aufregung bereiten könnte. Wenn man solche Hetz- und Schandschriften da vertheilt, wo keine einzige Druckschrift vorhanden ist, dann ist die selbstverständliche Folge, daß es zu Differenzen, zu Streitigkeiten und Zank kommt; kurz zu alledem, was in einem direkten Gegen- satz zu dem eigentlichen Zweck der Anstalt steht. Sie haben nicht das Recht, Herr Staatssekretär, unter Mißbrauch Ihrer autoritative» Stellung gegen eine bestimmte Partei hetzen zu lassen. Heute ist es allein die Sozialdemokratie, gegen die nia» so vorgeht; kommt aber einmal ein Staatsmann vom Schlage Bismarck's ans Ruder, dann werden auch andere Parteien ebenso behandelt iverden. Wir haben es ja bereits erlebt, daß mich die Vertreter anderer Parteien zu den ilievolutionären geworfen sind. Es ist sehr gut, daß mein Freund Singer vor aller Well hier sestgestellt hat, wo eigentlich die Quelle solcher Maßregeln zu suchen ist. Und es ist sehr wunderbar, daß Herr Hitze von den Hülle'schen Schriften keine Kenntniß hatte, da sie doch in Millionen von Exemplaren in das Land gehen. Ich lege weiter Verwahrung gegen die Behauptung des Abg. Dr. Hammacher ein. daß wir jeden Unternehmer als ein wildes Thier betrachten. Wo hat Hammacher diese Ansicht her, womit>vill er sie beweisen? In diesem Hanse sind sicher nicht solche Aeußerungen von uns gefallen; am allerwenigsten von Molkenbnhr. Molkenbnhr hat im Gegcnlheil die Bernfsgenossenschast, deren Bor- sitzender der Abg. Rösicke ist, die Brauerei-Berufsgenoffenschaft, und ebenso die Bernfsgenossenschast der Staatsbetriebe lobend erwähnt und durchaus nicht mit den anderen in denselben Topf geworfen. Es giebt keine Partei im ganzen Hause, die so bereitwillig als ivir es anerkennt, wenn ein Beamter mit seinen Untergebenen, ein Unter- nehmer mit leine» Arbeitern menschlich, human und gerecht ver- fährt.(Oh! Oh! rechts.) Daß es so selten vorkommt, liegt doch nicht an uns.(Heiterkeit.) An der Hand der osfiziellen Statistik hat Molkenbnhr nachgewiesen, daß obivohl die Zahl der Unfälle zugenommen hat, doch die Zahl der schweren Unfälle, wo auf Erwerbs- »»fälligkeil erkannt werde» mnßte, abgenommen hat. Wenn ein Mann, der sich wie Molkenbnhr so eingehend mit diese» Dinge» beschäftigt, diese Zahlen liest, muß er doch zu seinen Schlüssen gegen das Versahren der Berufsgenossenschaften kommen. Daß die Berufungen nicht er- heblich zugenommen haben, beweist nichts. Da müßte man erst wisse», woraus sich die Berufungen erstrecken, auf schwere oder leichte Ilnsälle. Molkenbnhr hat bereits auf die Schwierigkeil der Berufung für die Arbeiter hingeiviesen. Wir habe» 70 sozialdemokratische Zeitnugsredaltione», 60 Redaktionen von Gewerkschaften, Arbeiter- sekretariate u. s. iv. Wenn sie nicht wäre», würde die Zahl der Bernfuugen noch viel kleiner sei». Den» die Mehrzahl der Arbeiter ist wegen mangelnder Kenntnisse nicht in der Lage, Beriifnngs- schriften abzufassen. Die Kritik, die Molkenbnhr au de» Berufs- genossenschafte» geübt hat, war durchaus berechtigt.(Bravo! bei den Sozialdemokraten.) Abg. V. Salisch(£.): Weu» ich auf die Hülle'schen Schriften zn spreche» komme, so ist es klar, daß ich den Bebel'schen Standpunkt nicht theile. Ich kenne zivar die Schriften nicht(große Heiterkeit), aber da die Sozialdemokralen sie angreife», müssen sie vorzüglich sein. Die Behörden müssen dafür sorge», daß die Religion erhallen, die Vaterlandsliebe gepflegt� und die Ehrfurcht vor nnserm König und Herrn nicht in der Weise verletzt wird, wie es der Abg. Singer hier unter dem Schutze der Immunität gethan hat.(Bravo! rechts.) Es giebt gottlob noch manches Krankenhaus, wo keine Sozialdemo- kraten sind. Absolut hauulose Schriften sind nur mathematische, alle übrigen Schliften haben immer einen bestimmleii Parteizng. In meiner Gegend giebt es gottlob keine Sozialdemokraten. Deswegen sind die Ar- beiler doch nicht so verlassen, wie Herr Bebel es hinstellt. Wen» sie Ein- gaben zu machen haben, wenden sie sich an uns nud selbst wenn sie einem Schreiber dafür SO Pfennig zn zahlen habe», kommt es ihnen nicht so lheuer, als den sozialdemokratischen Arbeitern die Hilfe ihrer Führer.(Bravo! rechts.) SIbg. Singer(Soz.): Herr v. Salisch kennt die Hülle'schen Schriften zwar nicht, aber er verlheidigt sie. Das ist sehr charakle- ristisch und steht auf demselben Niveau, Ivie seine Schluß- äußernng. Erkläre er doch einmal, weshalb bei dieser unserer Verivorfcnheil die Zahl der Sozialdemokraten von Jahr zu Jahr steigt. Ich habe keine Neigung, mich mit Herrn v. Salisch einzu- lassen. Wen» er meint, daß es in seiner Provinz keine Sozial- demokraten giebt, so wird er nicht mehr lange darauf zu warten brauchen; die Wahlen stehen ja schon vor der Thür.(Sehr richtig! bei den Sozialdemokraten.) Die Verhältnisse in Ostelbien sind der beste Knltnrbodeu sür de» sozialdemokratischen Bazillus. Dem Staatssekretär ist meine Mitlheilnug offenbar nickt richtig iviedergegeben worden. Ich habe gar nicht von einem Erlaß gesprochen, sondern mir gesagt, daß der Staatssekretär durch seine» preußischen Kollegen, den Minister des Innern veranlaßt worden ist, sein- nachgeordneten Aemter»»* der Anweisung zu ver- sehe», die Hülle'schen Schriften zn verbreiten, und daß diese Mit- theiluug des preußischen Ministers des Innern auf direkten Wunsch des Kaisers ersolgt ist. Dies- Darstellung hat der Staatssekretär nicht bestritten, ich darf also wohl annehinen, daß sie richtig ist. Ich habe dann weiter die Hülle'sche» Schriften als einen Akt des persönlichen Regiments bezeichnet... Präsident v. Bnol: Diese Anssnhrnngen gehören nicht hierher. Abg. Singer: Ich bitte um Verzeihung; wir debattiren hier über das Reichs-Versichernngsamt; es handelt sich um eine Amts- Handlung seines Präsidenten... Präsident v. Bnol: Ja. aber AnSführungen über die Richtigkeit dieses oder jenes Regierungssystems gehören nicht hierher. Abg. Singer(sorlsahrenv): Ich halte alles ausrecht, was ich gesagt habe. Der Staatssekretär thäle gut daran, sich nicbt von irgend einer Seite kommandiren zu lassen!(Beifall bei den Sozial- demokraten.) Staatssekretär Graf v. PosadowSkY: Wenn sich Herr Singer in versassungsmäßigen Grenzen halten will, darf er nur de» Lteichs- kanzler angreifen, niemanden anders. Wenn man hier fortgesetzt alle anderen Personen augreiit. so liegen darin die Keime zu schweren Konflikten.(Bebel: Na! Heiterkeit.) Herr Bebel hat inir Amtsmißbrauch vorgeworfen, weil ich die Hülle'schen Schriften empfohlen hätte. Ich habe sie nur in geeignete» Fälle» empfohlen. Ich bin weit entsernt, die Verantwortung für alle Hülle'sche» Schriften zu übernehmen. Es ist mir aber gesagt worden, daß einzelne Hülle'sche Schriften rein religiösen und patriotischen Inhalts sind, ohne Angriffe auf andere Parteien zu entsalten. Daß die Schriften geeignet sein sollen. Kranke anderer Gesinnung aufzuregen, halte ich für eine arge Uebertreibung. Ich glaube, niemand von den sozial- demokratischen Herren würde ans diesen Gedanken gekommen sein, wenn es sich um Verbreitung von Schriften, handeln würde, die dem sozialdemokratischen Standpunkt nahe stehe».(Sehr richtig! rechtß.) ratentheil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin. Druck und Verlag von Ä Was die Entsendung der Kommissare zum Zentralverband deulscher Industrieller anlaugt, so sind keine NegieriliigS-Kommissare dort gewesen, nachdem die Novelle in der Kommission fertig gestellt war. Herr Bebel stellt es so dar, als habe sich die Regierung durch den Zentralverbaud beeinflusse» lassen, die Novelle jetzt nicht ivieder einzubringen. Tie Regierung ist zn diesem Entschluß aber völlig unabhängig vom Zentralverband gekommen. Herr Bebel hat einem meiner lltathe es zum Borwurf gemacht, daß er dort gesagt hat, es sei ihm ein ivahrer Genuß geivesen, der Versammlung beizuwohnen, so gut werde der Reichstag nie behandelt. Wenn ich hier am Schlüsse einer fünftägige» Debatte, die sich anschloß an die zu Un- recht erfolgte Veröffentlichung eines geheimen Erlasses, von mir gesagt hätte, diese Debatte wäre mir ei» wahrer Genuß gewesen, so hätte mir das Herr Bebel selber nicht geglaubt.(Große Heiterkeit.) Abg. Frhr. v. Stnnim(Rp): Ich muß den Herren von der Sozialdemokratie meine» Dank aussprechen für die Reklame, die sie den Hülle'schen Schriften gemacht haben! Die Hülle'sche» Schriften hatten bisher nur einen Fehler, daß sie zu iveuig bekannt waren; diesen» Mangel ist uu» auch abgeholfen worden. Abg. Bebel(Soz.): Daß es dem Staatssekretär keinen Genuß bereitet, hier fünf Tage lang auf der Anklagebank zu sitzen, glaube ich ihm gern.(Heiterkeit.) Ich habe die Aeußerung des Kommissars nur deshalb erwähnt, um daS Verhältniß zwischen der Regierung und dem Zentralverbaud zu kennzeichnen. Meine Beinerkung über den Amtsmißbrauch des Herrn Staatssekretärs muß ich ausrecht er- hallen. Präsident V. Bnol: Ich hoffe, Herr Bebel, Sie gebrauchen das Wort Amtsmißbrauch nur in objektive»» Sinne.(Heiterkeit.) Abg. Bebel(fortfahrend): Selbstverständlich.(Heiterkeit.) Die Krankenhäuser sind ein ncutraler Boden»nd politische Slgitation gehört dort nicht hin. Sielleu Sie sich doch mal den Fall vor, es würde» nicht sozialdemokratische Schriflc», das wage ich gar nicht auszndcnken, aber freisinnige Schriften de» Berufsgenossenschaften von einem Beamten empfohlen. Welches Geschrei würde sich auf der Rechte erheben nud anch bei der Regiernng. Der Beamte wüide nicht L4 Stunden mehr im Amte bleiben. Ich selbst würde es in der Ordnung finden, wenn einem Parteigenossen von mir, der do>t sozialdemokratische Agitation treiben ivollle, dies verboten würde. Etwas anderes ist es aber, wenn er privatim den„Vorwärts" liest. Das muß ihm ebenso gestaltet sein, ivie einem Christen oder Inden religiöse Schristen seiner Religionsgenossenschaft zu lesen. Mit der Verbreitung der Hülle'schen Schriften von Amts ivegen wird aber Agitation gelrieben und deshalb halte ich recht, von einen» Amts- mißbranch zu sprechen.(Beifall bei den Sozialdeniokraten.) Die Diskussion wird geschlossen, das Kapitel wird bewilligt. Bein» Kapitel Physikalisch-technische Reichs- an st alt beantragt Abg. S ch in i dt- Elberfeld(frs. Vp.) folgende Resolution: In Erwägung 1. daß ein aus wiffenschafllichen Methoden beruhendes Materialprufnugswesen zur Förderung der exakten Natnrforschnug beiträgt>ind sür die technischen Wissenschaften unentbehrlich geworden ist, 2. daß die Aitsbildmig der wissenschaftliche» Ergebnisse des Materialprüsungswesens nach der praktisch-techuischen Seite hin für die gesammle Gewerbsthäligkeit, einschließlich der Forst- lind Landivirlhschaft, soivie sür die Aufgaben des Staates aus dein Gebiete der öffentlichen Arbeiten, des Heeres und der Marine sich als unentbehrlich und im höchsten Maße nutzbringend erwiesen hat,— den Herr» Reichskanzler zu ersuchen, dem Reichstage wegen Herstellung geeigneter Einrichtungen für das Material- Prüfiiiigswesen durch das Reich, eine Vorlage zn mache». Abg. Schmidt- Elberfeld(frs. Bp.): begründet den Antrag mit den bisher bestehenden sehr mangelhafte» Einrichtungen auf diesem Gebiete. Die Physikalisch- technische Äeichsanstalt könne allen An» forderungen lauge nicht mehr genüge». Slaatssekrelär Graf Posadowöky erkeimt das sachliche Be- dürfuiß in dieser Frage ohne iveileres an. In der Zeit der Dampf- Maschinen mit erhöhtem Druck ist die Prüfung des Materials sür di- Röhrenleitmigen»iothwe»dig. Das Bedürsuiß ist auch für die gesammte Industrie vorhanden. Ich habe mich deshalb schon mit dem preußische» Kultusminister wegen geeigneter Kräfte in Verbindung gesetzt. Ich hoffe, dem hohen Hause schon im nächste» Etat«in sertiges Projekt vorlegen zu können. Abg. Gamp(Rp.) unterstützt den Antrag Schmidt nur bedingt, die Malerialprüsung sei»othwendig, man brauche dazu aber keine Reichsanstalt, sondern könne es den Einzelstaaten überlassen. Abg. Dr. Paaschc(natl.) bittet um Aiinahme des Antrages Schniidt, ebenso Abg. Benoit(frs. Vg.). Das Kapitel wird bewilligt und der Antrag Schmidt an» g e n o m m e». Hierauf wird ein Vertagungsantrag angenommen. Nächste Sitzung Montag 1 Uhr(i. Etat des Reichstages, 2. Nest des Etats des Innern, 3. Justizetat). Schluß ö'/e Uhr. VepeMen und letzte LUrcheichten. Hamburg, 29. Januar.(Privatdepesche des„Vorwärts".) Das hiesig« Schöffeugericht verurtheilte de» Berliner Studenten der Philosophie Gruschwitz zu 100 M. Geldstrafe, weil er im„Haniburger Geucral-Anzeiger" behauptet hatte, daß 5tl>xhafe»er Polizeibeamte aus eine» der Spionage verdächtige» und observirten Schüler der französischen Kriegsschule St. Cyr mit Hunde» gehetzt hätten. Der verantwortliche Liedakleur Behrends vom„Geucral-Anzeiger" für Hambnrg-Altoua erhielt 200 M. Geldstrafe. Die Verhandlung sa id luiter strengstem Ausschluß der Oeffentlichkeit statt. Kopenhagen, 29. Januar.(W. T. B.) Der dänische Zoolog» Eluard Bay, Theilnehmer an der frühere» Grönland-Expcdilio» Ryder's beabsichtigt a» der Nordpol- Expediliou mit der„Fraa." unter der Leitung des Kapitäns Sverdrup lheilzunehineii, welche im kommenden Sommer staltsindel. Klagenfurt, 29. Januar.(W. T. B.) Der Landtag nahm de» Antrag ans sofortige Anshebung der Spracheuvcrorduiinge» an. Paris, 29. Jannar.(B. H.) Wie ans Turin gemeldet wird, ist an der dortigen Nikolaikirche ei» Gerüst eingestürzt, ans welchem sich fünf Arbeiter befanden. Einer derselben blieb sosvrt tobt, die übrigen wurden lebensgesährlich verletzt. Paris, 29. Januar.(W. T. B.) Die Kommission der Deptitirten- kaminer, welche den Antrag aus Strafverfolgung gegen Ben» iL und Gorault-Richard wegen der Vorfälle vom letzte» Sonnabend zu prüfe» Halle, hat sich einmülhig gegen die Bersotgung der Genannle» ausgesprochen. London, 29. Januar.(W. T. B.) In de» Gruben von Drmnpellier bei Coalbridge in Schottland fand gestern'Abend eine Explosion schlagender Wetter statt, bei der 4 Grubenarbeiter getodtel wurden. Rom, 29. Januar.(W. T. B.) Depntirtenhmnmer. Gegen Ende der Sitzung erklärte Costa(Sozialist) gleichzeitsg im Nainen seiner Freunde, als der Einberuser der sür morgen in llloiu bcab- sicbligte» Versaminlnng zu gnnsten der Absctiaffnng der Getreide- zölle, die Versammlung solle eine auf durchaus gesetzlichem Boden stehende sei».(Unruhe.) Er erivarle von dem Minister des Innern die Zusicherung, daß diese Versanunlnng statlsinde» könne(Lärm), anderenfalls sei es nicht ansgeschlosse», daß andere Kundgebungen stattfänden.(Große Unruhe.) Der Minislerpräsident di Rudini erklärte, die Verantwortung für die'Maßnahmen der Regierung treffe ihn und er nehme dieselbe voll auf sich. Die Antwort, welche Costa erwarte, inöge er sich von dem Präfekle» von Rom hole», da aber Costa fast habe drohe» wollen, so versichere er vor der Kammer und dem Lande, daß die Ordnung mit aller Strenge aufrecht er- halten iverden würde.(Lebhafte Zustimmung.) Costa erwiderte, er hahe Drohungen nicht beabsichtigt. lax Babing in Berlin. Hierzu 3 Beilage» u. Unterhaltnngsblatt. Dr. 25. 15. Idjrpiig. 1. Itilajt des Jotmäils" Mim AcksdlÄ. Ssnnfiiij, 30. fanuar 1898. DlbgeordnekentMus. 10. Sihmig vom 29. Jannar 1893. II Uhr. ?lm Mimstniische: Freiherr von H a in in e r st e i» und Kom- miffavieu. Die Spcziolberoihiuig deS Etats der landwirthschaftlichen Ver- waltuug wird fortgesetzt. Zlbg. Ehlers(srs. Vg.): Ich bitte, dem Minister sein Gehalt zu bewillige»(Heiterkcil); will ihn aber nicht loben, da ihm das kaum augenehm sein würde. Lob von dieser Seite würde die Herren drüben mißtrauisch machen und damit dem Herrn Minister schade». Die übrige Rede war eine lang ansgesponnene Polemik gegen den Abg. Ganip. Abg. Plest(Z): Die Regelung deS Wahlrechts ist dringend nöthig. Abg. Ring(k.): Das Verhalten des Hauses gegenüber Herrn Gothein erktäel sich daranS, daß er sich öslcr über landwirthschasd liche Dinge nicht völlig unterrichtet zeigt.(Sehr richtig!) Dem Ali nister danke»«vir für seine Erklärung; sie ivird frendige» Wiederhall im Lande stnden. Redner geht dann ans die Zollverhällnisse ei», «nn nnchzinveisen. daß«vir bei künftigen Handel-verträge» sthr vorsichtig sei» müsse», und das,»vir uns vor Schädigungen hüten müssen,«vie sie nus durch die disierenticlle Behandlung des Zuckers von Amerika zugefügt sind. Wir haben leider nicht mit Erhöhung der Fleischzölle geantivortet,«vie Frankreich das getha» bat. Erivünschl«väre jedenfalls eine statistische Mitlheilung über die Schlachtungen und Vieherkranknngen in den Quarantäue-Anstalte». Die im vorigen Jahre in Aussicht gestellten Abhilseinaßregcln in beziig auf die Ucberwachnng der Quaranlänc- Anstalten sind leider nicht ausgesührt. Bei der Aranntweinbesteuerung sollte man ernstlich die Möglichkeil ins Auge fassen, die Spirilusbelenchtnng in größerem Maße als Konkiirrciiz gegen die Petroleuuibeleuchtung einznsühreu.(Bravo!) Das ist gegenwärtig eine nationale Frage. Minister Frhr. v. Hainmcrstriu theilt«nit, daß von der prenßi' scheu Zicgierung an den Bunderraih der Antrag gerichtet ist: 1. die auf Tuberkulin reagirenden Rinder von der Einfuhr zurückzii weisen; 2. die nicht reagirenden Rinder sofort abschlachten zu lassen; 3. aus dem Landwege nur die Einfuhr nicht mehr als vier Jahre alter Rinder zuzuiafle».(Bravo!> Endlich ist Vorsorg« getroffen, daß an eine Oeffnuug der holländischen Grenze nicht zit denken ist.(Lebhafter Beifall rechts.) Rcgierungs-Komniissar Geh. illalh Eonrad erörtert die Z»- samnicnsetznng der Marktkonunissionen für Aiehmärkte,«vobei die Thciluahuie auch von Landivirlhen in Aussicht genommen ist. Regicrungs-Kommissar Geh. Rath Müller legt dar, daß für die Regelung der Biehprcisnvtirunge» Einrichtungen in Aussicht ge nommeu sind. Abg. Richert(srs. Vp.): Alles«va? zur Abivendung und Unter- drück, ing der Senchcngefahr nöthig ist, findet unsere volle Billigung, nnr darf darunter lein Bruch bestehender Verträge versteckt«verde». Atit de» Erklärungen des Herrn Ministers sei nicht viel anzufangen. Wohin sollen denn die Dinge treiben? Sehe»«vir das ab- schreckende Beispiel nicht in Italien? Haben«vir denn nicht in der Korrespondenz über die Wahl des Grasen Tönhoff gelesen, ivelchcs die Gründe der Handelsverträge sind? Handelspolitik läßt sich nicht von der übrigen Politik trennen.(Wtderspruch rechts) Ver- anlasse der Minister doch eine Enquete der Landivirlhschaft, bei der die Leute kontradiktorisch vernomnieii werden. Die Domäuen-Ver- «vallnng ersetzt uns solche Enquete nicht. Nach einer Debatte über Köhrordnnng schildert Abg. Szmula(Zentr.) die Arbeiternoth auf dem Lande;»venu der Minister die Benutzung fremdländischer Arbeiter erschwert, so«verde er zum Todtengräber der Land- «virlhschaft. Alles dränge nach der Stadt. Seil der Erhöhung der Lehrcrgehäller ist eS das Ideal jeder Bauerntochter, Lehrerfran zn «verde»(Heilerkeil), oder doch Ivenigstens Briefträgerfrau.(Große Heiterkeit!) Wen» das so fortgeht, werde» die Bauern noch Sozial- deinokraten, nicht ans Ueberzengnng, sondern ans Unlust am land- »virth hilft eben chaftlichen Geiverbe. Eelbsthilse»nd Selbsthilfe— ja,«na» a so lange eS geht, auch den« Nachbar, aber man kann dies chließlich nicht auf die Daner lhn», das Hemd ist mir näher als,— als—»ei««, der Leib ist mir««äher als das Hemd.(Leb hafte Heiterkeit.) Abg. Sicg(»all.) preist die Beseitigung des Ter«ni»handcls. Abg. Ganip(frk.) wendet sich gegen Gothein. Abg. Hirt(k.) tritt für strenge Grenzsperre gegen Holland ein Abg. Huinai»«(Z)«vendet sich ebensallS gegen Golhein's Aus führunge». Abg. BoPelinS(frk.) verliest eine Erklärung namenS feiner Fraktion. Die freikonservative Partei begrüßt«nil Gcinigthnung die Erklärung des Herr» Ministers für Landivirthschaft; sie ist der Meinung, daß die Reichsregierung durch die Einsetzung eines«virth schastlichen Ausschusses de» Willen eines Ausgleiches zivischen den Jntereffen der Landwirlhschaft, Industrie und Handel dokuinentirt hat, sie ist der Meinung, daß zn diesen« Ausgleich eine bessere Be- rücksichlignng der Interessen der Landivirlhschaft gehöre und ist der Meinung, daß dies geschehe» kann, auch ohne die Interessen der Jndustiie zu schädigen.(Lebhafter Beifall rechts.) Abg. Gothel»(srs. Vg) bestreitet den« Abg. VopelinS das Recht, im Namen der gesannnte» Industrie zu sprechen. Er habe auch Fühlung niit industrielle» Kreise» und«Visse, daß man dort vielfach anders denke. Redner»vendet sich aussührlich gegen die wider ihn erhobenen Augriffe. Abg. v. Plötz(k.)«vill den Minister für jetzt nicht zn weiteren Erklärungen drängen; seine?I»sführungen«varen ja Hoffnung eriveckend. Festhallen müssen die Landivirlhe an einer Aenderung der Zollpolitik gegen Ainerika und an der Aufhebung der zollfreien Transilläger. Abg. Tr. Frjcdberg(natl.) glaubt,«venn er auch nicht be sonders dazu ermächtigt, doch»ach der Stiinuiung seiner Freunde ertläre» zu können, daß sie mit den gestrige» prograinniatische» Er- klärunge» des Ministers einverstanden sind, da die Landivirthschaft allerdings stärkerer Berücksichtigung bedürfe. Eorlsetznng der Berathung Montag 11 Uhr. chluß 4l/z Uhr._ Z�ttvlttntenknviftlszes. Ter BundcSrath bat in seiner am 26. d. M. abgehaltenen Plenarsitzung de» Enlivürsen von Gesetzen«vcgen Aenderung der Konkursordnung und des zugehörigen Einführniigsgesetzes,— den« Gesetzentwürfe wegen Ergänzung der Gesetze über Postdnmpfschiffs-Ver- bindunge»«nil überseeischen Länder»,— der Vorlage betr. die Ergebnisse der Volkszählung von 1895,— dem Enttvurf eines Regulativs, betreffend die Organisation des Beiraths für das Ansivandernngs- »vese»— sowie der Vorlage betreffend die Atisnahme der Anlagen zilr Herstellung von Gitbstahlkngeln mittels Kugelschrotnn'chlen i» das Berzeichniß der genehmigungspflichtigen gewerbliche» Anlagen, die Zustiininung erlheilt. Die Berechnung der nach dem Reichs- hanshalts-Etat für 1893 zur Decknug der Gesalinntausgabe des ordenl- liche» Etats aufzubringenden Malrikularbeiträge wurde genehmigt. Die Vorlage, betreffend de» Entwurf zu Bestinimungen über die Wiederholung der statistische» Aufnahme deS Heilpersonals, wurde dem Ausschusse für Handel und Verkehr überiviesen. Außerdem «vurde über die Resolulion des Reichstages zu den« Entivurf eines Gesetzes»vege» Neuregelung der Wahlen zum Landesansschusse von Elsaß- Lothringen und über verschiedene Eingaben Beschluß gefaßt. Heute hielten die vereinigten Ausschüsse des Bundesraths für Zoll- und Steuerivese», für Handel und Verkehr und sür Justiz- «vese» eine Sitzung. Tri» Reichstage ist der Entwurf eines Gesetzes, betreffend Aenderungen der K o n k u r S o r d«» u n g» zugegangen. Teil« Hause der Abgeordiietc» ist ein Bericht über die Bau- Ausführungen»nid Beschaffungen der Eisenbahn- Verivaltnng «vährend des Zeitraumes vom 1. Oktober löSö bis dahin 1897 zugegangen. DaS Zeiitrnn» hat im Hause der Abgeordneten den An- trag auf Annahme des Enlivnrss eines Gesetzes zur Abänderung einiger Bestinininngen des K o in in u n a l- A b g a b e n g e s e tz e s vom 1s. Juli 1893(Gesetz. Samml. S. 152) eingebracht. Ten BofähigiingSnachtveiö für daS Baugewerbe verlangt ein von den Konservativen U»d dem Zentrum n»le»sttttzter im Ab geordnetenhanse gestelller Antrag Fetisch. MttsMemegttNg. In Nienburg«vnrde von unseren Parteigenossen Richard Wiehls aus Hannover, Vorsitzender des Braneiverbaiides, als ReichStagskandidat aufgestellt. Im Kieler Wahlkreis sind««««»mehr die Naiionalliberake» auch mit einer eigenen Kandidatur herausgerückt und habe» sie sich hierzu Herrn Landesversicherungsralh Hansen erkoren. Die Frei- flnnigki« sind nntröstlich. sie gaben sich bisher«ininer noch der stille» Hoffnung hin, daß die nationalliberalen Brüder ihren« Kandidaien, den« Prof. Hänel die Unterstützung angedeihen lasse»«vürden. Diese Illusion ist»>«» zu»ichte geivorden und außerdein haben die Konservative», Anlisemiten und Nalional-Sozialen eigene Kandidaien »ominirt, so daß die Aussichlcu des Kandidaten der Freisinnigen Vereinigung immer geringer»'erden. Uebrigeus«vird der ganze bürgerliche Schwqn«m unserem Genoffen Legie» de» Sieg nicht streitig mache» können._ Der sozialdcmoktatischc Bcrci» in Kicl hat im verflossenen Jahre die Zahl seiner Mitglieder von 411 n>«f 577«vachsen sehen. Die Einnahttie des Vereins betrug t 57 6,47 M. gegen 1460,32 M. im vorhergehenden Jahre. De»« Verlrnnensniann sind von der Einnahme 115» M. zur Agitation überiviesen«vorden, gegen 950 M. im Jahr 1396. Obenan in der Mitgliederliste stehen die Tischler«nit 103, dann folgen die Zimmerer«nit 53, die Maurer mit 57 und Schneider und Schuhmacher mit 52 Mitgliedern. Polizeiliches, Gerichtliches»c. — Redakteur S l e n z e l von«. H a«n b«« r g e r Echo" tritt an» 31. Januar auf der lltaboisenwnche in Homburg die acht- nionalige Gesängnißsirase an, die ihm»vegen Beleidigung des Königs der Belgier auserlegt ist. Unter den viele» Prozessen der neuere» denlsche» G> schichte, diedemBolkseinpfindenznividerlieie», istderProzeß gegen Slenzel einer von denen, die das incisle ülnsschen erregt habe». Fast die gesannnte Presse hat den Prozeß»nißbilligt. Wenn morgen unser erprobter Parteigenosse den schweren Weg zun» Kerker antritt, Ivo er von den Seine» getrennt acht lange Monate verleben ninß, so«vird ihn das Bciviißtsciii trösten, daß er der Synipalhie» der gesannnte» Arbeilcrschasr und auch jener bürgerlichen Kreise gewiß ist, die sich noch einen Funken srcihcitlichc» Gefühls beivahrt haben. — Das Schöffengericht i» Qnedlinbnrg verurlkeilte de» Parteigenossen T r a» t e«v e i n«vcgen Beleidigung der Baupolizei z» 15 M. Geldslraie._ GewevkMsiftliches. Berlin und Nmgebnnq. Lokalorganisirte Haudelö-HilfSarbeiter Berlins. Dienstag, de» 1. Februar, abends 8'/, Uhr, findet in den Arniinhalle», Kou« mandanlenstr. 20, eine große öffentliche Versannulung statt. An der Tagesordnung steht uiiier anderem„Slcllnngnahine zum nächsten Berufskongreß»nd zur Organisalionssorm". Alles Nähere siehe „Handels-Hilfsarbeiter". Der Vertrauensmann. Tic GewcrbcgcrichtS-Wahlcn in Schöneberg haben mit einem volle» Siege der Gcwerkschasle» geendet. Ihre Kandidaten «vurde» mit 867 Slinnnen geivählt. Deutsches Reich. Di« Hamburger Parkcttbodenlrger befinden sich i» Lohn disserenzen mir den Arbeitgeber». ES«vird deshalb gebeten, de» Zuzug fernzuhalten. Achtung, Schnhmachcr! Tie Sperre über die Schnbfabrik von Hohlseld u. Schaffhnbcr in Olleiiscn dauert unverändert fort. Achtung, Tabakarbcitcr k Bei der Firma Teschmacher u. Ko in Bremen sind Lohndifferenzen ausgebrochen. In der Zigarrcnfabrik von W o 1 1 e r m a n u u. Krause sind sännnlliche Arbeiter und Arbeiterinnen in den Ausstand g« treten. Bei der GrwcrbegcrichtSwahl in Dortmund siegte die Liste unserer Gnveikschasten mit 104 Sliinme» gegen die der Gegner. I» der Fahrradlaterncu- Fabrik von Julius Arnold in Dresden find Lohndifferenzen ausgebrochen. Es wird gebeten, den Zuzug sernzuhalten. Tie Schlosser» Dreher und Klempner der Finim Bromnie und Biele in Gera habe» die Arbeit eingestellt, weil ihnen fort- gesetzt von dem Buchhalter der Firma eine nnivürdige Behandlung zn thcil«vnrde. Vor kurzein hatte ein Meisler der Firma aus de», gleiche» Grunde gekündigt,«voraitf die Arbeiter, da die Entlaffniig des Buchhalters abgelehnt«vurde, die Fabrik verliehe» und die Wiedereinstelluug des Meisters verlangten. Ausland. Auf der köuiglichcu Mariucwcrft in PortSmonth ist eine Beivegung gegen das dort herrschende St)slci» der Stückarbeit in« Werke. Die Arbeiter dchalipte», daß sie angesichts der niedrige» Stücklöhne genöthigt seien, Pfuscharbeit zu machen, um es nur zu einem leidlichen Wochenlohn zn bringen. Vorige» Sonnabend hielte» sie eine Prolestversammlnng ab, i» der sie cine Uiiier. suchnng ihrer Beschivcrde» durch Nnparteiische verlangten. Daraufhin hat die Admiralität vie Entlassung der vier Hauptsprccher an jener Versamniluna Iverfügt. Da alle vier Geivcrkschafter sind, darunter der Vorsitzende des GeiverkschastsralhL von Portsinonlh, ist nicht zu «rivarte», daß sich die Arbeiterivelt bei dieser snmmarischen Ent- lassung beruhigen«vird, selbst«ven» sich Heransstellen sollte, daß die von ihnen erhobenen Beschwerden nicht durchgängig gerechtfertigt waren. Der Schuhmacher Ausstand vor dem Giuigungsamt. Die Verhandlungen begannen ain Sonnabend, vormittags 10 Uhr unter Vorsitz des Assessors v. Schulz. Nachdem sich beide Parteien über die bekannte Ursache des Ausstandes ausgelassen hatten, be- gründete Weber als Vertreter der Arbeiter die Forderung der- selben zn Z 1 der Fabrikordnung. Er beanstandet hauptsächlich den Passus,«velcher die Einstellung eines Arbeiters von der Beibringung eines Arbeilsnachiveisscheins abhängig macht. In der Fassung, «velche in den Verhandlungen der Fabrikanten«nil einer Kommission der Arbeiter festgestellt«vorden ist, habe statt des Wortes„Arbeitsnnchiveisschein" das Wort„Entlassungs- schein" gestanden. Als dann die Fabrikordnung ausgehängt«vnrde, sei soivohl diese,«vie auch einige andere Aendernngen darin ent- halten gewesen. Wenn der Verband der Fabrikanten auf der Bei- bringung des Arbeitsnachweisscheines bestehe, dann müßten die Arbeiter auf der Forderung bestehen, daß ihnen bezüglich der Kontrolle und Leitung des Arbeitsnachivcises ein Milbestinnnungsrccht zugestanden «verde. Das sei insofern eine gerechtfertigte Forderung, als der Arbeits- nachiveis des Verbandes der Fabrikanten sich weniger mit Arbeits- verniiltelnng als mit der Maßregelung mißliebiger Arbeiter beschäftige. Die Arbeiter suchen sich meist selber durch Anfrage in den Fabriken Beschäftigung;»achden, sie solche gefnitden,«iiüßte» sie, nn» eingestellt zu»verde», de» Schein vom Arbeitsnachivcis holen. Dieser Schein werde aber jeden» veriveigert, der»ach Angabe irgend eines Fabrikanten als mißliebig bezeichnet»verde. Der Arbeiter sei also auf solche Weife ans den Verbandsfabriken dauernd ans- geschlossen, ohne daß ihm die Möglichkeit gegebe» sei, sich gegenüber unbegrüiidelen Maßregelungen zn rechtserligcn. Aus diesen Gründen müßten die Arbeiter einen Antheil an der Leitung des Arbeits»ach»veises forder». Schlizveg als Vertreter der Fabrikanten bemerkt dazu, es»vnrde ihm leicht sein, die Be» Häuptlingen Weber's beziiglich des Arbeilsnachwcises zn«viderlege», er«volle aber ans diesen Punkt nicht eingehe», da er kein Mandat habe, über den A«bcits»nchiveis hier zu verhandeln. Die Arbeits- ordnung sei nur erlassen«vorden,»in einheitliche Bedingunge» für alle Verbandsfabriken heiznstelle». Als Angriff gegen die Arbeiter oder deren Organisation solle die Arbeilsordiiung nicht benutzt werden. Wenn hier über die Einrichtung des Arbeitsnachweises verhandelt «verde» solle, da««»«vürden sich die Vertreter der Fnbiikanten cutferiien. Sie beständen auch unbedingt darauf, daß die Annahme der Arbeiter nnr durch den Arbeitsnnchiveis zn erfolge» habe, und »vürden diese Maßregel» durchführen, ganz gleichgiltig, ob es i» der Fabrikordnung stehe oder nicht. Ein Arbeitervertreter legt ei» Schreibe» vor, i» dem der Arbeiter- ansschnß einer Fabrik bekundet, daß ein'Arbeiter, nachdem er sechs Wochen zur Znsricdenheit des betreffenden Fabrikanten beschäftigt«var, ans Verlangen des Vorstandes vom Verband der Schuh- und Schäftesabrikantc» entlasse»»vnrde, weil er ohne In- ansprüchnahine des Arbeilsnachivciscs eingestellt»vorden»var. Nach längeren» Für und Wider hinsichtlich deS Arbcilsnachiveises fragt Beisitzer Weigert: Herr Weber, Sie hören also, daß ohne Ver- iniiteliing des Arbeilsnachweises niemand eingestellt»vird. Da hat es doch sür Sie keine praktische Bedeutung, ob das Wort „ArbcilSnachivcisschem" in der Fabrikordnung steht oder nicht. Beisitzer Tin« in: Ich richte dagegen an Herrn Schlizveg die Frage: Wen» Sie einen dauernden Frieden»vollen, «väre es dann nicht besser, Sie»vürden die Verfaffnug Ihres Arbeiisnachiveises so ändern, daß auch die Arbeiter damit znsriedeu sein könne»? Schlizveg: Dazn habe»«vir keine» Anstrag. T i m in: Das Einigungsaml betrachtet es nicht nur als seine Aus- gäbe, die Thalsachen sestuislelle», sondern einen dauernde» Frieden zivischen den Parteien herzustellen. Zu diese«» Ziveck scheint es doch nolhrvendig, daß die Herren Fabri- kanten Zugeständnisse betreffs des Arbeitsnachweises machen. S ch l i z«v e g: Wen» ich persönlich auch dazu bereit«väre, so kann ich dock, ohne Zllstiiinninig meiner Auftraggeber keine Erklärung»ach dieser Richtung abgeben. Arbeiler-Berlreter Weber: Da die Ein- stellung von der Beibringnng des NachiveisscheineS abhängig gemacht «vird, könne»«vir von Zugeständnisse» hinsichtlich des Arbe»ts»ach- «veiscs nicht abschen. Vors. v. Schulz erklärt, daß in den von den Arbeitern zi» den Akte» gegebenen Forderungen von einem Verlangen nach Bciheilignng derselben am Arbeitsnachweis leine Rede sei. Es genüge»vohl, wenn seitens der Fabrikanten die Erklärung abgegeben«verde, daß sie bereit sind, über diescn Punkt später«nit de» Arbeitern in Unterhandlung zu trelen. Schliziveg erklärt sich damit elnverstalide». Zum§2 der Fabrikordnung, der Beginn und Ende der Arbeilszeit festsetzt, «vünschen die Arbeiter, daß die Dauer der Arbeilszeit als eine neunstündige bezeichnet«verde«« soll. Fabrikanten- Vertreter S ch l i z>v e g bemerkt dazu: Der Verband habe zivar die Einführung der neunstündigen Arbeitszeit in allen Verbands» fabriken beschlossen, es gäbe aber»och einzelne Mitglieder, in bereit Fabriken eine längere Arbeilszeit herrsche; diesen solle durch die Fabrikordnung keine Beschränkung auferlegt«verden. Sache der Ar- beiler sei es, die Durchführung der neunstündige» Arbeilszeit zu fordern. Wen» es ans diesem Anlaß zn einem Streik käme, dann «vürde der betreffende Fabrikant vom Verbände nicht unterstützt. Fabrikanlenvcrtrcter F ü r st e n h e i m ist der Meinung, daß der Neun« nundentng»nr die Atininialgrenze sei, worüber hinauszugehe» jeder Fabrikant das Recht habe. S ch l i z w e g bestätigt dagegen seine vorige Auslassung Über diesen Pniikl. An die folgende» Pmikle der Fabrikordnung liinpfle» sich keine längeren Erörterungen. Zu einer eingehende» Aussprache kommt es dagegen bei dein Passus, daß innerhalb der Fabrik jede Ansammlimg, so, vie die Vornahme von Samnilniigen verboten ist. Die Arbeiter«volle» dieses Verbot nn« aus die«virkliche Arbeitszeit beschränkt«vissen, und das Recht haben, «vährend der Pansen zn eventnellen Besprechungen von Bcschiverden und dergleichen sich zusa»nnei«zusinden,auch«vährenv dieser Zeil Beiträge zu geiverkschaftliche«, Zivccle»»c. zu sammeln. Sie sehen in diesem Verbot eine Beschränkung ihrer Vereinigungssreiheit. Die Fabrikantei» erkläre» dagegen, daß sie keincsivegs mit dieser Bestinimung einen Schlag gegen das Koalilionsrecht der'Arbeiter zu sühren beabsichtigen. Dieses erkennen sie vielmehr ausdrücklich an. Ans der fraglichen Bestimmung müßte» sie aber im Interesse der Wahrung ihres Haus» rechts unbedingt bestehen. Nach einer«veitere» Aussprache über die sonstigen von de» Arbeitern beaiislandelei» Punkte tritt um 1 Uhr eine einstündige Pause ein. Nach mehrstündige» Berathnnge» legt das EinigungSamt den Parteien folgende Vergleichsvorschläge vor: Nachdem die BevoUniächligten der Arbeitgeber eS abgelehnt haben, heute bereits über den Arbeiisnachiveis zn verhandeln, erklärt das Einigungsamt es für«vünschcnswerth, daß die Parteien in Bälde über die streitige» Punkte des Arbeits» n a ch iv e i s e s in Verhandlung treten. Unter dieser Voranssehnng schließen die Parteien folgenden Vergleich: 1. Die Arbeililchmer sind damit einverstanden, daß beim Antritt der Arbeits»ach«veissch»i» deponirt wird. 2. Nachdem die Arbeilgeber erklärt habe», daß die»eu»st>i»dige Arbeilszeit in den meisten Be- trieben besteht, und der Verband für allgemeine Eiusührung der- selben ist, sind die Arbeiter mit dem die Arbeitszeit regelnden Passus der Fabrikordnung einverstanden. Die Vorschläge bezüglich der übrigen Punkte sind von geringerer Bedentnng. Dann folgt der Schlnßpassus,«velcher bestinnnt, daß Maßregelungen aus Anlaß des Streiks nicht stattfinden dürfen. Arbciter-Vertrcter Weber bedauert, daß infolge eines Ver- sehens die Forderung bezüglich des Arbeitsnachiveises von de» Ar» beilern nicht ausdrücklich aufgestellt ist. Er beantragt daher Ver- tagung und eine nene Sitzung, in«velcher der Arbeitsnachivcis zum Gegenstand der Verhandlung gemacht«verde» soll. Der Vorsitzende von Schulz bedeutet ihn» jedoch, daß in dieser Sache keine Vertagung eintreten könne, es handle sich jetzt nur nn, die Fabrikordnung, und«venu bezüglich des ArbeitSuach- weises«ine Einigung zivischen den Parteien nicht erzielt «verde, könne das Einigniigsaint wegen dieses Punktes auss neue angerufen werden. Fabrikanten- Vertreter S ch I i z«v e g bemerkt, ihm seien keine streitige» Punkte des Arbeitsnachiveises bekannt, der Streik sei nur«vege» der Fabrikordnung ausgebrochen. Beisitzer Weigert bedeutet ihm, daß i» dieser Verhandlung aller- dingS ein streitiger Punkt aufgetaucht sei, nämlich der Arbeits- »achiveis-Schein, mit dessen Beibringung unter den jetzigen Verhält- nisseu des Arbeilsnachivciscs die Arbeiter nicht einverstanden sind. Beisitzer T i m m ersucht die Vertreter der Fabrikanten, der Abmachung gemäß in Bälde eine Verständigung wegen des Arbeitsnachiveises«nit den Arbeiter» anzubahnen. Die Vertreter der Parteien erklärten sich, vorbehaltlich der Zustimmung ihrer Mandat- geber, mit den Vergleichsvorschläge«, einverstanden. Sollten dieselben »icht angenomine» werden, da»» fällt das Einigungsamt am Dienstag, vormittags 10 Uhr, einen Schiedsspruch. Vommunttles. I» Fovtseizuug der Berathungen des Stadt-HauShalts- Ct,itS für dns VemmlUliiflsjahr 1898/99 hat das Magistrats- toUefliim, mehrere Einzeletals in Berathiing gezogen>md erledigt. Der Etat der T a n b st a in in e n s ch u l e erfordert eine» Zuschuß uo» öS 150 M., da»ur eine Ein»ahn>evoii3l3M. verzeichnet ist, während die Ausgaben die Sunnne von 53 493 M. betragen.— Die Blinden- A n statt in Verbindung mit dein Betriebe der Bcschäfligungs- Anstalt ist in Einiiahme auf 70 288 M. und in Ausgabe auf 102 413 M. festgestellt und erfordert demnach eine» Zuschuß von 32 125 M. � Der Etat der Realschulen schließt ab in Einnahme mit 415 312 M.. in Ausgabe mit 1 019 540 M., so daß ein Zuschuß von 304 228 M. erforderlich ist.— Der Etat der Gymnasien, der Realgymnasien und O b e r- R e a l s ch» l e» ist mit einer Mehrausgabe von 1 334�819 M. eingesetzt, denn die Einnahmen sind auf 1 413 050 M. festgestellt, während die Ausgabe» die Summe von 3 097 869 M. ergeben.— Bei dem E tat der höheren Mädchenschulen beträgt die Einnahme 520 700 M., die Ausgabe 382 959 M., der Zuschuß 162 259 M.— Die G e IN e i II d e s ch u l e n er- fordern einen Zuschuß von 12 362 410 M., denn der Elat derselben erweist eine Einnahme von 96 200 M. auf. erfordert aber eine Ausgabe von 12458610 M.— Die städlische Straßenbeleuchtung erfordert im ganzen 403 603 M. In diesen Summen sind enthallen 100 000 M. zur Aufstellung von Laternen, 152 967 zur elektrischen Beleuchtung und ev. 70 000 M. für Petroleuinbeleuchlung.— Der Etat der Straßen- r« i» i g n n g und Bespreng» ng ist in Einnahme aus 137 920 M. und in Ausgabe mit 2 589 218 M. eingestellt und er- fordert somit einen Zuschuß von 2401298 M. D e r E t a t der Park- n n d G a r t e n v e r w a l t un g schließt ad inEinnahine i»'it15295 M., in Ausgabe mit 762 035 M., der Zuschuß beträgt mithin 746 740 M. Uolmles. An die Vorstände der Gewerkschafte», Wahlvercine:c. lichten wir die Bitte, auf Donnerstag, de» 10. Februar, keine Versaiiiinliiiigen einberufen zu wollen, weil an diesem Tage seitens der Bertraiiciispersoncii in den sechs Berliner Wahlkreisen Bersaiiimlitiigen zur Sl n f st e l l u n g der s o z i a l d e in o. k r a t i s ch e n Reich stags-Kandidaten anberaumt werden. Tie Parteigenossen dcS zweiten Wahlkreises werden auf die am Dienstag, den 1. Februar bei Bieters, Hascnbaide 52/53, stattfindende B e r s a»i in l u n g des WahlvereinS aufiiierksain ge« macht, in der Reichstags-Abgeordncter Genosse Max Schippe! über den Posadowsly'schen Erlaß refcriren wird. Parteigenossen! Immer näher riiekcn die Reichstagswahlen Hera», daher ergeht der Ziuf an alle, die für eine gedeihliche und freihcilliehe Enlwickeliing der Arbeiterklasse Herz und Sinn haben, sich der politischen Organisation anzuschließen, angesichts der Wahlen ist dieses mehr wie je nSlhig. Zwar hat, nachdem durch den letzten Köllcr-Koup die Orgauisalion der Partei auf- gehoben ivurde, dank dieser Maßregel, der nciigegründele Wahlverein au Milgliederzahl den frühere» übcrdolt; ihre Bediiilniig schrnuipft jedoch zusammen gegenüber der Thalsaehe, daß über zwauzigtanlend sozialdeniokralisehe Wähler in diesem Wahlkreise wohnen. Diese haben säninillich die Pflicht, ihrer politischen Organisation bei- zutreten und durch fleißigen Bersaniiiilungsbesuch, wie durch sonstige Eifnllung ihrer agitatorischen Obliegenheiten unsere Partei ihrem Ziele näher zu führen. Parteigenossen des Wahlkreises, schließt Euch Eurem Wahlvercin an; nur in der Organisation liegt eine feste Phalanx zum Angriff, wie zur Berlheidignug! Werbt für den Verein und agilirt naeh Kräften, daß er die Milgliederzahl erreiche, die ihm gemäß der Bedentuua der Sozialdeinokralie im 2. Wahlkreise gebührt. Die Zahlstelle» deS Vereins sind Carl Schonheini, Grasestr. 8, P a n l M ü l l e r, Gräseftr. 31, F r r d i u a n d E w a l d, Schön- leinslraße 6, I u I i u s St a u in a n n, Blüchcrstr. 42, E. Linde- mann, Moritzstr. 9, Hans Saß, Markgrasenstr. 102, Fritz Z u b e i l, Lindensir. 106, Karl L ü d k e, Zossenerslr. 10, Franz K i tz i n g, Bclle-Alliancestr. 74, He r m a» n Werner, Bülow- slraße 59, O l t o A u t r i ck. Steinmctzstr. 60. A l b e r t F a l l e r, Pallasstr. 16, Heinrich Schröder, Kreuzbergstr. 15. Ferner werden diejenigen Genossen, welche ihre Wohnung geweeliselc oder dieselbe am 1. April verändern, gebeten, ihre neue Adresse anzugeben. Der Vorstand. Achliing, Mitglieder der Freien Volksbühne l Montag den 31. Januar, abends pnnkt 8 Uhr, findet für die Mitglieder der Freien Volksbühne ein V o r t r a g s- A b e n d in K e l l e r' s großem F e sl s a a l, K o p p c n st r. 29, statt. Herr D r. W i l h e l»> Meyer, früher an der Urania, hält eine» Projektivus- Vortrag mit etwa 160 Bildern:„Die Reise nach Spitz- bergen Enlree 20 Pf. Einlaßkarten sind zu haben in de» Zahlstellen: L. G o t t f r. S ch u l z; 0.' A d o l p b H o f s in a n n, Blumenstr. 14� dl. Beyer, Zigarrenhnndlung, Vcleranenstr. 13; und W. Fr. Ziibeil, Lindenstr. 106; in der nächsten Vorstellung am 30. im Lessing Theater bei de» Ordnern, beim Kassirer. auch am Eingang des Saales. Die Besucher des Vortrages iverdeiü gebeten. sieb nur in den Zwischrupausen mit Gelräaleii zu versehe», um jede Störung zu vermeiden. Die erste Vorstellung für die V. Ablhcilung. findet im L e s s i n g- Theater statt. Zur'Aufführung gelangt„Bart e l T u r a s e r". III. SIblheiliing heute Rachniitlag 23ll Uhr dieselbe Vorstellung. Nachzügler anderer Abtheilungeii erhalten nur einen Stehplatz. I m Februar gelangt zur Aufführung im Friedrich- Wilhelm st ädtis eh en Theater:„Die lustigen Weiber von W> n d s o r Lustspiel in fünf Allen von W. Shakespeare. Der Vorstand. I. A.: G. Winkler. Die städtische» Markthalle» haben im Betriebsjahr« 1896/97, wie schon kurz erwähnt, ein günstigeres finanzielles Erg eb n iß als 1895/96 gehabt. 1896/97 betrugen die Einnahmen 2 636 774,43 M.. die Ausgaben 2 486 644,67 M.(einschließlich Ver- ziusung, Amortisation und Abschreibniigen), so daß ein lieber- schnß von 150129,76 M. blieb. 1695/96 hatten die Einnahmen 2 666 283,13 M.(einschließlich 60 000 M.. die aus 1894/95 über- nomine» waren), die Ausgaben 2 580 567,39 M.(einschließlich Ver- zinsnng n. f. w.) belragen, so daß ein Ucberschuß von nur 85 715,79 M. geblieben war. Die Standgelder— der Haupt- Einnahmeposten, der seit einer Reihe von Jahren immer geringer geworden war— sind diesmal g e st i e g e n. Sie betrugen 1896/97 1 966 612,71 M, 1895/96 1 952 775.76 M., waren also 1896/97 um 13 336,95 M. höher. Das Plus ist besonders aus den beide» Zentral- Hallen eittgekomiiieii, infolge iveileren Anwachsens des Großniarltes, — zum theil auch aus der Halle Lindcnstraße, wo der Vlumenniarkt sieh stärker entwickelt hat, und aus den Hallen Eiseiibahnstraße und Marheinekeplatz, in deren Umgebung die Be- bauung fortgeschritten ist, also die Bevölkerung zugenominen hat. Dieses Plus wäre noch erheblich größer gewesen,— in den ge- nannten fünf Hallen kamen an Standgeldern zusammen 44 036,59 M. mehr als im Vorjahre ein.— wenn nicht auf der anderen Seite die übrigen 10 Hallen einen weiteren Geschäftsrückgang und daher weitere Ausfälle au Standgeldern, von zusainnie» 80199,64 M., gehabt hätten. Für s ä in in t l i ch e D e t a i l- H a l l e n waren die e r st e n B e t r i e b s j a h r e die g ü n st i g st e n. Der R ü ck- gang war im allgemeinen am stärksten in den Hallen der äußeren Stadtlhcile. am allerstärksten bekanntlich in der Halle Grünthaler- und Badslraße, die nächstens völlig geschlossen werden soll. Der neueste Bericht des Marklhallen-Direklors führt den in den meisten Hallen iininer noch fortdauernden Geschäftsrückgang wiederum darauf zurück, daß der S t r a ß e n h a n d e l in der Nähe der Hallen eine so große Ausdehnung erlangt habe. Besonders in der Krautstraße, dem Grünen Weg, der Jnvalideusiraße, der Ackerstraße, der Neinickendorferstraße hätten sich vollständige, von zahlreichen Händlern besuchte Straßeninärkte gebildet. Den größten Schaden von dieser Konkurrenz hätten die Verkäufer der Hallen Andreasstraße, Jnvalidenstraße und Wedding, in denen deshalb viele Stände verlassen worden seien. Der Bericht erwähnt aueh die angeblichen Belästigungen der Bevölkerung durch diese offenen Märkte und die von bürgerliche» Vereinen an Magistrat und Polizei ge- richteten Petitionen um Abhilfe. Von der P o l i z e i v e r o r d n u n g gegen den S t r a ß e n h a n d e l— die demnächst in kraft treten soll— sei zu hoffen, daß sie den unhaltbaren Zuständen ein Ende mache. Daß auch das Ueberhandnehinen des Straßenhandels wieder seine Gründe hat,— und zwar Gründe, die in gewisse» Mängeln der Markthallen wurzeln—, das wird in dem Bericht mit Stillschweigen übergangen. Die Straßenhändler könnten den Standinhabern und Laden besitzern nicht eine so bedeutende Konkurrenz machen, wie sie nanieiitlich in der forlschreitenden Entvölkerung der Hallen ihren Ausdruck findet, wenn sie dein kaufenden Publikui» nicht Vortheile böten, die die seßhaften Händler nicht biete» wollen oder nicht bieten können. Es ist zweifellos, daß nicht blos die hohe Ladcninielhe, sondern auch die Höhe des Markthallen- Standgeldes so viele Händler auf die Straße treibt. Ein früherer Bericht der Markthallen-Dlreklion wies selber darauf hin, daß viele Kleinhändler die Hallen verlassen haben und nun in der Nähe der Hallen Straße«Handel treiben. Gerade die kleinen Händler sind in den Hallen am übelsten daran. Das hohe Standgeld gestattet ihnen nicht, so billig zu verkaufen. wie es ihre Kundsei, alt verlangt und leider auch ver- laugen muß. Die Maaren der Straßenhändler sind im großen und ganzen nieht schlechter als die in den Hallen seilgebotenen, aber sie sind in der Regel etwas billiger— was natürlich bei der g e- r i n g e n K a n s k r a f t der i n b e t r a ch t k o in in e n d e n B e- Völker un g selbst dann sofort den Ausschlag zu gunfien der Slraßenhäudler geben muß, wenn die Waäre wirklich einmal »linderwerthig sein sollte. TaS böse Gewisse». Von magistratsoffiziöser Seite gehen der bürgerlichen Presse allerhand Eiilsehnldigiingsnotizen zu, durch welche dem freiheitlich angehauchten Philister begreiflich gemacht werden soll, daß der Atagislrat das Denkmal für die Märzgcsallene» ablehnen inußte. So ivurde kürzlich die Mär verbreitet, daß auf dem Friedhose im Friedrichshaiu nur vaterlandsloses Gesindel bc- graben sei, denn die ineisten Berliner hätten schon in den fünfziger Jahren ihre im Kampfe gefallenen Angehörigen ausgegraben und auf anderen Friedhöfe» beisetzen lassen. Gestern ist der Presse weiter milgetheilt worden, daß der Magistrat sich verpflichtet gesuhlt habe, den Frieden in allen Kreisen der Bevölkerung zu wahren, und daher hätte das Denkmal abgelehnt werden müssen. Merkwürdig ist, daß der Magistrat nie an den Frieden in der Bevölkerung denkt, wenii ihm zugemulhrt wird, gegen den Willen der Mehrheit für patriotische Aiisschiiiückunge» Huiiderttausendo dem Sladlsäckel zu entnehmen. Auch hat der Magistrat sich nicht um den Unwillen der Bevölkerung ge- küininert.als er derStadlverordneten-Versammlnngniit dem wunderlichen Antrage kam. für die Kirche mit der iveggemeißelle» Kauieels- inschrisl 300 000 M. Sleuergrosche» hinzugeben. Warum müht innn sich noch, den bösen Eindruck, den der ablehnende Beschluß des Magistrats in der großen Mehrheit der Einwohnerschaft hervor- gerusen hat, durch allerhand unzutreffeiide und das Andenken der Todte» beleidigende Eiilschnldiguiigsgrüiide zu verwischen? Sei man nuiiniebr doch konsequent und bekenne skrupellos, daß einzig die Halbheit i» der eigenen Gesinnung und die Furcht, bei de» Siegie- reuden auzustoßeu, zu dem kläglichen Beschluß geführt hat. Ton gcringstc» Milchvorbranch von allen deutschen Städten weist Berlin auf. Nach einer auf Veranlassung des deutsche» Lnndivirlhschasitvcibaudes in 300 gröberen Orlen veranstaltete» Umfrage koiuuic» hier bei rund 1 770 000 Einivohnern monatlich ans den Kopf der Bevölkerung nur 6,8 Liter Milch. Sodann folgt unmittelbar Franlsurt a. M.(228 000 E.) mit 7.0 Liter. Hamburg (625 000 E.) mit 7,5 Liter, Köln(320000 E.) mit 7,6 Liter, Niirn- berg(162 000 E) mit 9,2 Liter, Ludwigshafen(39 000 E.) 10,0 Liter, Stuttgart(158 000 E) 10,1 Liler, Straßburg(130 000 E) 10,8 Liter, Mainz(77 000 E.) 11,5 Liler und Göltingen(25 000 E.) mit 14,5 Liler. Am größten dürfte der Milchkonsuin in Enpen sein mit 26,2 Liler. Dort werden auf städtische» Weiden 2000 Kühe uulerhalten. Für die AnSgabc von MonatSkaitcu im Berliner Sladt- imd Ringbahn- sowie im Berliner Vorortverkehr tritt', wie die königliche Eiseubahudireklion bekannt macht, mit dem I. Februar d. I. die Bestiuimuug in krast, daß von der üblichen Bescheinigung der Oclspolizeibehörde oder des Geuleindevorstaudes darüber, daß die Personen, für die Nebenkarten beantragt werden, zu dem beireffenden Hansstaiide gehören, abgesehen werden kann, wen» die Familien- Verhältnisse des Inhabers der Stauunkarle dem Slationsvoisiaiide oder dem Schallerbeamlen genau bekannt sind. Z» der aiifschcncrltgcndc» SchnhniauiiSaffiirc, die sich am Abend des 28. Dezember in der DreSdenerstraße abgespielt hat, erfahren wir, daß der mit dem Säbel bearbeitete Handelsmann Z i m in e ck erst am Freitag, also gerade nach Verlauf eines Monats ans dem Krankenhaiise Ai» Urban entlassen worden ist. Im Polizeibericht war die Säbclasfäre seiner Zeil fälsch- lich insoweit als harmlos hingestellt worden, als berichtet ivurde, daß Zimmeck nur eine leiclite Verletzung erhallen habe und bereits am Tage»ach seiner Einlieferuiig wieder ans dem Kraiikenhauje entlassen worden sei. Zimmeck ist heute noch arbeilsnusähig. Die 10 Ceutimeter lange Wnnde an der Stirn ist noch nicht ausgeheilt; der Verletzte fühlt sich von häusigen Schmerzen im Kopse geplagt; auch kann er de» linken Arm, der gleichfalls vom Schutzmannssäbel verletzt wurde, noch nicht wieder gebrauchen. lieber den gerichtlichen Verlaus der Zlngelegeuheit ist noch nichts Näheres bekannt geworden. Tic Kaschcminc in der Markgrafcnstr. IS, vor der am Frei- tag Morgen eine blutige Schlägerei sich abspielte, ist gestern Morgen durch den Gerichtsvollzieher ausgeräumt worden. Zur Warnung für Radfahrer. Mit seinem Kinde verunglückt ist der Buchkaller Oskar Weiulraub a»S der Schillingstraße, welcher in einer hiesigen Schuhfabrik augestellt war. Er benutzte die un- freiwillige Muße, zu der ihn der Ausstand der Schuhmacher ver- urtheilte, zu einer Radtour»ach Wilhelmsberg und war leichtsinnig geniig, sein einziges Kind, einen siebenjährigen Knaben, mit auf das Stab zu nehmen. Aufaugs ging die Fahrt gut von stalten, doch etwa eine halbe Stunde hinter deni Steuerhause aus der Lands- berger Chanssee glitt der Radfahrer aus und stürzte mit seinem Kinde so unglücklich, daß Beide mehrfache Arm- bezw. Schenkel- brüche erlitten. Hilflos bliebe» Vater und Sohu auf der Landstraße liegen, bis ei» vorübersahreuder Arbeilswagc» die Verunglückte» anfnahni und nach Berlin zurückbrachte. Sechs Fahrräder sind vor einigen Tagen dem Auklionalor Hilbricht i» ver Holzmarktstr. 66 durch Einbrecher gestohlen worden. Der Polizei gelang es, das gestohlene Gut nach zwölf Stunde» herbeizuschaffen; die Diebe hatten die Fahrräder nämlich bei einer ihnen bekannten Wittwe W. am Elisabeth-User untergebracht. In der Befürchtung, daß sie Diebesgut beherbergen könne, hatte die Frau der Polizei de» Fall selber angezeigt. Obgleich Frau W. ebenfalls die Namen der niulhmaßlichen Diebe, unter denen ein Arbeiter Rudolf Kaiser, genannt Franke, befindlich sein soll, der Behörde genannt halte, ist es der Polizei bisher nicht gelungen, der Ein- brecher habhaft zu iverde». Dieser Mißerfolg soll solgendem Umstände zuzuschreiben sein. Die Witlwe W. hatte der Polizei an- gezeigt, daß der eine Dieb mittags 1 Uhr wiederkomme und die Fahrräder abholen wolle. Auf der Wache gab man der Frau den Rath, den Mann nicht in die Wohnung zu lassen, der Beamle wolle ihn vielmehr auf der Treppe abfangen. Der nach der Wohnung ge- sandte Schutzmann erschien auch zur rechten Zeit, desgleichen der Dieb; letzterer merkte jedoch Lunte und entwischte in aller Eile, nachdem der Beamte ihn bereits nach dem Zweck seines Kommens gefragt hatte. NiiglückSfälle im Straßenverkehr. In der Schlesischen Straße wurde gestern Nachmittag der 20 jährige 4?chlosser Enge» Wiesner durch einen Wagen der elektrischen Straßenbahn umgerissen und gerieth zwischen den Schienenreiiiiger und das Vorderrad. Er erlitt dabei eine erhebliche Quetschung am Kopfe und einen Armbrnch und konnte nur dadurch aus seiner gefährlichen Lage be- freit werden, daß der Wagen aus den Schienen gehoben wurde. Der Verletzte wurde nach Anlegung eines Ver« bandes in das Krankenhaus Am Urban übergeführt. Den Wagen- führer trifft leine Schuld.— Der dreijährige Sohn des Schubinachers Karl Böhler lief vor dem Hanse Dragonerstr. 30 gegen einen Ge- schäslswagen und gerieth unter die Räder, die ihm über den Unter- leib hinweggingen. Der anscheiuend innerlich verletzte Knabe wurde in die Wohnung seiner Eltern gebracht.— In der Stralauerstraße stieß ein Postpackelwagen mit einem Kohlenwagen znsanime», wobei ersterer umschlug und der Postillon vom Bock geschleudert ivurde. Er kam ohne jede Verletzung davon. Fcuerbericht. Freitag Abend 6 Uhr brannte M a n t e u f f e l- st r a ß e 5 die Slrohverpackung des Gasmessers. Gegen 9'/, Uhr »iiißte K r a u s e n st r. 3 ein Posten in Brand geralhener Holzwolle abgelöscht werden. Sonnabend Nachmittag 3 Uhr hatte Alexander- st r a ß e 27 die Balkenlage Feuer gefangen, das aber durch die Wehr schnell beseitigt wurde. Kurz vorher war K ö n i g st r. 29 eine Partie Wäsche und Gerüinpel in Brand gerathen, doch war der an- gerichtete Schaden nicht erheblich. Tic Berliner Vegetarier- Vereinigung beabsichtigt am Freitag, den 4. Februar, im Saale des H a n d w e r k e r h n u s e s in der Sophien st raße einen Maskenball abzuhalten und sucht hierzu auch in Arbeiterkreisen Villets abzusetzen. Das Lokal steht den Arbeitern zu Bersanimlungen nicht zur Versügung.— Wir machen nochmals darauf aufnierksani. daß alle die Lokalliste be- treffenden Angelegenheiten an Oskar Mahle, Berlin 8, P r i n z e n st r. 3, zu richten sind und nicht direkt an die Redaktion des„Vorwärts". Tie..Neue freie Volksbühne" veranstaltet heute Sonntag, den 30. Januar, abends 7 Uhr. in Cohn's Festsaal, Beuthstr. 19/20, einen Modernen Lieder- und Dicdter-Abend. Zum Vortrag gelange» Dichtungen der Verliner Dichter: Klara Viebig, Bruno'Wille und Ludwig Jacobowski und zweier österreichischer Dichteriniien: Angelika v. Hörinann und Maria Stona— die von Claudius Merten, Frl. Christel v. Pomiiier und Jofs Lepanto vorgetragen werden. Von modernen Komponisten kommen Hans Pfitzner, Hans Hermann und Henning v. Coß zu Wort, deren Lieder von Frau Lieban- Globig, Frau Else Moest-Schoch und Herr» W. Heiueinanu gesungen werden. Die Herreu Pfitzner und Hcriuaiin begleiten ihre Lieder selbst.— Der Eintrittspreis ist auf nur 40 Pf. sestgesctzt; Karten sind in allen Zahlstellen des Vereins und auch an der Abendkasse zu haben. Knltur-Ichaubnhne, Potsdamerstr. 120, im Saale der königlichen Hochschule für Musik. Herr Dr. Alfred Köppe» wird heute Abend 8 Uhr den Vortrag„Eine Wanderung durch Pompeji" wiederholen. Ein Spazier- gang durch seine Plätze und Straßen, in seine Häuser und öffentlichen Ge- bände, wird in populärster Forin die Kultur einer längst verfuiileuen Zeit in Wort und Bild veranschaulichen. Sltis de» Nnchbarortc». Tc» Parteigenosse» und Genossinnen vo» Friedrichöberg zur Nachricht, daß Doimersiag, abends 8'/s Uhr, im Lokale des Herr Müller, Frankfurter Chaussee 86, eine öffentliche Volks- v e r f a»i in l n n g für Männer und Frauen mit einem Vortrage des Reichstags-Abgeordnelen Pens staltfindet. Das übrige wird am Mittwoch durch Inserat bekannt gegeben. Uni recht rege Betheilianna ersucht Die Bertrauensperso n.i Pankow. Heute. Sonntag,»achinittags 3 Uhr. findet bei Krüger, Kaiser Friedrichstr. 12, eine Volksversammlung statt, in der Genosse Pfannkiich über„Weltpolitik, ihre Kostgänger und ihre Kostenträger" sprechen wird. Dann folgt Diskussion und Bericht der Gcmeiiidevertretuiig, sowie Ausstellung der Kandidaten. Nach der Aersaniiiiluiig geinüthlicheS Beisammensein mit Tanz. IAZ Schünebergcr Gcinrindebcamtcn, d.h. also die Hälfte des ganzen Personals, haben von dem Gemeindevorsteher Schmock die— Kündigung erhallen. Und zwar sind damit nicht nur der größte Tbeil der Amis- und Geiiieiudedieuer, alle Nachtwächter und Schuldiener sowie eine große Anzahl von Bureanbeamten, sondern auch die— g e s a in m t e Mannschaft der Feuer>v ehr bedacht_ worden. Die rigorose Maßnahme, die durch nichts weiter begründet wird, als daß die Landgenieiiide Schöneberg am 1. April eine Stadl- gemeinde wird, hat natürlich in der Schöneberger Beamtenschaft hochgradige Erregung hervorgerufen, und wird anch von der Bürgerschaft des Ortes, namentlich aber den Stadt- verordneten nuss schärfste geinißbilligi. Denn die Beamte», von denen der größte Theil Familie besitzt, sind durch die ihnen völlig »uerwartet geloinniene Kündigiing in die schlimmste Lage verseht, weil sie Nichtwissen, ob sie durch den zu wählenden Magistrat wieder zur Anstellung koininen, und da sie, falls dies nicht geschieht, ohne triftigen Grund stellungslos werden. Die Bcamlen wollen sich daher beschwerdeführend an den Land rat h Stuben ra u ch wenden. I» der ai».'II. Tczcmbcr IKV7 an der HnfbeschlagS- Lchtschinicde zu Charlottcnbnrg ftaltgehablen Prüsiing haben elf Personen die Berecdligung zum Betriebe deS Huibeschlaggewrrbes erhallen. Der nächste Kursus an der Lehranstalt beginnt Moniag, den 28. Februar. Meldungen zur Theilnahine sind an den Bor- steher, Oberroßarzt a. D. Herrn Brandt zu Charlottendnrg, Spree- straße 42, zu richten. Ein schwerer Bau,>»faN hat sieh in dem Friedenaner Ortslheil von Schöneberg zugelrageu. Dort waren ans einem Neubau i» der Fregeslraße zwei Monteure damit beschästigt, von einem Hänge- gerüst eins die Eisenbahnschienen für einen in Monnierbau ans- zuführenden Balko» in die Hanswand einzulassen, als plötzlich daS Gerüst den Hall verlor und»lil den. beide» Arbeilern in die Tiefe stürzte. Hierbei wurde der eine Arbeiter, der seinen Wohnsitz in Steglitz hat, lebensgefährlich verletzt. so daß er auf Anordnung des znr Hilf« herbeigeholten Arztes Dr. Saiuler initlels Gemeinde- Kraiikenivagens nach dein Elisabelh- Krankenhause geschafft werden mnßte. wo an seinem Aiiskommen ge- zweifelt wird. Der zweite Arbeiter, ei» Berliner, ist weniger schwer verletzt, liegt aber ebenfalls infolge einiger Brüche und Qnetschnnge» schwer darnieder. Ter Patriotismus«nd die Arbeiter. Wie sehr bereits das patriotische Gefühl selbst nnler de»„Königlichen" Arbeitern gesunken ist und wie eifrig niaii bemüht ist, den letzten Funke»»och wenigstens zu einer kleinen Flamme anznsachen, konnte man aui Mittwoch so recht in den königlichen Werkstätten in Spandau wahrnehmen. Von de» Mcistergehilsen wurden die Arbeiter gefragt, wer von ihnen sich Donnerstag am Kirchgang belheitige» wollte; nur verzweifelt wenige ineldeteii sich hierzu bereit, so daß sich einer der Frager. aus dessen Ablheilnng sich zuerst n i e»> a u d gemeldet hatte, zu dem bemerkeiiswerlheii Ausruf veranlaßt sah: „Will sich denn wirklich nieiiiniid am Kirchgang belheiligeu? Welch' schlechtes Licht muß das aus uns werfen Erst hierauf meldeten sich— zwei Mann. Auch die Betheiligung a» den von den einzelnen Betrieben veranstaltete» Feiern war nur sehr schwach, obgleich sich die iuteressirteu Stellen alle erdenklichste Mühe gaben. dieFestränme mit Werkstätten-Arbeitern zu süllen,»nd bedeutende Summen für Konsnmniarken, welche den Arbeitern gratis eigens zu den Feier» verabfolgt werden, aufgewendet worden sind. Bereits am Mitt- woch Nachmittag und selbstredend auch während des ganze» Geburtstages ruhte die Arbeit in allen Betrieben; allerdings werden die Arbeiter nothgedruugenerweise für die unfrei« willige Feier mit dem durehschnilllicheu Tageslohu entschädigt. Die gegenwärtige Stimmung unter de» Arbeitern der königl. Werk- statten in Spandau läßt sich leicht erklären, wenn man unsere ietzien Veröffentlichungen über deren Lag« berücksichtigt; ans diesen und anderen gewichtigen Gründen sehen unsere Parteigenoffen der kom- inenden Neichstagswahl mit froher Zuversicht entgegen. Ans Potsdam. Für den längst nothwendig gewordenen Umbau des Bahnhofs in Potsdam ist jetzt der„Poisd. Korr." zufolge ein beftiinmter Plan in Aussicht genommen. Danach bleibt der bisherige Bahnhof nur für de» Fernverkehr bestehen. während der Vorortverkehr nach dem Platz des jetzigen Güterbahnhofs, wo ein neuer Persouen-Bahnhof errichtet werden soll, verlegt wird. Um einen neuen Güterbahnhof herzustellen, wird das umfangreiche Gelände zwischen der Havel und Nnlhe, gegenüber der Burgstrabe. angehöht, auch werden zu diesem Zwecke die Häuser an der Babels- berger Straße angekauft. Die naa, Nowawes führende Straße wird eingehen und eine neue Straße im Anschluß au die Lange Brücke hergestellt._ Geviklzks-Jeikuttg- In der GcrichtSlielchalidlung gegen den Schntznianil Kiefer zu Köln verdient noch die durch den iltechtsanwalt Friedet geführte Verlheidigung kurz erwähnt zu werden. Der Herr Rechtsanwalt sagte über die von dem angeklagten Schutzmann mißhandelte Dame: „Wäre Wilhelmine Faßbinder nicht zufällig die Tochter eines An- gestellte» des Verlages der„Kölnischen Zeitung", dann hätte dieser Vorfall bei weitem nicht das Aussehen erregt. Ich erinnere noch an einen Allerhöchsten Erlaß, der im Ok- tober IS9l durch den„Deutschen Reichs-Anzeiger" veröffentlicht wurde. In diesem Erlaß heißt es u. A.:„Die Vorgänge, die durch den Prozeß gegen das Ehepaar H e i» z e in Verlin bekannt geworden sind, haben Mein landesväterliches Herz tief betrübt." Der Erlaß schließt mit den Worten:„Der Heinze'sche Prozeß hat in erschreckender Weise dargelegt, daß das Znhälterthnm neben einer ausgedehnten Prostitution in den großen Städten, insbesondere in Berlin, sich zu einer gemeinen Gefahr für Staat und Gesellschaft entwickelt hat. Behufs energischer Bekämpfung dieses Unwesens wird in erster Linie in Frage kommen, inwieweit schon ans Grund der bestehenden Gesetze mit Nachdruck gegen die Zuhälter eingeschritten werden kann. Diese Aufgabe fällt der Polizei und der Strasrechtspflege zu. Es wird der Polizei ein kräftiges, nnter Umstände» rücksichtsloses Vorgehen gegen die Ausschreitungen jener verworfenen Menschen- klaffe zur Pflicht zu mache», zugleich aber werde» die Exekutiv- beamlen darüber zu vergewiffern sein, daß sie bei that- kräftigem Vorgehen nicht nur meine Anerkennung, sondern auch meinen Schutz finden Wiarden." Der Angeklagte hat im Geiste dieses Erlasses des kaiserlichen Herrn, aber auch im Sinne der Instruktion von 1601 sein Amt ausgeübt." Das Urtheil soll, wie schon gestern gemeldet, am 4. Februar verkündet werden. Tic Vcrivcigcrnug dcS Jagdscheines ist nach einer Eni- scheidung des O b e r- V e r w a l t n n g s g e r i ch t s auch dann im VerwaltnngSstreit- Verfahren anfechtbar, wenn sie aus anderen als polizeilichen Gründen erfolgt. Der Freiherr von der Keltenbach wollte einen Jagdschein für seinen minderjährigen, in Wien studircnden Sohn haben und sollte dafür 40 M., den Betrag für Älusländer, zahlen. Gegen den betreffenden Bescheid des Landralhs klagte er beim Bezirksausschuß mit dem Antrage, zu erkennen, daß er nur IS Mark zahlen brauche. Der Bezirksausschuß wies die Klage als unzulässig ab. Das Verwaltungsstreil- Verfahren sei nicht für Fälle vorgesehen, wo es sich um die Höhe der Gebühr handele. Nur die Versagung des Jagdscheines aus polizeilichen Gründen könne im Verwaltungsstreil angegriffen werden. Wie schon gesagt, nahm das Ober- Verwaltnngsgericht eine» anderen Standpunkt ein, nachdem es sich über die Ansicht der Minister der Landwirthschaft»nd des Innern informirl halte. Es nahm demgemäß in der Sache selbst Stellung. Die Enlscheidnng fiel zu gnnsten des Klägers ans. Vom Gericht wurde angenommen, der Wiener Student Hab« als Minderjähriger seine» Wohnsitz aus dem Gute des Vaters. Wegen Hiiiterzichmig von Kralikenkasscu-Pciträgeu hat gestern die 7. Sirafkammer des Landgerichts 1 die Maurer- und Zinnnergeschästs-Jnhabcr Gebrüder C.». A. Sch. und zwar den erstereu im Wiederholungssalle zu sechs und den letzteren zu drei Wochen Gesängniß verurtheill. Tos Landgericht Miinchc» I vsmtheille am 25, Januar vier weibliche Mitglieder der von dem Exjesuiten Bosleivig im Jahre 1891 begründeten„Dtissionsgesellschnst der unbefleckten Empfängniß zur Bekehrung des heidnischen Indien" wegen seil Jahren betriebeiien gewohnheitsmäßigen Betlelns zu 5 bczw 4Woch«» Haft. Die seit LS. November v.J. in Untersuchungshaft besindlicheu vier„Schwestern' waren auch noch des B-trugeS und der Unterschlagung beschuldigt, wurden aber von diesen beiden Reaten frei- gesprochen. Wie die Verhandlung ergab, führten die„Brüder" und „Schwestern" dieser sonderbaren, von der Kirchs allerdings nicht anerkannten MissionsgeseNschaft ein recht geinülhliches und fideles Lebe», wozu ihnen die„frommen Gläubigen" reichliche Mittel spendeten. Und fie lebt und gedeiht trotzdem. Vom Schöffengericht Arnswalde wurde, wie der„Neum. Ztg." von hier gemeldet ivird, der Maurer Albert Semrich zu 39 M. oder 10 Tagen Gesängniß verurlheilt, weil er in einer Nestauration gerufen hatte:„Es lebe die Sozialdemokratie!" Neue SchntzniannSthaten. Die fStraskammer Essen ver- »rtheilte den früheren Schutzmann Heinrich Janns, der inzwischen Straßenbahnschaffner geworden ist, wegen Ausschreitungen im Amt zu einem Monat GefängNiß. Janns hatte in Rellinghausen einen ruhig zur Älrbcit gehenden Bergmann in angetrunkenem Zustande überfalle», und zwar in voller Uniform und in Ausübung seines Dienstes. Er arrctirte de» Bergmann, schleppte ihn in die Nachtwächtcrbnde einer nahen Fabrik und schoß, als der Verhaftete, der völlig schuldlos war, die Flucht ergriff, mehrmals mit seinen« Revolver nach dem Flüchtende». Ebenso feuerte der Schutzmann auf eine» anderen ihm begegnenden Bergmann.— Ans Aachen wird berichtet: Der wegen Mißhandlung in mehreren Fälle» zu zivei Monate» Gesängniß verurtheilte Schutzmann Völgcl ist seiner Disziplinirung zuvorgekommen, indem er„frei- willig" ans der hiesige» Schutzmannschaft ausschied. Der Schntzman» Neinhold, der am Abend vor Weihnachten vorigen Jahres mehrere anständige Frauen und Mädchen belästigte und mit»»sittlichen An- trägen verfolgte, ist plötzlich, nachdem die Angelegenheil von der Polizcidircktion»nd von der Staalsamvaltschaft aufgegriffen ivordcn ivar, mit seinen Angehörigen verschwunden. Die Untersuchung gegen ihn nimmt ihren Fortgang. Wcticr-Peogiiose für Sonnt, ig» 30. Jannar 1808. Mild und zeitweise aufklarend, vorwiegend trübe mit geringen Niederschlägen und mäßigen«vestlichen Winden. Berliner W e t t e r b>« r e a». Neue Massenagitations- Broschüre. Soeben ist erschienen: Ems pchdWSdy md die Koasiiititisstcihni Vor dem Reichstag. 112 S. Großoltav. Preis 30 Pfennig. Porto 5 Pfennig. Die Vernichtung des KoalitionSrechtcS, welche die Arbeiter in ihren KSmpfe»» für höhere Löhne und kürzere Arbeitszeit geradezu wehrlos machen würde, ist die ausgesprochene Sehnsucht der Unter- »chmer: deshalb begrüßen ste den PosadowSkyffchen Erlaß jubelnd als den ersten Schritt zu diesem Ziele. Die Kemitniß des Erlasses und der darüber im Reichstag gesührte» Debatten, ist für die Arbeiter angesichts der nächsten Wahlen, und bcsoiidcrs'auch süe die Gewerkschaften, von so großer Bedeutung, daß die wcitesteBcrbrcitung geradezu Pflicht der Organisationen ist. Soweit die Broschüre zu Agitationö- zwecken von Gewerkschaften, Vereinen, VertraucnSlenten u. s.>v. ver- breitet werden, liefern«vir die Broschüre, die den Posadowsku'schen Erlaß, die entsprechenden Bestimmungen der Gewerbeordnung sowie das Parteiprogramm enthält, in sauberem Umschlags bei Particnbezug zum Selbstkostenpreis. Zahlreichen Bestellungen sieht entgegen Bnchhraudlnng Vorwärks. Unlerm Ktub-Budiler Her m ti n n Holland zu seinein heutigen Gcbnrisiag ein dounemdeS Hoch, daß die Kaiser Wilhemstr. 18ic wackelt. i'-ib Skatklub Kreuz-Bauer, Danksagung. Allen Verwandten, Freunden und Benninteii, die beim Begräbniß meines mir mwcrgcßlichen Mannes durch ihre Theiluahme und Lrauzspendeu unseru nutröstlichen Schmerz linderten, sowie den Chefs und Kollegen der Firma Seideula»» i«. Mühmol sprechen wir hiermit unsereil ticfgcsühltcn Dank ous. itiOb Wwe. Marie Lvwig n. Sohn. __ Bertha Lowig als Mutter. Allen Freunden und Belamiten zur Nachricht, daß ich Elisabethstraße 4, im neuerbauten Hause, ei» Wch- tt.Bllirlsch-Bier-Lokill eröffnet, habe. Gleichzeitig empfehle ich meinen Frühstücks-, Mittags- imd tlbcudtisch, sowie Räume, passend zum Arbeitsnachweis. KWb Fcruspr. Amt 7 2053. Achtungsvoll lim-l Kchwnnke. - TT-— U« 21»— ictien-Biauem Friedriclisliain. Heute Sonntag: Rcgiments-lVIusIk des 4. Carde-Regts. zu Fuss In Uniform. Direktion: F. Berater. Anfang 5 Uhr. Entree 20 Psennig. NMtitg, 51iiö)d)iieii)cji!r lIotTisiaiin'» Zoolojplschc Uaiidlun»-, grüßt. Lag. Walswög., Exot., Fische, Edle Harz. Roller, gr. A»sw. Zuchtwcibch.» Eichhörnchen 2 M. Empfehle ferner mein in. l. Pr. präiuiirt. Univcrsalsiitter., Pfd. 50 Pf., Spezialität Sing- u. Hecks., Papagci- futter, Waldvogelsntter, Bogclsand, Milbciitinktnr. Käfige billig; Mchlw. üO Stck. 10 Pf.(Alan überzeuge sich), sür streng reelle Bedienung bürgt mein Renommee. I. Gesch. Reinickendorfer- straßc i!4c(Bahny. Wedding), II. Gesch. 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Herrn Skalitzcrstr. 101, v. 4 Tr. b. Padc._ 1276 Schläfst. Markusstr. 24, v. 1 Tr. l. Möbl. Schläfst, scp. Eing., 9 Mark montl., Sebastianstr. 4, v. pari. r. ._ Hof 2 Zt.(10 M.) Schläfst, f. H. b. ktnderl. Leuten, Sttaßburgerstr. 12 H. I, Schulze. s86b Eine frdl. Schläfst, bei Reihsner, Chorinerstr. 33 Qnergeb 3 Tr. 876 Mjrlljt Amißttlire stets willkommen! Feiieeversich. giebt höchste Provisiöu«. extr.i Bortheitc. H/o* Osserten snb„Vorwärts" posttgd, P o f t a mt 8. Tandcnstrnsi c.__ Silber-Polirerinnen finden danernde Beschäftigung in der Alsetiidesaluil von Sergas Sedrllder, Schillingstr. IÄ._ 61b 4iio1 Eiderdaunen, anerkannt füll- kräftig nndhaltbar! 3 Prund gennaen zum groben Ober- bett. Tauicnde ilnerkennungS- 1 schreibe». Berpackung umsonst. Versand gegen Nachn. von der! ersten Bettfedernfabrikl mit electrischem Betriebe k Gustav Isnstix, nerlln B., Prinzenftrobe 46. RordWuser echten, pro Lit. v. 50 Pf. bis2M. B»ZKK 10/15» 11—4 Mark pro Liter. 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Den soliden, bewährten Geschäftsprinzipien und der Rührigkeit verdankt die weit und breit bekannte Firma ihren heutige« Umfang des Geschäfts und wird nicht verfehlen, mit den Anforderungen der Jetztzeit gleichen Schritt zu halten, denn:„Dem ernjtltch Vorwärts» strebenden gehört der Erfolg." Sckiikwaareihais Carl Stiller ["Gegründet 1867. i Jernsalemerstrasse 40, am Dönhoffplatz. I vegriindet I»v7. Die besten und schönsten Stiefel und Schuhe für Mädchen, Knaben und Kinder. CO CD CD: £=t CD =r CD -« verantwortlicher Redakteur: August Jacobey in Berlin. Für den Jnseratenlheil verantwortlich: Th. wlocke in Berlin. Druck und Verlag von Mar Badiug u, Berlt». It. 25. 15. i»p.9. 2. Ktilllge des„Nmörts" Kerlmer Dlksblatt. Die Schweiz im Jahre 1897. Zürich, Slnfmig Janunr.*) DaZ in der Schweiz immer rege pulsirende politische Leben stond anch im abgelnnfencn J»hre nicht Vinter flühcre» Jahren zurück Der Beginn des Jahres 1897 fiel hinein in die Kainpse nm die Bundesbank und bei seinem Schlnsse stehe» wir inmitten der Referendnmsbewegnng betreffend die Eisenbahnverslaatlichung. Die Vorlage über die Bundesbank und das Banknotenmonopol wurde am 28. Februar mit 2öö SS4 gegen 195 764 Stimmen verworfen. Der Geldsack und der Föderalismus hatten in trauter Eintracht «inen Sieg über das nllgeinei»« Volksinleresse errungen. Nicht wenig hatte zu diesem Siege das seierliche Versprechen der koalirten Bankiers und Großkapitalisten beigetragen, daß sie im Falle der Verwerfung der Bundesbank den Bundesbchörde» sofort ein anderes, annehmbareres Projekt zur Lösung der Banknotenfrage und zur Schaffung einer schivejzerischeu Zentralbank vorlegen werde». Nur die kindlichste politische Naivetät konnte einem solchen Versprechen der geriebenste» Großkapitalisten und--Spekulanten Glauben schenken, allein es scheint in der That an solchen naive» Neferendumk bürgern in der Schweiz nicht zu fehle». Es ist nun seit der Verwerfung der Bundesbank bald ei» Jahr verflösse», aber ein brauchbares Projekt ist von den Börsenlente» noch nicht vorgeschlagen worden; was in jüngster Zeit der schweizerische Handels» und Jirduslrieverein vorgeschlagen hat, ist nichts anderes als eine neue Aktienbank, welche die bestehenden Aktienbanken um eine neue vermehren würde. Den naiven Glaube» an ein Verspreche» der Börsenjobber geißelte vor eirrigen Wochen im Nalionnlrath der alte unerschrockene Schaffhauser Ab» geordnete Dr. Joos, indem er sich zum Vergleiche eirreS Bildes aus der altgriechifche» Geschichte bediente. Im Allerthum, sagte er, sei einmal ei» Man» zur Strangnlation verurtheilt worden, habe aber die Gnade zu erwirken gewußt, daß er de» Baum,>vo er aufgeknüpft würde, selber wählen dürfe, und darauf habe er de» Banur überall gesucht, aber nirgends zu finden vermocht. So suchen auch die Privat» danke» ihr Ende immer herauszuschlebcn und wisse» unterdessen ihre Lebenszeit auszunutzen. Ii» Oktober 1896 wurde in der Volksabstimmuiig das Gesetz über das Rechnungswesen der Eisenbahnen angenommen und bereits im Zstärz 1897 brachte der Bundesrath in den eidgenössische» Parla- »nenle» einen Gesetzesentwurf betreffend die E i s e n b a h n- V e r- st a a t l i ch u n g ei». Mit anerkennenswerther Raschheit wurde die Vorlage parlnineutarisch erledigt und in weitgehendem Maße den Forderungen der Föderalisten entsprochen, dagegen die Forderungen der Soziallste» und Demokraten abgelehnt. Die kompakte Majorität der brutalen Radikalen hatte wieder einmal mit plumpen Tritten die nach Arbeite» fremidlichkeit aussehenden Postulate der Linke» zerstampft. Wäre diese ebenso brutal und unvernnnftig. so würde sie sich init den großkapitalistischen und bundesfeindlichen Gegnern der Eisenbahn- Verstaatlichung verbünden und diese zu Falle bringen. Beim Jahreswechsel ist man noch im Ungewissen darüber, ob die Gegner die 80 909 Unter- schriften für das Begehren auf Volksabstimmung bereits bei sainnien haben oder, wenn dies nicht der Fall, ob die Aussicht besteht, daß sie dieselben bis zum 14 Januar 1893 zusammenbringe» werden. Allgemein nimmt man an, daß es zur Volksabstimmung komme» wird, welche sodann im Februar staltfinden muß, da schon au» 26. Februar eine Linie der Nordostbahn gekündigt werden»»iß. Nebe» der Eisenbahuverstaatlichung nahm auf dein Gebiete der eidgenössischen Politik noch die K r a n k e n- und Unfallver- s l ch e r u n g das meiste Interesse in Anspruch. Der Nalionalrnth hat die bnndesräthlichen Gesetzentwürfe sehr zu Ungunsten der Ar- beiler verschlechtert, d. h. der plulokratische, unternehmerfreundliche Charakter des Parlaments ist auch hier zu rücksichtslosem Dnrchbruch gelangt. Die dadurch sehr gereizte Arbeiterschaft setzt nun noch einige Hoffmmg ans den Ständerath; ob er aber wesentliche Ver- bessernngen vornehmen wird, ist noch durchaus nicht sicher. Vor dem Sommer steht die parlamentarische Erledigung der beiden Ver- sichernngsgesetze nicht zu erwarten und wird daher auch das In» krafttreten der Versicherungen nicht ans den I. Januar 1899 erfolgen können. In sozialen Dingen marschirt nachgerade auch die Schweiz im Tempo der Schneckenpost. Einen sozialpolitischen Anstrich hatte daS ohne eine Volks- abstimmurg in kraft getretene neue Besoldungsgesetz, da es nauienllich für die unteren Beamten die Minimal- und Maximalanlätze erhöhte. Die Besoldungserhöhnngen sind anch raschdurchgeführt ivorde», aber nun kommen aus den Reihen der untere» Beamten bittere Alagen über Enttäuschungen, während die höheren Beamten zufriedener sein solle». Sind die Klagen berechtigt, so würde» sie anfs neue be» weise», daß der soziale Tropfen, mit dem die schweizerische Bundes- regierung gesalbt ist, nicht genügt und es würde die Forderung der Sozialisten und Demokraten aus Volksivahl des Bnndesrathcs und Reorganisation der Bundesverwaltung neue Nahrung erhalte». Bor drei Jahren schloß das Jahr 1894 mit der Beendigung der geradezu auf die Zerstörung des Bundes abgesehene» Kampagne. aus der Bundeskasse alljährlich 2 Fr. per Einivohner zu gllnste» der kantonalen Staatskassen z» eskamotiren. Man bezeichnete diese Finanzkampagne zutreffend als einen Beutezug nnd nun stehe» wir abermals vor einem solchen. der aber ein politischer Beutezug ist. Di« Motion Hochstraßer auf Gleichstellung der Ausländer mit dem Vieh, das in der schweizerischen Politik auch nicht zählt und Regelung der Vertreluiig der Kantone im Nationalrath nnr»ach der schweizerischen Wohnbevölkerung, ist ei» so brntaler Faustschlag gegen die Städte, gegen die Industrie und gegen die Sozialdemokratie, daß ina» die Aufregung darüber in weiten Kreisen sehr wohl begreift. Ein politischer Beutezug ist diese Motion insofern, als sie den doininirenden Einfluß der ländlichen Bevölkerung zu stärken und auf lange Zeit hinaus zu sichern, den Einfluß der Städte» und Jndustriegegenden dagegen zu schwäche» geeignet ist. Es ist der Kampf des Landes gegen die Stadt, der Landivirthschaft gegen die Industrie. Nun, letztere, die Stadt- nnd Jndnstriebevölkernng, wird die Antwort nicht schuldig bleiben. Die Presse droht bereits, die Abschaffung des Ständerathes zu fordern. So schweres Unrecht die Motion Hochstraßer gegen die andere Seile verüben will, den Gang der Entivickelnng der Dinge vermöchte sie, wenn durchgeführt, doch nicht anfznhalten. Der politische»nd soziale Forlschritt ist bisher auch in der Schweiz in jedem Fall« das Ergebniß von heftigsten Kämpfen zwischen der allen nnd neuen Weltanschauung geivesen und nicht anders würde es in der Znklinft sein anch ohne die Motion Hochstraßer; diese kann nur eine Ver- schärfung und Verbitterung der Kämpfe zur Folge haben, woraus gerade neue Kräfte für den Fortschritt gewonnen iverden können. Daß daS Alte trotz aller Bollwerke abbröckelt, zeigt der überaus erfreuliche und siegreiche Vormarsch der schweizerischen Sozialdemokratie. Riefen die mehr als 19 999 Etimnie», welche Ende 1896 Greulich im dritten Wahlgang für den National- rath erhielt, im ganze» Lande Staunen nnd Berivnndernng hervor. weil sie die ungeahnte Stärke der Züricher Sozialdemokratie offenbarten, so stieg daS Erstaunen noch, als im März 1394 bei einer Ersatz- wähl in die Züricher Regierung der s o z i a l d e m o k r a- tisch« Kandidat über 15 099 Stimme» erhielt nnd im zweiien Wahlgange durch die Beihilfe der Demokraten mit 35 909 Stimmen gegen den liberale» Geldsackskandidaten geivählt wurde. Genosse Ernst von Winterlhnr ist der erste sozialdemokratische Minister ge> worden. Gegen Ende des Jahres folgte Genf dem rotben Zürich nnd wählte Genossen T h i e b a n d, den zweiten sozialdemo- ikratischen Minister. Diese zwei Erfolg, allein bezeugen den erfreu» ') Wegen deS großen Stoffandranges leider verspätet. Red. d.„Vorm.- lichste» Vormarsch der sozialdemokratischen Partei, die in der denio- kralischen Schweiz so gut wie anderwärts die größte» Hindernisse zu nberivinde» hat. Dalleben haben unsere Genossen noch bei zahlreichen Gemeinde- und Kantonswahlen delnerkens- iverthe E»solge errungen. In der Stadt St. Gallen wurde der erste sozialdemokratische Arbeiter in den Kantonsrath ge> wählt; in Z strich wurden einige neue Sitze im Ka»to»s>alh erobert, desgleichen in der Stadtvertreiung nnd in anderen Behörde». Im Kanton Aargau, in Basel, in Bern, im Waadtland K. machten die Sozialdemokraten bei Wahlen mehr oder weniger erhebliche Fortschritte, insbesondere gestalteten sich aber die Gemcindeivahlen im Kanton Wandt zu einem»Vahren Siegesznge der Sozialdemo- kratie. In Gemeinden,»vo seit langen Zeiten die Konservativen allein und allmächtig schalteten und»vatiele», ist ihr Geldsacks- Regiment zerschmeilert worden und traten an ihre Stelle die Sozialisten und Radikale». In der Kantonshanplstadt Lausanne zogen 39 Sozialdemokraten in das Stadthaus ein, in der berühmten nnd reizenden Fremdcnstadt Montreux 44 nnd alle anderen größeren Gcineinivesen schickten mehr oder»veniger sozial- demokratische Vertreter in den Gemeinderath. Zu de» sozial- deinokralischen Minister» in Zürich und Genf, zu den» sozial- d e in ok ratische» Stadlpsarrer in Zürich gesellten die Ge- nossen in Payniam den ersten sozialdemokratischen Bürger in eiste r. In Bern, der Residenzstadt der schiveizerischen Eidgenossenschast, sind die Sozialdeinokralcn auf den» besten Wege, das Stadtdans zu erober». Jede neue Wahl bringt ihnen neue» Gcivinu und den alten Parteien neue Verluste. Selbst gegnerische Blätter gestehen resignirl zu, daß es nur noch eine Frage der Zeit ilnd zivar der nächsten Zeit sein werde, daß den Arbeitern der Bundesstadt das Gemeinderegiment zufallen werde. Von der Stärkung der sozialdemokratischen Partei und von der daherigen Zunahme ihres Einflusses in den und nuf die Behörden hängt auch der F o r t s ch r i t t der kantonalen n n d k o in- in n n a l e n S o z i a l p o l i t i k ab. Im Jahre>897 herrschte aiif diesem Gebiete ziemliche Unfruchtbarkeit und theilweiier Rückschritt Ein solcher war z. B. die Anfhebuiig der kommunalen 'Arbeitslose»»Versicherung der Stadt St. Gallen. Diese Aiifhebnng war auch die Bankerolterklärung der an allen Schützen- und Sängerfesten aufgefrischten Devise des Schweizer- Volkes:„Einer für Alle, Alle für Einen".— In der S t a d t Zürich soll die Arbeitslosen-Versicherung trotz des St. Gallener Vorganges eingeführt werden, allein die kleinen Unternehmer machen dagegen derartige Opposition, daß die Ausführung des Piojektes schwere Kämpse kosten wird und seine Verwirklichung noch durchaus nicht sicher ist. Ermähnen wir noch das A a r g a u e r Gesetz betreffend obligatorische Mobiliarversichernng, das in der Volksabstimmung angenoinmen wurde, nnd das Züricher Gesetz über denselben Gegenstand, das aber noch der Volksabstimmung unterliegt, so ist wohl das wichtigste von diesem Gebiete verzeichnet. Die wirthfchaftliche Prosperität dauerte im ab- gelaufenen Jahre in der Schweiz ebenso»»»geschwächt fort, wie in Deutschland. Fast alle Industrien wie auch die Baugewerbe waren gut beschäftigt, insbesondere die Uhren-, Maschinen-, Stickerei-, Eeidenband'Jndustiie zc. Damit stimmt überein nicht blos die ver- minderte Arbeitslosigkeit, sondern auch die Mehreinnahme von l1/« Miillionen(42 669 109 Fr. gegen 41161114 Fr.) an Zöllen in den ersten 1t Monaten nnd die weitere Verminderung derAuswanderer von 3l72 auf 2593 i» der gleichen Periode; ferner die Neugründnng von Aktiengesellschaften, die Erhöhung des Aktien- kapitals bestehender Gescllschasten, die Erweiterung von Fabrik- anlagen, die höheren Dividenden zc. Trotz der guten Geschäftslage war nicht zu vernehmen, daß in irgend einem Geschäfte freiwillig den Arbeitern Lohnerhöhungen, Arbeitszeilverkürzungen oder andere Verbesserungen der Arbeiterverbältnisse bewilligt worden wären. Dagegen stießen die bezüglichen Bestrebungen der organisirten Arbeiter in allen Fällen bei den Unternehmern ans den heftigsten Widerstand. Von den sozialen Kämpfen war der größte und vo» internationaler Bedeutung der zweitägige Streik der 5099 Angestellten der Nordost bahn, wodurch selbst die inillionenreichen Aktionäre mürbe gemacht und nachgiebig gestimmt wurden. Die Eisenbahner zeigten damit, was gute Organisation nnd Solidarität zu erringen vermögen. Größere Streiks waren ferner die der Textilarbeiterinnen in Bnrgdorf, der Buchdrucker und Maurer in Luzern, der Buchbinder in Bern und der Metallarbeiter in Freibnrg; daneben gab es noch eine Anzahl kleinerer Lohn->i"d Streik- bewegunge». Leider erzielten die kämpsenden Arbeiter».cht immer den gewünschten Erfolg; ihre Niederlagen waren zahlreicher als ihre Siege. In allen Fällen waren die von auswärts herangezogenen Streikbrecher die Ursache davon, daß die Arbeiter nicht siegten. Italien, Oesterreich nnd Deutschland theilen sich in die Ehre, de» schweizerischen Ausbeutern die Streikbrecher zu liefern. Da aniier- dem die Unternchmerorganisationen immer weitere Fortschiitte machen, so wird es für die schiveizerischen Arbeiier immer schwieriger werden, Verbesserungen der Arbeitsverhältnisse zu erkämpfen. Wohl scheinen die gewerkschaftliche» Vereinigungen der Arbeiter Fortschritte gemacht zu haben, allein die große Masse der Arbeiter steht denselben noch immer kern. Ein gut rcdigirtes Geiuerkschaftsdlatt, dessen Herausgabe geplant ist, daS keinerlei persönlichen Interessen dient, sondern in zweckmäßiger Weise die Fülle nnbeachtelen Materials aller Art verwerihet und die Arbeiter über den Interessengegensatz vo» Kapital nnd Arbeit aufklärt, müßte zur Förderung der Gewerkschafts- bewegnng viel beitragen können. Die vorzügliche Kraft des Genossen Brandt in St. Gallen giebt die Garantie, daß auch das projektirte neue Züricher sozialdemokratische Tageblatt kein Tninmel- platz für periönliche Liebhabereien, sondern ein tüchtiges Organ zur Förderung der Arbeiterinteressen werden wird. So kann man mit den besten Hoffnungen daS Jahr 1898 antreten und einen weiteren Anfschwung der sozialdeinokratischen Arbeiterbewegung in der Schweiz von ihm erwarten. Möchten nur auch die Zwistigkeiten und Reibereien eü Ende nehmen und überall, in allen Kreisen der Partei Einheitlichkeit»nd Solidarität an ihre Stelle treten. Dann wird es für jeden und für alle eine Lust sein, weiter zu kämpsen nnd Forlschritt« zu machen. Vevsnttttnluttlgen. Gencralversautinlung dcS Deutschen Hokzarbeiter-Vcr- bandes, abgehalten am 25. Januar 1893 bei Keller, Koppenstraße. Der Kassenbericht vom 4. Quartal 1697 stellt sich ivie folgt: U n t e r st ü tz u n g s k a s s e: Einnahme 237,75 M. Ausgabe 75—„ Bestand 162,75 M. Stiftungsfest: Einnahme 451,— M. Ausgabe 322,—„ Ueberfchuß 129,— M. Hauptkaffe: Einnahme 15758 67 M. Ausgabe 13 809 56 ,. Bestand 1 949.11 M. Lokalkasfe: Einnahme 27 209.21 M. Ausgabe 4 652.77„ Bestand 22 547.44 M. Dein Kassirer Miele wurde auf Antrag der Revisoren Decharge ertheilt. Nach dem Vorstandsbericht fanden im letzten Vierteljahre statt: 1 Generalversammlung, 3 Zentruni-Vertrauens- mäniier-Versammlunge» nnd 12 Vorstandssitznngen, darunter eine mit der Gesamnitkominission. Rechtsschutz erhielten 8 Kollegen. Det Verband zählt hier am Orte jetzt 6452 Mitglieder. Die Werkstatt- Kontrollkommission besteht ans 152 Mitgliedern; es fanden statt 72 geschäftliche und 182 allgemeine Sitzungen, wozu 592 Werkstellen geladen, erschienen sind 291 Werkstelle», wo 4282 Kollegen be- schästigt sind, 2531 Kollegen waren aber nnr der Einladung gefolgt; die anderen hielten es nicht der Mühe werth, zu erscheinen. Die Branchen belheiliglen sich wie folgt an den Einladungen: Drechsler 39 Sitzungen mit 151 Werkstellen Parkettbodenlcger 5„» 3» Modell- und Fabriktischler 8„„ 11„ Klavierarbeiter 23„„ 18„ Kamminacher 4„„ 13„ Grund zu den Einladungen war, die Mißstände in den Werk- stellen zu beseitige», wie Lohnabzüge, Ileberstiiudeii, Sountagsarbeit nnd Nichlbelhäligung an der Oiganisation. I m v e r s i o s s e n e n I a h r e hat die Kommission 241 ge- schäflliche nnd 669 Weikstatlsitziingen abgehalten, wozu 2437 Werk- stätlen geladen wurden, es erschienen 1303 Werkstätten, wo 17 943 Kollegen beschäftigt nnd 5464 organisirt sind. Einzelne Werkstätten mußten mehrere Mal geladen werden, weil sie ihr gegebenes Ver- sprechen(keine tleberstniide» mehr zu machen) nicht hielten. Ans dem Arbeitsnachweis liefen 603 Adressen ein, denen ein 'Angebot von 1915 eingeschriebenen Arbeitslosen gegenüberstand. I» 13 Fällen mußte der Arbeitsvermitller bei ausbrechenden Diffe- renzen bei den Meistern vermittelnd eingreifen. Zum 1. Bevoll- inächtigten wurde Kollege Glocke wiedergewählt, ferner zum Schriftführcr Nissen, zum Kassirer Miele, als Ersatz- inänner Wolf und P l a s s e nnd als Revisor P o st. Ans- geschlossen aus dein Verband wurden 3 Mitglieder. Die Biblio- !hek zählte am Ende des Jahres 6l9 Bände. Die Handlungsweise der Mnsilinstrniiienlen-Ai beiter wurde abfällig kritisirt. Mit dem Hinweis aus den zu Ostern stattfindenden Verbandstag, wozu in nächster Zeil Stellung genominen werde» muß, erfolgte Schluß der gnlbesuchlen Versammlung. Zeutralverein der Bildhauer Deutschlands. Am 18 d. M. hielt die hiesige Verivaltiingsstelle ihre ordenilichs Generalversamm- luug ab. Nachdem einige geschäftliche Punkte erledigt, folgt zunächst der Nechenschaslsbericht der Zentralkasse für Berlin vom Jahre � 1897. In diesem balanziren die Einnahmen und Aus» gaben mit 21 834,61 Ästark. Unter Einnahmen enlsallen auf Eintrittsgelder und Beilräge 13 957 M. Verausgabt wurden an Unterstützung bei Streiks 435 M., Unterstützung bei Arbeitslosigkeit 12 362 M., Reiseunterstütziing 983,59 M., Kraurcnmiterstützung 1661 M., für Rechtsschutz 58,83 M. Die Lokalkasse halte an Einnahme» 6089.53 M. Diesen stehen Ausgaben von 5619,44 M. gegenüber. Es wurden ausgegeben: Per Unterstützung nN Kollegen 815,64 M.. an Geweikschasten 439 M.,'Agitation 113 M., Versandt der Zeitung 522,29 M. Nachdem ans 'Antrag der Revisoren dem Kassirer sowohl als auch dem Verwalter von seilen der Versammlung Decharge ertheilt und die Berichte des Vorstandes sonne der Kommissionen gegeben sind, erfolgt Neuwahl des Vorstandes und erzielte diese folgendes Resultat: 1. Vorsitzender: Kollege Zabel, 2. Vorsitzender: G a l l a s ch. 1. Schi istführer: S ch in e y, 2. Schriftsührer: Diederichsen, Kassirer: Traulvetter, Beisitzer:'Abel, A n g e n f e I d t. Zun, Verivalter wird Kollege Metze r wieder- gewählt und treten an die Stelle zweier aus dein Amte scheidender Revisoren die Kollege» Nelle und Stötzer. Nachdem dann noch Ersatzwahl zur Vergnügungskominission»lud Wiederwahl der anderen Kommissionen stattgefunden, erfolgte Schluß. Ter Verband der in Bnchbindercic» zc. beschäftigte» Arbeiter nnd Arbeiterinneu hielt am 24. Jannar seine ordentliche Generalversamnitung ab. Vor Eintritt in die Tagesordnung ehrte die Versanin.liing durch Erheben von de» Plätzen das Andenken an den verstorbenen Kollegen Christian Theuerkauf. Hieraus giebt Brückner de» Geschäftsbericht vom vierte» Quartal; nach diesem fanden süns Mitgliedschaflsversaininlungen, in denen vier Vorträge gehalten wurden, soivie eine ordentliche Generalversainmliing statt. Der Vorstand erledigte seine Geschäsle in zehn Vorstandssitziingen. Ii» ganzen wurden im Jahre 1897 19 Milgliedschaslsversannulunge». vier ordentliche, zwei außerordentliche Generalversammlungen, sowie 46 Vorsiandssitznngc» abgehallen. Der Mitgliederbestand betrug am Schluß des III. Quartals 1132 inäunl., 627 weibl. Mitglieder, am Schluß des IV. Quartals 1426 niännl., 797 weibl. Mitglieder; ge- striche» wurde» 168 niännl., 118 weibl. Mitglieder, niilhi» bleibt an, Schluß des IV. Quartals ein Mitgliederbestand von znsaunnen 1937 Miigliedern. Seysfarth giebt den Kassenbericht. Die'Ab- rechnung für die Zenirnlkasse weist eine Einnahme von 6393,45 M., eine Ausgabe vo» 1880,l1 M. auf; an den Zentralvorstand werden somit 4518,34 M. gesandt. Die Abrechnung für die Lokalkasse er- giebt«ine Einnalnne von 1511.33 M., eine'Ausgabe vo» 1185,92 M. Der Bestand vom III. Quartal betrug 1546,64 M., uiilhin bleibt am Schluß des IV. Quartals ein Lokalkasjenbestand von 1872,05 M. Ans Antrag der Revisoren wird dein Kassirer Decharge ertheilt. B e r g>» a»» erstattet den Arbeitsnachweis- bericht vom IV. Quartal wie folgt: Als arbeitslos meldeten sich 389 männliche und 311 weibliche Mitglieder; 38 bezw. 3 wurden außerdem vorn III. Quartal als arbeitslos nbernoninien. Verlaugt wurde» 263 männliche und 331 iveibliche Persviien; eingestellt wurden 149 beziv. 176; aushilisweise Beschäftigung sanden 378 Männer und 7 Frauen. P. Hofsniann giebt den Bericht der Bibliotheks-Kommission. Einer Einnahme von 49,25 M. steht eine'Alisgabe von 37,30 M. gegenüber. Der Bücherbestand betrug am Schluß des 4 Quartals 539 Bände, nnd wurde in diesem Quartal iusgesamint 1912 mal benutzt. Die Bibliotbekskominission wird gleichialls entlastet. Die Neuwahl der Orteverivallung ergiebl folgendes Resultat: 1. Vorsitzender Brückner, 2. Vo>sitzender Prietzel, 1. Kassirer Setzffarth, I.Schrift- führer Z e l l in e r, 2. Schriftführer Frl. K e t t e n b a ch, als Bei- sitzer werden Kloppe. Bacr. Pseiser, Weg» er, Frl. M e n d o w geivählt. Zu Htlsskassireru werde» die Kall. R. M e i e r, I. Krause, H. L e» ch e r, Schmitts. Nähr, Linde- mann. Schmidt. Albert, W i s s i n g, Thomas. Glannerl, Wegner, Gut mann und Fräulein Köppen gewählt. Die Bibliothekskonnuission wird von P. Hoffmann. S i e d e r und Fräulein M e n d o w gebildet. Unter Verbandsangelegenheiten wird beschlossen, der Bibliothekskoinmission 59 M. zwecks Erweiterung der Bibliothek zu überiveisen. Der allgemeine Arbeiter- und Arbciterinnen-Vercin hat, wie in der letzte» General- Versanunlung berichtet wurde, im ver- gangene» Jahre 19 Bersannnlnngen und 17 Vorstandssitznngen ab- gehalten. Ii» 4. Quartal 1897 war inkl. des Bestandes vorn dritten Quartal eine Einnahme von 179,95 M. zu verzeichnen, der eine Ausgabe von 116,29 M. gegenübersteht. In den Vorstand wurden gewählt: V i e ck, zum Vorsitzenden, Frau Keller und Fräulein Trode als Schriftsührer, Arndt und Bodien als Kassirer. Zu Revisoren wurde» Batsch. Ka stan nnd Enden, zur Rechts- schntz-Kounnissto» Ende, Zegula, Krüger und Witsch er geivählt., Zi>- SIId»»a«mi»I«. Jiiseltir. 10, v. i Zt. Unterrichtskurse: in Mebe-Uedung nieder de» Ausbau der Rede. Besprechung volkSwtrthschast- icher und anderer Srundsrage») Montags. Dr. Conrad Schmidt; In Nationalökonomie(Die wirihichaslliche Eniwickeliing; Oroßbeirieb»nd Handwerk; tkartetiwesen. AibeitSmarki und ArdeiiSnachweiS; die Ausgaben der Sewerkschaste») MilNvochS, Schrtslfieller Richard Calw er; in Äeschichie(Hellas»Nd Romj flreiiag«. Dr. A. Berthold.— Die Bibliothek ist an diesen Abeuden von 8—9 Uhr geössnet.— MitgliedSbeiirag monailich 26 Pf., Kursus(10 Abende) i M pro Fach. Theilnehmer werden aufgenommen i» der Schule und in folgenden Steilen: Goilfr. Schulz, Admiral- sirabe toa; Reul, Barntmstr. ja; Schiller, Rosenlhalernr. 67; Aleinert, Muller» strafte 70, tt. in den Sonnlags Versammlungen. Bmflhendcr: Paul Mücke lt., SO. Manlenffelsir. las; Kassirer; H. Königs, S. Tieffenbachstr. 30. Hnmnriter Kn, sus siir Arbeiter«nd Arbeiterin»-». Montag, den 31. Januar, abends sjs Uhr, in Cohn's Festsälen, Bculhstr. 20: Vortrag des Herrn Dr. Frledeberg über:„Acfahrdrohende KrankheilLzuslünde". Nachher prakitsche Uedungen. Silbungoverein„Mehr Sicht". Die Bibliothek be» Vereins ist den Mit- gliedern an jedem Sonnlag nach Schluß der Versammlung im BereinSlOkal Aleranderstr. 37 c, zugangig und wird um rege Betheiligung derselben gebeten «t-iiE dcil Julialt i>cr Juscratc »bcruiunut die Mrdakliau drui Piiblikuui gkgeuiwcr kciucrlti _ 3>ct'intni>urliiit(i. ■■■■■■BBBnraaBnHBi ISLfttnUv. Sonntag, beu 30, Januar, Freie Polksliiihue(Lesfiug-Thcater) 3, Abtheilnng, Barchel Turas«. Anfang 2�/4 Uhr, Montag Abend» Uhr in Ketto's Festsalen! Bortrag des Herrn Dr, Meyer i Die Reife nach Spitzbergen. OPeruhanS. Zar und Zimnieruiann, Anfang 7l/- Uhr. Montag: Margarethe. Tchanfpielhaus. Cvriolan. Anfang 7-/- Uhr. Montag: Der Burggraf. Deuifchrs. Johannes. Auf."U/z Uhr. Nachin. 2i/z Uhr: Daö Käthchen von HeUdronu. Lcsfiug. Jiu weihen Nöh'l. Anfang 7V- Uhr. Montag:'Dieselbe Vorstellung. Berliner. In Behandlung. Ansang 7'/- Uhr. Nachm. 2V2 Uhr: Romeo und Julia. Montag: Der Pfarrer von Kirch selb. viesidenz. Sein Trick. Anfang 7'/- Uhr. Nachm. 3 Uhr: Dorina. Montag: Sein Trick, öieiies. Die Schildkröte. Anfang 7»/, Uhr. Nachm. 3 Uhr: Trilby,. Montag: Die Schildlrvte, Oiiend. Preeivfa, Ansang 71/2 Uhr Nachm. 3 Uhr: Berlin, wie eS weint und lacht. Montag: Am Altar. Woethe. Berliner Spezialitäten Anfang 7>/, Uhr. Miltags 12 Uhr: Matinee. Nachm. 3 Uhr: Die Journalisten. Montag: Berliner Spezialitäten, Schiller. Kyrih- Phritz, Anfang 3 Uhr. Nachm. 3 Uhr: Kabale und Liebe, Montag: Der Tngendwächter. Das Aerfprechen hinterm Heerd, Hilter- den Linden. Die Göttin der Bemunft. Ansang 7i/, Uhr, Rachm. 3 Uhr: Der Bettelstndent, Montag: Die Göttin der Vernunft, Thalia. NinettenS Hochzeit. Ansang 7'/- Uhr, Montag: Dieselbe Borstellung. Central. Die Tugendfalle, Anfang 7'/, Uhr. Montag: Dieselbe Borstestung. Luisen. Triibh. Ansang 3 Uhr. Nachm. 3 Uhr: Die Räuber. Montag: Im vierten Stock! Monsieni! Herkules! Sanntags- jäger oder Berplefft! Friedrich. tivilhelmst.idllsch.-s. Die kleinen Vagabunden. Anfang 3 Uhr. Nachm. 3 Uhr: Der Trompeter von SäNingen. Montag: Die kleinen Vagabonden, Belle-Zlllianee. Lenore. Anfang 8 Uhr. Nachmittag: Der Bräutigam anf Probe. Montag: Im Dienst. tzllrxanderplah. Die Versiihreri». Ansang 3 Uhr. Nachm. 4 Uhr: Knecht Ruprecht. Montag: Die Verführerin. lirania. Tanbriisirasje 48-4V. Natiirknudl. AnSsteklnug v. lv Uhr vorniittngS ab. AbrndS 3 Uhr Wisteuschaftl. Theaier. Snvalidenstrafj« 5T/0«. Täglich (außer SvinNagS und Mittwochs) abends 3 Uhr: Wiffenfchastiiche Vorträge. American. Speziallinten. Anfang 7 Vi Uhr. Apollo. Spezialiiälr», Anf.7>/»Uhr. Feen-Palast. Spezialitäten. Passage, PanopiikNi». Wiener Tanz- und Opereiten-Gesellschast. MeichShnllon. Spezialitäten. An- sang 7l/, Uhr. (Wallner-Thcaier). Sonntag, nachm. 3 Uhr: 2. Vorstellung im 2. Schiller-Zhklns: Kabale lind Liebe.— Abends 8 Uhr: Kyrih-Phrih. Montag, abends 8 Uhr: Der Tnaciid- Wächter. Das Berfpreche» hinteri» Herd. Dienstag, abends 8 Uhr: Der Xngciidwächter. Daö Ber- fprccheii hinterm Herd. Osiend-Thenter. Gr. Franlsnrlerstr. 132. Dir,(k.Wcih, Sonntag Nachmittag, kleine Preise: Mlin, Wie es miilt il. lacht. Ferdinand: Carl Weist, Abends 7Vz Uhr: Precios». Schauspiel in 4 Akten von P, A, Wolfs, , Mnsik. von Karl Maria von Weber, Im Tunnel vor iiid nach dcr Vor- stellnng: Frei-Kvnzert, Montag: Am Altar. Dienstag, zun: 30, Male: Berlin, lote es weint und lacht. Mittwoch: Pre- ciofa. Domierstag: Die Waise anö Lvwood. Freitag: Der Ber- fchwciidcr. Sonnabend: Am Altar. — I» Vorbereitung: Unter der Polarsoiiiic. Central-Hieatei' Alle Jakobslr. 30. Direklio» Iticlinnl ScImiKz. Sonntag, den 30. Januar 1808; £111 II Tlioinns n. G. Zill» 9. Male: Die Tttgendfalle. Burleske Posse mtt Gesang und Tanz mit vennijnng eines franz, Sujets von Jnl. Freund und W, Mannstädt, Musik von Jnl, Einödshofer. Ansang Vidi Uhr. Morgen und die solgenden Tage: Die Tttgeudfalle. Iiui8kll-?Ilviiter 34. Reichrnbergerstrasje 34. Nachmittag 3 Uhr: BoltS'Bvrstellniig. Regie 3.?ltr>«: Div Viiubev. Trauerspiel in 5 Auszüge» von Fr. von Schmer. AbendS 8 Uhr: TlUViz. Schauspiel in 5 Akten nach dem gleich- immifleu Roma» von®. du Maurie,, frei bearbeitet von Richard Mark. Trilby.. Aima Müller-Vincke. Montag: Zum I, Male: Im vierte» Stock(Novität). Monsieur HerlnleS. Sonntagsjäger oder Per- plafft. BiiletS ä 60 Pf. zu der Sonntag Nachmittag-Vorstestniig in den be- kainiten Verkaufsstellen. Volk«- VI»«aU«,' im AVeltllctttaiii-nnt 07. Drcödener-Strahe 07. Novität! Novitätl Circu-sblttk. Operetten- BnrleSle von G. Fischer- Ohman». Musik von R. Banmgart. Neu! Vorher: Ne»I Tveffcv. Schwank von Benno Jaeovson. Im vorderen Saale: ty'olei' Sänger Alois Ebner. Allkilllst' S«»nlagS 6 Uhr. 2UI|(lll!j. Wochentags?>/, llhr. lllMpia -Kiesen- Ibeater.! (Ciions Heng.) Kavlnti-nsse. Heute, Söiuitaff; S VpV- «lollimixo». iNaohmjttftg 4 Uhr. Abends 8 Uhr. ISoluissy KU-nlty'a Konstantinopel. Grösstoa, niaohlvoUgtcä und mächtiggles ßohanstüok der Gegenwart. TOO Aufführ. ip I.onden, IUOU Mitwirkende. l. Biidi Pas Maifegt in Enfi' fand. 2. BMd; Spanisohei'gtfer- kämpf. 3. niid; Wiener Jnhr- nmrkt- 4. stjld; Biinberüberfall in den rumoliaolien Porgen. Hin» 3, Bild: Per SkiRvenmarkt. 6. Bild: Prunkpalast in Kon- Hlanlinopel, Attentat auf| den Sultan. Ihtthnuptung dös Pllubor- Hauptmanns. Kolossaler Prachtaufing. Wpssersclmuspiol auf dem Hosininiä. Eine wirkliche Piotillü.. Pie Riesen-Balietg, die Pracht der Kostüme und Dekoration»» überragen alles bisher Dagewesene. Wiederholung des Huldlgunge- j aktes am Qeburtstag des Kaisers.| Preise der FlKtso von 50 Pf„ 1,—, l.äO, L,—, S,üO,3,—, 3,50, 4,— und 6,00 M, Anfang 8 Ulli'. Endo 10','; Uhr.[ Maehr'sTheater «,«isivis Sits n»»« 94. Täglich:-WHg Ki» oll KSII! vierte llliiioiialon. liCll! Schwank.. \cu! Der liebe Onkel. Xers k Posse. Sensationell! M Q 1 1 V! Sensationell! Di« beste Excentrie-Chansyiinette 0k,,si»i,g. Wochentags 8 Uhr.. 4»ilfil!>jj. Sonntags 6 Uhr. Prriso der Plätze wie gewöhnlich. Ms! Donnerstag, den 3. Februar: Abschieds-Bencsiz für Fräul. Marg. Böttcher. Dlionter- ri. Unoielnlltilten» Ves'Atellunjx. VietorjA-vrsuei'ei Lützosv-Ktraasc 111/11K. SKT" Morgen sowie jeden Montag und Freitag; Stettiner Sänger (Mehscl, Pieteo, Brittv», Steidl, Ki-one, ilköhl, Schneider und Schröder.) Sliifang 8 Uhr. «ntroe S« Vf.-»S Vorverkauf 40 Pf. Dienstag: Böhmleche» Brauhaue. Alcazar-Tliealer. Dresdencistraste 52/&3(City-Passage) Ainienssrastc 42/13. Direktion: Richard Winkler. Vornehmsier Familie»- Anfrnlhakt. Ne»! Idle Neuk Inntlzxen Aelelelberxer. Ansstattungs-Operette in einem Akt von Poly Hrnrio». Mnflk von Franz von Suppä. Vorher: D»»er Johann. Lustspiel in 1 Akt»ach dem Französischen von Bcye. Auftrete» sämmtlicher Kunst- Spezialitäten. U,,fg„e. Wochentags 8 Uhr. AlllUlltj. Sonntags 6 Uhr. Sntree 30 Pf. Zlefervirt. Platz 00 Pf. Vorziigskarten haben Gtttigkeit. Unsnis Tauben»tr. 48/40. Naturkundliche Ausstellung. Täglich gedffnet von 10 Uhr vormiltaga ab. Eintritt BO Pf. Abends 8 Uhr: — Wlssenschaltliches Theater.— Invalitlenslr. IVo. 57— 68. Täglich nhends 7 Uhr; — Ausstellungs Saal und Vorträge.— Castan's™ Fanopticnm. Fried richstr. 165. IikIImcIi- Ii Iii«In» tu- niaelie (lankler — und~ Schlangen- Itcschwürer. BÄRENWEIB. Passage-Panoptlcum. Im Theatersaal: l>Io 8 lustigen Wienerinnen. Zum Schluss; Flotte Bursche. Koro- Operette yqh Suppd. Apollo-Theater. rrledrlchetr. 218. Dir. J. Olück. Heute 7. Abeurt: Yvette uilbert KasaenerOffnung 0, Anf, T'/a Uhr. Voranaelse! La Loie Füller. Ki,,an0»rt" Sanssouci Koilbnscr Strosse Str. 4a. Dir. H. Picery. Artistischer Leiter Jos. Nschinger. elrosscr Beifall! Der Zigettuer. Gesangsstück in ztoei Bildern von Walter Geride. Neue Spezialitäten. Sonntags Anfang des Lonzerts b Uhr, der Borstellung C Uhr. Cfrvolf c*2 lOntrec 50 l'f. Wochentags Anfang des Konzerw 7 Uhr, der Borstellmig 8 Uhr. M?" 4!»tcoe SO IT. Passe partouts gelten. Borstcltmigeii Sonntag, Dienst. g und Donnerstag. Reiclislialtvii- Thcatcv, Leipaifierstrasse 77, Heute Sonntag: Anfang des Coneerts 6 Uhr, der Verstellung S/4T Uhr. 34 Specialitäten ernten Kangos. Montag: Anfang TV, Uhr: Ab 1. Febr.; Neue Oebuts! Im Reich»halleii- Tunnel! 1 Täglich grosse MillUr-Concerle | mit hochlnteree«. Programmen. Anfang: Sonntags O isthr, Wochentags 8 Ulir. I 4,»!« I Per zweite grosse I AVIS Iflaskcnball findet 1* am Donnerstag, den 3. Februar er., im Parterre- Saal statt. Billets vorher an der (Kasse und bei LBser u. Wolff. Kaufmann's Variölö Stadtbahnh. Alexanderplatz Pirektion: Anton und Nennt Hcrnifcld. Ein neuer Bomben- Erfolg der Budapester mit der Tragikomödie Familie Kochsalz. Morgen Montag: Letztes Auftreten von William SchUff, Pienstag, den 1. Februar, 10 neue Atractionen und Familie Kochsalz. Louis Keiler s Festsäle Koypenstr. SO WröstteS und schönstes Etablissement 4101L»i der Residenz. Heute, Sonntag: Grosse Soiree der Norddeutschen Sänger Steinmetz, tzahnbleh, Zimmermau». Retsiiig, Stobhe. Sfongcnberg und Ztzrtck. sowie des Neu»» Berliuee.Äonrert- Orchesters unter persönlicher Leitung des Musildireltors Nndvls Xieu. Nachdem:(�VOfjCl* Vilff. Zwei stark besetzte Orchester, Streich- lind Blasmusik. Ansang SV2 Ohr.GrIs..It»«Ia,»«ntvr. L0NVV1'tkAN8 I,vln7.l£«rstr. 1�0,48 Täglich:'Tftfi Hoffmaiiii's ßiiartelt un«st,-. S». Dirckijaii: Wickler 4 Fröbel. 1 Arahtz» Jubel errege» jede» Abend I i Richard Winkler g. Wilhelm Fröbel j In dcr einzig dastchondcn Operriic jWs redkliidkBkrssu! Siürmischcn Artsall erzielen ( OHhni'�t's UUlputaiier Hunde.) Marri!, TchSi'Msrr Frid Frid. Gebrüder Wichmann. ForrSo Hildebrand. Willard. Däh»»nd äOnfhe. it> e b e n d e Photo g«« p h i e Ii.! 1 Ansaug 71/, Unr, Aniintags ü Uhr. 4 Entree 30 Pf. bis J.i-a M. W. Noack's Theater II s u n n e h• fei t r a s s u 10, Heute Sonntag, den 30. Jaunar: Grosser Beifall l Drr Derr Sladtannftltns Nttd feine Kapelle. BollSstiick mit Gesang i» n Akir» von Aiikisel. Mnstk von Conradi. Nach der Bvrstcllnug: 7anrkrSniohen. Montag: Der Herr Stadtmuslkue und seine Kapelle. CJrcus II n seil (Huhiiliur llitrsc). Sonntag, den 30. Jannar 1808! 2 gr. brillsilite Borstelltttlst«. Nachmittags 4 Uhr: (l Kind unter lh Jahre» srei, weitere Kinder zahlen aus alle» Plätzen halbe Preise.) Znm l. Male: Elefant und Pferd, drcss.». vorges. v. Herr» Ferry. Zum 1. Male: Die unger. Czlkospost, anSgef. v, klein. Paul. 8*r». Schild. wach«, bfache Poflfahrichule aer. von Herrn Frn,t. Kinemaiograph(Spst. Hagedorn), sowie sännittliche Klvtvns und Auguste. AbendS 7»/, Uhr: Zavaqoxam Orig- Manägc- Schau stück des TircuH Bnich, entnommen aus dem spanischen Leden. Besonders hcrvorznhebe»: Der Brand des grünen Schiasses mit der Flucht des Dan Casiadvrus und seiner Äcliebten sowie sämmtlichc» Pferden. Eine spanikche Eikeiiliahn mit em- tretender Katastrophe. Ansterdem die besten Nnmmem dcS RepertoirS, sowie aller neu cngagirte» Küilstleriiiiien und Künstler. Morgen 7V, Uhr: Flite-Xbend. ISIzfsirnri Landsberger illee 40141. Jede» feionntag: Orosser Ball. Tanzmusik auSgef, a, Berufsmustkern. Säke(1000 Persoiie») zur Abhaltung von Festlichkeiten u. Bersammlnnge». ktotir! Der erste Ostcrfeicrtag ist am Vormittag z. Matinee zu pergeben. Gurt Etscrniann. Geseliscliuftsh.uis Swittcmii»derstr.4S(alte Nr. 35) jeden Sonntag: Ball ll. Theater-BoMllilg. Empfehle meine Säle(2ö0 u. 700 Personen fassend) sowie Vcreiiiszimiuer zu Festlichkeiten n»d Versammlungen 400SL» dßOhnvr. freie Volksdithllö. Hl. Abthellnng. Heute Nachmittag 23/1 Uhr Vorstellung im Leasing-Theater: ,, Härtel Turaser". Montag, den 31. Jannar, abends pnnkt 8 Uhr, in Kcller's Festsblen, Koppenstrasse 29, Vortrag des Herrn I>r. Jlcyer von der Urania: IMe Reise nach S|)lfxhergen mit zirka 160 Projektionsbildern. Entree SO Pf. Billets im Theater bei den Ordnern und beim Kassirer und in den Zahlstellen Zubeil, Hoffmann, Beyer, 0. Sehulz u. Rothe und an der Kasse. iHltglieder»ur V. Abtlieilnng kunnen sieb hol baldiger Meldung noch In allen Zublstellen einschreiben lassen. Vorstellung für die IV. Abtheilung: Sonntag, den 6. Februar: „Härtel Turaser". Der Vorstand I. A.: G. Win hl er. Achtung:"MLs WM" Nchtung! i.k8k-u.lii8lio IZviinor Nor Zlarlwovor'IaKv«InN xa dieser Vei'saiiiinlnng hiermit eingelw.len.___ ZimBnerer! Dieilstllg, den 1. Wrilllr, alienils 8 Uhr, in Ftstsiilen, Benthsir. 20: Oeffentlicho Uersammlung. Tages-Ordnung: 1. Wie gedenken die Nerliner Ziinnierer in diesen« Jahre den Kampf gegen dielenige» ttnternchmer zu fübre». weiche«och nicht den Gtundenloh» van KV Pf. zahle», und welche Wirkung hat der Beschluft der Zahlstelle des Verbandes ans unsere Lohnbewegung? 2. Verschiedeues. 266/3 ___ Die Sohnkoinmission. I. A.: Vlieed«? �isehei'. Aliitiing! KMaunon. Arliiliiig! Mittwoch, de» N. Februar IttvS, abends S Nhr. in dem Lokal von Ileiler, Koppenstrafte Str. LS: Große öffentliche Versaniinliing der Mnnvou Vovltns nltd Tttng. Tages-Ordnnu«: Bericht der Lohilkoiinuission über ihre Thätigkeit in der Zm vom 2. Anglist 1637 bis 1. Januar 1898 inkl. vdrechuuug des Kasfirers, und Steuwahl der Lohnkoimnisfion. 131/6 Die Wichtigkeit der Tagesordnung macht es jedem Maurer zur Pflicht, an dieser Versammlung theilzunehme». Dt» Abrechnung liegt gedruckt vor und wird unentgeltlich an die Kollege» verabfolgt. wo Lohnkommfcaioii.' Achtung! Achtung Deutscher Holzarbeiter-Verband. _(Zahlstelle Nixdorf.) Mittwoch, de»« Februar. abcndS« lthx, i,„»Deutsche» Wirths- Haus-(»seiner, oberer Taal», Pergstrafte»it7: Außerordentliche Mitglieder-Nersamminttg. T a g c s- O r d n u n g: 1. Etatutenberathung und Anträge zum Verbandstag. 2. Wahl eines Wahlkomitees und Ausstellung eines Dclegirlen. 3. Aerbandsangelegenheiten Und BerschjedeilSs, 77/2 Die Mitglieds» werden ersucht, zu dieser Versammlung recht zahlreich zu erscheine». Die Lokalvertvaltnng. Zugleich wird de» Werfstatt-Vertrauensmännern bekannt gegeben, daß die iigchste Verlrgueusmäuiier-Bersg>i»nlung am 22. Februar, abends 8 Uhr, im liokal» des Herrn H o s s m a n», Prinz Handjerg- und Lessiiigstraben- Ecke, stattfindet. veulselter«olisi'beltel'-Verbsnll(Mistelle Berlin) Hranohe Piirketliodenloirer. Moutag, de» ZI. Januar, abends 8VaUUr, bei Zubeil, Lindenstr. 10K: Lltzung der Vierl(statt-llontrolll(limmlss!on Nilt de» Ve»'tr»»ea»le»ten. TagrS-Ordiiuilg! Der Lohnabzug bei der Firma E. A. Mltfler. Di, Kollegen der Firma E. A. Müller sind dringend eingeladen. 77/3 BildiiliOtttill„Mehr Lidit!" Eonntag, den UP. Januar, abends 7 llhr, Alexanderstraftc 27c Vevsiiiumliiiis: iigi Vortrag des Herrn vr. Vi Tagesordnung! unsere vier Evangelien eine Geschtchtsqnelle?" j'itlkel über: Dlsknsston. tnartt,..., Nachdem:(LcselligeS Beisammenscii, und Tanz.-. Gäste will- kommen.-- Sntree 19 Pf.— Garderobe 10 Pf. 130/4 Acht'"'»! Töpfer 1 Achtung! Dionatae. den I. I'cbrnar, abends 5Vi Uhr, im EaeUschcn«iurten, Zllexanderstr. 27c(atofter Saal): Große öffentliche Berfann»»lung der Töpfer Berlins ititb Umgegend. Tages-Ordnung: 1. Die Tarifvorlage, eventuell wie wollen wir dieselbe zur Geltung bringen? 2. Sonstige gewerkschaftliche Angelegenheiten. 193/2 Zahlreiches Erscheinen»othwendig. Der Vertrauensmann. zeiltlal-Kl'iiilttil- Ii. lasse der TWer it. f. m. Berwaltttiia Itcrlin It. ivlonta«.»1. Jan., abend« 8 Uhlk, im Märstschcn Hqf, Sldmiralstr, 18 c. (oberer Saal) i Mgliedtt-Vtrsiimmliiiig. Tagesordiiung> 1. Abrechnung vom 4. Llnartal 1897. 3. Wahl eines Beitragiammlers. 3.Ver- schiede», Kasfenaugolcgcnhetlen, Mitgliedsbuch legiiimirt. 181/2 Die Ortöverwaltung. ztiltral-Kraiiktil- 11. Lterbe Kasse der Wjler te. Eingcschr. Hilfskaffe Nr. 3 Hamburg (Dertl. Vorwaltnna Berlin O.) Montag, den 31. Januar, abends 8 Uhr, bei Wille, Audreasstr. 26 Mitglitiiet'-Vtrsamiiiliiiig. 1. Kaffenberrcht vom 4. Quartal 1897, 2. Wahl der Bevollmächtigten. 3. Verschiedenes. Um zahlreiches Erscheinen bittet 184/3 Die Ortöverwaltnng. Lnckirer lKliale!V.j Dienstag, den 1. Februar, abends 8>/, Uhr. bei S ch v u i n g. Köpiitcker- strahe 68: VorsnmmlnnA. Tagesordnung: 1. Vortrag des Genossen P. Jahn Über: Der Welthandel deS 19. Jahr- Hunderts. 2. Diskussion. 3. Innere Vereinsangelegenheilen. Um zahlreiches und pünktliches Er- scheinen ersucht 124/3 Der Borstand. Achtung! Achtung! Schichmacher! Sonntag, den 30 Januar, vorm. 11 llhr, im Lokal Königsbank, Gräfte Frankfurterstrafte 1>7: OoffentltalR« Ter,saniiiilui»�. Tagesordnung: 1. Bericht über die Berhandlmig des Einigungs- amtes. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. 171/6 Die Kollegen werde» ersucht, zahlreich und pünktlich zu erscheinen. _ Die Agitatloim-Koininlswion._ mm Sihnhnmchev!— Hontae, den 31. Januar 1898, abends 8 Uhr, im Englische» Garten, Alexanderstr. 27o: Kombinirte Mitglieder-Bersammlnng sämmtlicher Zahlstellen Berlins. TageS-Ordnuna: 1. Slbrechnnng des Bei anoi WWW» gs- Komitees. 2. Abrechnung der AgitatlonS-Konimifston der Provinz Brandenburg und Neuwahl derselben. 3. Etatutenberathung zur General-Bersamnllung. Um zahlreichen Besuch bitten[169/8] Dle Vorstände. taten« itnii BegräbnWsse der Eeisensseder n. Bernfsg. («in«,»iirsk. Xo. 17). Sonntag, den 13. Februar 1838, vorm. 19 Uhr, im Restaurant Wollschläger, Oranienstr. 183: lkeuersI-VersAmmIung. Tagesordnung: I. Jahresbericht. 2. VorstandSwahl. 3. Verschiedenes. Quittnngöbuch legitiinirt. 64b Der Vorstand. Achtnng! Kriliiken-UnttlsitziiiigS- und Begriidnißnerein der Bnn- n. geinerblilljen Hilssarbeitrr verllns. 30/6 Den Mitgliedern zur Nachricht, daß sich unsere Zahlstelle von jetzt ab nicht mehr Wrangelstraste, sondern jeden Sonntag nach dem Ersten beim Ge- noflen Erbe, Ciivrystr. 28, vorm. 0. 10—12 Uhr stattfindet. Der Vorstand. Gr. Pereinszm.kSu. Sonntags frei Simeonstr. 23, Flick. AWng! I MMeis Achtung! Mittwoch, den 2. Februar, abends 8V2 Uhr, in der Tonhalle, Friedrichstr, 112 Grofte vffeutliche fozialdemokratifche Bolks-Versammlnng für Männer«nd Frauen. Tagesordnung: Bottrag des NeichstagS-Abgeordneten Angnnt Bebel. 2. Diskussion. 303/1_ Die Vertranenspersonen. amtungi A. Wahlkreis. Achtum! Uoiintog,»v. Janunr, obendö«v, Nhr. bei Tiubcll, Linde«, tr. 10« Versammliivif)- Tage»-Ordnung: Voktiag des Herw»r. Bath«»»shl über:„Stoffwechsel und Er- uSIvung". Nach dem Vortrage: Gemüthliches Beisaiiimenfein und Tanz. Llyh_ Die Vertraneilöperso» Achtung! Achtung! 4. Wahlkreis Meli). Sonntag, den 30. Januar, abends fi'/e Nhr, in Keller'» Festsäle», Koppenstrafte Nr. 20, Oeffentliche Versammlung. Tagesordnung: 1. Vortrag der Genossin.4nnn IWesch über:„Die Gleichberechtigung der Geschlechter. 2. Diskussion.— Nach deni Vortrag gemüthliches Beisanimenseiii.[2X5/1_ Die Bertraueusperso». ¥1. WahBkreis. »Am Souutag, den Ztt. Januar 1�S8, abends V Uhr, im „KöSliner Hos", KikSIinerstraste 8: Grssseössentl.Keltsnechmmlnng T a g e s- O r d ii u n g: 1. Borirag der Genossin B. Ibrpr über:„Kinderarbeit nud Kinder- erziehnng". 2. Diskussion und Verschiedenes-— Zu recht zahlreichem Besuch ladet ein[213/4] Der Vertrancnsinann, Nach der Versammlung: Oewlltlilldies Baisammensein mit Tanz. SoMldtmokrMcher Wahlverein für den 2» Mriiller Reichstags-Wailikreis. Dienstag, de» 1. Februar, abend» püuktllth H1, im lioknl des Herrn llickcl, Ha�entialde I llhr o.»«»S, Berfammln»g. Tages-Ordnuug: 1. Der Posadpwsky'sche Erlast. Skeferent Reichstags- Slbgeordneter Ge- nosse Bax Schlppol. 8. Diskussiun. 3. Nereinsaugeiegenheiteii. Gäste haben Zutritt._ 1238/3]_ SMaldemltrMcher Wahjverem für den ö. Verliaer Reichstags- Wahlkreis. Mss" Bersammlttttg'WW Dienstag, de» 1. Februar, abend»«'/? Nhr, im Lotale des Hexrn Vlseber, Bensselstrafto 0: T a g« S- O r d ii u n g: 1. Vortrag des Äenosseu Schessler. 2. Diskussion. 3, Vereiiisaugelegeuheiteu. Zahlreiches Erscheinen erwartet 246/6 __ Der vorstand. Aclitiuig'! Aclitimg! Bildhauer aller Branchen. Dlenstoy, den 8. Februar, prlisise 8»/, HJhr abends, im Englischen bin» ten(grosser Saal); Oefffentl. Versammlting. Tages-Ordnung: 1. Die Aera Stuinni-Posadowsky nnd die deutschen Gewerkschaften. Beferont: Keichstags-Abgeordnetor Emamiel Wurm. 2. Piakussion. 8. Bericht und Neuwahl des Vertrauensmannes und des Delegirten zur Berliner Geworksohaftskommission. 4. Verschiedenes. Pio Wichtigkeit der Tages-Ordnung legt allen Kollegen die Verpflichtung auf, zu erscheinen. Der Vertrauensmann: G. Winkler. Verband der Graveure u. Ciseleure Deutschlands (Filiale Kerlin). Dienstag, den 1. Februar, abends 8V2 Nhr, in den Oranienhallen, Oranienstrafte öl: V e r in tit 11t 1 n n g. ageSord iinng: 1. Geschäftliches. 2. Vortrag(Technisches über Gase, speziell über die Luft). Referent: Dr. Wollhein,. 8. Diskussion. 4. Verschiedenes. 74/3 Zahlreichen Besuch erwartet Die Crtsverlvaltuug. MM- Avis! Sonntag, den 13. Februar, im Luphof, Mariannen- User 2: Versammlung mit Damen._ Metallarbeiter! Montag, 31. Ja, mar, abends 8 Uhr, Im großen Saale der Tonhalle, friedrichstr. I1Ä: Große öffentliche Versammlung Tages-Ordnung: 1. Die gegenwärtige Lage der Metallindustrie, die Streik- Bersicherungs- Gesellschaft„Jndiistrin" und der Strelkerlaft des Grafen Posadowsktz. 2. Der Ausstand der englische» Maschinen- bauer«nd unsere weitere» Maftnahmen. 3. Wahl von Revisoren. 4. Ersatzwahl von zwei Delegirten zur Geiverkschastskommission. Zahlreiches Erscheinen ist unbedingt nöthig. 116/4 Der Vertrauensmann der Berliner SNetallarbeiter. __ Otto N a e t h e r. N., Anklamersir. 44. KOnstl Zätinel.SQM llUIIUH.fcUnKU»tu U III. Oraiuen, trabe. Epr. 8-10 und 1—3 Uhr. Mäbel und VolAerwaaren?ranz lulvauer, Tischlermeister,»crlla 8�V.,»INeherstr. Id. UeddlnF-parlk Müllerstrafte Nr. 178. Empfehle meinen Saal mit Bühne, 609 Personen fassend, zu Versammlungen, Hochzeiten nnd nnd. Festlichkeiten.— Jeden Sonntag: Konzert u. Ba * Donnerstag: Tanz-Unterricht. 7 Kegelbabniii, gSilll�impil [rSege?s" FesMle Wafferthorstr. 68[4010L* empf. seinen Saal für Privatfestlich- leiten, Kränzchen, Vereinen rnch zu Versaiinuluiiaen.— Jeden Sonntag, Dienstag». Donnerstag: Gr. Aall. Nosnetlberg's PrkslhlöWm Parkstrasse, lloke llöpnicker Landstr. Haltestelle der elektrischen Bahn von Siemens u. HalSke. .Jeden 8 o n n t a;r: M Grosser Bali utttLeitung d. Ta»ziehiers Fr. Schulze. Entree 15 Pf., dafür Garderobe frei. Sa ffeeküche S ommer u. Winter. 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Kellennann, nur cii© Jakobsti*. 30, AröeiterSKngervnnd Kerlins n Umgegend. MZff- Montag, den 7. Februar, abends 8'!, Uhr,"WG im„KSnigstädtischen Kasino", Alexander- u. Holzmarktstr.-Ecke: Uebungs- Stunde des Sonder Lahors zum 18. Möex. Laut Beschluis de? Ausschusses bat i e d e r Berliner Verein ein Quattett zu stellen.— Noten zu folgenden Liebem st»d mitzubringen: »«ommerfonnenwende*,.Der Menschheit Erwachen*,.Frnhlingsruf* und.Festgesa»«*.- Die Mitglieder der Vereine haben pünktlich avzutteten. Bundes-MitgliedSkatte legitimirt.[16/3] Dvr Vorstand, Großer öffentlicher Vortrag für Damen nnd Herren im Dellverein Kube in Doahlt (Berlin XW.) Ahrends'sche llrancrel, Thnrinstraftc Nr, 26, Ecke Stromstrabe. Mlonkttg» de»r'dl. Fnnnnr 1898, abends 8«/, Uhr spricht s29b Fräulein AI. I�.«b©, Naturheilkttttdige über Itli©iin»filisziim8 und Erlebt. Fort mit der Schulmedtzin bei der Behandlung dieser Krankheiten 1 Um zahlreichen Besuch wird gebeten. Der Vorstund. Geschäftsstelle des Hcilvereins Kube: Berlinerstr. 126, III. Deendignng her Inventur, kt üeliiikn Merung wegtil, Herren- und Knaben-Garderobe 15—23 pCt. billiger wie bisher. Kolossale PreisermSßignngen bei TvkukWKSnen, Oigspi'en, Vtäemen, Rusn, Cognac9 Likören, DamenkBeider- stoffenf Gardinen, Herren- u. ICnaben-Hüten u. Schirmen. III. Kanfhans: Fabrik- Versand und I Ilanfhans: C. An der Spandauer Brücke No. 2. II Kanflians: W. Potsdamerstrasse 106a. 0. Grüner Weg 31. IV Kanfhans: SW. Jernsalemerstr.50 51. Persönlich zu sprechen von Morgens S Uhr bis Abends 10 Uhr mit Ausnahme der Mittagszeit im Hanptgeschäst An der Spaudaner Brücke S. Homöopath. Arzt Dr. Hoeoch, Linienstr. 149, 8-1- 5—7, Sonntags 8—10, f. Brust-, Unterleibs-, _ Frauen-, Kinder-, H�ut-, Nervenkrankheiten Poliklinik Liesenstr. 17. 2—3 Uhr. 4037L* Kur-Bade-Anstalt und Massage für Rheuma-, Gicht- und Nervenkranke Tefdon6 von H. 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