Nr. 34. Abonements- Bedingungen: Abonnements Preis pränumerando: Bierteljährl. 3,30 Mt., monatt. 1,10 mt., wöchentlich 28 Pfg. fret ins Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. SonntagsNummer mit illuftrirter SonntagsBeilage ,, Die Neue Welt" 10 Pfg. PostAbonnement: 3,30 Mart pro Quartal. Eingetragen in der Post- ZeitungsPreisliste für 1898 unter Mr. 7576. Unter Kreuzband für Deutschland und Defterreich Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 3 Mark pro Monat. Erscheint täglich aufer Montage. Vorwärts Berliner Volksblatt. 15. Jahrg. Die Insertions- Gebühr beträgt für die fechsgespaltene Kolonelgeile oder deren Raum 40 Pfg., für Vereins- und Bersammlungs- Anzeigen, fowie Arbeitsmarkt 20 Pfg. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 4 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ift an Wochentagen bis 7 Uhr abends, an Sonn- und Festtagen bis 8 Uhr vormittags geöffnet. Kernsprecher: But I, Mr. 1508. Telegramm Adresse: " Bozialdemokrat Berlin". Bentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Benth- Straße 2. Brotwucher. Was ist das für eine Regierung? Diese Frage drängt sich unwillkürlich auf, wenn wir den Hülle- Minister Grafen Posadowsky dem Grafen Kanik im Kampfe gegen die" planlose" Handelsvertragspolitik für Er höhung der Getreidezölle vor aller Welt sekundiren sehen. Das that Graf Bosadowsky, als er dieser Tage eine Plenarversammlung des Deutschen Landwirthschaftsrathes besuchte. Graf Kanig, der 1894 noch von der Theilnahme an der kaiser lichen Galatafel in auffallendster Form ausgeschlossen wurde, hielt gerade eine vernichtende Rede gegen das bestehende System der Handelsverträge, als Graf Posadowsky erschien. Mußte schon die Anwesenheit eines hohen Regierungsvertreters während dieser Rede, die die rettende That Caprivi's" als verhängnißvoll für Deutschland bezeichnete, auffallen, so wuchs das Erstaunen, als der Staatssekretär selbst das Wort ergriff, um den Agrariern die Mittel und Wege zur Ermöglichung höherer Getreidezölle an die Hand zu geben. Der Graf meinte, eine solche Erhöhung werde nur dann durchzuführen sein, wenn die Agrarier den Beweis erbringen wollten, daß das Ausland billigere Produktionskosten habe. Die Zu hörer werden den Wink verstanden haben und die wissenschaftliche Abtheilung des Bundes der Landwirthe dürfte mit entsprechenden Publikationen nicht lange auf sich warten lassen. Wir sind seitens der Regierung sehr viel gewohnt, aber die Art und Weise, wie hier ein erster Beamter des Reiches unter Preisgabe jeglicher Rücksicht auf die bisherige Handelspolitit des Reiches, auf die Direktiven des Monarchen, der ihn ernennt, den Agrariern Wasser auf ihre Mühle liefert, ist doch wohl noch nicht dagewesen. Buficherungen des Reichskanzlers sprechen wir nicht davon, es sind Diplomatenkunststücke; man kann sie so, man tann sie auch anders auslegen. Erklärungen in Namen der Regierung mas besagen sie bei dem so häufigen Ministerwechsel! Neue Minister find an bie Worte ihrer Vorgänger nicht gebunden. Raiserliche Erlasse und Worte schade, daß gerade die besten, wir erinnern an die Zusicherung eines Maximal- Arbeitstages, nicht ausgeführt werden. Donnerstag, den 10. Februar 1898. Expedition: SW. 19, Benth- Straße 3. daß sie für Deutschlands Landwirthschaft ein Verhängniß und zeitraubend bezeichnet. Die Minister v. Miquel und Frhr. waren. Was als Brotwucher gebrandmarkt war, wird heute v. d. Recke suchten alle diese Bedenken zu zerstreuen, erklärten sich nicht als vortheilhaft vom Bolte anerkannt werden. Man jedoch zu Aenderungen in der Kommission bereit. Die meisten der läßt sich schließlich von einem Zauberkünstler vormachen, daß etwa 20 Redner, die für die Vorlage eintraten, brachten nur schwarz weiß und weiß schwarz ist, aber einer Regierung lokale Wünsche zur Sprache. Die Neuwahlen stehen eben vor wird es nie glücken, dem Volte ein für ein U aus- des Abg. 2 etocha( 3), der die vielfach ungerechtfertigten und ber Thür. Bon allgemeinem Interesse war nur die Rede zugeben. zu hohen Liquidationen mancher zu Aufräumungsarbeiten entsandten Graf Posadowsky foll aber nicht ohne jeglichen Trost Kommandos bemängelte. Da diese Liquidationen rechtlich unanfechts bleiben. Er hat der Monarchie nicht genügt, er hat der bar sind, andererseits aber die durch die Ueberschwemmungen geAutorität der Regierung durch sein offenes Vorgehen direkt schädigten Gemeinden unmöglich so hohe Lasten aufbringen können, geschadet, aber er hat dem deutschen Volte eine weitere fo regte der Redner die Erstattung dieser Summen aus Staatsschäzbare Wahlparole in die Hand gegeben, die wie sein fonds an. Streiterlaß alle anderen Rufe im Streit übertönen wird. Und so ziehe denn das deutsche Volk in den Wahlkampf auch mit der Parole: Das deutsche Bolt kann es nicht dulden, daß den ärmeren Klassen das Brot durch Brotwucher vertheuert wird. Politische Nebericht. Berlin, 9. Februar. Aus dem Reichstage. Von Riaotschau zu den Handelsverträgen, das war der Weg, den heute die Debatte im VerTaufe der Berathung des Etats des Auswärtigen Amtes nahm. Viel neues über Ostasien wußten auch die Kolonialschwärmer nicht mehr vorzubringen. Vorläufig befinden sich alle bürgerlichen Parteien noch im Siegesrausch, dem der Kazenjammer ja sicher folgen wird, heute ist aber von dieser Aschermittwochs ftimmung noch nichts zu merken. Genosse Bebe I nahm noch einmal das Wort, um auf einige falsche Unterstellungen, speziell des Abg. Hasse, zu antworten, dem unser Genosse auch einige recht nothwendig erscheinende Belehrungen über die Stellung der Sozialdemokratie gegenüber den von den Kapitalisten vom Auslande eingeschleppten Lohndrückern zu theil werden ließ. Der Abgeordnete Richter brachte das Thema über die Handelsverträge zur Sprache und nun öffneten sich die Schleusen der Interessenberedsamkeit, die unseren Lesern aus den früheren Zolldebatten her noch in schrecklicher Erinnerung sein wird. Da noch nicht alle Redner aus den von Ueberschwemmungen fortgesetzt. Außerdem steht der Etat der Bauverwaltung auf der heimgesuchten Gebieten gesprochen haben, wird die Debatte morgen Tagesordnung. In der Kretafrage ist ein Zurückweichen Rußlands zu verzeichnen. Der Petersburger Regierungsbote" bespricht die bisherige Entwickelung der Kretafrage und schließt mit nachfolgender Erklärung: Nachdem Rußland offen dem Sultan und den Großmächten feine Ansicht betreffend die augenblickliche Lage der Kretafrage ausgesprochen hat, besteht es teineswegs weiter a ut f der 0011 ihm vorge= schlagenen Lösung, falls irgend eine andere europäische Macht irgend einen anderen Ausweg aus der Verwickelung ausfindig macht, welcher den Anforderungen des Sultans, der Mächte und der Kreter gleich genügend, in der Folge die GrundTagen einer endgiltigen Lösung der Kretafrage bietet. Einem solchen Vorschlag werde die russische Regierung nicht verfehlen, ihre Zustimmung zu geben. Aber eine derartig ver= wick Ite Aufgabe fei schiver lösbar, deshalb ergreife Rußland nicht selbst die Initiative zu neuen Vorschlägen. Indem Rußland in den besten Beziehungen zu der Türkei, sowie git den feinem Vorschlage nicht beiftimmenden europäischen Großmächten verbleibt, habe es nicht gezögert, den europäischen Mächten zu erklären, daß es jegliche Verantwortung für die aus einer weiteren Verschleppung der Kretafrage entstehenden Folgen ablehne, fowie, daß es eine gewaltmäßige Einfegung einer Generalgouverneurmacht in feiner Gestalt, auch eine Vermehrung der türkischen Truppen auf der Insel nicht zulaffen werde, in keinem Falle an irgend welchen Zwangsmaßregeln gegen die Kretenfer theilnehmen werde, die schon lange genug geduldig auf die endgiltige Lösung ihres Schicksals warten." Bugleich wird gemeldet, der russische Botschafter in Konftantinopel Sinowiew sei beauftragt, den Sultan zu ersuchen, er möge selbst einen fremden Unterthanen als Kandidaten " Darüber verlieren wir kein Wort. Aber daß ein Minifter, der sich bewußt ist, welchen Kampf gegen die Agrarier die Die Hauptschutzöllner Graf Ranih, v. Stumm, Durchführung der Handelsverträge der Regierung, dem v. Heyl, v. Kardorff und Professor Paasche sangen Monarchen selbst gekostet hat, nach zwei bis drei Jahren das Lob der Schutzöllnerei, wobei sich aber doch herausstellte, schon sich soweit vergessen kann, den Agrariern die daß diese Herren zwar alle darin einig sind, die Taschen vorschlagen. Erhöhung des Getreidezolles auf dem dem Präsentirteller der Schlot- und Landjunker auf Kosten der Konsumenten noch Kandidatur erweist sich offensichtlich als eingegeben von der Das ganze Verhalten Rußlands in der Frage der kretischen ohne alle Verklausulirung entgegenzubringen, das ist eine be- mehr zu füllen, daß aber über den besten Weg zur Erreichung Absicht, sich als Schutzhort der orientalischen Christen aufmerkenswerthe Novität des modernsten Kurses. dieses Zieles auch unter den Vorkämpfern des Schutzes der Wir wollen nicht davon reden, daß die Caprivi'schen nationalen Arbeit" nicht volle Einigkeit herrscht." Als heißester zuspielen und sich die durch seine Stellungnahme vor JahresHandelsverträge eine rettende That genannt werden. Aber der Heißsporne zeigte sich Herr v. He yl, der nichts weniger frift verscherzten Sympathien bei den Balkanvölkern wiederdaran sei erinnert, daß im Volte an dem Worte des Kaisers als die sofortige Kündigung unserer sämmtlichen Handelsverträge zugewinnen. Wenn Rußland nun auch, genöthigt durch den Widerfestgehalten wurde und ward, er könne es nicht dulden, daß forderte. spruchDesterreich- Ungarns und die einer Ablehnung nahekommende den ärmeren Klassen das Brot durch Brotwucher vertheuert Das ging doch selbst den nationalliberalen Zöllnern zu Burückhaltung Deutschlands, die Kandidatur dea Prinzen werde. Dieses Wort ist kaum vor zwei Jahren gefallen. Die weit und sie sandten den unvermeidlichen Paasche auf die Georg zu erzwingen sich außer stande sieht, so wirl dies ihm ganze Caprivi'sche Handelspolitik bildete den Inhalt dieses Tribüne, um die Erklärung abgeben zu lassen, daß der weiter nicht besonders unangenehm sein. Denn durch die Wortes im Gegensatze zu der Politik der Agrarier, der Brot- Wormser Lederfabrikant und Millionär nur für seine Person Regierung, wie sie die fretische Frage weiter im Fluffe zu Schlußsätze der obigen offiziellen Note zeigt die ruffische vertheuerer. Und heute giebt der Staatssekretär den Agrariern gesprochen hat. den guten Rath, wie sie es anzustellen haben, um zu höheren Zu Lob und Preis der Bismarc'schen Handelspolitik erhalten gedenkt, dabei immer sich aufspielend als Schirmer der Getreidezöllen zu gelangen. D. h. mit anderen Worten, auf hob sich Graf Herbert Bismard, wobei sich der Herr Griechen und Chriſten. welche Weise eine Bertheuerung des Brotes zu ermöglichen sei. in den schwersten Angriffen gegen den Reichskanzler Caprivi die Neugestaltung und Ordnung der Dinge auf Kreta Es ist ein raffinirtes Spiel, das Rußland spielt, und Was soll dieser gute Rathschlag des Grafen Posadowsky an und die damalige Regierung erging. Der verunglückte Staats: wird ins unabsehbare hinausgeschoben. Denn gegen jede die Herren Agrarier? sekretär brachte es fertig, dem Nachfolger seines Baters den Will Graf Posadowsky im Gegensatz zu dem kaiserlichen Vorwurf zu machen, daß er den Apfel der Zwietracht in die andere Kandidatur, die etwa dem Sultan und DesterreichWorte vom Brotwucher oder trotz dieses Wortes befunden, Reihen der Interessentenkreise geworfen habe. Für unsere der Ungarn recht wäre, wird wieder Rußland Einwendungen daß die Politik der Regierung nicht mehr an die Mahnung zeitigen Zustände charakteristisch kann es wohl bezeichnet werden, zu machen wissen. Nach einer Mittheilung des Pester Lloyd" des Kaisers fich kehrt, oder will sie im Volke den Glauben an daß dieser Eselsfußtritt erfolgen konnte, ohne daß vom Bundes: aus Rom sei das alte Projekt wieder aufgetaucht, einen die Richtigkeit des faiserlichen Wortes erschüttern? Beides rathstisch aus auch nur ein Wort der Abwehr erfolgte, obwohl doch provisorischen General- Gouverneur zu wählen, ohne die Betonung der monarchischen Grundlage unseres Staats- an denselben Plätzen fißen, von denen aus fie die jetzt so bewegen; im Falle seiner Ablehnung würde man sich an einen wäre ein Vorgehen, das keineswegs mit der so starken noch eine ganze Anzahl von Vertretern der einzelnen Regierungen Türkei zu Rathe zu ziehen. Zunächst sollen Schritte gethan werden, um Numa Droz zur Annahme des Postens zu wesens im Einklang stände. An einem Kaiserwort schroff angegriffenen Handelsverträge seinerzeit vertheidigten. soll man nicht drehen und deuteln. Erst wenn die Diesen Spruch hat Für freiere Grundsäge in der Handelspolitik kämpften christlichen General oder Admiral wenden. Graf Posadorsty beherzigt. Aber dafür spricht er gleich dem die Abgeordneten Dr. Barth, Richter, Rösice neue Verwaltung im Gange sein werde, werde man an die kaiserlichen Worte überhaupt jegliche Berechtigung ab, indem und unser Genoffe Schoenlant. Von diesen Rednern Ernennung eines definitiven Gouverneurs gehen und dann er für eine Erhöhung der Getreidepreise, für eine Ver- wurde auf die nächsten Wahlen hingewiesen und zwar mit werde die Türkei sich hoffentlich so weit in das Unvermeidliche theuerung des Brotes den Agrariern den gangbarsten Weg zeigt. gutem Grunde. Wenn die Reichstags- Wähler nicht aufpassen, gefunden haben, dem Willen der Mächte sich nicht länger zu Wie dieses Vorgehen des Grafen Posadowsky wirken muß so können sie sich auf einen Raubzug der Zöllner und widersetzen. und wirken wird, das werden erst die Wahlen zeigen. Jeden Agrarier gefaßt machen, gegen den die Vorgänge von 1878/79 der Ferne. Das famose„ europäische Konzert" ergeht sich Kurzum, die Lösung dieser Frage ist noch weit in falls ist heute schon das eine sicher, auf die Regierung ist selbst ein reines Kinderspiel waren. in den wichtigsten Fragen, deren Entscheidung auf die wirth- Morgen ist Schwerinstag. Fortsetzung der Debatte über in den grellsten Dissonanzen. Nicht nur daß Deutschland, um schaftliche und soziale Gestaltung des ganzen Volkslebens die Vereinsgesetz- Vorlagen. mit den deutschen Staatssekretär des Auswärtigen zu reden, tief einschneidet, nicht der mindeste Verlaß mehr. Fast feine Flöte weggelegt hat, die Bauke, die Trommel, die TromDas preußische Abgeordnetenhans berieth heute in erfter pete musiziren jedes Instruntent für sich. Und im Orient überschwängliche Begeisterung für das Handelsvertrags- Lesung den Gesezentwurf betreffend die Bewilligung von Syſtem, energische Bekämpfung der agrarischen Fronde, Staatsmitteln zur Beseitigung der durch die geht's nach wie vor drüber und drunter zur Freude RußPerhorreszirung jeglicher Brotvertheuerung als Korn Hochwasser des Sommers 1897 herbeigeführten lands! wuchers. Plötzlich Personenwechsel in der Regierung und Schmidtlein( frt.), worin die Regierung ersucht wird, die über die chine fifchen Angelegenheiten, von denen die Thronrede Beschädigungen in Verbindung mit einem Antrage Bänsch- Jm englischen Oberhaus hat Lord Salisbury nun auch daran anschließend allmäliges, aber entschiedenes Einlenken in Zurückziehung der den Gemeinden im Ueberschwemmungsgebiet zugänglich schwieg, Mittheilungen gemacht. Er erklärte, daß die Unteragrarische Bahnen, Preisgabe der bisherigen handelspolitischen gegangenen Liquidationen derjenigen Truppentheile au veranlassen, handlungen über die Anleihe noch schweben. Danach scheint Errungenschaften, Liebängeln mit den Agrariern, schließlich welche Kommandos zu Aufräumungsarbeiten dorthin gesendet die Angabe, die von mehreren Seiten aus Petersburg gemacht wird, offenes Eintreten für höhere Getreidezölle, offizielle Ge- haben. Mit der allgemeinen Tendenz der Vorlage war das gesammte daß nämlich die chinesische Regierung auf die Aufnahme einer nehmigung einer Brotvertheuerung. Und dieser Umschwung Haus einverstanden, doch wurden verschiedene Einzelheiten scharf Anleihe überhaupt verzichten wolle, doch nicht außer Zweifel vollzieht sich in der kurzen Spanne von nur zwei Jahren. fritisirt. So wurde namentlich bemängelt, daß die Regierung bis zu sein. Wenn die Regierung mit diesem Frontwechsel eines erreicht ber nur 1/2 Millionen bewilligt hat und daß auch jezt nur fünf Lord Salisbury verbreitet sich auch sonst über seine Politit hat und dieses mit tödtlicher Sicherheit, so ist es ein voll- Millionen gefordert werden, obwohl der Schaden weit größer sei. gegenüber China und den dort interesfirten Mächten. Er bezeichnete ständiger Verzicht jeglichen Anspruches anf Autorität. Dem auch die Bestimmung der Vorlage, wonach die Kommunen eine Ent- die fürzliche Anrufung der Kriegsmöglichkeit durch den Schahschädigung bis 80 pCt., Privatpersonen deutschen Volke, dem man vor ein paar Jahren die Verträge folche bis aut 50 pet. erhalten sollen, fließ hingegen eine fanzler als zu weit gehend. Es sei mit recht gegen die Jdee, als auf Wider- Tönnte England feine alten Vertragsrechte und das bisher in China Caprivi's mit niedrigeren Getreidezöllen als rettende That gepriesen spruch. Ebenso wurde der im Entwurf vorgeschlagene Instanzen- erreichte Maß von Verkehrsfreiheit zerstören lassen, protestirt worden; er hat, wird die Regierung hente nicht glauben machen können, weg für die Bewilligung der Entschädiungen als zu fomplizirt sage nicht, daß irgend eine europäische Macht eine derartige Idee gehegt habe; aber die Regierung habe nicht nur keine Vertrags- lauter Kleinen Rentiers und armen Wittwen bestehen. Daraus wird regierung nach Biersteuer- Erhöhung energisch abwehren. rechte aufgegeben, sondern auch nicht die Absicht, solche aufzu- dann geschlossen, daß Herr v. Bülow nicht den fleinsten antikapita- Ebenso müsse man dem Posadowsky'schen Rundschreiben geben. Es gebe nichts, was England nicht eher thun würde, liftischen Bug an sich habe und deshalb fleißig Hosiannah geschrien. betr. Verkümmerung des Koalitionsrechts eine abals die Zerstörung dieser Rechte zu gestatten; aber niemand habe Kurz, der Erfolg ist allgemein. Hoffentlich hält sich Herr v. Bülow weisende Antwort zu theil werden lassen. Die Arbeiterdie geringste Absicht, die Rechte Englands zu zerstören oder als geschmackvoller Mann die Nase zu. Organisationen wirkten erzieherisch und hätten ebensogut wie zu verletzen. Lord Salisbury schildert ferner die Entwickelung der- Die Berliner Ronservativen hielten am Dienstag die landwirthschaftlichen ein Recht auf Förderung. Er verlange Vorschläge, welche den von russischen Schiffen besetzten Hafen ihre Jahresversammlung ab. Herr v. d. Gröben, Mitglied des Einrichtung von Arbeiterkammern, analog den LandwirthTalienwan betreffen. Er theilt mit, die Regierung habe jüngst von Reichstags und des Herrenhauses, sprach über die politische Lage. Schafts- und Gewerbekammern. Den größten Schmerz bereitete es Rußland eine schriftliche Versicherung erhalten, daß jeder Hafen, den Er richtete eine Absage an die Mitglieder der Reformpartei in der Regierung, daß auch der Regierungsparteiler Osann sich den es als Ausgang für den Handel zu benutzen die Erlaubniß erhalte, Berlin; diese seien zu schwach und zu einseitig, und ein Bund mit Vorwürfen der Oppofition anschloß, größere Regsamkeit in den ein Freihafen für Englands Handel sein solle. Eine ihnen bedeutet, fich einen Stein an den Fuß binden, Ministerien und bessere Bezahlung der unteren Beamten verlangt. ähnliche Versicherung habe auch die deutsche Regierung gegeben, be- während die Konservativen allein mit der Zeit den Sieg Die Debatte findet morgen ihre Fortsetzung. treffs des jüngst von ihr besetzten Gebietes. in Berlin erringen könnten.( Köstliche Naivetät!) Dagegen München, 8. Februar.( Eig. Ber.) Bayerischer Landtag. Im übrigen streifte der englische Premierminister noch einige sprach Herr v. d. Gröben liebenswürdig fiber den Bund der Land- In der heutigen Rammerfizung erwiderte Minister v. Feilis d andere Fragen der auswärtigen Politik. Er hieß die von Rußland wirthe; nur solle diefer nicht die konservative Partei zu feiner auf die geftrigen Ausführungen unseres Genoffen v. Bollmar. vorgeschlagene Kandidatur des Prinzen Georg von Kommandite" machen wollen, denn er sei das Kind und die konser. Davon, daß eine von Preußen aus geleitete politische Polizei Griechenland willkommen, weil dadurch den auf Kreta herrschenden vative Partei der Stammvater. Von Sozialdemokratie und Freifinn, in Bayern thätig sein soll, sei ihm nichts bekannt. Gegen die Bebeklagenswerthen Zuständen ein Ende gemacht werde. Ebenso ver dem männlichen wie dem weiblichen, will Herr v. d. Gröben natür- ftimmungen bezüglich der Verwendung der Militär. theidigte er die im Sudan verfolgte Politik und hofft, hartum lich nichts wissen; daß sich der wohledle Adelsherr einige anwärter im Gemeindedienst habe die bayerische Regierung im werde vor Ablauf vieler Monate wieder erobert werden im Ungezogenheiten gegen den Abgeordneten Singer erlaubte, ist bei Bundesrath sehr wesentliche und tief einschneidende Erinnerungen Jutereffe Egyptens. Im Interesse Egyptens, d. h. in Wahrheit im dem Anstandsgrad diefer Leute schon nicht mehr verwunderlich. Die erhoben. Diese Bestimmungen feien indessen Reichsgesetz geworden, Interesse Englands und seiner Weltmachtsstellung. Versammlung nahm folgende Resolution an: gegen deffen Einführung lasse sich nichts machen. Doch solle die Deutsches Reich. - Die Initiative zur Revision der über die Sonntagsruhe ergangenen Anordnungen ist, wie die Berliner Politischen Nachrichten" nun eingestehen müssen, von dem Herrn Reichstanzler und Ministerpräsidenten ausgegangen. Sie iſt, wenn auch nicht allein, so doch zu einem guten Theile durch die Wahrnehmungen veranlaßt, welche hinsichtlich der Wirkung einiger für Berlin erlaffenen Berordnungen zu machen waren. Gegen bie 3olltarif Phantasten des deutschen Landwirthschaftsraths wendet sich jetzt auch fchroff die„ Nat. lib. Korr.". " Der Berliner fonservative Parteitag erklärt, daß die Politik Autonomie der Gemeinden möglichst gewahrt werden. Durch eine der Sammlung aller fönigstreuen Elemente um die konservative bessere Versorgung der Unteroffiziere werde auch die Schlagfertigkeit Partei allein die Aussicht giebt, mit Erfolg die Sozialdemokratie der Armee erhöht. Das Koalitionsrecht habe die bayerische und den Freifinn und deren den Staat und die Gesellschaft schwer Regierung ftets geschützt. Sie stehe auf dem Standpunkt, daß gefährdende Bestrebungen zu bekämpfen." Streits lediglich von den betheiligten Parteien auszutragen find. Also fammelt" nur los, über den Erfolg werden wir ein ander Vergewaltigungen dürfen aber dabei nicht vorkommen und dürfen Mal reden." insbesondere arbeitswillige Arbeiter nicht an der Arbeit gehindert - Riaotfchau. Der in Siegburg erscheinende Siegbote" werden. Zu dem bekannten Posadowsky'schen Erlasse habe zwar die veröffentlicht einen Brief eines in China weilenden Siegburgers, in bayerische Regierung noch nicht Stellung genommen, er könne aber dem diefer die Ergebniffe einer Expedition schildert, der er angehört erklären, daß er nicht gewillt ist, dem Koalitionsrecht, wie es in der und die am 27. November v. J. einen mehrere Wochen dauernden Gewerbe- Ordnung festgelegt ist, entgegenzutreten. Marsch ins Junere China's unternommen hatte. Die Expedition Straßburg i. E., 7. Februar.( Eig. Ber.). In dem PreßDie im Wortlaut mitgetheilten Entschließungen dieser höchsten hatte mehrere Gefechte mit den Chinesen zu bestehen. Bei einem beleidigungs- Prozeß des Kreisdirektors Peu cer in offiziellen Vertretung der deutschen Landwirthschaft sind nicht nur solchen Kampfe am Chin- Kan- Gebirge fiel ein chinesischer Offizier Erstein gegen den verantwortlichen Redakteur des kleritalen an sich unhaltbar, sondern auch im höchsten Grade inopportun. fowie eine Anzahl chinesischer Soldaten, andere wurden gefangen ge- Elsässer", Albert Ferber, in welchem die Urtheitsverkündigung In industriellen Kreifen besteht wenigstens kein Zweifel darüber, nommen, worauf der Rest die Flucht ins Gebirge ergriff. Gin Dorf wurde verschoben worden war, erfolgte nunmehr Freisprechung. In Daß, wenn es bei diesen Beschlüssen bleibt, der Ausgleich vollständig umzingelt und das feindliche Lager zerstört. Am 4. De dem inkriminirten Sprechsaalartikel des genannten Blattes war be der wirthschaftlichen Interessen eine Illusion ist, die schnell zember tam die Expedition in Kiaotschau, wo sie drei Tage ver hauptet worden, Kreisdirektor Peucer habe sich anläßlich der zerstiebend nur eine verbitternde Verschärfung weilte. Der Brieffchreiber bezeichnet die Lage der Soldaten als sehr leichstagswahlen von 1893 und der Nachwahl im Kreise Erstein im der wirthschaftlichen Gegenfäße zurückläßt. Im gefährlich. Letztere nehmen nachts die geladenen Revolver mit in Jahre 1896 dadurch einer ungefeßlichen Handlung schuldig eigensten Interesse der Interesse der Landwirthschaft fei darauf auf. die Hängematte und verbringen die meisten Nächte auf den Vor- gemacht, daß er auf die Bürgermeister des Kreises eine Pression merksam gemacht, daß die unausgesetzte einseitige Vorschiebung wällen, weil sie jederzeit auf einen Ueberfall vorbereitet sein müssen. hinsichtlich des Bezuges ihrer Wahlformulare ausübte. Außerdem agrarischer Interessen in jeder politischen Frage, auch wenn Das sind ja recht auffällige Mittheilungen. Von derartigen war darin bemerkt, man erzähle sich Verschiedenes über die Vorfie die Landwirthschaft noch so wenig berührt, theils im Gefechten war bisher keine Rede. Man fann aber doch nicht angeschichte dieser Maßregel des Kreisdirektors. Die Verhandlung Hinblick auf die gegenwärtig hoch gestiegenen Getreidepreise, nehmen, daß der Briefschreiber sich seine Erzählung aus den Fingern felbst ergab, wie im Borwärts" bereits berichtet wurde, daß Pencer theils in Rücksicht darauf, daß doch bei Erneuerung der gesogen habe. beim Verleger des Ersteiner Kreisblattes" erkennbare Wahl= Handelsverträge eine nöthigenfalls recht erhebliche Erhöhung Bremen, 9. Februar.( Privattelegramm.) Eine von 4000 Berettel bestellt hatte, um in den Fabrikorten festzustellen, wer der Getreidezölle in Aussicht gestellt ist, schon jetzt eine Reaktion fonen besuchte Boltsversammlung, in welcher Pfannkuch sprach, fozialistisch wähle. Des weiteren wurde nachgewiesen, daß in Bewegung setzt, die bei weiterer Entwickelung selbst nahm gestern abend eine energische Resolution an gegen die P. den genannten Verleger bestimmte, dem mit der Untersuchung berechtigten landwirthschaftlichen Interessen ab: Flottenvorlage, die Kolonialpolitik und die geplante Beein- über den Vorfall betrauten Polizeikommissar gegenüber falsche Aus träglich sein muß. Und diese würde für die Landwirthschaft trächtigung der Koalitionsfreiheit. fagen au machen. Durch das freisprechende Verdikt des Gerichts ist um so ungünstiger sein, als das Auftreten der bekannten Agrar das Urtheil in einer Angelegenheit gesprochen, die den flaats. agitatoren in weiten Kreifen nur werthvolle Sympathien zer retterischen Eifer gewiffer reichsländischer Verwaltungsbeamten in recht eigenthümlichem Lichte erscheinen läßt.. Morgenausgabe der Straßburger Post" macht der„ BerStraßburg i. E., 8. Februar.( Eig. Ber.) In der heutigen fchen Wertretern anläßlich der Besprechung ihrer Stellungnahme zur liner Brief" Schreiber der Sozialdemokratie und ihren parlamentari Flottenvorlage das folgende Kompliment: stört hat. D011 Land " Die vers Geestemünde, 9. Februar.( Privattelegramm.) Heut wurden hier wegen Gehorsamsverweigerung auf Veranlaffung des englischen Konfuls 13 Mann vom Dampfer Gor booth" verhaftet. Mittheilungen aus Bildesheim bestätigen der „ Nat.- lib. Korr.", daß der viel erörterte, von den drei Landräthen begann in der Zweiten Kammer die Budgetberathung. Aus Heffen, 8. Februar.( Eig. Ber.) Bandtag. Heute unterschriebene Wahlaufruf noch weiter mit den Namen derfelben Ouvertüre bildete eine lebhafte General debatte, eine neue verbreitet wird. Die dret Landräthe sind inzwischen, wie der Nat. Sitte" im hessischen Parlament, die den Herren von der Regie: lib. Korr." bestätigt wird, der offiziösen Anfündigung gemäß amtrung nicht behagte, und über die der bessische Bismarck", Staats. lich rettifizirt worden. Die weitere Wertheilung muß unter den minister Finger sein höchstes Mißfallen aussprach, da die ReNebenbei bemerkt, möchten wir doch auf einen ganz aufobwaltenden Umständen den Eindruck erwecken, entweder daß es gierung auf die vielen verschiedenen Dinge, doch nicht vorbereitet fallenden Unterschied hinweisen: alles, was von der freisinnigen mit der Rettifigiring nicht ernst gemeint set, oder daß man unter fein tönne". Es half den Herren am Regierungstisch aber nichts, Volkspartei gegen die Vorlagen der Regierung vorgebracht wird, Ronnivenz der Landräthe ein unwürdiges Spiel mit einer fie umußten den Sturm über ihre weißen Häupter ergehen lassen. Es erhebt sich nicht über die vollendetste Oberflächlichkeit und über die ausdrücklichen Willensbekundung der Regierung zu treiben vermöge, zeigte sich heute wieder, wie sehr die Kammer durch die verstärkte Wiederholung abgestandener Medensarten. Die Sozialdemo oder daß man schließlich ohne Rücksicht auf die dadurch diesen Be Opposition ihre Physiognomie geändert hat; die alten, gemüthlichen fraten, wenn sie schließlich auch aus Parteiverbisfenheit zu amten bereitete Berlegenheit die einmal angerichtete Ber Beiten sind vorbei. Abg. Schmitt( 3) tam u. a. auf die Wahldemselben ablehnenden Ergebniß fommen und ihre Stimmen mit wirrung mit allen Mitteln ausnutzen müsse. Gleich viel, welche reformfrage zu sprechen und verlangte größere Berück denen der freisinnigen Volkspartei vereinigen werden, haben ben brei Möglichkeiten im vorliegenden Falle zutrifft, fichtigung der städtischen Bevölkerung. diese Fragen aber doch ganz anders und viel Abg. Ulrich allen brei würde vorgebeugt vorgebeugt werden, wenn die ernster studirt und ihre Ausführungen sind un langte im Anschluß daran Einführung des Proportional räthe in geeigneter Weise zur öffentlichen Kenntniß brächten, daß sie ab Isystem 3 und Vornahme der Wahlen anSonntagen. endlich viel tiefer. Das erinnert uns an folgendes Geihre Unterschrift unter dem Aufruf zurückgezogen haben. schichtchen. Das Weiter müsse die Einführung einjähriger Budgetperioden Ein deutscher Fürst soll sich einmal in den Räumen wäre auch das mindeste gewesen, was man als eine ernsthafte( bisher dreijährig), sowie Reorganisation der obersten Verwaltung des Reichstages haben herumführen lassen, unter anderem auch in Rettifitation" hätte ansehen können. Im Abgeordnetenhause wird, gefordert werden. Die Thätigkeit der Regierung müsse mehr auf der Bibliothek. Er fah dort eine Anzahl fleißig arbeitender so droht das Organ der Nationalliberalen, Gelegenheit genommen wirthschaftlichem und humanitärem Gebiete entfaltet werden. Sodann gemacht zu werden. Als er trot verlegener Ausflüchte auf seinem Herren und sprach den Wunsch aus, mit einigen derselben bekannt werden, dies mit allem Nachdruck noch des näheren darzuthun. brachte er die brutale Behandlung der Gefangenen im LandesWunsche bestand, wurde ihm endlich gefagt:„ Ja, königliche Weihrauch wolten umdampfen Herrn v. Bülow ob zuchthaus Marienschloß" zur Sprache, die eine Schmach feiner Reichstagsreden am Dienstag. Hoheit, das ist ganz unmöglich, alle die Leute, die hier arbeiten, Und sie steigen aus den für den hessischen Staat sei. Er verlange Entfernung des Zucht find Sozialdemokraten!" Spalten der Blätter fast aller Parteien hervor. Die Bismarck- bausdirektors von seinem Poften! Ein ebenso großer Standal set organe loben nach Kardorff's Vorgange den alten Bismarc'schen der Fall Nuß. Wie könne ein Uutersuchungsgefangener einfach ein unter der Antlage der Majestätsbeleidigung verhafteter Wie die Kolmarer Elsaß- Lothr. Volkspartei" mittheilt, ist ihr Geist, der sich in unserer auswärtigen Politik wieder bemerklich halbes Jahr vergessen werden? Die Schuld liege daran, daß man verantwortlicher Redakteur G. Schmidt am Sonntag wieder auf machen soll, die Regierungsblätter sind eo ipso entzückt, die ultra- die Beamten so erbärmlich bezahlte, daß sie zu Unterschlagungen gefreien Fuß gesetzt worden, sodaß nur noch der Chefredakteur montanen Beitungen verdrehen die Augen, weil Herr v. Bülow trieben würden. Nuß habe als Familienvater mit 1100 M. Gehalt Walter in Haft verbleibt. Die Entlassung Schmidt's wird als ein flugerweise den Schutz der christlichen Brüder in China dick unter auskommen müssen. Ferner rügt er die Einschnürung der Vereins für die Anklage ungünstiges Borzeichen angesehen. fireichen hat, ja selbst der alte Murrkopf Richter lobt die Steben in freiheit durch die Feierabendstunde. Abg. David fordert die Me. für die Anflage ungünstiges Borzeichen angesehen. feiner Freifinnigen Zeitung". Am ärgften treibt es Lewysohn im gierung auf, im Gegensatz zu den Wünschen des Ausschuß- Berichts Berliner Tageblatt". Herr v. Bülow ist so recht eigentlich sein erstatters, auf die preußische Eisenbahnverwaltung im Sinne einer Minister. Er hat ihn von vornherein pouffirt. Ihm gefällt es vor zeitgemäßen Tarifreform zu wirken. Auf die Steuerfrage eine allem, daß der Minister sich der deutschen Gläubiger Griechenlands gehend, warnt er vor weiterer Beloflung mit indirekten Stenern; angenommen hat, die in der Phantaste des Berliner Tageblatt" aus die hessische Vertretung im Bundesrath folle die Gelüfte der Reichs 〃 Lola Montez. Eines der ersten Greignisse, welches im sturmbewegten Jahr 1848 die öffentliche Aufmerksamkeit ganz Deutschlands auf sich lentte, war die Austreibung der Bola Montes aus Bayern. Sehr große politische Bedeutung hat die Liebesgeschichte des bayerischen Königs mit der spanischen Tänzerin ja gewiß nicht, aber sie ist doch recht charakteristisch für das Hofleben in vormärzlicher Beit; die Standale, die sich der Lola wegen in München entwickelten, und das Gaudium, das sich ganz Deutschlands bemächtigte, als es von den Liebes: schmerzen des über 60jährigen Königs erfuhr, als die von des Königs Muse An Lolita" gerichteten Liebeslieder Hand zu Hand gingen,- dies alles trug dazu bei, die Bevölkerung der verschiedenen deutschen Staaten und Stätchen in jene Stimmung zu verfehen, die nachher bei dem Ausbruch der Mars- Ereignisse nur allzu deutlich hervortrat. " voll BT So dichtete Ludwig, und es entspann sich ein sehr fideles Leben für die schöne Lolita". Der König baute ihr in der Barers ftraße zu München eine schöne Villa, verkehrte viel in ihrer Gesells schaft und sie bei ihm. 2113 einmal eine Abordnung der SchleswigHolstein'schen Patrioten vom König empfangen wurde, bemerkten bie biederen Nordländer wohl, wie Lolas sierliche Füßchen unter dem Dfenschirm hervorragten. Der König schwamm in Wonne. Er dichtete: Leuchtend, himmlisch blaue Augen, Gleich des Südens Aether flar, Die in Seligkeit uns tauchen; Weiches, glänzend schwarzes Haar. Wonnemeer die Seelen trinken, Tönt zur Laute Dein Gesang; Hin zu Deinen Füßen sinken, Machet Deiner Laute Klang." Im Herbst 1846 war die spanische Tänzerin nach München ge Dem Herrn Minister Abel und seinen ultramontanen Kollegen tommen. Sie war die Tochter eines schottischen oder irischen Baters ging die Geschichte mit der Lola gegen den Strich. Zwar waren und einer kreolischen Mutter, stand nicht mehr in bes Lebens erster Die flerifalen Herren in Liebessachen des Königs sehr tolerant geMaienblüthe und hatte bereits in Liebesangelegenheiten eine sehr wesen, als das Ludwigl, wie ihn die Bayern nannten, bie nothreiche Erfahrung hinter sich. Ihrem ersten Manne, einem englischen wendige Erholung von den schweren Regierungssorgen bei harm. Offizier, mit dem sie in Ostindien gewesen, war sie entlaufen. Dann losen deutschen Grethehen gesucht und gefunden hatte. Aber die hatte eine größere Reihe junger, reicher Liebhaber an fie ihr Hers Spanierin erwies sich als unbequem. Sie haßte grimmig die und ihr Geld verloren. In England, Paris, Berlin, Warschau 2c. Jesuiten und war auch sonst nicht geneigt, als Wert hatte sie die gewagteflen Abenteuer erlebt und war mehrfach zeug der ultramontanen Herren beim Könige zu dienen. ausgewiesen worden. Ja selbst der originelle Heinrich der 72., Auch war das das Ministerium aus anderen Gründen schon Fürst von Neuß Lobenstein Gbersdorf, hatte sie gelegentlich mit dem König in Reibungen gerathen. Es benutte daher gern die von einer Reise mit nach Hause gebracht und sich eine Beit lang Bola- Angelegenheit, um den doch unvermeidlichen Abgang mit dem recht gut mit ihr amüsirt. Glanze, moralischer Gesinnungstüchtigkeit zu umgeben. Nicht lange darauf tam sie nach München. Die Gelehrten find Die Lola wurde nämlich allmälig etwas unverschämt. Da sie fich nicht einig darüber, ob die Lola fich bei dem König vorstellte, fich von den besseren Kreisen der Münchener Gesellschaft ausum von ihm ihre Anstellung bei der Münchener Bühne zu erwirten, geschloffen fah, so verlangte sie, zur deutschen Gräfin gemacht zu oder ob Ludwig, wie er es bei hervorragenden, neu anziehenden werden, und Ludwig wollte der Dame seines Herzens felbverständlich Personen zu thun pflegte, feine Aufwartung machte. Jedenfalls diesen Wunsch gern erfüllen. Zu einer solchen Standesveränderung war sein noch immer liebesehnendes Herz, wie uns eins seiner Ge- war jedoch die Verleihung der bayerischen Staatsangehörigkeit nothbichte lehrt, gerade unbefeßt, und Zäsar war leicht besiegt. Jest wendig, und hierzu bedurfte es wieder der Unterschrift eines erft, so behauptet Ludwig in feinen unsterblichen Gefängen, erfuhr Ministers. Jetzt war der Moment für die Herren Abel u. Ko. geer, was Liebe heißt. Jezt erst hatte das Leben für diesen Vater fommen. Im Februar 1847 richteten fie eine Denkschrift an den einer blühenden Familie, für den König des Bayernvoltes einen König, in der sie sich unter anderem folgendermaßen vernehmen Werth erhalten. ließen: Tropfen der Seligkeit und Meer von bitteren Leiden, Die Jtalienerin gab. Seligkeit, Seligkeit nur Laffest Du mich entzückend, begeisterub, beständig empfinden, In der Spanierin fand wahre Liebe und Leben ich nur." Seit dem Ottober vorigen Jahres find die Augen des ganzen Landes auf München gerichtet, und es haben sich in allen Theilen Bayerns über das, was hier vorgeht und was beinahe den ausschließlichen Gegenstand des Gesprächs im Innern der " Desterreich. Prag, 8. Februar. Landtag. Lippert begründet seinen Antrag auf Errichtung von Nationalfurien mit Vetorecht und führt aus, die Deutschen wollten nicht die Zerreißung des Landes, sondern nur die möglichste administrative Trennung der Bezirke in sprachFamilien wie an öffentlichen Orten bildet, Urtheile festgestellt, und es ist aus diesen Urtheilen eine Stimmung erwachsen, die zu den bedenklichsten gehört. Die Ehrfurcht gegen den Monarchen wird mehr und mehr in dem Jnnern der Gemüther ausgetilgt, weil nur noch Aeußerungen des bittersten Tadels und der lautesten Mißbilligung vernommen werden. Dabei ist das Nationalgefühl auf das bitterste verlegt, weil Bayern sich von einer Fremden, deren Ruf in der öffentlichen Meinung gebrandmarkt ist, regiert glaubt, und so manchen Thatsachen gegenüber nichts diesen Glauben zu entwurzeln vermag. Männer, wie der Bischof von Augsburg, deffen Treue und Anhänglichkeit an Ew. fönigliche Majestät über allen Zweifel ist, vergießen über das, was vorgeht, über die täglich mehr sich entwickelnden Folgen, heiße Thränen. Die außwärtigen Blätter bringen täglich die schmählichsten Anekdoten und die herabwürdigsten Angriffe gegen Ew. Königliche Majestät; das anliegende Blatt Nr. 5 der" Ulmer Chronit" enthält eine Probe. Alle polizeiliche Aufsicht vermag die Einbringung solcher Blätter nicht zu verhüten; fie werden verbreitet und mit Gierde verschlungen; der Eindruck, der in den Gemüthern zurückbleibt, fann nicht zweifelhaft sein.. Dabei liegt es außer dem Bereiche menschlicher Kräfte, auf die Länge zu verhüten und zu verheimlichen, daß die Rückwirkung deffen, was vorgeht, nicht mehr und mehr auf die bewaffnete Macht übergehe, und wo soll noch Hilfe sein, wenn auch dieses ungeheure Uebel einträte, wenn auch dieses Bollwerk wankte." Der König warf den Ministern das Schriftstück entrüstet vor die Füße. Die klerikalen Minister erhielten prompt ihren Abschied. Ludwig aber dichtete des folgende schöne Sonett: Ihr habt mich aus dem Paradies getrieben, Für immer habet Ihr es mir umgittert, Die Ihr des Lebens Tage mir verbittert. Doch macht Ihr mich nicht haffen, statt zu lieben. Die Festigkeit, fie ist noch nicht zerfplittert, Ob mir der Jugend Tage gleich zerstieben, Jst ungeschwächt der Jugend Kraft geblieben. Thr, die Ihr knechten mich gewollt, erzittert! Mit dem, wie Ihr gegen mich feid, giebt's tein Gleichniß, Die eigenen Thaten haben Euch gerichtet, Des Undants, der Verleumdungen Verzeichniß. Die Wolken fliehn, der Himmel ist gelichtet, Jch preis es, das entscheidende Ereigniß, Das Eure Macht auf ewig hat zernichtet. Türkei.! Wahlbewegung. licher Hinsicht; die Deutschen seien nicht aggressiv, sie wollten nur dann betheiligen, wenn es sich um ein internationales Einverständniß p die Sicherung der nationalen Existenz. Lippert beantragt schließlich handelt, um zu einer Aufhebung der direkten Ausfuhrdie Zuweisung des Antrages an die zur Berathung des Antrages prämien zu gelangen. Schlesinger auf Schaffung von Kurien eingesetzte Kommission. Engel Die masurische Boltspartei hat sich im Wahlkreis 2yfParis, 9. Februar. Vor dem Zuchtpolizei- Gericht fand heute Johannisburg Oletko für die Kandidatur des Gutsbesitzers Opit erklärt namens der Czechen für Zuweisung an die Kommission zu die Verhandlung in der Auflagefache Reinach gegen Rochefort aus Siedlista erklärt. Da Opitz schon früher als Kandidat der, stimmen. Der Antrag wird hierauf dieser Kommission überwiesen, statt. Rochefort wurde zu 5 Zagen Gefängniß und 1000 Fr. Geld- freifinnigen Boltspartei genannt wurde, so scheint die mafurische Prag, 8. Februar.( Eig. Ber.) Der nationale Rampf in Böhmen, strafe sowie ferner dazu verurtheilt, Reinach 2000 Fr. Entschädigung Volkspartei dieser Partei nabe zu stehen. der durch die eigenthümlichen ökonomischen Verhältnisse dieses wegen Verleumdung zu zahlen. In einer von etwa 250 Personen besuchten Versammlung des Landes ein so komplizirtes Gepräge erhält, muß an Deutlichkeit geBundes der Landwirthe wurden am Montag die konservativen winnen, sobald nun der Versuch gemacht wird, neben den PriviKandidaten für die Kreise Teltow und Niederbarnim auflegien und Rechten der herrschenden Parteien und Klaffen auch dem Sofia wird der„ Intern. Korresp." geschrieben: Das bedrohliche Dr. Frmer. Die Antisemiten unter Führung des Hauptmanns -Massenelend auf der Baltanbalbinsel. Aus gestellt. Für Teltow Superintendent Borberg, für Niederbarnim arbeitenden Volt seine ihm gebührenden Rechte einzuräumen. Der böhmische Landtag ist bis heute nur eine Ständevertretung, Element in der augenblicklichen Lage auf der Balkanhalbinsel ist die Herter versuchten vergeblich, die Versammlung für die antisemitischen die in anschaulicher Form die Macht des Adels und Bürgers vers vollständige Verarmung der Landbevölkerung, welche in Makedonien Kandidaturen zu begeistern. deutlicht, die aber feineswegs Einblick gewährt in die thatsächlichen und den Grenzgebieten Serbiens und Bulgariens Plaz gegriffen Die Nationalliberalen wollen im Wahlkreis Ottweiler, den Verhältnisse der Völker. Der Antrag der Abgg. Dr. Slavik und hat. Die vorjährige Mißernte, die gewaltsamen Steuereintreibungen jetzt Herr v. Stumm vertritt, den Bergrath Lohmann Neukirchen Genossen auf Abänderung der Landtags Wahlordnung, der heute auf türkischer Seite anläßlich des vorjährigen Krieges und die immer aufftellen. auf der Tagesordnung stand, wurde durch die Stimmen der höher gesteigerten Bedürfnisse der Regierungen Serbiens und Jm 7. sächsischen Wahlkreis( Meißen) tanbibirt von Deutschen und Großgrundbesitzer abgelehnt. Es mag dahin gestellt Bulgariens haben die Noth im Innern der Halbinsel diesseits und den Antisemiten Gutsbesitzer Gäbel aus Kleffig. Auf den konserbleiben, ob die Jungczechen, die für das allgemeine Wahlrecht ge- jenseits der türkischen Grenze gleich stark anschwellen lassen. Die vativen Sachße- Merschwitz haben sich Konservative, Bund der Landschlossen thre Stimme gaben, aus Liebe zum Volt gehandelt, man sogenannte makedonische Bewegung ist im Grunde genommen ein Hinwirthe und Handwerkerbund geeinigt. mag auch an ihrem Gruft zweifeln, aber dies bleibt unbestritten, und Herwogen der völlig mittellofen und von allem entblößten Im Wahlkreise Holzminden Gandersheim wurde der daß sich die Interessen des czechischen Bürgerthums vielfach decken Landbewohner, die sich in den Gebirgsgegenden auf das Räuber- Stadtdirektor von Damm von den Welfen als Kandidat aufmit denen des rechtlosen Kleinbürgers, Kleinbauern und Arbeiters. handwerk legen, oder in den Städten Nahrung und Obdach zu er= Trotz ihrer bourgeoisen Parlamentspolitik müssen die Jungczechen, werben suchen. Diese Bevölkerungstheile bieten begreiflicherweise Als Kandidat für den durch den Tod des Frhrn. v. Gültlingen falls sie dem Untergang entrinnen wollen, doch zurückkehren zur jeder Agitation ein fruchtbares Feld dar, wobei ihnen die Aus- erledigten 7. württembergischen Reichstags WahlDemokratie, da die Macht des Czechenthums im Kleinbürgers und freibung der türkischen Großgrundbesitzer und die Vertheilung der trei( Nagold Neuenburg) ist Herr Schrempf, der konservative Bauernthum liegt; weiter ist die ökonomische Entwickelung bei dieser Ländereien als höchstes Ziel vorschwebt. Für die Oppositionspartei Landtags- Abgeordnete für Schorndorf in Aussicht genommen. Nation nicht gekommen. Sie hatten daher durch das allgemeine in Serbien und Bulgarien ist es daher ein Leichtes, fich der an Landtags- Abgeordneter Neuner wird von den Nationalliberalen Wahlrecht nicht so viel zu verlieren. Anders bei den Deutschen. geblichen makedonischen Flüchtlinge als Sturmbock gegen die Regie im Wahlkreis Forschheim Kulmbach Begnis als Reichs. Es ist eine Fronie ohnegleichen, wenn die deutschen Vertreter, die rungen zu bedienen, und die Letzteren wieder erblicken in der„ moketagskandidat genannt. run seit Monaten für die Rechte ihres Volkes einen so wüthenden donischen Bewegung" ein bequemes Mittel, um die Schuld an den Stampf führen, beute dem Bolt das Wahlrecht verweigern, im Inter- eigenen traurigen Verhältniffen der Lage in Makedonien beizumeffen. esse des deutschen Voltes". der Boden von Amerika. gestellt. bringt eine Resolution ein, durch welche der Staatssekretär des Washington, 8. Februar. Repräsentantenha u 3. Smith Auswärtigen, Sherman, ersucht wird, Bericht zu erstatten über die Rorrespondenz mit Deutschland in bezug auf die versuchte erfälschung von einen und deren Einfuhr in Amerika, ebenso über die Unterscheidung, welche Deutschland fachen Lärm. und gegen den amerikanischen Export von Fleisch, Obst und Pferden in einer die Handelsverträge verlegenden Weise mache. Die Resolution wurde an das Komitee für auswärtige Angelegenheiten verwiesen.Partei- Nachrichten. lichung der Parteiabrechnung für den Monat Januar Den Parteigenoffen diene zur Nachricht, daß die Veröffentsich dadurch verzögert hat, daß Genoffe Gerisch von seiner letzten recht dringend ein paar Tage der Ruhe und Erholung bedarf. Die Agitationstour in seinem Wahlkreife frant zurückgekehrt ist und Abrechnung wird in nächster Zeit erfolgen. Das Deutschthum" in Böhmen ist groß geworden auf Rosten des deutschen Volkes, die weitentwickelte Industrie Nordböhmens hat Meichthümer geschaffen, sie hat Städte aufgebaut und ein wohl babendes Bürgerthum gezüchtet; fie hat aber auch die arbeitende denische Bevölkerung in diesen Bezirken aufgezehrt. Jumer neue Schaaren der überschüssigen czechischen Landarbeiter. ziehen nach dem wirthschaftlich hochstehenden Nordböhmen, während das Deutschthum" scheinbar gedeiht, wird ihm Jahr zu Jahr immer mehr untergraben. Natürlich haben die deutsch- böhmische Bourgeoisie und deren Wortführer vom allgemeinen Wahlrecht nichts zu gewinnen und alles zu fürchten. Soweit es in den nordböhmischen Industriebezirken, in der Hochburg des Deutschthums, noch deutsche Arbeiter giebt, sind diese durch die scharfen wirthschaftlichen Gegenfäße alle klaffenbewußt, was" Deutsch" heißt, haben sie ja am eigenen Leib erfahren, und der andere Theil der Arbeiterschaft, das billige Material der Groß industrie, ist der eingewanderte czechische Landmann, bei dem der Haß gegen den Deutschen mit dem Haß gegen den Kapitalisten zusammenfällt. Die deutschen Abgeordneten im böhmischen Landtag haben durch ihr Verhalten endlich wieder ihr wahres Geficht gezeigt, die nationalen und liberalen, sie haben wieder Licht In Drossen, im märkischen Kreise West- Sternberg, wurde am rebracht in die politische Komödie, die feit Monaten das Sonntag eine äußerst start besuchte Wolfsversammlung abgehalten, ganze öffentliche und politische Leben aufwühlt. So lange wo der Kandidat des Kreises, Genosse Jahn aus Berlin, neben die Jungczechen die Interessen einer kleinen Roterie von den Parteigenossen Schmidt, Wildbau und Brach wit sprach. Bourgeois vertreten und mit dem Adel an der Seite um die politische An der Debatte betheiligten sich auch zwei Gegner. Toz aller Macht rangen, fonnten die Deutschen den Anschein erwecken, als ob Schwierigkeiten und obwohl Herr v. Plöz persönlich an der Agitation sie wirklich im Namen des Volkes handeln würden, sobald sich jedoch ir jenem Kreise theilnimmt, macht unsere Bewegung, wie der Verdie Jungczechen auf fich felber befinnen, ift die alte Phalanx des lauf der Versammlung zeigte, ersichtlich gute Fortschritte. Rapitals und des Großgrundbefizes da. Nur durch die Einführung des allgemeinen Wahlrechtes, nur durch Beseitigung aller Schranken wird der nationale Rampf beseitigt werden können, denn damit täme auch jener Theil des Deutschen Volkes" zu Wort, dessen Rampf ein anderer ist, als um Sprachenverordnungen und Kouleurs mützen. V Prozek Bola. Paris, 9. Februar. vor dem Justizpalaste eingefunden. Im Innern des GerichtsEchon um 10 Uhr vormittags haben sich zahlreiche Neugierige gebäudes find sehr energische Maßregeln getroffen. Ungefähr 200 Advokaten, die sich in den Wandelgängen aufhalten, verurs Der Präsident hat verboten, daß die Advokaten wie gestern, in den für das Publikum bestimmten Theil des Saales eindringen; die Advokaten machen eine Kundgebung gegen den Präsidenten, so daß die Garde républicaine gezwungen wird, einzuschreiten. G3 fommt สิน einem Zusammenstoß, bei dem mehrere Gardisten von Advokaten geschlagen werden, ein Advokat wird verhaftet. Um 11 Uhr erscheinen die als Zeugen geladenen Offiziere in Uniform und werden Es lebe die Armee" begrüßt. Bola traf vollständig unbemerkt un auf der Place Dauphine von der Menge mit dem Nuse 113/4 Uhr ein. Der Saal ist überfüllt, die Zuschauer scheinen indeß Offizieren werden besonders bemerkt Boisdeffre, du Paty de Clam ruhiger zu sein, als gestern. Unter den als Zeugen erscheinenden und Esterhazy. " Kurz nach 12 Uhr wird die Situng eröffnet. Auf eine Frage des Präsidenten erklärt Advokat abori, er beabsichtige, Frau Dreyfus über den guten Glauben Zola's in der Dreyfuss Angelegenheit zu befragen. Der Präsident erwidert, es gebe feine Dreyfus- Angelegenheit.( Heftiger Widerspruch.) Nach einem heftigen Meinungsaustausch zwischen dem Präsidenten und dem Vertheidiger erhebt ersterer Einspruch dagegen, daß eine Frage gestellt werde, die auf den Prozeß Dreyfus hingiele. Labori bringt seine Schlußfolgerungen ein. Der sozialdemokratische Verein in Stuttgart, der unter einer Bentralleitung seine Thätigkeit in acht nach den verschiedenen Stadt gestellt worden sind. Labori erklärt, weder Zola, noch Berreux, noch Es kommt zur Sprache, daß den Geschworenen Schriftstücke zus theilen gebildeten Bezirksvereinen ausübt, hat im letzten Jahre seine die Familie Dreyfus haben diese Schriftstücke abgesandt. Die Angeklagten Mitgliederzahl von 1295 auf 1465 wachsen feben. Nach einer Statistit seien die Opfer von Umtrieben. Labori bespricht dann die Kunds gehören die Mitglieder des Vereins bis auf 2 pet. auch der Ge- gebungen, die gestern stattfanden, als Zola das Gerichtsgebäude ver werkschaft ihres Berufes an, die Gewerkschaftsmitglieder am Drt ließ, und protestirt gegen Ungenauigkeiten in den Berichten vers Ungarn. find dagegen nur zu einem Fünftel im sozialdemokratischen Verein. schiedener Blätter über das Vorgefallene." Diejenigen, welche Budapest, 9. Februar. Das Abgeordnetenhaus veron den Bezirksvereinen find zusammen 102 Mitgliederversammlungen Bola beschimpften, repiäfentiren nicht Frankreich, sondern handelte über das Budget des Ackerbauministeriums. Der mit ca. 50 Vorträgen abgehalten worden. Weiter wurden 18 Agi- befchimpfen Frankreich, indem sie sich mit ihm identifiziren, Abg. Rohonczy erörtert die sozialistischen Umtriebe im tations- Versammlungen in den Landorten des Wahlkreises arrangirt. während wir es verehren."( Heftiger Lärm.) Dr. Socquet erklärt, Alföld und sagt, alle Theile der Gesellschaft müssen hier ein- Der Gesammtverein veranstaltete neben einer großen Zahl öffentlicher Fräulein Decomminges und Frau Boulancy seien durch Krankheit greifen, denn man könne nicht wissen, wo diese kommunistische Volksversammlungen einen Cyklus wissenschaftlicher und geschichtlicher verhindert, als Zeugen zu erscheinen, Autant dagegen fönne er Bewegung stehen bleiben werde. Er fordert die Re: Vorträge. Die Gesammteinnahme des Vereins betrug 5682,83 M., gierung auf, rasch einzugreifen, sonst werde ein Theil des die Gesammtausgabe 4759,97 M., so daß sich das Vermögen des Vereins um 300 M. erhöht hat. Mit den arrangirten Festlichkeiten und Sammlungen betrug der Gesammtumsah des Kassirers im Herbst hier stattfindenden Parteitag begonnen. Landes in wenigen Tagen in Flammen stehen. Die aufhegenden Breßerzeugnisse tommen von auswärts. Der Redner schlägt vor, in Fällen von Majestätsbeleidigung und Aufbeßzung die Preß freiheit für gewisse Schwurgerichtssprengel aufzuheben. Im Szaboloser Komitat( Nordungarn), wo, wie selbst offiziell eingestanden wird, schwerer Nothstand herrscht, ist die Bauern bewegung fo ftart und den Gutsbesitzern so unbequem geworden, daß man das blödsinnigste Mittel, das Standrecht, verhängen will. Frankreich. ca. 18 000. Der Vorstand hat bereits die Vorarbeiten für den hat durch den Tod des Zigarrenarbeiters Karl Schmidt einen Todtenliste der Partei. Die Arbeiterbewegung in Speyer schweren Verlust erlitten. Er stand immer seinen Mann, wenn es galt, die Intereffen der Arbeiter zu vertreten. Von der großen Beliebtheit, deren er sich erfreute, zeugte auch das Begräbniß. Weit über anderthalb Tausend Personen folgten dem Sarge. Polizeiliches, Gerichtliches 2c. Paris, 8. Februar. Deputirtenkammer. Sämmtliche Rapitel des Etats des Auswärtigen wurden angenommen. Im Laufe der Sigung erklärte der Minister des Auswärtigen, Hanotaur,- Bufolge einer Anzeige des Polizeikommissars Weinert in daß keine Verhandlungen bezüglich eines Handels- Magdeburg war gegen den verantwortlichen Redakteur des vertrages mit Italien geführt würden. Hierauf wurde der Etat für die Kolonien berathen. In den Wandelgängen verlautete, Frankreich werde an der internationalen Budertonferenz in Brüssel sich nur Abends erschien der König in Lola's Salon und erzählte vergnügt: Alle meine Minister habe ich weggejagt. Das JesuitenRegiment hat jetzt ein Ende in Bayern." Wirklich kam nach dem ultramontanen ein„ Iolamontanes" Ministerium aus Ruder, das die Erhebung der Tänzerin zur Gräfin von Landsfeld ermöglichte. " Sächsischen Volksblatts", W. Frebse in Zwickau, ein Strafverfahren wegen Beleidigung des genannten Kommissars eingeleitet. Wie unser Bruderorgan jetzt mittheilt, ist das Verfahren von der Staatsanwaltschaft eingestellt worden. Aber das Ludwigl und seine Lolita sollten des gehofften Glücks nicht froh werden. Die beffere Gesellschaft verschloß sich auch der Jezt war die Geduld nicht nur der Studenten, sondern vor Gräfin von Landsfeld, und die entlassenen Minister und ihr klerikaler allem auch die der Bürgerschaft zerrissen, die zum guten Theil von Anhang sorgten schon bafür, daß die Standalgeschichten vom den Studenten lebte. Ganz München kam in Bewegung. Der Münchener Hof die Runde durch die außerbayerischen Blätter akademische Senat versammelte fich, die Magifiratskollegien machten und daß in München selbst die Kazenmusiken vor Lola's traten zusammen, die„ Bürgerschaft" strömte in das RathFenster nicht verstummten. haus und zog gegen 4 Uhr nachmittags, mehr als 2000 Köpfe scheinen. Unter Zeichen großer Spannung wird General Boisdeffre als Zeuge aufgeren. Labori fragt den Zeugen:" Kann der Beit vor seinem Erscheinen vor dem Kriegsgerichte dem KriegsBeuge sagen, welcher Art das Schriftstück ist, das Esterhazy einige minister bat zukommen lassen?" General Boisdeffre antwortet: Dreyfus. Das fragliche Echriftstück bezieht sich auf die Angelegenheit, Ich glaube daher ohne Mißachtung des Gerichtss beschlusses und des Amtsgeheimnisses von diesem Schriftstück nicht sprechen zu dürfen." Labori erwidert:„ Ich bestehe auf der Frage, welcher Art dieses befreiende" Schriftstück ist?" Boisdeffre antwortet: Das Amtsgeheimniß verbietet mir, зи antworten." Labori: General Boisdeffre ift verantwortlicher Beamter und steht hier vor Gericht. Er fann fich nicht auf das Amtsgeheimniß berufen." Boisdeffre Das Amtsgeheimniß fällt zusammen mit dem Staatsgeheimniß. Ich füge hinzu, daß ich die höchste Achtung vor dem Gerichte hege, und bezeuge das hier laut vor den Geschworenen. Für mich aber handelt es sich um das Amtspeheimniß, wenn die Veröffentlichung eines Staatsgeheimnisses in Frage kommt." " " zum Wintersemester. Ferner wurde den nicht aus München ge- in der Barerstraße wurde vom Wolke gestürmt und theilweise bürtigen Studenten aufgegeben, innerhalb 24 Stunden die Stadt demolirt. Ein großes Packet an Lola gerichteter Bittschriften, das zu verlassen ein Befehl, dem die Meisten schon aus Mangel an man aufstöberte und unter deren Urhebern sich viele bekannte Meisegeld gar nicht nachkommen konnten. Auch erzählte man, die Persönlichkeiten befanden, ging bald von Hand zu Hand und erregte Universität werde in der Zwischenzeit bis zum Winter nach das größte Gaudium der Münchener. Landeshut zurückverlegt werden. Bahllos waren die Spottschriften und Parodien auf den König, dem man die Liebste weggejagt hatte. Hier die Probe eines solchen Spottgedichtes: Lola, Sternbild meiner Nächte, Dich so heiß geliebet habend! Wenn der Bayern Volk bedächte, Was ich leide jeden Abend! Ferne mußt Du von mir wohnen. Holder Schutzgeift der Tentonen!... Wenn ich keine Gelder sende, Zürne nicht, es sind die Hände Mir gebunden, denn die Stände Fordern die Millionen ein, Die nach Griechenland hinein Ich zur Ehr dem Vaterland Meinem Otto einft gesandt, Und der Landestaff entnahm, Was indeß zu tage kam. Dente Dir nur meinen Gram! Lola fette indeß ihren luftigen Lebenswandel mit Grazie ftart, von gewaltigen Menschenmengen umgeben, nach dem fort. Besonders liebte sie die Gesellschaft von Studenten, mit denen Schloffe. Anfangs war der König wenig geneigt, auf die Sturmfie die Kneipen und Kaffeehäuser durchzog und mit denen sie sich petitionen einzugeben. Als aber gegen Abend die Aufregung wuchs auch in ihrem eigenen Hause gut zu unterhalten verstand. Das und in der Barerstraße, wo die Spanierin wohnte, fich der Volkssollte aber ihr Berhängniß werden. Einige Korpsburschen der zorn bedenklich geltend zu machen begann, mußte der König wohl ein" Palatia" bemerkten eines Tages beim Durchwandeln der Barers fehen, daß er die Geduld seiner Münchener überschätzt hatte. Abends straße, daß zwei ihrer Leute vergnügt bei der schönen Lola saßen um 10 Uhr beglückte er sein Bolt mit folgender schönen, selbstverfaßten und diese die Pfälzermüße auf ihre schwarzen Locken geftülpt hatte, Proklamation: Dadurch waren aber die Farben" der Palatia entehrt und die Miffethäter wurden aus dem Korps ausgeschlossen. Sie gründeten ein neues Rorps, die Allemannia", das seine Kneipe im Hinterhause der gräflichen Villa aufschlug und sich zur vollständigen Leibwache für die Zola ausbildete. # " Jego, da die Bürger sich ruhig zurückbegeben haben, ifi's Mein Vorhaben, daß statt erst mit dem Wintersemester, bereits mit dem Sommersemester die Universität wieder geöffnet werde, wenn bis dahin Münchens Einwohner sich zu Meiner Zufrieden heit benehmen. Das Wohl der Bürger liegt Mir am Herzen; das bewies Jch seit mehr denn 22 Jahren. Ludwig.' = Die Lola hat sich ihren jähen und unfreiwilligen Abschieb Die Alemannen wurden von den übrigen Studenten boykottirt, von München wohl nicht allzu sehr zu Herzen genommen. und es tam bald zu ernsten Händeln und Aufläufen vor dem Hause Die Münchener Bürger hatten aus der selbstverfaßten Profla Sie hat noch in verschiedener Herren Länder sehr romantische der Favoritin, welche Szenen sogar der nicht übertrieben empfind: mation des Königs gesehen, daß sie nur entschlossen aufzutreten Abenteuer erlebt und ift schließlich in New Yort famen Lola unbequem wurden. Ich werde die Universität schließen brauchten, um etwas zu erreichen. Daß Ludwig nicht der muthigste größter Dürftigkeit gestorben, nachdem sie sich in den letzten laffen," so äußerte sie sich. Ich mag sie überhaupt nicht mehr hier war, wußte man ja ohnedies. Am Morgen des 11. trat die Bürger- Lebensjahren, wie so viele ihres Schlages, noch zur Betschwester haben, sie foll nach einem anderen Ort verlegt werden." Das goß schaft und der Senat aufs neue zusammen und, tühner geworden, umgehäutet hatte. natürlich Del ins Feuer. Wo man die rothen Müßen der Alle forderte man jetzt nicht nur die sofortige Wiedereröffnung der Als die guten Münchener die Lola zum Thore hinaus gejagt mannen erblickte, wurden ihre Träger mit Pfeifen und Schmähungen Universität mit Ausschließung der Alemannen, sondern grausamer: hatten, da sangen sie noch in loyaler Begeisterung: Heil unserm empfangen. Am 9. Februar stieß ein junger Graf Hirschberg, der weise auch die gänzliche Entfernung der schönen Lolita. Angesichts König, Heil!" Aber die Aufregung blieb. Und wenige Wochen Senior der Alemannen, im Tumult mit einem Dolch um sich und der drohenden Haltung der Boltsmassen fügte sich der König. Doch darauf, als aus Paris die Nachrichten von der Februar- Revolution bewies damit, daß er nicht umsonst zu den Füßen der leidenschaft war es für ihn ein harter Schlag. Die Massen drängten. Lola gekommen waren und es auch in Bayern ernste Boltsbewegungen lichen Spanierin gefeffen hatte. Diese Vorkommnisse steigerten die erhielt den Befehl, innerhalb einer Stunde München zu vergegeben hatte, da hielt es das Ludwigl für das gerathenste, der Aufregung aufs höchfte. Die gesammte Garnison trat unter die lassen. Sie kam dem nach und es war auch die höchfte Beit; nur Königskrone dankend zu entfagen. Waffen. mit Mühe und durch die Geschicklichkeit ihres Kutschers Er hat dann noch zwanzig Jahre gelebt und soll später Am 10. Februar, heute vor 50 Jahren, verkündete in München entging fie den fie verfolgenden Münchenern, erreichte das einmal geäußert haben: Pjui Teufel, ich möchte nicht wieder ein Anschlag am Schwarzen Brett die Schließung der Universität bis Thor und konnte nach Bindau entfliehen. Ihr berüchtigtes Haus König sein!" Im weiteren Berlaufe der Bernehmung des Generals haben am Sonnabend sämmtliche Arbeiter die Arbeit wieder auf Arbeiter Boisdeifre fragt Advokat 2abori: Weiß der Zeuge etwas genomuren. Ausland. Wünschen der Arbeiter entsprochen. Der Ueber den Streit in welches das Beit ant einer Säge, erft dann ließ sich der Unternehmer herbei, die erforderlichen Schuhüber die Persönlichkeit der verschleierten Dame? Boisdeffre: Ich Bei der Gewerbegerichtswahl in Krefeld unterlag in der vorrichtungen anzubringen. Inzwischen hatte das Arbeiterweiß nichts. Labori: Hat der Zeuge eine Untersuchung Gruppe der gemischten Beruse unsere Liste mit 735 Stimmen gegen sekretariat den Aufsichtsbeamten ersucht, den Betrieb zu beDarüber angeordnet, wver die verschleierte Dame war? 981 Stimmen, die auf die vereinigten Gegner fielen. Bemerkt sei, fuchen. Die Arbeiter erklärten dem Beamten feck, die SchutzBoisdeffre: Wir hatten großes Interesse zu erfahren, wer daß unsere Liste gegenüber der voraufgegangenen Wahl diesmal vorrichtungen feien schon vorhanden gewesen, als sie ver= die verschleierte Dame war und haben deshalb eine Unter- 500 Stimmen mehr zu verzeichnen hatte. In der Gruppe der Textil- unglückten. Als sie aber später entlassen wurden, tamen fie suchung angeordnet, aber nichts erfahren. Labori: Hat sie zu arbeiter hatte unsere Liste Oberst Picquart Beziehungen gehabt? Boisdeffre: Das weiß ich davongetragen. Labori: Hat sie zu arbeiter hatte unsere Liste- wie schon mitgetheilt- den Sieg aufs Arbeiterfekretariat und berichteten, daß sie dem Beamten die Unwahrheit gesagt hatten und daß die erlittenen Unfälle die nicht. Labori: Kann Zeuge fagen, wie das„ befreiende" Dokument das Ministerium verlassen hat? Boisdeffre: Auch das weiß ich Die Tischler, Drechsler und Maschinenarbeiter der Firma Folge des Mangels an Schutzvorrichtungen waren. Eine nene Gewerbe Inspektion ist in Gleiwitz errichtet nicht. Labori: Hat Zeuge etwas von dem Vorgehen des Oberst Hennig in Stendal befinden sich im Streik. Die Firma versucht Picquart gewußt? Boisdeffre: Ja. Labori: Können Sie uns allerorts Streifbrecher heranzuziehen. Es wird deshalb gebeten, den worden. sagen, welche Anschuldigung gegen Oberst Picquart erhoben worden Buzug fernzuhalten. Die Stuttgarter Konferenz der Vertrauensmänner für find? Boisdeffre: Es handelt sich um zwei Arten von BeschuldiEin freisprechendes Urtheil fällte die Strafkammer in Halle die württembergische Fabrikinspektion faßte nach einem Vortrag gungen, diejenigen, welche auf Dienstvergehen bezug haben, wie die in der Sache des Zimmermanns Grimm. G. war am 20. Dezember des Genossen Keil über das Thema„ Die Fabrikinspektion und die heute früh veröffentlichten Briefe des Generals Gonse, die vorigen Jahre als Vorsitzender des Zentralverbandes der Zimmerleute Arbeiter" einstimmig folgenden Beschluß: sein persönliches Eigenthum waren, und andere, die dem Kriegs- wegen Uebertretung des§ 360 Abs. 9 des Str.-G.-B.( Errichtung einer" Die Konferenz erblickt in dem Institut der Fabrikaufsicht gerichte unterbreitet worden sind. Ueber diesen Punkt habe Versicherungsanstalt ohne Genehmigung der Staatsbehörde) vom den wesentlichsten Bestandtheil eines wirksamen Arbeiterschutzes. Sie ich feine Erklärung abzugeben. Labori: Aus welchem Grunde dortigen Schöffengericht zu 5 M. Geldstrafe event. 1 Tag verurtheilt ist aber der Ueberzeugung, daß die Aufsicht nur dann den an sie bat man Oberft Picquart eine Mission übertragen? Boisdeffre: worden. Das Landgericht stellte sich heute bei der Berufungs- zu stellenden Anforderungen entsprechen fann, wenn die Zahl der Picquart befand sich in einem Geisteszustande, der ihm im Verhandlung auf den Standpunkt des Kammergerichts vom Beamten wesentlich vermehrt und Assistenten aus den Kreisen Dienste schadete, er war von einer einzigen Idee beherrscht. Der 9. Mai 1892 und nahm an, daß jener Verband keine Versicherungs- der Arbeiter und Arbeiterinnen genommen werden. Sie erachtet Minister glaubte, Picquart würde durch seine Entfernung seinen anftalt im Sinne des Gesetzes fei, da alle Unterstützungen, welche ferner die Ausdehnung der Aufsicht auf die Hausindustrie als ein normalen Geisteszustand wieder gewinnen. Labori: Welche Idee der Verband gewährt, freiwillig geleistet werden und den dringendes Bedürfniß, wenn die Inspektion den Zweck, die krassesten verwirrte Picquart's Geift? Boisdeffre: Darauf fann ich nicht ant- Mitgliedern darauf tein tlagbares Recht zustehe. Auswüchse der Ausbeutung der Arbeiter unmöglich zu machen, erworten, ohne gleichzeitig von der Angelegenheit Dreyfus zu sprechen? reichen soll." Labori: Was hat Picquart in der Esterhazy Angelegenheit gethan. Aus Moskau wird uns geschrieben: Auf der Baumwoll: Agst er über die praktische Thätigkeit der Vertrauens Es folgte ein Vortrag des Stuttgarter Arbeitersekretärs Boisdeffre: Wir hatten ihm aufgetragen, alles zu thun, um seine Zweifel weberei von Hübner in Moskan, welche 3000 Arbeiter beschäftigt, männer. In der Diskussion darüber wurde von allen Seiten in betreff Esterhazy's zu präzisiren; in anbetracht der erlangten ist nach zweitägiger Dauer ein Streit mit Erfolg beendigt worden. bedauert, daß die Inspektion der Betriebe fast immer nur nach vorResultate aber haben wir ihn angewiesen, von weiteren Schritten Die Arbeiter fanden, daß die Lohntaxen in dem von der Fabrik- heriger Anmeldung beim Unternehmer und in Begleitung abzustehen. Für mich, fügt Boisdeffre hinzu, steht die Schuld direktion gemachten Anschlag au niedrig bemessen waren. Dreyfus feft, und meine Ueberzeugung in dieser Hinsicht ist absolut. Fabrikinspektor nahm für die Arbeiter Partei und so wurde den eine Resolution angenommen, worin der Werth des Vertrauensdesselben oder seines Vertreters vorgenommen werde. Es wurde ( Anhaltende Bewegung.) Darauf wird General Gonse aufgerufen. Labori fragt wanowo Wosnessenst ist noch nachzutragen, daß der männer- Instituts betont wird und die Arbeiter aufgefordert werden, ihn: Was für ein Schriftstück hat Esterhazy vor seinem Er selbe zwei Wochen nach seinem Anfang mit einem theilweisen Erfolge mindestens einmal im Jahre einen schriftlichen Bericht über ihre sich seiner ausschließlich zu bedienen. Die Vertrauensmänner sollen scheinen dem Kriegsgerichte dem Kriegsminister übergeben? Gonse: der Arbeiter beendigt worden ist. Die Zahl der Feiertage, die auch Thätigkeit an das Arbeitersekretariat einsenden, Darauf habe ich nichts erwidern. Labori: Warum fonnte Esterhazy dieses Schriftstück ein„ befreiendes" nennen? als Rubetage für die Arbeiter gelten, ist erhöht worden, auch ist die Material dann зи verarbeiten hat. Weiter wurden die Gonse: Ich habe darauf nichts zu sagen. Labori stellt weiter an den Arbeiter hielten sich bis zum Ende standhaft und besonnen, obwohl dustrie- Drten auch weibliche Vertrauenspersonen er Arbeitszeit an Vorabenden der Feiertage verkürzt worden. Die Vertrauensmänner beauftragt, dafür zu sorgen, daß in allen InZeugen die Frage: Kennen Sie die verschleierte Dame? Gonse antwortet: Nein und setzt erregter werdend, hinzu: Das findes an Provokationen nicht fehlte. Arbeiterversammlungen waren nannt werden. In der Debatte erklärte man sich entschieden daFallen, Die sie mir da stellen. ( Anhaltender Lärm, leb- abfolut unmöglich gemacht. gegen, daß für diese Funktion von dem Fabrikinspektorat barmherzige bafte Erregung. Der ganze Saal steht auf.) Labori fährt fort: Nach dem was gesagt worden ist, habe ich keine Fragen mehr Schwestern verwendet werden. Ferner wurde beschlossen, an die Zentralstelle für Gewerbe und an den Zeugen zu richten. Ich wende mich an den Generalanwalt, Die Vertreter des deutschen Baugewerbes, eine Vereini- Handel eine Eingabe zu richten um unentgeltliche Ueber= der sich ohne Zweifel erheben wird, um dem Amtskleide, das ich gung, die bekanntlich mit dazu beigetragen hat, Herrn von Posa- lassung der Inspektionsberichte an die Ver= trage, Achtung zu verschaffen.( Allgemeine Erregung.) Der General dowsly für sein Rundschreiben über die Einschränkung des trauensmänner. Die Anregung, um Bewilligung eines anwalt van Cassel rührt sich nicht. Da ruft Labori unter dem Koalitionsrechtes zu begeistern, beschloß unter dem Vorsitz des Staatsbeitrages zur Entschädigung der Ver sprachlosen Staunen der athemlos horchenden Zuhörerschaft zum Landtags- Abgeordneten Felisch, fünftig bei Bausperren seitens der trauensleute einzukommen, fand ebenfalls Zustimmung. Gerichtshofe gewandt: Gestatten Sie mir im Namen des ganzen Arbeiter zu einer allgemeinen Aussperrung überzugehen. Barreau... Ja, Jawohl! ruft hier ein Theil der anwesenden Advokaten; andere rufen dagegen: Nein! Die Zuhörerschaft nimmt an diesen Kundgebungen theil und es folgt ein furchtbarer Tumult. Der Präsident läßt den Saal räume 1. Man bereitet Labori eine Ovation. Es gelingt den Gardisten, mit Mühe den Saal zu Nach Wiederaufnahme der Verhandlung erklärt General Gonse auf Ersuchen des Vorstehers der Anwaltskammer und des General anwalts, seine Worte zu Labori seien über das hinausgegangen, Der nordamerikanische Zuckertruft hat in seiner Jahreswas er habe sagen wollen. Der Zwischenfall ist damit er versammlung beschlossen, einen nach der üblichen Dividende noch Iebigt. Gonse ergreift wieder das Wort und sagt: Man verbleibenden Betrag von 15 000 000 Dollar als Betriebskapital zu bat gestern Schreiben verlesen, die von mir an den Oberst verwenden. Picquart gerichtet waren. Er hatte mir ausdrücklich als den Neber die Gründe, welche die Leiter des Zuckertrufts zu dem Urheber des Borderan's den Major Esterhazy bezeichnet. Ich bemerkenswerthen Vorschlage bezüglich Verwendung des immensen sagte ihm, daß, wenn er des Verräthers sicher sei, es ihm Ueberschusses veranlaßt haben, gehen in Kreisen der Interessenten die Apotheker- Rechnungen. Die Niederrheinische Boltstribüne" auch gelingen müßte, Licht in die Sache zu bringen, dadurch, daß Meinungen auseinander. Wie der Hamb. Korrefp." schreibt, wird in Düsseldorf hat dieser Tage die dortigen Apotheken daraufhin er nach den Offizieren forfche, welche das kompromittirende Schrift von woblunterrichteter Seite behauptet, die 15 Millionen Dollar fontrolliren lassen, wie hoch man sich die Anfertigung der Arzneien flück hätten ausliefern fönnen. Ich sagte ihm, er möge unkluge würden in dem kostspieligen Kampf des Zuckertrufts gegen die Kaffee bezahlen läßt. Ein und dasselbe Rezept, das aber natürlich vom Schritte vermeiden, d. h. die Verhaftung, denn Oberst Picquart firma Arbuckle Broth. und die von dieser Seite drohende neue Kon- Arzte vervielfältigt worden war, wurde in ca. 12 Apotheken aufwollte den Major Esterhazy verhaften lassen. Die Briese wurden kurrenz noch eine wichtige Rolle spielen. gegeben. Das Ergebniß war, daß die Arznei, die in einer Apotheke heute früh veröffentlicht. Vors.: Haben Sie die Ermächtigung zu Ein Zuckermakler sagte: Daß der Zuckertrust troh hoher 85 Pf. kostete, in anderen mit 90, 95, 120 und 135 Pf. bezahlt der Veröffentlichung ertheilt? Antwort: Nein. Im weiteren Ver- Dividenden über einen Einnahme- Ueberschuß von 15 000 000 Dollars werden mußte. Die„ Niederrheinische Wolfstribüne" läßt nun, die Iauf der Verhandlung sagte der frühere Justizminister Trarieng verfügt, ist Beweis genug dafür, daß der Artikel eine Preisreduktion Arzneien auf ihre Best andtheile hin von einem Fachmann aus, er habe sich mit der Angelegenheit im Intereffe der Gerechtig vertragen kann, und eine solche steht zweifellos bevor, sowie Arbuckle untersuchen. keit und der Menschlichkeit besaßt, denn man habe von geheimen Broth. eine außerhalb des Trust stehende Gründung, die vorzugsDer Staat und die Ehe. Schwere Strafe trifft Personen, Dokumenten gesprochen. Was die Aehnlichkeit der Handschrift des weise Rübenzucker rasfiniren wird- ihre neue 3cker- Raffinerie in vielgenannten Bordereau's betreffe, so theile er die Ansicht Scheurer Brooklyn eröffnen. Bei einer Produktion der Trust Raffinerien von die im Konkubinat leben, und das außereheliche Geschlechtsleben ist Kestner's. Aus der Handschrift des Bordereau's habe sich ihm 35 000 Faß per Tag würde jede Reduktion des Preises für Raffinade überhaupt mit dem Makel der Unsittlichkeit behaftet. Der Staat die Unschuld Dreyfus ergeben. Trarieur legt num um 1/4 Gis. per Pfund einen Verlust von ca. 60 Cis. per Faß oder fördert aber die Sttlichkeit dadurch, wenn er gewissen Kategorien ausführlich die Affairen Picquart und Esterhazy dar; feine 21 000 Dollars per Tag und 6 000 000 Dollars per Jahr be- feiner Angestellten gebietet, nur unter bestimmten Bedingungen sich Angaben werden von den Zuhörern je nach der Parteistellung deuten. Da der Trust für fein Produkt einen der Zollerhöhung verheirathen zu dürfen. So ist das auf Tagelohn eingestellte mit Iauten Rundgebungen aufgenommen. erhält, Die Fortsetzung entsprechend höheren Preis Personal des Münchener Rangirbahnhofs mit einem Ulfas der Aussagen Trarieng' wird auf morgen verlagt und die Sigung beglückt worden, worin ein Herr Rippstain namens der„ königl. geschlossen. An den Eingängen zum Justizpalast steht die Menge Bahnstation I. S." zur Vermeidung vorzeitiger und mangelhafter dichtgedrängt. Die Generale Boisdeffre, Gonse und Mercier werden Besuche" n. a. folgende, Ver ehelichungs- Bestimmungen" bekannt giebt: beim Verlassen des Gebäudes mit Hochrufen auf die Armee begrüßt. Als Zola hinaustam, erschollen nur vereinzelte Rufe. räumen. Gewerkschaftliches. Berlin und Umgebung. " Unternehmer- Verbände. Die schlesischen Spiritusbrenner haben in einer zahlreich besuchten Versammlung in Breslau einstimmig die Gründung einer Schlesischen Spiritus- Verwerthungsgenossenschaft für die Proving mit dem Sitze in Breslau beschlossen. Schlesien, eingetragene Genossenschaft mit beschränkter Haftpflicht" Als wesentliche Aufgabe wurde bezeichnet, dem Spiritus eine möglichst gleichmäßige dem Interesse des Kartoffelbaues entsprechende Preislage zu sichern. ist die Nothwendigkeit eines Ueberschusses von 15 000 000 als Betriebskapital, des Tarifes wegen, nicht einleuchtend. Im Gegentheil gab die Tarifänderung Gelegenheit zu spekulativen Zuckereinführen, welche Der American Sugar Refining Co. einen Gewinn von 8 000 000 Dollar gebracht haben. Bon anderer Seite erklärt man die Beibehaltung des enormen Baar- Ueberschusses sowohl aus der Vermehrung der Konkurrenz durch neue Zuckerraffinerien und der Ausdehnung der Rübenzucker Industrie hier zu Lande, als aus dem Verlust der früher von dem Zuckertrust fontrollirten Hawaii- Ernte, die jetzt in die Hände der unabhängigen Raffineure gelangt. Boziales. Der Vorsitzende der Konferenz, Genosse Leipart, führte in seinem Schlußwort aus: So mangelhaft die Konzessionen, die die heutige Gesellschaft dem Arbeiter mache, auch seien, so müsse man doch das wenige, was die Schutzgesetze bieten, auszuützen suchen. Die Rechte der Arbeiter zu vertreten, dazu hätten wir ganz besonders gegenwärtig, angesichts des Posadowsky'schen Attentats auf die Koalitionsfreiheit, allen Anlaß. Arbeiter Risiko. In einem Kalkofen bei Theben- Neudorf bei Preßburg in Ungarn sind 4 Arbeiter auf bisher unaufgeklärte Weise erstickt. litten der Apotheker und 3 Arbeiter durch Explosion von Gasen, In einer Apothete in St. Gallen in der Schweiz ers die sich bei der Anfertigung von Pflastern gebildet hatten, Vers legungen. Ter Apotheker und ein Heizer sind denselben erlegen. Zur Ertheilung der dienstlichen Werehelichungsbewilligung" wird vorausgesetzt, daß die Gesuchsteller: a) in das 26. Lebensjahr eingetreten sind, b) sich in geordneten wirthschaftlichen Verhältnissen befinden, das heißt keinen Schadenersatz zu leisten haben und in keine Schulden gerathen find, c) daß sie seit angemessener Zeit keine eine andere Dienstklasse oder Androhung der Entlassung erlitten haben erhebliche Disziplinarftrafe, wie Strafverfegung, Zurückversetzung in Achtung, Berliner Zimmerer! Da in der nächsten öffentlichen Versammlung seitens der Lohnkommission Abrechnung gelegt und d) die getroffene Wahl vom Standpunkt der dienstlichen werden soll, ersuchen wir sämmtliche Kameraden, welche noch Interessen nicht unzulässig erscheint." Sammelliften, auf welchen schon Beiträge gezeichnet und Marken Weiter wird verlangt, daß dem Gesuche beizulegen sind das verabfolgt sind, im Laufe der Woche entweder bei den Bezirks Unfallversicherung. Bei der Töpferei: Berufsgenossen- Geburts, Familienstands- und Lenmundszeugniß kassirern oder auf unserem Bureau abzuliefern. Alle später ein- fchaft wurt en im Jahre 1897 951 Unfälle angemeldet und davon der Braut, sowie die Einwilligungserklärung des Vaters oder gehenden Listen können bei der Veröffentlichung nicht mehr berück- 166 als entschädigungsberechtigt anerkannt. Im Jahre 1896 waren Bormunds, sofern die Braut noch nicht 24 Jahre alt ist. fichtigt werden. Die Sammlungen zum Agitations und nur 116 Unfälle entschädigungsberechtigt. Entschädigt wurden die Nach diesem Erlaß entscheidet also der obere Beamte nicht nur Unterstüßungsfonds werden jedoch laut Beschluß unserer Unfälle des Jabres 1897 nach vorläufiger Schägung mit 154 312,35 M. darüber, ob ein Arbeiter heirathen darf, sondern er entscheidet auch öffentlichen Versammlungen ungehindert fortgesetzt und ersuchen wir gegen 143 012,35 M. im Vorjahre. 1896 famen also auf einen Un- über die Wahl der Braut. Das ist die Staatsknechtschaft in alle diejenigen. welche noch nicht im Befiße einer Karte sind, dies fall 1232 Wi. Entschädigung, 1897 nur 929 M. Zur Erklärung der abstoßendsten Form. Selbst in den schlimmsten Zeiten der mittelunverzüglich nachzuholen, da bei eventuellen Maßregelungen die dessen wird angeführt, daß eine große Anzahl Unfälle nur gering alterlichen Junkerherrschaft ist dem Arbeiter im Punkte der VerUnterstützung davon abhängig gemacht wird. Die Lohnfügige Verlegungen und dementsprechend niedrige Entschädigungen ehelichung kaum mehr zugemuthet worden als heute. tommission. J. A.: Theodor Fischer. im Gefolge gehabt hätten. Die Verwaltungskosten betragen im letzten Jahre 43 000 m., also faft 25 pet. der Entschädigungsfumme. Dentsches Reich. Die Generalversammlung des Verbandes der Werftarbeiter nahm in der Sigung vom 7. Febrr. den Geschäftsbericht des Vorstandes entgegen. Demfelben ist zu entnehmen, daß die Zahlstellen von 7 auf 13 gewachsen find, und gegenwärtig die Mitgliederzahl 3334 beträgt. Der Agitation haben sich vielfach Hindernisse entgegengestellt, da Mitglieder des Metallarbeiter- Verbandes den Anschluß der Werftarbeiter an ihre Organisation befürworteten. Der Rassenbericht weist folgende Zusammenstellung auf: Einnahmen: Von den Zahlstellen 2717,45 M.; an Beiträgen für die Generalkommission 401,15; für gelieferte Utensilien 141,55 M.; zur Deckung der Unkosten der vorjährigen Generalversammlung 147,24 M.; für Streifunterstützung 131; zur Deckung der Echulden 9051,40 M.; dazu der Bestand am 1. Januar 1897 mit 207,16 M., ergiebt eine Gesammteinnahme von 12 796,95. W oder lang Nach§ 28 des Unfallversicherungs Gesetzes find die Berufs: Depelihen und lehte Nachrichten. genossenschaften, soweit sie dies nicht schon früher gethan haben, verpflichtet, in der jeßigen Zeit eine neue Revision des Ge- wird die Ansicht, daß Rußland die Kandidatur des Prinzen Georg Wien, 9. Febr.( B. H.) In hiesigen diplomatischen Kreisen fabrentarifs vorzunehmen. Das Gesetz bestimmt, daß, von Griechenland für den tretensischen Gouverneurposten definitiv nachdem die erste Gefabrentarif Revision zwei Jahre nach zurückgezogen hat, nicht getheilt; man ist vielmehr der ÜeberErrichtung der Berufsgenossenschaften stattgefunden hätte, aller zeugung, daß auf diese Kandidatur über kurz fünf Jahre Jahre neue Revisionen erfolgen follen. Die erfte wieder zurückgegriffen werden wird, was auch die AusRevision erfolgte nach Ablauf des Jahres 1887, die zweite nach laffung Lord Salisbury's im englischen Oberhause erkennen lasse. 1892, die dritte würde also jest fällig sein. Nach den Lohnfummen, Außerdem, so wird versichert, bestehe jetzt die Gefahr, daß die Machtdie im Laufe eines Jahres gezahlt sind und nach der Gefahrentarif haber an der Newa wegen des momentanen Mißerfolges früher oder tlaffe, in welche ein Betrieb eingeschäßt ist, wird für den Betriebs- später Revanche nehmen werden, und zwar nicht nur am Sultan, inhaber der Jahresbeitrag berechnet. Das Reichs- Versicherungsamt sondern auch an denjenigen Mächten, welche den Sultan zum Widererhält übrigens alle Tarife zur Prüfung und erst nach der von ihm stand aufstachelten. ausgesprochenen Genehmigung können sie in Geltung treten. Eine gute Fabrikinspektion ist nur möglich, wenn die Fabrikinspektoren von den Arbeitern selbst unterstützt werden. Bielfach getrauen sich diese aber leider nicht, die Wahrheit über die Zustände in den Betrieben zu fagen, um es mit den Rom, 9. Februar.( W. T. B.) Die Kammer hat die Wahl des An Ausgaben sind zu verzeichnen 11 282,52 M. Der Bestand Sozialisten Cipriani, der in Forli wiedergewählt war, nachdem seine am 1. Januar d. J. betrug 1514,43 M., die Kassenbestände der Wahl bereits einmal für ungiltig erklärt war, wiederum für ungiltig Filialen, ausschließlich Gaarden, 4999,92 M., Gesammtbestand am erklärt. 1. Januar d. J. 6514,85 M. Konftantinopel, 9. Februar.( B. H.) In Galata haben in Den Polivern der Stuhl- und Sofafabrik in Hartha ist unternehmern nicht 311 verderben. Das wird von den der letzten Nacht zwischen deutschen und englischen Matrosen einereine Lohureduktion von 20 pet. angekündigt worden, mit dem Hin- Gegnern der Vervollkommnung des Fabritinspektorats natür- feits und türkischen Zivilpersonen andererseits Raufereien stattweis, die Arbeiter möchten sich innerhalb 8 Tagen entschließen, wie licherweise bestritten, es bleibt aber nichts desto weniger gefunden. Mehrere deutsche Matrosen und mehrere Türken haben sie sich dazu stellen. Wem es nicht passe, tönne gehen. Die Stuhl- wahr. Das Nürnberger Arbeiterfetretariat, dem Verlegungen erhalten. Die Polizei schritt ein und trieb die Raufenden bauer und Polirer werden gebeten, den Zuzug nach Hartha fern- unfer Genosse Segit vorsteht, ist in der Lage, hierfür ein paar auseinander. zuhalten. neue drastische Beispiele anzuführen. Eine jugendliche Arbeiterin Venedig, 9. Februar.( B. H.) Auf dem Bahnhof in Mestre Die Differenzen zwischen der Firma Bock u. Fischer in leugnete dem Inspektor gegenüber, über die gesegliche Beit hinaus hat ein angerlicher Dr. Otto Kunerth aus Berlin Selbstmord verubt, Marbach und deren Arbeiter sind durch Vermittlung des Vor- beschäftigt worden zu sein. Als sie bald darauf entlassen wurde, nachdem er vorher sein ganzes Vermögen im Spiel verloren hatte. fizenden des Deutschen Holzarbeiter Verbandes, Herrn Kloß, beis erschien fie auf dem Sekretariat und theilte mit, daß sie vom Prätoria, 9. Februar.( Meldung des Reuterschen Bureaus.) gelegt. Die Absicht der Einführung der sogenannten Tageszettel, die Vorarbeiter gezwungen wurde, die Wahrheit zu ver- Präsident Krüger ist auf weitere fünf Jahre zum Präsidenten der In die Ursache des Ausstandes bildete, ist aufgegeben worden und schweigen. einer Tischler Werkstätte verunglückten drei südafrikanischen Republit gewählt worden. M # Berantwortlicher Redakteur: August Jacobey in Berlin. Für den Inseratentheil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin. Druck und Verlag von Max Bading in Berlin. Sierzu 2 Beilagen u. Unterhaltungsblatt. Br. 34. 15. Jahrgang. 1. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Douueras, 10. Februar 1898. Reichstag. " Abg. Dr. Förster= Neustettin( wild. Ant.) kommt auf seine früheren Aeußerungen über die Rede des Abg. v. Koszielski zurück und giebt zu, daß er vielleicht zu weit gegangen sei, dieselbe als hochverrätherisch zu charakterisiren, im wesentlichen müsse er aber nach nochmaliger Prüfung sein damaliges Urtheil durchaus bestätigen. Abg. Werner( Reform- P.): Ich wundere mich, daß gerade Herr Bebel, als Vertreter der internationalen Arbeiterpartei, auf die Gefahr hinwies, die uns durch die Konkurrenz der chinesischen Arbeiter droht. Im übrigen bin ich durchaus für ein Einwande rungsverbot gegen diefelben. Was die Erwerbung Kiaotschau's selbst anbelangt, so begrüßen wir das Vorgehen der Regierung nach allen Seiten hin mit großer Freude. Redner geht dann auf eine Zeitungsnachricht ein, nach der die Konzession für die Spielbank in Monato auf 50 Jahre verlängert sei. Ich frage die Regierung, ob es nicht möglich ist, dies Piratenthum in Europa endlich zu unterdrücken. Abg. v. Jazdzewski( Pole): Der Abg. Förster hat weder damals noch heute den Nachweis gebracht, daß Herr v. Koscielski in Lemberg eine staatsverrätherische Rede gehalten hat. eignet haben, ist wesentlich dem Einfluß der sozialdemokratischen sich China noch zur Goldwährung befehren wird, wird sich Herr Partei geschuldet. Der Abg. Haffe hat aber darauf hingedeutet, daß von Kardorff als letzter Bimetallist mit seinem langen und dicken 36. Sigung. Mittwoch, den 9. Februar 1898, 2 Uhr. möglicherweise durch Gefeß die Einfuhr fremder Arbeiter Bopf begraben laffen.( Große Heiterkeit.) nach Deutschland verhindert werden müsse. Er wird damit Am Bundesrathstische: v. Bülow. Abg. Frhr. v. Stumm( Rp.): Herr Richter zieht hier gegen den Die zweite Etatsberathung wird beim Auswärtigen Amt" wenn es sich um die Einfuhr polnischer und italienischer Arbeiter die Schußzöllner des Kreises Hagen in der Stichwahl gewählt haben. bei seinen eigenen Parteigenoffen wenig Erfolg haben, zumal Schutzoll zu Felde, er sitzt aber hier nur im Reichstage, weil ihn fortgesetzt. Die Diskussion über den Titel Staatssekretär dauert handelt. Ob meine Partei bereit sein wird, für ein solches Gesetz, Abg. Graf v. Schwerin Löwiz( f.) wendet sich gegen die noch fort. wie Abg. Haffe es angeregt hat, zu stimmen, steht noch sehr in vom Abg. Richter an den Beschlüssen des Landwirthschaftsraths Abg. Graf Kanit( t.) geht auf die Ausführungen Bebel's vom Frage. Noch eins kommt in betracht. Die deutschen Unternehmer geübte Kritik. Wenn andere Länder sich mit chinesischen Mauern geftrigen Tage ein. In betreff des Vergleichs mit dem Jameson'schen zwingen die deutschen Arbeiter ihrerseits durch die Konkurrenz, die umschließen, können wir unser Land nicht offen lassen gegen den Einfall sage ich nur: Quod licet Jovi, non licet bovi. Ich bedauere es, fie ihnen durch fremde Arbeiter bereiten lassen, nach dem Auslande Produktionsüberschuß der ganzen Welt. Die Handelsverträge stellen daß unsere parlamentarischen Juftitutionen es geftatten, in dieser Weise auszuwandern. Gegenwärtig bereits verwenden viele deutsche Schiffs- ein einseitiges Rechtsverhältniß dar und deshalb müssen sie so bald gegen die Autorität der Krone vorzugehen, wie Herr Bebel es gestern gesellschaften Chinesen an Bord der Schiffe. that. Doch ich muß konstatiren, daß diese Ausführungen in der Rhederei von 1889 wendet dabei sogar das schmutzige Verfahren an, Die Dampfschiffs- als möglich gekündigt werden.( Bravo rechts.) Abg. Dr. Barth( frs. Vg.): Graf Kanizz und seine Freunde ungeheueren Mehrheit des Volkes große Entrüstung hervorgerufen daß sie deutsche Arbeiter in Deutschland für drei Monate engagirt thun so, als ob sie auch die Interessen der Industrie vertreten. haben.( Bravo! rechts.) Herr Richter meinte gestern, wir seien und die Leute, wenn die Schiffe in Shanghai angekommen Dann müssen ja die Industriellen mit den letzten Handelsverträgen im Begriff, uns mit einer chinesischen Mauer zu umgeben, wenn find, abmustert. Für die Rückfahrt benutzen sie dann chinesische ganz unzufrieden sein. Das gerade Gegentheil aber ist der Fall. unsere Politik in den Bahnen sich fortbewege, die der Land- Arbeiter. Die Deutschen abec müssen im Auslande auf eine Ge- Jetzt ist gar Frankreich das gelobte Land. An den Herrn Staatswirthschaftsrath erst neuerdings empfohlen habe. Um diese legenheit warten, wieder in die Heimath zurückzukehren. Auch sekretär richte ich die Frage, wie weit die Verhandlungen mit EngBehauptung zu widerlegen, geht Redner ausführlich auf andere Dampfschiffs- Rhedereien folgen diesem Beispiel. Besonders land über die Erneuerung der gekündigten Handelsverträge gedie deutsche Handelspolitik der letzten Jahre ein. Wir die Hamburger Genossen haben darüber geflagt. So gechneten die diehen sind. dürfen unsere Macht dem Auslande gegenüber beim Abschluß von Schiffsarbeiter darauf, als eine Gesellschaft ihre Fahrten ver Staatssekretär v. Bülow: Wir haben die Grundrisse unserer Handelsverträgen nicht unterschätzen.( Bravo! rechts.) mehrte, daß ein Theil ihrer unbeschäftigten Kollegen Beschäftigung Forderungen England übermittelt, die Antwort Englands ist aber an Bord der Schiffe finden würde. Diese Hoffnung ist zu nichte noch nicht eingetroffen. Mehr kann ich jetzt nicht sagen. gemacht worden; es wurden chinesische Arbeiter angenommen. Hierzu Abg. Dr. Schoenfant( Soz.): Die Regierung hat bis jetzt auf kommt noch die agrarische Politik, die dem deutschen Arbeiter die die Kritiken an den Handelsverträgen nicht reagirt. Nicht einmal Lebensmittel vertheuert und seine Organisation zu verhindern trachtet, der Vertreter der sächsischen Regierung, obgleich der sächsische durch die er sich aus eigener Kraft eine bessere Lebensstellung zu Minister Metzsch im sächsischen Landtage ausdrücklich erklärt hat, furz streifen. Ich meine, die deutsche Arbeiterklasse hat allerdings hat nachgewiesen, daß im Erzgebirge unter dem Hochschußzzoll eine erringen versucht. Ich will die Frage der Handelspolitik nur ganz daß die Handelsverträge im Interesse Sachfens liegen. Die Statistik das größte Intereffe daran, daß Deutschland auch fünftighin auf Entvölkerung stattgefunden hat.( Hört! hört!) Erst nach der dem Boden der Handelsvertragspolitik bleibt. Nur dadurch Wiedereinführung der Handelsverträge ist dort die Lage kann der deutsche Ausfuhrhandel aufrecht erhalten und damit der günstiger geworden. Wenn Herr v. Hammerstein- Lorten sich deutschen Arbeiterklasse dauernde Beschäftigung gewährt werden. im preußischen Abgeordnetenhause au gunsten der Herren. Die Beschlüsse des Landwirthschaftsraths, der gegenwärtig tagt, find auf der Rechten festlegt, so ist allerdings die Frage ers direkt handelsvertragsfeindlich gewesen und nicht nur das, auch laubt, ob der Kugelfang von heute auch 1903 noch feststehen direkt kulturfeindlich. Wenn die Agrarier so weit gehen, zu be wird.( Heiterkeit.) Im übrigen will ich die Konservativen daran haupten, daß der Bau von Kanälen eine Schädigung der Land- erinnern, daß ste nicht immer Hochschutzöllner gewefen sind. 1876 wirthschaft bedeute, so ist das ein Standpunkt, mit dem wir über hat Herr v. Wedell- Malchow namens der Rechten Schulter an, haupt nicht mehr diskutiren können. Herr v. Kardorff hat gestern Schulter mit Eugen Richter und Karl Braun- Wiesbaden in der Abg. Richter( frf. Bp.): Ich komme nochmals auf die geglaubt, mir vorhalten zu können, die Zahlen meiner Beweis Frage der Eisenzölle auf seiten der Freihändler gekämpft und erklärt, monströsen Beschlüsse, die vorgestern unter Führung des führung feien einer bimetallistischen Schrift entnommen. Ich kenne daß man die Arbeiter aus dem nördlichen und östlichen Deutschland, Herrn Kanig gefaßt sind. Wir müssen den Herren sehr dankbar weder den Verfasser noch den Namen dieser Schrift, die er genannt die man in der Blüthe der Eisenindustrie herangezogen hatte, nun lein, daß Sie so offen ihre Karten auslegen und uns wieder Gelegen hat; meine Zahlen stammen aus den verschiedensten Quellen. Was bei der Stockung dieser Industrie nicht für die jetzige Noth bezahlen heit geben, auf Ihre Politik einzugehen. Sie sprechen von einem nun seine Schlußprophezeiung anlangt, so werden wir ja seben, laffen könne. Er äußerte sich damals auch allgemein, daß kein Eystem der planlofen Politit, welches die Handelsverträge hervor was die Zukunft bringt, ob Sie oder wir bei den Wahlen recht be- Grund vorliege, die nationale Arbeit in einem Gewerbe zu schützen, gerufen hat. Planlos war die Politik des Fürsten Bismarck. Dahin halten.( Bravo! bei den Sozialdemokraten.) wenn dies auf Kosten der übrigen Gewerbe geschehen solle. Die hat sie uns geführt, daß gegen Deutschland sich immer höher die Idee des Schutzes der nationalen Arbeit führe zu einem komplizirten Zollschranken aufrichteten. Ich habe nicht die Handelsverträge verSchutzzoll- System, wie es komplizirter kaum gedacht werden könne. urtheilt, ich habe nur gewünscht, daß in ihnen noch mehr die alte Politik Herr v. Wedell sprach auch über die landwirthschaftlichen Zölle und des Zollvereins verwirklicht werden möchte. Wir müssen zu den Abg. Graf v. Kanit( t): Was ein Landwirthschaftsrath be- äußerte sich dabei folgendermaßen:„ Ferner ist uns vorgeworfen, gefunden Prinzipien zurückkehren, die wir nach dem Jahre 1879 schlossen hat, ist dasselbe, was in Frankreich seit 6 Jahren zu recht daß auch die Landwirthschaft Schutzölle genießt. Das ist richtig niemals hätten verlassen sollen. Graf Kanit hat von Desterrreich besteht und allen produktiven Klassen dort zu gute kommt. Bielleicht und auch nicht. Es existiren allerdings Zölle auf landwirthschaftund Rußland so gesprochen, als ob er von ihnen mehr wüßte als bestimmt diese Thatsache den Abg. Richter, den Ausdruck monströse liche Produkte, das sind Hopfen, Butter, Käse und Schweine. Diese die österreichische und russische Regierung selbst. Was er anführte, Beschlüsse" zurückzunehmen. Unsere wichtigsten Handelsinteressen Bölle sind aber reine Finanzsölle, und ich erkläre Ihnen gleicht der oft gehörten Behauptung, daß England im Begriff stehe, liegen mit nichten in den zentraleuropäischen Staaten, sie liegen in ich glaube, die deutschen Landwirthe hinter mir zu haben, daß zum Schutzzollsystem sich zu befehren. Ich will noch bemerken, daß den überseeischen Ländern. Das allein genügt, um die Richter'schen wir bereit sind, diese Zölle jeden Augenblick aufzugeben." für den österreichischen Handelsvertrag seinerzeit 28 Konservative Ausführungen zu entkräften. Herr Richter hat davon gesprochen, Dann allerdings ändert sich das Bild. Als die Herren da drüben ftimmten, beinahe ebenso viel als sich dagegen erklärt haben. Um daß ich in China in einem wirthschaftlichen Ausschuß nicht nicht mehr so exportiren konnten, begannen sie sich auf den für die Exportindustrie zu sorgen, reizen sie alle anderen Staaten, zu brauchen gewesen wäre. Das glaube ich, dazu großer Subsidienvertrag mit den Großindustriellen vorzubereiten. fich gegen dieselbe abzusperren. Wer eine solche Politik befürwortet, bin ich viel zu freihändlerisch gesinnt. Ich stehe im Denn der ganze Hochschutzzoll- Tarif von 1879 ist ein Stipendien hat nicht den mindesten Begriff von den Beziehungen zwischen Handel Prinzip auf dem Boden des Freihandels.( Heiterkeit.) Aber vertrag mit den Gifenindustriellen. Die politische Situation von und Industrie. Selbst Fürst Bismarck haben Sie da nicht auf Ihrer Seite. Der läßt sich erst durchführen, wenn der nationalen Arbeit ein aus- damals hat sehr viel Aehnlichkeit mit der von heute. Damals hat Vorschläge, wie fie vom Grafen Kanitz kommen, gehen weit über reichender Schuß gewährt ist.( Heiterkeit) man mit dem Sozialistenschrecken gearbeitet. Heute arbeitet man alles, was jemals in Deutschland befürwortet worden ist. Man Abg. Frhr. Hey! zu Herrnsheim( natl.): Der Abg. Richter wieder damit. Herr v. Manteuffel und feine Freunde haben in folte glauben, daß das nur in China möglich ist. Ich bin aber den hat nicht das Recht, immer im Namen der Industrie und der Kon- Dresden das Schlagwort ausgegeben: Gegen die Sozialdemokraten. Chinesen eine Erklärung schuldig: Man hat es mir von seiten der sumenten zu sprechen! Ift denn nicht auch die ländliche Bevölkerung an Graf Posadowsky kommt mit dem Koalitionserlaß. Man will eine Chinesen übel genommen, daß ich unfere Agrarier mit ihnen verglichen einem vergrößerten Absatz nach dem Ausland interessirt? Die Industrie Pression auf die Arbeitermassen ausüben, um hinterher in aller Ruhe die habe.( Heiterkeit). Sie sagen: die chinesische Mauer, die ist nicht von hat von den Handelsverträgen thatsächlich nicht den Nutzen gehabt, Theilung der Beute zwischen den Großunternehmern der Induſtrie und den modernen Chinesen erbaut worden, im Gegentheil, diese wollen den er erhofft hatte. Graf Kanit hat keineswegs lediglich das der Landwirthschaft bei der Lösung der Handelsvertragsfrage vor fie niederreißen; Gure Agrarier aber wollen ja heute fie erft errichten. agrarische Jutereffe vertreten. Die Politit der Sammlung, die er zunehmen.( Sehr gut! bei den Sozialdemokraten.) Warten wir erst ( Heiterkeit.) Li- Hung- Tschang, der in China etwa dasselbe ist, wie empfohlen, weckt im Volte frendigen Widerhall.( Beifall rechts.) ab, wie die Wahlen ausfallen werden! Die Konservativen, die links bei Euch Bülow oder Posadowsky( Heiterkeit), hätte nie in den Abg. Jebsen( nail.) wendet sich gegen die Bemerkung des Abg. von den Antisemiten und rechts von den Bändlern in die Scheere wirthschaftlichen Ausschuß einen Mann gewählt, der, wie Graf Bebel bezüglich Shanghai. Es ist durchaus nicht wahr, daß die genommen werden, haben keinen Grund, zu hoffnungsvoll in die Stanis, einen Antrag eingebracht hat, von dem mit Recht gefagt ist, chinesischen Arbeiter in den Rhedercien als Lohndrücker gebraucht Wahlen hinein zu ziehen. Die Regierung steht den Agrariern fo daß er Brotwucher treibe zum Nachtheil der Aermsten des Volkes. werden. freundlich gegenüber, daß sie dieselbe Politik preisgiebt oder ( Lebhafter Beifall links und große Heiterkeit.) Abg. Nichter( freis. Vp.): Der Abg. Heyl zu Herrnsheim hat wenigstens nicht vertheidigt, von der au höchfter Stelle gefagt Abg. Graf v. Bismarck Schönhausen( Rp.): Herr Richter hat von der Politik der Sammlung gesprochen. Was da gesammelt worden ist, sie sei eine große That gewesen. Die Ansichten wechseln, die Handelspolitik des Fürsten Bismarck planlos genannt. Ich wird, das sind einige Kreise der Bevölkerung zur Ausbeutung die Regierung schweigt, aber das Volk wird bei den Wahlen die muß diesen Vorwurf zurückweisen. Fürst Bismarck hat zur Zeit der großen Masse des Volfes. Ich habe die Handelspolitik Antwort geben.( Bravo! bei den Sozialdemokraten.) des österreichischen Kaiserbesuchs den Abschluß eines österreichischen des Fürsten Bismarck planlos genannt. Ich mache da Abg. Nöficke( wildlib.): Die Herren auf der Rechten find Handelsvertrages abgelehnt, ohne daß die Beziehungen Deutschlands Unterschiede und habe die spätere Politit im Auge gehabt. feineswegs die Vertreter der gesammten Industrie. Ihre Politit, zu diesem Nachbarstaat verschlechtert worden wären. Fürst Bismarck Fürst Bismarck hat das Berdienst, den deutsch- französischen Handels- die Aufhebung der Meistbegünstigungsverträge, würde die deutsche hat weitausschauende Pläne gehabt in der Zollpolitit, die aber vertrag im Jahre 1872 abgeschlossen zu haben. Ich stehe noch auf Industrie vor ein Vacuum stellen. Die Sammlung, die dort geplant durch die Krise von 1890, die alles von acht zu acht Tagen in dem Standpunkt dieser bismarckischen Handelspolitik und nenne sie wird, läuft nur auf eine Bereicherung jener Herren hinaus( auf Frage stellte, nicht zur Ausführung gelangen konnten. Gegen planvoll. 1879 ist aber Fürst Bismarck Schutzöllner geworden und Kosten der Gesammtheit.( Große Unruhe.) Handelsverträge sind wir auf der Rechten natürlich prinzipiell nicht, im letzten Jahre seiner Amtsthätigkeit tam wieder eine neue Episode Abg. Richter( fis. Vp.): Wenn die Herren konsequent wären, ist auch Fürst Bismarck niemals gewesen. Es müssen nur in der Handelspolitik. Das nenne ich planlos. Die deutsche müßten sie an stelle der Meistbegünstigungs- Verträge Tarifverträge günstige Handelsverträge sein, in denen der einzig ver Industrie hat schwer unter der Schutzzollpolitik des Fürsten wünschen, und nicht, wie der Landwirthschaftsrath, autonome Tarife. nünftige Grundsatz des do ut des( Ich gebe, damit Du Bismarck gelitten. Deshalb haben sich Graf Caprivi und Herr Was meine Wahl anlangt, so kam die schutzöllnerische Gesinnung giebft) genügend gewahrt ift. Wir freuen uns, daß jest von Marschall durch ihre Handelsvertragspolitik ein großes Ver- der Wähler nicht mehr in Frage, da doch nur zwei Freihändler eins vom Regierungstisch die Politik der Sammlung gepredigt wird. dienst erworben.( Sehr richtig, links.) Graf Kanitz sprach von ander gegenüberstanden. Herr v. Miquel hat es dem Fürsten Bismarck mit recht zum Ver- Frankreich. Mit ein paar Worten ist der Vergleich mit Frankreich Albg. Graf Kanit( t): Die deutschen Industriellen sind keinesdienst angerechnet, daß er die beiden Pfähle der Landwirthschaft und nicht abzuthun. Frankreich hat eine sehr geringe Zunahme der Be- wegs mit den Handelsverträgen zufrieden, es ist nämlich nicht nur Industrie zusammenzupranken verstanden hat.( Sehr richtig, rechts.) völferung, in Deutschland nimmt die Bevölkerung jährlich um 1 pt. die Ausfuhr gestiegen, sondern auch die Einfuhr. Alle preußischen So muß es auch wieder werden. Wir fühlen uns wie Herr Richter zu. Wie soll denn diese Bevölkerung ernährt werden.( Sehr wahr! Meistbegünstigungs- Verträge müßten gekündigt werden; an deren als Vertreter der nationalen Produktion und nationalen Arbeit. links.) Bebel hat mit recht das Verhalten des Landwirthschaftsraths Stelle sollen auf grund eines autonomen Tarifs neue Tarifverträge Ich hoffe, wir werden bei der Berücksichtigung dieser beiden Dinge gegenüber den Kanalprojekten gekennzeichnet. Ist das denn wirklich geschloffen werden. zum Abschluß günstiger Handelsverträge gelangen und Herr Richter die Ansicht der landwirthschaftlichen Bevölkerung? Daß man erst wird dann die Freude erleben, daß viele nicht nur auf der Rechten Kanäle baut und dann ihre Wirkung wieder aufheben will, für diese Handelsverträge eintreten.( Beifall rechts.) das Stückchen gehört nicht nach China, sondern nach Abdera.( Große Abg. Bebel( Soz.): Herr Abg. Haffe hat meine geftrige Rede Heiterkeit.) Es ist doch eigenthümlich, daß die Opposition allein der angegriffen und gemeint, daß Aeußerungen, wie ich sie über die Regierung in diesen Fragen konsequent gefolgt ist. In Preußen auswärtige Politik gethan habe, in keinem Parlament der Welt sind ja andere Minister gekommen, aber in den übrigen Staaten da möglich seien. Darin irrt er sich indeß gründlich. Ich brauche nur sitzen ja noch dieselben Herren, die die Handelsvertragspolitik mitan die Vorgänge im franzöfifchen und österreichischen Parlament zu gemacht haben. Und feiner von Ihnen, auch nicht die Herren aus erinnern, mit denen die Vorgänge hier gar keinen Vergleich aus- den Hansestädten, ergreift hier das Wort. Das heißt dann Kontinuität halten und ebenso ist es in England. Wenn eine englische Regierung der Regierung, dann soll die Regierung im Bolle noch Autorität Schritte in der auswärtigen Politik unternimmt, mit denen die haben.( Große Heiterkeit und Beifall links.) Opposition nicht einverstanden ist, so wird auch im englischen Abg. v. Kardorff( Rp.): Gerade in der Industrie zollt man Parlament eine Kritik geübt, die weit verschieden ist von der im noch heute dem Fürsten Bismarck die allergrößte Verehrung. Das Die Debatte wird hierauf geschlossen; das Gehalt des Staatss sekretärs wird bewilligt; ebenso die Forderungen für das Aus= wärtige Amt selbst. Nächste Sigung: Donnerstag 2 Uhr( Fortsetzung der erften Berathung des Antrags Aner über das Koalitionsrecht; Anträge Schneider und Dr. Lieber, betr. die Berufsvereine). Schluß 534 Uhr. Parlamentarisches." Die Berathung des Flottengesetzes soll in der Budgetfommission am Montag nächster Woche beginnen. Die sechste Kommission des Reichstages erledigte heute die deutschen Reichstag gebräuchlichen. Herr Abg. Hasse hat ist der beste Beweis gegen die Behauptung des Abg. Richter. Herr wichtigen§§ 713-715a der Novelle zur Zivilprozeßweiter behauptet, in meinen Ausführungen über die Gefahr, die Richter meint, mit unserer Politik gehörten wir nach Abdera. Herrn Ordnung, welche die Zwangsvollstreckung in förperliche Sachen in der Einführung chinesischer Kulis und anderer auswärtiger lohn Richter's volkswirthschaftliche Politik gehört nach Schöppenstedt oder betreffen, wobei die im Entwurf vorgeschlagenen Pfändungsdrückender Arbeiter für die deutsche Arbeiterklasse liegt, bestehe ein Schilda.( Große Heiterkeit und Beifall rechts.) Widerspruch zu unseren Anschauungen über das internationale Abg. Dr. Paasche( natl.): Wir sind heute wie früher Anhänger beschränkungen in mehreren Beziehungen erweitert wurden. Auch Proletariat. Offenbar weiß Herr Hasse nicht, was wir unter der Handelsvertrags- Politik. Wir wünschen Tarifverträge, wenn in foll eine besondere Bestimmung zu gunsten der Wittwen und international verstehen. Wir erstreben mit Hilfe der ihnen die Rechte Deutschlands ausreichend gewahrt find. Weil minderjährigen Waisen getroffen werden. Die Berathungen werden organifirten Arbeiterschaft aller Länder die Weiterbildung und soziale einzelne meiner Freunde diese Bedingung nicht voll beim russischen Freitag fortgesetzt. Befreiung der gesammten Arbeiterklasse. Wir wollen sie fähig Handelsvertrag erfüllt sahen, haben sie gegen ihn gestimmt. Wir Das Zentrum hat im Reich 3tage einen neuen Gefeßentwurf machen, theilzunehmen an allen Kulturerrungenschaften. Die Unter- haben uns erst neulich durch den Kollegen Friedberg im Abgeordneten über die eingetragenen Berufsvereine eingebracht. Er nehmer aber gehen darauf aus, die Lebenshaltung der Arbeiter Hause für Tarifverträge ausgesprochen, allerdings unter Berücksichti- enthält in der Hauptsache folgende Bestimmungen: flaffe herunterzudrücken, fie wollen verhindern, daß die gung der Interessen der Landwirthschaft. § 1. Werden Vereine, welche die Wahrung und Förderung der deutschen Arbeiter fich diejenige Position erringen, die sie ohne Abg. Richter( freis. Bp.): Jm Abgeordnetenhause hat sich Berufs- und Standesinteressen bestimmter Personentreife bezwecken, die Schmutzkonkurrenz der fremden Arbeiter erringen würden. Die Herr Friedberg weniger für Tarifverträge als für Erhöhung der zur Eintragung in das Vereinsregister angemeldet, so kann die Bers deutschen Arbeiter sind bisher gegen die Einfuhr fremder Kornzölle ausgesprochen. Herr Kardorff verwechselt den Bund der waltungsbehörde gegen die Eintragung nicht aus dem Grunde Arbeiter so loyal wie möglich aufgetreten, ganz Industriellen mit der gesammten Industrie, lettere hegt feine Dank Einspruch erheben, weil der Verein einen politischen oder sozialim Gegensatz zu den Arbeitern anderer Länder. Ich brauche nur barkeit für den Fürsten Bismarck. Herr v. Kardorff hat mich nach politischen Zweck verfolgt oder nach dem öffentlichen Vereinsrecht hinzudeuten auf die Vorgänge, die in Frankreich sich häufig genug Schöppenstedt geführt. Ich will bei China, von wo wir ausgegangen eines Bundesstaates unerlaubt ist oder verboten werden ereignen, wo im Norden französische und belgische Arbeiter, im find, bleiben. Eins hat Herr v. Kardorff mit den Chinesen faun. Mit der Eintragung erhält der Name des Vereins Süden italienische und französische in heftigsten Konflikt gerathen. gemein, die Vorliebe für das Silber und die Abneigung gegen den Zusatz eingetragener Berufsverein".§ 2. Zwecke der Berufss Daß in Deutschland derartige Vorkommnisse sich noch bisher nie er- das Gold. Dieser Zopf hängt ihnen Beiden hinten. Aber während vereine tönnen insbesondere sein: 1. Die Wahrnehmung der Rechte, werden. = der Mitglieder als Mitglieder des Vereins, sowie die Errichtung I milch- Kinder waren von je 1000 in einer Wohnung mit nur] Anlegung einer Uferstraße zwischen Waisenbrücke und Mühlendamm von Schieds- und Einigungsämtern; 2. die Organisation des Ar- 1 Zimmer vorgefundenen Kindern: 502,2, mit 2 Zimmern: 481,0, mit angenommen. Ferner wurde die architektonische Ausschmückung der beitsnachweises und die Gewährung von Unterstüßungen bei Arbeits: 3 Bimmern: 415,4, mit 4 Zimmern: 327,9, mit 5 Zimmern: 249,6, Möckernbrücke genehmigt. Tofigkeit, Arbeitsausständen, Arbeitsausschlüssen, sowie in Fällen der mit 6 Zimmern: 163,4, mit 7 Zimmern: 164,2, mit 8 3immern: 133,7, Noth; 3. die Ausbildung der Mitglieder in ihrem Berufe durch mit 9 Zimmern: 98,0, mit 10 3immern: 137,9, mit 11 oder mehr zeigt der Umstand, daß jezt auch an der Petrikirche Rosetten für die Daß selbst die Kirche der Kultur allmälig Konzessionen macht, Vorträge und Unterrichtskurse; 4. die Errichtung von Bimmern: 102,6. Daß gerade in den kleinsten Bohnungen verhält elektrische Leitung der Straßenbahn angebracht werden. An der Unterstützungs, Kranken- und Versicherungskassen; die Er- nißmäßig die meisten Kinder mit Muttermilch ernährt werden, hat 2ut herkirche wurde, bei Errichtung der elektrischen Bahnlinie örterung und Beschlußfaffung über alle den Beruf und seine triftigen Gründe. Namentlich in den ersten Monaten wird Zoologischer Garten- Schlesisches Thor vor zwei Jahren bekanntlich Den Stand der Mitglieder betreffenden Angelegenheiten die Ernährung mit der Brust von vielen unbemit nicht einmal die Aufstellung von Trägermasten für die vor kurzem mit Einschluß der Einwirkung auf die Gesetzgebung und telten Müttern versucht. Einmal die Verwaltung. erscheint fie ihnen nun doch angelegte oberirdische Leitung gestattet, weil man damals Die Unterstützungen und Einrichtungen billiger, was freilich nicht der Fall ist, da dabei doch nur auf der Meinung war, daß die Masten und Drähte den Eindruck der tönnen auf die Familien Angehörigen der Mitglieder Kosten der Mutter und schließlich auch des Kindes gefpart" werden könnte. Rirche beeinträchtigten. ausgedehnt werden.§ 5. Werden für bestimmte Bezirke Sodann aber ist sie vor allen Dingen viel einfacher. Die um oder innerhalb eines Bezirkes für bestimmte Klassen von Mitgliedern ständliche Zubereitung der Nahrung fällt weg, und außerdem ist die Pferdebahnverkehr 1896 und 1897. Einen Rückgang Zweigvereine gebildet, so ist jeder Zweigverein von dem Vorftande Pflege und Wartung des Kindes, da bei Ernährung mit der Brust in den Betriebs- Einnahmen hat die Große Berliner Pferdebei dem Amtsgericht, in dessen Bezirk er sich befindet, zur Eintra- die Verdauung normaler ist, weniger zeitraubend. Für unbemittelte Eisenbahn- Aktiengesellschaft im Jahre 1897 gegen das gung in das Vereinsregister anzumelden. Wird die Anmeldung Frauen, die gezwungen find, schon kurz nach der Entbindung wieder Vorjahr zu verzeichnen. Die Einnahmen sind von 16 963 000 m. zugelassen, so hat das Amtsgericht ohne Mittheilung an die Wer die Wirthschaft zu besorgen und bald auch wieder durch Erwerb 3- auf 16 882 000. zurückgegangen. Noch viel größer und ganz unwaltungsbehörde den Zweigverein sowie den Namen und Wohnort arbeit im Haufe die Koften des Lebensunterhalts decken zu helfen, gewöhnlich ist die Abnahme der geleisteten Wagen- Kilometer. Die des Geschäftsführers einzutragen und den Eintrag demjenigen fällt die größere Einfachheit der Pflege ohne Zweifel schwer ins Ge- 3ahl derselben ist von 52 Millionen auf nicht mehr als 34 Mill. Amtsgericht anzuzeigen, in dessen Bezirk der Verein seinen Sitz wicht. In den wohlhabenden Klassen wird die Muttermilch zurückgegangen. Daß diese Abnahme nicht auf eine dauernde Verhat. Aenderungen in in seiner Bertretung sowie die Auflösung des Zweigvereins Kinder waren von je 1000 in einer Wohnung mit 2 Zimmern vor Gewerbe- Ausstellung des Vorjahres zurückzuführen ist, zeigt eine find von dem Vorstande anzumelden. Auf die Eintragung gefundenen Kindern: 0,9, mit 3 Zimmern: 3,5. mit 4: 30,0, mit Bergleichung der Betriebs- Einnahmen in den einzelnen Monaten. des Zweigvereins finden die für den Verein geltenden Bor 5: 102,0, mit 6: 186,7, mit 7: 221,9, mit 8: 232,6, mit 9: 274,6, Fast nur in den Sommermonaten 1897 war diese kleiner, schriften entsprechende Anwendung.§ 6. Mehrere Vereine tönnen mit 10: 241,4, mit 11 und mehr: 269,3.( In Wohnungen mit nur ist der Verkehr bedeutend gestiegen. So ist z. B. die Einnahme der als im Ausstellungs- Jahre. In den übrigen Monaten zur gemeinsamen Verfolgung von Berufs- und Standesinteressen in 1 Bimmer wurden überhaupt feine Ammenmilch- Kinder gefunden.) Monate November und Dezember von 1896 zu 1897 um rund Verbindung treten. Die Verfassung der Verbindung wird durch den Wie man sieht, ist der Antheil der Ammenmilch- Kinder von 184 000., b. h. auf 2 858 000 M. angewachsen. Auch die Zahl Verbandsvertrag bestimmt. 6 Zimmern an bereits höher als der( weiter oben mitgetheilte) der geleisteten Wagen- Kilometer hat eine entsprechende Steigerung, Die Kommission des Abgeordnetenhauses zur Vorberathung Antheil der Muttermilch- Kinder. des Gesetzentwurfs, nämlich von 5 638 000 auf 5 842 000 in jenen Monaten erfahren. betreffend die Disziplinarverhält In Sachen Ziethen ist bekanntlich vor kurzem eine Broschüre Die von dem Ausstellungs- Verkehr kaum berührte Neue Berliner nisse der Privatdozenten, besteht aus den Abgg. Busch, des Herrn Wilhelm Mannes erschienen, die auch wir kurz erwähnt Pferdebahn- Gesellschaft weist für das Jahr 1897 gegen das Vorjahr v. d. Groeben, Dr. Jrmer, v. Mendel- Steinfels, Schettler, Lückhoff, haben. Diese Veröffentlichung betreffend ersucht uns Herr eine angemessene Steigerung in den Betriebs- Leistungen und Einv. Voß, Dr. v. Cuny, Dr. Friedberg, Vorsitzender, Groth, Dr. M. v. Egidy um Veröffentlichung folgender Zuschrift: Dittrich, Dr. Porsch, Trimborn, van Vleuten. nahmen auf. Die Zahl der Wagen- Kilometer betrug bei ihr im Herr Wilhelm Mannes hat in seiner soeben veröffentlichten Jahre 1897 5 334 000 oder 109 836 mehr als im Vorjahre. Die Im preußischen Abgeordnetenhause hat Abg. Herold( 3) Schrift„ Ist Ziethen noch zu retten?"( Berlin, E. Klingebeil's Betriebs- Einnahmen stiegen von 2394 000 auf 2410 000 m. Die beantragt, die Regierung zu ersuchen, einen Gefeßentwurf vorzu- Verlag; 0,60 M.) unter denen, die Auskunft in der Ziethen- Sache Aktionäre können also weiter in fetten Dividenden schwelgen. legen, durch welchen das Gesetz vom 12. März 1881 betr. die Aus- ertheilen, auch mich genannt. Ich will etwaigen Fragen zuvor= führung der Reichsgesetze über die Abwehr und Unterdrückung der kommen. Ich bin an dieser Schrift vollständig unbetheiligt, weiche Die Vente, welche die Checkdiebe Theodor Stukky und Viehseuchen, nach der Richtung abgeändert wird, daß die Koften fogar in vielen, auch in einigen wichtigen Punkten von der Ansicht Eduard Perpließ zum Schaden der hiesigen Pelzfirma H. Wolff, thierärztlicher Untersuchungen, welche auf Anordnung von Ver- und Auffassung des Herrn Verfassers ab, zum theil weit ab, halte Burgstraße, zu machen wußten, ist ihnen gestern Vormittag zum waltungsbehörden erfolgen, auf die Staatstaffe übernommen aber die Veröffentlichung deshalb für wichtig und hoffentlich auch weitaus größten Theil wieder abgejagt worden. Die beiden Gauner, fördernd, weil der Gedankengang sich in der Richtung bewegt, in welche in Untersuchungshaft sitzen, sind geständig, soweit die That der die Sache momentan zu verfolgen ist: Beuge Androck. Der selbst und die Art der Ausführung in betracht kommt, machten In der Kommiffion des Abgeordnetenbaufes für letzte Antrag auf Wiederaufnahme des Verfahrens stützte sich auf sie jedoch ersichtlich falsche Angaben über den Verbleib der die Vorberathung des Antrages Fuchs auf Aende Mittheilungen eines Herrn Franz Androck, früher Barbier in gestohlenen 37 000 Mark. Bei dem in Köln verhafteten rung des Gemeinde Wahlrechts hat der Kommissar des Ministers des Innern eingehende Mittheilung über die von der Werder a. H., jetzt Handelsmann in Bornstedt bei Potsdam. Diese Friseurgebilsen Perpließ wurden 800 Mart vorgefunden, die Summe behaupteten die die beiden Komplizen einer Staatsregierung ermittelten Daten betreffs der Wirkungen der Mittheilung hat das Landgericht Elberfeld in seinem das Wieder übrige Steuerreform auf das Wahlrecht gemacht. Danach sind, aufnahmeverfahren ablehnenden Beschluß durch die Behauptung ihnen nur ganz oberflächlich bekannten Prostituirten, deren Namen was das Landtags- Wahlrecht anlangt, zunächst die Ergebnisse entkräftet, Androck sei in der Sache, und zwar auf seinen eigenen und Wohnung sie nicht wüßten, übergeben zu haben. Daß diese der allgemeinen Wahlen des Jahres 1893 und sodann diejenigen worden, und habe damals seinen jetzigen Mittheilungen Wider- Dieben das gestohlene Geld für die Zeit nach ihrer Strafverbüßung Antrag hin, bereits 1887 auf dem Amtsgericht Werder vernommen Angabe eine leere Ausrede war, die den Zweck hatte, den beiden der seit 1895 vorgekommenen Erfahwahlen ermittelt und bearbeitet. Allein diese Ersatzwahlen umfassen nur 5 pCt. aller sprechendes ausgesagt. Das Gericht füßt seine Behauptungen auf zu retten, war der Kriminalpolizei ohne weiteres klar, und man Urwahlbezirke und gestatten schon aus diesem Grunde keinen attenmäßige Bekundungen; Androck widerspricht der Richtigkeit blieb bei der Annahme stehen, daß der Posthilssbote Theodor ( Wahrheit) diefer Bekundungen auf das bestimmteste. Ich bin, im Stutzky den Raub verborgen haben müsse. Die Haus sicheren Schluß auf die Wirkung der Steuerreform auf das Land: Verein mit Herrn Liebknecht, bemüht gewesen, durch sorgsamste fuchungen in der Wohnung des Verhafteten, Granseerstraße 2, tagswahlrecht im ganzen. Soweit diese wenigen Erfazwahlen aber persönliche Nachforschung klarzustellen, ob die Akten oder Herr blieben erfolglos, bis die Polizei gestern Vormittag zu einem einen Rückschluß gestatten, ift eine erhebliche Verschiebung des Landtagswahlrechts nicht eingetreten. Betreffs des Ge- Undrock das richtige bekunden. Auch Herr Mannes hat in dieser Radikalmittel schritt. Sie ließ nämlich, dem„ Berliner Tagemeindewahlrechts find die Ergebnisse der Beziehung eifrig nachgeforscht. Die Möglichkeit, daß sich auch hier blatt" zufolge, in der Wohnung die Tapeten abnehmen, der Jahre 1895 und 1896 sowohl ermittelt als vollständig Sache ernstlich nachgeht, zur Wahrscheinlichkeit; die Schrift des gewünschten Erfolg hatten, das Mobiliar zerfägen. Die Gemeindewahlen etwas unbegreifliches zugetragen, verdichtet sich für jeden, der der den Fußboden aufreißen und, als diese Maßnahmen noch nicht den städten und den ländlichen Industriegemeinden Leider hat auch der zuletzt thätige Rechtsanwalt den merkwürdigen einem Tischler ausgeführt wurde, war von dem gewünschten ExHerrn Mannes ist in dieser Beziehung ein werthvoller Wegweiser. letztere Maßregel, die unter Aussicht eines Kriminalkommissars von starte Verschiebungen vorgekommen, schon weniger in den anderen größeren und mittleren Städten, Widerspruch nicht zu lösen vermocht oder nicht zu lösen versucht; gebniß begleitet. In den Pfosten der Bettstelle fand man, von der Landwirthschaft lebenden Kleinstädten und ein neues schweres Verhängniß in dieser an Verfehlungen überreichen in einem eingebohrten und wieder forgfam verschlossenen Loch, fünfDie Summe Landgemeinden aber gut wie gar teine. Die Er Sache. Inzwischen ist auch Herr Gustav Landauer( Friedrichs- unddreißig zusammengerollte Tausendmarkscheine." hebungen über die im Jahre 1897 vorgenommenen Gemeindewahlen bagen) in Nr. 6 des" Sozialiſt" mit einer wuchtigen Kund- wurde sofort der bestohlenen Firma H. Wolff zugestellt, die dem gebung in der Ziethen Sache hervorgetreten. Aus einer gemäß nur einen verhältnißmäßig sehr geringen Berlust erleidet, da sind noch nicht ganz abgeschlossen; was vorliegt, gestattet aber Parallele mit dem Vorgehen Zola's folgert Herr Landauer die Mög- von den gestohlenen 37 000 M. nunmehr 35 800 W. wieder zur Stelle den Schluß, daß im Jahre 1897 110 ch weitere Ver= schiebungen stattgefunden haben und daß daher die aus lichkeit einer Anklage des Polizeikommiffar Gottschalk( des Entdeckers geschafft worden sind. den Jahren 1895 und 1896 vorliegenden Materialien noch der Neberführungsmomente). Wenn, wie ich anzunehmen geneigt Ein falscher Kriminalbeamter treibt im Südwesten der Stadt feinen genügenden Ausschluß über das zu behandelnde Thema bin, Herr Landauer erwartet( wünscht oder fürchtet), wegen diefer fein nuwesen. Er wählt sich Gastwirthschaften zum Feld seiner bekeinen genügenden Aufschluß über das zu behandelnde Thema seiner Betrachtung gerichtlich zur Verantwortung gezogen zu werden, trügerischen Thätigkeit und verschafft sich bei Händlern, die im Umgeben. Auch hier fehlt es also an einer völlig einwandfreien so täuscht er sich, glaube ich. Ich würde eine derartige Ablenkung" herziehen ihre Waare abzusehen suchen, Bezahlung feiner Zeche das thatsächlichen Unterlage für ein gesetzgeberisches Vorgehen. Die Scommission hat gleichwohl die Vorlage der vorhandenen auch keineswegs für erfprießlich halten, so ehrenwerth die Abficht ist. burch, daß er ihnen die Ausweispapiere abfordert und mit Festnahme Materialien gefordert und zunächst ihre Sigungen bis dahin aus- Die volle Klarheit, die Klarheit, die nothwendig ist, um den Glauben droht. Aber auch Schankwirthe selbst sucht er zu schröpfen. In Materialien gefordert und zunächst ihre Sigungen bis dahin aus an die Zuverlässigkeit preußischer Rechtspflege nicht noch mehr zu vorlegter Nacht 12/2 Uhr betrat er das Lokal von H. in der Besselgesetzt. erschüttern, werden wir nur durch eine Wiederaufnahme des Ver- ftraße 14, stellte sich dem Wirth als Beamter vor und lud ihn zu fahrens gegen Ziethen selbst erlangen. Daraufhin muß bas Ber: Bier, Schnaps und Bigarren fortwährend ein, bis sich die Zeche langen aller Ernstdenkenden gerichtet sein. Die Sache ruht nicht. auf 2 Mart belief. Während dieser Zeit erschien ein armer Die Einlieferung der Postpackete an den Abendstunden be- Händler mit Apfelsinen, um seinem Verdienst noch einige Nickel Diesem jagte der Betrüger durch die Fors treffend hat der Staatssekretär des Reichspostamts den Handels. hinzuzufügen. tammern ein Rundschreiben zugehen lassen, in dem der Mißstand ben der alte Mann nicht besaß, einen derartigen Schrecken der massenhaften Auslieferung furz vor Schalterschluß eindringlich ein, daß er froh war, sich bei dem Kriminalbeamten" durch Gederung zum Borzeigen feines Gewerbescheins zum Hauſiren, gerügt wird. Nachdem noch dargelegt worden, daß auch der neuer- tränke lostaufen zu können. Der Schwindler ließ sich das Dar dings in Berlin gemachte Versuch, die Massenauflieferung an den gebotene gut schmecken und wollte auch die eigene Beche schuldig Backetschaltern in den Abendstunden dadurch zu vermindern, daß die Bost bleiben. Dabei hatte er aber die Rechnung ohne den Wirth geerkannte und entweder Zahlung oder Ausweis bei der Polizei des die zur Absendung vorbereiteten Packete aus den Geschäftshäusern ab- macht, der die ihm vorgezeigte Ausweismarte als eine Fabrikmarke bereits nach furzer Zeit aufgegeben und als gescheitert betrachtet Heviers verlangte. Der schlaue Betrüger wählte das kleinere Uebel werden mußte, heißt es weiter in dem Rundschreiben:" Da die er und bezahlte. Er ist etwa 30 Jahre alt und von gedrungener Ge örterten Zustände indeß für die Dauer unhaltbar sind, so würde stalt, hat einen schwarzen Schnurrbart, eine große Glaze und trägt schließlich nur übrig bleiben, eine durchgreifende Aenderung in der zuweilen, um sich unkenntlich zu machen, eine Brille. Er ist sehr Weise herbeizuführen, daß in den letzten Abendstunden gesprächig und theilt gern mit, daß er als Gendarm aus Mecklen nur noch die gleichzeitige Auflieferung von höchstens drei Packeten durch je eine Person gestattet burg nach Berlin als Kriminalschutzmann versetzt worden sei. und die Anhäufung von Backeten in den Schaltervorräumen ganz In dem Verfahren gegen den Posthilfeboten Stutzky nud untersagt würde. Bevor aber zu einer solch' einschneidenden Maßnahme übergegangen wird, beehre ich mich, hiermit an die berufenen Vertretungen des Handelsstandes das Ersuchen zu richten, ihren Einfluß auf die kaufmännischen Kreise zur Beseitigung der geschilderten Mißstände in der Richtung nachdrücklich geltend zu machen, daß die Packeteinlieferung während des Tages mehrfach und in der letzten Stunde nicht so massenhaft erfolgt. Indem ich einer gefälligen Mittheilung über das dortseits Veranlaßte ergebenst entgegensehe, darf ich anheimstellen, mir etwaige Vorschläge über sonst geeignet erscheinende Mittel zur Abstellung der gegenwärtigen Unzuträglichkeiten zu machen. gez. v. Podbielski." bearbeitet. Danach sind allerdings in den in Tokales. = In allen sechs Berliner Wahlkreisen finden heute Abend 8 Uhr öffentliche Partei Versammlungen statt, die sämmt lich folgende Tagesordnung haben: 1. Die bevorstehenden Reich 3 lich folgende Tagesordnung haben: 1. Die bevorstehenden Reichs tagswahlen. 2. Diskussion. 3. Vorschläge ev. Aufstellung von Kandidaten. 4. Wahl je eines Komitees zur Leitung der Die Wichtigkeit dieser Tagesordnung ist einleuchtend, fie erholen ließ, wegen Mangels an Entgegenkommen seitens der Geschäfte fordert, daß jeder Parteigenosse pünktlich zur Stelle ist. Die Verfammlungen werden in folgenden Lokalen abgehalten: Wahlen. 1. Wahlkreis: Arminhallen, Kommandantenstr. 20. 2. Wahlkreis: Marten's Fest säle, Friedrichstr. 236. 3. Wahlkreis: 2uisenstädt. Konzerthaus, Alte Jakobftr. 37. 6 Uhr 4. Wahlkreis: Keller's Festfäle, Roppenstr. 29. 5. Wahlkreis: Böhow's Brauerei, Prenzlauer Thor. 6. Wahlkreis: Rösliner Hof, Röslinerstr. 8. Zur Lokalliste. Der Musikverein" Euterpe" veranstaltet am 12. Februar im Luisen- Theater" Reichenbergerstraße, der Henkel'sche Gefangverein am 19. Februar im Artushof, Perlebergerstraße, einen Maskenball; da beide Lokale zu Versammlungen nicht zu haben find, werden die Genossen ersucht, diefen Festlichkeiten fern zu bleiben. Die Lotalfommission. etwa von Die Drahtheftung der Schulbücher und Hefte soll auf Anregung des Kultusministers beseitigt werden. Es ist bestimmt worden, daß Hefte mit Drahthestung vom 1. Oktober 1898 ab, Schulbücher den Barbier Perplicß haben bisher die Ermittelungen noch feinen Anhalt dafür gegeben, daß weitere Beraubungen von Briefen statt. gefunden haben. Beide Diebe gaben übereinstimmend über den Verbleib des gestohlenen Geldes gleichmäßig die bereits bekannte Ausfunft, wiewohl P. und St. sich nach ihrer Verhaftung unmöglich gesprochen und verständigt haben können und Perpließ auch von der Aussage seines etwas früher verhafteten Komplicen thatsächlich nichts gewußt hat. Die friminalpolizeilichen Recherchen nach der angeblichen Agnes, über welche übrigens von den beiden Verbrechern nicht übereinstimmende Beschreibung gegeben wird, waren völlig erfolglos und so nimmt die Behörde an, daß die beiden jungen Leute sich bereits früher verabredet haben, im Falle der Verhaftung die erwähnte Behauptung aufzustellen. Der Barbiergehilfe hatte bei seiner Festnahme im ganzen nur ca. 200 W. bei sich. P. ist bisher, Die Ernährungsweise der Berliner Säuglinge. Bei der Bolkszählung von 1895 wurden in Berlin 37 316 im ersten Lebensjahre stehende Kinder gezählt. Die Ernährungsweise wurde bei 37 243 ermittelt. Davon wurden ernährt: mit Muttermilch 16 097(= 432,2 pro 1000), Ammenmilch 536( 14,4), Brust- und Thiermilch 622( 16,7), Brufimilch und Surrogat 38 mit Drahtheftung vom 1. April 1899 ab von dem Schulgebrauch wie auch Stuzky, unbestraft. ( 1,0), Bruft, Thiermilch und Surrogat 22( 0,6), Bruſtmilch und fernzuhalten sind. Bei Einführung neuer Schulbücher ist den Ver- In Untersuchungshaft genommen ist ein Unteroffizier von der Familienkost 237( 6,4), Thiermilch 16 918( 454,3), Thiermilch legern ausdrücklich vorzuschreiben, daß drahtgeheftete Exemplare nicht 8. Kompagnie des Regiments Königin Augusta. Vor einiger Zeit und Surrogat 723( 19,4), nur Surrogat 206( 5,5), Nahrungs- geliefert werden dürfen, endlich darf für den Einband der für Schüler war ein nicht unterzeichneter Brief beim Regiment eingelaufen, der mitteln anderer Art und Familienkost 1519( 40,8), nur und Lehrer- Bibliotheken bestimmten Bücher das Verfahren der Draht- Angaben über einen allzu harten Dienst enthielt. Der Verhaftete Familienkost 825( 8,7), Vertheilt man die Kinder auf die heftung nicht zur Anwendung kommen. ist als muthmaßlicher Urheber des Schreibens ermittelt worden. 12 Lebensmonate des ersten Lebensjahres( wobei wir uns auf die Betrachtung des 1. und 12. Monats und der beiden größten Batterie für die Zentralstation der Berliner Glektrizitätswerke in der 34 jährige August Wezel aus Johannisburg, der im WilhelmDie Aufstellung einer 2000 pferdigen Affumulatoren- Auf der Heimfahrt verunglückt ist am Dienstag Nachmittag Gruppen Muttermilch" und" Thiermilch" beschränken wollen), foder Mauerstraße ist von der Direktion beschlossen worden. Es ist Augusta- Krankenhaus zu Rothenburg Heilung von einem Beinbruch ergiebt sich ein wesentlich anderes Bild. Die mit Muttermilch ernährten Kinder machten unter allen Kindern des 1. Lebensjahres, Entschluß, eine 2000 pferdige Dampfmaschine durch einen Akkumulator Behrter Bahnhof hier in Berlin wollte er einen Bug verlassen, tam dies die größte Batterie, die bisher zur Aufstellung gelangt ist. Der gefunden und sich auf die Reise nach Hause begeben hatte. Auf dem wie oben ersichtlich, annähernd die Hälfte aus, unter denen des 1. Lebensmonats aber nahezu zwei Drittel( 2828 unter 3557) Mit von gleicher Stärke zu erfeßen, zeigt am besten die ernsthafte Kon- dabei zu Fall und brach dasselbe Bein zum zweiten Mal. Er mußte wachsendem Alter nimmt der Antheil der mit Muttermilch ernährten turrenz, in welche der Akkumulator jetzt mit der Dampfmaschine in ein hiesiges Krankenhaus übergeführt werden. Kinder naturgemäß ab. So waren 1895 unter den Kindern des 12. Lebens- tritt. Die Afkumulatorenfabrik- Aktiengesellschaft ist mit der AnsFenerbericht. Dienstag abends 91/2 Uhr war Pallasstr. 17 monats schließlich nur noch wenig mehr als ein Viertel Muttermilchführung der Anlage beauftragt worden. ein Küchenbrand abzulöschen. Kurz darauf brannten Borsigstraße 7 Wäschestücke in einer Kellerwohnung. Um 11 Uhr gingen ada i str. 9 Möbel und Portieren in Flammen auf. Mittwoch Kinder( 743 unter 2925). Der Antheil der mit Thiermilch ernährten Kinder Elendsstatistik. Das Asyl für Obdachlose ist trok der milden blieb bei den Kindern des 1. Lebensmonats weit unter einem Drittel Witterung im Januar von 51 464 Personen( darunter nicht ganz zurück( 1073 unter 3557), betrug aber bei denen des 12. Lebens. 1000 Frauen) benutzt worden; dann wurden 74 den Krankenhäusern früh gegen 1 Uhr erfolgte Stephan str. 9 ein unhedentender monats erheblich mehr als die Hälfte( 1574 unter 2925). Die Ver- und nahezu 500 Personen der Polizei überwiesen. Im städtischen Zimmerbrand, der bei der Ankunft der Wehr bereits beseitigt war. theilung der im 1. Lebensjahre stehenden Kindern nach Wohnungs. Obdach befanden sich am 1. Januar dieses Jahres 38 Familien 2e in str. 22 waren früh 8 Uhr Betten in einer Wohnstube in #laffen zeigte 1895, ebenso wie bei den Borzählungen, daß mit( mit 88 Personen), sowie 84 Einzelpersonen; am 1. Februar be- Brand gerathen, der aber von den Wohnungsinhabern rechtdem Steigen der Zimmerzahl der Antheil der Muttermilch- Kinder trug der Bestand 29 Familien( mit 88 Personen) und 62 Einzel- zeitig gedämpft werden konnte. Ein Fußbodenbrand rief regelmäßig abnimmt, d. h. daß die Kinder verhältniß- personen. die Wehr um 111/2 Uhr nach Nost iz str. 27. Hier erlitt das mäßig desto seltener mit Muttermilch ernährt Die städtische Baudeputation hat heute die Anträge zur Haus beträchtlichen Schaden. Bald nach 1 Uhr erfolgte Alarm nach werden, je wohlhabender die Eltern sind. Mutter- Verbreiterung der Landsberger- und der Spandauerstraße, fowie zur Gitschinerstr. 51a und nach Hagelsbergerstr. 46. Jm " : handelt. Ueber die ersten Falle brannten Betten und Möbel, im anderen Falle handelte| epileptischen Krämpfen gelitten habe und verdächtige es sich um einen unbedeutenden Kellerbrand. Abends 6 Uhr hatte größerte Pupillen befize. ver- und zu entscheiden. Dagegen find die Arbeiter bereit, zu die Wehr Alte Jakobstr. 106 längere Zeit zu arbeiten, um träge der Bertheidigung und die Folgen derselben kam es zu feitens der Fabrikanten ist bis jetzt noch nicht erfolgt. die Behandlung der An- den Kosten des Arbeitsnachweises beizusteuern. Eine Antwort einen weit vorgeschrittenen Balkenlagenbrand zu beseitigen. Decke lebhaften Aeußerungen des Staatsanwalts Reller und des Rechts- Die Diskussionsredner gaben der Meinung Ausdruck, daß man auf und Balkenlage mußten hier vollständig aufgeriffen werden, um des anwalts Dorn II. Auf wiederholtes Befragen des letzteren und den genannten Forderungen bestehen und eine etwaige Verschleppung Feuers Herr werden zu können. des Vorsitzenden, Landgerichts- Direktors oppe, gab Geheimer der Berhandlungen verhindern müsse. Folgende Resolution wurde Theater. Neues Olympia Riesentheater. Uebung Rath Sander fein Gutachten dahin ab, daß er schon heute sagen einstimmig angenommen: Die Bersammlung erklärt sich mit der bis. macht den Meister. Nunmehr geht es auf der fabelhaft weitläufigen könne, daß Zedler hoher Wahrscheinlichkeit nach geiftesfrank sei, herigen Tattit der Agitationskommission einverstanden, sie billigt die Bühne wie am Schnürchen, und die tausend Ballettensen, Statisten, an Wahnideen leide und nicht in dem Maße verhandlungsfähig sei, bezüglich des Arbeitsnachweises aufgestellten Forderungen und erSirkuskünstler und Spezialitätentruppen arbeiten mit einer Gewandt. um die Tragweite der an ihn gerichteten Fragen zu ermessen. Klärt, daß nur durch Bewilligung derfelben ein dauernder Friede heit und Anpassungsfähigkeit, die in der That auch dem minder Jufolge dessen beantragte Rechtsanwalt Dorn die Einstellung des zwischen Arbeitern und Fabrikanten geschaffen werden kann. Um wohlwollenden Zuschauer Anerkennung und Bewunderung abnöthigt. Berfahrens gegen 3 ebler, was auch die Einstellung des Ver- einer Berschleppung vorzubeugen, fordert die Berfammlung, daß die Die Unebenheiten der ersten Vorstellungen sind völlig verschwunden, fahrens gegen Hirsch und Schrape, so weit diese der Beihilfe des Verhandlungen wegen des Arbeitsnachweises noch im Laufe dieser und selbst für die langen Pausen, die anfangs die Ungeduld des Bedler beschuldigt seien, zur Folge haben müsse. Dieser Ansicht Woche erledigt werden, und, wenn das nicht der Fall sein sollte, Publikums weckten, sucht die Regie jetzt die Zuschauer durch widersprach Staatsanwalt Keller. Er meinte, daß, wenn ein Verhandlungstermin beim Gewerbegericht zu beantragen ist. den Tric eines Aktwechsels bei offener Szene zu entschädigen, ann als Thäter zu verfolgen seien, während der Vor- jenigen zu zahlen, die aus Anlaß des Ausstandes gemaßregelt auch ausscheiden müßte, die beiden anderen als- Es wurde weiter beschlossen, Streitunterstützung nur noch an die der sich gestern in der Zeit von kaum einer Minute vollzog. Die Direktion hat zu weitausschauenden Thaten Muth geschöpft und sende den Standpunkt vertrat, daß, um dies zu ermöglichen, doch worden sind. scheint es vor allem darauf abgesehen zu haben, dem Spezialitäten- erst ganz sicher festgestellt werden müßte, daß Bedler zur Zeit der Theater empfindliche Konkurrenz zu bereiten. In dem Bilde„ Alt- Begehung der That kriminell nicht verantwortlich gewesen sei. Der Berliner Arbeitervertreter Verein hielt am 8. Februar Wien" traten eine Anzahl Artisten auf, die in kaum einer halben Rechtsanwalt Margoninsti beantragte die Bertagung der bei Buste feine Mitgliederversammlung ab. Im ersten Punkt entStunde das Programm eines ganzen Abends erschöpften. Zu gleicher ganzen Verhandlung. An der Entscheidung der Frage der spann sich eine sehr eingehende und lebhafte Debatte über eine AnZeit arbeiteten Jongleurs, Drahtseilfünstler, Exzentrifs, Clowns, und zurechnungsfähigkeit des Bedler hätten alle Angeklagte zahl seitens der Mitglieder an den Rechtsanwalt Herzfeld ges wie die Herrschaften sonst alle heißen, mit dem Ballet zusammen. ein lebhaftes Interesse, da die Anschuldigung der Bei- richteten Fragen in bezug auf Verwaltungs- Streitverfahren und Beifall erwarben sich zwei sechsjährige Kinder, die als Radfahrer es hilfe" vorzugsweise auf Mittheilungen beruhe, die Bedler namentlich über den Kampf. der Kassen gegen betrügerische Unterschon zu einer besonderen Virtuosität gebracht hatten; fast noch leb- gemacht habe.-Gegen eine solche Vertagung erhob nehmer. Hierzu führt Dähnte an, daß seine Stasse seit 1889 um hafter aber, als diese kleinen Geschöpfe, wurden acht Damen applau- nun wieder Staatsanwalt Keller Einspruch, und zwar im über 55 000 Mart auf diese Art geschädigt worden sei. Gegenüber dirt, die im Barrisonflil darauf lostanzten und fangen, daß es so Interesse der Hauptangeklagten selbst, die schon länger als ein Jahr 300 Bauunternehmern hätte flagbar bezav. auf dem Wege des Strafeine Art war. Im Schlußbilde erregte ein durch besondere lang in Untersuchungshaft fitzen. Auch die Vertheidiger der der antrages vorgegangen werden müssen. Fräßdorf- Dresden Beleuchtungseffekte erzielter Flammentanz" lebhafte Bewunderung. " Beihilfe" beschuldigten Kaufleute beantragten, nur die Fälle führt zu diesem Kapitel ebenfalls interessante Beispiele an. Im Reichshafe. 9eater ist gegenwärtig die englische auszuscheiden, an denen Zedler u. Schrape betheiligt feien. Derselbe meint, die Kassen fämen in solchen Fällen fast Pantomime zu Hause. Von der Pavell Gesellschaft wird ein Glück Im übrigen hätten die Angeklagten des lebhaftefte Inter- immer besser weg, wenn die Vorstände nicht den gefunden MenschenEin ruhiges Zimmer zu vermiethen", mit einem anerkennenswerthen esse daran, die die Verhandlung fortgesetzt zu sehen, um verstand entscheiden ließen, sondern sich an die bureaukratische Aufgebot von Wiz und Laune aufgeführt. Der ehrwürdige Pro- endlich von dem Drucke des auf ihnen ruhenden Verdachts Schablone hielten. Dem Dresdener Baulöwenthum sei man endlich fessor, der mit seiner braven Galtin ein flilles, abgeschlossenes Heim der keine greifbare Unterlage habe, befreit zu merden. Der Ge- in der Weise strafrechtlich beigekommen, daß man bei den betreffenden gefunden zu haben glaubt, muß den Kampf mit einer Akrobaten- richtshof beschloß nach kurzer Berathung, die Fälle auszuscheiden, Unternehmern event. die Pfändung vollziehen ließ, die ja selbstGesellschaft aufnehmen, die den ganzen Tag zu seinen Häupten bei welchen es sich um die Thätigkeit von Zedler und Schrape verständlich stets fruchtlos ausfiel. Hätten diefelben aber nachher tobt und poltert und es zulegt so arg treibt, daß die Zimmerdecke zusammenbricht und die theure Gattin gar in einem wurden entlassen. Zedler und Schrape sollen zu weiterer Beob- nicht mehr wegen mangelnden Dolus straffrei ausgehen, sondern leeren Faß verschwindet. Die ergötzlichen Fatalitäten, die dem ruhe- achtung ihres Geisteszustandes auf 6 Wochen einer Irrenanstalt feien stets mit Gefängnißstraße belegt worden. Sodann berichtet bedürftigen Manne in rafchwechselnden Situationen bereitet werden, überwiesen werden. Dr. Friedeberg über den Besuch der Heimstätte in Malchow. steigern die Lachlust des Publikums bis zur Grenze des Möglichen. Wucherpraktiken. Unerwünschte Folgen dürfte die Berufung Das Urtheil desselben über Malchow als Lungenbeilstätte fällt nicht Neben dieser Pantomime erregt eine stattliche Artiftenfchaar Inter- haben, die der Kaufmann Richard Morfin gegen ein schöffen besonders günstig aus. Erstlich sei die Lage in der Nähe der Riefelfelder effe, ด น รั der vir den Jongleur Raiser, den Jodler gerichtliches Urtheil eingelegt hatte. Der Angeklagte gehört feine geeignete für diesen Zweck. Wenn auch das Gebäude selbst Humoristen Sattler und Den„ Profeffor" Drbot mit u den Geldgebern für fleine Leute, unter Denen etwas erhöht läge, so mache sich die niedrige und feuchte Lage schon scinen tanzenden Hunden besonders hervorheben wollen. fleinen Beamten vorherrschend sind. Wenn von solchen in den beim Betreten des Anstaltsparts bemerkbar. Ein zweiter Mangel Das Schiller Theater bringt heute eine Wiederholung Zeitungen die bekannten Annoncen erscheinen, durch welche mit seinen wenigen Bäumen biete hierfür keinen Ersatz. Und über sei das Fehlen an Wald. Der wenn auch elf Morgen große Part des Lope de Vega'schen Lustspiels Der Tugendwächter" und des kleinere Summen auf kurze Zeit als Darlehen gesucht werden, den Park hinaus dürften die Kranken nicht gehen. Auch die Einösterreichischen Singspiels„ Das Versprechen hinterm Herd". Der so giebt der Augeklagte feine Adresse als Selbsidarleiher" den Park hinaus dürften die Kranken nicht gehen. Auch die EinBorverkauf für die Sonnabend stattfindende Aufführung von Hans ab und es kommt gewöhnlich eine Geschäftsverbindung zu stande, richtung des Gebäudes, das ja auch ursprünglich einen anderen Burst in Berlin", Echauspiel in 4 Aufzügen von Heinrich Lee, be- nachdem eine Gebühr von 2-5 M. als„ Einschreibe",„ Erkundigungs". Zweck gehabt habe, entspräche nicht den Anforderungen, die man an ginnt heute an der Tageskaffe des Theaters. Im Luisen u. dergl. Gebühr bezahlt worden war. In einem Falle hatte ein eine Heilstätte für Lungenkranke stellen müsse. Von einem bestimmten Theater wird heute das" Käthchen von Heilbronn" zum ersten Geldfuchender, der 1000 m. gebrauchte, eine Gebühr von 3,50 M. System ist bei demselben überhaupt nicht die Rede. Der häufige Male gegeben. Die angekündigte Première" Unter der Polar- gezahlt. Dieser Fall hat Anlaß zur Erhebung der Anklage wegen wohl hauptsächlich darauf zurückzuführen, daß die meisten Kranken, Wechsel der Kranken sei für diese ebenfalls nicht vortheilhaft. Letzteres sei sonne" muß im Ostend Theater verschoben werden. Betruges geführt. Das Schöffengericht hatte als erwiesen die nach Melchow kommen, sehr bald von ihren Kassen ausgesteuert Eine Vogelausstellung des Vereins Aegintha" findet vom wesen fei, eine Summe von erachtet, daß der Angeklagte gar nicht im stande ge24. Februar bis 31. März Oranienftr. 51 statt. 1000 Mart zu beschaffen, daß er feien. Redner faßt seine Ausführungen dahin zusammen: Es fann sich auch gar nicht darum bemüht habe, es ihm viel mehr nur Lungenkranke nach Malchow zu schicken. Als Entlastung für die feiner Krankenkasse gerathen werden, etwa noch heilungsfähige darauf angekommen sei, die 3,50 Mark in flecken. Das Schöffengericht ertante beshalb auf einen Krankenhäuser und Nekonvaleszentenheim sei die Auftalt dagegen zu Die Schöneberger Stadtverordneten- Versammlung ba eine ganze Anzahl von Personen vor, denen er thatsächlich kleine im allgemeinen nicht laut geworden. Der Redner tadelt sodann, Gefängniß. In der Berufungsinstanz führte der Angeklagte nun empfehlen. Neber die Behandlung und Verpflegung seien Klagen gestern in einer 21/ 2stündigen geheimen Sigung die engere Darlehen gegeben. Leider erschien seine Geschäftspraxis dabei in feinem daß sogar noch verschiedene Kassenvorstände der Bewegung Wa hI unter den Bewerbern um die befoldeten Magistrats rosigen Lichte. Es ergab sich, daß er den kleinen Leuten Wucherzinsen stellen der neuen Stadt vorgenommen mit dem Ergebniß, daß abgenommen hat, die sich auf 60, 80, ja sogar 120 pt. berechneten. felbft führt für die Lungenheilstätten fern ständen. In bezug auf diese Dr. Friedeberg aus, habe die Versiche nach den Vorschlägen des Wahlausschusses mit großer Mehrheit von Der Staatsanwalt erklärte, daß er auf grund der in der Ver- rungs Anstalt Berlin das größte Entgegenkommen an den den 195 Bewerbern 10 zur engeren Wahl gestellt wurden. Diese handlung zur Sprache gebrachten Thatsachen sich vorbehalte, eine scher Druck ausgeübt werden, um auch diese zum Vorgehen im 10 Kandidaten vertheilen sich so, daß auf jede der 3 Stellen, des Anklage wegen Wuchers gegen den Angeklagten zu erheben. Tag gelegt. Aber auch auf die Stadtverwaltung müsse ein energiersten und zweiten Bürgermeisters fowie des besoldeten Stadtraths, Der Gerichtshof erkannte auf Verwerfung. selben Sinne anzuspornen. Er stellte sich 3 Bewerber kommen, und auf den letzteren außerdem noch der auf den Standpunkt, daß, selbst wenn der Angeklagte die Punkt stellt sich beraus, daß die Versicherungsanstalt Berlin den Im Laufe der Debatte über diesen ebenfalls in die engere Wahl gezogene bisherige Gemeindevorsteher Gebühr von 3,50 m. zur Einziehung von Erfundigungen benugt Familien der auf ihre Kosten behandelten Lungenkranken in Darlehnssucher vorgespiegelt, daß er„ Selbstdarleiher" sei, nur unter während die meisten anderen Versicherungsanstalten das nicht thun, haben sollte, ein Betrug doch vorliege: Der Angeklagte habe dem foulantester Weise den Bezug des vollen Krankengeldes beläßt, dieser Voraussetzung fei ersterer mit ihm in Verbindung getreten, wodurch dann natürlich das ganze Heilverfahren von vornherein in während der Angeklagte thatsächlich garnicht in der Lage gewesen Bülle'schen Schriften in großer Anzahl aufliegen, dagegen ist der sei, über eine Summe von 1000 m. zu verfügen. Frage gestellt ist. Dähne tadelt, daß auch in Malchow die Laterne zu Hause vergessen und war daher nach Einbruch der Redner, der wiederholt in Malchow gewesen, spricht sich im allFür Radfahrer. Ein Radfahrer G. hatte eines Tages feine frde den Kranken fein Zwang in dieser Hinsicht auferlegt. Ein Vorwärts" nur in wenigen Exemplaren vorhanden. Allerdings Dunkelheit mit einer Selierflasche ohne Boden, in deren Hals ein geineinen lobend über die dortigen Verhältnisse aus. Aus Weißensee wird uns geschrieben: Als den Thatsachen Licht gesteckt war, durch die Straßen der Stadt geradelt. Diese Winter sei der Aufenthalt unangenehm, da in der Anstalt überhaupt Nur im nicht entsprechend eiweißt sich die am 21. Januar gebrachte Berich improvisirte Laterne hielt G. während des Fahrens in der Hand. nicht geheizt würde. tigung des Herrn Amtsvorsteher Feldmann, den Fall Wasilewsky Der Radfahrer wurde Unter Verschiedenem tamen einige Vorfälle betreffend. Den Einwendungen des Amtsvorstehers gegenüber muß die seltsame Beleuchtung nicht gelten einem Schuhmann notirt, der aus der Praxis der Kassen zur Erörterung. folgendes festgestellt bleiben: Die Leiche des zuerst verstorbenen das Strafmandat, laffen wollte, und das bald Kindes hat vom 25. Dezember 1897 bis zum 4. Januar 1898 Schöffen und Landgericht, wie auch geftern vom darauf folgte, wurde Deutscher Metallarbeiter Verband. Am Montag, 7. Februar, in dem Keller des betreffenden Wohnhauses gestanden; in gericht bestätigt. Der Kammer fand die ordentliche Generalversammlung der Berwaltungsstelle fanitärer Beziehung jedenfalls ein Fall besonder Art, wenn aus: Gerichtspräsident führte begründend Berlin in der Tonhalle statt. Vor Eintritt in die Tagesordnung Wenn in man bedenkt, daß die Mutter des Kindes wiederholt mit Herrn 28. März 1893 gesagt sei, daß während der Dunkelheit jedes Fahrrad Berg, Hohenstein, Krüger, Hellmann, Marcus, Möllmer, Alb. Lehder in Frage stehenden Verordnung vom wurde der seit letzter Generalversammlung verstorbenen Kollegen Feldmann sowohl wie mit Herrn Rother Rücksprache genommen eine Laterne haben müsse, so könne dies nur so aufgefaßt werden, mann, Kook, Wendel, Schwarzer, Nitschke und Suhle in üblicher Es ist nicht recherchirt worden, ob die genannten Personen daß die Laterne am Rade selbst angebracht sein sollte. Hätte G. Weise gedacht. Hierauf erstattete Litfin den Bericht über die Thätig( Wasilewsky) in annähernd auslömmlichen Verhältnissen leben; kon- seinen sonderbaren Leuchter am Rade befestigt und ihn nicht in der feit der Ortsverwaltung vom 1. Juni 1897 bis 31. Dezember 1897. statirt muß werden, daß Wasilewsky lange Jahre frank war und Hand gehabt, dann wäre er vielleicht freigesprochen worden. daher nicht in der Lage ist, sich zu ernähren, viel weniger die BeDer Bericht lag in gedrängter Kürze zur Orientirung gedruckt vor. gräbnißkosten in dem besonderen Falle zu tragen, wo zwei Kinder Verhandlung wegen Sittlichkeitsverbrechen erregen, welche gestern zu Differenzen, da viele Unternehmer versuchten, die zum theil Abschen und Empörung mußte der Thatbestand in einer In den letzten sieben Monaten kam es wieder verschiedentlich ihm fast zu gleicher Zeit starben. Was es mit dem Aft der Wohlthätigkeit auf sich hat, der in Borsigende, vor der dritten Straskammer des Landgerichts I stattfand. Wie der durch die vorjährigen Streits Landgerichts Direktor Köseler bei der errungenen Vortheile wieder der Gewährung der Armenbeerdigung liegen soll, mag daraus er verkündigung erklärte, Urtheils: rückgängig zu machen. Bei den Firmen Ulbrich u. Elsner, hellen, daß der Unterstützte die Verpflichtung eingegangen ist, die Arthur Lanke, mit seinem siebenjährigen Töchterchen, welches Rammrich u. Co, Rössemann u. Kühnemann, A. Borsig, Drechsler hatte der Angeklagte, der Töpfer Jürst u. Co., Eichelbaum u. Co., Hirschhorn u. Co., Ludloff u. Co., Auslagen der Armenkasse innerhalb eines Vierteljahres zurück- ihm seine vor zwei Jahren verstorbene Ehefrau hinterlassen hatte, und Lehmann kam es diesertwegen zu Differenzen. Durch den bei zuerstatten. Es ist also nichts als ein Darlehen gewesen, das Herr wahre Rother gerade nicht mit ironischen Aeußerungen, die auf die Mutter Scheußlichkeiten betrieben und das Kind moralisch Borfig ausgebrochenen Streit, welcher sich mit der Zeit auf faft der verstorbenen Kinder bezug hatten, zu würzen nöthig gehabt hätte. achtzehnjährige Stiefsohn des ersten Angeklagten, hatte sich an Anspruch genommen, einige der hiervon betroffenen Kollegen find Der Mitangeklagte Tapezirer Ernst Lante, der sämmtliche Eisengießereien erstreckte, wurde der Verband start in den Verbrechen betheiligt. Den ersten Angeklagten traf eine jezt noch zu unterstützen. Leider haben die Unternehmer ihr vor 3uchtbausstrafe von sechs Jahren, sein Stiefsohn, deu dem. Einigungsamt, gegebenes Wort nicht gehalten, so die Firmen mildernde Umstände zugebilligt wurden, wurde zu zwei Jahren Ludwig Löwe, Salinger und Borsig. Hierbei wurde angeregt, bei Gefängniß verurtheilt. späteren Ausständen, welche größere Dimensionen annehmen, die in in die Reihen der Organisation zu verlegen. Frage kommenden Beschlüsse nicht dem Zufall zu überlassen, sondern Schmock. Aus den Nachbarorten. Im Kalksteinbruch Rüdersdorf ist am Dienstag Morgen abermals ein Unglücksfall vorgekommen. Der Bergarbeiter Schufter wurde beim Sprengen unter Tage schwer an Brust und Kopf verletzt. Man verschonte den Unglücklichen mit dem Transport nach Halle, unter dem der arme Richter in voriger Woche so unsäglich zu leiden hatte, und brachte ihn dafür nach der„ berühmten" Heilstätte Neu- Rahusdorf. bat, Gerichts- Beitung. vergiftet. = von vol all der Strafsache gegen den Schuhmann Kiefer hat der Vertreter Aus Köln wird berichtet: Gegen das freisprechende Urtheil in der Nebenklägerin, Rechtsanwalt Scheiff, Revision eingelegt. Die Staatsanwaltschaft hat gegen das freisprechende Erkenntniß des Schöffengerichts, in Sachen des Schuhmanns Cremer wegen BeLeidigung eines jungen Mannes, Berufung eingelegt. Zwei Zeugen hatten eidlich bekundet, daß Schußmann Cremer den Kläger durch die Worte:" Dummer Junge" beleidigt habe. Versammlungen. lichen Verhandelns durch verständiges, besonnenes Vorgehen der In vielen Fällen ist es möglich gewesen, auf dem Wege gits Kollegen Differenzen beizulegen, ohne daß es zum Ausstand kam. Der Mitgliederbestand am 31. Dezember betrug 10561 Personen und zwar befanden sich hierunter: 15 Drahtarbeiter, 2062 Dreher( Eifen, Façons, Metall- und Schraubendreher), 10 Feilenhauer, 697 Former und Gießereiarbeiter, 40 Goldarbeiter, Silberarbeiter, Graveure und Biseleure, 953 Gürtler und Galvaniseure, 14 Heizer und Maschinisten, 16 Kesselschmiede, 1126 Klempner und Rohrleger, 7 Kupferschmiede, 716 Mechaniker( chirurgische Instrumentenmacher, Büchsenmacher, Uhrmacher), 9 Optifer, 298 Metalldrücker, 91 Gelbgießer, 335 Metallschleifer, 2 Modelltischler, 2003 Schloffer und Maschinenbauer, 6 Metallschläger, 272 Schmiede, 1 Binngießer, 1715 Silfsarbeiter ( Bohrer, Fraiser, Hobler 2c.), 142 Arbeiterinnen, 81 Nicht- Metall arbeiter. Troß der großen Zahl der Neuaufnahmen ist der Mitgliederbestand derselbe geblieben wie bisher, die Fluktuation ist eine außerordentlich große. Aufgabe der Organisation wird es sein, die Ursachen des fortgesetzten Wechsels zu ergründen, um durch zeitgemäße Einrichtungen diesen Zustand zu beseitigen. Ju dem Prozesse Hirsch und Genossen bot der gestrige dritte Tag der Verhandlung insofern besondere Schwierigkeiten, als der Schwerpunkt der Grörterungen in das Gutachten des irrenärzt lichen Sachverständigen, Geh. Medizinalraths Sander, gelegt werden mußte. Wir haben schon erwähnt, daß dieser Sach verständige auf Antrag der Vertheidigung geladen worden war, 1111 fich über den. Geisteszustand des Angeklagten Bedler zu äußern. Es ergaben sich aus der Vernehmung des Sachver ständigen tesondere prozessuale Schwierigkeiten. Wie durch Befragen des Angeklagten und zweier Zeugen festgestellt wurde, hnt Zedler vor zwanzig Jahren an Geisteskrankheit gelitten. Er tst früher Telegraphen Hilfsarbeiter gewesen und hat dann plötzlich Sinnestäuschungen gezeigt. Unter anderem hat er sich eines Tages Die Schuhmacher nahmen in einer am Dienstag abgehaltenen für den König von Preußen gehalten und in dieser Rolle, Versammlung den Bericht über die Situation nach dem Ausstand die er sich selbst beigelegt, Unfug verübt. Er ist damals entgegen, aus dem folgendes hervorgeht: Nach Annahme der der Irrenanstalt am Alexanderplatz überwiesen worden, wo er Einigungsbedingungen baben die meisten Fabrikanten die aus für unheilbar geiftestrant erklärt und in der Anstalt zurückbehalten ständigen Arbeiter sogleich, andere später eingestellt, während zur werden mußte. Da er ruhig und ungefährlich war, wurde ihm eines Beit noch drei bis vier Fabriken vorhanden sind, in denen ein Theil Tages ein Ausgang gestattet, von dem er nicht wieder in die An- der Ausständigen feine Arbeit erhalten hat. Im großen und ganzen ftalt zurückgekehrt ist. Er behauptet, daß er dann wieder bei der fönnen demnach die Differenzen als beseitigt angesehen werden. Telegraphen- Verwaltung angestellt worden sei und bis 1890 Dienft Bezüglich des Arbeits Nachweises hat die Agitations Kom gethan habe. Er hat während der ganzen langen Daner der Vor- mission dem Verbande der Schuh und Schäfte Fabrikanten untersuchung niemals die Behauptung aufgestellt, geiftestrant zu folgende Forderungen zugehen lassen: Einsetzung Die Agitation in den letzten 7 Monaten war eine derartig rege, einer zu wie nie zuvor. Es fanden in diesem Zeitraum 3 ordentliche und fein, bei feinem der mitwirkenden amtlichen Personen gleichen Theilen aus Arbeitern und Arbeitgebern bestehenden Kom 2 ist auch nur entfernt der Verdacht aufgetaucht, daß man es mit mission, deren Arbeitervertreter durch die in Verbandsfabriken be- 13 Branchenversammlungen statt. Ferner haben eine außerordentlich außerordentliche Generalversammlungen, 48 Bezirks und einem Geistestranten zu thun habe. Rechtsanwalt Dr. Dorn II schäftigten Arbeiter zu wählen find. Den Vorsitz in der Kommission große Anzahl von Werkstattversammlungen in allen Bezirken statthatte es für seine Pflicht gehalten, auf grund der ihm von dritter soll ein Arbeitgeber führen. Der Arbeitsnachweis soll von einem gefunden. Die Vertrauensleute hielten 27 Konferenzen und die Seite gemachten Andeutungen, den Sachverständigen laben zu unparteiischen Beamten verwaltet und ein unter Zustimmung der Ortsverwaltung 18 ordentliche und 4 außerordentliche Sigungen ab. laffen. Rechtsanwalt Danielewicz beantragte nun, auch Arbeiter aufgestelltes Reglement in traft treten. Die Kommission den Angeklagten Schrape auf seinen Geisteszustand unter soll das Recht haben, jederzeit Einsicht in die Geschäftsführung des 1. Oftober 1897 1678 Mitglieder als arbeitslos eintragen. Gemeldet Jm Arbeitsnachweis ließen sich in der Zeit vom 1. April bis suchen zu lassen, indem er behauptete, daß diefer an Arbeitsnachweises zu nehmen, sowie Beschwerden entgegenzunehmen wurden in diefem Zeitraum 800 Vakanzen, wovon 425 besetzt 0 # werben fonnten. Durch den Tod verlor die Organisation 23 Mit- I heute sei er aux Motivirung desselben durch angenommenen Geschäfts- 1186,80 m., verbleibt ein Bestand von 25,98 M. Die Mitgliederzahl glieder, denen die üblichen Spenden zu theil wurden. ordnungsantre verhindert worden. Zur Annahme des Postens er betrug zu Anfang des Jahres 928 und ist im Laufe des Jahres Gtlärte sich P. bereit, die Versammlung wählte denselben wieder als auf 2412 gestiegen. Der Monat Januar ergab die Einnahme von Rendanten. Zum Schriftführer wurde Stalsky und zu Revisoren 1595,36 M., eine Ausgabe von 574,77 M., verbleibt ein Bestand von Freithaler, Kuna und Goetsch gewählt. 1020,59 M. Einstände waren im Laufe des Monats 112 zu verzeichnen." Es folgte nun der Kassenbericht vom 1V. Quartal 1897. betrugen die Einnahmen: Rassenbestand am 30. September . Beitrittsgeld vou 2209 männl. Mitgliedern à 30 31. 47 weibl. 111 455 Beiträge à 20 Bf.. 980 Beiträge à 5 Pf.. Sonftige Einnahmen. Rechtsschutz" Streitunterstüßung • . 9 à 20 Summa Ausgaben: Reisegeld für 2945 Rilometer à 2 Pf. » 161 Tage à 1 M. Unterstügung nach§ 2c. Außerordentliche Agitation für die Provinz An die Hauptkasse eingesandt am 3. Nov. und 20. Dez. Lotal: Ausgaben: Für Vergütung der Orsbeamten...1588,75 M. Porto: und Schreibmaterialien. Inferate.. 38 335,90 662,70 9,40 09 " 22 291, 49. 1181,40 63 229,40 M. " " 200, 200, 12 113,50 . . B Ter Verband der Maurer, 3ahlstelle Berlin I Hierauf wurde dem Kassirer, da niemand gegen die Abrechnung ( Puber) hielt am 6. Februar seine Mitgliederversammlung ab, in etwas einzuwenden hatte, auf Antrag der Revisoren Decharge erwelcher das vom Ausschuß und Vorstand beantragte Streifreglement theilt. Für die Regelung der Geschäfte wurden dem Kassirer 75 M. nach kurzer Diskussion mit 161 gegen 13 Stimmen angenommen bewilligt. In die örtliche Verwaltung wurden als Bevollmächtigte wurde. Nach dem Bericht des Kassirers betrug die Einnahme im 2. Fritsch und Hante, als Kassirer Braun und Mischke Jahre 1897 7561,17 Mart, welcher eine Ausgabe von 6940,11 und als Schriftführer Winzler gewählt; als Revisoren Mart gegenübersteht, fomit ein Bestand von 621,08 Mart. Lehmann, P. Muck und H. 3511ner. Als Hilfskassirer vorhanden ist. Auf Antrag der Revisoren wurde der Kassirer ent- für die einzelnen Bezirke wurden folgende Kollegen gewählt: Nord58,90 M. lastet. Als Revisoren wurden gewählt: H. Richter, H. Neu- often:. Herzog, Often: Ost. Gohlke, Südosten: 4161, mann, A. Putlig. Die Neuwahl der Lohnkommission ergab. Reh danz, Süden: E. Schulz, Westen: R. Trage, 198,65 folgendes Resultat: Dietrich, Moabit: A. Knappe, Wedding: Relpin, ehmp fuhl, Schöneberg: M. Kirste, 5 946,- Klopsch, Neumann, Rohl, Wäsch. Nach Erledigung Ad. Paschke, Norden: Schwensow, Oranienburger Vorstadt: Roloff. interner Verbandsangelegenheiten macht der Bevollmächtigte darauf Als Ausschußmitglied wählte man den Kollegen aufmerksam, daß am 23. Februar eine außerordentliche Mitglieder. Gröppler. Die vom Borstand und Ausschuß beantragte versammlung stattfindet. Statutenänderung wurde einstimmig angenommen. Die Filiale Berlin II hielt am Sonntag, den 6. Februar, außerordentliche Mitgliederversammlung des deutschen HolzNixdorf. Am Mittwoch, den 2. Februar, beschäftigte sich eine eine außerordentliche Mitgliederversammlung ab. Der Kollege Frisch erstattete Bericht über die Thätigkeit des Vorstandes im arbeiter Verbandes mit der Statutenberathung und Anträge Jahre 1897. Aus demselben geht hervor, daß 32 Mitglieder Ver- zum Verbandstage. Verschiedene Aenderungen und Erweiterungen fammlungen stattgefunden haben, in 24 derselben wurden Referate der einzelnen Paragraphen des Statuts wurden als Anträge zum Als Kandidat wurde der Kollege gehalten, in welchen gewerkschaftliche Themata mit Erfolg behandelt Berbandstag angenommen. wurden; ein guter Geist beherrschte die Versammlungen, auch war Henning aufgestellt. der Besuch derselben ein reger. Vorstandssigungen haben 12 statt gefunden, Rechtsschutz wurde an fünf Mitglieder gewährt, gestorben find sieben Rollegen, als lezte Ehre wurden auf den Gräbern Kränze niedergelegt. In bezug auf Agitation und Organisation, so meint Redner, müsse festgestellt werden, daß Vorstand sowie Mitglieder Witterungsübersicht vom 9. Februar 1898, 8 Uhr morgens. ihre volle Schuldigkeit gethan haben, es tönne aber behauptet werden, daß noch mehr geleistet werden könnte. Daran sei vielfach der Organisationsstreit schuld. Hierauf gab der Kassirer den KassenBum 3. Punkt der Tagesordnung:„ Neuwahl der Ortsbericht vom IV. Quartal 1897. Derselbe ergab eine Einnahme von Stationen. verwaltung" lag ein Antrag der Ortsverwaltung vor, dem 5696,91 M., eine Ausgabe von 4850,35 M., mithin verbleibt ein Rendanten ein Mankogeld von 10 M. pro Monat zu bewilligen." Bestand von 846,56 m. Der Vergnügungsfonds ergab eine Die Verwaltung sah sich zur Stellung dieses Antrages veranlaßt, Einnahme von 105,98 M, eine Ausgabe an an drei hilfs= da der Rendant, im Verhältniß zu den anderen Kollegen, welche das bedürftige Kollegen von 80,00 m., verbleibt ein Bestand von Swinemünde gleiche Gehalt beziehen, im Nachtheil sei, weil sämmtliche ihm 25,98. Dem schloß sich die gesammte Jahresabrechnung Hamburg unterlaufende Mantos an Marten und baarem Gelde von ihm ge- an deckt werden müffen. Nach längerer Diskussion wurde der Antrag abgelehnt. " " Bibliothekzwecke " Referate. " W " fonflige Ausgaben. Gesammt- Verwaltung Zeitungs- Kolportage 180, 498,20 297, 84, 306,65 185, 3 736,56 6 876,16 " Summa C " 25 754,21 M. Es verblieb am 31. Dezember 1897 ein Zotalbestand von 37 475,19 M. Von den Revisoren wurde berichtet, daß sie Kaffe und Bücher, sowie sämmtliche Belege geprüft und in Ordnung befunden haben; auf Antrag wurde der Rendant entlastet. straße 34, Sigung. Geselliger Verein Heliotrop. Heute Abend 9 Uhr bei Senfel, DieffenbachTheater- und Vergnügungsverein„ Edelweiß". Sigung heute Abend, 9 Uhr, Neue Hochstr. 48( Restaurant). dieselbe ergab folgende Einnahme: 2041 Einstände Berlin " à 0,50 m. gleich 1020,50., 58 978 Wochenbeiträge à 0,20 M. Wiesbaden gleich 11 795,60 M., für 9 Erfahbücher 2,25 M., für Abonnement München auf den Grundstein" 8 M., vom Streitfonds überwiesen 2,50 M., Wien. dazu der Bestand vom Jahre 1896 von 102,49 M., ergiebt die Haparanda. Gesammt Einnahme von 12 931,34 M. Demgegenüber steht die Betersburg Ausgabe: An die Hauptkasse gefandt 9494,74 M., für Rechtsschutz Cort 162,23 M., für Reise- Unterstützung 48,60 M. Die Lokalverwaltung Aberdeen. bat verbraucht für Agitation, Annoncen, Druckfachen, Borto und Paris. fonftige Ausgaben 2379,21 M., ergiebt die gesammte Ausgabe von 12 084,78 M. Verbleibt am Schluß des Jahres ein Bestand von 846,56 M. Der Vergnügungsfonds hatte eine Jahres. Einnahme Barometer tand in mm, reduzirt auf d. Meeressp. Windrichtung Windñärke ( 12125321322 28 elter Temperatur na Gelius: ( 5ºC. = 4° R. 0 OLLBLOO5832 759 SSW Echnee 762 NND bedeckt 759 Still bedeckt -1 762 761 761 NW bedeckt 28 Schnee 772 N halb bedeckt bedeckt 0 -30 763 DND Echnee -15 767 23 wolfig 761 G bedeckt 768 WNW halb bedeckt Es wurde nun zur Wahl geschritten; nach mehrmaligen Vorschlägen erklärte sich Litfin bereit, das Amt als Bevollmächtigter weiter führen zu wollen, wünscht jedoch, daß die Mitglieder in offener und ehrlicher Weise ihre Ansichten zum Austrag bringen und nicht immer in versteckter Form, wie dieses in letter Beit so häufig geschehen sei. Bitfin wurde hierauf als Bevoll mächtigter wiedergewählt. Als zweiter Bevollmächtigter wurde Siegrist gewählt. Als Rendant wurde wieder Behold vor geschlagen; derfelbe erklärte, daß die Ablehnung des vorherigen Antrages ihn späterhin veranlassen werde, denselben selbst zu stellen, von 212,78 M., eine Ausgabe an Unterstützung an 9 Kollegen von und schwachen nordwestlichen Winden. Bekanntmachung. Jahres- Abschluss der Kasse der Invaliditäts- und Alters- Versicherungsanstalt Der Rechnung Kapitel Titel I 1 Berlin für das Jahr 1896 ( nebst Abschluss des Reservefonds für das Jahr 1896). VIII 1 . Wetter- Prognose für Donnerstag, 10, Februar 1898. Ein wenig fälter, ziemlich trübe mit geringen Niederschlägen Kosten der Beitragserhebung und der Kontrole: Kosten der Quittungskarten, der Beitragsmarken und des Verkaufs der letzteren(§§ 99 und 101, Absatz 3 des Gesetzes). 18 9 857 50 2 Vergütung an Krankenkassen und andere mit der Einziehung betraute Stellen(§§ 112, Absatz 3 Gesetzes) 27 225 06 37 082 56 7 70 3 IX Ist- Einnahme Einnahme im Einzelnen M. Pf. im Ganzen M. Pf. XI XII Beitragsleistungen: Erlös für verkaufte Beitragsmarken Hiervon ab für vernichtete Beitragsmarken(§ 3 der Vorschriften vom 30. April 1895) Beiträge für Seeleute 2 II Zinsen: Für Werthpapiere Für Darlehen 5 429 127 88 23 192 56 bleiben 5 405 935 32 Der Rechnung Summa Kapitel I 5 405 935 32 Ka- Tipitel tel 691 820 95 157 452 32 I Zinsen: Für anderweit belegte Gelder Summa Kapitel II 849 273 27 123 2 385 IV V B=> VI VII 123 12 Miethe und Pacht aus Grundbesitz Zuschüsse aus dem Reservefonds. Erstattung von Rentenzahlungen: Invalidenrenten Altersrenten.. Strafgelder und andere nicht vorgesehene Einnahmen Erlös für veräusserte Kapitalanlagen 721 60 II 1 399 56 Summa Kapitel V 2 121 16 III 10 977 33 872 466 67 7 143 158 75 IV 197 445 98 7340 604 V 73 7 968 028 88 627 424 15 Summa der Einnahmen Hierzu: Bestand aus dem Vorjahre sind zusammen ab: Summa der Ausgaben Mithin Vorschuss Kosten der Kontrole(§ 128 des Gesetzes) Summa Kapitel VIII Kosten der Rechtshülfe(§ 141, Absatz 2 des Gesetzes) Ueberweisung an den Reservefonds ( pro not. in Kapitalanlagen sind 200 058,50 M. überwiesen.) Andere nicht vorgesehene Ausgaben Kosten der Erwerbung von Kapitalanlagen. Summa der Ausgaben Reserve fonds. 12 307 79 7 024 622 65 7.968 028 88 Ist- Einnahme Einnahme im Einzelnen M. Pf. 22 718 44 1 Für Werthpapiere Für Darlehen Für anderweit belegte Gelder. Summa Kapitel I Miethe und Pacht aus Grundbesitz • . an Ueberweisungen den Reservefonds. ( pro not. in Kapitalanlagen sind überwiesen 200058,50 M.) Sonstige Einnahmen. Erlös für veräusserte Kapitalanlagen. Summa der Einnahmen Hierzu: Der Rechnung Ka- Tiim Ganzen M. Pf. pitel tel I Ausgabe Inanspruchnahme des Reservefonds($ 21 Absatz 3 des Gesetzes) • Ist- Ausgabe im Einzelnen M. im Ganzen Pf. M. Pf. 22 718 44 II Sonstige Ausgaben 387 III Kosten der Er1 werbung von Kapitalanlag 28 801 82 1 Der Rechnung Kapitel Titel I Renten: 72 1 Altersrenten. II 1 02 III JIV S 12 V 1 VI VII 2 Ausgabe Ist- Ausgabe im Einzelnen M. Pf. Invalidenrenten 213 980 78 276 792 53 Summa Kapitel I. 490 773 31 Kapitalabfindungen an Ausländer(§ 14 des Gesetzes): Invalidenrenten Altersrenten Kosten des Heilverfahrens(§ 12 des Gesetzes) Erstattung von Beiträgen: 11 = 3 495 65 26 214 09 Bestand aus dem Vorjahre 18 206 77 sind zusammen 44 420 86 im Ganzen. M. Pf. 0 ab: Summa der Ausgaben 29 188 82 Summa der Mithin Bestand 15 232 04 Ausgaben Abschluss II. Betriebsfonds • schliesst ab mit einem Vorschuss 1. Die Jahresrechnung pro 1896 ( Minus- Bestand) von Die Jahresrechnung pro 1896- Reservefonds- schliesst ab mit einem Bestande von mithin Vorschuss( Minus- Bestand) Hierzu treten die am Schlusse des Jahres 1896 vorhandenen Voreinnahmen mit 29 188 82 Baar. 627 424,15 M. 15 232,04 612 192.11 M. 690 500.00 sind 78 307,89 M. 8 250,00 70 057,89 M. In Abzug zu bringen sind dagegen die bis zum Schluss des Jahres 1896 nicht erstatteten Vorschüsse mit Am Schlusse des Rechnungsjahres 1896 verbleibt also Baarbestand II. Nach den Tagebüchern der Kasse haben im Jahre 1896 betragen: 1. Die Einnahmen. Nach den Zu- und Abgangslisten haben im Jahre 1896 betragen: 2. Die Ausgaben 1. Die Einnahmen: a) Betriebsfonds . b) Reservefonds c) Voreinnahmen. 29 733 739,67 M. 761 234,22 493 147,79 " 13 751 255,21 M. 13 681 197,32, Summa Kapitel II. 90 324 56 105 197 11 23 098 1372 37 Summa Kapitel IV. 128 295 48 In Fällen der Verheirathung(§ 30 des Gesetzes) In Todesfällen(§ 31 des Gesetzes) Verwaltungskosten: Gehälter und Remuneration der Beamten mit Ausschluss der Kontrolbeamten( zu vgl. Kapitel VIII) und Vergütung für Schreibhülfe. Vergütungen, insbesondere Tagegelder und Reisekosten bezw. Ersatz für baare Auslagen und für entgangenen Arbeitsverdienst.(§ 58 des Gesetzes) a) an Mitglieder des Vorstandes und Anstaltsbeamte b) an Mitglieder des Ausschusses c) an Mitglieder des Aufsichtsraths d) an Vertrauensmänner.. 8 Miethe 4 5 6 7 126 207 84 2244,26 M. 414,80 4255,35 Summa Titel 2 99 99 6914 41 für Geschäftsräume, Aufwendungen für Dienstgrundstücke( Unterhaltungskosten, Steuern etc.) sowie Reinigung, Heizung und Erleuchtung der Geschäftsräume Büreau- und Kassenbedürfnisse, Drucksachen, Porto, Insertionskosten, Buchbinder u. Botenlohn Anschaffung und Unterhaltung der Inventarien. Beiträge zu Pensions-, Wittwen- und Waisenkassen sowie sonstige Versicherungsbeiträge f. Kranken-, Unfall-, Invaliditäts- und Altersversicherung) Pensionen und Unterstützungen für ausgeschiedene Beamte etc. und deren Hinterbliebene Summa Kapitel V. Kosten der Erhebung bei Gewährung oder Entziehung von Renten. Schiedsgerichts- und sonstige Kosten aus Anlass des Berufungs- und Revisionsverfahrens 10 860 79 17 959 4362 7280 1034 95 t sid 167 339 81 4 829 48 12 445 54 2. Die Ausgaben: a) Betriebsfonds b) Reservefonds c) Voreinnahmen 970 561,65 M. 3 353,17 " 493 147,90 Mithin verbleibt am Schlusse des Rechnungsjahres 1896 Bestand: a. baar( wie oben) ẞ. in Werthpapieren u. s. w. 30 988 121,90 M. 1467 062,72 M. . 70 057,89 M. 29 521 059,07 M. 29 591 116,96 M. Vorstehende Rechnungsabschlüsse werden hierdurch gemäss§§ 22 und 24 des Statuts der Invaliditäts- und Alters- Versicherungsanstalt Berlin mit dem Bemerken veröffentlicht, dass die Jahresrechnung für 1896 von dem Ausschusse der Anstalt in der Sitzung vom 10. Dezember 1897 abgenommen worden ist. Berlin, den 3. Februar 1898. Invaliditäts- und Alters- Versicherungsanstalt Berlin. Man Der Vorstand. Dr. Freund. Dr. Sträter. Verantwortlicher Redakteur: August Jacobey in Berlin. Für den Inseratentheil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin. Druck und Verlag von Max Bading in Berlin. Br. 34. 15. Jahrgang. 2. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Donnerdag, 10. Februar 1898. Abgeordnetenhaus. 17. Sigung vom 9. Februar 1898, 11 Uhr. Am Ministertische: von der Rede, von Miquel und Rommiffarien. Der Gesetzentwurf betreffend die Beseitigung der Hoch wasserschäden kommt zur ersten Lesung. Verbunden wird hiermit der Antrag Bänsch Schmidtlein( frt.) auf zurückziebung der Liquidationen für die Hilfe der Truppen und um Einbringung einer Entschädigungsvorlage. 10 Minister v. d. Recke hebt hervor die zahlreichen Züge warmer Nächstenliebe und uneigennützigen Opfermuthes die sich beim Rettungswerk sowohl wie bei der Unterstützung der Ueberschwemmten in weiten Kreisen der Bevölkerung in so erfreulicher Weise kund gethan und für die er namens der Regierung danke; besondere Auerkennung verdiene das Verhalten des braven 5. Jägers, der nach erfolgreicher Rettungsarbeit seinen Tod in den Fluthen des Bobers fand.( Bravo!) Der Minister bittet, die Vorlage möglichst schnell zur Verabschiedung zu bringen, da noch viel zu thun bleibe.. Abg. Bäusch Schmidilein( frk.) findet die von der Vorlage bewilligten 5 Millionen viel zu gering, um den vorhandenen Schaden zu decken. Die Schäden sind bei der ersten Schäßung meist zu niedrig tayirt. Durch die Privatsammlungen sind 25 pet. der Schäden gedeckt. Schleunige Hilse ist nöthig, und wir hoffen bald eine zweite Borlage zu erhalten, um Waßregeln zu treffen, damit die Bewohner der schlesischen Gebirge fünftig vor Gefahren geschützt sind. Hierzu find nöthig Regelung der Wasserläufe und gefeßliche Ordnung der Räumungspflicht, die der Staat wird übernehmen müssen, denn die Privatbesitzer würden durch diese Pflicht ruinirt werden. Schlesien hat seit dem 16. Jahrhundert 43 große Ueberschwemmungen gehabt, in diesem Jahrhundert allein 15. Die Hilfe in solchen Fällen ist die Politik des Herzens. Redner empfiehlt Worberathung durch eine besondere 21er- Kommission. Die Folge ist, daß der blühende Oderbruch versumpft und mit seinen behandelt die Schiffs- Neubauten und Ersazbauten, ferner das Septennat Ernten zurückgebt infolge des Buhnenbaues, mit dem die Wasserbau- und Aeternat, die Vermehrung des Personals, die wachsenden Kosten der Techniker endlich aufhören sollten, damit wir nicht ruinirt werden. Indiensthaltung. In einem weiteren Kapitel geht er die Gründe ( Sehr richtig! rechts.) Die Leute müssen ihre Beiträge zahlen, durch, welche von den Befürwortern der Flottenvermehrung angeführt aber Schuß gegen Ueberschwemmungen erhalten sie nicht. zu werden pflegen; er bespricht den Küstenschutz, ferner die Be Regierungskommissar Geh. Rath Keller: Von einer einseitigen hauptung, daß eine starte Kriegsmarine zum Schutz der HandelsBevorzugung oder Förderung der Schifffahrts- Interessen bei Fluß- flotte nöthig sei. Dieses Kapitel läuft aus in Betrachtungen zur regulirungen kann keine Rede sein. auswärtigen Politik Deutschlands und empfiehlt ein engeres BundesRegierungskommissar Geh. Rath Frbr. v. Scherr- Thok theilt verhältniß mit England, wodurch wir uns die kostspieligen Ausmit, daß ein neues Regulirungsprojekt für den linksseitigen Warthe- gaben für neue Panzerschiffe würden sparen können. Der dritte bruch ausgearbeitet ist. und letzte Absatz der Broschüre behandelt die Kolonialpolitik und die Abg. v. Dobeneck( t.) findet den Fehler bei der Oderregulirung Arbeiter- Interessen. darin, daß diese auf der oberen Oder statt an der Mündung begonnen ist und der sich nicht wieder gut machen läßt. Finanzminister Dr. v. Miquel: Die Aufforderungen der Redner bezüglich der unteren Oder sind ganz begreiflich, aber unausführbar nach den Gutachten der Techniker; ich halte die Technik nicht im stande, die Natur in allen Bunkten ganz zu bekämpfen.( Sehr richtig!) Immerhin wird sie die Gefahr einschränken tönnen. Die Regulirung und Unterhaltung der kleinen schlesischen Flüsse wird beffer von zweckmäßig organisirten Genossenschaften als vom Staate besorgt. Gerade die Vernachlässigung der Flüsse hat das Unglück verschuldet. Ob es möglich sein wird, das Gesetz für die Regulirung der schlesischen Flüsse noch in dieser Session vorzulegen, kann ich noch nicht aussprechen, da cine genügende Uebersicht über die vorzunehmenden Arbeiten noch nicht gewonnen werden kann. Jedenfalls müssen Ueberschwemmungs Gefahren ernstlich bekämpft die # Die Broschüre ist interessant geschrieben. Wenn wir auch hinsichtlich mancher der vom Verfasser in seinem letzten Rapitel ge= streiften Fragen eine andere Auffassung haben, wie aus der Stellung des Vorwärts" zu diesen Fragen genügend bekannt ist, so erscheint uns doch die Broschüre von Parvus zur Anschaffung und Lektüre durchaus empfehlenswerth. " Eingelaufene Druckschriften. gr. Bon der ,, euen Zeit"( Stuttgart, J. H. W. Diez' Berlag) ist foeben das 20 Seft des 16. Jahrgangs erschienen. Aus dem Inhalt heben wir hervor: Ein wenig Wahlpolitik. Pädagogische Reformliteratur. Von Gust. Schönfeldt. II. Die Stellung der Privatdozenten und die lex Arons. Von Dr. Bruno Borchardt. Die soziale Frage auf der französischen Bühne. Bon Dr. Felicie Noffig Prochnit. Die Lebenshaltung der großstädtischen Arbeiter. Nach den Aften des Hauspflegevereins Frantfurt a. M. Dargestellt von Henriette Fürth. Notizen: Aferualifirung von Verbrechern. Bon W. Herzen. Feuilleton: Mein erster Erfolg. Aus dem Kleinrussischen von Oljona Ptscholta. Uebersezt von Wladimir Czumitow( Schluß.) werden. Vielleicht haben Verfäumniſſe ſtattgefunden, darüber zu„ Der Arbeitsmarkt", Monatsschrift der Zentralftelle für Arbeitsmarkt- Berichte streiten hat keinen Zweck; jedenfalls muß nun um so schneller vorgegangen werden. Bei der Vertheilung der Entschädigungen muß allerdings Vorsicht obwalten, damit nicht Leute, die gut zu reden und laut zu schreien verstehen, reichliche Entschädigungen erhalten, während Bescheidenere, die bedürftiger find, leer ausgehen. Außerdem mögen die Herren bedenken, daß durch zu reichliche Entschädigungen schwerer moralischer Schaden angerichtet werden kann. an ( Herausgeber Dr. J. Jastrow) Berlin, Verlag von H S. Hermann. Die nunmehr als Organ des Verbandes deutscher Arbeitsnachweise" erscheinende Beitschrift enthält in Nr. 5: Die Lage des Arbeitsmarktes in der Echuhbranche. Rewaltung der Arbeitsnachweise: Tagesausweise der Arbeitsvermittelungsstelle Frankfurt a. M.; Stadtzentrale in Düsseldorf; Wohnungs- und Arbeitsnachweis tn Köln; Staatlicher Arbeitsnachweis in Kalifornien; Errichtung von Arbeitsnachweisen für Schauerleute und Quatarbeiter in Hamburg; Beugnißarchiv in Köln. Situationsberichte aus einzelnen Plägen: Berlin, Situationsberichte aus einzelnen Gewerben: Eisen- und Metallindustrie; Textilindustrie. Lage des Arbeitsmarttes: Ortsübliche Tagelöhne in DeutschTand; eberangebot am Gesindemarkt in Gera; Lebensmittelpreise; Streits in Deutschland im Januar; Englische Strettstatistit 1893-97; der Arbeitsmarkt im Januar. Mittheilungen aus deutschen Arbeitsnachweis- Verbänden: Verband der öffentlichen Arbeitsvermittelungsstellen der Rhein- und Matngegend; Ver= band deutscher Arbeitsnachweise. sophie. Paraît tout les mois en un fasc. de 96 pages gr. in- 8°. Abonnement annuel: France, 18 fr.; Etranger, 20 fr. 16, rue Soufflot, Paris. Sommaire du No. 1( Janvier). La municipalisation du sol dans les grandes ville. Luigi Einaudi. Les bases économiques du matriarcat. Heinrich Cunow. Le mouvement socialiste a l'étranger. Belgique( Huymans) Revue des Revues, La Revue Socialiste( H Lagardelle). Die neue Zeit( Es). Critica Sociale( S.). The Social Demokrat( H.-H.). Revue Critique. Th. Rogers: Travail et salaires en Angleterre depuis le XIII, siècle( F.). Notes Bibliographiques.. Cooley. Bassct. Strada. Abg. Kölichen( f.): Die konservative Partei ist bereit, mehr zu bewilligen, wenn die geforderten fünf Millionen nicht genügen sollten; Abg. Letocha schildert das Verhalten des Bataillons- Kommanmir zweifeln, daß die Vorlage zu einer genügenden Entschädigung deurs der nach Neiße berufenen Pioniere und findet die Art, wie ausreichen wird. Der vorgeschlagene Geschäftsgang für das Ent dieser Zahlung von der Stadt forderte, den Verhältnissen wenig schädigungsverfahren ist nicht zweckmäßig; man lasse vor allen Dingen angemessen. Auch die Höhe der Liquidationen, in der sich hundert den einzelnen Verwaltungsbeamten die volle freie Initiative. Bevor von Kleidungsstücken berechnet finden, bemängelt Redner; es hätte Le Devenir Social, Revue internationale d'économie, d'histoire et de philoendgiltige Entschließungen getroffen werden über die Herstellung doch wohl genügt, wenn bei den Sachen der Abnutzungswerth ervon Sicherungseinrichtungen, wäre es gut, umfangreiche Berichte stattet worden wäre. zu erfordern, damit sich die Regierung ein flares Bild von den Abg. Seydel- Hirschberg( natl.) veranschaulicht den steigenden Verheerungen und ihren Ursachen machen fann und auf Umfang der fletigen Ueberschwemmungen einem von der Grund dieser Feststellungen die Schutzvorkehrungen getroffen werden Rednertribüne entrollten Papierstreifen, der bis zum Ministertische Tönnen. Wir sind mit solchen Einrichtungen anderen Staaten und durch den Saal reicht. Redner versichert, daß die Absicht der Benamentlich Desterreich gegenüber weit zurück. Der heutige Geschäfts- reicherung aus Aulaß des Hochwassers bei der schlesischen Bevölke= gang für die Schadensermittelung und Feststellung ist zu langsam rung ausgeschlossen ist, und empfiehlt schleunige Regulirung der und zeitraubend und eine Kenderung des§ 2 erscheint deshalb nöthig. verwilderten Flußläufe und Befestigung ihrer Ufer. Die Räumungspflicht Wir werden diese Aenderung in der Kommission versuchen. Die kann nur von einen leistungsfähigen Unternehmer, am besten vom Hoffnung, daß es möglich sein werde, diese Katastrophen für die Staate erfüllt werden. Redner wünscht die Einrichtung von Fern Zukunft ganz zu vermeiden, ist unerfüllbar. Bei der Anlage sprech- Einrichtungen, die bei drohender Hochwassergefahr benutzt wer von Thalsperren möge man nicht einseitig auf die Interessen der den können, und schließt mit dem Ausdruck des Dankes für Alle, Montag, Freitag und Sonnabend abends von 7% bis 8 1hr statt. Industrie, sondern auch auf die Landwirthschaft Rücksicht nehmen. die sich zu freiwilligen Gaben entschlossen, namentlich auch für die Regierungskommissar Geh. Rath Frhr. Scherr- Thoß führt aus, Stadt Berlin.( Bravo!) daß nach den bisher an die Regierung ergangenen Gesuchen der Behörden ein Bedürfniß für größere Geldbewilligungen nicht zu folgern ist. An der Aufräumung wird noch fleißig gearbeitet. Abg. Schlabih( frt.) beflagt die späte Einbringung der Vorlage. Minister v. d. Necke kann die Ausstellungen Letocha's nicht fontrolliren, hätte aber doch angesichts der allseitig lobend an erkannten Thätigkeit des Militärs gewünscht, daß in der Kritik der Militärkommandos etwas mehr Zurückhaltung geübt worden wäre. Abg. v. Eichel( t.) wünscht Beschleunigung der Regulirungsarbeiten, auf welche die Bevölkerung fehnlich wartet. Abg. v. Schenckendorff( natl.) ist zweifelhaft, ob die in der Vorlage bewilligten Mittel ausreichen werden. Minister v. d. Recke: Die Bewilligung einer größeren Sumune hat gewöhnlich die Folge, daß die Beschädigungen sehr hoch geschätzt werden. Im ganzen werden etwa 11 Millionen zur Deckung der Schäden zur Verfügung stehen. 5 Millionen aus der Vorlage, 2bg. Prof. Nostiz( t.) wünscht, daß die Vorlage schneller und 11/4 Millionen, die bereits vorschußweise aus bereiten Mitteln ge- reichlicher gekommen wäre. Die Militärkosten müßten schleunigt auf zahlt find, ferner 1/2 Millionen, welche die Proving bewilligt hat; die Staatstaffe übernommen werden. Auch bei der Beurtheilung der und endlich 3 Millionen der privaten Liebesgaben. Bei der Ab- Prästationsfähigkeit der Gemeinden solle man nicht zu peinlich fein; schäßung wird man die Privatbeschädigungen höher ersetzen, als für es werden diesen Gemeinden ohnehin schwere Ausgaben bevorstehen. öffentliche Beschädigungen. Das Geschäftsverfahren wird so viel Erfolgt feine ſchnelle und please fisteren fer, so wie möglich beschleunigt werden. Die militärischen Liquidationen werden sehr bald nene Ueberschwemmungen weiteren Schaden anwaren berechtigt und nothwendig; den Mannschaften stehen richten. für solche Fälle erhöhte Bezüge zu und es lag doch fein Anlaß vor, unterschiedslos allen Gemeinden die Er stattung zu erlaffen; beschädigte und nicht leistungsfähige Gemeinden werden gebührend berücksichtigt werden. Abg. v. Neumann( f.) hofft, daß der Finanzminister bereit sein werde, noch etwas zuzulegen, wenn dies nothwendig erscheint. Redner schildert die gefährlichen Verhältnisse an der oberen Oder, wo seit länger als zehn Jahren Jahr für Jahr durch Hochwasser die Ernten ganz oder theilweise vernichtet werden, ohne daß Vorbeugungsmaßregeln getroffen werden, obwohl zahlreiche Petitionen an den Minister gerichtet würden. Es ist bedauerlich, daß bei allen Wasserbauten einseitig die Schifffahrte- Interessen berücksichtigt werden. Nach kurzer weiterer Debatte wird die Berathung auf morgen ( Donnerstag) 11 Uhr festgesetzt. Literarisches. Marineforderungen, Kolonialpolitik und Arbeiterinteressen Von Parvus. Preis 25 Pf. Verlag der„ Sächsischen ArbeiterZeitung". Dresden 1898. Auf grund seiner Leitartikel in der„ Sächs. Arb. 31g." hat Genoffe Parvus eine Broschüre zusammengestellt, welche die Flotten vorlage des Staatssekretärs Tirpitz fritisch bespricht. Der Verfasser giebt eine anschauliche Darstellung der Marineforderungen der Regierung, er Briefkasten der Redaktion. Wir bitten, bet jeder Anfrage eine Ghiffre( zivet Buchstaben oder eine Babb anzugeben, unter der die Antwort ertheilt werden foll. Die juristische Sprechstunde findet bis zum 5. März am K. in M. Erfundigen Sie sich bei der Schuldeputation des Magistrats. stunden: 10-12 und 2-4 Uhr. Weitere Adressen siehe Adreßbuch. F. Bö. Franziska Tiburtius, Dr., wohnt Potsdamerstr. 14. Sprech R. R. 87. Wenden Sie sich an die Intendantur der königlichen Schauspiele. Wettende, Schildhorst. Brinz Albrecht erhält als Regent des Herzogthums Braunschweig 1 125 323 M. Marie, Leisig 3. Sprechen Sie gefälligst in den Expeditionsstunden von 7-9 Brunnenstr. 193 mit Belag für Ihre Geldsendung vor. F. B. M. 32. Da müßten Sie sich schon an einen Fachmann wenden. St. 100. Nur wenn die Sachen Ihnen auch übergeben sind, so sind Sie Eigenthümer geworden und können diefelben für sich in Anspruch nehmen. 304. 2. B. Nein. R. H. Wenn Sie Ihren ersten Wohnfig nach Abschluß der Ehe in Berlin haben, so leben Sie ohne weiteres außer Gütergemeinschaft. 5. S. O. Sie sind im Recht, wenn - M. L. Klage der Schlafbursche am 1. eines Monats zugezogen ist. age feſtgeſetzt so muß spätestens am 28. Dezember gekündigt werden. lohnt. W. N. 66. Ist die Kündigungsfrist auf drei Monate und drei Forsterstr. 52. 1. Das Wechselurtheil verjährt in 30 Jahren. 2. Die Vollstreckung der Haftstrafe verjährt in zwei Jahren. F. M. 1. Dieb: stahl nicht. Hatten Sie das Geld noch nicht an sich genommen, so haftet Ihnen der Chef. Enfé. Ihr Brief nicht angekommen. In der Sprech stunde erhalten Sie Auskunft.- Scheitler Kolmar. Soldat hat Anpruch auf Juvalidenpension, den er bei Entlassung geltend machen muß. Pension wird wahrscheinlich auf 6 Mart monatlich bemeffen werden. 2. 1. Testament ist nicht giltig. 21. 75. 1. Lohn ist nicht pfändbar. 2. Arbeitgeber darf dem Gerichtsvollzieher den Lohn nicht auszahlen. 3. Das in Ihrem Gewahrsam befindliche bare Geld darf Gerichtsvollzieher pfänden. B. 100. Erlaubniß der Frau nicht erforderlich. E. S. Ihr Bruder muß bei der Entlassung erklären, daß er Invalidenansprüche erhebe. Sie den Berd a cht haben, der Mann sei nicht eines natürlichen Todes Dadurch wahrt er sein Recht.- M. R. 17. Wenn Sie nur anzeigen, daß gefiorben, so kann Sie fein Nachtheil treffen. Verdächtigen Sie aber feine person, insbesondere nicht die Frau, den Tod herbeigeführt zu haben. 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Konzerthaus, Alte Jakobstr. 37. ben 10. b. We, nachmittags 4 br, 4. Wahlkreis: Keller's Festsäle, Koppenstraße 29. 5. Wahlkreis: Bötzow's Brauerei, Prenzlauer Thor. 6. Wahlkreis: Kösliner Hof, Röslinerstraße 8. Tages- Ordnung: 213/4 1. Die bevorstehenden Reichstagswahlen. 2. Diskussion. 3. Vorschläge event. Aufstellung von Kandidaten. 4. Wahl je eines Komitees zur Leitung der Wahlen. Um zahlreiches Erscheinen ersuchen Die Vertrauenspersonen. Die Ortsverwaltung. Genossenschafts- Buchdruckerei in Solingen. ( E. 3. mit beschr. Haftpflicht.) Sonntag, den 13. März, nach: mittags 4 1hr, im Lokale des Herrn C. Ern, Wehrwolf: Ordentliche General- Versammlung. Tagesordnung: 1. Geschäftsbericht pro 1897. 2. Be schlußfassung über die Verwendung des Geschäftgewinnes. 3. Anträge. a) Presse; b) Besprechung über Auf265/8 COHN'S Festsäle, Beuthstrasse 19-22. name von Mitgliedern. Der Aufsichtsrath. 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