Nr. 5 30. Jahrgang Die Gleichheit Zeitschrift für die Frauen der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands Mit den Beilagen: Für unsere Kinder. Die Frau und ihr Haus Die Gleichheit erscheint wöchentlich Preis: Monatlich 1,20 Mart, Einzelnummer 30 Pfennig Durch die Poit bezogen vierteljährlich ohne Bestellgeld 3,60 Mart; unter Kreuzband 4,25 Mart Berlin 31. Januar 1920 Die Elternbeiräte in Preußen Die Klassen der höheren Schulen sind selbst in den Großstädten verhältnismäßig flein, die Lehrer sind nicht so überlastet wie in den Volksschulen. Sie fennen die einzelnen Kinder. Die Eltern haben meistens die nötige Zeit, die Lehrer ihrer Kinder aufzusuchen und von ihnen Aufschlüsse über sie zu erlangen und solche zu geben. Hier besteht also die erstrebenswerte Verbindung zwischen Elternhaus und Schule auf einem Wege. Für die Arbeitereltern, deren Kinder die Volksschulen mit ihren vielen großen Klassen besuchen, gibt es diesen nicht. Daher kommt es, daß lange schon aus dem Kreise der Arbeiterschaft der Wunsch fam, den Eltern eine legale Vertretung bei den Schulen, die ihre Kinder besuchen, zu geben. Der Erlaß des preußischen Ministers für Wissenschaft, Kunst und Volksbildung vom 5. November 1919 trägt dem Rechnung. Daß durch ihn die Abstellung der oben berührten Mängel der Volksschule und die völlige Umwandlung der Volksschule nicht überflüssig werden, ist selbstverständlich. Der Erlaß, der Sabungen für Elternbeiräte an Schulen und die Wahlordnung für die Elternbeiräte enthält, hilft nur einem Mangel ab, der gerade den Arbeitereltern besonders fühlbar ist. Die Elternbeiräte werden nach dem Erlaß für jede Schule von den Eltern bzw. Adoptiveltern der die Schule besuchen. den Kinder gewählt, die auch allein wählbar sind. Der Elternbeirat jetzt sich nur aus Vertretern der Elternschaft zusammen. Der Leiter der Schule und die Mitalieder des Lehrerkollegiums nehmen in der Regel an den Sitzungen des Elternbeirates mit beratender Stimme teil, doch kann der Elternbeirat auch ohne ihre Zuziehung tagen. Die Tätig keit der Elternbeiräte ist beratender Natur. Sie: erstreckt sich auf Wünsche und Anregungen des Elternkreises, die sich auf den Schulbetrieb, die Schulzucht und die förperliche, geistige und fittliche Ausbildung der Kinder beziehen und die über den Einzelfall hinaus von allgemeiner Bedeutung find. Soll bei schwerwiegenden Verfehlungen gegen einen Schüler die Verweisung von der Schule ausgesprochen oder ihm im Abgangszeugnis eine Sittennote gegeben werden, die ihm das Fortkommen erheblich erschweren oder ihn in den Augen der Allgemeinheit herabseßen würde, so ist mit Zustimmung der Eltern des Schülers der Elternbeirat vorher zu hören. Alle Beschlüsse des Elternbeirates sind dem Lehrförper der Schule mitzuteilen. Die Elternbeiräte greifen also weder praktisch in die Schulverwaltung und den Unterricht ein, noch haben sie Beschlüsse darüber zu fassen. Das wäre auch nicht angängig. Wohin sollte es führen, wenn die Elternbeiräte, die doch an den verschiedenen Schulen nach Gesinnung und Qualität ganz verschieden zusammengesetzt sein werden, in die Maßnahmen der Schulleitung einzugreifen hätten? Ueber die Leistungen der Schule und den Schulbetrieb haben die Bolts- bzw. Gemeindevertretungen und die ihnen verant. ' Zuschriften sind zu richten an die Redaktion der Gleichheit, Berlin SW 68, Lindenstraße 3 Fernsprecher: Amt Morigplag 147 40 Expedition: Berlin SW 68, Lindenstraße 3 wortlichen Beamten zu entscheiden. Sie haben die vorgebildeten, fachkundigen Lehrkräfte anzuweisen und zu beaufsich tigen. Wenn das Berliner Organ der Unabhängigen, die„ Frei. heit", den Erlaß, der einen alten Wunsch der Sozialdemo kratie und feiner anderen Partei erfüllt, herunterreißt, so ist das ihres Berufs. Es wird Sache der Sozialdemokraten sein, die Elternbeiräte zu etwas anderem zu machen als zu Organen der Rektoren und Kollegien, zu denen sie die ,,, Freiheit" von vornherein stempelt.„ Sozialistisch und revo lutionär gefinnte" Elternbeiräte zu bilden, wie die Freiheit" verlangt, ist Sache der Wählerschaft. Die Freiheit" meint damit allerdings mehr Elternvereine, die sich mit der Schulreform beschäftigen sollen. Es ist aber nicht einzusehen, weshalb nur die Elternschaft solche Vereine bilden soll. Schließlich haben doch alle überzeugten Sozialdemokraten Interesse am Ausbau der Schule. Wir haben schaudernd miterlebt, wie bedeutungsvoll die geistige Erziehung eines Volfes für sein Schicksal ist. Wer Sozialist ist, will für die Zukunft der Menschheit wirken. Er sollte dem Ausbau der Schule gleichgültig gegenüberstehen, weil er vielleicht keine Seinder hat? Die sozialdemokratische Partei und ihre Mitglieder haben nach wie vor die Pflicht, für die Schulreform zu wirken. Die Aufgaben der durch den Ministerialerlaß geschaffenen Elternbeiräte sind zunächst andere. Daß sie wichtig sind, zeigt, daß die liberalen Lehrer sich vielfach gegen eine Wiedereinführung einer nichtstaatlichen Schulaufsicht wenden und man in Zentrumsfreisen von der Möglichkeit, andere Personen als Eltern in den Elternbeirat- nämlich Geistliche zu wählen, nicht erbaut ist. Die wesentlichste Aufgabe der Elternbeiräte ist die Verbindung von Haus und Schule. Genosse Heinrich Schulz zitierte früher einmal den Ausspruch eines modernen Päda gogen:„ Nur wenn das Haus seinerseits die Erweiterung des Wissens, Könnens, Wollens, welches die Schule stiftet, mit Teilnahme erfaßt und den Eindrücken der Schule gleich. sam einen Resonanzboden gewährt, in dem sie aufgeben. tönnen; wenn andererseits die Schule ihre Lehren und Antriebe einzusenken weiß in dem Daheim des Anschauungskreises des Zöglings, nur dann reichen die vereinten Wirfungen beider bis in die Tiefen der Seele hinab, in denen Gesinnungen reifen und die Keime des Charakters schylummern". Er fügte aber hinzu, daß dieses Ideal leider nicht erreichbar sei, weil es den Arbeitereltern durch ihre wirtschaftliche Lage und durch Zeitmangel an der physischen Möglichkeit fehlt, eine solche Verbindung zu gewinnen und zu pflegen. Seitdem haben sich durch den Krieg und seinen unglücklichen Ausgang die wirtschaftlichen Verhältnisse trotz der Revolution nicht bessern können. Aber der Achtstundentag, von dem 1906 auf dem Mannheimer Parteitag Clara Zetkin sagte, daß seine Einführung im Mittelpunkt einer Sozialpolitik stebe, die die proletarische Familie erziehungsfähig mache, weil er ihr Zeit zur Erziehung gibt, ist eingeführt. Er soll ein Schritt auf dem Wege sein, der Schule einen 34 Die Gleich beit Resonanzboden in der Familie zu schaffen, und die Eltern belräte sollen weiterhelfen. Aus einer Fühlungnahme von Schule und Haus wird Gutes für die Kinder erwachsen. Durch die Elternbeiräte und die Gesamtelternverjammlungen, die vom Elternbeirat in Verbindung mit dem Lehrförper einberufen werden, um wichtige Fragen durch Vorträge und Aussprachen klarzustellen, können die Lehrer in die ihnen bisher oft verschlossene Vorstellungs- und Anschauungswelt des Proletariats Einblick gewinnen. Der Rat der Elternbeiräte wird manche wertvolle Anregung geben. Beschwerden, von Kindern zu Hause vorgebracht, können nachgeprüft und für ihre Abstellung durch Aussprache mit dem Lehrkörper oder Weitergabe an die zuständige Behörde Sorge getragen werden. Tie Abst ung von Mängeln innerhalb des Schulbetriebes durch Aussprache, Appell an die Behörden und an die öffentliche Meinung wird eine wichtige Aufgabe der Elternbeiräte, wenn die Wählerschaft für eine entsprechende Zusammen segung sorgt. Sie sollen auch in Verbindung mit den zuständigen Stellen an der Regelung der Schulwohlfahrtseinrichtungen mitwirken. Rennen sie doch am besten die Bedürfnisse der Schulkinder und die Wirkungen solcher Einrichtungen auf fie. Dabei ist zum Beispiel an Einrichtungen wie Spielplätze, Schulbäder, Wanderungen, Führung durch architektonisch wertvolle Stadtteile oder Ausstellungen zu denken. Die Gesamtelternabende können der Erörterung von Fragen der Jugendwohlfahrt gewidmet sein. So viel UnKlarheit herrscht über die förperliche, geistige und seelische Entwicklung und Erziehung des Schulkindes, über Schulgesundheitspflege, Begabtenauslese, Beschäftigung in der Freizeit, Anpassung des Schulbetriebes an die Entwicklung des Kindes, Grundsäge häuslicher Erziehung, Kinderspiel und Kindergeselligkeit, Kinderlektüre, Miterzieher der Großstadt, Kinderfilme, Kinderwanderungen uiw. Auch über Jugendfürsorge und Jugendpflege kann gesprochen werden. Aus dem hier Gesagten ergibt sich wohl schon die Bedeutung, welche die Elternbeiräte gewinnen können, und daher ganz von felbst die Notwendigkeit intensiver Beteiligung an den Wahlen. Wir wollen in den Elternbeiräten Arbeitereltern, Vertreter unserer Weltanschauung sehen, damit nicht auf Schulbehörden und Oeffentlichkeit ein Einfluß ausgeübt wird, der unseren Wünschen für die Schule und die Erziehung der Arbeiterfinder entgegengesetzt ist. Deshalb feine Intereffelosigkeit und Saumseligkeit bei der Wahl, sondern genügende Vorbereitung und lebhafte Teilnahme! Listen müssen rechtzeitig eingereicht, Propaganda muß gemacht werden. Die Frau, die neue Staatsbürgerin, die hier ebenso wahlberechtigt ist wie der Mann, kann bei diesen Wahlen ihre Mutter- und Staatsbürgerpflichten gleichzeitig erfüllen. Um Mißverständnissen vorzubeugen, sei furz über das Wahlreglement berichtet: Wahlberechtigt und wählbar sind beide Eltern mit je einer Stimme, auch wenn mehrere ihrer Kinder dieselbe Schule besuchen. Die Wahl ist eine geheime Verhältnislistenwahl. Auf je 50 Kinder entfällt ein Beiratsmitglied, die Mindestzahl der Mitglieder beträgt 5. Die Wahl erfolgt auf 2 Jahre. Die Schulaufsichtsbehörde setzt den Wahltermin fest und macht ihn bekannt. Der Schulleiter setzt die Listen der Wahlberechtigten fest und legt sie spätestens 4 Wochen vor der Wahl 2 Wochen lang zur öffentlichen Einsicht aus. Einsprüche über Fehlen eines Wahlberechtigten sind spätestens eine Woche vor der Wahl beim Schulleiter anzubringen, gibt er denen nicht statt, so entscheidet der Wahlvorstand, ebenso über Einsprüche gegen Aufnahmen bestimmter Personen. Die Entscheidung des Waylvorstandes kann nur als Einspruch gegen die Wahl binnen 2 Wochen nach Feststellung des Wahlergebnisses stattfinden. Ueber Wahlansprüche entscheidet die Schulaufsichtsbehörde. Der Schulleiter hat 4 und 2 Wochen vor der Wahl Elternbersammlungen einzuberufen, in denen das Notwendige über die Wahl und die Bedeutung der Elternbeiräte gesagt Nr. 5 wird. In der 2. Versammlung wird der Wahlvorstand aus mindestens 3 Personen gewählt. Diesem find 10 Tage vor der Wahl die Kandidatenlisten einzureichen, die in Städten 20, auf dem Lande 10 Unterschriften von Wahlberechtigten tragen müssen. Der Schulleiter beruft 8 Tage nach der Wahl die Gewählten, die aus sich heraus den Vorsitzenden und andere Geschäftsführende bestimmen. Tie Wahlen zu den Elternbeiräten fommen voraussichtlich Mitte Februar. Deshalb wird es bald heißen müssen: An die Arbeit! Aufgabe der Genossinnen in den gesetzgebenden Körperschaften der Länder, die noch keine Elternbeiräte haben, wird es sein, entsprechende Einrichtungen zu schaffen. Hedwig Wachenheim. Ich sehe dich ,, Menfch" Ich sehe, von Licht bezwungen, Meer zur Linken, Fel en rechts, Den Siegersproẞ des jungen, Des kommenden Geschlechts. Er kommt von einfamer Küfte, Sein Wort ballt über das fleer, Sein berz hat Sternengelüfte, Nachtwachend wandert er. Es klingt in feinem Tritte Wie Stabl die Menfchenkraft, Kein Wall hemmt leine Schritte, Sein Arm hat Schwingenkraft. Sein birn zieht den Himmel näher, Sein Blut lebt Someng ück, Sein Blick ift Fernenipaher, Sein berz ich ägt Weltgefchick. Du mit dem Trotze des Bauern, Der Lebensernte baut, Mein herz will felig erichauern Zukunft hab ich geschaut. Evers. Die Bekämpfung der Geschlechtskrantheiten durch gesetzliche Maßnahmen und die Beratungsstellen II. Unter Punkt 6 hat die Sachverständigenkommission der D. G. B. G. in ihrer Sitzung vom 8. und 9. Juli 1919 beschlossen:„ Personen, die dringend verdächtig sind, geschlechtsfrank zu sein, fönnen angehalten werden, eine amtsärztliche Bescheinigung bzw. die Bescheinigung eines autorisierten Facharztes über ihren Gesundheitszustand beizubringen. ( Eine Forderung, die von mir bereits bei Gelegenheit des ersten Kongresses der D. G. B. G. im Jahre 1903 erhoben wurde. Anm. d. Ref.) Wird eine solche Bescheinigung nicht beigebracht, so werden sie zunächst vorgeladen, eventuell fönnen sie einer zwangsweisen Untersuchung durch den beamteten Arzt unterworfen werden." In Punkt 7 heißt es dann weiter: Personen, die geschlechtsfrank sind und bei denen die Gefahr besteht, daß sie ihre Krankheit weiter verbreiten, fönnen zwangsweise einem Seil. berfahren unterworfen, insbesondere in ein Krankenhaus überführt werden, wenn dies zur wirksamen Verhütung der Ausbreitung der Krankheit erforderlich erscheint. Sie können ferner angehalten werden, bis zur erfolgten Heilung nach Bedarf zu wiederholende amtsärztliche Bescheinigungen über ihren Gesundheitszustand beizubringen.( Hier wäre hinzuzufügen:„ oder eine fachärztliche Behandlung nachzuweisen".) Hier haben wir eine Neuformulierung der von uns im vorigen Artikel angezogenen Londoner Bekundung Blaschkos Nr. 5 Die Gleich beit und zugleich eine sachgemäße Erläuterung des§ 2 der Negierungsverordnung vom 11. 12. 1918. Man wird einwenden, daß auch hier wieder zunächst die eingeschriebene Prostituierte die Leidtragende sein wird, da auf sie die Voraussetzungen von Punkt 6 und 7 ohne weiteres zutreffen. Das ist unvermeidlich, bis eine grundstürzende Wandlung der Gesamtauffassung erfolgt sein wird, fann aber durch den von uns empfohlenen Weg der durchgreifenden Humanisierung des Heilverfahrens und der sozialen Behandlung gemildert werden. In Punkt 4 der D.- G.- B.- G.- Tagungsbeschlüsse wird aus. geführt:„ Wer einen frischen Fall von Geschlechtsfrankheit in Behandlung nimmt, soll von dem Kranken zu erfahren suchen, von wem und unter welchen Umständen die Uebertragung erfolgt ist. Die Meldung soll ebenfalls zunächst an die Beratung stelle erfolgen." Mit alledem ist eine Fülle von Aufgaben aufklärender, teratender und behandelnder Art umgrenzt, die zu ihrer Er füllung eines Werkzeuges bedürfen, das geschmeidig, aber doch kräftig genug ist, unter Verzicht auf die alten Zwangs. oder Polizeimethoden der Reglementierung seinen Zweck zu erreichen. Ein solches Werkzeug zur Bekämpfung der Geschlechtskrankheiten können, richtig angewandt, die Beratungsstellen werden. Die Beratungsstellen haben die Aufgabe, solchen Personen, die dort vorsprechen, weil sie sich frank glauben oder frank wissen, in fostenloser Beratung durch Fachärzte Aufschluß über ihren Zustand zu geben und sie zur Aufsuchung ärztlichen Beistandes zu veranlassen. Sie haben außerdem als Kontrollstelle in der Weise zu dienen, daß ihnen von den Aerzten und Krankenhäusern die Kranken gemeldet werden, die die Behandlungstermine nicht innehalten oder sich der oft langwierigen und unbequemen Behandlung vor der Zeit entziehen. Ta es unmöglich ist, alle Geschlechtsfranfen in Krankenhäusern unterzubringen, da außerdem die Natur der Krankheit meist weder einen Aufenthalt im Krankenhause noch auch eine Unterbrechung der Berufstätigkeit erfordert und daher auch aus wirtschaftspolitischen Gründen zu widerraten wäre, ist es doppelt not * Feuilleton Ich bete dich nicht an Ich bete dich nicht an... Ich achte Dich viel zu hoch für Spiel und Wahn. Nicht ein Idol, zu dem ich schmachte, Bält mich dein Bildnis untertan. Ich kniee nicht zu deinen Füßen, Ich bettle nicht um deine Gunſt, Mit Händedruck uns frei zu grüßen, Bleibt unirer Liebe befte Kunit. Wärit du ein Weib, das mich zum Knechtě Nur einen Augenblick begehrt, Ich böte nie dir meine Rechte Und schätzte dich der Freundfchaft wert. Ich würde deiner Lockung lachen Und spotten deiner eiteln бuld, Dich mir vielleicht zur Sklavin machen, Verítrikt in Leidenschaft und Schuld. Das wär' die alte, glatte Weife, Der engelhafte, schöne Schein, Ein Lied zu meiner Göttin" Preife, So fchmeichlerifch und fo- gemein. Ich bete dich nicht an... Ich achte Dich viel zu hoch für Spiel und Wahn. Nicht ein Idol, zu dem ich fchmachte, hält mich dein Bildnis untertan. * Karl Benckell. 35 wendig, eine Sicherheit für die geordnete und bis zur völligen Heilung erstreckte Behandlung dieser Kranken zu schaffen. Notwendig auch deshalb, weil ja die meisten dieser Kranken noch Ansteckungsträger sind und zu Verbreitern der Krankheit werden. Um dem zu begegnen, muß ein geordneter Meldedienst eingerichtet werden, der nicht, wie das bisher bei uns noch der Fall ist, fakultativ, sondern zwangsläufig von seiten der Aerzte und Krankenhäuser in all den Fällen ausgeübt werden muß, in denen der Kranke sich der Behandlung zu entziehen sucht oder zu sorglos ist, um seine Termine einzuhalten. Die Beratungsstelle hat dann die Säumigen zu mahnen und vorzuladen. Leisten sie dem nicht Folge, so geht die Meldung von der Beratungsstelle an das Gesundheitsamt weiter, dem alle gesetzlichen Handhaben und Zwangsmittel, wie zwangsweise Einlieferung in ein Krankenhaus, Herbeiführung gerichtlicher Bestrafung usw. zur Verfügung zu stellen sind. Heute sind wir noch nicht so weit. So ist z. B. bis zur Stunde das Gesundheitsamt als die tragende Grundlage des gesamten Maßnahmenkomplexes noch nicht geschaffen. Es wäre aber zu wünschen und zu fordern, daß das kommende Geſetz auch den Ausbau und die rechtlichen Befugnisse der Beratungsstellen in den Kreis der neuen Rech: sordnung einbezicht und dadurch den oben angeführten Bestimmungen erst zur rechten Wirksamkeit verhilft. Sind erst einmal die mit den nötigen Machtbefugnissen ausgestatteten Beratungsstellen den breiten Massen eine vertraute Einrichtung geworden, so werden die Fälle leichtsinniger Uebertragung von Geschlechtsfrankheit sich mindern und ebenso die, in denen Zwangseinweisung und Bestrafung erforderlich werden. Die Gewißheit, einem unentrinnbaren Kreislauf von Pflicht und Ordnung anheimgegeben zu sein, dürfte für die meisten zum Sporn freiwilliger Pflichterfüllung werden. Ebenso wird durch die gesetzlich ausgebauten Beratungsstellen die Ermittlung der Infeftionsquellen weitaus erleichtert werden. Der Privatarzt ist nicht in der Lage, einer ihm gemachten bezüglichen Angabe nachgehen zu können. Mi Manifestation! Pittägliche Glut, Dunst, Staub über den breiten Straßen der Zentrale. Schweißkeuchender Atemstaub. Ez rennt und hastet sich zusammen zu einem unabsehbaren Zuge. Aus allen Straßenmündungen stoßen neue Mengen zu, schließen sich der schwarzen Schlange an, die sich fortwühlt auf dem heißkochenden, weichwerdenden Asphalt... trapp, trapp, trapp, dumpf und blechern schlägt es auf. wie Sturmschritt herannahender Bataillone unter der glühenden Strahlenkugel, die hell und stechend niedersieht. Ihre Glut fengt durch schwere Vorhänge hinter Spiegelscheiben. Drinnen ist eine Luft, parfümiert und lastend. Bettdunſt am hellen Tage- Puderstaub feiner Likörduft. Schwere alte Gobelins und große Spiegelwände sehen nieder, üppige Butten, bemalt, tragen den Betthimmel unter der Krone. Aus den bunten Seidenkissen kommt eine zittrige, alte Stimme: Bauline!!" Trapp trapp trapp dröhnt es gegen die Scheiben, die geschlossen sind. Trapp trapp In den Kissen regt sich etwas Lebendes; eine magere Hand fährt in die Höhe. Wie?? Was sagst Du- Pauline? Wer kommt-?? Ach, es ist nur ein Zug-". Was für ein Bug?"" Gnädigste Frau ein Zug- junge Leute! ganz jung- wer weiß, was die wollen." Sie muß die Stimme erheben und ihr es in die Ohren schreien, darum hat sie, selbst betagt, feine große Lust dazu. Ganz jung, wie alt wohl?" Die alte Bofe zuckt die Achseln.„, 16, 17, manche wohl erst 15 junge Kinder noch- sagt der Hofmeister" Was sie wollen? Lohnerhöhungen, sagt er ganz gewöhnliche Leute- Mädchen, Jungen" ,, 16 Jahre!! sagst Du. Komm. Ich steh auf!" Die 36 Die Gleich beit Ihni fehlt auch die Kompetenz zur Vorforderung des AnStedungsträgers, die der Beratungsstelle von Haus aus innewohnt. Endlich ein Letztes. Die Beratungsstelle kann ein taugliches Instrument werden. Sie wird es aber nur, wenn ihr die seelische Bereitschaft der Frauen entgegenkommt. Ich habe einmal während des Krieges von dieser seelischen Bereitschaft, die Geschlechtsfrankheiten aus den Wirrzuständen des Lebens und den unerhörten Erlebnissen und Leiden des Soldaten zu verstehen und im Kranken nicht den Schuldigen, sondern nur den Hilfsbedürftigen zu sehen, als von einem schweren Kriegedienst der Frau gesprochen. Der Frieden, der da erst kommen soll, fordert diesen Dienst noch einmal so dringlich. Fordert ihn um des Glückes und der Gesundheit der Familien, um der Zukunftserwartung des Volkes willen. Fortschritte auf dem Gebiete der sozialen Wohlfahrt und Vom 8. bis 19. Januar 1920 fand im Charlottenburger Jugendheim durch Unterstüßung des Ministeriums des Innern ein Einführungskursus in die Aufgaben der Kinderund Jugendwohlfahrtspflege statt. Er hatte den Zweck, unabhängig von den Parteien den Frauen, die in den Stadtverwaltungen, insbesonders als Stadtverordnete Bürgerdeputierte bei der Gestaltung dieses Wolhfahrtszweiges in den einzelnen Gemeinden mitzuwirken haben, einen zusammenhängenden Ueberblick über die gesamten Bestrebungen dieser Fürsorgearbeit zu geben. Durch unmittel bare Vereinigung von Theorie und Praris sollte den einzelnen Teilnehmerinnen in möglichst furzer Zeit ein wirflicher Ueberblick über das Arbeitsgebiet gewährt werden. Es war auch eine fleine Anzahl von Hoipi: antinnen aus allen Gebieten Deutschlands zugezogen worden: aus dem Rheinland, aus Ostpreußen, aus Schlesien, Hamburg, aus der " Rammerfrau sezt die Schokolade auf den kleinen stummen Diener und tritt ans Bett. Die alte Dame hat die Füße herausgesteckt und fitzt mit bloßen Beinen. Sie will sie ihr zudecken. Sie lächelt und stiert auf ihre bloßen Füße hin. Das scharfe Licht läßt die verfallenen Züge noch gelber, vertrockneter erscheinen. 16 Jahre". Sie lächelt immer noch in sich hinein. Sie wird kindisch", denkt ihre Hilfe und macht sich sonst zu schaffen, weil sie ihren Eigensinn kennt. Sie nimmt die seidenen Strümpfe niet vor ihr nieder und beginnt sie anzuziehen. Schade! schade!" sagt der zahnlose Mund Du weißt nicht, was Du da tust. Aber mach nur fort. Ich will sie sehen die von 15 oder 16! Kinder aus dem Volk, sagst Du niedere Leute...?"„ Ganz gewöhnliches Volf.. ja!" Sie hat ihr die Schokolade hineingelöffelt, das faltige Morgenkleid aus altem weichem Atlas, Spizen und Schleiertüll- wie aus der Theatergarderobe genommen, verflossene unmodische Eleganz, kostbar, ihr umgelegt, und Icitet sie fürsorglich zum Stuhle. Ich- ich- ich will mein 2", sie deutet auf den Tisch mit der fostbar eingelegten Holzarbeit. Die alte Zofe gibt ihr ein altmodisch großes, übergroßes schwarzes Lorgnon aus Ebenholz.... Nun, öffne das Fenster!"„ Das Fenster?" Sie zögert. Die helle Mittagionne fällt herein; es ist nach Süden. Der Staub der Dunst den alle diese Menschen ausatmen! ,, 16 Jahre gewöhnliches, ganz gewöhnliches Volt", schlappert der eingefallene Mund, dem das Goldgebig kaum noch Halt gibt. ,, Geh, laß mich- Nein! Du sollst mich nicht anfassen ich will allein! ich will allein!..." Sie läßt die Gebrechliche ." Sie läßt die Gebrechliche los„ Nein, laß mich siten Geh Dufort!" Sie finkt in das alte eingefeffene Seidenpolster, redt fich hoch und nimmt das Sehglas in die kinderkleine vertrocknete Hand und fizzt mit Haltung da. Mr. 5 Provinz Sachsen, aus Bayern, Württemberg und Sachsen; ihnen fällt nun die Aufgabe zu, innerhalb ihres Gebiets in der nächsten Zeit auf die Veranstaltung ähnlicher Kurie hinzuwirken oder die Einrichtung solcher Kurse selbst in die Hand zu nehmen. Tas Programm umfaßte die gesamte Kinder- und Jugendwohlfahrtspflege, beginnend mit der Schwangeren fürsorge bis zur Fürsorge für die schulentlassene Jugend und schloß noch Gebiete ein, die mit der Kinderfürsorge in mittelbarem Zusammenhang stehen, wie Wohnungsfürsorge, Tuber. fulojen, Trinker- und Krüppelfürsorge. Das sehr reichhaltige Programm, das natürlich zeitlich sehr zusammengedrängt werden mußte, wurde von Fachleuten, die in der Lage waren, nicht nur theoretische, sondern auch praktische Ratschläge zu geben, erörtert, und die entsprechenden Einrichtungen wurden eingehend besprochen. Aus einer Reihe von glänzenden Vorträgen ieien ganz besonders hervorgehoben: Frl. Dr. Turnaus Vorträge über Schwangeren- und Säuglingsfürjorge und über Geschlechtsfrankheiten und Proftitution; Dr. Casparis Organisationsplan zu einer wirklich erspricßlichen Durchführung der Jugendwohlfahrt; Direktor Knauts Ausführungen über die praktischen Aufgaben der Jugendfürsorge; Frau Levy- Rathenaus Darbietungen über Aufgaben, Biele und Formen der Berufsberatung; Frau Bohm- Schuchs warmherziger Vortrag über den Zusammenhang zwischen Wohnungspflege und Vertiefung allgemeiner Kulturwerte. Alle Teilnehmerinnen, welcher politischen Nichtung sie auch angehören mochten, waren einmütig der Ansicht, daß der Kursus seinen 8wed, einen zusammenhängenden Ueberblick über die gesam.en Bestrebungen der Fürsorgearbeit auf dem Gebiete der Kinder- und Jugendwohlfahrt zu geben, vollauf erreicht habe. Auf feinem Arbeitsgebiet besteht eine solche Zersplitterung, ein solches beziehungsloses Nebeneinanderarbeiten. Nationelle Zusammenfassung und vertiefte, vereinfachte Organisation sind gerade hier dringend am Blaze. Daß, der Wille hierzu besteht, bewiesen wiederholte Aussprachen, und Die Fensterbrüstung ist niedrig fie fist wie ein Bild, ein Gentälde alter Meister, angenagt vom Zahn der Zeit, deutlich kennbar nach außen hin, verfallene Schönheit, Ruine, ein Bild! vermoderte, zerbröckelte, altmodische Pracht-Dazu das große Lorgnon! Trapp trapp stampft es unten auf dem Asphalt vorüber. Hunderte junger fejer Proletarierfüße, eine Füße der Arbeiterinnen dazwischen, sehr junge Mädchen, halbe Kinder. Die oben heht d -hinauf, lachen, überrascht belustigt. Seht sie da! Die feine Dame! Balastdame, alt und scheußlich." Sie johlen laut und rohalles sieht nach oben und lacht. Vorübergehende lächeln und gehen weiter. Das wunderliche Bild bleibt starrt nieder. Wer lacht da so herzerquidend, frisch und roh?" Sie hält das Lorgnon immer noch in der Hand, unbeweglich, wie lauschend. Auf ferne innere Stimmen, indes ein geheimnisvolles Wirken und Weben in dem blanken Simmer um den Stuhl her anhebt; der sichtende Strahl des Lichtes allmählich den feinen Duft der Parfums, von Lack und Firnis zerteilt, ein leiser Windzug den Duft von draußen an seine Stelle fetf. Schweiß- und staubvermengt und lösende Glut allmählich finft das Glas langsam nieder, mit ihm der krampfhaft hochgehaltene Rörper, tief- tiefer 16 Jahre ist man und ein Kind des Volkes, ganz gewöhnlichen Bolfs. Man hungert, man darbt, fingt und lacht mit den anderen, bis eines Tages der dünne, ewig kränkelnde lange Mann sich hinlegt inmitten seiner Kinderschar, um nicht wieder aufzustehen. Von da an steht man abends mit an der Brücke, wo sie alle stehen, die nicht hungern oder betteln wollen, die in seidnen Röcken gehen, in bunten Jacken mit hochfrisierten Röpfen und den schwarz untermalten Augen. 16 Jahre ist man, steht und gafft die anderen Nr. 5 ie Gleich beit solche Lehrgänge sind sehr geeignet, eine rationelle Organifation zielbewußt anzubahnen. Soziale Fürsorge gehört zu jenen Arbeitsgebieten, in denen auch die persönliche Note eine besonders wichtige Rolle spielt. Gerade die Arbeit am heranwachsenden Menschen darf nicht schematisiert und nicht bureaukratisiert werden, wenn sie gedeihlich sein soll. Sie muß wohl flarrationell organisiert werden, sie muß aber der psychologischen Einwirkung, den reinmenschlichen Beziehungen einen weiten Spielraum lassen, wenn sie nicht ihre beste Wirkungskraft berlieren will. Diese rein menschliche Seite der sozialen Wohlfahrtsarbeit ist im allgemeinen mehr Frauensache. Ihr wurde bisher von behördlicher Seite nicht die gebührende Bedeutung beigemessen. Sie ist aber voll zu werten in ihrer Beziehung zum Wiederaufbau innerer und äußerer Volkskräfte. Und darum ist es sehr zu begrüßen, daß die Behörden beginnen, weibliche Kulturarbeit auf diesem Gebiete zu unterstüten, daß auch Frauen des werktätigen Bolkes, die sich den Lurus sozialer Nebenarbeit wegen wirtfchaftlicher Ueberbürdung und wegen mangelnder Ausbildung bisher nicht leisten konnten, zufünftig als wohlausgebildete soziale, gut bezahle Kräfte werden am Allgemeinwohl mitarbeiten fönnen. Nicht zu übersehen ist auch, daß trot gegensäglicher Anschauungen und Auffassungen gemeinsame Arbeit aller Frauen auf diesem Gebiet möglich sein fann, wenn der Gedanke des Helfens und Heilens alle wahrhaft Wollenden eint. Dr. Sophie Schöfer. Beibehaltung der Frauenreferate Von Dr. Marie Elisabeth Lüders, M. d. N. ( Schluß) Sehr bedauerlich wäre es, wenn die fürsorgerischen Aufgaben in anderem Geiste getan werden müssen", als die Frauenreferate es taten. Ein gutes Teil der ihrem Wirken besonders in den ersten Monaten entgegengesetzten Widerstandes beruhte darauf, daß sie die fürsorgerischen Aufgaben und ihre Turchführung in einem bom üblichen erheblich abweichenden Geiste aufnahmen. lachen sie aus dann kommt einer... Ein dumpfer Laut bricht vom Stuhle her, wo das zusammengefallene Menschen bündel hockt. Er sagt ihr eines Tages: Du bist schön, haft Rasse. Du stammst aus dem Bolke, aus dem die wahren Talente alle kommen; ich bringe Dich zur Kunst. Er war flug. Er wußte, was sie selbst nicht wußte, was ihr natürlich war, was ihr zur Leidenschaft wurde, weil es ihre innerste Natur war: Kraft des Erlebens. Das Bedürfnis, all dies in Form zu gießen, gegossene Formen auszufüllen damit, selbst Form und Ausdruck zu sein durch die seltensten Gaben der Natur. Und man beugte sich dieser Naturfraft. Sie wurde berühmt und er- tauchte in ihrem Leben unter. Andere Gestirne stiegen auf-- Glanz- LichtEhre Nuhm! Genuß aller Art. Ueber das leichenfarbene Geficht läuft ein strenger Zug bon Hochmut- Ueberjättigung. Genuß aller Art!! Endlich 37 und Sie gingen nämlich von der grundsätzlichen Auffassung aus, daß Fürsorge oder Wohlfahrtspflege nicht Privatsache eines Kreises zufällig sozial oder wirtschaftlich Stärkerer, sondern eine Angelegenheit der Allgemeinheit ist, die das dringendste Interesse an den Formen ihrer Organisation, der Aufbringung und Verwendung der Mittel, der Auswahl der anzustellenden Personen usw. hat. Die Arbeit der Frauenreferate hat der notwendigen Neuregelung der Wohlfahrtspflege" ganz wesentlich vorgearbeitet, und zwar nach Grundsätzen und Gedanken, die lange bevor auch nur ein Mensch an Revolution dachte, erfunden waren, wie jeder Kenner der historischen Entwicklung und der einschlägigen Literatur weiß. An mein Eintreten für eine Neuregelung der gesamten Wohlfahrtspflege" aber die Forderung anzufnüpfen, die private Wohlfahrtspflege sollte im neuen Deutschland überhaupt ihre Rolle ausgespielt haben", heißt nicht mehr und nicht weniger, als schon jeden Versuch einer Umgestaltung von vornherein unmöglich zu machen und die Praxis der ersehnten öffentlichen Wohlfahrtspflege den so gefürchteten Bureaukraten auszuliefern. Dagegen ist auch der Boltsstaat" fein Mittel, denn wie sollen denn seine Vorteile zur Geltung kommen, wenn man nichtbehördliche Instanzen zu ihnen gehört die Karitas nicht mitarbeiten lassen will. Ez fann nicht dringend genug davor gewarnt werden, die private Wohlfahrtspflege" mit verschiedenen sehr mittelmäßigen Vereinsvorständen oder unverantwortlich dilettierenden Einzelpersonen zu identifizieren! Die schönste sozialpolitische Initiative von Arbeiter- oder Wirtschaftsräten" kann für die Ausführung der intenfiven Mithilfe der Karitas nicht entraten. Man denke z. B. nur an die überaus dezentralisierte Beaufsichtigung, die für die Durch führung erweiterter Schutzbestimmungen für die Heimarbeit im allgemeinen, die Kinderarbeit im besonderen notwendig sein wird, und für die die Verwendung nur von beamteten und besoldeten Personen einfach unmöglich ist. Mit der Wendung, daß die materielle Lösung der Frage nicht zur Diskussion steht, wohl aber die organisatorische", kommt man um das Problem der weď mäßigen Verschmelzung von öffentlicher und privater Wohlfahrtspflege nicht herum. Auf diesem Gebiete ist jede organisatorische Frage auch eine materielle, und wir werden es schmerzlich erleben, daß die Echwere der letzteren unsere organisatorischen Flüge mit Bleigewicht zur Erde ziehen wird. es Die Achtzigjährige fährt auf. Wer ist da?" Trapp trapp trapp geht es dicht unter den Fenstern flingt wie mit Eisenschritten, wie unabwendbares Boran das die Scheiben zittern macht.- ,, Wie, was sagst Du?" hebt die Stimme tonlos an, wie aus tiefem Schlafe." Jawohl sie werden Dich auslachen mit Deinem gewöhnlichen Volk", Pauline. Sie werden kommen nicht einer viele, viele werden kommen. Sie werden"... lacht es da' nicht wieder? Dicht neben ihr. Die eingefunfene Brust hebt sich sie starrt ins Leere. Wo ist sie hin, die eben noch da war? Schrecklich zwei Menschen sind hier im Stuhle, wo der Spiegel nur eine zeigt: sie selbst, und die andere, die eben noch lachte, die andere, die sie selbst ist, schreckbar schön lebendig geworden, wie ihre Jugend. Die herauffam, von wo diese Fußtritte famen, immer näher näher, Bist Du's?" flüstert die Greisin mit vorgestredtem Halse. Kommst Du nimmst mich wieder mit Dir? Wohin? Nach Hause? Wer läuft da mit uns im Zuge? Alle sie alle? Ihre Füße - das Veilchenparfum duftet stärker--über- rennen uns nieder, fie trampeln auf mir herum- hilftäubt die Schwere von draußen. Er gab so viel auf um fie. Sie gab auf um ihn. Glücksjahre. Mann und Kinder und Baronin!! Mann und Kinder? Wo sind sie? Nur die Baronin blieb, mit ihr die Dede, die Langeweile, der Prunk, der Tand, der Bwang, der Zwang! Die Unnatur, die Fessel, die Konvention. ,, Aeh, gnä' Frau- äh, Frau Baronin geruhen! Frau Baronin befehlen!?" Efel- Efel!! Die kleine Hand macht eine verächtliche Bewegung, den Atlas hinunter, oh, Ungeduld!! Kreaturen, die den natürlichen Boden ihres Volfes verlaffen haben wie sie, friechen vor ihr herum.„ Gnä' Frau. biel zu gut, sie nur anzusehen, was die nur wollen?? Ganz gewöhnliches Volk!" Ha, ha! Wer lacht da? Verzicht! Eine tiefe Stille geht durch das Zimmer, ein Hauch von Erlösung, hilf mir!! doch!! Ein erstickter Laut leichtes Gurgeln. Wie bröckelndes Gestein in einer Höhle niederrasselt. Dann Stille. Der Kopf im Stuhle hebt sich wieder. Das Auge groß und schwarz, weitaufgerissen glänzt in wunderbarer Frische, jung, elastisch. Da ist sie wiederfie kommt näherganz nah fie tritt ihr gerade aufs Herz-- AH!!! Frau Baronin! Frau Baronin! Der Zug ist vorüber soll ich nicht? Die Zofe tritt näher, steht still lächelt. schreit auf. Der Leichnam Trapp trapp trapp, fommts verballend aus der Ferne wie der Sturmschritt anrückender Bataillone.... Berta Duensing. 38 Die Gleich beit Teilnehmende und von sozialem Verständnis getragene tätige Nächstenliebe und Hilfe ist sehr wohl mit der heutigen Auffassung von Menschenrecht und Menschenwürde vereinbar", und es ist m. E. eine traurig öde und lieblos materielle Vorstellung für die Beziehungen unter den Menschen alles von einem Ausgleich in den Befiß- und Vermögensv.rhältnissen" zu erhoffen. Der Mensch lebt nicht vom Brot allein", und es tut dringend not, den Geist der Brüderlichkeit und Menschenliebe, der die Triebfeder der echten Sharitas ist, neben und in der öffentlichen Wohlfahrtspflege jo start wie möglich zu erhalten, damit nicht auch noch auf diesem Gebiete vor Verordnungen und behördlichen Zustän digkeiten ein bedrohtes Leben zwischen Paragraphen und Wieder vorlage nach sechs Wochen" erstickt. Als Gegengewicht erscheint Fräulein Wachenheim die Selbstverwaltung" geeignet. Daß ihre Organe Städte, Gemeinden, Kreise„ die Träger der eigentlichen(?) Wohlfahrtspflege sein müssen" und in weitem Umfange bereits sind, ist bekannt, aber ob man sich für eine Zusammenfassung der Kreis und Gemeinde- Wohlfahrtsämter nach Regierungsbezirken oder Provinzen" einsetzt oder es für am awedmäßigsten" erflärt, wenn Provinzialwohlfahrtsämter gebildet würden, die gleichfalls von den Organen der Selbstverwaltung ausgehen", hat zur Voraussetzung, daß man sich über die Unterschiede zwischen staatlicher und selbstverwaltender Provinzialverwaltung flar ist und daß man über die Kompetenzen eines Oberpräsidenten" im Gegensatze zu denen eines Landeshauptmanns"( der als Geschäfts. führer vom Provinziallandtage für die Verwaltung der Ange legenheiten des Provinzialausschusses als ausführendes" Organ bestallt, feinerlei Verordnungen oder sonstige bindende Anweisungen erlassen kann) orientiert ist, und man kann nicht im„ Vorwärts" in derselben Angelegenheit für die Zuständigkeit bei den Staatsbehörden- also des Ober- bzw. Regierungspräsidenten eintreten, während nach den Ausführungen in der„ Gleichheit" die provinzielle Gelbstverwaltung also der Landeshauptmann die Leitung und Aufsicht haben soll! Die Annahme, daß nach der„ Temokratisierung des Wahlrechts" auch die Zusammensehung der Selbstverwaltungskörper z. B. des Provinziallandtages und Provinzialausschusses- so ohne wei teres den fortschrittlichen Idealen entsprechen wird und dadurch der Wohlfahrtspflege fast automatisch die Hilfskräfte aus allen Volfskreisen zugeführt werden können", wird, fürchte ich, noch manchen aus seiner Begeisterung beim Hören des Wortes" Selbstverwaltung- das nämlich noch lange nichts mit der„ Sache" im Sinne der Hoffenden zu tun hat nicht nur auf dem Gebiete der Wohlfahrtspflege mit einem unsanften Ruck reißen, wenn nicht beizeiten das von früher stammende und in vielem sehr begreifliche und berechtigte Vorurteil gegen Befugnisse st a atlicher Organe vorher revidiert wird. Dadurch würde auch ber genügender Kenntnis der Grundzüge der Verwaltungswissenschaft und pragis die z. B. für das neue preußische Wohlfahrtsministerium schon so mühselige Arbeit wesentlich erleichtert werden. Lohn und Geldwert -Wir befinden uns in einer mit jedem Tage unhaltbarer werdenden Lage. Ernährungstechnisch scheint diese Lage günstiger als während des Krieges. Von der ganzen Welt abgeschnitten, waren wir damals auf das angewiesen, was unser Land hervorbrachte. Heute stehen uns, in der Theorie wenigstens, die Erzeugnisse der ganzen Welt offen. Wir können sie nur nicht bezahlen. Oder vielmehr nur ein Bruchteil kann sie bezahlen und trägt durch seine leider von der Regierung gestattete Einführung von Luxus- und Genußgütern( Seide, Schaumweine, Kaffee usw.) an seinem Teil dazu bei, den Wert unserer Mark im Auslande noch mehr zu senken, und so unsere Allgemeinlage weiter zu verschlechtern. Es ist nicht abzusehen, wohin das führen soll, und höchste Zeit, dem entgegenzuarbeiten. Das kann durch Grenzverschluß geschehen, der die Gütereinfuhr unter genaue Kontrolle nimmt, und durch das voll ständige Verbot der Einfuhr von Luxus- und Genußgütern. Wir sind in bezug auf den Grenzverschluß von der Gnade der Entente abhängig, die zwar durch Offenhalten der WestNr. 5 grenze ihren eigenen wahren Interessen zuwiderhandelt. von deren Einsicht indessen nach allem, was wir bis jetzt erlebt haben, nicht viel zu erwarten ist. Wir könnten weiter durch Ausschaltung der Notenpresse eine gewisse Stabilität auf Grund der nun einmal gegebe nen Verhältnisse herbeiführen und dadurch ein weiteres Absinken des Geldwertes verhüten. Man wird einwenden, daß das angesichts der vielen ungedeckten Schuld- und besonders Lohnverpflichtungen der Länder und Gemeinden unmöglich set. Tas zugegeben, fönnte man sich immerhin einigermaßen durch Fortsetzung der Ausgabe eines nur im Ort oder Inlandsverkehr zulässigen Notgeldes helfen, wennschon die hier liegenden Schwierigkeiten nicht verkannt werden sollen. Jedenfalls wären aber beide Mittel nur unzulängliche Notbehelfe von zweifelhaftem Wert und Erfolg, während es ein Mittel gibt, das uns mit einem Schlag in der Gesundurg unserer Verhältnisse ein gut Stüd weiter bringen fönnte: die Erhöhung des Wertes der deutschen Arbeit. Unsere Arbeit wird, gemessen am derzeitigen Wertstand des Geldes und seiner Kauffraft, viel zu billig verkauft. Wie oft begegnen wir in Arbeiterkreisen der zutreffenden Klage, daß man früher mit einem Drittel oder Viertel des heutigen Verdienstes weiter gekommen sei. Das bedeutet im Grunde nichts anderes, als daß das Lohneinkommen zwar größer geworden, aber feineswegs im Verhältnis zur Erhöhung der Lebenskosten gestiegen ist. So muß man sich eben entschließen, das Lohreinkommen auf die der Steigerung der Lebenskosten entsprechende Höhe zu bringen. Dieser Vorschlag wird in einseitig unterrichteten und interessierten Kreisen sofort den Entsezensruf auslösen: „ Aber das ist ja Wahnsinn! Steigen die Löhne, so werden wiederum die Preise steigen und wir werden so weit sein wie zuvor!" Dabei unterläuft ein Trugschluß: der nämlich, daß eine mechanische Beziehung zwischen Lohn- und Warenpreis stattfindet und eine Erhöhung der Löhne unausweichlich eine ebensogroße Erhöhung der Preise im Gefolge haben werde. Tas ist nicht der Fall. Der Lohn ist nur ein gewiß nicht unbeträchtlicher Teil der Gestehungskosten. An der Preisbildung wirken neben ihm die Preise der Rohstoffe, die Kalkulation des Unternehmers( einschließlich Kartellund Trustbildung) und endlich die Beziehung zwischen Angebot und Nachfrage mit. Einsichtige Großindustrielle hao n mir gesagt, daß eine Verdoppelung der heutigen Lohniäze eine etwa 30prozentige Berteuerung des Produktes herbeiführen werde. Unterstellen wir aber selbst eine 50prozentige Berteuerurg, so würde das immer noch annehmbarer sein, als der heutige Bustand eines Mißverhältnisses zwischen Einkommen und Ausfommen, das uns letzten Endes dem Abgrund zutreiben muß. Eines Mißverhältnisses, dem man mit dem urgefunden und auf die Dauer undurchführbaren System der Reichszuschüsse für Lebensmittel und Wohnungsbauten zu begegnen sucht. Ei Mißverhältnis, das ferner den Streif und die Sabminderung der Arbeitsfähigkeit zur notwendigen Folge haben muß. Dagegen würde die von uns vorgeschlagene Verdoppelung der Lehnsäge die Möglichkeit einer Gesundung auf einen bis jetzt noch nicht oder nicht genügend beachteten Wege umschließen: Die durch die Lohnerhöhung bewirkte Preiserhöhung aller Produkte und Waren müßte nämlich nicht nur der inländische, sondern auch der ausländische Käufer tragen. Und das ist der springende Punkt: Infolge der Entwertung des deutschen Geldes kauft heute der Ausländer das Produkt der deutschen Arbeit weit unter Wert. Wollte man dem durch hohe Ausfuhrzölle entgegenwirken oder durch allgemeine Vereinbarungen höherer Preise für den ausländischen Käufer, so begäbe man sich einmal in die Gefahr, daß die Entente diese Sonderzölle verbieten würde. Zum andern würde der vom deutschen Handel und Unternehmertum etwa vereinbarte höhere Auslandspreis ohne Tr. 5 Die Gleich beit weiteres dadurch hinfällig gemacht, daß das Ausland deutsche Strohmänner als Einfäufer vorschicken würde. So bleibt nur der eine Weg, der auf der von uns geforderten und begründeten Lohnerhöhung beruhenden allge meinen Preissteigerung, die eine Verbesserung der Lebenshaltung der arbeitendn Massen im Gefolge haben würde ( 3. B. heutiger Lohn des Arbeiters 500 Mt. monatlich. Anschaffungskosten eines Anzuges 300 Mt. Nach Durchfüh rung des Monatslohnes 1000 mt., Anschaffungskosten 450 Mart. Im ersten Fall bleiben dem Arbeiter 200, im zweiten Fall 550 Mt. zum Lebensunterhalt übrig, somit, da alle Anschaffungen um 50 Proz. teurer würden, eine Verbesserung der Lebenshaltung um 50 Proz.) Vom kaufenden Ausland könnte die Preissteigerung mit Leichtigkeit getra. gen werden. Für uns hätte sie dem Ausland gegenüber den unschätzbaren Vorteil, daß unsere Arbeit, das, was wir den uns gelieferten Rohstoffen durch unsern Fleiß und unsere Tüchtigkeit an Wert zusetzen, nunmehr auch nach sei nem Wert oder mindestens besser gelohnt würde. Machen wir uns das an zwei Beispielen klar. Ein Holländer zahlte im Frieden für ein Automobil 18 000 Gulden= 28 600 Mt. Nehmen wir an, er bezahle heute für das gleiche Auto 90 000 m., so wären das heute 9000 Gulden. Das heißt aber, er kauft die deutsche Arbeit heute zur Hälfte ihres Friedenswertes. Und nun das auf die Gesamtausfirhr zu beziehende Gegenbeispiel. Im Jahre 1910 führten wir ein 1 273 290 Tonnen im Betrage bon 241 859 000 Mr. Wir führten aus 585 752 Tonnen im Betrage von 225 580 000 Mark. Die eingeführte Tonne repräsentierte einen durchschnittlichen Wert von 189,95 Mt., die ausgeführte Tonne ergab durchschnittlich 385,11 Mt. oder ein Plus von 103 Prozent. Nach unserem holländischen Autobeispiel würde unser heutiger Stand des Markwertes unseren ehemaligen Friedensverdienst vollständig aufsaugen. Nehmen wir nun an, durch eine Verdoppelung der Löhre müßte sich der Unternehmer ſein Auto statt mit 90 000 mit 135 000 mt. bezahlen lassen, so wäre dadurch zwar immerhin noch fein voller Ausgleich, aber eine entscheidende Besserung unseres Warenverkaufspreises herbeigeführt, der sich reibefolgend in einer allmählichen Besserung des Standes unserer Valuta. d. h. aber unserer Zahlkraft und wirtschaftlichen Weltgeltung ausdrüden würde. Es ist selbstverständlich, daß einer Verdoppelung der Löhne auch eine Erhöhung der Preise aller anderen Gebrauchsgüter einschließlich der Wohnungen, der Befriedigung geistiger und künstlerischer Bedürfnisse usw. folgen würde. Ebenso würden die Rentenzahlungen, aber auch die Steuereinnahmen des Staates entsprechend steigen müssen. Das heißt aber im ganzen: Im deutschen Inland würde durch diese Neuregelung aller Einkommen nur insofern etwas zum Besseren geändert, als die Bezüge sich ver-` doppeln, die Ausgaben sich aber nur um etwa die Hälfte erhöhen würden. Die Lohnerhöhung müßte selbstverständlich von Reichswegen durchgeführt und durch Kontrolle der Betriebe, sowie durch scharfe steuerliche Erfassung dafür Sorge getragen werden, daß vom Unternehmertum feine unzulässigen Preiserhöhungen auf Grund der Lohnerhöhungen vorgenommen würden, und daß etwaige fich trotzdem ergebende Mehrgewinne dem Staat zugute kämen. Der unschätbare Gewinn dieser Neuordnung, wäre aber zweifellos darin zu erblicken, daß das Ausland genötigt wäre, uns unsere Arbeit wieder zu ihrem Wert abzukaufen und daß dadurch, zusammen mit hier nicht zu erörternden Maßnahmen des Geldmarktes( Valutaanleihe usw.) eine innere Gesundung unserer Verhältnisse herbeigeführt würde. Ein anderer beachtlicher Weg des Ausgleichs zwischen In- und Auslandspreis ist von der elektrotechnischen In39 dustrie beschritten worden. Man hat dort unter Einbeziehung auch der kleineren Firmen eine Grundpreisfeststellung vereinbart, die dem Ausland gegenüber durch ieweilige Valutazuschläge die nötige Beweglichkeit erhält. Wäre es möglich, dies Verfahren, wie es jetzt angestrebt wird, von Reichs wegen durchzuführen und eine Stelle zu schaffen, die allgemeinverbindliche Valutazuschläge je nach dem Stand der Valuta festsetzt und gleichzeitig die Ausfuhr fontingentiert, so wäre damit zusammen mit der Durchfüh rung der von uns vorgeschlagenen Maßnahme eine brauch bare Grundlage zur Gesundung unserer Verhältnisse geschaffen. Fassen wir zusammen. Unsere Arbeit ist der einzige Wert, den wir einzusetzen haben. Die höhere Bewertung unserer Arbeit liegt ebensosehr im Interesse des Unterneh mers wie des Arbeiters. Co müssen wir den Wert dieses Gutes so erhöhen, daß es nach den alten Forderungen der internationalen Sozialdemokratie die Lebenskosten deckt, die Fürsorge für die Zukunft und die kulturelle Höherentwicklung des gesamten Volkes gewährleistet. Splitter Von Walther Sturm Henr. Fürth. Offenes Auge, offenes Ohr Zaubern aus Пebel Sonne hervor! * Erhalt dein Herz nur jung und rein, So wirft du niemals elend lein! * Der ist ein Mann, Der nicht erit fragt, Was man zu feiner Sache fagt, Der wohl befonnen, Stets kühn begonnen, Des Rede frohgemut und frei Und dellen Tat noch stärker fei, Der fich der Sache opfern kann: Der ist ein Mann! Aus unserer Bewegung Am 18. und 19. November veranstaltete die Parteileitung für Sachsen- Altenburg 24 Frauenbersammlungen. Es fonnten nicht nur die Städte, sondern auch die größeren ländlichen Ortschaften berücksichtigt werden. Als Thema war Die Frau im neuen Deutschland" gewählt. Rednerinnen waren die Genoffinnen Todenhagen, Scheibenhuber, Kurt, Eichler, Grasse, Ryneck, Tesch und Luke. Der Besuch ließ leider sehr zu wünschen übrig, wohl eine Folge der schlechten Witterung, oder der ungenügenden Aufflärung unter den Frauen. Nach den eingegangenen Berichten wurden die Ausführungen unserer Genossinnen überall sehr beis fällig aufgenommen. Der Erfolg dieser Veranstaltungen waren dann auch eine Anzahl neuer weiblicher Parteimitglieder. Wir wollen hoffen, daß die Werbearbeit in unserem Kreise bei dem nächsten Wahlkampf reiche Früchte trägt, zumal da unser Parteis sekretär Thielicke mit Hilfe tätiger Genoffen und Genossinnen unter den Frauen wertvolle Pionierarbeit leisten wird. Minna Eichler. An unsere Leserinnen! Um die Werbetätigkeit für unser Frauenorgan„ Die Gleich heit" zu erleichtern, wollen wir jeder Abonnentin auf Wunsch einige Probenummern gratis und portofrei zusenden. Wir bitten, recht regen Gebrauch davon zu machen. Zu schriften erbittet Der Verlag. Buchhandlung Vorwärts G. in. b.$ 4 Berlin SW. 68, Lindenstr. 3. Berantwortlich für die Redaktion: Frau Klara Bohm- Schuch. Drud: Vorwärts Buchdrukerel Berlag: Buchhandlung Vorwärts Paul Singer. m.& fämtlich in Berlin G 08, Lindenstraße& 40 Die Gleich beit Nr. 5 Timner- Essig überall erhältlich! Nervöse Schlaflosigkeit wird behoben durch Angloval ( Extr. Valerian cps.) nur aus Pflanzen Preis 4 Mark stoffen bereitet Generaldepot: Hohenzollern- Apotheke, Berlin W. 10, Königin- Augusta- Straße 50. Telephon: Lützow 133. Bei Hals- und Lungenleiden aller Art, wie Ratarrhen, tuberkulösen Erkrankungen, Asthma ulm., erzielten, wie zahlreiche Mitteilungen von Arzten, Apothefern und Leidenden einwandfrei beweisen, unsere Rotolin Pilfen in jahrelanger Bragis vorzügliche Erfolge. Husten, Verschleimung, Auswarf, Nachtschweiß. Stiche im Rücken und Brustschmerz hörten auf; Appetit und Körpergewicht boben sich rasch; allgemeines Wohlbefinden ftellte sich ein. 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