Nr. 17 30. Jahrgang Die Gleichheit Zeitschrift für die Frauen der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands Mit den Beilagen: Für unsere Kinder. Die Frau und ihr Haus Die Gleichheit erscheint wöchentlich Preis: Monatlich 1,20 Mart, Einzelnuminer 30 Pfennig Durch die Post bezogen vierteljährlich ohne Bestellgeld 3,60 Mart; unter Kreuzband 4,25 Mart Berlin 24. April 1920 Zuschriften sind zu richten an die Redaktion der Gleichheit, Berlin SW 68, Lindenstraße 3 Fernsprecher: Amt Morisplay 147 40 Expedition: Berlin SW 68, Lindenstraße 3 Feinde ringsum Das politische Barometer steht auf Sturm. Die Draht zieher des Butsches vom 13. März haben die Hoffnung noch nicht aufgegeben, Deutschland vollkommen in Grund und Boden wirtschaften zu können. Ob neues Leben aus den Ruinen blüht, ist ihnen anscheinend vollkommen gleichgültig. Die Hauptsache bleibt ihnen, erst mal alles in Trümmer zu schlagen, so, wie es der Sänfer in sinnloser Betrunkenheit tut. Als die Arbeiterschaft sich in einmütiger Entschlossenheit den Kapp- Putschisten entgegenstellte und ihnen durch den Generalstreif- die Lebensbedingungen nahm, folgte dem monarchistischen Nausch der Katzenjammer. Was hatten die Kapp und Lüttwizz für Furcht, daß das Bolf ihnen nun die gerechte Bestrafung diftieren könnte. Aber das deutsche Volk ist friedliebend und großmütig; es fühlte seine stolze Straft und hielt es-- wie das Pferd in der Fabel vom Tod des Löwen- für niedrig, Nache zu üben. Es wollte Gerechtigkeit. Es verlangte geredte Bestrafung der Schuldigen, aber es unterließ, die flandrechtliche Aburteilung der Landesverräter und Aufrührer zu fordern. Zwar wurde das Standrecht einige Taje später an unschuldig- schuldigen Totschlägern ausgeübt, aber diejenigen, die diese Bestie in den einzelnen Menschen gewedt hatten die Ludendorff- Kapp- Lüttwig und Genossen gingen frei aus. Sie hatten die Flucht als der Zapferkeit befferen Teil erwählt. Wir Frauen verwerfen das Standrecht, wie wir überhaupt das Töten von Menschen durch Menschen ablehnen; aber wenn das Standrecht überhaupt noch ausgeübt werden konnte. Dann mußte es die Urheber all der grauenvollen Bluttaten treffen, welche aus dem Putsch erwachsen sind. Politischer Fanatismus ist deshalb so gefährlich, weil er ansteckend wirkt und so erlebten wir es, daß den Wahnfinnigen und Verbrechern von rechts die von links folgten. Mit Politik und Parteien haben diese Dinge längst nichts mehr zu tun, sondern nur noch mit Räubertum. Zwischen diesen Auswüchsen von beiden Seiten den richtigen Weg zum Schuße der anständigen Bevölkerung zu finden, war für die Regierung äußerst schwer, und so bedauerlich die Fehler sind, die hierbei gemacht wurden, so sind sie doch für jeden ehr lichen Menschen verständlich. Aus den Ruhrgebiet gelangten Rufe um Hilfe durch Soldaten, und Abwehrruse gegen den Einmarsch von Militär in bunten Durcheinander an die Negierung, aber die Hilferufe überwogen. Es wurde verhandelt und Militär geschickt. Und in den Soldatenröden steckten neben anständigen Menschen, solche mit vichischen Instinkten, die an dem Blutranjch des Krieges frant geworden sind und nie mehr gefund werden können. Es find furchtbare Dinge in den betroffenen Gebieten geschehen, aber die Schuldigen find die verantwortungslosen Aufrührer von rechts und links, die im Hinterhalt siten und deren blutige Opfer zum großen Leil die Arbeiterschaft geworden ist, die Freiheit und RePublif schützen wollten. Just in diesem schweren Augenblick fiel es Frankreich) ein, den Friedensvertrag von Versailles durch den deutschen: Militarismus gefährdet zu sehen und es schickte uns deshalb seine Soldaten in den Maingau um u. a. die Städte Frankfurt a. M. und Darmstadt zu besetzen. Die Kappisten wollten die Monarchie, die Kommunisten die Rätediktatur errichten, und die Franzosen möchten noch einen weiteren Teil blühenden deutschen Landes zum dauernden Wohnsiz erwählen, und alle nennen sie es: die Freiheit schützen, alles um des dentschen Volkes willen und zu seinem Wohle tun. Und alle bedienen sich der gleichen Mittel: der Militärmacht, der Mordwerkzeuge. Bei uns wäre der Militarismus zum Sterben verurteilt, wenn nicht immer wieder die Volksbeglücker von rechts und links mit tatkräftiger Unterstügung Frankreichs das Lebensflämmchen von neuem anbliesen. Und Frankreich hätte doch soviel bei sich zu tun; wir aber würden viel besser fertig, wenn man uns alleine ließ. Senegalneger hatten Frankfurt befekt. Diese eine Tatsache gibt den Kappisten mehr Boden, als sie in angestrengtester Agitationsarbeit hätten erobern können. Und sie fühlen ihren Stern int Steigen. Ueberall in Deutschland haben sie die Fäden für einen neuen Butsch gesponnen, und obwohl der Plan befannt einstellen können, sind die Drahtzieher diesmal von dem Geist, Regierung und Bevölkerung sich also auf seine Abwehr lingen überzeugt. Das zeigt uns die Größe der Gefahr. Unser Militärwesen muß und soll reformiert werden. Das ist nur möglich mit tatkräftiger Unterstützung der organisierten Arbeiterschaft. Nur dann, wenn die ehrlichen Republifanec im Waffenrod sich mit denen im Arbeitstittel zusammenfinden. Das heißt also, wenn sie bereit sind, im Notfalle mit der Waffe in der Hand die Republik zu verteidigen. Wird das möglich sein? Das hängt zum großen, wenn nicht zum größten Teil von den Frauen ab. Die Verantwortung, die damit auf uns fällt, ist so riesengroß, daß sie fürchte ich von keiner Frau getragen werden kann. Welche Frau, die Gatten, Sohn oder Freund im Kriege batte, ist fähig, heute zu sagen: Stelle Dich in die Neihe der Kämpfenden, wenn es sein muß!? " Wir Frauen haben bisher so wenig bedeutet in der großen Politik, denn Bolitif macht man mit dem Verstande, nicht mit dem Gefühl", sagt die Männerlogit, die Deutschlands Berderben geworden ist. Diese Politik des Verstandes ohne Denken, die sich nie auf die Mentalität anderer Völker einstellen fonnte, weil sie so gefühlsarm war. Die Abwehr des Kapp- Putsches hat gezeigt, daß es für den inneren Frieden kein besseres Schutz- und Kampfmittel gibt, als die Einigkeit der Arbeitnehmerschaft. Die Kappisten find jetzt nur so siegessicher, weil sie diese Abwehrfront durchbrochen glauben. Und tatsächlich ist sie durch die Vorgänge im Ruhrgebiet ins Wanken gekommen, es wäre Torheit das nicht einzugestehen. Daß der General von Watter mit dem Oberkommando betraut wurde, hat große Bedenken in der Arbeiterschaft hervorgerufen, die hier bereits geäußert wurden. 122 Die Gleich beit. Der unabhängige Abgeordnete, Braß hatte reiches Material gegen Watter, aber trog Bitten der Regierung wurde ihr dasselbe nicht überwiesen. Erst in der Sigung der Nationalversammlung vom 14. April trat der genannte Abgeordnete damit hervor. Aber dann wurde durch den Reichswehrminister Dr. Geßler festgestellt, daß zwar die deutsche Regierung das Material nicht erhalten habe, daß es aber durch den Abgeordneten Braß einem französischen Pressevertreter und damit der französischen Regierung zugänglich gemacht wurde, so daß dieselbe Unterlagen für ihren Einmarsch in die neutrale Zone hatte. Der Efel steigt einem bis zum Halse. Für die kommenden Wahlen ist nichts nötiger, als eine geschlossene Front gegen Reaktion und Butschismus, gegen jeden Verrat an unserem sozialistischen Ziel. Er droht von beiden Seiten. Wir wollen frei werden vom deutschen Kapitalismus mit seinem triegerischen Gefolge, aber wir wollen dafür nicht Knechte des französischen oder eines anderen Kapitalismus werden. Jeder, der uns unter dieses Joch bringen will, ist unser Feind. Die Uneinigkeit der Arbeiterschaft aber bringt diesen Feinden von rechts und links den Sieg. Unsere Einigkeit ist ihr Verderben und darum müssen wir sie wollen. Clara Bohm- Schuch. Den Märzgefallenen von 1920 Von banna Zichocher Kein Schmähwort werde laut, kein Vorwurf Schalle! Laßt uns in Trauer leis die Häupter neigen! Laẞt бaß und Wut vor diefen Toten Schweigen, Denn deutiche, Mütter wiegten einit fie alle. Sie alle fahn aus tiefen Dunkelheiten hoch über fich der Freiheit Lichtkranz Schweben. Geblendet sprangen denen fie ans Leben, Die ibre Sehnsucht gleichem Ziele weihten. Anitatt in gutem Streben fich zu einen, Würgten fie fich, weil fie fich nicht erkannten, Getrübten Blicks die Bruderband nicht fanden. O, laßt uns diefen Irrwahn heiß beweinen! Doch follen heute Blumen bloß und Tränen Des Schmerzes wehmutsvolle Gaben fein? Bei dem Gedächtnis unfrer Toten: Nein! nur der darf sich ihr echter Erbe wähnen, Der schwört, an feinem Teil mit starken bänden Des Mißtrau'ns wuchernd Giftkraut auszurotten Und mögen Toren auch und Hetzer spotten Durch Sterneníaaten бaß in Licht zu wenden! Das württembergische Jugendfürsorgegesetz Von Anna Blos, M. d. N. Der Württembergische Landtag hat am 4. Oftober 1919 ein Jugendfürsorgegesetz beschlossen. In den von der Badischen Gesellschaft für soziale Hygiene herausgegebenen Sozialhygienischen Mitteilungen", deren Echriftleiter der bekannte Dr. med. Alfons Fischer ist, heißt es, daß dieses Gesetz einen modernen Geist atmet und wohl das Vorbild wird zu dem schon lange erwarteten Reichsjugendwohlfahrtsgesetz. Württembergs Ministerium des Innern hat in dem aus Straß burg berufenen Regierungsrat Dr. Blaum eine Kraft gewonnen, der der Ruf vorausging, daß sie auf dem Gebiete der Jugendfürsorge Vorbildliches geleistet hat. Ihm ist nun auch in der Hauptsache der Entwurf des Jugendfürsorgegejeges zu danken, wie der Landtag es angenommen hat. Die Jugendfürsorge ist als staatlich und öffentlich anzusehen. Zur Durchführung der Aufgaben der öffentlichen Jugendfürsorge ist in jeder Amtsförperschaft von der Amtsversammlung und in jeder großen Stadt von dem Gemeinderat ein Jugendamt einzurichten und für seine Leitung eine Jugendfommission zu Nr. 17 bestellen. Mehrere Oberamtsbezirke fönnen zur Errichtung eines gemeinsamen Jugendamts vereinigt werden. Städte mit mehr als 20 000 Einwohnern können zur Errichtung eines eigenen Jugendamts ermächtigt und einzelne oder alle Gemeinden eines Oberamtsbezirks an das Jugendamt einer Stadt nach deren Anhörung angeschlossen werden. Kommt eine Einigung zwischen den Amtsversammlungen oder den Gemeinderäten über die Satzung nicht zustande, so wird diese vom Ministerium des Innern aufgestellt. Die Jugendämter find für werdende Mütter, Kinder und Jugendliche bis zu 18 Jahren zuständig, die sich in ihrem Bezirk aufhalten. Die Tätigkeit der Aemter umfaßt die Förderung, wenn nötig, Schaffung von Einrichtungen des Mutterschutzes, der Säuglings. und Kleinkinderfürsorge, die Fürsorge für Schulkinder außer halb des Unterrichts und für die nichtschulpflichtigen Kinder, schließlich die Pflege und den Schutz der schulentlassenen Jugendlichen, sowie die Fürsorge für deren Gesundheit, insbesondere durch Unterstützung der auf diesem Gebiet tätigen Vereine und Personen. Sie haben in diesen Fragen jedermann Auskunft zu erteilen, soweit nicht die Interessen der Fürsorgebedürftigen entgegenstehen. Jm einzelnen übernehmen die Jugendämter die Geschäfte des Gemeindewaisenrats bezüglich der ihrer Zuständigkeit unterliegenden Minderjährigen, die Aufsicht über das Kost- und Pflege= Kinderwesen, die Unterstützung und die Fürsorge für Erziehung und Berufsausbildung der elternlosen, der unehelichen und der dauernd getrennt von beiden Elternteilen untergebrachten, hilfs= bedürftigen Minderjährigen. Dazu kommt die Führung von Be rufsvormundschaften und pflegschaften, sowie die Beratung von Vormündern, Pflegern und Beiständen bei der Ausübung ihres Amtes, der Schutz der Kinder und Jugendlichen vor Verwahrlejung, Mißhandlung und Ausbeutung, die Unterstüßung der Justiz und Polizeibehörden in allen Fällen, in denen Jugendliche von ihrer Tätigkeit erfaßt werden, die Mitwirkung bei der Vorbereitung und Durchführung der Fürsorgeerziehung, die Aufsicht über die in ihrem Bezirk bestehenden Einrichtungen und Anstalten der Jugendfürsorge, soweit sie nicht anderen Behörden borbehalten ist, die Verwaltung von Stiftungen für Zwecke der Jugendfürsorge, soweit die Stiftungsurkunden keine Bestimmung über die Verwaltung enthält. Die Jugendkommission soll ausschließlich des Vorsitzenden, der von der Amtsversammlung( Gemeindeversammlung) gewählt wird, in der Regel aus nicht mehr als zwölf Personen bestchen, von denen mindestens ein Viertel Frauen sein müssen. Bon Amts wegen gehören der Kommission als Mitglieder an: Der Oberamisarzt, in den Städten der Stadtarz:, falls ein solcher Bestellt ist, der Bezirksschulinspektor( unter mehreren bestimmt das Ministerium für Kirchen- und Schulwesen das Mitglied), ein vom Justizministerium beauftragter Richter oder Vormundschaftsrichter. Bei Auswahl der Mitglieder der Jugendkommission durch die Amtsversammlung( Gemeinderat) müssen Personen, be rücksichtigt werden, die durch ihr Amt oder ihre Tätigkeit für die Jugendfürsorge sich eignen. Die Bereinigungen, die sich mit Kinder- und Jugendfürsorge beschäftigen, sind zu Vorschlägen berechtigt. Für die Besorgung der Geschäfte jedes Jugendamta ist ein Geschäftsführer oder eine Geschäftsführerin im Hauptamt zu Bestellen. Sie sind zu den Sizungen der Jugendkommission mit beratender Stimme beizuziehen. Außerdem sind hauptamtliche Bezirksfürsorgerinnen und nach Bedarf in den Gemeinden frei. willige Helferinnen und Helfer zu bestellen. Die Bezirks, ür. forgerin nimmt an den ihren Geschäftskreis betreffenden Sihun gen der Jugendkommission mit beratender Stimme teil. Die Jugendkommission hat in jeder Gemeinde nach Anhörung des Gemeinderats wenigstens eine in der Jugendfürsorge er. fahrene Person zu ihrer Unterstüßung in den Angelegenheiten des Gemeindemaisenrats zu bestellen. Das Jugendamt hat bei der Erfüllung seiner Aufgaben mit den die gleichen Ziele ver. folgenden Vereinen und Anstalten unter Wahrung ihres sabungsmäßigen Charakters und ihrer Selbständigkeit zusammenzue wirken. Das Ministerium des Innern führt als Landesjugendamt die Aufsicht über die Jugendämter. Bei dem Ministerium des Innern wird ein Landesbeirat für Jugendfürsorge errichtet. Der Landesbeirat ist über grundsätzliche Fragen der Jugendfürsorge zu hören. Er fann für einzelne Fragen Unterausschüsse einsetzen. Mr. 17Die Gleichheit Das Jugendamt hat die Aufsicht über die in seinem Bezirk befindlichen elternlosen, unehelichen und die getrennt von beiden Eltern in dem Bezirk untergebrachten ehelichen Minderjährigen. Die Jugendkommission ist für alle Gemeinden des Bezirks Gemeindewaisenrat für diejenigen Minderjährigen, die der Zuständigkeit des Jugendamts unterliegen. Die Hebammen und die Leiter von Entbindungsanstalten haben die bevorstehende Geburt eines unehelichen Kindes, sobald sie bei der Ausübung ihres Berufs davon erfahren, dem Jugendamt des Bezirke mitzuteilen, in dem die Entbindung stattfinden soll. Wer ein fremdes Kind unter 14 Jahren oder wer ein solches Kind über 14 Jahren, das noch zum Besuch der Volksschule ver pflichtet ist, in Kost und Pflege nimmt, hat hierzu vorher die schriftliche Erlaubnis des Jugendamts einzuholen, in dessen Bezirk die Pflegestätte gelegen ist. Das gleiche gilt für die Perfonen, die ein fremdes Kind unter sechs Jahren unter Beschränfung auf die Tagesstunden in Koft und Pflege nehmen. Die Pflegestellen der von Anstalten oder Vereinen in Familien untergebrachten Kinder sind dem Jugendamt zu melden, ebenso die Pflegestellen für auswärtige Schüler. Ueber die in Anstalten oder Vereinen untergebrachten Kinder führt das Landesjugendamt die Aufsicht. Sehr wichtig ist die Bestimmung, daß die Erlaubnis nur solchen Personen erteilt werden kann, die nach ihren persönlichen, gesundheitlichen und wirtschaftlichen Verhältnissen, insbesondere auch nach ihren sittlichen Eigenschaften und nach Beschaffenheit der Wohnung zur Uebernahme der Pflege ohne Gefährdung des Mindes geeignet sind. Auch die Verhältnisse und Eigenschaften der Personen zu berücksichtigen, die die Wohnung mit ihnen teilen. Bei der Unterbringung soll auf das religiöse Bekenntnis des Kindes nach Möglichkeit Rücksicht genommen werden. Die Verwaltungskosten sind von den Körperschaften zu tragen, die sie einrichten. Bei Nachweis des Bedürfnisses gewährt der Staat einen Zuschuß. Bei hilfsbedürftigen minderbemittelten ehelich oder unehelich geborenen Minderjährigen hat das Jugendamt als gesetzlicher Vertreter die Unterstüßungsfojten zu tragen, welche auch Erziehung und Berufsausbildung umfassen. Für das Bürgerliche Gesetzbuch wird die Aufstellung des Sages gefordert: ,, Gemeindewaisenrat für die Minderbemittelten, die der Buständigkeit des Jugendamtes unterliegen, ist die Jugend* Feuilleton Aus dem bittern Grübeln, Brüten Filft kein fremdes Tröften, Raten. Jeder muß fich felbit behüten Und aus Zweifeln helfen Taten. Mater dolorosa Von Frieda Bauer * Franz Olterroth. er große Wöchnerinnenjaal der Klinik ist ganz von Licht erfüllt. Durch hohe Fenster flutet die Sonne ungehindert herein. Ihre Strahlen tanzen an den Wänden, gleiten neckisch über den Wandspiegel und flechten schimmernde Strahlenkronen um die Häupter der jungen Mütter. In zwanzig weißen, schmalen Betten zwanzig junge Mütter. Sie gaben ihre Mädchenschaft hin, die eine in großer, heiliger, hingebender Liebe, die andere mit leichtem Ginn, und erfüllten ihre Bestimmung, empfingen das Kind. Erwachten jäh aus dem Taumel der Liebe, der Freude, des Leichtfinns und trugen in neun fummerbollen Monaten ein Kind dem Licht entgegen. Mater dolorosa"," Schmerzensreiche Mütter". Gieh, welch verklärenden Schimmer die Sonne über die jungen Gesichter breitet, die, matt und bleich noch von der schweren Stunde des Weibes, um den Mund feine Schmerzenslinien zeigen. Glaube mir, liebe Seele, die hierher kamen, um ihrem unehelichen Kinde das Leben zu geben, haben schwer getragen an der Bürde der Mutterschaft. Ihre Augen sind trübe geworden von nächtlich vergoffenen heißen Tränen, ihre Wangen haben in Echam gebrannt, als sich ihr Leib wölbte, denn ein ungeschriebenes Gesetz verdammte fie, weil sie ihren Leib, ihr heiligstes, ihr freieftes Eigentun, einem Manne geschenkt hatten, ohne Ring, ohne Traubrief. wanzig junge Augenpaare wenden sich der Tür zu, die jetzt geöffnet wird. Junge Strankenschwestern bringen die Kinder zum 123 fommission des Jugendamts, in dessen Bezirk sich die Minderjährigen aufhalten." Für alle, die in der Jugendfürsorge tätig sind oder sein wollen und ihre reichsgesehliche Regelung erstreden resp. an dieser mit arbeiten wollen, wird es gut sein, sich mit dem vorbildlichen württembergischen Jugend- und Fürsorgegesetz vertraut zu machen. Eltern und schulentlassene Jugend Jugendweihe und Konfirmationen sind gewesen. Mit diesen Feiern fand die Kinderzeit der jetzt Schulentlassenen ihren Abschluß und der Eintritt in den Wirkungsfreis der Erwachsenen ist erfolgt. Ernste Gedanken sind mit diesen Feiern verbunden. Wird doch hier auf einer wichtigen Station des Lebensweges gehalten. Kann auf dem alten Geleise weitergefahren, muß umgestiegen werden und wohin und wie geht die Weiterfahrt? Am Tage der Jugendweihe haben die Eltern ihre Kinder recht innig lieb. Aus dieser Liebe entspringt die Frage nach der Gestaltung der Zufunft der Kinder. Jetzt noch besitzen die Eltern die Kinder ganz. Die Eltern nun, die die Kinder von klein an so erzogen haben, daß in ihnen ein festes Vertrauen zu den Eltern geweckt und gestärkt wurde, ersparen sich und den Kindern nach der Schulentlassung viele Schwierigkeiten und Zwiftigkeiten. Das Ver= trauen und die Wertschäzung von seiten der Kinder reicht über die Kinderzeit hinaus. die Kinderzeit hinaus. Eltern, die erkannt haben, daß alles Leben und die Lebenseinrichtungen keinen Dauerzustand zeigen, sondern stete Entwicklung, werden auch erkannt haben, daß infolgedessen jede nachfolgende Generation andere Entwicklungsbedürfnisse und-möglichkeiten hat, als die ältere Generation. Das ganze Wirtschaftsleben entwickelt und ändert sich und damit auch die Lebenseinrichtungen und die Lebensbedürfnisse der Menschen. Eltern, die dieses Erkennen haben, verstehen auch die Jugend und ihre Lebensansprüche, und sie wirken im fördernden Sinn der Jugend. Die große Masse aber weiß nichts von dieser Fortbewegung der Kultur und kann auch demzufolge nicht die Fortentwicklung im günstigen Sinne beeinflussen. Die meisten Menschen sind auf ihre eigene Person und auf einen engeren Kreis beschränkt. Sie erleben nur die Oberfläche des Lebens, Tommen nicht über den Alltag hinaus. Sie können nicht die Tiefe, die Schönheit und den Reichtum des Lebens ahnen. Stillen; fleine, winzige Menscentnojpen. Das Kleinste, taum einen Tag alt, hat noch nicht die Augen dem Licht geöffnet; mit hungrigem Mündchen sucht es die Mutterbrust. Ein Sonnenstrahl macht es blinzeln, niesen, und voll, groß, tiefdunkelblau, schlägt es die Augen zum erstenmal zu seiner Mutter auf, um deren Mund ein weiches, glückseliges Lächeln liegt. Eine Welle boll Glück flutet über das Herz der jungen Mutter und füllt es ganz mit Liebe zu ihrem und nur allein ihrem Kinde. Die scharfe Falte zwischen den Augenbrauen ist wie weggewischt und man sieht nun erst, wie jung sie ist; faum achtzehn Jahre. Du hättest sie, die jetzt mit Andacht auf das saugende Kind sieht, vor einem Jahre sehen sollen. Jung, schön und so voll überquellender Freude am Leben. Alles an ihr lachte und tanzte. Ihr krauses, widerspenstiges Blondhaar, ihre blauen Augen, ihr Lachen stieg gleich einer Hingenden Kaskade in die Luft. Sie liebt über alles die Blumen, ach, sie glich selbst einer leuchtenden, farbenprächtigen, sonnendurchglühten Sommerblume. Wie still der Abend gewesen war, an dem sie mit ihm, der dann der Vater ihres Kindes wurde, am Fenster des fleinen Zimmers stand. Sie schauten auf einen Garten hinunter, der dunkel und schweigend im Sternenlicht lag und Wolfen von Duft verströmte; den süßen Duft blühender Linden und vollerschlossener Rosen. Reiche, sommerliche Erfüllung lag über der Welt. Als sie era wachten, rauschten die Bäume stärker im Morgenwind und in ihren hastigen und schmerzlichen Abschied flang der erste Hahnenschrei. Aber die kleine Stadt war wachsam und der Sohn des angesehenen Bürgers konnte das Mädchen, das ein Kind von ihm unter dem Herzen trug, doch nicht heiraten. Moral und gute Gitte trieben sie hinaus aus der kleinen, engen Stadt, fort von Familie und Heimat in die Großstadt. Die große Stadt wird ihr fortan alles ersetzen müssen, Elternhaus und Heimat. Die große Stadt und ihr Kind. Sich, wie liebevoll sie auf das kleine Ding in ihrem Arm blickt. Ihr Sohn! Das kleine Köpfchen liegt, ganz in Sonne getaucht, an der Brust der Mutter. Ein Schatten läßt die in Andacht Versunkene aufblicken. Sie sieht in ein Paar 124 Die Gleich beit Während der Schulzeit waren die Kinder den Anordnungen des Lehrers unterstellt und sie mußten diesen Folge leisten. Die Eltern fordern mehr oder weniger an Leistungen von den Kindern. Für die Kinder verblieb dann noch Zeit zum Spielen. Das Spiel oder die freiwillige Arbeit kommt aber nicht für alle Kinder in Betracht. Recht vielen Kindern wird das eigentliche Spiel entzogen einmal durch die Ungunst der Verhältnisse, in denen die Familie lebt, zum andern aber auch durch falsche Erziehungsmethode der Eltern, und besonders der Mutter. Unser Geist ist von Anfang an auf das Bestreben des Wissenwollens eingestellt. Schon das kleine Kind sucht und fragt. Die Mutter soll nun die. Fragen vernünftig beantworten und Anregung zu neuen Fragen geben. Nach der Schulentlassung hat nun das Kind keine regelmäßige Anleitung mehr durch den Lehrer und der Einfluß der Eltern läßt ebenfalls nach. Bis zu diesem Zeitpunkt müssen die Glerim durch die Erziehung den Kindern die Grundlage zur Selbstentfaltung gegeben haben. Dann treibt die Jugend der eigene Wille zur Erkenntnis und Vervollkommnung In den seltensten Fällen wird von der Mutter das Tun der schulentlassenen Minder richtig erkannt, weil sie diesen Kindern gegenüber zu früh befangen wurde. Die Eltern sollten sich fragen, bevor fie, wie man so sagt, die Kinder auf eigene Füße stellen, ob sie ihnen auch die Grundlage zu einer ihnen günstigen Entwicklung in pörperlicher und geistiger Beziehung gegeben haben. Die Eltern, die die Vertrauten ihrer Kinder sind, brauchen um ihre Zukunft nicht au fürchten. Gefährlicher aber ist es für die jungen Menschen, wo die Eltern kein Verständnis für die For: entwicklung ihrer Kinder haben und die in der Gestaltung ihres Lebens auf sich und die sie umgebenden Einflüsse angewiesen sind. Am schlimmsten ist es für die Kinder, wo die eigenen Eltern sie zum schlechten und unfittlichen Lebenswandel anhalten. Diesen Menschen bleibt der Eingang in das tiefere und reichere Leben verschlossen, weil sie niemand geführt hat und ihnen das Leben in seiner Reichhaltigkeit offenbarte. Sie bleiben kleinliche, oberflächliche Menschen, oder stürzen ganz in den Abgrund- Knaben sowohl als namentlich Mädchen und gehen der sich aufwärts entwickelnden Menschheit verloren. Bei den sittlich heruntergekommenen Mädchen fällt doch die erste Veranlassung zu ihrem berlorenen Leben in die ersten Jahre nach der Schulentlassung. Durch mangelnde Erkenntnis geht viel Menschengut verloren. angstvolle, heimatlose Augen. Gine abgearbeitete, harte Hand streckt sich ihr entgegen; es ist eine junge Mutter, die heute entlaffen wird; sie geht von Bett zu Bett und nimmt Abschied. Sieb', welche Angst in ihrem Gesicht fladert, die jetzt ihr Kind, zu einem unförmlichen Bündel verpadt, mit einer müden Bewegung auf den Arm nimmt. Das Gehen fällt ihr noch schwer, an sieht es an dem mühsam schleppenden Schritt. Als man sie fragte, wohin fie wolle, hat sie nach Hause" gesagt, und heimliche Angst steigt jekt in ihr hoch. Das Kleine Dorf, in dem die Eltern wohnen, ist weit von hier; stundenlang muß sie mit dem kleinen Kind auf der Landstraße wandern. Und Vater und Mutter wissen nichts von dem Kind. Sie hat nicht gewagt, es ihnen zu schreiben, hat alles allein durchgekämpft. Aber nun ist sie viel zu elend, um schon wieder in einen Dienst zu gehen. Wenn nur die Eltern sie nehmen möchten, fie und das Kind. Eine ist da, von der wird nur im Flüsterton gesprochen; mit dem Finger wird auf sie gezeigt. Sie hat heimlich geboren und das Kind getötet, feinen ersten Schrei mit ihren eigenen Händen er stidt. In wilden Fieberphantasien hat sie immer wieder das Ent sepliche durchlebt. Die Verzweiflung, mit der sie den ersten Regungen des Kindes in ihrem Leibe lauschte, die furchtbare Stunde, in der es ans Licht drängte. Auf einsamem Lager, ganz verlassen und allein, wand sie sich in unsagbaren Schmerzen. Mit zusammengebissenen Zähnen erstickte sie die Schreie, die unerhörte Marter ihr abpressen wollte. Ihre Hände legten sich zitternd, tastend, um den Hals des Kindes, des mit dem schrillen, scharfen Schrei des Neugeborenen das Zimmer erfüllte. Sie fanden sie in hohem Fieber, die fleine Leiche an ihrer Seite. Und während sie mit leerem Blid in das Spiel der tanzenden Sonnenstrahlen sieht, zieht wiederum die Vergangenheit an ihr borüber. Langsam füllen sich ihre Augen mit Tränen. Sie bliken auf und gleichen im Strahl der Sonne funkelnden Edelsteinen. Heimatlose Augen haben sie zumeist, die hier kurze Rast fanden, und die heiße Lebenssehnsucht verdunkelten Kummer und Schmerz. Ausgestoßen aus der Gemeinschaft auf Grund ungeschriebener Gesebe nahm dennoch die Gemeinschaft sich ihrer wieder an. Er. Nr. 17 Diese Knaben und Mädchen wären nicht der Gesellschaft verloren gegangen, wenn sie die Führung und Anleitung gehabt hätten, die sie zur Erkenntnis ihrer Stellung zum Leben und ihres Lebens. weges brachten. Gine Führerin der schulentlassenen Knaben und Mädchen auf den rechten Lebensweg, der in das Reich der Erkenntnis des Wahren und Guten führt, und den Lebenszwed zeigt, will nun die Organisation der arbeitenden Jugend sein. Mit der Jugendorganisation ist eine Stätte geschaffen, wo sich die Jugend entwickelt und wächst. Hier werden Menschen gebildet, die ihre Stellung in der Gesellschaft erkennen und einen Lebenszwed erfüllen. Die Mißstände der Verrohung und Entsittlichung der Menschen müssen erstickt werden durch das Anwachsen einer höheren Kultur und das brauchbare Material zum Aufbau dieser höheren Kultur soll die Jugend abgeben. In diesem Sinne ent wickeln sich die Mitglieder der proletarischen Jugendbewegung. Die Jugend fagt: Wir sind geboren und wollen, daß unser Leben für die Kulturbewegung nicht unnük gewesen ist, wir wissen, daß sich das Menschengeschlecht mit den Einrichtungen auf der Erde entwidelt; wir wollen Menschen werden, die diese Entwicklung zum Höheren fördert. Je größer nun der Kreis der jo erkennenden und strebenden Menschen ist, defto weiter greift die Kulturbewegung um sich. Darum gehört jedes schulentlassene Arbeiterkind in die proleta vische Jugendbewegung, damit eine Menge von Kulturträgern burch sie gebildet wird. Durch ernste Arbeit am Lernen, fröhliches Wandern und Spiel und Geselligkeit findet der einzelne hier seine schönsten und reinsten Freuden. Der Geist findet im Um gang mit anderen Jugendlichen viele Anregungen und Vorbilder, denen er nachzueifern hat. Der Geist des Jugendlichen in der Jugendorganisation ist infolge der mannigfaltigen Anregungen. auf das Ganze gerichtet und er lernt dementsprechend das Leben betrachten; in ihm erwacht im Umgang mit anderen Jugendlichen der Ehrgeiz des Auchfönnenwollens und so tommen die in ihm liegenden Fähigkeiten zur Ausbildung. Die Jugendlichen unserer Jugendorgnisation wollen Lernende und Strebende sein. Kampf soll dem gelten, das sich der Höherentwicklung des Menschen geschlechts entgegenstellt. Die Jugendlichen treten in die Jugendorganisation unter Gleichgesinnte und fördern damit sich selbst sowie die ganze Arbeiterklasse. Das soll der Aufbau der Jugend am Volf und der Menschheit sein. Die Schulentlassenen treten barmte sich ihrer, bis sie ihrem Kinde das Leben gegeben hatten, Dann werden die Schutzbedürftigsten der menschlichen Gesellschaft, die Mutter und das Kind, erbarmungslos ins Leben zurückgestoßen, Abendliche Dämmerung erfüllt das Zimmer und läßt alles felt. sam unwirklich erscheinen. Ein Amfelruf Klingt durch die Stille, erfüllt sie ganz mit dem seligen Glück, das die kleine Bogelbrust zu sprengen droht. Die Abendschatten lassen die fleine Gängerin verstummen. Und eine tiefe, süße Frauenstimme klingt jetzt durch Raum. Es singt die Mutter, die ihr Kind tötete. Der sinkende Tag ließ das berzehrende Fieber neu nuffladern; im Fieberwahn singt sie ihrem toten Rinde ein Wiegenlied: .Schlaf, Kindchen, schlafMüde * Mein Gott, wie bin ich müde!"- feufate die elegante Frau, fich auf die bequeme Chaiselongue werfend. Sie hielt der Zofe den kleinen Fuß hin, damit diese ihr die feinen Stiefelchen ausziehe. Lassen Sie mir rasch eine Tasse Tee machen, Marie. Ich bin ganz abgehetzt. Einkäufe, Tee im Adlon, und jetzt habe ich bloß eine Stunde Zeit, bevor ich mich zum Diner anziehen muß." Sie vergrub sich in die weichen Kissen. Ich dürfte spät heimkommen, versuchen Sie, nicht wieder einzuschlafen, wie gestern nacht; es ist kein Vergnügen, wenn man todmüde nach Hause kommt, noch eine Viertelstunde nach Ihnen schellen zu müssen." Die Holzscheite prasselten im Stamin, eine rosa verschleierte Lampe erfüllte den schönen Raum mit weichem, warmem Licht. Die elegante Frau dehnte sich behaglich Mein Gott, wie bin ich müdel" Durch die talten nebligen Straßen strebt eine andere Frau ihrem Heim zu. Endlos dehnt sich der Weg; vom frühen Morgen an hat Nr. 17 Die Gleichbeit zunächst in die Jugendorganisation, weil es unter den Jugend lichen gut und schön ist, erst nach und nach erwacht das eigene Streben. Die Eltern aber sollen die schulentlassenen Knaben und Mädchen in die Jugendbewegung schiden, weil sie ihre Notwendigfeit und Nüblichkeit erkannt haben müssen; gerade von den Eltern muß erwartet werden, daß sie Verständnis für die Sache der Jugend haben. Sie hätten ja unnüz gelebt, wenn sie sich nicht die Gewißheit der Höherentwicklung der nachfolgenden Generation verschafften. Nie sollte der Jugend Gewalt angetan werden, indem die Eltern Verbote und Vorschriften machen, die nicht mehr gelten können, und nur den Zweck haben, das Leben der jungen Generation dem der Eltern nachzuformen, was doch bei den sich verändernden Lebensverhältnissen nicht sein kann. Das Recht der Jugend auf Selbstenfaltung besteht. Eltern habt Vertrauen zur Jugend zu Euver und zur Freude ber Jugendlichen selbst und gebt Eure Kinder in die Jugendbewegung, daß auch sie nicht zurückstehen, sondern sich den jungen Aufwärtsstrebenden anschließen. Gertrud Dürb root. Rekruten Ich will hier nicht sprechen von den Rekruten, welche der Militarismus des bergangenen Kaiserreichs alljährlich zwangsweise in seine Reihen stellte, um sie zu tüchtigen Soldaten zu drillen. Auch nicht etwa von den Rekruten der Reichswehr. O nein, mit militärischem Bwang und Drill haben die Rekruten, die ich meine, nichts zu tun. Aber ich habe den Namen gewählt, weil der Vergleich insofern treffend ist, daß auch bei schärfstem Zwang und Drill niemand ein tüchtiger Soldat werden wird, wenn der gute Wille zum Lernen und Einfügen fehlt. Die große Armee, von der ich sprechen will, ist der Sozialismus. Ihm strömen täglich neue Anhänger zu und diese Neuen nenne ich Rekruten, weil sie fähig werden sollen, für unsere Sache zu Tämpfen und immer andere, uns noch Fernstehende, in unsere Reihen zu führen. Nicht durch Zwang fommen sie, nein, freiwillig, und dennoch finden sich viele in dem neuen Leben schwer zurecht. Es ist etwas Neues, was an sie herantritt. Bon heute auf morgen Sozialist werden, ist ein Ding der Unmöglichkeit. Es ist nicht fie in der Fabrik gearbeitet, ihr Kreuz schmerzt, ihre Hände sit tern. Vor den müden Augen tanzen die Bogenlampen, in ihren Ohren dröhnen, rattern noch immer die Maschinen. Daheim wird es falt sein, die Stube in Unordnung, sie hat am Morgen feine Zeit aufzuräumen, und die Kinder werden hungrig sein. Auch den Rod muß sie noch fliden, mit dem sie heute an einem Nagel hängen blieb; mit diesem Riß kann sie nicht in die Arbeit geben. Steuchend schleppt sich die Arbeiterin die vielen Treppen hinauf, ihr Herz pocht, ihre Knie beben. Aber sie sagt nicht„ Mein Gott, wie bin ich müde!" Sermynia Bur Mühlen. Gie ist viel zu müde. An Deutschlands Frauen Von Ellfabeth Bronner Ich hielt mein blaffes Kindchen im Arm Hoffend nach Пot und Plagen, Ich lang meinem Jungen ein Liebeslied, Derweil die Sonne am бimmel verglüht', Ich lang ihm von belleren Tagen. Sein düfteres Seelchen, darin fich vereint Des Vaters blut'ges Erleben Aus taufend Schlachten, aus Todesqual Und der Mutter Hengiten und Beben. Das wollt ich umíchmeicheln mit Liebesglut, Ich wollt ihm die Sonne erringen, Er follte hören in Wald und Feld Jubelnde Liebe klingen..... Und taufend Mütter dachten wie ich.... Da kommt ihr mit Stahl und Eiſen, Ihr, die ihr es nie ertragen gewollt, Daß eurer бand die Macht entrollt, Kommt eure Kraft zu weifen. mit ,, klingendem Spiel" und Mummenfchanz, 125 gesagt, wenn man Mitglied der sozialdemokratischen Partet ist, dadurch auch Sozialist wird. Sozialist sein, heißt auch für den Sozialismus streben und kämpfen. Genau wie der Nefrut erst lernen muß, bis er ein brauchbarer Soldat ist, müssen auch unsere Refruten lernen, bis sie echte brauchbare Sozialisten sind. So etwas lernt sich nicht von heute auf morgen. O nein. Es gehört schon eine schöne Spanne Zeit dazu, bis all das gelernt ist, was zu lernen ist. Wer den nötigen Willen hat, zwingt auch bas. Und das wir Frauen den nötigen Mut und guten Willen haben, weiß man aus Erfahrung. Im Kriege mußten wir so manches zwingen und lernen, woran wir früher nicht gedacht haben. Die Arbeit der Männer in Fabrik und Landwirtschaft haben wir auf uns genommen. Wir brachten den nötigen Mut und Willen mit, und siehe da, die Sache klappte. Jezt, nachdem unsere Männer aus dem menschenmordenden Kriege zurüdgelehrt sind, haben sie uns ihre Arbeit wieder abgenommen. Biele, viele ruhen in fremder Erde, sie fehren nicht zurüd. Da steht die Frau oder Mutter allein im Kampf ums Dasein. Denen rufe ich zu, kommt zu uns, tretet ein in unsere Armee, bei uns findet Ihr Schuh, weil wir Euch verstehen. Und nun zu Guch anderen. Eure Männer sind daheim, haben Euch die Sorge ums tägliche Brot abgenommen, Ihr habt Euren Lebensgenossen, mit dem Ihr Eure Sorge teilt. Für Euch wäre es nun doppelte Pflicht mitzuhelfen am Auf- und Neubau unserer Armee. Wir brauchen jeden einzelnen. Die Arbeit ist groß, aber der Helfer sind wenige. Wie oft habt Ihr in der Kriegszeit gesagt: Wenn mein Mann wiederkommt, soll es besser werden, dann wollen wir aus dent Elend heraus. Nun frage ich Euch, habt Ihr Wort gehalten? Habt Ihr alles getan, um aus dem Elend herauszukommen? Da wird manche fagen: ,, Gewiß, ich bin doch Mitglied der Partei, halte die ,, Gleich heit" und besuche die Bersammlungen, das genügt doch, das andere machen ja unsere Führer." Das wäre ein schlechter Soldat, der da sagte:„ Ich bin Soldat, puke mein Gewehr, lerne Ererzieren und das andere machen unsere Führer." Das wären verlorene Führer, die solche Soldaten hätten. Nein, wir müssen bereit sein für den Kampf um unsere Freiheit. Ihr alle wißt aber auch, was es heißt. die Freiheit zu verlieren. 17 Monate haben wir als freie Menschen gelebt, 17 Monate schien auch für uns die Sonne. Da tam jene elende Rotte von Menschen und versuchte Mit Schwarz- weiß- roten Fahnen, Dem Drum und Dran des Maffenmords, Der Frechheit eurer Ahnen. Und was an zarten Keimen sproß, Gepflanzt in taufend nöten, Habt ihr mit frechem Bubentritt In einer Пacht zertreten.. Und was nun ewig schlafen follt' Nach diefem Krieg voll Schrecken, An Blut- und Machtgier, бaß und Wut, Das mußtet ihr erwecken. Пun raft das Volk im Bruderkrieg, Nun berrichen Tod und Grauen, Mun macht der Mörder nicht mehr halt Vor Kinder und vor Frauen. Und die, die ihr getreten habt, Sie werden, blind, zum Würger In ihrem aufgepeitschten Zorn An jedem rub'gen Bürger... Ihr Mütter Deutſchlands, ſchreiet auf, Daß fich dies Elend wende! O, baltet ihr mit eurer band Der Männer blut'ge Hände! Um heim und Kinder schließt den Ring In höchfter lot, ihr mütter! O, übertönt mit eurem Schrei Des Bruderkriegs Gewitter; Wir wollen Frieden, Freiheit, Brot Für unfrer Seele Erben! Und jeder, der zum Schwerte greift Und der nicht diele Zeit begreift, Schlägt letztes Glück in Scherben. Wir wollen unserm blaffen Kind Den Sonnenfchein einst retten. Die ganze Welt umipannen wir Mit starken Liebesketten. 126 Die Gleich beit uns unsere schwer errungene Freiheit au entreißen. Es wäre ihnen geglüdt, wenn die Arbeiter sich nicht auf ihre Macht besonnen hätten. Einig haben sie die Arbeit niedergelegt. Sie haben gezeigt, daß, wenn die Arbeiter sich einig sind, sie eine unüberwindliche Mauer bilden, an der sich jene früheren Soldatenschinder und Monarchisten den Schädel einrennen mußten. So haben es die Männer gemacht. Und was hätten wir Frauen gemacht? Wir hätten auch wohl geschimpft, aber einig wie die Männer hätten wir nicht gestanden. Und warum nicht? Fehlt uns Frauen der Mut? Onein, an Mut hat es uns nie gefehlt, den haben wir einen ganzen Vorrat, aber an unsere Unwissen heit wäre alles gescheitert. Wir mögen in allen anderen Dingen erjahren sein, in der Politik sind wir fast alle noch Waisenfinder. Es ist ja kein Wunder, haben wir es ja fast nur mit Neulingen zu tun. Es kann und muß aber anders werden, wir müssen aus unserer Univissenheit heraus, genau wie der Mann sich frei gerungen hat, müssen auch wir heraus aus dem Elend. Daß fönnen wir am besten dadurch, daß wir unsere Unwissenheit bekämpfen. Darum auf, Parteigenofsinnen, zum Kampf gegen die Unwissen heit. Sie ist ein starter Gegner, sie zu besiegen ist der schönste Sicg. Mit gutem Willen und ein wenig Mut können wir das Ziei erreichen. Kampfmittel stehen uns genug zur Verfügung. Nicht das Schwert, Sense oder Mistgabel soll uns im Kampf zur Seite stehen, damit brächten wir den Feind nicht zum fapitulieren, nem, die Waffen, die wir brauchen, sind geistiger Art und die Lehrmittel, die uns zur Verfügung stehen, sind die Arbeiterpresse und für uns Frauen ganz besonders die ,, Gleichheit". Mit ihr besiegen wir den Feind, mit ihr verschaffen wir uns das nötige Wissen, das uns allen noch fehlt. Nicht nur die„ Gleichheit" Falten, nein, lesen, lesen und nochmals lesen. Sagt nicht, daß Ihr keine Zeit dazu habt. Eine Stunde am Tage findet sich immer dazu. Ihr müßt die Zeitung lesen, dann dauert es gar nicht lange, und Ihr könnt mit Euren Männern diskutieren. An Redefluß hat es uns Frauen ja selten gefehlt. Durch dieses Wissen, was Ihr Euch durch Eure Zeitung aneignet, fönnt Ihr Euren Nachbarinnen, die unserer Sache noch fernstehen, für uns gewinnen. Das ist Gure heilige Pflicht an der Kleinarbeit mitzuhelfen. Diese Arbeit können wir unseren Führern nicht auch noch zumuten. Sie sind mit politischer Arbeit so start überlastet, daß es ihnen einfach unmöglich ist, sich um jeden einzelnen zu befümmern. Diese Arbeit müssen wir auf uns nehmen, wir müssen für neue Refruten jorgen, es muß Euch doch stolz machen, wenn Ihr sagen fönnt, ich habe mitgeholfen am Auf- und Neubau unferer Partei und unseres freien Staates. Und noch eins. Besucht fleißig Gure Parteibesprechungen, tort fönnt Ihr lernen und Gure Meinung zum Ausdruck bringen. Haltet treu zur Fahne, werdet nicht fahnenflüchtig, damit würdet Ihr Euch ein Armutszeugnis ausstellen, Ihr würdet damit zeigen, daß Ihr keinen Mut besigt. Das wollen wir uns doch nicht nachsagen lassen. Wir müßten uns ja selbst belügen. Ihr habt im Kriege gezeigt, daß Ihr Mut besitzt, habt gezeigt, wie stark ein Frauenarm und Frauenherz ist, zeigt es auch jetzt. Werdet treue Kämpferinnen im Kampfe um unsere Freiheit und werbet neue Refruten. Minna Lubiz. Erziehung Der Zeitschrift für gewerblichen Unterricht entnehmen wir folgende Notiz: Hauswirtschaftliches Lehrjahr. Vom Verband Siuitgarter Hausfrauen ist unter Leitung von Frau Staatspräsident Blos eine ,, bauswirtschaftliche Boltsschule" in den malerischen Räumen der ehemaligen Hoffüche im alten Schloß eingerichtet. Volksschulen: lassene junge Mädchen erhalten hier unentgeltlich eine hauswirtschaftliche Ausbildung. Für die Kost ist eine Entschädigung von 30 Mt. zu zahlen. Die Schülerinnen wohnen zu Haus. Der Unterricht ist ganztägig. Die Zeitdauer beträgt vorerst noch drei Monate, soll aber auf ein Jahr ausgedehnt werden. Der Besuch der Schule befreit von dem der allgemeinen Fortbildungsschule. Bewährte Haushaltungslehrerinnen unterrichten in allen Gebieten des Hauswesens, Kochen und Baden, Einmachen und Frischhalten von Obst und Gemüsen; Waschen, Wäschebehandlung und-austejjern. Tischdeden, Servieren; Zimmerdienst und Wohnungsfultur; Gesundheits-, Kranten- und Kinderpflege. Theoretischer Unterricht ergänzt die praktische Arbeit in Küche und Haus. Die Verbindung mit einer öffentlichen Kriegsfüche, die zurzeit allerdings einer Eicherheitsfompagnie Platz machen mußte, hat sich Nr. 17 bewährt und wird wieder erstrebt. Auch Turnen und Singen jowie Literaturstunden fehlen nicht, letztere auf besonderen Wunsch der Schülerinnen, die auch einen Schülerinnenrat haben. Jeder Besucher dieses neuzeitlichen Unternehmens wird, zumal wenn ihn die begeisterte Schöpferin selbst führt, den Wunsch haben, daß diese neue Schulart allgemeine Einführung als„ hauswirtschaftliche Volksschule" findet. Bei dem Verständnis dieser Frau, die das Schulwesen als ehemalige Oberlehrerin aus eigener Tätig keit kennt, und bei dem Einfluß, den sie durch ihre Stellung und ihre Mitgliedschaft in der Nationalversammlung besitzt, ist von ihr eine Förderung der fachlichen Ausbildung der Mädchen auch über Württemberg hinaus zu erhoffen. Dr.- Ing. Barth. Aus unserer Bewegung am Wie beleben wir die Diskussion in den Frauenteseabenden? Seit etwa Jahresfrist finden in Groß- Berlin die Frauenleseabende, die während des Krieges mehr und mehr in den Hintergrund getreten oder ganz von der Bildfläche verschwunden waren, wieder regelmäßig statt. Wenn es auch für unsere Genossinnen ant zweckmäßigsten ist, sich zur politischen Schulung nach Möglichkeit an allen Versammlungen und sonstigen Veranstaltungen der Genossen insbesondere an den Bildungskursen zu beteiligen, so ist die Einrichtung der besonderen Frauenabende doch aus dem Grunde zu begrüßen, weil sich im engeren Kreise einer Frauenzusammenfunft die Genoffinnen eher an den Diskussionen beteiligen, als dies in den Versammlungen der Männer der Fall ist. Um das Ziel zu erreichen, die Frauen politisch zu interessieren, zu schulen und reif zu machen für die Erfüllung ihrer staatsbürgerlichen Pflichten, die ihnen zugleich mit den politischen Rechten zugefallen find, muß ihnen Gelegenheit gegeben werden, sich möglichst ausgiebig auszusprechen über alle Fragen, die sic berühren, deren Lösung ihnen aber nicht völlig klar ist. Das kann sehr gut in den Leseabenden geschehen, nach Möglichkeit anschließend an einen leichtverständlichen Vortrag. Noch weisen die Leseabende nicht immer den starken Besuch auf, der im Interesse der Sache zu wünschen wäre, und auch die Disfuffion ist nicht immer so rege und fachlich, wie es nüßlich und angebracht wäre zur Förderung und Vertiefung der politischen Schulung der Genossinnen. Das ist zum größten Teil darauf zurückzuführen, daß die Frauen oft glauben, noch nicht genügend in der Lage zu sein, ihren Fragen oder Anregungen in einwandfreier Weise Ausdrud geben zu können. So bleiben oft recht gute Gedanken unausgesprochen, und jede Genossin wartet darauf, daß irgendeine andere die Diskussion beginnen soll. Es ist aber nicht das wichtigste, die Diskussion in formvollendeter Weise zu führen, sondern es kommt darauf an, daß überhaupt sachlich disfutiert wird, um Fragen und Bedenten, die auftauchen, zu flären und dadurch das Interesse der Genofsinnen an dem Thema des Abends mehr zu weden als dies ein Vortrag ohne anschließende Aussprache in der Regel bewirkt. Da ist es wohl in erster Linie Sache der Lejeabend= geiterin, zu versuchen, unter allen Umständen eine Diskussion anzubahnen. Zu diesem Zweck habe ich mich in unserer Abteilung mit den einzelnen Bezirksführerinnen dahin verständigt, daß diese jelbst eingreifen, falls eine Aussprache sich nicht sozusagen von selbst ergibt, indem einzelne von ihnen Fragen oder Anregungen zum Thema des Abends vorbringen, oder wenn das nicht möglich, oder der Vortrag einer Aussprache nicht günstig ist, andere Fragen anschneiden, die nur lose, womöglich auch gar nicht mit dem Thema zusammenhängen, und die unter Umständen vorher im engeren Kreis der Funktionärinnen besprochen und verabredet werden können. Die übrigen Genojjinnen werden dadurch angeregt, sich ebenfalls an der Aussprache zu beteiligen, und wenn diese erst im Fluß ist, dann ist bei einigermaßen guter Leitung des Abends schon viel gewonnen. Gerade jetzt vor den Wahlen ist es notwendiger denn je, daß sich unsere Genojjinnen außer in den großen Wahlversammlungen auch im internen Kreise der Partei- Frauenzusammenfünfte jo viel wie möglich unterrichten, damit sie in der Lage sind, auf die Frauen ihres Bekanntenkreises in unserem Sinne einzu wirken und auf diese Weise je nach ihrem Können praktische Wahlarbeit leisten helfen. In dieser Beziehung könnten die nächsten Lejeabende sicherlich noch gute Erfolge zeitigen, wenn sie umjichtig geleitet, die Frauen auf die besondere Wichtigkeit der beborstehenden Wahlen hinweisen und ihnen Gelegenheit zu render Aussprache geben. Helene Weimann. Nr. 17 Rundschan Oeffentliche Wäschereien! Die Gleich beit ( Eine Zuschrift zu der. Anregung Wäschereien für Minderbemittelte von Frieda Halbe) Beim Lesen des Artikels stiegen alle die Gedanken und Pläne wieder neu auf, die wir hier in Heilbronn schon vor 1½ Jahren angeschnitten und darüber verhandelt hatten. Damals war das unzureichende und schlechte Waschmaterial die Haupttriebfeder, berbunden mit den hohen Preisen in den Waschanstalten, welche uns dazu drängten, die Gründung einer öffentlichen Waschanstalt ins Auge zu fassen. Es ist damals leider bei dem Anlauf geblieben. Ihre Zuschrift gibt vielleicht auch für hier den Anstoß, diesen Gedanken erneut aufzugreifen und ihn zur Durchführung zu bringen. Genau noch wie vor einiger Zeit, ist es jest nottrendig, die Frauen mit der Wäscheinstandhalung zu entlasten. Wie groß wäre der Fortschritt für die freiere Entwicklung der Frau, wenn ihr die Reinigung der Wäsche in befriedigender Weise 127 abgenommen würde. Wir haben uns nach geeigneten Gebäuden umgesehen. Hier leider ohne Erfolg. In der hiesigen Badeanstalt ist sogar die Einrichtung mit Trockenvorrichtungen ujm., aber sie wird durch den eigenen Betrieb vollständig ausgenüßt, sonstige öffentliche Gebäude find nicht vorhanden. Es wurde der Gedanke zur Gründung einer Gesellschaft aufgeworfen, der meiner Ansicht nach auch heute noch für hiesige Verhältnisse der einzig gangbare Weg ist. Die Gemeinde steht dem Gedanken noch ablehnend gegenüber, wenn er mit großen Kosten verbunden ist, was der Fall wäre, wenn neue Gebäude erstellt wer den müßten. Dies erscheint aber technisch rein unmöglich, weil taum gebaut werden kann. Trotz der großen Schwierigkeiten, die besonders die Leitung einer Waschanstalt mit sich bringt, wollen wir den Gedanken nicht fallen lassen. Und ich möchte die Anregung, überall wo die Möglichkeit vorhanden ist, solche Einrichtungen auszunüßen, dringend unterstüßen. W. U. Berantwortlich für die Redaktion: Frau Klara Bohm- Schuch. Druck: Vorwärts Buchdruckerei. Verlag: Buchhandlung Vorwärts Paul Singer 6. m. b. S. fämtlich in Berlin SW 68, Lindenstraße 3 Buchhandlung Aerztliche Beratungsstelle Borwärts, Berlin GB.68, Lindenstr.3 ZeitungsFremdwörter und Politische Schlagwörter Verdeutscht und erläutert von Ad. Braun Sechste vermehrte Auflage Preis Mt. 1,80 as Büchlein fei jedem Zeitungsleser zur Anschaffung empfohlen. Es enthält mehr als 2000 Fremdwörter, die allgemein verständlich verdeutscht sind. Kluge Frauen lassen sich meinen Gratisprospekt kommen. Frau A. Tump, Berlin- Pankow 40, Postamt 1. des Instituts f. naturgemäße Hellweise ,, Natura" Spezialabtellung f. Haut-, Harn-, Unterleibsleiden erteilt kostenlose Auskunft, auch schriftlich, über neue Heilmethode, Berlin G. 61, Blücherplatz 3( am Halleschen Tor). Nur ich überbiete d. höchst.Preise f. gebündelt. Zeitungspapier sowie sämtliches Altpapier Jeder Posten wird abgeholt! Fritz Seydlitz, en gros PAPIER en detail Neukölln, Hermannplatz 4. fraunnlaidun Spezialabteilung für Haut-, Harn- und Unterleibsleiden, giftfreie Kuren. Beseitigung, wo alles andere versagte. Künstliche Höhensonne, Vibrationsund Heißluftmassage usw. Achtung! Metalle Achtung! wie: Kupfer, Messing, Zink, Zinn, Biel usw. GOLD- und SILBERBRUCH. Geld für jede Wertsache! Kauft höchstzahlend 20 Kautz& Liedtke Berlin NO. 18, Weberstraße 20. 20 Die höchsten Tagespreise für Messing, Kupfer, Blei, Zink, Weißmetall, Nickel, Aluminium, Metallspäne zahlt per Kilo, bei größeren Posten mehr. Sendung v. außerhalb werd. prompt erledigt.. Metallschmelze Mariannenstr. 24, an der Kottbuser Brücke Amt Moritzplatz 106 58, Nebenanschluß Mitglied des Vereins der Altmetallhändler Groß- Berlins. Im Vertrauen auf die tausendfach erprobte Wirkung, selbst wenn schon vieles andere ohne Erfolg angewandt, nehmen + Frauen+ bei Monatsbeschwerde meine seit Jahren erprobten vielbewährten echten Spezialitäten. 15 Mark, Extra 26 Mark. Warnung vor Nachahmung. Auch Sle werden mir dankbar sein für diese 1908 Hilfe. Preisgekrönt. Versand gegen Nachnahme oder vorherige Einsendung des Betrages. Bettnässe Natura- Institut, Berlin, Blücherplatz 3 Otto Grothe, Neukölln( Gl. 47), Befreiung sofort Alter und Geschlecht ( direkt am Halleschen Tor). angeb Ausk. umsonst. Aerztliche Leitung. Sprechst. 10-1 u. 4-8, Sonntags 11-1. diskret. Margonal, Berlin, Belle- Alliance- Str. 32. Photographen Timner- Essig Gaslicht-, Zelloidin- Bromsilberkarten, per 1000 Stck. 175,-, 100 Stck. 18,-. Platten billig. Liste frei. Foto- Industrie, Berlin SW. 48, Friedrichstraße 237 f. Wer vorteilhaft Möbel, Teppiche, Gardinen, Kronen, Dekorations- u. Wirtschaftsüberall erhältlich! Nasen- und Gesichtsröte, rote Hände beseitigt, blütenzarter Teint, weiße, glatte Haut werden in kürz. Zeit erreicht durch mein. altbew, unübertroff. Krem ,, Pura". Sommersprossen, Mitesser, Pickel, Rungegenstände, auch Kleidungs- zeln u. Fältchen verschwinden. Rote u. großpor. Haut wird stücke und Bettwäsche ge- schnell beseitigt. Tube 2,50, Doppeldose 4,50. DROGEN. braucht, oder solche günstig HAUS H. BOCATIUS, Berlin N., Schönhauser Allee 132. verkaufen will, wende sich vertrauensvoll an die Althandlung v.Ludwig Nicolai, Ankauf von Berlin SW.61, Bärwaldstr. 48. PERLEN, BRILLANTEN, Schriftliche Angebote werden prompt erledigt. Ankauf auch von Gold, Silber und sonstigen Wertgegenständen. Uhren, Platin, Gold und Silber zu den höchsten Tagespreisen. Leykestraße 18, Ecke Hermannstraße. Straßenbahn: C, 19, 21, 28, 29, 53, 55, 58, 94 Ausschneiden! Aufbewahren! Sanger Reine Wäsche ohne Mühe Bleichmine L GAUGER G. Schliephacke, Friedrichstr. 210, Ecke Kochstr. Down R.a.go Lubin Soversigt Bleichmillel GAUGER Crosse& Grouer Jahre Min Gougerie 3455. B SEE Endlich das Richtige aberall erhältlich! 128 Die Gleich beit Nr. 17 Nur die Metall- Einkaufs- Zentrale Kottbuser Damm 66( Hermannplatz) Moritzpl. 135 80 zahlt die höchsten Preise für: Kupfer:: Messing:: Zinn:: Zink:: Biel Staniot:: Zeitungspapier usw. BORUSSIA Caramel= Bier Aerztlich empfohlen! Ueberall erhältlich. Borussia- Brauerei A.-G., Berlin Weißensee. Tel.: Amt Weißensee Nr 112 u. 113 Sie haben einen Vogel abgeschossen, wenn sie Ihre Metallabfälle und Alteisen nur an mich verkaufen. Zahle stets höchste Tagespreise. Eisen- u. Metallgroßh.W.Seydlitz Hauptgeschäft: Neukölln, Liberdastr. 4. Telephon: 9405. Nur für engros. Detailankaufsstellen Hermannpl. 4. Böhmische Str. 16( n. Richardpl.) Berlin, Schönhauser Allee 151. Pücklerstr. 33. Größere Posten werden abgeholt. Post- u. Bahnsendungen werden prompt erledigt Mitgl. d. Vereins d. Altmetallhändl. Groß- Berlins. Die höchsten Preise für Metallabfälle Unterleibsleiden+ Flaschenkapseln, Staniol, Sekt- und Weinflaschen sowle rohe Felle.. erhalten Sie bei Fritz Behrens Blumenstraße 71, Ecke Markusstraße( Keller). Teleph.: Humboldt 3910. Heber 1000 Atteste bestätigen die heilsame Wirkung von San.- Rat Dr.Strahl's Hanssalbe b.Hautausschl., Flechten, Hautjuck., bes.Beinschäden. Krampfadern u. Hämorrhoiden. Orgl.- Dos. à 6.75u.12.- Mk versendet Elefanten Apotheke, Berlin 204 SW. 19, Leipzigerstr. 74( a. Dönhofipl.) Stoffe für Damen- Kostüme Es werde Licht! Herren- Anzüge Sicher, bequem, ärztlich Mutterschutz! lanzend begutachtet, seit Jahren bewährt. 12 Tabletten 6.- Mk., 24= 11.- Mk., 36-15.- Mk. 57 56 Einziger sicherer Patentex Mutterschutz Komplett 20, Mark, Ersatztube 18,- Mk. Diskreter Versand. Prospekt umsonst. Bücher zur Aufklärung über die sexuelle Frage! Ueber die Notwendigkeit anti- konzeptioneller Mittel Von zur Hebung der Volkskraft. Dr. med. Müller 0,75 Mk. Knaben oder Mädchen nach dem Willen der Eltern 2,10 Mk. Wann dürfen Syphilitische heiraten? 2,10 Mk. Diskrete Antworten auf vertrauliche Fragen. 315 Antworten auf Fragen, welche man ungern stellt 7,20 Mk. Hygienisches Otto Grothe, Neukölln Gl. 47 Versandhaus Ecke Hermannstr. Straßenb. C, 19, 21, 28, 29, 53, 55, 58, 94. Reisende, Händler, Hausierer, Frauen mit groß. Bekanntenkreis hoher Verdienst. Bitte lesen, aufbewahren, bestellen. Rad- Jo Tuchlager Koch& Seeland G.m.b.H. Berlin C., Gertraudtenstr.20/ 21. Verkaufszeit von 3-2 Uhr jeder Art bei Männern und Frauen behandelt gründlich, schmerzlos und möglichst ohne Berufsstörung. Bei veralteten u. hartnäckigen Leiden schmerzl., elektrische Durchleuchtung C. Weißert, Berlin N. 4, Invalidenstraße Nr. 147, Ecke der Bergstraße. Sprechstunden: 10-1 und 4-8 Uhr. Sonntags: 10-1 Uhr. Viele Jahre in Krankenhäusern und Kliniken tätig gewesen. Kostenlose Wher sachgemäße Behandlung Untersuchung und Beratung über 1.FASSMANN Lebensmittel- Großhandlung 42 Detailgeschäfte in Berlin und Vororten Sind Cungenleiden heilbar? Diese äußerst wichtige Frage beschäftigt wohl alle, die an Asthma, Lungen-, Kehlkopftuberkulose, Schwindsucht, Lungenspitzenkatarrh, veraltetem Husten, Ver schleimung, lange bestehender Heiserkeit leiden und bisher keine Heilung fanden. Alle derartige Kranken erhaiten von uns ein Buch mit Abbildungen aus der Feder des Herrn Dr. med. Guttmann, Chefarzt der Eisenkuranstalt, über das Thema: Sind Lungenleiden heilbar?" Um allen Kranken Gelegenheit zu geben, sich Aufklärung über die Art ihres Leidens zu verschaffen, haben wir uns entschlossen. jedem dieses Buch umsonst zu übersenden. Man schreibe an Pahlmann& Co.. Berlin 128, Müggelstraße 25 a. ahn- Bragis Endter Nachfolger Ulvenslebenstr. 21, Hchb. Bülowstraße. 9-12. 2-6, Sonntags 9-12. liche Garantie 5 Spez: Gaumentofer Zahnerjaz Zähne 2 Jahre fcriit Munduntersuchung gratis! Zähne Schilft. 6 Keine Luruspreise! Ein egen für roerdende Mütter! Bur Besielung einer leichten, Jchnellen, oft gänzlich fchmerzlofen Entbindung, Mr. Mr. liche Garantie m.echtem Friedenstautschuf be! günstigster Debenwirkung für die vorgeburtliche Entwicklung der Kinder und Erhaltung der mütterlichen Schönheit. Ja, die Geburt gebt oft bei Frobfinn und Sichglücklichfühlen in minuten vor sich. Nach Aussprüchen von Müttern, welche Rad Jo anwandten, ift Rad Jo ein Wundermittel. Fragen Sie Jore Freundin oder Angehörige, welche Rad Jo bereits gebrauchten. Geprüft und begutachtet von hervorragenden Kirsten und Profefforen, u. a. mit großem Erfolg angewandt an einer deutschen Univerfitäts Frauenklinik. Ausführliche aufklärende Schriften gratis durch Für glüldkliche, oft ganz Rad- To- Versand- Gesellschaft, Hamburg, Amolpofthof fchmerzlose Entbindung. oder durch alle Apotheken, Drogerien, Reform- und Sanitätsgeschäfte. Caufende und abertaufende dankbarfter Anerkennungen von Mattern, welche Rab- 30 anwandten. K