Nr. 28 30. Jahrgang Die Gleichheit Zeitschrift für die Frauen der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands Mit den Beilagen: Für unsere Kinder. Die Gleichheit erscheint wöchentlich Prets: Bierteljährlich 3,60 Mart Inserate: Die 5 gespaltene Nonpareillezelle 1,50 Mart, bel Wiederholungen Rabatt Berlin 10. Juli 1920 Die Frau und ihr Haus Zuschriften find zu richten an die Redaktion der Gleichheit, Berlin SW 68, Lindenstraße 3 Fernsprecher: Amt Morisplag 147 40 Expedition: Berlin SW 68, Lindenstraße 3 Ein Schritt zur Versöhnung Bon Adele Schreiber Unser Leben wurde karg an Freuden, arm an Schönheit. Sorge, Not, Kampf sind unser tägliches Brot, und wer über die Grenzen unseres eigenen Vaterlandes hinaussieht, weiß auch, daß wir noch auf lange hinaus als bitteres Erbteil dieses Krieges Berachtung und Gehäffigkeit zu dulden haben, daß es noch lange dauern wird, ehe uns allen, auch denen, die keinen Anteil haben an der Natastrophe 1914 bis 1918, Gerechtigkeit und Aufnahme als Gleiche unter Gleichen, zuteil wird. In mühsamer, schrittweiser Arbeit müssen wir uns erst wieder das Vertrauen erringen, die Voreingenommenheit befiegen, der wir als Gesamtheit begegnen. Um so tiefer empfinden wir das jeltene Glüid gemeinsamer Arbeit in einem internationalen Kreise hochstehender Menschen, wie sie auf dem Internationalen Kongreß für Frauenstimmredyt vom 6. bis 12. Juni in Genf möglich war. Bürger liche Vorfämpferinnen des Frauenstimmrechts waren es zumeist, die dort vereint waren, und weit trennt sich unsere Weltanschauung von der ihren. Aber um so offener muß ausgesprochen werden, daß die Internationale des Frauenstimm rechts, der Weltbund, es verstanden hat, den Krieg zu überdauern in würdiger Stellungnahme seines Borstandes, dem Frauen der einander feindlichen Länder angehörten, geftüßt auf die würdige Haltung seines Verbandsorgans Jus Suffragii", das während des ganzen Völkerringens sich frei hielt von jeder chauvinistischen Tendenz, den Leiden, der Arbeit, den Kämpfen der Frauen der ganzen Welt gerecht wurde. Aus den Kreisen der Stimmrechtsvertreterinnen gingen zu Kriegsbeginn wertvolle Hilfsaktionen für die im Fremdland befindlichen Frauen und Kinder feindlicher Nationen hervor. Für Tausende wurde gesorgt, Tausenden die Rückkehr ins Heimatland ermöglicht. Bertreterinnen der Stimmrechtsbewegung traten mit als erste in England für Behebung der Hungersnot, des Kinderelends in den Ländern Europas ein. Sie wurden Mitschöpferinnen des„ Fight the Famine Coun cil", der Internationalen Zentrale für Kinderhilfe, der Bewegung zur Revision des Versailler Friedensvertrages. verkörperten, von Island bis Indien, Griechenland bis Japan, Norwegen bis Slidafrika. Aber aus den Gesichtern der vertrauten Mitkämpferinnen erkannte man gleichsam im Spiegel, erschüttert, was wir Frauen in den Kriegsländern gemeinsam durchlitten und geduldet. Dieser Eindrud war is stark, daß die junge Delegierte Islands mir sagte, es wäre das, was sie als tiefstes Erlebnis nach ihrem fernen, friedlichen Eiland mit heimtragen würde. 21 Staaten haben, seit der Weltbund zum letzten Male in Budapest tagte, den Frauen Staatsbürgerrechte gewährt; zum ersten Male war eine größere Zahl von Regierungen durch offizielle Delegierte vertreten, das Deutsche Reich durch Frau Marie Stritt, Desterreich durch die Neichstagsabgeordnete Genosfin Adelheid Popp, Großbritannien durch sein einziges weibliches Reichstagsmitglied, Lady Astor. Aus 36 verschiedenen Staaten waren Frauen anwesend, darunter auch zahlreiche Genoffinnen. Auch der Internationale Kongreß arbeitender Frauen, dessen Sitz in Washington ist, war durch Gabriele Duchene und Jeanne Bouvier vertreten. Dies war besonders erfreulich und notwendig, weil eine starke Strö mung gegen jeden besonderen gesetzlichen Arbeiterinnenschut fich geltend machte, und, abweichend von unserer deutscher Anschauung, selbst Bertreterinnen von Industriearbeiterinn bevollmächtigt waren, diese Richtung zu stützen. Die nach langen Debatten gefaßte Resolution wurde aber allen Teilen gerecht. Sie fordert im Rahmen eines großzügigen Programms der Frauenrechte: Das Recht auf Arbeit verheirateter und unverheirateter Frauen ist anzuerkennen. Jede Sondergesetzgebung für Franenarbeit, die sich im Gegensatz zu den Wünschen der Frauen selbst befindet, ist abzulehnen. Gesetze, die Frauen und Mütter betreffen, dürfen kein Hindern ihrer wirtschaftlichen Lage werden; bei der Regelung des Arbeitsverhältnisses soll die Richtung der Gleichheit für Moun und Frau eingeschlagen werden." Aus Naummangel kann das zur Annahme gelangte gefamte Programm der Frauenrechte hier nicht wiedergegeben werden. Vielleicht findet sich Gelegenheit, später noch darauf zurüdzukommen. Einige der wichtigsten Beschlüsse aus der die Fortschritte des Selbstbestimmungsrechts der Bölfer, Ber Dieser Geist der Versöhnung und Gerechtigkeit trung die Fülle der Kongreßarbeit mögen hier Platz finden. Eine RejoVerhandlungen in Genf, die von Mrs. Chapmann- Catt, der lution nimmt mit Befriedigung Kenntnis von der Tatsache, lange bewährten Borsitzenden des Weltbundes für Frauen- daß seit Kriegsausbruch eine größere Bahl von Staaten den Stimmrecht, mit vorbildlichem Taft und unerschütterlicher Ob- Grundjaß der Volksregierung angenommen habe, tritt für gelſen, daß Welten zertrümmert, willionen von Menschen hütung fünftiger Kriege, Jugenderziehung im Geiste der berblutet, die Kultur von Jahrzehnten zerstört waren. Man Wölferversöhnung und verständigung ein. Eine weitere Nefonnte auf Augenblicke meinen, es sei wie einst in diesem solution gilt dem Völkerbund. Sie erkennt an, daß nur auf Saale, geschmidt mit den Fahnen von mehr als 30 Ländern, feinem gerechten Ausbau ein fünftiger Weltfrieden ruben inmitten der Bielsprachigkeit der Umgebung, der Mannig kann und appelliert an die Frauen der Welt, seine Entwid. faltigkeit der Erscheinungen, die ferne Länder, fremde Raffen lung in diesem Sinne zu stügen und zu fördern. Der Völfer 226 Die Gleichheit bund soll überdies aufgefordert werden, eine alljährliche Frauenkonferenz einzuberufen, die einer internationalen Regelung von Frauenfragen gilt. In Ergänzung der Beschlüsse des Völkerbundes bezüglich des Frauen- und Kinderhandels empfahl der Kongreß die Reglementierung der Prostitution, die der Grundpfeiler des Frauenhandels ist, allgemein abzuschaffen. Er forderte im Interesse der Rassengesundheit eine energische Bekämpfung der Geschlechtskrankheiten mit allen Mitteln, die mit Freiheit und Gerechtigkeit vereinbar sind. Er verlangte ferner eine hohe, gleiche Moral für Mann und Frau, Abschaffung aller Sondergeseke gegen die Frau, allgemeine seguelle Aufklärung in der Erziehung der Jugend, unentgeltliche Behandlung bon Geschlechtskranken. Die Frauen und Kinder, die während des Krieges deportiert oder Opfer des Frauenhandels geworden sind, sollen sofort ihren Familien oder ihren Ländern wiedergegeben werden, sofern die Frauen selbst es wünschen; Maßnahmen zur Aufspürung Vermißter sind zu treffen. Ein Beweis für Verantwortungsgefühl und Solidarität ist die Resolution zur wirtschaftlichen Krise. Sie fordert: Die Frauen, als die natürlichen Trägerinnen des Lebens und Schüßerinnen des Kindes, werden aufgefordert, angesichts der wirtschaftlichen Krise, die Leben und Gesundheit dieser und der kommenden Generation, ja die Grundlagen der Zivilisation selbst aufs schwerste gefährdet, allen Einfluß aufzubieten, daß internationale Hilfsmaßnahmen für die hungerbetroffenen Länder und für den gemeinsamen Wiederaufbau des europäischen Wirtschaftslebens getroffen werden. Zugleich sollen die Frauen durch ihr eigenes Leben ein Beispiel der Sparsamkeit und Einschränkung geben, solange noch eine Welttnappheit an Notwendigkeiten des täglichen Bedarfs besteht. Mit überwältigender Majorität wurde beschlossen, den Weltbund, obwohl ein großer Teil der angeschlossenen Länder das Frauenstimmrecht besitzt, nicht aufzulösen, sondern ihn weiter bestehen zu lassen, um die Staatsbürgerrechte der Frauen in der ganzen Welt und für die volle Gleichberechtigung der Frau auch in den politisch schon fortgeschritteneren Ländern zu erkämpfen. Die Tagung war reich an bedeutsamen Einzelmomenten. Bei der ersten großen Abendversammlung sprach unmittelbar nach dem männlichen Vertreter der französischen Regierung die deutsche Vertreterin der Reichsregierung, Frau Marie Stritt. Ihr folgten fünf Barlamentarierinnen, darunter die deutsche Landtagsabgeordnete Thekla Kauffmann, da die erst tags zuvor abgehaltenen Reichstagswahlen eine Vertretung auch durch eine Reichstagsabgeordnete noch nicht ermöglichte. Zwischen französischen und deutschen Frauen fand am letzten Rongreßtag auf Veranlassung einiger Schweizerinnen eine private, inoffizielle Aussprache statt, die zwar von der Deutschen Tageszeitung" inzwischen als würdelos" bezeich net worden ist, die aber nach der einmütigen Ueberzeugung der anwesenden Gäste anderer Länder ein wertvoller erster Schritt der Wiederannäherung, ein ergreifender Augenblick menschlichen Verstehens war. Daß nicht nur die neutralen, sondern auch die amerikanischen und englischen Frauen den wenigen deutschen Vertreterinnen mit aller Herzlichkeit und Güte entgegenkamen, sei besonders betont, auch daß man bei der Neuwahl des Vorstandes von elf Personen uns zwei Bläge gab, erkennen wir dankbar an. All dies legt uns doppelt die Pflicht auf, nun selbst im Be. fizze des vollen Bürgerrechts, für unsere Mitschwestern in den politisch noch rückständigen Ländern zu wirken, insbesondere auch durch unsere Mitarbeit an der neuen deutschen Gesetzgebung unsere ganze Kraft für mustergültige Reformen einzusetzen, die als Vorbild den Frauen der ganzen Welt zugute kommen. Auch auf diesem Wege tragen wir bei zum Fortschritt internationaler Kultur und zur Wiederanerkennung unseres eigenen Vaterlandes als eines führenden KulturLandes. Haft du gearbeitet? Von Ada Negri Nr. 28 Du liebit mich allo, hait es mir vertraut, und bebend Schweigft du und warteft, und ein blaffer Schein Bedeckt dein Angelicht. Du willit, ich foll dir Kuß und Lippen weih'n, Willft meiner frifchen Jugend Blütenlicht!... Doch fage mir, kennit du die Angit, die Kämpfe, Die Stürme eines Ideals voll Mut? Weißt du, was Leiden heißt?... Was nützt dir deine Kraft, dein warmes Blut, Dein Atem, deine Seele und dein Geift?... bait du gearbeitet?... Kennit du die Mächte, In denen ichlaflos man und ohne Rub Ein ernites Werk gefchafft?... Sag', welcher Glaubensfahne weihteft du Die blühende und Schöne Jugendkraft?... Du gibit mir keine Antwort... o fo gehe, Kehr zu verlorener Stunden müffiggang, Zum goldnen Kalb zurück; Zu Karten, Bällen, Dirnen, Becherklang, Mir find nicht feil mein Herz, mein Kuß und Blick. O wärelt du ermattet und zerlumpt, Doch mit dem Stolz der Arbeit im Geficht, Dem Funken in der Bruit; Die Arme müde, doch ein helles Licht Im großen Auge ftrablend dir voll Luit; Wärft ein Plebejer du, doch unerichrocken, Hoch über aller Menschheit бaß und Пleid бöbit du die ftolze Stirn, Und der Gedanken unermeßlichkeit Erglühte fiebrilch dir im kühnen birn; Dann, ja, dann liebt ich dich, um deine Taten Und um dein ehrlich Leben liebt ich dich, An tapfrer Arbeit reich; An deine Bruit mein Haupt dann lehnte ich, Stolz, dich zu achten, und vor Liebe bleich... Doch was bift du?... Was hoffit du, fchwacher Sklave, Der wohl fich fühlt im goldnen Schlamm, von mir Mach' Platz mir, tritt bei Seit'... Du bist mir nichts- Verachtung weih' ich dir, Schwachherz'ger Jünger einer Schwachen Zeit!... Etwas zur Gleichberechtigung Ist das Endziel wirklich erreicht und stehen wir mit der Er rungenschaft des Frauenwahlrechts auch vor der Tatsache der Gleichberechtigung? Der Kampf ist schwerer, als wir Frauen ihn uns gedacht haben. Einen Rückhalt haben wir allerdings an den Arbeitern, welche mit uns das gleiche Los getragen haben. Aus ihren Reihen tommt die Forderung, aus ihren Reihen er hoffen wir die Verwirklichung unseres Zieles. Liest man in der neuen Reichsverfassung den Artikel 128, worin es heißt: Alle Ausnahmebedingungen gegen weibliche Beamte werden beseitigt, die gleichen Prüfungs- und Aufnahmebedingungen und die gleiche Entlohnung mit den Männern"... dann freut man sich als weibliche Beamtin sehr über dieses gerechte Geset. Und wie mir, so ist es noch vielen meiner Kolleginnen ergangen. Aber nach der Be verschwunden und hat einer berechtigten tiefen Verstimmung Blaz fanntgabe des neuen Besoldungsgesetzes ist meine Freude schnell gemacht. Ich suche und suche darin bergebens die sehnlichst er wartete Gleichberechtigung. In der Besoldungsreform hat man den Artikel 128 noch nicht in die Pragis umgesetzt. Warum wer den Post- und Telegraphengehilfinnen nur in Gehaltstlaffe III Nr. 28 Die Gleich beit und erst nach zwei Jahren Anstellung, also nach 11 Dienstjahren, in Gehaltsflaffe IV eingereiht? So sehr ich mich auch anstrenge, die Lösung meiner Frage tann ich nicht finden. Diese Einreihung bedeutet für uns eine ganz geringe Befferung unserer Lage. Es kommt vor, daß die Eine oder Andere, je nach dem Dienstalter, so hart betroffen wird, daß ihr jckiges Einfommen sogar etwas kleiner ist als vor der Nerzegelung. Bis zum Ausbruch des Krieges hat man von den Post- und Telegraphengehilfinnen höhere Schulbildung verlangt. Außerdem mußten wir uns einer Aufnahmeprüfung unterziehen. Einen Vorwurf nicht genügender Schulbildung kann man uns also deshalb nicht machen und zu einem weiteren Examen wurden wir bis jetzt nicht zugelassen. Die Möglichkeit, aus eigener Kraft weiterfommen zu können, bestand also gar nicht, wie es z. B. bei den männlichen Beamten der Fall ift. Man verlangt aber von den weiblichen Boft- und Telegraphengehiljinnen die gleiche Arbeitsleistung. Wir machen Sonn-, Feiertag und Nachtdienst wie die männlichen Beamten auch. Ebenso ist bei der Ausübung des Telephondienfies nichts von Gleich berechtigung zu sehen. Warum wird der Oris- und Fernberkehr nur von weiblicher Kraft betrieben? Weil sich die männlichen Beamten mit Händen und Füßen dagegen wehren würden, wenn sie diese geistestötende und dazu nerbenaufreibende Arbeit leisten müßten. Wenn wir weiblichen Post- und Telegraphengehilfinnen bei der Revision des Besoldungsgeseßes besser abschneiden werden, als wir es bis jetzt getan haben, dann bin ich überzeugt, daß der Staat nur gewinnen kann, denn die Schaffensfreude und der Ehrgeiz kann nur da aufkommen, wo wir überzeugt sind, daß auch unsere Sache gerecht geführt wird, damit wir die Bedeutung des großen Wortes„ Gleichberechtigung" auch kennen lernen. * Ein paar wenige Worte im Anschluß an Obiges möchte ich mir geftatten. Die in Sperrdrud gesetzten Worte: Die gleichen Prüfungs- und Aufnahmebedingungen und die gleiche Entlohnung mit den Männern" stehen nicht in der Verfassung. Ich habe sie in meinem Artikel in Nr. 19 der„ Gleichheit" als Schlußfolgerung aus dem Artikel 128 gezogen, dessen Abjak 2 sagt: Alle Ausnahmebestimmungen gegen weibliche Beamte werden beseitigt." Soweit die Verfassung! " Die Artifelschreiberin vermißt in der Besoldungsreform die Gleichberechtigung der weiblichen Beamten und verweist auf die ☆ Feuilleton Heimweh Ich möchte beim * Wenn überm kahlen Wald ein grüner Schimmer liegt, Wenn übers weite meer heimwärts die Schwalbe fliegt, Wenn fich in meines Gärtchens engem Raum Das Blütenkätzchen wiegt am Weidenbaum Und hin zur Sonne ftrebt der kleinste Keim Dann möcht ich heim! Ich möchte heim Wenn bis zum бimmelsrand der Ernte Felder ftehn, Wenn Menfchen бand in band auf grünen Matten gehn, Wenn mir aus fernem, fel'gem Jugendreich Ein Liedlein klingt im Herzen füß und weich Ein längítvergeifner, fchlichter Kinderreim Dann möcht ich heim. Minna бeimannsberg 227 Gruppeneinteilung. Dazu ist zu sagen: Das Gesek nebst Gruppeneinteilung fam als Resultat der Verhandlungen der Regierung, des Reichsrats und zahlloser Konferenzen mit Beamtenvertretern an die Nationalversammlung. Aus 180 Beamtenklaffen hatte man 13 Gruppen gemacht. Zu diesen lagen allein nicht weniger als 600 Petitionen und Proteste einzelner Beamtentategorien vor, darunter auch die der Frauen. Die Neigung, das Gesek ohne gründliche Durchberatung in Bausch und Bogen anzunehmen, wurde von uns mit Erfolg bekämpft. Anders stand es mit der Erledigung der 600 Betitionen; fie hätten bei größtem Fleiß drei bis vier Monate verbraucht. Deshalb fand folgende Bestimmung im Gesek Aufnahme: Die Besoldungsordnungen sind spätestens bis zum 31. Oftober 1920 einer Nachprüfung zu unterziehen, und zwar mit rüdwirkender Kraft vom 1. April 1920." Also: schon jeht im Sommer 1920 muß die Regierung die Revision vorbereiten, und zwar müßte das geschehen unter Mitwirkung der Beamten einschließlich der weiblichen. Es war unser Antrag, der wie folgt lautete: Die diätarische Dienstzeit darf 5 Jahre, bei Militäranwärtern 4 Jahre und bei den bis zum Intrafttreten dieses Gesetzes angenommenen Post=, Telegraphen-, Fernsprech- und Schreibgehil finnen 8 Jahre nicht übersteigen." Dieser Antrag ist in§ 5 des Gesezes angenommen worden. Aus dem Gesetz geht hervor, daß Borbereitungsdienst, Supernumerariat und ähnliche Stellungen nicht länger wie 3 Jahre tauern sollen, so daß sich zusammen mit dem fünfjährigen Diatariat 8 Dienstjahre ergeben. Als diätarische Beschäftigung soll aber auch( nach§ 12) eine volle Beschäftigung gegen Lohn oder Schreibgebühren gelten, sofern die Betreffenden mit Aussicht auf dauernde Verwendung ständig und hauptsächlich mit den Dienstterrichtungen eines Beamten betraut gewesen sind, und diese Veschäftigung im unmittelbaren Anschluß daran bei dem gleichen Dienjizweig zur Uebernahme in das Beamtenverhältnis geführt hat. Damit wäre tatsächlich die Gleichberechtigung gewährleistet, wenn nicht noch im letzten Augenblick im Plenum ein Antrag Annahme gefunden hätte, nach dem die Dienstzeit vor dem 20. Lebensjahre auf das Diätariat angerechnet werden darf. Der Gedante, daß nicht schon gar zu junge Leute gesetzlichen Anspruch auf lebenslängliche Anstellung haben dürfen, ist sicher nicht ungesund. Daß dabei die bereits seit langem im Dienst befindgrößte Teil ihres Lebens noch in das achtzehnte Jahrhundert fiel. Vicles danken die Frauen von heute diejer Frau, die nicht mit Wort und Schrift kämpfte, deren ganzes Leben aber ein Kampf war, ein Kampf um Recht und Geltung des Weibes als Berfönlichkeit. Karoline, die vielfach Reizende, bielfach Geschmähte, fiel aus dem Rahmen der Alltäglichkeit. Sie lebte in einer Zeit und einem Kreis, in dem das Ideal die Durchschnittsform war. Sie ragte aber weit über den Durchschnitt hinaus, darum gab sie biel Aergernis. Aber sie lebte auch in einer Zeit und in einem Kreis, in dem die Sehnsucht, herauszukommen aus der Sphäre des Alltags, groß war. Daher war sie auch vielen die Einzige, Unvergieichliche, die umviderstehlich anzog, mit dem warmen, flugen Blick ihres liebevollen Auges. Man mußte sie ganz oder gar nicht lieben", schrieb ihr Gatte, der berühmte Philosoph Schelling nach ihrem Tode. Karoline wurde als Tochter des Professors Michaelis am 2. September 1763 in der kleinen Universitätsstadt Göttingen geboren. Troß arger Spießbürgerei herrschte dort doch geistiges Streben, das sich auch auf die heranwachsende weibliche Jugend übertrug. Saroline forrespondiecte schon mit fünfzehn Jahren in gutem Französisch mit ihren Freundinnen, und zwar fast ausschließlich über geistige Interessen. Ihre außergewöhnliche Sprachgewandtheit Frauengestalten des 19. Jahrhunderts zeigt sich darin, daß fie sowohl Rousseau wie Shakespeare und Bon Anna Blos, M. d. N. V. Karoline Dante im Original las. Sie bemühte sich, alle neuen Werke der deutscher Literatur kennenzulernen und suchte wie Herkules" die Echwierigkeiten in ihren Studien zu überwinden. Eine ihr Die vielfach reizende, die vielfach geschmähte„ Karoline", wie sie ebenbürtige Gefährtin war Therese Schne, aber auch von Kindesschlechtweg genannt wird als eine der hervorragenden Gestalten der Romantik. Und doch stand sie auch als echtes Kind der Romantik jest auf dem Boden der Wirklichkeit, lebte so ganz ein Frauenleben. Solche Frauen bahnten die Wege für die Frauenbewegung des neunzehnten Jahrhunderts. Karoline gehörte dem Wejen nach diesem Jahrhundert schen an, wenn auch der beinen an ihre Rivalin, die dazu beigetragen hat, daß das Urteil über Karoline oft schärfer war als sie es verdiente. Klug, jung, schön und außerordentlich temperamentvoll wie Karoline war, ist es fein Wunder, daß fie manch ergernis erregte, und daß sich der Klatsch, der in solch fleinen Universitätsstädten nicht minder als anderswo gedeiht, mehr mit ihr beschäftigte, als ihr vorteil 228 Die Gleichheit lichen Beamtinnen der Post- und Telegraphenverwaltung benach. teiligt wurden, ist bei dem Beschluß leider übersehen worden. Dieser Schaden muß bei der neuen Durchberatung forrigiert werden. Es liegt auch bereits ein Antrag des Verbandes der Reichspost- und Telegraphenbeamtinnen vor. Hierbei gestatte ich mir noch bescheiden zu erwähnen, daß der Verband sich( vielleicht nicht nur bei uns) bedankt hat für die Bemühungen, die Wünsche ber Beamtinnen erfolgreich vertreten zu haben. Das läßt doch nicht darauf schließen, daß die Besoldungsreform gar zu schlecht ist, auch vom Standpunkt der Frauen aus gesehen. Hand in Hand mit der Besoldungs- geht noch die Personal reform. Der angenommene Antrag der Mehrheitsparteien Tautet: ,, Die Nationalversammlung ist damit einver. standen, daß nach Inkrafttreten des Besoldunggefeges die aus einer geplanten Personal= reform sich ergebenden Stellenumwandlungen - unbeschadet der späteren Ausführung im Haushaltsplan für 1920 bom Reichs postminister im Einvernehmen mit dem Reichs. minister der Finanzen mit Wirkung vom 1. April 1920 alsbald durchgeführt werden." Damit ist die Möglichkeit der Durchführung der Personalreform gegeben. Der Postminister erklärt dazu unter: Weiblicher Beamtendienst: Ueberführung der vorhandenen planmäßigen Bost- und Telegraphengehilfinnen, die am 1. April 1920 mindestens zwei Jahre angestellt sein werden( also einschließlich der am 1. April 1918 planmäßig angestellten), in Betriebsassistentenstellen( ohne Ablegung einer Prüfung). Späterer Prüfung des fachlichen Bedürfnisses bleibt es vorbehalten, inwieweit folche Stellen als fünftig wegfallend zu bezeichnen und in Gehilfinnenstellen( Besoldungsgruppe III) umzuwandeln sein werden. Die nach dem 1. April 1918 angestellten Post- und Telegraphengehilfen und gehilfinnen bei Bostämtern III, die Ende März 1920 eine mindestens 6jährige anstellungsberechtigende Dienstzeit zurüdgelegt haben werden, rüden nach Maßgabe frei werdender Stellen ohne Ablegung einer Prü fung in Betriebsassistentenstellen ein. Vor Ueber fragung einer Betriebsassistentenstelle an eine planmäßige Ge= haft war. Karoline schreibt selbst einmal, sie hätte ihren guten Nuf verloren, aber sie vermöchte sich mit ihrem munteren Temperament darüber hinwegzusehen. Schwerer nahm sie e³, baß sie so wenig Liebe und Verständnis in ihrer Familie fand. Dazu kam eine unglückliche Neigung, und als ihr gerade in dieser Zeit ein Freund ihres Bruders einen Heiratsantrag machte, griff fie zu. Sie wollte fort von Göttingen, hinaus aus dem enigen Familien- und Bekanntenkreis, aber das fleine Klausthal im Harz, wo ihr Gatte, Dr. Böhmer, ihr eine Heimat bot, war auch nicht der Ort, wo sie mit ihren reichen Gaben, ihrem Wissensdrang, ihren vielseitigen Interessen, sich heimisch fühlen konnte. Voller Humor schildert sie in ihren Briefen die Schlafmüßen der Gesellschaft, in die ihr Gatte sie einführte, deren Spirits feinen Spiritus haben und die Unmöglichkeit, sich in die dortige Form hineinzugießen. Zwischen den ernsten, graden, schwarzen Tannen des Harzes suchte sie sich heiter zu erhalten, las und las, Romane, Memoiren, Weltgeschichte, verschollene Philosophie. Wie ein Rotschrei geht der Wunsch nach Büchern durch all ihre Briefe. ..Ich bitte Dich um Brot und Du gibst mir einen Stein", schreibt fie ihrer Schwester, als diese ihr statt Bücher Uhrbänder schickt. Weit aller ihr eigenen Zärtlichkeit überschüttete sie ihren Gatten, der wohl ein rechtlicher braver Mann war, aber feineswegs die Idealgejialt, die sie aus ihm machen wollte. Da aber Karoline ohne Liebe nicht sein konnte, so überschüttete sie mit allem Ueberfluß ihres Herzens die Kinder, denen sie das Leben schenkte. Nur eines, die kleine Auguste blieb am Leben, dies seltsame Geschöpf, das nach Ricarda Huch( Blütezeit der Romantik), unschön zuerst, aber dann von immer zunehmendem Liebreiz, wie es bei den Menschen der Fall ist, an deren Geist Echönheit, der sich entwickelnde Geist großen Anteil hat, altflug, findisch, naiv, früh reif, wissensburstig und vergnügungsfüchtig, ein staunenerregendes Durcheinander, mit demselben weichen Gesicht und der blumen Haften Neigung des Kopfes, wie es der Mutter eigen war". Karoline war ihr eine vorzügliche Mutter. Sie war aber auch Nr. 28 hilfin wird festgestellt, ob sie ben höheren Anforderungen dieses Dienstes gewachsen ist. Bei diesen nicht abzuleugnenden tatsächlichen Erfolgen für die weiblichen Beainten fommt mir unwillkürlich der Gedante des Vergleichs mit den in Industrie, Handel und Gewerbe beschäf tigten Frauen. Sie haben nach den Bestimmungen des Demobilmachungsgesehes gar kein verbrieftes Recht auf Arbeit. Sind diese Bestimmungen, nach sozialen Gesichtspunkten gesehen, auch zu verstehen, so haben wir uns doch nur ganz schweren Herzens mit ihnen abgefunden, weil wir schon wußten, was sich in der Praxis auch bestätigt hat, daß die Auslegung dieser Bestimmungen ganz hart sein kann. Das große Heer der auf Arbeit angewiefenen Frauen ist fortwährend davon bedrängt und kommt aus der wirtschaftlichen Notlage und Unsicherheit nicht heraus. Dabei sind die faufmännisch und gewerblich tätigen Frauen und Mädchen viel duldfamer gegen ihre Arbeitskolleginnen. In einer anderen Berufsversammlung wäre eine Entschließung, wie fie jüngst auf dem Bundestag des Verbandes der Post- und Telegraphenbeamtinnen gefaßt wurde, nicht möglich gewesen. Wir lesen darin: Das Wesen des Beamtentums bedingt, int Gegenfas zu den freien Berufen, die Unterordnung der vollen Persönlich feit unter Gejeb und Gitte, die in der unehelichen Mutterschaft grundsäglich einen Makel fieht." Man vergleiche: Die Beamtinnen verlangen von allen Volksvertrelern, boxnehmlich von aus den proletarischen Echichten der Bevölkerung stammenden Sozialdemokraten die bedingungslose Vertretung der vollkommensten Gleichberechtigung, sie selber aber lassen sich gegebenenfalls durch die Gesetzgebung erst den Ausflug modernerer und wahrhaft fitflicher Anschauungen aufzwingen, anstatt sich hier selber als moderne Menschen und als mit ihren Geschlechtzgenofsinnen fühlende Frauen zu erweisen. Wir geben den Be amtinnen, die sich moralisch so erhoben dünken, die Versicherung, taß wir nicht nur für die wirtschaftliche, sondern daß wir auch für die bürgerliche und gesellschaftliche Gleichberech tigung von Männern und Frauen fämpfen werden, und daß der Verband der Postbeamtinnen es sich in Zukunft wohl überlegen wird, ob er die Entlassung der zuwiderhandelnden Beamtin soll heißen: der unehelichen Muller) in jedem Fall berlangen soll. Marie Juchach eine sehr pflichtgetreue Hausfrau. Sie mag fein Nadelabstriden. ohne den Eiser und die Aussit, etwas fertig zu bekommen, und greift lieber zu den verzweifeltsten Mitteln, um sich zu beschäftigen, als mit Gleichgültigkeit das Morgenlicht durch die Vorhänge schimmern zu sehen und ohne Satisjaftion fich niederzulegen. Was in jener Zeit in ihr vorging, zeigen die vielen Briefe an ihre Freundin Luise Gotter, geb. Fliehr, in Gotha. Sie zeichnete sich mehr durch ihr tieses Gemüt als durch scharfen Geist aus. Etets war sie bereit, Karoline zu trösten und ihr eine Heimat zu bieten, wenn ihr Lebensschiff, wie so oft, an einer Klippe zu scheitern droht. Wie tief drückten sich Karolines Gefühle für diese Freundin aus in den Worten:„ Es ist so jük, geliebt zu werden, und fein Herz fühlt das mehr, feins ist danfbarer und gibt so Liebe für Liebe wie das meinige." Es Borahnend sah Karoline den Augenblic voraus, wo sie Klausthal berlassen sollte:„ Du wirst schütteln den Staub von deinen Füßen und doch mit leichtem Herzen die Höhe hinter die sehen." Echon nach vierjähriger Ehe starb Dr. Böhmer und Karoline verließ den 3winger" Stlausthal, um sich in das Gefängnis von Göttingen zurückzubegeben, über dessen Enge sie sich zunächst täuschte. ist so hell um mich geworden, als menn ich zum ersten Male lebte, wie der Kranke, der ins Leben zurückfehrt, und eine Kraft nach der anderen erlangt und neue Frühlingsluft atmet und in nie empfundenem Bewußtsein schwelgt." Ihr liebebedürftiges Herz fand einen Freund in Professor Meyer- Bramstedt, der sich ihre unermüdliche Liebenswürdigkeit und Güte gern gefallen ließ, aber als schwächlicher Egoist wohl fürchtete, durch sie ein Stückchen seiner Bürde und Bequemlichkeit zu verlieren. Aus einem Briefe an ihn stammt Karolines stolzes Wort über die Armut.„ Wir sind stolze Bettler, lieber Meyer, und ich kenne noch einige der Art. Lassen Sie uns lieber einmal eine Bande zusammen machen, einen geheimen Orden, der die Ordnung der Dinge umkehrt, und wie die Illuminaten die Klugen an die Stelle der Toren sehen Nr. 28 Die Gleichheit Auswärtige Politik der bürgerlichen Frauenbewegung Das Zentralblatt des Bundes Deutscher Frauenvereine„ Die Frauenfrage" veröffentlicht in ihrer Nummer vom 15. Juni 1920 die Mitteilung, daß der Bund deutscher Frauenvereine die Einladung des Internationalen Frauenbundes, dessen Mitglied er ift, zur Generalversammlung nach Christiania abgelehnt habe, aber beabsichtige, Mitglied des Bundes zu bleiben. An den Tagungen will er erst wieder teilnehmen, wenn Deutschland Mitglied des Wölferbundes ist. Begründet wird diese Ablehnung damit, daß es für jeden Nationalgesinnten schwer erträglich sei, schon jetzt mit den Angehörigen von Ländern, die, nachdem die Waffen geftredt sind, bewußt auf den Untergang und die Zerreißung unjerer Bolfsgemeinschaft hingearbeitet haben und vor allem noch jetzt hinarbeiten, wieder zu friedlicher Arbeit zusammenzukommen, zumal sich die Regierungen dieser Länder ein Richteramt über Deutsche anmaßen, und um ihr eigenes Bergehen zu entschuldigen, uns Deutsche nach wie vor als die allein an dem furchtbaren Weltfrieg Schuldigen brandmarken". Ein Schrift stück aus Italien soll eine besondere Warnung gewesen sein. Danach soll der italienische Frauenbund die Bildung eines Ausschusses zur näheren Verbindung des Frauenbundes mit der Liga für Wölferbund beantragt haben, der nur aus Delegierten der dem Bölferbund angeschlossenen Länder zusammengejezt sein soll. Der talienische Antrag ist nicht ganz verständlich zitiert. Liga für Wölferbund" heißen die in einer Reihe von Ländern bestehenden Organisationen( Vereine), die den Völkerbundgedanken verbreiten wollen. Die Völferbundmitgliedschaften find international aujammengeschlossen und haben demnächst eine Tagung in Rom. Es ist aber anzunehmen, daß der italienische Antrag nicht die ..Liga für Völkerbund", sondern den Völferbund selbst, Societä delle nazioni, League of nations, wie er auf italienisch und englisch heißt, meint, und danach hätte der italienische Antrag doch eine gewiffe technische Berechtigung; denn ein Ausschuß, der mit einem Organ des Vöfferbundes verhandeln und das schon oft geforderte Frauenbureau durchsehen soll, hat, so sagen sich vielleicht die italienischen Frauen, mehr Einfluß, wenn er nur aus Delegierten der Mitgliedstaaten zusammengefekt ist. Und das gilt auch im gleichen Umfang für die Tagung der Zigen in Rom. Nach der ganzen Stimmung des italienischen Bolles haben wir gar leine Beredytigung anzunehmen, daß gerade die italienischen Frauen die Deutschen auch im Frauenweltbund als Volf min wollten, so möchten denn die Reichen abtreten und die Armen die Welt regieren." Zu der Zeit machte sie auch die Bekanntschaft des jungen Wilhelm Schlegel, der im Umgang mit Bürger, dem einsamen vergessenen Greise, jeine ersten dichterischen Studien machte. Er legie der Liebreizenden sein schwärmerisches junges Herz zu Füßen, aber Karoline, die ihm ja an Jahren überlegen war, hatte kein Verständnis für den nervösen sensitiven Romantiker. Mit allem Uebermut ihrer starken, das Höchste begehrenden Persönlichfeit wies sie damals den jungen Echöngeist ab, der später ihr Gatte werden sollte. Ihr Hauptintereffe galt der Erziehung ihrer Kinder. Sie be. trachtete sie als ein ihr anvertrautes Gut, dem fie ihre eigenen Reigungen nachstellen mußte. Im Gegensatz zu so vielen Eltern, die die Erziehung als eine Art Abrichtung nach ihrem Willen betrachteten, faite Staroline die Aufgaben der Erziehung in weit höherem Sinne auf:„ Erziehung ist noch meinem Begriff nicht Abrichtung. Das ist ein Zwed, den ich durch Strenge allenthalben erhielt, es ist die Entwicklung der angeborenen Anlage durch die Umstände." Erziehung ist ihr eine Kunst, die eigentlich keine Kunst ist, sondern nur eine gewiffe Untätigkeit, welche höchstens bor bösen Gewohnheiten zu bewahren und die ersten entscheidenden Eindrücke zu lenken sucht." Bald hatte Karoline nur noch ihre eine Tochter Auguste zu erziehen. Die jüngere starb und Karoline entschloß sich zur lebersiedlung nach Mainz. Es trieb fie, der Bewegung der französischen Revolution näher zu sein, deren erste Stunde sie im Gegensak zu vielen Frauen nicht mit Entsehen erfüllte. Sie schrieb vielmehr begeistert:„ Die heutigen Zeitungen enthalten so große, unerhört prächtige Dinge, daß ich von ihrer Leftüre heiß geworden bin." In Mainz lebte Karolines Jugendfreundin Therese Forster, auch Mainz hatte sich der jungen französischen Republik angeschlossen. zu dem jungen Wilhelm v. Humboldt gelöst hatte, den Ralureine Göttinger Profefforentochter, die, nachdem sie die Beziehungen 229 beren Rechts behandeln wollen", wie es in der Ablehnungsbegründung heißt. Und dann hätte man ja in Chriftiania eine Alenderung dieses Antrags vielleicht erzielen fönnen, was so unmöglich ift. Der Antrag soll zu bedenken gegeben haben, welchen Si tuationen unsere Delegierten dadurch möglicherweise in Christiania ausgefeht wären". Bom engeren Vorstand stimmten daher nur awei Mitglieder für die Reise und von 45 Mitgliedsverbänden 33 dagegen. Der Brief, der die Mitteilung der Ablehnung einer Beschickung des Kongresses enthält, wird leider nicht wiedergegeben. Wir halten den Beschluß, den hier die bürgerlichen Frauen ge faßt haben, für vollkommen verfehlt. Das deutsche Volt leidet schwer und ist, so traurig das auch ist, auf den Beistand der Boliskreise des Auslandes angewiesen, die die Notwendigkeit der Solidarität der Bölfer im jeßigen Augenblide einsehen oder sich gefühlsmäßig zu ihr bekennen. Sie zu stärfen muß das Biel unserer Politik sein. In erster Linie hoffen wir dabei auf die Frauen des Auslandes, die unbeteiligt Leidende bei dem Völkerringen gewesen sind, wie wir deutschen Frauen, und die uns schon manchen Beweis erbracht haben, daß sie jetzt den Frieden wollen und daß sie unsere Nöte verstehen. Erst jüngst haben englische Frauen gegen die schwarze Besakung am Rhein protestiert und haben Schweizerinnen auf dem Genfer Frauenstimm rechistongreß auf eine Versöhnung zwischen Deutschen und Fran zöjinnen hingearbeitet. Der Internationale Kongreß der arbeitenden Frauen hat den Mittelmächten einen Präsidentensit in seinem Bureau angeboten. Gerade die bürgerliche Frauenbewegung betont immer wieder die besondere Aufgabe, die die Frau in der Politik hat. Stann es in der internationalen Politik eine andere wichtigere Frauenaufgabe geben als die, für Volksversöhnung und Frieden zu arbeiten bei aller Liebe zum Baberland und troß inniger Bekenntnisse zur eigenen Bolfsgemeinschaft, ja gerade deshalb? ( Fortschung folgt) Lehren aus dem Wahlkampf 1920 Die Pommeriche Tagespost" schrieb am 9. Mai in ihrer politischen Wochenschau:„ Das deutsche Volk muß sich selbst zurüdfinden, es muß sich an die Zeiten seiner Geschichte, an die führenden Geister erinnern, durch die es groß wurde." Denken wir nur wenige Jahre zurück, denken wir an die große führende Persönlichkeit Wilhelms II., der es fertig gebracht forscher Georg Forster heiratete. Der Gegensatz zwischen den Freundinnen war groß. Jn Karoline alles Harmonie, Güte. In Therese alles Unflarheit, Unglücksjucht, Bitterfeit. Aber was Karoline ersehnt: Handlung, Leben, das bot ihr der Aufenthalt in Mainz, im Forsterschen Haus. Darum schlug die„ gottlose Kleine Frau, die folette junge Witwe" den Heiratsantrag des Konfiftorialrats Löffler aus Gotha aus, durch den fie mit einem Schlag in eine gesicherte Existenz gekommen wäre. Willst du gebunden sein und gemächlich leben und im weltlichen Ansehen stehen bis zum Ende deiner Tage- oder frei, müßtest du es auch mit Sorgen erfaufen?" So fragte sie sich und auf die Vorwürfe ihrer Freunde wegen ihrer Unbesonnenheit antwortete fie faunig:„ Ich hoffe, in meinem achtzigsten Jahre noch welche zu begehen, wenn ich nicht so glücklich bin, vor dem vierzigsten au ( ortfebung folgt) sterben." Auf der Rheinwiefe Von Charlotte Buchow Wie treibt die Zeit- ein leichter Kahn Auf meines Lebens Strom dahin, Wenn ich auf weitem, grünem Plan Eins mit der Mutter Erde bin. Innig mit dem All verwoben Durch des Atems fanften Zug, Sind die blauen Räume droben Mir ein aufgefchlagen Buch. Menichen Uhr Zeit tröpfelt leile In mein raumgelöftes Leben, In der Sphären ew'ge Kreile Bin ich zeitlos hingegeben. 230 Die Gleich beit hat, sein Vaterland in ein so namenloses Elend zu stürzen. Der den Geist besaß, von Heldentalen zu reden, der von seinen Solbaten Heldentaten verlangte, und der in der Stunde der größten Gefahr sein Vaterland verließ? In allen deutschnationalen Verfammlungen hörten wir den Ruf:„ Wir brauchen die Monarchie, vir brauchen militärische Gewalt." Ind selisam, aur selben Beit, wo man nach einem Zurüd" schreit, verteilt man eine deutschnationale Flugschrift mit der Ueberschrift: Vorwärts zu den Wahlen 1920", in der wörtlich zu lesen stand: Lassen wir Bergangenes vergangen sein. Wer jetzt nichts Besseres fann, als über Schulfragen nachgrübeln, der ist ein schlechter Führer in die Zukunft." Auf der zweiten Seite steht:„ Wir brauchen die Monarchie." Und auf den übrigen Seiten ist die Sündenarbeit der Koalitionsregierung aufgezählt. Darüber sollte jede Fran einmal nachdenken. Die Deutschnationalen verlangen auch von thren Standesgenossen, den Großgrundbesitzern, daß sie 1000 Mt. zum Wahlfonds abliefern und die Steuern mit Zuschlägen für das Jahr 1919. In der Aufforderung lesen wir, daß die Deutschnationalen von ihren Gesinnungsgenoffen nur Geld fordern, in Maminern aber lesen wir: Blut ist bis jetzt noch nicht nötig." Frauen, denkt darüber nach. Empören muß es uns, daß man nach so vielem Blutbergießen noch im eigenen Bande Blut fordert. Wir wollen unser Vaterland aufbauen, wir wollen für die Zukunft unserer Kinder arbeiten, uns gilt das Wort: Borwärts!" Gertrud Graf. Wohlfahrtspflege Arbeiterwohlfahrt. Von Johanna Heymann IV. Aufgaben des Hauptausschusses und der Unterausschüsse für Arbeitertoohlfahrt Hat der Hauptausschuß fich mit den Fragen der Wohlfahrtspflege in mehr theoretischer Weise zu beschäftigen, so ist es die Aufgabe der Bezirke und der Ortsausschüsse, praktische Wohlfahrtspflege zu treiben. Beides steht in engem Zusammenhang und fann nur als Gemeinschaftsarbeit getrieben werden, deshalb muß das Band zwischen dem Hauptausschusse und den Unterausschüssen ein sehr festes sein, denn viel Material, viele Anregungen, Mitteilungen und Berichte müssen hin und her laufen. Dabei wird dieses Band, der Parteiorganisation entsprechend, über die Bezirke gehen. Die vom Hauptausschuß herausgegebenen Richtlinien weisen auch den Bezirkse und Ortsausschüssen die Richtung für ihre Arbeit, fie lassen aber den Unierausschüssen für Arbeiterwohlfahrt freien Spielraum für ihre Entwicklung, die sich nach den örtlichen und provinziellen Verhältnissen richten muß. Wie der Hauptausschuß in freundschaftlicher Zusammenarbeit mit den Zentralen anderer großer Wohlfahrtsorganisationen steht, so ist es auch für die Einzelausschüsse nötig, diese Zusammenarbeit zu suchen und zu fördern. Die örtlichen Wohlfahrtsausschüsse geben bazu Gelegenheit und es ist immer wieder darauf hinzuwirken, daß unsere Organisationen in diesen Ausschüssen vertreten sind. Es ist, wie wir freudig feststellen fönnen, schon eine reiche Fülle von Arbeit durch die Einzelausschüsse für Arbeiterwohlfahrt geleistet worden. In der Hauptsache erstreckt sich diese Arbeit auf das Gebiet der Jugend- und Kinderfürsorge. Aber auch die anderen großen Aufgaben der Wohlfahrtepflege, Kriegsbeschädigten und Hinterbliebenenfürsorge, Armenpflege, Wöchnerinnenfürsorge und viele andere find den rührigen Genoffinnen und Genossen fängst fein Neuland mehr. Sier immer mehr und überall auch da, wo es bisher noch nicht geschehen ist, mitzuwirken, wird Aufgabe der örtlichen Ausschüsse für Arbeiterwohlfahrt sein. Es ist Heute nicht mehr so scheer als früher, diese Mitwirfung in weitem Umfange durchzusehen. Haben doch unsere Genojjinnen während des Krieges und nach dem Krieg in zahlreichen Gemeinden des ganzen Reichs belviesen, daß sie bereit und fähig sind, hier mitzuarbeiten. Wir werden in den folgenden Abschnitten eine Reihe von Berichten bringen, die uns aus den einzelnen Ortsausschüssen zugegangen sind, und wir sprechen dabei die Hoffnung aus, daß diese Berichte immer zahlreider hier einlaufen, und daß sie anregend auf die Bildung neuer Ortsnusschüsse für Arbeiterwohlfahrt wirken. Kommunalisierung der Kinderfürsorge und Einrichtung von Elternbeiräten bei der Fürsorge waren die beiden wichtigsten Fragen, die die am 13. und 14. Mai 1920 in Weimar lagende 5. Mitgliederversammlung des Verbandes Deutscher Kinderhorte beschäftigte. Allen Verkehrs- und Streifhindernissen zum Trotz Nr. 28 hatte sich eine ansehnliche Zahl berufener Vertreter der Schu! tinderfürsorge in Weimar zusammengefunden. Der als erster Punkt der Tagesordnung erstattete Tätigkeitsbericht zeigte die verwickelten Probleme, denen jede Fürsorgearbeit m der heutigen Zeit innerlich und äußerlich gegenübersteht: die gesundheitliche Gefährdung und sittliche Bedrohung der Jugend, die Schwierigkeiten der Bewirtschaftung jeder Anstalt, das Ver jagen der privaten Silfe, vor allem die Ge. fahren einer unüberlegten oder schematisch en Rommunalisierung, deren Durchführung in vielen Fällen einen schnellen Tod der Fürsorge bedeuten würde. Der erste Referent Dr. Ollendorf- Breslau( zurzeit Berlin, Deutsche Zentrale für Jugendfürsorge) beleuchtete die Probleme der Organisation in der Jektzeit. Auf der einen Seite das Drängen breiter Volfeschichten nach einem Whitbestimmungsrecht in der Fürsorge, auf der anderen Seite das Vergrämtsein der Kreise, die bisher fast ausschließlich alle Arbeit geleistet haben. Er Tam zu dem Schluß, daß es remem Wohlwollen gelingen müffe, die im Augenblick fast unüberbrüdbaren Gegensäte wieder zu ge meinsamer Arbeit zu bereinigen. In der Aussprache wurde insbesondere die Frage der Kommunalisierung der Fürsorge aufgegriffen, für die sich einige eifrige Berfechter fanden, gegen die aber auch schwere Bedenken geltend gemacht wurden. Nach lebhaftem Meinungsaustausch wurde fast einstimmig folgende Entschließung angenommen: Die Fortführung und der Ausbau der Wohlfahrtspflege für Schulkinder erscheint unter den gegenwärtigen Verhältnissen notwendiger als je. Um ihre Planmäßigfelt zu gewährleisten, ift, wie auf dem Gesamtgebiet der Kinderwohlfahrtspflege überhaupt, eine Neuordnung erforderlich, bei der sich alle für die Arbeit in Frage kommenden Kreise der öffentlichen und der privaten fonfessionellen und interfonfessionellen Jugendwohlfahrt mit den beteiligten Bevölkerungsgruppen zu gemeinsamer Arbeit zusammenschließen müssen. Bei der Ausgestaltung der Crganisation tritt der Verband Deutscher Kinderhorte für ein gemischtes System ein, bei dem die Nachteile einseitiger Kommunalisierung oder einseitiger privater Wohlfahrtsarbeit bermieden, die Vorteile beider Arbeitsformen miteinander vereinigt und so alle vorhandenen lebendigen Kräfte für die Arbeit wirksam gemacht werden. Aus dem Borirag in der Nachmittagsjibung, den Frl. AlbersDüsseldorf hielt, gab die Frage der Elternbeiräte besonderen Stoff zur Aussprache. Die Versammlung einigte fich dahin, daß dem Wunsche einer gewiffen Demokratisierung der Fürsorgeverwaltung Rechnung getragen werden müsse, und daß das geschehen fönne durch usgestaltung der bestehenden Elternabende, durch Buziehung der Eltern zu besonderen Ausschüssen und auch durch Aufforderung an die Elternbeiräte der Schulen, Bertreter in die Vorstände der Vereine für Schulkinderfürsorge zu senden. In seinem Abendvortrag forderte Dr. Fels( Lennep) in erster Linie, daß die gesundheitliche Fürsorge an die Spize aller Arbeit gestellt würde. Alle Erziehungsarbeit wäre verloren, wenn nicht ganz anders für die Gesundheit der heranwachsenden Jugend gesorgt würde. Vor allem verlangt er Unterstübung der schul ärztlichen Arbeit durch geeignete Fürsorge. In der Aussprache ergab sich auch eine lebhafte Teilnahme der Bersammlung für die Besoldungsfragen der angestellten Schulpflegerinnen, JugendTeiterinnen und Hortnerinnen, die zur einstimmigen Annahme folgender Resolutten führte: Die in Weimar am 14. Mai 1920 tagende Mitgliedervers sammlung des Verbandes Deutscher Kinderhorte betrachtet die Rotlage, in der sich die beruflich in der privaten Echullinderpflegearbeit Etehenden heute größtenteils befinden, als einen der schwersten Mißstände für die Jugendwohlfahrt. Sie hält überall da, wo die Vereine nicht in der Lage sind, mit eigenen Mitteln zu helfen, eine entsprechende Unterstüßung aus fou munalen eventi. aus staatlichen Mitteln an die Vereine zur Gewährung von ausreichenden Teuerungszulagen für unerläßlich und unaufschiebbar. In den Vorstands- und Ausschußsitungen famen noch zur Er örterung die Fragen der Mittelstandshorte bzw. der Horte für Kinder in höheren Schulen, der Beteiligung der Hortvereine bei der Filmzensur, der provinziellen und bundesstaatlichen Organis fation der Schultinderfürsorge im Hinblid auf das fommende Jugendwohlfahrtsgesetz, der Quäferspeisung, der Verteilung sons stiger Liebesgaben, der Wirkungen der Hungerblodade, der Not wendigkeit eines Flugblattes über die gesundheitsfürsorgerischen Ausgaben der Kinderhortfürsorge. 9r. 28 Die Gleich beit 231 Zu diesem Bericht werden uns von sachverständiger Seite foi Hortarbeit kommt. Die Zahl der Hilfsbedürftigen Kinder ist durch gende Bemerkungen gemacht: E3 muß außerordentlich bedauert werden, daß der Verband deutscher Kinderhorte, der sich zum Ziel seiner Arbeit die Förderung der Schulkinderwohlfahrt gesezt hat, nicht besser das Wesentliche für eine wirksame und der Zeit entsprechende Gestaltung der Schulkinderpflege betont hat: das Verlangen nach Uebertragung der Verantwortlichkeit für das Vorhandensein ausreichender Einrichtungen auf behördliche Stellen ist nicht ausgesprochen worden und doch bietet einzig dies Verfahren einige Sicherheit dafür, daß Systematisch an den Ausbau bzw. an die Neubildung von Horten und anderen schulpfleglichen Einrichtungen herangegangen wird. Daß eine sorgfältigere Pflege auch des Schullindes heute notwendiger als je ist, darüber ist wohl kein Wort zu verlieren. Herr Dr. Ollendorf zeichnet in seinen Ausführungen auf der einen Seite das Drängen breiter Voltsschichten nach einem Mitbestimmungsrecht in der Fürsorge, auf der anderen Seite das Vergrämtsein der Kreise, die bisher fast ausschließlich alle Arbeit geleistet haben". Daraus wäre folgerichtig der Schluß zu ziehen, daß nur eine Zusammenfassung aller vorhandenen brauchbaren Kräfte durch eine außerhalb beider liegende behördliche Stelle bie Lösung sein kann. Aber auch wenn man von diesen praktischen Erwägungen absieht, muß es wundernehmen, daß der Verband der Kinderhorte nicht aus Gründen, die in der Arbeit selber liegen, zu bem Verlangen nach behördlicher Berantwortlichkeit für die Kaffee Täglich frisch. Aus eigenen elektr. Röstereien! 14 Pfd. 6,- Mk. 143 Filialen in Groß- Berlin Butterh. Loreley die Form des herrschenden Wirtschafts- und Siedelungswesens sehr groß, die vorhandenen Hilfseinrichtungen waren nahezu ganz der Initiative privater und fonfeffioneller Bereine mit beschränkten Möglichkeiten und Mitteln überlassen. Daraus entstand und entsteht die Not der unversorgten Kinder und die Unzulänglichkeit vieler Einrichtungen. Ebenso folgt daraus die fast stets unausfömmliche Bezahlung der Hortarbeiterinnen. Abhilfe für diese nahezu unerträglich gewordenen Zustände fann nur herbeigeführt werden durch Eintreten öffentlicher Körperschaften. Jeder Hortverein, dem das Wohl seiner Pfleglinge und feiner Angestellten am Herzen liegt, müßte ein solches öffentliches Gintreten be grüßen. Vermöchte er diese Objektivität seiner Arbeit gegenüber zu gewinnen, so würde damit die Borbedingung zu einem für alle Beteiligten gedeihlichen Zusammenarbeiten gegeben sein. Möchte es die neugewählte Borsitzende des Verbandes, Frl. Anna v. Gierfe, verstehen, den Verband der Kinderhorte in der bezeichneten Rich tung, die allein eine gesunde Arbeitsgrundlage sverbürgen kann, zu führen. Im übrigen werden ausschlaggebend werden für die fünftige Gestaltung der Schulkinderwohlfahrt die Beschlüsse der Reichsschulkonferenz, bie am 11. d. M. ihren Anfang nimmt und das in Vorbereitung befindliche Reichsjugendwohlfahrtsgesetz. Verantwortlich für die Redaktion: Frau Klara Bohm- Schuch. Druck: Vorwärts Buchdruckeret. Berlag: Buchhandlung Vorwärts Paul Ginger G. m. b. S. fämtlich in Berlin SW 68, Lindenstraße 3 Butter Hülsenfrüchte Vereinte Weiße Bohnen Pfd. 1,75 Mk. Centralbetrieb Schlesischest. 28 Braune 17 TT 5 Acker 2,50 2, 11 " 77 71 Firmen Ernst Ladewig Otto Reichelt Frauen Die von der fr.Oberhebamme an der geburtshilflich, Klinik der Charité, Berlin, Frau Anna Hein, tausendf. erprobten Menstrual- Tropfen dürfen keiner Frau fehlen, Flasche M.22, PulverM.10, Versand diskret p.Nachn.von Frau AnnaHein G.m. S.H. 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