Nr. 36 30. Jahrgang Die Gleichheit Zeitschrift für die Frauen der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands Mit den Beilagen: Für unsere Kinder. Die Frau und ihr Haus Die Gleichheit erscheint wöchentlich Preis: Viertelfährlich 3,60 Mark Inserate: Die 5 gespaltene Nonpareillezelle 1,50 Mart, bet Wiederholungen Rabatt Berlin 4. September 1920 Zuschriften sind zu richten an die Redaktion der Gleichheit, Berlin SW 68, Lindenstraße 3 Fernsprecher: Amt Morigplag 147 40 Expedition: Berlin SW 68, Lindenstraße 3 Parteitag und Frauenkonferenz Auf Grund des Organisationsstatuts der Partei beruft zu schreiben. Nur eine Seite des Papiers darf beschrieben der Parteivorstand den nächsten Parteitag auf Sonntag, den 10. Oktober, nachmittags 6 Uhr, nach Kaffel( Stadthalle") ein. Als vorläufige Tagesordnung ist festgesezt: 1. Bericht des Parteivorstandes: a) Allgemeine Lage. Referent: We I 3. b) Organisation und Kasse. Referent: Bartels. 2. Bericht der Kontrollkommission. Referent: Brühne. 3. Bericht der Reichstagsfraktion.( Der Berichterstatter ist noch nicht bestimmt.) 4. Bericht vom Internationalen Sozialistenkongreß in Genf. Referent: Meerfeld, Köln. 5. Die Wohnungsfrage. Referenten voraussichtlich Paul Sirsch und Engler Freiburg. 6. Das Parteiprogramm. Referent: Dr. Adolf Braun. 7. Anträge. 8. Wahl des Parteivorstandes, der Kontrollkommission und des Ortes, an dem der nächste Parteitag stattfinden soll. Parteigenossen! Wir fordern Euch auf, die Vorarbeiten für den Parteitag, besonders die Wahlen der Delegierten und die Stellung von Anträgen, rechtzeitig zu bewirken. Die Anträge der Parteiorganisationen müssen spätestens am 17. September im Besize des Parteivorstandes sein, wenn fie nach den Bestimmungen des Organisationsstatuts veröffentlicht werden und in der gedruckten Vorlage Aufnahme finden sollen. Die an den Parteivorstand einzureichenden Anträge sind, jeder für sich, auf ein besonderes Blatt Papier Der wirtschaftliche Aufstieg der Tertilarbeiterinnen Von Martha Hoppe werden. Den Anträgen beigegebene Begründungen können nicht veröffentlicht werden. Am 9. Oktober, vormittags 10 Uhr, findet in Kassel („ Stadthalle") eine Reichsfrauenkonferenz statt. Vorläufige Tagesordnung: 1. Die politische und organisatorische Wirksamkeit der Frauen in der Partei. Referentinnen: Genoffinnen PfüIf und NöHI. 2. Wohlfahrtspflege und Jugendwohlfahrt. Referenten: Genoffin BIo 8 und Genoffe Caspari. Bur Teilnahme berechtigt sind aus jedem Parteibezirk 1 bis 2 Delegierte; die weiblichen Mitglieder des Parteie tages und die weiblichen Mitglieder des Reichstags. Sofern männliche Genossen von ihrer Bezirksleitung mit Mandat versehen werden, sind sie zur Teilnahme an der Reichsfrauenkonferenz berechtigt. Die Bezirksleitungen werden dringend ersucht, dem Bartek vorstand die Namen der gewählten Delegierten unter ge nauer Adressenangabe möglichst bis zum 25. September mit zuteilen, damit ihnen das Mandat, die Vorlagen und sonstt. gen Mitteilungen zugestellt werden können. Wegen Wohnungsbeschaffung müssen sich die Delegierten beim Lofalfomitee melden. Adresse: J. Struwe, Kassel, Spohrstraße 6. Berlin, den 26. August 1920. Der Parteivorstand. Genossinnen! Nehmt Stellung zur Reichsfrauenkonferenz und forgt für eine gute Beschickung. Männer arbeitete, höhere Löhne gezahlt als vorher. Da Unternehmertum hat es aber auch in dieser Zeit verstanden, die Arbeiterinnen bedeutend niedriger zu entlohnen als den sonst die Arbeit verrichtenden Mann. Und den Arbeiterinnen selbst erschienen die gegenüber ihren früheren Löhnen beträcht lich höheren Lohnsätze anscheinend ausreichend genug, denn es wurde von ihnen selbst zur Erhöhung derselben so gut wie mern gewährte Teuerungszulagen waren BeschwichtigungsDas Tempo des politischen Aufstiegs der arbeitenden Frauen wird nicht zuletzt bestimmt durch ihre Stellung im Birtſchaftsleben. Die fapitalistische Entwicklung der Bor- nichts unternommen. Von Zeit zu Zeit von den Unterneh friegszeit zog, von Jahr zu Jahr deutlicher erkennbar, in mittel, die dazu beitrugen, die Erhöhung der Löhne hintenan prozeß. Die Bahl der weiblichen Arbeiter stieg aber beson zu halten. Die im umgekehrten Verhältnis zu ihrer Beben. bers während des mörderischen Krieges. Während seiner tung für das Wirtschaftsleben stehende Entlohnung der ArDauer mußten an Stelle der eingezogenen Männer Frauen beiterinnen hatte ihren Grund in der mangelhaften Organidas Wirtschaftsleben aufrechterhalten, mußten Frauen, die ſation in den gewerkschaftlichen Berufsverbänden. Da diele Trägerinnen des Lebens, lebenvernichtendes Kriegsgerät her aber die Träger der Forderung allgemeiner Erhöhung der druck. Die Arbeiterin wurde in der Borkriegszeit eingestellt, waren, gewann der Gedanke der gewerkschaftlichen Organisationsprozeß tam jedoch in der Entlohnung nicht zum Aus- der Forderung der Erwerbslosenfürsorge an die Gemeinden weil sie erheblich billiger als der Mann arbeitete. Während tion auch bei bisher rückständigen Arbeiterinnen Boden; die der Kriegszeit wurden ihr nun, da sie meist an Pläzen der Zahlen der weiblichen Mitglieder stiegen allmählich trotz ein 290 ie Gleichheit tretender Krise. Von allen Industrien unseres wirtschaftlich so tief daniederliegenden Vaterlandes hat die Textilindustrie am schwersten gelitten, weil ihr die Rohstoffzufuhr abgeschnitten war. Die vom Deutschen Textilarbeiterverband geforderte und immer weiter ausgebaute Erwerbslosenfürforge an die unverschuldet arbeitslos gewordenen, ist von anderen Verbänden bei auch dort einsetzenden Krisen akzeptiert worden. Die revolutionäre Entwicklung brachte nun die durch den Krieg schon aufgerüttelten Arbeiterinnen in die gewerkschaftlichen Organisationen. Damit war der Boden geschaffen für eine gründliche Umgestaltung der Arbeiterinnenlöhne, die durch den Abschluß kollektiver Tarifverträge im Verhältnis zur Erhöhung der Männerlöhne bedeutender sein mußte, weil die Spannung zwischen Frauen- und Männerlohn ja sehr groß war. Dem gewerkschaftlichen Grundsatz getreu: für gleiche Leistungen beiden Geschlechtern gleiche Löhne zu zah. Ten, haben alle Verbände das Bestreben gezeigt, die Frauen löhne den Männerlöhnen anzupassen. Der Lösung dieser Frage am nächsten gekommen ist wohl der Deutsche Textilarbeiterverband. Standen früher die Arbeiterinnen der Textilindustrie, von wenigen Einzelnen abgesehen, allgemein im Lohn niedriger als die Arbeiterinnen anderer Industrien, so kann man jetzt sagen, sie haben die Löhne der Arbeiterinnen anderer Industrien überholt. Der Bearbeitung dieser Frage lagen eine Anzahl von Tarifen solcher Organisationen zugrunde, die ebenfalls in großer Bahl weibliche Arbeitskräfte in ihren Reihen haben. Ein erschöpfendes Bild der Verschiedenartigkeit der Löhne fann hier nicht gegeben werden. Es soll nur allgemein festgestellt werden, daß hohe Löhne mit hoher Beitragsleistung für die Organisation und fürzerer als der gesetzlichen Höchstarbeitszeit zusammenfallen. In den Tarifen der Textilarbeiter sind die Löhne der Arbeiterinnen nach Altersklassen und Ortsklassen festgesetzt, in Fach- und Hilfsarbeiterinnen unterschieden und nach Branchen geordnet. Dennoch kann man erkennen, daß die Löhne trotz ihrer Unterschiedlichkeit in den einzelnen Bezirken die Löhne der Arbeiterinnen anderer Berufe übersteigen. Die Löhne junger Arbeiterinnen von 14-16 Jahren bewegen sich zwischen 1,25-2,40 Mt. die Stunde; die dazwischen liegenden Klassen der Lohnsäge überspringend, steigen die Löhne für Arbeiterinnen über 20 Jahre bis auf 4,20 m. die Stunde. Demgegenüber bewegen sich die Löhne der Arbeiterinnen anderer Industrien unter Bugrundelegung der gleichen Gruppierungen bei den Metallarbeitern zwischen 1,70-2,40 Mark, Buchbindern 1,20-1,60, Fabritarbeitern 0,75-2,64, Borzellanarbeitern 1,00-1,36, Solzarbeitern 1,00-3,26, Tabatarbeitern 0,70-1,30, Hutmachern 0,75-2,45, Leder arbeitern 1,90, Schuhmachern 0,77-2,05, Bädern und Kon ditoren 0,67-1,31 Mr. Diese Löhne sind Mindeststundenlöhne, zu welchen noch Teuerungs- oder Ortszuschläge hinzu. kommen, wie z. B. bei den Bäckern und Konditoren von 212-25 Pro3., bei den Tabafarbeitern der Rauch- und Schnupftabakbranche 10-25 Proz. Dadurch werden die Stundenlöhne noch erheblich erhöht. ( Fortsetzung folgt) Kleinigkeiten Von Minna Lubiz Nr. 36 Ich spreche hier von Dingen, die, im Augenblick nicht beachtet, im späteren Leben manchmal eine große Wirkung haben. Auch in deinem Hause, liebe Genossin, gibt es folche Kleinigkeiten. Du beachtest sie im Augenblick nicht genügend, brauchst dich also gar nicht zu wundern, wenn die Wirkung nicht ausbleibt. Ich will dir nun einige Kleinigkeiten" aufzählen und ihre Wirkung zeigen. lungen, beim Brotlauf die Marke„ schmul" zu machen. Du Dein Kind kommt glückstrahlend vom Bäcker, es ist ihm gefreust dich mit ihm, bist froh, daß du ein Brot im voraus be kommst, gibst ihm zur Belohnung eine Scheibe Brot mehr. Hast du schon darüber nachgedacht, daß du den Grundstein zum Be trügen in deines Kindes Herz gelegt haft? Hättest du dein Kind mit der Marke zum Bäder zurückgeschickt, dann wußte es, daß du ihm bem Betrügen feinen Nachschub leistet. Bedenke die Folgen: dein Kind wird groß, muß sich in der Welt sein Brot selbst verdienen, es fommt die Versuchung, mal etwas schmut" zu machen, es kann nicht widerstehen, wird dabei abgefaßt und bestraft. Dann will dein Herz vor Kummer brechen, du ermahnst dein Kind, versuchst es auf gute Wege zu bringen. Manchmal glüdt es, oft aber auch nicht. Wäre es nicht besser gewesen, du hättest das Uebel in der Jugend bekämpft? Oder: Deine Nachbarin hat dich besucht: beim Abschied lädst du sie mit recht freundlichen Worten ein, bald wieder zu kommen. Kaum ist sie aber draußen, machst du üble Bemerkungen über fie! Was du in threr Gegenwart an ihr gelobt, kritisierst du nun in allen Farben. Dein Kind hat alles mit angehört. Was soll es von dir denken? Muß es nicht an dir irre werden? Unbewußt wird es später dasselbe tun, denn was die Mutter tut, soll doch recht sein! Du selbst haft deinem Kinde die Heuchelei, die Lüge ins Herz gesenkt. Sei dir und dem Kinde gegenüber wahr! Noch eins: Lobe anderen gegenüber dein Kind nie in deffent Gegenwart. Leicht kann sich in dem fleinen Kinderhirn der Ge dante feftjehen, etwas Besonderes" zu sein. Ist es erwachsen, dann bildet sich schließlich der Dünkel soweit aus, daß es sich bei seinen Mitmenschen unbeliebt macht. Und wie oft find dünkelhafte Leute recht widerwärtige Arbeiter! Buletzt will ich noch über eine Kleinigkeit" mit dir sprechen, die manchmal zu etwas ungeheuerlichem auswächst: das ist der Bant zwischen Eheleuten. Manchmal aus geringfügiger Ursache, manchmal aus schwerwiegenden Gründen entbrennt solch Streit in deinem Hause. Du und dein Mann, ihr framt dann allerlei Dinge ans Tageslicht, die für die Ohren deines Kindes nicht geeignet sind. Trotzdem duldest du, daß dein Kind zuhört. Glaub mir, liebe Genossin, das Kind ist ein feiner Beobachter. 53 wird sich seine Gedanken über euch machen. Laß daher, wenn es in deinem Hause zu einem Kriege" kommt, dein Kind nicht stiller Zuhörer sein. Beeinflusse dein Kind nicht zu deinen Gunsten, indem es mit dem Vater trozen muß. Kinder sind grüblerisch veranlagte Naturen, sie gehen mancher Sache tiefer auf den Grund wie Erwachsene. Darum belaste sein Gehirn nicht mit Dingen, die es zum Grübeln verleiten. So gibt es noch unzählige Kleinigkeiten", aber die wenigen Beispiele werden genügen, dich nachdenklich zu machen und dir zu zeigen, wie leicht eine Mutter an ihren Kindern schuldig werden kann. Bedenke bei solchen Kleinigkeiten" stets die Folgen. Erziehe deme Kinder zu ehrlich denkenden Menschen. Dir ist die Möglichkeit gegeben, fie zu guten Menschen zu machen, Als innerlich Freie sollen sie für alles Gute empfänglich sein, dies sei dir Erziehungsziel. Und hast du diese große und gute Arbeit vollbracht, dann werden dir deine Kinder stets dankbar sein. Vielen erklang ein eifernes Wort im Gehirn, Es fchoß aus der Zeit, es fprang in die Menfchen hinein; Die Itehen Arm an Arm gepreßt, Stirn an Stirn. Und fühlen: die Kraft der Tat kann nur in der Vielheit fein. Das Wort umfpannt fie, formt fie zu einem Leib Taufend Fäufte, fie wachfen in eine Fauft. Vieler Ichwächlicher Tage armfeliger Zeitvertreib Wird zum ftarken Appell, deffen бall die Erde durchbrauft. Bruder auch du? бand faßt freudige Band, Blick glänzt in Blick zu froher, feliger Sicht. Aus dem Staube der dunklen Stunde ins barrende Land, Debt lich die Einheit der vielen, hebt lich das neue Licht Alfons Petzold Der Weg zum Volksstaat Von Carl Diesel ( Fortsetzung) Damit sei ein Gegenstand verlassen, der im großen ganzen doch wohl mit recht zweifelnden Blicken betrachtet werden mag. Aber bleibt es sich denn nicht eigentlich im Grunde böllig gleich, wie es fommt, in welcher Reihenfolge Gegen Stände und Erscheinungen aufeinanderfolgen, wie ihr äußerer Zusammenhang ist und von welcher Art ihr unmittelbares Wirken? Das wesentliche ist und bleibt doch: fie stellen in ihrer Gesamtheit, ihrer inneren Bedingtheit trotz allem und Nr. 36 Die Gleichheit allem einen Fortschritt dar, sie sind immer wieder Brücken, die ständig aufs neue in das Ungewisse der Zukunft geschlagen wurden. Und das eben ist notwendig, daß sich der Mensch durchaus mit dem Gedanken des Fortschritts vertraut mache, daß er sich selber unmittelbar hineinstelle, sich selber nie als Hemmnis und Hindernis empfinde. Bringt er das fertig, so ist damit schon Bedeutendes erreicht, der Mensch als Arbeiter für den Fortschrittsgedanken gewonnen. Und so genügt es mir vollkommen, wenn meine oben wiedergegebenen Ausführungen wenigstens in diesem Sinne aufgefaßt werden: als Mittel zu eigenem Nachdenken, als Anreiz, sich vom Egoismus der drückenden Gegenwart zu befreien und in den Dienst einer vielleicht nahen, eher wohl aber fernen Zukunft zu stellen, die, wenn sie Gegenwart geworden ist, mehr den Menschen gehören wird als unsere Tage. Im weiteren Verlaufe dieser Ausführungen wird die Nede noch einmal auf die oben erwähnte Internationalisierung politischer Ehrlichkeit" kommen. Im Augenblick nur soviel: es ist mir durchaus bewußt, daß wir- Deutsche bei diesem Versuch lediglich die Bahnbrecher sein können. Diese Rolle aber erscheint mir eben als die bedeutender. Die Mittel, die zur Wirkung überleiten, ergeben sich aus den jeweiligen Verhältnissen von selbst; wichtig aber ist ihre kluge Handhabung. Um nur eins zu nennen: das der Suggestion, in legter Beit vielfach erwähnt und vorgeschlagen. Gefühls mäßig verbindet sich mit diesem Begriff eine unangenehine Vorstellung: als sei Seuchelei, unwahrheit dabei. Und doch kann sich ihrer die ehrlichste Regierung bedenkenlos bedienen, wie der ehrliche Kaufmann die Reklame, die ja zu einem großen Teil auch auf Suggestion beruht, benutt. Es sei nur daran erinnert, daß es die deutsche Regierung konsequent unterläßt, die im November 1918 erfolgte Staatsumwälzung auch äußerlich zum Ausdruck zu bringen: warum wird die doch richtige Bezeichnung Deutsche Republik"*) nirgends durchgeführt, ja mit offensichtlicher Absicht vermieden? Wir besitzen ja doch die republikanische Staatsform; trok mancher noch bestehenden Bedenklichkeiten ist sie in ihren Hauptzügen *) Dder eine den bundesstaatlichen Charakter Deutschlands zum Ausdruck bringende Bezeichnung. * Feuilleton Unser Heim Es ist nur klein Und schließt so feft doch in fich ein All unfer junges Glück und Sehnen. Und trägt in fich den starken Keim Zu allem Stolzen, Edlen, Schönen. Es iſt nur klein Und doch voll Sang und Sonnenschein Unfer бeim. Die Lichter * Aus dem Russischen des W. Korolento Kurt Heilbut, chon lange ist es her, daß ich an einem dunklen Herbstabend auf einem düsteren Flusse in Sibirien fuhr. Plötzlich schimmerte bei einer Wendung des Flusses vorne, unter den dunklen Bergen, ein Licht. Das Licht war start, grell und ganz nah... Nun, Gott sei Dank!" sagte ich erfreut, das Nachtlager ist nah!" Der Ruderer wendete sich um, blickte über die Schulter auf bas Licht und bewegte wieder apathisch die Ruder. Es ist noch weit!" Ich glaube es nicht. Das Licht trat deutlich hervor aus der unflaren Finsternis. Aber der Ruderer hatte wirklich recht. Diese nächtlichen Lichter haben die Eigentümlichkeit, die Finsternis zu besiegen, zu glänzen, zu versprechen und durch ihre schein. 291 besser durchgeführt wie in Frankreich; warum deshalb diese zurückhaltung? Hier ist in der Tat ein Mittel der politischen Beeinflussung gegeben, das ohne Bedenken angewendet werden kann, ja, dessen Anwendung erfolgen muß. Denn nicht zuletzt ist die übliche Formel: Die deutsche Regierung" mit schuld an der Unsicherheit in den eigenen Volkskreisen, an den Wühlereien von rechts und links, am Mißtrauen des Auslandes**). Der großen Masse wie der Voreingenommenheit des Auslandes gegenüber macht es, namentlich im Anfang, immer die Betonung aus. Wenn aber die äußere Form, das Wort, sich auf tatsächliche Wür de gründet, dann erfolgt auch die Durchsetzung, die Wirkung im Geiste und damit die Anerkennung, die, mag sie nun anfänglich unfreiwillig oder sogleich gern gewährt sein, doch endlich neue Wege der Verständigung erschließt. ( Fortsetzung folgt) Hausangestellte, Hausfrau und Einzelküche Bon Else Scheuer Insel Ernst war das Dienstmädchen, und es ist noch nicht solange her, Leibeigene. Heute ist sie organisierte Hausangestellte, die Forderungen und Tarife mit aufstellt und darum kämpft. Und doch ist sie beute noch unfreier wie jede andere Arbeiterin. Abgesehen davon, daß sie noch immer nicht den 8-, den 10-, ja nicht einmal den 12- Stundenarbeitstag allgemein erhalten hat. ist sie auch der Willkür, der Ausbeutung über ihre Kraft und den Launen ihrer Herrin, der Hausfrau ganz anders wie ihre Kolleginnen in anderen Berufen ausgesetzt. Die Hausfrau selbst steht oft feindlich, meist fämpfend mit mehr oder weniger Erfolg, der sich in ihrer Gesamtheit immer mehr durchseßenden Hausangestellten gegenüber, ohne daß letztere durch ihre Einzelarbeit je die geschlossene Einheitsfront der anderen Arbeiterinnen erreichen kann und wird. **) Hierzu ein Beispiel: Die Königliche Porzellan- Manufaktur Meißen" hat es durchgesetzt, im Auslande diese frühere Bezeichnung weiterzuführen, aus faufmännischen Gründen. Würde es dem Ansehen der Manufaktur schaden, wenn ihre Firma etwa lautete: Sächsische( früher Königliche) Porzellan- Manufaktur Meißen" o.ä.? Mit der Erivähnung dieser Kleinigkeit soll nur die Notwendigkeit der größeren Sache betont werden. " bare Nähe zu locken. Es hat den Anschein, als ob man zwei, drei Schläge mit dem Nuder machen brauchte und der Weg ist zu Ende... Und doch ist es weit! Und noch lange schwammen wir im dunklen Flusse, der wie Tinte aussah. Klüfte und Felsen traten hervor, näherten sich und verschwanden, als verlören sie sich in der unendlichen Weite, und das Lichtlein stand immer vor uns, schillernd und lockendimmer so nah und immer so weit Jetzt erinnere ich mich oft dieses dunklen Flusses, der von Bergen beschattet war, und dieses lebhaften Feuers. Viele Lichter lodten schon früher und auch später nicht nur durch ihre Nähe. Aber das Leben bewegt sich noch immer in denselben düsteren Fährten und die Lichter sind noch weit... Und wieder muß man die Ruder bewegen. Und doch und doch, vorne sind Lichter! Da Ein Frauenschicksal Von Wilhelm Baezel ( Fortseßung) a machte mein Mann eines Tages den Vorschlag, die Wirtschaftsgegenstände bis auf das Allernotwendigste zu verkaufen und den Erlös als Reisegeld nach der Großstadt zu benutzen. Dort befäme er sicherlich lohnende Arbeit und er sei nicht auf ein paar Geschäfte wie hier angewiesen. Auch mir war es jetzt recht, hier wegzukommen, und so waren wir eines Tages in Leipzig. Vier Treppen auf dem Hof, der niemals Sonne sah, und ein einziges Zimmer war unser neues Heim. Wir bedurften nicht mehr, denn Sachen hatten wir nicht; wir schliefen nachts auf dem großen Schneidertisch, auf den wic die Betten legten. Unser Geld war bis auf wenige Mark zu 292 ie Gleich beit Einen Dienstboten fich zu halten fett Rapital oder Mehreinfommen, sei es auch noch so flein, voraus. Die Stellung der Hausfrau zu ihrer Hausangestellten ist gleich der des Unternehmers und Arbeitgebers zu seinen Arbeitnehmern. So spielt fich im fleinsten Haushalt, der auf dieser Form aufgebaut ist, der mehr oder weniger verhüllte Klaffenlampf ab. Und es mag manchmal der Fall sein, daß der Unterdrückte über den Unterdrücker siegt. Eine Lösung dieses Konflikts bietet weder der Kampf an fich, noch der Sieg einer der beiden Parteien. Nun gibt es noch eine weitere Klasse: die Hausfrau und Dienst. bote zugleich ft. Es ist die überwiegende Zahl aller Frauen, fie refrutiert sich aus dem kleinen Beamtenstand und dem Broletariat. Diese Frauen, die noch oft neben der Erwerbsarbeit den Haushalt, Küche und Kinder besorgen, schreiten unter einer schier fie erdrüdenben und oft nicht zu bewältigenden Laft einher. In allen Haushaltungen nimmt die Arbeit der Küche und für die Küche den größten Raum ein. Das Nahrungsmittelbesorgen, augenblicklich ein Kapitel für sich, das Zubereiten der Mahlzerten, das Spülen des Geschirrs nach dem Effen ist eine tägliche Kraftverschwendung der Frau, eine Gebundenheit an und unter die Küche. Dazu kommt, daß die Einzelfüche niemals so rationell wirtschaften fann, wie eine technisch modern geleitete Großküche, die alle Nahrungsmittel entsprechend verwertet. Die Nahrungsmittelbeschaffung, die ja schon heute in Händen der Kommunen und Genossenschaften liegt, beweist oder könnte beweisen, daß ein Zentraleinkauf und Zentralverteilen möglich ist. Es ist nun die Frage, ob der jetzige Zeitpunkt schon geeignet ist zur Verwirklichung der Abschaffung der Einzelküchen. Es ist ein Leichtes, in Neubauten die Großküche in einem mehrere Häuser umfassenden Grundstück unterzubringen, gleich ob dieses Großhäuser oder fleine Einzelhäuser umfaßt. Aber auch in den alten und älteren Häusern ist es in der Mehrzahl durch Heinen Umbau zu ermöglichen, die Großlüche anzulegen. An den Arbeitsstätten sind in Fabriken ja schon meist Kantinen und Kafinos eingerichtet. Diese müssen nur allgemein durchgeführt werden. Nach wie vor kann das Essen in den Wohnungen eingenommen werden. Aufzüge und fahrbare Effenträger ermöglichen das Befördern der fertig bereiteten Speisen ins Haus. Der Haushalt hat Dienstboten, befindet sich die Küche außer dem Hause, nicht mehr nötig. In einer befristeten Zeit genügt eine Hausarbeiterin, um die erforderlichen Arbeiten im Hause zu erledigen. Die Wäsche wird in einer Zentralwaschanstalt außer dem Hause gewaschen und geplättet. Ein kleiner Gasofen im Badezimmer angebracht, genügt, notwendiges Wasser und Milch, Kaffee und Tee usw. zu bereiten. sammengeschmolzen. Aber mein Mann fand sofort Arbeit für ein größeres Geschäft, und wir haben beide gearbeitet, geschuftet bis in die Nächte hinein, um uns wieder hoch zu bringen. Meine Gesundheit war nicht die beste, und ich litt noch darunter, daß mein Kind so selten an die Luft und die Sonne tam, deren wir alle drei so sehr bedurften. Des öfteren hatte ich an meinem Mann bemerkt, daß die alte Leidenschaft, das Trinken, wieder zum Durchbruch kommen wollte. Aber ich war vorsichtig und ließ ihn nicht mehr allein liefern gehen. Meine Vorsicht war um so notwendiger, als ich jetzt wußte, daß er aus einer Säuferfamilie stammte. Denn seinen Großvater und Vater hatte der Alkohol zugrunde gerichtet. Eines Tages aber ließ es mein förperlicher Zustand nicht zu, mitzugehen und mein Mann lieferte allein. Er gab mir das Versprechen, rechtzeitig zurüd zu sein, wollten wir doch mit Rüdficht auf meinen Zustand ein Bettstell mit Matraze kaufen. Ich wiegte mich in der Hoffnung, daß noch alles erträglich werden fonnte, aber sauer würde es uns werden, sehr sauer. Ich wartete auf die Rückkehr meines Mannes. Stunde um Stunde verrann, er fam nicht. Da befiel mich eine namenlose Angst, ich ließ das schlafende Kind allein und eilte trotz meines Zustandes nach dem Geschäft, um dort zu erfahren, daß mein Mann längst weg sei und natürlich auch das Geld empfangen habe. Ich suchte ihn aber bergebens, auch in den Kneipen der Nachbarschaft fand ich ihn nicht, und so blieb mir nur der Nachhauseweg übrig. Todmüde und die Verzweiflung im Herzen brachte ich die Zeit hin. Meine Zukunft, die Zukunft meiner Kinder, ach Gott, was sollte das bloß werden! Tot, ach ja, tot! Der Tod wäre für mich und für sie das beste. Spät in der Nacht tam mein Mann heim, und in einem Zustand ähnlich dem, wie ich ihn schon einmal geschildert. Nur Nr. 36 Das Dienstmädchen geht in andere ihr passende Berufe über. Die Hausfrau, gleich welcher äußeren materiellen Lage, hat Kräfte frei, die sie nun der Erziehung ihrer Kinder oder ihrer weiteren Ausbildung, die zu einem ihrer Anlage entsprechenden Berufe hinführt und der Ausübung dieses Berufes widmet. Braktische Hemmungen, die der Entwicklung der Einzelküche zur Großküche entgegenstehen, sind leichter zu überwinden als die traditionelle Ueberlieferung. Das Bollwert selbst ist die Frau. Eie befürchtet in ihrer Mehrzahl, ein Machtmittel über den Mann zu verlieren, wenn sie den Kochlöffel aus der Hand legt. Gut, verliere fie es, mage fie es doch aber suche sie dafür Kräfte, die größer und stärker in ihr ruhen, zu befreien und zu fördern, um damit der Allgemeinheit zu dienen. Anmerkung der Redaktion: Die. Erfahrungen der Kriegszeit haben gezeigt, daß diese Frage doch nicht so einfach liegt, noch zu lösen ist, wie die Verfasserin es annimmt. Sie bedarf sowohl theoretischer wie praktischer Klärung. Wir stellen sie deshalb zur Diskussion. Das ,, Rote Kreuz" und die Arbeiterfrauen Von Grete Krebs Kürzlich las ich in einer Zeitung folgende Notiz: Die Kreisausschüsse des Frauenvereins und des Landeshilfsvereins bom Roten Kreuz haben in gemeinsamer Tagung sich mit der von den beiden Landeskomitees des Roten Kreuzes in München entworfenen neuen Sabung befaßt. Hierbei dürfte für die Deffentlichkeit besonders von Belang sein, daß das Rote Kreuz nicht etwa aufgelöst, sondern, allerdings mit erheblich verändertem Wirkungsfreis, weiterbestehen soll. Als Hilfe der militärischen Sanitätseinrichtungen hat es freilich seine Rolle ausgespielt; wohl aber harren seiner eine Menge sozialpolitischer und gesundheiflicher Aufgaben, die seine Tätigkeit voraussichtlich stärker in Anspruch nehmen und den Fortbestand der jegensreichen Einrich hung dringender erheischen werden, als dies bisher der Fall war. Die schweren Wunden, die der Krieg geschlagen hat, müssen geheilt werden, und dazu reichen die staatlichen Einrichtungen nicht aus, sondern es muß auch die private Liebestätigkeit in Dienst ge stellt werden. Man dente nur an die gewaltigen Aufgaben der Lungenheilfürsorge, der Kinder- und Säuglingspflege, der Mithilfe bei der Kriegsbeschädigten- und Kriegshinterbliebenenfürsorge us." lallte er nicht, sondern fing sofort Streit an. Weshalb ich nicht mit dem Hausschlüssel auf ihn gewartet hätte; weshalb das Essen nicht bereitstünde, und jetzt fäme es anders, er würde mir die Faulheit schon austreiben, mir... und ein gemeines Schimpf wort folgte. Ich antwortete nicht. Mir wollte das Herz brechen; kaum hörte ich, daß er sprach. Mit einemmal aber padte er mich von hinten bei den Haaren, suchte mit der anderen Hand meinen Hals zu umflammern und mich zu Boden zu drüden. Da ging eine sonderbare Wandlung in mir vor. Ich bekam Kräfte, suchte mich loszuringen, Iratzte, biß und ergriff dann unbewußt den schweren Porzellannachttopf und schlug auf ihn los. Ich traf ihn auf die Stirn, daß er zurüdtaumelte, mit dem Hinterkopfe auf die Tischkante schlug und dann zu Boden sank. Was weiter geschah, weiß ich nicht. Ich erwachte im Bett, im Krankenhause. Ich hatte zu früh geboren, das Klümpchen Mensch lag bei mir ein Junge. Schonend teilte man mir alles mit. Mein Kind, meine fleine Lotte, jei bei der Mutter und mein Mann sei tot. Ich hatte ihn erschlagen. Frau Marie war mit ihrer Erzählung zu Ende. Sie hatte ganz vergessen, wo sie war. Keinem Menschen hatte sie so ihre Verhältnisse offenbart, nicht einmal ihrer Mutter. Hier hatte sie ihr ganzes Herz ausgeschüttet. In dem Gerichtssaal herrschte während der Rede Maries eine lautlose Stille. Der Vorsitzende hatte die Angeklagte in ihrer Erzählung nicht unterbrochen. Marie hatte allgemein einen gün ftigen Eindruck hervorgerufen. Dieses schlanke, abge härmte, schwächliche Weib, dessen schmales, bleiches Gesicht, eingerahmt von dem glattgefämmten schwarzen Haar, und von zwei schwarzen, tiefblidenden Augen verschönert wurde, hatte die reine Wahrheit gejagt. Dieses Gefühl drängte sich jedem der Anwesenden auf Nr. 36 te Gleich beit Das hört sich nun ja alles recht schön und vielversprechend an; ich habe aber doch einige Bedenken, ob die Umstellung sich in dem jetzigen Rahmen so machen läßt, daß man eine vorbildlich soziale Einrichtung vom Roten Kreuz erwarten kann. Diese meine Bedenken möchte ich besonders den werten Lesermnen aus Arbeiterfreisen nicht vorenthalten. Die Bedeutung des Roten Kreuzes" haben wir, soweit wir deffen Frauenvereinen nicht schon in Friedenszeiten als Mitglieder angehörten, während der langen Kriegsjahre kennen und schäßen gelernt. Die Kriegstätigkeit, d. h. die Verwundetenpflege, bildete den Hauptzwed dieser Vereine. Die Friedenstätigkeit bes Noten Kreuzes bestand in der Hauptsache in einer sorgfältigen Vorbereitung für die Kriegstätigkeit durch Ausbildung von Pflegepersonal, Fürsorge für die Depots, Bereitstellung von Sanitätsund Transportkolonnen und Aehnlichem. Die Unmöglichkeit, bald wieder Krieg führen zu können( wir wollen diese Möglichkeit für immer aus der Welt schaffen) macht auch die vorgenannte Friedensarbeit des Roten Kreuzes überflüffig. Wie wir es eingangs gelesen haben, soll das Note Kreuz infolgedessen umgestellt werden auf einen anderen Betrieb. Es soll sich Gebieten zuwenden, de es teilweise schon gestreift hat( wie z. B. die Privatfrankenpflege) und die ihm und seinem gut geschulten Bersonale wohl auch liegen mögen. Außerdem will sich das Rote Kreuz fünftig insonderheit der sozialen Fürsorge widmen. Freilich wäre es für alle Hilfsbedürftigen weniger demütigend, wenn eine staatliche und fommunale Fürsorge allein imstande wäre, sie zu stüßen und ihnen Linderung zu bringen in ihrem förperlichen und seelischen Glend. Auf private Mifdtätigkeit angewiesen zu sein, ist entweder ein steter Peitschenhieb für stolze, unverschuldet ins Elend geratene Naturen, oder es macht Liebediener und Epeichelleder aus unterwürfigen Naturen. Doch sowohl Staat wie Gemeinden find auf lange hinaus nicht in der Lage, auch nur ennähernd das zu erfüllen, was siegesgewiß im August 1914 unjeren Soldaten gelobt wurde. Sie haben für uns alle geblutet, wir alle find nicht imftande, für ihre Witwen, für ihre Waisen ausreichend zu sorgen, und abar so zu sorgen, daß die Fürsorge ein Rechtsanspruch wird. Das ist eine jammerbolle, eine traurige Wahrheit! Wenn da nun, außer Staat und Gemeinden, auch private Fürsorge eingreifen will, so ist das nur zu begrüßen. Es ist aber sehr schwer, den richtigen Ton zu finden, der zu den berhärteten Herzen jener Verbitterten und Unglüdlichen spricht, denen sie helfen wollen. Die Hilfsbedürftigen stammen, nach meinen eigenen Erfahrungen in fommunal- sozialer Fürsorge, zum großen Teil aus Arbeiterkreisen. Die Vorstandsdamen der emzelnen Zweigvereine vom Roten Kreuz sind meistens Damen aus den besten Gesellschaftskreisen, die häufig Und die Freude war allgemein, als das Urteil auf iprechung lautete.* Frei Es war alles noch so, wie Marie das Zimmer vor Wochen verlaffen hatte. Sie ließ sich schwer auf einen Stuhl fallen, barg das Geficht in den Händen und weinte heiße Tränen. Was war aus ihr geworden, was sollte weiter werden.- Unwillkürlich suchte ihr Arm eine Stütze, er fand sie auf dem Schneidertisch. Ohne Mittel, tein vernünftiges Heim und zwei Kinder zu ernähren. Würde sie die Kräfte hierzu haben?- Ach, wie ganz anders war doch alles gekommen, als sie es sich gedacht hatte. Unwillkürlich zogen die Jahre ihrer Kindheit an ihr vorüber. Die glüdliche Kinderzeit im Elternhause. Nach Norden ge schützt durch ein fleines Gehölz, den Tanger, lag das feine, freundliche Wohnhaus. Die Fenster, nach Süden gerichtet, ließen das volle Sonnenlicht hereinsluten und gewährten einen weiten Blick über die Felder. Wie greifbar lag das Kornfeld vor ihr, aus dem sie die roten Mohnblumen mit Vorliebe gepflückt. Und dann der süße Duft der gelben Lupinen, die sie so liebte, und die schöne Wiese mit ihrer Blumenpracht. fchiängelte sich das Flüschen durch die Ebene wie ein Silberband. Dort war das Torf. Alle Jahr wurde dort im Bruch Torf gestochen, der im Winter die Oefen heizte. Und weit dahinten Von Mann und Frau ( Fortsetzung folgt) er Mann ist immer Kind in seiner Seele, weit mehr vielleicht als die Frau! Er darf es nur nie setm! fein Arm stäxter als der der Frau und und darum wurde. jein Herz hicier und in Wille rüdfichtslojer 293 feinerlei Berührungspunkte haben mit der großen Allgemeinheit des hilfsbedürftigen Volfes, denen mitunter auch jegliches soziale Berständnis fehlt, die zur Würde einer Vorsitzenden tommen, weil es eben so Sitte ist, daß die Frau des ersten oder eines der ersten Beamten der Stadt zur Vorsitzenden des Frauenvereins bom Roten Kreuz gewählt wird. Ob sie sich persönlich für diesen Bosten eignet oder nicht, kommt nicht immer in Frage. Oft ist allerdings die betreffende Dame eine tüchtige und warm empfindende Frau. Soll sich aber das Rote Kreuz einst bewähren in sozialer Fürsorge, dann mögen fünftig an der Spitze der einzelnen Zweigvereine Frauen" stehen und nicht„ Damen"; Ge sellschaftstreifen mögen fie angehören, welchen immer fie mögen, wenn es nur Frauen sind mit viel menschlichem Empfinden, mit unendlich viel Güte und Verstehen, Frauen, die in ihrem Nächsten nur den Menschen sehen, der menschlicher Hilfe bedarf; Frauen, die sich selbst nicht über, sondern neben die notleidende Menschheit stellen. Wenn das Note Kreuz Bertrauen genießen soll beim hilfsbedürftigen Volk, dann müssen auch Arbeiterfrauen mit in die leitenden Stellen kommen; auch Arbeiterfrauen, die in ihrem Privatleben politischen Parteien angehören. Bis jetzt glaube ich nicht, daß das der Fall ist; denn wäre es so, dann hätte trotz aller Betonung des unpolitischen Wirkens des Roten Kreuzes sich fol gender haarsträubende Fall micht zutragen können in unserem fleinen bayrischen Industriestädtchen: Der hiesige Frauenverein bom Roten Kreuz hielt vor einigen Wochen hier eine Theatervorstellung zugunsten des Roten Kreuzes ab. Die jungen Mädchen aus hiesigen Beamten- und Bürgertreisen, welche jahrelang während des Krieges als Pflegermmen im hiesigen Vereinsiazarett Dienst taten, sollten im Ehrenamt den Verkauf der Eintrittsfarten übernehmen. Auf Vorschlag der Vorsitzenden, Gattin eines höheren Staatsbeamten, sollte eines der jungen Mädchen von diesem Ehrenamte ausgeschlossen werden wegen ihrer roten Gesinnung". Das junge Mädchen ist sehr arbeiterfreundlich gesinnt und beliebt bei der Arbeiterschaft, sowohl wegen seiner eigenen sozialen Gesinnung als auch wegen der sozialen Betätigung seiner Familie. Nun, so wenig wie eine Schwalbe den Sommer macht, ebensowenig darf man natürlich die unfluge und unsoziale Handlungsweise einzelner Personen der von ihnen vertretenen Sache zur Last legen. Ob aber die ganze Führung des Roten Kreuzes so ist, daß man das Vertrauen haben könnte, es wird soziale Arbeit im ganzen Sinne geleistet? Arbeiterfrauen, merkt es euch, unsere Kriegsbeschädigten, unsere Kriegermitmen und Waisen wollen kein Almosen, sie wollen feine gönnerhaften Wohltaten. Sie sind aber empfänglich für ein liebesvolles Verstehen, für eine Fürsorge, die ihnen eine Stütze und nun träumt er von der Frau, was er selbst nicht sein darf und vielleicht auch nicht mehr recht sein kann... denn es verkümmert schließlich, was sich immer und immer zurückhalten und ver bergen muß. O, daß die Frau es mehr verstünde, über Baun und Heden hinweg in seiner Seele zu lesen und ihn Kind sein zu lassen ihr gegenüber, wenn er einmal müde ist, Herr zu sein, und die Bügel für ein Weilchen aus den Händen geben möchte! o, daß sie mehr verstünde, mit ihm zu gehen durch die Stimmungen feiner Sehnsucht und ihnen entgegenzufühlen! daß sie nicht immer bloß eines wäre: Kind oder Frau oder Mutter, daß sie mehr vermöchte: alles zugleich zu sein! wie sie selbst von ihm ganz ebenso doch Kind und Mann und Bater haben will und nicht bloß eines! Er will, was Kind in ihr: die ganze zutrauliche Bärtlichkeit ihrer Seele, ihren Glauben, ihre Fröhlichkeit und Leichtigkeit! er will, was Weib in ihr: ihre Sehnsucht nach Leben, den Durst ihrer Sinne, ihre Leidenschaft und Eifersucht! er will, was Mutter in ihr: ihren Stolz, ihre Güte, ihre behütende Sorglichkeit und Treue und Aufopferung! Er will, fie foll seine Helferin sein bei allem und im Kampfe mit ihm stehen, aber er will auch, sie soll darüber hinaus sein und Hüterin seines Hauses! er will, sie soll Dienerin sein und zugleich doch wieder Königin! Cäsar Flaischlen, Web euch, die ihr glaubt fertig zu fein und fordert doch zugleich Entwicklung und Gehorfam von euren Kindern. Lisbeth Paus 294 Die Getch beit gibt. Es fommt nicht allein darauf an, daß ihnen Hilfe geleistet wird, sondern auch, wie diese Hilfe geleistet wird. Einem Verein, dem ihr selbst als Mitglieder angehört, werden sich eure Freunde, eure Angehörigen mit mehr Vertrauen nähern, als einem Vereine, dessen Mitglieder sich in der Hauptsache nur aus den sogenannten besseren Gesellschaftskreisen zusammenseßen. Nahezu 60 Jahre hat das Rote Kreuz friegerischen Zweden gedient, helft ihr alle jetzt, daß es bei seiner Umstellung zur Friedensarbeit leichter den richtigen Kurs finde. Ihr Arbeiterfrauen müßt mit heran zu jeder Art von sozialer Arbeit, ihr müßt Mitglieder werden auch in den Frauenvereinen vom Roten Kreuz, ihr müßt in die Ausschüsse, ihr müßt dafür sorgen, daß die sozial denkenden, gütigen und eblen Menschen unterstüßt werden in ihren Bestrebungen, ihr müßt dafür sorgen, daß man nicht mehr wegwerfend sprechen darf von einer roten Gesinnung". Die foziale Fürsorge soll sein: Arbeit der Allgemeinheit für die hilfsbedürftigen Glieder der Gesellschaft. Da darf nicht nach der politischen Gesinnung der Helferinnen gefragt werden. Mag diese rot, blau oder schwarz sein, mag sie schillern in verschiedenen Farben berbindungen, das ist reine Privatsache. Sollte das Note Kreuz fich dahin entwickeln, dann kann es viel Segen stiften. Dazu gehören allerorts in die Vorstände Menschen mit warmen Herzen und flaren Hirnen. Aus unserer Bewegung Versammlungen der Genossin Marie Juchacz in Frankfurt a. M. und Umgegend und Limburg a. 2. Nachdem Genossin Juchacz in einer Generalversammlung des Sozialdemokratischen Vereins Groß- Frankfurt im großen Saale des Zoologischen Gar tens Bericht erstattet hatte über die Genfer Konferenz der zweiten Internationale, sprach sie einen Tag später im Diftrift Bornheim in öffentlicher Frauenversammlung über die Wirtschaftslage Deutschlands vor einer überaus zahlreichen Zuhörerschaft. Rednerin machte zu diesem Thema folgende Ausführungen: ,, Unser Deutschland ist arm, bettelarm. Dem oberflächlichen Beobachter, der den Lurus einer gewissen Volksschicht sieht, will dies manchmal vielleicht gar nicht so vorkommen, es ist aber leider Tatsache. Ueber die Ursachen unserer Armut herrschen allerhand merkwürdige Ansichten. Sehr häufig macht man die Revolution berantwortlich für die jeßigen wirtschaftlichen Zustände, viele erklären einfach die Regierung für schuldig. Die Grundursache unserer Armut ist natürlich der Krieg. Deutschland hat während des Krieges seine ganzen wirtschaftlichen Kräfte aufgezehrt. Es wurde in Mengen produziert, aber nicht für die Bedürfnisse der Bevölkerung, sondern für den Krieg. Alles ging an die Front, bis in 4½ Jahren nahezu alle unsere eigenen und auch unsere eingeführten Produkte verbraucht waren. Neues kam durch die Blockade nicht herein. Dann kam der Frieden von Versailles und das Abkommen von Spa, dazu der Wiederaufbau der zerstörter feindlichen Gebiete. Ungeheure Leistungen, die unsere Kraft übersteigen. Als unsere Vorräte zusammenschmolzen, kam die Rationierung. Eine Korruption des Wirtschaftslebens machte sich bemerkbar. Die Rationen waren viel zu klein, der Schleich handel sette ein, der Wucher blühte auf. Die Zwangswirtschaft wurde eben erst eingeführt, als nichts mehr da war. Der Selbsterhaltungstrieb artete aus in schlimmsten Egoismus. Eine neue Gesellschaftsschicht, die Schieber, machte sich unangenehm bemertbar. Die Valuta sant, unsere Mark galt nur noch wenige Pfennige im Auslande. Alles wanderte deshalb ins Ausland, Stoffe, Stiefel, Leder, Hafer, Kohlen und sonstiges. Ein Ausverkauf Deutschlands begann. Die Preise stiegen bei uns auch für unsere heimischen Waren und näherten sich dem Weltmarktpreis. Dann stieg die Valuta, unsere Ware wurde dem Auslande zu teuer und die Wirtschaftskrise seßte nun ein. Zum Schlusse erwähnte Genossin Juchacz noch die Steuern, die in ihrer ungeheuren Belastung ebenfalls nur eine Folge des berlorenen Krieges sind, und schloß mit einem Appell, der sozial demokratischen Politik zu folgen, welcher lebhaften Widerhall fand. Die Genoffinnen Ege, Bittorf und Quard unterstützten die Ausführungen der Referentin. In Griesheim hatte man eine Volfsversammlung mit dem Thema„ Genf oder Moskau" angesetzt. Trotzdem die U.S.P. nach Bekanntgabe unserer Versammlung ihrerseits einen Tag borher dasselbe Thema behandeln ließ, war der große Saal überfüllt. Genossin Juchacz wußte auch hier wieder die große Zuhörerschaft zu fesseln. Der Genfer Kongreß sei wohl als Rumpfparlament zu betrachten, da nicht alle Staaten dort vertreten waren. Die Nachwirkungen des Krieges lasten noch auf allen Völkern. Eine der schwierigsten Aufgaben sei es gewesen, eine Nr. 36 Berständigung der deutschen und belgischen Delegierten herbeizuführen, doch sei es gelungen. Die Stellungnahme der deutschen Sozialdemokratie während und nach dem Kriege sei von dent ganzen Kongreß als richtig anerkannt worden. Rednerin zog dann die Genfer Beschlüsse mit der Tagung der dritten Internationale in Moskau in Vergleich. Um allen Vorurteilen vorzubeugen, gab Genossin Juchacz den persönlichen Bericht der englischen Arbeiterdelegierten, die Rußland besucht haben. Die Maßnahmen, die dort getroffen werden, hätten mit Sozialismus nichts mehr zu tun und stehen in direktem Widerspruch zu demfelben. Was man schließlich noch in Rußland verstehen fönne, käme für uns gar nicht in Betracht, da wir ja fast nur Industriestaat sind. Bölferverständigung über Verteilung von Rohprodukten sei das wichtigste, damit wir aus dem Elend herauskommen. Die Rednerin schloß mit den Worten: Nicht Diktatur, sondern De mofratie!" Genossin Frau Röhle- Frankfurt ergänzte die Aus führungen der Referentin noch in manchem und Genossin Preis schloß die glänzend verlaufene Versammlung mit einem Appell. * Bu einer geradezu imposanten Rundgebung gestaltete sich auch der Sozialistentag in Limburg a. b. Lahn. Tausende waren aus den Kreisen Dieß, Westerburg, Weilburg, Limburg zusammen geströmt und begrüßten die auswärtigen Genossen und Genoffinnen mit Fahnen und Ehrenpforten aufs festlichste. In der Generalversammlung morgens 9 Uhr gab Genosse Limling den Geschäftsbericht. Die Zahl der Mitglieder war von 30 im Jahre 1918 auf 4000 in 112 Ortsgruppen gestiegen! Genosse Oberpräsident No ste sprach zum erstenmal wieder seit seinem Ausscheiden aus dem Ministerium über„ Die politische Lage". - über ,, Die Mit stürmischen Ovationen begrüßt, ernteten seine sachlichen Ausführungen großen Beifall. Genossin Juchacz ergänzte Nostes Ausführungen dahin, daß sie auf die Bedeutung der Frau im wirtschaftlichen und politischen Leben hinwies. " Mittags 2 Uhr fanden zwei große öffentliche Versammlungen statt. Im Schützengarten" sprachen Genosse Noske und anschließend Frau Röhle Frankfurt, in der" Post" sprach Genoffin Juch a cz. Beide Versammlungen waren überfüllt und von bestem Geifte getragen. Frau Juchacz gab ein getreues Spiegelbild der politischen und wirtschaftlichen Verhältnisse, unter besonderer Berücksichtigung von Genf. Sie ging auf den Friedens vertrag ein und forderte seine restlose Durchführung nach Möglichkeit. Ihre Ausführungen ernteten stürmischen Beifall. Genosse Bezirkssekretär Röhle- Frankfurt hob den Gegensatz zwischen Genf und Moskau hervor und behandelte danach eingehend die Stellung der Sozialdemokratie zum Christentum. Beide Versammlungen fanden zu gleicher Zeit ihr Ende und formierten sich zu einem gewaltigen Festzug, der sich mit Musit und roten Fahnen und Schildern durch die Stadt bewegte. Alle Teilnehmer hatten sich mit roten Blumen geschmückt. So etwas hat das alte, erzkatholische Limburg noch nie erlebt! Am Neu markt löste fich der Zug nach einer begeisternden Ansprache des Genoffen Röhle und einem vieltausendfachen Hoch auf die Sozialdemokratie auf. Hoffentlich können unsere Genossen und Genossinnen an an deren Orten von ähnlichen schönen Erfolgen berichten. Wohlfahrtspflege er Gründung von Ortsausschüssen. Von Johanna Heymann. Der im Frühjahr dieses Jahres begründete Ausschuß für Ac beiterwohlfahrt in Dresden hat bereits tüchtige Arbeit geleistet. Er arbeitet bei der Verteilung ausländischer Lebensmittel mit stellt Transportleiterinnen für die Versendung der Kinder nach Dänemark und vermittelt auch selbst die Unterbringung holungsbedürftiger Kinder auf dem Lande. Die Heime werden durch Genoffinnen, die Mitglieder des Ausschusses sind, kon trolliert, und als Leiterinnen von Horten und Kindergärten konnten durch den Ausschuß geeignete Persönlichkeiten vorge schlagen werden. Auch bei der Quäferspeisung wirken in Dresden die Ausschußmitglieder in erheblichem Maße mit. In der Provinz Schlesien sind bereits eine ganze Anzahl von Ortsausschussen gebildet worden, so u. a. in Breslau, Stattowiz, Gleiwik, Kreuzburg, Konstadt, Bitschen. Es liegen aus diesen Orten noch keine ausführlichen Mitteilungen vor und wir können erst später über die Arbeit dieser Unterausschüsse berichten. Berantwortlich für die Redaktion: Frau Klara Bobm- Schuch. Druck: Vorwärts fämtlich in Berlin SW 68, Lindenstraße 3 v. r. 36 ie Gleich beit 295 Ernste Mahnung an die Deutschen Hausfrauen! Die ungeheure Nervenanfpannung des Weltfrieges und feiner Folgen fann ohne Schaden nur gut gemacht werden, wenn die Gefundheitspflege zur höchsten Aufgabe der Frauen gemacht wird. Aber die Unwissenheit unter den Frauen auf dem Gebiete der Gesundheitspflege und Heilkunde ist geradezu beängstigend. Es gibt feine Statiftit darüber, wie viele Frauen an Krankheiten sterben, die sie aus Schamgefühl vor der Behandlung des Artes verheimlichten, wie viele unter dem Drude dieses unwürdigen Zustandes leiden und wie viele bei rechtzeitiger Auffiärung gerettet würden. Treten nicht die meisten Bräute leichtfinnig in die Ehe ohne jede Kenntnis der Pflichten gegen fich felbst und ihre zufünftige Familie, von den Eltern über die wichtigsten Aufgaben des Chelebens im Dunkeln gelaffen? In feinem Haushalte sollte daher das berühmte große Pragiwert von Frau Dr. med. Anna Fischer Düdeimann fehlen. Eingehend behandelt find: Anftedende Krankheiten. Afterjuden. Ausbleiben der Menstruation. Ausfluß. Befruchtung Blutungen.- Bestimmung des Geschlechts.- Behandlung der Brüfte. Cholera.- Dammriß.- Diphtherie.- Fieber. Fehlgeburt.. Frühgeburt.- Geburtshilfe.- Gallensteine.- Gelentrheumatismus.Geschlechtsleben und Geschlechtsfrankheiten. Gicht. Grippe. Hämorrhoiden.- Krebs. Rindbettfieber. Sämtl. Leber- und Lungenfrantheiten. Tuberkulose. Langlebigkeit. Leisten bruch.- Mafern.- Boden.- Scharlach. Scheidenfrankheiten. Schwangerschaft. Schönheitspflege.- Ratschläge für Bräute und junge Ehefrauen. Wafferfucht. Weißer Fluß- Wochenbett.Wechseljahre.- Zahnkrantheiten. Unfere Heilträuter. Die Fran als Hausärztin! 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