Nr. 37 30. Jahrgang Die Gleichheit Zeitschrift für die Frauen der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands Mit den Beilagen: Für unsere Kinder. Die Frau und ihr Haus Die Gleichheit erscheint wöchentlich Preis: Vierteljährlich 3,60 Mart In erate: Die 5 gespaltene Nonpareillezeile 1,50 Mart, bei Wiederholungen Rabatt Unser Frauentag Berlin 11. September 1920 B.-S. Jmmer dringender wird die Forderung nach politischer Bildung der Frau, nach gründlicher Schulung unserer Parteigenossinnen. Die Mitarbeit ruhiger flardenfender Sozialistinnen in allen öffentlichen Körperschaften sowohl wie in unserer Partei selbst wird zu einer unabweisbaren Notwendigkeit. Es kommt jetzt darauf an, mit den Aufgaben der Zeit zu wachsen, wenn sie nicht über uns zusammenschlagen sollen. Bleiben wir Sozialdemokraten mit unserem Können und in dem Erkennen des Zeitnotwendigen zurück, dann stirbt das Ideal der Demokratisierung des Staates und der Sozialisierung des Wirtschaftslebens an unferer eigenen Unfähigkeit. Dann ersteht die Reaktion mächtiger und dauerhafter als zuvor. Wie in der gesamten Entwicklung der letzten sechs Jahre werden wir Frauen in diesem Ringen um eine neue Welt auch in Zukunft einen ausschlaggebenden Faktor bilden. Der Teil der strebenden Kräfte wird siegen, dem es gelingt, die Frauen von der Richtigkeit seiner Anschauungen zu überzeugen, sich die ungeheuer bestimmende Kraft ihrer Gefühlsund Gedankenwelt zu eigen zu machen. Rückschritt oder Fortschritt, für eins müssen wir uns entscheiden; zu einem müssen sich aber auch die Parteien bezüglich ihrer tatsächlichen Stellung zu den Frauen entscheiden. Ein Zwischen ding gibt es nicht. Die Lösung der Frauenfrage schlechthin nicht in dem frauenrechtlerischen Sinne ist eine For derung des Kulturfortschrittes, der Menschheitsentwicklung geworden. Für die Parteien aber bedeutet die Organisierung der Frauen und ihre politische Schulung die Lebensmöglichkeit. Leider ist man sich dieser ungeheuren Tragweite nicht immer und überall in unserer Partei bewußt. Um so flarer müssen wir uns selbst zu den Tatsachen stellen. Unsere Reichs- Frauenkonferenz, die für den 9. Oktober nach Stassel einberufen ist, hat die Aufgabe, Wege zu weisen, Richtung zu geben und Klarheit zu schaffen, wo Unklarheiten noch bestehen. Dem anschließenden Parteitag kann manches Nügliche aus unserer Konferenz erwachsen, wenn mit juchendem Geiste, ehrlichem Willen und unter Nußbarmachung der praktischen Erfahrungen die Verhandlungen geführt werden. Auf der Tagesordnung stehen zunächst Referate über die politische und organisatorische Wirksamkeit der Frauen in der Partei, welche die Genossinnen Toni Pfülf und Elisabeth Röh I halten. Ueber bisher geleistete Arbeit wird Rechenschaft gegeben; die zukünftige Tätigkeit soll planmäßig vorbereitet werden. Das ist nur möglich, wenn fich an beide Vorträge eine gründliche sachliche Aussprache anschließt, die mit keiner Kritik zurückhält, die aber den festen Willen zum Fortbau unserer Organisation hat. Die großen parlamentarischen Arbeiten: Reform des Bürgerlichen Gesetzbuches( u. a. des Cherechts), Reform des Strafgesetzbuches, die bevölkerungspolitische Gesetzgebung. stehen hierbei zur Erörterung. Ebenso wird über den Zuschriften sind zu richten an die Redaktion der Gleichheit, Berlin SW 68, Lindenstraße 5 Fernsprecher: Amt Moritplag 147 40 Erpedition: Berlin SW 68, Linde istraße 3 gesprochen Hauptausschuß für Arbeiterwohlfahrtspflege werden müssen, wozu auch die beiden folgenden Referate der Genossin Anna Blos und des Genossen Dr. Caspari über Wohlfahrtspflege und Jugendwohlfahrt Gelegenheit geben. Vor allem ist aber auch eine offene Aussprache über unsere„ Gleichheit" notwendig. Die mündliche Agitationsarbeit unter den Frauen wird zum großen Teil unwirksam bleiben, wenn sie nicht durch fortlaufende schriftliche Aufklärungsarbeit unterstützt wird, wenn aus den Begeisterten nicht Wissende und Erkennende herangebildet werden. Wir werden uns deshalb ernstlich mit der Frage der hüßlichsten Verbreitungsart unseres Blattes zu beschäftigen haben. Jetzt haben wir das System des Einzelabonnements, welches unbedingt den Vorteil hat, daß das Blatt von jeder Bezieherin auch wirklich gelesen wird Andererseits wird der Kreis der Leserinnen nie ein so großer sein, wie bei der obligatorischen Lieferung an alle Parteigenössinnen, oder der wöchentlichen Beilage zur Tageszeitung. Es ist also notwendig, daß schon jetzt überall in den Bezirken Wünsche und Meinungen sich klären und daß Genossinnen zur Frauenkonferenz und zum Parteitag delegiert werden, welche die praktische Arbeit kennen, vorhandene Schwierigkeiten nicht übersehen, sozialistisches gründliches Wissen mitbringen und wissen, was sie wollen. Jeder Bezirk muß von seinem Delegationsrecht Gebrauch machen, und die Genofsinnen haben darauf zu achten, daß sie mit ordentlichem Mandat versehen werden. Der wirtschaftliche Aufstieg der Tertilarbeiterinnen Von Martha Hoppe ( Schluß) Bei Affordarbeit soll grundsätzlich bei den meisten Verbänden der gleiche Lohn an Männer und Frauen gezahlt werden unter Zugrundelegung des Lohnes des Arbeiters der gleichen Arbeitskategorie. Der zu diesem Lohn gezahlte Affordaufschlag beträgt bei den Tertilarbeitern 10-15-20 Proz., den Holzarbeitern 15 Proz., Hutmachern 25 Proz., Schuhmachern 10 Proz., Bädern und Konditoren 10 Proz., Porzellanarbeitern 25 Proz., in der Rauch- und Schnupftabafindustrie 10 Proz., bei den Buchbindern für die Wellpappenindustrie 20 Proz. Die wöchentliche Arbeitszeit beträgt 46 Stunden bei den Tertilarbeitern, den Hutmachern und den Buchbindern, bei den Metallarbeitern 4612 Stunden, bei den Schuhmachern 47 Stunden, bei allen anderen Verbänden die gesetzlich festgelegte Zeit von 48 Stunden. Die Beitragsleistung ist für Arbeiterinnen bei den Fabritarbeitern 0,55, den Metallarbeitern 0,70, den Holzarbeitern 0,75, den Tabafarbeitern und den Lederarbeitern 1 Mf. pro Woche. Die Buchbinder haben 5 Klassen von 0,65-2,50 Mt., die Porzellanarbeiter haben sie nach Wochenverdiensten klassifiziert von 0,80-1,40 wt., 5% 298 Die Gleich beit die Bäcker und Konditoren ebenfalls, die Hutmacher haben gleich den Tertilarbeitern zur Beitragsleistung einen Stundenlohn zur Grundlage gemacht. Es beträgt der Beitrag bei den Hutmachern 0,75, 1,25, 1,75, 2,25 Mf. die Woche, bei den Tertilarbeitern 0,80, 1,-, 1,50, 2 ,, 2,50, 3,- Mf. die Woche für Männer und Frauen. Die Darstellung fann nur einen ungefähren Ueberblick über die Löhne der Arbeiterinnen geben; einmal weil wegen fehlenden oder ungenauen Materials einige Verbände nicht herangezogen werden konnten, dann auch, weil trot vorhandenem übersichtlichem Material die Verbände der Transportarbeiter und Brauerei und Mühlenarbeiter ausfallen muß ten, da ihre Tarife nur auf Wochenlöhnen, nicht Stundenföhnen aufgebaut sind, sowie die Gastwirtsgehilfen, deren Tarifen Monatslöhne, und zum Teil Wochenlöhne zugrunde liegen, wozu vielfach noch die Anrechnung von Naturalbezügen tommt. In allen Tarifen sind Ferien unter Fortzahlung des Lohnes festgelegt, je nach der Dauer der Beschäftigung im Betrieb, beginnend mit 3 Tagen, steigend bis auf 14 bis 18 Tage, die in die Zeit vom 1. Mai bis 30. September fallen müssen. Für Neueintretende und Anzulernende sind die Löhne etwas niedriger festgesetzt und der Zeitpunkt bestimmt, von welchem ab die ungelernten Arbeiterinnen den bollen Stundenlohn erhalten. Auch werden die Löhne der Heimarbeiterinnen durch die Tarife so geregelt, daß sie den tariflich festgelegten Mindestlohn der Betriebsarbeiterinnen erhalten und andere Bestimmungen des Tarifs auch auf sie finngemäß angewendet werden. Denn die Revolution hat auch diese bis dahin schwer zu gewinnenden Streise wach gerüttelt, so daß sie in größerer Zahl den Verbänden beitreten. Die Darstellung zeigt, daß die Textilarbeiterinnen mit ihren Löhnen und ihrer Beitragsleistung an erster Stelle stehen. Das ist um so beachtenswerter, als noch 1917 Stun denlöhne von 15, 17, 18, 21 Bf. festgestellt wurden, in zurückgebliebenen Gebieten jogar noch niedriger, unfer 10 Bf. die Stunde, so daß Wochenlöhne von 6-7 Mt. feine Seltenheit waren. Wenn man bedenkt, daß diese niedrigen Löhne in 58 Stunden erschafft wurden, in der deutschen/ Tertilindustrie aber jetzt durch die Tarifabschlüsse durchgängig nur 46 Stun den gearbeitet wird, so ist der Fortschritt noch unverkennbarer. Aus der schlechtest entlohnten Textilarbeiterin der Vorkriegszeit ist die bestentlohnte Arbeiterin der Gegenwart geworden. Waren früher die niedrigen Löhne der Zertilarbeiterinnen häufig ein Hemmnis für die Aufwärtsentwicklung der Löhne anderer Industrien, so sind jetzt umgekehrt die hohen Löhne der Tertilarbeiterinnen ein Ansporn für die Arbeiterinnen anderer Industrien, den Tertilarbeiterinnen in der Entlohmung nachzukommen. Diesen Erfolg, verdanken die Arbeiterinnen ihrer Organisation. Steht doch der Deutsche Terti! arbeiterverband mit 331 045 weiblichen Mitgliedern an erster Stelle unter den Verbänden. Pr. 37 arbeit der Frauen an der Ausgestaltung unserer Zukunft für notwendig erachten. Politische und gewerkschaftliche Frauenbewegung müssen sich gegenseitig stüßen und fördern, umfassen sie doch beide die gleichen Personenfreise, und ist keine von beiden eine Sonderorganisation, sondern beide sind eingegliedert in die großen politischen und wirtschaftlichen Organi fationen der Arbeiterklasse. Viele Kräfte liegen bei der Frauen noch brach; sie bedüffen des Anstoßes, der Anregung zur praktischen Betätigung für die Sache der Frauen. Viele werden, auf den rechten Platz gestellt, durch praktische Betäti gung in der Frauenbewegung auf politischem wie gewerk. schaftlichem Gebiet berufen sein, unserem Kampf als Klasse wertvolle Dienste zu leisten. Diese Kräfte unserer Bewegung nugbar zu machen, ist eine unserer wichtigsten Aufgaben der Zukunft. Zeitfonette Es liegt ein Bangen in der Luft. Die Sonne brennt. Der Tag Iteht Ichwül. Im Often klirrt's wie Kampigewühl... Im Often gähnt's wie Gruft an Gruft... Belonnenheit! Und ruhig Blut! Ein falicher Ruck; das Schifflein fault Dem Abgrund zu! Beherrich die Fault, Wie fehr fie zittert auch in Wut! Ein falicher Ruck was du gefügt Zum Fundament in Pein und Пot, Ein leiler Lufthauch schon genügt Und wieder grinfen Krieg und Tod... Von Mord und Gier, von Qual und Streit Klirrt neu die Zeit... Befonnenheit! Der Weg zum Volksstaat Von Carl Diesel II. Rortjehung) Dieje Anmerkungen zur Tagespolitik müssen noch eine Erweiterung erfahren; es wird dann der Leserin um so augenfälliger sein, daß fie teine Abschiveifung vom Thema darstellen. Die französische Republik, ist in der Art, wie sie 1871 unter Umgebung des Proletariats geschaffen wurde und sich seit. dem ,,, in unverändertem Aufstieg" durch die Jahrzehnte ge schoben hat, durchaus nicht als Vorbild anzusehen. Am affer wenigsten sollte sie für Deutschland als Beispiel gelten, für ein Deutschland, in dem Militär- und Kapitalistenherrschaft den Volksgeist bei Ausbruch der Revolution in einem weit höheren, weit gefährlicheren Maße mechanisiert und ersticht batten, als im faiserlichen Frankreich. Um so größer ist aber eben darum die Gefahr für eine Neugestaltung, für ein Neubeleben des deutschen Geistes, der doch„ letzten Endes" wie spöttische Wirtschaftsfanatiker gnädigst zugestehen bedingend ist für den Aufbau zu Volksstaat! In der politischen Frauenbewegung muß auch die gewerf. schaftliche Erfassung der weiblichen Volksgenossen eine storfe Förderung erfahren. Wenn wir als Sozialdemokratinnen fordern, daß der Frau alle Arbeitsplätze, für welche fie sich eignet, zu erschließen find, wenn wir für sie gleiche Löhne fordern und als Politikerinnnen dafür eintreten, daß der Schutz der arbeitenden Frau so weit ausgebaut werden muß, daß sie ohne Verlegung ihrer Mutter- und Hausfrauenpflich ten ihre Arbeitskraft verwerten kann, dann dürfen wir bei Wenn uns also vom gegenwärtigen Franfreich und seiner der politischen Agitation auch nicht die Notwendigkeit des ge- Politik eine tiefe Kluft trennen müßte, so sind wir dagegen werkschaftlichen Zusammenschlusses der Arbeiterinnen außer dem Frankreich der Zukunft aller Wahrscheinlichkeit nach un acht laffen. Die wirtschaftlich selbständige, das heißt poff- so inniger verbunden. Was ich am Schluffe des vorigen b wertig entlohnte Arbeiterin wird dem politischen Leben ihrer schnittes über diesen Gegenstand sagte, gehörte nicht in den Atlajie regere Teilnahme entgegenbringen, als die unfreie und Rahmen einer geschichtlichen Betrachtung: man wird sich er schlecht entlohnte Arbeiterin der früheren Zeit. In dem poli- innern, daß ich es jedermann freistellte, die Berechtigung fischen und wirtschaftlichen Umbildungsprozeß, in welchem meines Hoffens und Denkens anzuerkennen oder nicht. Uit wir uns befinden, muß auch der arbeitenden Frau der Blat/ auch denjenigen Genüge zu geben, die in mir nur den Maler gesichert werden, der ihr nach ihrer Bedeutung im Wirtschafts4 eines schönen, aber recht zweifelhaften zukünftigen Zustandes Dazu müssen alle helfen, welche die Mit sehen, gleichzeitig auch, um unsere Zeit zu fennzeichnen, die leben zukommit. Nr. 37 Die Gleich beit den Wiederaufbau der europäischen Nationen in erster Linie auf Wirtschaft Wirtschaft Wirtschaft*) gegründet wissen will, sei an die Notwendigkeit, an den naturgemäßen Zwang erinnert, der Deutschland und Frankreich in Zukunft wirt schaftlich einander näher bringen wird. In einem vortreff lichen Leitartikel des„ Vorwärts"( Nr. 339 vom 7. Juli 1920) ist über die Frage einer zufünftigen deutsch- französischen Wirtschaftspolitik u. a. gesagt: Es ist Tatsache, daß der Vertrag von Versailles, gerade weil er willkürlich verfuhr und ins lebendige Fleisch der wirt. schaftlichen, nationalen und geschichtlichen Zusammenhänge schnitt, die Staaten, Sieger wie Besiegte, einander näher brachte und untereinander unzertrennlich verknüpfte. Nirgends aber tritt dies so deutlich in die Erscheinung wie in dem Verhältnis zwischen Frankreich und Deutschland. Die Träger aller modernen Wirtschaft sind Kohle und Eisen. Nun bestand schon vor dem Kriege zwischen Deutschland und Frankreich ein Mißperhältnis in der Verteilung bon Kohle und Eisen, oder vielmehr ein Ergänzungsverhältnis. Frankreich hatte zuviel Eisen und zu wenig Kohlen; Deutschland hatte umgekehrt zu wenig Eisen und zuviel Kohlen. Frankreich mußte also tohle einführen und Deutschland Eisen. Dieses Mißverhältnis hat der Vertrag von Verfailles noch ungemein verschärft. Deutschland und Frankreich sind in den lebenswichtigen Elementen der Wirtschaft noch weit mehr voneinander abhängig, d. h. Frankreich und Deutschland ergänzen einander, sind wie die siamesischen Zwillinge untrennbar miteinander verbunden. Und der Vertrag von Versailles hat diese Tatsache fast unberücksichtigt gelassen. Wohl verpflichtet der Vertrag Deutschland, an Frankreich 10 Jahre lang 7 Millionen Tonnen Kohlen jährlich zu liefern, d. h. so viel, wie Deutschland bereits vor dem Kriege an Frankreich lieferte. Der Vertrag verpflichtet Deutschland *) Tie Tatsachen nötigen dazu, diese Forderung anzuerkennen, boch darf man nicht dahin gelangen, den Staatenaufbau nur durch eine„ geeignete" Wirtschaftspolitik vorzunehmen. Am allerwenigsten in einer jungen Republic. * Feuilleton Altern Sommerfreude, die ungelebt veríank, Steigt noch einmal auf Und fammelt fich in Blütenkronen Ueberbauchend fie mit fahlem Rot Mit blauer entfagender MattigkeitVon all dem Leuchten, Das Sommerfreude in lich trug Ein erfterbender Widerschein Hitern Ein Frauenschicksal Von Wilhelm Paezel * Peter Stru. ( Schluß) nd dann die Blesse im Stall, die weißbunte Kuh, die von jedem geftreichelt, jeden mit ihrem ,, Mub" begrüßte. Dazu die gackernden Hühner und schnatternden Enten und Gänse, die auf die Trift getrieben wurden. Wie oft hatte da Marie, wenn ihre gefiederten Schüßlinge weideten, auf dem Rücken gelegen, die Hände unterm Kopf, einen Grashalm im Munde, den blauen fie verfolgte, das Gesicht zur Erde gewendet, die Insektenwelt, Himmel betrachtet oder dem Fluge der Wolfen zugeschaut. Oder die rajche Erdspinne, die rastlose Ameise, die unterschiedlichen Käfer, oder ließ das lebhafte Marienwürmchen an einem Halm und an sich selbst in die Höhe flettern. Lie junge Frau hob den Kopf. Dann stand sie auf und durchmaß mit langjamen Schritten das Zimmer, hin und her, hin und Ja, dort war ihre Heimat, wenn auch das Elternhaus längst fremben Leuten gehörte, wenn auch kein Mensch sich ihrer mehr 299 weiter, das Defizit, das durch die Zerstörung der Kohlengruben Nordfrankreichs entstanden ist, während der ersten fünf Jahre bis zu dem Maximum von 20, während der zweiten fünf Jahre bis zu dem Maximum von 5 Millionen Tonnen jährlich zu decken. Aber für die 7 bis 8 Millionen Tonnen Schmelzkofs, die die lothringischen Hochöfen und Stahlwerke vor dem Kriege aus dem westfälischen Kohlenbecken bezogen, sieht der Vertrag feine Lieferungspflicht vor. Nur Zollfreiheit für die aus Elsaß- Lothringen stammenden Erzeugnisse hat Deutschland fünf Jahre lang zu gewähren, und auch ohne Ausfuhrzölle alle möglichen Erzeugnisse nach Elsaß- Lothringen ausführen zu lassen. Unter den Produkten, die Deutschland während der kurzen Frist zollfrei nach ElsaßLothringen gelangen lassen muß, hat man aber gerade Kohle und Koks vergessen! Das Resultat ist denn auch für die lothringische Eisenindustrie geradezu verhängnisvoll: Von 66 Hochöfen sind 45 ausgelöscht; die Produktion von Gußeisen sank von 4165 000 Tonnen im Jahre 1913 auf 1 112 000 im Jahre 1919." ( Fortsegung folgt) Briefe über Kindererziehung III. Sehr verehrte ungnädige Frau! Meine Ahnung hat mich also nicht betrogen: Ihre Kinder lassen Sie sich nicht nehmen, und auch Ihr Mann, sagen Sie, will nichts davon wissen, als bloßer Erzeuger einiger namen losen Nummern der künftigen Zeitgenossen zu gelten, sondern beansprucht den Ehrentitel des Erziehers seiner Kinder; mit den französischen Experimenten, wonach schon die Säuglinge Vorfaserniert werden sollten, wollte er nichts zu tun haben. trefflich! So weit wollte ich Sie gerade haben! Sie sind viel zu vernünftig ohne Schmeichelei sei es gesagt, nur zu meiner eigenen Rechtfertigung, daß ich mit Ihnen überhaupt über dies schwierige Thema forrespondiere als daß Sie den Satz aussprächen oder nur dächten, gegen den ich meine Kritik richte: ,, Das ist mein Kind; da hat mir niemand dreinzureden!" Das ist der falsche Eigentumsbegriff, wie ihn der Sozialismus auch sonst bekämpft beim Kapitalisten und Großgrundbesizer, der auch glaubt mit seinem" Gelde oder Mittergut machen zu können, was er will. Das richtige Mein und Dein aber ist nicht erinnerte. Das war die Erde, in der sie neue Wurzeln schlagen fonnte, auf der sie für sich und ihr Kind ein eigenes Glück crbauen würde. Alles hatte ihr das Schicksal zerschlagen, aber sie selbst war jest geschmiedet worden in namenlosem Leid und Wch. Ein neuer Mensch war in diesen legten, schweren Stunden in ihr erstanden und dieser Mensch würde das Leben meistern. 黃 Weinumsponnen sind die Fenster und in dem Gärtchen davor blühen luftig bunte Sommerblumen. Rosen und Lerbene mischen thren süßen Duft mit den Neffen und Rejeden und alles atmet Leben. Frieden und Kraft Am offenen Fenster steht die Nähmaschine und auf dem Gesicht der emjig daran schaffenden Frau liegt der Ausdruck heiterer Zufriedenheit. Wenn sie die Augen hebt, geht der Blick mit stillem Leuchten in die Weile. Und wer vorübergeht, sendet einen freundlichen, achtungsrollen Gruß zu der Frau. Sie hat sich eine Welt geschaffen, die ihr und ihrem Kinde allein gehört und zu der doch alle Zutritt haben, die mühselig und beladen, zu stürzen glauben auf dem harten Lebensweg. Frau Maries flarer Geist und starter Wille Lichten sie auf. Ein neues Geistesleben hat sich durch ihre stille Arbeit in dem Dorfe entfaltet; sie hat den Weg zur Befreiung der Frau aus allen Fesseln der geschlechtlichen und wirtschaftlichen Sflaverei im Sozialismus gefunden und nun weist sie ihn den anderen. Das ist keine Arbeit, deren Ruhm laut hinausfling: in die Welt, aber es ist die, welche den sicheren Grund gibt, für die glückliche Zukunft der Menschheit. Und die deshalb ihren Segen in sich trägt. Die heilige Arbeit Ihr wollt die heilige Arbeit sehn? Ihr wollt zu den Mühseligen, Beladenen, Verzweifelnden gehen, die dennoch sehnsüchtig den Gott der Erlösung suchen? Die dennoch mitten in grausamem 300 reich beit ein Bündel von Rechten an irgend einem Gegenstand, sondern ein Bündel von Pflichten, die man auf sich nimmt, und erst aus der Erfüllung dieser Pflichten wächst dann das Recht hervor, dabei von keinem Unbeteiligten, Fremden, gestört zu werden. Das Kind ist keine Gabe, sondern eine Aufgabe. Noch dazu eine Aufgabe, bei der aus lauter scheinbar bekannten Größen ( Eltern, Ahnen, Haus, Schule, Umgebung) schließlich doch etwas Unbekanntes herauskommt, von dem niemand mehr sagen kann, daß es sein Eigentum wäre: eben das Neue, Eigene in der lebendigen Persönlichkeit, das die Menschheit weiter bringt. Je besser die Eltern nun diese Aufgabe erfüllen, das neue X sich entwideln zu lassen, desto eher sind sie berechtigt, fich gegen fremde Störung ihrer Erziehungsaufgabe zu wehren. Nur die Verzweiflung daran, daß Turchschnittseltern in unseren durchschnittlich so wenig für freie Erziehungskunst geeigneten wirtschaftlichen Verhältnissen überhaupt noch ihre Kinder richtig erziehen können, hat den Staat veranlaßt, den Unterrichtszwang und mit der neuen Verfassung sogar den Schulzwang einzuführen, hat tiefblickende Pädagogen die Forderung erheben lassen, den Eltern durchweg die Unterrichts- und Erziehungspflichten abzunehmen und Sachverständigen zu übertragen, hat endlich französische und andere Sozialisten in Ueberspannung des Gleichheitsgedankens auf die Idee der staatlichen Erziehungsfasernen gebracht, die allerdings allen Familienegoismus totschlagen, leider aber auch alle Eigenart. Ein Stückchen solcher Verzweiflung aber stedt min auch in Ihrer weiteren-ungnädigen Bemerkung:„ ich wüßte wohl gar nicht, was eine Hausfrau alles zu tun hätte, daß ich ihr mit den Ansprüchen käme, fie folle sich auch noch zur Erziehungskünstlerin ausbilden; sie habe eben dazu einfach feine 3eit!" Bum Grziehen. feine Zeit!? Ja, das erinnert doch sehr an den vielbeschäftigten Vater, der ein- für allemal den Sonnabend Abend von 7-8 Uhr für die Erziehung" bestimmt hatte und dann pünktlich seine Jungen der Reihe nach durchprügelte. Als ob man nach der Uhr erziehen könnte! Oder erziehen lernen wie Geigenspielen lernen! Ach, liebe Frau Margarete, auch die überlastetste, gejagteste und geplagtefte Hausfrau, und gerade sie, hat meiner Erfahrung nach noch immer überreichlich Zeit gefunden, ihre Kinder zu verziehen warum sollte das richtige Erziehen mehr Zeit beanspruchen? Was dauert länger? der einmalige ruhige und beſtimmte Ordnungsruf der Mutter, die ihr Kind gewöhnt hat, aufs Wort zu folgen, oder das viel= malige bon immer steigendem Aerger begleitete„ Laß doch!" ,, Wirst du wohl gehorchen?"" Wart nur, ich werde dir helfen!" Lärm und roher Lust des Tages gläubiger Inbrunst voll auf den Messias ihrer Hoffnung und Sehnsucht warten, der sie einem hohen, erhabenen Ziel entgegenführen soll? Die trotz drohender, höhnisch grinsender Gewalt aufrecht und start den geraden Weg zu diesem Ziel ihrer Sehnsucht schreiten? Wohl ihr braucht nicht lange zu suchen. Denn die heilige Arbeit ist mächtig und ihre Kämpfer sind zahlreich wie Sand am Meer.. Die heilige Arbeit ist dann sofort der Triumphator des Erdballs, wenn ihre Streiter und Helden alle, alle plötzlich ein jähes, heißes Wollen in stolzer Stunde durchbebt... Ihr wollt die sehnsüchtig kämpfenden, ringenden Männer und Frauen der heiligen Arbeit und Armut sehn?.... Ihr wollt die Knechte und Herrscher der Großstadt grüßen?.. Blichft um euch! Seht ihr dort diesen Arbeiter, der in schmutziger, zerlumpter Werktagsbluse, den Enapf in der Hand, mißmutig die Fabrik, die Stätte der brausenden, schaffenden Arbeit verläßt? Zur Erde wendet er den stumpfen Blid, scheu sieht er auf, wenn du zu ihm sprichst, knapp und ärgerlich gibt er seine Antwort. Und doch, doch sage ich dar, daß er tief unter seiner schmußigen Bluse und seiner Unfreundlichkeit ein heißpochendes Menschenherz trägt, daß auch in erhabener Liebe verbluten tann... Sie alle, die Millionen alle, die mit ihm des Abends die Stätte ihrer Arbeit verlassen, ballen heimlich die Faust ob dieser Welt der Freude, des Betruges und der eigenen Qual, und fühlen doch selbst in diesem Auffladern zähen, ungestümen Hasses einen gläubigen Mut, ein reines und startes Vertrauen auf eine Zukunft der Liebe und Gemeinschaft. Eins läßt sie standhalten selbst in Stunden banger Verzweiflung, die Gewißheit: Ihr Kampf: st Sieg ihrer Kinder. Komm weiter mit mir! Siehst du dort die Arbeiterfrau, Sie Pr. 37 usw.? Braucht man mehr Zeit dazu, flug zu sein als dumm? Am Ende stellen Sie sich den richtigen Erzieher vor, wie er stets mit hochgehobenem Zeigefinger unendliche Moralpredigten auf die in Reih und Glied geduckten Kinderköpfe herniederplätschern läßt oder mit ihnen kniffliche Streitfragen mit ihrem Für und Wider erörtert. Sie können überzeugt sein: Wer sich zum Erziehen erst in Bofitur sehen muß, Vorbereitungen dazu treffen und sein Gesicht in Schulmeijierfalten legen muß, der täte besser, sich sogleich ins Betf zu legen da schadete er wenigstens nicht! Erziehen heißt einfach: sich so geben, wie man ist, und das erfordert schließlich weniger Zeit als jedes Scheinen wollen. Davon, wie man nun eben ist, hängt es nun freilich ab, ob man erzieht oder verzieht, Vorbild oder Schreckbild darstellt. Da hilft nicht das schöne Vorreden, selbst das Vormachen nicht immer, nur das Vorleben. Kindern fann man eben nichts vorreden oder vormachen die sind viel zu schlau, um nicht jede Maske sofort zu durchschauen. Das wäre wahrhaft verlorene Zeit, wollte sich Vater oder Mutter einfallen lassen, ihren Kindern die idealen Eltern vorzuspielen! Man ist Vorbild- oder man ists nicht! Es ist die alte Geschichte vom Selbsterzogensein, um andere erziehen zu können. ,, Nun also, was habe ich gesagt?" werden Sie triumphieren. Ich fühle, ich bin kein Vorbild und kann keins sein und lernen läßt es sich auch nicht!" Leider muß ich Ihnen auch diesen traurigen Triumph nehmen. Zumindest mit dem Bekenntnis, daß es mir genau so geht, und ich fürchte sehr, wir werden auf der ganzen Erde keine Erzieher finden, die sich zutrauen, Vorbilder sein zu fönnen, und die, die sichs etwa doch zutrauen, wären eben dann keine! Zweitens aber: Wer hat denn verlangt, daß Sie oder ich oder der Herr Lehrer Vorbild in allem sein sollten? Das wäre ja eine unerträgliche Tugendboldigkeit, die einen solchen Idealmenschen sofort uns und unseren Kindern in die Himmelswolfen entrüdte ganz abgeschen davon, daß ein solcher Mustermensch auch seinerseits uns gar nicht verstände! Denn, im Vertrauen gesagt, man muß schon so ein bißchen Lausbub gewesen sein, um einen richtigen Lausbuben verstehen zu können! Aber ein bißchen Vorbild kann man doch auch wieder fast jedem sein! Es braucht ja nicht viel zu sein: hier ein bißchen Berufstreue, da ein bißchen Fleiß, dort ein Restchen Gea wissenhaftigkeit, da wieder ein ganz fleines Stückchen Liebenswürdigkeit malen Sie sichs selbst aus, wie so ein paar bunte Lappen gleich ein ganzes Lumpenkleid verschönern! Und ver= geffen Sie nicht: Kinderaugen machen schon aus dem armseligsten ihre Hände tragen scharfe Spuren der heiligen Arbeit, doch ihre stille Bebe zu allem, was ist und wird, adelt sie. Siehst du dort den Arbeiterjungen? Kaum der Schule entwachsen, muß er in schwerer Arbeit mithelfen, das tägliche Brot zu verdienen. Noch ist seine Seele rein, doch bangend frage ich: Wird sie von den Lügen der Welt, von den schmutzigen Freuden des Abends nicht beschmutzt werden? Wird sein Herz nicht Stein werden in dieser Welt des Faustrechts und der. rohen Gewalt? Noch lachen seine Augen und sprühen doch schon jubelndes Kämpfertum und stolze Siegesfreude. Wissende Legeisterung ver leiht seiner Phantasie Flügel, die den Geist der Morgenröte des jungen Tages entgegentragen. Heilige Arbeit! Dir singen die Großen der Menschheit ihre stolzen Hymnen, du bist es, die dem Atlas gleich den Erdball auf deinen starken Schultern trägst! Euch aber, die höhnisch ver achytend auf die Kämpfer und Helden heiliger, adelnder Arbeit heiabsehen, rufe ich mit dem Dichter Jacoby, einem Dichter und Hymnenfänger der Arbeit, zu: O, glaube nicht, der niedre Mensch, er sei des Sinns der Schönheit bar, Was auch die Lästerzunge spricht o glaub' es nicht! Es ist nicht wahr! Ein tiefes, banges Sehnen zieht, ein Streben auch, ihm unbewußt. Nach dem, was göttlich ist und schön, durch des geringsten Menschen Bruſt. ihrer harrenden Kinder entgegeneilt, die allein im ärmlichen„ Zu- Feierabend. hause" blieben, während die Mutter zur Arbeit ging? Von Abend am Rhein W. Schenk. Redlich abgearbeitet, aber im Herzen das wohltuende Bewußtsein erfolgreich beendeter Tagesarbeit, ver Sorgen ist ihre Stirn gefurcht, ihr Leben war Armut und Mühen, tausche ich die Arbeitsjoppe mit dem Ausgehrod. Draußen wartet Str. 37 Die G eich bei t Fliden ein Prachtgewand. Nicht nur bei den Puppen, bei allem, was jie lieben! Die Mutter, die ihren Kindern nicht zu allererst ein Engel wäre, müßte schon eine rechte Teufelin sein. Wenn es Ihnen auch schwer fallen sollte, versuchen Sie es doch einmal mit der Engelhaftigkeit! Dr. R. Benzig. Aus unserer Bewegung Frauenkonferenz im Bezirk Kaffel. Am Sonntag, den 29. August, fand in Staffel eine sehr gut beschickte Bezirksfrauenkonferenz statt. Genoffin Ege- Frankfurt( Mitglied der Preußischen Landesver sammlung) referierte über das organisatorische und politische Gebiet. Genossin Meta Quard- Hammerschlag( Stadträtin in Frankfurt a. Main) war die ausführliche Behandlung der Wohlfahrtspflege übertragen worden. Beide Referate waren ausführlich und flar gehalten und führten zu einer lebhaften Aussprache, in deren Verlauf sich viel Arbeitswillen und Idealismus unserer Genofsinnen offenbarte, wobei aber auch der sehr dringende Wunsch nach Unterstüßung durch die Organisation, soll heißen: durch die männlichen Genossen, ausgesprochen wurde. Von der Wahl eines besonderen Bezirksausschusses für Arbeiterwohlfahrt wurde aus praktischen Gründen abgesehen, dagegen eine Kaffeler Genoffin ge= wählt, die dem Bezirksausschuß für den Bezirk Frankfurt angehören soll; dadurch wird das Tätigkeitsgebiet desselben auf den ganzen 21. Wahlkreis( Hessen- Nassau) ausgedehnt. Die Genofsinnen wurden auf der Konferenz verpflichtet, in der allernächsten Zeit in ihren Orten Ausschüsse für Arbeiterwohlfahrt zu gründen. Genossin Juchacz sprach im Auftrage des Parteivor standes der Konferenz Grüße und die besten Wünsche für gedeihliches Arbeiten aus und beteiligte sich in sachgemäßer Weise an der Debatte. Der Bezirksvorstand gab durch den Genoffen Hausschild einen Ueberblick über die Parteibewegung im allgemeinen und über die Frauenbewegung im besonderen. Er gab durch seine Ausführungen tlar zu erkennen, daß er von der Notwendigkeit der tatkräftigen Förderung der Frauenbewegung im Interesse des Sozialismus durchbrungen sei. Möge diese Konferenz dazu beitragen, daß die Frauenbewegung im Bezirk Kassel kräftig genug werde, um alle Aufgaben, die ihr gestellt sind, zu lösen, um besonders bei zukünftigen Wahlen unjerer Partei und damit dem Sozialismus den Sieg sichern zu belfen. schon die Liebste, in frohen Augen einen Gruß und ein freundliches Wort auf den Lippen. Was der Tag an fleinen Erlebnissen brachte, was an großen und fleinen Sorgen vorbei ist, das ist bald erzählt und während wir fast unvermerkt aus den engen Straßen herauskommen, lassen wir die geschäftige Eile der Stadt hinter uns zurück. Friedliche Ruhe herrscht in den Rheinanlagen. Alle Besucher haben dasselbe Ziel: Weiter oben wird Musikabend sein. Hübsch ans Buschwerk gerückt ist ein Tischchen noch frei. Bald füllt sich der geräumige Play. Plaudernd erwarten wir den Konzertbeginn. Wöhlig zurückgelehnt lauscht man dem Wohltlang des Männerchors und die Musik umschmeichelt das Chr. Leise kommt es vom jenseitigen Ufer im Nachklang zurück. Wollen auch die Sorgen des Tages sich manchmal wieder vordrängen, so bericheucht sie wieder ein warmer Blic, ein Händedruck von der Liebsten. Und ganz von selber kommt man in besinnliche Stimmung: Wenn man bald eine Wohnung bekäme, würde man sich mit den wenigen eignen Sachen so hübsch einrichten können. Zwar das fehlt noch und jenes; aber mit der Zeit wird sich alles beifinden. Und zu bestimmter Zeit wird unser Zusammensein noch schöner I Und die Gedanken spinnen sich in noch weitere Zukunft; Pläne werden, wenn wir gemeinsam zu betreuen haben, was noch fehlt. für die Lebensarbeit, Gedanken über die äußere Gestaltung des Lebens tauchen immer neu aufund auf den Flügeln des Gefanges erheben sich die Wünsche und Hoffnungen in die Sphären der Traumerfüllung. und den Sängern. Durch die dunkelnden Laubengänge wenden Freundlicher Applaus um uns herum dankt den Orchesterleuten wir uns heimwärts. Schon naht sich wieder die weniger freudige Gegenwart mit ihren barten Dingen. Ja damit fann fein empfindsames Gemüt fich abfinden, so auf ungewisse Zeit hinaus von der herzlosen Welt einer gemieteten Zimmereinrichtung, die Fremden gehört, ab 9 Aus der Frauenbewegung des Auslandes Die politische Frauenschulung in England. " 301 Zur politischen Schulung der Frauen hat die englische Womens Freedom League" einen großen Erziehungsfeldzug durch das ganze Land unternommen. In" Wahlschulen" werden richtige Probewahlen und Wahlversammlungen abgehalten, in denen sich die Wählerinnen im Reden und Debattieren üben. Auch jegliche Form der Wahlpropaganda wird auf den Schulen gelehrt. * Organisation der englischen Arbeiterinnen. Am 23. Juli wurde in Sheffield der Zweijahreskongres des Nationalen Arbeiterinnen- Verbandes abgehalten. Mit 325 gegen 13 Stimmen wurde beschlossen, daß sich der Frauenverband mit dem Allgemeinen Nationalen Arbeiterverband vereinigt unter der Bedingung, daß der Frauenabteilung ihr selbständiges Entschei dungsrecht über alle Frauenangelegenheiten unbenommen bleibt. " Der Kongreß nahm ferner eine Entschließung zugunsten der Mutterschaftsversicherung und über die Festsetzung von Minimal. löhnen für Arbeiterinnen an.* Der Völkerbund der Frauen. In dem offiziellen Organ des Bölferbundes berichtet die Marquise von Aberdeen und Temair über eine Völkerbund- Organisation der Frauen, die 1880 in Washington ins Leben gerufen wurde und sich zum Ziel setzt, die Einigkeit und das gegenseitige Berständnis unter allen Frauengesellschaften, die für das allgemeine Wohl der Menschheit in der ganzen Welt arbeiten, zu fördern. Während der Tagung der Friedenskonferenz in Paris empfing die Völkerbundkommission Delegierte des Frauenvölferbundes. Es wurde ihnen zugesagt, daß in den Völkerbundvertrag eine Klausel aufgenommen würde, wonach alle Aemter und Kommissionen unter dem Völkerbund den Frauen zu denselben Bedingungen wie den Männern offen stehen. Wir verlangen, so schreibt die Marquise von Aberdeen, daß alle Völker, die dem Völkerbund beitreten, sich zu dem Grundsatz des gleichen Stimmrechts für Frauen und Männer befennen sollen, daß sie sich verpflichten, den Frauen und Kinderhandel abzuschaffen und daß internationale Burcaus für Volksgesundheit und Erziehung errichtet werden. Auf dem Kongreß der Weltfrauenliga, der im September int Kristiania stattfindet, wird der Völkerbund der Frauen eine große Tagung abhalten. hängig zu sein. Ein gutes Wort läßt aber doch wieder die Hoffnung neu aufleben, daß auch uns bald ein gütiges Geschick das beschert, was uns am ersten fehlt: Die eigene Wohnung. So spinnt sich um diese Frage alles Denken und Erwarten. Die Nacht ist hereingebrochen. Mit dem Bild der Herrlichkeif des Rheinstromes, mit den gehörten Melodien und Harmonien im Sinne gehen wir zur Ruhe. Und der neue Morgen findet uns frisch und gerüstet zu erneutem Schaffen und Hoffen Emma ich. Alle Staaten müßten fich zu einem einzigen Erdftaat vereinigen. Der Grundlatz wäre, jeder Planet, jeder Stern bildet für lich nur einen Staat. Die Sieger freuten fich ob des Sieges, die Befiegten weinen ob der Niederlage. Keine der beiden Parteien aber dankt, daß der Krieg zu Ende ift, keine empfindet Scham, Entfetzen, Abicheu vor dem begangenen Verbrechen.* Man foll denken, daß ein Tienich nicht zum ersten Male, fondern zum letzten Male lebt, zum letzten Male in aller Ewigkeit. Der Krieg ift ein Streit um Güter, die in faft beliebiger Menge vorbanden find, nur fucht man ſie ſtatt durch Arbeit zu schaffen, durch Mord zu rauben. Man kann nicht Menfch fein und gleichzeitig einem anderen Menichen das Bajonett in den Bauch rennen. Ueberhaupt ist jedes Töten ein Ausdruck von Feigheit. Die Menschen haben bisher eigentlich nur zwei Dinge wirklich verehrt: den Krieg und das Geld, alío den fogenannten Helden und denn reichen Mann. Aus dem Roman„ Der Пarr der Liebe", von E. Müller- Sturmbeim 302 Die Gleich beit England. Auf Grund der Konferenz der Internationalen Arbeiterbewegung und der Liga für Völkerbund, die im November borigen Jahres in Washington abgehalten wurde, beschäftigte sich das englische Parlament mit einer Gesezesvorlage zum Schutze der Frauen und jugendlichen Arbeiter vor Bleivergiftungen. soll ein Beschäftigungsverbot für Frauen und Jugendliche ein geführt werden in allen Produktionszweigen, in denen Blei verarbeitet wird. E3 Die ständige Kommission der industriellen Frauenorganisation in England, die eine Million arbeitender Frauen vertritt, hat laut einer Veröffentlichung der Arbeiterpresse eine Resolution gefaßt, in der sie gegen den Krieg mit Rußland protestiert. Die Resolution verlangt sofortigen Frieden und die Wiederaufnahme der Handelsbeziehungen. Die englischen Zeitungen berichten, daß die während des Krieges eingeführte Frauenpolizei sich als so tüchtig erwiesen habe, daß man sie in den dichter bevölkerten Stadtbezirken beibehalten wird, wo sie zum Schuße der Frauen und Kinder eine Notwendigkeit geworden sind. Dänemark. Frau Elna Munch ist zum dritten Male ina dänische Parlament gewählt worden. Italien. In Rom starb im Alter von 84 Jahren die Begründerin der italienischen Frauenbewegung, Anna Maria Mozzoni. Seit 1865 arbeitete sie für die Bewegung als Dozentin und Schriftstellerin und verfügte über ein reiches Wissen. Jda Braun. * Das Frauenwahlrecht in Amerika. Eine Freudennachricht aus Amerika: Tennessee hat als 36. nordamerikanischer Staat das Wahlrecht angenommen. Damit ist die Gewährung des Frauenwahlrechts für sämtliche Vereinigte Staaten zu der die Zustimmung von 36 Staaten erforderlich ist ge fichert. Die Frauenbewegung hat einen neuen wichtigen Erfolg errungen. Das Frauenwahlrecht ist den Amerikanern nicht so leicht in den Schoß gefallen wie ihren deutschen Schwestern. Gewaltige Kämpfe und Anstrengungen hat es gefoftet. Schritt für Schritt, in müh feligem Ringen wurde ein Staat nach dem anderen erobert. Vis nun endgültig der Sieg gewonnen ist. Ursprünglich übten die amerikanischen Frauen das Wahlrecht genau so wie die Männer aus. Als 1783 fich 13 Staaten zusammenschlossen, hatten nur 4 das Wahlrecht auf die Männer beschränkt: Virginia 1699, Newhorf 1777, New Hampshire 1784 und Massachusetts 1780. Jn den anderen bestand das Wahlrecht prattisch für die Frau als freigeborene Einwohner, Steuerzahler und Haushaltungsvorständen". Als aber 1787 auf dem Kongreß zu Philadelphia die Frauen den Antrag stellten, das Frauenwahlrecht ausdrücklich in die Verfassung aufzunehmen, da hatten sie den„ Erfolg", daß auch die übrigen neun Staaten die Frauen vom Wahlrecht ausschlossen, indem sie das Wörtchen„ man"(= Mann) in die Wahlgejeze einschoben. Erst 1848 jepte eine ausgesprochene Frauenstimmrechtsbewegung in Amerika ein. 1869 wurde der erfte Erfolg erzielt: Wyoming gab den Frauen das politische und kommunale aktive und paſſive Wahlrecht. Im nächsten Jahr folgte Utah. Dann kam eine große Pause. Erst 1893 folgte Colorado als 3., 1896 Idaho als 4. Staat. In Kansas hatten die Frauen das Gemeindewahlrecht seit 1887. 1914 hatten erst 10 nordamerikanische Staaten das Frauenwahl recht angenommen. Man sieht, wie langjam die Bewegung vor dem Krieg, wie über alle Hoffnungen und Erwartungen schnell die Entwicklung während und nach dem Kriege zugunsten der Frauen vorgeschritten ist. Von den Präsidenten wurden die Frauen wenig unterfügt. Zwar beschäftigten sich Garfield, Hayes und Cleveland mit der Frage, und die beiden letzten unterstügten Anträge zugunsten des Frauenwahlrechts. Aber wirklich eingetreten für die Frauen sind nur zwei: Abraham Lincoln, der das Wahlrecht allen Weißen" geben wollte, die Steuern zahlen oder Waffen tragen, ohne die Frauen davon auszunehmen", wie er in einem Brief an seine Wähler 1836 schrieb, und Theedor Roosevelt, der im Staatsparla ment von Newport dafür eintrat und sich 1899 öffentlich dafür, aussprach. " Welchen Umfang die Frauenbewegung in den Vereinigten Staaten angenommen hat, beweist am besten wohl die Mitglieder zahl der Frauenstimmrechtsvereinigung, die 1909 etiva 100 000 betrug. Nr. 37 Von Interesse dürfte es noch sein, wie Käthe Schirmacher in ihrem Buch über die Frauenbewegung mitteilt, daß der sehr leb hafte Frauenstimmrechtsfeldzug im Staat Oregon 1906 hauptsäch lich an dem Widerstand der Alkohol- und Bordellfreunde gescheitert ist! Im März 1917 zog die erste Frau in das Repräsentantenhaus ein: Miß Jeanette Hantin. Sie hatte mit 7000 Stimmen über ihre fieben männlichen Gegenstandidaten gesiegt. Befannt wird es noch sein, daß Mig Rantin bei der Abstimmung über den Eintritt Amerikas in den Weltkrieg als einzige Frau, die im amerikanischen Parlament saß, den Mut hatte, gegen den Krieg zu sprechen und zu stimmen. Wir beglückwünschen die amerikanischen Frauen zu ihrem Sieg, der auch auf die anderen Länder zurückwirken und dazu beitragen wird, die Befreiung der Frau zu beschleunigen. Kurt Heilbut. Aus London wind gemeldet: Die bekannte Vorfämpferin des Frauenwahlrechts Mig Pankhurst ist vor kurzem nach Rußland abgereist und befindet sich auf dem Wege nach Moskau. Vor ihrer Reise gab fie an, daß sie mit Lenin über die Errichtung einer britisch- kommunistischen Partei beraten will. ★ In Moskau wurde der erste internationale Kongres Tom munistischer Frauen eröffnet. In das Präsidium des Kon gresses sind u. a. gewählt worden: Katta Dalystren( Schweden). Roja Feldscheidt( Deutschland) und eine Delegierte für den Orient. Zum Ehrenvorstand wurden gewählt: Frau Kollantai, Klara Zetkin und M. Balabanova.* In Campden( England) ist vom englischen Aderbauministerium eine eigene Hochschule eingerichtet worden zur Unterweisung der Frauen in der Marmeladenbereitung. Es wird dort die gesamte Obst- und Gemüsegubereitung in frischem und konserviertem Zu stande gelehrt. Der Unterricht erfolgt in drei getrennten Grup pen, für Schülerinnen, die sich die betreffenden Kenntnisse nur für den Hausgebrauch aneignen wollen, für solche, die die erworbenen Kenntnisse beruflich verwerten wollen, und für die jenigen, die später den Beruf als Obst- und Gemüsekonservierungslehrerin ergreifen wollen. Wohlfahrtspflege Stadtfinder auf dem Lande. Von Helene Cohn, Halberstadt. Ferien! Dieses Wort läßt alle Kinderherzen höher schlagen. Bedeuten doch Ferien Fresheit für unsere Jugend. Leider müssen unsere Proletarierkinder gar zu oft in engen Straßen und Stuben bleiben und meist noch während der schulfreien Zeit auf Erwerb ausgehen. Die Zahl der Kinder, die Verwandte auf dem Lande besuchen dürfen, um sich zu erholen, ist gar zu gering und noch geringer ist der Prozentjazz der Kinder, die von den Kommunen in Ferienheime gesandt werden. Aus diesem Grunde hat der Ausschuß für Arbeiter wohlfahrt in Halberstadt nach seiner Gründung es als eine der ersten und wichtigsten Aufgaben angesehen, sich der Für sorge für die Jugend zuzuwenden und sich der Kinder anzus nehmen, die unter den schlechten Ernährungsverhältnissen unserer Zeit zu leiden haben. Wir waren uns bald darüber klar, daß, wenn wir den Kindern Hilfe bringen wollten, wir uns nicht auf den Beistand anderer großer Hilfsorganisationen im In- und Ausland verlassen duri ten, sondern daß es für uns, wenn wir wirklich etwas schaffen wollten, heißen müsse: Silf dir selbst!" In Befolgung dieses Grundjates juchten wir nun in den Reihen der eigenen Parteigenossen Unterstügung. Wir wandten uns an die auf dem Lande wohnenden Genossen, mit der Bitte, während der bevorstehenden Sommerferien Kinder von Genossen aus der Stadt bei sich aufzunehmen. Durch Vermittlung der örtlichen Organisationen unseres Pezirks ließen wir Aufrufe verbreiten, in denen wir den Genossen auf dem Lande die Not der Kinder. die das ganze Jahr über Stadtluft atmen müssen, vor Augen führten. Wir betonten die Unmöglichkeit, diese mittelfosen Stinger während der Ferien zur Erholung und Kräftigung hinauszusenden, wiesen aber auf einen Weg hin, ihnen die so dringend erwünschte Erholung zu verschaffen. Dieser Weg bestände darin, daß sich Genossen auf dem Lande bereit erklärten, sofern es ihnen möglich jet, Stadtfinder bei sich aufzunehmen. Mit großem Verſtändusz für diese Idee famen uns die Genossen auf den Dörfern ent gegen. Es meldeten sich binnen furzer Zeit so viel opferwillige Pr. 37 Die Gleich beit Landbewohner, daß wir 35 Kinder in ihre liebevolle Pflege geven fonnten. Eine eine Geldjammlung, die wir vorher veran= stalteten, Siente dazu, eine kleine Anzahl Kinder in Erholungsheimen unterzubringen. Helle Freude lag auf den Gesichtern der Meinen, als es bei Beginn der Ferien hieß: Heute geht's auf Reisen. Glückliche Hoffnungen und Wünsche zogen mit ihnen und der Trennungsschmerz machte sich nur bei denen geltend, die daheim bleiben mußten. Einige Besuche, die ich während der Feriengeit in den Aufenthaltsorten der Kinder machte, überzeugten sich, daß die Kinder fich alle bei ihren Pflegeeltern außerordentlich wohl fühlten und gut aufgehoben waren. Am Ende der Ferien, als die fleinen Gäste von den freundlichen Gastgebern entlassen wurden, flossen viele Tränen, und es erwies sich, daß in den Ferienwochen manche feste und dauerhajie Freundschaft geschlossen wurde, die sich teilweise auch auf die Eltern Der Ferienhander übertrug. Mit leuchtenden Augen und voller Dankbarkeit erzählten sie von der schönen Zeit und von all den großen und Meinen ihnen ganz neuen Erlebnissen. Aber was das Wesentlichste ist: Besonders förperlich war der Aufenthalt in der frischen Luft allen Kindern gut bekommen, alle hatten sich glänzend erholt, hatten an Körpergewicht zugenommen. Mit Stolz fönnen wir auf einzelne ,, Refordzahlen" hinweisen, denn es haben Kinder bis zu acht Pfund Gewichtszunahme in den bier Wochen gebracht. So ist unser Plan, ohne große Unkosten für die Eltern der Kinder, eine Ferienerholung und wirksame Sträftigung für die Kleinen zu schaffen, durch das liebevolle Verständnis unserer Genoffen auf dem Lande, aufs beste geglüdt., Wir hoffen, daß es uns möglich sein wird, im nächsten Jahr einer noch größeren Anzahl von Kindern diese Wohltat erweisen zu können. Wir empfehlen warm allen anderen Ortsausschüssen Nachahmung unseres Vorgehens. 303 Auf ans Werf! Arbeiten wir jeder an seinem Teil, daß die tommende Zeit eine gefräftigte und lebensfreudige Generation finde! Tagung der deutschen Wohlfahrtspflege. Unier Führung des Deutschen Vereins für öffentliche und private Fürsorge haben sich zahlreiche große Organisationen der deutschen Wohlfahrtspflege zusammengeschlossen, um im Volks= haus zu Jena in der Zeit vom 21. bis 28. September über dringende Reformen in der Gesetzgebung und Praris zu beraten. Am 21. und 22. September wird der Deutsche Kinderschuhverband über die praktische Arbeit des vorbeugenden Kinderschutzes beraten. Tas Archiv deutscher Berufsvormünder erörtert am 23. und 24. September die Befferungsmöglichkeiten der Rechtslage des unehelichen Kindes entsprechend dem Artikel 121 der Reichsverfassung. Der Deutsche Verein für öffentliche und private Für forge hat für den 24. und 25. September als Verhandlungsgegen stand die gesetzliche Reform der öffentlichen Armenpflege angefeßt. Die Deutsche Zentrale für Jugendfürsorge( 27. und 28. September) wird zu dem im Reichsjustizministerium ausgearbeiteten Entwurf eines Jugendgerichtsgesetzes Stellung, nehmen. Außer dem findet noch eine Tagung des Deutschen Ausschusses für Gefährdetenfürsorge am 25. September statt, auf welcher der heutige Stand der Gefährdetenjürsorge behandelt werden soll. In Nr. 36 der Gleichheit" befindet sich ein Auffay:„ Das Rote Kreuz' und die Arbeiterfrauen" von Grete Krebs, den wir den Mitarbeitern der Orts- und Bezirksausschüsse für Arbeiterwohlfahrt noch besonders zur Beachtung empfehlen. Hauptausschuß für Arbeiterwohlfahrt. Berantwortlich für die Redaktion: Frau Klara Bobm- Schuch. Druck: Vorwärts Buchdruckerei. Verlag: Buchhandlung Vorwärts Paul Singer G. m. b. S. fämtlich in Berlin SW 68. Lindenstraße 3 DENK AN DEN WINTER WECK Konservengläser Frischhaltungsgeräte Saftgewinner sind nur die der Firma WECK Offingen Nur die Metall- Einkaufs- Zentrale Kottbuser Damm 66( Hermannplatz) Morilzpi. 135 80 zahit die höchsten Preise für: Kupfer:: Messing:: Zina:: Zink:: Blei Stanciol:: Zeitungspapier usw. 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