644 Nr. 49 30. Jahrgang Die Gleichheit Zeitschrift für die Frauen der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands Mit den Beilagen: Für unsere Kinder. Die Gleichheit erscheint wochentlich Preis: Vier.etjährlich 3,60 Mart Inferate: Die 5 gespaltene Nonpareillezelle 1,50 Mart, bet Wiederholungen Rabatt Schieber Berlin 4. Dezember 1920 Der Krieg hat seinen Predigern und Anbetern eine neue Moral gebracht, die sich auf allen Gebieten des Lebens kundtut. Die Schiebermoral! Zuerst wurde nationale Begeisterung verschoben; die Presse wurde unter Zensur gestellt und so dem edlen Zweck dienstbar gemacht. Ehrlichkeit? Aufrichtigkeit gegen das Bolf? Ueberlebte Begriffe! Abgelöst durch die nene Moral. Tod? Berfetzte Glieder? Berschlagenes Glück? fragten die Schieber danach, es traf ja die anderen. Was Aber die neue Moral hatte weitere Ziele. Sie begnügte fich nicht mit dem geistigen Markt. Mit überraschender Geschwindigkeit bemächtigte sie sich des wirtschaftlichen; ihre Verkünder und Anhänger waren praktische Leute, die wußten, daß sich auch im Kriege mit Geld gut leben ließ. Daß die breiten Massen des Volkes hungerten und verhun gerten, daß nicht einmal die Soldaten an der Front satt wurden, ocdrückte ihr Gewissen nicht, denn sie hatten feins. Sie hatten einen Geldschrank und einen Magen und beides wurde voll. Berhütet mußte allerdings werden, daß die neue Moral das Volf" ergriff; darum wurde es mit um so eindringlicheren Tönen zum Festhalten an den alten sittlichen Pflichten ermahnt. Vaterlandsliebe, Treue, Sparsamkeit, Geduld, Opfermut! Wenn auch die meisten Kriegerfrauen nicht Gold- und Silbergeld abgeben fonnten, weil sie es nicht batten, so wurde ihnen doch das Kupfer- und Aluminium geschirr aus der Küche geholt. Dafür gehörten die Besizer non Edelsteinen, Juwelen, Gold- und Silbergeräten und fonftigen hohen Vermögenswerten in großer Zahl zu den Verfündern der Schiebermoral, deshalb behielten sie, was sie hatten. Dadurch wurde die Front von hinten erdolcht; ein unerhört langmütiges und gutgläubiges Volk zur Verzweiflung gebracht. Die Nevolution fam. Manches Verfaulte wurde von diesem Sturm hinweggefegt. Die forrumpierte Moral und ihre Träger blieben. Sie lebten und verseuchten das Leben weiter. Auch in der Republif, die die Lastenträgerin aller Seriegsfolgen geworden ist. Ungeheure Mittel sind erforderlich, um diese Kriegslaften abzutragen. Darum wurden Steuergesete geschaffen, welche das Kapital, den Besit, scharf erfassen. Leider aber erfaßte ihn der Staat trotz der Gejeze nicht, denn die flügsten Schie. ber haben es verstanden, einen großen Teil ihrer Bermögenswerte inzwischen ins Ausland zu bringen. In welchem Umfang und von welchen Kreisen das geschehen ist, darüber wurde in der Neichstagssizung vom 22. November der Schleier ein wenig gelüftet. Zur Verhandlung stand die Interpellation unserer Traftion über die großen Kapitalberichiebungen, welche mit Hilfe der Bankfirma Grußer, Philippion n. Co. von Bersonen der jogenannten hohen und höchsten Kreise seit Januar 1919 betrieben wurden. Genosse Hermann Müller, welcher die Interpellation begründete, nannte nur eine fleine NamensDie Frau und ihr Haus Zuschriften sind zu richten an die Redaktion der Gleichbeit, Berlin SW 68, Lindenstraße 3 Fermiprecher: Amt Morigplag 147 40 Expedition: Beri1 SW 68, Lindenstraße 3 reihe, aber sie genügte, um die Vaterlandsliebe des angestammten Herrscherhauses" Hohenzollern und seiner Stützen von Thron und Altar ins rechte Licht zu rücken. Die ehe malige Kronprinzessin Cäcilie, Prinz Eitel Friedrich, Prinz August Wilhelm, der verstorbene Prinz Joachim, die Frau des Prinzen Oskar, Fürstin Radziwill, Fürst Schönburg, Graf Radolin, Staats. anwalt Hans Schön und viele andere( der Finanzminister Dr. Wirth sagte in seiner Antwort, daß die Zahl der beschuldigten Persönlichkeiten weit größer als 100 sei) waren nur darauf bedacht, dem Vaterland, als es ihnen keinen Glanz mehr bieten konnte, ihre Geldwerte so schnell wie möglich zu entziehen. Den Krieg haben sie jubelnd be grüßt, aber die unerhörten Lasten, die uns seine Folgen auferlegt haben, müssen bis zur letzten Neige die Kreise tragen, die kümmerlich von dem Lohn ihrer Arbeit leben sollen. Der Sprecher der Deutschen Volkspartei, welche heute mit in der Regierung fitt, der Geheimrat Prof. Rahl, schvang eine tolle Berteidigungsrede für die Hohenzollern. Er sprach von den hohen sittlichen Motiven, welche die ehemalige Kronprinzessin veranlaßt hätten, ihren Schmuck und ihre Juwelen nach Holland verschieben zu laffen, um ihrem armen, nötleidenden Mann zu helfen, der bekanntlich das Ausreißen nach Holland als der Tapferkeit befferen Teil erwählt hat in den Tagen der Gefahr. Herr Kahl nannte es einen Mangel an nationaler Ethit", daß unsere Partei diese Schiebungen ans Licht gebracht hat. Schieber. moral! Die Untersuchung in der Angelegenheit ist eröffnet. Wird der Staatsanwalt so zufaffen, wie es im Interesse der Festigung des sittlichen Bewußtseins weiter Boltskreise und des Ansehens der deutschen Republik notwendig ist? Allzuviel Vertrauen hat das deutsche Volk zu den Vertretern der Rechtspflege nach dieser Seite nicht. Jett fönnte viel geschehen, um es zu stärken! Und wird die Regierung alles tun, um die hinterzogenen Steuern der Staatskasse, aut retten? Bird sie das noch im Lande befindliche Vermögen dieser Leute( die Verschiebungen sollen über 250 Millionen Mark betragen, aber fie stellen doch nur einen Teil des Ver mögens der Besitzer dar) beschlagnahmen? Die Arbeitslosigkeit nimmt einen immer größeren Umfang an. Unserer Industrie fehlen Robstoffe, um voll arbeiten zu fonnen. Vor allem leiden wir Mangel an Kohle, da nach dem Friedensvertrag des verlorenen Krieges, an dem die nationalistischen Parteien so großen Anteil haben, kostbare Rohlengebiete verloren gegangen sind und von dem verblei benden Rest 2 Millionen Tonnen im Monat an die Entente abgegeben werden müssen. Tropdem wurden vor kurzem die Aktien eines großen Grubenunternehmens nach Holland ver. kauft. Eine andere Grubengesellschaft stellte den Antrag ( der nicht genehmigt wurde) an die Regierung, ihre Kohlenförderung an Frankreich verkaufen zu dürfen, ohne daß dies auf die Verpflichtungen aus dem Friedensvertrag angered 398 Die Gleich beit net würde. Schiebermorall Ehre, Volf, Vaterland find leere Begriffe für diese Lcute; das Geld ist ihr Gott! Wenn Deutschland wieder gesunden soll, muß der Kampf gegen das Echiebertum in jeder Gestalt von allen anständigen Menschen aufgenommen werden. Dazu ist es not wendig, sich um Politik und Gesetgebung zu bekümmern, mitzuarbeiten an der Umgestaltung der kapitalistischen in die sozialistische Wirtschaftsordnung und an der Erhaltung der republikanischen Staatsform. Werkmorgen. Nr. 49 mungen wurde aber nicht allein den armen Verkrüppelten, sondern auch der Allgemeinheit großer und dauernder Schaden zugefügt. Mit halber Arbeitstuft mußten sich in Deutschland Hunderttausende durchschlagen, die fast alle geheilt oder doch wesentlich gebessent werden konnten, wenn frühzeitige Hilfe eingesetzt hätte. Man denke sich auch einmal in den seelischen Zustand eines verkrüppelten Kindes hinein, welches ja oft genug dem Hohn und Spott gefunder Kinder preisgegeben und dadurch stän Clara Bohm- Schuch. dig an seine förperlichen Mängel erinnert wird. Fachärzte sind sich auch darüber einig, daß mit der Heilung der körperlichen Gebrechen auch die seelische Erfassung des Krüppels Hand in Hand gehen muß, denn jede förperliche Abweichung vom Normalen werfe auch auf das Bewußtsein des Ver. unstalteten einen Schatten, trübe sein Selbstgefühl und bringe den Willen in Stocken und Schranfen. Wenn der Kranke sein Mindervermögen mit dem Mehrkönnen des Gefunden häufig und lebhaft vergleiche. trete nur zu leicht eine mehr oder minder starke Beeinträchtigung seines Wohlbefindens ein. Es entstehen dann leicht seelische Entgleisun gen und Schwächen, die das typische Krüppeltum begründen: erhöhte Empfindlichkeit, Reizbarkeit, Neid, Mißtrauen, somie übertriebenes Ehrgefühl. Daran hatte man bisher wenig gedacht, sich dann aber sehr gewundert, daß unter den Verfrüppelten viele Verbrecher zu finden waren. Das frühe Licht entzündet an den Drähten, Drin fich der Wind in bittrer Kühle längt. Grau ist der Arbeit Fahne ausgehängt. Aut Leute, auf; ihr dürft euch nicht verfpäten. Die Pfeife schreit in blaffe, wirre Träume, Verlorne Пacht, wie bilt du tot uni fchwer. Wie ist das Leuchten blutig vor uns her. Wir find noch ärmer als am Weg aie Bäume. Die können rubig auf die Sonne warten. Uns drückt die Пot an unire Sorgenbank. Das Eilen glitzt. Wir find an ihm fo krank. Und draußen ist die Welt ein ichöner Gartin. War das nun lo vom ersten Anbeginnen? Will das auch so in alle Cage lein? Wir wifien kaum. Doch unier berz lagt Пein. Laßt uns mit Eiler auf Eriöiung linnen! Artur Zickler. Frauen als Helferinnen in der Krüppelfürsorge Bon Bürgermeister E. Gräf, Frankfurt a. M. In jeder Frauenversammlung müßte jetzt im Laufe der nächsten Monate das Thema Krüppelfürsorge erörtert werden, denn dieses neue Gesez stößt auf Widerstand aller Art, und nur mit Hilfe aller Frauen und Mütter in Stadt und Land kann dieses wichtige Gejezz durchgeführt werden, zumal die Kosten für ein Heilverfahren heute sehr große geworden sind. Widerwillig wurde schon vor Jahren von einem großen Teil der Landarmenverbände das Bundesgeich über den Unterstüßungswohnjig vom 11. Juli 1891 durchgeführt, welches zu seinen Aufgaben„ Bewahrung, Kur und Pflege der Hilfsbedürftigen, Geisteskranken, Idioten, Epileptischen, Taubstummen und Blinden" zählte. Kein Wunder, daß dann das neue Gesetz vom 6. Mai 1920 betreffend die öffentliche Krüppelfürsorge auf ernste finanzielle Bedenken stieß und bereits Versuche gemacht wurden, das ganze Gesetz zu fabotieren, indem man weiteren Aufschub verlangte oder doch dem Staate die Pflicht auferlegen wollte, für die Kosten dieser wichtigen Fürsorge selbst aufzukommen. Man weiß auch ganz genau, daß die Zahl der Verkrüppelten infolge des Krieges und der dadurch verurfachten Unterernährung, der Rachitis usw. in Stadt und Land ganz enorm gestiegen ist. Das Schicksal der armen Verkrüppelten liegt also diejen Gemütsmenschen nicht am Herzen. Sie fönnen es ruhig mit ansehen, daß weiter Taufende von Menschenleben zu grunde gehen, wenn nur der Geldsack mancher reichgeworde nen Bauerngemeinde nicht in Mitleidenschaft gezogen wird. Es ist ja auch eine Tatsache, daß eigentliche Krüppelfürsorge, wenn auch nur in ganz bescheidenem Maße, bisher nur in einzelnen Großstädten getrieben wurde und das flache Land berkrüppelte Kinder ruhig heranwachien ließ, ohne auch nur den Versuch zu machen, Hilfe zu bringen. War dann das verkrüppelte Menschenkind für die schwere Landarbeit zu schwach, dann ließ man es später ruhig in die Großstadt ziehen und dieser zur Last fallen. Das Abschieben der Kranten und Schwachen haben viele Landarmenverbände fehr gut verstanden. Durch das Fehlen gesetzlicher BestimDeshalb ist es dappelt zu begrüßen, daß endlich die Gesetzgebung dank dem Drängen unserer Genossen w.nigstens iu Preußen einen guten Anfang in dieser wichtigen Frage gemacht und die Bewahrung, Kur und Pflege der Verkrüppelten den Landarmenverbänden auferlegt hat. In dem oben erwähnten Gesch wurde hinter dem Worte Blinden" noch das Wort„ Krüppel" hinzugefügt und der ganz besonders wichtige Bujah gemacht: Bei Krüppeln unter 18 Jahren umfaßt diefe Fürsorge auch die Erwerbsbefähigung der Krüppel." Die Landarmenverbände sind also jetzt verpflichtet, nicht allein für die Verkrüppelten zu jorgen, sondern auch an deren Zukunft zu denken. Wichtig ist daher die rechtzeitige Erfassung der Verkrüppelten, damit diese der Heilung sofort zugeführt werden können, denn wie zivedlos feither manche Gelder verschwendet worden sind, ersieht man schon an den Bemühungen mancher Eltern, ihren verkrüppelten Kindern selbst Hilfe zu verschaffen. Auch manche Krankentassen waren bemüht, in dieser wichtigen Frage mitzuvirfen, indem sie diesen Kindern nicht allein freie ärztliche Hilfe, sondern auch Zuschüsse zu den nötigen Heilmitteln gewährten. Diese Kosten sind aber heute derart gestiegen, daß auch die Krankenkassen und arme Eltern erst recht nicht weiterhelfen Fönnen. Kostet doch z. B. ein Stigforfett, welches vor dem Kriege zu 100 Mr. zu haben war, heute mehr als 3000 f. Man denke sich nur in den Seelenzustand eines solchen Kindes hinein, welches dann die kaum begonnene Kur wieder unterbrechen muß und alle Hoffnungen auf Beseitigung seiner Berunstaltung schwinden sieht. Das Gesetz bat daber mit Recht die Hebammen, Aerzte, Lehrer, Krankenschwestern usw. mit der Anzeigepflicht betraut. Daß schon bei der Geburt des Kindes die Krüppelfürsorge beginnen muß, ist sehr richtig erkannt worden, denn es heißt im§ 3 des Gesetzes: ,, Wer als Arzt oder Hebamme Geburtshilfe leistet, ist verpflichtet, das mit seiner Hilfe geborene Rind auf die Anzeichen von Verkrüppelung zu untersuchen und, falls solche sich vorfinden, die gleiche Anzeige zu erstatten." . Fortfegung folgt Was soll die Frau dem Manne sein? Von H. Müller- Hannover ( Schl) Tas völlige Jneinanderaufgehen der beiden Einzelwesen soll für diese feinen persönlichen Berlust bedeuten, sondern im Gegen teil einen Gewinn. Indem eins im anderen sich zu verlieren scheint, findet es sich angeregt, geläutert und ergänzt wieder. Denn das Eheleben ist ein gegenseitiges Helfen und Fördern ohne Grenzen; eine beständige, trajtstählende Ueberwindung des Nr. 49 Die Gretch heit Egoismus; mit einer rüdjaltlosen Offenheit, mit einem nie zu erschütternden Vertrauen läßt eins das andere in fich lesen. Dann greift die Lebensfreude um sich, die man aber nur dann möglich findet, menn man sie selber erlebt hat. Wenn es nun der menschliche Beruf des Mannes ist, Gatte und Bater zu sein, so hat die Natur in noch viel deutlicherer Werie dem Weite seinen höchsten Beruf als Gatlin und Mutter gezeigt. Eich selbst und dem Manne ein Rätsel, steht das Weib in diesem rem Tode begrenzten Leben als Symbol und Ausdruck der eigenen Lebensquelle, deren nefes Geheimnis in ihm waltet. In jedem Weibe, welches seinen Mutterberuf erfüllt, ist die geheimnisvolle Straft tätig, voi teren Erkenntnis unserem Wissen Halt geboten wird. Das unbewußte, tefe Eehnen. das sich auf fein bestimmtes Ziel richtet und feine Worte findet. das aber als leiser Grund ten durch alle Stimmungen des Mädchenlebens zitiert, die feusche Eehnsucht. die das Lebenselement der jungen weiblichen Eeeie und die verborgene Quelle süßer Tränen ist. Die scheinbar grundlos die frischen, strahlenden Mädchenaugen zuweilen füllen, es ist. wie Hebbel sagt: Und die Antwort auf all das Unverstandene ftrahlt aus reinen Kinderaugen, tönt von unschuldigen Kinder lippen: Mutter! Nicht Eltern, noch Geschwister, noch Freunde, nicht Klugheit noch Güte, weder Wissen noch Glauben, weder Arbeit noch Genuß kann das Weib für ihr Erdenleben völlig befreien und vollenden, sondern allein der eine Mann, dem es sich dauernd zu eigen gibt, durch den sie Mutter wird. Weil nun aber die körperlichen Eigenschaften der beiden Ge. schlechter den geistigen und seelischen entsprechen, so ermöglicht nur dem Weibe die Ehe ein völliges Eichausleben. Nur die Ehe tann des Weibes tiefsten Drang, sich geistig und seelisch hinzu geben, zu empfangen. geführt zu werden und zu tragen, völlig refriedigen, nur die Ehe gewahrt dem Weibe, wonach es sich mit seinem ganzen Wesen sehnt: ohne Grenze lieben zu dürfen. Nur in der Ete fann das Weib den Mann völlig ergänzen, nur in der Ehe nach innen und außen fann das Weib dem Manne im reichsten Maße sein und geben. was dem Manne in gleicher Vollkommenheit von anderer Seite nicht geboten werden fann. Ta aber zur Ehe die äußere Anregung vom Manne ausgeht, so steht es nicht in der Macht des einzelnen Weibes, nach Be lieben in die Ehe einzutreten. Sie muß warten, bis der rechte Mann das erlösende Wort spricht. Die menschliche Vernunft läßt die Ehe wenigstens für jeden geistig und leiblich Gesunden oder doch Normalen angemessen und wünschensvert erscheinen. Unsere heutigen Verhältniffe cr= * Feuilleton Regen und Sonnenschein. Staubfeiner Regen fchauert vom Herbithimmel. * Brüte d leh ich vom Nordfenster über den Seedeich hinweg. Vor ampidichter Nebelwand Itauen die Blcke, Treffen kein Schiff, ken Watt und keine Fluten. Beifarben gähnt mich Unendlichkeit an. Ich halte dumpf meine Schläfen, Sitze und finne Und Spinne Träume. Schon verfunken in grau- graue Fernen Tef in phantastischen Lebens Gewühl. Fühle ich pötzlich, wie leile die Tebel fich hinter mir lichten, Hellblau r nimmel und Sonnenschein lachend im Rücken mir Iteht; Füle es warm mir die Seele erichauern Fúble nur lehe nichts ftarre gebannt in das Grau. Daß ich die Kraft hätte, mich doch zu wenden! Endlich, end'ich ruck ich mich auf Löle den Kop: und blicke mich um 1 Armegebreitet ftapit jube'nd mein Kindchen It paradieffchem Blick auf mich zu; Fettet fich glückberaufcht in meine hände, Bringt mir den Sonnenschein Ichönerer Welt. Die Mutter Stizze von Hans Gathmann. Beinrich Grube. Mie rasch spricht die Welt ihr Urteil Hartherzig und grausam richtet sie ein Verbrechen, ohne nach dem Ursprung und den Beweggründen zu forschen. Und wenn sie es auch tut PREPRAC 399 De schweren die Eheschließung ganz ungemein, ja, machen sie vielen unmöglich. Die Erkenntnis diefer Tatsachen aber begünstigt jogar die freiwillige wie die frireiwillige Chelosigkeit. freiwillige, indem mancher Mann heute das Weib sucht und nur junge Damen findet, höchstenfalls aber fleine Mädchen, und ums gefehrt manches Weib vergeblich auf den wartet. in welchem den Mann erfennen fönnte. Und die unfreiwillige Chelosigkeit, indem die Anforderungen und Fedürfnisse des modernen Lebens Die förperliche, geistige und befuniäre Kraft, die Zen und Inters esen des Mannes so erschöpfen, daß für eine Ehe, geschweige denn für eine höhere Art der Eheführung nichts mehr übrig bleibt. Wie aber befämpien mir diese Tatsache? Was in ie denschaftlichen Reten in aufgeregten Broschüren über die Lösung der brennenden Frauenirage geredet und geschrieben Tie ist, trifft nur Symptome. Die Wurzel muß gesunden. Frauenjrage ist nicht nur zugleich eine, Männerfrage. sondein sie ist duch ungertrennbar mit der großen Menschenfrage. 13 ist der Mensch und was ist eine Bestimmung? Je tiefer nun die Antwort auf diese Frage, je höher die Kultur als Gradmesser der Erfenninis und Wichtigkeit dieser Menschenfrage steht. um se weniger braucht die Frauenfrage bennmoriet zu werden. Die wahre Emanzipation des Weibes ift der instinktive bewußte Trang von dem loszufommen, was seine wahre Natur gefangen hält und seine Festimmung unterbindet. Tas Web erfüllt heute sowohl in wie außer der. Ede nur selten seine Bestimmung. Was hindert es daran? Die Ver ständnislosigkeit des Mannes, die durch den Mann gestalteren und beeinflußten. Verhältnisse, und die durch den Mann und die Verhältniffe eigene Injäbigfeit des mißverstandenen, fehlgeleite ten und sich selbst nicht verstehenden Weires. Ob die in der neuen Berjaffung verbriefte Gleichberechtigung der Geschlechter den Schlüffel zur restlosen Lösung dieser Frage gibt, soll nicht Aufgabe dieser Zeilen sein, sondern hier soll die geschichtliche Auffassung demonstriert und die subjektive Umgestaltungsmöglichkeit generell gezeigt werden. Von Natur steht das Weib dem Manne als deffen Material gegenüber. fleta bereit ,, alles ans fich machen zu laffen. Der Mann fann das Web zur Mutter, zur Frau. zur Gattin, zur Lebensgefährtin, zur Geliebten maden, je nachdem er die Fähig feiten in ihm entdeckt. Toch fommt es vorwiegend darauf in, daß der Mann die natürliche Vestimmung des Weibes erfennt vnd erfüllen hilft. Die Einsicht, der gute Wille des Mannes, ist also für das Weib von größter Bedeutung. Der Mann hat die Bestimmung und das Wesen des Weibes zu allen Reiten rasch und hart ist dennoch ihr Urteil. Eie sieht die Tat und richtet über sie. Das Wie und Warum bedentet für sie ein interessantes Beiwert. ein neugieriges Tasten an fremdem Schicksal. über deffen Erbärmlichkeit sie höhnend hinweggeht. Was bedeutet ihr ein ver= nichtetes Leben? Was ein zerstörtes Herz, und gehöre es auch einer Mutter? Wir selbst sind diese Welt. Engherzig, ichsüchtig wir selbst tragen auf den bösen Lippen das vielleicht unausgesprochene: Ich bin's ja nicht... was geht's mich an!" Und in dem fladern den Rausch unserer Tage, die über alles Glend breit lächelnd mit toufend Freuden. Licht, Lust und lebenswildem Gesang hinwegtäuschen, stehen wir und erleben flüchtig. Flüchtig faßt uns ein Mitleid... schon jagt es ein anderes Erleben ins Nichts. Flüchtig regt sich ein Verstehen. flüchtig springt uns der Wille an ver zeihender Liebe an aber wie unsicher und abhängig find wir in all unserem Tun und Wollen. Zu viel dringt auf uns ein. Greße, fleine Geschehnisse, freudige, ernste. traurige... wir haben uns täglich von einer Fülle des Erlebten au befreien und ftürzen täglich in neue Fülle hinein. Wir sind bon Dingen unter jocht, die nicht zu uns gehören. Wir haben einen durch den rajenden Ablauf immer neuer Bilder getrübten Blic, wir haben ein von den widerstreitendsten Gefühlen stumpf gewordenes Herz, wir haben eine von allen Möten, Mengsten. Lüften und den berschiedensten täglichen Erschütterungen zerrissene Tecle Wir find flüchtig im Grleben. Wir fönnen uns nirgends anflammern, an feinem Schmerz, an feiner Freude Denn alles jagt uns weiter. So urteilen wir auch rasch und flüchtig. Wir zerstören dabei. ohne es zu- wissen und zu wollen. Wir sind so sehr von Dingen außer uns erfaßt, daß wir kaum zu uns selbst. viel weniger au einem Aufgeben in fremdem Echidsal lommen. Und um gütig sein zu fönnen, zu lieben und in Liebe zu verstehen und verzeihen, muß Wir fönnen es nicht man aufgehen fönnen im fremden Leben im eigenen. Wir sind arm. Tenn das Leben rast ungeheuer über uns hinweg, zerreißt uns und macht uns uns selber fremd. 400 Die Gleich beit berfannt, er hat alles mögliche aus ihm werden lassen, nur nicht bas, was es naturgemäß werden und sein soll und will. A: 3 etwas Uebermenschliches hat er Mann das Weib verehrt, er hat es als etwas Göttliches auf den Altar, als etwas Teuflisches auf den Scheiterhausen gestellt, er hat es als ein Arbeitstier und Genußmittel gemißbraucht; er hat es übermenschlicher Reinheit geopfert und untermenschlichem Edhmub ausgeliefert., Weib, ganz Weib und nichts als Weib zu sein hat der Mann ihm nie ge stattet. Tez Weibes wegen verzehrt sich der Mann in Eifersucht, reibt sich des Weibes wegen in quälendem Ehrgeiz und raftlojer Arbeit auf, seinetweyen ruiniert er sich förperlich, geistig und wirtschaftlich; wie ielten jedoch hat die männide Welt in der weiblichen eine Ergänzung gesucht und gefunden. Nie und Allernimmer aber läßt sich die Natur ungestraft überhören. orten stellt sie durch urentrinnbare Nöte den Mann zur Rede: Ich hatte dir ein Weib, eine Genossin gegeben, deren, Wesen und Kräfte du erkennen und zu gemeinsamer Menschwerdung ausnußen solltest, was hast du aus ihr gemacht?" Eelbst der Mann, dessen suchende Erfenntnis alle Höhen und Tiefen der Welt durchmißt, steht oft verständnistos dem Weibe gegenüber. Die Kräfte der Notur hat er sich dienstbar gemacht, die beste Kraft aber des Weibes versteht er selten in Bewegung zu sehen, diese Kraft, die so sehr auf Anregung angewiesen ist, hemmt er eder läßt sie doch verkümmern. Bewußt oder unbewußt brüstet sich der Mann mit seirer Ueberlegenheit, hält das Weib für etwas Minderwertiges, gibt sich aber leider jelten Mühe, es auh nur ernst zu nehmen. Wie wegwerfend reden oft schon ganz junge, kaum der mütterlichen Obhut entronnene Männer vom Weibe, bei dem sie doch ihre Ergänzung und die Vervollständigung ihrer menschlichen und männlichen Erziehung suchen follten. Und wird nicht in der Ehe zunächst der Blumenfult, wie oben Die böswilligsten Unarten werden als erwähnt, fortgesetzt? duftende Blumen bewundert, doch gar zu bald fängt das Kreuztragen und werden an. In relativ glücklichen Fällen läßt sich Blumenfult und Kreuztragen dauernd vereinigen. Bor guten Freunden betont man den Blumenkult recht kräftig, um unter bier Augen um so mehr Kreuzträger zu sein. Das kann und muß arders werden, nicht durch gewaltsame Mittel, sondern durch die stille Arbeit intellektueller und ethischer Kräfte, die den Mann zur Erkenntnis des Weibes führen und indem diese geheimnisvollen Kräfte ihm ihre Bedeutung für die wahre menschliche Kultur offenbaren, in ihm Gerechtigkeit und guten Willen stärken. Je mehr also die Menschenfrage den Frau Lorenz hatte breite Schultern und trug Zeit ihres Lebens eine tüchtige Last. Sechs Kinder sind oft eine große Last, oft eine große Freude. Ihr waren sie eine Freude, deshalb wurde ihr die Last leichter. Eie arbeitete mit ihrem Manne zusammen für die Kinder. Von früh bis spät. Es gab für sie taum ein Ausruhen, aber wenn sie eine Pause machten, so nur, um aufa neue zu sorgen. Ihre Buben! Waren die stark! Das Leben selbst! Unbändig, wild, und doch mit ihrem gütigen Herzen in der Brust. 8wei waren bald erwachsen, siebzehn und achtzehn Jahre, arbeiteten schon selbst in der Fabrik und würden ihr des Lebens Ende sanft und sorglos gestalten. Mit ihrem Manne lebte sie ganz gut. Wenn quch mal ein Tag einen Streit auf den Mittagstisch legte... da tat man Herz und Mund auf und war wieder gut. Die vier Jüngsten, ja, die hatten noch viel Pflege nötig. Die wollten noch gehegt und gehütet sein. Aber wenn ein Leben sich so freudig selbst bestimmt zur Opferung für andere... bann geht die Kraft nicht aus. Mutter Lorenz hatte die selbstverständliche große Liebe, die Opfer bringt, auch die schwersten, ohne daß einer merkt, daß es Opfer sind. Aber es fam eine Zeit, wo man ihr doch anmerkte, daß sie Opfer brachte und nicht freudig. Als Mann und Söhne ihr vom Krieg genommen wurden, lief eine Erschütterung durch die Grund festen ihres Lebens, die nicht verborgen blieb. Nicht etwa, daß fie weniger arbeitete. Im Gegenteil. Aber dicfe oft derbe Freu digkeit, mit der sie oft an Widerwärtiges heranging, diese frajtbollen Echerze, mit der sie Mißstimmung oder Aerger verjagte, die verschwanden. Ihr Haar belam graue Fäden, und oft hielt fie ganz gegen ihre Gewohnheit in der Arbeit inne und starrte ins Nichts. Etwas Echweres lag jezt auf dem Herzen, das nicht Herunterging, das nicht mit Arbeit und Echerz zu vertreiben war. Lachen erschien gewollt. Freudigfeit erzwungen, der natürliche Sumor ihrer sonst so unbefümmerten Eeele geframpft und ere Logen. Sie fing an, sich selbst au verlieren, es brödelte von ihrer Mr. 49 Mann beschäftigen wird, um so näher fommt er der Lösung der Frauenfrage. Sie wird ihm Ehrensache und unaujjchicbbar weis den, sobald seine Erkenntnis und sein Gewissen dem Weibe gegen über erwacht sind. Hausangestellte, Hausfrau und Einzelküche --V. Mit den folgenden Ausführungen der Genofsin Pfisterer schließen wir nun die Diskussion über dieses Thema. Die Red. Die Frage Großlüche Einzeltüche" möchte ich noch von einer anderen Ceite beleuchten: Nicht immer ist es die Angit, mit dem Sochlöffel auch die, Macht über den Mann zu verlieren, welche die Frau der Groß tüche sich ablehnend gegenüber verhalten läßt; auch die bösen Erfahrungen, die wir mit der Kriegsfüche gemacht haben, sind nur zum Teil schuld daran. Häufig liegt der Grund dafür viel tiejer: Die Frau fürchtet, menn auch vielleicht unbewußt, daß die Großküche dem Familienleben einen erschütternden Etqj verjeßen wird. Ist doch die Institution der Familie auf dem mütterlichen Instinkt der Fürsorge für Mann und Kinder als auf einem Hauptpfeiler aufgebaut, und findet doch dieser Instinft feine primitivste Auswirkung eben in der Sorge der Frau für die Ernährung der Ihrigen. In diesem Sinne betrachtet, bie: et natürlich die Einzelfüche gegenüber der Großfüche viele Vorteile: Sie ermöglichte eine weitgehende Berücksichtigung des persönlichen Geschmacks, eine bestimmte Auswahl der Epeis.n in Krankheits. fällen, eine reichhaltigere Ausgestaltung der Mahlzeiten bei fest lichen Anlässen, und birgt gerade durch diese Möglichkeit des liebe. vollen Eingehens der Hausfrau auf die Wünsche und Bedürfnisse der Jhrigen Gefühlswerte in sich, die für das Familienleben bedeutsam sind. Unsere grundsäßliche Stellungnahme zu der Frage Großküche Einzelfüde" hängt also damit zusammen, welche Bedeutung wir dem Familienleben beimessen. In den Anfängen der menschlichen Entwicklung fehlte der Be. griff der Familie fast vollständig. Die Grenzen der Verwandt. schaft waren taum festzustellen, und es herrschte in der Gesell schaft allerdings unbewußt eine Art menschlicher Brüder lichkeit und Gemeinschaft. In diesem Gesellschaftszustand wäre der Gedanke eines Großfüchenbetrieb: 3 wahrscheinlich auf weniger Ablehnung gestoßen. Allmählich bildete sich aber die Form der --Stärke ab, und was sie nie empfand, das wurde ihr jetzt bewußt: Ich bin ein elend. schwaches Weib und hab' zu dulden." wie tausende denn Sie brachte dem Kriege ihr Opfer Mann und Söhne fielen. Vielleicht hätte sie dies allein noch nicht entwurgelt. Eie ahnte nicht, daß auch sie selbst ein Opfer werden follte, ein Opfer des Lebens, oder des Todes, oder der Not... I wie man will. Sie tröstete sich oft selbst. Sie hatte die natürliche Klugheit der Frau aus dem Volke, die, ohne sich in Winkelgänge z ver. irren, in geradem Gang das Richtige trifft. Ich bin ein Weib, dachte sie. Mutter. Und opfere. Wem? Wem gaben die tausend Mütter ihre Eöhne? Darauf fand sie keine Antwort. Ich bin wie das Volk, dachte sie weiter. Das Bolf gibt seine Söhne. Tas Bolt ist Opfer. Ich bin nur ein winziger Teil, und mein Opfer ist nur ein winziger Teil. Und doch so schwer. Wie kann das Volt sein Opfer, sein riesengroßcs tragen? Auf diese einfache Art brachte sie sich mit dem unerhörten Weltgeschehen in 3ufammenhang. Sie ahnte dumpf. daß wir alle, Lebende und Tote, Opfer geworden sind. Viele merten es nicht. Aber an vicle dieser Opfer tritt das Schicksal hart heran und bringt sie ganz zu Fall. Wer sichta? Wer fragt danach? Mutter Lorenz verlor ihre Stellung. Wir müssen sparen," sagte die Herrschaft, bei der sie nun schon jahrelang die Aufwartung machte. Wir müssen fvaren..." und sie feste in Ges banken hinzu:... deshalb muß ich mit meinen Kindern hungern..." Wir Menschen sind uns im Grunde genommen alle jo entsetzlich gleichgültig. Mutter Lorenz hatte vier hungrige Mäuler zu Hause. Sie suchte und fand keine Arbeit. Sie ging stempeln". Ar. beitslos. Die Kinder, für die sie ihr Leben dargebracht hatte, Hungerten, weil es für ihre Mutter fcine Arbeit gab. Und sie sah diese Welt: Die über das greuliche Antlitz des Krieges einen Echleier aus verlogenem Flitter und täuschendem Glange det, bie nicht jegen will, wie das entschliche.lebnis, das wir uns eine 1 Nr. 49 Die Gleichheit Familie heraus, und in dem Maße. in dem das Besitztum der einzelnen Familien sich vermehrte, grenzten sie sich immer schärfer gegeneinander ab und schufen langjam so e.ne Art beständigen Kriegszustandes zwischen sich. Der Cammel- und Mittelpunft dieses streng geschlossenen Familienlebens wurde die eigene Feuer. stelle, um die herum sich später dann die Wohnräume und das Anwesen der Familie gruppierten. Und diesen eignen Herd", di jen Sammelpunkt der Familie, nicht zu verlieren, ist das Bestreben der meisten Frauen. Und nun die Frage: Ist der Wunsch und das Etreben der Frau nach einem geschlossenen Familienleben berechtigt oder nicht? Um das zu erkennen, müssen wir nochmals einen furzen Rückblick tun. Nachdem in der Gesellschaft einmal die Familie feste Form angenommen hatte, schrumpfte der Kommunismus der großen Gesellschaft immer mehr zusammen und zog sich zuletzt in den engen Bereich des Familienlebens zurück. Die Familie war mun mehr die alleinige Etätie, wo noch die Idce der menschlichen Brüderschaft herrschte. Während draußen die Gesellschaft sich Bekämpfte, während Völker und Klassen in einem ständigen Kriege lagen, rettete die Familie, und insonderheit die Frau als Träger derselben, die fleine Flamme menschlicher Brüderlichkeit durch die Finsternis der Jahrtausende und die schwelende Kriegsglut der 8 iten hinüber bis in unsere Tage. Und auch in der Gesellschaftsordnung, wie sie heute nun einmal noch besteht, ist die Familie. die hauptsächlichste Pfleg- und Pflanzstätte aller, auch der sozialen Tugenden. Im Lichte dieser Tatsachen betrachtet, ist es zu ver ftehen, aus welchen Empfindungen heraus die Frau auf Erhaltung und Vertiefung eines geschlossenen Familienlebens bedacht ist und alle Einrichtungen gefühlsmäßig ablehnt, die wie die Großküche dazu angetan sind, die scharf umrissenen Grenzen der Fas milie zu berwischen. Die Zukunft aber weist der Frau noch eine andere Aufgabe als die, am eignen Herde das heilige Feuer menschlicher Brüderlichkeit zu hüfen und zu nähren. Gerade die Frau muß mit dazu helfen und daran bauen, daß in fünftigen Geschlechtern die Idee der Brüderlichkeit wieder hinauswächst aus den engen Grenzen der Familie in die weite Gemeinschaft der Menschheit hinein. Sie muß dazu helfen, daß alle die fleinen Flämmchen menschlichen Gemeinschaftssinnes, die bis jetzt nur still und heimTich in den einzelnen Familien brennen, zusammenschlagen in eine einzige große Flamme, an der die ganze Menschheit sich erleuchtet und wärmt. Das bedeutet feine Rückfehr in die alte barbarische Gesellschaftsform, sondern einen Aufstieg in eine neue Gesellschaftsordnung, in der die Idee der Brüderlichkeit nicht wie reden, überwunden zu haben, noch weiter unter uns wütet und täglich seine Opfer greift. Mutter Lorenz, in höchster Angst, ging betteln. Zu ihrer früheren Brotgeberin. Noch niemals hatte sie mit der Welt und threm Schidjal gehadert. Jetzt ftritten Empörung, Angst um die Zukunft, Liebe und das Bewußtsein des Undanles der Mitmenschen in ihrer Brust. Und weil in dem Zimmer, in dem sie nun als Bettlerin warfete, gerade ein winziger Goldreif lag, nahm fie ihn mit. Sie wußte selbst nicht, wie diese Bewegung, fast ungewollt, aus ihr herauskam. Doch als sie ihn zurücklegen wollte, ging die Hausherrin nicht mehr von ihrer Seite und brachte sie bis zur Tür. Sie stand bald in der Zeitung unter den Sahllosen, die im Laufe einer Woche ins Gefängnis abgeliefert werden. Ihr Schicksal ist ganz alltäglich. Es lohnt sich faum zu erzählen. E3 achtet niemand darauf. Aber erschütternd sind diese alltäglichen Echicfale, die lautlos im dunklen Unterstrom des blendenden Lebens verfinfen.... Bücher chan Einen wertvollen Beitrag zum Thema" Mutterschaftsschuh" bietet die fützlich im Eden- Verlag, Oranienburg( Mark) crschienene Broschüre Neue Mutterschaft" von Dr. F. Landmann ( Bre 3 5 Marf). Hier wird dieser so wichtige und jetzt jo aftuelle Gegenstand einmal von einer ganz anderen Scite behandelt, und gvar mit besonderer Betonung der Frage: Ist der Beischlaf während der Edwangerschaft und Stillzeit erlaubt?" Der ge funde Menschenverstand wird darauf mit ein" antworten; bie Zatiachen zeigen una aber, daß die Vernunft in noch viel zu geringent Maße regiert. Nach der Leftüre diejes Echrijtchens -401 damals unbeachtet und unbewußt waltet, sondern als bewußter Zustand von allen gewollt und geschaffen wird. In einer solchen Gesellschaft wird dann auch die Großküche nicht als eine in die persönlichen Interessen rauh hineingreifende Einrichtung dastehen, sondern in der Gesellschaft, dies.r erweiterten großen Familie". eine ähnliche Rolle spielen wie heute der eigne Herd im engen Familienkreise. Als Ergebnis dieser Petrachtungen also: Wie bei allen diejen Bufunftsfragen Erziehung des Menschen zum Menschheitsempfinden. Ohne das bleibt die Großküche. wie die meisten Eine. richtungen der Zukunft, noch lange ein deal. das nicht zu ver wirklichen ist". Anna Pfisterer. Zur Frage der Lehrerinnenche Bon Schuld reftorin a. D. Sanna Meuter- Köln Kürzlich hat die Preußische Landesversammlung erneut zu der Lehrerinnenehe Stellung genommen. In Nr. 38 unserer Zeitschrift ist zu dem Gegenstande Lehrerin und Unehelichkeit" ein Beispiel unfaßlicher Unbildung aus dem ... Kulturkreise" des Lichtenberger Lehrerinnenvereins enthalten Die in Nr. 32 der Gleichheit" von dem Genossen Oberlehrer Dr. Witte gemachten Ausführungen über die ver heiratete Lehrerin" veranlassen mich zu folgenden Ergänzunge n Der Deutsche Lehrerverein mit mehr als 130 000 witgliedern, die älteste und stärkste fortschrittliche Lehrerorgani fation Deutschlands, die, obwohl parte politisch, neutral, auf dem Boden der von der sozialdemokratischen Partei zum Programmpunkte gemachten Forderung der Weltlichkeit und Einheitlichkeit der Schule steht, hat sich auch mit der Frage der Lehrerinnenche gründlichst beschäftigt, wobei alle Für- und Widergründe in erziehlicher, geschichtlicher, volfswirtschaftlicher und schultechnischer Beleuchtung erwogen wurden. Seine gerechte, vorurteilslose Prüfung der schwierigen Frage hat den Deutschen Lehrerverein dahin geführt, daß er sich für die grundsätzliche Aufhebung der Lehrerinnenehelosigkeit erflärt; doch ist, soweit mir die diesbezüglichen Entschließungen der einzelnen Orts-, Bezirks- und Provinzialverbände bee fannt sind, ein Vorschlag im Sinne des Genossen Dr. Witte, der für die bei Verheiratung ihren Beruf aufgebende Lehrerin fommt man unwillkürlich zu der Auffassung, daß in vielen Fällen die Frau geradezu zur Prostituierten herabgedrückt wird: die Bru talität des Mannes zwingt sie, sich seinem Berlangen entsprechend zur Verfügung zu halten. Serrenrecht! Die Landmannsche Broschüre gibt einen tiefen Einblick in das Geschlechtsleben die Menschen. Sie wird mit einer fleinen fultura historischen Betrachtung eingeleitef; ihr eigentlicher Wert beruht aber darin, daß hier Wahrheiten gesagt werden, wie man sie in folcher Offenherzigkeit wenig ausgesprochen findet. Das Buch zwingt, in allem Ernste über die so bedeutsame Frage der reinen Mutterschaft nachzudenken und entsprechend zu handeln. Denn mit dem Tage der Empfängnis jetzt die. so überaus wichtige borgeburtliche Erziehung des Kindes ein, die von beiden Eltern auszuüben ist. Ich bin anderer Mei nung ale Dr. Penzig, der in seinem ersten Briefe über Minder erziehung( Gleichheit" Nr. 33) sagt, daß der Mann bei der„ Vorgeburtserziehung" nichts weiter helfen fönne, als daß er als ein leiblich und geistig gesunder und frischer Kerl in die Ehe gehe. Damit allein it's nicht getan! Es ist doch die größte Pflicht des Mannes( menn man überhaupt eine aus dem Gefühl strömende Selbstverständlichkeit als Pflicht bezeichnen darf), der Frau in jeber, auch der feinsten Eache helfend beizustehen, fie in der schweren Zeit der Schwangerschaft mit doppelter, forgfältigerer Liebe zu umgeben. Und dann liegt es auch an der Frau, auf ben Mann in aller Liebe und gegebenenfalls auch mit Energie einzuwirken, daß die Mutterschaft rein bleibt, und mit ihrem eigenen feften Willen wird sie das auch fönnen. Es wird ihr in vielen Fällen gelingen, ihm vor Augen zu führen, daß er von seiner Mannesmürbe feinen Pfifferling einbüßt, wenn er sich im ge schlechtlichen Verkehr nicht in jo unverantwortlicher Weise gehen lärt. In einer Ghe, die auf mahrem Verstehen und wahrhafter Liebe negründet ist, wird der Mann von selbst in seiner Gattin ben Menschen achten; wo dies nicht der Fall ist, kann aber die B. D. Frau, wie gesagt, viel erreichen. 402 9ie Gleichbeit eine einmalige bestimmte Entschädigungssumme verlangt, entschieden abgelehnt worden, und zwar mit diesen zwei Begründungen: Abfindungssumme" 1. wird der die annehmenden Lehrerin damit ein für alle Male die Möglichkeit genommen, in den Schuldienst zurückzukehren; 2 widerspricht im besonderen diese Art der Abfindung genau dem, was wir durch die Aufhebung der zwangsmäßigen Lehrerinnenchelosigkeit bewirken wollen, nämlich der geießlichen Anerkennung völliger Gleichberechtigung von Mann und Frau, in diesem Falle männlichen und weiblichen Beamten. Aus der Frauenbewegung des Auslandes Der Standpunkt der weiblichen Trade Unionists Bon Mary Macarthur. Uebersetzt von Jda Braun Im nachstehenden bringen wir die Uebersetung eincs Rapitels aus einem in England erschienenen Buche von Mary Macarthur. Man ersieht daraus, wie ähnlich die Verhältnisse in der Frauenarbeit in England während des Krieges den unseren gewesen find. Die Red. Bon allen Aenderungen, die der Krieg mit sich gebracht hat, ist die bemerkenswerteste die der Stellung der Frau. Es ist weniger, daß die Frau selbst fich geändert hat, als daß die Ansicht des Mannes von der Frau eine andere geworden ist. Wir sind noch Immer mit dem alten Jdeale ganz vertraut, daß der Platz für die Frau das Haus ist, und ich bin, altmodisch genug, zuzugeben, daß Diese Ansicht etwas für sich hat. In der idealen Welt, wie sie mir borschwebt, würde eine Frau aus wirtschaftlicher Notwendigkeit auch nie von Haus und Kind fortgetrieben werden; ihr Heim würde ein Heim im wahren Sinne des Wortes sein und nicht nur ein Unterschlupf, von dem sie bei jeder sich bictenden Gelegenheit zu entfliehen wünscht. Man fann jedoch nicht leuanen, daß selbst vor dem Kriege schon die Frauen es überdrüffig waren, die fortwährende Wiederholung des Wortes, ihr Heim sci ihr Platz, zu hören. Es war Ihnen klar, daß diejenigen, welche von dem Heime" sprachen, damit die Küche meinten, und eine solche beschränkte Begrenzung ihrer Tätigkeit entsprach natürlich nicht den Wünschen der Frauen. Doch feit diesen Tagen, die so weit hinter uns liegen und nur noch schwach im Gedächtnis haften, hat eine Revolution stattgefunden, und dieselben Leute, die am lautesten und unaufhörlichsten schrien, daß der Plaz der Frau das Heim sei, erklärten Jetzt mit derfelben schrillen Stimme und Beständigkeit, daß ihr Plaz das Feld, die Fabrik oder die Werkstatt sei. Wir hören nicht mehr, daß die Hand, welche die Wiege wiegt, die Welt regiert". Heute wird das Schicksal der Welt von der Hand entschi den. welche die Granaten herstellt, und diejenigen, welche sich nicht scheuten, das Bürgerrecht den Müttern der Menschheit zu verweigern, sind bereit und besorgt, diese Rechte Maschinengewehrherstellern zu bewilligen. Seit Ausbruch des Krieges hat sich die Zahl der Frauen, welche In industriellen und fomnterziellen Beschäftigungen tätig sind, um über 40 Prozent erhöht und über 1 Millionen Frauen verrichten jest Arbeiten, welche früher von Männern ausgeführt wurden. Dieses Einströmen der Frauen in die Industrie war im allaemeinen fein ungemischter Eegen troedem auf dem ersten Blid Die Vorteile groß erschienen. Vom Standpunkt der Produktion hat sich die Arbeit der Frauen im allgemeinen als befriedigend erwiesen. Die Stellung der Frau hat sich gebessert, sowie die Entlohnung der Frauenarbeit. Andererseits wurde den Frauen jedoch Arbeit zugeteilt, welche ungeeignet für sie war und unter ungünstigen Berhältnissen aus=' geführt werden mußte. Sie hatten übermäßige Arbeitszeit unter zu hohem und ständigem Drude. Die Luft der Arbeitsräume war gewöhnlich ungesund, ein großer Teil der Arbeiten überans gc fährlich und viele der Herstellungsprozesse giftig. Es ist vorläufig noch unmöglich, festzustellen. was badurch an der Wohlfahrt der Menschheit verschuldet wurde. In der Begeisterung für neue und oft schlecht beurteilte Wohlfahrtserperimente blieb die Beseitigung unserer Fabrikgeseze beinahe unbemerkt. Während des ersten Jahres der Munitionstätigteil waren Nachte und Sonntagsarbeit allgemein und die erstere ist jetzt ( 1918) noch üblich. Viele Fälle wurden aufgedeckt, in welden Frauen fieben Tage in der Woche mit nur einem freien Sonntag Mr. 19 im Monat arbeiteten. Wir hatten achtundzwanzig aufeinander folgende Zwölfftundentage und dreißig aufeinanderfolgende Zwölf stundennächte. Wir hatten Beispiele des Achtstundentages, welcher bon acht Etunden Unterbrechung begleitet wurde. Frauen ver ließen eine Schicht um 10,30 Uhr abends und begannen wieder um 6,30 Uhr am nächsten Morgen. Wenn man die Zeit berechnet, welche zum Sin- und Herweg nach der Fabrit, sowie für Abendessen und Frühstück, Waschen und Umfleiden gebraucht wurde, so blieben oft nicht mehr als vier Stunden Echlaf übrig. Die förperlichen Wirkungen dieser Weberarbeitung machten sich schon Ende 1915 bemerkbar. Ein anderer Nachteil dieses plöglichen und allgemeinen Ein Jezzens der Frauenarbeit ist die Gefahr für den Normallohn des Mannes nach dem Kriege, welcher in vielen Gewerben nach jahre-langer Anstrengung und Aufopferung festgesetzt wurde und immer mehr auf der Grundlage der Familie als der einzelstehenden Person berechnet war. Die Betrachtung der Probleme, welche auf diese Weise aeschafs fen wurden, zwingt uns zu der Frage: Welches ist der Platz der Frau in dieser neu fonftruiciien industriellen und kommerziellen Welt? Unser Ziel ist mir gang flar, den meitmöglichsten Wirfungsfreis zu sichern, übereinstimmend mit der Aufrechterhaltung der Ge sundheit und Wohlfahrt und ohne Verschlechterung der jetzt herrschenden Lebensbedingungen.* Fortiebung olgt) Jtallen. Die Kammer hat mit 240 gegen 10 Etimmen einen Zusatz zum Gemeind wahlgesetz angenommen, nach dem den Frauen das gleiche Wahlrecht zuerkannt wird wie den Männern. Ein Antrag zugunsten der Wahlpflicht wurde mit 144 gegen 78 Etimmen abgelehnt, ebenso ein Antrag zugunsten des Wahl rechts der Unteroffiziere und Soldaten. Amerika. Die Beteiligung der amerikanischen Frauen an der Präsidentenwahl, aus der Harding als gewählt hervorging, war eine außerordentlich starke. Die Frauenstimmen überwogen in eing Inen Diftriften bedeutend die Männerstimmen, wobei die zum ersten Male politische Rechte ausübenden Negerinnen auch ins Gewicht fallen. Desterreich. Der österreichischen Nationalversammlung gehören insgesamt 3 hn Frauen an, und zwar acht Sozialdemokratinnen und zwei Bürgerliche. Wohlfahrtspriege Arbei erwohlfahrt Stettin Am 18. November wurde von den Stettiner Parteigenossen und Genossinnen eine Bereinigung Arbeiterwohlfahrt" gegründet. Unsere Genossen und Genossinnen, die der Arbeiterwohlfahr:" beigetreten sind, haben sich das Ziel gestedt, der minderbemittelten Arbeiterschaft in allen Lebenslagen zur Seite zu stehen und ihre ganze Kraft einzusetzen, um ihre Not zu lindern. Kindern, deren Eltern oder deren Mütter feine Zeit haben, ihnen bei den Schul arbeiten behilflich zu sein, soll von den Mitgliedern geholfen wer den. Es sollen ferner mit den Kindern Spaziergänge unternom men und leichte Handarbeiten gel hrt werden. Wir müssen allerdings mit bescheidenen Mitteln beginnen und können nicht gleich große Liebeswerke vollbringen. Mit der Zeit hoffen wir, eine größere Anzahl Mitarbeiter für unsere Sache zu gewinnen und größere Geldmittel aufzubringen, um auch weitergeftedte Biele berwirklichen zu können. Wir bitten alle diejenigen, die gewillt sind, uns bei unserer Arbeit zu unterstüßen, der Arbeiterwohlfahrt" beizutreten oder uns materiell beizustehen. " Die Arbeiterwohlfahrt" hat sich einen Bezirksvorstand gewählt, der die Verbreitung der Crganisation über die ganze Proving in die Wege leiten soll. Ihm gehören an: Genossen öfs als erfte Vorsitzende, Genoffe Schumann als zweiter Vorsitzender und fünf Beifiber. Der Stettiner Crisvorstand besteht aus neun Ges noffen und Genossinnen. Genosse Lehrer Borchert wurde als erster Vorsitzender gewählt. Wir sind uns bewußt, daß eine pe raume Zeit vergehen wird, ehe wir etwas Grundlegendes schaffen fönnen, wir hoffen aber, wenn wir genügend Unterstüßung unserer Arbeit finden, unfere Riele verwirklichen zu fönnten. Elisabeth Schumann, Echriftführerin, Verantworthch für die Rebattion Frau Klara Boom- schuch Druck: Vorwarts Buchbruckeret. Berlag: Buchhandlung Vorwarts Paul Singer 6. u.&. fämlich in Berlin SW 6a, Lindenstraße 3 r. 49 Die Gleichheit 403 Die vollkommenen NGELMARDY Birre Nur die Metall- Einkaufs- Zentrale Koitbuser Damm 66( Hermannplatz) Moritzpl. 135 80 zahit di öct sten Preise tür: Kupier: Messing:: Zinn:: Zink:: Blei Stannie!:: Zeitungspapier usw. Gegründe 185: 21 Pelzwaren en gros Einzelverkaut Alaskafüchse, Pelzhüte Kreuzfüchse, Pelzkragen von 100 M. an, Pilzmäntel, Herren Sportpelze J.H.Garich Kluge Frauen S. Schlesinger Stallschreiberstr. 56 empi. alle Arten Büften, auch verstellbare ut. 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