Nr. 5 31. Jahrgang Zeitschrist für die Frauen der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands Mit den Beilagen: Für unsere Kinder.— Die Frau und ihr Kaus Was soll werden? Der Ausfall der preußischen Landtagswahlen ist ungefähr so, wie er erwartet werden durfte. Unsere Partei hat gegen» über den Retchstagswahlen des S. Juni gewonnen. Das ist ober für uns keine Beranlaffung zu jubeln, denn unser Zu- wachs ist auf Kosten der U.S.P.D. erfolgt, d. h. die Arbeiter- klaffe hat insgesamt einen Zuwachs nicht gehabt, sondern sie hat einen erheblichen Teil ihrer Wählermassen verloren. Jede Schwächung der Parteien, die fest zur Republik stehen, be- deutet ober eine Stärkung der monarchistischen Strömung in Deutschland, und damit eine Gefährdung der Fortschritte zur politischen, wirtschaftlichen und kulturellen Freiheit, die das Proletariat sich erkämpft und welche die Sozialdemokratie in mühseliger Gesetzesarbeit befestigt hat. Die Deutschnationelen haben einen beträchtlichen Stimmen- und Mandatszuwachs erhalten. Das war vorauszusehen. Solange die Entente eine Politik treibt, welche auf eine wirt- schaftliche Abwürgung Deutschlands hinausläuft, solange wird sie den Revancheschreiern in Deutschland— den Deutschnationalen— Zutreiberdienste leisten. Wenn man in Paris und London wirklich besorgt ist, daß eines Tages die republi- tonische Staatsform in Deutschland kaputt gehen könnte, dann müßte man doch auch endlich erkennen, daß man den mon- archistischen Parteien bei uns nicht fortwährend Waffen für ihren Kampf gegen die Republik liefern darf. Aber es ist wohl wenigerdieSorgeumdieRepublik.als die Angst vor dem Sozialismus, welche bei den Siegerregierungen die Handlungen bestimmt. Leider ist auch heute noch der Kapitalismus internationaler verbunden als die Arbeiterschaft: selbst da. wo er sich bekämpft. Solange das die Arbeiterschaft bei uns und in den Siegerländern'nicht erkennt, ist wenig Hoffnung, wieder zu vernünftigen Wirt- schafts- und Lebensmöglichkelten zu gelangen. Die Pariser Bedingungen auf Zahlung von 226 Milliarden Goldmark in 42 Jahren und einem 12�prozentigen Ausfuhr- zoll auf unseren gesamten Export— welche den Deutschnationalen so vorzügliche Wahlhilfe geleistet haben— sind unerfüllbar. Das hat die deutsche Regierung, das haben die sämtlichen Parteien des Reichstages— mit Ausnahme der Kommunisten— ausgesprochen. In London werden am t. März die Verhandlungen beginnen, die feststellen sollen, wie weit die Leistungsfähigkeit Deutschlands geht. In Spa haben die deutschen Vertreter nicht gesagt, was wir geben können, sondern was wir nicht können. JnLondon sollte man noch gewissenhafter Prüfung und ehrlicher Ueberzeugung sogen, was wir zu leisten imstande sind. Nicht mehr und nicht weniger. Und dabei muß es dann bleiben, damit endlich das Mißtrauen, welches allen deutschen Angaben und Vorschlägen entgegengebracht wird, schwindet. Und alles, was dieses Mißtrauen nährt, muß beseitigt werden. Es geht nicht an, daß die großen Jndustrieunternehmungen an ihre Aktionäre große Sumnien verschenken, indem sie den Besitzern von zwei Aktien, die vielleicht einen Wert von 4lMK) Mt. haben, eine dritte für IVO Mk. oder gratis geben(wie das in den letzten Monaten in ungeheurem Umfange geschehen ist), und daß dieselben Kreise sich gegen jede Begleichung der Kriegslasten wehren. Für die Arbeiterschaft handelt es sich aber bei der Erfüllung der Ententeforderungen um viel mehr, als um die Zahlung an sich. Voraussetzung für die Möglichkeit der Erfüllung wäre eine enorme Steigerung der Ausfuhr bei gleichzeitiger weiterer Einschränkung des Jnlandverbrauches. Die Berg- arbeiter verlängerten, um die abzuliefernde Kohlenmenge zu fördern, ihre Arbeitszeit um eine Stunde. Um wieviel Stunden müßte der Arbeitstag der Jndu- striearbeiterfchaft für die Erfüllung der Pariser Bedingungen verlängert werden? An dieser Verlängerring hat das internationale Kapital ein Interesse; für die internationale Arbeiterschaft ist es eine Lebensnotwendigkeit, daß es nicht geschieht. Jeoe Verlange- rung der Arbeitszeit würde das Heer der Arbeitslosen ver- größern, besonders in den Siegerstaaten, und eine Hor&ö- setzung der Löhne wäre die Folge. Aber auch ohne Verlänge» rung der Arbeitszeit und ohne ein weiteres Steigen der Ar- beitslosigkeit in Deutschland müßte die Erfüllung der Pariser Forderungen dieselbe Wirkung haben. Die 121/2 Proz. Ausfuhrzoll können nicht dazu dienen, die deutsche Ware im Aus- land teurer zu halten als die dort hergestellte, denn dann würde sie kein Mensch kaufen, und Deutschland hätte die Ein- nahmen nicht, um die Zahlungen leisten zu können. Sa würde die praktische Wirkung dieser Abgabe sein, daß die Herstellung der Waren um 12i� Proz. billiger sein müßte als bisher, d. h. die Entlohnung der Arbeit würde mindesten» um einen Teil dieses Betrages sinken. Im Ausland aber müßte die Arbeitslosigkeit und der Lohndruck durch die Ueber- schwemmung mit deutscher Ware bis zur Unerträglichkeit steigen. Die Bergarbeiter Frankreichs und Belgiens tragen ja bereits diese Folgen der Erfüllung des Spa-Abkommen» durch Deutschland. Den Vorteil hat lediglich das kapitalistisch« Unternehmen, welches die billigen deutschen Waren zum Weltmarktspreise weiter vertreibt. So wird die deutsche Ar» beiterschast durch die Vertragserfüllung der Fronknecht de» ausländischen Kapitals noch mehr als des deutschen. Di« Entwicklung zum sozialistischen Wirtschaftsstaat, welche trotz aller Hemmungen bei uns sich immer mehr anbahnte, würd« auf lange Zeit für ganz Europa unterbunden Die schlimmste und doch leider sicher st« Folge aber wäre, daß in der Arbeiterschaft der Sieger st aaten von neuem ein Haß gegen Deutschland, gegen die deutsche Arbeiter- schaft als Konkurrent der eigenen Arbeit emporwachsen würde. Auf dem Boden des Hasse» aber wachsen neue Kriege. Darum hat die i n t e r n a t i 0» nale Arbeiterschaft ein Lebensinteress» daran, daß die Pariser Bedingungen sowohl, wi« der Versailler Friedensvertrag so abgeändert werden, daß ihre Erfüllung weder die Arbeiterschaft Deutschlands, noch die der Siegerstaaten erdrückt. Die Politik 38 D i e Gleichheit Nr. 5 der Deutschnationalen Volkspartei kann dieses Ziel nicht er- reichen, weil sie, trotz Deutschlands absoluter Ohnmacht, auf die Anwendung der Gewalt sich stützt. Und deshalb ist es so bedauerlich, daß diese Partei durch die preußischen Land» tagswahlen nicht eine unzweideutige Ablehnung ihrer Politik erfahren hat. Den Erfolg, den sie erhoffte, hat sie zwar nicht erzielt, und ihre Erstarkung ist zum Teil auf Kosten der eben- falls monarchistischen Deutschen Volkspartei und der Demo- kra tischen Partei erfolgt. Aber ein Rest bleibt, der für uns bitter und bedenklich ist und der den Unabhängigen, wenn sie überhaupt noch belehrungsfähig sind, die Augen geöffnet haben müßte. Die U.S.P.D. ist gegenüber den Reichstags» wählen um die Hälfte zurückgegangen; in Berlin allein um etwa 2-10 000 Stimmen. Uns sind davon in Berlin 30 000, den Kommunisten 100 000 zugefallen und der Rest ist nicht nur wahlmüde zu Hause geblieben— was auch schlimm ge- nug ist—. fondern er ist sicher zu einem Teil zur Reaktion abgewandert. Schwankende Gestalten vielleicht, die von einem Extrem ins andere fallen, aber Wahlstimmen, die mit- zählen und mitentscheiden. Mir ist es während des Wahl» kampfes in einer Versammlung passiert, daß ein Kommunist diese Schwankenden aufforderte, deutschnational zu wählen. Nicht nur die Spaltung innerhalb der Partei hat diesen Rückgang der U.S.P.D. verursacht. Nach den Reichstags- wah'en hatten viele Wähler der U.S.P.D. es als eine Selbst- Verständlichkeit betrachtet, daß diese Partei sich an der Regie- rung beteiligen würde, um den ganzen Kurs nach link? drehen zu können. Als die unabhängige Parteileitung dies ablehnte, dadurch auch uns ausschaltete und der monarchisti- scheu Deutschen Volkspartei das Mitregieren ermöglichte, ging eine große Enttäuschung und Erbitterung durch ihre Anhängerschaft...-Die Preußenwahlen find die Bestätigung dieser Hcobschtungen, die damals jeder objektive Mensch machen konnte. Wird die U.S.P.D. daraus lernen, oder wird si.L das Relchsschiff weiter nach rechts treiben lasten? Sozialistisch-republikanische und monarchistische Parteien können nicht zusammen arbeiten. Darum ist eine Verbindung mit der Deutschen Volkspartei für uns unmöglich. Aber-e- publikanisches Bürgertum und Sozialdemokratie können bei gutem Willen in einer demokratischen Republik manche Dinge gemeinsam vorwärts bringen, ohne Grundsätze preiszugeben, wenn das Zusammenarbeiten auch kein leichtes ist. Die Ent» scheidnng liegt wieder, wie nach dem 6. Juni, bei der U.S.P.D. Das Volksinteresse muß über dem Parteiinterest« stehen; in der gegenwärtigen schwierigen Lage der Arbeiter- fchast deckt sich beides für die sozialdemokratischen Parteien. Clara Vohm-Schuch. Recht und Wohlfahrtspflege von Bürgermeister Dr. C a s p a r i,(Brandenburg a. d. H.) A. Familienrecht. 3. Miederverheiratung im Falle der Todeserklärung. Nach dem Bürgerlichen Gesetzbuch findet die Ehe Ihr Ende durcl) Tod eines der Ehegatten und durch Scheidung, nicht «der durch Todeserklärung, falls etwa der für tot Erklärte noch lebt. Fälle dieser Art sind infolge des Krieges häufig geworden. Die Todeserklärung bewirkt noch nicht die Auf- lösung der Ehe, sondern nur eine Vermutung dafür(§ 18 BGB), daß der Verschollene gestorben und dadurch die Eh« nufgdöst ist Ist also z. B. ein Soldat auf Antrag seiner Frau für tot erklärt worden, kehrt er nunmehr aber wider Erwarten zurück, so stürzt die Vermutung in sich zusammen; die Ehe ist niemals gelöst worden, sie besteht weiter. Hätte dagegen die Frau des für tot Erklärten eine neu« Ehe ge- schloffen, dann allerdings ist die frühere Ehe aufgelöst, und sie bleibt auch dann aufgelöst, wemi die Todeserklärung in- folge einer Anfechtungsklage wieder aufgehoben rvird(Z 1348 Abf. 2 DGB.). Es sind neuerdings wiederholt durch die Tagespreste irre- führende Mitteilungen über die Voraussetzungen und Folgen der Wiederverheiratung im Falle der Todeserklärung ge- gangen, so daß hier eine Klärung unbedingt notwendig er- scheint. Man muß von vornherein zweierlei unterscheiden. Erstens: die Todeserklärung ist zu Recht erfolgt; der für tot Erklärte weilt nicht mehr unter den Lebenden; dann ist die Rechtslage für den nicht für tot erklärten Ehegatten so, als wenn die Ehe durch den Tod des anderen gelöst worden wäre. Die zweit« Möglichkeit: Der für tot erklärte Ehegatte lebt noch. Nehmen wir einmal folgenden Fall: Der deutsche Soldat 2l. ist seit Iahren als vermißt gemeldet Seine in Deutschland lebende Frau, die immer noch auf seine Rückkehr gehofft hat, läßt ihn nunmehr für tot erklären. A. lebt jedoch noch, gibt absichtlich aber kein Zeichen seiner Existenz nach Deutsch- land zu dem Zweck, für tot erklärt zu werden und in Frank- reich eine Ehe mit einer Französin eingehen zu können. Wird er nun für tot erklärt, so besteht die Ehe mit seiner Frau in Deutschland nach wie vor weiter. Er darf solange eine neue Ehe nicht eingehen, bis feine Frau in Deutschland ihrerseits neu geheiratet hat, denn— und das ist das Wesent- liche— nicht die Todeserklärung, sondern erst die Schließung der neuen Ehe seitens des nicht für tot Erklärten vernichtet die alte Ehe. Der gleichwohl in Frankreich heiratende A. würde also wegen Bigamie(Doppelehe) sich strafbar machen, da er ja zur Zeit der Eingehung seiner Eh« in Frankreich noch in Deutschland in gültiger Ehe lebte. Andererseits besteht ja auch die Möglichkeit, daß der nicht für tot erklärte Ehegatte, also z. B. die Frau, zwar die Todeserklärung hat aussprechen lassen, obwohl sie gewußt hat, daß der für tot erklärte Mann noch lebt. 5)eiratct sie jetzt neu, so löst sich trotzdem die alte Ehe auf. Ist aber diese neue Ehe gültig? Darauf gibt es zwei Antworten. Wußte die Frau und ihr neuer Mann bei der Eheschließung, daß der für tot Erklärte die Todeserklärung überlebt hat, dann ist die neue Eh« nichtig, die alte Ehe bleibt aber dennoch aufgelöst Die Ehegatten der neuen Ehe sind dann auch wegen Doppelehe strafbar. Wußte nur einer der beiden Ehegatten der neuen Ehe, daß der für tot Erklärte die Todes- erklärung überlebt hat, dann ist die erste Ehe, wie zuvor, aufgelöst, die neue Ehe kann aber von demjenigen Ehegattyr, der erst nach der Eheschließung von dem Fortleben des für tot erklärten Ehegatten Kenntnis bekommen hat, mit sechs- monatiger Frist angefochten werden. Ich will dies an einem Bestpiel erläutern. A. und B.. die aus einem Dorf stammen, sind zusammen in den Krieg gegangen. Beide hatten die C. geliebt A. hatte sie geheiratet B. kehrt zurück. iL ist seit langem als vermißt gemeldet. B. weiß, daß A. noch lebt; er veranlaßt nun die Frau A., geborene C., ihren Mann A. für tot erklären zu lassen, und heiratet danach die A. Dann kann die setzige Frau B. innerhalb von sechs Monaten von dem Zeitpunkt an, in dem sie erfährt, daß ihr für tot erklärter Ehegatte A. noch lebt ihre Ehe mit B. an- fechten. Gesetzt den Fall, sie hätte dies aber nicht getan, und nun kehrt« A. in die Heimat zurück und fände seine Frau als die Frau des B., muß er sich mit diesem Zustand ab- finden? Nach dem Bürgerlichen Gesetzbuch ist die Frage zu bejahen. Nach französischem Recht könnte hier der irrig für tot erttärte A. gegen die Weiterverheiratung seiner Frau mit B. vorgehen. Nach dem Bürgerlichen Gesetzbuch ist dies nicht möglich. Die alle Ehe ist aufgelöst, die neue ist anfechtbar. aber nur seitens des Ehegatten, der das FortlebendesfürtotErklärtennichtkannte. Diese Tatsache gibt dem nicht für tot erklärten Ehegatten aber nur ein Recht zur Anfechtung, sie verpflichtet ihn nicht dazu. Hätte nun aber in unserem Beispiel Frau B., frühere A.. geborene E., ihre Che mit B. angefochten(§ 1350 BEB), so würde diese Ehe als von Anfang an nichtig gelten(Z 1343). Lebt nun ihre alte Ehe mir A. wieder auf? Diese Frage Nr. 5 Die Gleich beit tft im Gesetz nicht geklärt. Nach überwiegender und wohl richtiger Ansicht tritt diese Folge nicht ein, vielmehr müssen die beiden früheren Ehegatten A. erneut ihren Weg zum Standesamt nehmen. Bufammenfassend ist also zu fagen: Die Todeserklärung löst die Ehe mur, wenn der Verschollene wirklich gestorben ist. Andernfalls gibt sie dem nicht für tot Erflärten das Recht ber Wiederverheiratung. Erst wenn diese erfolgt ist, fann sich auch der für tot Erklärte anderweit verheiraten. Ob die neue Che des nicht für tot Erklärten nichtig oder anfecht bar ist, richtet sich nach der Bös- bzw. Gutgläubigkeit der beiden Ehegatten der neuen Ehe. Du mußt steigen Wandrer, in der dunklen Welt Ift dein Ziel dir nicht beftellt, Du mußt ſteigen, raftlos fteigen. Jeder Schritt hebt dich empor näher zu den Sternen, Bis aus höchften, stillen Fernen Deiner Sehnsucht Flammenlicht Strahlend zu dir niederbricht. Aus der Tiefe fich erheben, Aus der Tiefe auf zum Licht, Wandrer, fei dir heil'ge Pflicht. Steigen nur ift wahres Leben, Steigen gibt dem Leben Sinn, Schafft des Lebens Reingewinn. Ernit Greten 39 fahrtspflegerin, deren Arbeit ja diejenigen betrifft, die des Schutzes der Deffentlichkeit bedürfen. Sie wird aber auch in Fällen, die durch andere zur Anzeige gebracht wurden, Er mittelungen anstellen und einschreiten müssen. Deshalb mus sie mit dem Gejet vertraut sein. Das Kinderschutzgesetz stammt aus dem Jahre 1903. E verbietet die Beschäftigung von Kindern in bestimmten Be trieben ganz und gestattet sie in anderen unter bestimmten Boraussetzungen. Als Kinder gelten nach dem Gesetz Knaben und Mädchen unter 13 Jahren und ältere, sofern sie noch schulpflichtig sind. Ihre Beschäftigung ist wegen der Gefähr lichkeit der Betriebe, bei schwerer oder gesundheitsgefährlicher Arbeit, ganz verboten: 1. bei Bauten aller Art, auf Zimmerplägen, in Werfteng 2. in Ziegeleien, Brüchen und Gräbereien; 3. beim Steinklopfen; 4. im Schornsteinfegergewerbe; 5. im Fuhrwertsbetriebe der Speditionsgeschäfte; 6. beim Mischen und Mahlen von Farben; 7. beim Arbeiten in gewerblichen Kellereien; 8. in Motorwerfstätten, in denen durch elementare Kraft bewegte Triebwerte nicht bloß vorübergehend verwendet werden; in Werkstätten der Tabaksindustrie und in den Wert. stätten der Kleider- und Wäschekonfektion; 9. beim Reinigen von Dampffeffeln; 10. abgesehen von Botengängen und, Warenaustragen in Werkstätten zur Anfertigung von Schieferwaren, Schiefer. tafeln und Griffeln, in den Werkstätten der Steinmetzen, Steinhauer, der Steinbohrer, schleifer oder polierer, in den Kalkbrennereien, Gipsbrennereien, in den Werkstätten der Töpfer, der Glasbläser, säger, schleifer oder-mattierer, Spiegelbelegereien, in denen Gegenstände auf galvanischem Was muß die Wohlfahrtspflegerin von Wege mit Metallüberzügen versehen werden oder in denen der sozialen Gesetzgebung wissen? Bon Hedwig Wachenheim( Fortfehung) Die Arbeiterschutzbestimmungen sollen hier nicht eingehend erörtert werden, da sie im wesentlichen nur für die praktische Arbeit der Gewerbeaufsichtsbeamten und beamtinnen in Frage kommen. Diese müssen sich aber damit so eingehend beschäftigen, daß eine kurze Auseinandersetzung nicht genügen würde. Ich begnüge mich damit, darauf hinzuweisen, daß die Schutzbestimmungen im wesentlichen Vorschriften über die Instandhaltung des Betriebes und die Anbringung von bestimmten Schußvorrichtungen an bestimmten Maschinen enthalten und daß sie für alle gewerblichen Arbeiter eine be ftiminte fonntägliche Ruhe vorschreiben. Ferner wird für Frauen und Jugendliche die Arbeitszeit noch weiter eingeschränkt und Beschäftigung in die Gesundheit besonders gefährdenden Betrieben verboten. Für diejenigen, die sich für diese Dinge besonders interessieren, fei bemerkt, daß sie in der Reichsgewerbeordnung unter Artikel 7,„ Gewerbliche Arbeiter", Beschränkung in der Beschäftigung an Sonntagen in§§ 55a, 105a- 1051, desgleichen in der Beschäftigung jugendlicher Arbeiter(§§ 106, 107, 111, 120, 120c, 126, 128), besonders von jugendlichen Arbeitern und Arbeiterinnen in größeren Betrieben(§§ 135-139a), zu finden sind. Inzwischen ist durch die Revolution allgemein der Acht stundentag eingeführt worden; er bedeutet nicht nur, wie die Baragraphen der Gewerbeordnung, Schutz der Gesund heit, sondern Freiheit zur gefunden Körperbewegung und geistigen Entwicklung. Wichtiger für die Wohlfahrtspflegerinnen sind die KinderSchutzbestimmungen, denn sie betreffen eine Arbeit, die nicht allein im gefchloffenen Betriebe vorkommt. Dort würde sie heute schon der Arbeiter nicht dulden. Das Kindergesetz wird eher in der Heimarbeit, meistens aber außer dem Hause auf der Straße übertreten. Dort kann sie jeder feststellen, und feder Mensch hat eigentlich die Verpflichtung, Uebertretungen des Kinderschußgesetzes, die er wahrnimmt, zur Anzeige zu bringen. Besonders aber hat diese Verpflichtung die Wohl Gegenstände auf galvanoplastischem Wege hergestellt werden; in Werkstätten, in denen Blei- und Zinnspielwaren bemalt werden; in Metallgießereien, Werkstätten der Gürtler nd Bronzeure; Werkstätten, in denen Blei, Kupfer, Zink over deren Legierungen verarbeitet werden; Metallschleifereien und Polierereien, Feilenhauereien, Harnischmachereien, Blet. anknüpfereien; Werkstätten, in denen Quecksilber verwandt wird; in Werkstätten zur Herstellung von Explosivstoffen, Feuerwerkskörpern, Zündhölzern und sonstigen Zündwaren; Abdeckereien; in Werkstätten, in denen Gespinste, Gewebe u. dgl. gebleicht werden; Färbereien; Lumpenfortierereien, Felleinfalzereien, Gerbereien; Werkstätten zur Berfertigung von Gummi-, Guttaperchas und Kautschukwaren, von Bolster waren, Perlmutterverarbeitung, Roßhaarspinnereien, Haar und Borstenzurichtereien, Bürsten- und Binselmachereien, so. fern mit ausländischem tierischen Materiale gearbeitet wird; Fleischereien, Bettfedernreinigungsanstalten, Chemischen Waschanstalten, Werkstätten der Maler und Anstreicher; 11. im Hausierhandel; 12. in gewerblichen Betrieben, in denen mindestens zehn Arbeiter beschäftigt werden. Für die Beschäftigung in anderen Werkstätten, im Handel und Verkehrsgewerbe, beim Austragen von Waren und Botengängen ist zu unterscheiden zwischen fremben und eigenen Kindern. Als eigene Kinder gelten nicht nur die leiblichen Kinder, sondern auch Entel, Urenfel, Brüder, Schwestern, Neffen und Mündel beider Ehegatten, sowie Für forgezöglinge, wenn sie nicht im Haushalt des Arbeitgebers wohnen. Uneheliche Kinder aber sind nur im Verhältnis zur Mutter und zu den Verwandten der Mutter als eigene Kinder anzusehen, da sie nach unserem schönen bürgerlichen Recht mit dem Vater als nicht verwandt gelten. Das ist in diesem Falle aber ein besonderer Schutz des unehelichen Kindes, da nach dem Gesetz die Beschäftigung eigener Kinder in vielen Fällen zugelaffen wird, wo die fremder Kinder ver boten ist. Das uneheliche Kind, das im Haushalt seines Baters wohnt, wird danach als fremdes Kind besonders geschützt. 40 Die Gleich beit Eigene Kinder unter zwölf Jahren dürfen nicht für dritte arbeiten, aber sie dürfen mit uneingeschränkter ZeitDauer im eigenen Betrieb tätig sein, soweit der Betrieb nicht über zehn Arbeiter beschäftigt. In Gast- und Schankwirtschaften dürfen elgene Kinder nicht arbeiten, solange sie nicht 12 Jahre find, aber auch dann dürfen sie nicht beschäftigt werden zwischen 8 Uhr abends und 8 Uhr morgens und während des Vormittagsunterrichts. Ferner dürfen Mädchen, solange sie nach dem Kinderschußgefeß als Kinder anzusehen find, zur Bedienung der Gäste nicht verwendet werden. Geboten ist im Gast- und Schankwirtschaftsgewerbe eine Mittagspause von zwei Stunden und nach dem Nachmittagsunterricht eine einstündige Bause. In größeren Betrieben mit über zehn Arbeitern dürfen eigene Kinder unter zehn Jahren feinesfalls beschäftigt werden und Kinder unter zwölf Jahren nicht, wenn sie für dritte arbeiten. Sie dürfen nicht beschäftigt werden zwischen 8 Uhr abends und 8 Uhr morgens, vor dem Vormittagsunterricht und an Sonn- und Festtagen. Sie sollen nach dem Vormittagsunterricht eine Mittagspause von zwei Stunden haben und nach dem Nachmittagsunterricht eine Stunde. Fremde Kinder dürfen weder in Wertstätten noch im Handels- und Verkehrsgewerbe noch beim Austragen von Waren verwendet werden, bevor sie zwölf Jahre alt sind, nachdem aber auch während der Schulzeit nicht länger als drei und in den Ferien nicht länger als vier Stunden. Verboten ist durchweg die Nacht arbeit von 8 Uhr abends bis 8 Uhr morgens und die Arbeit vor dem Vormittagsunterricht. In den Betrieben mit über zehn Arbeitern dürfen die Kinder auch an Sonn- und Fest tagen nicht beschäftigt werden, während Austragen von Waren und Botengänge an diesen Tagen gestattet sind. Geboten ist eine Mittagspause von zwei Stunden und eine einstündige Bause nach dem Nachmittagsunterricht. Beim Austragen von Waren und Botengängen mit Sonntagsbeschäfti gung soll sich die Sonntagsarbeit auf nicht mehr als zwei Stunden beschränken, und zwar während der Zeit von 8 bis 1 Uhr, aber nicht während der Zeit des Hauptgottesdienstes und eine halbe Stunde vorher. In Gast und Schankwirtschaften dürfen fremde Kinder nicht arbeiten, wenn sie nicht zwölf Jahre alt sind, und ältere nicht zwischen 8 Uhr abends und 8 Uhr morgens und nicht an Sonn- und Festtagen. Sie dürfen hier gleichfalls nicht länger als drei Stunden und in den Ferien vier Stunden' beschäftigt werden und nicht vor bem Vormittagsunterricht. Auch fremde Mädchen dürfen nicht beim Bedienen der Gäste, aber wie die eigenen beim Abfüllen und Spülen von Flaschen, Lampenputzen, Reinigungsarbeiten usw. verwendet werden. Geboten ist hier eine Mittagspause von zwei Stunden und eine einftündige Pause nach dem Nachmittagsunterricht. Zuwiderhandlungen gegen das Gesetz werden mit GeldStrafen bis zu 2000 mt. belegt. Die Beschäftigung bei öffentlichen theatra lischen Vorstellungen und Schauvorstellun gen ist verboten, sofern nicht ein höheres Interesse der Kunst und Wissenschaft obwaltet. In jedem Falle ist dazu die Genehmigung des Landrats oder der Polizeibehörde erforderlich. Für hauswirtschaftliche Arbeiten, auch solche gegen Entgelt in fremden Häusern, trifft das Gesetz nicht zu. Sie kann uneingeschränkt stattfinden. Und das gleiche gilt für landwirtschaftliche Arbeiten. Die Mängel des Gesetzes sind ohne weiteres flar. Es befchneidet nur die stärksten Auswüchse der Kinderarbeit, ohne thre schädliche Wirkung ganz auszuschalten. Und das wäre gerade in einer Zeit größter Kindernot durch Unterernährung bringend notwendig. Man denke, der Staat hat keine Bebenken dagegen, daß Eltern ihre schwachen, unterernährten, ber Erholung in frischer Luft so bedürftigen Kinder unein. Nr. 5 geschränkt bei gewerblichen Arbeiten zu Haus oder im eigenen Betrieb beschäftigen, daß die Kinder bei Fremden drei Stun den gegen Entgelt neben der Schulzeit arbeiten. Freilich wir wissen, daß Proletariereltern heute in den meisten Fällen ihre Kinder nur noch miterwerben lassen, wenn furchtbare Not sie dazu treibt. Aber die paar eingebrachten Groschen der Kinder wiegen nicht auf, was sie an Gesundheit damit für ihr Leben einbüßen. Gerade weil das Kinderschutzgesetz sich nur gegen die schlimmsten Mängel wendet, müssen wir darauf achten, daß es wenigstens erfüllt wird. In den Betrieben ist nicht so viel Gefahr, da sorgen Betriebsräte und Gewerbeinspektion für Erfüllung des Gesezes. Aber wo wir auf der Straße und in Lokalen Kinder beim Handeln sehen, wo sie nicht für die Mutter, sondern für den Unternehmer Zei tungen austragen, wo wir sie in der Heimarbeit nicht bei den Eltern beschäftigt finden, da müssen wir überall einschreiten. Vielleicht wird nicht immer eine Anzeige notwendig sein, oft sind die Eltern eindringlichen Vorschlägen zugänglich. Die Verbesserung der Lebensführung darf nicht herbeigeführt werden durch Kinderarbeit, sondern muß erwirft werden durch höhere Löhne und ausreichende Kinderunterftüßungen, wo sie notwendig sind. Eine Aenderung des Gesetzes ist dringend notwendig. Seine Ausdehnung auf den häuslichen Dienst und die Landwirtschaft ist geboten. Am besten würde die gewerbliche Be schäftigung schulpflichtiger Kinder ganz verboten werden. Be faffung der Jugendämter mit diesen Fragen und ihre Zusammenarbeit mit der Gewerbeinspektion ist wünschenswert. Wir fönnen uns der Eingabe der Gesellschaft für Soziale Reform an den Reichstag nur anschließen, die eine Aufnahme derartiger Bestimmungen in den Jugendwohlfahrtsgesezentwurf fordert. ( Fortsetzung folgt) Der Frauenüberschuß in Europa Bon Albin Michel Schon vor dem Kriege bestand in den meisten europäischen Ländern, namentlich aber in den europäischen Großftaaten, ein nicht unbedeutender Frauenüberschuß, ein leberwiegen der Zahl der Frauen gegenüber den Männern. Zwar werden im Durch schnitt mehr Knaben als Mädchen geboren- auf ungefähr 105 Knabengeburten tommen 100 Mädchengeburten, doch ist beim männlichen Geschlecht im allgemeinen die Sterblichkeit höher; auch tommt hinzu, daß mehr Männer in überseeische Länder auswan. dern als Frauen. Den höchsten Frauenüberschuß vor dem Kriege hatte England. Nach der Volkszählung vom Jahre 1911 stellte er sich auf rund 1330 000. An zweiter Stelle stand Deutschland mit einem Frauenüberschuß von rund 850 000. Soweit die russische Statistik als richtig unterstellt werden konnte, stellte sich dort der Frauenüberschuß auf annähernd 700 000. In Desterreich- Ungarn betrug er weit über 500 000. Ungefähr den gleichen Frauenüber. schuß hatten Italien und Frankreich. Das kleine Portugal hatte einen Frauenüberschuß von rund 250 000, in Schweden betrug er 125 000, in Dänemart mehr als 80 000, in den Niederlanden 60 000, in Belgien rund 45 000. Als einzige Länder mit einem Männerüberschuß tommen in Europa nur die Staaten auf dem Baltan in Betracht. So betrug der Männerüberschuß in Ru mänien 96 000, in Serbien 95 000, in Bulgarien 70 000 und in Griechenland 17 000. Insgesamt dürfte vor dem Kriege die männ liche Bevölkerung Europas um 5-6 Millionen hinter der weib. lichen zurückgeblieben sein. Der vergangene Krieg mit seinem ungeheuren Männermord hat aber das Berhältnis zwischen dem männlichen und weiblichen Ge schlecht ganz bedeutend verändert, hat den Frauenüberschuß ganz riefig anschwellen lassen. Auch wenn man berücksichtigt, daß die deutsche Bevölkerung infoige Berluftes von Elsaß- Lothringen usw. um einige Millionen geringer geworden ist, wird man den Frauen. überschuß in Deutschland auf mindestens 2½ Millionen ansehen müssen. Einen ähnlich großen Frauenüberschuß hat jetzt Rußland, der Ueberschuß der Frauen dürfte weiter einzusetzen fein mit 1½ bis 2 Millionen in Frankreich, und mit 2-2 Millionen in England. In Italien dürfte er mindestens 14 Million betragen, ähnlich groß ist der Frauenüberschuß in den. Gebieten, die das frühere Desterreich- Ungarn umfassen. Aber auch in den Balkan. Nr. 5 Die Gleich beit ftaaten hat sich der Männerüberschuß längst in einen Frauenüber. schuß verwandelt. Namentlich in Serbien mit feinen verhältnis mäßig außerordentlich großen Kriegsverlusten ist der Frauenüberschuß sehr bemerfbar. Im allgemeinen wird der Gesamtfrauenüberschuß in ganz Europa auf rund 15 Millionen geschätzt. Dabei tann aber gar nicht damit gerechnet werden, daß diese Ueberzahl der Frauen in absehbarer Zeit wieder etwas ausgeglichen wird, sondern mindestens für die nächsten 10-15 Jahre wird mit Sicherheit ein weiteres Anwachsen des Frauenüberschusses zu er. warten fein. Zunächst ist, wenn die Verhältnisse es zulassen, mit einer starken Männerauswanderung aus Europa zu rechnen; in England z. B. haben bereits mehr als 60 000 ehemalige Soldaten den Antrag auf Auswanderung in übereseeische Gebiete gestellt. Weiter muß noch auf lange Zeit hinaus mit einer sehr starken Männersterblichkeit gerechnet werden; denn die Männer, die der Krieg übrig ließ, sind im Durchschnitt nicht die stärksten und träftigften. Allein unter den Millionen Kriegsverlegten, die es in Europa gibt, wird die Sterblichkeit eine außerordentlich hohe sein. Dazu kommt, daß sich viele im Felde Leiden geholt haben, die zu einer höheren Sterblichkeit führen müssen. In einem noch ungünstigeren Lichte erscheint das Verhältnis des weiblichen zu dem männlichen Geschlecht, wenn man das mittlere Lebensalter der beiden Geschlechter, etwa das Alter von 20 bis 45 Jahren in Betracht zieht. Da es hauptsächlich Männer dieser Altersstufen maren, die gefallen sind, so muß auch das Mißverhältnis zwischen Männern und Frauen für diese Altersstufen befonders groß sein. In Verbindung mit den unsicheren und ungewissen wirtschaftlichen Verhältnissen, der Wohnungsnot, den hohen Möbelpreisen, den hohen Kosten für Wäsche usw. muß noch auf lange Zeit wirkend für Mädchen eine ganz bedeutende Herabsetzung der Heiratsmöglichkeiten eintreten. Wenn jetzt in Deutschland auf 1000 heiratsfähige Männer mindestens 1100 hei ratsfähige Frauen tommen, so ist damit die Berringerung der Heiratsmöglichkeiten für Frauen noch nicht richtig ausgedrückt. Denn von 1000 heiratsfähigen Männern werden sich taum 800 verheiraten, und so werden sich von den jetzt in Deutschland heirats fähigen Frauen sicherlich 30-40 Proz. ohne Mann durchs Leben bringen müssen. Es ist notwendig, daß sich sowohl die Mütter wie die heranwachsenden Mädchen diese Tatsachen einmal vor Augen führen. 30 bis 40 Broz. aller Mädchen ist die Möglichkeit genommen, sich zu verheiraten. Sie müssen auf Ehe und eheliches Mutterglück verzichten, und sie müssen sich allein durchs Leben schlagen. Das St Feuilleton Am Born des Lebens Raftlos mag der Mann fich mühen Nach den Rätfeln diefes Lebens, Raftlos feinen Geilt zermartern All fein Forfchen bleibt vergebens, Wir indes mit leisen Soblen Schreiten felig in die Tiefen, Wo am Fuß des Weltenbaumes Ewig alle Wunder schliefen. Fromme Schauer in der Seele Beugen wir uns nach der Quelle, Schöpfen ftill mit heil'gen Krügen Aus des Lebensbornes Welle Und wir tragen unire Bürde, Bang, daß fie verfchüttet werde, Demutsvoll geneigt die Stirne In den Sonnentag der Erde. Tilde Bon Anna Jussen. * Olga Stückrath- Stawitz. Tilde iſt das niedlichste von allen niedlichen, kleinen Mädchen der Welt, aber auch das allerniedlichste. Und eine ganz hoheitsvolle, kleine Person ist sie. Aeußerst selten gönnt sie unserer Alltäglichkeit die Gnadenfonne ihres Lächelns, und es fällt ihr durchaus nicht ein, zu sprechen, wenn jemand es will, durchaus nicht. Tilde spricht nur, wenn es ihr beliebt. Denn Tilde ist selbständig. 41 heißt zunächst, daß alle jungen Mädchen heute einen Beruf erlernen müssen, durch den sie imstande sind, sich selbständig zu ernähren und der ihrem Leben einen Inhalt gibt. Es ist heute mehr denn je Pflicht aller Eltern, den Mädchen genau so wie den Knaben eine umfassende berufliche Ausbildung zu geben. Mit dem fast unge. fernten Uebergangsberuf ist es ein für allemal vorbei, denn jedes Mädchen muß damit rechnen, daß es auch zu dem großen Heer der Ueberzähligen gehören fann. Wir haben ferner zahlenmäßig gesehen, daß die gegenwärtigen und für die nächste Zeit herrschenden Verhältnisse es einer großen Anzahl Mädchen unmöglich machen, das Glück der Mutterschaft in der Ehe zu finden. Mutterschaft ist aber die natürlichste Bestim mung der Frau. Mehr als alle anderen Argumente beweisen viel leicht die oben angegebenen ungeheuren Zahlen, wie wenig es in heutiger Zeit möglich ist, alte, überlieferte Anschauungen einer Schiefen Moral aufrechtzuerhalten. Heute noch wird in weiten Kreisen die uneheliche Mutterschaft als„ unjittlich" bezeichnet. Unsittlich ist es, Millionen Menschen das Recht auf die Erfüllung ihrer natürlichsten Wünsche zu nehmen und sie zum Verzicht auf ihr höchstes Lebensrecht zwingen zu wollen. Das sind Eingriffe in die allerpersönlichsten Rechte des einzelnen, die jede normal empfin dende Frau mit Entrüstung von sich weisen und die jeder denkende Mensch als wahrhaft unfittlich" bezeichnen muß. Die Redaktion, Heime für die Unsern Zu dem Artikel in Nr. 41/42 der„, Gleichheit" ging bei uns jetzt noch folgende Zuschrift ein. Die Red. So wie die Schreiberin des Artikels als Fürsorgerin nachgedacht hat, bewegt es mich schon seit Jahren, daß es noch tein Heim gibt, in dem auch bereits nach außen hin gekennzeichnet wird, daß hier reiner sozialistischer Geist im Denten und Handeln weht, daß man nicht fleinlicher äußerer Vorteile wegen zu heucheln, seine Gea finnung zu verstecken braucht. Ich will auch sagen, wie ich mir ein solches Heim dente. Es soll möglichst da sein, wo viele junge Menschen vorbei müssen, um zu ihren Arbeitsstätten zu gelangen. Also ein Zuhause für junge Leute( ich denke hierbei zuerst an junge Mädchen), die aus irgend einem Grunde nicht in der Familie wohnen können. Ihnen wünsche ich ein Heim, welches ihnen das Elternhaus ersetzt; wo man bei billiger Miete einen Aufenthaltsort findet, in dem man gerne meilt. Sauber, behaglich. An Stelle der aufSie weiß, daß die Frau" dem Manne völlig gleichberechtigt zur Seite steht, daß in Deutschland gleiches Recht für alle herrscht. Ich habe mir Tildes Vertrauen erkauft durch eine Apfelsine, die ich ihr zu ihrem vierten Geburtstag schenkte, und in langem Liebes. werben, das mich etliche Knackmandeln, drei Ansichtskarten, verschiedene Stücke Kuchen und meinen fleinen Handspiegel fostete, gelang es mir auch, ihre Zuneigung zu gewinnen. Jetzt ist sie, wie sie ganz ernst und würdevoll erklärt ,,, meine Freundin". Nachmittags Punkt 2 Uhr macht Tilde mir einen Besuch. Und pünktlich ist sie, so pünktlich, daß, wenn alle Menschen so wären, ich eine enorme Menge Zeit sparen würde. Also Punft 2 Uhr flopft Tilde sehr energisch an meine Tür. Ich öffne, und meine kleinste Freundin steht sich der Ehre, die sie mir erweist, voll bewußt vor mir. Meine ehrfurchtsvolle Begrüßung wird höchst selten erwidert. Ernst trippelt Tilde an mir vorüber in mein Zimmer, wo fie sofort auf einen Stuhl flettert, und da sie die Form wahrt, bleibt fie dort ganz regungslos fünf Minuten fizen. Nachdem sie alles im Zimmer einer fritischen Musterung unterzogen hat, geruhen Majestät das Gespräch zu eröffnen. Also: Wo ist der braune Hund mit den Glasaugen. Gestern war er noch da." Ich:„ Der ist aus. gerissen." Tilde( streng):„ Das ist nicht wahr. Es ist doch gar kein richtiger Hund, er kann nicht laufen. Du lügst, und lügen darf man nicht." Sie sieht mich verächtlich und strafend an, so daß ich meine Berderbtheit erkenne und reuig fage:" Du haft recht, liebe Tilde, hier ist der Hund, ich wollte ihn Dir nur schenken."( Der Hund war nämlich Tildes ganze Sehnsucht.) Aber jetzt das strahlende, fleine Geficht. Die Augen die reinen Sonnen, vergnügt zittert das zierliche Näschen. Aber Tilde hält es nicht mit ihrer Würde vereinbar, ihren Jubel zu zeigen. Sie steckt das Hündchen in die Tasche, es ab und zu ganz heimlich betrachtend. Ich sehe, daß sie nur so darauf brennt, nach Hause zu laufen, ihren Schatz zu zeigen, und endlich bereitet sie mich schonend vor, daß sie ihren Besuch abzufürzen gedenkt. Ich habe Hunger." So, Du fannst von mir ein Butterbrot haben." D, nein," sagt Tilde belehrend und gütig, " 42 D i e G! e i ck l? e i t ??r. S gezwungenen �ausandachten gewisser christlicher 5)cime einen au» freiem Willen geschossenen gemeinsamen Abend, wo abwechselnd »in gute», dem Rahmen angepaßtes Buch gelesen wird; dabei sißt man gemütlich zusammen und bessert seine Sachen sür den nächsten Tag aus. Bei sinnigem, frohem Austausch allerlei Erlebnisse wird man fühlen, wie schön es ist, zu Hause zu sein, statt in schlechte Kinos zu gehen oder leichtsinnig« Gesellschaft aufzusuchen. Eine Hausmutter, die, aus unseren Kreisen hervorgegangen, sich ganz den Kümmernissen und Beschwerden der erwerbenden Klasse anpassen kann, wird dann auch den rechten Ton finden, eine all- gemeine gute Stimmung in dieses große Familienleben hineinzu- bringen. Ein solches Heim müßte vor allem in der Großstadt vielen jungen vtenschen ein Obdach bieten, wo sie vor Ausbeutung zeitgemäßer Zimmervermieter geschützt wären, und in jeder Hinsicht sittlich ge» festigt würden. Wer Hilst«in solches Quartier suchen? v Ina Duder. Llnd nun? So lautete für mich die Frage, als heute wm 0 Uhr die Wahlarne geschlosien wurde und an dem Wahlaussall weder Eifer noch Gleichgültigkeit mehr etwas ändern konnten. Und die Antwort stand mir auch gleich vor Augen: Rüstet zur neuen Wahl! Ich sehe das entsetzte Gesicht der lieben fleißigen Genossin neben mir: Um alles in der Weltl ich habe gerade genug gearbeitet, und nun muß ich einmal Atem schöpfen. Dieses Atemschöpsen, das für manchen Wähler bis zum Beginn der Ausschreibung neuer Wahlen währt, ist es, das uns lausende Stimmen kostet. Deshalb müssen wir auch, wie eine viclbcschäs- tigte Hausfrau, unser Atemschöpfen nach der anstrengenden Arbeit mit einer leichteren Beschäftigung in der Hand besorgen, aber ruhen, ausruhen darfst du und ich, Genossin, erst, wenn wir am Ziel" sind. Uno diese« Ziel?— Das Erfüllen deiner Umgebung mit dem Geiste des Sozialismus. Du erinnerst dich der Worte, die«ine unserer Dortämpfcrinnen vor vielen Jahren sprach, der Begeisterung, die au» ihrem geschri»- denen Worte dir entgegenklang, die aus dich übersprang und dich willig macht«, in die Reihen der Kämpfer zu treten. Du erinnerst dich der Tage, an denen dich die Freude erfüllte, mitwirken zu „dann kommst Du nicht mit dem Brot au», ich will nur nach Hause gehn." Und blitzschnell rutscht sie vom Stuhl. Einmal kommt Tilde zu meinem größten Erstaunen schon mar- gen« um zehn Uhr.„Du/' schreit sie schon von weitem,„ein Ent- chen ist kaputt, es kann nicht mehr laufen, ganz kaputt ist es." Ich drücke mein tiefstes Beileid aus, doch Tilde sagt höflich abwehrend: „Das ist nicht so schlimm, wir haben noch zehne." An ineinen Zeitungen hat Tilde«in besondere» Wohlgefallen. Neulich hatte sie ganz verständig meiner Mutter Brille ausgesetzt, laß mitten im Zimmer, hatte als„aufgeklärte Frau" die„Gleich- heit", Kopf nach unten, und murmelte sonderbare Artikel zusammen. Es kam darin das kaputte Entchen, der Onkel Willi, Aepfel und Birnen, Maria voll der Gnade, weiße Schuhchen und das Schwester- chen Leni vor. Wein« Frage, ob die Zeitung interessant sei, fand keine Beachtung. Einmal bekam ich Besuch uud mußte Tilde im Arbeitszimmer allein lassen. Zurückgekommen, finde ich die Kleine vor meinen Küchern. Sie hat eine Broschüre mit einem Marxbild und sagt empört:„Der Mann ist ein Bummlerl" Ich höchst verwundert: »Ein Dummler? Warum?" Und Tilde mit geradezu vernichtendem Hohne:„Er hat ja die Haare nicht geschnitten, und Onkel Willi sagt, Männer, die nicht die Haare geschnitten haben, sind Kummler." Ich bin über Karl Marx' eigentlichen Stand also be- lehrt und schweige. Ein eigenes Vergnüge» bereitet es Tilde, gerade dann mit mir reden zu wollen, wenn ich arbeiten muß. Dann quält sie, die sonst so schweigsam ist wie eine ägyptische Mumie, mich mit tausend Fragen, die kein Mensch beoutworten kann, z. B.:„Wieviel Butter- brote hast Du schon gegessen?"—„Was für Augen hat der Junge, der gestern bei uns war?"— Und wenn ich etwa» nicht weiß, muß ich mir die spöttische Nichtachtung der kleinen Dame gefallen lassen. Ueberhaupt hat Tilde an mir allerlei auszusetzen. Ihre Mama ist die vollkommenste Frau der Weit. Die ist viel schöner als ich, dürfen an dem großen Werk« der Mcnschheitsdesreiung und— nun sieh in die Augen der neuen Generationl— Alle diese fragend auf dich gerichteten Augen unserer Jugend, die so unendlich viel Freude ausstrahlen könnten und aus deren Grunde du doch so namenlos viel unerfüllte Sehnsucht siehst, sie müfltp dich das Atcmschäpfen vergessen lehren, sie müssen dich vor- wärls treibe», jeden Augenblick deines Leben» auszufüllen mit der Sorge für ihre Zukunft, die immer lichtlo» und freudcarm fein wird, wcnn die Parteien ihre schwere Hand auf unser Vaterland legen dürfen, welch« nicht bi» in die letzte Faser ihres Hirns er- füllt sind nür dem Willen: Gleiche» Recht für alle. Taufende haben au» Unkenntnis über d«n Willen der Parteien zu di.fem Recht einen Stimmzettel für ihren Gegner in die Urne gelegt. Taufende wußten überhaupt nicht, was Freund oder Feind wollte, und fielen auf gleisnerisch« Lügen ihrer Unterdrücker her- ein— das n ollen wir für das nächst« Mal verhindern, soweit es in unferer Mach, steht, und diese Macht ist sehr groß, sie reicht bi« zur nächsten Wahl an jedem Tag« 24 Stunden. Nutze sie! Rüste schon heut« zur nächsten Wahl! Hanna Harber. Briefe über Kindererziehung XI. Werte Freundin! Mein Dorschlag, die biblischen Geschichten den Kindern ganz so unbefangen wie Märchen zu erzählen, ruft Ihren entrüsteten Widerspruch heraus. Nicht gerade, well Sie etwa die Geschichten von Adam und Eva, von der Sündslut und der Arche Noah, von Abraham» Opfer und Jakobs Schlauheit, oder, um auch in» Neue Testament zu greisen, vom Christkind und oer Hochzeit von Kana sür wahr hielten, wahrer wenigstens als Schneewittchen und Rotkäppchen und Aschenputtel, sondern weil sie eben doch„etwas ganz anderes" feien! Ich kann Ihnen das gut nachfühlen und vielleicht auch sogar dieses Ihnen selbst nicht ganz klar« Empfinden ein wenig klären. Zunächst kommen wir Alten jedenfalls nicht mehr leicht über die uns anerzogene Gewöhnung hinweg, in den ersten etwas„Heiliges" zu sehen: sie stehen nun einmal nicht in einem Märchenbuch, sondern in der ehrwürdigen „Heiligen Schrift": sie sind uns sogar noch al» göttliche Offen- barungsweisheit vorgetragen worden. Dann aber ist, wenn man auch annehmen darf, daß eine solch« Gewöhnung an fromme Scheu vor dem Bibelwort allmählich verschwinden werde, doch und wcnn sie dann mein niedergeschmetterte» Gesicht betrachtet, sagt sie tröstend:„Du bist ja auch ganz nett, aber meine Mama-- Sonntags erscheint Tilde zweimal, und jedesmal sieht sie mich erwartungsvoll an, wie ich Ihre Toilette finde. Ich gerate natürlich in höchstes Entzücken, bewundere andachtsvoll das weiße Schürzcheu und erkundige mich eingehend, wer die rote Schleife so schön gebun- den hat. Wehe, wenn ich nicht sofort sehe, daß Tilde eine andere Frisur hat. Sonntags trägt Tilde nämlich ein« andere Frisur. Sonst trägt sie Zöpfe, oben zwei nnd unten zwei, aber Sonntags trägt sie das Haar offen. Dann fleht sie allerliebst au». Tilde ist nüm- lich und überhaupt eine ganz exotische kleine Schönheit. Sie hat den goldschimmernden Teint einer Araberin, und aus diesem dunklen Gesichtchcn schauen samtgraue, schwarzbewimperte Augen wie sei- tene Blumen. Das rote Mündchen wäre mit einem Groschenstück vollständig bedeckt. Tilde hat auck) schon eine Weltanschauung. Bei der Wahl erklärte sie allerdings:„Ich wähle, was Mama wählt," aber im allgemeinen huldigt sie sehr freien Ideen. Neulich kommt sie und hat eine große kopflose Puppe, die anstatt europäischer Kleidung nur einen neger- artigen Schurz um die Hüften trägt.„Aber die Puppe hat ja kein Kleid an?" Tilde(überlegen):„Der Swff ist zu teuer, und da» Röckchen steht meiner Puppe sehr schön."„Aber sie hat sa keinen Kopf?"„Sie braucht auch keinenl" klingt e» zurück, und ich bin besiegt in der weisen Erkenntnis:„Puppen brauchen keine Köpfe." Also huldigt Tilde der Nacktkultur. In Ehefragen hat sie folgende Ansicht:„Ich heirate niemal», denn wir sind nicht dazu da, uns von den Männern anschnauzen zu lassen." Zur Schauspielerln hat Tilde entschieden ein groß«» Talent. Sie liebt es sehr, alle Frauen zu markieren. Dann dreht sie Ihre Schürze geschickt um den kleinen Kopf, hält die Hand an die Backe und stöhnt:„Ich habe schreckliche Zahnschmerzen."„Ach," sagte ich einmal,„dann kann ich Dir den Pudding nicht geben, den ich sür Dich aufgehoben habe." Schnell gefaßt rief die kleine 5)exc:.Ich Nr. 5 D i s G l e i ch b c i k 43 auch ohne weiteres zuzugestehen, dciß sie auch inhaltlich sicherlich »Ine höhere Stufe der Dolksphantasie verraten lassen, als die zum Teil gewiß noch ülteren Märchen. In diesen herrscht noch der wildeste Dämonen-, �exen- und Zaubercrspuk: das(Slüct. das den Unschuldigen, manchnial nur Dummen, aber auch Reinen und Guten zuteil wird, besteht meist noch aus sehr irdischen und realen Gütern: Bold, Diamanten, kösistchen Kleidern, Kriegen der Prinzessin usw.. während die entsprechenden Strafen für die Böse- wichie genau so wildrealistisch ausgemalt werden: 3m Backofen verbrennen, glühende Schuhs tragen müssen, in nägelgespickten Fässern den Berg hinabgerollt werden u. a. Dagegen ist in den sogenannten heiligen Geschichten stets irgendwie ein Zusammen- hang mit der Gottesvorstellung, so naiv-kindlich diese auch sein mag, vorhanden: Gottes Zorn, Gottes Güte, Gottes Allmacht und Unabhängigkeit von den Naturgesetzen bilden den Hintergrund'. Glück und Unglück sind entweder die beseligende Uebereinstimmung mit Gottes Gebot oder die Verdammnis hier und im fjöllcnreich. Märchcndichtung und die Wundergeschichten der Bibel sind zwei auseinander folgende Stufen in der Entwicklungsgeschichte des Menschheitsgcistes und so gehören sie eben nach dem chäckclschen Gesetz auch in die geistige Entwicklung des Kindes hinein. Daß sie aber gleichwertig wären, habe ich nie behauptet. Sie haben mich nur nicht recht verstnnden-, nur darin wollte ich die biblischen Geschichten mit den Märchen glcichbehandelt wissen, als Ihre Un- Wahrheit mit der gleiche» lächelnden Harmlosigkeit zugegeben wer- den soll, mit dem wir dem Vierjährigen sagen:„Wie kannst du nur glauben, daß eine Hexe oder eine Fee ein Menschenkind in «ine Rose, einen Raben oder ouch In»in Schweinchen verwandeln tanul" Gerade da» Unwahrscheinliche, Unmögliche solcher Ge- schichten, wozu sich die Einbildungskrost versteigt, bildet ja Ihr« Würze! Da» müßte ein sonderbares Kind sein, da» sie nicht mehr hören wollte, weil sie nicht buchstäblich„wahr" sind! Und«in merkwürdige» Kind, das sich nicht daran freute, wie gemütlich Gottvater, nachdem er den Menschen aus Lehm geformt und ihm lebendigen Odem in die Rase geblasen, in seinem schönen Paradies- garten spazieren geht, und das dann mit dem naschhasten Paar nicht zitterte vor dem:„Adam, wo bist du?" 3a— werden Sie sage«,: Da kommen wir endlich gerade auf die Hauptsache! Es ist dach„ganz was andere»" wieder, od man so einem Blondköpfchen tröstend zuraunt: Natürlich gibt es gor kein« bösen Hexen!— oder ob man Ihm sagen kann und— darf: Es gibt aber gar keinen lieben Gott! Natürlich ist da» etwas sehr anderes, und ich würde mich auch sehr über Sie und Ihren mütterlichen Takt wundern, wenn Sie so etwas täten. Der Grund dafür ist aber nicht etwa, wie EI« denken könnten, daß„man" von Hexen genau weiß, daß e» kein« gibt, bei Gott aber— nun, man könne doch nicht ganz sicher wlsicn, ob nicht doch...?„Man" hat vor noch nicht ganz drei« hundert 3ahren die leibhastige Existenz von Hexen nicht nur streng juristisch bewiesen, sondern auch praktisch erprobt, wie gut sie sich braten und ertränken ließen. Gottes Dostin aber wurde bis auf Kaut hin auch fröhlich bewiesen und wird es In vielen deutschen Volksschulen— denken Sie nur an unsere katholischen Lande,- teile— immer noch. Dort wird auch der umgekehrte Satz, daß es keine Hexen und Teufel geben könne, noch ebenso vergnügt de« stritten.„3a, aber die Wissenschast"... fangen Sie an: gc- statten Sie mir fortzufahren: Die Wissenschaft hat heute urnvider» tcglich bewiesen, daß die negative Behauptung,«, sei etwa» nicht und könne auch nicht sein, ebenso unbeweisbar ist wie die positive, es sei etwas, und zwar au? dem einfachen Grunde, weil da» mensch- liche Denken eben ein von ihm unabhängiges, sogenanntes ab- solutes Sein gar nichr zu erreichen vermag. Natürlich rechnet die Natur Wissenschaft unserer Tage ebensowenig mehr mit dem un- heimlichen Einfluß unsichtbarer Hexen und Teufel, wie die ver- ständige B e i st e s wisienschaft nicht mehr au» den Eigenschaften Gotte» die menschliche Seele zu erklären unternimmt. Aber wns diesen beiden rech« ist. das sollte nun auch der Erziehungswissen- schaft billig sein, und tatsächlich nehmen Sie, wenn auch unbewufzt, au» 3hrein erzieherischen Takt, und nirgend» anders woher, 3hre tapfere Leugnung von Hexen, Zauberern, Hölle und Teufeln, und 3hr vorsichtiges:„Man kann doch nicht wissen" der Gottesvor- stellung gegenüber. Ei« haben da so ein dunkle« Gefühl: Der böse Satan mit seiner ganzen Besolgschaft paßt nicht mehr in 3hre„Weltanschauung"«nd kann außerdem dem Kinde nur schaden, der lieb» Gott ist 3hnen zwar auch nicht unbedingt nötig für 3hr Weltoerstehen, aber er schadet wenigstens nicht unmittelbar, ja, er kann vielleicht, z. B. für die Begründung der sittlichen Ge- böte, ganz nützlich werden. Stimmt» nicht? Daß Ich 3hn«n den letzten Satz nicht ungeschoren durchgehen lassen werde, können Sie mir glauben; nur vorläufig will ich mich einmal damit zufrieden gebe». Der lieb« Gott ist nämlich wirklich noch da, mindesten» In unseren unzähligen Erziehung»- und Schul- büchern, und wie Sie sich damit' abfinden können, Sie„Möchte- gern-Gottesleugnerin" und„Kann-noch-nlcht-Atheistin", das will ich 3hnen zuerst Im nächsten Briese auseinandersetzen. Dr. R. Pen zig. habe nur an einer Seite Zahnschmerzen, mit der anderen kann ich noch essen." Einen großen Fehler hat Tilde, den die allermeisten.Weibchen" haben und womit sie Ihren Männern das Leben sauer machen:„Sie ist eifersüchtig wie Othello." Wenn meine kleine Nichte Friede! hier Ist, verleugnet sie mich aus lauter Eisersucht. Mit hahfunkeln- den Augen beobachtet sie jede Zärtlichkeit zwischen Friedel und mir, ja einmal versuchte sie, die viel größere Friedet von mir wegzu- ziehen. Hartnäckig meldet sie mich nach Friedel« Abreise einige Tage, und all« pädagogischen Versuch«, Tilde» Eisersucht zu heilen, sind fruchtlo». E» ist also ganz gut, daß Tilde nicht zu heiraten ge- denkt. Sie würde jede Frau, die ihren Mann ansieht, töten, und da» wäre Im 3nterkss« des Allgemeinwohls äußerst schädlich. Noch ganze Zeitungen voll könnte ich schreiben von meiner kleinen Freundin Tilde, aber ich höre aus, ebensall» im 3nteresl« der Allge- meinhett, denn es herrscht in allen Zeitungen„Riesenraummangel". „Mein Patchen"! Don Käthe Witte. QTet Tantchen ist ein kleine« Mädelchen angekommen, und du � darfst Patin sein!" Die» teilte mir mein Muttchen mit. al, ich jubelnd am Dienstag au» dem Geschäft kam.„Mutti, Ist da» wahr, ist da« wirklich wahr?", rief ich freudig au», indem ich mit meinem Muttchen in der ganzen Stube umhertanzte und sie stürmisch abküßte. Nachdem sich die erste Erregung gelegt hatte, bat ich, da» kleine Kind besuchen zu dürfen. Die» wurde mir gestattet, da e» schon über acht Tage alt war.— Tantchen macht« selbst auf. Nach der herzlichsten Gratulation und den üblichen Fragen bat ich sofort, mein Patchen sehen zu dürfen. Böller Stolz ging sie mir ouch logleich voraus in» Schlafzimmer. 3ch trat an da» kleine Vettchen: und Tantchcn machte mich auf das kleine Bündelchen aufmerksam, da» darin lag. O, so etwas Süße« gab es ja gor nicht wieder! Das kleine Gesichtchen und die winzigen Fäustchen. Und setzt tat es gar die Augen auf! Die blauen Guckäuglein, sie schauten schon recht lebhast in die Welt. Ueberwältigt von diesem Wunder der Natur, küßt« ich ganz sonst die kleinen Fäustchen. Wie lieb hatte ich es fetzt schon. Und diese» kleine Wesen sollte ich mit hegen und pflegen dürfen? Sollte teilnehmen an seiner körperlichen und geistigen Entwicklung? O. dieses Glück, hatte ich e» denn überhaupt verdient? War ich es denn wert? 3n diesen Betrachtungen versunken, hatte ich meine» Tantchens Anwesenheit ganz vergessen. 3etzt legte sie leise ihren Arm um meine Hüften und sagte:„Du willst also Patin sein, weißt du auch, daß du damtt ernste Pflichten über- nomine» hast? Sieh' Kind, ich bin ochwnddreißig 3ahre geworden, also fast zu alt, um da» erstemal Mutter zu sein. Dazu kommt meine ernste, liebeleer« 3ugend. Du weißt, der Vater starb früh, die Mutter hatte mit dem Leben zu kämpfen und war darob oft recht bitter. Und da bin ich denn vor der Zeit ernst und scheu geworden. Deshalb hatte ich auch nie Freundinnen, da sie meine »erschlossenheit für Stolz hielten. Al» dann die Mutter starb, da war ich ganz einsam und gewissermaßen mit dem Leben verfallen. Da» wurde erst ander», al» ich deinen Onkel kennenlernte. Eine ähnliche 3ugend und gemeinsam« Interessen verbanden uns für das Leben. Ich bin sehr glücklich gewesen all die 3ahre hindurch. und doch fehlte un» beiden ernsten Menschen etwa», was uns ganz in Anspruch nahm und un» die kleinlichen Sorgen des Alltag» vergessen ließ. Nun Ist es gekommen da» große Glück, so sehr und gewaltig, daß Ich fast ängstlich bin. weil ich an sein Be- stehen nicht glauben kann. Denk« dir. Mädelchen, dieses Kind gehört mir. niemand darf e» mir nehmen, mir wird sein erste» Lochen, sein erste» Lallen gelten. Alles Sehnen ist nun in mir gestillt. Und Onkel erst, du solltest ihn nur sehen, wenn er sich über das Bettchen beugt, und mit unbeholfener Stimme Wiegenliedchen singt. Ihn verjüngt die Freude. Ganze Stunden.stehen wir oft 44 Kommunales Die Mietsteuer Die Gleich beit Die vielfach umstrittene Frage der Mietsteuer ist zwar noch Immer nicht geklärt, doch ist kurz vor der diesmaligen Vertagung bes Reichstags eine vorläufige Entscheidung getroffen worden. Es lag je ein Gesezentwurf der Reichsregierung und des Reichsrats vor, die aber beide nicht mehr in das Plenum des Reichstags tamen. Es wäre unverantwortlich gewesen, dieses so wichtige Gesetz überstürzt zu erledigen. Aus diesem Grunde einigten sich die Parteien im Wohnungsausschuß des Reichstags zu einem Notgefeß. Angesichts der ungeheuren Wohnungsnot war es eine Notwendigkeit, daß wenigstens die Mittel für den dringenben Wohnungsbau bereitgestellt werden. Eine endgültige gesetzliche Regelung bleibt dem Reichstag für die nächste Zeit vorbehalten, wenn die Frage von allen Seiten genügend geklärt ist. Das MietSteuergesetz nach den bisher vorliegenden Entwürfen wäre jeden. falls in unserem Sinne unsozial gewesen. Es hätte z. B. für finderreiche Familien mit geringem Einkommen große Härten enthalten. Diefes Notgefeß gibt nun dem Reichsfinanzminister die Möglichteit, eineinhalb Milliarden Mart als Ueberteuerungszuschüsse für Kleinwohnungen herauszugeben. Die Länder werden verpflichtet, zur Förderung des Wohnungsbaues in den Rechnungsfahren 1921 und 1922 zusammen mindestens 30 Mt. auf den Kopf der Bevölkerung aufzuwenden. Zur Dedung sollen die Länder eine Mietsteuer oder Zuschläge zu den Grundsteuern erheben. Die Ge meinden werden verpflichtet, Buschläge einzuziehen. Wichtig ist aber, daß die Grundfäße für die Bemessung und Erhebung dieser Abgaben und Zuschläge noch nicht feststehen, sondern erst durch ein Reichsgefez geregelt werden sollen, das bis zum 1. Mai 1921 verabschiedet sein muß. Kommt dieses Reichsgefeß nicht zustande, so haben die Länder das Recht, selbst eine gefeßliche Regelung zu treffen. Die Lage ist also nun so: Es werden sofort aus Reichsmitteln eineinhalb Milliarden Mart für den Wohnungsbau zur Verfügung gestellt. Die Dedung erfolgt später durch eine Abgabe von den Nuzungsberechtigten der vor dem 1. Juli 1918 fertiggestellten Ge bäude oder durch Zuschläge zu den Grundsteuern. Wie diese Steuern in ihren Einzelheiten aussehen werden, welche Abstufungen fie erhalten, wer von ihnen befreit ist, darüber wird der Reichstag nach seinem Wiederzufammentritt beraten. Die Sozialdemokratie hat durch Genossen Silberschmidt ausdrücklich erklären laffen, daß beide vor dem Bettchen, sehen auf das schlummernde Kindchen und geioben uns immer und immer wieder, es zu einem guten und rechtschaffenen Menschen zu erziehen und ihm recht viel Liebe zu geben. Du Du, meine Lisa, sollst uns dabei unterstützen. sollst unserem Kindchen dein Lachen teilen. Bist ja mit deinen fiebenzehn Jahren selbst noch Kind, wirst also nech mit ihm rum tollen und lachen können. Das Schicksal machte uns zu ernsten Menschen und läßt sich nun nicht mehr abschütteln.- Unsere Erifa aber muß eine sonnige, fröhliche Jugend haben. Dein heiteres Lachen, vereint mit unserer unermeßlichen Liebe, sollen unseres Kindes stete Begleiter sein. Nicht wahr, du willst?"„ Ob ich will? D, Tante, wie fannst du nur so fragen", jubelte ich und tüßte thr bewegt Mund und Wangen. Dann sah ich still und ruhig auf das sanft schlummernde Kind und gelobte noch einmal, leise ihm eine Freundin fürs Leben zu sein. Doch ich mußte nach Hause. Nach einem herzlichen Abschied von Mutter und Kind eilte ich auf die Straße. Ich war glücklich! Hatte ich doch nun auch ein Mittel gegen die törichten Gedanken, bie mich so manchmal befielen, und die, glaube ich, auch bei feinem anderen jungen Mädchen ausbleiben. Ich wollte nämlich schon lange etwas zum Liebhaben befizen. Was bisher meine Phantafie umgaufelte, das hatte noch lange Zeit. Nun hatte ich etwas, dem ich meine frete Zeit widmen wollte und was mich tief befriedigte. Als ich nach Haufe tam, schlief mein Muttchen schon, und ich legte mich zur Ruhe. Doch schlafen konnte ich immer noch nicht, denn meine Gednken beschäftigten sich fortgesetzt mit meinem Batchen"! Bücherschau Zunächst verweisen wir unsere Leserinnen auf unsere altbekannte Arbeiter- Jugend", die seit Beginn dieses Jahres als Monatsschrift in einem neuen Gemande herauskommt. Sie ist mit einem sehr Schön gezeichneten Titelbild versehen, enthält wertvolle Beiträge unferer befannten Parteigenossen Auffäße und Gedichte und Nr. 5 fie sich ihre endgültige Stellungnahme zu dem kommenden Gesetzentwurf vorbehält. Genosse Silberschmidt erklärte im Namen der Fraktion, daß diese dem Notgesetz nur zustimme, weil sie sich nicht mit der Verant wortung belasten wolle, daß nicht gebaut wird und daß Hunderttaufende von Arbeitern beschäftigungslos werden. Hinsichtlich des späteren Deckungsgesetzes behält sich aber die Sozialdemokratische Partei ihre Stellungnahme ausdrücklich vor. Das Gefeß muß anders aussehen als der bisherige Entwurf, wenn die Sozialdemo traten ihre Zuftimmung geben sollen. Für uns find dret Forderungen vor allem maßgebend: Die Abgabe, sie sei sonst wie sie molle, muß die fleinen Einkommen freilassen, fie muß entgegen dem Bemühen bürgerlicher Parteien, insbesondere der Deutschnationalen, städtische und ländliche Be völkerung erfassen; fie muß Rücksicht nehmen auf finderreiche Fa milien, fie muß Gewähr bieten für eine starte Wohnungslurus. steuer. Endlich muß meitestgehende Sicherheit geboten werden, daß jeder Gewinn an Miete und Verkauf in den Häusern unmöglich ist, die mit so bedeutenden Zuschüssen aus Mitteln der Allgemeinheit gebaut wurden. Das sind natürlich bei weitem noch nicht alle Forderungen, son. dern nur die Vorbedingungen für die Erörterung der Frage über. haupt. Bemerkenswert ist übrigens noch, daß die Deutschnationalen in letter Stunde einige Anträge einbrachten, die das Zustandekommen dieses Notgefeßes stark gefährdeten. Nach Wiederzusammentritt des Reichstags wird also das Reichs. mietengesetz, das den Mietpreis regeln soll, Gegenstand der Berhandlungen sein, sowie die Aufstellung der Grundsäße der Woh nungswirtschaft überhaupt. Soziale Rundschau Die nächsten sozialpolitischen Gefehentwürfe, die dem Reichstag mit der Maßgabe, noch in dieser Seffion erledigt werden zu sollen, zugehen werden, sind u. a. diejenigen über eine einheitliche Regelung der Beamtenbesoldung( Sperrgefeß), über die gemeinwirtschaftliche Neuordnung des Kohlenbergbaues, über die Ausführung des Betriebsrätegesetzes( Bertretung im Aufsichtsrat), über Annahme der Washingtoner Beschlüsse vom November 1919, über Annahme der Washingtoner Beschlüsse vom November über Bezirkswirtschaftsräte und Reichswirtschaftsrat, über die Betriebsbilanz, ferner der Entwurf einer Schlichtungsord Mitteilungen aus der Jugendbewegung. Daneben ist das bisherige Rundschreiben" des Hauptvorstandes der Arbeiterjugendvereine zu einer Monatsschrift ausgebaut worden, die ,, Der Führer" betitelt ist und eine engere Berbindung mit den Führern und Helfern der Arbeiterjugend untereinander herstellt. Beide er. scheinen in Berlin S. 68, Lindenstr. 3. Der Bericht über die Frauentonferenz in Ralfel am 9. und 10. Oktober 1920 ist nunmehr in Form einer Broschüre in der Buchhandlung Vorwärts, Berlin SW., Lindenstr. 3, erschienen. Es sind darin die Referate der Genoffinnen Elisabeth Röhl und Toni Bfülf und des Genossen Dr. Caspari, sowie ferner die ein gebrachten Anträge und Refolutionen im Wortlaut enthalten. Die Broschüre gibt so ein flares Bild über den gesamten Verlauf der Frauenkonferenz. Was sachlich über die genannten drei Referate zu sagen ist, ist ja seinerzeit in dem Leitartikel der„ Gleichheit" Nr. 43 vom 23. Ottober 1920 bereits zum Ausdruck gebracht, so daß es sich wohl erübrigt, hier nochmals näher darauf einzugehen. Wir möchten aber unseren Genoffinnen dringend empfehlen, fich zu ihrer Information dieser Broschüre zu bedienen. Die Referate der Ge noffinnen Röhl und Bfülf geben allen in der Agitation stehenden Frauen wertvolle Richtlinien für ihre Arbeit. Das Referat Dr. Casparis ist für alle die Genoffinnen, die in der Wohlfahrtspflege praktisch tätig sind, unbedingt notwendig. Der Preis der Broschüre mit 8 mt ist ja nun ziemlich hoch, doch ist hier bereits eine Erleichterung geschaffen. Jedes organisierte Mitglied der Bartel kann das Büchlein durch die Organisation beet ziehen und zahlt dann nur einen Preis von 5,50 Mt., der ja doch wohl noch erschwinglich zu nennen ist. Sollte diese oder jene Ge noffin nicht in der Lage sein, sich das Buch selbst zu laufen, so würde es ratsam sein, daß sich mehrere Frauen zu kleinen Zirkeln zusammenschließen und die Broschüre gemeinsam anschaffen. Nr. 5 D i e Gleichheit 45 nung und derjenige»ine» Urbeit-tarifvertragsgesetze«: daneben einige da« veriorgungswesen betreffend« Entwürfe. Einige der Deseyentwürf« stnd dereit», wenigsten» in den Fachkreisen, de- könnt, mehrere auch schon«ingehend besprochen. Darunter be- finden sich auch solche, dt« vor ihrer Einbringung im Reichstag gründlicher Umgestaltung bedürfen. Wir glauben annehmen zu dürfen, daß sich da» Reichsarbeitsministerium insbesondere der Pflicht nicht entziehen wird, den Arbeitslosenversicherungsentwucf auf die von uns Immer geforderte andere Grundlage zu stellen. Im Interesi« aller Frauen hoffen wir ferner, daß die B«> Handlung des Antrags unserer Fraktion auf Abänderung der §§ 218/19 des Strafgesetzbuchs(Abtreibungsparagraph) in An- griff genommen wird. Auch hierzu haben schon viele Frauenver- sammlungen und Frauenverbände Stellung genommen, fjossentlich gelingt es, den Willen der Frauen unserer Partei bestimmend zum Auedruck zu bringen, indem eine sozial gerechtfertigte Abänderung des Gesetzes vorgenommen wird. Ferner wird nun auch der Entwurf eine» Relchsjugendwohl- fahrtsgesetzes zur Beratung stehen, auf welchem Gebiet die Mit- arbeit der Frau im Parlament auch von entscheidendem Einfluß sein wird. »»» Roch einer Mitteilung soll dem Reichstag in nächster Zeit eine Denkschrift unterbreitet werden, die die Gewährung de» Reichstagswahlrecht» auch für die im Auslande lebenden Deutschen foidert, und zwar ebenso wie hier für Männer und Frauen. Durch diese Maßnahme würden die Auslandsdeutschen mehr als bisher an den Geschehnissen des Mutterlandes interessiert werden. Allerdings wäre dieses Wahlrecht hinfällig für deutsche Frauen, die mit einem Ausländer verheiratet sind. Es gilt imnier noch das Gesetz, nach dem bei Eingehung der Ehe mit einem Ausländer die Frau ohne weiteres die Nationalität des Mannes annimmt und ihrer eigenen oerlustig geht. Es bedeutet auch dies eine Zurücksetzung der Frau, und«» ist zu wünschen, daß dieses Gesetz bald verschwindet und der Frau auch hier ihre volle Anerkennung als Staatsbürgerin und Persönlichkeit zuteil wird. | Aus der Frauenbewegung des Auslandes\\ Eine englische Frau über ihre Ersahrungen als Schöffe. (�Manchester Guardian".) .Ich habe nie geahnt, wie viele Menschen sich streiten, ehe ich mein Amt al» Schöffe antrat", sagte auf der Konferenz der weib- lichen Schössen in London eine Teilnehmerin zu einem Kor- respondenten de».Manchester Guardian". Die Fälle scheinen kein Ende zu nehmen, hauptsächlich die zwischen Frauen. Merkwürdig ist es, daß die Frauen immer mit demselben Satz beginnen: kaum sitzen sie aus der Zeugenbank, dann platzen sie, noch vor der Aus- sage, mit dem Satz heraus:„Sie ist ein falsches Weibl" Das scheint eine hergebrachte Redensart zu sein. Mein Mann, der auch Schösse war, pflegte früher zu sagen: Wir haben heut wieder ein falsche» Weib gehabt. Es wird gesagt, daß die Schössen nicht immer bei der Sache seien. Das muß ich entschieden bestreiten. Meine Herren Kollegen sind äußerst gewissenhaft, nur erstaunt mich oft die Langsamkeit, mit der sie ihre Entscheidungen fällen. Ich glaube, daß wir Frauen, sei es durch unsere raschere Auffassung, sei es dadurch, daß wir oft einen schärferen Blick für bedeutsame Einzelheiten haben, im allgemeinen schneller zum Entschluß kommen. Als ich vereidigt wurde, wies der Gerichtsvorsitzende mich ganz besonders auf einen Satz des Reglements hin, in dem es heißt: „Die Schöffen dürfen niemals vergesien, daß sie nur da sind, die Gesetze anzuwenden, nicht sie zu machen." Erst die Erfahrung zeigte mir, wie nötig diese Erfahrung war. Wenn man sieht, wie ungerecht oft die Gefetze sind, hat man das Instinktive Gefühl: das muß abgeändert werden! Mehr als einmal sagten mir die anderen Schöffen: wir geben zu, das ist ungerecht— aber es ist Gesetz! Das ist der Punkt, wo wir Frauen ansetzen müssen. Wir werden nicht rasten und ruhen, bis die ungerechten Gesetze fallen! K.-L. * Tschechoslowakei. Die weiblichen Abgeordneten der tschecho- slowakischen Republik haben der Regierung nunmehr einen Gesetz» Entwurf über Mutterschutz und Säuglingssllrsorge vorgelegt. Al» Unterlage für die Ausarbeitung dienten den Genossinnen die Ge- setze von Deutschland, Deutschösterreich, Rußland und Italien. Die deutschen Genossinnen waren bestrebt, sich mit den tschechischen So- »ialdemokraten in dieser Sache in gemeinsamer Arbeit zu sind«», doch ist dieser Plan leider daran gescheitert, daß die tschechische link» Frauenexekutioe(Eitz Prag) ihren Bolksvertreterinnen verbot, ge« metnsame Arbelt mit den deutschen Genossinnen zu machen. Dies« Tatsache ist sehr bedauerlich. Die tschechischen linken Abgeordnetin- nen brachten einen besonderen Entwurf ein. Der Gesetzentwurf unserer Partei trägt also nur die Unter- fchriften der deutschen, der tschechischen rechten, der slowakischen und der magyarischen Genossen und Genossinnen. ■6 Schweden. Der schwedische Reichstag hat endgültig die Ver, fassungsänderung angenommen, wonach Frauen unter denselben Bedingungen wie die Männer das Etinimrecht erhalten. Di« Bestimmung, die das Frauenwahlrecht von der Steuerzahlung ab« hängig machte, fällt fort. � Aus unserer Bewegung � Zur Reform der Frauenabende. Kürzlich hielt Ich in einem Frauenabend einen Bortrag über da» Thema:„Republik oder Monarchie." Da e» eine Mitgliederversammlung war, sagte ich mir, daß ich trotz der bevorstehenden Preußenwahl keinen agitatorischen Vortrag halten dürfe. Einmal ist e» ja wohl selbstverständlich, daß unsere Mitglieder wählen,, sie brauchen dazu nicht erst aufgefordert zu werden, und dann sollen unsere Mitgliederversammlungen doch der Beratung und Belehrung dienen, auch in Wahlzeilen. Wir kämen sonst setzt, da wir eigentlich immer Wahlzeit haben, nie zu dieser wichtigen Aufgabe. Als ich mich auf den Vortrag vorbereitete, wurde mir klar, wie gut sich durch dieses Thema die historische Entwicklung Deutschland», das Warum unserer heutigen Zustände, die Entstehung der Wei- marer Verfassung, die Geschichte und Bedeutung Ihrer gegen» wärtigen Anhänger und Gegner darstellen läßt, wie sich auch daran die sittliche Bedeutung der republikanischen Staatsform gegenüber der monarchischen und die Bedeutung einer demokratischen Republik für die Entwicklung des Sozialismus schildern läßt. Aber wi« sollte ich das, was so wichtig war, alles in einer Stunde darstellen. Und wenn ich den Stoff zusammendrängte, lief ich Gefahr, mein« Zuhörer zu überlasten und zu übermüden, worunter doch natürlich die Aussassungsmöglichkeit leidet. Und ich wünschte mir, statt all« 14 Tage woanders über die verschiedensten Themen sprechen zu müssen, vielleicht während dreier Monate etwa sechsmal in dem» selben Frauenabend das Thema„Republik oder Monarchie" fort- laufend behandeln zu können. Ich selbst könnte e» dann viel besser verarbeiten, als wenn ich mich alle 14 Tage über etwas andere» zum Vortrag vorbereiten muß. Do wird bei mir angerufen, Ge- nossin, könnten Sie heute abend über unsere„Sozialpolitische Ge- setzgebung" in Pankow sprechen? Und nach 14 Tagen: Geht es heut« abend in Lichterfelde über die„Schulfrage"? Und nächste Woche in Lichtenberg über die„Kohlensozialisterung"? Und wenn ich nicht wüßte, daß es anderen Referentinnen genau so geht, so würde ich sagen:„Rein, das kann ich nicht." Denn wenn ich mich gründlich und gewissenhaft für all diese Dinge vorbereiten wollte, könnte ich«» wirklich nicht. Es ist etwas ganz anderes, wenn man dasselbe Thema während dreier Monate immer weiterführen kann. Und die ZuHörerinnen haben auch viel mehr davon, als wenn sie all« vier Wochen eine Stunde die verschiedensten Dinge mitanhöreu müssen. Ich weiß, daß unsere Frauenabendleiterinnen fürchten, daß die Frauen ihnen nicht treu bleiben, wenn sie ihnen nicht jedesmal eine andere Referentin und ein neues Thema bieten. Ich schlage deshalb vor, man mache mit wenigen Frauen, die dazu Lust haben, den Versuch(in verschiedenen Stadtteilen, soweit Groß» städte in Frage kommen) und führe die üblichen Frauenabend« zunächst nebenher weiter. Die Referentin setzt sich mit diesen wenigen Frauen an einen Tisch und trägt ihnen nicht vor, sondern versucht mit ihnen gemeinsam das Wissensgebiet zu erforschen. Man schaffe eine Art Arbeitsgemeinschaft, wie die moderne Bolkshoch- schule sie will. Dabei läßt sich vielleicht in ein Wissensgebiet besser eindringen als beim Anhören eines Vortrags. Das wissen wir alle aus eigener Erfahrung. Beim Anhören eines längeren Vortrags irren die Bedanken manchmal zu anderen Dingen und während der Zeit versäumt man ein wichtiges Glied des Vortrags. In der Unterhaltung mit anderen aber kann man immer folgen und sehr viel für die Weiter- bildung schöpfen. Es kommt mir darauf an, daß nicht nur für die Funklionärlnnen, sondern gerade für die Neuen, politisch noch nicht Tätigen der» artiges geschieht, und ich würde e» dankbar begrüßen, wenn ander« Referentinnen und Frauenleiterinnen sich einmal zu dieser Frag« äußern würden. Hedwig Wachenheim. 46 Wohlfahrtspflege Deutschlands Kinder in Not Die Gleich beit Von der Regierung von den Gemeinden, von den Vereinen, von der Bresse, von überallher ertönte es wie ein Wedruf: „ Deutschlands Kinder in Not!" Es sollte gesammelt werden, AufHärungsvorträge sollten gehalten werden. Unwillkürlich fragten wir uns: Warum erft jezt? Warum so spät?" Gewiß, es foll gesammelt werden. Aber das Ergebnis der materiellen Sammlung genügt nicht, und wenn die Summe auch noch so groß ist. Hand in Hand mit der materiellen Sammlung muß die moralische Wirkung, muß der Appell an die Gewissen gehen. Warum so spät? Schon während des Krieges hat Liz. Echulze, ber damalige Leiter des Berliner Jugendamtes, versucht, seine Stimme zu erheben und aufmerksam zu machen auf die Not an Deutschlands Kindern. Das Wort wurde ihm verboten. Sein Aufschrei hätte ja die Front erschüttern" fönnen! Dieser eble Menschenfreund hat gleich nach dem Waffenstill. stand eine Broschüre herausgegeben, Artifel geschrieben, Vorträge gehalten über Deutschlands Kinder in Not". Er setzte sich in Berbindung mit neutralen Ländern, die deutsche hungernde Kinder aufnahmen. Er half, wo er fonnte, so gut er konnte. Uber nicht überall wurde seine Etimme gehört. Ich veröffentlichte vor zwei Jahren einen Artikel, der durch alle sozialdemokratischen Zeitungen ging: Bethlehemitischer Kindermord." Jch wies hin auf das große Elend unserer nicht nur hungernden, sondern verhungernden deutschen Kinder. Ich wiederholte diesen Hinweis in dem Artikel Brüden der Verständigung". Gleich mir taten viele andere. Aber unsere Stimme drang nicht an aller Ohr! Sammlungen tun not. Aber ebenso not tut ber Appell an bas Gewissen aller, die mit Schuld tragen, daß Deutschlands Kinder in Not find. Vor einem Jahr forderte das Körner- Blatt zum Milchstreit auf, wenn die Milchpreise nicht erhöht werden. Ich entwarf im hiesigen Ernährungsbeirat einen Aufruf, in dem ich darauf hin. wies, daß diese Aufforderung des Bündlerblattes gleich käme der Hungerblockade der Entente, ja, daß sie schlimmer wäre, da diese Blockade von Deutschen gegen deutsche Kinder verübt werden sollte! Wie sieht es heute mit der Milch aus? Wiele deutsche Kinder erhalten feinen Tropfen Milch mehr. Aber wer hinausgeht auf das Land zu manchem, die angeblich keine Milch liefern können, der erhält Milch, sofern er sich entschließt, brei, fünf oder noch mehr Mark für den Liter zu bieten. Und diese Milch kommt feineswegs immer deutschen Kindern in Not zugute. Wer ist schuldiger, der Verführte oder der Verführer, Stadt oder Land? Wir hören, daß Mastschweine aufgezogen werden mit Milch! Das ist Milch, die deutschen Kindern in Not entzogen wird. Wir brauchen keine Mastschweine, wenn deutsche Kinder keine Milch haben. Wer Mastschweine aufzieht, wer Schweinefleisch kauft oder verkauft, jeder ist schuldig. Ich rufe ihnen zu: Deutschlands Kinder in Not! Sunderttausende von deutschen Kindern fiechen dahin an Magenund Darmfatarrh, weil sie das schlechte Brot nicht vertragen fönnen. Es heißt, wir haben kein weißes Mehl. Wer aber viel Gelb bietet, der fann weißes Mehl kaufen, soviel er mag. Und Nr. 5 diefes weiße Mehl kommt in ben feltensten Fällen deutschen Kin bern in Not augute! Gerste ist ein wichtiges Nährmittel für Kinder. Unendlich viel Gerste wird nicht abgeliefert, geht an Brauereien, damit wieder ,, bollwertiges" Bie: hergestellt werden kann! Alle sind sie schule dig die Landwirte, die Gerste an Brauereien verkaufen, die Brauereibefizer, die Biertrinker, wenn Deutschlands Kinder in Not sind. Kartoffeln find so teuer, daß biele deutiche Kinder nicht eins mal mehr genug Kartoffeln bekommen fönnen. Aber biele tausend Zentner Kartoffeln werden an Schnapsbrennereien geliefert. Dort werden die höchsten Preise bezahlt. Und so geht es mit unendlich viel anderen wichtigen Nahrungsmitteln. Zuckerrüben werden nicht mehr gebaut, weil der Zuckerpreis zu niedrig war. Tausende deutscher Kinder werden feinen Buder mehr bekommen, da das Pfund jetzt 4 Mt. fostet. Nicht Stadt oder Land, nicht ein einzelner Stand ist schuld, daß heute Deutschlands Kinder in Not sind. Jeder, der hamstert, der wuchert, der schiebt, ist mit schuld, daß Deutschlands Kinder in Not sind. In dem einen Bedenken sollten sich alle zusammenfinden: ,, Deutschlands Kinder in Not!" An das Gewissen jedes einzelnen muß dieser Schrei dringen. Wenn gesammelt wird, dann darf nicht nur an den Geldbeutel jedes einzelnen appelliert werden. Da muß auch an den Herzen gerüttelt werden. Wir wollen es nicht dulden, daß Deutschlands Kinder in Not sind, wir deutschen Frauen und Mütter. Wieder und wieder wollen wir unsere Etimme er heben. Und wenn wir alle deutschen Herzen und Gewissen wach gerufen haben mit dem Ruf: Deutschlands Kinder in Not!", dann wird auch der Tag kommen, wo man unseren Schrei hören wird, jenseits von Deutschlands Grenzen. Darum dürfen wir nicht müde werden, zu rufen:„ Deutschlands Kinder in Not! Helft Deutschlands Kindern!", nicht nur an dem einen Sammeltag, sondern wieder und wieder, bis der Tag kommt, der die Not an Deutschlands Kindern endet. Anna Blos, Stuttgart. Eine Vorführung schöner Kleider wurde fürzlich in Berlin von Genossin Ilse Müller- Destreich veranstaltet. Die Vorführung hatte den Zweck, Kleider zu zeigen, die durch einfachen Schnitt und sparsamen Aufput sowohl wie durch Dauerhaftigkeit vorteilhaft von den Erzeugnissen der Stapelkonfektion abweichen und sich im Breise nicht teurer stellen als diese. Es waren durchweg Kleider für berufstätige Frauen, schlicht und schön in Form und Farben, vielfach mit hübschen Stickereien verziert. Es soll durch diese Kleidung den Frauen und Mädchen einmal die Möglichkeit gegeben werden, sich verhältnismäßig leicht die Kleider felbft herzustellen und ferner sich von der Diktatur der Mode zu befreien. Denn biese schlichten Formen sind immer modern" und überdauern die Jegenannten Modefabrikate um viele Jahre. Die Bestrebungen Frau Müller- Destreichs, die Aufmerksamkeit weiter Frauenfreise auf diese Kleidungsart zu lenfen, die das Nüßliche mit dem Schönen durchaus vereint, find sehr zu be grüßen. Wir werden unsere Leserinnen über alle weiteren Fortschritte in dieser Angelegenheit auf dem laufenden halten. Berantwortlich für die Redaktion: Frau Klara Bobm- Schuch. Druck: Vorwärts Buchdruckerel. Berlag: Buchhandlung Vorwärts Paul Singer 6. m. b. S. fämtlich in Berlin SW 68. Lindenstraße 3 Magenleidende Bett- u. Leibwäsche Wollen Sie dick werden? 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