Nr. 7 32. Jahrgang Die Gleichheit Zeitschrift für die Frauen der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands Mit der monatlichen Beilage„ Kinderland" Die Gleichheit erscheint 2 mal im Monat Preis: Vier: eljährlich 3,30 Mart Inserate: Die 6 gespaltene Nonpareillezelle 6,- Mt., bet Wiederholungen Rabatt Die Ehescheidungsreform Bon Elli Radike Berlin 1. April 1922 In der Reihe der verschiedentlichen Reformen, deren unser geltendes Bürgerliches Gesetzbuch dringend bedarf, ist eine der wichtigsten mit die über die Möglichkeiten der Chefchei bung. Besonders in Anbetracht der mit den Kriegsehe schließungen gemachten Erfahrungen ist eine Alenderung der bisherigen Ehescheidungsbestimmungen unbedingt notwendig geworden. Nach dem heute geltenden Recht kann eine Ehe auf Antrag des einen Teiles nur dann geschieden werden, wenn bestimmte im BGB. festgelegte Voraussetzungen zutreffen, so bei Ehe bruch, Bedrohung des Lebens durch den anderen Ehegatten, Geisteskrankheit, sofern sie während der Ehe mindestens drei Jahre gedauert hat und keine Aussicht auf Besserung besteht. böswilliges Verlassen auf die Dauer eines Jahres, ferner, wie es im§ 1568 des BGB. heißt, wenn ein Ehegatte durch schwere Verlegung der durch die Ehe begründeten Pflichten oder durch ehrloses oder unfittliches Verhalten eine so tiefe Zerrüttung des ehelichen Verhältnisses verschuldet hat, daß dem anderen Ehegatten die Fortsetzung der Ehe nicht zugemutet werden kann. Als schwere Berlegung der Pflichten gilt auch grobe Mißhandlung." Es muß also in allen Fällen mit Ausnahme der Geisteskrankheit die Verschuldung eines Ehegatten durch den anderen vor Gericht erwiesen werden. Wenn nun diesem Verschuldungsmoment in einigen Fällen die Berechtigung nicht abgesprochen werden soll, so hat es doch im Falle des§ 1568 in der Praxis zu schweren Unzuträglichkeiten geführt, so daß seine Existenzberechtigung hier nicht mehr aufrechterhalten werden kann. Die Fälle, in denen zwei Menschen das enge Miteinanderleben auch ohne die sichtbare Tatsache eines Berschuldens aus irgendwelchen Gründen zur Unmöglichkeit geworden ist, find sehr, sehr häufig. Wünschen diese Ehegatten sich nun endgültig zu trennen, so bleibt ihnen nach dem herrschenden Gesetz nichts anderes übrig, als einen der im BGB. festgelegten Gründe zu fingieren; am häufigsten bedient man sich dazu des„ böswilligen Berlaffens" oder man setzt einen vorgetäuschten oder ausgeführten Ehebruch in Szene, um dem Gericht gegenüber Material an Hand zu haben Das ist eine widerliche und unwürdige Komödie, die anständigen Menschen nicht zugemutet werden dürfte. Aber auch in Fällen, in denen tatfächlich beweisbare Gründe vorhanden sind, die die Ehegatten zu einer Scheidung bestimmen, ist das Verfahren der öffentlichen Beweisführung für die Schuld des anderen etwas sehr Häßliches und Deprimierendes. Gewollt oder ungewollt bricht über die Beteiligten eine Flut von Erniedrigungen herein, die beschämend und für empfindende Menschen unerträglich ist. So kommt es dann häufig vor, daß manche Leute aus Widerwillen vor dem öffentlichen Aufrollen ihres ehelichen Lebens vor der Scheidung zurückscheuen und sich lieber in einer unglücklichen Ehe weiter quälen. Die Erkenntnis der Notwendigkeit einer Reform hat sich bereits in weiten Kreisen der Bevölkerung geltend gemacht. Nunmehr hat sich bei der Erörterung der Justizdebatte im Zuschriften find zu richten an die Redaktion der Gleichbeit, Berlin SW 68, Lindenstraße 3 Fernsprecher: Amt Morigplay 107 17 Expedition: Berlin SW 68, Lindenstraße 3 Hauptausschuß des Reichstages der Reichsjustizminister Genosse Dr. Ra dbruch auch dahin geäußert, daß eine Aenderung des§ 1568 des BGB. in Aussicht genommen ist. Hoffentlich findet ein entsprechender Gesehentwurf die Zustimmung der Reichstagsmehrheit. Für die Durch führung der Ehescheidungsreform sehen sich außer den Linksparteien auch die Demokraten ein, während das 3entrum aller Wahrscheinlichkeit nach alles aufbieten wird, um eine Gesetzesänderung zu verhindern. Bekanntlich sieht das Zentrum gemäß seiner christlich- religiösen Weltanschauung die Ehe in allererster Linie als eine firchliche Einrichtung das von Gott gefügte Band- an und wehrt sich daher gegen jede gesetzliche Erleichterung der Ehescheidung. Es ist daher zu wünschen, daß die zur Durchführung der Reform nötige Mehrheit sich aus den Reihen der übrigen Parteien ergibt. Wunsche zweier Menschen entspringende Lebensgemeinschaft, Wir betrachten die Ehe als eine dem freien, inneren die mit dem Moment ihre Berechtigung verliert, wo diese sich innerlich fremd gewordene Menschen, die auseinander innere Gemeinschaft nicht mehr besteht. Es ist unfittlich, zwei wollen und getrennt jeder für sich glücklicher sein könnten, mit Gewalt zusammenzuhalten. Eine solche Scheinehe ist nicht nur eine Qual für die beiden Ehegatten, sondern auch von verderblichem Einfluß auf die etwa vorhandenen Kinder, die dann oft Zeugen häßlicher, unerquicklicher Szenen sind. Ebenso unfittlich ist es aber, den Ehegatten zur Erreichung der gesetzlichen Trennung fein anderes Mittel als das der Lüge und Täuschung zu lassen. Es ist also nötig, daß neben das Prinzip der Verschuldung das der 3 errüttung ohne besondere persönliche Schuld gesetzt wird. Wenn eine Ehe in sich derart zerrüttet ist, daß eine Aussicht auf Besserung nicht mehr besteht, dann muß, auch ohne den Beweis einer besonderen Schuld, auf Antrag beider oder auch nur eines Ehegatten die Scheidung aus gesprochen werden können. Das stellt übrigens auch gar keine absolute Neuerung dar. Nach dem vor Inkrafttreten des Bürgerlichen Gesetzbuches im Jahre 1900 in Preußen geltend gewesenen Allgemeinen Landrecht vom Jahre 1786 war die Ehescheidung schon möglich, wenn die Ehegatten vor Ge richt die Erklärung beiderseitiger unüberwindlicher Abneigung abgaben. Im Zusammenhange mit der Reform des§ 1568 müßten noch einige andere Bestimmungen geändert werden. So z. B. der§ 1312 des BGB., welcher die Eheschließung zwischen einem wegen Ehebruchs geschiedenen Ehegatten und demjenigen, mit welchem der geschiedene Ehegatte den Ehebruch begangen hat, untersagt. Es ist gar nicht einzusehen, warum nach erfolgter Scheidung das eheliche Zusammenleben zweier Menschen, die es so zueinander treibt, daß sie sich über die herrschende Moralanschauung hinweggesetzt haben, von Ges fetz wegen verboten werden soll. Es kann ja auch jetzt auf Eingabe Befreiung von dieser Vorschrift erlangt werden; immerhin besteht sie aber, und es muß mit ihr gerechnet wer den. Sie könnte gewiß ebensogut ganz gestrichen werden. 62 D i e Gleichheit Nr. 7 Ferner ist die Bestimmung des Z 1583, wonach bei Scheidung der Ehe wegen Geisteskrankheit eines Ehegatten der andere zur Untcrhaltsleistung in gleichem Ma�e ver» pflichtet ist, als wenn er der allein für schuldig erklärte Teil wäre, auch nicht in sich gerechtfertigt. Es ist doch nicht die Schuld eines Menschen, wenn sein Lebensgefährte unheilbar geisteskrank wird; durch die Zahlung des Unterhalts wird ihm, wenn er zu den weniger Begüterten gehört, leicht die Möglichkeit einer zweiten Ehe und eines neuen Lebensglücks genommen. Auch dieser Paragraph könnt« in Fortsall kommen. Auf dem gesamten Gebiete des Eherechts ist eine große An- zahl von Aendeningcn und Verbesserungen notwendig. Vieles ist veraltet und muß gestrichen, erneuert oder ergänzt werden. Darüber soll später noch ausführlich gesprochen werden. Erneuerung Aus engen Straßen Ichreit ich für und für. Die Bäume haben(teil ihr flftwerk ausgebreitet Und jedes Blatt dem sanften Licht geweitet. Im fernen Abend öffnet lieh des Himmels Dür. Wie ift mir diele Stunde leicht! Verweht die Lage und die schweren Wochen, Wo ich im Joch geknirscht und hingebrochen. Da Wmd wie Bauch aus liebem ITJund rorüberttreicht Und nie mehr, nie von meiner Seite weicht. 0 Herz, du Rosengarten in der gräberreihe. Du liebes Herz, ganz ohne Prunk und Ruhm, Das aus der Zeit lein Menschentum Voll Gläubigkeit und unterdrückter Schreie Behutsam trägt in stille flbendweihe! Das Land, ein Meer voll Glück und Glanz! 0 telig, in das Quellen zu versinken! Darüber goldner Wölkchen Spiel und tanz. Den höchsten Giptcl und den vollsten Kranz Seh' ich am Gnde meintr Straße winken. titax Barthd. Vom Werden der Partei Don Franz KtüHs T. Die Anfänge unserer Bewegung „Wer den Dichter will verstehen, muß in Dichters Lande gehen". Wer eine politische und kulturelle Bewegung, wie die sozialdemokratische unserer Tage, recht begreisen will in ihrer Arbeit, ihrem Streben, ihrem Ziel, der muß ihr Werden und ihre Entwicklung verfolgen, muß in ihre Geschichte sid) versenken. Diese große sozialistische Be- wegung ist nicht in wenigen Tagen entstanden. Sie ist auch nicht lediglich das Werk einiger genialer Männer, die sie ge- wissermaßen aus dem Nichts hervorzauberten: Sie ist lang- sam, sehr langsam emporgewachsen und die zunehmende Industrialisierung Europas und Deutschlands war ihr Weg- bereiter. Die ersten Jahrzehnte des vorigen Jahrhunderts— nach den sogenannten Freiheitskriegen, die dem deutschen Volke keine Freiheit, wohl aber schlimmste Unterdrückung brach- ten— waren Zeiten des bösartigsten politischen Stillstandes. Unter seiner trüben Decke entwickelte sich indessen der Kapi- talismus in gefährlichster Form. Zwar beengten zünft- lerische Vorschriften aus vergangenen Jahrhunderten die freie Entfaltung des deutschen Handwerks und seiner Ge- sellen. Aber sie zwangen nicht das deutsche Kapital, das in ausländischen Industrien zu arbeiten begann, und nicht das ausländische, das sich in dem deutschen Kleinftaaten-Sammel- surium einnistete. Aus den selbständigen Handwerkern wurden gerade in diesen Jahrzehnten immer größere Schichten zu Lohn- arbeitern. Zum Teil offen, indem sie in die Fabriken der Fabrikanten gingen, zum anderen Teil als Heimurbetter. die zwar der Form nach noch ihre Meisterexistenz fristeten. aber doch im wesentlichen nur von den Aufträgen kapitalisti» scher Unternehmer lebten. Diese Jahre des Vormärz d. h. vor der Märzrevolutwn von 1848— mit ihrer gewaltigen wirtschaftlichen Umschichtung brachten auch die An- sänge der Bewegung zu politischer und sozialer Befreiung der Arbeiterklasse, die sich aus dem Wust von„Ständen", „Gewerken" und„Berufen" eben abzuheben begann. Jeder, der in unseren Tagen mit empfunden hat, wie di« Entwicklung zu einem gewünschten Ziele viel zu langsam zu erfolgen scheint, wird es begreifen, daß in jenen vormärz- lichen Jahrzehnten erst recht ein Fortschritt oft kaum zu er- kennen war. Noch war die K l e i n st a d t das Wesens- bild Deutschlands. Die wenigen Gemeinwesen, die über den Durchschnitt an Einwohnerzahl und wirtschaftlicher Be- deutung hinausragten, waren zu zählen. Die Industrie mit ihrer Zusammenballung von Hunderten, Tausenden und Zehntausenden von Arbeitskräften war immer noch erst in den Kinderschuhen. So konnte man wohl als Beobachter zu dem Schlüsse kommen, daß das Volk in seinen politisch recht- losen und wirtschaftlich verkümmerten Schichten vollkommen stagniere, wie das Wasser in einem Teich, der keit�n Ab- und Zufluß hat. Gelegentliche Hungerrevolten und Ver- zweiflungsausbrüche konnten diesen Eindruck nicht verwischen. Geistig war die arbeitende Schicht eine schwer beweglich« Masse. Die Presse, das wichtige Aufklärungsmittel unserer Zeit, konnte keinesfalls die Verbreitung finden und den geistig revolutionierenden Einfluß ausüben, wie etwa heute. Sie stand noch immer unter der Zensur. Ihr Inhalt war gewissermaßen polizeibehördlich abgestempelt, und wenn schon die Journalisten mit dem Zensor in ständigem Kampfe lagen, so konnte doch die Presse an völlig freier Entfaltung behindert werden. So sah es also in jenen Zeiten trübe genug aus. Und wer die kleinbürgerlich-zünftlerisd)en Anschauungen kennt, die damals gerade auch in den ärmsten Arbeiterschichten gang und gäbe waren, der wird sich nicht darüber wundern. In- dessen wachsen doch auch aus solchem Boden die Kräfte, di« das Erdreich umwerfen. Man kann zwar durch Zunstvor- schriften, Zollschikanen und Steuerdruck die wirtschaftliche Entwicklung hemmen, man kann sie aber nicht ganz ver» hindern. Ebenso kann man die geistige Entwicklung eines Volkes zwar aufhalten, aber man kann Erkenntnisse nicht in den Kerker werfen. Sie wirken sich aus, auch wenn sie noch so unangenehm für die jeweils Herrschenden sein mögen. Die Tatsache der wirtschaftlichen Verarmung immer wei- terer Schichten des Volkes hat schon früh dazu angeregt, nach Mitteln zur Abhilfe zu suchen. So entstanden in den Köpfen wohlmeinender Menschenfreunde bemerkenswerte Gedanken ü�-r die mögliche Neugestaltung der Wirtschaft. Gedanken. die an die Stelle der zersplitterten Kleinbetriebe groß« Genossenschaftsbetriebe setzen wollten, die als Ersatz für die ' persönliche und zunftmäßig abgegrenzte Warenherstellung den Gemeinschafts-, den sozialen Betrieb befürworteten. Diese Projekte, die in Frankreich wie in England und auch in Deutschland entstanden, stammten zumeist von solchen Kreisen, die das Elend der Lohnarbeiter, das mühsame Da- hinvegetieren weiter Kleinbauern- und Handwcrkerschichten mit Schrecken sahen und ebenso mit Zorn erfüllt wurden über die schamloseste Ausbeutung selbst der Kinderarbeit, wie sie von den neu aufkommenden Industrien getrieben wurde. In den Kreisen der deutschen Handwerksgesellen, die ja immer noch das Gros der Arbeiter ausmachten, fanden dies« Lehren vom Gemeinschaftsgeist nur schwer Boden. Sie waren seit Jahrhunderten mit dem Zunftwesen verknüpft und konnten sich eine Besserung der Zustände zumeist nicht anders denken als durch Neuordnung der Zunftvorschriften. Sicherung ihrer Arbeit und ihrer Zukunft durch strenge Be- schränkung aller gegenwärtigen und kommenden Konkurrenz. Nr. 7 in Die Gleich beit 63 worden ist, daß die Betreffende Mutter eines unehelichen Kindes ist. Erst kürzlich ist wieder auf dem Berliner Fern Sprechamt eine seit drei Jahren beschäftigte Kriegerwitwe von der Bewerberliste für Beamtinnen gestrichen worden, weil man herausgefunden hat, daß ihr Kind im Jahre 1915 geboren ist, während die Eheschließung mit dem im Felde stehenden Vater erst 1917 erfolgt ist. Inzwischen ist zwar die Streichung rückgängig gemacht worden, doch muß eine Gewähr dafür gegeben werden, daß sich derartige Fälle nicht wiederholen können. Der bekannte Verband der deutschen Reichspost- und Telegraphenbeamtinnen jedenfalls fieht es für seine Pflicht an, dem obigen im Hauptausschuß gefaßten Beschluß mit allen Mitteln entgegenzuarbeiten. Der ,, Borwärts" veröffentlichte fürzlich zwei Briefe des genann ten Verbandes, in denen es wörtlich heißt:„ Wir müssen da. her alle Kraft daransezen, im Reichstag eine Mehrheit für unsere Auffassung, also für Ablehnung solches Antrages zu erzielen." auch die des Wanderns. Die wandernden Handwerksburschen, oder nicht befördert worden, weil irgendwie bekannt gelosgelöst von der glanzvollen Ueberlieferung des mittelalterlichen Gewerbes und noch nicht feftwurzelnd in einer neuen Wirtschaftsepoche. waren das Element, in dem die neuen fozialen Lehren von der Gemeinschaft ihre ersten, wenn auch spärlichen Anhänger fanden. Deutsche Handwerker, die ins Ausland gingen, fanden rt eine andere geistige Welt, sie fanden auch die großen jozialen Lehrsysteme, von denen wir oben sprachen. Und sie bildeten in ihrer Art das eben Gelernte weiter fort, paßten es ihren Verhältnissen und Anschauungen an und trugen es dann als neue Ideenwelt mit fich, auch wenn sie wieder heimwärts ihre Schritte setzten. So kamen die ersten sozialistischen Apostel nach Deutsch land. Es war ein deutscher Schneidergeselle, der sich unter Jenen ,, utopischen Sozialisten" einen Namen gemacht hat, lange bevor von einer wirklich sozialistischen Arbeiterbewegung in heutigem Sinne geredet werden konnte. Wilhelm Weitling, aus Magdeburg gebürtig, hatte in Paris die neuen Lehren aufgenommen und sie ins Deutsche übersetzt, nicht allein der Sprache, vielmehr noch dem Geifte nach. Er hatte sie weiter entwickelt in seinen Schriften und bald eine große Gemeinde treuer Gesinnungsfreunde gesammelt, die in dem Bund der Gerechten" sich geheim zusammenfanden und für die Verbreitung dieser Lehren sorgten. " Der„ Handwerksburschenkommunismus" war longe Zeit. bas Ideal der kleinen Zahl von deutschen Arbeitern, die über thre Tage hinaus dachten. Es wird also nötig sein, der von unseren Genossen ein. gebrachten Entschließung den nötigen Nachdruck zu verleihen, um endlich einmal die amtliche Heze gegen uneheliche Mütter zu unterbinden. Zur Frage der Bekämpfung der Geschlechtskrankheiten In der vorigen Nummer der„ Gleichheit" veröffentlichten wir den Brief eines parteigenössischen, seit langem auf dem Gebiete der Bevölkerungspolitik arbeitenden Abgeordneten an einen Genossen, Der Kampf gegen die uneheliche Mutter der Chef einer großen Polizelverwaltung iſt. Heute liegt uns die Im Hauptausschuß des Reichstages wurde eine Ent schließung unserer Genossen angenommen, wonach für weibliche Beamte und Hilfskräfte die uneheliche Mutter. schaft ein Grund zur Entlassung oder zur Anstrengung eines Disziplinarverfahrens nicht sein kann. Auch die Beförderung einer Hilfskraft zur Beamtin darf aus diesem Grunde nicht abgelehnt werden. Wie erinnerlich, sind verschiedentlich Beamtinnen und Hilfskräfte bei der Post und auch bei anderen Behörden aus dem Dienst entlassen * Feuilleton Er iſt's! Frühling läßt fein blaues Band Wieder flattern durch die Lüfte. Süße, wohlbekannte Düfte Streifen ahnungsvoll das Land. Veilchen träumen schon, Wollen balde kommen! Horch, von fern ein leifer бarfenton! Frühling, ja du bift's, Dich hab ich vernommen! Das Schrecklichste * Eduard Mörike. Ein Kapitel aus Spießbürgerhausen von P. Haupt Ma an flatschte und flagte zwar über die Berderbnis der heutigen Welt, man trug die Kunde mit allen Anzeichen sittlicher Entrüftung von Haus zu Haus, man besprach und verdammte den Fall zwar eingehend in allen Kaffeegesellschaften, aber schließlich nahm man es nicht so schwer. Mein Gott, man hatte ja ähnliche Fälle schon des öfteren erlebt. Nur, daß " Ja, nicht daß die dreißigjährige Witwe ein Berhältnis" hatte, nahm man thr übel, nicht daß dieses Verhältnis" in der Nacht bei thr blieb, mehr schon, daß sie auch am hellichten Tage miteinander ausgingen. Daß sie aber die Folgen des Umganges ausreifen ließ, bas. war zu viel. Zum mindesten war es doch sehr dumm Man beruhigte sich, mit verständnisvollem Augenzwinkern, als bie Frau in die Sommerfrische" fuhr. Man fannte das, und verfchiedene liebwerte Spießbürgerinnen, die sich schuldbewußt an ähn Antwort des letzteren und die darauf folgende Erwiderung vor. Der ganze Briefwechsel erörtert die in Betracht kommenden Gesichts. punkte bei der Behandlung der Fragen: Prostitution und Geschlechtsfrankheiten so fachlich und gründlich, daß wir auch die beiden Antwortbriefe unseren Genosfinnen zur Kenntnis bringen möchten. Lieber Doktor! .... In der Bordellfrage weicht meine persönliche Ansicht von der Ihrigen ab. Das ist aber nicht erst seit meiner jetzigen Amts. führung der Fall, sie ist durch diese nur bestätigt worden. Wenn liches Selbsterlebtes erinnerten, waren heimlich sogar froh, daß sich die Schar ihrer Schicksalsgenossinnen um eine vermehrt hatte. Man war über die ganze Angelegenheit wie über ein ganz nettes Sensatiönchen in der kleinstädtischen Langeweile zur Tagesordnung übergegangen, als das Unglaubliche geschah: die junge Witwe fam zurück, und nicht allein Am hellen Tage war sie mit einem weißen Bündel im Arm vom Bahnhof zu ihrer Wohnung gefahren, am hellen Lage, man denke! Das war noch nicht dagewesen. Als vierzehn Tage später bei dem alljährlichen Sommerfest ganz Spießbürgerhausen sich traf, waren die Freundinnen der jungen Mutter sich noch nicht darüber einig, wie sie sich ihr gegenüber ver halten sollten. In Spannung und Erregung standen sie bet sammen und erwarteten die Ankunft der besten" Freundin, die zu der Witwe gegangen war, um ein ernstes Wort mit der Un geratenen" zu sprechen. Diese hatte die Witwe ausgangbereit angetroffen. Aber auch das na ja, eben das schien zum Mitnehmen fertig gemacht zu sein. Froh, endlich eine ihrer Bekannten wiederzusehen und gleichzeitig gemillt, sich freie Bahn zu schaffen, lenkte fich das Ge. spräch auf das Kind. Die beste Freundin drückte sich verlegen herum und platzte schließlich heraus: ,, Du wolltest mit Deinem dem Kleinen ausgehen?". ,, Aber natürlich, das muß doch auch an die Luft," trotte die Mutter. Ja, mein Gott, willst Du es denn bei Dir behalten?" ,, Ist es bei mir nicht am besten aufgehoben? Meine Nachbarn fagen auch, es ist ein ganz reizender Bengel." ,, Aber Hilde- somas das tut man doch höchstens, aber spricht nicht davon und noch viel weniger Du machst Dich doch unmöglich, wenn Du das Dein-- es bei Dir behältst." „ Soll ich es weggeben zu irgendeiner schmutzigen Wirtin, die teuer ist und bei der das Kind keine Mutterliebe hat? Uebrigens heiraten wir in einem Jahr, wenn mein Berlobter fest angestellt ist." 64 D i e Gleichheit Nr. 7 auch die Bordelle die Geschlechtskrankheiten nicht restlos beseitigen lind verhindern, so sind sie doch geeignet, sie einzudämmen. Für ....... steht jedenfalls fest, daß die in Bordellen wohnenden Prostituierten im Verhältnis viel weniger geschlechtskrank sind als diejenigen, die auswärts ihrem Gewerbe nachgehen. Die Prostitution besteht seit altcrsher und wird weiter bestehen, auch wenn die soziale Frage nicht mehr entscheidend beeinflußt. Darum bin ich für staailich oder kommunal anerkannte Bordelle. Der Name mag geändert werden, auch die persönliche Beschrän- kung kann fallen, bester ist es, als das zwanglose Sichausleben auf Straßen, Plätzen Absteigequartieren usw. Ohne gesetzliche Borfchriften oder Verordnungen und Strafen wird es allerdings nicht gehen Traurig, aber wahr. Alles andere ist Heuchelei oder führt dazu, trotz allem guten Willen. Weil durch die Bordelle tatsächlich die Geschlechtskrankheiten eingedämmt werden, aber auch aus Rücksicht und auf Wunsch vieler Prostitulcrten, bin ich der Aufhebung der Bordelle noch nicht nähergetreten Wenigstens 100 Mädchen verlangen immer wieder die weitere Einrichtung von Bordellen, damit sie Wohnung haben und vor polizeilichen Nachstellungen sicher sind. In........ sind zurzeit 40 sogenannte öffentliche Häuser mit je 6 bis 8 Insassinnen. Diese Häuser verbieten, bedeutet, 300 Mädchen obdachlos machen, Das kann der Zweck der Fürsorge nicht sein. Hinzu komnü, daß diese Häuser doch nur Absteigequartiere werden. Bor 2 Iahren haben wir noch IS Häuser dem Wohnungsamt zur Verfügung gestellt, von denen 0 überhaupt nicht an Familien zu vermieten waren Die übrigen sind nur teilweise vermietet und fast aus- schließlich von übelbelcumundeten Personen. Was ist richtiger? Erwähnen möchte ich noch, daß die Mädchen m den geduldeten Häusern über Ausnutzung nicht klagen, dagegen diejenigen, die in heimlichen Häusern erwischt werden. Ich glaube, volles Verstönd.'.is zu haben für die Auffassungen unserer Frauen bezüglich der Bordelle. Interessant ist, daß wohl alle Frauen die Aushebung der Bordelle verlangen, aber von den verschiedenen Gesichtspunkten aus. Der tiefere Grund aber, der das gemeinsame Interesse bringt, ist doch wohl ausschließlich das gesunde weibliche Schamgefühl. Dieses Schamgefühl läßt es nicht zu, zu wissen daß in dieser oder jener Straße der weibliche Körper zum Kauf angeboten wird. Dieses weibliche Gefühl in allen - Ehren, aber es bessert die Zustände nicht und wirkt leider auch den Geschlechtskrankheiten nicht entgegen. Ihr ........ den S. März 1922. �.......... * .......... den 10. März 1922. Werter Herr Polizeipräsident und Genosse! Aus Ihrer freundlichen Antwort vom 6. d. Mts., für die ich Ihnen aufrichtig danke, ersehe ich. daß wir in vielem überein- stimmen, nur noch nicht in der Bordellfrage, wie Sie sich aus« drücken oder besser in der Frage der polizeilichen Reglementierung der Prostitution, wie ich es nennen, möchte. Darf ich einmal ver« suchen, unsere Meinungsverschieden� in so klar als möglich her- vorzuhebsn, damit die Sache durchchne scharfe Gegenüberstellung gewinnt. Sie stellen auch für Ihre Stadt die Tatsache fest, daß die in Bordellen wohnenden Prostituierten im Verhältnis viel weniger geschlechtskrank sind als diejenigen, die auswärts ihrem Gewerbe nachgehen. Soweit gut! Aber nun kommt doch erst die Frage nach der W i r k u n g, welche den Bordellen in diesem Zusammen- hang zuzuschreiben ist. Diese Frage und ihre Untersuchung über» gehen Sie aber völlig, verehrter Herr Polizeipräsident, während ihre Klärung doch gerade die Hauptsache ist. Deshalb können Sie dazu kommen, zu sagen: weil in den Bordellen weniger Krank- heiten vorkommen und außerhalb mehr, so muß die polizeiliche Reglementierung mitsamt den Bordellen bestehenbleiben. Ich aber sage aus Grund zahlreicher wissenschaftlicher und praktischer Fest- stellungen: gerade die Bordelle mitsamt der polizeilichen Regle- mentierung sind schuld daran, daß außerhalb ihres Bereichs so viele und schwere Erkrankungen vorkommen, daß man außerhalb der Bordelle von einer Volksseuche sprechen muß. Die Bordelle haben nämlich den einen großen, wesentlichen und konstitutionellen Fehler, daß sie für die Bekämpfung jener Volksseuche immer und überall viel zu klein sind. In Bordellen können Sie, wenn Sie dieselben für eine Stadt noch so groß und ge- räumig machen, bestenfalls ein paar Hundert Mädchen unter- bringen. Meist sind es viel weniger, die in den Bordellen einer bestimmten Stadt wohnen. Sie selbst wissen ja am besten, einen wie kleinen Teil selbst der polizeilich eingeschriebenen Mädchen die Reglementierung nur in den Bordellen regelmäßig festhalten kann. Meistens ist es bloß ein Drittel oder Viertel der Einge- schriebenen. Schon die Uebrigen gehen Ihnen durch die Lappen. Was hat es also für eine Volksseuche, die Hunderttausende in Stadt und Land erfaßt hat, für eine Bedeutung, daß in einigen Bordellen ein paar Hundert Prostituierte sitzen, selbst wenn diese viel weniger geschlechtskrank wären als diejenigen, die nicht in den Bordellen sind? Mit anderen Worten: die ungeheure Ausdehnung, die Prostitution, außerehelicher Geschlechts- verkehr und Geschlechtskrankheiten in der modernen Welt ge- Die Freundin nahm noch einigen wetteren verlegenen Worten Abschied. Sie war ganz wirr im Kopf, und wahrhaftig betrübt, denn es war wirklich ihre beste Freundin gewesen, und nun— man konnte doch unmöglich weiter mit ihr verkehren?— Während sie sich noch von den anderen Vertrauten im Stadtpart trösten ließ, und diese wetteiferten im Schelten über»das un- würdige Geschöpf", das ihre wohlgemeinten Ratschläge so in den Wind geschlagen, ließ sie ein Ausruf neugierig zum Gitter herum- fahren. Nie aber war ihre Neugierde so voll belohnt worden— auf der entgegengesetzten Straßenseite ging sie— die— na. eben die— und— nie zuvor hatten ihre Augen so Unglaubliches ge- sehen— schob einen Kinderwagen vor sich her, dem Walde zu. Sie waren einfach sprachlos. Schließlich entrang sich der Frau Amtsrichter(derselben, die zwei Kinder bekommen, einen Sohn, als ihre unverheiratete Schwester gebarmt, daß sie allzu gern«inen Erbneffen gehabt, und vier Jahre später eine Tochter, als der Bruder ihres Mannes, der schwerreiche Gutsbesitzer, seinen ersten Sohn bekam) der tiesempsundene Seufzer: »Das— in unserer Stadt— die Polizei müßte einschreiten--" Dienst Bon Gustav Müller-Wolf ater studiert. Mutter schick« Ihm ein Butterbrot. Die beiden kleinen Buben wollen es bringen. Auf einem Teller. Der ältere Wolf ist zu zappelig, einen zerbrechlichen Teller zu tragen. Der kleine Helm nimmt ihn in beide Hände und wackelt bedächtig Schritt für Schritt den Gang entlang. Stumm vor Andacht hupst Wolf inn ibn herum. «aters Tür macht Wolf auf. Dater fitzt über seine Bücher ge- bückt. Immer stumm watscheln beide an den Tisch. Bater blickt nich�, auf. Nicht einmal der geschwätzige Wolf sagt ein Wort. Helm stellt das Tellerchen mit beiden Händen auf den Tisch und sagt feierlich:„Wir bringen dir ein Brot!" Vater nickt. Wolf schweigt noch immer. Merkwürdig. Aber er verschlingt mit gierigen Blicken den Vater und seine Bücher. Helm sagt:„Jetzt gehen wir wieder." Wolf stürmt hinaus. Helm klinkt mühsam zwei- dreimal die Tür zu. Nur zur Not reicht er zur Klinke. In der Küche fragt die Mutter:»Was hat der Vater gesagt?* „Nix," antwortet Helm sachlich. Aber Wolf hat die Sprache wiedergefunden und erzählt:„Er hat hinter der Nase gelacht." Bücherschau Das Eheproblem, von Dr. Sophie Schäfer. Verlag I. H.W. Dietz Nachf. und Buchhandlung Vorwärts, Berlin, Preis broschiert 12 Mk. Ein sehr anregendes und wertvolles Büchlein liegt vor uns. Es behandelt Fragen, die für jede Frau von größter Bedeutung sind. Unter dem Titel„Das Eheproblem" sind die folgenden Kapitel vereinigt: 1. Die Ehe in der Gegenwart, 2. Oetonomische Grundlogen der Ehe, 3 Erotische und psychologische Grundlagen der Che, 4. Ueber das Wesen der Ehe, S. Beruf und Ehe. 6. Not- wendige Aenderungen der ehelichen Rechtsgrundlagen, 7. Aus- blick. Das alles sind Themen, die besonders in jetziger Zeit leb- hast diskutiert werden und nun von Gen. Schäfer in sachlicher Form sehr glücklich zusammengefaßt sind. Nach Aufrollung des ganzen umfangreichen Gebietes dringt die unbedingte Forderung nach wirtfchafllicher Gleichstellung von Mann und Frau, nach Wahrung des Persönlichkeitsrcchtes der Frau durch. Nur eine Nr. 7 D i e Gleichheit 65 wonnen haben, spottet einfach der winzigen Bor- d e l l ch e n, mit denen man früher des Hebels Herr zu werden glauben konnte. Der Sozialpolitiker hat den Kampf gegen so» ziole Hebel auf ihre Massen erfcheinungen zu richten, nicht aus kleine Zirkel, in denen sie sich verhältnismäßig harmlos äußern. Das heißt für unsere Frage- Prostitution und außerehelicher Verkehr außerhalb der Bordelle sind die Hauptsache ge- worden und rufen nach unserer Hilfe. Als Soziaipolitiker müssen wir also, ob wir wollen oder nicht, an jene Massenerschcinungen herangehen, die ohnedies, wie Sie selbst sagen, von viel schwereren Symptomen begleitet werden als das bißchen Bordelleben. Dazu gehören aber große behördliche Organisationen, Beratungsstellen, Pflege- und Gesundheitsämter, die in reibungslosem gegenseitigen Verkehr miteinander gebracht werden müssen und vor deren Not- wendigkeit, Größe und Bedeutung das Winzige an Bordellfürsorge einfach verschwindet. Wo also von uns jemand berufen ist, mit- zuarbeiten, dort sollte er die veraltete und gänzlich ungenügend gewordene Form der polizeilichen Reglementierung und Bordell- Wirtschaft auslösen und an ihrer Stelle das große, moderne System mit feiner weit umfassenden Fürsorge ausbauen helfen. Dann ergreift er zeitig und vorbeugend auch die schwereren Fälle außerhalb der Bordelle, die so unendlich wichtiger und zahlreicher find, und von denen er unter der Reglementierung nur durch Zufall etwas erfährt. Damit ist auch schon die zweite Seite der Sache in klarere De- leuchtung gerückt. Sie wollen bei der heutigen Wohnungsnot Zyg Bordellmädchen nicht obdachlos machen. Wer will denn das überhaupt? Jedenfalls nicht derjenige, der auf zeitigen Hmbau der veralteten Reglementierung in möglichst umfassende und lückenlose Fürsorge durch ein Netz von Beratungsstellen, Pflege- und Gesundheitsämtern drängt. Mit verhältnismäßig wenig or- ganisatorischer Mühe lassen sich diese Stellen in jeder größeren Stadt erfolgreich einrichten und ausbauen, sobald die alte Sitten- Polizei ihre gänzliche Wirkungslosigkeit einsieht, sich mit den betressenden Stellen in Verbindung setzt, und mit ihnen zu- sammen die Aushebung der Bordelle vorbereitet. Dann wird immer für die früheren Bordevinsasfinnen nicht bloß hinreichend, sondern sogar besser gesorgt sein und werden. Schließlich sehen Sie als Hauptgrund für das Drängen nach Auflösung der Bordelle seitens der Frauenbewegung„das gesunde weibliche Schamgefühl"' an, das es„nicht zulasse, zu wissen, daß in dieser oder jener Straße der weibliche Körper zum Kauf angeboten" werde. Aber dieses Gefühl, das damit gewisser- maßen als eine unpraktische Sentimentalität bezeichnet wird, „bessere die Zustände nicht und wirke leider auch den Geschlechts- Ehe zwischen zwei sich innerlich frei führenden, rechtlich und öko- nomisch gleichgestellten Menschen kann eine wahre Ehe sein. Das die Frauen so entwürdigende Abhängigkeitsgefühl muß ver- schwinden, dann erst wird sich die Frau mehr als bisher zum hochwertigen Menschen entwickeln können. Dr. Sophie Schöfer zeigt auch den Weg. den diese Entwicklung gehen muß: Den Frauen gleiche Verantwortung wie den Männern und dieselben Möglichkeiten, sich einen geeigneten Wirkungskreis zu schaffen, Abbau der bisherigen unrationellen, die Frauen zermürbenden Haushaltsführung, an deren Stelle Einführung des Großhaus- Haltes, ferner Sicherstellung der Rechte der Frau und Mutter im Gesetzbuch, und letzten Endes die Hmwandlung der jetzigen kapitalistischen Wirtschaftsform in die sozialistische Gesellschaftsordnung. Die Arbeit der Genossin Schöfer ist ein ernstes Bemühen, die vielfachen Schäden der heutigen Ehe aufzudecken und zu beseitigen. Die wirkliche, aus reiner Liebe geschlossen« Ehe sieht sie als etwas Heiliges. Besonders schön sind die Kapitel, in denen sie Über Liebe und Erotik spricht. Sie erinnern an das, was Dr. Mathilde ». Kemnitz in ihrer„Erotischen Wiedergeburt" sagt: Erotik in ihrer höchsten, vergeistigten Form ist eine köstliche Bereicherung des Daseins.— Dem inhaltreichen kleinen Buch ist größte Ber- breitung besonders unter den Frauen, zu wünschen. Unter dem Titel„Einführung in die Theorie des modernen So- jlalismus" erscheint in diesen Tagen ein Buch von Rudolf Abraham, auf das mit Nachdruck hinzuweisen wir nicht ver- säumen wollen. Die Schrift will mit der Gedankenwelt des modernen Sozialismus bekanntmachen, und zwar im Sinne der Marxistischen Theorie. Es ist leider eine Tatsache, daß die Werke von Karl Marx nicht von jedem gelesen werden können, da sie ziemlich hohe Anforderungen an ftrengwissenschaftliches Denken stellen. Es existiert zwar eine umfangreiche Literatur über die Marxistische Lehre, aber auch hierfür gilt vielfach das eben krankheiten nicht entgegen". Hier irren Sie nun ganz gründlich, sehr geehrter Herr Polizeipräsident! Die Frauenbewegung, der übrigens heute eine gleich starke Männerbewegung an der Seite steht, geht nicht bloß von Gefühlsmomenten aus. Und nicht bloß von der durchaus berechtigten Redellion dagegen, daß der Frauen- körper zur kapitalistischen Ware werden konnte Sie übersehen vielmehr vollständig, verehrter Herr Polizeipräsident, daß die alte Sittenpolizei mit ihren unvermeidlichen Hebergriffen, Mißbräuchen, Verwechslungen und schließlich doch für das große Ganze wirkungsloser Quälereien bei der denkenden Frauen- und Männerwelt aller Kulturvölker sich selbst gründlich in Verruf gebracht hat. Als dann vollends die Wissenschaft hinzukam und nachweisen tonnte, daß die Reglementierung für die Breite und Tiefe der Volksseuche gar keine Bedeutung mehr habe, da fand die Bewegung gegen die Bordelle und die alte Sittenpolizei so starken Anhang, daß Gesetze ensstanden, wie die Regierungsvorlage, die soeben dem Reichstage unterbreitet ist und hoffentlich der Reglementierung und Bordellierung in Deutsch- land ein Ende macht. In der Begründung dieser Vorlage kann man nachlesen, daß es die Frauenbewegung denn doch fertig- gebracht hat, die gesetzliche Einbringung sehr wirksamer Besserungsvorschläge gegen Bordellunwesen und Geschlechts- krankheiten zu erreichen. Das sind die Gegensätze, verehrter Herr Polizeipräsident, die sich aus unserem Meinungsaustausch ergeben haben. Sie so klar aussprechen, wie wir es hiermit getan haben, ist auch ein Stück Mitarbeit an der Besertigung der Gesundheitslast, die mit Prosti- tution und Geschlechtskrankheiten auf das auch sonst nicht gerade vom Schicksal begünstigte deutsche Volk drückt. Mit besten Empfehlungen Ihr gez. M. Qu. Die Frauen und die Staatskirche Zu diesem Thema sind uns mehrere Zuschriften zugegangen, von denen wir in dieser Rummer die von Gen. Buchow zum Abdruck bringen, ohne ihr jedoch in allen Punkten zustimmen zu können. Die Redaktion. Das Görtitzer Programm sagt zwar klar und deutlich-„Religion ist Privatsache, Sache innerer Heberzeugung, nicht aber Partei- sache", aber damit wissen die Frauen nichts Rechtes anzufangen, weil für sie so scharf umrissene Begriffe nicht existieren, und weil sie sich Religion als Privatsache einfach nicht vorstellen können. Gesagte. Außerdem muß man ja auch dann die Marxschen Werke selbst gelesen haben.— Der Genosse Rudolf Abraham hat nun diesem Hebel abgeholfen, und man kann mit gutem Recht sagen, daß ihm die schwierig« Aufgabe, die großen Gedankengänge des Meisters weiten Kreisen nahezubringen, geglückt ist. Er macht in fließender, gemeinverständlicher Sprache die Entwicklung und das Wesen der Marxschen Lehren klar, sich dabei aber trotzdem immer streng an die wissenschaftliche Darstellung haltend. Das Buch soll nicht etwa, wie der Versasser selbst sagt, ein „Ersatz" für das Studium unserer Großen sein, sondern eben nur eine Einführung in das Denken und die Anschauungsweise des Marxismus, um so die Anregung zum weiteren Studium zu geben. Zu diesem Zwecke ist ein ausführliches Literaturverzeichnis angefügt. Auch das beigegebene Fremdwörterverzeichnis ist sehr praktisch. Das Buch wird herausgegeben vom Arbeiterjugend- Verlag, Berlin SW. k«, Ltndenstr. g. Bei Bestellung bis 20. April kann es noch zum Preise von 10 Mk. broschiert und 15 Mk. gebunden abgegeben werden: später tostet es 12 Mk. broschrert und 17,50 Mk. gebunden. Die Anschaffung ist dringend zu raten.* „Der weg ins Leben" heißt ein kleines Büchlein, dos im Verlag von O. Sidow u. Co., Brandenburg a. H., erschienen ist. Es ist als Erinnerungsgabe für die Jugendweihe gedacht und füllt eine Lücke, die leider bei uns bisher vorhanden ist. Größere Bildungs» organisationen gaben schon immer ein Buch an die Kinder, die bei uns die Jugendweihe erhalten, aber den kleineren Orten ist es bei den ständig steigenden Buchpreisen kaum möglich, ein gutes Buch an alle zu schenken, und etwas Gutes und Billiges, für den Zweck Geeignetes war bisher nicht vorhanden. Das vorliegende Büchlein enthält auf �5 Seiten Kleinformat in gutem Druck und Papier Gedichte in Poesie und Prosa und Sprüche, die den Kindern goldene Worte mit ins Leben geben. Der Preis ist 4 Mk. 66 Die Gleich beit Religion bietet ihnen die Kirche, und selbst wenn das, was deren Diener ihnen gibt, sie nicht befriedigt die Angst vor der grenzen. losen Leere einer entgotteten Welt ist doch noch größer. Was hier in den Frauen immer wieder durchbricht ist das instinktive Wissen darum, daß die eigentlichen Werte hinter den Dingen des lauten Tages liegen. Zwei Kräfte geben ihrem Leben Sinn und Richtung: Mann und Kind die eine die andere ihr Hang zum Mysiischen, der wohl in der engen Ver. murzelung mit dem Urgrund des Lebens seine Ursache hat. Ein Fädchen, und sei es noch so fein oder noch so verworren, hält sie immer an das letzte Geheimnis alles Geschehens gebunden. Die Partei darf nicht achtlos vorübergehen, wie stark die Frauen gerade jetzt im Innersten erschüttert und bewegt sind. Jede religiöse Bewegung und wie viele neue und neueste Gruppenbildungen gibt es doch in unseren Tagen! zählt unter ihren Anhängern in der Hauptsache Frauen! Wir Sozialisten glauben doch nun vor allem, daß unsere Idee die Züge des Messiasbildes trägt, aber gerade uns strömen die Frauen nicht zu! Woher tommt es, daß der Sozialismus troß seiner die Frauen unbedingt ansprechenden Grundtendenz so wenig Begeisterung und Hingabe bei ihnen ausgelöst hat? Gewiß er trug und trägt noch heute bas Stigma des Proletariats, und das ist für jede Frau und Mutter ein„ Etwas, das überwunden werden muß"( die Kinder follen um jeden Breis eine Stufe höher!). Das Ausschlaggebende aber ist doch wohl der Frauen innere Abneigung gegen den Rampf, ganz besonders dann, wenn er sich gegen alteingeborene Autoritäten und ehrfürchtige Gewohnheiten richtet. So haben alle diejenigen leichtes Spiel, die mit der angeblichen Religions- und Familienfeindlichkeit der Sozialdemokratie in strupellosester Weise frebsen gehen. Wenn die Partei die starke Abwanderung der wählenden Frauen in die firchlich orientierten Kreise verhindern will, dann muß fie schärfer, als es bisher geschehen ist, ihre Stellung zu Kirche und Religion präzisieren und vor allem den Wahlrednern und Rednerinnen äußerste Schonung der religiösen Gefühle der Frauen empfehlen. Der Kampf der Partei richte sich gegen die Kirchen, soweit sie im Dienst kapitalistischen Macht. begehrens stehen, nicht aber gegen die Religion! Diese Unterscheidung fann der Partei nur Gewinn bringen! Und noch eins ist nötig: fie muß, wenn sie zu den Frauen spricht, das Schwergewicht etwas weniger auf die wirtschaftliche Seite des Lebens legen, sondern weit mehr als bisher die dem Sozialismus zugrunde liegende Idee, sein wahrhaft hehres Menschheitsziel, für sich zeugen lassen. Tut sie das, so klafft auch keine Lücke mehr zwischen Sozialismus und Religion oder besser gesagt: Christentum. Denn schließlich, wenn man beide Begriffe weit und fühn genug erfaßt, sind sie doch nur zwei Seiten eines und desselben Wesens: Christentum, die Idee der Liebe, der Opferbereitschaft bis zur Hingabe des eigenen Lebens Sozialismus, die praktische Anwendung dieser Idee in der Gemeinschaft der Menschen, die irdische Auswirkung der himmlischen Gerechtigkeit! Die Trennung von Kirche und Staat hat geistiges Neuland erschlossen. Wahre Religiosität wird die Fesseln sprengen, mit denen blinder Dogmatismus und das Machtbegehren der Kirchenherren Jahrhunderte hindurch sie gebunden; damit entfällt für die Partei der Kampf gegen sie, der Sozialist darf und soll sich füllen lassen von der neuen Geistigkeit, bie aus alten verschütteten Quellen wieder empordringt, und die Partei sollte es als ihre vornehmste Aufgabe betrachten, hier Führer und Wegweiser zu sein. Charlotte Buchow. Die Elternbeiräte in Gefahr? Einer kleinen Anfrage zufolge, die im Oftober 1921 Mitglieder der sozialdemokratischen Landtagsfraktion an den preußischen Minister für Wissenschaft, Kunst und Volksbil dung gerichtet haben, ob die Gerüchte auf Wahrheit beruhen, daß statt der Elternbeiräte ein Schul beirat unter Hinzuziehung von Lehrern und Geistlichen geplant sei, äußerte sich Dr. Boeliz dahin, daß nach den Berichten der Schulaufsichtsbehörden die Einrichtung der Elternbeiräte eine Neuerung darstellt, die sich im allgemeinen bewährt hat. Der Zweck der neuen Einrichtung- die Herdie Her anziehung der Eltern zur Mitverantwortung, zur Beteiligung an den Erziehungsaufgaben der Schule, die Festigung des Vertrauens zwischen Eltern und Lehrerschaft ist zwar nicht überall erreicht worden, doch ist man diesen Zielen im allgemeinen nähergekommen, und es kann festgestellt werden, Nr. 7 daß viel fruchtbringende Arbeit in dieser Richtung geleistet worden ist. Im übrigen liegen in den Berichten der Schulaufsichtsbehörden eine Reihe von Anregungen vor, die auf Abstellung hervorgetretener Mängel und Verbesserungen einzelner Bestimmungen hinzielen." Wie es heißt, sollen die angedeuteten Gerüchte jeder Grundlage entbehren. Wir können nicht umhin, die Mütter schulpflichtiger Kinder immer wieder und wieder an ihre so dringende Pflicht zu gemahnen, von der Einrichtung der Elternbeiräte Gebrauch zu machen und sich dort Siz und Stimme im Interesse ihrer Kinder zu erobern. Die Feststellung des preußischen Unterrichtsministers Dr. Boeliz, daß der Zweck der neuen Einrichtung die Heranziehung der Eltern usw. nicht überall erreicht worden ist, ist sehr bedauerlich. Wenn auch die angedeuteten Gerüchte angeblich jeder Grundlage entbehren sollen, so ist es doch sehr notwendig, daß wir die Augen offenhalten, um das Weiterbestehen dieser so wertvollen Einrichtung zu sichern. Wohin die Interesselosigkeit führt, geht ja aus der Anfrage unserer preußischen Landtagsfraktion hervor: man möchte Lehrer und Geistliche an die Plätze bringen, die den Eltern der Kinder gehören! Aus der Frauenbewegung des Auslandes Der erste weibliche Präsident auf dem Kongreß der englischen Genossenschaften wird Miß Evelyn Davies sein, die damit überhaupt als erste Frau in England einem Kongreß von über 1000 Delegierten präsidiert. Miß Davies gehört seit 39 Jahren. der Genossenschaftsbewegung an und leitet an hervorragender Stelle die Frauengenossenschaftsgilde. Ch. 2. Aus unserer Bewegung Kreis Wehlar hat den 75 Pf.- Wochenbeitrag eingeführt und liefert dafür unentgeltlich unsere Frauenzeitung die„ Gleichheit". Bacladen( Kr. Wehlar). Nach einem Referat führten wir un ferer Ortsgruppe 22 Frauen und 3 Männer zu. Die Hausagitation hatte in der Woche zuvor schon 10 Neuaufnahmen gebracht. Unser Ort zählt 800 bis 900 Seelen. Wir rufen alle zur Nachahmung auf. Weinbach( Oberlahnkreis). In einer Mitgliederversammlung führten wir 95 Frauen und mehrere Männer der Partei zu. Wir zählen 500 Einwohner. A. R. An unsere Leserinnen! Die ungeheuren Steigerungen der Papier- und Druckkosten haben das Erscheinen der„ Gleichheit" im bisherigen Umfange zu demfelben Preise wie bisher unmöglich gemacht. Der Papierpreis allein war im Januar d. 3. auf das Fünfunddreißigfache des Friedenspreises angewachsen und steigt rapid von Monat zu Monat weiter. Auch alle übrigen Preiserhöhungen machen sich bei der Herstellung des Blattes bemerkbar. Parteivorstand und Parteiausschuß haben sich daher unfer dem Druck der Berhältnisse entschlossen, die Beilage Frau und Haus" zu opfern, um durch Berringerung der Seitenzahl der „ Gleichheit" die Herstellungskosten etwas herabzumindern. Unfer Blatt erscheint aljo nunmehr vom 1. April d. 3. ab in einem Umfange von jedesmal 12 Seifen mit der monatlichen Beilage„ Kinderland". In diesem Zusammenhange teilen wir mit, daß die Buchhandlung Vorwärts die Herausgabe eines Modenheftes beabsichtigt, um den Genoffinnen Erfah für die ausfallende Modebeilage der „ Gleichheit" zu schaffen. Näheres werden wir zu gegebener Zeif bekanntgeben. Wir bilten alle Leserinnen herzlichst, in dem schweren Kampfe, den die gesamte deutsche Presse jeht um ihre Erisienz führt, unsere „ Gleichheit" mit allen Kräften unterstützen zu wollen, indem ihr durch recht eifrige Agitation immer mehr neue Abonnenfinnen zugeführt werden. Die Gleichheit" ist das Organ, das die sozialdemokratischen Frauen in Stadt und Land verbindet, das ihren Forderungen Nachdruck und Geltung verschafft. Genofsinnen, sorgt, daß fie diese Aufgaben in immer weiterem Umfange erfüllen taunt Die Redaktion. Verantwortlich für die Redaktion: Eut Radite. Druck: Vorwarts Buchdruckeret. Verlag: Buchhandlung Vorwärts Paul Ginger G. m. b. B., sämtlich in Berlin SW 68, Lindenstraße 3 Nr. 7 In Kürze erfcheint: DAS Die Gleichheit GESUNDHEITSBUCH DER FRAU Von Profeffor A. Grotjahn Diefes neue Gefundheitsbuch ift für unfere Frauen beftimmt, aber auch den Männern und unferer heranwadifenden Jugend beiderlei Gefchlechts zu empfehlen. Sein Verfaller, der zwei Jahrzehnte hindurch eine umfangreiche ärztliche Tätigkeit aus übte, bevor er als Profeffor der Hygiene an die Univerfität Berlin berufen wurde, verbindet die Theorie der Wifenfchaft mit den Erfahrungen der alltäglichen Praxis. Dadurch fchafft er ein Hausbuch der Gefundheitspflege ein immer hilfreiches Nachfdblagebuch in allen eintretenden Fällen, wie es die Frau und Mutter zum Wohle ihrer Familie braucht. Das Buch ift aber nicht nur ein Helfer in der Not des Augenblicks und ein Führer zur Gefundheit. Indem es die Vorgänge des gefchlechtlichen Lebens befonders ausführlich behandelt, erfcheint es wie kaum ein an deres geeignet, die heranwadhlende männliche und weibliche Jugend einwandfrei über diefe Dinge aufzuklären, viel felbft verfchuldetes Elend zu vermeiden, viel Lebensfreude und Genuß ohne Reue zu bereiten. Alles in allem ein Volksbuch im wahrsten Sinne des Wortes, deffen lebendige und volkstümliche Darftellung anreizt, es wieder und wieder zu lefen. Zur Veranfchaulichung des Textes find ausgefucht lehrreiche und charakteriftijdbe Ab bildungen beigegeben. Aus dem Inhalte: 1. Die gefunde Frau 1. Allgemeine Körperpflege- 2. Die werdende Mutter3 Geburt und Wochenbett- 4. Hygiene der Fortpflanzung II. Die kranke Frau 1. Die Störungen der Schwangerfchaft 2. Die Störungen der Geburt und des Wochenbettes- 3. Gefchlechtskrankheiten 4. Die Frauenkrankheiten III. Die pflegende Frau 1. Kinderpflege- 2. Anfteckende Krankheiten- 3. Erfte Hilfe in Unglücks- und Kranheitsfällen- 4. Gefundheitliches über Elen und Trinken Das fchön gebundene Gefundheitsbuch wird be. Bestellung bis zum 15. April 1922 auf unten anhängendem Beftellfchein zum Subfkriptionspreis von M. 27, geliefert. Nachher beträgt der Buchhandels- Ladenpreis 32 Mk. Hier abtrennen una als Druckfache( 50- Pf- Marke) einfenden! BESTELLSCHEIN Hiermit befielle ich bei der Buchhandlung Vorwärts, Berlin SW68, Lindenftr. 3 Exemplare Grotjahn, DAS GESUNDHEITSBUCH DER FRAU zum. Subfkriptionspreis von 27,- Mk.( ftatt 32,- Mk.) für das gebundene Exemplar. Betrag ift durch Nachnahme zu erheben folgt zugleich( Nichtzutreffendes durchftreichen). Um die Nachnahmegebühren zu sparen, empfiehlt fich Vorein fendung des Betrages auf das Poftjcheckkonto: Berlin Nr. 1243 ( Datum) ( Ort) ( Vor- und Zuname) ( Straße) Bei Korpulenz Fettleibigkeit sind Dr. Hoffbauer's ges. gesch. Entfettungs- Tabletten ein vollkommen unschädlich. u. erfolgreiches Mittel ohne Einhalten einer Diät. Keine Schilddrüse. Kein Abführmittel. 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