Nr. 8 32. Jahrgang Die Gleichheit Zeitschrift für die Frauen der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands Mit der monatlichen Beilage„ Kinderland" Die Gleichheit erscheint 2 mal im Monat Prets: Vter.eljährlich 3,30 Mart Inserate: Die 6 gespaltene Nonpareillezetle 6,- L bet Wiederholungen Rabatt Berlin 15. April 1922 Zuschriften sind zu richten an die Redaktion der Gleichheit, Berlin SW 68, Lindenstraße 3 Fernsprecher: Amt Morizplas 107 17 Expedition: Berlin SW 68, Lindenstraße 3 Und wieder wehet linde Frühlingsluft, Und wieder sprießt um uns das neue Leben. Millionen Keime sprengen ihre Gruft Und wollen sich empor zum Lichte heben. Die alten Linden treibt's mit wilder Kraft, Bald werden über Nacht die Knospen springen; Aus schlanken Birken quillt der Lebensfast Und durch die ganze Pracht ein jubelnd klingen. Durchs Herze aber geht mit wildem Schrei Die Sehnsucht nach dem Neugeborenwerden, Ein einzig lautes, wildes, Mach uns frei", Komm zu uns, Glück, fomm zu uns schon auf Erden! Die Sehnsucht stille hier, wir trachten nicht Vermessen nach den lichten Aetherhöhen, Zeig uns nur hier dein holdes Angesicht, Und laß uns nicht in Elendsqual vergehen. Sind wir nicht alle Kinder jenes Lichts, Das Knospenträume weckt und Früchte reifet? Und von dem goldnen Glanze ward uns nichts Als daß die Behnsucht unsre Seelen streifet! Auch uns gehört der Erde Blütenpracht, Auch unser sei des Lebens Schönheitsfülle, Der Sehnsucht Flamme ist in uns entfacht, An ihr erstarke unser trotz'ger Wille. Wir wollen freigebor'ne Menschen sein! Wir woll'n fein Trugglück in des Himmels Höhen, Wir wollen hier der Sonne goldnen Schein! Wir wollen hier dem Glück ins Antlitz sehen! Wir wollen! Treu und fest sei dieser Schwur! Hört ihr den Jubelflang auf allen Wegen? Ein Rauschen geht durch Wald und Feld und Flur. Stolz schreiten wir dem Sonnentag entgegen. Clara Bohm- Schuch. Bonn * Bibliothek 70 Frühlingsglaube Von Elli Radtke Die Gleich beit Jahr für Jahr wird in hundert Liedern und Gedichten der Sieg des Frühlings über den Winter, der Triumph des Lichts über die trübe, hoffnungslose Finsternis gesungen. Alles Lebende wartet mit Sehnsucht auf die ersten sonnigen Tage, um endlich einmal wieder freier atmen zu können. Es ist alte Sehnsucht und alte Hoffnung, die uns trotz allem nicht verlassen will. Troß allem. Mit Bangen und schwerer Besorgnis sind wir In diesen Winter hineingegangen, und die Sorgen sind auch nicht von uns genommen, nun er vorüber ist. Wir nehmen Sie mit in den Frühling hinüber. Erdrückende Teuerung auf allen Gebieten hemmt fast alle Lebensfreude und viel Tatkraft. Das Leben jedes einzelnen unter uns ist ein Ichweres, erbittertes Ringen um das tägliche Brot, um das Minimum an Existenzmöglichkeit. Es bleibt kein Play in unserem Budget für das, was das Dasein fröhlicher und leichter macht. Die Vertretungen der Arbeiter in Parlament und Gewerkschaft fämpfen schwer um jeden Schritt breit Boden gegen das noch immer allzumächtige Kapital, unseren brutalen und durchtriebenen Feind. Und schwer und erbrückend liegen die Lasten eines verlorenen Krieges auf unserem Wirtschaftsleben. Es ist wohl jedem noch frisch in Erinnerung, unter welch schwierigen Umständen vor einigen Wochen das Steuerfompromiß im Reichstage zustande tam, auf Grund dessen der von der Entente geforderte Stundungs- und Garantieplan der Reparationsfommission vorgelegt wurde. Inzwischen ist die Antwort der Reparationskommission eingetroffen. Sie enthält die Mitteilung, daß die Kommission die gegebenen Garantien nicht für genügend ansieht und unter Ankündigung von Kontrollmaßnahmen die Bewilligung von weiteren 60 Milliarden Papiermark Steuern bis zum 31. Mai d. J. fordert. Im Weigerungsfalle wird mit der Zurücknahme der Stundung und mit der Geltendmachung des Londoner Ulti matums in seiner ganzen Schwere für das Jahr 1922 gedroht. Das Verlangen, bis zum 31. Mai 60 Milliarden neue Stevern zu bewilligen und in Kraft zu fetzen, ist sowohl wirtschaftlich wie politisch und technisch- parlamentarisch eine Unmöglichkeit. Die Zusammenbringung des Steuerkompromisses war so schwer und krisenreich, daß es ausgeschlossen ist, jetzt noch einmal eine Mehrheit für ein zweites Kompromiß zu finden. Wir fönnen auch nicht der Entente Die Oberhoheit über unsere Steuerverwaltung einräumen, wie dies unter den angekündigten Kontrollmaßnahmen zu verstehen ist. Im übrigen steht dies auch in Widerspruch zu dem Versailler Vertrage, ganz abgesehen von den neuen Kosten, die derartige Kontrollfommiffionen uns verursachen würden. Diese Stellungnahme enthielt auch die Rede des ReichsPanglers, die mit wenigen Ausnahmen die Zustimmung des ganzen Reichstages fand. Er bezeichnete das Verlangen der Entente als eine völlig unmögliche Bedingung und Zumutung". Der Reichskanzler hat aber trotz Ablehnung der Bariser Note ausdrücklich die Absicht betont, an der bisherigen Erfüllungspolitik unbeirrt festhalten zu wollen, und besonders die Bereitschaft zu weiteren Verhandlungen ausgesprochen. Es muß ein Weg gefunden werden, auf dem wir in Uebereinftimmung mit den Ententekommissionen zur Erfüllung unserer Verpflichtungen weitergehen können. Bir Sozialbemokraten haben immer den Willen gezeigt, den uns auferlegten Verpflichtungen soweit wie möglich nachzukommen, unsere Schulden zu bezahlen. Doch muß von den Ententeregierungen soviel Einsicht verlangt werden, daß sie nichts Unmögliches fordern und uns durch derart abschnürende Maßnahmen wie die jetzigen nicht selbst an der Durch führung unserer Absicht behindern. Auf dem Wege, den die Reparationsfommission mit ihrer letzten Note einschlägt, geht es jedenfalls nicht weiter. Nr. 8 Doch lassen wir trotz alledem die Hoffnung nicht sinken. Nicht nur die wirtschaftliche Lage Deutschlands, sondern auch die der Siegerländer, in denen ebenfalls Teuerung und noch größere Arbeitslosigkeit herrscht, wird deren Machthaber zu der Einsicht zwingen, daß man mit der Politik der Gewalt nichts erreicht und dem Problem anders zuleibe gehen muß. Soll Deutschland seinen Verpflichtungen wirklich nachkommen, dann muß vor allem seine innere Gesundung gefördert werden. Deutschland ist innerlich frank; das merken am besten die Arbeiter und Angestellten, deren Lebenshaltung infolge der unsicheren Verhältnisse immer elender wird und die die Fieberschauer des franken Wirtschaftskörpers am schmerzlichsten empfinden. Unser Wirtschaftsleben muß un bedingt sehr bald wieder stabilere Formen annehmen, das dauernde Sinken der Mark muß aufhören, ihr Wert gehoben werden. Das ist aber nach den jetzigen Verhältnissen nur möglich durch die Gewährung eines Auslandskredits. Auf diese Auslandsanleihe müssen wir unsere Hoffnung setzen; es ist dies die einzige Möglichkeit, zu einigermaßen übersichtlichen Verhältnissen zu gelangen. Außerdem hat dann das Land, das uns den Kredit gibt, ein Interesse daran, daß Schwankungen bei uns vermieden werden. Wir hätten dann die notwendige Atempause", die uns Zeit und Möglichkeit zu einer Erholung gibt. Mit der Hoffnung auf diesen Auslandskredit verbinden wir unsere Gedanken an die Konferenz in Genua. Die Bertreter von 30 Nationen versammeln sich dort, um über die Besserung der Weltwirtschaftslage zu beraten. Wenn man sich nun nicht abfichtlich den Tatsachen verschließt oder von natio nalistischem Eigenfinn leiten läßt, so ist doch anzunehmen, daß man zu der für alle Teile besten Lösung des Welt fredites kommen muß. Viele Jahre lang sind die Völker Europas im Finstern gegangen und haben sich selbst und einander ungeheuerlichen Schaden zugefügt. Sollten denn nicht endlich Vernunft und Einsicht die Oberhand gewinnen? Wir lassen die Hoffnung nicht finfen. So zögernd, wie der Frühling dieses Jahres fam, mit Schneefällen und falten Tagen bis in den April hinein, so langfam, zögernd und mit schmerzlichen Rückschlägen wird auch endlich einmal den Völkern und ihren Regierungen die Erkenntnis kommen, daß wir alle aufeinander angewiefen sind und nur die Bernunft, nicht die Gewalt, Siegerin bleibt. Vom Werden der Partei Bon Franz Klühs II. Die Zeit der geheimen Bünde In den vormärzlichen Zeiten war von einem Vereinsrecht so wenig die Rede, wie von einem Recht der freien Meinungsäußerung in der Presse. Nicht nur in Deutschland waren politische Vereine verboten. Auch Frankreich und die Schweiz. von der habsburgischen Monarchie ganz zu schweigen, unterschieden sich in dieser Hinsicht nur in sehr geringfügigem Maße von unserer Heimat. " So war es denn ganz natürlich, daß politische, auf staatliche Reformen gerichtete Bestrebungen sich in geheime Zirkel flüchteten, die für beide Teile gefährlich zu sein pflegen: sowohl für den Staat, den die Verschwörerflubs nur um so lebhafter bekämpfen, je mehr er sie ächtet; als auch für die Geheimbündler, denen bei ihrer Entdeckung selbst die harmlosesten Dinge zum Verderben werden können. Auch der schon erwähnte Bund der Gerechten", in dem Wilhelm Weitling und andere deutsche Proletarier führend waren, entsprach dem üblichen Muster der Geheimbünde. Im Auftrage des„ Bundes der Gerechten" und als dessen Programmschrift hat Weitling sein Buch„ Die Menschheit, wie sie ist und wie sie fein sollte" verfaßt, dessen Grundgedanken er später in einem größeren Werke unter dem Titel„ Garantie der Harmonie und Freiheit" weiter ausspann. Ein Buch, das wert ist, auch heute noch eifrig ge Nr. 8 Die Gleichheit lesen zu werden. Backend in seiner lebendigen Sprache, leidenschaftlich und oft von fast religiösem 3orn in seinen Anklagen gegen die herrschende Unkultur, wurde es zu einer der eifrigst gelesenen und vertriebenen Schriften seiner Zeit. Nicht mit Unrecht nennt Heinrich Heine dies Buch den „ Katechismus aller Kommunisten", und Karl Marg, der bald die theoretischen Anschauungen der Kommunisten auf eine ganz andere realere Grundlage stellte, schrieb im Pariser Vorwärts" von 1844: ,, Wo hätte die deutsche Bourgeoisie ihre Philosophen und Schriftgelehrten eingerechnet- ein ähnliches Bert mie Beitlings ,, Garantie der Harmonie und Freiheit".... aufzuweisen? Ber. gleicht man die nüchterne, fleinlaute Mittelmäßigkeit der deutschen politischen Literatur mit diesem maßlosen und brillanten Debüt der deutschen Arbeiter, vergleicht man diese riesenhaften Kinderschuhe des Proletariats mit der Zwerghaftigkeit der ausgetretenen politischen Schuhe der Bourgeoisie, so muß man dem Aschenbrödel eine Athletengestait prophezeien." Geschrieben war dieses„ maßlose und brillante" Buch in nächtlichen Stunden bei Kerzenschein, nachdem der Schreiber bei Tage oft mehr als vierzehn Stunden seinem Handwerk obgelegen hatte. Und die Arbeiter, die Weitling den Auftrag gegeben, sammelten aus ihrem mehr als fargen Verdienst die Gelder, um das Buch drucken und verbreiten zu lassen. Es war ein Geist des Opferns und der Selbsthingabe, dieser Geheimbündlergeist vor 1848! " Indessen schreitet die Zeit mit Riesenfchritten. Ein Teil der " Gerechten" war bei einem französischen Putschversuch beteiligt gewefen, gefaßt und dann ausgewiesen worden. Diese Ausgewiesenen gingen nach London. In England hatten sie Vereins- und Bersammlungsfreiheit, deren sie sich bald be dienten und so den Charakter des Geheimbunds, ohne es zu wollen, umänderten. Das Geheime" trat hinter dem Propa. gandistischen mehr und mehr zurück. In England wirkte auch die wesentlich weiterentwickelte Industrie auf die Umstellung ihrer Gedankenwelt ein. Bon der Londoner Gemeinde des Bundes der Gerechten" erging schließlich wiederholt die Aufforderung an Karl Marg und Friedrich Engels, dem Bunde beizutreten. Das geschah schließlich im Jahre 1847, nachdem vorher die Londoner" Gerechten" die neue theoretische Begründung akzeptiert hatten, die Marg und Engels gemeinsam der kommunistischen Lehre gegeben hatten. Die beiden wurden beauftragt, eine neue Programmschrift zu verfassen, die in Form eines Manifestes verbreitet werden sollte. So entstand die berühmt gewordene grundlegende Kampfschrift Kommunistisches Mani. fest", das zum ersten Male in messerscharfer Klarheit jene geschichtliche Betrachtungsweise anwendet, die unter dem Namen der historisch- materialistischen" bekannt geworden ift. Sie fußt auf der grundlegenden Erkenntnis, daß die treibenden Kräfte der gesellschaftlichen Entwicklung nicht( oder nicht nur) menschliche Einsicht und menschlicher Wille sind, sondern daß Wille und Einsicht und alle geistigen Dinge entscheidend beeinflußt werden von den jeweils herrschenden Produktionsverhältnissen. An die Stelle der gefühls. mäßigen Klage und Anklage, wie sie auch noch in Weitlings Schriften vorherrschten, setzt das Kommunistische Manifest" die Feststellung objektiver geschichtlicher Tatsachen und folgert aus ihnen das Recht und die Pflicht der Proletarier, als der neuen in der kapitalistischen Epoche auftretenden unterdrückten Klasse, die politische und wirtschaftliche Macht zu erobern. Kein neues„ System" der wirtschaftlichen Gestaltung, aber ein neuer Geist spricht aus dem Manifest zur Mitwelt. Proletarier aller Länder, vereinigt euch!" Der heute so bekannte Aufruf leitete damals eine neue Epoche der Arbeiterbewegung ein. Der Bund der Gerechten" wurde zum Bund der Kommunist e n". Bevor er aber dazu kam, eine neue Propaganda zu entfalten, brach in Frankreich und Deutschland die Revolution aus. Die Mitglieder des Bundes eilten in ihre Heimat, um selbst mitzuwirken bei der "" 71 Neugestaltung der Dinge. Es ist bekannt, daß Marg und Engels sofort in Köln die früher verbotene„ Rheinische zeitung" wieder ins Leben riefen und nun von hier aus die re volutionäre Bewegung anzufeuern suchten. Die übrigen deutschen Mitglieder des Bundes verteilten sich über das Land, wo jeder zu seinem Teil dazu beitrug, die bürgerliche Revolution vor dem Versanden zu bewahren und sie gleichzeitig vorwärtszutreiben. Freilich gelang es nur sehr schwer, in diesem wirtschaftlich noch so unentwickelten Deutschland eine selbständige Arbeiter. bewegung aus dem politischen Durcheinander herauszuschälen. Aber der Verfuch wurde doch gemacht und die von den Kommunisten Stephan Born und Bilisky von Berlin aus ins Leben gerufene Arbeiterverbrüderung" war der Beginn einer über ganz Deutschland sich erstreckenden, in Unterbezirke gegliederten Organisation. Ihre Ziele waren allerdings noch ziemlich unflar: teils sozialpolitisch mit zünftlerischem Einschlag, teils rein politischer Art. Der Arbeiter. verbrüderung" gelang es fogar, die ersten Reaktionsstürme zu überstehen. Sie fiel erst später der Konterrevolution zum Opfer, als diese auf der ganzen Linie gesiegt hatte. Die furzen Blütenträume einer deutschen Freiheit waren bald durch preußische Kartätschen geknickt worden. Schneller noch mußte die Hoffnung begraben werden, das deutsche Arbeitervoll zur flaren Erkenntnis seiner Klassenlage zu brin gen. Deshalb gingen nach der Niederwerfung der Revolution durch preußische Truppen die bekanntesten Mitglieder des " Bundes der Kommunisten" wieder ins Ausland, soweit sie nicht von der Rachejustiz in den Kerker gebannt wurden. Karl Marr und Friedrich Engels, auch Ferdinand Freiligrath, Wilhelm Wolff und Wilhelm Lieb. fnecht, der als junger Student in Deutschland mitgefochten hatte, fanden Zuflucht in London. Von dort suchten sie einzelne Fäden mit den versprengten Gesinnungsgenossen in Deutschland wieder anzuknüpfen, was unter großen Schwie rigkeiten und Opfern auch gelang. Aber es war jene Zeit, von der Friedrich Engels später sagte, daß man die Arbeiter einzeln zusammen suchen mußte, die Verständnis hatten für ihre Lage als Arbeiter und ihren geschichtlich- ökonomischen Gegensaz gegen das Kapital, weil dieser Gegen faz selbst erst im Entstehen begriffen war. Die wenigen Leute, die zur Erkenntnis der geschichtlichen Rolle des Prole. tariats durchgedrungen, mußten sich im geheimen zusammen. tun, in fleinen„ Gemeinden" von drei bis zwanzig Mann verstohlen sich versammeln. Die„ Kommunisten" von heute ahmen jene von 1848 lediglich nach, sowohl was den Namen wie die Organisationsform ( illegal) anbetrifft. Marg und Engels, die Verfaffer des Kommunistischen Manifestes", würden sich heute bedanken, mit ihren späten Nachfolgern auf eine Stufe gestellt zu werden. Frühlingskraft Und wenn du kommit mit deinen Sturmeschören, mit deinen Adlerkrallen, die das Tote Jäh niederreißen von den fchwarzen Stämmen, Dann, Landbefreier, muß ich auf dich hören. Wie die Gelänge in den Wipfeln rauschen! Ich liege fchlaflos in der wilden Пlacht Und fühle, wie mein Leben neu erwacht Und alle Sinne freudig auf dich laufchen. Denn was du willst, ist Leben und nicht Tod. Aus allen Wunden werden Zweige sprießen Mit weißen Blüten und mit Früchten rot, Daß wir uns freuen und die Frucht genießen. Du bist der Ofterglaube, der nicht ſtirbt, Ob auch Jahrtaufende zu Hiche fallen; Der Sonnenadler, der mit feinen Krallen Um freie Bahnen für das neue wirbt. Ernit Preczang. 72 D i e Gleichheit Nr. 8 Das Neichsmietengesetz Im Reichstag ist nunmehr das Reichsmietengesetz verabschiedet worden, das säst ein ganzes Jahr lang Gegenstand der Beratungen gewesen ist. Es ist gegen die Stimmen der Rechtsparteien an- genommen worden. Von dem neuen Gesetz ist zu sagen, daß es zwar eine wesentliche Belastung der Mieter bringen wird, die aber der von den Hausbesitzern ersehnten freien Wirtschast auf dem Gebiete des Wohnungswesens natürlich mit aller Entschie- denheit vorzuziehen ist. Das Reichsmietengesetz geht von dem Gedanken aus, die Mieter vor ungerechtfertigt hohen Mietpreisen zu schützen, dafür aber die Mittel zur Instandhaltung der Gebäude durch ausreichende Miet- zinseinnahmen zu sichern und ein begrenztes Mitbestimmungsrecht der Mieter bei der Verwaltung des Hauses einzuführen. Das Gesetz bestimmt, daß auf schriftlichen Antrag eines der Bertrags- teils die Höhe des Mietzinses gesetzlich festgelegt werden muh. Kommt eine Einigung zwischen Vermieter und Mieter nicht zu- stände, so entscheidet das Mieteinigungsamt. Auf Anordnung der obersten Landesbehörde hat der Hausbesitzer Vereinbarungen über die Höhe des Mietzinses der Gemeindebehörde oder dem Miet- einigungsamt anzuzeigen. Die Berechnung der gesetzlichen Miete muß die Friedensmicte vom 1. Juli 1914 zugrunde gelegt werden. Der in der Friedens- ' miete für Betriebs- und Instandsetzungskosten enthaltene Betrag ist abzurechnen, und erst der verbleibende Teil bietet die Grund- miete Die abzurechnenden Beträge setzt die oberste Landes- behörde fest. Zu der Grundmiete treten Zuschläge für Steigerung der Zinsen, sowie für Betriebs- und laufende Instandsetzungskosten. Die Zu- schlage sind reine Zweckbeträge, über die der Hausbesitzer dem Mietervertreter die sachgemäße Verwendung der Gelder nachzu- weisen hat. Wenn ein Hausbesitzer die Ausführung notwendiger Ii'standsetzungsarbsiten unterläßt oder die Gelder nicht sachgemäß verwendet, kann ihm auf Antrag des Mieters oder von Amts wegen der entsprechende Teil des Mietzinses entzogen und eine fachgemäße Ausführung der Instandsetzungsarbeiten angeordnet werden. Das Gesetz unterscheidet laufende und große Instandsetzungs- «rbeüen. Als große Instandsetzungsarbeiten gelten: die Erneue- rung der Dachrinnen und Ablaufrohrs, das Umdecken des Daches, der Abputz oder Anstrich des Hauses im Aeußeren, der Neuanstrich des ganzen Treppenhauses im Innern, sowie ähnliche außerordentliche, einen größeren Kostenaufwand erfordernde Arbeiten. Für Schaffung von Mitteln für große Jnstandsetzungsarbeiten ist von den Mietern ein weiterer Zuschlag zu zahlen. Dieser Zu- schlag ist von dem Vermieter aus ein für sein Haus besonders einzurichtendes Hauskonto anzulegen. Eine Verfügung des Haus- bcsitzers über das Hauskonto bedarf der Zustimmung der Mieter. Gemeinde und Eemeindeoerbönde könne» mit Zustimmung der obersten Landesbehörde außerdem noch einen Ausgleichfonds ein- führen, aus dem für große Jnstandsetzungsarbeiten an Wirtschaft- lich Schwache Beihilfen nach billigem Ermessen gewährt werden. Die Mietbildung ist, wie aus der kurzen Darlegung ersichtlich, sehr kompliziert und wird sicher auch auf große Schwierigkeiten stoßen, trotzdem darf nicht verkannt werden, daß die Zuschläge nach Hundertsätzen für die Gemeinden festgesetzt werden von den obersten Landesbehörden, die im Einvernehmen mit den Miet- einigungsämtern und den in Frage kommenden Organisationen handeln sollen. Der Mieter hat demnach nur darüber zu wachen, daß der von ihm entrichtete Mietzins vom Hausbesitzer sachgemäß verwendet wird. Auch die gewerblichen Räume sind in dem Rahmen d�r Zwangs- Wirtschaft mit erfaßt, doch kann hierfür dem Hausbesitzer ein be- fonderer Zuschlag seitens des Mieteinigungsamtes bewilligt worden. Ebenso sind Untermieter, also die Mieter möblierter Zimmer in die Mietzinsreqelung des Gesetzes mit einbegriffen, was sehr notwendig war. Für Neubauten sollen die Bestimmungen des Gesetzes nicht gelten. Das Gesetz tritt'spätestens am 1. Juli 1922 in Kraft und verliert am 1 Juli 1926 seine Gültigkeit.— Es ist nun vor allen Dingen dafür zu sorgen, daß die Mieterschaft sich mit dem Gesetz und feinen näheren Bestimmungen vertraut macht und in jedem Hause eine Mietervertretung sich um die Wahrung ihrer Interessen dem Hausbesitzer gegenüber kümmert. Cin ftlzllennopfen macht sich in dem härtesten Stein eine BShle, wenn er oft darauf fällt, und ein gutes Wort findet, wenn nicht heute, lo doch morgen einen guten Platz. Bippei. Die Frauen und die Staatskirche Mit den Leußerungen der Genossin Wachenhelm wollen wir nunmehr die Diskussion über das Thema »Frauen und Staatskirche" schließen. Es ist beim besten Willen nicht möglich, alle eingegangenen Er- widerungen zu veröffentlichen, da die„Gleichheit� sehr an Raumknappheit leidet und der politische und gesetzgeberische Stoff nicht zu sehr zurückgestellt wer- den darf. Die zahlreichen Zuschriften haben jedoch bewiesen, welch starkes Interesse für kulturelle Fragen in den Kreisen unserer Genossinnen vorhanden ist. Und das ist unter den jetzigen so überaus schwierigen wirtschaftlichen Verhältnissen wohl als ein besonders erfreuliches Zeichen anzusehen. Den Genossinnen, deren eingesandte Arbeiten aus dem oben erwähnten Grunde nicht zum Abdruck gekommen find, sprechen wir hiermit unseren herzlichsten Dank aus. Die Redaktion. Es ist gewiß sehr unerfreulich, daß immer wieder von der Kanzel herab die Republik bekämpft und die Monarchie verherrlidzt wird. Aber nur unter diesem Gesichtspunkt läßt sich die Frage der Kirchen» Zugehörigkeit des Sozialisten nicht lösen. Wir sind auch früher nidst allein deshalb Propagandisten des Kirchenaustritts gewesen, weil von der Kanzel herab und bei allen anderen Gelegenheiten die Kirche und ihre Diener Klassenstaat und Klassengesellschaft stützten, sondern weil die ganze Lehre, der ganze Inhalt des da» maligen Christentums und des heutigen— denn an der Lehre hat sich nichts geändert— mit der Gegebenheit kapitalistischer Verhält- nisse sich durchaus abgefunden hatte. Und darauf kommt es an. Die Verbreitung und Erhaltung dieser Lehre unter der Bevölke- rung ist es, mit der wir uns in erster Linie zu beschäftigen haben. Daneben sind die monarchistisd)en Ausfälle der Pastoren von unter» geordneter Bedeutung. Man kann auch nicht einfach sagen, wer an Gott glaubt— und nur für die, die es tun, sehen wir ja den Konflikt—, gehört in die Kirche. Denn die christlickie Kirche ist ja nicht nur eine Ge- meinschaft der Gottgläubigen, derjenigen, die empfinden, daß über oder im All der Welt ein Einziges, ein Höchstes, ein Göttliches, ein Absolutes, ein Unbedingtes, ein Gott oder wie man sonst sagen will, ist: sie ist viel mehr oder eigentlich besser: viel weniger: näm» lich eine Gemeinschaft, die auf einer ganz bestimmten Lehre auf» gebaut ist, die sie in ihren Anhängern festige» und für die sie neue werben will. Diese Lehre ist es, die im Religionsunterricht den Schülern, im Konfirmandemmterricht den im Reifealter stehen- den Knaben und Mädchen, von der Kanzel den Massen vorgetragen wird, durch viele Kirchen- und bürgerliche Sitten immer wieder in ihr Bewußtsein gepflanzt wird. Und die Frage für uns ist, ob diese Lehre mit unseren Bestrebungen, den Willen zum Sozialismus in alle zu pflanzen und ihn im einzelnen stark zu machen, so stark, daß er Taten auslöst, sich verträgt. Denn das ist doch für uns die absolute Pflicht, die das Leben uns auf» erlegt, Diener der Menschheit auf ihrem Weg zur Freiheit im höchsten geistigen Sinne, auf ihrem Weg zu höd)ster Sittlichkeit und Schon- H e i t zu sein. Und nicht nur das ferne Bild zu weisen, ist unsere sozialistische Ausgabe, sondern den Schutt, der den Weg ver- deckt, wegzuräumen. Der vornovemberliche Sozialismus mußte sich gegen die Kirche wenden, weil er eine ungeheure Revolutionierung der Geister brauchte, eine Befreiung von aller Dogmengebundenheit, ein neues Betrachten der Welt, ihres Zustandes und der menschlichen Auf- gäbe. Ist das heute anders geworden? Radbruch hat auf dem 1. sozialistischen Kulturtog in Dresden gesagt:„Was kann sozialisti- scher Weltanschauung ferner liegen als Versteinerung in einem Dogma und Verpfaffung in einer Organisation!" Und er hat recht. Nur das innere Erlebnis hat Schöpferkraft. Wir wollen, daß der Mensch alles wisse, in alles forschend eindringe und dann sein«, Glauben über den Sinn des Lebens forme. Damit aber werden wir immer im Gegensatz zu dogmengebundenen Gemeinschaften, zu Gemeinschaften, die feste Glaubenssätze aufstellen, stehen. Nun sagen viele, Christentum und Sozialismus haben so viel Gemeinsames, und verweisen als Beweis dafür zum Beispiel auf die Lehre der Nächstenliebe des Christentums. Es ist wieder Rad- bruch, der uns gelehrt hat, wie verschieden diese Nächstenliebe von der Kameradschaftlichkeit des Sozialismus ist. Das Urchristentum, sagen sie, ist viel näher dem Sozialismus als das heutige, kehren wir zu ihm zurück! Sie haben gewiß recht, wenn sie auf einig» Züge des Christentums der ersten Christen aus Israel, des von Nr. 8 Die Gleich beit Rom beherrschten Boltes, und der römischen Sklaven, Arbeiter und Soldaten verweisen. Aber die Religion, nicht der reine Gottesglauben des einzelnen, sondern der gesellschaftliche Ausdruck, den dieser in der Religion findet, ist eben abhängig von den gesell. schaftlichen Verhältnissen. In den Jahrhunderten, die uns von ben Unterdrückten Roms trennen, ist das Christentum Staatsreligion, Religion der Unterdrüder geworden, in dieser Zeit hat es sich geformt. Und dieses Christentum ist es, was die Kirche heute lehrt. Gewiß ist es ein Borläufer des Sozialismus, nicht nur in ein. zelnen Lehren, sondern auch im Gedanken das persönlichste Leben mit der Gemeinschaft zu verbirden, indem es alles Innere vor die unsichtbare Kirche, vor Gott stellt. Simmel, der das anführt, weist aber gleichzeitig auch darauf hin, daß dieser Gedanke fragmen. tarisch"( Stüdwerk) blieb. Er mußte es bleiben, weil die gesell. schaftlichen Verhältnisse gegen die äußere Gemeinschaft aller Men schen war, und auf der Basis der äußeren Gemeinschaft tann erst bie innere wachsen. Und gerade daran, an der Bedeutung der äußeren Gestaltung für die innere der Menschheit, geht das Christentum vorbei. Aus dem weltlichen Zukunftsglauben der Juden und des Urchristentums ist durch die Nichterfüllung der Jenseitsglaube des heutigen Christentums geworden. Das Diesseits ist nur ein Durchgang, nur der Weg der Erprobung. Daraus hat sich eine völlige Verleugnung des Dies. feits ergeben. Was wir hier tun, geschieht nur für das Dort. Und so gibt das Christentum heute uns für unser Streben auf der Welt, für unseren Willen, fie und mit ihr uns zu formen, feinen Mittelpunkt, von dem wir ausgehen, fein Gehäuse, in dem wir mit diesem Streben und Wollen daheim find. Max Weber hat hier aber auch gezeigt, wie diese Diesseitsverleugnung besonders im Puritanismus zur Mechanisierung und Rationalisierung des Daseins und damit zur Entfeelung der Arbeit und schließlich zur Entwicklung des modernen Kapitalismus beigetragen hat. Und ebenso ist in dieser Diesseitsverleugnung beschlossen der nüchterne Gehorsam des Untertans gegen den Staat. Und darum ist die Frage, die hier zu stellen ist, für den Sozialisten: Sollen die Gottgläubigen unter uns Sozialisten in der Kirche bleiben, um bem Gedanken der Diesseitsgestaltung, als wahren religiösen Lebens, zum Durchbruch zu verhelfen? Es kam mir darauf an, die Frage überhaupt erst einmal so zu stellen, wie sie meiner Meinung nach allein dem Problem gerecht wird. Ich würde als Antwort geben: Die Aufgabe, wie ich sie gestellt * Feuilleton Zur Oſterzeit Ift das ein Oitern! Schnee und Eis Bielt noch die Erde felt umfangen; Froftichauernd find am Weidenreis Die Palmenkätzchen aufgegangen. Veritohlen durch den Wolkenflor Blitzt hie und da ein Sonnenfunken Es war, als fei in Weihnachtstraum Die fchlummermüde Welt verfunken. Es war, als follten nimmermehr Ins blaue Meer die Seegel gehen, Im Park ertönen Finkenschlag, Und Veilchenduft das Tal durchwehen. Und dennoch, Seele, lei gewiß: Wie eng fich auch die Feffeln fchlingen, Es wird der Lenz, das Sonnenkind, Dem Schoß der Erde sich entringen. Dann finkt dahin wie Пebelflor Auch all dein Weh und deine Sorgen, Und veilchenäugig lacht dich an * Ein goldner Auferstehungsmorgen! Klara Müller- Jahnke. 73 habe, würde eine Anteilnahme am kirchlichen Leben verlangen, die weit über das hinausgeht, was für Demokratisierung der Kirche genügt und die den ganzen Menschen, der sich ihr widmet, in An. spruch nimmt. Würden das viele von uns auf sich nehmen, so würde es eine ungeheure 3ersplitterung unserer Bewegung be. deuten. Ich glaube, wir sollten alles, was wir in uns tragen, zur Formung neuen Lebens in die sozialistische Bewegung münden lassen, hier unsere Kraft ausschütten, hier die Früchte pflegen. In einer Gemeinschaft, die dasselbe will wie wir, stärten wir in ihr und uns Kraft und Willen. Denn die sozialistische Bewegung, die Sozialdemokratische Partei, ist immer viel mehr gewesen als eine politische Partei. Sie ist politische Partei, weil zur Wegbereitung des letzten, höchsten Menschlichen die Politik und die Gestaltung des Wirtschaftslebens unerläßlia) ist. Aber sie ist vor allem die Gemeinschaft berer, die das Schlechte der Welt überwinden und die Menschheit ihrer wahren Bestimmung zuführen wollen. Ihr gehört deshalb ungeteilt unsere Kraft. Im Sozialismus fönnen wir die Stätte finden, da unser Wünschen und Sehnen eine Heimat hat. Sozialismus ist Menschheitsgestaltung und beantwortet uns deshalb die Fragen unseres persönlichen Lebens, unserer Pflichten, Leiden und Freuden. Das alles ist in der heutigen Bewegung noch nicht offenbar. Wir müssen es noch herausbilden. Das halte ich für die Aufgabe der jenigen, die fühlen, daß über der Tagesarbeit und dem Tageserleben ein höchstes und Lehtes steht. Hedwig Wachenheim. Die Weiterbeschäftigung verheirateter Lehrerinnen Der preußische Minister für Wissenschaft, Kunst und Volksbildung hat im Januar bestimmt, daß den an öffentlichen Schulen endgültig angestellten verheirateten Lehrerinnen einstweilen nicht ge. kündigt werden darf. Diese Verfügung hat ihre Borgeschichte. In Artikel 128 Absatz 2 der Reichsverfassung ist bestimmt worden: ,, Alle Ausnahmebestimmungen gegen weibliche Beamte werden beseitigt." Folgt daraus, daß jede Lehrerin, welche sich verheiratet, das Recht hat, im Amt zu bleiben? Klarer wäre es, wenn es hieße: Sie sind beseitigt. Dann wäre die Bestimmung nicht nur eine Richtlinie für den Gesetzgeber, sondern sofort aktuelles Recht. Da die Ausnahmebestimmungen aber erst beseitigt werden Neues Leben Von Wilh. Lennemann r. Korn faß in seinem Arbeitszimmer am Schreibtisch. Doch las er nicht und schrieb auch nicht. Er sah starr und ver funten auf eine Photographie, die in einem schmalen Rahmen auf der Schreibunterlage stand. Es war das Bild seiner ersten Frau. Ein Jahr nur halte er glücklich an ihrer Seite gelebt, da war sie von einer tückischen Lungenentzündung in wenigen Tagen dahingerafft worden. Zehn Jahre hatte er getrauert. Er hatte den Verlust nicht ver winden können. Der Gedanke allein, eine zweite Ehe einzugehen, war ihm schon wie eine Untreue erschienen. Und doch war es geschehen. Als er seine jezige Frau kennen gelernt, war ein Seltsames in ihm wach geworden, eine dunkle Freude und ein startes, quellendes Lebensgefühl. Eine wunder. bare feelische Unterströmung hatte von ihm Befiß ergriffen und ihn allmählich ganz erfüllt Wie in einem wirren, seligen Rausche hatte er Wochen und Monde gelebt. Und dann geheiratet. Und dann dann war aus einer vergessenen Tiefe ein altes, liebes Bild aufgestiegen und hatte ihn reh und anklagend angeschaut. Und sein Gewissen formte wieder Worte, und Zweifel und Scham fraßen an seinem Herzen. -Und doch war er seiner jetzigen Frau zugetan mit der ganzen Inbrunst einer restlosen, aufrichtigen Hingabe. Alle quälenden Nöte versanten, und alle fragenden und beunruhigenden Stimmen schwiegen in ihrer Nähe. Aber in Stunden der Ruhe und Stille wurde es dann wieder in ihm schmerzlich lebendig, bohrte und nagte und trieb ihn immer tiefer in die Wirren seiner zwiefachen Liebe, daß er keinen Aus. weg fand. Friß, ich bringe dir dein Frühstück!" 74 D i e Gleichheit Nr. 8 sollen, so erließ Haenisch im März 1920 zunächst eine Verfügung, nach der erstens fortan in die Berufungsurkunden der Lehrerinnen kein Vorbehalt mehr aufgenommen werden darf, daß sie im Falle ihrer Verheiratung aus dem Dienst auszuscheiden haben; und nach der zweitens Lehrerinnen, die schon angestellt sind, nach ihrer Ver- heiratung einstweilen auftragsweise und widerruflich weiter be» schäftigt werden dürfen. Das heißt: ihnen kann gekündigt werden, aber sie können als Hilfslehrerinncn auch fernerhin tätig fein. Er- weitert wurde dieser Erlaß kurze Zeit daraus durch den vom Juli 1920, nach dem es zulässig war, sie in ihrer festen Anstellung z» lassen. Damit blieb den staatlichen Behörden und den Gemeinden ober immer noch das Recht, der verheirateten Lehrerin zu jeder Zeit zu kündigen, z. B. wenn sie ihrem Muttcrglück entgegensah oder wenn sie sich durch ihre� außeramtliche politische Tätigkeit un- beliebt machte. Im Jahre 1921 ist nun durch das Reichsgericht eine wichtige Entscheidung gefällt worden. Für reichsvcrfassungswidrig erklärt es auf Grund von Artikel 128 Absatz 2 den folgenden Para- graphen des bayerischen Volksschulunterhaltungsgcsetzcs vom Jahre 1919:„Das Dienstverhältnis der Lehrerinnen erlischt mit der Ehe- schließung." Die bayerische Regierung hatte sich auf Artikel 128 Absatz 1 der Reichsverfassung berufen, wonach die Staatsbürger zu den öffent- lichen Acmtern„entsprechend ihrer Befähigung und ihren Lcistun- gen" zuzulassen seien, eine verheiratete Lehrerin aber weniger leistungsfähig fei. Das Reichsgericht entgegnet darauf:„Daß durch die die Frau stärker beeinflussenden Wirkungen der Ehe ihre Be- fähigung, worunter neben der geistigen auch die körperliche zu ver- stehen ist, und ihre Leistungen beeinträchtigt werden können und, falls aus der Ehe, ihrem natürlichen und sittlichen Zwecke cnt- sprechend, Kinder hervorgehen, wenigstens vorübergehend beein- trächtigt werden muß, kann es... nicht rechtfertigen, in der Eheschließung an sich schon einen Mangel an Befähigung und Leistungen als gegeben anzusehen und deshalb eine Bereinigung von Ehe und Lehrtätigkeit in der Person der Frau von vornherein auszuschließen." Wenn die Frau einige Zeit vor und nach der Entbindung ihrem Beruf nicht nachgehen könnte, so hätte der Staat oder die Gemeinde das Recht, sie zu becirlauben und die Ver- tretungskosten von ihr bezahlen zu lassen. Auf Grund dieses Urteils haben über die Frage der Weiter- besthäftigunz verheirateter Lehrerinnen zwischen den Reichs- Ministern und den beteiligten Landesregierungen Verhandlungen stattgefunden, die den preußischen Minister für Wissenschaft, Kunst und Volksbildung veranlaßt haben, die obige einstweilige Verfügung zu erlassen; eine endgültige wird sie natürlich erst dann, wenn jene Verhandlungen zum Abschluß geführt haben. In der Verfügung, die also kein Verdien st des 1)errn Erschrocken stand er auf. Cr sah in das Gesicht seiner Frau. Eine Blutwclle stand darin. Ihr Blick ging verloren an ihm vorbei auf den Schreibtisch.— Der Doktor griff hinter sich, er legte die Photographie platt auf den Tisch. Nicht, weil er sich ertappt fühlte, sondern weil das Gesicht jener Toten in dieser Stunde nur ihm gehörte. „Du gehst meinen Gedanken nach, Grete," sagte er unwirsch, fast böse. „Nein, mein Lieber, doch du solltest nicht unnütz und selbst- quälerisch durchaus lebendig machen wollen, was dem wirklichen Leben abgestorben istl" „Du willst mir mein« Liebe stehlen!" schrie der Doktor, und der Zorn stand wie ein glüher Strich auf seiner Stirn. „Nein," sagte sie demütig,„ich will dir deinen Besitz nicht nehmen, aber ich möchte dich gern freimachen von dem Irrwahn, als...." „Wir wollen die Unterhaltung abbrechen," unterbrach sie der Mann, und er zwang sich zu einer starren Kühle:„ich wollte ohnehin noch einen Gang in die Stadt machen!" Szenen der Art wiederholten sich. Der Doktor wurde mürrisch und verdrießlich. Er blieb jetzt auch häufig des Abends in seinem Zimmer. Er schützte Arbeit vor, gab sich aber wollüstigen Grü- beleien hin. Die Frau zog sich still in sich zurück. Sie sagte kein lautes Wort, ob auch ihr Herz klagte und brannte. Zuweilen hatte er sehr wohl das starke Bewußtsein, daß er seiner Frau Unrecht we, und er kämpfte dann mit dem Entschluß, zu ihr In das Wohnzimmer zu gehen. Aber eine bange Furcht hielt ihn immer wieder zurück. Ein unklares Gefühl sagte ihm, daß Bild und Liebe seiner ersten Frau desto mehr verblasse, je mehr er sich der Liebe zu seiner jetzigen Frau hingebe. Dr. B o e l i tz ist, wird leider nichts über die Rechte der Lehrerin» nen gesagt, die wegen ihrer Verheiratung schon entlassen worden sind. Haben sie, da ihnen Unrecht geschehen ist, das Recht auf Wiedereinstellung? Viele stehen der Beschäftigung verheirateter Lehrerinnen wegen der großen Zahl der auf Anstellung wartenden Lehrpersonen ab- lehnend gegenüber. Dann muß eben aus andere Weise Abhilfe geschaffen werden, nicht aber unter Verletzung der den weiblichen Beamten in der Verfassung garantierten Rechte. Man könnte z. B. der verheirateten Lehrerin gestalten, nur die Hälft« Stunden zu geben. Sie erhält dann auch die Hälfte des Gehalts und später auch die Hälfte der Pension. Aus diefe Weise ist allen gedient. Die Lehrerin kann noch etwas verdienen und braucht nicht den Beruf aufzugeben. Der Staat oder die Stadt haben weniger zu befürchten, daß die verheirateten Lehrerinnen ihren Beruf vernachlässigen; sie haben keine Unkosten, da eben zwei halbbeschäftigte Lehrerinnen einer voll beschäftigten gleich zu rechnen sind. Die Aussichten für die noch nicht angestellten Lehrer und Lehrerinnen werden dann nicht so ungünstig wie in dem Fall. wo die Lehrerin, die ihren Beruf nicht aufgeben will, voll be- schäftigt wird. Dr. Erich Witte. Das Recht der Frau Soweit wir eine Weltgeschichte besitzen, war noch keine Revolution so ertragreich für die Rechte der Frau, wie die deutsche Revolution vom November 1918. Das hat seine Ursache darin, daß die Sozialdemokratie, also die erste große Partei, welche die völlige Gleichberechtigung der Frau auf ihre Fahne geschrieben hat, die Trägerin jener Revolution war und somit Gelegenheit erhielt, ihre Bestrebungen zu verwirklichen. Soweit die Sozialdemokratie dos in den Re» volutionstagen konnte, hat sie das auch getan, soweit ihr das später im parlamentarischen Getriebe möglich war, hat sie es auch zu erreichen versucht. Die Ausnützung dieses Rechts müssen sich die Frauen nun selbst durch energisches Handeln augelegen sein lassen. Man hat nun das Verlangen nach einem Buche, daß diese Neuerungen zusammenfassend darstellt. So empfindet man es als eine dankenswerte Tat, wenn jetzt der Verlag von W. Bobach u. Co. in Leipzig ein solches herausgebracht hat. Es führt den Titel„Das Recht der Frau" und ist versaßt von dem Rechtsanwalt Dr. G e o r g Baum in Und darum kämpfte er mit aller Gewalt dagegen an: er wolle nicht vergessen, er wollte nicht untreu werden! Und in den Stunden, da er sich mit solchen Vorstellungen ganz durchtränkt hatte, konnte es wohl vorkommen, daß er meinte, sein« Frau überhaupt nicht mehr zu lieben, ja. sie hassen zu müssen. Dann sprang er auf, griff sich mit beiden Händen an die Stirn, ging erregt im Zimmer auf und ab und fand nur mühsam seine Ruhe wieder Dazu trug die Frau ein Kind unter dem Herzen. Allein, s» sehr sie dieserhalb schon ein schmerzloses und ungetrübtes Ber» hältnis zu ihrem Manne herbeisehnte, so ahnte und fühlte ste doch: Sie konnte und durste in seine Wirren nicht eingreifen. Er mußte sich selbst aus ihnen lösen und einen Ausweg finden. daß er frei zwischen seinen Lieben stand und seine Hände reichen durfte nach hüben und nach drüben ohne Anklage und ohne Scham. Aber in Stunden, da ihr Mann in der Stadt war, schlich sie sich wohl in sein Arbeitszimmer und vor das Bild.——— „Elisabeth" stand darunter und nichts weiter. Und betrachtete es aufmerksam und lange. Und die großen, klaren Augen der Verstorbenen ließen sie dann lange nicht. Diese Augen sah sie vor sich stundenlang und war nicht bösr darum. Hätte er ein Erbe von ihr, so meinte sie, dann stünde es bester um ihn. jetzt bleibt ihm nur ein schmerzliches Erinnern. Darüber ging die Zeit hin und es kam die Stunde, die den Schrei eines Kindes in das Haus brachte. Der Doktor war im Zimmer nebenan. Sein Herz schlug hoch. „Alles vortrefflichl Ein Junge ist's!" hatte ihm die Schwester ge- meldet. Da fühlte er, wie eine heiße Brandung in ihm aufbegehrte und Sandung und Geröll fortschwemmte, die wie ein äpgsclich auf- gespeicherter Ballast in ihm gelegen. Stiftung Nr. 8 Die Gleich beit Berlin, der als Sozialpolitiker bekannt ist. Im Vorwort führt er aus, daß Krieg und Revolution die deutsche Frau in ihrem Wesen verandert haben. Das Eindringen der Frau in alle ihr sonst verschlossenen Berufszweige und die Konkurrenz mit den aus dem Kriege zurückkehrenden Männern haben auch eine Reihe wirtschaftlicher Fragen ausgelöst, die für den Gesetzgeber ernsteste Aufgaben stellen. Die große. Selbständigkeit aber, die die Frau mehr als je erlangt hat, veränderte auch ihr Verhältnis zum Manne. Es besteht daher - so meint der Berfasser das dringende Bedürfnis, einmal das Recht der Frau, so wie es sich unter den Einwirkungen der neuen Verhältnisse ergibt, im Zusammenhang darzustellen. Das Buch behandelt zum weitaus größten Teile die Stellung der Frau im bürgerlichen Recht. So wird ausführ lich besprochen das rechtliche Verhältnis zwischen Ehefrau und Ehemann, zwischen Mutter und Kind, die Frau im Erb recht, im Strafrecht, im Hauswesen, im Handel und Gewerbe. Es folgt zuletzt die Frau im Steuerrecht, in der Sozialversicherung, das Recht der Kriegerwitwe und die Frau im öffentlichen Leben. In all diesen Fragen will das Buch die Frauenwelt mit den Zeilen unserer Rechtsordnung bekanntmachen, die im wesentlichen für die Frau von Bedeutung sind. Die gemeinverständliche Form gestattet nach Ansicht des Verfassers kein Eingehen auf die Einzelheiten. Für den einzelnen Rechtsfall fönne das Buch daher auch naturgemäß nur zur ersten Orientierung dienen. Immerhin scheint uns, daß einige Kapitel doch etwas zu kurz weggekommen find. Das gilt z. B. vom Kapitel 20 über die Frau als Arbeitnehmerin. Es werden hier behandelt die Schutzvor schriften für gewerbliche Arbeiterinnen, Beschäftigungsverbot und Beschäftigungsbeschränkung, Arbeitspausen und Ruhezeit, Wöchnerinnenschutz, internationaler Ausbau des Arbeiterinnenschutzes. Man vermißt z. B. Darlegungen über die Ehefrau als Arbeitnehmerin, die Rechte diefer auf den Arbeitslohn usw. Etwas knapp ist auch das Kapitel über die Frau im öffentlichen Leben ausgefallen. Trotzdem, so wird weiter dargelegt, besteht noch immer nicht die volle Gleichberechtigung. Die Bestimmung der Verfassung, die Männer und Frauen hinsichtlich der staatsbürgerlichen Rechte grundsätzlich" gleichstellt, werden von Ach, alle seine alten trüben Bedenken waren ja jetzt so neben sächlich! Liebe und Leben standen wider den Tod und hatten obgefiegt und Sieg und ein Leben gewonnen. Und die Liebe wachte über dem neuen Leben. Darum ging es in dieser Stunde! Und nichts anderes war auch in ihm lebendig. Und da wurde er sich der heißen und berechtigten Liebe zu seiner Frau in aller Natürlichkeit und Kraft bewußt. Eine Freude blühte in ihm auf, ein stummer Jubel fang tausend Danteslieder. Herr Doktor, jetzt dürfen Sie hereinkommen!" Die Schwester öffnete ihm die Tür. Mit ein paar haftigen Schritten stand er am Bette seiner Frau. Die hielt das junge Leben an der Brust. Glückselig schaute ihn seine Frau an und deutete auf das Kind. „ Unser Kind!" Eine Wonne jauchzte in dem Wort, tausend Engel fangen Halleluja. Da warf's den Mann in die Knie. Und nun riß die Brandung alle Bälle und strömte in heißen Tränen über. , Grete! Liebe Grete!" 75 Freunden und Gegnern der Frauenbewegung verschieden aufgefaßt. Alles in allem ist aber das Buch sehr lehrreich. Es fann allen Frauen und Frauenorganisationen zur Anschaffung empfohlen werden. Es gibt auf alle Fälle eine gute Orientierung, und wo es nicht auf Einzelheiten eingehen tann, zeigt es, wo diese zu finden sind. Wollen die Frauen sich ihres neuen Rechts würdig zeigen, so müssen sie es vor allen Dingen studieren und verstehen lernen. Gedanken Friedr. Kleets. Michts Ichmerzt fo fehr, wie fehlgefchlagene Erwartungen, aber gewiß wird auch durch nichts ein zum Nachdenken fäbiger Geift fo lebhaft wie durch fie erweckt, die Natur der Dinge und feine eigene Handlungsweile zu erforschen, um die Quelle feiner irrigen Vorausletzungen zu entdecken und womöglich künftig richtiger zu abnen. Benjamin Franklin. Für ein Reichs- Arbeiterjugendheim Der Verband der Arbeiterjugend- Vereine Deutschlands veröffentlicht in seinen Zeitschriften Arbeiter- Jugend" und Führer" einen Aufruf, in dem er die Arbeiterjugend auffordert, für ein zu gründendes Reichsjugend und Ferienheim der Arbeiterjugend überall Sammlungen einzuleiten. Jugend hat bereits mit den Sammlungen begonnen. Die Arbeiterjugendbewegung wendet sich nunmehr auch an die Erwachsenen, an die Freunde der Bewegung, an die Genossenschafter, Gemertschafter wie an die Parteigenossenschaft und bittet sie, ihr bei Erreichung dieses Zieles nach Kräften zu helfen. In vermehrtem Maße erhalten nach der Revolution auch junge Arbeiter und Arbeiterinnen Ferien. Start sett das Bedürfnis der Arbeiterjugend ein, sich eine Stelle im Reich zu schaffen, wo ste verweilen darf. Die immer stärker werdende Jugendbewegung an sich fordert ebenfalls einen Ort, wo Zusammenfünfte, Tagungen und Feste stattfinden und wo sich Bertreter der Bewegung des Deutschen Reiches wie auch der Gesinnungsgenossen des Auslandes treffen können. Man denkt sich ein solches Heim möglichst zentral, vielleicht in den schönen Bergen Mitteldeutschlands gelegen. Der Hauptvorstand der Arbeiterjugend ruft hiermit alle Ge nofsinnen und Genossen, alle Freunde, alle Förderer der Bewegung auf, die Sammlung zu unterstützen. Jeder spende! Jeder gewinne Erste Frühlingstage in träumerischer Wind weht über das grünende Land. Die Lerchen jubeln ihre verzückte Frühlingsanbetung in die ftrahlende Himmelsbläue. Unten auf der Erde aber zittern die zarten Beilchen im Goldhauch der Sonne, und im Walde lächeln die feinen lieblichen Anemonen aus weichem Moos, aus schlanken Gras halmen. Erste Frühlingstage geben uns Frische und Mut. Erste Früh lingstage sprechen zu uns von der wechselvollen Schönheit der Erde. In den Gärten machen die gelben Osterglocken die Augen auf, und die Rosensträucher haben schon viel grüne Keime. Die Traueresche, die im Friedhof über den Gräbern rauscht, ist grün geworden. Ihre zarten Zweige schwanken leise flüsternd im Frühlingswind. Sie wissen von vieler Not, von der Menschen Leid, von vielen, vielen Tränen. Die Trauerefche hat mehr Tränen geschen als ihre Zweige Blättchen haben. Geht eine Frau über den Weg, der zum Walde führt. Eine junge Frau. Aber das flare Frühlingslicht zeichnet scharf eine Eine weiche Hand legte sich lose auf seinen Kopf, ein weher Fällchen um ihren Mund, graue Fäden in ihrem Haar. In den Mund lächelte glückselig. Sein Herz wußte. Die warme, lebendige Liebe gehört dem Leben und die wehe Liebe der Erinnerung, dem Tode. Beide müssen brüderlich im selben Herzen einander dulden und tragen. Er stand auf und füßte seine Frau. bu Und sah wieder das Kind an " Merkwürdig!" fagte er, tiefblaue Augen hat es, und weder " Es sind die Augen Elisabeths!" sagte sie felig und legte ihm die Worte wie ein Geschenk zu Füßen. Augen der Frau ftehen viele ungemeinte Tränen. In den Augen ist viel Schmerz, aber Schmerz, den man nicht um Tote trägt. Es ist Leid, das um Verrat trauert, um den Berrat eines geliebten Menschen. Es ist Schmerz um einen großen Glauben, der verloren ist. Sei nicht traurig, Frau! Dein Schmerz ist aller Frauen Schmerz! Die Menschen sind so arm. Ihre Taten sind so schnell geschehen. Wenn sie immer wüßten, was sie täten, würden sie die Wahrhaftigkeit mehr lieben als der Menschen Gunst, stellten sie über Menschenfurcht sich selbst. - Frühling ist um uns, erste Frühlingstage fagen uns vom Blühen, n 76 Hilfe aus Freundeskreisen! ben Arbeitsstätten, in den lungen. Die Gleich beit Jeder werbe um Unterstützung auf Jeder werbe um Unterstützung auf Gewerkschafts- und Parteiverfamm Der Hauptvorstand des Verbandes der Arbeiterjugend- Vereine Deutschlands, Berlin SW. 68, Lindenstr. 3, gibt Sammellisten und Bausteine zu 25,-, 50,- und 100,- Mt., Sammelmarken zu 10, und 5, Mr. sowie Briefverschlußmarten zu 50 Pf. heraus, die von allen Organisationen angefordert werden können. Alle Zahlungen und Spenden für die Sammlung sind zu richten an das Konto: Mar Westphal, für Reichsferienheim der deut. schen Arbeiterjugend, Postscheckkonto Berlin NW. 7, Nr. 118 718. Nr. 8 stigen Handelsgeschäften ist das der Zentralverband der Angestellten. Es geht wirklich nicht, daß Bater und Mutter in der Partei und in den freien Gewerkschaften organisiert sind und die Tochter ist in irgendeinem bürgerlichen Verband. Fragt also Eure Tochter, wo sie organisiert ist und beratet sie, führt sie dem Zentral verband der Angestellten zu. In den Jugendgruppen des 3. d. A. ist sie unter Gleichgesinnten gut aufgehoben. Neben der beruf lichen und gewerkschaftlichen Weiterbildung ist für gute Unter haltung in den Heimabenden Sorge getragen. Mütter, seht nicht länger zu und handelt! Im Zentralverband der Angestellten ist der. Platz für Eure Tochter, die den Angestelltenberuf ergreift. An die Mütter schulentlaffener Töchter! Die Entwicklung des jungen weiblichen Der Zentralverband der Angestellten bittet uns um Ausnahme folgender Zeilen: Die häuslichen Sorgen lasten in den allermeisten Fällen auf der Mutter. Ihr liegt die Erziehung der Kinder ob, sie muß sich auch in vielen Fällen um eine Lehrstelle fümmern. Wir wenden uns heute an die Frauen und Mütter in Partei- und Gewerk. schaftsbewegung, die eine schulentlassene Tochter haben. Ein großer Teil der Mütter stand selbst einmal im Erwerbsleben. Zum Teil kennen sie auch die Nöte des Berufs der Handelsange stellten, Kontoristinnen usw. Zu ihrer Zeit war die Gewerkschaftsbewegung noch nicht so ausgedehnt wie heute. Willenlos waren fie dem Unternehmer auf Gnade und Barmherzigkeit ausgeliefert. Wir gehen wohl nicht fehl, wenn wir sagen, das, was wir in unserer Berufsarbeit erlebt haben, wünschen wir unseren Töchtern nicht. Die größte Freude der Mutter ist es doch, wenn das Mädchen fagen kann, ich habe ein helles Bureau, die Arbeitsbedin gungen find gut, auch die Entschädigung entspricht den heutigen Verhältnissen. Leider gibt es auch heute noch Arbeitgeber, die die Mädchen als billige Arbeitskraft ansehen und sie ausbeuten. Das gelingt ihnen, wenn sie wissen, daß das Lehrmädchen irgend einem Jugendbund angehört, der wohl Kaffee- und Tanzkränzchen veranstaltet, sich im übrigen aber um die soziale Lage ihrer Mitglieder wenig oder gar nicht fümmert. Genofsinnen! Heute haben die Gewerkschaften sich zur Aufgabe gemacht, den Nachwuchs der arbeitenden Klasse unter ihre Obhut zu nehmen. Sie können nicht zugeben, daß das allein das Bri. vileg der Pastoren, Oberlehrer und aller Leute sein soll, die auch in Jugendbewegung" machen. Vor Unterschrift des Lehrvertrags müßt Ihr Euch also bei der zuständigen Gewerkschaft erfun digen, für die Lehrmädchen in Warenhäusern, Kontoren und sonrauschen uns das Lied von der Macht der Zeit, der Zeit, die Vergeffen bringt. Alles geht vorüber. Freuen wir uns troß allem am ewig- neuen, ewig- schönen Früh. ling, der für alle gleiche Blumen hat, für alle gleichen Sonnen. schein und Vogelsang. Anna Jussen. Bücherschau „ Die vergitterten Paläste", Sonette von Hans Gathmann. Ber lag Konrad Hanf D. W. B., Hamburg 8. Hans Gathmann, der junge Redakteur der Breslauer Volkswacht", hat uns viel schöne Gedichte gegeben, und was die" Gleichheit" im Laufe des Jahres von ihm brachte, wird vielen Leserinnen unvergeßlich sein. Wie er die junge Arbeiterin, die Frau in Fron und Alltag, sieht, das ist ganz tiefe, eigene Art. Der Dichter empfindet hier eine Schönheit, die uns hoffen läßt auf die neue Frau; auf die zukünftige Frau, wie sie sein muß: mit flarem Willen, starken Händen, heißem Fühlen und voll innerem Gleichmaß. Die Kameradin, das Weib, die Mutter. Den Antlang folcher Tiefe und Schönheit finden wir auch in bem neuen Buch. In dem ersten Teil dieser Sonette zieht die glückliche, unbewußte Kindheit, die sehnende Jugend des Menschen. geschlechts an uns vorüber. Wunderbare Zartheit und Reinheit, Kraft und Natürlichkeit strömt aus diesen Versen. Die Menschen tennen die Sünde noch nicht, sie sind dem Ewigen nah und der Erde verbunden. Von den Müttern singt Gathmann: Sie konnten ohne Schmerz dem Kind die Sonne zeigen, Sie fonnten ungehindert, ohne Last, Mit ihm auf alle Berge hoher Freude steigen. Zu Auen findhaft reiner Schönheit wuchsen alle Engen, Und überall war Heimat, Friede, Licht und Rast. Sie selbst das Schönste aus den Wunderweltgefängen. Körpers Bon Dr. med. D. Schlomer Der weibliche Körper unterscheidet sich vom männlichen durch zwei Arten von Eigenschaften: die eigentlichen Ge. schlechtsorgane und die Geschlechtsmerkmale weiter Ordnung( sekundäre).. Die eigentlichen Ge schlechtsorgane dienen der Zeugung des Kindes, seiner Entwicklung im Mutterleib und der Geburt, die sekundären Geschlechtsmerkmale aber sollen durch Schönheit den Mann anloden, wie z. B. die weicheren, rundlichen Formen der Frau. Die Geschlechtsorgane sind schon bei der Geburt vorhanden, wenn auch noch im unausgebildeten Zustande, die sekundären Geschlechtsmerkmale treten erst mit dem Ende der Kindheit auf. Ihre vollkommene Ausbildung fällt mit der Reife des jungen Mädchens zusammen. An Neugeborenen ist das Geschlecht infolge der Ausbil dung der äußeren Geschlechtsorgane deutlich zu unterschei den, sonst ähneln sich aber in Form und Aussehen männ liche und weibliche vollkommen. Bei beiden ist die Brust. warze gleichmäßig gebildet; die Körperlänge, nämlich 50 Zentimeter, ist bei beiden Geschlechtern dieselbe. An Gewicht sind die Mädchen weniger schwer, weil die Knochen zarter gebildet find. Während der Kindheit, etwa bis zum 6. bzw. 8. Lebensjahre entwickeln sich die beiden Geschlechter noch gleichmäßig. Die Unterschiede im Aussehen werden nicht durch die Körperform bestimmt, sondern durch die andere Kleidung Im zweiten Teil sehen wir das Leben, wie es ist: arm, beladen von Sorge und Leid, verwüstet durch den Krieg. Freude? Conne? Ich fand sie nicht! Das hohe Lied der Arbeit, der heilige, mit, reißende Wille zum Sieg eines neuen Menschentums flingt uns nicht entgegen. Die Sprache ist vollendet, aber es fehlt diesem zweiten Teil das Ursprüngliche, Frischquellende. Die Lieder des ersten Teiles mußten gesungen werden, weil sie die Seele des Dichters füllten, die zweiten sind keine Erlösung. In der Wieders holung der Schicksale von Kind, Jüngling, Mann und Weib liegt etwas Eintöniges, Entmutigendes. Aber daß Hans Gathmann ein wünsche ich, daß es große Verbreitung findet. Die äußere Auss Dichter ist, beweist uns dieses Buch aufs neue, und deshalb stattung, Drud und Papier sind schön und fügen fich würdig dem Inhalt an. Clara Bohm- Schuch. Wir machen die Genoffinnen auf die von der Buchhandlung Borwärts herausgegebene diesjährige Maifestzeitung aufmert. fam. Sie bringt die Grundgedanken zum Ausdruck, derentwegen wir den 1. Mai zum Weltfeiertag erforen haben. Die Meisterhand Hans Baluscheks hat das, was wir empfinden, in fünstlerische Formen gegossen. Auf gutes Papier und schönen Saß ist Wert gelegt worden, so daß die Maizeitung 1922 in ihrer literarisch wie fünstlerisch feinen Ausführung allerorts unsere Ge nofsinnen und Genossen erfreuen und zur würdigen Feier des 1. Mai wesentlich beitragen wird. Die Organisationen erhalten die Festschrift zu Minimalpreifen. Bestellungen sind zwecks rechtzeitger Belieferung sofort bei der örtlichen Parteibuchhandlung oder direkt an die Buchhandlung Borwärts, Berlin SW. 68, Lindenstr. 3, aufzugeben. Nr. 8 Die Gleichheit und den Haarschnitt. Nach dem 8. Lebensjahr zeigen fich zuerst die Andeutungen der sekundären Geschlechtsmerk male; um diese Zeit beginnt bei den Mädchen die Becken gegend breiter zu werden, außerdem nimmt die Fettablage rung in dieser Gegend zu, und der Uebergang zu den Oberschenkeln ist rundlicher und nicht so deutlich wie bei den Knaben. Allmählich werden auch die übrigen Gliedmaßen der Mädchen rundlicher und weicher. Damit beginnt die Zeit der Reife für das Mädchen, die sich viel schneller und früher abspielt als beim Knaben. Die Mädchen schießen um Diese Zeit schneller in die Höhe; das Wachstum beträgt vom 11. Lebensjahr ab fast jedes Jahr 5 Zentimeter, und erst im 15. Lebensjahr werden sie von den Knaben eingeholt, so daß beide Geschlechter dann wieder gleich lang sind. Jetzt aber wachsen die Jünglinge wieder schneller. Während das Wachstum bei den jungen Mädchen etwa mit dem 21. Le bensjahr aufhört, steht es bei dem männlichen Geschlecht erst im 23. oder 25. Jahr still, so daß im späteren Leben die Männer die Frauen im Durchschnitt überragen. Mit dem 11. Lebensjahr beginnen die Brustdrüsen sich zu entwickeln. Die Brustwarze wird emporgehoben und bildet mit dem sie umgebenden Warzenhof die Brustknospe. Durch starte Einlagerung von Fett wölbt sich die Brust jetzt vor und bildet eine abgeflachte Rugel. Bis zur Reife, etwa dem 14. und 15. Lebensjahre, schreiten diese Aenderungen weiter vor. Unterdessen fängt der Körper an, sich zu behaaren. Beim männlichen Körper ist die Behaarung über die ganze Oberfläche ziemlich gleichmäßig verbreitet, beim Mädchen auf zwei Körperstellen beschränkt, in der Achselhöhle und als Schamhaare um die äußeren Geschlechtsteile. Die Behaa rung schneidet hier mit einer glatten Linie ab, während sie beim Mann allmählich in die des Bauches übergeht. Aber auch im Innern des Körpers find unterdessen Beränderungen vor sich gegangen, die inneren wie die äußeren Geschlechtsorgane haben an Größe zugenommen. Im Eierstock ist das erste Ei reif geworden, seine Umhüllung playt, und es tritt durch den Eileiter in die Gebärmutter ein. Hier sucht es sich festzusetzen, wird aber, da es nicht befruchtet ist, wieder abgestoßen. Es tritt dann zum erstenmal die Blutung aus der Gebärmutter, die Menstruation oder Regel ein. Dieser Vorgang wiederholt sich jetzt alle vier Wochen. Ob die Blutung zugleich mit der Eireifung im Eierstod oder in der Mitte zwischen zwei Eireisungen ein tritt, ist noch nicht mit Sicherheit entschieden. In Deutsch land tritt die erste Regel durchschnittlich im 14. Lebensjahr nach der Ausbildung der Brüste und der Schamhaare auf, in südlichen Ländern früher, in nördlichen später. Aber auch bei Stadtbewohnern stellt sie sich häufig früher, im 13. oder gar 12. Lebensjahre ein. Jedenfalls find die Organe nun zur Fortpflanzung fähig, aber da das Gesamtwachstum erst mit dem 21. Lebensjahr beendigt ist, so ist es ratsam, daß vorher keine Befruchtung stattfindet. Zur Eheschließung ist das 21. bis 25. Lebensjahr die geeignetste Zeit. Sind die bisher aufgezählten Unterschiede die deutlichsten und auffallendsten, so kommen doch noch viele andere hinzu. Die Knochenbildung bleibt zarter, die Gestalt kleiner und zierlicher. Die Haut bleibt glatter, rosiger, und ist nur an den angeführten Stellen behaart. Es erfolgt kein Etimmwechsel, und der Kehlkopf tritt außen am Hals nicht so deutlich hervor wie beim Manne. Eigenartigerweise vergrößert sich die Schilddrüse und tritt besonders zur Zeit der Pubertät, d. h. Reife, hervor, so daß ängstliche Mütter denfen, die Schönheit ihrer Töchter würde durch einen bleiben den Kropf entstellt. Sämtliche Formen werden durch die größere Fettablagerung runder, das Gesicht bleibt im Verhältnis zum Schädel fleiner, runder und weicher. Die Wölbungen über den Augenhöhlen sind nicht so stark entwickelt wie beim Mann. Das Blut ist etwas dünner, die Zahl der roten Blutkörper kleiner und der Gehalt an Blutfarbstoff geringer. Die letztere Erscheinung tritt bei sehr vielen heranwachsenden Mädchen besonders start auf, fie werden bleichsüchtig. 77 Von den beiden äußerlichen Geschlechtsunterschieden, die am deutlichsten hervortreten, nämlich dem längeren Kopfhaar und dem Tailleneinschnitt, ist es fraglich, ob sie natürliche Unterschiede sind oder nur durch künstliche Beeinflussung hervorgerufen werden. Das Kopfhaar pflegt allerdings dichter zu sein, seine größere Länge ist aber hauptsächlich dadurch bedingt, daß es wenig oder gar nicht abgeschnitten wird, während es bei den Knaben immer wieder der Schere zum Opfer fällt. Dadurch, daß beim Mädchen die Hüftengegend breiter ist, erscheint der natürliche Tailleneinschnitt deutlicher. Er ist auch bei der als weiblichen Normalgestalt geltenden Venus von Milo deutlich zu sehen. Die sogenannte Kultur hat durch die Erfindung des Korsetts diesen Einschnitt noch mehr betont und ihn so zum Anlockungsmittel auf der Suche nach. dem Mann ausgebildet. Zu demselben Zwed läßt es die Brüste deutlicher hervortreten. Das ist der eigentliche Sinn diess gesundheitsschädlichen Marterinstruments. Die ganze Umwandlung zur Zeit der Reife ist abhängig von der Ausbildung des Eierstocks. Er bringt nicht nur die Eier hervor, sondern scheidet wahrscheinlich besondere Stoffe aus, die in das Blut gehen und so diese Veränderungen hervorrufen. Professor Steinach entfernte die Hoden bei männlichen Ratten und pflanzte ihnen Eierstöde ein. Dadurch verkümmerten die männlichen Geschlechtsorgane, während die Brustdrüsen sich stark vergrößerten. Die Tiere werden in ihrem Bau den weiblichen ähnlicher. Erlischt die Tätigkeit des Eierstocks, wie bei der Frau in den Wechseljahren, so freten männliche Eigenschaften bei ihr auf. Die Stimme wird tiefer, an Kinn und Oberlippe sprießen oft Haare hervor. Kommunales Erhöhung der Wohlfahrtsunterstützungen Bon Karl Kolaß, Parteisekretär, Elberfeld Die unaufhörlich fortschreitende Teuerung aller Gegenstände des täglichen Bedarfs verschlechtert die wirtschaftliche Lage der Lohnund Gehaltsempfänger immer mehr. Am schwersten leiden darun ter die Sozialrentner und die Empfänger von Wohlfahrts- und Armenunterstützung. Es muß deshalb unsere Aufgabe sein, den Aermsten der Armen zu helfen, indem wir alle in den Kommunen tätigen Genossen und Genofsinnen veranlassen, bei den Stadt- und Gemeindeverwaltun gen eine weitere Erhöhung der Wohlfahrtsunterstützungssätze zu beantragen. Unsere Stadtverordnetenfraktion in Vohwinkel hat be reits einen diesbezüglichen Antrag gestellt, und wie wir hören, beabsichtigt unsere Fraktion in Elberfeld das gleiche. In Barmen ift mit Wirkung vom 15. Februar 1922 eine Erhöhung der Gea famtleistungen der Wohlfahrtspflege um 42 Proz. erfolgt. Für die auf Antrag gewährten Bar- und Sachleistungen" find in den Richtlinien der Wohlfahrtsämter meist lächerlich geringe Summen festgelegt, die der Geldentwertung feineswegs entspre chen. Diese Beträge müssen bedeutend erhöht, zum mindesten aber verdoppelt werden. In ganz besonderen Notfällen find darüber hinaus größere Summen zu bewilligen. Infolge der ungeheuerlichen Kartoffelpreise haben mehrere Städte bereits im Vorjahre neben den regelmäßigen Unterstüßungen be sondere Kartoffelbeihilfen gezahlt. Einige Städte geben Gutscheine für Rohlen aus. Bei den unerschwinglichen Preisen für Kleidung, Schuhe usw. müssen wir bei Schul entlassungen, Jugendweihen, Konfirmationen usw. fordern, daß in Notfällen für die Kinder Kleider und Schuhe unentgeltlich geliefert werden. Solche außergewöhnlichen Unterstüßungen müssen wir rechtzeitig ins Auge fassen, vorbereiten und beantragen. In Städten oder Gemeinden, in denen in Krankheitsfällen unentgeltliche ärztliche Behandlung, fostenlose Abgabe von Meditamenten, freie Krankenhausbehandlung noch nicht gewährt wird und wo im Todesfalle die Uebernahme der Beerdigungskosten noch nicht erfolgt, muß unverzüglich versucht werden, diese selbstverständliche Forderung durchzudrücken. Bezüglich der Anrechnung des Arbeitsverdienstes der Unterstüßungsberechtigten oder deren im Haushalt befindlichen Angehö rigen erfolgt die Anrechnung desselben zum Teil noch ganz, meist aber bis zu zwei Dritteln. Es muß versucht werden, als Höchst 78 Die Gleichheit grenze die Hälfte des Arbeitsverdienstes als anrechnungsfähige Summe zu erreichen. Das gleiche gilt für Unterhaltsbeiträge von Familienangehörigen, die heute noch meist restlos die Gemeinden einziehen, was bei vermögenden Angehörigen auch berechtigt ist. Auf Grund eines fürzlich verabschiedeten Gesezes erfolgt für die Sozialrentner je nach ihrer Bedürftigkeit eine Erhöhung ihrer Rente.( Unsere Reichstagsfraktion hat die Bedürftigkeitsflaufel abgelehnt.)*) Soweit diese Sozialrentner auch zugleich Empfänger von Wohlfahrtsunterstützung sind. sind die Stadt- und Gemeindeverwaltungen bestrebt, die Zuschußrenten entweder reſtlos oder zum großen Teil in die Wohlfahrtsunterftügungen einzurechnen. Hier fällt unseren Genossen und Stadtverordneten die Aufgabe zu, mit allen Kräften dahin zu wirken, daß den Wohlfahrts unterstützungsberechtigten von ihren gesamten Sozialrenten( aus schließlich der Beteranenbezüge) höchstens ein Biertel oder ein Fünftel angerechnet wird. Noch besser wäre es, menn überhaupt keine Anrechnung erfolgte. Wenn eine wesentliche Erhöhung der Wohlfahrtsunterstügungsfähe erreicht wird, werden umgekehrt auch die Sozialrentner, die bis dahin noch keine Wohlfahrtsunterstützung beziehen, auf Grund der jämmerlichen Renten aber nicht leben oder sterben können, gleichfalls in die Lage verfeht, zu ihren Renten bis zur Höhe der Wohlfahrtsunterstügungsfäße einen Zuschuß aus Mitteln der Wohlfahrtspflege zu beantragen. Die Not der Wohlfahrtsunterstügungsempfänger und der Sozialrentner, die im Dienste des Kapitals und damit auch im Interesse der deutschen Volkswirtschaft sich abgeradert haben, ist bei den jezigen Unterstüßungsfäßen furchtbar. Es ist daher die Aufgabe der berufenen Vertreter der Arbeiterklasse in Reich, Staat und Gemeinde, an ihrem Teil zu einer wesentlichen Behebung dieser Notlage beizutragen. So ungünstig die Finanzen der Gemeinden, auf die es hier in erster Linie ankommt, auch stehen mögen, müssen wir dennoch darauf bestehen, daß für die notleidenden Angehörigen der Arbeiterklasse mehr geschieht, als das bisher der Fall war. *) Hauptsächlich durch Bermittlung der Sozialdemokratie ist im Reichstag neuerdings ein Initiativantrag fämtlicher Parteien mit Ausnahme der Unabhängigen und Kommunisten eingebracht worden, der eine Aenderung des Gesezes über Notstandsmaßnahmen zur Unterstützung von Rentenempfängern der Invaliden- und Angestelltenversicherungen vorfieht. Danach werden die Bezüge aus Bifentlichen Raffen( Reichsversorgungsgefeß usw.) von 600 auf 1200 Mt. erhöht. Weiter fann unter besonderen Umständen die Unterstützung bis zu einem solchen Betrage erhöht werden, daß das Gesamtjahreseinkommen des Empfängers einer Invaliden- und Altersrente oder eines Ruhegeldes den Betrag von 4800 Mt. statt bisher 3000 Mt., einer Witwen- und Witmerrente den Betrag von 3800 statt bisher 2100 Mt., einer Waisenrente en Betrag von 2000 statt bisher 1200 mt. erreicht. Die Redaktion. Aus der Frauenbewegung des Auslandes. Weibliche Rechtsanwälte in Belgien. Der belgische Senat hat einen Gesetzentwurf angenommen, der den Frauen, die das juristische Studium abgeschlossen haben, das Recht gibt, cine Advokatur auszuüben. * England. Ausdehnung des englischen Frauen. wahlrechts. Im Unterhaus wurde kürzlich von Lord Robert Cecil der Antrag eingebracht, allen Frauen über 21 Jahren das Wahlrecht zu geben. Der Antrag wurde in der ersten Lesung mit 208 gegen nur 60 Stimmen, meist der extremen Rechten, angenommen. Eine Frau im Oberhaus. Auf Grund eines Gesetzes vom Jahre 1919 über die Gleichstellung der Geschlechter hat Lady Rhondda den Anspruch erhoben, Mitglied des englischen Oberhauses zu werden, da sie nach dem Tode ihres Vaters, des ehemaligen Lebensmittelfontrolleurs aus der Kriegszeit, aus eigenem Recht, nicht durch Heirat, den Beertitel trägt, und die Träger dieses Titels Mitglieder der ersten Kammer find. Ihrem Verlangen ist stattgegeben worden, so daß von jetzt ab sämtlichen Frauen mit dem Peertitel der Weg ins Oberhaus offen steht. Es kommen dafür zurzeit noch 24 andere Frauen in Frage. Aus unserer Bewegung Die Dresdner Frauenfonferenz beschäftigte sich in der letzten Sigung mit einem Vorschlag des Arbeitsausschusses, einen Kursus zu veranstalten, der den Genefsinnen Gelegenheit geben soll, sich zu Leiterinnen auszubilden. Die Vorsitzende entrollte den Plan, in welcher Weise der erste Kursus gedacht sei. Derselbe soll sieben Abende ausfüllen, in denen foigendes besprochen werden soll: Nr. 8 1. Wie bereitet man eine Versammlung vor? 2. Die Geschäftsführung einer Bersammlung. 3. Wie hält man eine Eröffnungs rede? Ferner soll gezeigt und besprochen werden, wie ein Dis fussionsabend zu leiten ist, ferner wie Anregung zur Diskussion gegeben wird. In einem der letzten Abende wollen wir über die Frauenfragen im Görlizer Parteiprogramm sprechen. Auch' eine Anleitung, wie man referiert, soll uns in diesem Rurfus beigebracht werden. Es wird betont, daß es sich hier nicht um einen Redner. furfus handelt, sondern nur um die Ausbildung der Genossinnen, die als Leiterinnen in Bezirksgruppen in unseren Reihen stehen, und solcher Genofsinnen, die Leiterinnen werden wollen. Die Leitung sowie die Referate der sieben Abende werden zwei geschulte, erfahrene Genoffinnen übernehmen. Mit viel Begeisterung wurde der Vorschlag angenommen, hegten wir doch schon längst den Wunsch, solche Kurse ins Leben zu rufen, damit eine oder die andere Genoffin gegebenenfalls die Leitung einer Versammlung übernehmen kann. Eine große Teilnehmer. zahl ist zu verzeichnen und wir sehen dem Beginn des Kurses mit Freude entgegen. Genofsinnen! Es ist dies wieder ein Schritt zur Vervollkomm nung unserer Frauenabende. Denn wo eine sichere und überlegene Führung vorhanden ist, werden die Frauen zur Mitarbeit und zum Denten angeregt und sich dadurch unserer Zwecke und Ziele eher bewußt. Es wäre zu wünschen, daß auch in anderen Städten der Versuch gemacht wird, einen solchen Kursus in die Wege zu leiten. Cläre Engel, Dresden. Wohlfahrtspflege Wohlfahrtskonferenzen Je mehr die Notwendigkeit einer Beteiligung der Arbeiterschaft an dem großen Aufgabengebiet der Wohlfahrtspflege, die seinerzeit zur Begründung des Hauptausschusses für Arbeiterwohlfahrt geführt hat, in unseren Reihen erkannt wird, um so mehr macht sich auch das Bedürfnis nach gemeinsamen Aussprachen in den Bezir fen und Unterbezirken geltend, die sich mit den prinzipiellen Fra gen der Wohlfahrtsarbeit, aber auch mit der organisatorischen Grundlage beschäftigen. So haben erst in den letzten Tagen einige Ronferenzen stattgefunden, von denen wir berichten können, daß sie zu einer ganz bewußten Einstellung auf die Arbeit und zu einer Klärung über die Organisation selbst geführt haben. Der Bezirksausschuß für Arbeiterwohlfahrt in Niederschlesien hatte zu einer Konferenz am 2. April nach Görlig eingeladen, die recht gut befucht war. Nach einem eingehenden Vortrag der Genoffin Juch a c3 über Aufbau und Tätigkeit der Arbeiterwohl. fahrtsausschüsse wurde die folgende Entschließung angenommen: ,, Die am 2. April 1922 in Görlig tagende Wohlfahrtskonfe renz schließt sich den vom Hauptausschuß für Arbeiterwohlfahrt aufgestellten Richtlinien an und verpflichten sich die Teilnehmer der Konferenz, im Sinne diefer Grundlagen in ihren Orten und Kreisen zu wirken. Der Aufbau der Wohlfahrtsausschüsse soll für den Bezirk Görlitz durchgeführt werden. Es ist Pflicht der zuständigen Organisationen, die geeigneten Genoffinnen und Genoffen in ihren Orten zu einem Ortsausschuß für Arbeiterwohlfahrt zu vereinigen. Die Ortsausschüsse haben die Aufgabe, die organisierten Männer und Frauen für die Wohlfahrtspflege zu interessieren und zu schu len. Die Kenninis aller Wehlfahrtsgesetze, aller Einrichtungen der Wohlfahrtspflege, die Beteiligung und Mitarbeit in diesen ist ferner das Ziel der Betätigung der Ausschüsse. Den gebührenden Einfluß und die Mitbestimmung in den Gemeinden und Landkreisen in den Wohlfahrtseinrichtungen, der Verteilung der Unterstützun gen und der gesamten Fürsorge, müssen sich die Ausschüsse erfämpfen. Die Mitglieder der Ausschüsse für Arbeiterwohlfahrt find den zuständigen Orts, Kreisbehörden und Wohlfahrtsämtern zu melden. Als Vorort für die Orts- und Kreisausschüsse im Bezirk wird Görlig bestimmt. Der Bezirksausschus, der seinen Sitz im Borort hat, soll den Aufbau der Ausschüsse fördern und die Schulung der in der Wohlfahrtspflege tätigen Genossinnen und Genossen mit Rat und Tat unterstügen. In Orten, wo es möglich ist und die Mittel dafür beschafft werden können, follen die Wohlfahrtsaus. Schüffe eine Auskunftsstelle errichten." In der Aussprache wurde von einem Genossen besonders dar. auf hingewiesen, daß gerade von uns die Umwandlung der bisherigen Armenämter in Wohlfahrtsämter zu fordern sei. Es ent spricht das ja auch der Stellungnahme auf unserer großen Wohl fahrtstagung im September vorigen Jahres. Erfreulich war bet Nr. 8 Die Gleich beit dieser Konferenz vor allem, wie sicher die Parteigenoffen, Männer und Frauen, den Kern der Sache erfaßten. So nur läßt sich in der Arbeit etwas erreichen, so lassen sich auch alle Schwierigkeiten, die unserer Organisation ja doch bei vielen Gelegenheiten gemacht werden, überwinden. Auch der Kreis Calau, der einen Teil des Niederlaufizer Braunkohlengebietes umfaßt, hatte an dem gleichen Tage eine Konferenz einberufen, die sich mit der Arbeiterwohlfahrt beschäf tigte. Nach einem einleitenden Referat der Genoffin Heymann über die Arbeiterwohlfahrt und ihre Organisation ging der Leiter des dortigen Kreiswohlfahrtsamtes, der Genosse Meinhoff, noch auf die besonderen lokalen Verhältnisse ein. Der Gedanke der Mitarbeit der Arbeiterschaft an den Aufgaben der allgemeinen Konsum- u. Sparverein„ Unterweler" e. G. m. b. H. zu Bremerhafen Für die genoffenschaftliche Werbearbeit fuchen wir eine mit organisatorischen, rednerischen und schriftstellerischen Fähigkeiten ausgerüftete als weibliche erste kraft Sekretärin Gehalt nicht unter 40000 Mt. Antritt nach Uebereinkunft. Bewerbungen werden bis zum 18. April 1922 an den Borstand der Genossenschaft nach Geestemünde, Bostschließ ach 25, erbeten. „ Helipon" welches sich seit 1908 schon millionenfach bewährt hat, findet jetzt immer mehr Anwendung. Der Hauptgrund ist, daß„ Helipon"( Abkürzung für Herzlilien- Schampon) ganz allein den echten Panamateer enthält, welcher gegen alle Haarkrankheiten, sowie zur Verschönerung der Haare größte Wirksamkeit hat. Helipon schäumt vorzüglich, macht reines, volles und feinduftendes Haar Es ist tatsächlich das Beste aller Haarwaschmittel, was viele Dankschreiben bestätigen. Machen Sie bitte noch heute einen Versuch damit, aber verlangen Sie in einschlägigen Ge schäften nur das echte Helipon" zu 2 M. das Paket. Ist es nicht vorrätig, kann es in einigen Tagen beschafft werden. Herffeller: Wilh. Friedr. Gran, Chem. Fabrik, Stuttgart 3. TIMNER Essig TIMNER Mostrich Teilzahlung Uhren, Wecker, Regulateren, Gold-, Silber-, Lederwaren. Schirme, Koffer, Leiterwagen, Rasier, Rauchartikel, Kämme, Musikinstrumente, Sprech apparate, Photo- Spezialliste. Katalog 1500 Abbild. kostenlos. Jonass& Co., Berlin A. Belle- Alliance- Strasse 7-10 Combustin ärztlich empfohlen für Brandwunden Flechten offene Füße Frostschäden wunde rissige Haut Erhältlich In allen Apotheken. Alleinige Hersteller: Combustinwerk Eulitz& Co., Fährbrücke, Sa. Die QualitätsTIMNER Konserven marken Ueberall erhältlich Carl Timner Essig, Mostrich- u. Konserven- Fabrik Berlin NO 18, Büschingstr. 6 Tea Cillers Hochedle 79 Wohlfahrtspflege ist hier bereits in einer Weise erfaßt und zur Gestaltung gekommen, die vorbildlich erscheint. Das System der Nachbarschaften, das hier vom Kreiswohlfahrtsamt eingeführt ist, wird in einem späteren Bericht noch einmal ausführlich zu behan deln sein. Es fehlte in diesem Kreise bisher nur die Organisation der Ausschüsse für Arbeiterwohlfahrt. Auch dafür ist die Notwen digkeit allgemein anerkannt worden, weil man nur so über den Kreis hinaus im Anschluß an die große Organisation gewinnt. Auch hier wurde der Beschluß zu einer Gründung von Ausschüssen für Arbeiterwohlfahrt in den einzelnen Orten gefaßt. J. H. Berantwortlich für die Redaktion: Elli Radtke. Druck: Vorwarts Buchdruckerei. Berlag: Buchbandlung Vorwärts Paul Singer G. m. b. S., sämtlich in Berlin SW 68. Lindenstraße 3 Bei Korpalenz Fettleibigkeit sind Dr. Hoffbauer's ges. gesch. Entfettungs- Tabletten ein vollkommen unschädlich. u. erfolgreiches Mittel ohne Einhalten einer Diät. Keine Schilddrüse. Kein Abführmittel. Brosch, a. Wunsch geg. 1, Mk. Porto. Elefanten- Apotheke, Berlin SW., Leipziger Str. 74, Donhoffplatz, Zentrum 7192. Billige böhmische Bettfedern I 1kg: graue geschliss. 150 Mk.. halbweiße 180 Mk., weiße 200 Mk., bess. 240 Mk., daunenweich. 300 Mk. u. 360 Mk., beste Sorte 420 Mk., 480 Mk Vers. fr., zollfr., geg. Nachn. Muster frel. Umt. u. Rückn. gest. Benedikt Sachsel, Lobes Nr. 11 bei Pilsen, Böhm. leichtschmelzende ührer zu wahrhaft sittlicherund glücklicher Ehegemeinschaft ist das neueBuch von Dr.Sophie Schöfer Das Eheproblem Preis 12 Mark Buchhandlung VORWÄRTS BERLIN SW 68 Lindenstraße 2 Fondant- Schokolade Alleinige Fabrikanten: Petzold& Aulhorn A.-G., Dresden Vorrätig in den meisten Spezial-, Delikatessen-, Kolonialwaren- Geschäften und Konditerelen Sind Lungenleiden heilbar! Bei Afthma, Lungen- und Kehlkopftuberkulole, Schwindfucht, Lungenfpitzen- Katarrh, veraltetem Huften, Verfchleimung, lang befiehender Heiferkeit lese jeder die Broschüre mit obigem Titel. Der Verfasser. Herr Dr. med. Guttmann, Chefarzt der Finsenkuranstalt. zeigt darin in volksverständlicher Weise natürliche Wege zur Beseitigung dieser schweren Leiden. Jeder Kranke erhält diese Broschüre auf Wunsch vollständig umsonst. Man schreibe nur eine Postkarte an Puhlmann& Co., Berlin 126, Müggelstr. 25 a. STOFFE für Damenkostüme, Herrenanzüge Tuchlager Koch& Seeland G. m. b. H. Berlin C., Gertraudtenstraße 20/21. Sehr preiswerte Herrenunterwäfche empfiehlt Strumpfhaus ,, Werba" Berlin, Koffbufer Damm72 Ecke Lenauftraße ENG Die vollkommenen WEELMARDY Birt HELENE SIMON Wohlfahrtspilege 2,50 Mark Buchhandlung Vorwärts SW 68, Lindenstraße 2 80 Seit 70Jahren ist San.- Rat Dr. Strahl's Haussalbe Häbei Hautausschlag, Flechten, Bein- und Krampfadergeschw. Frostschäden, morrhoiden e. bestbewährt. u. schnellheilendes Mittel. Original- Dose 17,50 34,- Mk. Elefanten- Apotheke, Berlin SW., Leipziger Str. 74 am Dönhoffplatz. Zentr.7192 UnterTrikot- Hemden, hosen, Reform- u. Schlüpfhosen, Socken, Damen- u. Kinderstrümpfe. Einkf. i. d. Fabr. Vers, dir. a. Priv. I a Ware, Beinleiden preisw. Verl. Sie Preisliste. Arse Fritzsch, Limbach i. Sa. Frauenbart offene Füße, Flechten, Venenentzündungen, Hautjucken, alte Wunden, Haemorrhoiden, Hautleiden, wunde u. Warzen, Leberflecke ent- rissige Haut, Pickel, fernt d. Elektrolyse Frau Charlotte Wolter, PotsNervenschmerzen damerStr.39. Erstkl.Spez.- usw.heilt selbst in Inst. Kurf. 2154. Langi. den hartnäckigPraxis. Aerztl. empfohl. Isten Fällen Möbel Ganze Wohnuugs- Einrichtungen, Zimmer- u.Küchen- Einrichtung., sowie jedes Stück einzeln zu den billigsten Freisen in guter, gefdiegener Arbeit empfiehlt WILHELM LAMBRECHT, Berlin SW. 68, Simeonstr. 19. Lagerbesichtigung erbeten! Die Gleichheit Der Name aiset's KaffeeGeschäft verbürgt beste Qualität Kaffee- Schokolade Tee Zuckermaren Keks Dumex- Salbe Sommerfproffen! Ein unschätzbares Hausmittel, das auch b. d. heftigst. Schmerz. u.Jucken sofortLinde rung u. Heilung bringt Chemische Vernichtung In 1 Min wie abgewaschen. Alles übertreffend. Garantie! Mittel Mk. 40,-. Wilhelm Wenck, Wölistein, Hes. Sch. 2,50, 6,- u. 14, Sommersprossen!!! in den Apotheken, wo nicht bestelle man dir. b. Laboratorium Miros Berlin NO 18 T, Gr. Frankfurter Str. 80 Ein einfaches wunderbares Mittel teile ich gern jedem kostenl. mit. Frau M. Poloni, Hannover W 136, Schließfach 106. Nasen- u.Gesichtsröte, rote Hände beseitigt, blütenzarter Teint, weiße, glatte Haut werden in kürz. Zeit erreicht durch mein. altbew. unübertroff. Krem ,, Pura". Sommersprossen, Mitesser, Pickel, Runzeln u.Faltchen verschw. Rote u.großporige Haut wird schnell beseitigt. Tube 3,-, Doppeld. 5,-. Drogen- Haus H. Bocatius, Berlin N., Elsasser Str. 38. B Nr. 8 ettfedern v.30 M. an d. Pid. gerissen. chines Entenfed., Hal daunen, Daunea. Echt chinesische Monopol- Daunen ( ges. geschitzt) Fertige Betten. Proben umsonst Versand gegen Nacha Bettledern- Fabrik Gastav Prinzesstr 40 Berlin 14 ustig Größt. Bettfed.- Spezial Geschäft Deutschlands Interessiert Sie die ArbeiterGesundheitsBibliothek, dann verlangen Sie Ver zeichnis der Hefte von Buchhandlung Vorwärts, Berlin SW.68, Lindenstr. 2 Hausfrauen spart Gas! Warum ärgern Sie sich über ihr Vorbei mit hohen Gasrechnungen! schlechtbrennendes Licht den enorm Sie erhalten durch mich einen neuen Gasapparat, welcher in keinem Haushalt fehlen darf. Vermöge dieser einfachen, praktischen u. konkurrenzlosen billigen Vorrichtung, welche durch jedermann spielend leicht an jeder Gaslampe befestigt werden kann, ist jeder Gasverbraucher nicht nur in d. Lage. ca. 50% Gas( also die Hälfte d. Gasrechnung) zu sparen, sondern er verbessert sogar bei dunklem Brennen die Helligkeit des Gas lichtes um ca, 300% Die Apparate sind tausendfach erprobt und liegen Anerkennungen aus allen Kreisen vor. Versand per 3 Apparate durch Nachnahme in Höhe von Mk. 26, E. A. Bork, Hamburg 19, Eppendorfer Weg 17. Vertreter an allen Orten gesucht! Butter und Schmalz Billiger durch Reichelks in allen 146 Filialen FU System der vereinten Firmen Loreley Union Reichelt AssmannLadewig