Dr. 51. Abomument»• Kedwgmgrn: Bbonnementä-Prei» pränumerando: vterteljährl. SL!) Mb, monatl. l,loMr>, wöchentlich SS Pfg. frei ins Hau«. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntag«- Nummer mit illustrirter Sonntag»- Beilage„Die Neue Welt» 10 Pfg. Post- Abonnement: 3,30 Mark pro Quartal. Eingetragen in der Post- Zettung»- Preisliste für 1898 unter»r. 7676. Unter Kreuzband für Deutschland»ich Oesterreich- Ungarn 2 Mark, für da« übrige Ausland s Mark pro Monat. Erscheint Uigltch nutzer»onkng«. Vevlinev VolksblÄkt. 15. Jahrg. Pie Knftrtions-GtbShr beträgt für die fechSgefpalten« Kolonel- »eile oder deren Raum»0 Pfg., für «eretn»- und PerfammlungS-Anzetgen, sowie ArbeitSmarlt 20 Pfg. Inserate für die Iiächste Nummer müstin bt» t Uhr»achmitlag» in der Srpedttton abgegeben werden. Die Erpeditton «st an Wochentagen bi» 7 Uhr abend«, an Sonn- und Festtagen bi« S Uhr vormittag» geöffnet. Fernsprecher: Ami I, Nr. 1608. Telegramm-Adresse: „Soiinldemokrnl Srrlin". Dentralorgcm der sozialdemokratischen Partei Deutschtands. Hiedliktlou: 8V. 19. ZSeulh-Straße 2. BUis England. Es wird uns geschrieben: In England bereitet sich eine MinisterkristS vor. Nicht eine Ministerkrisis in dem Sinne, daß das Ministerium Salis- bury durch die Opposition in seiner Existenz bedroht sei. Die Opposition, d. h. die sogenannte„liberale Partei" ist heute verfahrener und schwächer als am Tage nach ihrer letzten zer- schmetternden Wahlniederlage. Und vor der Hand ist auch nicht die mindeste Aussicht, daß sie sich wieder zu siegfähiger Macht erheben werde. Lord Rosebery ist ein stiller Mann geworden und verzweifelt offenbar an der Zukunft seiner Partei— mit deren Gros er auch in vielen Dingen aus- einandergeht; und von den übrigen Führern genießt keiner ität. Die von auerkannten Autorität. liberale Partei ist eben nicht blos zerfahren, sondern auch zerfallen— nur einer allgemein ist eben nicht durch ein loses Band der Tradition und persönlicher Beziehungen noch zusammengehalten. Die s aufgebauschten Zufallssiege— teilen Partei bei Ersatzwahlen wollen ~ i fehlt. Partei macht, ist die Abwesenheit eines Programms, paar, zu großen Staatsaktionen denn anders sind sie nichts— gar nichts bedeuten. Was der libc- und sie zu einer blos sogenannten ... das sie von den Konservativen unterschiede. Und das ist ein Mangel, dem, innerhalb des liberalen Bürgerthums, auch niemals wird abgeholfen werden. Der bürgerliche Liberalismus ist in Eng� land nicht Sache einer Partei, er ist Gemeingut der Nation geworden. Die Konservativen sind genau so liberal wie die, welche sich Liberale nennen. Die noth wendige Folge ist, daß unter der Fahne des Libe raliSmus keine ernsthaften Parteischlachten mehr ge schlagen werden können, und daß die Streitigkeiten zwischen den Politiker- Gruppen, die sich liberal und die si' konservativ nennen, des prinzipiellen Charakters vollstänb entbehren. DaS gilt nicht blos von der inneren, das gilt au von der äußeren Politik. Durch Lord Salisbury, dem einstigen Vertrauensmann DiSraeli's, der aber ganz in das Manchester liche Fahrwasser des Friedens um jeden Preis gerathen ist, find die Gegensätze auf dem Gebiete der äußeren Politik ganz verwischt, und die Parteigrenzen ganz verschoben worden. Der liberale Lord Rosebery hat z. B. in bezug auf die Ruß- land gegenüber zu befolgende Taktik Anschauungen, die denen DiSraeli'S weit mehr entsprechen, als die Politik Salisbury's dies bis jetzt gethan hat. Und, wir können hinzufügen: je t h u n wird. Denn es unterliegt keinem Zweifel, daß die Tage Lord Salisbury's als Leiter der auswärtigen Politik Englands gezählt sind. Und das ist die Ministerkrise, um die es sich handelt. Nicht eine Ministerkrise, die das Ministerium stürzen wird, sondern eine Ministerkrise inner- halb des Ministeriums. Gerüchte, daß Lord Salisbury amtsmüde sei, gehen seit Monaten durch die Presse. Bald heißt es, er wolle ganz zurücktreten, bald er wolle Kabinetschef bleiben und nur das Ministerium oder die Sekretärschaft des Aeußern ausgeben. Lord Salisbury ist fast ein Siebziger und kränklich; an Amt und Würden hat ihm niemals etwas ge- legen. Kolossal reich, in der Gelehrtenrepublik hochangesehen hat er für die Herrlichkeiten und das Schaugepränge der politischen Macht nur zynischen Spott. Also er ist kein „Kleber", und hat wiederholt den Wunsch ausgesprochen, in MSrzstürme in Deutschland. In die schwüle, gedrückte Stimmung deS vormärzlichen Deutsch« landS fiel die Kunde von der Revolution in Paris wie ein Blitz- schlag. Schon am Abend des 26. Februar 1848 brachte die„Köln. Zeitung" die folgende Mitth-ilnng: „Nevolnlion in Paris! Die Republik proklamirt! Der vorgestrige Tag dürfte leicht für Millionen ein ver- bängnißvoller sein. Die Emeute hat zu Pans am 24. Februar eine ganz unerwartete Wendung genommen, es ist eine Revolution ausgebrochen. Der Kampf hat sich gegen das Königthum gerichtet. Infolge von Ereignissen, über die uns noch die zusammenhängenden Nachrichten fehlen, wurde, nachdem alle Zugeständniffe, zu denen der König sich erboten, zurückgewiesen worden, die Republik proklamirt!" Die südweftdentschen Staaten empfingen die aufregende Kunde ebenfalls um den 26. und 27. herum. Mit dem letzten Februartage war sie bis in die fernsten Winkel DeulschlaudS gedrungen. Fii Berlin langten die Nachrichten von der Entthronung Philipp'» gerüchtweise am Sonntag Nachmittag(27. Februar) an. ES war ein schöner, sonniger Febrnartag, alS die zahlreichen Spaziergänger, die sich mittags Unter den Linden durcheinander be- wegten, von den eben eingegangenen Nachrichten aus Pari? ge- troffen wurden. Man stand in bewegten Gruppen auf der Straße zusammen und besprach mit einer fieberhaften Unruhe, wie man fie an den Berliner Spießbürgern bei politischen Angelegenheiten noch nicht gesehen hatte, den Sturz Louis Philipp's. Einige Stunden später entwickelte sich dann mit er- schulternder Gewalt die Nachricht, daß in Frankreich die Republik prollamirt worden, daß eine provisorische Regierung eingesetzt sei, gebildet aus einem Gelehrten, einem berühmten Dichter, ans Journalisten und einem einfachen Arbeiter, und daß mithin ein Weltereigniß eingetreten, welches auch für Berlin und Preußen die solgenreichflcn staatlichen Stürme heraufsnbr>n mußte. Das politische Bewußtsein Berlins erwachte. Schon im Februar dachte man in Berlin an eine Berliner p..-.c..ution, und wer sich zuerst diesem Glauben hingab, war die Regierung selbst, die sich auf einen Zusammenstoß einrichtete, während die Bevölkerung noch zögernd und nnkn.lschlossen den neuen Bewegungen der Zeit folgte. Borläufig begnügten sich die Weißbier-Philister, denen allerdings auch Studenten, Handwerker und anderes junges Volk beigemischt das Privatleben zurückzukehren. Jndeß vom Wunsch zur That ist ein weiter Schritt. Und wie sich nachträglich heraus- gestellt hat, sind diese Gerüchte— zum theil verbrämt mit recht hämischen Bemerkungen von dem guten Freund und Kollegen Salisbury's, dem Biedermann C h a m b e r l a i n, in die Presse gebracht worden. Mr. Chamberlain, ebenso talent- voll wie gewissenlos und von brennendem Ehrgeiz verzehrt— von jenem Ehrgeiz, der keinen Anderen neben und mir Werkzeuge unter sich duldet— hat Salisbury's Führerschaft allezeit nur widerwillig anerkannt. Oder eigentlich nie au- erkannt, nur der Roth gehorchend sich unterworfen. Er übernahm die Leitung der Kolonialaugelegeuheiten, weil er hier, bei der riesigen Ausdehnung des britischen Kolonial reiches, einen sehr ausgedehnten Wirkungskreis hatte und mit den übrigen Departements der Regierung wenig in Be- rührung kam. Wie er in dem, ihm etwas naturverwandten, nur von gröberem Stoff geformten und weniger hockifliegenden R ho des einen passenden Handlanger fand, und durch die unsaubersten Praktiken: durch schmutzige Gelb operationen, unmenschliche Grausanikeit(wir erinnern nur an die Ausrottung der M a t a b e l e s) und hinterlistigen Ver- rath ein südafrikanisches Kolonialreich für kapitalistische Ans beutungszwecke zu gründen gesucht hat— das ist in frischem Gedächtniß! Und die Schmach des Jameson'schen Raubzugs nebst der größeren Schmach der an ihn sich knüpfenden parlamentarischen Untersuchnngs-Kamödie ist wesentlich auf Rechnung des Herrn Chamberlain zu schreiben. Allein Süb A frika ist ihm zu klein. Er hat jetzt auch in Zentral- Afrika gemogelt, und sich bemüht, seinem Chef ein Bein zu stellen, indem er einen Konflikt mit Frankreich vom Zaune brach. Zum Glück ist's bei der guten Absicht geblieben. Chamberlain scheiterte dort an den ungeheuren Entfernungen und der Schwierigkeit, ja Unmöglichkeit der Detaildurchführnng eines Planes, und das Einzige, was er erreicht hat, war eine B ö r s e n p a n i k, bei der, wie seinerzeit bei der Börsen- Hausse anläßlich des Jameson'schen Raubzuges, fette Fisch- züge im Trüben zu machen«varen. Zur Charakteristik des Mannes und seines jüngsten Ma növerS sei hier erwähnt, daß derselbe Herr Chamberlain, der in Zcntral-Afrika leichten Herzens und lächelnden Auges einen blutigen Konflikt mit Frankreich vorbereitete, bis vor wenigen Jahren ein Bün dniß der zwei We st � mächte als eine Lebensfrage für England und der Zivili sation betrachtete. Mit Clemenceau befreundet, gewann er diesen für den Gedanken der Loslösung Frank- reichs von Rußland und der Erneuerung des französisch-englischen Bündnisses— ein Gedanke, durch dessen Verfechtung der, leider auch vom Pauama-Sumpf angezogene„Ministerstürzer" in den Verdacht aerieth,„an England verkauft" zu sein. Nicht als Pananiist, nein, als der„an England Verkaufte"(„vsvdu de l'Angleterre») ist dieser weitaus sähigste und au ftmd auch tüchtigste der bürgerlich-republikauischen Politiker Frankreichs bei den vorigen Wahlen durchgefallen. Also diesmal hat Herr Chamberlain noch nicht seinen Zweck erreicht. Die zeutral-afrikanische Mine ist harmlos verpufft und hat blos dem Urheber geschadet. Dessen Spiel ist jedoch nicht verloren. Die Unzufriedenheit mit der aus- war, damit, aus den Straßen und in den Lokalen sich von einem Stuhl oder Tisch herab die aufregenden Mitlheitungen aus Paris vor- lesen zu lassen. Auch von KriegSrüstungen hörte man bald. Die Regierung wußte noch nicht, daß die französische provisorische Regierung in der Mehrzahl aus honetten Leuten bestand, die die neugebackeue Republik im ehrbaren Geleis« bürgerlicher Wohlanständigkeit und Zahlungsfähigkeit erhalten wollten. Man glaubte noch, es seien, wie bei der großen französischen Revolution, jenseits des Rheins Gelüste vorhanden, die Freiheit in die nicht gallische Welt hinauszutragen. Dem Dichter Lainarline. der in Paris das Ministerium des Ans- wältigen übernommen hatte, gelang es jedoch bald, die europäischen Potentaten von den absolut friedlichen Absichle» der Republik zu überzeugen, und in Preußen mußte man auch die Truppen, die man schon nach dem Rhein dirigiren wollte, bald in der Landeshaupl- stadt verwenden. Noch nicht die erste Märzwoche war verstrichen, da begannen die berühmten Volksversammlungen an den„Zelten" im Thiergarten ihren Einfluß auf die Geschichte des Landes bemerkbar zu machen. ES bildeten sich unler freiem Himmel aus Bürgern, Studenten, HandlungSdienern, Handwerkern. Arbeitern ec. Versammlungen, um die Forderungen deS Volks aufzustellen und Adressen an den König zu beschließen. Gin zeit- enössischer Schriftsteller schildert die„Zelte" und daS politische Zeben. daS sich dort entfaltete, folgendermaßen:„Die Zelte, ein HauptvergnügungSort der Berliner Bourgeoisie, bestehen auS einer Reihe an der Spree gelegener Kaffeehäuser, in denen der solide Berliner Bürger mit seiner Familie seine Sonntag-Nachmittage verbringt und sich unter dem Genuß des berühmten Berliner Weißbieres an dem Anhören eines wohlbesetzten Konzerts ergötzt. Vor diesen Zellen dehnt sich ein geräumiger Platz ans, der eine Volksmenge von mehreren Tausenden zu fassen im stände ist, und in dessen Mitte sich eine große Sandsteinfigur erhebt, über deren eigentliche Bedeutung die mythologische Forschungslnst der Berliner niemals mit sich einig geworden scheint. Näher am Rande derThiergarten-Alleen steigt eine große, von Holz gebaute Tribüne empor, von der herab die Berliner Wochenkonzerte ertönen, die hier im Sommer eine Art von Volksfest mit allein, was in Berlin dazu gehört, mit Wurst-, Schnaps- und Semmelkörben, rauchenden Bratpsaunen, Zigarrenjungen u. f. w.. zusammenzuziehen pflegen. Jene Musik- bühne wurde bald die Rednertribüne der an diesem Ort stattfindenden demokratischen Volksversammlungen, welche zum theil auch mit jenen Apparaten der Berliner Volksfeste versehen sein mußten."— Das ßUpedltio»: SW. 19. MttUY-Struße 3; wärtigen Politik Salisbury's verbreitet sich in immer weitere Kreise. Nachgerade ist es jedem Engländer klar ge- worden, daß Großbritannien vor einem entscheiden- den Wendepunkt steht und entweder daS russische halbbarbarische Erobererreich endgiltig niederwerfen oder darauf verzichten muß, eine Weltmacht zu sein. Und schlecht kennt die Engländer, wer da glaubt, sie würden sich zur Politik der Entsagung entschließen und den Kamps auf Leben und Tod fürchten. Weil Lord Salisbury den Kampf hinausschieben will, ist sein Stern in England erblaßt und wird die Unzufriedenheit mit ihm immer allgemeiner. Diese Unzufriedenheit benutzt Chaniberlain, um sich in den Vordergrund zu schieben. Zum Glück erfreut er sich geringer Beliebtheit. Und unter den Konservativen hat er sicher mehr Feinde als Freunde. Auch in konservativen Kreisen würde man es gern sehen, wenn Salisbury die auswärtige Politik abgäbe; allein man will nicht, daß der unzuverlässige und nn- sympathische Chamberlain sein Nachfolger werde. Man denkt eher an Lord C r o m e r, einen vergleichsweise jungen Politiker von großem Scharfblick nnd ruhiger Energie. Jedenfalls ist ein baldiger Wechsel zu erwarten. Und im Interesse der zivilisirten Welt ist zu hoffen, daß die Leitung der auswärtigen Politik Eng- lands n i ch t einem Mann zufalle, der die Abrechnung mit Rußland durch einen Konflikt mit Frankreich vorbereiten will, und der kein Staatsmann ist, sondern ein politischer Aben- teurer ohne Grundsätze und ohne ein anderes Ziel, als das der Befriedigung persönlichen Ehrgeizes. politische Mebevstcht. Berlin, I. März. Ans dem Reichstage. Die Berathung des Etats des Reichs- Eisenbahnamts und damit die Erörterung der Eisen- bahnunfälle und sonstigen Mißstände im Eisenbahnwesen wurde heute fortgesetzt. Die Rechte, die gestern durch den Mund des terrn v. Kardorff verkünden ließ, es widerstehe ihr, eine ebatte über Eisenbahnunfälle in einem Augenblicke anzuschneiden, wo der preußische Eisenbahn-Minister Thielen durch Krankheit am Erscheinen verhindert sei, betheiligte sich heute an den Debatten. Abgeordneter Dr. Hammacher hatte den Herren die Zunge gelöst. Dieser alte Praktikus der Nationalliberalen hat für Handel und Wandel eine seine Nase, er weiß, was im Zeitalter des Verkehrs nothwendig ist und muß die Zurückgebliebenheit in der Entwickelung unserer Eisenbahnen anerkennen. Er forderte das Reichs- Eisenbahn- amt energisch auf, das ihm zustehende Recht der Kontrolle in ausgedehntestem Maße zu üben und für ausreichende Bahnhofs- anlagen, gute Bahnkörper und einen Betrieb zu sorgen, der in jeder Weise den heutigen gesteigerten Anforderungen entspricht. Hr Rösicke ergänzte die Hammacher'schen Ausführungen durch An- snhrungen, welche den kolossalen Wagenmangel auf den preußischen Bahnen erwiesen. Abg. Frhr. v. Stumm nahm die preußischen Bahnen in Schutz, auch die Klagen über den Wagenmangel wollte er nicht gelten lassen. Natürlich fehlte der reaktionäre flferdefuß nicht. Dem König Stnnim fahren schon zu viel eute auf der Eisenbahn, er will einer Steigerung des Personenverkehrs vorbeugen, angeblich damit die Betriebs- ist ja spaßig geschildert. Aber bald wuchsen sich diese Versa»»«- lange» zu ungeheuren Massenkundgebungen aus, und die Ideen, die das Volk dort znsanimeugeführt, trieben bald zum blutigen Znsammen- stoß mit der Regierung. Früher noch, als in Berlin, brach der Sturm in den süd- deutschen Staaten loS. Im Lande Baden strömten am 1. März groß« Volksmassen zu allen Thoren nach Karlsruhe hinein, um die von verschiedenen badischen Städten ausgehenden„Sturmpetitionen" zu briiigen. Das Ständehaus wurde von der Volksmenge umlagert, die Gallerien waren überfüllt, als der Führer der Radikalen, Struv e, die Petitionen im Saale überreichte. Der Erfolg war, daß sich die Regierung sofort zur Ei n s ü h r u ng der Preßfreiheit eut- schloß und daß auch die übrigen liberalen„Volkswimsche" in wenigen Tagen durchgejührt waren. Aehnlich ging es in Württemberg und in den meisten mitteldeutsche» Staaten. Ueberall fing es gewaltig an zu gähren. In einer tlteihe von Städten wurden die alten Waffenarsenale er- brochen, so z. B. in München, wo sich die Bürger aus dem Zeug- Hause mit den dort ausbewahrten«nittelalterlichen Spießen, Helle- barde» und Morgensternen bewaffneten. Die Rh ein lande, die schon einmal französisch gewesen waren, hatten nicht übel Lust, sich von Preußen loszusagen und zu dem republikanischen Frankreich überzugehen. In St öl n wurde öffentlich die Marseillaise gespielt. Di« Arbeiter forderten in Masse»- Versammlung«» auf dem alten Markt„Schutz der Arbeit, Sicherstellung der menschliche» Bedürfnisse für alle und Erziehung der Kinder auf öffentliche Kosten". Sie gingen nicht eher auS- einander, alS bis das Militär dazwischen schlug. Es läßt sich nicht verkennen, daß damals ein gewaltiger Geist. der stellenweis ein wirklich revolutionärer war, das deutsche Volk durchzog. Freilich ließ bei diesem Biirgerthum, das mit seine» Bürgerwehren gar bald nicht mehr für die Freiheit, sondern für die Ordnung und de» Besitz eintrat, die Begeisterung schnell»ach. Dies Bürgerthum ließ sich von den auf die Beine gebrachten Volksmasseu die politischen„März- Errungenschasten" erstürmen und erkämpfen, ließ die Arbeiterklasse dann aber bei den weitergehende» sozialen Forderungen elend im Stich. Die an- sässtgen und fteuerzahlenden Bürger halten ihre Verfassungen, ihre Preß- und Versammlungssreiheit, ihre Schwurgerichte und Bürger- bewaffnung. Auf den Arbeiter» blieb das soziale Elend und der politische Druck unvermindert lasten. Freilich ist in der Folge auch ihnen allein der Drang zur Freiheit und der revolutionäre Instinkt erhalten geblieben. PL Störungen nicht noch größer würden. Am liebsten| Wenn aber die Reichsfinanzen in der That so günstig In der Diätenfrage, die von ben„ Hamb. würde er jedenfalls das Fahren auf der Eisenbahn so stehen, dann wäre 23 an der Zeit, die drückendsten Nachr." wieder zur öffentlichen Diskussion gestellt wurde, haben theuer machen, daß nur die mit Glücksgütern sehr reichlich indirekten Steuern, die Salz, Kaffee- und Petroleumftenern sich Blätter fast aller Parteien im Gegensage zu den Anschauungen Gesegueten sich solchen Lugus gestatten könnten. Graf zum Beispiel aufzuheben. Aber daran wird nicht gedacht. Im des Organs von Friedrichsruh gestellt. Wir fanden blog in der Post" und in den Dresdener Nachrichten" zustimmende Stimmen. Limburg- Stirum blies in das gleiche Horn, er eiferte wieder Gegentheil spricht der Berliner Schleifstein, die" Post", bei der Das ist die ärgste Verurtheilung des neuesten bismarckischen gegen neue Kanalbauten, die landwirthschaftliche Produkte zu Erörterung der Kostendeckungsfrage für die Marinevermehrung Planes. billig befördern, und erklärte die preußischen Bahnen für die mit aller Offenheit davon, daß nach Ablauf der Handelsverträge- Die Konferenz sozialdemokratischer Bürgerbesten der Welt. Es ist doch etwas Schönes um solchen eine Erhöhung der Getreidezölle der Regierung ausschuß- Mitglieder, die in Karlsruhe stattfand, war von Chauvinismus des Preußenthums, wie er von den Ostelbiern die nothwendigen Mittel an die Hand geben werde, um für die 64 Bürgerausschuß Mitgliedern besucht. Genoffe Drees bach getrieben wird. Letzter Redner war der Antisemit straut. Beit nach 1904 die vermehrten Ausgaben für die Flotte zu besprach den reaktionären Gesetzentwurf, den die Regierung betr. Er wußte trotz der zweitägigen Debatte nicht, worum sich die decken. Und die nationalliberale Magdeb. 8tg." schreibt Abänderung der Städte Ordnung dem Landtag unterbreitet hat, die Gegenanträge der Demokraten. Die Distuffion Berathung drehte. Morgen fällt die Sigung wegen der gottesfürchtig und dreist:„ Die diretten Steuern sind jetzt und die Frage, ob die SozialBudgetkommissions- Sizung aus. Donnerstag wird die Debatte aber ohnehin schon allzu hoch; ist Geld nöthig, so darf es brehte fich hauptsächlich um demokraten fortgesetzt werden. nur durch Erhöhung der indirekten Steuern baß die Stadträthe flassenweise vom Bürgerausschuß gewählt ben demokratischen Antrag unterstützen sollten, aufgebracht werden." werden sollten. Mit einer Ausnahme sprachen fich fämmtliche Chinesisches. Die Oftastatische Rorrefp." theilt mit, daß Delegirte dafür aus, daß man zwar dahin wirken müsse, daß nur Deutschland sich ein Voraugsrecht habe ertheilen laffen, wonach die Stadtverordneten den Stadtrath zu wählen haben, daß aber die deutsche Unternehmer für Eisenbahnbauten und industrielle Anlagen Klassenwahl zum Stadtrath abzulehnen sei. Bezüglich der sonstigen in der Provinz Schantung gegenüber anderen Ausländern stets ben Stellung der Partei zu den Abänderungsvorschlägen wurde einVorrang haben sollen. Die genannte Rorrespondenz führt hierzu des stimmig folgende Resolution gefaßt: näheren aus: Das preußische Abgeordnetenhans erledigte heute die Glats Stettern würden, wie alljährlich, Klagen über zu hohe Einschätzung, über falsches Vorgehen bei der Veranlagung und über zu starke Heranziehung des Grundbesitzes vorgebracht. Beim Etat der direkten Steuern benngle Finanzminister Dr. v. Miquel die Gelegenheit, um aus Anlaß einer Petition von Grenzaufsehern die Beamten wieder einmal vor unberechtigter Agitation zu warnen und sie des Wohlwollens der Regierung zu verfichern. Schade nur, daß die so schlecht befoldeten Unterbeamten von diesem Wohlwollen nicht leben können. Die meisten Redner des Hauses stimmten dem Minister bei und erwirkten sich dadurch ein Lob des Grafen Limburg Stirum( t), ber die fachliche" Art, wie hier im Haufe die Beamten auf den richtigen Weg gewiesen werden, auch dem Reichstage zur Nachahmung empfahl, wo jetzt die bösen Sozial demokraten die Beamten verheten. der direkten und der indirekten Steuern. Beim Etat der direkten Morgen: Dritte Lesung der Vorlage betreffend Erhöhung des Grandkapitals der Zentral- Genossenschaftstassen, zweite Lesung des Gefeßentwurfs betreffend Entschädigung für die Verluste durch Hochwasserkatastrophen. schreibt: # 1 Eines der machtvollsten Syndikate, gebildet aus den hervor. ragendsten deutschen Banks und Jndustriefirinent, macht sich in einer, von jeder einzelnen der theilnehmenden Firmen unterzeichneten Eingabe der deutschen Reichsregierung bereits erbötig, alle von China an Deutschland, ertheilten Konzessionen für Eisenbahns bauten, industrielle Anlagen und Werke und alle anderen öffentlichen Unternehmungen auszuführen. Aufcheinend wird hier eine Art Monopol auf alles erstrebt, was an Begünstigungen auf jene Unternehmungen von China an Deutschland eingeräumt werden würde." Auch in England hat man bereits von diesen monopolistischen Ansprüchen Deutschlands Kunde bekommen. Die Times" erklären, diefelben fländen in Widerspruch mit den Versprechungen, eine Politik der offenen Thore" in China inmezuhalten. Das Reuter'sche Bureau" meldet aus Peting, Rußland bringe fortgesetzt auf Entlassung der in chinesischem Dienst stehenden britischen Gisenbahningenieure.Deutsches Reich. Wieber eine Kaiserrede. Aus Wilhelmshaven wird er Die heute in Karlsruhe tagende Konferenz sozialdemokratischer Bürgerausschuß- Mitglieder fordert nach wie vor die Abschaffung der Klassenwahl zum Bürgerausschuß und allgemeines gleiches direktes und geheimes Wahlrecht sowohl zur Wahl der Stadtverordneten, als des Stadtraths wie der Bürgermeister. Sie fordert ihre Landtagsvertreter auf, in diesem Sinne einen Antrag in der Kammer einzubringen. Falls der Antrag abgelehnt wird, giebt sie den sozialdemokratischen Abgeordneten freie Hand darüber, sich denjenigen Anträgen anzuschließen, welche die weitgehendsten Forderungen für die Wahrung der Volksrechte gegen die reaktionären Bestrebungen des von der nationalliberalen Partei unterstützten Ministeriums Eisenlohr stellen. In bezug auf die Landtagswahlrechtsfrage wurde nach einem Referate Dreesbach's und darauffolgender kurzer Debatte befchloffen, die Landtagsfraktion zu beauftragen, ein Flugblatt zu verfaffen, das im ganzen Lande verbreitet werden soll; ferner die Gedenkfeier der 48er Boltserhebung am 19. März mit einer Proteſtkundgebung gegen bie Eisenlohr'schen Wahlverkümmerungs- Anschläge zu verbinden und eventuell einen Petitionssturm an den Landtag zu entfachen, der das gleiche direkte Landtags- Wahlrecht ohne Kantelen fordert. Straßburg i. E., Ende Februar.( Eig. Ber.) In einer der letzten Sigungen des Landesausschusses nahm beim Kapitel„ Kreisdirektoren", der streitbare Maire von Schleitstadt, der Klerikale Spies, Zur Flottenvorlage. Es giebt 8entrums kreise, welche die Haltung des jeht mehr denn je von den nationalen" Parteien gefeierten Parteiführers Dr. Lieber start miß billigen. Die Märkische Volkszeitung", von deren Mißstimmung über die völlige Unterwerfung ihrer Parteifreunde in der Budgetkommission unter die Wünsche des Herrn Tirpitz wir schon gestern Mittheilung machten, verschärft heute heute berichtet:„ In der Ausprache, die ber Kaiser nach der Wer: ihre Kritik, lehut Dr. Lieber's Scheinkompromiß geradezu ab eidigung an die Marine- Rekruten richtete, erinnerte und deutet an, daß die Fraktion den Lieber'schen dieselben an die Heiligkeit des Eides. Sie hätten den Gelegenheit, das Ersteiner Wahlidyll des Kreisdirektors Pencer Borschlägen nicht nachfolgen werde. Das Blatt Gib als Seeleute auf die Kriegeflagge geschworen, welche Aur Sprache zu bringen. Spies führte der gespannt lauschenden die Farben schwarz, weiß, roth trage. Schwarz bedeute die Versammlung das ganze Sündenregister der Ersteiner Staatsstüze Die erste Lesung in der Kommission hat diesmal lediglich in Arbeit und die Trauer, weiß den Feiertag und die vor und verlangte die Respektirung der Gefeße vor allem vou feiten formatorischen Charakter; insbesondere hat die Frattion Ruhe und roth das Blut, welches viele Vorfahren für das der höheren Beamten. Die Antwort auf seine Frage, was die Regiedes Zentrums sich die Beschlußfassung vor Vaterland vergossen hätten. Der Raiser erinnerte ferner baran, daß rung in der Angelegenheit zu thun gedente, machte fich deren Ber behalten. Es ist darum die Kommiffionsberathung in feiner viele brave Seeleute mit dem Gedanken an das theure Vaterland treter, Herr v. Puttkamer, außerordentlich leicht. Mit einer geWeife bindend für die Fraktion. Ueberdies hat Dr. Lieber in der und an die Flagge, zu welcher fie den Eid der Treue geschworen wiffen chevalereéken Nonchalance erklärte er, von den Vorkommnissen, Biele seien die weit über die Grenzen Elsaß- Lothringens hinaus Aufsehen Kommission erklärt, er spreche ,, nicht" als Redner der Zentrums hatten, den Tod in den Wellen gefunden hätten. fraktion, sondern nur als Referent der Kommission." hinausgezogen, um die Interessen des Vaterlandes zu schützen. Denn erregten, erst durch einen Bericht Kenntniß erhalten zu haben, den wo der deutsche Aar Besiz ergriffen, und seine Krallen in ein Lander nach dem Bencer- Prozeß vom Kreisdirektor selbst eingefordert hineingesetzt habe, das sei deutsch und werde deutsch bleiben. Er habe. Der Herr Minister ließ sich zwar zu einem leisen Tadel des fordere fie auf, ihre Schuldigkeit zu thun, wo sie soeben vor Gottes ungehörigen Verhaltens von Beucer herbei, legte aber anderseits ein großes Gewicht auf die Thatsache, daß die vom Kreisdirektor beAngesicht geschworen hätten. ftellten erkennbaren Wablzettel nicht verwendet worden seien. Ueber - Ju den Auswanderungsausschuß hat der Bundes- den schwersten Vorwurf, den Pencer trifft, die Verleitung des rath gewählt den Prinzen v. Arenberg, den Grafen v. Arnim- Muskan, Druckers der Bettel zu unwahren Aussagen gegenüber dem recherden Direktor der Hamburg Amerika Linie, Ballin, den Leipziger chirenben Polizeikommiffar, fchwieg sich Herr v. Buttkamer Universitätsprofeffor Bücher, den pfälzischen Nationalliberalen Dr. indessen aus. Und als der Abbé Winterer von Mülhausen v. Bühl, den tlerifalen Generalsekretär Sabensly, den Geheimen Juftig die Frage an ihn stellte, ob bei den demnächst stattfindenden Wahlen rath Prof. Dr. v. Guny), ferner den Freiherrn E. 2. v. Goter, ben Rittergutsbesiyer v. Graß, den Abg. Dr. Hammacher, ben Kaufmann derselbe Herr Beucer als Kreisdirektor von Erstein Wächter des GeSerm. Basenclever, ben Staatssekretär a. D. Dr. v. Jacobi, ben Borches fein sollte, das von ihm so dreift verlegt worden, da zeigte fich der spiritus rector des Diktaturregimentes in feiner ganzen Größe. genden des Zentralvereins für Handelsgeographie Dr. Jannasch, Bom Scheitel bis zur Zehe ein Puttkamer, erklärte er rund heraus, den Direktor im Reichs Poftamt ftraette, ben Direktor des Export diese Frage gehe die Bolksvertreter nicht das mindeste an, fie mögen Musterlagers in Stuttgart Baul Billing, den Präsidenten der Handels- vorerst abwarten und könnten sich ja dann hinterher beschweren, fammer Laeisz und den Hafenarzt Dr. Nocht und aus Bremen den wenn ihnen etwas nicht passe. Soweit sind wir also in Neu- PuttGroßlaufmann Neck und den Direktor des Norddeutschen Lloyd Dr. famerun gekommen, daß ein Beamter, der aus den Taschen des Wiegand. Boltes bezahlt wird, ungestraft die Geseze verleßen und sich die schwersten Berfehlungen zu fchulden kommen lassen darf, und daß man hinterher den Vertretern dieses selben steuerzahlenden Volkes das Recht abspricht, zu erfahren, in welcher Weise die Regierung gegen einen derartigen Musterbeamten vorzugehen beabsichtigt. Wenn im Deutschen Reiche noch irgend jemand ift, der es nicht glauben wollte, daß wir es im Lande der wiedergewonnenen Brüder" unter dem System Buttfamer herrlich weit" gebracht haben, so wird er durch das gestrige Auftreten unseres Diktaturministers sicherlich eines Beffern belebrt.B In der ersten Berathung am 7. Dezember v. J. hat der Abg. Dr. Lieber als Fraktionsredner" in deren Auftrag erklärt, dieselbe habe hauptsächlich zwei Bedenken: 1. Die Bindung auf sieben Jahre und die darin liegende Kürzung des am fewertenftel zu Budgetkommission am Sonnabend ist von der zweiten Schwierig teit nur flüchtig gesprochen worden; eine Lösung ward nicht einmal ernstlich versucht." Die Art, wie Dr. Lieber die erste Schwierigkeit lösen zu tönnen glaubt, ist keine Lösung.... Von dem Plenum der Zentrums.Fraktion, das in diesen Tagen zusammentritt, hängt die Entscheidung ab; fte wird, wie man behauptet, die Vorschläge Lieber's ablehnen und befchließen, für dieses eine Jahr einige Erfahbauten und einige Neubauten zu bewilligen, wenn das ohne neue Steuern möglich wird. Manche wollen uns die Furcht einflößen, bei Auflösung des Reichstages werde eine bewilligungsluftige Mehrheit gewählt, und rathen deshalb dem Zentrum zum Nachgeben. Aber das wäre doch thöricht. Darf ich deshalb unrecht thun, weil es sicher ist, daß fonst ein anderer es thun wird? Uebrigens ist es durchaus nicht sicher, daß eine Neuwahl mit der Wahlparole:„ Neue Steuern für die Flotte!" eine bewilligungsluftige Mehr heit ergeben werde. Also nur nicht ängstlich!" So treffend die Ausführungen dieses Blattes sind und so intereffant es fein mag, daß die ultramontane Bonner Reichs Beitung" bie Forderung stellt, Dr. Lieber solle im Jnteresse der Zentrumspartei sofort zurücktreten, so wenig Gewicht wird man doch diesen Auslaffungen beimeffen können. Denn die Anschaunngen dieser Blätter werden kaum von einem beträchtlichen Theil der Zentrumsabgeordneten getheilt werden. Die Germania" führt eine ganz andere Sprache und auch die Kölnische Volkszeitung", welche vor wenigen Monaten noch recht energisch gegen die Regierungsvorlage und gegen einen faulen Frieden ihrer Partei mit diefer Vorlage zu Felde zog, ist ganz ffeinlaut ge worden. Kein aggressives Wort mehr, obwohl das Blatt zugeben muß, daß die Vorschläge Dr. Lieber's der Auffassung der verbündeten Regierungen weit entgegen kommen, so weit, daß es ausgeschlossen erscheint, die verbündeten Regierungen würden nicht auf den Boden jener Borschläge treten". Noch, sagt die Köln, Bolksztg.", sei die Vorlage nicht fertig und die Zentrumsfraktion habe ihre endgiltige Stellung noch nicht genommen; sie ermabut die Mitglieder der Fraktion, sich in Berlin einzufinden und schließt ihren Artikel über die Ausfichten der Marinevorlage" mit dem Wunsche, daß die Stellungs nahme der Fraktion auf grund sorgfältigster Berathung und Verständigung erfolge, so daß in den bevorstehenden Wahlkämpfen deren Ergebniß dann auch von der gesammten Fraktion einmüthig vertreten werden tann". Also um die Einmüthigkeit der Partei bangt es dem einflußreichen Kölner Zentrumsblatt; um dieser Ehmüthigkeit halber giebt es jede selbständige Meinung, jede oppositionelle Regung gegen die Forderungen der Regierung auf. Man wird ja bald sehen, wie viele Abgeordnete des Zentrums nicht gewillt sind, die regierungsfreundliche und voltsfeindliche Politik der maßgebenden Partei- Organe mit zu machen. Man sieht hieraus, daß gerade diejenigen Schichten der Bevölkerung, aus welchen sich vornehmlich die Auswanderer rekrutiren, völlig unvertreten sind. Das ist Stummisch, aber nicht national! -Auch die Zentrumsorgane verwahren sich wie die der nationalliberalen Partei gegen das, was unter dem Namen Sammlungspolitik den Wählern empfohlen werden soll. In den Konferenzen soll sich der Zentrumsgraf Ballestrem recht weit an die Kanige genähert haben. Nach dem Wunsche der Herren Posadowsky Baron Charpentier, Mitglied des Landesausschusses, hat und Recke. Wie fich fäch fifche Behörden mit dem Bereins, foeben seinen Austritt aus der fleritafen Partei erklärt, nachdem Bersammlungs- und Roalitionsrecht der Arbeiter umzuspringen vor einigen Tagen ein Antrag seiner Gesinnungsgenossen auf fon= erlauben, ist aus zahlreichen Beispielen bekannt. Jegt liegt wieder feffionelle Trennung der Mittelschulen im Straßburger Gemeinderath ein besonders bezeichnendes Beispiel vor. Ginem Barteigenoffen in mit seiner Hilfe zu Falle gebracht worden war. obenstein Ernst that ging folgendes Berbot zu: Desterreich. ist Die von Ihnen für Sonntag, den 27. b. M., nachmittags # 5 Uhr, für den Saal des Gasthauses zur Beche" angemeldete Wien, 28. Februar. Wie die Neue Freie Preffe" meldet, Versammlung wird hiermit verboten. Ju der Anmeldung wird das von der Prager Polizei erlaffene Verbot des Farbentragens zwar als erfler Puntt der Tagesordnung aufam fommenden Donnerstag aufgehoben werden. geführt: Die geplante Beschränkung des Koa Eine Feier zu Ehren des waderen, echten fitionsrechtes ber Arbeiter." Gleichzeitig mit der Demokraten Dr. Kronawetter fand am 27. Februar Bekanntmachung wurde aber ein Plakat mit dem Ersuchen um in Wien anläßlich 3 60. Geburtstages des sturmerprobten, auch Genehmigung zur Anbeftung an Häufern vorgelegt, auf welchem in Deutschland geschätzten Boltsmannes statt. Genosse Dr. Adler mit großen Lettern zu lesen war: Protestversammlung gegen die sprach auf dem Feste namens der sozialdemokratischen Arbeiter geplante Beschränkung des Koalitionsrechts der Arbeiter". Die partet Defterreichs. werde nicht häufig vorkommen, Stellung der Sozialdemokratie zur Koalitionsfreiheit ist daß ein Polititer von einer anderen Partei begrüßt werde, von hinreichend bekannt. Wenn also VOIT einer Beschränkung einer Partei, die mit der seinen häufig im Rampfe war und fein dieser Freiheit gesprochen werden soll, fo iſt, zumal wird. Aber wenn wir auch mit den hier versammelten Parteiaus dem Wort Protest versammlung" die Art und genoffen Kronawetter's und feinen engeren Freunden nichts zu Weise der Behandlung des Themas zu ersehen ist, mit Bestimmt. thun haben, so sind mit gutem Grunde in diesem Saale auch heit zu erwarten, daß die anwesenden Arbeiter gegen ihre Arbeit Bertreter der großen Masse der österreichischen Arbeiterschaft gegen geber aufgehegt werden und aufgefordert werden sollen, sich anwesend, deren Unterdrückung und Vergewaltigung möglichst eng zusammenzuschließen, um defto wirksamer gegen Dr. Kronawetter als ein einzelner Mann durch lange Jahre die Arbeitgeber Stellung nehmen und diefen eventuell gekämpft hat.( Beifall.) Er allein hatte damals den Muth, unter Anwendung von Zwangsmitteln ihre Forderungen auf die Rechte der Arbeiterschaft zu vertheidigen, und die Worte, die er zwingen zu können. Da eine solche Handlungsweise ohne weiteres in jener Beit gesprochen, waren damals fast die einzige inländische Gefeßesübertretungen in fich fchließen würde, fo geht daraus her- Agitationsliteratur der österreichischen Arbeiterschaft; zugleich aber vor, daß die Behandlung dieses Themas in der angemeldeten bilden fie eine flammende Brandmartung jenes traurigen Stückes Bersammlung ficher es mit sich bringen muß, zu österreichischer Geschichte. Das politische Leben Kronawetter's ist au Gefeßesübertretungen aufzufordern oder doch reich an schmerzlichen Enttäuschungen. Die Prinzipien der bürgerlichen wenigstens dazu geneigt zu machen. Es muß daher Demokratie, denen er gedient, find vom Großbürgerthum nie ver gemäß§ 5 des Vereinsgefeßes vout 22. November 1850 die antreten, vom Kleinbürgerthum verrathen worden. Was Kronawetter hente gemeldete Versammlung verboten werden. Hohenstein- Ernftthal, am 25. Februar 1898. Der Stadtrath Dr. Polfier." um sich hat, sind nur mehr einzelne Männer. Aber er möge getrost sein, wenn auch die Fahne der bürgerlichen Demokratie nicht stegen fann, die Sache der Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit wird siegen, und ihr Träger ist das Proletariat. Wenn auch, fchloß Dr. Adler unter stürmischem Beifall, sich noch häufig unsere Wege treuzen werden, wird troß alles Gegenfases der Parteistellung die österreichische Arbeiterschaft niemals vergessen, daß Dr. Krouawelter ihr ein Freund in der Noth gewesen. Ungarn. Der Geldbeutel der Patrioten. Es war ein Meisters Derartige Begründungen heben das Vereins- und Versammlungsstück Bebel's, als er in der Sonnabend- Sigung der Budget- recht einfach auf. Mehr verlangte auch das Gesetz des Herrn kommission die Wasserpatrioten durch seinen Antrag auf Ein- u. 5. Recke im vorigen Sommer nicht. Mit Sinn und Geist des sächsischen Vereins- und Versammlungsgefeges vertragen sich eben führung einer Reichs- Einkommensteuer zwang, falls solche Begründungen nicht, obwohl das Gesetz felbst der reat aus dem Gebiet allgemeiner Rebensarten herauszutreten und tionärsten eins ist in deutschen Landen; aber was scheert ordnungsFarbe zu bekennen. Unangenehm genug war den Herren der befliffene Staatsstüßen Sinn und Geist des Gesetzes, ste legen fo Antrag. Jedenfalls stellte sich dabei heraus, daß die Verheißung, aus und so unter, wie es ihrer arbeiterbewegungsfeindlichen GeBudapest, 1. März. Bei der fortgesetzten Debatte über das die Kosten der Flottenvermehrung würden auf die Leistungs- finnung past. Justiz budget erklärte der Justizminister v. Erdely, die angeordnete Für diese schier unglaublichen Rechtsauslegungen, die man der administrative Verfolgung wäre nicht gegen die fähigen Schultern gelegt werden, eine hohle Redensart war. Die Mehrheit des Reichstages denkt gar nicht daran, in eine fächfifchen Arbeiterklaffe Jahr ein, Jahr aus, Tag ein, Tag aus an- Breffe, sondern gegen die Berhebungen(!!) gerichtet. thut, Reichs- Einkommensteuer zu willigen. Die einen sagen offen wird dieselbe bei den Reichstagswahlen die Quittung Seiner Ueberzeugung nach wäre dadurch das Preßgesetz vom Johre ertheilen. 1848 nicht verlegt. Er beschäftige sich seit langem mit der Modernis nein, die andern verstecken sich hinter den föderativen - Eine größere Bahl von Berliner ärstlichen sirung des Preßgefeßes, denn es sei unerträglich, daß wegen PreßCharakter des Reiches, der die Erhebung einer direkten Steuer Autoritäten hat sich zur Untersuchung der gegenwärtig im verhebung solche Individuen vor Gericht ständen, die niemals ausschließen soll. Dazu kommt, daß die Reichsfinanzen 70. Jufanterie Regiment herrschenden Typhusepidemie nach Saar- eine Feder in der Hand gehabt hätten. Die Frage nach Regelung gegenwärtig Neberschüsse aufweisen, und mit großer Hoffnungs- brücken begeben. Bisher sollen der Epidemie 22 Soldaten zum Opfer der Breßverhältnisse wäre brennend; er selbst habe die Ausfeligkeit wird gesagt, es werde auf absehbarer Zeit so bleiben. gefallen sein. arbeitung eines neuen Preßgesezes in Arbeit. vermeiden. - Das Privateigenthum braucht nicht refpetsstellung im Bürgermeisteramt, wo er fich jedoch sehr felten blicken Bayerischen Gerichtshofes zu Differenzen führen könne. Diefer tirt zu werden." Unter diefer Spigmarke veröffentlicht ein alles ließ. Kardiyi hüllte sich in vollkommenes Stillschweigen; er weigerte Gerichtshof werde ganz sicher bestrebt sein, jegliche Differenz zu eber als sozialdemokratisches Blatt der ungarischen Landeshauptstadt, fich auch, feine Mitschuldigen namhaft zu machen. das Neue politische Boltsblatt" u. a. folgendes: Afiy" erfährt indeffen, bereits seit 2 Monaten sei verschiedenen Der preußische Kriegsminister v. Goßler verlieft eine längere ... Unter anderem wurde auch beim Kürschnergehilfen Bersonen bekannt gewesen, daß ein geheimnißvoller Klub, der an Erklärung, die in der Hauptsache dahin geht: Es liege der Emanuel Rusicsta gehaussucht. Derfelbe steht seit 19 Jahren bei entfernten Stellen der Stadt im Verborgenen Sigungen abhielt, preußischen Regierung fern, die Gefühle des bayerischen Boltes zu einer Firma in Arbeit, ist als nüchterner, sparsamer Mann und schließlich beschlossen hatte, den König nach der Annahme des Gesetzes verletzen. Doch habe der Bundesrath bis heute eine definitive Stellung als fürsorglicher Familienvater bekannt und hat in diesen langen über die internationale Finanzkontrolle umzubringen. Die Beschlüsse zu der Frage des obersten bayerischen Gerichtshofes nicht genommen. Jahren einige Ersparnisse zurückgelegt. Bei Ruzicska wurden von der dieses Klubs wurden aufgezeichnet und dem Könige felbft Abschriften Man wolle den Weg der direkten Verständigung noch immer offen lassen. Polizei gefunden: Gin auf 470 fl. lautendes Sparkassenbuch der derselben zugestellt, darin kam Rardigi's Name häufig vor. Der König be- Praktische Bedeutung gewinne die ganze Frage erst, wenn Reichstag Pefter Ersten vaterländischen Sparkasse, Datum der Einlage 1894; achtete jedoch diese Drohungen niemals und fuhr fort, allein oder mit und Bundesrath definitiv beschließen. Er hoffe, daß bei gegen auf 15 fl. lautendes 1895 ausgestelltes Sparfaffenbuch der Prinzessin Marie auszugehen oder auszufahren; in letzter Beit feitigem Entgegenkommen immer noch eine Einigung erzielt werde. Der 16 jährigen Tochter Ruzicsta's, Louise, auf den waren dem Könige auch viele anonyme Briefe zugegangen. Die Mit- Die besondere Stellung Preußens gehe allerdings dahin, daß ein Namen Lux" ausgestellt; ein Blanko Wechsel über 150 fl., glieder des Klubs gehören den niederften Gesellschaftsschichten an; Reservatrecht Bayerns nicht bestehe und daß Bayern welchen Betrag Ruzicala einem Freunde gelieben hat; eine Quittung es find darunter viele beschäftigungslose Handarbeiter, zerrüttete eine Ausnahmestellung beanspruche. Der Minister fucht über 100 fl. seitens der, Népßava- Aktiengesellschaft aus dem Jahre 1895, Griftenzen und überspannte junge Burschen. Die Lente betrachteten dies aus den Bündniß- Verhandlungen des Jahres 1870 nachzu welchen Betrag Ruzicska dem genannten Partei Unternehmen als den König und die Staatsmänner des Landes als Werkzeuge der weifen. Für Preußen feien die Gröber'schen Anträge Darlehen gegeben hatte. ausländischen Mächte. ein Nichts, absolut nichts konnte dahin gedeutet werden, daß das Borgefundene mit den gesuchten Geldsammlungen in irgendwelchem Busammenhange stehe aber die Polizei nahm alles mit. Das war am 14. d. M. Gestern fand diesbezüglich bei der Stadt Amtshauptmannschaft des 7. Bezirks die Entscheidung statt. Rongipist Demjen nahm mit Ruzicsta ein Protokoll auf. Dieser stellte in Abrede, Geld gesammelt zu haben, wies flar und deutlich nach, wie das bei ihm Gefundene seine Ersparniffe feien, feit Jahren in der Sparkasse angelegt, daß in deren Büchern das leicht zu eruiren sei, daß übrigens die Raution schon am 9. d. erlegt wurde, fonach ein Theil derselben nicht am 14. bei ihm sein konnte, daß das Sparkassenbüchel feiner Tochter deren Ersparnisse bilde; die in der Sparkasse angelegte Summe von 470 fl. habe er als Mitgift bezw. Ausstattung für seine jüngere Tochter gespart, während die ältere Tochter bei der" Foncière" versichert sei u. f. wp. Ronzipist Demjen übergab nun das Protokoll dem im Nebenzimmer befindlichen Stadthauptmann Toth. Dieser gab es mit dem Bemerken zurück, es solle mehr Aussagen Ruzicsta's über die Sammlungen enthalten. Das Protokoll wurde ergänzt, mit dem felben Resultat, Ruzicsta wiederholte seine obigen Angaben. Was mun folgte, ift bezeichnend. Stadthauptmann Toth nimmt im Nebenzimmer das zufammen gefaltete Protokoll entgegen, schreibt, ohne den Inhalt anzublicken, einige Worte auf das Rubrum und erklärt trocken: Demzufolge wird alles Vorgefundene tonfiszirt und Emanuel Ruzicka zu 100 Gulden Geldstrafe verurtheilt." Wir enthalten uns jedes Kommentars zu dieser Sandlung, denn jedes bezeichnende Wort würde uns einen Preßprozeß wegen Schmähung und Herabwürdigung der Behörden auf den Hals heßen. Wie viel Schweiß, wie viele Entbehrungen, wie viel Berzicht auf die primitioften Berstreuungen liegt in dieser tonfiszirten Summe, ben bitteren Ersparnissen 19jähriger Arbeit eines fürsorglichen Familienvaters! Und das ist nur Einer! Wir müßten ungezählte Spalten füllen, wollten wir all dies registriren, was die Polizei auf diesem Gebiete feit 2 Wochen leiftet. Die Polizei weiß es, daß sie den Leuten ihr Privateigenthum nimmt, aber sie hat den Auftrag, die Sozialisten auf diese Weise einzuschüchtern. Ach, wie sind diese Auftraggeber auf dem Holzweg! Nicht Einschüchterung, sondern eine mächtige Fluth tiefsten Hasses, Erbitterung und Ausdauer im Kampf rufen sie hervor. Sie beurtheilen den Arbeiter wie den Kapitalisten. Aber das Herz des Arbeiters ist nicht fein Gelbbentel, sondern ein warmblütiges, für feine Mit menschen empfindendes Ding. Jetzt erst recht! bas ift die Parole als Antwort auf diese behördliche Respektirung des Privateigenthums". Wir haben hierauf zu Beginn der Aktion hin gewiesen..." Frankreich, " 390 Das - Ueber den 8eitpuntt Der Rammerwahlen werden verschiedene Angaben gemacht, als frühester Termin gilt der 24. April, als spätefter der 8. Mat. Paris, 1. März. Steiner der Advokaten, die bei dem Raffationsgericht eingeschrieben sind, will, wie ber Gaulois" meldet, die von Bola eingereichte Nichtigkeitsbeschwerde vertreten. Raffationsgericht würde daher einen Grofficio- Bertheidiger be stimmen müssen. Dasselbe Blatt schreibt, daß Oberst Picquart gestern zwei seiner Freunde beauftragt habe, von dem Obersten Henri Genugthuung zu verlangen für die Beleidigung, welche Henri ihm im Prozeß Bola zugefügt hat. Gerüchtweise verlautet, daß heute ein Zweikampf zwischen Picquart und Henri stattfinden wird. Nach der" Aurore" hat der Kriegsminister erklärt, daß Oberst Picquart nur die dem Majorsrange entsprechende Minimalpension erhalten wird. England. London, 28. Februar. Unterhaus. In der Spezialdebatte des Etats des Kriegsamts beantragt a bouchere eine Berminderung des Präsenzstandes um 13 367 Mann, weil er die Politik der Regierung und die mit derfelben verknüpften Ausgaben bean stande. Er mißbillige den indischen Grenzkrieg, die Sudan- Expedition und die Zusammenziehung einer Streitmacht in der Nähe von Transvaal. Der Antrag wird ohne Debatte mit 282 gegen. 45 Stimmen abgelehnt.Abgeordnetenhaus. unannehmbar. Preußen bestehe auf der unveränderten Annahme des§ 88 des Einführungsgefeßes zur Vorlage, in der Uebers zeugung, daß es damit dem verfaffungs- und vertragsmäßigen Bu ftande Rechnung trage. 35. Gigung vom 1. März 1898, 11 Uhr. Am Ministertische Dr. von Miquel und Kommiffarien. Bayerischer Bevollmächtigter Graf Lerchenfeld- Köfering: Er müsse bestreiten, daß Bayern sich vertragsmäßig der Reichs- Militär. Der Etat der direkten Steuern steht zur Spezialgerichtsbarkeit unterstellt habe, mit der Maßgabe, daß es auf feine berathung. oberste Justang Verzicht leiste. Der Standpunkt feiner Regierung fet Abg. Christophersen( frt.) wünscht die Abzugsfähigkeit einer folgender: Dieselbe ziehe aus Abs. 1 des§ 5 der Verfaffung den Schluß, bestimmten, von verschiedenen schleswigschen Grundbefizern zu ent- daß ohne Zustimmung Bayerns sich das Reich nicht die Gerichtsrichtenden Rente. barkeit über das bayerische Kontingent beimessen tönne. Bei Minister v. Miquel erwidert, daß die Frage ausschließlich Gründung des Reiches habe man nicht daran gedacht, daß die und endgiltig durch das Ober Verwaltungsgericht entschieden wer- Rechtseinheit so aufzufaffen sei, wie es jetzt feitens der preußischen ben könne; selbst das Abgeordnetenhaus könne teine Remedur Regierung geschehe. Man habe die Voraussetzung gehabt, daß die schaffen. bayerische Armee völlig selbständig bleiben solle. Die preußische AufAbg. v. Arnim( t.) unterstützt den Wunsch Christophersens. Abg. Dr. Loh( wildr.) bemängelt einzelne Borkommnisse des faffung sei nicht zutreffend. Er stimme den Ausführungen des Abg. v. Hertling in vollem Umfange bei. Veranlagungs Verfahrens. Für den Zenfiten sei es unerträglich, Abg. Baffermann( natl.): Auch er halte es für bedenklich, daß wenn er gegen seine Veranlagung protestirt und den Weg des Berman per majora die Frage entscheide, wenn man in Bayern, gestützt waltungsstreit Werfahrens beschritten hat, dennoch immer wieder in auf die Bolksvertretung und die Volksmeinung, ein Reservatrecht derselben Weise veranlagt zu werden. beanspruche. Er und seine politischen Freunde werden in der ersten Minister v. Miquel Dreijährige Einschäßungsperioden sind Lesung gegen den Antrag Gröber stimmen, ohne damit der Abnicht zu empfehlen, fie fiören zu fehr die gleichmäßige und rubige stimmung in zweiter Lesung zu präjudiziren. Fortentwickelung des Einschäßungsgeschäftes. Die Zahl der Abg. Dr. Lieber( 3) fragt, ob es sich empfehle, den Reichtag. Retlamationen ist erheblich zurückgegangen, von 40 000 vor 8 Jahren so lange noch Verhandlungen zwischen den verbündeten Regierungen auf 8000 im letzten Jahre. Bu einem Zustande der Bollkommen schweben, als Steil zwischen die beiden bedeutendsten Bundesstaaten heit in Steuerfachen zu gelangen, werden wir kaum hoffen dürfen. zu treiben. Das könne man nicht wünschen. Was Bayern recht sei Bon den Abgg. Meyer Riemsloh( 3.) und Dr. Korn- Rudels- in dieser Angelegenheit, fei Preußen billig. Da fei die Stellung dorf( t.) werden mehrere Ginwendungen gegen das Veranlagungnahme eine außerordentlich schwierige. Nach seinem Dafürhalten sei Verfahren in bestimmten Gegenden erhoben. Eine Antwort vom die Frage jetzt nicht im Reichstage zum Austrag zu bringen, Regierungstische erfolgte nicht. sondern zu vertagen in Erwartung einer Verständigung zwischen Abg. Sumaun( 3.) weist darauf hin, daß entgegen den aus den Regierungen. Ohne eine Bestimmung über die bayerische drücklichen Erklärungen der Regierung bei der Berathung der Ver- Sonderstellung werde es nicht gehen. Man möge zunächst§ 33 mögenssteuer der Grundbesitz nicht nach dem Einkaufswerth, sondern des Einführungsgesetzes dahin abgeändert annehmen, daß die nach dem gemeinen Werth bei der Veranlagung gerechnet werde; Angelegenheit betr. Bayerns anderweitig gefeß es ergeben sich daraus mannigfache Unzuträglichkeiten für den( lich geregelt werde. Grundbesitz.m Minister v. Miquel: Die Werth bemessung der Grundstücke lediglich nach dem Reinertrage ist ziemlich schwer und es sind müh fame Arbeiten in dieser Beziehung gemacht worden. Aber es wird schwer sein, den Veranlagungs- Kommiffionen klar zu machen, daß der Befizer eines Hofes, der diesen unter günstigen Erwerbebedingungen übernommen, nun blos ein Vermögen in Höhe der Erwerbsloften besißt: man wird immer sein Vermögen nach dem vollen Werthe des Grundstücks berechnen. Die Abgg. Schmidt- Warburg( 3.), Kirsch( 3.) und v. Knapp ( natl.) regen Gehaltsverbefferungen für einzelne Kategorien der Ratasterbeamten, Rentmeister 2c. an. Abg. Dertel( Sos.): Seine Freunde würden für die Anträge Gröber stimmen. Die Hoffnung auf eine Verständigung zwischen Preußen und Bayern fönne er nicht mehr theilen. Graf Bernstorff( Rp.) erklärt sich für Vertagung der Entscheidung im Sinne Liebers. Abg. v. Puttkamer( E.) und Abg. Dr. Görz ( frf. Bg) sind für einfache Annahme des§ 33 des Einführungsgesetzes. Es wird darauf über die Tendenz des Antrages Gröber abgestimmt. Diese wird gegen die Stimmen des Zentrums und der Sozialdemokratie abgelehnt.§ 33 des Einführungsgesetzes bleibt darnach bestehen, welcher lautet: Die Militär- Strafgerichts- Ordnung und dieses Gesetz fomme in Bayern nach näherer Bestimmung des Bündnißvertrages vom 28. November 1870, in Württemberg nach Abg. Wintermeyer( frf. Bp.) führt einige Fälle an, in denen näherer Bestimmung der Militärkonvention vom 21./25. November zur Ermittelung einzelner Einnahmen ein ganzes Spionagefystem 1870 zur Anwendung. Die Einrichtung der obersten militärgerichtangewendet fein foll; fo ist ein förmliches Bengnißverfahren einlichen Instanz mit Rücksicht auf die Verhältnisse Bayerns wird be geleitet, um die Wermittelungsgebühr eines Kommiffionärs beraus fonders geregelt." zubekommen. In einem anderen Falle ergab sich, daß dem Denun bekannt gegeben werden solle. Das sei doch ein entschieden verwerf sianten zugesichert war, daß sein Name dem Angezeigten nicht liches System. Renntniß von den Einzelfällen eine Erklärung nicht abgeben. Regierungskommissar Geh. Finanzrath Wallach kann ohne Abg. Wintermeyer will bei der dritten Lesung auf die Sache zurückkommen. Hierauf wird in die weite Befung ber Militär. nach Anträgen Gröber's nur unwesentliche Abänderungen gegen die Strafprozeß Ordnung eingetreten. Die SS 1-45 erfahren Beschlüsse eister Lesung.§ 46 bestimmt, daß die Kriegsgerichte aus zwei Kriegsgerichtsräthen und drei Offizieren bestehen sollen, wäh rend die Regierungsvorlage einen Kriegsgerichtsrath und vier Offi ziere vorgesehen hatte. Abg. Dr. Göry( frf. Wg.) beantragt die Wiederherstellung der Regierungsvorlage. Der Antrag wird vom Auf eine Anfrage des Abg. Dr. Sattler( natl.) erwidert Minister v. Goßler und Generalauditeur Jttenbach befürwortet, ins Summe zur Rückzahlung überhobener Steuern daraus zu erklären Lesung aufrecht erhalten. Im§ 78 war in der ersten Befung gesagt wors Regierungskommissar Wallach, daß die plötzliche Steigerung der dessen nach längerer Debatte abgelehnt und der Beschluß erster sei, daß die Erledigung der Metlamationen nur langsam erfolgte und den, daß die Senate der Oberkriegsgerichte in der Befehung von schließlich eine größere Anzahl fertig wurden. drei militärischen und vier juristischen Mitgliedern entscheiden. Hier bewilligt. Der Etat der direkten Steuern wird ohne weitere Debatte wurde auf Antrag Place( natl.) folgende abgeänderte Faffung be schlossen: Die Senate beschließen und entscheiden in der Befehung Beim Etat der indirekten Steuern regt von vier militärischen und drei juristischen Mitgliedern mit Einschluß Abg. Rickert( frs. Vg.) die Aufbesserung der Gehälter für die des Vorsitzenden; sie beschließen in der Besetzung von vier juristischen Grenz- und Steuer- Aufseher an, da diese an der allgemeinen Gehalts- und brei militärischen Mitgliedern mit Einschluß des Vorsitzenden, wenn erhöhung der Beamten nicht theil gehabt baben. Dienst ein schwerer und ihre Nebeneinkünfte sind gering. Budem ist ihr das Rechtsmittel der Revision lediglich auf die Verletzung prozessualer Vorschriften oder eines Rechtsgrundsatzes der allgemeinen bürgers Minister v. Miquel sagt Berücksichtigung zu, obwohl eine lichen Strafgesetze gestützt wird."§ 172 handelt von der vor Petition dieser Beamten als zur Erörterung im Plenum ungeeignet läufigen Festnahme. In der Regierungs Borlage war bes erachtet worden ist. Es war dieser Beschluß nöthig, weil die stimmt worden, daß im Offiziersrang stehende und in Rom, 28. Februar. Deputirtentammer. In Beant Petition von einein Vereine ausging und nur mit zwei Namen Uniform befindliche Angehörige der Armee durch Polizeiwortung einer Jnterpellation des Deputirten Bovio wegen der legten unterzeichnet war. beamte nur festgenommen werden dürfen, wenn sie bei Bes Vorgänge in Sizilien weist Ministerpräsident Rudini die Anschul Die Abgg. Dr. Friedberg( nall.) und Graf Limburg( f.) stellen gebung eines Verbrechens auf frischer That betroffen werden. digung zurück, die Regierung habe nichts gethan für Sizilien. feft, daß diese formalen Gründe allein es gewesen find, weiche nach Die Kommission hat diese Bestimmung gestrichen. Abg. v. Levehow( t.) Rudini stellt es in Abrede, daß in Wirklichkeit eine besondere den Bestimmungen der Geschäftsordnung die Petition als beantragte Wiederherstellung der Regierungsvorlage und Minister fizilianische Frage besteht. Die für Sizilien zu ergreifenden Maß- zur Erörterung im Plenum ungeeignet machten. Vereinen stehe ein v. Goßler befürwortete den Antrag. Die Borschrift des nahmen fönnen teine anderen sein, als diejenigen, die die Regierung Betitionsrecht beim Hause nicht zu. für das übrige Königreich zu ergreifen beabsichtigt, nämlich För derung lohnender Arbeiten und Herabsetzung der lästigsten Abgaben. Zur Bekämpfung der lokalen Umtriebe sei es nöthig, die lokale und provinzielle Gefeßgebung zu reformiren und er, der Ministerpräsident, habe schon einen entsprechenden Gefeßentwurf eingebracht. Die die gierung werde auch die Frage einer Reform der landwirthschaftlichen Verträge prüfen.Italien. Spanien. Der Rest des Etats der indirekten Steuern wird angenommen und werden sodann noch einige Beamten Petitionen theils durch Ueberweisung als Material, theils durch Tagesordnung erledigt. Morgen( Mittwoch) 11 Uhr: Bentral Genossenschaftskaffen Novelle und Hochwasser- Vorlage. Schluß 2 Uhr. Parlamentarisches. B Entwurfs fei nothwendig zur Vermeidung von Konflikten und um den unnützen Waffengebrauch der Offiziere zu verhindern. Abg. v. Buttfamer erklärt, die Folgen einer Festnahme feien für den Offizier zu schwer und infolge deffen könnten leicht Konflikte entstehen; die Verhaftung des Offiziers mache ihn für seine Stellung unmöglich. Daher seien die Bestimmungen des Entwurfs wieder herzustellen; diese Frage sei für ihn entscheidend für die Annahme des ganzen Gefeßes. Abg. Frohme erklärt, daß die Ausführungen des Abg. v. Puttkamer, wenn er fie im Plenum wiederhole, einen Sturm der Entrüftung hervorrufen würden. Weshalb follte denn der festgenommene Offizier unmöglich in seinem Stande werden, während sich Zivilpersonen irrthümliche Festnahmen tagtäglich in zahlreichen Fällen gefallen laffen müssen. Nach leb tagtäglich in zahlreichen Fällen gefallen laffen müssen. Nach lebhaften Auseinandersetzungen zwischen den Abgg. v. Puttkamer und auf Donnerstag vertagt. Madrid, 1. März. Der Ministerrath beschloß die Maßregelung des Erzbischofs von Valladolid wegen dessen aufreizenden politischen Der Bundesrath hat in seiner am 28. v. M. abgehaltenen Fastenbriefes. Plenarsihung dem Entwurf zu Bestimmungen über die Wiederholung Havana. 1. März. General Chastellanos lieferte in der Umber statistischen Aufnahme des Heilpersonals die Zustimmung er gegend von Najafa( 3) den Jufurgenten mehrere Gefechte. Die Auf- theilt. Von den statistischen Uebersichten über die Durchführung der von Arbeiterversicherungs- im Bereiche ständischen hatten hierbei 171 Zodte und Verwundete. Die Jusverwaltung wurde Kenntniß genommen. Außerdem wurden die Gröber wird die weitere Debatte und Abstimmung über den Antrag furgenten wurden ferner bei Cartagena und Villas geschlagen. 107 Griechenland. Wahlen zu dem provisorischen und zu dem ordentlichen Beirath für das Auswanderungswesen vorgenommen. " " Die sechste Kommiffion des Reichstages erledigte heute bei Berathung der Novelle Jur Konkursordnung den Das Attentat auf König Georg. Das„ Wolf'sche Die Reichstagskommission für die Militär- Strafgerichte wichtigen vom 3wangsvergleich" handelnden Titel. Nach längerer Bureau" verbreitet folgende telegraphische Mittheilungen vom Ordnung befaßte sich heute mit der zurückgestellten Frage des Debatte wurde ein Antrag, daß der Zwangsvergleich auf Antrag Montag: obersten bayerischen Gerichtshof 3. Hierzu lagen die eines Gläubigers verworfen werden solle, wenn er nicht mindestens Die Polizei verhaftete zwei Freunde Kardißi's, von denen einer Anträge Gröber vor, welche die Anerkennung dieses Ge25 pet. gewährt, abgelehnt, dagegen mit 8 gegen 6 Stimmen be unter dem dringenden Verdacht steht, Mitschuldiger zu sein. b) richtshofes ausgesprochen wissen wollen und nähere Beftim schlossen, daß einem Zwangsvergleich die Bestätigung versagt werden Kardizi hat eingestanden, daß er seinerseits sechs Rugeln und mungen über dessen Verfahren enthalten. Abg. v. Hertling( 3) fann, wenn unverhältnißmäßig wenig gewährt wird und der Konfein Mitschuldiger zwei Kugeln nach dem Wagen des Königs führt aus, daß die bayerische Regierung nicht als renitent ann, wenn unverhältnißmäßig wenig gewährt wird und der Kons abgefeuert habe. Wenn sein Genosse mehr Kaltblütigkeit gezeigt hätte, au erachten fet, indem sie lediglich ihr gutes Recht wahre. Er furs durch das Verschulden des Gemeinschuldners herbeigeführt ist. Die Anträge Rintelen wegen Wiederbefähigung des Gemein würde der Auschlag zum Ziele geführt haben. Derselbe habe aber, wolle aber die Frage, ob Bayern in diesem Falle ein als ber König sich erhob und seinen Stock schwang, Furcht be- Refervatrecht habe oder nicht, ganz ausscheiden und zugeben, daß schuldners" wurden abgelehnt beziehungsweise zurückgezogen. Die tommen und nicht gut zielen können. Stardigi erklärt, es sei ihre der Reichstag nicht kompetent fei, in dieser Frage förmlich zu Gericht Berathungen werden Donnerstag fortgesetzt. Absicht gewesen, das Leben der Prinzessin Marie zu schonen. Ihr zu sitzen. Wohl aber dürfe und müsse der Reichstag die Frage Plan fei gewesen, zunächst den Kutscher und die Pferde zu unter dem Gesichtspunkt der politischen Zweckmäßigkeit prüfen und tödten und dann den König mit großfalibrigen Pistolen, die entscheiden, ob es im Interesse der friedlichen Entwickelung gerathen fie bei sich hatten, zu erschießen. Kardißi ist ein fünfunddreißig sei, die Wünsche Bayerns, betreffend den obersten Militärgerichtshof für jähriger Mann, ehemaliger Unteroffizier, Angehöriger einer Athen diesen Bundesstaat zu erfüllen." In den dortigen maßgebenden Kreisen eigenthümlichen Spezies von Leuten, die die Mitte zwischen Zu- fei man überzeugt, einen vertragsmäßig begründeten bälter und Bravo einnehmen und Ruzavontis genannt werden. Rechtsanspruch darauf zu haben. In diesen Kreisen dürfe Kardigi erweist sich als ein stumpfsinniger Kopf. den die nicht das Gefühl gefränften Rechts geweckt werden, sonst führe man Deflamationen einer gewissen Bresse aufgeregt haben, die Strömungen, die der Ausgestaltung der Rechtseinheit widerstreben, Jn 2übeck ift Herr Direktor Gebhard als nationalliberaler jeden Morgen und jeden Abend Verrath schreit, den König beschimpft neue Nahrung zu. Die Forderung Bayerns könne sehr wohl ge- Kandidat nominirt worden. Das Lübecker Parteiorgan erinnert daran, und die königliche Familie beleidigt. Der Verbrecher hatte eine An- lwährt werden ohne die Befürchtung, daß die Thätigkeit des obersten daß Herr Gebhard bereits Abgeordneter war. Er vertrat von 1884 Der Vorsitzende der Zentrumsfraktion des Reichstages, Graf Hompesch, hat ein Rundschreiben an die Mitglieder der Fraktion gerichtet, in dem er sie erneut zum pünktlichen Er= cheinen mit Rücksicht auf die Wichtigkeit der bevors stehenden Verhandlungen ersucht. Wahlbewegung. big 1891 ben 19. Hannoverschen Wahlkreis Otterndorf Neu- jund Ausgabe des Gewerkschaftsbureaus in der Abrechnung mit digung erhalten hatte, fragte er den fgl. Bergwerksdirektor Dobers haus und war Mitglied der nationalliberalen Partei, welche das figuriren ließ. Ob unser Gewährsmann, dessen Objektivität und nach dem Grunde seiner Entlaffung. Dieser antwortete ihm: Sie mals selbstverständlich auch bei der Verlängerung des Sozialisten Wahrheitsliebe wir feine Ursache haben, in 3weifel zu ziehen, in wissen doch, daß Sie legt wegen Berbreitung sozialistischer Schriften gesetzes mit behilflich war. Sein Nachfolger war, als er 1891 sein diesem Falle von anderen dupirt war, oder ob Herr Goldschmidt vor Gericht geftanden haben; Sozialdemokraten tönnen wir auf der Mandat niederlegte, um nach Lübeck überzusiedeln, Bismard in diesen an sich harmlosen Fehler Millarg's in einer Weise dargestellt Königsgrube nicht brauchen." Wiederum hat also hier. ein tönighöchsteigener Person. hat, daß er leicht mißverstanden werden konnte, vermögen wir im licher Beamter durch seine klaren Worte offen ausgesprochen, daß Augenblick nicht festzustellen. it and m er einen Arbeiter feiner politischen Gesinnung wegen entläßt. In= wiefern und ob der Königshütter Amtsanwalt mit der Entlaffung Schellert's in Verbindung steht, geht aus den Worten des Bergwerksdirektors nicht hervor. Ohne Sozialdemokraten würde übrigens Herr Die Aussichten des sozialdemokratischen Randidaten in Sagen Schwelm( Genosse Timm) sind nach der Meinung unseres Elberfelder Parteiorgans die fehr gute. Der jebige In haber des Mandats, Eugen Richter, dürfte nach Ansicht des genannten Blattes taum noch in die Stichwahl gelangen, das gebe deutlich aus den Wahlziffern hervor. Das Elberfelder Blatt schreibt:„ Bei der Wahl 1890 stellte die Zentrumspartei in a gen feinen eigenen Kandidaten auf, sondern stimmte gleich im ersten Wahlgang für Richter; bei der Wahl 1893 änderte fich das Bild bedeutend durch das selbständige Auftreten des Zentrums in diesem bedeutend durch das selbständige Auftreten des Zentrums in diesem Kreife. Die folgenden Ziffern veranschaulichen das Bild recht drastisch. Es entfielen im ersten Wahlgange Stimmen auf Sozial National demokrat Zentrum liberal Freifinn 12 287 9 659 2392 3794 6771 1890: 5221 1893: 6914 Aus dieser Zusammenstellung geht lar hervor, daß die Stimmen ber Zentrumspartei vom Jahre 1893 bei der Wahl 1890 in der Stimmenzahl für den Freifinn enthalten sind. Während 1890 Eugen Richter im ersten Wahlgang noch gewählt wurde, war 1893 Stichwahl nothwendig, die folgendes Ergebniß hatte: Sozialdemokrat 8773 Freifinn 13 060 Bei der riesigen Entwickelung, die dieser Wahlkreis in den Teglen 5 Jahren durchgemacht hat und angesichts des Umftandes, daß innerhalb dieser Zeit die Nationalliberalen dem Freifinn die ftets innegehabten Landtags- Mandate abgenommen haben, ist an zunehmen, daß bei der bevorstehenden Reichstagswahl die National liberalen soweit erstarkt sind, daß sie in bezug auf die abgegebene Stimmenzahl in die zweite Linie aufrücken und mit uns in die Stichwahl tommen werden, während der Freifinn gleich im ersten Wahlgang ins Hintertreffen geráth." Auch ein Geschäft! = " Dobers schlecht auskommen. Eine stark besuchte Bäckerversammlung, die geftern Nach. mittag in der Tonhalle tagte, nahm nach einem Referate des Reichstags- Abgeordneten Moltenbuhr eine Protestresolution gegen den Posadowsky'schen Erlaß an. Eine Vereinigung aller nicht- sozialdemokratischer Arbeiter Die Gewerkschaft Vereinigte Karolinenglück in Hamme, Berlins auf christlicher Grundlage empfiehlt der Reichstags- Ab in deren Bereiche das bis jetzt größte Grubenunglück Preußens fich geordnete Prof. Dr. Hige gestern in einer vom Verein Arbeiterschuß autrug, hatte bekanntlich den Bergleuten eine 10prozentige Reduktion einberufenen Versammlung. Der Redner beklagte, daß in der des Gedinges( bes Alfordlohnes) angekündigt. Wie es beißt, soll Sozialpolitik gegenwärtig ein gewiffer Stillstand eingetreten fei. diese Lohnreduktion nun unterbleiben. Die Gewerkschaft würde zu einem Theile sei daran Schuld die gebäffige Beurtheilung" trozdem noch lange nicht am Hungertuche nagen. Im Jahre 1896 aller arbeiterfreundlichen Maßregeln durch die Sozialdemokratie und vertheilte fie pro Ruy 150 M., im Jahre 1897 aber 350 M. Die die Interesselosigkeit der nichtfozialdemokratischen Arbeiter. Der Rheinisch Westfäl. Arb. 3tg.", die diese Angaben macht, theilt Busammenschluß aller nicht sozialdemokratischen Elemente fei um so dann gegenüber der Behauptung bürgerlicher Blätter, für die nöthiger, je mehr der Terrorismus der Sozialdemokratie wachse". Hinterbliebenen der verunglückten Berglente sei austömmlich Wir bitten Herrn Dr. Size um Entschuldigung, wenn wir ihn bisher gesorgt, folgendes mit:„ Es sind viele Sinterbliebene, denen erst nicht die Geschmacklosigkeit zugetraut hatten, daß auch er mit diesem das Schiedsgericht zu einer Rente verhelfen muß, da es nach Anverbrauchten Stumm'schen Schlagworte haufiren gehen könne. sicht der Sektion strittig ist, ob der betr. Verunglückte der einzige Ernährer war. Und wie hoch ist die Rente? Es find Frauen mit 5 und mehr Kindern. Mehr als 6-700 m., b. h. zirka 50 M. pro Monat, bekommt teine Wittwe. Nun find aber genug ba, bie nur 2-300 m., also pro Monat noch nicht mal 30 M. erhatten." her acht Tage später statt. Deutsches Reich. Die Vertreter des Genfer Verbandes und des deutschen Kellnerbundes sind vor einigen Tagen im Reichsamt des Innern vom Geh. Regierungsrath Roch empfangen worden, um die Wünsche der Gastwirthsgehilfen bezüglich der Schußgesetzgebung im Gastwirthsgewerbe vorzutragen. Der Sprecher der Abordnung Gegen das sogenannte Verblenden der Schaufenster an formulirte die Forderungen der Gastwirthsgehilfen dahin, daß mindestens ein halber Ruhetag wöchentlich oder ein ganzer alle präsidenten der Proving Westfalen angeordnet worden ist, gefeßlichen Sonn- und Feiertagen, das vom Ober14 Tage nöthig feien, von denen einer alle vier Wochen auf einen beschloß der Verband der kaufmännischen Vereine von Rheinland Sonntag fallen müsse, um den Kirchenbesuch zu ermöglichen. und Westfalen auf seinem Verbandstage zu Dortmund, im Wege der Ferner sprach er sich für ein Verbot der Nachtarbeiten der Lehrlinge, Betition vorstellig zu werden und erforderlichenfalls die Entscheidung fowie für den Maximalarbeitstag und eine Mindestruhezeit von der Gerichte herbeizuführen. mindestens 8 Stunden aus. Geheimrath Roch bezweifelte die prak tische Durchführbarkeit dieser Forderung, da hier ganz andere Ver Bayerische Gewerbe Juspektion. Das bayerische Ministerium hältnisse als im Bäckereigewerbe vorlägen. Ob das seiner Zeit von des Junern bat in einem Rundschreiben an die Kreisregies der Regierung in Aussicht gestellte Spezialgesetz für die Kellner in rungen die Pflege des Verkehrs der Gewerbe- Aufsichtsbeamten mit In Weylar Altenkirchen ist als Kandidat der ver- absehbarer Zeit dem Reichstag vorgelegt werden würde, darüber war den Unternehmern und Arbeitern, insbesondere die Schaffung geeigneter einigten Konservativen und Nationalliberalen der konservative mit voller Sicherheit eine ungweideutige Auskunft nicht zu erlangen". Vermittelungsorgane zwischen jenen und den Arbeitern und ArbeiteRegierungsrath Stackmann aus Koblenz, früher Landrath des Kreises, Geheimrath Roch erklärte, die soziale Gesezgebung gehe rinnen, ferner die Revision der Betriebsarten, die durch die überins Auge gefaßt. Bisher war der nationalliberale Fabrikant Krämer weiter, nur fönne sie nicht in dem erwarteten raschen Tempo mäßig lange Arbeitszeit oder durch die Beschäftigungsweise ge= aus Kirchen a. d. Sieg zweimal Vertreter von Weylar. Nach Ueber- erfolgen, weil es sich um sehr viele Gewerbe handle. Wie wir fundheitsschädigend wirken, sowie die Ueberwachung der Beeinkommen der zwei Parteien soll aber die Wahl wechseln. Schon hören, foll in Berlin demnächst eine Versammlung von Gastwirths. Schäftigung jugendlicher Arbeiter und die Förderung des das vorige Mal war eigentlich der Konservative an der Reihe.". gehilfen stattfinden, welche gegen die mehr als bescheidenen Forde gewerblichen Fachschulwesens der Aufmerksamkeit empfohlen. Sodann ist angeordnet, daß für das Jahr 1898 von den Fabrik- und Gewerbeinspektoren die 2ohnverhältnisse und die ArbeitsIn der Rheinpfala, fo fchreibt eine Bentrumskorrespondeng, rungen der genannten Abordnung Protest einlegen wird. Eine von den Handschuhmachern Berlins zu Montag, den Kräfte einsetzen, um endlich den Sieg über die Nationalliberalen au berufene öffentliche Versammlung, in welcher zur inter in den Jahresberichten. niedergelegt werden. Angesichts der Zu wird das Zentrum in Germersheim und Zweibrüden alle 28. Februar, in das Lokal von Sirthe, Glisabethkirchstraße, ein seit, dann die Verhältnisse des Lehrlingswesens im Schneidereibetriebe genau ermittelt und die Ergebnisse erringen. Wie die Nationalsozialen die Reaktion bekämpfen, nationalen Föderation Stellung genommen werden sollte, wurde ver- fammenstellung der Jahresberichte, wonach im vorigen Jahre 45,8 pt. zeigt deutlich ein Brief, den Herr Rechtsanwalt Martin, der in boten, weil das Lokal den polizeilichen Vorschriften in betreff öffent der Fabriken und 36,1 pct. Der Betriebe mit über fünf Arbeitern Leipzig- Land als nationalsozialer Kandidat aufgestelt ist, au licher Versammlungen nicht entspricht. Die Versammlung findet da revidirt worden sind, bezeichnet die Regierung eine Steigerung der die Leipz. Neueft. Nachr." geschrieben hat. Dort heißt es: Die Revisionsthätigkeit in dem Sinne, daß die Fabriken, sowie die Bes Aufstellung einer nationalfozialen Kandidatur in Leipzig- Land Die Maurer von Groß- Lichterfelde hatten an den Maurer triebe mit über fünf Arbeitern mindestens alljährlich zur Hälfte Die Ortspolizeifoll teine Zersplitterung der Ordnungsparteien im Kampfe meister De u ming die Forderung gestellt, den neunftündigen Arbeits- inspizirt werden, als dringend wünschenswerth. gegen die Sozialdemokratie und eventuell für die Flotten tag bei 55 Pf. Stundenlohn einzuführen. Herr Deuming hat die behörden sollen diese Aufgabe der Gewerbe- Aufsichtsbeamten dadurch vorlage zur zur Folge haben. Bei den Reichstags Wahlen Forderung abgelehnt; die Arbeiter werden heute Abend in einer erleichtern, daß fie die Durchführung der rein formellen Vorschriften im Jahre 1893 wurden in Leipzig- Band 83 849 fozialdemokratische öffentlichen Versammlung dazu Stellung nehmen. eifrig überwachen. Schließlich wird in dem Rundschreiben bemerkt: umb 18 914 Stimmen der Ordnungsparteien abgegeben. Nach diesem " Die Befchaffung gefunder, zweckentsprechender und wohlfeiler Arbeiter Resultat darf man wohl annehmen, daß weder die Nationallibe Der Verband deutscher Müller und verwandter Berufs- wohnungen erweist sich immer mehr als Bedürfniß, dessen Befriedigung ralen noch die Reformpartei irgend welche Hoffnung habe, den genossen, deffen Siz Altenburg ist, hält vom 9.- 11. April d. J. im allgemeinen Intereffe liegt und wohl am besten durch die in erster 13. Wahlkreis bei der bevorstehenden Wahl zu erobern. Wenn in Erfurt im Restaurant zur Lüzelburg seinen ordentlichen Steibe betheiligten Gemeinden erfolgt. In dieser Beziehung wird wir recht unterrichtet sind, ist auch von diesen Parteien höchstens Verbandstag ab. Die vorläufige Tagesordnung lautet: 1. Be auf das im unterfränkischen Jahresbericht für 1397 erwähnte Vor eine Zähltandidatur in Aussicht genommen. Wir National- Sozialen richt der Hauptverwaltung fiber die verflossene Gefchäftsperiode; gehen der Städte Schweinfurt und Würzburg verwiesen, das die glauben dagegen beffere Chancen zu haben; denn bei der Nachwahl 2, Bericht des Ausschusses; 3. Arbeitslosen- Unterstüßung; 4. Be weiteste Nachahmung verdient. Es ist nach Thunlichkeit darauf hin1897 im Kreise Plön- Oldenburg haben wir den Sozialdemokraten reichlich rathung über die eingegangenen Anträge; 5. Wahl der Ver- zuwirken, daß in jenen Gemeinden, in denen nach den Beobachtungen 500Stimmen, ein Sechstel ihres Bestandes bei der 93er Wahl, abgenommen. waltungen; 6. Die gefeßliche Regelung der Arbeitszeit und Ein- der Gewerbe- Aufsichtsbeamten die Wohnverhältnisse der Arbeiter-; Wir rechnen darum darauf, daß uns die Ordnungsparteien in Leipzig- führung vollständiger Sonntagsruhe im Müllergewerbe. bevölkerung mißliche sind, die Gemeindevertretungen sich mit deren Land keinen Kandidaten entgegenstellen werden. In dieser Erwartung und Die Schiffezimmerer in Rathenow haben am Montag die Berbefferung befaffen und, soweit nicht durch die Unternehmer um eine Bersplitterung zu vermeiden, haben wir unsererseits be- Arbeit eingestellt. Sie fordern Erhöhung des Stundenlohnes um oder Vereine Abhilfe zu erwarten ist, selbst mit der Errichtung von schlossen, in Leipzig- Stadt zunächst von einer eigenen Kandidatur 3 Pf. Bisher betrug ihr höchster Lohnfat 30 Pf., der niedrigste Arbeiterwohnungen vorgehen." abzusehen." Diese Offenheit des national- sozialen Herrn Kandidaten 25 Pf. Die Zahl der Ausständigen beträgt 42; davon sind 31 verWas sagt Herr v. Stumm zu diesem Rundschreiben? ist sehr anzuerkennen, trägt sie doch dazu bei, diese Herren, die sich heirathet. Die Aussichten des Streifs werden als günstig geschildert; Die Schuhmacherei als Hausindustrie. Jm Spalter so geru ein arbeiterfreundliches Air geben, in ihrer wahren Gestalt die Arbeit dränge und die in der Umgebung von Rathenow be Hopfenlande, einige Meilen von Nürnberg entfernt, ist durch au kennzeichnen. Nach den Wahlen werden sie das wahrscheinlich schäftigten Zimmerer feien ebenfalls mit Arbeit überhäuft und zudem das Darniederliegen des Hopfenbaues die Bevölkerung in eine noch viel offener thun. organisirt, so daß es den Schiffsbaumeistern, die sich übrigens auf wirthschaftliche Nothlage gerathen, die von den Vereinigten Von München meldet uns ein Privattelegramm: Vorgestern die Hartnäckigkeit des Unternehmer- Verbandes berufen, schwer fallen Fränkischen Schuhfabriten in Nürnberg, einem der Abend, den 28. Februar, sind in einer großen Wählerversammlung werde, andere Arbeitsfräfte herbeizuschaffen. Es ist wohl zu er größten Unternehmen seiner Art in Deutschland, dazu benutzt wurde, die Genossen Birt und Bollmar wiederum als Reichstags- Kandidaten warten, daß es angesichts der bescheidenen Forderung der Schiffs die Bevölkerung mit der Einführung der Schuhfabrikation als für München I und II aufgestellt worden. Die Bamberger zimmerer Rathenows bald zu einer Einigung kommt. Der Stadtmagistrat von Hausindustrie zu beglüden". Barteigenoffen stellten nach einem Vortrag des Genoffen DertelNürnberg den Arbeiterfekretär Dorn von Nürnberg auf. Bentrum schaft beeilte sich, ihren Vortheil zu wahren. Spalt, der darauf bedacht ist, seine Steuerpflichtigen zahlungs. gab dazu den Anstoß und die Gefell fäbig zu erhalten, blätter melden: Endlich nach längerem Schwanken ift die Gut Ein Werkmeister scheidung für die Wahlkreise Kronach- Lichtenfels und Neustadt a. d. wurde nach Spalt gefandt, der den Leuten die nöthigen Handgriffe Baldnaab gefallen. Im ersteren kandidirt Dr. Heim, im letzteren beibringen mußte. Jetzt ist die Schufterei bereits flott im Gange. Frhr. v. Pfetten." Einer unserer Parteifreunde hatte jüngst Gelegenheit, aus dem Munde der Heimarbeiter selbst zu hören, wie hoch der Verdienst ist, der nach den ihnen gemachten Versprechungen ein sehr lohnender" sein sollte. Eine Familie von drei Perionen, die fast täglich von früh 5 bis nachts 11 oder 12 Uhr angeftrengt arbeitet, auch Sonne In einer Maurerversammlung in Zwickan wurde gerügt, tags, verdient pro Woche 15 Mart, eine andere dreitöpfige daß für die Niederreißung der Kasernen Ruine troß Familie brachte es in drei Wochen auf 10 Mark. Man verdiefer lebensgefährlichen Arbeit an Maurer wie Handarbeiter geröstet die Leute damit, daß sie später mehr verdienen würden, wenn ringere Löhne gezahlt werden, als ortsüblich ist, nämlich nur 22 bis sie sich einmal eingearbeitet haben, aber viel mehr wird auch nicht 34 Bf., während die Innung im vorigen Jahre den Lohn auf 35 Bf. herausschauen, da später wohl auch die üblichen Rohnreduktionen Die Arbeiter, die in den pro Stunde für Maurer festgesetzt hat und einzelne Baumeister 36 f. nicht auf fich warten laffen werden. zahlen. Reichstags- Abgeordneter W. Stolle foll davon in Kenntniß Fabrikbetrieben der Firma beschäftigt find( ca. 1500), stehen einer gesetzt werden, um gelegentlich diese Thatsache im Reichstage vorzu schweren Gefahr gegenüber, da die Gesellschaft in letterer Zeit bringen. In die Lohnbewegung soll dieses Jahr schon am 1. März immer mehr das Bestreben an den Tag gelegt hat, fich die ländlichen Sie können dieser Gefahr nur eingetreten werden, man will den Stundenlohn auf 38 bis 40 Pfg. Arbeitskräfte zu nutze zu machen. normiren. begegnen durch rechtzeitige Kräftigung ihrer Organisation und durch Gewinnung der Heimarbeiter für diefelbe. " Partei- Machrichten. Das sozialdemokratische Wahlkomitee für Neuk f. 2. fordert in einem Aufrufe zur Reichstagswahl die Parteigen offen auf, ungefäumt die Bildung von Lot al- Wahlkomitees vorzunehmen; in Orten, wo dies nicht möglich ist, soll ein rühriger Barteigenoffe mit der Agitation betraut werden. Meister mit der Lobukommission absolut nicht verhandeln wollten, In Mühlbaufen i. Th. haben die Maurer, nachdem die das Gewerbegericht als Ginigungsamt angerufen. In mehreren Färbereien find infolge von Lohndifferenzer zahlreiche Arbeitsniederlegungen vorgekommen. 26 Holzbildhaner der Firma Frische u. Schubert in Potschappel stellten am Montag die Arbeit ein. Sie fordern unter anderen: Aufstellung eines Lohntariss und Erhöhung der Affordsätze um 25 pet. Aus Holland wird uns geschrieben: Der Jahres. tongreß der sozialdemokratischen Arbeiterpartei wird diesmal zu Ostern in Amsterdam abgehalten. Den Hauptpunkt der Verhandlungen wird vermuthlich die Debatte über die Haltung der Partei- Abgeordneten in der Zweiten Kammer bilden. Besonders sind es einige Aeußerungen Van Rol's bei der Berathung des Kriegsetats, worüber eine lebhafte Diskussion zu er warten ist. Es sind dabei Fragen zu erörtern, die von den Bum Ersatz der ftreifenden Steinarbeiter in Sulzfeld war holländischen Sozialisten bis jetzt noch nie eingehend untersucht ein Trupp Italiener angeworben worden. Keiner von ihnen worden sind und fiber welche viel Unklarheit und Meinungs- trat aber in Arbeit, nachdem sie von dem Stand der Dinge unter verschiedenheit herrscht. Hoffentlich wird der Kongreß die richtige richtet waren. Lösung finden. Zum Vorabend des Kongresses hat der Parteivorstand Ju München find die Differenzen, die zwischen dem Tapezierer. ein großes Meeting nach Amsterdam einberufen, wozu man Georg meister Fried und den von ihm beschäftigten Schreinern bestanden, Barnes, den Leiter des englischen Maschinenbauer Streiks, als beigelegt zu betrachten. Die Vorstandschaft der Meisters ferner Bebel, Anseele und Jaurès als Redner einladen wird. Möge diese Rundgebung in dem noch immer start anarchistisch vereinigung hat mit der Lohnkommiffion der Schreiner und den Ausständigen unterhandelt. Das Resultat ist folgendes: Fried ver durchsetzten Amsterdam aufklärend wirken. pflichtet sich, die eigenmächtig aufgestellte Werkstattordnung zurückzu. ziehen. An deren Stelle tritt die Werkstattordnung der Meisterschaft unter Beibehaltung der 93/4 stündigen Arbeitszeit. Weiter hat Fried für die fiebentägige Aussperrung an die 24 Ausgesperrten den vollen Tagelohn zu zahlen. Die Verwirrung im Nieuwenhuis' schen Sozialistenbund steigert sich täglich. Verschiedene Zweigvereine trennen sich von der fterbenden Organisation, um entweder in ganz anarchistischer, oder in ganz fozialdemokratischer Richtung zu wirken. Unter den Üebrig bleibenden ist jetzt ein Streit um die Befihthümer des Bundes entbrannt. Das schönste ist wohl, daß der Amfterdamer Zweigverein, dazu vom letzten Rongreß beauftragt, für den anti- parlamenta rischen Bund einen parlamentarisch gesinnten Vorstand gewählt hat. Es tann aber tommen, daß der Vorstand schon in turzer Frist gar nichts mehr vorzustehen" haben wird. Gewerkschaftliches. Berlin und Umgebung. Boziales. über Die deutschen Berufsgenossenschaften halten am 29. März in Berlin ihren 12. ordentlichen Berufsgenoffen. schaftstag ab. U. a. soll verhandelt werden: über die Frage der Ausbildung von Betriebsangestellten im Samariterdienst; Gewährung von Sonderzuschüssen an in Kranken- und Refon valescentenhäusern befindliche Berlegte zur Bestreitung Kleinerer Ausgaben; ferner über die Frage, ob und welchen Einfluß das Batentgesetz auf die Unfallverhütungsbestrebungen und auf die Einführung von Schußvorrichtungen bat. Das Stuttgarter Polizei Amt veröffentlichte eine Bekannt. machung an die Bäcker, worin auf die ungenügende Innehaltung des Maximal- Arbeitstages hingewiesen und zum Schluß gefagt ist, Die Zuwiderhandlungen schienen vielfach daher zu rühren, daß man hoffe, die Bundesrathsverordnung werde abgeändert werden. Demgegenüber erklärt das Polizei- Amt, es müsse und werde die Ber ordnung ausführen, so lange fie bestehe. Depelihen und lehte Nachrichten. Nordhausen, 1. März.( W. Z. B.) Das Ministerium von Schwarzburg- Rudolstadt hat gestern anf Befehl des Fürften die Her gabe des Langenthales auf dem Kyffhäuser zur Verwendung als Plas für die Nationalfestspiele abgelehnt. Galak, 1. Marz.( B. H.) Der rumänische Poftdampfer ,, Meteor" scheiterte unweit Barna. Die Paffagiere wurden gerettet; die Post ist jedoch verloren. Budapest, 1. März.( B. H.) Die Donau steigt; aus den Niede rungen werden große Ueberschwemmungen gemeldet. Arad, 1. März.( B. H.) In der legten Nacht fand bei der Station Gyoroets ein Zusammenstoß zweier Lastzüge statt. Zehu Waggons wurden zertrümmert; vom Bugpersonal wurden mehrere schwer verlegt. Herr Goldschmidt, Redakteur des Hirsch- Duncker'schen ,, Gewerkverein" sendet uns auf unsere gestrige Notiz, die sich gegen die von ihm in einer Magdeburger Gewerkvereins- Versamm- ,, Wir werden schon dafür sorgen, daß Sie am längsten Lung gemachten Aeußerungen richtete, eine Richtigstellung, nach der Häner gewesen sind." Diese Drobung mit der Maßregelung eß, sich der Hergang der Sache allerdings in einem etwas an wie wir füngst berichteten, der Amtsanwalt in Königshütte deren Lichte darstellt. Danach hat Herr Goldschmidt in jener Ver-( D.-S.) in einer Schöffengerichts.Verhandlung einem Bergmanne gegen fammlung nur jene bekannte Thatsache in die Debatte gezogen, daß über aus, der der unbefugten Verbreitung sozialistischer Schriften angeflagt Millarg Gelder, die nicht durch das Gewerkschaftsbureau, war, aber freigesprochen wurde. Dieser Bergmann, Schellert sondern durch eine große Berliner Gewerkschaft direkt an die mit Namen, ist nun thatsächlich entlassen worden. Er englischen Maschinenbauer abgeführt worden sind, als Einnahmel arbeitete auf der fiskalischen Königsgrube. Nachdem er die Rins Verantwortlicher Redakteur: August Jacobey in Berlin. Für den Inseratentheil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin. Drud und Verlag von Mag Bading in Berlin. London, 1. März.( W. T. B.) Das Reuter'sche Bureau" meldet aus Adelaide von gestern, die Bark„ Präsident Felix Faure" aus Barry berichtet, fie habe während eines Sturies am 2. Februar zwölf Matrosen, den zweiten Steuermann und drei Schiffsjungen verloren. Sämmtliche Personen seien über Bord ge= schwemmt worden. Sidney, 1. März.( W. T. B8.) Ein überaus heftiger Orlan in Neu- Kaledonien verwüstete die Kolonie und richtete unter den Das französische Kanonenboot Schiffen großen Schaden an, Loyalité" ist gefunden. Hierzu 1 Beilage u. Unterhaltungsblatt. Nr. 51. 15. Jahrgang. Reichstag. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. 53. Sigung. Dienstag, 1. März 1898, 2 Uhr. Am Bundesrathstische: Dir. v. Schulz. 0 . Mittwoch, 2. März 1898. fälle sind die Eisenbahnbeamten und das reisende Publikum so nervös Buch durchblättert und sich an den zahlreichen hübschen Jllustra geworden, daß wir alle Ursache haben, die Nervosität nicht noch zu er- tionen ergößt, sondern auch für den Fachmann, der unter den eins höhen. Bei den Abg. Pachnicke und Rösicke sind wir ja die Objektivität der gehenden Referaten über die verschiedenen Zweige der Ausstellung Beurtheilung nicht gewohnt, aber auch dem Abg. Hammacher hat manche schäßbare Erinnerung und Anregung finden wird. Schade, Die Berathung des Etats des Reich 3.Eisenbahnamt 3 heute seine fonftige Objektivität nicht zur Seite geftanden. Die daß der imponirende Umfang des Buches und seine hübsche Aus miro fortgesetzt beim Titel„ Präsident". Dem in unserer legten Kompetenz des Reichs- Eisenbahnamts geht nicht so weit, wie es stattung einem für gewöhnliche Leute schwer erschwingbaren Preis Nummer veröffentlichten Antrag Dr. Pachnicke( frf. g.) liegt Abg. Dr. Hammacher zu wünschen scheint. Auch Abg. Hammacher bedingt. Vielleicht überlegt sich doch die eine oder andere Arbeiterein Unterantrag des Frhru. v. Stumm vor, welcher verlangt: hat vieles vorgebracht, was vor den preußischen Landtag gehört. organisation, ob sie sich das Wert nicht für ihre Bibliothek zusub a die Worte, wie sie in letzter Zeit" und vorgekommen ist" Die Klagen über den Wagenmangel waren zur Zeit der Privat- legen soll. zu streichen. bahnen noch größer. So schlimm ist es garnicht. Jeder Sach- Noch in einem Bunkte ist das Buch für den Arbeiter interessant. Abg. Dr. Hammacher( natl.): Die Rlagen über die Entwicke verständige wisse, daß der Geschäftsmann heute das Doppelte und An verschiedenen Stellen des Wertes spiegelt fich nämlich das Tung der Thätigkeit und des Ansehens des Reichs- Eisenbahnamtes Dreifache von den Wagen fordert, die er wirklich braucht.( Sehr foziale Empfinden der Berliner Jndustriellen mit ergöglicher Klarheit haben ihre Ursache darin, daß durch den Druck der Machtverhältnisse richtig! rechts.) Sie bekommen nicht, was sie verlangen, aber wieder. Nach den Erfahrungen der letzten Zeit wird der Arbeiter der Eisenbahn Verwaltungen der einzelnen Staaten das Reichs immer noch soviel wie sie brauchen. An der Unzulänglichkeit in dieser Beziehung gewiß teine allzu hohen Forderungen an die Leute Eisenbahnamt daran verhindert wurde, seine Thätigkeit in aus der Bahnhofsanlagen ist oft nicht nur der Minister, sondern auch stellen, die im Schatten Kühnemann'scher Denkungsart ihre Berichte reichendem Maße zu entfalten. Die möglichst einstimmige Annahme das preußische Abgeordnetenhaus Schuld, das die Bewilligungen geschrieben haben. Aber was Berlin und seine Arbeit" da im Einzelnen des Antrages Pachnicke durch den Reichstag wird die Bedeutung häufig ablehnt. Es liegt ein Widerspruch darin, über die mangel- bietet, gengt leider von so beschämender Beschränktheit, von so des Reichs Eisenbahnamtes erhöhen. Es hat von Gesetzes wegen haften Verkehrseinrichtungen zu flagen und auf der anderen Seite fleinlichem Haß gegen die Berliner Arbeiterwelt, daß wir beinahe ein weitgehendes Aufsichtsrecht über die Staatsbahnen. Das eine Steigerung des Verkehrs durch Verbilligung der Personentarife annehmen möchten, die in betracht kommenden Stellen seien von den Gesetz bietet in feinem§ 1 ausdrücklich die Handhabe, die herbeiführen zu wollen. Ich meine, man sollte eine Steigerung des Herren Kühnemann und Felisch mit eigener Hand zu Papier genothwendigen Kräfte zu vermehren, δα es die Anstellung Verkehrs zu vermeiden suchen und erst die Uebelstände beseitigen. bracht worden. Schon in dem Kapitel Borgeschichte und Vorvon Reichs Eisenbahn- Kommissarien vorsteht. Ich Vor einer allzu schnellen Vermehrung des Eisenbahn Personals bereitung der Ausstellung" wird auf Seite 77 beflagt, daß die vielglaube, daß der Reichstag die hierzu nothwendigen Mittel nie ver ist zu warnen. Haben die Leute zeitweise nicht voll zu thun, dann fachen, natürlich immer durch sozialdemokratische Kreise geschürten fagen wird.( Beifall bei den Nationalliberalen.) Der Herr Direktor verbummeln sie. Andererseits können den verantwortungsvollen Agitationen zu zahlreichen Streifversuchen geführt hätten. Welcher Der Ich will für den Antrag Art waren nun die maßlosen Forderungen der Arbeiter? des Reichs- Eisenbahnamts ist der Ansicht, daß das weitere In- Dienst nicht ungelernte Leute versehen. anspruchnehmen der Kräfte nur berechtigt sei, wenn die Betriebs- Bachnicke fiimmen, wenn er die Worte wie sie in letzter Zeit" und Bericht bekundet selber, daß die Zimmerer den 50 Pf. betragenden arbeit dies direkt erfordert. Es ist aber nothwendig, daß man vorgekommen ist", streicht. Stundenlohn zunächst auf 521/2 und dann auf 55 Pf. erhöht haben Prohibitivmaßregeln trifft. Wenn 8. B. eine Bahnstrecke oder ein Abg. Dr. Pachnicke( frf. Vg.) zur Geschäftsordnung: Ich erkläre wollten. Und wegen einer so, wir möchten fast sagen, beschämend Bahnhof sich in einem Zustand befindet, daß er die Betriebs- mich im Interesse der möglichst einstimmigen Annahme meines Antrags geringfügigen Forderung ließen die Profitwütheriche es erst zum ficherheit unter gewiffen gewissen Umständen gefährden tönnte mit der Streichung der vom Abg. v. Stumm beanstandeten Stellen Ausstande kommen! Das komische an der Sache aber ist, daß die wie dies in Vohwinkel der Fall war so hat die einverstanden. Herren Kühnemann und Felisch, die nicht genug schreien können, daß Verwaltung das Recht und die Pflicht, den Umbau des Bahnhofs Abg. Lenzmann( frf. Bp.): Die Zahl der Unfälle ist that- Staat und Unternehmerthum geschlossen gegen die Arbeiterschaft aus zu verlangen; die erforderlichen Mittel werden schon aufgebracht fächlich in der legten Zeit gestiegen und ich hätte gewünscht, Abg. sammenstehen müssen, als Leiter des Ausstellungs- Unternehmens ihre werden. Die Rücksicht auf das finanzielle Ergebniß darf die Re- Pachnicke hätte die ursprüngliche Fassung seines Antrags aufrecht eigenen Grundsätze schmählich durchbrochen haben, indem sie in den gierung nicht davon abhalten, diejenigen Maßnahmen zu treffen, die erhalten. Der Hinweis auf die größere Zahl der Unfälle in Eng- Kontrakten mit den einzelnen Unternehmern der Ausstellungsbauten im Intereffe der Sicherheit nothwendig sind. Eine Verquickung der land ist vollkommen verfehlt, da dort die Fahrgeschwindigkeit be- ausdrücklich die Bestimmung getroffen hatten, daß Ausstände nicht Eisenbahnverwaltung mit der allgemeinen Finanzverwaltung, wie deutend höher ist. 9/10 der Unfälle ereignen sich nicht auf der als höhere Gewalt gelten sollten, welche den Unternehmer von fie leider in Preußen der Fall ist, führt nothwendigerweise zu einer Strecke, sondern auf den Bahnhöfen selbst und zwar gewöhnlich in der Erfüllung seiner Verpflichtungen entbinde. Mit recht können die Verschleierung des Blicks den Betriebserfordernissen gegenüber. Ein folge mangelhafter Einrichtungen in diesen selbst. Sie sind nicht Bunftmeister ihren eigenen Führer, Herrn Felisch, dafür verantwort preußischer Minister müßte ein Gott sein, wenn er bei diefer engen ausgedehnt genug, sodaß das Rangiren auf den Geleisen für die lich machen, daß sie zum beträchtlichen Theil auf die Forderungen Vereinigung nicht stets an die Finanzen denken würde, mögen die Personenzüge vorgenommen werden muß und auch die Sicherheits- der Arbeiter eingehen mußten. Vom Geist der Rühnemann und Ausgaben auch noch so nothwendig sein. Bei der Berstaatlichung vorrichtungen sind oft mangelhaft, wie Abg. Gerisch schon gestern be- Felisch sind vielfach auch die Einzelberichte burchtränkt. So jammert der der Eisenbahnen hat man an diefe Ronfequenzen nicht tonte. Die Sparsamkeitsrücksichten sind überall maßgebend, so auch Verfasser des Berichts über die Zabat- und Bigarrenindustrie, ein Herr gedacht; von einer privaten Gesellschaft würde die Ne bei der Besoldung der unteren Beamten, obgleich eine schlechte Dr. Heinrich Fräntel, auf Seite 443 darüber, daß gelegentlich Ar gierung rücksichtslos verlangen, daß fie alle die für Besoldung dieser vor allem auch die Sicherheit des Publikums ge- beitseinstellungen, die durch sozialdemokratische Einflüsse hervorDie öffentliche Sicherheit nothwendigen Einrichtungen treffe; fährdet; daß soviel Unfälle durch Nichtbeachtung der Signale fich er gerufen feien, den Rückgang dieser Industrie befördert hätten. Bon das Interesse der Aktionäre würde sie fie da wenig angehen. eignen, liegt vor allem daran, daß die Lokomotivführer nicht ge- einer Fülle widerwärtigen Eigenlobs trieft der auf Seite 518 er Und nun bringt uns die vorher so gerühmte Verstaatlichung diese nügend ausgebildet sind. Um nämlich zu sparen, verwendet man stattete Bericht über die wirthschaftliche Lage der Arbeiter und die Rücksicht auf die Finanzen.( Beifall bei den Nationalliberalen.) Ich Heizer I. Klasse auch als Lokomotivführer, ohne sie jedoch Fürsorge(!) für diese in der Maschinenindustrie. Der Umstand, habe den Ausdruck bas System hat Bankrott gemacht" nicht als solche zu bezahlen. Auch haben die Lokomotivführer daß die Uebermacht des Kapitals die Arbeiter gezwungen hat, den gemacht, hätte ich ihn aber gebraucht, so hätte er, felbst eine viel zu lange Arbeitszeit. 10-12 Stunden müssen sie in berüchtigten Arbeitsnachweis in der Gartenstraße zu benußen, wird in etwas fraffer Weise Weise freilich, den gegenwärtigen Zu Wind und Wetter auf der Lokomotive verweilen. Besonders auf als eine Wohlthat" für die Arbeiter gepriesen, trotzdem ein paar stand treffend bezeichnet.( Beifall bei den Nationalliberalen.) den Stationen selbst herrscht oft ein großer Mangel an Personal; Beilen vorher ausdrücklich zugegeben ist, daß eine forgEs ist unbillig, wenn man immer wieder den Minister Thielen für paffirt aber infolge deffen einmal ein Unfall, so werden sofort fältige Liftenführung über die agitatorisch nachtheilig thätigen alle Eisenbahnunfälle verantwortlich macht. Die Schuld liegt in fchwere Gefängnißstrafen verhängt. Es werden immer neue Arbeiter auch einen Ausschluß dieser für jede Ausstandsfo während doch die Beamten gar nicht bewegung Elemente" gefährlichen ermögliche. Weiter dem Systeme selbst. Es giebt eine große Anzahl technischer Einzel. Reglements erlassen, während heiten, die geradezu eine beständige Quelle der Unfälle bilden, auf im stande find all die zahlreichen Bestimmungen aus wird in dem Bericht beklagt, daß die Bestimmungen der Gewerbedie man bei uns aber nicht das genügende Gewicht zuführen. Durch den Wagenmangel weiden vor allem die Ordnung das Halten von Lehrlingen zu einem„ dornenvollen legt. Ich nenne nur die Niveaukreuzungen, die anderswo, Fabrikbefizer geschädigt, eine wirksame Abhilfe kann da nur durch Kapitel" in der modernen industriellen Arbeit gestalten. An einer zum Beispiel in England, bei der Konzessionirung von Bahnen vermehrte Wasserstraßen geschaffen werden. Das Grundübel ist aber anderen Stelle werden die Arbeiter gescholten, daß sie so schwer zu die allergrößte Rolle spielen. Das wichtigste bleibt aber die ges immer die Plusmacherei des Finanzministeriums, das auch die bewegen sind, vorhandene Schuhvorrichtungen stetig zu benutzen, zu nügende Ausbildung der Beamten, und diese wird durch die Eisenbahnen nur als milchende Kuh betrachtet. Herr Miquel ist gleich wird aber durch die Behauptung, daß der Bruchtheil der tadelnswerthe Schwäche gegenüber den Militärs und den Juristen fürwahr ein Theil von jener Kraft, die stets das Böse will und Infälle, die durch Schußvorrichtungen zu verhüten sind, außerordentimmer wieder geschädigt.( Sehr richtig! links.) Auch an sich ist stets das Böse schafft.( Heiterkeit und Beifall links.) lich gering sei, den paar Arbeiterschutz- Bestimmungen der Gesetzdie Ausbildung sehr unzweckmäßig; sie steht zu wenig im Einklang gebung ein heimtückischer Hieb verseßt. mit der Praxis. " Hierauf vertagt sich das Haus. Nächste Sigung Donnerstag 2 Uhr: Fortsetzung der heutigen Berathung und erfte Berathung der Novelle zum Postgeset. Schluß 614 Uhr. " Der Arbeiter wird auch aus dem amtlichen Ausstellungsbericht erkennen, daß er durch die zwingende Macht einer starken Koalition die Kulturaufgabe zu lösen hat, im Gehirn des verbohrten Unternehmerthums Licht zu schaffen. Abg. Graf v. Limburg- Stirum( t.): Die Verstaatlichung der Bahnen trägt nicht Schuld an den Mißständen; diese waren nur Was den zweiten Theil des Antrags Pachnicke anlangt, so gebe früber nicht so kontrollirbar, während der Staatsbetrieb der öffent ich nicht so weit, zu verlangen, daß die Ausgestaltung des lichen Kritik unterliegt.( Sehr richtig! rechts.) Wenn Herr Lenzmann Betriebes allen beständig wechselnden Bedürfnissen des Berkehrs auf die Schuld an den Unfällen der Verwaltung beimißt, vergißt er, ber Stelle nachzukommen habe. Das hängt zu sehr von den Kons daß viele derselben auch durch die Beamten veranlaßt werden, die Bettler und ,, Arbeitsscheue". An den ausgedehnten Polizeijunkturen ab, die in gewisser Hinsicht unberechenbar find. Wollte besonders auf oft befahrenen Strecken leicht nachlässig werden. unterscheiden sich von den anderen Berpalast lehnt sich gegenüber der Stadtbahn ein kleineres Gebäude an. Graf Ranig sagen, daß den Ausländern die gleichen Tarife gewährt Die Kanalbanten werden sollen, wie den Juländern, so würde ich ihm widersprechen.tehrsmitteln dadurch, daß die für sie aufgeiendelen Summen In demselben befinden sich die Sißungssäle mehrerer Abtheilungen Abg. v. Kardorff hat eine Beschwerde Chemnitzer Fabrikanten sich nicht bezahlt machen und so einfache Geschenke für des Amtsgerichts. Hier wird ausschließlich über solche Personen vorgebracht, die berechtigt ist. Unsere Stückgüter werden viel Industrie und Handel bilden. Wenigstens müssen wir uns dann geurtheilt, welche die Behörde selbst wegen geringfügiger Ueberzu langsam befördert. Ceterum censeo. Die ganzen Debatten dagegen schützen, daß durch solche Geschenke die heimische Landwirth- tretungen in Untersuchungshaft nimmt, sei es, weil diese Personen über die Unfälle haben unmittelbaren Nugen nicht, wenn sie aber schaft geschädigt wird, indem fremde Produkte eingeschleppt werden. überhaupt fein Unterkommen haben, sei es, weil man von ihnen an die Stärkung der Kontrolle der Eisenbahnen durch das Reichs: Ich meine, die preußische Eisenbahnverwaltung ist immer noch die nimmt, daß selbst die zu erwartende kurze Haftstrafe ste Eisenbahnamt zur Folge haben sollten, so waren sie nicht fruchtlos beste, die es giebt.( Oho!) 3hre( nach links) Abneigung gegen sie veranlaffen tönnte, sich dem Arme der firafenden Gerechtig So zu entziehen. unbedeutend die Strafthaten sind, und ich begrüße sie.( Beifall.) rührt nur daher, daß Ihnen die starte und selbständige Regierung feit Abg. Röficke( liberal): Als Mitantragsteller der Resolution Preußens ein Dorn im Auge ist.( Lachen links.) Ob Sie nun die welche hier zur Aburtheilung gelangen, so groß ist die Bachnicke bitte ich um möglichst einstimmige Annahme derselben. Ich Resolution Bachnicke annehmen oder nicht, es bleibt doch alles so Bahl der Fälle, die hier verhandelt werden; so fann man gewissermaßen sagen, daß hier juristische Massenarbeit geliefert wird. will zugeben, daß der erste Theil unseres Antrags in gewiffem wie es ist und sein muß.( Beifall rechts.) Sinne mehr in die Einzellandtage gehört. Der zweite Theil aber Abg. Jekrant( Reformp.): Für den Präsidenten des Reiche: 40 bis 50, ja oft noch mehr Personen, werden von einer Schöffen gehört unbedingt vor den Reichstag. Ich schließe mich dem Abg. Eisenbahnamts sind wieder 5000 M. mehr verlangt. Ich kann at r gerichts- Abtheilung in einer Sigung abgeurtheilt. Die überwiegende Hammacher an, der die Kompetens des Reichs. Eisenbahnamis diesem Ministerium feine besondere Bedeutung beimessen, am besten Mehrzahl der Angeklagten hat sich wegen Bettelns und wegen Nichtso flar wie möglich gelegt hat. Es muß doch auch den Bürgern wäre es, das Reichs Eisenbahnamt wieder aufzulösen. Was die beschaffung eines Unterkommens nach voraufgegangener polizeilicher der Einzelstaaten gestattet sein, über die Bahnen der Nachbarstaaten Unfälle anlangt, so glaube ich, ist die indirekte Ursache derselben Verwarnung zu verantworten. Die Angeklagten werden in Trupps im Reiche Beschwerde zu führen, denn sie sind ja bei der Beförderung die Thätigkeit der Juristen in der Verwaltung; wo diese vorhanden zu 10-15 Personen gleichzeitig in den Anklageraum geführt, der die ihrer Güter durch die Bahnen der Nachbarstaaten lebhaft an der find, ist der Kontakt zwischen Vorgesetzten und Untergebenen nicht Ausdehnung eines mächtig großen Zimmers hat. Die Thür wird vor. Ausgestaltung der Bahnen interessirt. Der Güterverkehr ist um erreichbar.( Redner wird wiederholt vom Präsidenten zur Sache sorglich hinter ihnen verschlossen. Nun beginnt die Verhandlung. Die Fälle gleichen fich wie ein Ei dem andern, jeder derselben nimmt 62 pet. gestiegen, das Wagenmaterial aber nur um 40 pCt. ver- gerufen.) Für den Antrag Pachnicke werde ich nicht stimmen. mehrt worden. Das muß ja zu Mißständen führen. Jetzt sollen ja Bundeskommiffar Dr. Lieber wendet sich gegen die Ausführungen nur wenige Minuten in Anspruch. Häufig bekennt sich der Annun Wagenlieferungen in Auftrag gegeben worden sein. Man hat des Abg. Iskraut über die Besoldungsverhältnisse; er unterschäße geklagte ohne weiteres des Bettelns schuldig, und, wenn er leugnet, wird er meist durch das Zeugniß des Schuhmannes, der ihn ver fich nur etwas spät zu diesen Aufträgen entfchloffen. Die Industrie die Wirksamkeit des Reichs- Eisenbahnamts. haftete, vielleicht auch durch die Aussage des milden Gebers überhätte die Aufträge in früheren schlechteren Zeiten sehr gut gebrauchen tönnen, jetzt ist die Konjunktur so wie so eine gute. Der Wagen führt. Der Amtsanwalt stellt einen Strafantrag, der je nach der Zahl der Vorftrafen bemessen wird. Ein Blick des Einverständnisses mangel macht sich so fühlbar, daß es vielen Industriewerken nicht möglich ist, einen regelrechten Berkehr aufrecht zu erhalten. zwischen Richter und Schöffen, das Urtheil wird vom Vorfizenden verkündet und kurz begründet. Nicht selten giebt der Richter einem Raliwert wurden z. B. an einem Tage 500 Wagen gefordert dem Verurtheilten noch einen guten Rath mit auf den Weg, und es konnten noch nicht ganz 100 Wagen gestellt werden. Ich indem er ihm im Reservelieutenants- Zon zuruft: Was wollen bin der Ansicht, daß die preußische fistalische Plusmacherei, Sie in Berlin; warum kommen Sie hierber, wenn Sie feine die in Preußen zum System erhoben werden ist, an diesen Uebel- ,, Berlin und seine Arbeit" betitelt sich der soeben erschienene Arbeit haben; bleiben Sie braußen, gehen Sie in Ihre Heimath, ständen schuld ist. Die Eisenbahn Verwaltung müßte doch schon amtliche Bericht über die 1896er Gewerbe- Ausstellung. Herausgeber außerhalb ist immer Arbeit zu haben." Gleichgiltig hören die Armen vom geschäftlichen Standpunkt aus den Anforderungen zu genügen des umfangreichen Werkes sind die bekannten Mitglieder des Arbeitssuchen. Man denke sich nur eine Gasanstalt oder ein Etektrizitäts- ausschusses, die Herren Kühnemann, Goldberger und Felisch. Wenn diese Rathschläge an. Wie arbeitsscheue Bagabunden sehen die meisten von ihnen nicht aus. Sie haben es wohl am eigenen Leibe werk, die ihren Betrieb nur für die Ansprüche des Sommers ein- man das mächtige Buch von fast 900 Seiten durchblättert, bat man meiften von ihnen nicht aus. Sie haben es wohl am eigenen Leibe richten würden und außer stande wären, den Ansprüchen im Winter Mühe, die sentimentalen Anwandlungen abzuwehren, die einen beim erfahren, daß die Rebensart" wer arbeiten will, findet jederzeit Arbeit" heutzutage nur von solchen Leuten im Munde geführt wird, zu genügen. Die Exportindustrie leidet unter dem Wagenmangel Anblick der zahlreichen Jauftrationen zu übertölpeln suchen. Die die wirthschaftlichen Berhältnisse nicht tennen. Sie find wohl am meisten, denn sie muß liefern, wenn sie die Aufträge erhält. Die bunte, mit so vielen marktschreierischen Trompetens meift nach Berlin gekommen, weil sie meinten, gerade in der GroßIch hoffe, das Reichs- Eisenbahnamt wird diesen Fragen jest stößen verkündete Pracht, die sich bald zwei Jahren größere Aufmerksamkeit schenken. Abg. v. Kardorff meinte, die in Treptow erhob, ist hinweggefegt, und kaum eine Spur hat sie in ftabt müsse sich noch am ehesten Arbeitsgelegenheit finden. Als dann der letzte Nickel verzehrt war, und sie durch Betteln an fremden Kanalfrage gehöre nicht hierher, aber der Minister Thielen dem ausgedehnten Park am Spreeftrande hinterlaffen. Vor Jahres. Thüren die Mittel zur Befriedigung des knurrenden Magens zu erbat im Landesökonomie Rollegium ausdrücklich darauf hin- frist allerdings waren die phantastischen Stuckbauten noch in den bewiesen, daß die Ranäle eine Entlastung des Eisenbahn- Güter Trümmerhaufen zu erkennen, über die sich der Bewohner des Süd- langen fuchten, fielen fie dem Schußmann in die Hände und müssen verkehrs herbeiführen müffen. Dieser Ausspruch des Ministers oftens ärgerte, und als Nachbieibsel ihres ideellen Einflusses binter- nun das Bergehen, die Mildthätigkeit fremder Menschen angefleht Thielen hat noch lange nicht die genügende Beachtung gefunden. ließ die Ausstellung damals ein bäßliches und auf das Ansehen des au haben, vorerst mit einigen Tagen, im Wiederholungsfalle mit Die Flotte soll der Industrie nüßen, was wollen die Vortheile, die industriellen Berlin nicht gerade günstig einwirkendes Gefeife der einigen Wochen Haft und später vielleicht gar mit einigen Monaten Arbeitshaus büßen ein Opfer nicht der persönlichen Faulheit die Flotte der Juduftrie bringen kann, gegen die Nachtheile be- Sarantiefondszeichner, au die sich weigerten, das Defizit deuten, die der Industrie erwachsen müssen, wenn die Leiftungs- tecken. Doch nun, da der Schutt beseitigt und das Weh- und Schlechtigkeit, sondern der Verkehrtheit der tapitalistischen Wirthschaftsordnung. der mit recht fähigkeit der Bahnen nicht mehr den Ansprüchen der Industrie ge- tlagen unterlegenen Garanten so ziemlich nügt.( Beifall.) verftummt ist, drängt sich die Erinnerung an die häßlichen Begleit- Gewiffenlosigkeit eines Unternehmers. Von einer MaffenAbg. Frhr. v. Stumm( Rp.): Ich kann nicht zugeben, daß die erscheinungen, wie die noch häßlicheren Nachklänge zurück, und es Bleivergiftung, die ein eigenthümliches Licht auf die hygienischen Zahl der Unfälle sich in der letzten Zeit sehr gehäuft hat und bleibt nur lebendig im Gedächtnisse die zwar etwas unruhige, aber Verhältnisse in gewiffen Betrieben wirft, machte in der Deutschen habe deshalb meinen Unterantrag gestellt. Der Durchschnitt in ihrer abwechselungsreichen Ausdehnung dennoch anziehende Bracht Gesellschaft für öffentliche Gesundheitspflege Herr Dr. Markuse Mitder Unfälle in den letzten Jahren ist hinter England zurückgeblieben. Der Ausstattungsbauten und ihrer Anlage. Und es hieße der theilung. In die Sprechstunde dieses Arztes famen innerhalb Abg. Gerisch bat gefagt, die Dentschrift, die dem preußischen Ab- Wahrheit einen schlechten Dienst erweisen, wollte man leugnen, daß weniger Tage fieben Mädchen, mit allen Erscheinungen jener Krankheit geordnetenhaus zugegangen ist, fei nicht das Papier werth. Er hat mancher Arbeiter an den Schäßen, welche in den Stuck- und Holz- behaftet. Auf Erkundigung bei anderen in der Nähe wohnenden fich selbst widersprochen, da er ja die in der Denkschrift nieder- bauten geborgen waren, nicht allein Ergößen, sondern auch Beleraten gelang die Ermittelung einer Anzahl weiterer Fälle mit zum theil bereits recht bedenklichen Anzeichen. Dr. Markuse forschte nach gelegten Bablen seinen Darlegungen zu grunde gelegt hat. Die lehrung und Erweiterung seiner Fachkenntnisse gefunden hätte. Angriffe auf die preußischen Bahnen sind unberechtigt, denn fie find und stellte folgendes fest: Die Mädchen waren sämmtlich in einer Fabrik nicht schlechter als die übrigen. Durch die Uebertreibungen der Unvon Flaschen Patentverschlüssen beschäftigt. Die weißen PorzellanVon Tokales. vor Wir sind überzeugt, daß auch der amtliche Bericht über die Ausftellung werthvoll ist nicht allein für den Laien, der leichthin das 9 " ein er Die Kultur der Er befnöpfe pflegen bekanntlich den Aufdruck einer Firma zu erhalten; I fest und schrie dann nach einem Schuhmann, dem er den Auf- 128iebergabe des fraglichen Artikels im Auszuge veranlaßte, h die Schrift wird vor dem Einbrennen gepubert. Der Puder bestand heger" übergeben wollte. És tam auch richtig ein Schuhmann an, im guten Glauben befunden habe und deshalb müsse son § 18a nun nach den Feststellungen Dr. Martuse's in diesem Falle aus der den Namen feststellte. Wie wir vernehmen, will der Bettel aus des Preßgesetzes Urtheil freisprechendes 30 pet. Bleizucker, der staubförmig den ganzen fleinen Raum er vertheiler gegen den Unternehmer wegen Beleidigung und Freiheits erfolgen. Der Nebenkläger führte Nebenkläger führte demgegenüber aus, t: ß füllte, in welchem 26 Mädchen arbeiteten. Die Folge der Nach beraubung Strafantrag stellen. er Die Gutachten des als Sachverständigen- Vereins forschungen des Arztes war, abgesehen davon, daß einige der Bezüglich des in Leipzig verhafteten Dr. med. Wenge treffend nicht anerkennen tönne. Seine Artikel feien nicht schlimmsten Uebelstände abgeschafft wurden, daß der Fabrikleiter wird uns noch mitgetheilt: Dr. W. wohnte bis Mitte Januar in einfache Uebersetzungen, sondern nehme für dieselbe: t. den Mädchen rieth, in Erkrankungsfällen sich in Zukunft an einen dem Haufe Augsburgerstr. 81 in Charlottenburg, wo er ein recht Originalität seiner eigenen Gedanken in Anspruch. Schon seit dem anderen Arzt zu wenden; es wird, wie Dr. Markuse hervors bedeutendes Haus machte. Die Wohnungseinrichtung war hoch Jahre 1884 beschäftige er sich mit dem Thema hob, vielleicht noch anderweitigen Einschreitens bedürfen, bevor die elegant, jedoch nicht Eigenthum des Dr. W., sondern auf Ab- Borzeit" und besonders der Artikel„ Vor 4000 Jahren" enthalte von Gesundheit der Arbeiterinnen völlig gesichert ist. zahlung entlieben. Am 1. Januar blieb er die Miethe schuldig bis 8 seine eigenen Gedanken und Schlußfolgerungen, die müh Er berufe fich hierüber Die elektrische Straßenbahnlinie Alexanderplatz- Schöne und wurde exmittirt, worauf sich Dr. W. mit Frau und Kind nach fament Forschen zu grunde lägen. berg ist gestern Vormittag eröffnet worden, wodurch zunächst eine Leipzig begab. Bald darauf stellte sich heraus, welche ungeheuere auf das Gutachten des Dr. Hammeran in Frankfurt a. M., Alle Bedürfnisse, welcher auf dem in Rede stehenden Gebiete maßgebend Störung des gesammten Pferdebahnverkehrs über den Mühlendamm Schuldenlaft der Verschwundene hier hinterließ. und die Leipzigerstraße herbeigeführt wurde. Die ersten von den welche die W.'sche Familie hatte, wurden auf dem Wege des Kredité ſei. Auch müsse er bemängeln, daß der Sachverständigen-. Endstationen fahrplanmäßig abgelassenen Wagen mit den Nummern gedeckt und täglich liefen Rechnungen vom Schneider, Modiftin, Verein sein Gutachten abgegeben habe, ohne sich vorher mit ihm in 1000 und 1001 waren mit Laubgewinden geschmückt und legten die Bäcker, Fleischer, Konditor, Schuhmacher u. f. w. ein, welche Sum Verbindung zu setzen, er würde sonst Gelegenheit gehabt haben, Strecke gut zurück, jedoch schon nach furzer Zeit traten Stockungen men von 50 bis 2000 M. zu fordern haben. Bei alledem aber liegt manche irrige Auffassungen zu wiederlegen, beziehungsweise durc ein. Theils wirkte der Strom nicht ordnungsgemäß, theils blieben eine strafbare Handlung des Dr. 28. nicht vor, da er sich den Kredit Borlegung geeigneten Materials zur Ausführlichkeit der Gutachtendie Wagen in der Biegung an der Ecke der Breiten- und Scharren- feineswegs durch Vorspiegelung falscher Thatsachen verschafft hat. beizutragen. Der Staatsanwalt erklärte, daß er auf grund der Gutachten straße stecken. Die Räder der Affumulatorenwagen flemmten Eine strafbare Handlung wird jedoch darin gefunden, daß er, jeder Jedenfalls sich dort in den Rinnen der Geleise derartig fest, daß es Hilfsmittel bar, in Leipzig in einem der besten Hotels logirte und nicht zu einem Antrag auf Schuldig kommen fönne. unmöglich war, fie vor oder rückwärts zu bringen. Infolge ein sehr feines Leben führte, obwohl er wußte, daß er seine Rechnung babe der Angeklagte sich im guten Glauben befunden. Der Angeklagte führte deffen stauten fich bald die gesammten nachfolgenden Pferde nicht begleichen könne, und als er hierzu gedrängt wurde, sich zu antrage deshalb die Freisprechung. bahn und Straßenbahn- Wagen zu einer unendlichen Reihe und die entfernen suchte. Auf Veranlaffung des Hoteliers erfolgte daher die noch aus, daß der Nebenkläger sich in betreff der Schutzberechtigung Stockung war so bedeutend, daß die Wagenreihe auf den Geleisen Verhaftung des Dr. W. wegen Bechprellerei. gewisser Artifel in einem Irrthum befände. Denn sonst müßte sich durch die Spandauer bis zur Königstraße, andererseits die Auf dem Kutschbock vom Schlage getroffen. Eine eigen ieder Leitartikel einer Beitung als eine geistige Arbeit angefehen Stralauerstraße entlang ausdehnte, während wiederum in entgegen- artige Fahrt unternahmen in der vorletzten Nacht zu vorgerückter werden, die schutzberechtigt sei und deshalb auch im Auszuge und gesetzter Richtung die Wagen über den Spittelmarkt hinaus flanden. Stunde mehrere junge Leute, die aus einem Café in ein anderes unter Quellenangabe nicht wiedergegeben werden dürfe. Da es nicht so bald möglich war, die schweren Akkumulatorenwagen fahren wollten und sich dazu eine Droschke angenommen hatten. Staatsanwalt geltend gemachten Gründen auf Freisprechung. Der Gerichtshof erkannte nach kurzer Berathung aus den vom aus den Geleisen zubringen, so mußten schließlich zur Aufrechterhaltung während der Fahrt durch die Friedrichstraße begegneten sie Bedes Verkehrs die Pferdebahnwagen, soweit sie nicht durch die König fannten, die mit einsteigen sollten. Der Kutscher hörte aber Die Anzeigepflicht der Aerzte bei ansteckenden Krankstraße und über den Hausvoigteiplay geleitet werden konnten, auf nicht auf den Zuruf Balt", und die Rosinante fetzte ihren heiten beschäftigte den Straffenat des Stammergerichts in feiner Die Nebengeleise gebracht werden, wodurch fortgesetzt weitere gleichmäßigen Trab fort, bis einer der Fahrgäste aus dem letzten Sizung. Ein Arzt, Dr. R., hatte in einem Kölner Hospital, Störungen des Pferdebahnverkehrs in entgegengesetter Richtung Wagen sprang und ihr in die Bügel fiel. Der Kutscher rührte fich wo er Assistenzarzt war, einen Knaben auf Jufluenza behandelt; veranlaßt wurden. Noch im Laufe des Vormittags wurden die noch immer nicht. Ein Schuhmann hatte den Vorgang bemerkt und nach dem Tode des Kindes stellte sich heraus, daß es an Typhus Ursachen der Störung beseitigt, und der elektrische Betrieb fonnte trat jetzt auch an die Gruppe heran. In diesem Augenblick fant gelitten hatte. Nach einer Rabinetsordre vom 8. August 1835 sind wieder aufgenommen und ohne Unterbrechung fortgesetzt werden. der Kutscher auf dem Bock zusammen. Der Beamte brachte ihn nach die Aerzte verpflichtet, der Behörde davon Anzeige zu machen, fie jemanden behandeln, deffen Krankheit allVom Vorstand der Krankenzuschußkaffe ,, Volkswohl er einem Krankenhaus. Er hatte auf dem Bock einen Schlaganfall er venn Der Arzt wurde, weil er eine solche Anzeige halten wir eine Zuschrift, in der mitgetheilt wird, daß die Remu- litten und Besinnung und Sprache verloren. Dort wurde in ihm steckend ist. neration des Vorsißenden nicht von 30 auf 60 M., fondern von 15 der 59 Jahre alte Droschkentutscher Johann Zantusch festgestellt. nicht erstattet hatte, zur Berantwortung gezogen und in den ersten Juftanzen zu Geldstrafen verurtheilt. Vor dem Landgericht auf 30 M. erhöht worden sei; desgleichen habe der Rendant Paul Das Bewußtsein hat er noch nicht wieder erlangt. nicht für eine zweitägige Reife 190 m., sondern für eine neuntägige Der Künstlerabend im Verein Berliner Presse( Wilhelmstraße 92) am batte er folgendes geltend gemacht. Die Kabinetsordre sei nur auf Reise nach Westfalen einschließlich Fahrgeld 101 M. erhalten. Dann fünftigen Donnerstag weist ein erlesenes literarisches Programm auf. Im die Fälle zu beziehen, die in der Privatpraxis der Aerzte vortheilt uns der Vorstand mit, daß bisher den Interessen der ersten Theil wird Fräulein Louise Dumont Gedichte von Friedrich Nietzsche fämen, er als Assistenzarzt in einer Krantenanstalt wäre zu der Anbezugsberechtigten Mitglieder stets Rechnung getragen fei;( aus der soeben erschienenen neuen Sammlung) und Ada Negri sowie ganz zeige nicht verpflichtet gewefen, ganz abgesehen davon, daß sich der den Betreffenden wäre das ihnen zustehende Krankengeld neue, noch ungedruckte Profa- Dichtungen von Maria Janitschet und Elsbeth aufteckende Charakter der Krankheit erst nach dem Tode des Kindes Meyer- Förster vorlesen. Der zweite Theil bringt allerlei heitere Dekla herausgestellt habe. Höchstens hätte im vorliegenden Falle der flets ausgezahlt werden, werden, ausgenommen solche Fälle, mationen Anna Schramm's. Billets zu 3 Mark( numerirter Platz) und leitende Arzt der Anstalt oder der Vorstand des Krankenhauses schwindelhafte Operationen gegen die Kaffe von feiten 1,50 Mart( unnumerirter Plas) sind noch in den bekannten Buchhandlungen die Anzeigepflicht gehabt. Das Landgericht nahm jedoch an, daß in einem unreeller Mitglieder versucht waren. Wir sind der Ansicht, zu haben. Krankenhause alle Betheiligten zur Anzeige verpflichtet seien; daß sowohl unsere Mittheilungen, betreffend die Geldangelegenheiten, Theater. Gerhart Hauptmann's Diebskomödie„ Der Biberpelz", wenn von den anderen Aerzten die Formalität nicht erfüllt worden wie auch die Beleidigungen, die der Vorstand gegen eine Anzahl welche im Deutschen Theater" neu einstudirt am Donnerstag zum ehrenhafter Personen schleudert, welche in der von uns geschilderten ersten Mal in Szene geht, weist folgende Besetzung der Nollen auf: fei, fo hätte R. dieser Pflicht nachkommen müssen, jedenfalls sei ouch Das Rammergericht hob indessen Weise um ihr Krankengeld gebracht worden sind, in der am Sonntag v. Wehrhahn, Amtsvorsteher: Ostar Sauer; Krüger, Reutier: Hans er strafrechtlich haftbar. Dr Fleischer: Emanuel Reicher; Motes: Hermann Müller; die Vorentscheidung auf und sprach den Arzt unter folgender Be= stattfindenden außerordentlichen Generalversammlung der Kasse die Tismer; Frau Motes: Annie Trenner; Frau Wolff, Waschfrau: Luise v. Pöllnik; gründung frei: Allerdings sei die Anzeige auch dann entsprechende Würdigung finden werden. Julius Wolff, ihr Mann: Hermann Niffen; Leontine und Adelheid, deren erforderlich, wenn der Tod schon eingetreten fei. Die Töchter: Gisela Schneider, Paula Eberty; Wullow, Schiffer: War Rein: Verpflichtung erstrecke sich aber thatsächlich nur auf die hardt; Glasenapp, Amtsschreiber: Paul Biensfeldt; Mitteldorf, Amts: Fälle der Privatpragis. Es fönne nicht angenommen biener: Guido Thielscher. werden, daß der Assistenzarzt in einer Klinik oder einem sonstigen Krankenhause verpflichtet sei, die Fälle ansteckender Krankheiten ans zuzeigen, mit der er es im Krankenhause zu thun habe. סטן " " und Prügelei. Mit geschliffenen Schlägern hatten die Studenten Hermann Waldeck und Joachim Püsch el im Dezember v. J. ein Duell ausgefochten und sich dabei gegenseitig nicht unerheblich vers windet. Die neunte Straffammer des Landgerichts I verurtheilte fie deshalb geflern wegen Zweikampfs mit tödtlichen Waffen zu einer Festungshaft von je drei Monaten. Stürmische Auseinandersehungen erfolgten, wie die„ Bolks. Zeitung" berichtet, am Montag in der von 3000 Personen besuchten Generalversammlung des Rabatt- Sparvereins Süd- Ost". Die Versammlung wurde im Lokal Sanssouci, Kottbuserstraße, abgehalten. Der Kernpunkt der Streitigkeiten betraf die Geschäftsführung des Boziale Rechtspflege. Borstandes und die Festsetzung der Vorstandsgehälter, die im legten Geschäftsjahre gegen 30 000 Mart betragen haben. Der Vor- Speziell für Töpfer, aber auch für andere Akkordarbeiter stand erklärte am Anfang der Versammlung, daß er bei Aus ist eine Entscheidung der Kammer 111 des Gewerbegerichts nahme von Anträgen, welche sich gegen seine Thätigkeit von größter Bedeutung. Mehrere Töpfer beanspruchten von dem richteten, sein Amt niederlegen werde.( Große Unruhe.) Die Töpfermeister Hafenstein Atfordreste. Die Akkordsummen beangekündigten Statutenänderungen wurden froßdem mit großer rechneten sie nach dem von H. anerkannten Tarif. Einer der Kläger Majorität genehmigt. Unter Beifall und Tumult trat der verlangte außerdem eine im Tarif nicht vorgesehene Arbeit( in diesem Vorstand hierauf von seinem Posten zurück. Die dann folgende Falle die dritte Ecke" in der Wandbekleidung bei Kochmaschinen) Besonders straffchärfend wirkte die Art der Wertheidigung, Diskussion nahm zeitweise einen sifirmischen Charakter an. Große besonders bezahlt. Der Beklagte wandte nun ein, die Kündigungs welche die Hausverwalters- Ehefrau Olga Niebscher zur AnEntrüftung rief die Mittheilung hervor, daß Unterschlagungen verübt frist sei ausgeschlossen gewesen die Kläger hätten wendung brachte, als sie sich geflern vor dem Schöffengericht wegen feien. Das Mitglied Glode interpellirte den Vorstand über den auf eines Tages ja selber die Arbeit niedergelegt und gleich Unterschlagung zu verantworten hatte. Die Angeklagte verwaltete gestellten Rechenschaftsbericht. Es sei darin ein Posten von 12 000 w. sam gestreift. Die Verhandlung ergab, daß die Arbeitsnieder das Haus eines Rechtsanwalts. Bu Neujahr hatte sie 850 Mart vorhanden, der als Defizit aufgefaßt werden müsse. Revisor Seits legung erfolgt ist, weil der Beklagte sich bei der Verrechnung nicht Wiethen eingezogen. Anstatt das Geld abzuliefern, zog sie mit erklärt, daß seit langem die Verwalter des Vereins sich Unregel an den Tarif gehalten hatte. Die im schriftlichen Arbeitsvertrage ihrem Mobiliar heimlich aus und begab sich in die Wohnung mäßigkeiten hätten zu fchulden kommen lassen.( Große Unruhe.) enthaltene Anerkennung des Tarifs ist zwar durchstrichen, indessen eines Liebhabers, mit dem sie das Geld durchbrachte. Jm Termine Das Manko beziffere sich auf 12 000 m., welche nach und nach ge wurde der Strich nach den Feststellungen des Gerichts vom Be erhob die Angeklagte die haarsträubendsten Beschuldigungen deckt werden sollten. Bemängelt wird weiterhin, daß das Juventar flagten felber nachträglich gemacht. Beklagter wurde unter folgender gegen den Rechtsanwalt, der als Beuge gegen fie auftrat. Ihre viel zu hoch bewerthet wurde. Unter großer Unruhe ging die Ber Begründung verurtheilt: Die Kläger hätten zwar unterschrieben, Bezichtigungen trugen so deutlich den Stempel der Unwahrheit an nicht stattfinde. sammlung schließlich auseinander. Wahrscheinlich wird die Sache daß eine Kündigung Diese Vereinbarung der Stirn, daß Bedenken an der Zurechnungsfähigkeit der Anhabe jedoch den Sinn, daß fie noch ein gerichtliches Nachspiel haben. zu einer Zeit geklagten auftauchten. Der Gerichtshof gelangte aber doch zu der Vor den Augen von Frau und Kindern hat sich der entlassen werden könnten, wo sonst bei andern eine Sündigung noth eberzeugung, daß die Angeklagte gefliffentlich verleumde, um dem 38 Jahre alte Arbeiter Paul Gründel aus der Wienerftr. 57a zu wendig fei. Solange aber ein bestimmter Akkord währe, fei Beugen au schaden. Das Urtheil lautete auf 9 Monate Gefängniß vergiften versucht. Gründel wurde während der Gewerbe- Ausstellung eine Kündigung und Entlassung überhaupt nicht und einjährigen Ehrverlust. bei den Marineschauspielen beschäftigt und führte aus dieser Zeit 8ulässig und üblich. Sie könnten auch deshalb nicht zugelassen Eine Jagdgeschichte beschäftigte gestern das Schöffengericht einen Rechtsstreit gegen seine Arbeitgeber wegen 58 an. Er hatte in werden, weil die erste Arbeit am wenigsten sichtbar sei und an des Amtsgerichts II. Der Restaurateur Marquardt zu Schlachtenfee ben letzten Monaten nur sehr wenig Arbeit gefunden; bei der aus der sich nach ihrem Werthe nicht richtig tarirt werden könne. Bu ist Pächter der Zehlendorfer Jagd. An einem Dezembertage des Frau und drei Kleinen Rindern bestehenden Familie war daher bittere ber Arbeitsniederlegung seien dagegen die Kläger berechtigt ge vorigen Jahres lag er mit einigen Freunden auf seinem Revier dem Noth eingekehrt. Ueberdies sieht die Ehefrau einem unter den obwalten wesen, da der Beklagte vertragswidrig gehandelt habe, indem er Waidwert ob. Ein kleines Hündchen kam aus einer Villa heraus den Lohn in der ausbebungenen Höhe zahlte. und befreundete sich mit seinem Jagdhund. Marquardt schoß das den Umständen traurigen Familienereigniß entgegen und ist an das ihnen nicht den Lohn in Bett gefeffelt. Da trat am letzten Mittwoch eine glückliche Wendung Bugleich feien die Kläger auch befugt, die volle Bezahlung Bündchen nieder. Die Herrin des Hündchens stellte Strafantrag Was besonders deu Sachbeschädigung. wegen Sie hatte vom Balkon aus der ein: Gründel erhielt die ihm zustehenden 58 M. Anstatt nun das des einmal begonnenen Atkorbs zu fordern. Geld der Familie zu gute kommen zu lassen, blieb er der Häuslich. Kläger S. betreffe, fo müßten im Tarif nicht mit aufgeführte Töötung beigewohnt, nachdem sie vergebens versucht hatte, Gehöft zurückzulocken. feit fern. Endlich am Sonntag Abend um 9/2 Uhr verlangte er Extraleistungen, wie besondere Ecken 2c., auch besonders bebas Thier durch Rufen ins von seiner Frau Einlaß. Als die Kinder ihn sahen, drängten sie zahlt werden. Die Auffassung des Beklagten, daß die für be- Staatsanwalt hielt deshalb eine Sachbeschädigung für vorliegend, sich an ihn heran und riefen: Lieber Bater, bleib bei uns." Nach- immte Stücke( Maschinen) festgesetzten Akkordpreise auch bei Berück weil der Hund in dem fraglichen Augenblicke nicht herrenlos ge dem er die kurzen Worte herausgebracht hatte, daß er in Bremen fichtigung von Sonderwünschen maßgebend feien, fei durchaus wesen sei. Er beantragte eine Geldstrafe von 3 M. Der Vernach Arbeit gesucht habe, setzte er eine mit Salzfäure gefüllte Flasche irrig. Für solche Extraarbeiten fet ein angemessener Betrag theidiger, Rechtsanwalt Steinschneider, wies auf das Allgemeine an den Mund und trant sie aus. Ein von dem Nachbar Sander zu zahlen. geholter Arzt forgte für seine Ueberführung nach dem Krankenhause am Urban. Dort liegt er unter großen Qualen im Kampf mit dem Tode. Man glaubt, daß G. das Geld in schlechter Gesellschaft verbracht hat und nun angesichts des häuslichen Elends sich den Selbstvorwürfen entziehen wollte. Auf die Verwechselung einer Rarbolflasche mit einer Schnaps flasche ist der Tod einer Frau zurückzuführen. Die 37jährige Wasch: frau Friederike Milde beschäftigte sich in ihrer im Keller des Hauses Bergftraße 88 belegenen Wohnung mit dem Waschen von Wäsche. Sie griff aus Versehen nach einer mit Rarbol gefüllten Flasche und that daraus einen solchen Bug, daß sie von einem Nachbarn nach einem Krankenhaus gebracht werden mußte. Das Gift hatte aber bereits derart start gewirkt, daß die ärztliche Hilfe zu spät fam. Sie ist im Krankenhaus gestorben. Selbstmord. Gestern Vormittag wurde im Friedrichshain in einer Tannengruppe ein etwa 60 Jahre alter Mann erhängt vor gefunden. Es ist wahrscheinlich der Tischler Wilhelm T. " " nur Gerichts- Beifung. Der Landrecht hin, wonach dem Jagdberechtigten es freistehe, jeden gemeinen" Hund( im Gegensatz zu einem Jagdhunde) niederzuschießen, der auf dem Jagdrevier betroffen werde, ohne mit einem am Halse befestigten, am Jagen hindernden Knüppel versehen zu sein. Jeden.. falls habe der Angeklagte aber geglaubt, in feinem Rechte zu fein und schon aus diesem Grunde müsse die Freisprechung erfolgen. Der Gerichtshof trat diesen Ausführungen bei und erkannte auf Versammlungen. eine haben ats Dor Eine intereffante Auflage wegen Nachdrucks gelangte heute vor der 4. Strafkammer des Landgerichts I gegen den Chefredakteur der National Beitung", Siegfried töbner, zur Verhandlung. Den Vorsitz führte Landgerichtsdirektor Denso, die Freisprechung. Antlage vertrat Staatsanwalt Srebs, die Wertheidigung führte ber Angefchuldigte selbst. Ats Nebentläger war der Hauptmann a. D. Ernst Böttcher zugelassen. Der letztere hat im Laufe der Jahre 1894 Neber die bevorstehenden Reichstagswahlen und die und 1895 in der Kölnischen Zeitung" eine Reihe von Artikeln veröffentlicht, welche sich mit dem Thema„ Die Kultur der Vorzeit" befaßten. Frauen sprach die Genossin Luise 3ieß aus Hamburg am Auszüge aus diesen Artikeln find unter Quellenangabe in der National Montag in einer von Männern und Frauen zahlreich besuchten Beitung" wiedergegeben worden und dies veranlaßte den Verfasser, Bolksversammlung, die bei Wernau in der Schwedterstraße statt. Strafantrag wegen Nachdrucks zu stellen. Der literarische Sach- fand. Die Reichstagswahlen führte die Rednerin aus verständigen Verein hat zu dieser Frage drei umfangreiche Gutachten für infere Partei insofern große Bedeutung, erstattet. Bunächst handelte es sich um neun Artikel. Von diesen wir bei dieser Gelegenheit mit unferer Agitation hat der Sachverständigen- Berein fofort fünf ausgeschieden, well dem das Bolt treten und unsere Jbeen auch in solche Streife tragen Herr Bolle sendet uns, gestützt auf§ 11 des Preßgefeges, eine Juballe schon von vorneherein der Werth einer selbständigen wissen- tönnen, die bisher noch nichts von unseren Bestrebungen wußten. Berichtigung, in der er behauptet, daß der Artikel in Nr. 47 unseres fchaftlichen Arbeit abgesprochen wurde. Von den übrig bleibenden Micht nur unsere Partei ist unzufrieden mit den gegenwärtigen Ver Blattes vom 25. Febr. cr. mit der Ueberschrift: Ueber den Bolle vier Artiteln verfielen dann noch drei demselben Schickjal, wogegen hältnissen; auch in den bürgerlichen Parteien macht sich eine große schen Gewissenszwang", durchgängig unwahrheiten enthalte. Giner einer, betitelt Bor 4000 Jahren" als Vor 4000 Jahren" als eine zur Belehrung unsicherheit und Zerrissenheit bemerkbar, die hervorgerufen wird durch feits, weil die Berichtigung den Voraussetzungen des§ 11 des Preß des Bublifums dienende selbständige geistige Arbeit bezeichnet wurde, die Furcht vor der beständig wachsenden Sozialdemokratie. Wenn gefeßes nicht entspricht, andererseits aber, weil unsere Behauptungen welche schutzberechtigt fei und nicht in dem Umfange wiedergegeben man unter dem Regiment Bismard's den Männern das allgemeine Durch die Berichtigung selbst nicht grundsäßlich widerlegt werden, werden dürfe, wie es seitens der National- Zeitung" geschehen fei. Wahlrecht gegeben hat, so geschah das keineswegs aus Liebe zu den lehnen wir e3 ab, den Wortlaut derfelben wiederzugeben. Die Mär Der Angefchuldigte meinte, daß dies Gutachten nur den Cha Arbeitern, sondern in der Voraussetzung, daß man die Arbeiter als tische Bolts- Zeitung", die eine sehr lange Mittheilung des Herrn rafter eines non liquet" habe. Er halte sämmtliche Artikel mir Stimmvich für die Pläne der Regierung benutzen könnte. Bolle, dieselbe Angelegenheit betreffend, veröffentlicht, will gefunden für Zusammenstellungen von Mittheilungen, die aus Auffäßen ent- Diese Annahme hat sich als irrig erwiesen. Nachdem haben, daß einige" der im Bolle'schen Betrieb üblichen Prat nommen feien, die in anderen, zumeist franzöfifchen wiffenschaftlichen dann das Sozialistengefeß feinen Erfolg brachte, versuchte man es tiken sehr an die von Frhen. v. Stumm beliebte Praxis, erinnern. Beitschriften erschienen feien. Dies könne er nicht als eine mit dem Zuckerbrot, und es wurden im Jahre 1890 den Arbeitern. Nur einige"(?!). Das ist ein sehr mildes Urtheil! wissenschaftliche" Arbeit anfehen und daffelbe Urtheil die bekannten Verheißungen auf dem Gebiete der Sozialreform er in betreff bes einzigen, noch beanstandeten gemacht. Einer empörenden Dreiftigkeit hat sich der Maschinens miffe Auch durch das Zuckerbrot waren die Arbeiter Vor viertausend Jahren" fällen. Was die nicht zu fangen. Da machte man im Jahre 1894 fabrikant Dopp aus der Eichendorffstraße 20 gestern schuldig ge- Artifels: fnebeln, indem man bie macht. Vor der Fabrik dieses Herrn vertheilte ein Mitglied des Quantitätsfrage anbelange, fo fet dies doch ein höchst unsicherer Versuche, die Arbeiterklasse zu Deutschen Metallarbeiter- Berbandes fleine Handzettel, in denen die Boden. Es sei Gepflogenheit in der Presse, derartige Artikel unter Umsturzvorlage einbrachte, die ja glücklicherweise nicht Gefeß geArbeiter der Firma zu einer Besprechung eingeladen waren. Dies Quellenangabe wieberzugeben, wie er durch Vorlegung einer Anzahl worden ist, sondern schon vorher durch den Unwillen des Boltes fah der Unternehmer vom Fenster aus. Epornftreichs eilte er anf angesehener Zeitungen beweifen könne. Jedenfalls gehe daraus her befeitigt wurde. Da es im Deutschen Weiche nicht möglich schien, die Straße, hielt den Zettelvertheiler mit beiden Händen trampshaft vor, daß der betreffende Redakteur der National- Zeitung", der die so wollte man wenigstens in Preußen, dem größten Bundesstaat, " " " neue B Maßregeln zur Knebelung der Arbeiter durchführen. Die bekannte| Rednerin charakterisirt im weiteren den Geist des Mili- wirthschaftlichem Gebiet. Wir proteftiren dagegen, daß man uns, lex Recke erschien, sie war aber selbst den Nationalliberalen zu tarismus, fie führt aus, daß es für den jungen Mann indem man uns vom Wahlrecht ausschließt, mit Kindern und Irr reaktionär und wurde nicht Gefeß. Nun ist ja neuerdings der ungemein schädigend sei, wenn er für zwei Jahre aus seinem Beruf finnigen auf eine Stufe ftellt. Wir haben die gleichen Laften zu Geheimerlaß des Grafen Posadowsty erschienen, der uns die herausgeriffen werde, fie weift ferner darauf hin, daß auch Soldaten iragen wie der Mann, wir fordern daher auch die gleichen Rechte. Aussicht eröffnet, daß den Arbeitern und Arbeiterinnen gelegentlich zu Streitbrecherdiensten oder auch sonst als Ronkurrenten Wenn wir in dieser Weise unferen Kampf fortfehen, dann werden das für sie unentbehrliche Koalitionsrecht genommen werden des Arbeiters fommandirt werden, und betont, daß auch die weibliche wir unser Biel erreichen, welches heißt: Freiheit, Gleichheit und foll. Daß man folche Gewaltmaßregeln gegen die Arbeiter Bevölkerung ein lebhaftes Juteresse an einer Aenderung dieser Zustände Brüderlichkeit! Lebhafter Beifall wurde bem fernigen, von Beplant, die sich stets auf gesetzlichem Boden bewegten, da habe. Ferner beleuchtet die Rednerin das Bestreben nach Vergrößerung geisterung durchwehten Vortrage der Rednerin zu theil. An der, gegen müssen wir mit der größten Entschiedenheit Proteft erheben. unserer Kriegeflotte und kritisirt das Vorgehen der deutschen Re- Disfuffion betheiligte sich ein Redner, der sich als Nicht- Anhänger wir mit Es ist nicht wahr, daß der Terrorismus der Arbeiter solche Maß- gierung in China. Wenn die Erschließung China's auch für die und als Nicht Gegner der Sozialdemokratie bezeichnete und im nahmen nöthig macht. Gerade unsere Gefeßmäßigkeit ist es, die die Kapitalisten vortheilhaft sein möge, die Arbeiterklaffe habe jeden großen ganzen der Referentin zustimmte. Dann folgte ein Anarchist, Gegner mit Besorgniß erfüllt, denn sie können ziemlich genau be falls feinen Nutzen davon. Zunächst gelte es, den Arbeitern die beder gegen den Werth des Parlamentarismus polemisirte, und zuletzt rechnen, daß, wenn es so weiter geht wie bisher, die Zeit nicht mehr stehenden Rechte zu sichern, ihnen volle Vereins- und Versammlungs- nahm der Parteigenosse Werle das Wort, worauf Genoffin 13 ieh in allzu fern ist, wo die Sozialdemokratie die politische Macht hat. Darum freiheit zu erringen und den Ausbau der Sozialreform sowie der einem längeren Schlußwort unter dem Beifall der Zuhörer auf einige die Unsicherheit und Zerfahrenheit in den Reihen unserer Gegner. Arbeiterschutzgesetzgebung zu bewerkstelligen. Andererseits verlangen Einwendungen der beiden ersten Redner einging. Eine im Sinne Während man einerseits den Arbeitern ihre Rechte zu nehmen be- wir, daß nicht die nothwendigsten Lebensmittel durch Zölle ver des Referats gehaltene Resolution fand einstimmige Annahme, dann strebt ist, bürdet man ihnen auf der anderen Seite den größten theuert werden und daß beim Abschluß von Handelsverträgen darauf schloß die Vorsitzende Frau Mesch die Versammlung mit einem Hoch Theil der Staatslaften auf, denn zu den indirekten Steuern trägt Rücksicht genommen werde. Die Wahlbewegung biete Gelegenheit, für auf die internationale Sozialdemokratie. die Arbeiterklaffe am meisten bei und zwar nicht nur die Männer, diese Forderungen Propaganda zu machen, an der sich auch die Frauen sondern auch die Frauen und Mädchen, die bei ibrem jämmerlich betheiligen müssen, indem sie ihre Männer und Brüder veranlassen, niedrigen Verdienst den Steuerdruck am schwersten fühlen. Von den sozialdemokratisch zu wählen. Wir Frauen stellen die Forderung, Etenern, die wesentlich aus den Taschen der arbeitenden Bevölkerung daß auch wir das Wahlrecht bekommen. Wir müssen ebenso wie fließen, wird der größte Theil für den Militarismus verwandt, zur der Mann arbeiten, um die Mittel für unseren Unterhalt zu erErhaltung der Armee, die nicht nur gegen den äußeren, sondern werben. Wir haben das gleiche Interesse wie der Mann an einer auch gegen den inneren Feind Verwendung finden soll. Die| freiheitlichen Ausgestaltung der Gesetzgebung auf politischem und Für den Inhalt der Inserat übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Berantwortung. Thraker. Mittwoch, den 2. März. Opernhaus. Bar und Zimmermann. Anfang 7/2 Uhr. Schauspielhaus. Donna Diana. Anfang 7 Uhr. Urania ReichshallenTaubenstr. 48/49. Naturkundliche Ausstellung. Täglich geöffnet von 10 Uhr vormittags ab. Eintritt 50 Pf. Abends S Uhr Wissenschaftliches Theater. Invalidenstr. No. 57-62. Täglich abends 7 Uhr: Ausstellungs- Saal und Vorträge. Näheres die Tagesanschläge. Deutsches. Johannes. Anf. 7th. Passage- Panopticum. Lessing. Ju weißen Röß't. Anfang 71/ 2-11hr Berliner. Katser Heinrich. An Sein Trid. Anfang fang 7 Uhr. Rejidenz. 8 11hr. Neues. Wohlthätigkeits- Vorstellung. Anfang 7 1hr. Goethe. Hans Huckebein. Anfang 71/2 Uhr. Unter den Linden. Der Mikado oder: Ein Tag in Titipu. Anfang 7 Uhr. Schiller, 8 11hr. Die Ahnfrau. Anfang Thalia. Endlich. Die kleinen Lämmer. Anfang 72 Uhr. Central. Die Tugendfalle. Anfang 71% 11hr Belle Alliance.Lumpacivagabundus. Anfang 8 Uhr. Luisen. Die Stütze der Hausfrau. Anfang 8 Uhr. Oftend. Unter der Polarsonne. Anfeng 8 Uhr. Friedrich Wilhelmstädtisches. = Die ffeinen Vagabunden. Anfang 8 11hr. Alexanderplat. Verlorene Mädchen. Anfang 8 Uhr. Urania. Taubenstraße 48-49. Naturkundl. Ausstellung v. 10 1hr vormittags ab. Abends 8 Uhr Wissenschaftl. Theater. Invalidenstraße 57/62. Täglich ( außer Sonntags und Mittwochs) abends 8 Uhr: Wissenschaftliche Borträge. Im Theatersaal: Specialität.Vorstellung und die 8 lustigen Wienerinnen. Castan's Panopticum. Friedrichstr. 165. Indischhindustanische Gaukler Neu!! -und- r SchlangenBeschwörer. Das BÄREN WEIB. Volks- Theater im Welt- Restaurant 97. Dresdener Straße 97. Auf allgemeines Verlangen: Parterre- Saal. Morgen Donnerstag: Letzter gr. Masken- Ball. Billets an der Kasse und Loeser & Wolff. Feen- Palast Burgstrasse 22. Hente 5 Uhr nachmittags: Eröffnung der Reichshallen- Theater. Völker- Schaustellung Das neue glänzende März Programm. Nur allererste Kunstkräfte. Anfang 3/48 Uhr. Entree 50 Pf. Quarg's Vandeville- Theater 119 mur im Grand Hotel Alexanderplatz. Vollständig neues Programm mit gänzlich neu engagirten Kräften. Er raff! Schwant nach dem Französischen. Die Ballhans- Anna. Bilder a. d. Berliner Boltsleben. Großes Spezialitäten- Programm. Anton Sattler! Nach dem Balle. Ensemble- Szene. Vitaphotoscop ( Lebende Photographien). Anf. 8 Uhr. Entree 15 Pf. Alcazar- Theater. Dresdenerstraße 52/53( City: Paffage) Annenstraße 42/43. Direttion: Richard Winkler. Ab 1. März 1898: Durchweg nenes Programm. Neues Personal. Neue Spezialitäten. Hans und Klara Sarno. Mary Mann. Anton Hildach. Helene Werner, Betty Frey. Little Alfans. Adolf Adolft. Familie Reinsch( 4 Personen). Die feine Handschuhmacherin. Charakterbild mit Gesang in 1 Alt. American. Spezialitäten. Anfang Die heilige Vehme! Start Müller. Operetten- Burlesfe in 2 Aften von 8 Uhr. Tom Apollo. Spezialitäten. Anf. 7% 11hr. Meichshallen. Spezialitäten. An fang 7 Uhr. Feen- Palast. Spezialitäten. Paffage Panoptikum. Wiener S Tanz- und Operetten- Geſellſchaft. Schiller- Theater ( Wallner- Theater). D. Victor- Roeder. Hauptrollen: Ralph Holmer: Robert Dill. Rosa: Ella Richter. Buddel: Otto Wendt. Borher: Erlauben Sie, Madame! Schwant in einem Aufzug. Jm vorderen Saale: Mittwoch, 2. März, abends 8 ur: Tyroler Sänger Alois Ebner. Die Ahnfrau. Die erste Todte. Schwant in 1 Aft. Anfang: Wochentags 9 Uhr. Entree 30 Bf. Nefervirt. Blag 50 Pf. Aschanti- Dorf und Javaner- Dorf 187 Eingeborene. Eintritt 50 Pf., Kinder und Militär 25 Pf. Geöffnet bis 10 Uhr nachts. W. Noack's Theater Brunnen- Strasse 16. Jeden Sonntag, Dienstag und Donnerstag: Gr. Extra- Theatervorstellung Landsmannschaft der Schleswig- Holsteiner. Seute Abend 8% Uhr in S. Feuerstein's Festfälen, Alte Fatobftr. 75: Bersammlung. Vortrag des Herrn Dr. S. Sternberg über:" Leprakrankheit". catus0 kffon. Briefkasten der Redaktion. F. 109. Ist gefchehen. Wohut Kirchbachstraße 16. der Orts- Krankenkasse 1] Strumpfwirker. Potsdam, den 6. September 1897. Ober- Präsident der Provinz Brandenburg O. B. Nr. 12 978. NP 11036 Gemäß Nr. 7 der Anweisung vom 10. Juli 1892 zur Ausführung des Kranten Versicherungs- Gesetzes ge nehmige ich, daß die Mitglieder der Orts- Krankenkasse der Strumpfwirfer in folgende Klassen, und zwar 1. Kaffenmitglieder, deren Arbeitsverdienst fitr den Arbeitstag 3 M. oder mehr beträgt( I. Klasse); éren Arbeits2. Raffenmitglieder, deren Arbeits: verdienst für den Arbeitstag 2,20 bis 3 M. ausschließlich beträgt( II. Slaffe); 3. Kaffeuntitglieder, deren Arbeits: verdienst für den Arbeitstag 1,80 bis 2,20 M. ausschließlich beträgt( III. KI.); 4. Raffenmitglieder, deren Arbeits: verdienst für den Arbeitstag 1,30 bis 1,80 m. beträgt( IV. Klasse); 5. Raffenmitglieder, deren Arbeitsverdienst für den Arbeitstag weniger Eine Berliner Waschfran als 1,30 m, beträgt( V.& tlaffe),-einoder: Müller n. Miller. Schwank mit Gesang in 3 Aften v. Elz. Vorher: Todes- Anzeige! Allen Kollegen und Mit gliedern des Verbandes aller im Handels: und Transport Gewerbe beschäftigten Hilfs- Arbeiter die traurige Nachricht, daß der Kollege Paul Ohmert am 27. Februar nach zweijährigem Krantenlager verstorben ist. Die Beerdigung findet am 3. März, vormittags 10 Uhr, in Friedrichsfelde statt. 75/1 Ehre seinem Andenken! Danksagung. Für die Herzliche Theilnahme und reiche Kranzspende bei der Beerdigung unferes Schwagers und Kousins Paul Foetkenhener fagen wir allen Betheiligten im Namen der Hinter bliebenen unseren herzlichsten Dank. M. Krause, Marquardt, Allenstein. Wilhelmshaven. 11026 J. A.: N. Dittberner. Danksagung. getheilt werden, und setze den durch- Für die herzliche Theilnahme bet schnittlichen Tagelohn der Beerdigung meines lieben Mannes, für die I. Klasse auf 3,50 m. n II. " " 2,50 " III. " " " 2, " IV. " n 1,50 " " " 1, Versprechen hinterm Herd. Singspiel in einem Att v. Baumann. Nach der Borstellung: Tanzkränzchen. hierdurch fest. Konzert- Sanssouci haus Kottbuser Straße Nr. 4a. Direktion: H. Pierry. Ganz neues März- Programm. Eine Stunde Kaiser von Oesterreich Lustspiel in 1 Aft. Der Hausschlüssel. Schwant in 1 Aft. Auftr. von Spezialität. nur 1. Ranges. Gebr. Clarisson mit ihren Angloamerikain- Biograph( Seb. Photo: graphien. Mit theilweise bunten Bildern. Bisher noch nicht gezeigt. Entree 30 Pf. Anfang d. Konz. 7 Uhr, der Vorstellung 8 Uhr. Passepartouts haben Giltigkeit. Die für den Feen- Balast ausge Circus Busch gebenen Ehren- und Freifarten haben Giltigkeit. Freitag, 4. März: Benefiz Nobert Donnerstag, 3. März, abends 8 Uhr: Dill. Der Tugendwächter. Hierauf: Das Herd. Versprechen hinterm Freitag, 4. März, abends 8 Uhr: Die Ahnfran. Das Geheimniss des Central- Theater Riesen- Erfolges Alle Jakobsir. 30. Direktion Richard Schultz. Mittwoch, den 2. März 1898: Bum 39. Male: Emil Thomas a. G. welchen das I. Original Budapester Possen- und Operetten- Theater in Kaufmann's Variété von Tag zu Tag zu verzeichnen Die Tugendfalle. hat, liegt einzig und allein Burleske Ausstattungsposse ut. Gefang und Tanz in 4 Bildern unter Benutzung eines französischen Sujets von Jul Freund und With. Mannstädt. Mufit von Jul. Einödshofer. Anfang 28 Uhr. Morgen und die folgenden Tage: Die Tugendfalle. Ostend- Theater. Gr. Frankfurterstr. 132. Dir. G. Weist. Sensationelle Novität! Gr. Ausstattung. Bum 15. Male: Unter der Polarsonne. Aktuelles Ausstattungsstück mit Gefang u. Tanz in 5 Bildern von E. Sonder mannund Chr. Bischoff. Gesangsterte von J. Dill. Musit v. C. Schüler. Anfang 8 Uhr. Jm Tunnel vor und nach der Vor stellung: rei Konzert. Anfang 7 1hr. Morgen und folgende Tage: Dieselbe in der anerkannten Thatsache, dass die Direktoren Donat u. Anton Herrnfeld seit Jahren bestrebt sind, ihrem Publikum vom Guten nur das allerbeste, gediegenste und pikanteste zu bieten, und ist besonders ihr gegenwärtiger, Schwank Von Dreien der 08 Glücklichste ein Haupfttreffer, welcher alles bisher dagewesene bedeutend übertrumpft. Dazu das auserlesene neue Monstre- Programm. as Apollo- Theater. 3. Dir. Friedrichstr. 218. Dir. J. Glück. Borstellung. Sonntag Nachmittag Vollständig neues Programm. ( fl. Preise): Der Wilderer. Drama von Gerstäder. Luisen- Theater 34. Reichenbergerstraße 34. Abends 8 Uhr: Novität! Novität! Die Stüße der Hausfrau. Posse mit Gesang in drei Atten von G. Kart. Musik von Fritz Krause. Toni Klein: Anna Müller: Linde. Morgen: Dieselbe Vorstellung. und 12 Debuts La LoïeFuller Kasseneröffnung 62, Anf. 72 Uhr. Neues Olympia- Th RiesenTheater. ( Circus Renz.) Karlstrasse. Bolossy Kiralfy's Konstantinopel mit dem sensationellen Feuer- und Flammentanz ausgeführt nicht von einer Person, sond. vom gesammten Ballet- Personal. ca. 1000 Mitwirkende, sowie das neue kolossale SpezialitätenProgramm. Wiederauftreten von The jolly british girls. Anf. 8 Uhr. Sonntags 2 Vorst. Sonnabend, 5. März: Letzter grosser Maskenball. Nachm. 1 Kind frei. Maehr's Theater Oranien- Strasse 24. Täglich: Theater und Spezialitäten. 0: Koloffaler Erfolg von ( Bahnhof Börse). Mittwoch, den 2. März 1898, abends 72 Uhr: V. In Bertretung: Name. Diese neu festgesetzten durchschnittlichen Tagelöhne treten mit dem ersten Montage des ersten Monats nach er: folgter Genehmigung der IX. Statutenveränderung in fraft. Der Borstand. Gustav Janz, Vorsitzender. Die von der Generalversammlung am 28. Dezember 1897 beschlossene IX. Abänderung des Statuts ist vom Bezirksausschuß am 18. Februar 1898 genehmigt worden und tritt am 7. März 1898 in fraft. Der Obige. Genossenschafts- Bäckerei unferes unvergeßlichen Vaters, Schwie gervaters, Bruders und Onfels, des Gasarbeiters Wilhelm Grollmisch, sagen wir allen Verwandten, Be fannten, Kollegen und Kameraden des Entschlafenen unseren aufrichtigsten Dant. 10886 Auguste Grollmisch nebst Tochter, Berlin, Eisenbahnstr. 37. Unentgeltlich erlernen junge Mäd chen in furzer Zeit die feine Damens schneiderei. Geschwister Eisenstädt, Ohmstraße 5. 10906 Tüchtigen Dirigenten sucht älterer Arbeiter Gesangverein für Freitag. Adressen abzugeben an Karl Ganselien, Rirdorf, Schöne weiderstraße 27, Hof II. 10876 Ich habe Freitag Abend frei bes fommen. A. Miesch, Gesanglehrer, Schliemannstr. 9. 11006 ,, Dorwärts" Achtung, 1. Osterfeiertag. Am Ostbahnhof Nr. 3 ( Eingetragene Genossenschaft mit be: schränkter Haftpflicht). Wir bringen hierdurch zur Kennt niß, daß die diesjährige 10956 Ordentliche GeneralVersammlung am Sonntag, den 13. März cr., vormittags 10 Uhr, im Lokale des Herrn Lerche, Rüders dorferstraße Nr. 3. stattfindet. Tagesordnung: 1. Vorlage des Jahresabschlusses. Da mein Saal plöglich zum ersten Osterfeiertag frei geworden ist, bitte ich Vereine, welche auf den Saal zu einer Theater- Vorstellung reflektiren, 44472 fich zu melden. A. Wieczorek, Aderstr. 144. Margarine faufen Sie für 60 und 65 Pfg. à Pfund hochfein und frisch[ 44202 Markthalle Dresdenerstr., Stand 200-201, und Plan- Ufer 96, a. d. Kottbuser Br. A. Bothe( Gegr. 1884.) Reiter- Gala- Borstellung. Auftreten aller neu engagirten Heit: tünstlerinnen und Reitfünstler. Anf: treten der neuengagirten ausgezeich neten Klowns Nipp und Tipp. Die 2. Bericht über die stattgefundene Re- Versandt nach allen Stadttheilen. vorzüglichen musikalischen Excentrics Gebr. Krasucki. vifion. 3. Neuwahl des Vorstandes Die vorzüglichen Freiheitsdressuren des Dir. Busch. und Aufsichtsrathes. 4. Geschäftliches. Auftreten des beliebten Schulreiters Herrn Foottit- Burghardt. Auf viel: seitigen Wunsch: Neu! Amateur- Konkurrenz- Reiten! Neu! Neu! Wer 3mal die Manege stehend auf dem Pferde umreitet, erhält eine Prämie von 50 Mark. Außerdem: Sämmtliche Klowns und Auguste mit ihren neuesten Späßen. Gefchw. Lorch mit ihren großartigen ifarischen Spielen zu Pferde. Zaragoza. Orig. Manège- Schaustück des Circus Busch. Besonders hervorzuheben: Die Um pünktliches Erscheinen ersucht Der Vorstand: Hermann Teupel, Geschäftsführer. Hermann Grossmann, Stassirer. nach Maaß Herren Knaben Anzüge für 11. Größte Auswahl in in- und ansländischen Stoffen für Paletots, Wir machen darauf auf Anzüge, Beinkleider 2c. werden merksam, daß die Bilanz den Genossen unter Garantie des guten Sites in unserem Komptoir Am Ostbahnhof zu überaus billigen Preisen Nr. 3 zur Einsicht ausliegt. D. D. schnellstens angefertigt im Tuchgeschäft Kränze, Schleifen, et A. Karle, Waldemarstr. 66. Guirlanden, Blumen empfiehlt den Parteigenossen A. Nimtz, Gärtner, NO., Friedenstr. 68. 4445 weiblichen Fanfarenbläser. Der Stura Album- a.Lederwaaren- Fabrik Oskar Gundau, str. 50. von der 60 Fuß hohen Britce ins Wasser. Der pompöje grüne Aft. Morgen 7 Uhr: Soirée- equestre. Mundt's Saal. Juh.: Ernst Gründer. Köpnickerstraße 100. Fernsprecher Amt VII 39. Täglich: Grosser Ball.* Entrée Herren 50 Pf. Tanz Garderobo Damen 25 Pf. Carl Becker Cigarren, Cigarretten u. Tabake OranienEce Adalbertstraße. Dr.Simmel Betten, Gardin., Bettwäsche, Anzüge, Remont.- Uhren, Regulator., pottbillig Pfandleihe Neanderstr.6. Arbeitsmarkt. Zwei tücht. Gef. a. Büff. und beff. Großes Lager aller Möbel vl. in Lichtenberg, WilhelmArten Lederwaaren straße 18, dicht am Bahnhof.[ 1089b und Schmucksachen Stehkragen- Plätterinnen, einige zu billigsten Preisen sehr geübte, bei hohen, festemt In Sammet Wochenlohn und dauerndem Kontrakt 2,75 Mark, in Leder verlangen Fersenheim& Weinstein, Landwehrstr. 11. 10976 Näherinnen auf Herrenfragen, Damenkragen und Manschetten, in und außer dem Hause, verlangen Fersenheim& Weinstein, Berlin, Landwehrstr. 11. Glasschleifer 1096b 1,25 Mark in größter Auswahl Moritzplatz, i.Bans v.Aschinger 2 Treppen rechts. 2 Vereinszimmer sofort zu ver- 10-2, 5-7. Sonntags 10-12, 2-4. Spezialarzt f. Hautu.Harnleiden. verlangt geben. Paul Zimmermann, 42942* Marsiliusstr. 8, Ece. Die Nadel- und Radelmadel. indowerstr. 25 an der Wüllerstr. on Eugen Fredy. Wufit v. Otto Tieke. Anfang: Wochentags 8 Uhr. Boltsstück mit Gesang in 2 Aften Sonntags 6 Uhr. Concerthaus Leipzigerstr. No. 48 Täglich: Hoffmann's Quartett und Humoristen. Anfang: Wochent. 8 Uhr Sonntags 7 Uhr. Fracks u. Gesellschafts- Anzüge, für jede Figur passend, werden verlieh. Baruch, Kommandantenftr. 72, 1. Gt, Ecke Beuthstraße. 231b Stand 10,00, Mandar.- Daun. Betten2,50, Bettfebern, Steppd., Bett zahlung.* Zähne v. 2 Mark Olga Jacobson, Juvalibenst. 145. Theilzahlung monatt. 10 9. und gegen baar liefert 10916 Carl Heckert Nachf., Bringenstr. 32. Tüchtige Monogrammpräger und Brägerinnen werden gesucht. N. Liebmann, Sgt. Hoflieferant, Berlin W Friedrichstr. 74. 10936 Kartonzuschneider, tüchtigen, verl. 10926 Max Riehn, Koppenstr. 60. Farbigmacher verl. Wasserthorstr. 46. faubere Herren- Garderobe Tomporowski, Jüdenstr. 37, I. Grünkram Geschäft verbunden wäsche, Gardinen. spottb. Bettenhaus mit Mehl und Vortost zu verk. Zu Bersilberer verlangt Wasserthorstr. 46. Neanderstr. S. erfrag. Borsigstr. 4, im Geschäftsteller. Arbeiterin in u. außer dem Haufe, Wohnungen, 60 bis Priefenhemd, vert. Hennig, Landss 11016 * Gifafferstr. 15. z. Grünauerstr. 386 gir. 3. 1. april. Berger Allee 141. A. Schulz. Achtung! Achtung! Genossinnen und Genossen! Mittwoch, den 2. März 1898, abends 8 1hr, im Saale der Aktien. Brauerei„ Moabit"( früher Ahrens), Thurmftr. 25/26: Große Volks- Versammlung. Tages Ordnung: 1. Bortrag der Genoffin Frau Louise Zietz aus Hamburg über: Die lex Heinze." 2. Diskussion. Um zahlreiches und pünktliches Erscheinen ersucht Freie Volksbühne. I. Abtheilung: Sonntag, den 6. März, nachm. 234 Uhr, im LessingTheater: Abu Said, Lustspiel in 1 Akt von Dr. Oskar Blumenthal. Hierauf: Cyprienne, Lustspiel in 3 Aufzügen von Sardou und Entschädigung erhalten Vereine, 9006] Bersammlungen 2c., die Wochentags( außer Sonnabends) meine Säle von 100-800 Perf.( mit Bühne) benugen. Franz Müller, Central- Festfäle, Alte Jakobstr. 32( Central- Theater). Einige Sonnabende im April noch frei. Täglich von 7 Uhr morgens bis 6 Uhr abends: E. de Najac.- Die Mitglieder werden gebeten, nur die Vorstellung Verkauf frisch gek. schw. perls. und sinn. Fleisches. ihrer eigenen Abtheilung zu besuchen, um Ueberfüllung anderer Vorstellungen zu vermeiden. II. Abtheilung: Sonntag, den 20. März, im Lessing- Theater: Dieselbe Vorstellung. V. Abtheilung: Sonntag, den 13. März, im Friedrich Wilhelmstädtischen Theater: Die lustigen Weiber von Windsor. Das Märzfest Die Vertrauensperson. Montag, den 7. März, abends 8 Uhr, referirt Genosfin Zietz im Schützenhaus, Linienftr. 6, über:„ Die bevorstehenden Reichstags: des Vereins findet am Sonnabend, den 26. März, im Saale der wahlen und die Interessen der Frauen." Brauerei Friedrichshain statt. Nur Mitglieder haben Zutritt, wenn sie sich eine blaue Marke à 50 Pf. in ihrer Zahlstelle in die Mitgliedskarte kleben lassen. Das Programm des Abends bildet ein durchweg Am 28. März, abends 8 1hr, hält Dr. Wilh. Meyer einen künstlerisches Solistenkonzert unter Mitwirkung hervorragender Sänger Vortrag mit vermehrten und verbesserten Lichtbildern über die Reise nach und Sängerinnen und Pianisten. Der Tanz ist frei. Da die NachSpitzbergen. Wo Billets zu dieser Vorstellung zu haben sind, wird noch be: frage nach Marken gross ist, empfehlen wir den Mitgliedern, sich Tannt gegeben. 1/12 baldigst damit zu verschen. Billets gelangen nicht zur Ausgabe. Der Vorstand. I. A.: G. Winkler, Rixdorf, Kirchhofstr. 46, II. Vorläufige Anzeige. Deutscher Holzarbeiter- Verband. Zahlstelle Schöneberg.. Donnerstag, 3. März, abends 8 Uhr, bei Obst, Grunewaldstr. 110: Außerordentliche General- Versammlung. Tages Ordnung: 1. Vortrag des Kollegen Jost. 2. Wahl eines Delegirten zum Ver Bandstag. 78/12 Jedes Mitglied ist verpflichtet zu erscheinen. Ohne Mitgliedsbuch kein Eintritt. Die Ortsverwaltung. Chemigraphen. Donnerstag, den 3. März, abends 82 Uhr, im Lokale des Herrn Zubeil, Lindenstraße 106: Mitglieder- Versammlung. Tagesordnung: 1. Vortrag des Kollegen Sillier. 2. Diskussion. 3. Stellungnahme zur Generalversammlung. 4. Vereinsangelegenheiten. Um, zahlreichen und pünktlichen Besuch bittet Die Verwaltung. 96/8 Achtung! Maurer. Achtung! Laut Versammlungsbeschluß vom 24. Febr. 1898 beginnt die Sammlung zum Streiffonds am 5. März, infolge dessen ist der Verkauf der von mir ausgegebenen Sammelmarken zum Generalfonds der deutschen Maurer von jetzt ab eingestellt und sind die noch vorhandenen Marken sowie Geld sofort an mich abzuliefern. Der Vertrauensmann der Berliner Maurer lokaler Nichtung 131/14 Wilhelm Ueckert, Calvinstr. 10. Achtung, Zimmerer! Den Mitgliedern des Vereins der Zimmerer Berlins und Umgegend" zur Kenntniß, daß laut Beschluß der am 25. Februar cr. stattgefundenen öffentlichen Versammlung die Lohnkommission aufgelöst ist und der Vorstand des Vereins die Regelung der Lohn- und Arbeitsverhältnisse felbst übernommen hat. Das Bureau unserer Organisation befindet sich Dragonerftr. 15, S. part. und ist geöffnet von 8-12 und von 2-8 Uhr, wo die Aufnahmen von Mitgliedern erfolgen und die Marken und Karten zum Agitations- und Unterstützungsfonds ausgegeben werden, auch wird die Arbeitslosigkeit in der früheren Weise abgestempelt. Ferner werden auf nachfolgenden Zahlstellen des Vereins Mitglieder aufgenommen und Marken zum Unterstügungsfonds ausgegeben. 1. Osten: Fruchtstr. 52 bei Jauer. 2. Süden: Belle- Alliancestr. 74 bei Riging. 3. Westen und Schöneberg: Grunewaldstr. 110 bei Obst. 4. Wedding: Basewalterstr. 3 bei Bergemann. 5. Nordost: Tresdomstr. 21 bei Schmidt. 6. Moabit: Birkenstr. 24 bei Gebauter. 7. Steglitz: Ahornstr. 15a bei Schellhase. 8. Pankow: Bollant- und Görschstraßen- Ecke bei Clement. 9. Weissensee: Königs- Chauffee 55 bei Specmann. 10. Charlottenburg: Krummestr. 41 bei Homuth. 11. Wilmersdorf: Berlinerstr. 40 bei Klingenberg. 12. Zehlendorf: Machnowerstraße 40 bei Dohrmann. 13. Rixdorf: Wanzlidstr. 8 bei Anders. 14. Norden: Brunnenstr. 150 bei Neumann. 15. Tempelhof: Dorfstr. 40 bei Gehrke. 16. Friedenau: Handjerystr. 57 bei Weinert. 17. Gesundbrunnen: Buttmann und Thurneyserstraßen- Ecke bei Lehmann. 18. Südost: Lausitzer: 257/6 ftraße 18 bei Groth. Der Vorstand. Fernsprecher Amt IV, 447. Einsegnungs- Anzüge in glatten Rammigarn, Satin, Diagonal- und Tuchstoffen, 1 und 2 reihig, von 12-24 M. Dresdenerstr. 4 am Kottb. Thor. M. Schulmeister, Hauptstr. 143 in Schöneberg. Bitte genau auf die Firma zu achten! Nervenleidende! Morgen, Donnerstag, 3. März, abends 8½ Uhr, spricht prakt. Naturheilkundiger Grundmann bei Gründel, Brunnenstr. 188 erläutert an großen farbigen Lichtbildern, über die Entstehung, Heilung und Verhütung obiger Leiden. Männer und Frauen als Gäfte willkommen. Eintritt 20 Pf. Körper- u. Naturheilverein, Alexanderstr. 8. Sprechzeit 11-2, 6-8. Sonntags 11-12. Warnung! An Stelle des bekannten und allbewährten echten Dr. Thompson's Seifenpulver werden den verehrten Hausfrauen oft minderwerthige Produkte verabfolgt! Man achte deshalb beim Einkauf auf den Namen ,, Dr. Thompson" und die Schutzmarke„ Schwan". Zu haben in den meisten Seifen, Droguen- und Colonialwaarenhandlungen. und Mechaniker- Kittel und blaue Köper- Anzüge billigst in der Fabrik C. Flach& Co., Köpnickerstr. 111, Hof part. Konkurs- MassenAusverkauf. Nur noch kurze Zeit! Die Waarenbestände der Behrendt'schen Konkursmasse, Musikhaus H. Behrendt, Friedrichstr. 160, bestehend in MusikInstrumenten und Musikwerken, Polyphons, Symphonions, Herophons, Manopans, Accord- Zithern, Trommeln, Trompeten, Musik- Automaten ( wichtig für Restaurateure) etc. etc. werden, um schleunigst zu räumen, zu jedem annehmbaren Preise, staunend billig, täglich von 6-9 Uhr ausverkauft. Möbel und Volfferwaaren. Franz Tutzauer, Tischlermeister, Berlin SW., Blücherstr. 14. Bom 1. April 1898 ab: N. Brunnenstrasse 152. pro Pfd. von 30 ẞf an, 40 f. [ 4041L* Nindfleisch Schweinefleisch Verwaltung der Kochanstalt Städt. Schlachthof " Eine Zuckerin- Tablette zu 2 Pfennig ist so süss, dass der Süsswerth von 1 Pfd. Zucker nur 12 Pfennig kostet. 1 Liter Kaffee zu versüssen kostet nur 1 Pfennig. Man verlange ausdrücklich ,, Zuckerin"-Tabletten, deren Echtheit der gesetzlich geschützten gerieften Form zu erkennen ist. Zu haben bei: an Berlin N. Central- Drogerie Dr. E. Kuhlmann, Friedrichstrasse 134. G. A. Hesterberg, Elsasserstr. 97 und Luisenstr. 39. Aug. Schönebeck, Zehdenikerstrasse 1. P. Recollin, Reinickendorferstr. 26 a. H. Boesefeld, Reinickendorferstr. 14 und 29. Hugo Schultz, Müllerstr. 166a. Werner Kapell, Brunnenstrasse 118. Albert Ramhold, Prinzen Allee 18. Albert Haseloff, Wriezenerstr. 30 und Biesenthalerstr. 15. Hermann Schusdziara, Exercierstrasse 22. Albert Jung, Wörtherstr. 39 und 28. Hugo Staab, Marienbad- Drogerie, Badstr. 45/46. F. W. Helmholz, Templinerstr. 7. Berlin NW. Hoffmann& Schinke, Thurmstr. 77. Sally Fabian, Drog. z. Burggrafen, Bachstr. 11. Rudolf Fink, Thurmstr. 10. TAE. Klüber, Stromstr. 62. Emil Hauke, Bandelstr. 11 und Dreysestr. 18. Babel& Hauke, Wilsnackerstr. 38. Hermann Gornick, Rathenowerstr. 79. Berlin W. J. C. F. Schwartze, Leipzigerstrasse 112. Curt Winger, Markthalle, Mauerstrasse. W. Marzahn, Potsdamerstr. 16. F. L. Harnisch, Potsdamerstr. 22. G. Wendler, Matthäikirchstr. 10. A. Freitag, Potsdamerstr. 82. LützowApotheke, Lützow- Platz. Eugen Gowin, Linkstr. 37. Berlin SW. Heinrich Rottmann, Blücherstr. 15. Paul Löschen, Fürbringerstr. 18. W. Richter, Halleschestr. 15, H. Dölle Nachf., Kommandantenstr. 39. Berlin S. 0. Knauth, KomHugo Wolter, Kottbuserdamm 42. mandantenstr. 30. W. Ebel, Prinzenstr. 6 u. Gitschinerstrasse 58. R. Seebe, Alte Jakobstr. 71. Albert Gehrke, Bärwaldstr. 53. Berlin SO. J. Schulze. Lausitzerstr. 5/6. A. Peglow, Reichenbergerstr. 53, Reichenbergerstr. 1, Kottbuserstr. 4a und Görlitzerstr. 66. Gustav Wittig, Pücklerstr. 41 und Eisenbahnstr. 41/42. A. Wegener, Muskauerstr. 13. Theodor Lott, Manteuffelstr. 119. Berlin O. Adolf Wolff, Holzmarktstr. 68. Theater- Drogerie, Wallnertheaterstr. 18. F. Kornstädt, Blumenstr. 14. H. Schmidt, Andreasstr. 77b. Berlin C. Fr. Schulz, Alte Leipzigerstrasse 16. R. Sauer, Kaiser Wilhelmstr. 47. Charlottenburg. Ad. Schädler, Pestalozzistr. 10. E. Zimmerling, Kantstrasse 150a. Gr. Lichterfelde. H. Kuhnert, Drakestrasse 56a und Dahlemerstrasse 77. E. L. Grothe, Jungfernstieg 4. Reinickendorf, G. Sonnenstuhl, Provinzstr. 105. Pankow. Hugo Lautenbach, Wollankstrasse 135. Gebr. Hartung, Breitestr. 16. Rummelsburg. Reinhold Passeck, Goethestrasse 45. Hermann Kalisch, Türrschmidtstr. 1. Spandau: Otto Nowack, Proben und Preislisten portofrei. Mittwoch, Donnerstag, Freitag Damen- Hausschuhe 2,70 Mk. Damen- Halbschuhe, Rossleder 3,15 u. 5,90 Mk. satiniert. Damen- Zugstiefel, Kableder 6,80 Mk. Blusen- Anzüge, farbiger Stoff Versand- Abteilung Berlin W., Leipzigerstr. 132/33. Damen- Knopfstiefel, Wildrossleder 7,50 Mk. Damen- Schnürstiefel, genarbt. Kalbleder 8,25 Mk. Damen- Knopfstiefel, satiniert. Kalbleder 9,75 Mk. für ca. Knaben- Blusen- Anzige, dunkelblauer Cheviot mit Ueber Garderobe kragen u. Latz Jacken- Anzüge, dunkelblauer Cheviot mit UeberPyjacks, dunkelblauer kragen und Latz Cheviot, gefüttert, mit Ueberkragen Schul- Anzüge, Joppenform, Loden, gefüttert | 8-4 4-5 5-6 6-7 7-8 8-9 Jahre 3,40 3,65 3,90 4,15 4,40 4,65 4,90 Mk. 5,50 6,- 6,50 7, 7,50 8,- 8,50 ML. 8,- 8,50 9,- 9,50 10,- 10,50 11,- Mk. 10,75 11,50 12,25 13, 13,75 14,50 15,25 Mk. 4,25 4,75 5,25 5,75 4,25 4,75 5,25 5,75 6,25 6,75 7,25 Mk. 10-11 11-12 Jahre für ca. 8-9 9-10 9,25 10,25 11,25 12,25 Mk. Warenhaus A.Wertheim Berantwortlicher Nedakteur: Anguft Jacobey in Berkin. Für den Inferatentheil verantwortlich: Tb. Glocke in Berlin. Druck und Verlag von May Bading in Berlin.