Nummer 7 immeit II.Lebruar 1�v21 _.___ Unterhaltungsbeilage öes Vorwärts ?lfo sprach Suööha Gotamo: „Der Sieger schafft nur Feindschaft sich, Denn der Besiegte tragt es schwer. Daß er von seinem Gegner ward Besiegt trotz tapfrer Gegenwehr. Nur der wird wirtlich glücklich sein. Der wahren Frieden recht genietzt, Der weder andre hat besiegt Noch selber auch Besiegter ist." Dbnmmaeada BerS 201 in der Vuddlüilenbibc Das Enöe öes Lebens. Ein erdachte» Gespräch Schiller». Von Paul Ernst. Unier dem Titel..Geeachtt Srsprächr' läftl Paul Srult bri Aeorg Mllllcr i» München demnächst ein Buch erscheinen, in dem er die grossen «Setster der Sieschichtcn Uber die«unaen Fragen der Menschheit in tief- sinnig�eislooller Weise sich außer» laßt. Als Probe fct hier der Dialog wiedertu'gebra. in dem lZchtller auf dem Sierbebelt dem ihn pflegenden Heinrich Voß fein lehtes Kekenumis ablegt. Schiller: Sagen Sie nichts meinen Angehörigen. Sie er- inliern sich aus dem Phaethon. wie Sokrates die Frauen und Kinder fortschickt, weil er das Wehklagen nicht passend siiidet im Angesicht des Todes. Bog: Ich werde schwelgen. S ch t l l e r: Mir ist sehr viel besser. Di« Schinerzen sind per- schwunden. Sie wären auch störend gewesen, denn ich möchte mir noch über so vieles klar, verden.— Wie, Sie weinen? V o b: Ich � dachte, dah Sie noch so lange Jahre hätten leben sollen. Schiller: Ich dachte das auch, noch gestern. Heute ist mir klar, das mein Leben beendet ist, trotzdem ich mitten aus inciuer Arbelt gerufen wurde, von der ich meinte, sie werde meine beste, und trotzdem meine Kinder unversorgt sind. Vofj: Sie sagen das, um mich zu beruhigen? Schiller: Nein, ich kann niemanden mehr beruhigen, ich habe zuviel zu denken. Es ist so, wie wenn einer aus einem Kind Plötz- lich in einem Tag ein Mann würde. Alle geplante Arbeit des Kindes erscheint ihm dann überflüssig, alle Sorgen des Kindes haben dann keine Bedeutung niehr. Ja. ein solcher Mensch müßte dann so frei und heiter sein, wie ich jetzt bin. denn er hat sa noch keine neue Arbeit und Sorg« de» Manne». B o s>: Für Ihre Lieben werden die Freunde sorgen. Aber welche Werke hätten Sie noch schreiben können! Schiller: Meinen Sie? Wie alt wurde Homer? Man sagt an hundert Jahre: Alexander wurde nur dreiunddreißig alt: der eine hat da» Werk Homers getan, der andere das Wert Alexanders. Sie sind beide fertig geworden mit ihrer Arbeit, und ich habe nie an ihr Leben gedacht, ob es lang oder kurz war. Wir irre», lieber Freund, wenn wir die Jahre zählen. Wie könnte ich so ruhig sein, wenn mein Werk nicht getan märe? Nur In unserer beschränkten Anschauung verteilt sich das Lebe» auf Jahre, in Wahrheit ist das Leben unser Werk. Boß: Dielleicht bin ich noch zu jung. Schiller: Nein, Ihre Jahre können da» schon verstehen. Wenn ein Gedanke mich durchblitzt, dann ist es gleich, ob das in Sekunden ist oder in Jahrzehnten. Nur das Tier, nur der tierische Mensch lebt in der Zeit, denn sie leben für Augenblicke des Glücks: ober gerade das Tie, und der tierische Mensch zählen nicht ihre Jahre, sie wissen nicht, wie alt sie sind, wenn sie sterben. Freund, welches Leben habe ich geführt! Es war wundervoll! Ich bin iinmer ein freier Mensch gewesen. Und auch je�t zwingt mich der .Tod nicht, ich rufe, ihn: er kommt lächelnd, faßt meine Hand und sagt: Nun wirst Du einen neuen Weg gehen. Boß fdegeistert): Soll ich nicht doch Ihr« Galtin und Ihre Kinder rufen? Schiller(lächelnd): Frauen können das nicht verstehen: sie weinen, wenn sie dem Manne die Hand geben, der das Mädchen vernichtet und das Weib aus ihr bildet: sie weinen, wenn sie das Kind gebären, das sie zur Mutter macht: bei jedem Schritt in die > Höhe weinen sie. Auch Kinder können das nicht verstehen, ihnen j ist der Tod unnatürlich, denn sie haben sich noch nicht geschaffen und haben ihre Arbeit noch nicht getan.— Ach. Freund, welche Ruhe ist in mir! Nie habe ich diese Nuh« verspürt, denn bis nun mußte Ich immer meine Arbeit tun. Nun ist meine Arbeit getan. Aucki diese Ruhe währt ja nur wohl wenige Stunden. Boß: Ihre Augen glänzen. Ihr Puls geht fieberifch: der Arzt hat ein Beruhigungsmittel gebracht. Schiller: Ach. guter Boß, was reden Sie da? Soll ich mich betäuben und den freundlichen Tod ohne Bewußtsein empsange»? Die Kerze flammt hoher in den letzte« Sekunden— ist der letzte Tropfen Wachs denn so kostbar, daß man das oerhüte» müßte? Ach, Ihr seid doch alle nur— Menschen I— Wie? Bin ich selber denn kein Mensch mehr� Fasten Sie mein« Hand, Boß, ich bin doch noch ein Mensch, ich spreche dach noch mit Ihnen? Boß(wendet sich meincnlJ ab).» Schiller: Wieder Tränen! Ach ja, Ihr könnt CS ja nicht verstehen, ich will nicht ungeduldig über Euch werden.... Nicht wahr, Sokrates starb van den Füßen an ab..„ lieber Baß, Sie sollten mir ein Kissen auf die Füße legen: ich habe ja keine Schmerzen, aber es ist ein störendes Gefühl, diese Kälte: ich möchte nicht abgelenkt werden von meinen Gedanke»:»reine Gedanken sind noch nötig, es fehlt wohl noch ein Baustein in meinem Hause, den muß ich jetzt noch einsetzen— sprechen wir nicht schau seit Stunden zusammen? Boß: Nur seit Minuten. Schiller: Merkwürdig. Aber nein, es ist nicht merkwürdig. — Wie gütig ist die Naturi Denke» Sie, Boß, mir scheint, ich sehe meine Mutter. Gewiß wird unser Leib in seiner letzten Rot uns das Bild heraufbeschwören, das wohl am tiefsten in uns ruhen muß. daß die Mutter uns helfen kann. Das ist so schön: sie kommt mir entgegen, sie winkt zurück: es wird der friedliche Tod sei», dem sie winkt. Ich weiß es ja, dieses Bild ist eine Alisgeburt meines Ge- Hirns, aber ist es nicht ein wunderbar schönes Gleichnis, daß der sterbende Mann die Erscheinung srtner Mutter hat? So gütig ist alles. Ja, sein« Mutter, welche ihre Kinder ausgezogen hat, muß doch dasselbe gelebt haben wie der Mann, sie ist dann ja auch so ehrwürdig»vi« der Mann. Und dann darf sie nachher noch am Sterbebett ihies Kindes stehen— nein, meine Gedanke» verwirren sich ja- Boß(legt ihn etwas höher). Schiller: Guter Baß, Sie haben erraten, was ich gern ivallte, ich wollte Sie niir nicht schon wieder belästige«. Jetzt werde ich wieder klarer. Gewiß ist dach jedes Leben da für ein Wert oder es ist ein Wert: wenn es auch noch so bescheiden ist. Ich erinnere mich an einen alten Mann aus meiner Kindheit, er hatte so sanfte Augen: nichts weiß ich von ihm, er hat vielleicht auch nichts Besonderes ge» tan, das einer wissen könnte: aber er hat gemacht, daß er alter Mann diese sanften Augen halte. Rie habe ich gewußt, bis nun, daß diese Augen Lehrer für mich gewesen sind, daß ich ohne sie ein anderer Mensch geworden wäre. Manchem möge» sie wohl Lehrer gewesen sein. Ach, wenn ich deiiten könnte, daß meine Schriften Lehrer für Menschen würden, daß mein Leben nicht erlöschte in einem kleinen Zimmer! Nun, für den Mann waren die Augen das Werk: vielleicht sind meine Werke gar nicht meine Schriften, sondern irgend etwas anderes: jener Mann wußte ja auch nicht von seinem wirtlichen Werk. Wir wollen geduldig sein, nicht wahr? Wir können ja ge- duldig sein, denn ivir sind so wunderbar ruhig. So oder so. mein Werk habe ich getan, ich weiß es.— Sehen Sie, Boß, meine Mutter führt-inen Jüngling an der Hand, einen smindl-che» Jüngling. Mutter, ist es der Tod? Du stehst?», ich fürchte mich nicht. Eine Blume hat er in der Hand, er berührt meine Stirn mit der Münte — ist dieses das Ende? Wie schön, wie 1>hön ist das Ende! Die hermgsfistherei fn öer Ostsee. Von Hermann Bauer(Lübeck). In einem westlichen Winkel des Baltischen Meeres liegt der hübsche Borort Travemünde. Als Badeort hat er sich einen beachtenswerten Platz errungen, als Fischerplatz sieht er auf eine alte Vergangenheit zurück. Im Winter lag Travemünde bisher verlassen da. und selbst die Lübecker erinnerten sich seiner nur, wenn die Fischerkähne die Trane hinausfuhren und mit silberglänzenden Fischen an den Travebrücken landeten. In Vorkriegszeiten kostete jede Schaufel voll frischer Heringe einen Groschen, und damit hatte die Hausfrau genug für ihre hungrige Gesellschaft. Das war einmal. Wer heute in Wintertagen nach der Lübecker Bucht kommt, findet hier ein kaum geahntes Leben und Treiben. Der einst so ruhig seinem Beruf lebende Fischerstand hat einen Zug ins große angenommen, der auch die alten lübschen Fischcrmeister in den Strudel gerissen hat. Eine ganz gewaltige Konkurrenz hat sich breit- gemacht, und man ist darauf aus, dem Hering mit allen Schikanen nachzujagen. Dazu bedient man sich der sogenannten R i n g w a d e (Beutelnetz), die hauptsächlich in Schweden verwandt wurde. Die Blockade und die Hungerjahre ließen es geraten erscheinen, einige Mitglieder des Lübecker Fischereivereins nach Schweden zu ent- senden, um diese Art Fischerei kennen zu lernen und durch ein ver- besserte? Verfahren den schwankenden Heringssang ergiebiger zu machen. Nach anfänglichen Fehlschlägen ist nun der Versuch ge- lungen, und zwar in so hohem Maße, daß inan bereits Besorgnisse um die Zukunft des Herings hegt. Wurden schon im vorigen Jahre mit den wenigen Ringwaden Riesenfänge gemacht, so hofft man dieses Jahr den Trumpf auszuspielen. Denn die Millioneneinnahmen setzten die Fischer in den Stand, sich mit den neuesten Ausrüstungen zu versehen, und heute ssnd bereits etwa<0 Ringwaden in Travemünde oersammelt. 13 gehören der Lübecker Fischergenossenschaft, t> den sogenannten kapitalistischen Genossenschaften und 20 sind aus Warnemünde, Kiel, Eckerissärde, den ostholsteinischen Fischereien und selbst von der Schlei im Schleswigsche» eingetroffen. Ein ungemein anziehendes Bild bietet sich dem Beschauer, wenn sich weit draußen aus der See die Fischerslottille silhouettengleich am Horizont abzeichnet, oder wenn sich die ganze Flottille in Traue- münder Fischereihafen oersammelt. Wem es vergönnt ist, einmal eine Fahrt mitzumachen, wird einen bleibenden Eindruck mitnehmen. Auf den Kuttern wimmelt es von Menschen, denn etwa 2S gehören mit zur Partie. In leichter Entfernung vom Motorkutter treiben drei Männer in einen» Beiboot. Der ein« senkt ein leichtes Lot an langem Draht ins Wasser und harrt einer zitternden Bewegung, des sicheren Zeichens eines Heringsschwarms. Fährt der Arm hoch oder wird der Südwester geschwungen, dann ist Beute in Sicht. Auf dem Motorkutter wird es lebendig. Die etwa<00 Meter lang« Wade gleitet über Bord, der durchschnittlich 20 Pferdekräst« starke Schiffsmotor prustet und treibt so schnell wie möglich das Boot im Kreise herum. Denn sobald der Fisch das Netzhindernis fühlt, sucht er zu entweichen. Die mit motorischer Kraft arbeitende Winde schließt den Ring, zieht das 9tetz zusammen, es wird allmählich hoch- gezogen und ausgekesschert. Das Beiboot füllt sich mit den silber- glänzenden Fischen, deren oberste Schicht zuckt und zappelt und die Schwänze zum letzten Male spielen läßt. Besondere Motorschlepper fahren mit dem Fang dem Hafen zu, mitunter bis zu acht Boot« hinter sich herziehend. Die wetterharten Fischer aber schlagen die Arme übereinander und rüsten sich zu neuer Arbeit. Leicht ist sie nicht. Bei tollstem Wetter müssen sie im kalten Wasser patschen und sich vom Sturm, Regen und Schnee durchpeitschen lassen. Die Fischer verdienen Geld, viel Geld, das ist richtig, aber sie erleiden auch mitunter große Verlust«. Kommt eine Ringwade zur Unzeit zurück, dann weiß jeder, daß sie Pech hatte und ein zer- rissencs Netz mitbringt, das sofort geflickt wird. Trotzdem macht sich der Fischsong bezahlt. Der Großkapitalismus hat sich deshalb denn auch seiner bemächtigt. Die eingangs erwähnte kapitalistische Ge- nossenschaft besteht.aus Kreisen, die ihre Haut nicht selbst zu Markt« tragen, sondern andere Leute für sich arbeiten lassen. Man findet unter ihnen die meisten Travemünder Hotelbesitzer, Ziegeleibesitzer, Direktoren großer Werke: ehemalige Staatsbeamte, sogar Generäle haben Anteile. Die kapitalistischen Genossenschasten stellen den Fischern dos Material zur Verfügung und nehmen für sich 15 Parten in Anspruch. Unter sotonen Umständen ist es nicht verwunderlich, wenn eine gewisse Host einreißt, die allen schadet. Gelingt ein guter Zug, dreht schnell auch ein anderer bei und versucht einen Reißer zu machen. Dadurch wird der Hering verjagt. Ob er trotz seiner un- geheuren Vermehrung— das Weibchen legt ja bis zu 00 000 Eier — dem erst in den Anfängen stehenden Raubbau standhält, wäre noch besonders zu erwägen. Das deutsche Parlement hat erst kürz- lich unter Einverständnis der Travemünder Fiicher beschlossen, daß zurzeit nur fünf Ringwaden in den Hoheits�wässern tätig sein dürfen. Aber dieser Beschluß bildet nur ein kleines Gegenmittel, wenn unmittelbar an der Zonengrenze unbeschränkte Jagd auf den Hering gemacht wird. Eine reichsgesetzliche Regelung wird sich nicht umgehen lassen. Die Fangergebniss« werden sämtlich in Travemünde gelöscht, wo der lübsche Staat alle Einrichtungen getroffen hat und weiter ausbauen wird.' Zehntausende von Kisten sind längs des Ufers aufgestapelt— eine lausige Hertngskiste notiert jetzt einen Wert von 20 bis 25 M. Kommen die übervollen Boote heran, treten geschäfts- bereite Hände in Tätigkeit, mit wenigen Schaufeln ist der Korb ge» füllt. Flink gleitet er über die Wage, mit 1 Pfund Uebergewicht (für Auswiegeverlust und Langsinger an anderen Orten) glitschen die Fische in die Kisten und stauen sich auf dem bereitstehenden Lastauto, das sie sofort nach der Lübecker Marschälle oder an die Bahn abliefert. Auch in den Räuchereien Schlutups und Lübecks gibt es dann flott zu tun. Lübeck verfügt über 35 Räuchereien und Marinieranstalten, deren einzelne in der Hochsaison bis zu 600 Ar- beitskräfte beschäftigen. Schon wenige Stunden nach dem Fang liegt die zubereitete Ware oersandtbereit da. Lübecks Industrie sorgt auch für die Herstellung von Kmrservendosen. Der Heringsfang dauert gewöhnlich nur die ersten drei Monate des Jahres. Während dieser Zeit werden, wenn der Fang gut ein- schlägt, in Travemünde und Lübeck viele Millionen umgesetzt. Da lebt auch der stille Fischersmann auf. Er ist für leben und leben lassen. Nur wenn der Hering billiger werden soll, kommt er aus seiner Ruhe. Aber was hilft's: der Hering muß billiger werden. der gewogene ErübaU. Unsere Erde wiegt rund iechs Ouadrimillionen Kilogramm. Wollte man diese Zahl ou'ichreiben, so müßte man hinter eine Secki-Z 24 Nullen setzen. Und wenn man die Maßznhl in die geläufiger« Milliarde von lausend Millionen übersetzet» wollte, so er- gäbe siib. daß eine Milliarde Milliarden erst eine Trillion ans- macht. Das Gewicht der Erde in Kilogrammen ist aber sechs- millionenmal so groß! Wie hat man das Gewicht der Erde gefunden? Man kann zivar nicht die Erde auf eine Aagschale legen, wohl aber ein Stückchen davon,«ttva einen Liter: die Größe der Erde ist durch Messung bekannt— dann bätte man alio nichts nötig, als ent« sprechend zu vervielfältigen 1 Dies Verfahren iü zu roh. denn nran weiß ja nicht, ob eine Probe, die man air der Erdoberfläche entnimiiil. nicht wesentlich leichter oder schwerer als der Durch- schnitt ist. Tatsächltch»viegt ein Liter Erde von der Erdobcr« fläche zwischen zwei und drei Kilogramm, und wenn man diese Zahl als Durchschnitt annehmen wollte, ergäbe sich ein viel zu niedriger Wert. Da? liegt darair. daß die Erde im Innern viel dichter ist als an der dünnen Oberflächenschich!. die allein genau bekannt ist. Andere Vcrstihren sind es, die zu einer richtigen Wägung des Erdballes führen. WaS beißt eigentlich wägen,»rnd was bedeutet.wiegen" und .schwersein"? Eine Anschauung von diese» Begrisserr gibt die Federivage. Hängt man ein Gewicht an sie, so wird sie gedehnt. und Hinzusügung weiterer Gewichte führt zu ihrer»oeiteren Dehnung. Der Zug nach unten, die Anziehimz durch die Erdniasse wird so effenbar. Aber die Fedcrwage ist auch ein zu grobes Wertzeug, als daß man mit ihrer Hilfe die Dichte der Erdkugel genau bestimmen könnte. Winzige Anziehiingskräste, deren RachiveiS die Federwage nicht«bringeir kann, zeigt dagegen das Lot, in seiner ein'achstei» Form ein Faden, an dein ein Geivicht hängt. Em solche« Loi»oll.lolreckl" hänge», d. b.. die Richtung nach den» Erdmittelpunkte zeigen. Bereits im IS. Jahrhundert erkannten aber die Gelehrten, daß das Lot von der astronomisch be- stimmten senkrechten Lage Abweichungen zeigt. Ivenir eS unter den, Einflüsse schwerer Massen steht. Solche Wirkung können brispiels- weiie große Gebirge haben, und bei Messungen an den riesigen Vulkankegeln der Hawaiischen Inselgruppe, die mitten aus dein Meer« ausragen, erreichen die Abweichungen vom wahren Lote zwei Vogenminuten l Da« Lot wird wieder übeilrossen von, Pendel. daS in seiner Urform nichr« andere« darstellt, als ei» ans der Ruhelage gebrachte« Lot, das schwingt. Seine Schwingungszabl, die ein Maß für die Erdanziehung ist, schwingt um so schneller, je näher es dein Erdmittelpunkte ist. Ein Berg ist imstande, durch seine Masse den Gang deS Pendels zu beschleunigen. Das voll« kommensie Werkzeug, das die Physiker zur Bestimmuiig de« Erd- gewichte« kennen, ist die Drehwage, die eigentlich nichiS ander« ist, als ein horizontal schwinaende-s Pendel. An einem Faden hängt ein leichler, aber starrer Stab, der an beiden Enden kleine Kugeln trägt: die geringst« Kraftwirkung genügt zu»einer Drehung, und wenn man in beiden Endkugeln gleichzeitig zwei dicke Bleikugeln nähert,>o erzeugt die Echwereaiiziehnng wirklich eine» meßbareir Ausschlag. Mit Hilfe der Drehwage und neuerdings mich mit Hilfe von Baltenwagen, die die r.llerwnrzigften Kräfte zumessen gestatten, haben die Physiker die Dichte der Erd? ermittelt. Die mittlere Dicht« der ganzen Erde ist»rdeblich größer als die an der Ober- fläche. Sie beträgt nämlich ö.ö. und wenn mau diese Zahl mit der Maßzahl des Nanminbalte« vervielfältigt, ergibt sich da« eingangs angeführte Gewicht. Di» Erde ist b'/z inal so schwer wie«in« gleich große Mass« nnS Wasser. fZ Jn engen Häusern■- engen Häusern, dunkel und verworren. find Treppen, dle erstarrten Träumen gleichen, von freudelosen wänden eng umstellt. Und Stufen find dort, dle in winddurchsausten Uächten aufseufzen wie getret'ne herzen und unter deinen Außen leise ächzen, daß du erschrickst, als käme ungesehen, gespenstisch still auf leisen Sohlen, das Elend dir entgegen.... Du stehst und horchst, (Ä dein Atem flockt. Klang nicht ein Schrei dort hinler jenen Türen, die mit gesperrten Schlössern stumm verharren,— war'» ein Seufzen nur?-- Run schwingt die Stille wieder, und alle Türen stehen. als schloß sich noch da» letzte Zimmer dichter vor dir zu. Und plötzlich weißt du: Tage find in diesem Hause, da man aus öden Zimmern in schmalen Brett ersärgen die Stufen steil hiuabträgt, 1 die hier au» und eingegangen. lüde» zugleich im Stock darüber bei Operettenlied und Alasche andre Hochzeit seiern.... Doch, während du vorübergehst und in dem Dämmerdunkel seiner Treppen die Trauer dieses Hauses dich ergreift und schüttelt. klingt aus einem Zimmer plötzlich ahnungslos und hell und unbewegt ein Lied aus Kindermund.... Wilhelm Scharrel mann. Die abgeblitzte Zrau Landrat. Eine Wahlkomödie von Theodor Thomas. In Rosenthal war- abends. Versammlung gewesen. Frau Land« rat Kunzmann hatte für die Deutschnationalen gesprochen und so viel Unsinn in die Welt gesetzt, daß selbst ihren Anhängern miauten- lang der Mund nicht zuging. Sie teilte im Verlaus ihrer Rede mit, daß die Sozialdemokratie für die Liebe ohne Ehe, für Kinder ohne Vater, für Schulen ohnx Unterricht, für Lohn ohne Arbeit, für Preußen ohne einen guten König eintrete. Den kleinen Bauern wollen sie ihr bißchen Land nehinen, um sozialdemokratische Sied- lungen zu errichten, Hebammen möchten die Sozis anstellen wie Polizcibeamte, obgleich das doch Lertrauenssache sei, aber daran sehe man ihre Gottlosigkeit. Die Pfarrer möchten sie verhungern lassen und in den Kirchen ihre Maifeiern abhalten. Daß der Krieg am 25. Oktober 1318 schon verloren war, daran sei der S. November schuld. Der König müsse in Holland holz hacken, weil die Sozis ihm das eigene Geld nicht mal schicken, sondern der Parteikasse überwiesen haben. Und die 2C3 Gold-Milliarden, die die Entente jetzt will, sei die Strafe für die Revolution, der gute Wilhelm ll. hätte sich das nie gefallen lassen. Kurz und gut, sie bekam es fertig, in 45 Minuten so viel Lügen aufzutischen, daß die sozialdemokratische Als die Rednerin sah, daß hier ihre Ammenmärchen nicht zogen, stellte sie die Orgel ab, schnappte vor Empörung nach Luft, dann riß sie ihren Schleier über das Gesicht und machte dem Vorstand einen gehörigen Krach, während die ganze Versammlung beinahe vor Freude Kopf stand. Schnell entschlossen wurde die Reihe am Tisch einig, Schluß zu machen. Da aber sprang einer der Parteifreunde ein, eröffnete eine neue Versammlung, und während sich die Schwarzweißroten ent- fernten, wurden ihre Schwindelmanöver noch einmal gründlich ent» larvt und gewürdigt. Ein solcher Erfolg war noch nie dagewesen. Frau Landrat aber gab das weitere Reden auf, die anderen Ver» sammlungen zvurden kurzweg abgesagt, so daß unsere Freunde um eine Fortsetzung der heiteren Veranstaltung gebracht wurden. Zilmmanustript. Ich habe«inen Freund, er heißt Alfred, ist 25 Jahre alt und von Beruf Kaufmann. Jn unserer Jugend schütteten wir uns unsere herzen nach dem meist gemeinsamen Empfang von Ohr, feigen In der Latcinprivatstunde aus, jetzt tun wir es nach den Nöten des täglichen Lebens, die ein Geschick merkwürdig sreigiebig an uns beide verschenkt. .......,,..... � x, Alfred hat eine Freundin von ungefähr 2Z Jahren. Er nennt D,-kust.on-redn-r,n siebzig brauchte, um nur den gröbsten Schwindel fjt zziwi. Ich sinde den Namen nicht schön, jedoch die Liebe ist in aufzuklären. Parteifreund« brachten in Erfahrung, daß die deutschnationale Rednerin am nächsten Abend in der nahen Kleinstadt sprechen sollte. Also auf, um ihr auch dort das Handwerk zu legen. Unsere Rednerin Andor kam durch einen Zufall sehr viel früher dort an wie die Frau Landrot, die sich erheblich verspätete, so daß die schon etwas unruhig gewordene Versammlung nicht anders glaubte, als die Genossin Andor sei die Frau Landrätin. Die Herren und Damen am Vorstandstisch begrüßten sie mit tiefen Bücklingen, im � Wirrwarr des Händedrückens und der Unruh« überhörten sie, daß sie gar nicht Frau Landrat sei, sondern man erteilte der„ge- schätzten Rednerin" gleich das Wort. Diese besann sich nicht lange, trat an das Pult und begann nun die Rede der Frau Landrat zu halten, allerdings vom Verneinungs- stantpunkt ins positive übertragen. Die Zuhörenden kamen gar nicht aus dem Wundern heraus. War alles verrückt geworden? Die zahlreich anwesenden Arbeiterfrauen und Männer spendeten bezug auf Kosenamen besonders erfinderisch und nimmt auf den Geschmack Unbeteiligter keine Rücksicht.— Also lasten wir den Namen Biwi. Alfred und Biwi sind die Helden eines Films, hoffentlich ver« klagen sie mich nicht, wenn ich ihn hier ohne ihr« Erlaubnis vor« kurbele. Vorspiel: Kleinstadt, Beamtensamllie mit altväterlichen Ehrbe» griffen und wenig Geld, Tochter mit tausend ungestillten Sehnsüchten und niedlichem Gesicht, Krach, Mißverständnisse, Tochter ab nach Berlin zu Verwandten.(Ganz wie in jedem Vorspiel.) 1. Akt: Krieg, Teuerung: das Mädel wird den Verwandten zur Last, wehrt sich aber seinerseits gegen schamlose Ausnutzung seiner Kräfte. Wieder Krach. Endgültig raus aus der Familie. Hunger, Munitionsfabrik, schwach« Gesundheit, Unterernährung, Typhus. 2. Akt: Genesung, bitterste Not, Verzweiflung. Jetzt Auftreten einer alten Schulkameradin, nunmehrigen Kokotte.„Wozu der Jammer, ich bitt Dich, ist doch furchtbar einfach!" Mädel mürbes Salven von Beifall: den Herren am«orstandstisch blieb die Spucke geh, �it auf den Slrich. Pensionsmutter teilt Prügel aus. wenn weg. Schwache Versuch« ihres Protestes gingen im händeklaiichen genug Verdienst. Kundschaft höhere Staatsbeamte. Folgen. unter. Rufe„Schluß! vom deutschnationalen Anhang wurden von Kavaliere verduften. Niederkunft im Spital, Schulden unbe- allseitigen„Maulhalten, weiterreden lasten! unterbrochen. zahlbar. Inzwischen war die richtige Frau Landrat gekommen, die aber S. Akt: Alfred tritt auf, hat Mitleid mit dem halbverhungerten so eingekeilt am Eingang stand, daß ste kaum zu sehen war. Nur Geschöpf, zahlt an Rechnungen, was ihm möglich ist, bringt das ihre Reiherfeder wippte empört in der Luft. Schlag auf Schlag Kind ins Fröbelhaus. Er selbst verdient monatlich nicht ganz kam es aus dem Munde der Frau Andor. Beweis reihte sich an tausend Mark. Davon leben er, Biwi und der Junge, der allein Beweis von der hohen Auffassung der Sozialdeinokrotie über Ehe, 253 Mk. im Monat kostet. Esten einige wochenlang Brot mit Kinder, Schule, Religion bis zum hebammengesetz. Dann trat sie, Margarine, einmalig« Mahlzeit am Tag. Stellungssuche für da« ab. Unter hängen und Würgen war nun auch Frau Kunzmann an Mädel. Schulkenntniffe, kommt nur als Mannequin oder der- den Vorstandstisch gekommen, wo sie mit einem Seufzer der Er leichterung begrüßt wurde und sofort den Platz am Rednerpult einnahm. Run aber begann es luftig zu werden Da Frau Landrat an- scheinend nur die eine Walz« aus Lager hatte, ihre Rede aber eben schon viel schöner gehalten worden war, erregte sie mit jedem Satz stürmische Heiterkeit, weil ihre Schwindelnachrichtcn schon abgetan waren. Ihre Parteifreunde riefen„Ruhel", die anderen„Lügen- madoml" und„Quatsch!": alles lacht« sich die haut voll.... gleichen in Frage.„Wir dürfen nur Damen einstellen, die schon vor dem Krieg hier tättg waren!" 4. Akt: Endlich Stelle, 500 Mk. monatlich. Alfred spekuliert für Dekannte mit Gewinnbeteiligung an der Börse. Verliert. Nun ist er auch mürbe. Weitere Opfer unmöglich. Alfred entschließt_ hier reißt der Film ab, die Aufnahmen fivd noch nicht fertig. Einer der beiden Helden wird mir hosfeaMch die Fortsetzung geben, salls der Film nicht so titschig endet, daß vielleicht gar beide drausgehcn. Alerand, r Seidel. wissen und Schauen Ein groher Afrikaforjcher.(Zum ZW. Geburtstag von 5) ein- rich Borty.) Elller der hervorragendsten wissenschaftlichen Rei> sende!, oller Zeiten, Heinrich Barth, Ist am 1k. Februar vor 100 Jahre,! g>. boren. Die großartigen Erfolge seiner an ausregenden und gefährliche» Abenteuern retchen Reisen erweckten ein ganz neues Interesse für den schwarzen Erdteil und haben zu seiner Er- schließ,, ng außerordentUch be' getrugen. Seine vielseitige Bildung empfing er in jeuer Blütezeit der Berliner Universität, da der Geo- araph Ritter aeberi dem Historiker Ranke, der Germanist Jakob Grimm neben dem Altphilologen Böckh stand. Bon London aus, wo er(ich in das Studium des Arabischen oerseute. begann er 1845 seine erste Forschungsreise nacb Marokko und Tripolis, der im Jahr daraus leine zweite Reise nach Tunesien folgte. Er drang vis in das Nilta' vor und wurde hier in der Rahe der ägyptischen Grenze von Räubern seiner ganzen Habe beraubt und schwer verwundet. Nach feiner Genesung unternahm «r eine RIlreise bis zum zweiten Katarakt, dann eine Wästenreise und dehnte seine Forschungen bis nach der Sinaihalbinsel und Palästina aus. Nachdem er nach dreiiähriger Abwesenheit in die Heimat zurückgekekr< war. oerölfentlichl« er ein klassisches Reise- werk über seine.Wanderungen durch die Küstenländer des Mittel- meerez". Schon im folgenden Jahr brach er zu einer neuen For- schii'igsrelse auf, indem er sich der nach dem Inneren von Nord- afrika von der britischen Regierung ausgerüsteten Untersuchunas- expedition anschloß. Fast sechs Jahre lang ist Borth auf dieser Fahrt unterwegs gewesen, hat die gesähillchsten Abenteuer be- stmiden, die bedeutendsten Entdeckungen durchgeführt und kehrte mit einem internationalen Ruhm in die Heimat zurück. Als Abge- sandter Englands schloß er feierliche Haudelsvcrtrstge ab, so mit dem Fürsten des leit 1'» Jahrhunderten von keinem Europäer be- treteuen Landes Air. so mit d'n luv regfür sten des Riaergebietcv. Er führte eine große karlhaaraplpsche Arbeit über die Negerländer durch, legte reichhaltige Bokabul rrlen der Negerlprcchen an und wachte sorgfältige Untersuchungen über den großen Zufluß des Tfchadsee, den Schon. Aus seiner ferneren Reise entdeckte er zwei große Reiche, Gando und Hamd-Allohi dl- bisher nicht einmal dem Namen nach bekannt waren. Dann durchwanderte er noch von keinem Europäer dmchlchnkkrne Lundsckiviteu und kam schließlich nach imqeheuren Anstrengungen noch Timbuktu. Hler fand er gute Aufnahme, weil man ihn für einen Abgesandten des Sultans von Stambul hielt: doch war er bei seinen Wanderungen in jene» Negerreichen stöndi- gen Lebensgefahren ausqefeßt. Als Barth am fr September 1855 wieder europäischen Boden betrat: hatte»r eine Reise von fast AiWit Kilometern zurückgelegt und eine neue Epoche in der Eni- deckiingsgeschichte Afrikas bearündet. Das große Reifewerk, das er in fünf Bänden herausgab, brachte die erste Darstellung höchst interessanter Länder. Er erhielt nun die Vrofelsur seines große» Lehrers Ritter und unternahm noch allsährlich Reisen, bis ihn ein allzu früher Tod am 25. Vtoveniber IM? ereilte.. Unabhängig von den Bwmenm.ärkten des Südens könn>:n auf diese Weise auch bei uns Biumen im Winter reichlich gezogen werden. Ebenso wie der Acther kann auch Ehloroform benutzt werden, von dem man eine bedeutend geringere Meng« braucht. Bei krautarügen Pfkanzen und Zwiebelgewächsen ist daneben auch das.Warmbad" in Aufnahme gekommen, bei dem die zu treibenden Zwiebeln in«in Bad von warmem Wasser gestellt werden. Das Sehvermögen des Hundes. Der Dresdener Augenarzt Professor Dr. v. Pllugk berichtet über den merkwürdigen Augen- besund eines Pudelpoiniers der sechs Jahre vorzüglich als Jagd- Hund gegangen war. Im Anschluß an eine zufällige Bcrleßuug des Tieres wurde eine eingehende Augenuntersuchung vorgenom- men und es ergab sich taß das eine Auge infolge eines ange- borenen Fehlers des Sehnerven völlig, das andere aber wegen desselben angeborenen Fehlers fast völlig erblindet war. Die Le- bensgejchichtc dieses Tieres bestäiigt also die estgemetn verbreitete Anslyauunz, daß Hund» wohl hochgradig schwachsichtig, ober trotz- dem vermittels ihres hervorragend entwickelten Geruchsinne» durch- aus praktisch verwendbar sein können Die anatomischen Vor- hältnlsse, insbesondere der Bau der nervösen Endapparato im Himdsaug« und seiner Hilf?- und Schußapparate, lassen auf einen nicht allzu hochentwickelten Gesichtssinn schließen. Es würde aber zu einer falschen BoZielluna führen, wenn man dem Hund des- wegen eine hohe Leistungsfähigkeit seines Sehorgane? absprechen würde, denn da der Hund sich schnell bewegt, zudem als Ergänzung seines Sehorgans seineu hochentwickelten Geruchsapporat besitzt so scheint er biologisch betrachtet für seinen Berus nicht uugüustig von der Natur ausgerüstet zu sein. Untersuchungen größerer Reiben von Hundeaugen haben ergeben, daß das Hundeauge an sich k u r z f i ck,« i g gebaut ist und nicht, wie man früher allge- mein annahm, übersichtig. An zwei besonders für die Bornohine von Sehprüfungen abgerichteten Hunden hat man die SehleWu:g mit ziemlich großer Sicherheit feststellen können. Die Versuche ergaben, daß nach den>n der ärztlichen und wissenschaftlichen Praxis üblichen lliitersuchiingsme.'hode» die beiden Hunde eine Sehschärfe besitzen, die etwa einem Zehntel bis einem Achtel derjenigen ent- spricht, welche wir beim Menschen als»oriiiol bezeichnen. Bus üer Praxis Iü!a>s«nlii Naturwissensthast Tkarkolisierte Blumen. Die modern« Wisienschast ist imstande. uns auch in der öden Winterszeit die Pracht der Flühlings->md Sommerblumen auf künstlich eiu Wege hervorzuzaubern. Dies ge- schieb« durch die von dem dänischen Botaniker Iohannsen entdeckte Naekotisiernng der Pklanzen, van der Ekinund Scheibener in Reclam? Univerlum erzählt. Wir sprechen von einer Ruheperiode der Pflanzen. weit Im Wlnter: aber es ist falsch, zu glauben, daß dw Bildung neuer Knospen e-st im Frühjahr eriolgt. Die Knospen sind vielmehr schon lange vorher da und setzen meiste»? kurz noch dem Austreiben der Blülter an. Es Ist also bei den meisten Pflanzen im erbst bereits alle? vorbereitet, um»ach dun Laubsolle ehr sofortiges Aus toi men zu ermöglichen. Während des Winters verharre« die Knospen nur in einer„gc- Zwungenen Unwirksamkeit", wie dos Iohanufen genannt hat. Wir können in dieser Ruheperlode verschiedene Stadien umerschoidcn,«ine Zeit der Vorruhe, der Mittelruhe und der Rvchruhe. So sind z. B. die Wintertnofpcn des Flieders von ihrer ersten Anlage ab bis gegen den Hochsommer hin in Vorruhe, dann bis Ende Oktober in Mittelruhe und bis Ende Dezember in Nachruhe, woraus ihre.ge- zwuugene Unwirksamkeit" während des Winters eintritt. Ans Gnmd solcher Beobachtungen läßt sich nun die Friihtretberei im großen mit Erfolg durchrühren, und Iobanr.sens Aecher- und Chloroform- verfahren hat etne ganz neue Industrie in? Leben gerufen. Um einen in der Ruheperiod« befindlichen Topfst iederstrauch zum Austreiben zu bringen, wird er in einen überall luftdieht veeschlosienen Kasten, de» sogenannten Aetherisierungskasten, gebracht. Der Raum wird dann mit Aelherdämpb.n erfüllt. Läßt man i» dieser.Hexenwerk- statt' die Aecherdämpfe eine bestimm!« Zeit bei bestimmter Tenrpe- ratiir aus die Pflanzen einwirken, so entsaüen sich baid die bis dahin ruhenden Biütentnaspen, und»acki Äiflanf von drei bis v'er Worhea blicht der Fliederstrauch schöner denn se zuvor. Die zur Anwendung kommende Aetbermenzze und Temperatur stehen in Wechseiwirtung. Je l)ö!).'r die Temperatur, desto grwa.'rfamer ist die Wirlmrg und desto aeunger tcmu die Bethermenge sein. Die Kno'pen breche» viel- fach schon während des Aelherisierens hervor. Wie der Flieder kann auch noch eine große Menge anderer Pflanzen getrieben werden. Zu enge Ringe. Uebe» ei» lehr zweckmäßiges Berfahren, zu enge Ringe vom Finger entferne» zu können, berichtet Frank in der.Münchener Medizinischen Wochenschrift". E« besteht � darin, daß man etwas oberhalb des Ringes einen ziemlich starten Faden fest um den Finger wickelt, woraus man das Fadenende, das dem Ring am nächsten liegt, vorsichtig durch den Ring hindurchzieht und nunmehr den Faden neck) der entgegengesetzten Seite hin ab- �wickelt. Durch die Bewegung des Abwickclns wird auch der Rain '• van seiner Steile weggezogen, indem er sich ganz von selbst nach vorn schiebt. Zuletzt kann er dann leicht abgezogen werdet'. Das genannte Bersohre» Ist schv« deshalb sehr praktisch, weil man auf diese Weise da? unangenehme Durchsägen des Ringes oermeiden kann. Boraussetzung ist ober natürlich, daß durch den zu engen Ring noch keine Entzündung oder Schwellung hervorgerufen worden ist. Denn in solchen txüllen muß der Ring unter allen Umstanden durchsägt werder.. da das Abwickeln des Gadens leicht Berletzunge» der entzündeten.Hautstellen nach sich ziehen könnte. sjol-asche ist reich an Kali und hat großen Düngewert. Sie ist aus dem Grund schon immer zur Düngung verwendet worden. , Kohlen- und Koksosche ist dagegen nur mit Borsicht zu oerwenden. In leichtem Boden ist sie jedoch schädlich, schweren Boden lockert i sie, wozu sie möglichst klein gestoßen werden muß. Auch darf davon nicht zuviel beigemischt und sie nur Im Winter verwendet werden, damit etwa schädliche Bestandteile bis zum Frühjahr aus- geschieden sind. Sonne. E» ist so seitsam schön, wenn über Schnee Ein Smiaensinchl mit leisem Zittern gleitet: So wie das Glück an einem stillen Büeh Für einen Augenblick vorüberfchreitel. Und welche Wärme streift das Wlnte-kleid. Es fühlt wie da im zarten Sonnenprangen: Für kurze Zeit von Qual und Last befreit. Gehl schon nach Lebenssrende dein Verlangen. Schmilzt auch der Schnee nicht gleich im schwachen Lie Das ist der Irühlinzsfonnc vordc hallen, üedoch der Trost, der au? dem Schimmer spricht, Die herzen wärmt, die leidooi!— wmler kutlcn. i Es lst so seltsam schön, wenn über Schnee Ein Sounenslrahl mit leisem Z-tiern gleitet.-- Fühlst du nicht, wie das Glück an keinem Weh ■So tröstllch vud so ma.m vorüberfchreitel? G. A.«itllt.