Nummer 2l Ak � � 26» Mai t$21 AnterhaltungsbeLlatze öes Vorwärts ttaturempfinöung. Im Dollgenusse meines Seins— O seliges Behagen!— Kühl ich, Raine, mich werden eins Mit dir in diesen Tagen. Vergessen Hab ich Rot und Harm Und menschlich banges Sorgen, Ich ruhe still in deinem Arm, Geheiligt und geborgen. Verstummen will in meiner Brust Das Ringen und das Streben— Und heiter werd ich mir bewußt: Ich leb nur, um zu leben,- Zu leben wie das Blatt am Strauch Und nichts mir zu erwerben, Als einst im kühlen Abendhauch Sin leichtes, schönes Sterben. Ferdi«««»». 9«««, Der Hahnenschrei. Von Klara Pölt-Nordheim. Beim Eiebensohrer wurde es an Sonn» und Feiertagen Immer hübsch spät, bi» man endlich zum Mittagessen kam. Die einen gingen nämlich ins Dorf hinein in die Kirche und die anderen hinauf nach Gießmann. Es war nach beiden gleich weit. No, so gegen zwölf Uhr trotteten sie ja daher. Die Knödel dampften bereit« auf dem Tisch und der Hausvater sprach:„Jetzt zehn wir zum Dessen l" Dann das Tischgebet: „Dein heiliges Kreuz fei unser Tisch, Dein heiliges Fleisch sei unser Fisch, Dein heiliges Blut sei unser Trank. Wir sagen für alles Gott Lob und Dank." Ein Vaterunser und Ave Maria, und die Esserei ging los. Be- vor nicht jeder seinen dritten Knödel unten hatte, wurde blutwenig gesprochen. Endlich brach die Bäuerin, die den Heimbleiber hatte (während des Gottesdienstes Haus und Hof hüten mußte) und schließ» lich doch auch wissen wollte, was seit einer Woche in der Welt sich ereignet habe, das Schweigen:„Was gibts Neues?" „Neues genug!" erwiderte der Bauer und tat einen tiefen Zug aus dem Wassertrug. Wieder lautloses Schweigen. Ganz verwundert über das sclt- fame Gebaren blickte die Bäuerin fragend in die Runde. Der Hansl, der Großknecht, der vom Welttrieg ein» fürchterliche Schramm« über die ganze Schädeldecke als Andenken heimgebracht hatte, sagte endlich-„Ja, heut hats der Gemeindediener auf dem Kirchplatz verlesen: Ihr seid mit dem heutigen Tage dem glor» reichen Königreich Italien einverleibt worden. Unsere stolz« Nation will nichts von euch, als daß Ihr getreue, gehorsame Söhne seid und euer neues, schönes Vaterland schätzen und lieben lernt." „Wenns also ist, müssen wir sie freilich gern haben," pfnutterten (kicherten) die Mägde. Das Rosele stieß ihren Bruder an und sagte:„Du bist a Wal- scher!" Auch der Knecht trotzte den Kleinen:„Ja. Seppele, jetzt müssen wir zu dir sagen: der Beppo. Und wenn wir wollen Vater- unser beten: Psttere nostere." „Oha!" sprang der Bub auf,„was kann denn Ih dafür, daß ihr verloren habt? Wartet nur," ballte er sein« Faust,„wenn ih groß bin, lassen wir» wieder losgehn?" „Schau den Pfutschkinig(Zaunkönig) an, der hat Schneid!" lachten die Mägde. Die Bäuerin aber seufzt«:„O mein, Kind, a Krieg ist was Schreckliches: will? Gott, daß du keinen zu«rieben brauchst!..... Wo wird denn die neue Grenz?" frug ste dann.»» „Ja wohl halt am Brennerl" „Um die welsch« und die deutsche Grenz hat man schon in alte« Zeiten nichts als gstritten," sagte das Nehndl.„Habt» die Gfchicht von die zwei Bischöf und dem Hahnkrähen noch ghört?,.. Guh so will i sie euch erzählen: Zur selben Zeit war da» Land Ttr