;i�JSCSS2SEaHEä£S?3LSES5� f~ IDu Dummheiten der Großen lind beinahe immer öffentliche Unfälle. Rtcola« Thamfert(NM-I7S,). vor Ort. Eine Erinnerung an Oberschlesicn. Boii Alwin Rath. md ebenso an dem Südantillenboqen, der Feuerland und die Wcslanta.rktik quer über die Drakeftraße hinweg verbindet. Hier war die schmälste Verbindung zwischcm den beiden Kontinenten, und gerade hier sind sie vonein- andcrabgerissen, und einige abgelöste Kettenglieder sind stecken ge- blieben, während die Hauptschollen nach Westen weiterzogen. Auch die bisher so rätselhaften Jnselgirlanden Ostasiens werden uns jetzt verständlich als sich ablösende Randketten bei der allgemeinen West- Wanderung der Kontinente. Neuseeland war früher eine ebensolche, Australien vorgelagerte Girlande, die sich aber völlig ablöste und steckenblieb, während die Hauplscholle nach Nordwesten weiterwan- derte." Durch diese neue Auffassung lassen sich ebenso verschiedene bisher unerklärte geophysikalische Gesetze wie erdmagnetische Beobachtungen erklären. Auch für die Biologen und Geologen werden die Rätsel der heutigen Tier- und Pflanzenwelt sowie der Ecsteinslage- rungen gelöst. Der erste exakte Nachweis für dieses Wandern der Kontinente wurde durch die Ergebnisse der Danmark-Cxpedition erbracht. Die Abstondsänderungen der sich verschiebenden Kontinente lassen sich nämlich im Laufe einiger Jahrzehnte messen. Es ergab sich nun, daß der Abstand Grönlands von Nordeuropa zur Zeit dieser Ex- pedition(1907) um 1190 Meter größer geworden war als zur Zeit der zweiten deutschen Nordpolexpedition(1870) und um 1(511 Meter größer als zur Zeit Sabines(1823). Nach dieser Feststellung der Verschiebung der Kontinente werden sich auch an anderen Stellen die Abstondsänderungen der Kontinentalschollen messen lassen. walSli«». Rwgs dn verstummen, ein Entfärben: Wie fanft den Wald die Lüste streicheln, Sein welkes Land ihm abzuschmeicheln; Ich liebe dieses milde Sierben. Von hinnen geht die stille Reise. Die Zeit der Liebe ist verklungen, Die Vögel haben ausgcsungen, Und dürre Blätter sinken leise. Die Vögel zogen noch dem Süden. Aus dem versall des Laubes tauckzen Die Resler, die nicht Schutz mehr brauckzen, Die Blätter fallen stets, die müden. In dieses Waldes leisem Rauschen Ist mir, als hör' ich Kunde wehen, Dah alles Sterben und Vergehen Rur heimlich still vergnügtes Tauschen. Nikolaus Lcnau. Der Statistiker. Von Georg Strelisker. Jeremias Balduin Punktmayer war zehn volle Jahre Beamter im Statistischen Amt zu Berlin und die gleiche Zeit in glücklicher Ehe mit der Auserwählten seines Herzens vereinigt. Als er aber dann infolge einer nervösen Erkrankung zuerst auf sechs Monate beurlaubt und, weil sich das Leiden nicht gebessert hatte, in Pension geschickt wurde, ging auch sein Lebensbund in die Brüche. Seine Frau reichte vor einigen Wochen die Ehescheidungsklage ein und erklärte, sie hielte es bei ihrem Manne einfach nicht mehr aus. Merkwürdigerweise gelangte der. Prozeß sehr rasch zur Austragung, und das Gericht sprach im Sinne der Klägerin die Ehescheidung aus. Die Ursachen dieses plötzlichen Zerwürfnisses, die der Nichter als eine pathologische Berufskrankheit bezeichnete, find aber so eigenartig, daß sie hier erzählt werden sollen. Mna muß berücksichtigen, daß zehn Jahre ununterbrochene sta- tistische Arbeit auch den widerstandsfähigsten Menschen zu einem Addierautomaten verwandeln können. Zehn volle Jahre hat nun Balduin Jeremias Punktmayer mit der Gründlichkeit eines prcußi- schen Beamten statistische Berechnungen über alle möglichen Dinge, wie Sterbefälle, Kindergeburten, schwere und leichte Kriminalfälle, Müllabfuhren und weiß ich was noch angestellt. Als er nun-eines Tages seines Amtes enthoben war, da kam er sich vor wie ein Fisch, dem das Wasser plötzlich entzogen wird. Man kann natürlich auch einen anderen Vergleich wählen, aber der mit dem Fisch kennzeichnet die Stummheit seines Leidens am besten. Einige Tage ging Punktmayer ruhelos umher. Dann kam ihm die glückliche Idee, die jeweiligen Tagestcmperaturen zu registrieren. Er beschaffte sich ein Notizbuch und las jede Viertelstunde, Tag und Nacht, vom Thermometer die Grade ab, trug sie fein säuberlich ein und konnte nach Ablauf eines Monats befriedigt die mittlere Tages- und Nachttemperatur bis auf drei Dezimalpunkte genau ausrechnen. Aber die Eintragungen beanspruchten bei jeder Viertelstunde kaum eine halbe Minute, das waren, am Tag 12 Minuten. Was sollte er. aber in der Zwischenzeit von 23 Stunden 48 Minuten nur tun? Gesetzt den Fall, er schlief täglich 8 Stunden insgesamt; für Nahrungsmittclaufnahme benötigte er durchschnittlich, wie er sich nach langen Beobachtungen überzeugen konnte, eine Stunde und 17 Mi- nuten, für die Verdauung 30 Minuten, für die Zeitungslektüre 40 Minuten, für den gewohnten Spaziergang 1 Stunde, für die Unterhaltung mit seiner Frau viel gerechnet 1 Stunde und 30 Mi- nuten, blieben noch immer genau 8 Stunden und S1 Minuten, für die er absolut keine Verwendung wußte. Er versuchte also, seine statistische Tätigkeit auf andere Gebiete auszudehnen und kam dabei zu ganz hübschen und möglicherweise auch interessanten Vergleichen. Er wohnte nämlich in einer Ver- kehrsstratze des Ostens und zählte vom Fenster aus alle in der Zeit von 8 Uhr früh bis 8 Uhr abends nach beiden Richtungen vorbei- fahrenden elektrischen Straßenbahnen, Droschken, Automobile, Pri- vatkaleschen und Lastfuhrwerke. Nach oierwöchcntlicher Beobachtung ergab sich, daß an Werktagen durchschnittlich 279 Elektrische, 198 Droschken, 028 Automobile, 1 Privatkalesche und 317 Lastfuhrwerke die Straße hinauf- und himintcrrollten. Die Privatkalesche war immer dieselbe und gehörte dem Schlächtermeister Nuntzelhafer am Spittelmarkt. Aber dies nur nebenbei. Als sich Herr Punktmayer überzeugte, daß seine Verkchrsstatistik keiner Korrektur mehr bedürfe, strebte er weiter. Er begann also nachzuprüfen, wieviel Männer und wieviel Frauen sich durchschnittlich während des Tages auf der Straße aufhielten, wieviel von den letzteren Dirndlkoftiime, Hut oder keinen trugen, Augengläser auf der Nase hatten oder sonst sich durch irgendwelche Eigenart auszeichneten. Das Ergebnis dieser Beobachtung ist in einer Denkschrift niedergelegt die Punktmayer in Verehrung dem preußischen Minister zur Erin» nerung an seine unvergeßliche Beamtentätigkeit mit einer gereimten Widmung übcrsandt hatte. Nicht genug damit, verlegte er sich auf das Abzählen aller rasierten und unrasierten Männer, die während eines Tages den Potsdamer Platz passiertem Dabei ergab sich, daß in den Vormittagsstunden 73,2 Proz. unrasiert, in den Abend, stunden hingegen 88 Proz. rasiert waren. Mit der Zeit hatte er so ziemlich alles, was sich statistisch erfassen ließ, genau in Rubriken und Kasten gebracht, und es blieb ihm nichts mehr übrig, wie seine Forschungen innerhalb der eigenen vier Wände fortzusetzen. So wurde schließlich seine Frau ein Gegenstand statistischer Forschungen. Und zwar suchte er jeden Morgen, während seine Gattin noch schlief, ihre Haare zu zählen, den täglichen Verlust durch Ausfall vorzumerken, um nach einer Woche zu dem Ergebnis zu gelangen, daß seine Frau in 49 Jahren, 2 Monaten und 0 Tagen nur mehr ein einziges Haar auf dem Kopfe haben wird. Als er ihr davon in seiner ruhigen und sachlichen Art, etwa« erschüttert, aber von dem Unabwendbaren ihres Schicksals überzeugt, Mitteilung machte, entstand der erste Streit, der sich aber, da Punkt» mayer seine statistischen Berechnungen unverdrossen auch auf andere Dinge ausdehnte, in den nächsten Tagen in sehr peinlichen und keines- wcgs statistisch genau zu erfassenden Fornien wiederholte. Und so kam es schließlich zum Bruche. Vor Gericht erklärte Punktmayer, daß er keinenfalls gewillt sei, sein Lebenswerk un» vollendet zu lassen, sondern derzeit Berechnungen anstelle, wieviel Menschen seit Christi Geburt auf die Welt gekommen seien, da er glaube, daß die vorliegenden Statistiken nicht den Tatsachen ent» sprechen. Hier wäre im Interesse des Staates und der Steuer, erfassung eine genaue Revision unbedingt nöttg. Darauf bekam Frau Punktmayer einen Weinkrampf und noch etliche, nicht allzu schmeichelhafte Worte in den Mund, die sie schluchzend nach und nach ausstieß. Nach langer Beratung entschloß sich daher das Gericht, die Scheidung von Tisch und Bett auszusprechen und an das Ministerium des Innern ein Gesuch zu richten, daß Herr Punktmayer seine vor Jahr und Tag im Statistischen Amte zu Berlin aufgegebene Position in Gnaden wieder erhalten könne. Ein Bescheid auf dieses Gesuch ist noch nicht eingetroffen, doch dürfte es nach statistischen Berech» nungen in 37 Jahren zur Erledigung kommen. Herr Punktmayer, der aber Geduld hat, will warten... Slumen. In einer Straße eines westlichen Vorortes war?s. Sinnend ging ich meinen Weg. Rasenflächen, einst grün, nun grau und braun, liegen zur Seite. In regelmäßigen Ab- ständen ziehen sie über die Straße. Auf einem der trostlosen Vierecke spielen Kinder. Ich komme langsam näher, und meinen Augen bietet sich ein eigenartiger Anblick dar. Die Kinder sammeln Findlingssteine, so, wie sie die Steinklopfer in der Feierabendstunde liegen ließen, und breiten sie in Schnörkeln und Formen über die schmucklose Fläche. Blumen! Blumen sollen es sein. Die Steine sollen diese Illusion wach- rufen. Kinderaugen möchten sie empfangen. Sie haben irgendwo und irgendwann Rasenflächen und Vlumenpracht gesehen. Das ist lange her. Nun gehen sie daran, sie neu zu schaffen. Aus Steinen... Welch ein Gleichnis für diese Zeit! Wie fern liegt es allen anderen, die mit lautem Getön uns dasselbe sagen wollen. In ihren Gebärden steckt nur allzu oft ein anderes Interesse als das der Leidenden. Und von ihnen flattert das Mißtrauen auf, ehe ihnen Tat geworden ist. Wie anders das Kindt Cs schöpft aus dem Natürlichen und hat damit recht. Das Kinderspiel beweist es. Wie er- greifend das Bild: Kinderhände suchen Steine und streuen sie wie Blumen über die Erde. Aus ihrem Tun wächst das Kreuz, das unserem Jahrhundert Sinnbild ist und das von allen Tränen fordern wird.... Alfred Fritzsche. Nacht über öer Staöt. -Aus tausend stillen Augen sinnt die Stadt und blinkt.... und blinkt so ruhig in die Nacht und küßt und streichelt leise... facht... die Herzen, die am Tag sie wund geschlagen hat.— Du große Stadt! Ich furchte mich vor dir! Denn bis! du heule nacht auch lieb und gut— morgen, morgen, da bist du wieder nichts als Tier! und trinkst und trinkst so vieles rotes Blut... Ellen. Mark Twain und die Trustkönige. Ein amerikanischer Iour- nalisi fragte einst Mark Twain, woher es eigentlich komme, daß er unter den Trusikörngen sc unbeliebt sei Mark Twain setzte seine unschuldigste M'etr auf und sagte: „Den Grund weiß ich nicht ganz genaui Aber wahrscheinlich ist meine Schrifrstellerei varan ichulb." „Das verstehe ich nicht" „Ich auch nicht. Aber ich habe eine dunkle Ahnung, daß eine närrisch« Geschichte, die ich in einer Zeitung geschrieben habe, viel- leicht an allen, schuld ist." Damit reichte er dem Journalisten eine Zeitung mit einer Ge- schichte. Sie hieß„Die drei Fliegen" und lautete: Eine Fliegenmutter hatte zwei Töchter, die sie sehr liebte. Eines Tages kamen sie auf einem Ausflug in eine Konditorei. „Mama," bat die eine der jungen Fliegen,„darf ich ei» biß- che» an den schönen roten Bonbons dort lecken?" Die Fliegenwam.a erlaubte es, und ihre Tochter setzte sich freudestrahlend auf die schönen roten Bonbons. Plötzlich schlug sie mit den Flügeln und fiel tot zu Boden. Di« roten Bonbons waren nämlich giftig, denn sie stammten vom amerikanischen Bonbon- trust. Die Fliegenmama hatte jetzt nur noch eine Tochter, die sie deshalb doppelt ltebte. Eines Tages bekam die Tochter große Lust, Wurst zu essen. Die Mutter führte sie in einen Wurstladen, aber kaum hatte die Fliege ein ganz kleines bißchen von der Wurst verzehrt, so starb sie unter heftigen Zuckungen. Die Wurst war nämlich giftig, denn sie stammte von dem amerikanischen Wurfitrust.— Da wurde die arme Flicgenmama von bitterer Trauer ergriffen. Sie wollte nicht länger leben, und um ihrem Leben schnell ein Ende zu machen, leckie sie mit Eifer an einem Stück Flieaenpapier. Aber der Tod kam nicht. Das Fliegenpapier war nämlich unschädlich, denn es. stammte von dem amerikanischen Fliegenpapiertrust. Die tlrastwosserstraße Rhein— TNain— Donau. Für den Ausbau der Wasserstraße Rhein— Main— Donau sind im Reichstag und im bayerischen Landtag bereits die ersten Raten bewilligt. In kurzer Zeit dürste wohl mit dem Ausbau dieser wirtschaftlich außerordeut- lich wichtigen Wasserstraße begonnen werden. Dies« Wasserstraße wird aber nicht nur eine bedeutende Verkehrsstraße, sie wird— wie die soeben abgeschlossenen Meffungen ergeben haben— auch eine ganz gewaltige Energiequelle werden,. Nicht weniger als 40 Kraft- werke können längs dieser neuen Walsastraße geschaffen werden, die nach den letzten Untersuchungen jährlich in, stände sein werden, 400»00 Pferdestärken oder 2'A Milliarden Kilowattstunden zu er- zeugen. Damit können jährlich 3 Millionen Tonnen Kohle erspart werden. Durch diese 40 Kraftwerke kann nicht nur das nördliche Bayern, dos übrigens schon durch das Walchensee- und Mittlere Jsarwerk teilweise bedient werden wird, mit Licht und Kraft ver- sorgt werden, sondern auch die Städte des unteren Mains von Lonau bis Mainz. Frankfurt eingeschlossen, außerdem Baden, Württemberg, Lessen, Thüringen und Sachsen. So wird also durch die auf bayerischem Gebiete liegenden Kraftwerke des Walchenlees, der mütlcren Isar und der Wasserstraße Rhein— Main— Donau ganz Süd- und Mitteldeutschland mit elektrischer Beleuchtung und Energie versorgt werde» können. Technik Icz�amjscigliäi� Leuchtgas aus hol,. Kaum in einer Industrie macht sich die Kohlennot in gleichem Maß fühlbar wie in den Gasanstalten, die das zur Erzeugung des Leuchtgases nötige Kohlen», atcrial heute nur unter großen Sckiwierigkcitcn aufbringen können. Man hat nun allerdings schon in de» letzten Iahren Versuche gemacht, die Steiukohieiizase durch andere Aasbcimischungen, z. B. durch Koks- gcs, das aus dem im eigenen Betrieb erzeugten Kots hergestellt wurde, zu strecken und auch keine schlechten Erfolge damit erzielt, doch ist der Heizwert des Koksgases verhältnismäßig gering, so daß das Steinkohlengas dadurch selbst an Wert verliert. Als weit besseres Mittel gegen die Kohlennot hat sich dagegen die Vergasung von Holz bewährt, zu der man, wie das Industrie» und Eewerbeblatt" berichtet, neuerdings vielfach besonders in waldreichen Gegenden übergegangen ist. Die Vergasung von Holz zu Heiz- und Leuchtzwecken ist keine neue Erfindung. Schon gegen Ende des 18. Jahrhunderts wurde von dem sranzösischen Ingenieur Lebon Leuchtgas aus Holz hergestellt, das ober noch so wenig Leuchtkraft besaß, daß es praktisch nicht verwendet werden konnte. Erst Pcttenkofer rerbesserte das Holzgas derart, daß es, zumal es, nach seinen Angaben erzeugt, sogar mehr Leucht- kraft hatte als das Steinkohlengas, weitere Verbreitung linden konnte. Der erste und sehr erfolgreich« Versuch wurde damals mit der Holzgasbeleuchlung des Münchener Hauptbahnhofs gemacht, worauf— es war in den fünfziger Jahren des vorigen Jahr- Hunderts— auch verschiedene andere süddeutsche Städte, darunter Bayreuth. Würzburg, Ulm. Darmstadi, Loburg und auch Städte der Schweiz, wie Zürich, Basel die Holzgasbeleuchlung cinführien. Erst als die Steinkohlen billiger geworden waren, trat an die Stelle des Holzgases wieder das Steinkohlengas, und seit 1830 war dann überall nur mehr die Steinkohlenvergasunz im Betrieb. Gegenwärtig sind nun viele Gaswerke gezwungen, die Holz- Vergasung wieder aufzunehmen, und zwar nicht nur in Deutsch. land, sondern auch in Dänemark, Schweden, Finnland, in der Schweiz und in Italien, wo allenthalben starker Kohlenmangel herrscht. Natürlich bestehen zwischen der Kohlen- und Holzver- gasung ziemlich weitgehende Unterschiede. Bei der Holzvergasung bildet sich als Rückstcmdsprodukt Essigsäure, die, da sie die Apparate schädigt, immer gleich entfernt werden muß. Weiterhin enthält das Holzrohgas bis zu 25 Proz. Kohlensäure, wodurch sich das spezifische Gewicht des Gases derart erhöht, daß die Brenner und Gasherde neu reguliert werden müssen: doch kann man die Kohlensäure mit Hilfe glühender Holzrohlen reinigen, was immer noch billiger kommt, als die früher übliche Reinigung mit Kalk. Was den Heizwert des Hölzgases anbetrifft, so erhält man aus einer Tonne wasserfreien Holzes 850 bis 940 Kubikmeter Gas. Außerdem liefert die Bergalung dieser Holzmenge 190 Kilogramm Holzkohle. In Dänemark hat man neuerdings Versuche gemacht, Holzgas und Torfgas herzustellen, um es mit Steinkohlengas zu vermischen, während in der Schweiz dem Kohlen- und Lzolzgas Acctylen beigemischt wird. Da anzunehmen ist, daß die Kohlennot auch in den nächsten Jahren noch nicht behoben sein wird, dürfte e? sich jedenfalls lohnen, noch weitere Versack)« tn dieser Richtuiig anzustellen. Himmelskunöe MW Wie hoch reicht die Atmosphäre? Prof. Stürmer, der nor- wegische Physiker, dessen Untersuchungen über die Natur des Nord- lichtes von grundlegender Bedeutung sür den Nachweis eines inogne- tischen Charakters geworden sind, hat neuerdings nach„Natur und Technik" zur Feststellung der Höhen, in denen Polarlichterscheiuunge» noch wahrnehmbor sind, das trigonometrische Messungsverfahren an- gewandt. Stürmer phvtographierte zugleich mit verschiedenen an- deren Beobachtungen an getrennten Orten in Norwegen ein und das- selbe Nordlicht und verglich dann die Platten miteinander, wodurch er feststellen konnte, daß die höchsten Ausstrahlungen des Polarlichtes und dan'.it die äußersten Spuren der Erdatmosphäre eine Höhe er- reichen, die die des Moni Blanc um das Hundertfache überragt. Er kain nämlich dabei zu der Ziffer von rund 500 Kilometer. Statürlich ist in so außerordentlicher Höhe die Dichte der Atmosphäre ungemein gering: einen zahlenmäßigen Wert für sie festzustellen, mar bisher unmöglich. Von der Dichte der Atmosphäre in solchen Höhen hängt auch die dort herrschende Temperatur ab, aber in 500 Kilometer Höhe über dem Erdboden ist der Luftdruck so ungemein gering, daß sie von der des freien Weltraumes(— 273 Grad) nicht allzu weit entfernt sein kann: Naturwissefisthafi ägjU] Der brüchige Eidechscnschwaaz. Weiin einer eine Eidechse sangen will, so ist es eine bekannte Tatsach«, daß ihm sehr oft der abge- brachen« Eidechsenschwanz in der Hand bleibt, während das Tierchen selbst munter das Weite sucht. Man war sich nur bisher nicht recht darüber klar, ob das ein bloßes Abbrechen des Schwanzes darstellte, oder ob ein Willensakt des Tierchens damit verbunden wäre, d. h. ob es freiwillig sich des Schwanzes entäußere, um Freiheit und Leben zu retten. Jetzt hat ein Naturforscher namens Slotopolsky in den Bierteljahrsheften der Ratursorfchendcn Gesellschaft zu Zürich darüber Betrachtungen angestellt. Die natürliche Brüchigkeit des Schwanzes ist bei Eidechsen und BUndschldchen schon sehr groß. Seine Bruck)- und Zugfestigkeit ist so schwach, daß schon eine Be> lastung von 200 Gramm hinreicht, um ihu zum Brechen zu bringen. Solchen Druckkräften sind diese Tierchen aber in der freien Natur nicht selten ausgesetzt, etwa durch fallende Steine, und es. ist daher kein Wunder, wenn man schwanzlose Eidechsen in der Natur gar nicht so selten antrifft. Das würde also für ein ganz passives Ver- halten des Tierchens beim Verluste seines Schwanzes sprechen. An- derersetts genügt schon die schwache Zugbelastung von 110 Gramm, um ein Zerreißen herbeizuführen; das Tierchen macht dabei schlän- gelnde Bewegungen, um sich zu befreien, und bewirkt dadurch den Bruch. Untersucht man den Schwanz der Eidechsen, so findet sich die merkwürdige Erscheinung, daß dieser gewissermaßen zum Zer- brechen vorherbestimmt ist. Die Bruchstellen sind geradezu für den Zweck vorbereitet. An bestimmten Stellen, die bei den verschiedenen Eidechsenartcn verschieden sind, etwa nach dem fünften oder siebenten Schwanzwirbel, zeigt sich eine Lücke in dem Gesüge der Wirbel, die nur durch eine leichte Knorpewiasse überbrückt ist, also leicht nach- läßt. Es ist, als ab die Natur dem Tierchen hiermit einen Wink geben wollte, wie es sich zu verhalten hat, wenn ein Feind es ergreifen wollte. Naturgemäß wird der Gegner bei dem geschmeidig dahin- schlüpfenden Tierchen regelmäßig den Schwanz zu fassen bekommen: eine leichte schlaagcnnrtige Wendung, wie sie in der Angst von selbst erfolgt, bricht, den Schwanz an den dafür vorgebildeten Stelle» ob und gestattet dem Tierchen, das Weile zu suchen. Eine Absicht des Tieres selbst braucht damit noch nicht verbunden zu sein. Leider haben diese?)ochcntw>ckelten Tiere nicht die Gabe von der Mutter Natur mitbekommen, deren sich beispielsweise die Seesterne und manche Krebse erfreuen; das verlorene Glied wächst nicht wieder nach, wenn auch die kleine Wunde leicht verheilen mag. Ob das Eidechslcin, das feinen Scknzanz eingebüßt hat, nun auch einen Teil seines Wohlbefindens Jür de., Rest seines Lebens verloren hat, wissen wir nicht zu sagen.