Nummer ZS 10. August 1021 ilnterhaltunHsbeilage öes Vorwärts * Kino. Bon Ludwig T h o n« a. Rover Hierlinger. Melbcr.— Sophie ?rou>— S» p h« r l, die Tochter.— Andere i Münchnermnen. > i« r l i>i g« r, seine Unchner.— Andere I. Vor dem Kino. Herrgottzazgernment— zaggeral I hab's •f) i e r l i n g e r ja zerscht«sagt. Frau sjlerlinger: Was hast gsagt? H i e r l i n g e r: Mit entern Schmarrn Hab i gsagt.. Dös waar ja a wahrs Unglück gwen, wenn i heut zu mein Tertl ganga waarl Rai Weil's a so a sada Tunmag is, muast i mit da Familli in da Tchtadt umanand ziehagnl Frau Hierlinger: No moastl, a bisiel galant derfst scho aa no seil Hockst a so de ganz Wocha im Kaffeehau» und kimmerst di nct um in»! H i e r l i n g e r: Uni« da Woch»er i mi aa no um«nt timmern! Da hast recht! S 0 p h e r l: Babbi, geh ma in» Kino! Da steht's, was gebn werd. H i c r l i n g e r Da werd scho was gebn»ernl S o p h e r l fliest): Am gc— bro— chenen Harzen— Erschitiern- des Drama— H i e r l i n g e r: Am ge— brochenen Harzen— dos mag i. Am... Ding... Hütt i bald gsagt. Frau Hierlinger: Geh, tua di net gar a so auhernl Hierlinger:... Also, geh ma eini! II. Im Kino. Dunkel. ! Hierlinger: Herrgottzaggerament— zaggeral Diener: Stufül Hierlinger: Ja, Stu— sä! Zerscht laßt er oan abiruinpeln! Was glaab» denn Sie? Eine solchene Gehirnerschidderung! Ein Münchner im Dunkel: Gar so vui werd sie net erschiddern— Hierlinger: Wo» werd nct? Wer redt denn da iiber- Haupt»? So a Zigcunal Stimmen: Bsst! Ruhci! Hierlinger: So a Psundhammi, so a unappetitlicha! Der Münchner im Dunkel: Geh, tua di schleicha und schaug, fcöjjb dein Gip»topf aus da Plattn mihi bringst, sonst werd'» ma unwohl! Du austriebna Wassasüchtling! Hierlinger: Ahl Ah! Da... Frau Hierlinger: Sei ruhig, Xaver! Gib dich doch mit einem soichen ordanären Gsindel nicht ab... Der Münchner im Dunkel: Jäh! Gsindel! Sie mächt aa was sagn, de gscheerte Henbodnspinna! Frau Hierlinger: Also so ma« Gemein»...! Stimmen: Bsst! Ruhä! Sätzen! (Die Familie Sierli»»cr seht sich. Ein Landschosiofilm wir» odoehospelt. Schwedische Wasserjitlle, dazu weiche Waljermelodien. Sierlinger schaut sich immer wieder nach seinem Feinde um, der im Sunkeln sitzt.) Hierlinger: Der hat mi aufgwarmt, der unghobelte Laggl, der! Frau H i e rl i n g e r:?ch bitt dich, Xaver! Du mutzt dich beruhigen, Xaver! (Es wird.hierlinger dreht sich wieder um und schaut dr»hend hin, der Feind schaut drohend her, da verklärt ein Lächeln dvs Gesicht eine» jeden.) Der Münchner: Ietz i» recht! Da Hierlinga! Hierlinger: Da Söllhuaba Beni! S ö l l h u b e r: Hütt ma in» beinah hart gredt... Hierlinger: Im Dunkeln is guat munkeln, und was sich liebt, das neckt sich... Söllhuber: Aba bei dein« Fron Gemahlin muatz i mi scho no eigens entschüldingen... Frau Hierlinger: Ja— Sie! Söllhuber: Bitte halt vuiinals— nct wahr, gnä Frau! Wissens scho, wia's geht, wenn man sie onand net kennt... Da gibt's oft de schiimmstn Bawechslnnga... Frau Hierlinger: Ja— Sie! Hierlinger flacht): Du hast di scho�a wengl weit«ntz« lassn ' mit dein! tiafn Tön, mei Lioba... Stimmen: Bsst! Ruhä! (Ed wird dunlcl. Run kommt der Film:„Am eodrochiucn Herzen") III. Schrift. Die clxmal»«eselorte Sckönbeit Tsieresilo B«ip»ii»lerkt, bosi»er gmike»er Leidenschaft in ihrem«Semahle erioschrn ist... Söllhuber frust vor): Xari! Hierlinger: Wo»? Söllhuber: Der bei aa? Hierlinger: Ja— ja— l Net zweni! Stimmen: Ruhä! Wa» i» denn da» für eine Aufsierung? Andere Stimmen: De broatletschatn Hauspascha! Söllhuber: Wia hoatz i? Stimmen: Ssssfssssst! Schrift: Sie beschliesit, noch einmal mi» der Macht ihrer Tiine da» Herz de» getieble» Man»«« zu rtihre» wie früher. Bild: Eine Dam», mit ausgelösten Haaren, einem Dopvelliu» und anderen finnlichen Reizen, im Morgenroae, sitzt am Nlavier, hebt und senil mit schöner Rundung die Hände un» streicht d>« Tasten. Er sieht am Fenster, mit dem Riicken gegen sie. Di« Töne wirken. Man siebt»0 on den Händen, die er auf den Riiüe« hält. Die Töne»irten stärker. Die Hände»ibrierni. Er dreht sich UNI, sie[chiehl einen Blilk ans ihn. Er kommt einen Schritt näher, ,«ci S-dritte, bleibt stehe». Sie klavicrt weiter. Da kommt er ganz nahe NN» kniet nchen ihr liie»er, Sie streicht ihm mit der Hand Uber die Haare. Er schaut sie an. sie schaut ihn on. Lange, innig, lies. Schrift: Einen Augenblick ist Eerlo Benzoni dem Faubcr. der einü s» mächtig aus ihn eingewirkt hatte, oersoüen. Schgn aber steigt ein anderes Bild vor seinem geistigen Aug? auf— Graziella— und—— Bild: Er liegt noch aus den Knien vor ihr und blickt zu ihr auf. Da nehmen seine Augen etwa« Starre» an, dringen in» Leere. Au»»ein Leeren drängt sich da» Bild eine» Frauenzinimer» her»«. Mit hochgcschniirtem Busen, kecken Augen,»ersührerischem Lächeln.,. Er steht aus, sireck» die Hände sehnen» an» nach dem Bilde, seine Augen treten hervor, da» Bild»eriOn»iiidet: er kommt zu sich, schaut seine Semahli» kalt an, und sie ISsit ihren Kopf sinken, mit einem Ruck, noch einem Ruck. und einem Ruck, sireckt die Arme aois's stlanier, den Rdgf auf die Tasten, und ist im Schmerz aufgelöst.. Sie rinnt unterm«grgeinwck«n»ei»»n»«r. Berwanbluiig. Ein Arno s-ihr» v,r. Benzoni! Fährt durch mehrere Strahen. Ein andere» Aui» solgt im schnellften T-moo. Theresita! Da» erste Aui» hält vor einer tüartenvilla. Benzoni! An» dem andern Aut« steigt eine Frau und schau! ihm mit brennende» Blicken nach. Schere. sita! Ei» Mann steigt über die Trevve. Benzoni! Berwandlung. � In einem i üppigen Boudoir liegt«nf der Ehaiiel«n«ue ei» üppige» Weib,(siraziello! Sie horcht. Ihre Augen»ergrägern sich. Ein Mann tritt ein. Benzoni! Ria» küsit sich. j Verwandlung. Eine Frau wankt am«Silier entlong. Theresita! Wankt durch eine Sirghe, wenkt durch noch eine Strohe, wankt ilber«in- Brücke, wankt in eine(Sorten- anlage, sällt um. fällt gegen einen eisernen Pfahl. Ist ohnmächtig. Berwandluv». Ei» schneeweihe» Beit in einem Spiial. Ei»? Boie-Kreuz-Schwester nickt tieftraurig mit dem Kopi. Ei» Arzt im» einem schwarzen Barr nickt tief- traurig mit dem ikepf. Eine Patientin liegt da. Ans dem weihen Bette er- scheint der Schatten einer riesigen Hutschleife und stört die tiese Traurigkeit. Hierlinger: Sie! Sie! Teans Eanern Huat owa!.., An Huat owa... sag i... Frau Hierlinger fihre Tränen trocknend): Eine solchane Uiivaschömtdeit! Mit an solchen Trumm Schloafa... Hierlinger: L>wa— sag i... Frau Hierlinger: Was de Deanstbotn für HLat auf h«mni... Hierlinger: Sie da vorn! Teans Eanern Huat owa!. S t i in m e n: SsfMst! Ruhä!... Sssst! (Der Film geht weiter. Di» Kranke schlägt d!e Augen auf. W»— bin— ich? Der Arzt läckielt human. Die Role streuz-Sch»esler lächelt human. Der Schatten der riesigen Hulichleife zitteit in heftiger Bewegung. Der Schatte» ein,» gel-ogeneii Hcndgrifsk» eine, Spazierslocke, angelt nach dem Schatten der Hutschleife.) Die Hutbefitzerin fgreisk nach ihrer bedrohten Kopfbe- i deckung): Hören S' auf! Führen S' Ihnen net so ungebülhel aus! Hierlinger fangell weireru Je! De ander mit'da Buidung! J Setz'n S' koan solchan Datschi aus! Frau Hierlinger: Dö, g'hört si net für Deanstbotn! Die H u t b e s i tz e r i n: Hören S' auf! Hören S' auf, Sie Liinimel, Sie roher!, Hierlinger: Eona Kindabadwanna tean S' oba, Sie Banerniocka, Sie grüuslicha! Stimme: Werd heut gar koa Ruah? Andere Stimmen: Essssstssst! Ru— hä! Hierlinger: An Huat owa! Diener: E« mutz absolute Ruhä härrschen... (Die Hutbesitzenn vimmt ihre A n Jersey schrieb einmal an den Herzog:„Der Kaiser Nikolaus vi'l mich besuchen. Wie soll ich ihn empfangen?" Die Antwort lautere: „Empfangen Sie ihn wie andere Besucher. Wellington, Feldm>r- schall." Run schrieb die Dame:„Aber er liebt mich." Worauf die Antwort lautet«:„Empfangen Si« ihn wie ander« Liebhaber." Ein drittes Beispiel für Wellington» lakonischen Briefstil ist ein Bries- Wechsel mit S«r Eharlcs Russell, der ihn um einen Teldbeirraz für die Wiederherstellung der Kirche von Srvallowfield bat.„Lieber Sir Charles", schrieb der Herzog,„ich restauriere auch meine Kirche, u d da wir beide dasselbe voneinander wollen, braucht e» kein Geld zwischen un»." In klassischer Kürze teilte der Kolonialsetretär Stanley de.1 ersten L»rd der Admiralität, Jam?» Graham, den Sturz des Kabi- nett« durch Lord Jobn Russell l8Zl mit. Er schrieb:„Johnny bat die Kutsche umgeschmissen. Stanley." Knapv und drastisch war au h ein Brief, den der bekannte Theaterdirektor Rich dem berühmt« Schauloieler Quin l�neb. Die beiden hatten sich entzweit, Quin hatte Knall und Fall da» Theater verlassen und sich nach Bath be- geben. Bon dort schrieb er, um wieder anjuknllvfen, an den Di- rektor:„Lieber Rich, ich bin in Bath," und erhielt al» Antwort: „Bleibe dort und laß dich begraben." Als da» beste Beisviel des lakonischen Briefstil» pflegte Sir Walter Scott ein Schreiben zu zitieren, da» ein stolzer schottischer Adliger, Lord Macdonald, an das Haripl der Glei�arry-Familie schrieb, r.l» dieser behauptete, die Atac- donald» seien einst den Älengarry» untertänig gewesen:„Wenn Du beweisen kanr'" daß Du mein Herr bist, werde ich e» anerkennen Bis dahin bin ich Macdonald." Einen sehr einsilbmen Briefwechsel führte der Gouverneur von Gibraltar,«eneral Robert Bond, mit seinem Fleischiieferanten Brown«. Cr schri»�-..Browne. Fleisch. Boyd." Und erhielt die Antwort:„Boyb. Fleisch. Browne." Lakonisch korrespondierte der geistvolle Talleyrand mit einer Dam«, die ihm den Tod ibr's Manne» mitteilte. Er antwortete:„Teure Marquisel Ach! Ihr Talloyrand." Und als sie bald darauf ihre Wiederverheiratung anzeigte, gratulierte er:„Teure Marquis«! Ho, ho! Ihr Talleyrand." bei der Bearbeitung seine Rührstosfe zu erhalten, obwohl e, tech. nisch vollkommen möglich ist. Die fetzige Kakacfabrikation legt ru viel Wert auf die Wirkung de, Kakao« als Genußmittel lGofchmack-, Geruch- und Rervanwirtunz), vernachlässigt aber dabei seinen hohen natüriichen Rährg.'halt. Besonder» die Fcttsrage kommt hier in Betracht. Trotzdem e» eine feststehende physiologisch« Tatsache ist, daß Kakaof-tt im Organismus de, Menschen mindesten» ebensogut ausgenutzt wird wie das Milchfett(bi» So Proz.), ist doch die «einung aufgekommen, Kakaofett sei schwer verdaulich(abwohl es zu den leichtverdaulichsten gehört) und müsse wenigsten- zum Teil ausgezogen werden. Tatsächlich enthalten die meisten Kakaopulver nur noch 18 bis 2» Proz. Fett. Der Einwand: der Mensch könne Bollfettkatao nicht vertragen, ist vollkoinmen hinsälli,, denn wer Bollmiich verträgt, verträgt auch Bollfettkakao, und wer Bollseir- schokolabe(andere geht nicht herzustellen) verdauen kann, verdaut auch Bollfettkakao. Wenn Kranke wirklich nicht Bollfettkakao ver- tragen, so muh«r«be» entsprechend verdünnt werden. Jedensall» ist ei» entölter Kakao, der nur noch 20 bis 22 Proz. Fett enthält, wertlos»«:. Durch das Behandeln mit Pottasche, Ammoniak us». werden seine Mineralsalze zerstört, und der Kakao wirkt ver- stopfend. Dieser Zusatz geschieht, um den Kakao angeblich aufzu- schtießen, d. h. eine Aufquellung herbeizuführen, wodurch die Kakao- teilchen besser im Wasser aufgeschwemmt bleiben. Der Kakao ist dadurch nicht etwa löslich geworden, sondern ist im heißen Wasser ebenso unlöslich wie der unausgeschlossene— Pollsettkakao muß aufgekocht werben, wodurch«r auf natürlich« Weise aufgeschlossen wird und sein herrliches Ratnearoma zum Aorschein kommt. Dieser Kakao ist auch wenig bitter. Rur der mit Pottasche„ausgeschlossen«" «ntölte Kakao«rhält durch die Pottasch« eine» bitteren Geschmack und ist künstlich mit Gewürzen und ätherischen Velen aromatisiert. Es muß nun Aufgab« der Kokaofabrikation und des Gesund- heitsamte» sein, solche Kakaos in den Handel bringen zu lassen, die vollfetthaltig, naturrein sind. Wenn außerdem noch entölte Kakao» fabriziert werden, dann dürfen solche aber nicht mit der höchst überfiüssigen, schädlichen Pottasche präpariert werden. E» gibt bereits ein Versahren, nach welchem entölt« Kakaos pulverisiert hergestellt werden— ohne Anwendung»on Chemikalien. H. It. Urgeschichte llllDE=5,er hat einen kleinen Rechenavparat zur Hänb. der Soroban goeronnt wird, einen viereckigen Rahmen mit Bambusstib- che», auf benen eine Art von Knöpfen ausgereiht ist. Dos Ding ähnelt durchaus dem Apparat, der bei un» in den unteren Schul- klassen verwondet wird, um den Kindern die ersten Anstinge be« Zählens belzr-dringen: der Unterschied ist nur, daß er Neiner ist. Ohne dies« Soccch.m ist der Japaner hilflos. Nicht die klemste Addi- tionsaufgnb« kann er im Kopf« bewältigen. Fünf und sieben im Kopfe zusammenzuzählen, erscheint ihm ein Ding der Unmöglichkeit. Dagegen»evmag er mit seiner Rechenmaschine sogar zu multiplizieren und zu bioidiere». Manche behaupten sogar, daß man mit ihr Quadrat- und Kubikwurzeln ausziehe» kann, aber das gehl»per europäisch« Begrifs«. Wer da» Rechnen aus dem Soroban»ersuhl, kann in Japan billig einkaufen. Wenn man einen japanischen HK.d- ler nach dem Preise einer Ware fragt, so greift er unweizerlVh nach dem Soroboa und fängt an, mit den Knöpfen hin und her zu schieben, indem er erst den reellen Preis angibt; dann rechnet er weit« imd schlüot die Proßenie auf, und schiießlich nennt er einen Preis, der natürlich»iel zu hoch ist. Der Käufer weih dann, wieviel der Mann aufgeschlagen hat. Hat man niehrere Gegenstände mit vieler Ätühe ansgel�andelt, s» erfolgt die Addition ebenfalls auf dem Soroban. Aber der Jopaner ist selbst dann nicht sicher, und wenn ihm der Europäer nach einfacher Kopfrechnunq eine andere Summe nennt, so glaubt er gor, daß er sich»errechnet hat. Bankangestellte, die ohne dies Hitismittel rechnen können, gelten noch heute«>« große! Gelehrte.•' Hockergräber. Die Art, wie die überlebenden Menschen sich ihrer Toten entledigen, ist bekanntlich sehr verschieden. Die einen ver- brennen sie, andere balsamieren si« ein und suchen si« möglichst lange unoerwest zu erhalten, wieder ander« lassen die Leiche von Raub- vögeln verzehren und die meisten beerdigen sie. Unter den Arten der Beerdigung wiederum, die sich in Amerika, Afrika, Asien, Australien und Ozeanien und im vorgeschichtlichen Europa finden, Hot wohl kaum»tne so lebhaft die Forsthung heschästgt, wie die Hockerbestatiung, die den langgestreckten Toten in eine Stellung mit «tsgegopenen Knien zwingt. Eigentümliche Vermutungen wurden o»ft«st»ltt: auf der einen Seite wurde Raumeesparni» al» Grund für Ue Bestattuno»art angenommen, aus der anderen Seite glaubte man, der hockende Tot« solle die Lage de» Embryo im Mutierleib« nach- »ich so der Wiedergeburt entgeoenharren. Beide Anschauungen «nriprong«» mehr der Phantasie al» der Forsch«�, die noch vor ollem bei den Völkern, die noch heut» diese B«erdigung«art an- «enden, die Gründe herauszuholen suchen muß. Diesen Weg hat Professor Richard Andree eingeschlagen; über seine Forschungen gibt der soeben erschiene neue Johrgano de, Herderschen Jahrbuche» dor Rawrwisienschasten einen Bericht, dem wir da» Ergebnis der Androesthen Untersuchung entnehmon. Danach handelt e> sich bei dies« vestottung überall darum, die Leiche al» Hocker möglichst stark zu mßchn, um die sclsttdiich« Wicklerkehr de« Toten aus dem Grabe zu hindorn. Der Tote kommt ober noch dorn Volk»giaub»ri wieder, um fem»» Tod zu rächen oder als Gespenst die Uederledendon zu plagen. Damit»r da» nicht kann, wird er auf die vorsichngst« und stärkste Weis««esesselt, mit Bändern zugeschnürt,«ingowickelt, damit er sich ja nicht rühren könne. Für da» Vorhand«nf«in diefer Anschauung bot Andr«« zahlreiche Beispiele zusammengebracht; häufig wird der Grund dieser Bestattungsart deutlich n der Trauerrede ausgesprochen. Wir s»d«n hier ein Ueberbleiblel von der Ansrhoming der engen Zu- sammeugehörigkeit der beiden Reiche des Lebens und des Todes. Technik Gesundheitspflege M Ist&*(** tvsnuß- oder Nährmittel? Jetzt,»» der Kakao imnrer teurer wird, gewinnt diese Frag««ister» Wichtigkeit. Kakao vereint Genuß, und Nährkraft. Foeilich enthält er dos nervenerregend« Theobcomin und ist destzolt hoch- gradig Neroösen nicht zu raten. Die Kakaobohue weist iln Durch- schnitt<2,»3 Proz. Fett, 0,S7 Proz. Theobromin, 10, SI Proz.«»»itz, 2,3S Proj. Zucker. 4,67 Proz. Stärke, Holzfaser und JiMiin! 20,39 Proz., 5,18 Proz. Wasser und 3,70 Proz. Minerolstosse«uf.! Der hohe Geholt an Fett, Eiweiß und Nährsaizen ist besonder»«uf- i jalknl). Leider Hot es die heutige Kakaoindüstrie wenig vcrstonden,> W«r«m rostet Eisen? Das Rosten des Eis»»» geschieht au» zwei oersthiodenen Ursachen: Erst»»» au-»inem rein chemischen Grunde, zweitens durch physikolisch-chemische Einwirkung. Der erster«, bei weitem bekanntere Voogang, besteht darin, daß Sauerstoss und Kohlensäure b«i G»gsnwart von Feuchtigkeit arrf da» Eisen einwirken und.ki« ihnen au»gesetzten Teile in Slsenhyt-roxnd un» basisches Msenkcebonat umwandeln, durch deren weiter« Zersetzung dann da» Eümtryh, der Rost, entsteht. Beschleunigt«ird diefer Aorgang noch,«»nn die Lust einen größereu Gekllt«m fchwefckiger Säure «»«r Pchwefelwasserstofs und da» Wasser viel Salz enthält. Der i«»ii« aorgang ist für»i« Zerstörung de» Eistn« von«benso großer Bod«ichuirg, wennPiich weniger bekannt. Diese physikalisch-chemifche tlUsoch« ö»r Rostbildung beruht litziglich«uf elektrischen Lokalströmen„ «irk!»ls» durch eGttrolqiische ZersotzuiH, wckche durch die manniz- lochen Berunmmgrniqen de» Eisen: noch begtnstlgt«ird. In sehr »ielen Fällen läßt sich die Rpstbiidnnö nur durch diese zweite Ursrcky« erklären.