Nummer 31 17. August I<)22 ilnterhaltungsbeilatze * öorwLrö iiUoi�c '�osn Schwäne. Von Paul Dohms. Es waren ihrer vier, zwei Schwäne und zwei Schwanen- junofern. Seit einem Jahre besaßen sie Gastrecht auf dem Stadtsee und wohnten auf der kleinen Insel einträchtig beieinander. Wenn die Schwäne in anmutigen Bewegungen auf den See hinausruderten, zierlich und majestätisch, stark und imposant, wenn ihr blendend weißes Gefieder auf der von Sonnenschein über- schütteten, glitzernden Wasserfläche wie eine einzig schön geformte Schneeflocke sich wiegt«, tmnn mußte der Anblick jedes menschlich« Auge fesseln. Die Schwäne waren sich ihrer Schönheit bewußt und verachteten die übrigen beflügelten Schwimmer auf dem See. Wie närrisch benahm sich zum Beispiel dieses gefräßige Entenvolt, wenn es von Kindern Brosamen zugeworfen bekam, ijöchst unmanierlich, gegen allen guten Ton verstoßend, stürzten sich die Enten auf jedes Stückchen, rauften sich dos Gefieder und ahnten gar nicht, wie lächerlich dumm sie erschienen, wenn sie an Land watschelten, um dort mit ihrem breiten Schnabel alles Hinge- worfene gierig.aufzufangen, einerlei, ob es Brotreste, Papier- tnSuel oder Kieselsteine waren. Einem Schwan war das ge- fräßige Gebaren vor aller Oeffentlichkeit zuwider. Und wenn er auch innerlich anderer Meinung war, niemals hätte er Neid durch- blicken lassen. Es bestand eine große Trennungslinie zwischen den Schwänen und dem übrigen Wassergeflügel, das sonst noch den See bevölkerte. Da waren buntschillernde Enten, kleine flinke Taucherhllhnchen und ritterliche Haubentaucher, die sich auf ihren Kopfschmuck offensichtlich auch viel einbildeten. Aber gegen die Schwäne kamen sie nicht aus. Im Pollbewußtsein ihrer Majestät bewahrten die Schwäne stets Würde und Haltung. Dieses stolze und vornehme Geschlecht suchte auf der kleinen Insel die nächtliche Ruhestatt erst auf, wenn niemand der Leute mehr am Ufer war. Es wäre auch dahin ge- wesen mit ihrer anmutsvollen Erscheinung, wenn jemand gesehen hätte, wie sie sich auf dem Lande unbeholfen und unschicklich vor- wärt? bewegten. Ein Schwan aber will nicht unschicklich erscheinen. Er ist auf dem Wasser der Aristokrat, der auf Tradition hält. Was wußten denn die blöden Enten, welche die Schwäne hochmülig, dünkelhaft und aufgeblasen bezeichneten, von ihrer Vorgeschichte. Schwäne galten schon im Altertum als das Sinnbild der An- mut, sie waren der Aphrodite zugesellt und durften sie auf einer Schildkrötenschale über das Meer fahren. Und reizvoll waren die Geschichten, die den Schwan mit der schönen sündigen Helena und mit der zärtlichen duldsamen Leda verwobcn. In der Liebe ist der Schwan stürmisch und mutig und zärt- iich- Und unberechenbar. Wie bei— nun, wie bei anderen Ge- schöpfen, die um die Liebe kämpfen. Es brauchen nicht immer Men- schen zu sein. Die Schwäne Brausetopf und Langhals buhlten auf dem Stadtsee um die Liebe der Schlpanenjungser Nestruth. Die andere trug den poetischen und anziehenden Namen Liebemich. Siä ward aber wenig umworben, weil es Langhals auf Ncstrulh abgesehen hatte und Brausekopf, der unglaublich egoistisch, eitel und zänkisch, boshaft und tückisch war. als der Stärkere! von bestechendem Aeußeren das Minnefeld allein behaupten wollte. Nestruth hatte einm langen, zarten und weichen, einen geradezu klassischen Schwanenhals wie keine andere ihres Geschlechts. In mancqen Nächten hatte Brausekopf schon von dem innigen Jneinanderschlin- gen der Hälse geträumt. Es soll auch Frauenarme geben, die wie Schwanenhälse, lang, zart und weich, die klassisch sind und zu säumen anregen. Natürlich hatte auch Langhals seine Träume. Bios sind aber Träume, wenn sie niemals Wirklichkeit werden, lind wozu gibt es eine Balzzeit! Und sie kam. als im Vorfrühling die Sonne die letzten Eis- flachen mürbe machte und die Gräser neugierig ihre Spitzen aus dcni »«serrand steckten. In dieser Zeit hatten die Schwäne ihre Absichten erkannt. Und so begannen sie den ritterlichen Kampf um die verführerische Nestruth. Wie Lanzen lagen die langen Hälse auf dem Wasser. Dann fuhren sie aufeinander los, daß die kühle Flut in mächtigen Wellen um sie herumspritzte. Mit den Schnäbeln bohrten sie tief in das Gefieder hinein, trennten und umkreisten sich, und immer von neuem stoben sie zusammen, klatschten mit den breiten Flügeln auf das Wasser, sträubten das Gefieder und zischten wie Nattern. 5)ieb auf Hieb hagelte hernieder, bis Langhals ermattet den Kampf auf- gab, verfolgt von Brausekopf, der seinen Namen nicht zu unrecht trug. Seine Leidenschaft war zu hellstem Zorn entfacht und er ließ nicht eher locker, bis er den blindlings davon flüchtenden Nebenbuhler an das Mühlenwehr gedrängt hatte. Hier versagte seine Kraft vollends, er geriet in den Strudel, wurde Widerstands- los mitgerissen und fand zwischen den Wasserrädern ein unrühm- liches Ende. Brausekopf legte die Ruder auf die Schwanzdecke und ließ sich vom Winde treiben. Wie in einer Stoatskarosse fuhr er zu seiner geliebten Ncstruth. Sie öffnete halb die Flügel und segelte ihm entgegen. Um Lanqhals verlor er kein Wort, denn Schwäne sind schweigsam. Brausekops war die Liebenswürdigkeit selber. Er legte seinen schlanken Haie über den breiten Rücken der Ange- beteten und liebkoste sie. Sie ließ alles geduldig geschehen. Er warb minniglich, nestelte in ihrem Gefieder und versprach ihr ewige Treu«. Da erwiderte sie seine Liebe und beide feierten Hochzeit. Als Jungfer Liebemich das sah, schlug sie sich in das Rohr dcr kleinen Insel und trauerte Langhals nach. Jedesmal, wenn sie an den kommenden Tagen das Liebkosen der jungen Eheleute beob- achtete, wie sie die Hälse zärtlich ineinander schlangen oder die weichen Brüste gegeneinander drückten, mußte sie an Langhals denken. Sie beneidete Nestruth um das innig« Eheleben. Als das Pärchen dann Schilf, Rohr, Wurzeln und Holmblätter zu- sammentrug und die Schwanin die Dunen der Unterbrust sich aus- rupfte, ein halbes Dutzend Schwaneneier darauf bettet« und in vor- mütterlicher Sorgsalt zu brüten begann, da' war die Einsame un- tröstlich. Im Naturgesetz steht vermerkt, daß der Schwan während der Brut in eifersüchtiger Sorge die Gattin und das Nest beschützt und kein anderes Lebewesen in der Röhe duldet. Gesetze aber sind da. daß sie übertreten werde.'. Sagt man. Niemand darf es wissen. Und sicher dachte auch der H«rr Schwan, daß alles erlaubt sei, wenn man sich nicht kriegen läßt. Im übrigen hielt er es mit Schopenhauer. Bei ihm war osfenbar Mitleid die Grundlage der Moral. Weiter reichte sein Denkvermögen nicht. Im Sichtbereiche seiner Eheliebsten zeigte sich der Schwan als Muster eines Ehegatten. Wenn sich die unbemannt« Schwanen- jungfer Liebemich in die Nähe des Nistplatzes wagte, so ruderte d«r Herr Gemahl nicht etwa in gemessener Haltung zu ihr hinüber, um sich mit einem Schwanenbückling höflichst jede Annäherung zu ver- bitten, weil er ein anständiger Mann sei, sondern er trieb die Jungfer unter heftigen Flügelschlägen davon. Das war er seiner Ehre und seiner Gattin schuldig. Das Schwanenfräulein aber kehrte von Zeit zu Zeit immer wieder zurück und warf zu Brausekopf zärtlich, vielleicht sogar verlangende Blicke hinüber. Sie war eben auch nur ein Weib, ein Schwanenwcib. Und Brausekopf ein Mann, ein Schwanenmann! Er jagte sie darum von neuem unter boshaftem Zischen davon und verfolgte sie weit auf den See hinaus. Die brütende Schwanin dachte: er ist doch em treuer aufmerksamer Gatte. Als sich Brause- köpf mit Jungser Liebemich unbeobachtet glaubte, fragte er:„Was wünschen Sie, meine Gnädigste."„Sie sind sehr ungalant, mein lieber Herr Brausetopf," antwortete Liebemich mit einer Gebärde, die nicht mißzuverstehen war. Ihr weißer Hals bildete ein schön- geformtes Fragezeichen, und der junge Gatte verspürte ihre jung- sräulichen Reize. „Sie haben Langhals getötet.„Und nun?"„Bin ich allein." Da regte sich in Brausekopf das Mitleid. Und Mitleid ist eine Tugend, dachte er. Aber er wußte nicht, daß es auch eine lündhaste Tugend sein kann. Und so brachte Brausekopf ein Opfer. Es war kein Opfer der Entsagung. Er war nun einmal ein Schwanenmann und hieß Brausekopf! Seiner ahnungslosen Gattin war er nach wie vor der liebe, gute und beste, der musterhafteste Ehemann. Denn er trieb die Jungfer Liebemich immer so mutig davon, weit, weit auf den See hinaus. Eines Tages aber kehrte Brausekopf von dieser Jagd nicht zurück. Auch er send den gleichen Tod im Mühlenwehr wie Lang- hals. Als nach Wochen der Frühling mit all leiner bunten Pracht Einzug gehalten hatte, da begegneten sich auf dem See Mama Nestruth und Mama Liebemich. Die erste hatte s-chs und die andere sieben kleine, allerliebste Schwänchen im Gefolge. Sie be- klagten den Tod der Schwanenherren und verwünschten das heim- tückische Mühlenwehr. Im Stillen wunderte sich Frau Nestruih über die Sieben der Liebemich. Sie hatte Brausekopf immer für den Stärkeren gehalten. Doch darum keinen Neid. Brausekopf hatte seine Pflicht getan.„Mein Mann war ein Muster eines Ehegatten/ flötete Frau Nestruth.„Ja, das war et," pflichtete Frau Liebemich bei. Und jede segelte mit ihrer kleinen Schar de- glückt von bannen.__ Pilzgifte. Von den wirksamen Bestandteilen der Pilzgifte weiß man noch immer verhältnismäßig wenig. So glaubte man z. B. noch vor wenigen Jahren, daß ein im Knollenblätterpilz, dem gefähriichsten unserer Giftpilze, enthaltener Giftstoff, eül sogenanntes Hämolysin, das die Eigenschaft besitzt, die Blutkörperchen aufzulösen, bei der Entstehung der Pilzgifterkrankungen keine besondere Rolle spiele, weil man annahm, daß durch das Erhitzen der Pilze dein. Kochen das Gift unwirksam werde. Di« eingehende Untersuchung zeigce aber dann, daß im Gegenteil das Gift beim Erhitzen der Pilze viel schneller wirkt. Die eigentliche und meist tödliche Wirkung des Knollenblätterpilzes beruht, wie Dietrich darlegt, jedenfalls auf einem alkaloidartigen Gift, das sich in den Neroenzentren festsetzt. Wie stark die Giftwirkung des Knollenblätterpilzes ist, läßt sich dar- aus entnehmen, daß das Gift in einem wäsferia.m Auszug von 1: 20 000 verdünnt, noch Störungen de.- Kreislaufs hervorruft. Uebrigens enthalten nicht alle drei der bei uns vorkommenden Ver- treter das gleiche furchtbare Gift. Am giftigsten ist der fast immer dunkel- oder olivgrüne Knollenblätterpilz, r keine Warzen auf dem Hut trägt, während der in Radelwäldern wachsende, Warzen tragende und mehr gelb- bis grünlichweiß gefärbte Knollenblätterpilz viel weniger giftig, wenngleich natürlich auch icht genießbar ist. Ueber die Giftwirkung des Fliegenschwamms herrscht ebenfalls noch manche Unklarheit. Vermutlich enthält er mehrere Gifte, von denen die wirksamsten«in Alkaloid, das sogenannte Muscarin sowie das Amanitin sind. Zweifel in bezug auf die Giftwirkung des Flie- genfchwamms entstanden deshalb, weil sich bei einem Versuch gezeigt hatte, daß nach Entfernen der Oberhaut auf den Genuß keine Gift- Wirkung erfolgte. Andererseits fand man ober auch, daß gerade die Oberhaut viel weniger Muscarin enthält, als das Pilzflcisch. Auch die Totsach«, daß die Kirgisen den Flieqenschwamm, und zwar ge- trocknet, in welchem Zustand er ber..uschend wirkt, ohne besonderen Schaden genießen, und daß er von manchen Tieren gern verzehrt wird, darf nicht zu dem Schluß führen, daß der Fliegenschwamm kein gefährlicher Giftpilz sei. Aehnlich steht es mit der Giftigkeit der von vielen Pilzfreunden als eßbar betrachteten Perl- und Pantherpilze. Auch aus ihnen soll dos Gift durch Abziehen der Oberhaut entfernt werden, was ober. wie die zahlreichen Erkrankunaen alljährlich immer wieder zeigen, durchaus nicht der Fall ist. Perl- und Pantherpilz sind zwar oft zum Verkauf auf den Märkten zugelassen, sollten aber gleichwohl besser gemieden werden. Unbedinat gifthaltig ist ferner die eßbare Lorchel, die besonders im frischen Zustand sebc gefährlich wirkt, we»- halb aucki das Kochwasser nicht weiter verwendet werden darf, ebenso wie man sie auch niemals mit anderen Pilzen zusammen kochen sollte. Da man die Lorchel indes durch längeres Sieden— Auswaschen allein genügt nicht— entgiften kann, steht ihrem Genuß nichts rrei- ter im Wege. Von allen anderen Entgiftunasmethode», wie etwa dem Zusammenkochen der Pilze mit wilden Biri.en oder Holzasche, ist dagegen entschieden abzuraten, wie denn überhaupt die sogenann- ten Entgiftungsratschläge— auch die neuesten Verfahren des Frau- zosen Fabre— immer mit der größten Vorsicht aufzunebmen sind. Merkwürdigerweise entdeckt man immer wied. neue giftige Eigen- schoftn an Pilzen. Im Jabre 1910 erfolgte c'.n Todessall auf den Genuß eines Riß-Pilzes(Inocz-Ke frumentacea), den man bisher nicht als Giftvilz gekannt hatte, und wenige Jahre vorher wurde erst festgestellt, daß einer unserer allergiftigsten Pilze, der Walfsröhrlinz ist, dessen Gift in kleinsten Mengen schon fast unmittelbar nach dem Genuß die schwersten Wirkungen hervorruft. Die Bekämpfung der Pilzgistwirkungen gestaltet sich außer- ordentlich schwer, und zwar desholb, weil man trok oller Forschun- gen bis jetzt noch kein Gegengift gesunden dat. dann aber auch, weil die Vergistunaserscheinunqen in der Regel sehr spät austreten. Das im Knollenblättervilz und mehreren anderen Giftpilzen enthaltene Amanitin ist z. B. längst in die Blutbahn eingedrungen, ehe die ersten Vergiftungserscheinungen— oft erst nach 12 bis 20 Stunden — auftreten. In diesen Fällen ist ein« Heilung natürlich so gut wie ausgeschlossen. Neuerdings hat man einigen Erfolg mit Einfpritzun« gen von Kochsalz- und Traubenzuckerlösungen erzielt: doch bei länge» rer Gifteinwirkung versagen auch diese Gegenmittel vollkommen. Der /Uotmsmus üer Elektrizität. Von A. C. I e b e n s. Der Begriff Atomismus erstreckt sich sowohl über das früher bereits darunter verstandene Vorhandensein von Atomen und Mole- külen, als auch auf die neuesten Forschungsergebnisse, den Ausbau des Atoms aus Elektronen und Kernen. Wir sprechen vom elek- irischen Strom. Und wie dieser aus sich gesetzmäßig fortbewegen» den Massennioietülen besteht, so haben wir auch bei elektrischer Energie die Vorstellung von sich vorwärts drängenden Elektronen» die die Einheit negativer Elektrizität darstellen. Bei diesen Elek- tronen dürfen wir aber an nichts Körperliches denken. Also nicht etwa an Kügelchen, wie es im Physikunterricht oft geschieht, sondern nur an eine Stelle, in der elektrische Kraftlinien zusammenströmen. Die Masse eines solchen Elektrons, die sich bei seiner Bewegung äußert, läßt sich bestimmen, indem man Kathodenstrahlen— das sind schnell bewegte Elektronen— elektrisch oder magnetisch ab- lenkt: sie beträgt etwa h',«» der Masse des Wasserstossatoms, das das niedrigste Atomgewicht hat. Im Gegensatz dazu tritt positive Elektrizität nur an gewöhnliche Materie gebunden auf. Zum Beispiel stellen Kanalstrahlen einer hochverdünnten Heliumgasröüre positiv geladene Heliumatome dar: sie laufen in umgekehrter Rich- tung wie die Kathodenstrahlen. Die Kanalstrahlen ähneln wieder den Alphastrahlen, die jedoch an Geschwindigkeit die erstgenannten übertreffen und fast ohne Aufenthalt die Materie durchdringen. Durch dieses Durchleuchten von Materie kam man auf den Gedanken von Ihrer löcherigen Struktur: die Alpbastrahlen eilen zwischen den Materiemolekülen hindurch, wie Sternschnuppen durch das Weltall. Das Bild des Planetensystems ist oft auf das Atom angewandt worden. Um den positiv geladenen Atomkern kreilen als Planeten die negativen Elektronen. So besteht das Wasserstoffatom aus dem einfach positiv geladenen Wasserstoffkern, um den ein Elektron kreist. Beim nächstschweren Atom, dem des Heliums, laufen um einen zweifach positiv geladenen Kern zwei Elektronen. Gegenüber dem Planetensystem des Weltalls bfftebt also der große prinzipielle Unterschied, daß sich Kern und Elektron der Atome gegenseitig ab- stoßen, während im Weltenraum die Planeten nicku nur von der Sonne, sondern auch gegenseitig voneinander angezogen werden. Der Atomismus ist zweifellos gegen früher in ein neues, von gewaltigem Leben erfülltes Stadium getreten. Einstein versucht nachzuweisen, daß Masse relativ ist. Wir wissen noch nicht, ob ihm der Beweis gelingen wird. Aber wie wollten wir ihm überhaupt verstehen, wenn wir nicht das Atom unkörperlich, als System von Energien auffaßten I Klar seben wir überbaupt erkt beim leichten Wasserstoff ollein: von ihm führt eine Stufenleiter bis zum schwer- sten Element, dem Uran mit seinen 92 Elektronen und seiner Kern- ladung 9?. Dazwischen stebt eine Reihe von Elementen, die mit Helium, das an Schwere dem Wasserstoff folgt, beginnt. Das ist, mit Fontane zu sprechen, noch ein weites Feld, das schon durch die Schwierigkeiten verriegelt wird, die das zweitleichteste Element, Helium, als Dreikörverproblem darstellt. Daß das Problem sich in dem Reich bis zum Uran hin ständig kompli'ierter gestaltet, ist leicht zu begreifen. Deswegen sind die Erwartungen, die an neue For- lchungsergebnisse gestellt werden dürfen, so außerordentlich hoch. Mitternacht. Hundert steile Türme ragen ln die blaue Sommernacht, Haben aus den Tanz der Sterne, aus den Sang der Stunden acht. Denn ein Tc-g die Flügel lüftet, in die Ewigkeit zu flieh'n, Rührt er scheidend an die Glocke im Gestühl von Sankt Marien. Murrend vom mctall'nen Munde ringt sich dann der dumpfe Slang. Geht mit zwölf gewalt'gen Schritten über unssrer Stadt entlang. Aber auch auf andern Türmen sind die Glocken ausgewachk, Aus der Röhe, aus der Ferne hallt es durch die Mitternacht. kurz und herrisch Ningt's vom Rathaus, von dem Kloster schnsuchts- schwer. kleiner Glocken leichte Füße hüpfen lustig nebenher. Spät erst hebt sich eine Stimme, hastet scheltend hinterdrein, holt des Domes dumpfes Dröhnen noch beim letzten Schlage ein.— Wieder ist es still geworden. Rur ein letzter Rochllar wieg! Leicht sich auf dem First der Dächer, bis er mit dem Wind verfliegt. Von des Himmels blauen Räumen senkte mit dem letzten Schlag Auf die Stadt der hundert Türme sich herab der neue Tag. Paul Mochmann.' Eine neue öeutsthe Sergbahn. Von Max N i e r i ch. Wir hatten uns vorgenommen, die neue Thüringer Bergbahn im oberen Schwar�atal zu besuchen. Sie heißt„L> b c r w e i ß. bacher Bergbahn" und gilt als die steilste Bahn der Welt. Zunächst marschierten wir von Blankenburg aus durch das untere Schwarzatal, das noch bis vor kurzer Zeit eine besondere Perle für Fußwanderer war: denn kein Auto, keine Krafträder dursten durch dieses prächtige Tal fahren. Für das Verbot ist die Wanderwelt dem feinsinnigen Thüringer Wanderer und Lebens- künstler T r i n i u s, der es vor langen Zeiten bei den Behörden durchgedrückt hatte, stets dankbar gewesen. Leider ist die vernünstige und hier durchaus wohltätige Maßnahme in letzter Zeit durchlöchert worden: denn heute können die Motorräder die Fahrstraße be- nutzen. Sie sausen denn auch mit Stolz und höchster Schnelligkeil durch das liebliche, in tiefem Tannenfrieden liegende, bisher wie «ine Jungfer behütete Tal. Die fjimbeer-, Haselnußsträucher, die Holunderbüsche und saftigen Erlenzweige werden auch bald ver- stauben und verdrecken. Die Schwarza, das kleine, muntere Büchlein in dem felsigen und gigantischen Tale ist aus alten Zeiten als ein goldführender Te- birgsfluß bekannt. Winzige Goldspuren soll man noch heute finden: die Ueberbleibsel der ehemaligen Goldseifen sind jedenfalls noch zu entdecken. Früher lohnte sich das Geschäft des mühsamen Gold- waschens— heute, wo Milliardenwerte für„Reparationen" und „Retorsionen" von der deutschen Republik bereitgestellt werden müsien, wäre es Sisyphusarbeit, im Schwarzatal Gold zu waschen. Heute waschen Wandervögel ihre Beine, Taschentücher und Töpfe darin— und wenn sie von Berlin sind, machen sie einen„Wannsee"- Laden auf.— Nach einsamer Waldwanderung kommen wir zum Trippstein: von seinem Borkenhäuschen ist der Blick auf Schwarzburg, seine Täler und Berge überraschend schön. Ein Naturgemälde von impressionistischen Farben, dos von keiner Dishannoni« gestört wird! Die Naturszenerie, die sich hier zusammengestellt hat, ist wohl die schönste des ganzen Thüringer Landes. Das obere Schwarzatal wird nicht so viel von Wanderern auf- gesucht. Nur die Eingeweihten wissen es zu schätzen. Hinter Sitzen- darf wird das Tal lehr lieblich und hat Stellen, die kaum schöner zu treffen sind. Zwischen den Stationen Sitzendorf und Mellenbach-Klaußbach, auf der Strecke R o t t e n b a ch— K a tz e n h ü t t e, liegt die neu- erbaute Oberweißbacher Bergbahn, die st eil st e Bahn der Erde Die Bergstrecke der Bahn ist HOO Meter lang und hat durchschnittlich 1 Meter Steigung auf 4 Meter Schienenlänge. Die Bahn, die schon vor dem Kriege projektiert war, ist von den Berg- gemeinden Lichtenhain, Oberweißbach, Cursdorf und Deesbach unter Leitung des Dr.-Jng. Beseler in den letzten Iahren gebaut worden. Die untere Station heißt Ob st selber Schmiede, die obere Lichtenhain. Wöhrend der Güterverkehr schon aufgenommen ist, wird der Personenverkehr(da zur Sicherung noch automatische Bremsvorrichtungen an dem Personenwagen angebaut werden sollen) erst in etwa 6 bis 8 Wochen offiziell eröffnet werden. Die Bahn ist Drahtseilbahn: das Seil ist 40 Millimeter stark und zieht bei jeder Fahrt einen Wagen auswärts, während der zweite abwärts geht. Der eine Wagen ist für die Personenbeförderung, der andere für Güter. Genau in der Mitte, auf einer sinnreich angelegten Weiche, begegnen sich die Wagen. Der Personenwagen faßt zirka 200 Personen, ist sehr breit und stufenförmig gebaut, um die Steigung aufzuheben. Für die Güterbeförderung ist am oberen Ende des Seiles ein starker Bock in Form einer schiefen Ebene befestigt, auf dem immer ein Waggon der Staatsbahn herauf. eschoben und verankert wird. Der Waggon steht also beim Fahren ortzontal Ein Motor von nur 120 L8 ist für den Kräfteausgleich notwendig. Die Fahrt dauert zirka II Minuten, so daß die Wagen etwa 2,1 bis 2,5 Meter pro Sekunde fahren. Die Schnelligkeit soll erhöht werden. Die Güterwagen werden also direkt von der Staatsbahnstrecke des oberen Schwarzatales unter Zuhilfenahme einer Drehscheibe auf den Hund oder Bock der Bergbahn gerollt. Die Personen müssen eben umsteigen. Wer oben auf der Station Lichtenhain ankommt, braucht nur aus dem Bergbahnwagen in den Triebwagen(mit elektrischer Oberleitung) umsteigen und kann noch zu den vier Berggemeinden «eiterfahren.— Nach Besichtigung der Anlagen aus dem Bahnhof Obstfelder Schmiede steigen wir— während der Betrieb munter funktioniert— an der Bahn entlang aufwärts. Dieser steile Ausstieg ist beschwer- lich und kostet Schweiß. Und wir begreisen erst, was für Kraft durch die Bahn gespart wird. Alle Güter mußten bisher durch Tragen oder umständliches Fahren heraustransportiert werden. In letzten Zeiten benutzte man dann Lokomobilen: indessen war auch dieser Transport umständlich und hatte seine Schwächen. Das Dörfchen Lichtenhain oben macht einen ärmlichen Eindruck: die kleinen Schieferhäuschen sind nur primitiv gebaut und notdürftig eingerichtet. Es war ja bisher auch nicht so leicht, Baustoffe und Gebrauchsgegenstände von den Stationen Sitzendors und Mellenbach zu erhalten. „ Aus der Bergstation Lichtenhain zeigt uns ein Techniker die Baulichkeiten, die Kraftanlage, den Hochspannungsraum, den Führer- stand usw Im Führerstand lag ein zerrissener Bolzen von zirka ov Millimeter Durchmesser.Es wurde nämlich, um die Tragfahig- reit des Drahtseiles und die Zuverlässigkeit der Kuppelung zu prüfen, eine Zerreißprobe gemacht. Drahtseil und Kuppelung wurden mit 20000 Zentner belastet: bei dieser Ueberbelastung erwies sich das Material und der Wogenanschluß als solide und sehr haltbar: Das Seil und die Kuppelung blieben unversehrt: der starke, für die Probe zwischengesetzte Bolzen indes zerriß glatt im Querschnitt. Für den tjall aber, wo das Seil doch einmal reißen könnte und der furcht- bare Absturz der Wagen die Folge wäre, ist auch Sicherung ge- schaffen. Sinnreiche Bremsvorrichtungen werden— wie schon an« gedeutet— noch hergestellt. Bon der Hochfläche hielten wir lange Ausschau. Ein prächtiger Rundblick, weit in das Thüringer Land hinein und nach den höchsten Spitzen des lieblichen Wald- und Berggebiets, wird jedem beschert. der hier oben wandert. Nachdem wurde uns liebenswürdigerweise gestattet, in dem immer noch leerfahrenden Personenwagen der Oberweißbacher Berg- bahn eine Abwärtsfahrt mitzumachen. Der Wagen fährt ruhig und sicher, und man bekommt gar nicht das Gefühl, daß die Fahrt mit Gefahr verbunden ist: Sondern wird bestärkt in dem Gedanken, daß hier ein neues, wichtiges Wert der Ingenieurkunst seiner Vollendung entgegengeht. -- Der Wagen steht: wir steigen auf den treppenförmigen Perron und nehmen Abschied von der kühnen technischen Arbeit.— Auf der frischen Wiese des Schwarzatales zirpt und summt es, vom Fichtenabhang dringt würziger, harziger Geruch herüber. Die Schwarza rauscht und gurgelt leise in ihrem steinigen Bett. Das Klavier. Von Maria Horn. Nun stand«s vor ihr, das geliebte und so lang ersehnte Instrument. Der Wunsch wurde in ihr laut im zarten Kindesalter, die Erfüllung kam ihr im Sommer, vielleicht im Hochsommer de» Lebens. So schmerzlich sie es damals als Ktnd auch traf, hinter anderen, bessergestellten Spielgefährtinnen stehen zu müssen, be» griff sie doch, daß man sich eines Klavieres wegen nicht in Schul- den stürzen konnte, und daß die anderen Geschwister nicht zurück- stehen durften. Ja. sie sah es«In und hoffte imgier im Stillen, daß sie sich sebst einmal ein Klavier kaufen würde, sobald sie zum Geldoerdienen gekommen wäre. Kinderträume. Die blonde Frau am Klavier seufzte. Als Frau kam sie auch noch nicht dazu. Erst mußte Frau Paula Behrens ihr einziges, zartes Kind zu einem blühenden, kräftigen Wesen heranziehen, dann erst konnte man ein bißchen an sich denken. Als es so weit war, kam der Weltkrie.g Der brachte Gram und Sorgen um die Lieben da draußen und daheim mit sich. Wie kann man an Musik denken, wenn man um vier Brüder zittert, von denen der eine für immer blieb und ein anderer krank heimkehrt«: wenn man täglich auf die Einberufung des Mannes wartete und um das Leben des Kindes abermals bangen mußte. Und dann die Nachrichten aus der Heimat, in jeder Familie war Trauer. Junge Männer waren es, Söhne des Volkes, jung, gesund und ehrenwert.— Sie hätte aufschreien können vor Schmerz, wenn sie Musik hört«, sie fldh vor ihr. Die Revolution riß Paula aus dumpfem Grübeln, und der dumpfe Druck, der auf vielen Gemütern lastete, löste sich allmählich und die befreiten Menschen bauten sich neue Ideal«: man politt» sierte, trieb Sport und Musi/ in nie gekannter Weise. Als neben und über ihr musiziert wurde und ihr Kind auch an dieser edlen Kunst teilhaben wollte, da erwachte auch in ihr die alt« Sehnsucht. Und nun stand es vor ihr, das seit Jahrzehnten ersehnte, das tote und doch so lebensvolle Wesen. Sie umschlang es und strich behutsam wie über Samt die Tasten entlang. Im Traum hatte sie es schon immer besesien. Meistens trug sie daraus vor einem großen Publikum etwas vor und blieb— stecken. Ach nein, 1o hocb wollte Paula nicht hinaus. Den Weg sollte ihr Kind gehen, wenn es wollte und die Begabung mitbrachte. Ob es für sie überhaupt nicht schon zu spät war? Schlank und gelenkig waren zwar noch ihre Finger— ob sie aber aushielten, wenn schwerere Stücke kamen— wer tonnte das wisien, Beethoven, Wagner und die großen Meister alle hätte sie für ihr Leben gern gespielt. Aber noch wollte sie nicht verzagen. Jetzt konnte sie wieder hoffen, wo sie endlich so weil war. Damit aber in dem Becher der Freude kein bitterer Tropfen falle, will sie dem schwächlichen, blassen, reichbegabten und fleißi- gen Knaben der Nachbarin, der seinen Bater im Krieq verlor und dessen Mutter, die vor Gram und Entbehrung schwindsüchtig wurde, den gleichen Genuß gewähren und ibn im Klamer- spiel mitunterrichten, so wie sie es kann und selbst lernt. Und morgen wollen sie alle drei beginnen. Wissen unö Schauen Wer hat die karlsssel la Europa cingesührt. Der erste Bo» taniter, der sich wissenschaftlich mit der Kartoffel beschäftigt hat, der Wiener Clusius, der 1588 zwei Knollen aus Italien erhielt, behauptete, dah die damals aus der Neuen Welt zuerst eingeführte Pflanze bereits den alten Griechen bekannt gewesen sei: er wollte die Frucht, die die Italiener wegen ihrer Aehnlichkcit mit Trüffeln Taratusjli nannten, in der Arachidna des Thsophrast wiedererkennen. Heute nimmt man an, daß die Arachidna eine Art Trüffel inar»Nd mit der Kartoffel nicht das geringste zu tun hat. Die für uns so notoendig und jetzt leider auch so teuer gewordene Nutzpflanze stammt aus Südamerita, und ihre wilden Vorfahren find vermutlich in den Gebirgsgegenden von Peru zwischen den beiden Andenk-tten zu suchen. Als die Spanier in dei� Jahren 1525—1543 Peru und Chile eroberten, wurde die Kartoffel bereits von den Jnkas-n großem Maßstabe angebaut, Saat und Ernte durch feierliche Feste begangen. Wer die Kartoffeln zuerst nach Europa gebracht hat, darüber gibt es verschiedene Angaben, die Dr. Karl Snell in feinem bei Theodor Fisher in Freiburg erschienenen Buch„Di- Kartoffel" kritisch prüft. Dem englischen Seefahrer Sir Francis D r a k e. dem man in Offenburg als dem Bringer der Kartoffel ein Denk- mal gefetzt hat, wird dieser Ruhm stritiig gemacht. Die Frucht. die er von seinen Reisen mitbrachte, war wahrscheinlich die süß« Batate, die mit der Kartoffel verwechselt wurde. Daß Drake die Kartoffel nicht eingeführt hat, läßt sich daraus schließen, daß auf der noch erhaltenen Speisekarte des Festessens, das er 1581 der Königin Elisabeth gab. keine Kartoffeln standen. Von dem Sklavenhändler John Hawkins wird erzählt, daß er die Kartoffel als Schiffsproviant nach Virginien gebracht habe, und von dorr soll sie Sir Walter Raleigh nach England und Irland eingeführt haben. Doch auch dies ist sehr fraglich. Mit Sicherheit wissen wir nur, daß der Mathematiker und Reisebegleiter Raleighs, Thomas cherriot, im Jahr« 1586 die Kartoffel in Pirginien kennen gelernt, nach England gebracht und eingehend beschrieben hat. Wahrscheinlich ist die Einführung überhaupt nicht von England aus erfolgt, sondern es ist sehr viel wahrscheinlicher, daß die spanlschen Eroberer die Kartoffel nach ihrer Heimat schickten. Gleichzeitig ist die Kartoffel wohl auch nach Italien gekommen, denn die Spanier haben alle wertvollen Bodenerzeugnisse des neuen Landes in einzelnen Proben als einen der Kirche gezollten Tribut noch Rom gesandt. Jedenfalls wurde die Kartoffel von deni päpstlichen Gesandten nach Belgien gebracht, und kam auf diesem Wege 1588 zu dem berühmten Botaniker Clusius. Größere Feuer von Debundscha aus. Nachts des 12. und 1Z. Februar wurden in Buea, Ekona und anderen Bakbiviridörfern mehrere Erdbeben bemerkt. Am 20. Februar saß ich hier an dem Schreibtische, als um 11 Uhr vormittags ein so starker Erdstoß eintraf, daß das Büchergestell auf dem Tische wackelte. Gleich nach 12 Uhr wurde ein schwächerer Stoß merkbar. Am 21. Fe- bruar 6,16 Uhr abends öffnete sich ein neuer Vulkan in dem dicken Urwalde zwischen Debundscha und Vibundi. Wir konnten zwei gewaltige Feuersäulen sehen, von denen die eine besonders groß und ungefähr 300 Meter hoch war. Dicker Rauch oder Asche, die sich in der Luft wie ein« große Wolke verbreitete, von unten von dem Feuer beleuchtet, wurde bemerkt. Außerdem stiegen Massen von hellem Rauch aus dem ringsherum brennenden grünen Walde auf. Von Bibundi wurde telephoniert, daß fünf Krater in einer Reihe jeder mit einrr Feucrfontäne zu sehen seien, und später in der Nacht, daß die Lava herunterzuströmen begann und ihren Weg in der Richtung gegen Bibundi-Farm nahm. Um 11 Uhr wurde in Debundscha ein unangenehmer Geruch wie von gebrann- ter Asche wahrgenommen. Am 22. Februar sielen in Bibundi und Sanfi große Mengen von Asche herunter, ebenso am 23. Februar. Auch hiel in Debundscha kam viel Asch- herunter. Am 23. Februar ritt ich nach Bbiundi. Das Schauspiel, das dort bei dem Einbruch« der Nacht sich bot, war derart, daß man es niemals wieder vergißt. Zluf einer Entfernung von 10 Kilometern und auf einer Höhe von 800 Metern über dem Meere standen drei kolossale Feu«rsäulen, aus denen sich die herunterfallenden glühenden Steine wie leuchtende Sterne loslösten. Die«in« Fcuersäule war etwa» schmaler als die andere, aber von doppelter Höhe, ungefähr 300 Meter hoch. Die Säulen hallen schon Zeit gehabt, Schlackenkegel bis zu einer Höhe von 40 Metern rings um sich zu bilden. Der Lavastrom schlängelt« sich am Berge hinunter, bald schmaler, bald breiter, oder auch in verschiedenen Armen. Aus dem Lavastrome stieg Rauch auf. Bei völliger Dunkelheit konnte man von der ganzen Gegend nichts anderes sehen als diese enormen Feuer- säulen, die langen Lavaströme mit ihrer dunkelroten Glut, die umgebenden von unten beleuchteten Rauchmasten und die Unter- seile der darüber ruhenden Staubwolken. Ein Bild zu Dante» Hölle. Dreißigjährigen Krieg, in dem die Kartoffel durch spanische und italienisch« Kriegsvölker verbreitet wurde. himmelskunöe Höhlenbewohner als Astronomen. Die Frag«, ob der vorge- schichtliche Mensch bereits astronomische Studien getrieben hat, wurde jüngst in einer Abhandlung des französischen Professors B i g o u r- d a n in der Pariser Akademie der Wissenschaften aufgeworfen. Von bisher aufgefundenen von prähistorischen Anpflanzungen erfolgten bei uns in Deutschend- erst nach dem Menschen geschaffen worden sind, stellen einige die Konstellation de, Ci». �{-iviz-yrt»» ßVtAa» t v» StA Snrrf» fnrtnifrfit» imh v,- s*.,_ v,„ r.i____, ct,rr. t».• j________.....!____ EIHi Gesundheitspflege M Sternbildes der Plejaden am Himmel dar. Alle Zeichnungen zeigen eine Gruppe von 10 Sternen, während der moderne Beschauer de« Sternenhimmels mit dem bloßen Auge nur sieben Sterne von dieser Gruppe erkennen kann. Die sämtlichen(10) Sterne der Plejaden sind erst sichtbar, wenn man ein Fernrohr zu Hilfe nimmt oder sie von dem Gipfel eines hohen Berges betrachtet. Waren die Höhlen- bewohner bereits so in der Astronomie bewandert, daß sie wußten, daß es von einer Anhöhe möglich sei, mehr Sterne zu sehen als auf ebenem Boden? Nimmt man nicht an. daß der vorgeschichtliche Mensch diese Kenntnis bereits besaß, dann wäre nur noch die An- MlnK�dijs] Natunviflenschast Ilasenatmen. Das Atmen durch die Nase ist uns so oft und so eifrig enipsohlen worden, daß wir unwillkürlich bei großen Anstren- auiigen, beim Bergsteigen oder bei Wettrennen uns bemühen, durch die Nafe zu atmen. Ausfallend ist aber, daß Bildhauer, wenn sie Läufer, Ringer oder sonstige Athleten darstellen, diese � nahm« möglich, daß der primitive Mensch ein viel schärferes Auge stets mit halbgeoffnetm Munde zelgen. Es scheint dies also doch, ms der heutige, oder daß die Bleiaden in ibrcr tteiliakeit be» die no.iiirlichere Atmungsart bei Anstrengungen zu sein Jetst Hot Mutend abgenmnmen haben � � sich auch ein Arzt, Bruno Alexander in Rcichenhall, mR der Frage beschäftigt. Er rät, bei körperlichen Anstrengungen getrost dem von der Natur g-gebemm Impuls zu folgen und den Mund zu öffnen. Die erzwungene Nasenaimung bewirkt in solchen Fällen, daß die Lunge nicht genügend Luft bekommt, daß die äußere Luft infolgedessen den Brustkorb zusammendrücken kann, daß Atemnot, Blutdrucksteigerung. Dehnung der Aorta usw. eintritt, wodurch der Bluttimlauf, die Versorgung des Gehirns mit frischem Blut und das ganze Körperbefinden ungünstig beeinflußt werden. Zum Glück kommt es gewöhnlich zu solchen Folgen nicht, weil der Mensch in diesem Fall ganz von selbst unwillkürlich den Mund öffnet und von der Paradehaltung zur natürlichen Atmung über- geht. Daß im Zustande der Ruhe, beim gemächlichen Spazieren- gehen und sonst im täglichen Leben die Atmung durch die Nase aus hygienischen Gründen zu bevorzugen ist, wird durch diese Bc- trachtungen nicht berührt. Ebenso richtig aber ist, daß die bilden- den Künstler, die bei ihren Aktfiguren von der Gesundheitsregel abweichen, richtig gesehen haben. wie Zwergbäume entjtchen. In Ostasien, besonders in Japan. ist die Zucht von Zwergbäumen bekanntlich so sehr beliebt, daß man ganze Gärtchen aus solchen Baumzwergen anlegt, mit winzigen Teichen und Brückchen und allerhand anderem niedlichen Schmuck- wert. Den Europäer, der Diese Puppengärten sieht, kommt nun auch oft die Luft, sich so ein zierliches Bäumchen heranzuziehen, aber er weiß nicht, wie er es anfangen soll, und erfährt es auch schwer, da die japanischen Züchter mit ihren Geheimnissen gewöhn- lich nicht gern herausrücken. Die ganze Kunst der Zwergzucht be- steht, wie ein Bericht Graebners neuerdings darlegt, indessen nur darin, daß man die Bäume, die natürlich im Topf gezogen werden müssen, in den ersten Jahren sorgfältig beaufsichtigt, damit sich kein zu starker Trieb entwickeln kann. Die Bewässerung der Zwerg- bäume muß von Anfang an so knapp wie möglich bemessen sein. Dann muh das Bäumchen in möglichst kleinem Topf gezogen werden. Sobald der erste Sproß erscheint, schneidet- man seine Spitze ab. so daß er nun schwächere Seirentriebe bilden muß, wie überhaupt � olle kräftigen Triebe schon als Knospen entfernt werden müssen, wo- Ein Ausbruch des Kamerunberges. Ueber einen neuen Aus. gegen die schwachen Triebe erhalten werden. So kommt es, daß bruch des Kamerunbcrges berichtet Georg Waldau in einem Briese der Baum zwerghaft klein bleibt, wodurch auch die Holzcntwicklung aus Debundscha, den die„Zeitschrift dcr Gesellschaft für Erdkunde" auf das geringste beschränkt werden kann. Unbedingt notwendig zum Abdruuck bringt. Er lautet: Am Morgen des 3. Februar 1022, ist es ferner, das Bäumchen von Zeit zu Zeit höher zu pflanzen. wurde von dem Kamerunberqe ein beständiger Donner, dcr bis j Das geschieht in der Weise, daß man, sobald dcr Topf ganz durch- zum Abend dauerte, gehört. Auch in Bibundi ward er beobachtet.! wurzelt ist, die Pflanze in einen etwas größeren Topf verpflanzt, Am 3. Februar war ein englischer Doktor auf das Grasland des- und zwar so, daß die Wurzeln nurmehr höber liegen als vorher. Gebirges gestiegen, um den Pik zu erreichen. Er sah dort zwei bis � Nach mehrmaligem Höherpsianzen sieht das Bäunichen aus als ob drei Krater sich plötzlich westlich von dem Pik öffnen. Ein« Menge■ es auf Stelzen stünde, wie denn fein Aussehen immer knorriger und von großen und Neinen Steinen wurde ausgeworfen. Er eilte eigenartiger wird. Daß ein auf solche Art jeder Entwickluiigsmög- schnell nach Buea zurück. Erst am 9. Februar merkten wir das' lichkeit beraubter Baum klein bleiben muß, liegt auf der Hand. Erökunüe