Nummer 41 26. Oktober 1622 .6W/ a � Unterhaltungsbeilage Zes vorwärts ""........................ j in Südbrasilien, der später m Deutschland als Doktor gewaltige , Kämpf« mit der Staatsanwaltschast bestand? Raubten Sie, wie ich, i die schönste Frau des Kontinents, eine Gräfin, und hypnotisierten ,m, o., v r-.,. c.. ihren Mann in den Tod? Spielten Sie, wie ich, mit Geld, Menschen, Man hatte zu Abend gegessen und saß nun aus der Veranda.! Schicksalen und s.ch selbst? Ach, mein Herr, was sind Sie doch noch Der Menteurer. Von Reinhard Rist». ohne Licht und ohne Lampe, nur vom Abendschein deleuchtet. Der � � Heij>e3 schwach säuselnd« Nachtwind rauschte durch die vielästigen Kronen der hochstämmigen Kastanienbäume des Gartens und erstarb wieder, erwachte von neuem in einer der alten Birken und verlor sich in der Waldmauer. Der Himmel funkelte m einem tiefen Dunkelblau, das wie ein« Kristallglocke über die Welt gestülpt schien. Arthur Bredius erzählte von seinen Erlebnissen, und feine „Sie waren in China, sogen Sie! Kennen Sie. den Garten der tausend Quoten? Hat man Sie täten wollen, indem man Sie in eine bronzene Niesengiocke einsperrte, die darauf geläutet wurde, so daß die Schwingungen Sie erst wahnsinnig machten und Sie schließlich töteten? Hat man Ihnen dünn« Bamdusslädchen unter die Nägel gelrieben! Sie über ein« glühende Platte lausen lassen? Freunde hörten schweigend zu. völlig im Bann der Schilderungen �®as sj.ch Ihr« Abenteuer nnt den meinigen oerglichen! Ich bin temder Länder und Völker, die Bredius ihnen mit seiner tiefen, � Seeräuber gewesen— ich habe mit dieser meiner rechten Hand die noren Stimme ohne jede Prahlerei vortrug. j 5 ran eines amerikanischen Petroleumkönigs erwürgt, weil sie sich Er war erst seit einigen Tagen in seine Heimat zurückgekehrt, in weigerte, mir einen Scheck über eine halbe Million auszustellen... der er jetzt solche gänzlich veränderten Verhältnisse vorgefunden hatte. Ich habe m der Mandschurei mit einer Schar Anhänger Räuberei Sein Schicksal hatte ihn durch die halb« Welt geführt— durch getrieben, und ruein Name war gefürchtet, wie derzeit des Schinder- Afrika, Anierika. China, Japan und einen Teil von Britifch-Jndien. Unzählige Abenteuer hatte er erlebt, und oft, sehr oft hat:« der Tod ihm sehr nahe auf den Fersen gesessen. Mitten in der leben- digen Schilderung einer aufregenden Tigerjagd in Bengalen, wurde «r plötzlich von einer grellen, höhnischen Loche unterbrochen. Die anderen sahen ersiaum um sich und trachteten mit ihren Wicken das Dunkel des Gartens zu durchdringen. Die Zweige eines dicht«, Gebüsches wurden zur Seite geschoben, und«in Mann kam langsam, beinah zögernd, zum Vorschein, bis er endlich dicht vor der Veranda, am untersten Absatz der Stein- treppe stehen blieb. Und, sonderbar, das schrill«, spöttische Lachen ertönt« schon wieder aus feinem Munde. Er war barhäuptig, und sein« unscheinbar«, rissige Kleidung zeigte deutlich die Spuren eines langen Weges. Bevor die fiüif Herren sich von ihrem Erstaunen erholt hatten, nicht wissend, wie der sa plötzlich vor ihnen aufgetauchte Fremde ft, den Garten gekoinmen war, begann der Mann bereits zu reden. Man liest oft in Romanen von einer sogenannten Grabesstimme — dieser Mann hatte bestimmt eine derartige Stimm«, die aus einem Grabgewölbe zu dringen schien. Hannes in den böhmischen Wäldern Lebhaft gestikulierend hatte der Fremd« inzwischen die Treppe bestiegen und sich dem Tisch genähert. Die Freunde sahen im Halb- dunkel seine schwarzen Augen leuchten Er ergriss plötzlich einen leichten Korbsessel und schwang ihn durch die Luft. „So schwang ich meine» Tomahawk, wie ich seinerzeit unter den Sioux des Far-West lebt«! Aber auch dort weilte ich nicht lange— die Squaw des Oberhäuptlings Red-Bnll hatte sich in mich verliebt, und nur mit Hilf« eines Flugzeugs konnte ich mich in Sicherheit bringen. Aber welch ein freies Leben! Ho— die Sonnenairsgänge in den wüsten Gebirgen und die Jagden aus wilde Wäks« in den unermeßlichen Schneeseldern Alaskas: die lustigen Trinkgelage mit wüsten Goldgräbern und fröhlichen Schenkmädhen! Kennen Sie Äazan, den Wolfshund? Er war mein ständiger Begleiter! Kennen Sie die Empfindung des Stalpierens— Sie mit Ihren Neinlichen Wunden? Haben Sie je das Blut aus dem Schädel Ihres besiegten Feindes getrunken? Haben Sie sich, wie ich, zur Geisterstunde in das Schloß der Hohenzollern geschlichen und die weiße Ahnfrmi ihr gespenstisches Wesen treiben sehen? Ich— ich, mein Herr, ich'tat es!" Der Mann ruderte ausgeregt mit den Armen durch die Luft, Sie klang hohl, aber zugleich>scharf und manchmal zischend. und Schaum trat ihm vor den Mund. Sprachlos und maßlos er- „Verzeihen Sie, mein« Herren, daß ich Sie hier> mrerrdartet skumt lauschten die Herren seinen Reden. und unaufgefordert m Ihrer Unterhaitrmg störte— aber ich hörte l Bredius wollte eine Bemerkung machen-.. aber der andere soeben, obwohl gegen mein« Absicht, einen der Herren Reiseabenteuer schrie:„Schweigen Sie, Sie Abenteurer aus dem Jahre Rull! Was erzählen und... das übte auf mich ein« unwiderstehliche Zugkrofi! Sie erlebten— mein« Taten stellen alles in den Schatten. Kanonier aus. Wer war der Erzähler?"\ war ich bei der japanischen Marine, und ich stahl die geheimen Bredius nahm langsam die Zigarre aus seinem Mund« und Plön« von dem Ge.neralstab der Schlitzaugen, die ich den Amerikanern klopfte bedächtig die Asche ab. Darauf sprach er gemächlichen Tones: verkaufte. In Qpiunrhöhlen zu Schanghai und Frisko verbrachte ich „Der Redner war ich, mein Herr! Wollen Sie gefälligst die Güte Tage und Wochen; Diamanten such,« ich in Ksnberley und Johannes- haben, mir mitzuteilen, wie Sie in meinen Garten kommen, und buvg; epeiße Sklavinnen bracht« ich in meiner eigenen Jacht nach wer Sie sind?" Ader der sorcherbare Fremde zuckte nur gleichgüliig die Achseln und antwortete, den Kopf schüttelnd:„Ich bin überall, warum alio Buenos-Aires, und Seiltänzer war ich in einem Zirkus. Hier zeigte ich Abend für Abend mein« Drahtseilkunst, und unten belauerte mich der Clown Pietro, besten Frau Ich verführte, und der eines nicht auch hier! Sie erzögen von Indien und Afrika. Was ist das! Tages die Strick« durchschallt, wodurch ich niederskürztel— Das ist Ich war überall in der Welt— bin Globetrotter, Kosmopolit, Aben- ganz was anderes als Ihre unschuldigen Tigerfagdenl Haben Sie teurer. Sie reden da von Resten... von Abenteuern— und doch Bankraub getrieben? Mit Stieren gekämpft? Schätze vorn Boden sind Sie nur ein einseitiger Norr, der sein« Abenteuer ebensogut'n�her See heraufgeholt? Waren Sie bei den Bacchanalien in den seinen vier Wänden--riebt haben könnte!" fferinkhohlen des„trockengelegten" Rew-Torks zugegen? Sehen Sie, Er richtet« sein« etwas zufammengestmken« Gestalt plötzlich wie ich mich dort benahm..." kerzengerade aus und fuhr fort: Mit einem Schritt war der Erzähler an den Tisch herangetreten, „Was faseln Sie doch von Abentenern! Sind Sie. wi« ich, auf faßt« die große KristaUbowle und führte sie an die Lippen... einer Südseeinsel, mitten unter Kannibalen gewesen? Ist Ihnen, Sein« Augen Mickten«lld und drohend. Plötzlich setzte er die Schal« wi« mir, der Geruch Ihres eigenen, röstenden Fleisches in die Rase � wieder aus den Tisch und rief laut: gestiegen? Ist es Jhnsn vielleicht gelungen, zu entfliehen, weil sie„Die Strickleiterl Schnell— die Strickleiter, Beppo! Rettet hochlodernden Flammen die Strick« oerzehrtan, mit denen die Men-. mich! Fort mit dem Giftbecher..." ftbenfresser Sie gefesselt hatten? Waren Sie, wie ich, kyogh-i in! Zum grüßten Schreck der Herren nahm er plötzlich das Gefäß Indien, der mit Hilf« eines Maharadscha aus seinem Grabe wieder»nd schleuderte es auf die Steinfliesen der Veranda, wo es zer- dt« Leben zurückkehrt«? Waren Sie, wie ich. Kaster von Gltopomar! schellte, wobei er schrie: .Lu Htsfe! Das Schiff ist l-ckl Cs sinkt! Achtet auf die geHeims Fallklappe unter dem Teppich! Fort von dem verborgenen Wandschrank...!!* Man hörte Brechen und Knacken von Zweigen und Besten, eilig« Schritte nahten, und keuchend drangen zwei Schutzleute mit einigen als Wärter gekleideten Personen aus dem Gebüsch und warfen sich vereint auf den Widerstand leistenden Fremden. Nachdem ihm bk; Fesseln angelegt waren, wandte sich der eine Wärter an die in staunender Verwunderung erstarrte Gesellschaft: „Entschuldigen Sie bitte die Störung, meine cherren... Gott sei Dank, daß wir den Burschen endlich erwischt haben, er ist un- zurechnungsfähig und vor einigen Stunden aus der Anstalt ent- flohen.. und mit einem quasi entschuldigenden Blick auf die Trümmer der Bowle fuhr er fort: „Er ist sonst ein ganz gutmütiger Kerl— ein früherer Filmkritiker.. Lebensgemeinsthasten in Üer Natur. Die Symbiose und Ihre Formen. Ein beliebtes Beispiel für das vernichtend« Ringen in der Natur, das man in dem weit über die Naturwisienschaften hinaus zum Schlagwort gewordenen Darwinschen Ausdruck„Kamps ums Dasein" zusammenfaßt, lieferten immer die Erscheinungen, die in der Biologie. als Parasitismus bezeichnet werden. Die Unzahl von Mitteln, die'dem Schmarotzer bei der Zlusnutzung seines Opfers sur Verfügung stehen, und die Gegenmittel, mit denen sich der Ueber- fallene wehrt, boten Argumente genug. Dabei übersah man aber, daß es gerade in diesem Krieg der Organismen untereinander Waffenstillstände und Friedensschlüsse gibt, und daß von solchen Kampfeseinstellungen Bündnisse von einer Stabilität entstehen wie sie wohl sonst nirgends zu finden sind. Wie sehr wir von solchen symbiotischen Vereinigungen, wie sie die Wissenschaft nennt, rings umgeben sind, dafür haben erst neueste Forschungen das volle Verständnis geweckt. Die Natur macht keine Sprünge, sagt mit Recht das alte Wort, und so ist es kein Wunder, daß auch bei den verschiedenen Formen der Ver- gesellschastung alle möglichen Ucbergänne zu finden sind. Den einen Endpunkt bildet der reine Parasitismus, bei dem nur der Schmarotzer vom Zusammenleben Nutzen hat. während das Wirts- tier geschädigt wird, den andern die eigentliche Symbiose, die alle Fälle umfaßt, in denen sich Oroanismen verschiedener Kategorien zu einem festen und dauernden Zusammenleben vereinigen, so daß beide Teile voneinander Vorteil haben. Das bekannteste Beisviel der Symbiose bietet der Einsiedlerkrebs, der feinen weichen chinterleib in einem Schneckenhaus verbirgt und dieses mit einer Seerose besetzt. Die Seerose bekommt auf diese Weise eine ge- steigerte Bewegunqsmöqlichkeit: auch mögen mancherlei Lecker- k bissen von der Beute des Krebses für sie abfallen. Der Krebs seinerseits genießt Schutz durch die Seeroke. Noch festere Gemeinschaften kommen bei Bündnissen zwischen Vertretern des Pklonzen- und des Tierreichs vor; von ihnen findet man nach und nach immer mehr Beispiele in ollen Tierklassen, selbst bei den Säugetieren. Eine schon länger bekannte Form ist beim Faultier zu beobachten; in seinem dichten Pelz siedeln sich gewisse Algen an, die dem Fell stellenweise eine grüne Färbuna verleihen. Das Faultier, das am Tag bewegungslos in den Bäumen hängt, wird dadurch vor seinen Verfolgern leichter geborgen, während die Algen in dem Pelzwerk mit seinen Aus- fcheidungsprodukten günstige Doscinsbedingungen finden. Mehr nach als bei dieW verhältnismä>-ia einfachen und mehr zufälligen Symbiose lassen sich in anderen Fällen ganz konstant? Verhältnisse feststellen, besonders da, wo der eine Teilhaber in den Zellen des anderen lebt. Wir alle kennen das Glühwürmchen oder Johanniskäferchen, das in Sommernächten schimmernd durch die Luft schwirrt und das Weibchen sucht, das, cbenkalls leuchtend, an den Erdboden gebunden bleibt, weil ihm die Flügel fehlen. In wärmeren Gegenden gibt es noch eine ganze Anzahl solcher Licht- träger. Der Schein, der vom Körper dieser Tiere ausgeht, ist nun eigentlich nicht in ihrer Organisation begründet; es ist wirklich eine Art Laternchen, das sie tragen, wie es unsere Märchen von den Johanniswürmchen annehmen. Die Ursache des LeuchtePi sind Bakterie» ähnlicher Art, wie sie auch die Lichterscheinungen an faulem cholz verursachen. Sie sind am chinterende unserer Glüh- würmchen angesiedelt, aber nicht etwa äußerlich und zufällig, sondern in komplizierten inneren Organen, in denen sie ganz gesetzmäßig angetroffen werden. Das Tier stellte also an gewissen Körperstellen für die Pilze besonders günstige Bedingungen her; so, mit chilfe komplizierter Einrichtungen wird es ermöglicht, daß diele Symbiose sich dauernd erhält, daß auch den Eiern gleich eine Portion des� leuchtenden Stoffes mitgegeben wird. Die aus den Eiern aus-g schlüpfenden Larven zeigen die Helligkeit übrigens an ganz anderen Stellen, als das fertige Tier; erst bei diesem werden die Pilze an die Hintere Partie der Leibeswemd befördert. Nur an bestimmten Stellen des Körpers finden sie auch die ihnen zusagenden Be- dingungen. Man hat nun gefunden, daß überall, wo man im Tierreich solches Leuchten wahrnehmen und genauer untersuchen konnte, Bakterien die Ursachen waren. Am kompliziertesten ist der Vorgang bei den Tintenfischen: die den Eiern mit- gegebenen Leuchtbakterien leuchten bei ihnen im allgemeinen noch nicht, sondern tun es erst, wenn sie an ganz bestimmte Partien > kommen, die durch besonders gute Sauerstosszufuhr begünstigt sind, Da sie an diesen Stellen unter Linsen und anderen lichtverstärkenden Einrichtungen lokalisiert sind, ist das Tier Imstande, sich in der dunklen Tiefe den Weg zu erhellen oder dem anderen Geschlecht Leuchtsignals zu geben, da seine Organe es befähigen, durch Ab- blendung oder Sauerstosszufuhr die Lichtstärke zu regeln. Auch die Beziehungen von Insekten und anderen Tieren zu nicht leuchtenden Spaltpilzen zeigen nicht minder eigenartige Per- höltnisse. Solche Anpassungen scheinen z. B. bei allen b l u t» saugenden Tierformen vorzuliegen, wo die Gasttiere ihrem Wirt, wie man annehmen muß, bei der Verdauung von Vorteil sind und ihn befähigen, Stoffe aufzunehmen, die sonst den ver- bauenden Säften Schwierigkeiten entgegensetzen. Zum Stoffwechsel der Wirtstiere tragen sicher auch die Algen bei, die mit vielen Wassertiercn in Symbiose leben, ihre Ueberschüsse in aclöster Form an das Tier abgeben, dos sie bewohnen, und es mit Sauerstoff zur Atmung versorgen, während sie selbst in den meist durchsichtigen Wassertieren reichlich Licht zur Assimilation, außerdem von den Wirten Wasser und Kohlensäure, unter Umständen auch Schutz er- halten. Durch alle diese Beziehungen kann eine derartige Ein- stellunq aufeinander eintreten, daß manche solcher Symbiosen ganz den Charakter eines einheitlichen Organismus angenommen haben. kiindert man die Tiere, ihre Gäste aufzunehmen, so kränkeln sie und sterben. Die Eon voluten z. B., klein« Strudelwürmer des Meeres, leben zeitweise lediglich von den ölortiaen Ausscheidungen der Algen, während diese wieder die stickstoffhaltioen Erkrete des Wurms ausnützen und die Rolle richfi-�r Oroane des Wirtstieres, nämlich seiner Nieren spielen; die Würmer haben dober die ursprünglich diesem Zwecke dienenden Organe aboeschafst. Di« gegenseitige Anpassuna und Einstellung aufeinander kann sogar lo- weit gehen, daß die Wirtstiere, da sie ihr Rahrungsre'ervoir in sich selbst tragen und dieses durch ihre eigenen Absallprodukte sich selbst- tätig erneuert, überhaupt keine Beute mehr zu machen brauchen und auch den Mund als überflüssig abschaffen. Dann fangen aber die Tiere, da die Ausscheidungen der Algen doch zum dauernden Aufbau nicht auszureichen scheinen, schlieblich an, nicht nur die Pro- dukte der Algen zu verdauen, sondern sich an diesen selbst zu ver- greisen. Sie fressen damit ihre eigenen Nieren auf und berauben sich ihrer Fettguelle. so daß sie zugrunde gehen. Da inzwi'chen aber reichlich Rachkommen erzeugt sind, bleibt die Art erhalten, worauf es der Natur sa mehr ankommt als auf die Erhaltung des Individuums. Versuche, über die Dr. Wilhelm Doetlch-München in der„Ra- turwissenschaft'ichen Wochenschrist" berichtet, haben gezeigt, daß solche Bündnisse zwischen Pklanzen rmd Tieren unter entsprechenden Bedingungen auch neu entstehen. Wahrscheinlich wirken sie auch aus die Art- und Rassenbildung ein. wenn auch diese Frone vor- läufig noch nicht endaültia entschieden werden kann. Die Erscheinungen der Symbiose zeioen also in deutlichster Weise, daß es in der Natur nicht nur einen Kampf aller gegen alle gibt, sondern daß auch ein„Bund fürs Dasein" möglich ist. ein Bund sonor Zwischen Organismen, die ganz verschiedenen Reichen anneHören. Von den Anfonasstadien, wo die Beziehungen noch recht locker find, führen llebergangsformen bis zu den extremen Entwicklungen solcher Vereiniaungen. bei denen ein Teil ohne den andern über» Haupt nicht bestehen kann, da er geradezu zum Organ des andern geworden ist. Das, was wir ein„Individuum" nennen, ist in solchen Fällen aus ganz verschiedenen Teilen zusammenaesetzt; Vereinigungen verschiedener Lebewesen, die auch jetzt noch entstehen können, bilden im Endstadium ihrer Entwicklung eine Einheit, dl« alles das enthält, was wir als Individualität zu bezeichnen ge- wohnt sind._ ?asaa in öer Nacht. Blau ist das Lichk des Alandes. Aus den Hügeln sitze Ich, Zasag, und singe mir das Lied der Äachk: Alenschen, eure Aach! ist Vorhang, kurze Trennung. Ist beloht von Lüsten. enisI4(t von Aerzwoisinng. Eure Aachl. eure Städle-Aachk. Isi voller Flüche und geiler Umarmungen. Meine Aachk. meine Zasag-Aacht. Ist Trunk aus dem Becher der Unendlichkeit... An seinem Rande stoßen sich die Räume—. Ich verlache irinkend euren Himmel—, über den erst an�re, fernre Himmel steigen! Himmel, deren Weite meine Sinne durchrasen. Dori in den Zonen meiner Wiedergeburt, sieht slill mein Flug. Und hell erlönt, wo die Geslirne klirren „ der Frcudenruf:„Unser bist du!! f Kleiner Erdenlavs ist Wandlung. Befreiung. Denn Sphären weben Dich in ihren Teppich ein." 0 Ruf. 0 Glück! Ihr faltet noch Hände zu Qhnmachtzgebeken! Meine Rächt, meine Iasag-Racht, ist Aerbrüde-mng! Wiedergeburt ist ihre Melodie!! Blau Isi der Mond. Aus dem Hügel sitze ich allein und singe mir das Lied der Rächt. Hans'Franke. (Befreiung. Neue Cedichte. W. Seifert, Etuttgart-�Heilbronn.) Oer Himmelsschlüsse!. Legende, erzählt von Lena. Es war an einem Montagmorzen im Himmel. Der llede Gott war gerade aufgestanden, er sah in seinem Lehnstuhl und war guter Laune. Er hatte nämlich am Tage vorher, dieweil es Sonntag war, den ganzen Tag lang nicht regiert, und so etwas pflegt alten Herrn gut zu bekommen. Plötzlich ward sein Behagen gestört durch einen Lärm, der am Himmelstor entstand und verdächtig nach Schelten und Streiten klang. So etwas ist man im Himmel nicht gewohnt, und der liebe Gott schickte einen zornigen Blick hinüber zu drei Gestalten, die eben durch den Himm.clssaal auf ihn zuschritten. Gleichzeitig blitzt« es draußen stark, so dah die Erdbewohner ängstlich cmporguck�en, denn sedesmal, wenn der liebe Gott zornig blickt, fährt rin Blitz vom Himmel hernieder. Die drei Gestalten, die sich dem lieben Gort näherten, waren der heiliae Petrus mit seinem Schlüsselbund und zwei Seelen, von denen die ein« froh und unbekümmert um sich schaute und sich der schönen Dinge des Himmels zu freuen schien, die andere streng, seierlich und etwas trübselig blickte. Der heilige Petrus wies zornig auf die erste und sprach: „So etwas ist mir noch nicht vorankommen, lieber Gott. Als ich draußen diese beiden Seelen ins Verhör nahm, um zu sehen, ob sie in den Himmel paßten und ich ihnen das Tor aufschlief'en könnt«, hat diese Seele ganz ungeniert einen goldenen Schlüssel hervorgeholt und die Pforte selbst eröffnet. Nur der habe ein?la- recht aus den Himmel, der ihn sich selbst auszuschließen verstehe, sagte er/ Der Nebe Gott lächelte ein wenig. Fast schien es, als ob ihm das gar nicbt so sehr mißfiele. „Wer bist du denn?" fragte er die Seele. „Auf der Erde war ich Schriftsteller," sprach die und sah hin- über zu der zweiten Seele, die ihr nicht ganz unbekannt schien. „Und wer bist du?" sprach der liebe Gott zu dieser. Doch die zw«ite Seele war schon herangetreten und antwortete mit zornigen Augen: „Unten war ich dein Priester, Herr, und ich kenne diesen da. Er hat dich gelästert und Christus, deinen Sohn, und die Jungfrau Maria. Doch die irdische Gerechtigkeit hat ihn dafür ersaßt und gestraft." „So so, die irdische Gerechtigkeit hat sich meiner angenommen," sagte etwas erstaunt der liebe Gott.„Sie aeht leider nicht immer m>t mir.— Aber woher hat denn die irdische Gerechtigkeit von seinem Frevel erfahren? Ich selbst wußte nickts davon und habe keine Beleidigungsklage bei dem zuständioen Gericht eingereicht." Es ist nicht verwunderlich, daß der liebe Gott so gut mit der juristischen Terminologie Bescheid weiß, denn dafür ist er allwissend. „3ck> habe deinen Sachwalter gemocht, lieber Gott," sagte di« zweite Seele stolz.„Ich habe ihn zur Anzeige gebracht und gegen ihn gezeugt." „So so. Und was hast du denn sonst getan, und wi« hast du gepredigt?" „Ich war eifrig Im Dienste des Staates und Königs, der mir mein Brot gab. Herr. Als der Krieg kam, habe ich den Männern gepredigt, sie sollten hinausgehen und kämpfen und die Feinde töten. Und immer habe ich den Nwdern gesagt, sie sollten demütig und Untertan bleiben, havt arbeiten und nicht nach anderem begehren." „Satzung, die ibr geschrieben," sprach Gott mit starker Stimme. „Du hast gezeugt wider deinen Bruder und die Liebe nicht begriffen — Und du, fragte er den anderen,„welches war deine Lästerung?" „Lieber Gott," laote die zweite Seele fröhlich,„ich glaube, ich habe beinah etwas Aehnliches gesagt wie du selbst eben. Und ich habe freilich nicht so sehr respektvoll gesprochen von dir und dem Herrn Christus, der neben dir steht, denn ich war mir dessen nicht so ganz sicher, daß du wirklich da bist. Bitte, nimm mir das nicht Übel, aber die Welt sah meist nicht so aus, als hättest du viel damit zu tun. Nun, vielleicht hätte ich immerhin etwas höflicher über den Herrn Christus und feine Mutter sprechen können, ich gebe das zu. Aber ich habe es nicht schlimm gemeint, und im Grunde bin ich ihm von Herzen gut. Mir scheint, in dem, was er von der Liebe gesogt hat. darin steckt, daß mir durch sie uns selbst und die Brüder erlösen. Das kann kein Priester und kein Gott für uns tun. Das ist unter eigener goldener Schlüssel, mit dem wir uns den Himmel aufschließen, und du siehst, ich habe ihn ganz gut gebrauchen und damit öffnen können, trotz Petri Widerstand. Weißt du, ich glaube, solchen Pförtner, der die Himmelstür unter Verschluß hält, solltest du aar nicht brauchen und lieber sorgen, daß recht viele Menschen ihren eigenen Himmelsschlüsscl finden." Da neigte sich Christus mit strahlendem Lächeln zu der ersten ,>omm, setze dich neben mich," sprach er. Der lieb« Gott schob sich wieder bequem in seinem Lehnstuhl zurecht, er war ein wenig müde geworden. „Den nimm nur wieder mit," sagte er zu Petrus, indem er auf die zweite Seele zeigte,„und laß ihn ein wenig warten." Da nahm Petrus die zweite Seele, führte sie hinaus und hieß sie auf ein Länkchen an der Himmelstür niedersitzen. „Wart einmal dreitaulend Jahre." sagte Petrus,„dann will ich dick noch einmal. den lieben Gott zeigen." Damit ging er hinein und schlug die Türe zu. Die Seele kauerte auf dem Bänkchen und sah verwirrt um sich. „Das soll nun die bimmlische Gerechtigkeit sein," meinte sie. „Sie stimmt doch gar zu schlecht mit der irdischen zusammen." Die kritischen Jahreszeiten. Der Herbst tritt jetzt mit Kälte und Regen als ein unfrsund» sicher Gast in unser Leben, und er bringt die bekannten unerfreu» lichen Begleiter mit sich, allerlei Krankheiten, Erkältungen, Nheuma- tismus usw. Warum ist nun gerade der Herbst eine solche„kritische Jahreszeit"? Diese wichtige Frage wird jetzt von der Medizin eingehender studiert, und bedeutsame Mitteillingen über dieses so allgemein wichtige Thema macht Dr. Kurt Beckmann in einem Auf- satz„Jahrcsschwankungen in der inenschlichen Phqstologie und Pathologie" in der„Deutschen Medizinischen Wochenschrift"' Beim tierischen Organismus ist ja der enge Zusammenhang zahlreicher Vorgänge mit der Jahreszeit ganz offenstchllich, aber auch beim Menschen hat man Zusammenhänge zwischen dem Organismus und dem Wechsel der Jahreszeiten festgestellt. Dahin gehören Aende- rungen des Gesichts und des Wachstums. Aber sogar das Wachsen der Haare wird durch die Jiihreszeit bestimmt, und man hat gefunden, daß im Frühjahr das Haar schneller wächst und am langsamsten im Winter. Einen leisen Anklang an den tierischen Winterschlaf kann man in der Beobachtung finden, daß der Mensch im Winter um etwa Z0 Prozent länger schläft als im Sommer. In manchen schlechternährten Gegenden Rußlands kennt man geradezu einen„Liojka" genannten winterschlafähnlichen Zustand, der mit kurzen Unterbrechungen 4— 5 Monate dauert. Daß in den Ueber- gangsjahreezeitcn, im Herbst und im Frühling, verschiedene Krank- Helten häufiger austreten, ist durch die Statistik erwiesen. Dahin gehören nicht nur die Erkältungs- und die rheumatischen Erkran- kungen, die Tuberkulosen und Neurosen, sondern auch Hautkrank- heiten und Stärlingen der Drüsen, wie die Basedowsche Krankheit. Die Bleichsucht ist am schlimmsten im Mai: ebenso weisen die Herz- klappenfehler und die Arteriosklerose eine Häufung im Frühjahr auf. Nun sind für die Zunahme vieler Krankheiten im Frühjahr und Herbst zweifellos äußere Gründe mitsprechend. Aber diese äußeren Gründe jcheme-i mit inneren Vorgängen zusammenzu- hängen. Das läßt sich z. B. nach neuesten Forschungen für die Er- kältung wahrscheinlich machen. Diese Krankheit war ärztlich bisher vollständig ungeklärt: nun hat man aber neuerdings beobachtet, daß sich unter dem Einfluß von Abkühlung phvsikalisch-chemische Aenderungen der Gewebs- knlloide nachweisen lasten. Durch den Einfluß der Kälte wird also ein derartiges Gewebe, wie z. B. die Schleimhaut der Nase, des Rachens und der Lunge, weniger widerstandsfähig gegen bakterielle Infektionen. Es ist oiso begreiflich, daß in den Zeiten der größten Barometer- und Temperaturschwankunoen, also im Herbst und Frühling, die Gewebe ungünstig beeinflußt werden, und der Mensch ist dnber nicht nur Erkältungen, sondern auch Infektionskrankheiten leichter ausgesetzt. Der Einfluß der Jahreszeit tritt nicht nur bei körperlichen, sondern auch bei gesteiqen Vorgängen zutage. Bei der großen Mehrzobl der Geisteskrankheiten fällt das häufigste Auf- treten in das Frühjahr. Die Selbstmordzisser ist vom November bis Februar am niedrigsten, erreicht im Mai und Juni ihren höchsten Stand und fällt dann ziemlich rasch wieder ab. Wenn die Ueberganaszeiten, Frühjahr und Herbst, beim Zlns- treten der Krankheiten eine so große Rolle spielen, so ist daraus zu erklären, daß in di.'sen kritischen Zeiten eine Umschallung in der ganzen Regulation des Körpers einiritl. Der Organismus muß sich auf die neuen klimatischen Verhältniste umstellen, und bevor er wieder vollkommen ins Gleichgewicht gerät, ist er in der Schwan- kunasperbde Krankheiten besonders ausgesetzt. Auf einem rein physio- logischen Gebiet ist dieie Einwirkung der jahreszeitlichen Schwankungen bei der Regulation der Atmung nachgewiesen worden. Die Kohlen- säure-Bindungskurven liegen um die Zeit des kürzesten Tages am höchsten, nm tiefstm um die des längsten Tages. Es stehen also beim Uebergang vom Herbst zum Winter dem Körper mehr alkalische Substanzen zur Verfügung, als beim Uebergang vom Frühling zum Sommer. Dabei erfolgt nun eine mehr oder weniger veränderte Regulierung der Atmung. Die Kohlensäurespannung des arteriellen Blutes, durch die das Atemzentrum jede Abweichung aufs fainste re- guliert, folgt den Veränderungen nur in beschränktem Maße, so daß also die Atmung in weniger vollkommener Weise geschieht. Be- vor sich der Körper nun in seinen feinsten Funktionen. und Reak- sionen den veränderten Bedingungen angepaßt hdt, also in der Uebergonoszeit, ist dem Eindringen von Krankheiiserregern bestere Gelegenheit gegeben, und daher sind Herbst und Frühling für unsere Gesundheit„kritische Jahreszeiten". Oer Kriegskrüppel. Zerschossine Glieder vorgestreckt und frei, Den Rücken krumm im Schutze feuchter Mauern, In irren Augen noch de» Schmerzensschrei, Seh' ich ihn frierend in der Nische dauern. Die Straße lärmt und drängt«n ihm vorbei Und läßt ihn lange«if den Groschen lauern. Einst zog er unter Fahnen und Hurra Ins groHe Schlachten, jung und hassnungstrunken, Sein Herz sang Eichenkranz und Glsria, Sein Auge sprühte der Begeisterung Funken. Nun spielt er still die Mundharmonika, Nun hockt er bettelnd da, w slch versunken. Walter Schenk. Kannibaleu dec Vronzezeik. Wenn auch bei der furchibaren Hungersnot in Rufjland von einzelnen Fällen der Menschenfresser« berichtet, wurde, so ist doch gliicklicherrveise der Kannibalismus in Europa längst erloschen. Man muß schon bis in die Vorgeschichte zurückgehen, um dort Cpurm dieses grausigen Brauches zu finden. Aus der älteren Steinzeit sind einige Funde bekannt, die auf Men- schenfrefferei schließen lassen. Aber auch aus der Bronzezeit ist jetzt eine derartig« Entdeckung gelungen. Der Wiener Prahistoriker Professor Josef Bayer hat in dem Gebiet des Tullncr Beckens bei Agenbrugg den überaus merkwürdigen Fall einer Menschenfresser- stction der Bronzezeit von etwa 1500 v. Chr. nachgewiesen. Rohere Mitteilungen über diese Tragödie der Urzeit teilt Dr. Friedrich König m einem Aufsog von..Ueber Land und Meer" mit. Die Fundstelle liegt auf einer Schotterterrasie der Rißeiszeit und zeigt die Spuren einer ganzen Reihe von Einzeisiedlungen der jüngeren Steinzeit, der Bronzezeit und späterer Perioden. In der bronzezeitlichen Schicht fand man nun ein« Menge Menschenknochen, die zum Teil angebrannt, zum Teil in ganz eigentümlicher Weise Eschlagen waren. Die Knochen lagen unregelmäßig verteilt in einer hen, flüchtig gemachten Wohngrube. Man fand zusanimen mit Knochen einige ziemlich große Bruchstücke von Tongefäßen, die für die Bronzezeit bezeichnend sind. Das Mark war aus den Röhrentnochen roh Herausgeschlogen worden, denn diese Knochen zeigen keine Brandspuren Die Schädel aber scheinen gebraten worden zu sein, und zwar als Ganzes. Man fand eine Reihe ange- brannter Schädelfragmcnte, denen vorher die Kopfhaut abgezogen war. An einer solchen Schädeldecke läßt sich feststellen, daß die Ein- schnitte nicht mit einem Bronzeinstrument, sondern mit einem Stein- beil gemocht sind, und ein solches Steininstrument wurde auch später gesunden. Es lebten also in der damaligen Zeit neben einem Bolk, das schon auf einer höheren Stufe, der BronzcMttir, stand, noch Reste von wilderen Menschen aus der Steinzeit, die noch dem Kannibalismus huldigten, die Hin? und Mark des Feindes ver- zehrten, weil sie sich damit die Kraft und Tapferkeit des Erschlage- nen gewinnen wollten, eine Anschauung, die ja auch heut« noch bei menschensresienden Naturvölkern herrscht. In dem Lande südl'ch der Donau, das schon ln der älteren Steinzeit reich bewohnt war, hatte sich um 1SOO v. Chr. eine Le- völkming angesiedelt, die bereits eine bäuerliche Kultur befaß, schöne Gefäße und Schalen herstellte, deren Frauen sich mit Armspangen schmückten und ihre gewebten Kleider mit zierlichen Nadein hefteten. Die Männer besaßen prnchwolle Dolche und Aexte. Außer diesen Vertretern der Bronzekultur hausten aber in abgelegenen Geb*!«» Reste omi Menschen, die einer älteren, wilderen Kulturstufe ange- hörten. In dem unwirtlichen Alpen' biet oder in den undurchdr lichen Donauauen schweiften diese Steinzeitmenschen umher. Nun wanderte eine Bauernfamilie, drei Erwachsene und ein Kind, über Land. Di« Stcinzmtmenschen. die sich eine seicht« Wohngrube ge- graben hatten, erspähten die friedlich vorüberzehenden Bauern, töteten sie durch es» paar geschickte Steinwürfe und beoannen dann die furchtbare Zeremonie. Nach vollbrachter Untat bekamen es d« Kannibalen mit der Angst vor den Blutröchcrn, flohen und ließen die anklagenden Gebeine und den zerschellten Topf zurück, die nun als willkommene Beute dem PräHistoriker noch so vielen Jahr- taufenden alle Einzelheiten des OTMchenfrafces enthüllten. Naturwissenschaft Anw.senheit von Sauerstoff übermangansaur c? Kall usw., gleichfalls bei Zimmertemperotur. Man nimmi an, daß der aktive Wasserstoff sich von dem gewöhnlichen Wasserstoff auf dieselbe Weise unter- scheidet wie der Ozon vom Snuerstoff, d. h. während man annimmt, daß im'gewöhnlichen Sauerstoff immer zwei Atome zu einer Molekel verbunden sind, würde ein Molekel des aktiven Wasserstoffs drei Atome haben. Die Wirkung enlstände daraus, daß das dritte Atom leicht an andere Elemente, zu denen chemische Affinität obwaltet, abgegeben wird. Bekanntlich stellt man sich die Wirkung des Ozons auf dieselbe Weise vor. kulturgefthichte Der Globus. Wer mag den ersten Globus gemacht haben? Es ist wohl anzunehmen, daß der Gedanke, sich ein kugelförmiges Ab» bild der Erde zu bauen, sehr bald aufgetaucht ist, al? man erst die Idee van der Kugelgestalt der Erde gesaßt hatte. Noch älter sind vielleicht die Himmelsgloben, auf denen die Lage der Gestirne ein- getragen war. Neuerdings ist ein Werk von dem Amerikaner Edward Luther Stephenson über die Entwicklung des Globus er- schienen. Die arabischen Astronomen kannten die Himmelsgloben sicher. Man findet sie erwähnt bei Al-Sufi und Al-Fazari im achten Jahrhundert, bei Al-Nairizi im zehnten, bei Al-Biruni im elften Jahrhundert usw. Aber vielleicht sind sie noch älter. Der Grieche Theon von Smyrna behandelt die Astronomie der Baby- lonier und erwähnt, daß die Choldöer Himmelserscheinungen, Mond- sinsternisse und dergleichen mit Hilse von Rechnungen voraussagen tonnten, die Aegvpter hätten das aber auf graphischem Wege getan. Eine solche graphische Methode läßt sich ohne Globus kaum vor- stellen. Im Jahre 1420 erschien ein Werk von einem Engländer Batecombe: Oe eplieer� solids et de sphaera concava, fabrica et usu,„lieber die feste Kugel und die Hohlkugel(Erdglobus und Himmelsglobus), ihre Herstellung und ihren Gebrauch". In seiner zu Venedig im Jahre 158? erschienenen„Coemographio" schreibt Barorcius an einer Stelle: Wir benutzten einen Erdglobus, den der Mathematiker Gaspar Bopelius im Jahre 1553 noch Christo gebaut hat. Diese Globen waren also damals noch rare Dinge, die sich nur in den Laboratorien der Gelehrten fanden. m. lieber den lveltenbaum und die beiden kosmischen Vögel in der vorgeschichtlichen Kunst bringt Georg Wille im„Manus", Zeit» schrift für Vorgeschichte, Heft 1 und 2. eine eingehende Betrachtting. Solch Baum begegnet uns oft in der Mythologie und ihrer Kunst— wir erinnern nur an die Weltesche Uggdrosil mit den Bornen, an deren Stelle später Schwäne treten, in der altnordischen Dichtung. Dr. Wille betont, daß diese Vorstellung dem indogermanischen Sagen- kreise eigen ist, und führt zahlreiche Beispiele oirs Asien, Afrika und Europa an, bringt auch Abbildunoen von archäologischen Funden, die dazu stimmen, darunter die Babylonischen Zylinder mit dem Relies, da» man früher auf den Sündensoll deutete. Nach seiner Ansicht lagen die Motive anfangs auf der Erde, später am Himmel und waren erst mehr monistischer, später mehr aslral-mythischer Natur. Die Vögel waren früher Sonne und Mond, der Baum der Himmel. Mit ihm in Verbindung steht die Flut, die wir ebenfalls oft angedeutet finden, so auf einem Sarkophag in Kreta, wo Welten- bäum, Himmelsorgane, Sonne und Mond hervortreten. Später treten an Stelle der Vögel Sterne, auch schrumpft oft der Ozean zu einem Jungbrunnen oder Lebensborn zusammen. Anklänge finden wir vielfach auf Mappen, indem heroldisch gepaarte Tiere, die ur» sprünglich Sonne und Mond waren, sich an dem als Baum dar- gestellten Himmel begegnen. M. Sch. □>�