� Februar 1S2Z Unterhaltungsbeilage Zes vorwärts Der Mönch auf öem Venusberg. Legende von Fritz ZNartin Rinlelen. Nachtsturm schlug seine schweren Schwingen schwarz in den weißen Mond. Sie brachen von den breiten Schultern ab. Gebrüll stürzte auf den Eichwold, bog die Bäume. Im Fallen splitternder Aeste stand das Steinbild der Maria am Kreuzweg, schlank und scheu verhüllt im Kommen und Gehen des Mondscheins durch dt« wechseln- den Wolken. Hob eine schmale Hand aus dem Kleid, als sollte sie mtkd über die hungrigen Wangen des bleichen Mönchs streichen, dessen dürre Knie ein spitzer Stein schnitt. Im Dickicht schrie eine Eule, flog aus über taumelnde Schatten, kreiste glühäugig um die Heilige und de« Beter. Der erhob stch steif. trat hager in den breiten Weg. Ueber dem Ausgang des brausenden Waldes auf der blauen Höhe des Venusberges funkelte groß und gelb ein Stern. Eine Straße von Strahlen fiel in das Land. Langbeinig ungelenk schritt ihr der Mönch entgegen. Aus dem Kragen der braunen Kutte streckte sich ein dünner Hals, in den Augrntlefen brannte Verzückung, die blutleeren Lippen stammelten Inbrunst des Gebets ohne Ende, durch die spitzen kalten Finger kreiste der tote Rosenkranz. Die Maria am Kreuzweg hielt noch zaghaft die Hand aus dem Mantel gehoben, da stürmte der Mönch schon mit weiten Schrittyi aus dem Eichwald. Bor ihm lag Feld aus schwarzen und weißen Stücken in die Nacht gewürfelt. Er lief querüber, war dunkel, war hell, war dunkel, war hell: kam an den blauen Berg über den singen- den Wohnungen der nackten Frauen, bekreuzt« sich, schrie ein Gebet in den Wind, sttcg auf. Bruder Facundus war im Kloster St. Anton der frömmste Mönch. Er hatte keine Stimme der Wett in seiner Zell« gehört, keinen Fluch dröhnend aus schwarzein Bister und kein Klirren der Schwerter, kein Lied und Lachen der Mädchen auf den Wiesen im Sonnenschein, kein Knarren der Kramkarren auf den staubigen Straßen. Dann eines Morgens hatte ein junger Hirt unter dem trüben Gitterfenster des Mönchs ein neues Lied gesungen. Das brach durch die grauen Mauern herein wie Licht des jüngsten Tags in die Grüfte. Es wölbte stch der blaue Berg hinter dem Berg über Rosenhallen tanzender.Wollust weißer Leiber. Es kniete ein Helm- loser Mann im lüsternen Kreis am Seidenbett lächelnder Nacktheit und vergaß Kmnpf und Ritt und das Heil semer Seele. So sang der Hirt. Bruder Facundus stand zitternd und lauschte noch, da zerriß ein Pfiff das Lied und der Schafhüter trieb seine Herd« fort. Der Schein roter Flammen erlosch in gläsernen Schalen, der Reigen verstummte, die Wände der Klosterzelle sanken schwarz vor das sündige Bild. Der entsetzte Mönch fiel lang hin, schlug die Stirn auf den Steinboden, krallte die Finger ein, daß ihm Blut auf den Hand- flächen floß, wälzte sich um. breitet« die Arme und log ohne Be- sinnung. Die frommen Brüder von St. Anton fanden ihn bleich, mit Wundemnalen in den Händen, wie auf das Kreuz geschlagen: umstanden ihn scheu, flüsterten:„Wunderl Heilig! Heilig!" Aber am Abend verließ Facundus das Kloster und der Abt verbot den Mönchen, von dem Bruder zu sprechen. Er hatte ihn hinausgewiesen, stch im Begegnen mit der Sünde zu reinigen, standhaft, wieder ein Diener des heiligen Antonius. Bon der Höh« funkelte groß, gelb der Stern. In der Straße von Strahlen stieg der Mönch bergan. Der milde Nachtwind blähte seine Kütl«, riß ihm die Haube vom Kops. Während Facundus so schritt, laut"betend, starrten seine Augen umher, wo der Eingang zu den Wohnungen der tanzenden Frauen wäre. Im Dunkel um den Lichtstreif, in dem er ging, hockten Baumstümpfe und Büsche wie böse Krüppel und tückisches Gezwerg. Der obere Berg war steil. Unter den Füßen des Mönchs rollten Steine fort, klapperten hinab. Bruder Facundus stand im Sturmstoß:.Teufelin, Teufelini Weib, du verfluchtesi" Kein Lachen antwortete, kein Tor brach im Fels vor offenem Gang breit hin an das seidene Bett der Nackten. „Teufelm! TeufelinI Weib, du verfluchtes!"—„Teufelin, Teufelm I Weib, du verfluchtes!"— Der Mönch kam auf dem Gipfel an. Hoch funkelte groß, gelb der Stern.„TeufelinI Teufelini Weib, d» verfluchtes, schönes, verfluchtes, schönes, verfluchtes!" Der Berg blieb geschloffen.-- Der Glöckner im Kloster St. Anton läutete Mitternacht. Die zwölf gleichen Brüder Glockenschläge, einer dem anderen nach, liefen durch den Eichwald, sangen am Steinbild der Maria an» Kreuzweg, kamen über Feld, bergan, fanden Facundus auf der Höhe im Schlaf der Ermattung, schwangen sich, einer dem anderen nach, auf den Sturm und verklangen weithin. Als der Glöckner im Kloster St. Anton den Tag einläutete und der gelbe Stern verlöscht war. erwacht« der Mönch auf dem Benus» bcrg, stand steif, sah aus weitem Grund die Sonne steigen, sah unter sich Heide und Eichwald und jenseits das graue Kloster noch in Dämmerung, wandte sich um und sah unter sich schon hell die roten Dächer von Dörfern, den blauen Fluß und die große Stadt. Die Sonne löste sich glühend vom Erdrand, die große Stadt wurde wach. Aus der Fern« klang das Geräusch der tausend Schritte, tausend Stimmen, tausend Räder bis herauf zum Mönch. Der junge Tag reckte sich am Ende der Erde, griff die Sonnen- scheide: ihre Glut wurde klares Gold. Jauchzender Uebermut hob die Strahlend« auf beiden Händen hoch über gelbe Locken. Auf die große Stadt war aller Glanz ergosien. Die vieltoufend Häufer standen wir Blüten im Beet, die Spitzen der Kirchtürme blendeten. Im blaue» Fluh schwammen Schiffe, klein, weiß, mit bunten Fähn- lein. Facundus kniet« stumm auf der Höhe des Bergs, dachte: Welt, o Welt! O du schöne Welt! Ihr lieben Brüder olle! Ihr lieben Schwestern im Licht! Bon der Stadtmauer fielen kurze dumpfe Knalle, schwebten siibergraue Rauchtugeln: schwankten die Schiffe im Fluß, fuhren zueinander, ordneten sich in Reihen, glitten langsam der Stadt zu. Schmettern der Fanfaren rief herauf. Bon den Dörfern zogen Menschen mit wehenden Fahnen noch der Stadt. Bruder zum Bruder, Schwester zur Schwester. Hatte einer für den anderen müh- selig geschafft, ging nun einer zum anderen, das Fest zu feiern. Der Mönch sah mit großen Augen. Sein, bleichen Wangen wurden rot. In den dünnen Flngern klopste das Blut. WerwilldasandereLebenbegreifen, derdieses Leben nicht ergriff? Der lachende Tag stand inmitten der Stadt und hielt dir Sonne hoch an die Wölbung des Himmels. Da stieg Facundus langsam bergab. Sah um, der helle Gipfel war schon vor dem Tal mit Eichwold und Kloster. Der tote Rosenkranz fiel in bunte Blumen. Am Ende des Wstiegs lehnte der Mönch an einen Baum. Sein Herz hämmerte laut. Sein Atem stieß keuchend aus der Brust. Nah unter ihm sprang eine Quelle, fing ein Becken In grünem Gestein das blaue Wasser, saß ein Mädchen neben seinen Kleidern, hielt dos izcmd über die Brust, lauschte, stand aus. Weiß hoben sich schmale Schultern, kleine, feste Brüste, schlanke Hüften, breite Schenket aus dem Leinen, stiegen schnelle Füße aus dem fallenden Hemd in das Bad. Auf dem bewegten Walser breiteten stch die offenen blonden Haare wie Strahlen aus. Im Rosenbusch sang ein Bogel, der Mönch riß seine Kutte vom Leib, breitete die Arme weit, lies nackt:„Lebenl O Leben! O du schönes Leben!" Der Bogel flog singend aus dem Busch zu Berg.— Wenn der Glöckner im Kloster St. Anton läutete, liefen die gleichen Brüder Glockenschläg« in den Eichwald, fragten das Stein» biid der Maria am Kreuzweg, kamen zur Höh? des blauen Berges. Keiner fand Facundus.___ Technik und Lanöstbast. Bon Willy M ö b u s. Im Kampfe mit den Kräften der Natur hat der Menich die Erde umgestaltet. Aus der Naturlandschaft wurde die Kuitur- landichaft." Das Auslehen der Erde änderte sich durch den Menschen uitt> in gleichem Maße änderte sich auch der Mensch. Er hat eine weite Strecke auf dem Wege vam Urmenschen zum Kulturmenschen zurückgelegt, ohne das Ziel bisher erreicht zu haben, das wie sine Greta Morgan« In weiter Fern« lockt und sei schwindet, um wieder aufzuleuchten, zu beg«fftern, Willen und Tatkraft zu entzünden. Die Umgestaltung der Erde und des Menschen ist jene ungeheure und einzig« Revolution, deren Zeug« noch alle Geschlechter waren und sein werden. An ihr ist die Technik in hervorragendem Maße beteiligt, und wenn hochstrebend« Geister die Technik ablehnen, weil sie ihnen zu materiell, zu mechanisch erscheint, während sie ein« von aller Erdenschwere befreite Gcistigkcit erstreben, so mag darin eine Ahnung vom höchsten Menschentum, ja vom Göttlichen liegen. Und doch liegt in dieser Kritik der Technik ein Armutszeugnis für die Kritiker, denn dieses Streben berücksichtigt nicht den Umstand, daß alles Geistige wieder in irgendeiner Weise mittelbar oder unmittel- bar von irgendwelchen materiellen Dingen beeinflußt wird. Diese Wechselwirkung muß begriffen werden, wenn technisches Schaffen Verständnis finden soll. Durch technische Arbeit ist die Landschaft umgewandelt worden. Wer sieht nicht unwillkürlich bei den Worten„Technik und Land- schaft jene gewaltigen Pyramiden am Rande des ägyptischen Kul- turlandes vor seinem geistigen Aug« austauchen, jene großen Stein- ufen, die in mühsamer Arbeit von Tausenden von Menschen in illionen von Arbeitsstunden erbaut wurden und die über Jahr- taufende hinweg ein Gruß aus der Vergangenheit an die Gegen- wart find. Hochwertige technische Leistungen waren es, die die weite Ebene des Euphrat und Tigris in ein fruchtbares Kulturland umgestalteten In geradezu übermenschlicher Arbeit wurde das lebenspendende Wasser In zahlreichen Kanälen mit den primi- tivsten Hilfsmitteln, aber auch durch gut angelegte Staudämme über das Land geleitet. Schleusen waren neck unbekannt und an mo- torischer Kraft hatte man nur die der Menschen und Tiere zur Verfügung. Solange die in das weich« Erdreich gewühlten Ka- nöl« erhalten blieben, blühte das Land in schier unerschöpflicher Fruchtbarkeit. Als die technische Arbeit eingestellt wurde, verfielen die Kanäle, und wo einst die hängenden Gärten der Semiramis blühten, dehnt sich heute trostlose Verlassenheit. Durch die Mittel neuzeitlicher Technik gelänge es, in oerhällnismäßig kurzer Zeit «ine Wiedergeburt der einstigen Kulturlandschaft herbeizuführen. Die geographischen Verhältnisse haben die Lebensgewohnheiten des Menschen bestimmt uird in engstem Zusammenhang damit steht die Bearbeitung und Ausnutzung des Bodens. So ist die einstige Urwald-, Sumpf- und Moonantschast der deutschen Tiesebene zu» näck'st i" eine weite Ackeel�ndschaft nnraestaltet worden, so sind jene großen Jndnstrielandichaften am Rhein, in Westfalen und Ober- schlesien entstanden, die heute als das Herz des industriellen Deutsch- land erscheinen, jene Landschaft mit Städten, die überlagert sind vom Qualm zahlloser Schlote und von der der Dichter singt: „Schwarze Stadt am schwarzen Gewässer, steil aufgebaut— grünbeliderte Fenster funkeleln: aus dem gespenstigen Schieserdachdlmkein, schnellen Schornstein«, von Dampf und Dunst umbraust. Hellwild rattert und knattert die Pendelbahn lieber Brücken und hagere Alleen. Fabrik dort unten, mo Spindeln sich kreisend drehen, ist grau wie ein müder vermorschter Kahn." Das Graue, Trübe, Enge war und ist auch heute noch fiir viel« Menschen das Merkmal der Industrie in der Landschaft. Diele hassen die Technik ob dieser Farblosigkeit, weil sie glauben, daß sie unab- Lnderlich mit ihr verbunden sei, und weil ihnen die Augen für den eigenen Reiz technischer Bauwerke noch nicht ausgegangen sind. vnd doch ist diese Anschauung konservativer Glaube. Gerade die Technik ist es, die. nachdem sich ihre Jünger freigemacht haben von iiberlieserten Anschaungen und Formen, unzufrieden ist mit vielem, was früher geschaffen wurde. Neue Industriebauten entstehen, die hell und luftig sind, deren äußer« Gestaltung nichts mehr gemein hat mit jenen niedrigen, engen Bauten, die in früheren Jahrzehnten als selbstverständlich galten. Man brnnüht sich, die technischen Barr- werke so zu sonnen, daß sie in der Landschaft nicht mehr stören, sondern harmonisch empsunden werden. Mit der Zweckmäßigkeit wird eine Schönheit verbunden, die in vergangenen Zeiten nur wenige Geister ahnten. Noch freilich stehen viele Bauten der Tech- nik als abschreckende» BeispitJ in der Landschaft: in einigen Jahr- zehnten folgerichtigen Schaffens aber werden sie verschwunden sein. So, wie die Technik gezwungen ist, den Ansorderunqen der Land- schaft Rechnung zu tragen, so muß sie auch den Bedürfnisien der Menschen entsprechen, die tagaus, tagein im Dienste der Industrie arbeiten. In lichtvollen Räumen schaffen keine gedrückten Sklaven mehr, sondern Menschen, die, ihres Wertes bewußt, sich nicht als Knechte, sondern als Freie suhlen und ihre eigene Verantwortlich- keit haben. Landschaft, Mensch und Technik werden so zu unlös- barer, harmonievoller Einheit verbunden. Zur Gesthichte öes Gasthauses. Von August Aldringer. In einer Schilderung der Hölle, die Aristophanes in seinen „Fröschen" gibt, läßt er einmal Varchus an Herkules die Frage richten, welches in der Hölle das beste Gasthaus sc!, und nlto es auch gleichzeitig die wenigsten Wanzen gebe. Vor mehr als zwei Jahr- taufenden also gehörte der Gasthof schon zu den Begriffen, ohne die man sich das Kulturleben nicht denken konnte, und sowohl im alten A t h e n wie in S p a r t a gab es Gasthäuser, in denen man sich traf, aß und trank und, wenn die Sitzung gar zu lange gedauert hatte, sogar übernachten konnte. Zur Ausnahme von Reisenden waren diese Gasthäuser allerdings noch nicht eingerichtet. Erst später entstanden in den größeren griechischen Städten Gasthöfe, die auch dem Durch- reisenden Unterkunft boten. Es war übrigens vorher auch gar kein Bedürfnis nach solchen Gasthöfen vorhanden gewesen. Wer in ein« fremde Stadt reiste, hatte gewöhnlich irgendwelche Beziehungen zu dieser Stadt, besaß Verwandte, Bekannte oder Geschäftsfreund«, und es verstand sich von selbst, daß er bei diesen Wohnung nahm. Anders bei den Römern. Hier gab es schon Reisewege und Straßen, und. so hatte sich sehr früh die Notwendigkeit zur Errichtung von Raststellen an den vielbenutzten Straßen ergeben, Orten, an denen die reisenden Beamten und Soldaten, daneben aber auch alle anderen Reisenden gute Unterkunft für sich und ihre Pferde fanden. Diese altrömischen Unterkunfishäuser, die in der Regel von Sklaven geführt wurden, trugen richtige Wirtshausnamen: es gab da einen großen und kleinen„Adler", einen„Hahn" und einen„Schwan", ganz wie noch heute in unseren Städten und Dörfern. Gelegenheit, außer dem Hause zu essen, bot sich in Rom allerorten. Wer nicht viel bezahlen tonnte, ging in die einfache Gastküche, wo man für wenig Geld ein gutes und reichliche» Mahl bekam. Daneben gab es auch bessere Gaststätten, die, mit Bädern ausgestattet, den Römern das heimische Behagen zu ersetzen suchten und auch viel Zuspruch fanden, zumal es da immer lustig herging. In Deutschland kannte man um jene frühe Zeit weder Wirtshäuser noch Herbergen. Der Reiftnde war einzig und allein auf Gastfreundschaft angewiesen. Die fand er aber auch, wohin er kam; denn durchreisende Fremd« bei sich aufzunehmen war eine Pflicht, die jedem Bürger durch das Gesetz des Volksrechts auferlegt war Wo ein Kloster in der Nähe war, da kam die Gastfreundschaft des Bürgers freilich nicht in Betracht, weil der Reisende in jedem Kloster ohne weiteres gute Unterkunft fand. Erst im Mittelalter entstanden allmählich auch bei uns Gasthäuser, die aber zunächst in jeder Hinsicht viel zu wünschen übrig ließen. Es waren dunkle und dumpfige Räumlichkeiten, in denen sich oft auch allerhand recht zweifelhaftes Volk herumtrieb, Abenteurer und galante Damen, so daß der ehrbare Bürger sie lieber mied, während der Fremde, der gezwungen war, in einer solchen Herberg« Unterkunft zu suchen, froh war, wenn er mit heiler Haut davonkam. Geistlichen war der Besuch von Gasthäu'ern jahrhundertelang überhaupt verboten. Solche Wirtshäuser gab es nun im g. und IL. Jahrhundert schon eine ganze Menge, aber der immer mehr fortschreitenden Kultur genügten diese mehr al» einfachen Herbergen bald nicht mehr. In numchen Städten errichtete daher der Rat der Stadt eigene Trink- stubeN oder Keller für die Bürger, und diese gemütlichen Ratstrink- stuben und Ratskeller haben sich ja bis auf den heutigen Tag erhalten. Da sie verhältnismäßig gut gehalten und viel besser ausgestattet waren als die Herbergen, so fanden sie viel Zuspruch und reizten vor allem zur Nachahmung. So entstanden nach und nach auch Gast- Häuser, die ihren Gästen einen gemütlicheren Aufenthalt boten als die alten Herbergen. Eine dieser guten mittelalterlichen Wirtschaften hat sich bis in die Neuzeit erhalten: es ist der„Riese" in dem alter- tümlichen Mainstädtchen Miltenberg. Die Gründung dieses alten Gasthofes soll in da» Jahr I1<50 zurückreichen, also in die früheste Zeit des deuffchen Gasthausleben». Diese alten deutschen Gasthäuser waren natürlich keine Hotels in unserem heutigen Sinn. Vor allem waren sie keineswegs aus- schließlich für die Unterkunft und Bequemlichkeit der Reisenden be» stimmt. Sie waren in erster Linie als gemütliche Eß- und Trink- gelegenheit für die einheimischen Bürger gedacht. Erst gegen das Ende des 17. Jahrhunderts begann man die- Gasthäuser mehr und mehr dem Fremdenverkehr anzupasien, und um diese Zeit entstanden auch die ersten deuffchen„Hotels, eine Bezeichnung, die aber danials im internationalen Verkehr noch nicht so gebräuchlich war�wie heut«: man nannte dos Fremdengasthaus lieber gut deutsch„Hof" unb fügte dann irgendeinen Städlenamen bei, wie„Augsburger Hof",„Nürn- berger Hof" usw. Ilm die Wende des 18. Jahrhunderts taucht endlich auch das „Restaurant" aus, die Gaststätte vornehmen Stils und für verwöhnt« Esser bestimmt. Ebenso wie hundert Jahre vorher das Hotelwesen in Frankreich seinen Ursprung genommen hatte, war auch jetzt Paris der Ort, wo dos erste Restaurant— es war im Jahre 1738— eröffnet wurde. Ueber seiner Tür prangte der von dem Besitzer sehr sinnvoll abgeänderte biblische Spruch:„Kommt zu mir, alle, die ihr Hunger habt, und ich werde euch speisen." Der Mann hatte denn auch großen Zulauf, und die Folge war, daß sich nun jeder kleine Gastwirt„Restaurateur" nannte, nicht nur in Paris, sondern auch in Deuffchland. Kurze Zeit noch der französischen Revolution kam auch der Brauch auf, nach der Karte zu speisen: vorher war es üblich gewesen, für jeden Gast diejenigen Gerichte eigens zu kochen, die er sich bestellt hatte. Einen außerordentlichen Einfluß auf die Erweiterung ünd den Aufbau der Gastwirffchasten hatte natürlich die Einführung der Eisenbahnen und der damit einsetzende lehr bald gewaltig wachsende Reiseverkehr. Heute gibt es in den Kulturländern wirklich kaum mehr ein Fleckchen, wo sich nicht eine Wirtschaft, von der biederen Dorsschenkc bis zum„Restaurant ersten Ranges" aufgctan hat. Oft hat man darüber gespottet, daß gerade Deutschland im Derbältnis zu semer Einwohnerzahl die meisten Gasthäuser besäße. Aber in dieser Hinsicht ist uns in Wahrheit Belgien weit über. Dort kommt nämlich auf jeden 24. Einwohner eine Trinkgelegenheit. Nimmt man nur an, daß sich unter diesen 24 Einwohnern etwa 15 Erwachsene befinden und unter diesen nur 7 Männer, so kommt auf jeden siebenten Belgier eine Kneip«. Im höheren fllter. Hygienische Plauderei von Dr. Aranz Blume. Ist schon der Körper in jüngeren Jahren nicht gefeit gegen gesundheitliche Schädigiwgen aller Art, so wachsen die Gefahren, die ihn bedrohen, naturgemäß noch mehr im höheren Alter. Denn mag auch ein bejahrter Mensch noch über keinerlei eigentliche Krank. heitserscheinungen zu klagen haben, so ist doch seine Widerstands» kraft mehr odw- weniger herabgesetzt, da sich in seinem Organismus eine Reih« von Nerönderungen vollzogen hat, durch die sein An» passungsvermögen und sein« Leistungsfähigkeit geschwäch! werden. Um so mehr ergibt sich für da» höhere Alter die Notwendigkeit, alle gesundheitlichen Störungen zu vermeiden und zugleich die ganze Lebensführung so zu gestatten, daß die verblieben« Rüstigkeit ge- fördert und frisch erhalten wird. Die Quelle aller Körperkräft« ist die Nahrung. Was für die Dampfmaschine die' Kohlen, sind für den Körper die Nahrungsmittel, die er oerarbeitst und umsetzt und denen er sein« Spannkräfte ent- nimmt. Aber wie es bei der Dampfmaschine nicht bloß daraus an- kommt, Kohlen auf die Feuerung zu schütten, sondern vielmehr noch, daß die Kohlen den bestmöglichen Heizesfekt entfalten, so ist es auch für die Nahrungsmittel ersorderlich, daß sie aufs beste ausgenutzt werden. Nun ist es aber mit dem B«rdauungsapparat, in dem die Ausnutzung der aufgenommenen Speisen erfolgt, bei älteren Leuten eine eigen« Sache. Ganz takifest ist er fast nie mehr und daher bedarf er bei seiner Arbeit der Erleichterung. Je umfangreichere Speisemsngen wir auf einmal dem Magen und weiterhin deni Darm zuführen, desto größere Anforderungen werden auch«n dies« Organe gestellt. Di« Lerdauungssäfte vermögen in einen großen Speise- ballen nur langsam einzudringen, so daß die Umsetzung der Nähr» ftoffe und ihre spätere Aufsaugung nur mangelhaft vor sich geht. Anders aber liegt das Aerhältnis, wenn wir bei einer jedchi ein- zelnen Mahlzeit nur eine kleine Speisemenge verzehren. Dann brauchen die Verdauungssäfte nur auf einem engbegrenzten Feld« sich zu betätigen, sie können, sozusagen, ihre Einwirkung auf einen Punkt hinlenken, und infolgedesien werden die Nährstoffe vortrefflich ausgenutzt werden. Hieraus ergibt sich für ältere Leute zunächst die Regel, die Speisen immer nur in kleinen Mengen zu sich zu nehmen. Wie bekannt, hat aber der Körper zu seinem Unter. halt est,« bestimmte Gesamtmenge an Nährstoffen nötig. Da nun die einzelnen Mahlzeiten nur klein sein sollen, so müssen sie, um den Bedarf des Körper» zu decken, der Zahl nach vermehrt werden. Kleine, aber dofür viele Mahlzeiten haben demnach den täglichen Speisezettel älterer Leute auszufüllen. Aber diese Mahl- zetten sollen nicht, wie man leicht versucht ist, regellos eingenommen werden. Unser Magen ist eine Art Uhr, die ziemlich püntllich geht und das Vorstellen oder Nachstellen auf die Dauer nicht verträgt. Denn auch der Magen will seine Erl>olungspausen haben, damit er sich zu der Arbeit, die ihm obliegt, kräftigen und vorbereiten kann. Aus diesem Grunde müssen die einzelnen Mahlzeiten regelmäßig, also st eis zu denselben Zeiten, verzehrt werden, und zwar empfiehlt es sich, die letzte Mahlzeit mindestens zwei Stunden vor dem Echlasengehen einzunehmen, weil sonst leicht der Schlaf gestört wird Eine ander« wesentliche Vorbedingung für eine gute Verdauung ist die ausreichend» Zerkleinerung der Speisen. Denn se seiner zerteilt diese in den Verdauungsapparat gelangen, um fa besser werden sie den Verdauungssäften zugänglich fem. Die Di« Speisen müssen also tüchlig durchgekaut werden. Die Sci)ad° hafligkeit der Zähne ist kein Hindernis für ein gehöriges Durch- kauen. Auch mit nur einigen wenigen Zähnen kann man die Speisen genügend zerkleinern, wenn man sich Zeft läßt beim Essen. Je mehr die Zähne gelitten hoben, desto mehr Zeit muß man des- halb auf das Essen verwenden, und nicht, wie e» vielfach geschieht, die Speisen in großen Bissen verschlucken, weil man d«r irrtümlichen Ansicht ist, sie doch nicht hinreichend zerkleinern zu können. Gute Dienste vermag übrigens in dieser Hinsicht die Zubereitung in der Kch« zu leisten I« mehr hier schon die einzelnen Nahrungsmittel, sei es durch Hacken, Schaben, Zerschneiden oder Durchschlagen, zerkleinert werden um so mehr Arbeit wird den Zähnen abqenom- men. Alle derartig zubereiteten Speisen eignen sich deshalb be- sonders für ältere Leltte. Gleich zweckmäßig sind Suppen, da in thnen durchgängig die Einlagen sein zerkleinert sind. Hervorzu- heben ist endlich noch ein Punkt, die Vorliebe für Gewürze, die viel- mals im höheren Alter herrscht. Die Gewürze regen den Appetit und ferner die Aussonderung der Derdouungssäfie an. Insoweit sind sie also nützlich. Aber wie bei anderen Dingen so wird auch bei den Gewürzen das liebermaß vom Hebel. Scharfe G-'wurze fn großen Mengen genossen, reizen die Schleimhaut des Magens und rufen Entzündungsvorgänge hervor. Di« Vtagenbkschwerden zahlreicher älterer Peronen rühren oft genug nur von der allzu großen Vorliebe für Gewürz« her. Ein zwei'es Hauptersordernw für das Wohlbefinden des Kör. pers auch im Aller ist Bewegung. All« Organe, die nicht arbeiten, büßen on Leistungsfähigkeit ein. Nur ist darauf zu achten. daß die körperliche Bewegung nicht in eine Uebcranstrennung aus- ariet. In den höheren Jahren verkalken die Wände der Blutgefäße teilweis«, wodurch die Elostiziiät zurückgeht. Durch eine jede größere Anstrengung wird aber der Druck in den Blutgefäßen ge- steigert. Diesem Druck geben die Blutgefäße durch eine Erweiterung nach. Besitzen sie ober die hierfür nötige Elastizität nicht mehr, so kann es zu einer � Zerreißung der Blutgefähwände kommen. Tritt diese an den Blutgesäßen de» Gehirns oder des Herzens«in. I» ist ein Schlagansall die Folg«. Was dieser zu bedeuten hat, ist be» kcmnt. Die«chwere dieses Vorkommnisies warnt eindringlich vor einer übermäßigen Kraftonfpannung im höheren Atter. AI» dritter wich igcr Faktor sei noch die Hautpflege er» wähnt. Sie ist im höheren Alter eigentlich notwendiger als in jungen und mittleren Jahren. Ist doch bei älteren Leuten die Hcnit welk geworden, und demgemäß ihre Tätigkeit in vielfacher Hinsicht beeinträchtigt. Die Haut aber ist nicht nur die Oberflächenbedeckung für den Körper, sie ist auch ein Atmunqsvrgan, ein Entgiftungs- organ; bei sorgfältiger Pflege gewährt sie den natürlichen Schutz gegen Erkältungen und die Ansiedelung von Krankheitserregern auf ibr wird verhindert. Der Grund dafür, daß ältere Personen di« Hautpflege, die ihren besten Ausdruck in Bibern findet, außer ach» lasten, liegt in der Wärmebedürftigkeit des Atter». Bäder von der Temperatur, wie man sie in den mittleren Jahren zu gebrauchen pflegte, rufen bei älteren Leuten bereits ein unangenehmes Frost» gefühl hervor. Aber das unangenehme Frösteln ist leicht dadurch zu beseitigen, daß man nur Bäder von einer höheren Temperatur nimmt, so daß r. an sich in Ihnen behaglich fühlt. Sorgt man dann noch für«ine angemessene Temperattir des Badezimmers und schließt an das Bad eine kräftige Abreibung mit einem derben Tuch, so wird man sich über kein« unwillkommene Nebenwirkung zu be- klagen haben, hat dagegen aber seinem Körper ein« wahre Wohltat erwiesen. Krankheiten verhüten ist besser, als Krankheiten heilen. Dieser Satz gilt in besonderem Maße für das höhere Alter. Den Organis« mus im Gleichgewicht zu erhalten, das ist die Kunst, um die e» sich im Alter handelt und die zugleich«ine Verlängerung des Leben» gewährleistet._ Das Urbiiö Ses Don Juan. Der Held der spanischen Sage, die da» südländisch« Gegenstück zu der Faustsage des Nordcns bildet, nimmt in der L'teratur und Kunst der ganzen Welt eine so hervorragende Stellung ein, daß alles, was sich auf dieses Fleisch und Blut gewordene Sinnbild dS» monischer Berführnngskunst bezieht, von vornherein Anspruch auf allgemeines Interesse hat. Nach der Ueberlieferung war das Vor- bid der frü, zeitig von einem unbekannten spanischen Dichter dra- matisch beardeiteien Geschichte Don Miguel de Marana (geboren zu Sevilla im Jahre 1S2S), besten Familie aus Korsika nach Spanien eingewandert war. Auf Grund seines korfi'chen Adels» titels wurde Don Mguel, der von seiner frommen Mutter nach streng religiösen Grundsätzen erzogen worden wnr, vom Vater für den Dienst im Ritterorden von Eallatrava bestimmt. Doch der jung« Mann war frühzeitig in schlechte Gesellschaft geraten und' hatte sich Hals über Kopf in den Strudel eines zügellosen Vsrgnügungslebens gestürzt. Dabei war und blieb er aber stet, Mystiker, der m Augen» blicken der Reue aus�die innere göttliche Stimme hörte. Den Mah» nungen dieser inneren Stiinnv endlich nachgebend, soll er an seinem Lebensabend in einen strengen Mönchsorden eingetreten fein, um die Sündechchulh seines weltlichen Lebens durch Buße zu tilgen. Mit dieser Legende, die in der spanischen Literatur mehrfach dramatisch behandelt worden ist, bricht Colanna de Cesari Rocco, der aus Grund umfassender Studien entgegen der obenerwähnten Fastung festgestellt hat, daß die Ehe der Ausgangspunkt der Läute» rung und Lcsteriing Don Miguels gewesen ist. Danach hat Marana mit 30 Jahren Girolina Carillo de Mondoza geheiratet. Er liebte die Frau mehr als sein Leben und war, als sie starb, nahe daran, den Verstand zu verlieren. Von wildem Schmerz gemardetcrt, floh er mit der Leiche der Geliebten in die Berge und suchte schließlich, nachdem sich sein Lcid einigermaßen beruhigt Haide, in einem Kloster Trost und Frieden. Als er aber einmal nach Sevilla kam, brach die alte Wunde wieder auf und ließ ihn die Beute tragischer Wahnvor- stellunaen werden. Ott war e» ihm, als ob er seinem eigenen Leichenbegängnis beiwohnte, und wenn er auf die Strae trat, so tauchte vor seinen Augen eine Frau aiif, die in Gestalt und Haltung täuschend der verstorbenen Girolina glich, die sich'einer Begegnung mit eiligen Schritten entzog und die, wenn sie sich nach dem V>'r» folger umwandte, ihn mit den hohlen Augen eines Todenkopfes an» stierte. Um sich von diesen gräßlichen Wahnbildern zu befreien und die Sünden seiner weltlichen Sinnenlust in den Tagen der Ber- gangenheit zu ftibnen, besleiß'gte sich Don Miguel mit glühendem Eifer religiöser Andachtsübung-'n und schwerer Kasteiungen. Cr machte der Kirch» reiche Schenkungen und wurde ein Diener der Armen und Elenden. Er oerbrachle seine Tage zwischen den Leichen bingerichteter Verbrecher, die er mit liebevollen Händen wusch und lalbte. Und als es dann zum Sterben kam, legt« er seine letzten Wünsche in dem folgenden Testament nieder:..Ich befehle und ordne an. daß mein Körper mit nackten Füßen auf en A'chenkreuz aus» gestreckt werde. Ich will In einen Mantel nehüllt werden und wünsche zu meinen Häupten ein Kreuz mit zwei Kerz-m zu hoben. So soll mein sterblicher Leib im Armensarg, von zwölf Priestern geleitet, ohne Prunk und Trauermusik in die Kirche Sancta Caritas getragen und auf dem Friedhof genanntrr Kirche der Erde über» geben werden. Mein Grab aber soll mir unter dem Tor außer» halb der K rche gearaben werden, damit jeder über mich hinweg» schreite und mich mit Füßen trete. So soll mein unreiner Körper, der unwürdig ist. im Tcmpel Gottes zu ruhen, behandelt werden. Und es ist ferner mein Wille, daß man auf mein Grab einen ändert» halb Fuß im Geviert messenden Stein wälze, der dm Inschrift trägt: „Hier ruhen Gebein« und Asche des ruchlosesten Manschen, der j» u, der Welt gelebt hat. Betet für ihnl" Wissen und Schauen Die Legende vom Aennche« von Tharan. Simon Dachs beriihiiiiestes Gedicht„Aennchen von Tharau" soll nach den Erinne- ruugen„Aus altpreußischen Tagen' von Adelheid Beith aus folgen- dem Anlaß entstanden sein: Als anner Student wohnte Dach in einen« Dachstübchen gegenüber dem Königsberger Don«. Im Erd- geschah«var von einer Familie ein anmutiges Mädchen mit Nomen Aennchen aufgenommen worden, die aus dem in der Nähe gelegenen Ort Tharau stammt«. In dieses Aennchen Hab« sich Dach sterblich verliebt, Hab« aber lvegen der Streng« der Verwandten kaum ein Wörtchen mit ihr sprechen können und seinen Gefühlen nur in scinen« Gedicht Ausdruck verliehen. Als er nach jahrelanger Ab- «vesenhelt wieder an seinem ehemaligen Wohnhause oolbeikam, Hab« eine dicke Bäckersfrau vor der Tür gestanden, die er nach dem Aennchen fragt« und die ihm die Antlvort gab:„Erbarmen, das bin ich ja selbst!" Dach sei darüber sehr enttäuscht gewesen, habe aber sein« Jugendliebe nicht verivinden können und sei unvermählt gestorben!' Im neuesten Heft des Hamburger„Ouickborn' weist Paul Wriede die Haltlosigkeit dieser Geschichte nach. Das ursprünglich in samländischer Mundart gedichtete, später von Herder ins Hoch- deutsche übertragene Lied„Anke von Tharaw' verdankt keinem selchen poetischen Erlebnis sein« Entstehung, sondern ist eine« der vielen Gelegenbeitsgedichte, die Dach auf Bestellung verfaßt«. Cr dichtet« es zur Vermählung der Pastorentochter Anna Neander aus Tharau mit seinem Freund« Johann Portativ» in dessen Namen und Auftrag. Als Pfarrersgattin hat dann„Aermchen von Tharau' viele Jahre im Kirchdorfs Trempen im preußischen Litauen gewohnt. Der älteste erbalteue Druck des Liedes befindet sich in der 1644 erschienenen Sammlung„Poetisch-musikalisches Lustwäldlein', die ein anderes Mitglied der Königsberger Dichter- schule, Heinrich Albert, herausgab. |Wim>S