Mend-VomäriS Nr. 3 Beilage zum Vorwärts 21. März 1»2b Der weg zur Freiheit. Wir wollen euch Jungen, die ihr nun mit heißem Herzen hinausstrebt in die weite Well de» bunten Lebens, nicht mit großen Lebensregeln in den Weg treten. Sie würden wenig fruchten, denn stärker als Ermahnungen ist euer Wille zum Leben, das nicht mehr gebunden ist an die harten Gesetze de» achtjährigen Schulzwangs, stärker iit eure Sehnsucht, in dieser Well min endlich als ganz« Menschen gewerte« zu werden. Es wäre auch nicht sozialistisch» dies« Sehns«cht zu bekritteln und den Willen nach der Geltung tm Leben zu brechen. Auch wir wollen. daß das Geschlecht proletarischer Jugend stark und sret erhobenen Hauptes durch das Leben schreitet. Und wenn wir jetzt an dieser Wende eures Lebens euch in unsere Mitte nehmen, so treibt uns der Wille, euch zu stärken und euch den Weg zu weisen, auf dem ihr euch trotz der Härte dieser Zeit euren Lebenswillen, euren Lebensmut erhalten könnt. Es ist schon recht, wenn ihr diesen Tag erwanet habt als. einen Tag der Freiheit. Der Freiheit von den alten Bindungen der Schule, dle acht Jahre hindurch die Stunden eurer Kindheit zerschnitt und oft mit harter Hand in die herrlich« Welt eurer Phantasien griff. Die Schulzeit ist nun vor- über, die Lehrer werden nun nicht mehr hinter euch stehen, euer Tun und Lasten zu prüfen, eure Eltern werden euch über kurz oder lang freigeben müssen, ihre Sorgen, die euch oftmals harter Zwang dünkten, »»erden nicht mehr Stund« um Stunde um euch sein, und eines Tages werdet ihr als Erwachsene von den Eltern scheiden, um das eigene Leben ganz nach eignen, Willen zu gestalten. Alles schon reckt. Aber das ist doch nur die Lösung alter Bin- dungeiu Vielleicht auch alten Zwanges. Aber es ist noch nicht die Freiheit. Ehe ihr es nach wißt, seid ihr schon wieder eingeengt durch neue Verpflichtungen, durch einen stärkeren Zwang. Gestern trieb es euch zur Schule, weil unbegründete Schulversäumnis bestraft wird. Morgen treibt das Leben euch an die Arbeitsplätze�wcll der Proletarier Arbeitsoersäumnis mit Hunger bähen muh. Ihr kennt die Not eurer arbeitslosen Eltern. Ihr habt sicher ihre Sorge um das tägliche Brot empfunden, wenn der karge Lohn nicht hinreichen wollte. Diese Sorge Ist von morgen an auch eure Sorge. Und je weller ihr euch von dein Lebenstrels der Kindheit und des Elternhauses entfernt, desto ständiger wird dt« Sorge um den Lebens- unterhalt euer Begleiter sein. Keine Macht der Welt kann euch davon befreien. Ihr könnt auch nicht ausbrechen aus dieser Lebensbahn, sondern ihr müht dem Leben weiterhin bei Strafe des Untergangs euren Tribut zahlen. Freilich ist nicht auf ewig unabänderlich, doh dieser Tribut des jungen Proletariats an das Leben so groß und schwer sein muß wie in der Gegenwart. Wir wollen gerade, daß dem arbeitenden Menschen ein sorgenfreies Leben bereitet wird, daß jeder in unserem ßutuujuukj* J Jugend. Hört...! Es bohrt... und stemmt... Xtnö n>äh(t.. Und drängt...! Hebt qtxellentmgestüm Dle ErdrnnGt, Diesichmiderrvillig zäh zum TiGte bäumt. Hebt eugverfilztes B)urzelnetz. Das st.erhtenmirr Darüber hängt... Begräbt in derben SGollenbrokten Halbes Schwades Grün Das angegUbt vertränmt... Und platzt Gemaltlg... fngendstart Ob» öetztl! B)ie säfteftraffer, ranker-Äclm, Der daseinshell aus dunkler Fäulnis Bricht Und formenglattes Erdreich bröckelt Und verletzt Und kühn durch dumpfe Schwere Sticht! l?ug«ri Srafa-MeiA. Volk, jeder einzelne In der großen Menschheit einen Platz findet, der Ihm Brot und Auskommen sichert. Und wir wollen, daß die Bin» düngen, die den einzelnen Menschen immer an sein Volt und an die Menschheit ketten werden, so gestavet werden, daß er die Frethett erhält, sein persönliche» Leben nach eigenen Wünschen und Neigun» gen zu gestalten. Alle Menschen sollen so gläubig und zuversichtlich tm Leben stehen, wie ihr jetzt ln den Bund der arbeitenden Menschen eintretet. So ist eure Sehnsucht unsere Sehnsucht, und danlm ist auch unser Weg euer Weg. Kommt zu unsl Setzt dem Zwang des Lebens und der Arbeit die Gemeinschaft der Gleichgesinnten, die Solidarität der arbeitenden Jugend entgegen. Nur so gewinnt ihr dle F r e t h e I t, da» Leben zu gestalten nach euren Idealen. Es ist nicht die Pflicht der Werbung, die uns die Feder in die Hand drückt, die uns drängt, euch zu rufe». Es Ist der Geist der Kameradschaft und der Freundschaft, der uns bewegt. Wir sehen vor uns die Zahllosen, die in früheren Jahren den Marsch Ins Leben an» traten. Sic waren, wle ihr, begeistert und voller großer Pläne. Wir haben auch damals gerufen. Viele kamen nicht. Sie meinten, daß sie es allein schassen würden. Sie wollten zum Zwang der Arbeit nicht auch den Zwang der Einord« nung in eine Gesinnungsgemeinschaft fügen. Und wo sind sie geblieben? Wir fanden sie nicht Im stillen Läm« merle-n. wo sie sich mühen, mit den Problemen de« Lebens fertig zu werden. Sie haben auch die Ge- sellichufl der Altersgenossen gesucht, weil Jugend immer die Gemein- schast sucht. Aber ihr« Gesellschaft juchen sie aus Tanzböden, tu Kino», oder aus der Straße. Ihre Lebensbegeisterung ist dahin, sie ist zerbrochen wie sprödes Glas, als das Leben sie hart anfaßte. Und nun jagen sie einem Trugbild nach, suchen sich zu betäuben mit Alkohol und Nikotin, suchen schlechte Gejellschast, kitschige Literatur und seichte Filme. Noch tn der Blüte ihrer Jugend hat sie da» Meer des Lebens schon an den Strand gespült. Und während sie sich wunder wie erwachsen und erhaben fühlen, wenn sie als Sieb- zehn- oder Achtzehnjährige mit ihren erwachsenen Leidensgenosten vor Ihrem Glas Bier sitzen, sie sind m Wahrheit doch recht arme Wichte. Menschen, die sich nicht nur Im Alltag nicht behauptet haben, sondern die nun auch Ihre Freiheit allen möglichen Lastern und Nn- gezogenhellen ausgeliefert haben. Die ganz frei fein wollten, sind Knechte geworden. Wahre Freiheit, die höchste Erfüllung seiner Sehnsurfst, findet nur der Mensch, der die Bindungen seines Lebens erkennt� und nun in der Gesellschaft der Gleichgestellten und Gleichgesinnten danach strebt, sie zu erfüllen mit einem neuen Inhalt, mit einem Leben der freien Arbelt und der wahren Freud«. Diese Gemeinschaft ist für die Jugend allein die sozialistische Jugendbewegung. ■x-4nri|ory«y.rifr-vTyv-T(rvTjonfr-<�-v-yir,ii'|nntrioi> iry«3 Wilhelm Liebknecht. Ein Prophet der Menjchheitsbefreiung. Bon Paul Kampfsmeyer. Am 29. März 1925 feiert die Welt des internationalen Sozialis- MUS den hundertsten Geburtstag Wilhelm Liebknechts. Und diese Welt umschließt heute schon erfreulicherweise dl« Arbeiterjugend. Der lebende Liebknecht hat wohl schon in viele jugendliche, vom Feuer des Sozialismus glühende Augen geschaut, aber organisierte Jugend- dotaillone, die stch selbst nach sozialistischem Ideal bilden und den sozialistischen Gedanken in eigener Weise pflegen und feiern, hat er noch nicht aufmarschieren sehen. Volkspädagoge aus innerem Beruf, wollte er die ganze Familie zu begeisterter Hingabe an das große Befreiungsziel de» Sozialismus erziehen. Prophetisch sprach er von den Kindern, die zu Sozialisten emporwachsen..Als S-zia- listen/ so schrieb er in einer Einleitung zum Leipziger Hochverrats- Prozeß,„treten sie In die Lehre, gehen sie in die Werkstätte, in die Fabrik, in die Kaserne und in den Dienst des Staates, der ohne seine sozialistische» Stützen nicht mehr bestehen kann. So wächst der Sozialismus in den Staat und in die Gesellschast hinein, und dereitet, stetig und unaufhaltsam sortwachsend, die Umwandlung des Klasienstaates und der kapitalistischen Gesellschaft in die freie sozio- listische Gesellschaft vor/ Als einen inneren geistig-sittlichen Entwicklungsprozeß be° trachtete er. im Grunde genommen, das Werden des Sozialismus. Der sozialistische Gesinnungsmensch geht in die Fabrik und in das Amtsbureau des Staates, um dort«ine äußere und Innere grundstürzende Umwälzung zu vollbringen. Nicht unbekannt war ihm, dem Schüler von Marx, das Heranreifen der kapitalistischen Privatwirtschaft zu einer neuen Gemeinwirtschast, nicht verborgen war ihm. dem„Soldaten der Revolution", der mehrmals in dem Kugelregen blutiger Straßenkämpse gestanden hatte, die. Rolle der Revolution ln der Geschichte, aber felsenfest und unerschütterlich war sein Glaube an die schöpferische Macht der sozialistischen Idee und des tatensrohcn, von begeisternden Gefühlen getragenen Gemein- schostswillens. Der Sozialismus hat nach Liebknecht„als Sache des Gefühls und des Gewissens" die ganze Stärke des Christentums, natürlich der christlichen Bewegung des ersten Stadiums. Als„Sache des Verstandes" aber hat er„die Stärke der Wissenschaft". Und in dieser verdoppelten Kraft sieht Liebknecht den unaufhaltsamen Triumph des Sozialismus.„Wenn aber— so verkündet er Ini hohen Schwünge seines feurigen Enthusiasmus— das Gefühl allein schon die ersten Christen unwiderstehlich inachte, wie hoffnungslos ist dann erst der Kamps gegen den Sozialismus, dem das Gefühl die Stärke der Religion, der Berstand die Stärke der Wissenschaft gibt. Könnte das Wort nicht mißdeutet werden, so würde ich sagen: „Der Sozialis in us Ist Religion und Wissenschaft zugleich../ Das Wort von dem Sozialismus als einer Religion ist unserem „Alten" nicht eine Floskel, eine schnell vergehende rednerische Blüte, nein, es ist Ihm tiefste Ofsenbarung seiner revgiös gerichteten Seele. Dem Sozialismus legt er die Kraft der Religion bei. weil er den Glauben an die höchsten Ideale hat. Und er wirst einmal die Frage aus:„Ist im Sozialismus nicht die höchste Sittlichkeit: Selbst- kosigkeit, Aufopferung, Menschenliebe." Liebknecht ist in ganz jungen Jahren in dl« Schule des Saint- Simonismus gegongen. Es ist die Religion des Diesseits, des Menschentums, der schöpferischen Menschenliebe, die seine ganze Persönlichkeit in Schwingungen versetzt. Diese Religion, will die Erde von einem Jammertal in ein« Stätte genußfrohen, ober ver- edelten Bollmenschentums wandeln, in dem sich Leib und Seele harmonisch vereinigen. Die mystisch-sinnliche» Hymnen eines Baters Ensantin, der die Lehre Saint-Siinons zu einer Religion von der Emanzipation des Fleisches herabstinnnte, hat er niemals mitge- jungen. Es ist der geistig emporstrebende, sittlich veredelte und solidarisch verbundene Mensch, den er sich als Bürger seiner Zuiunsts- gesellschast denkt. Den freien Gemeinschastsmenschen will er schassen helfen. Sein ideales ethisches Gesellschastsideal verkündet er mit diesen Worten:„Was wir erstreben, ist die genossenschaftliche Organi- sation der Gesellschast, die Gleichheit der Rechte und Pflichten. Wie die Solidarität die Schranken des Stammes, der Nation(letztere wenigstens geistig und ökonomisch, wenn auch nicht politisch) nieder- geworfen hat. so muß sie auch die Schranken der Klasien und Stände zu Boden werfen, damit der Menschenbegriss zu freier Entfaltung kommt. Keine Ausbeuter und keine Ausgebeuteten! Keine Herren und keine Knechte. Ordnung in der Glcichordnung, anstatt der Un- ordnung in der Unterordnung/ Der Kämpfer Liebknecht spricht au» diesen Zeilen, der der ganzen Klassengesellschaft den Krieg erklärt hat! Die Beseitigung der Klasienherrschaft erfordert nach Liebknecht nun vor allem die volle Einsetzung der organisatorischen Kräfte der Klasie, die von dem wirtschastlichen, politischen und sozialen Uebergewicht der herrschen- den Klassen zu Boden gedrückt wird. Die Aushebung der Klassen- Herrschost wird vor allem zum Lebensinteresi« der beherrschten und ausgebeuteten Klasse. Die Erkenntnis ,bres Lebensinteresses fliegt der Arbeiterklasse nicht von selbst an. fie muß in ihr erst geweckt und dann planmäßig sortentwickelt werden. Wenn Liebknecht im Bollbrusttone da» Wort: Wisien ist Macht, in die Arbeiterschaft rief. so dachte er in erster Linie an die Verbreitung einer umsassendea Erkenntnis der Arbeiterschaft über ihr« Klasienlage. Der Arbeiter soll noch seiner Meinung erkennen, um zu kämpjen, und kämpsen. um zu erkennen. Di« sozialistisch« Lehre war ihm ein« streitbar« Wissenschaft— eine Wissenschaft de» kämpfenden Ardeiters. In diesem Sinne war Liedknecht«in Erzieher der Arbeiterklasse zum Klasientampj. Es ist bedauerlich, daß der alle» verwüstend« Orkan des Welt- krieges die großen agitatorische» Reden Wilhelm LAbknechts völlig sortgeblasen hat. In den Schriftenverzeichnissen unserer sozialdemo- kratischen Volksbuchhandlungen findet sich kaum noch»ine Schrift Liebknechts. Nur die alte Generation kann heute noch von der wunderbaren sittlichen Ueberzeugungs kraft der Reden unser«» „Soldaten der Revolution" reden. Sosort hinter den klassischen Reden und Schriften von Lassalle, Marx und Engels folgt die Fest- und Feierrede Liebknechts: Zu Schutz und Trutz. Sie Ist nach dem blutigen Kriege von 1870/71 gehalten worden— sie könnte auch nach dem Weltkrieg 1918 gesprochen sein. In eine dem Kuttus der Gewalt huldigende Welt ruft Liebknecht da» aufrüttelnd« Wort: „Jeder Arbeiterverein ist«in Reis der modernen Kultur, gepflanzt in den Weinberg der Menschheit, den die„herrlichen Kriegsheere" nur verwüsten;«ine Schule echter, menschenbefreiender Bildung, die von den Siegern der Schlachten beleidigt und bedroht wird; ein Stück der neuen Welt, da», wie ein Keil, in die all« Welt hinein- getrieben, dazu beitragen wird, sie zu zersprengen." Wir oerstehen den Volkspädagogen Liebknecht nicht, wenn wir nicht sein sittliche» Glaubensbekenntnis begreifen. Seine große Zuversicht aus den Sieg des Sozialismus fußt« nicht zuletzt auf dem Glauben an die Veredelungsmöglichkeit des Menschen durch eine humane, den geistigen, sittlichen und leiblichen Menschen erfassende Erziehung. Mit einer gewissen Feierlichkeit erklärt er In der Ein- leitung zum Leipziger Hochverratsprozeß:„Die Sozialdemokratie ist an sittlicher Kraft den bürgerlichen �Parteien überlegen und verfügt als Ganze« wie tn ihren Teilen über eine größer« Sumnie von sittlicher und persönlicher Kraft. Und diese sittliche und persönliche Kraft wird von unserer Partei, die„eine große Arbeiter- bildungsschule" ist. planmäßig ausgebildet und gehoben." Die idealen Grundsätze der Schillcr-Kantschen Ethik hat er in einem kämpf- und entbehrungsreichen Leben sozialistisch sortgebildet: sie legt er als Maßstab der Beurteilung aller menschlichen Hand- lungen zugrunde. Der sittlichen Idee hat nach Liebknecht der Mensch unweigerlich zu solgen, ihr ist er mit Leib und Seele verpflichtet. Und der hervor- stechendste Zug seines Charakters ist das Pflichtbewußtsein. Ich kenn« kein schlichteres und erhabeneres Bekeimtnis zu den, Gebot der Pslicht- ersüllung als seine bekannten Worte im Leipziger Hochverrots- prozcß:„Ein zwiefaches Ideal hat mir von Jugend an vorgeschwebt: das freie und einzige Deutschland und die Emanzipation des arbeiten- den Volkes, d. h. die Abschaffung der Klassenherrschast. was gleich- bedeutend ist mit der Befreiung der Menschheit. Für dieses Doppel- ziel Hab« ich nach besten Kräften gekämpft und für dieses Doppel» ziel werde ich kämpfen, so lange noch ein Hauch in mir ist. Da» will die Pslicht!" Liebknecht schlägt 1848/49 sein Leben für die Einheit und Freiheit Deutschlands tn die Schanze. Als er als Redakteur der „Norddeutschen Allg. Zeltung" da» Ideal seiner Jugend: das freie Großdeutschland durch die Annäherung des Herausgebers Braß an die Bismorckschc Politik gefährdet sieht, legt er seinen Redakteur- Posten an der„Norddeutschen Allg. Zeitung" nieder. Aus dem gleichen Grunde verläßt er die Redoktion des„Sozialdemokrat". Liebknecht weiß, daß jeder Angriff gegen die Bismarcksche Politik Ihm die Ausweisung aus Preußen eintragen kann, aber seine sittliche Pflicht macht Ihn zum Ankläger Bismarck». Er wird ausgewiesen. In wenigen Iahren stellt er dreimal seine Existenz in Frage, weil seine Ueberzeugung Ihn zu energischen Kundgebungen gegen eine nach seiner Ansicht politisch und sitttich verwerfliche Politik zwingt. Liebknecht lebte ganz der Menschheitsbefreiung, deren Kommen er mit prophetischer Inbrunst vorausgekündet hatte. Sein Ich löst« sich restlos in eine umwälzende, an der Zukunft schaffende Kraft auf. Er wuchs gleichsam über sein Gegenwartsdasein hinaus. Er verlor den Tag und gewann die Zukunft. In seiner opservollen Hingabe für den großen Gedanken eines wclterlösenden Sozialismus Ist er der kämpfenden Arbeiterjugend«In weithin leuchtendes ideales Lorbild. Stell dich in Reih und Glied, das Ganze zu verstärken, Mag auch, wer's Ganze sieht, dich nicht darin bemerken... Das Ganze wirkt, und du bist drin mit deinen Werken. Rückert. Lebensg:ftaltung in der SflI. �Erkenntnis. Hell erleuchtet ist der Rnum. Wir sitzen um die Tische herum mit wirrem Haar und ernster Ktirn. Dom Zweifel gepackt, in Zwietracht geraten mit herrschender Ordnung,— sij haben wir uns zusammengefunden: Kinder des Proletariats. Verdammt zu sreudlosem Schassen. Früh schon eingespannt in rauhe Wirklichkeit. Den Trieb zu eigenem Schassen hat man m uns unterdrückt, wahren Lebensglanz im Fernen mafWKEKa nur gezeigt. Stets die höhnisch lächelnde Un- gleichheit der Wertung vor Augen: so haben wir die Wirkungen der kapitalistischen Ordnung kennen gelernt. Haben gefühlt, daß sie den Menschen in uns zermalmen will zum Nutzen einer kleinen Schicht. Und haben uns gesagt: das darf nicht langer sein. Wir wollen es nicht, wollen mltbauen an einer neuen, gerechteren Ordnung. Aus dieser Empfindung heraus haben wir uns gefragt: wie ist alles dieses gekommen? Warum so und nicht anders? Haben gefragt nach den Ursachen ollen Geschehens, um die Mängel der letzigen Ordnung und die Wege zu ihrer Beseitigung zu erkennen. Dieser Trieb, diese Sehn- sucht hat uns zu einer Arbeitsgemeinschaft zusammengeschmolzen. Gemeinsam dringen wir in die Probleme ein, die un« bewegen, ringen heiß um die Erkcnntnis. Und ist wieder eine» der dunNen Tore aufgesprungen, dann geht etwas Frohes, Freudiges durch unsere Brust. Wenn wir dann noch Hause gehen, wissen wir, daß wir wieder unserem Ziele um»inen Zoll näher gekommen sind: Kämpfer für den Sozialismus zu werden. « Fabrik. Wenn schrilles Sirenenvseisen die silbernen Fäden des Traumes zerreißt, müsien wir in die Fabrik. Doch mit neuen Auge» betrachten wir die Maschinen und die Arbeit. Nicht mehr als willenlose Diener, die mechanisch ihre Arbeit verrichten, willenlos in ihr Schicksal ergeben, stehen wir vor den Maschinen, sondern al» Arbeiter, die wissen, was sie bedeuten, was für ein unentbehrliches Glied sie sind, wissen, daß nur ihre Arbeit den gesellschaftlichen Reichtum erzeugt. Diese Gewißheit adelt uns, erfüllt uns mit Stolz. H e r r t s ck> stehen wir vor den Maschinen, trotzig be- dienen wir sie. Und aus dem Lärm der Räder und dem Auf- däuinen unsere» Willens leuchten die Worte Brögcrs: „Ja, so wird es einmal fein, Die Fabrik zu unseren Füßen Wird uns als Gebieter grüßen." » Sonnenwende. Schwer stampjen wir in mondheller Nacht (»rn von der Großstadt den Berg hinaus, unserem Ziele zu- Schon tehen wir aus der Höhe. Vor uns liegt die große Talmulde. Leuchtende Fackeln Ichweben hin und her. Malerisch gruppieren fich die Zeltlager ume» im Tale. In der Mitte, aus einer kleinen Anhöhe, ist der Holzstoß hoch ausaeschichtel. Endlich naht die Stunde des Festes. Hornflänge rufen die Massen zu den Höhen der Berge, aus denen wir uns zu fünf leuchtenden, brennenden Heerscharen ordnen, nicht einzelne mehr, sondern nur fünf große, feurige Meere. Nun lecken auch im Tale die ersten Flammen empor. Das ist da» Zeichen zum Ausbruch. Wie wenn die fünf Erdteile der Welt, brennend in feuriger Liebe, sich zu einen, Ganzen zusommenschweißen wollten, so bewegen sich die fünf Fnckclheere hinunter ins Tal. Immer größer und breiter werben sie, nähern sich immer mehr der lodernden Mitte. Jetzt haben sie sich alle zu einem großen Ring zusammengeschlossen. Es ist eine einzige große Flamme, in der Mitte am wildesten lodernd. Kampflieder schallen zum Himmel, brausend und gewaltig, als wenn die Flammen sänge». Rauschend fliegen die Festworte de» Sprechers hinaus, die da künden von der Sonnenwende, der Welten- wende. Bon der große» Stunde, da die schwarze Nacht dem lichten Morgen weichen muh. Die Zeit ist da, da das Morgenrot der Menschheitsbesreiung dämmert. Und mit gewaltigem Klingen er- tönt es zum Schluß: „Brüder, zur Sonne, zur Freiheit, Brüder, zum Lichte empor!" -» Gemeinschast. Und wieder dämmert der Morgen. Halbschlummer liegt noch aus Wasser und Flur. Die Schleier der Nacht ziehen dahin. Balsam, der durch seine Maschen siel, liegt als Tau aus Gras und Strauch. Wir schreiten den Fußsteg am Wasser entlang, zur Höhe hin- auf. Leise streicht der Wind durch das Laub. Geigenklang. Zaghast Afsnen sich die Kelche der Blumen, die Blüten dem Osten zugewandt. Eine Eidechse, durch das Rascheln unserer Füße ausgescheucht, huscht durchs Gras, Vor uns steigt eine Amsel mit leichtem Trillern aus. fliegt dem Wasser zu, dessen Wellen inclodisch plätschern. Das dunkle Grün der Bäume im Rücken, stehen wir auf der Höhe und schauen, gleich den Blumen, nach Osten. Langsam taucht aus der schimmernde» Tiefe des Wassers die Sonne. Ein aoldenes Rot werfen ihre ersten Strahlen über den See. Tasten zitternd »orbei an den sich öffnenden Seerose». Tauchen die leichten Wellen w flussiges Geld. Schlingen sich durch das Schiff des Ufers, um nun noch leuchtender und herrlicher emporzusteigen und alles zu daden im Lichte ihrer ersten, strahlenden Schönheit. Jubeln und Musizieren hebt ringsum an: lauter schlagen die schimmernden Wellen, prächtiger leuchten der Seerosen Kelche. Jetzt treffen dl« Strahlen mit unserem Blick. Sie löse« Jauchzen in tm« aus, zünden auch in uns Sonnen an. Wir fühlen uns nicht mehr wie du und ich: wir fühlen nur eins, fühlen Gemeinschaft. » Brüder und Schwestern, die>hr die Schule verlasien habt und euch eingliedett in die Kette der schassenden Menschen, folget unserem Rus«: reiht euch ein in die Sozialistische Arbeiterjugend. Lasset uns gemeinsam euer Leben erfüllen mit Freud« und Kampsesmut. Ihr dürft nicht wie jene werden, die grau im grauen Alltag stehen. ohne innerlich Menschen zu sein, gleich uns tragt ihr ja so»iel« Wünsche und Sehnsucht im Herzen. Und wenn Ihr wollt, daß da», was ihr still im Herzen tragt, einmal Wirklichkeit«erden soll. wenn ihr euer Leben lebcnswett machen wollt, kommt zur Sozi»» listiscben Arbeiteriugend, die für ein besseres Sein kämpft und wirkt. Kommt zu uns, wir warten aus euch! _ Artur Reichardt. Ein lustiger helmabenS. Das war mal ein lustiger Abend!" sagte Heini.»Ja." sagte ein Mädel,„aber das war gar nicht schön, daß einig» Mädel» immer so für sich sangen und so aus'n Hausen saßen, als wenn sie gar nicht dazu gehörten und sich so hervortun wollten." Und Dar« meint«: „Ich weih nicht, ich sühl' mich immer so entsetzlich gelangweilt, wenn Gesellschaftsspiele gemacht werden." Aber mitgemacht haben jodensalls alle, und es wurde so»ofl, daß noch mehr Stühle hereingeholt werden mußten. Ilm einen Kr«»» zu bilden, mußten alle dicht an die Wand rücken Dann wurde» einige hinausgeschickt, die das Spiel noch nicht kannten. Theo nahm eine Pfeife und— ach nee. das will ich lieber nicht weiter erzähle», sonst wissen alle Bescheid, wie'« gemacht wird, und dann bringt da» keinen Spaß mehr. Jedenfalls inußte man eine Pseite suchen, und das geschah auch mit soviel Lachen. Gekreisch(natürlich nur die Mädchen) uttd Geheul(selbstverständlich die Jungs),»aß man stch dt« Ohren zuhalten imißte(das waren wir Aelteren aber bloß) Na, und nachher haben wir dann gesungen: erst«in Lieb»«» Wandern. Dann haben wir aber anders gesungen. Einer stellt« stch in die Mitte und sagte:.Letzt singen wir da» Lied vom Jäger aus Kurpfalz, und die Jungs und Mädels auf diefer Seit« vom Zimmer sangen an zu singen, die aus der anderen Seite sangen aber erst von vorn« an, wenn die anderen die erste Zeile schon ausgebrüllt — ich meine abgeleiert— ich meine schon zu End« gesungen haben. Also daß es klingt:„Ein Jäger aus Kurpfalz...(zweite Seite) „Ein Jäger aus Kurpsal,?..." Ich dirigiere dann nach beide» Seiten." Das hatte er sich irgendwo abgeguckt, wollte es jetzt nach» machen, aber er konnte es bloß nicht. Das heißt, dos Tingeer ging sehr sein, bloß das Dirigieren nicht, da ichlug und zappelte er immer verkehrt. So was nemtt man einen„Kanon", sagte er. Eigentlich hörte sich das aN wie eine Kanone, und nicht wie ein Kanon, so laut war's. Aber das macht ja auch nichts, iveil wir erstens kein Konzert geben wollten, zweitens die Mädels immer meinen, daß ste wohl schön singen können, aber das höre man nicht, weil die Jungs so laut und häßlich gröhlen. Die Jungs sagen, daß sie Stimmbruch hätten und darum nicht singen könnten. Daraus sind sie aber stolz, weil ste dann schon„erwachsen" sind und lange Hosen anziehen dürfen. Nachher haben wir noch eine ganze Menge Lioder gesungen. und das war auch schön, bloß, als Theo zum Schluß noch was sagen wollte, da konnten einige incht stille sein, so daß man nichts ver« stand, und das war denn nicht schön. Krs., Kiel. Vieüeraufbau in Italien. Dte ttalienische sozialistische Jugend hat stch durch die Aus. lösting ihrer Organisation nicht beirren lassen, sondern ist nnverzü«� lich zur Gründung einer neuen Organisation geschritten. Ein prooi» sorisches Nationalkomitez� erläßt einen Aufruf an di« arbeitend« Jugend, in dem es heißt: „Jungarbeiter! Der sozialistische Gedanke ist nicht unter««- gangen. Er kann nicht rn-rgehen, weil wir sein Leben wolle« und unsere Märtyrer und Kämpfer von dem Geiste beseelt sind, der einst seine alten Vorkämpfer erfüllte. Ihr Ziel wurde nicht erreickft, wir aber werden es erreichen. Die Niederlagen de» Proietaria«» sind hauptsächlich in dem Mangel politischer und geistiger Reife zu suchen. Deshalb wurde»un der Verband der soziallstischen Junge» Arbeiter Italiens ins Leben gemse», dessen Ausgaben vornehmlich erzieherische und kulturelle sein werden, der aber auch Seit« an Seit« mit der Partei olle ihre Schlachten schlage» wird. Wir rufen Euck.zum entschiedenen und offenen Kampf für d«» Sozialismus auf, während viele aus Furcht, Ruhebedürfni» od«« Ehrgeiz zu Nachläufern des Faschismus wurden. Mit aller Kraft müssen wir uns dagegen wehren, daß die unwahr» Maske feig«» Machttnms das Antlitz des italienischen Volke» verderbe. Jugendliche Arbeiter, Bauern, Angestellte und Etudentenk Eue« Ausgabe ist es. Inmitten des Proletariats zu wirken, damit es nicht zur willenlosen Herde werde. Nur durch die Arbeiterklafse kann unser Kamps für den Sozialismus und gegen den Faschismus geführt werden Schließt deshalb die Reihen in unserem verbände, delle» Ziel, getreu den Grundsätzen der Koziallstische» Jugend-Internotionale. stets die Einigkeit de« lozta» »stischen Proletariats sein wird. Ohne Verzogen, mit unaedrocheneni Mute, werden w'r den harten und sicher nicht knrze» Kamps setzt ausnehmen und fortführen bis zum unausbleibllcke» Triumph über die Mächte der Reaktion. Da» Dardild unsere» u». vergeßlichen Norkämpsers, der sein Leben für unser« Sache dahi»- OüD, wird uns dabei beseelen. All«, die in vergangenen Kämpfen mit uns stritten, aber auch all«, die bis jetzt noch nicht den Weg um fo�ialistilchen Organisation fanden, sind willkommen und haben Biirgemchl>n unserem Verband«, wenn sie sich dem Gedanken und den Grundsätzen der Sozialistischen Jugend-Jnternaiionale ein- ordnen." o! Ms öer Sewegung j°WDWz Rüstet für Amsterdams Der Verbandsvorstand der Sozialistischen Arbeitersugend vcr» öffentlich in der Märznummer des„Führers" folgenden Aufruf: Der Tag unseres großen internationalen Jugend- t o g e s in Amsterdam rückt näher. Die uns noch verbleibenden Wochen müssen wir benutzen, um mit aller Energie für tue Betelli- flung an der Fahrt nach Amsterdmn zu werben. Der deutsche Verband muß seine Ehre darin sehen, die ihm zugestanden« Teil- - nehmerzahl von ZG» bis auf den letzien Mann zu stellen. Die ungeheure Arbeitslosigkeit hat diese Ausgabe zweifellos be- trächtlich erschwert. Es ist vielen unseren Jugendlichen nicht möglich, die Reisekosten aus eigener Kraft bis zu dem festgesetzten Termin zu ersparen. Hier muß die solidarische liilfe der gesamten Mitgliedschaft einsetzen. Es darf keine Ortsgruppe unseres Ver- bondes geben, die nicht mindestens einen Delegierten»ach Amsterdam entsendet. Das Geld ist zu beschaffen. Unsere Werbeseiern, unsere kommenden Frühlingsveranstaltungen müssen gleichzeitig Werbever- onfialtungen für den Amsterdamer Jugendtag sein. Alle Ueberschüsse dieser Feiern müssen dazu verwandt werden, die Amsterdamer Le- legatwn der Ortsgruppen zu finanzieren. Es müssen besondere Veranstaltungen für Amster- dam getroffen werden. Der chauptoorstand hat Lichtbiidserie» über Holland und die holländische Ardeiterjugendbewegung zur Verfügung. Sie sind ausgezeichnets Ägitationsmittel. Bor allem aber müssen die M a I f e i e r n der Jugend und der erwachsenen Arbeiterschast benutzt werden, um die große Masse der sozialistischen Bevölkerung auf die Bedeutung dieser großen inter- nationalen Kundgebung der jungen Generation hinzuweisen, und es müßte mit dem Teufel zugshen, wen» bei diesem Anlaß der kleinste Ort nicht den Betrag von 40 Mark aufbringen würde, der für die Reise- und Aufenthaltskosten in Amsterdam alr Osna- brück bzw. Köln und zurück notwendig ist. Die Fahrkosten aus dem Heimatsort bis zu den Treffpunkten werden sich dann auch schon, sei e» aus den eigenen Mitteln der Teilnelnner, sei es aus den Mitteln der Ortsgruppe selbst ausbringen lassen. Aus jeden Fall müssen unsere Funktionäre ihren Stolz daran setzen, dafür Sorge zu tragen, daß die deutsche soziallstische Arbeiter- fugend in Amsterdam mit einer vollzähligen Delegation antritt, die als Gesamtvertretung aller unserer Ortsgruppen gellen kann. Er- kündigt euch sofort bei euren Bezirksleitungen nach den näheren Einzelheiten wegen des Fahrplans und der sonst noch entstehenden Kosten und dann setzt zu den Parolen unserer Frühjahrsarbeit und den kommenden Maiseiern die Losung: Auf nach Amsterdam! Der Gesandheitszustand der russischen Arbeiterjugend. Der Leiter der Abteilung für den Gesundheitsschutz der Jugendlichen beim Gcsundhestskommlssariat teilt in der„Ravotschata Gaseta" Nr. 272 folgender mit: Die neulich durchgeführten llntersuchungen der gesundhottlichen Zustände der Arbeite: lügend haben Zustände aufgedeckt, aus dl« dle ernsteste Aufmerksamkeil gewendet werden mutz. Ungefähr 50 Proz. aller untersuchten lugendlichen Arbetter st.id hcrztrank: beispielsweise in Twer waren 55 Proz. Sehr groß ist der Prozentsatz der Jugendlichen, die nn Kopsschmerzen leiden. In Moskau leiden 38 Proz. der llnlersuchten an chronischen Kopf. schmerzen, in Briansk 50 Proz., In Twer 75 Proz. Bei der erdrückenden Mehrheit der Untersuchte» wurde eine kranthajte Erregbarkeit und Ueberreiztheir des Nervenjysteins fest- Bestellt. Es wurde senicc eine Reihe schädlicher Angewohnheiten der iugendlichen festgestellt: Nach genauen Angaben sind etwa 65 Proz. der Jugendlichen Raucher und etwa 50 Proz. sind Konsumenten alkoholhaltiger Getränke. Aber die größte Besorgnis ruft das Uebermaß von Ar- bell hervor, das die Jugendlichen zu leisten haben. Der Jugend- liche ist 10 bi» 14 Stunden am Tage beschäftigt(die Arbeit im Kominunistischen Itigendverband, Klub u. ocrgl. mit eingerechnet). In Twer arbeiten 32 Proz. der Untersuchten 12 Stunden, 50 Proz. bis 10 Stunden, nur etwa 7 Proz. 8 Stunden. Geradezu ungeheuer- tich find die Zustände in Leningrad(Petersburg): 17 Proz. der untersuchten Jugendlichen arbeilen 16 Stunden(II), 31 Proz. dls 14 Stunden usw. Hinsichtlich körperlicher Reinheit und Sauberkeit der Wohnungen werden von den meisten der Untersuchten die etemen- tarsten Vorschriften nicht beachtet. Denischnalionale Zugendausklärung. Daß die Deutschnatto- nolen keine Freunde des Soziallsmus find, wisiei, wlr. Daß sie aber ihre Jugend mit blöden Mätzchen, die vor vielleicht 50 Jahren bei den Sozlaltstentötern einmal Im Kurs waren, heute noch vor dem Sozialismus graulich zu machen suchen, sollte man kaum für möglich Halten. Aber e» ist so. In der Zeitschrift der Bismarck- Jugend der Deutschnationalen Voltspartet,„Deutsches Echo" Nr. 12, finden wir folgende Notiz: »Für die unentwegten Morxisten. Es ist ein Irr- tum, wenn man glaubt, alle Menschen hätten genug zum Leben, wenn der bestehende Reichtum verteilt würden Eine Autorität unter Statistikern, Sir Josiah Stamp, rechnete für England folgendes aus: Wenn jeder, der mehr als 250 Pfund jährliches Einkommen hat, den Ueberschuß hergibt und man diese Ueberschüsse nach der Kopfzahl verteilt, nachdem man für Staatsangelegenheiten eine der Vorkrtegs- zeit entsprechende Summe abzieht, blieben für jede englische Famtlle kaum 5 Schilling in der Woche. Das im reichen England: in un- lerem verarmten und übervölkerten Deutschland käme noch nicht der halbe Betrag auf die Familie." Ist das nun Dummheit oder Gemeinheit? kommunistische Zvgendarbeil im eichte russischer krittt. Die Zeltung des Kommunistischen Iugendverbande» Rußlands»Komfo- molsasa Prawda" schreibt in einem Artikel über den Kongreß der Arbeltersugend Frankreichs vom 3. November 1025 u. a.: »Der deutsche Verband, der in den Tagen des revolutlo- nären Enthusiasmus gegen 71 000 Mitglieder zählte, hat setzt nur etwas über 20 000 Mitglieder.(? D. Redl Der Hauptgrund ist— die allgemeine Reaktion im Reich, die Harteidauerkrise und dle starken sozialdemokratischen Jugendorganisationen. Aber eine nicht geringe Rolle spielt auch die Tatjache, daß unser deutjcher Verband bis jetzt noch nicht die richtigen Methoden der Gewinnung der Massen der Arbeiterjugend gesunden hat." Katholisch« Zugend und soziale Rot. Der Verband der katho- tischen Jugend- und Jungmönnerverctne beruft seinen 4. Verbands- tog zum 13. bis 16. Juni nach Essen ein. In der Einladung de» Generalpräse» des Verbandes, Moslerts, heißt es: »Der Bertwudstag von Essen soll uns hinführen vor die große Rot unseres Bolkes und unserer Jugend, die soziale, wirtschaftliche, berufliche Not. Er soll in uns allen wahrhaft sozialen Geist aus- lodern und den Willen zu sozialem Leben und aufrichtig sozialer T a t stark werden lasten. Welche Stadt gäbe hierzu einen treffende- ren Hintergrund als Essen, der Mittelpunkt wirtschaftlichen Lebens und Strebens und sozialen Ringens, wo jetzt in dieser Zelt wirk- schastlichen Niederpanges so viele auch der Unserigen von schwerer Not umgeben sind? Wo könnten wir uns stärker von dem Bewußtsein durchdringen lasten, daß wir auch soziale Menschen werden, soziale Mannes- pflichten zu erfüllen hoben, daß auch dieses zun, ganzen katholischen Menschentum gehört, als auf diesan Boden? Wo sollte unser Ler- band klarer erkennen, daß er neben seinen großen seelsorgiichen, erziehlichen und Bildungsaufgaben auch große soziale Pflichten an der Jugend und mit ihr a» unserem Volke zu erfüllen hat, wenn nicht dort? So soll der vierte Verbandstag in Esten unsere soziale Pflicht und Aufgabe zu eingehender Besprechung bringen. An drei Tagen wollen wir uns von Führern der sozialen Bewegung in die sozialen Nöte und Aufgabe» der Zeit einführen lasten und hieraus die Folgerungen ziehen iür unsere eigene soziale Bildimg, für soziale Jugendwohlfahrt und sozialen Jugendschutz: hierbei wollen wir auch Wege suchen, wie wir in enger Gemeinschaftsarbeit mit den sozialen Verbänden diese Aufgaben erfüllen können." Die Stärke der katholischen Zungmännerorganlsallon. Nach einer Veröffentlichung der Zeilschrist de» Verbände» der katholischen Jugend- und Iungmännervereme Deutschlands zählte der Verband im Jahre 1923 3835 Vereine mit 363 200 Mitgliedern. 45 Pro,. der Mitglieder waren Arbeiter, 21 Proz. Handwerker, 18 Proz. bäuerliche Jugend und der Rest Kausleute. Beamte und Studierende. Der Verband für die weibliche katholische Jugend ist stärker und umsaßt rund ein« halbe Million Mitglieder. öeilrittserttärung zur sozialistische» Slrbeiterjugend Groft-Berlin Zugendt-treraeiat: SIS. 08. CiaOenftc. 3. 2. Oaf 2 Irp. rechts Vor- und Zuname:__ Postamt:--©(roste:_- Bei wem___ Beruf:. Geboren am: zu- Beschäftigt bei: Abteilung:- Deutlich und genau nnSzusüllen? 3>t(fec Schein ist ad�uqeden im Zugeadsekretariat. SA LS. Ltndenstr S ober bei einem Funktionär der SAI