Tit.jjr c* o] Belage zum Vorwärts Ottober 492» Wir und die Wahle Am 17. November wird über die Zujammensetzung der Stadt- und Bezirlsverordnetenversanimlungen und damtt auch über die Zusammensetzung des Magistrats und der Be- ztrtsämter für die nächsten vier Jahre entschieden. An dieser Tatsache darf die Jugend, insbesondere die arbeitende Jugend, nicht achtlos vorübergehen. Sind es doch in weitgehendstem Maße ihre Geschicke, über die am Wahltage entschieden wird. Am Aus- gang der Wahl ist nicht nur die über zwanzig Jahre alte Jugend interessiert, denen durch die Arbeit der Sozialdemokratie seit dem Jahre 1918 das Wahlrecht gegeben ist. Der Appell zur Mitarbeit bei dieser Wahl ergeht auch an die noch nicht wahlberechtigte Jugend. an die 14- bis 2vjährigen Arbetterburschsn und Arbeitermädel. Die Berufsschulange- legenheiten, die Fragen der Förderung der Jugendpflege an den Schulentlassenen, die Schaffung von Jugendheimen, von Spiel- und Sportplätzen, von Erholungsstätten für die freien Abende und für das Wochenende— Fragen, an denen die schulentlassene Jugend ganz außerordentlich interessiert ist— sind Angelegenheiten der kommunalen Verival- tung. So wird denn bei den Wahlen am 17. November auch mit darüber entschieden. ob neu« Jugendheime und Sportplätze ge- schaffen, ob die Erholungsfürsorge für Schul» entlaffene und Berufsschwache ausgebaut werden sollen. Seit den letzten Kommunalwahlen in Berlin im Ottober 1923 ist eine große Zahl junger Menschen herangewachsen, die für die Kommune zum ersten Male ihre Stimme in die Wagschale werfen. Unter den fast 3 290 000 Wahlberechtigten in Berlin sind 330 000, also 11 Proz. aller Wähler. Jungwähler, d. h. solche, die seit dem Oktober 1923 das 20. Lebensjahr erreicht haben und damit wahlberechtigt geworden sind. Dafür zu sorgen, daß von der großen Schar dieser Jungwähler sich die große Mehrheit für die Sozialdemokratie entscheiden wird, ist eine Aufgabe. woran die gesamte Jugend mitarbeiten muß. Die Jugend erfüllt damit nur ihre Pflicht sich selbst gegenüber, denn unter Führung verantwortlicher Leitung der Sozialdemokratie sind die Jugendwohlfahrtseinrichtungen der Stadt Berlin ge- schaffen und ausgebaut worden. Was hat die Stadt Berlin unter Füh- rung der Sozialdemokratie auf dem Ge- biete der Jugendpflege und Leibesübungen geschaffen? Als nach der Staatsumwälzung im Jahre 1918 die Sozialdemokratie— bis dahin völlig ausgeschlossen von der Mitbestimmung auch in der Kommune— mit die Führring der Geschäfte in der Stadt Berlin übernahm, hatte Berlin nicht ein einziges städtisches Jugendheim. Der Arbeit der Sozialdemokratie ist es in erster Linie zu danken, daß Berlin heute über 84 städtische Jugendheime mit über 300 Versammlungsräumen verfügt und da- durch erst eine umfassende Jugendarbeit für die freien Organisationen ermöglichte. Wie vorbildlich das auf diesem Ge- biete Geleistete ist, geht einwandfrei hervor aus einer Er- Hebung, die der Deutsche Städietag unter dem Stichtag des 30. Juni 1928 veranstaltet hat. Danach gehörten von 179 Jugendheimen in deutschen Städten mit über 30 lX)0 Ein- wob l.'rn 78(inzwischen hat sich die Zahl um 0 erhöht) oder Äer junge Arbeiter In Dawurerfruhe 2Öluß ich schon gehn Jas Haus der OJlühe Tlmd Eisen drehu. �Wie hart und spröde Ist doch der Stahl! Ich schürf und löte In langer 0jtal. Der Eisenspäne Schartiger i�Kcmd, �rifet mir wie Jahne Blutig die Hand. 3i.nd jede Stunde In dieser Haft Schlägt eine �Wunde Der Iugendtraft. fast 44 Proz. der Stadt Berlin i Trotzdem reichen die Heim« bei weitem nicht aus, nicht einmal für die in Bünden organisierten Jugendlichen. Nur eine starke sozialdemokratisch- Rat- lmusfraktion kann den weiteren Ausbau oer städtischen Jugendheime fördern. Die Anlage und der Ausbau von städtischen Spiel- und Sport- Plätzen(die in erster Linie der in den Sportvereinen organisierte,, Jugend zur Ber- fügung stehen) ist durch die Tätigkeit der Sozialdemokratie in den letzten Jahren er- heblich gefördert worden. Daß es der Sozial- demokratie besonders darauf ankam, die in der Vorkriegszeit vernachlässigten Ardeiter- be.zirke mit guten Anlagen zu versehen, ist selbstverständlich. Es sei hier nur erinnert an die Neuanlegung des Sportpark? Tempel« hofer Feld in Reukölln, des Bolkeparks Reh. berge im Weddwg und des Bolksparks Wuhlheide in Treptow. Es bandelt sich bei allen dreien um großzügig« und vorbildliche .Anlagen, wie sie wenige ändere Städte auf- weisen können. Ende 1928 besaß Berlin 149 Spiel- und Sportplatzanlagen mit einer Fläche von 3'- Millionen Quadratmeter, da» sind 1,33 Ouadratmeter auf den Kopf der Bevölkerung. Von diesen Anlagen sind 1344 817 Quadratmeter mit einem Kostenaufwand von 3 490000 M. in den Jahren 1923 bis 1928 geschaffen worden! Auch im laufenden Etatsjahr sind 1.2 Millionen für den Bau von Spielplätzen vorgesehen. Dar- über hinaus hat db? Stadt der Sport- und Jugendbewegung unmittelbare finanzlelle Hilfe angedeihen lassen. Allein im 5)aushalt der Zentralverwaltung sind je 30000 M. für die beiden Spitzenverbände, die Zentraikonnnission für Arbeitersport und Körporpflege und den Deutschen Reichs- ausfchuß für Leibesübungen eingesetzt, außerdem 30000 M. als Pauschbetrag für Boihilfen an Turn- und Sportvereine und 40 000 M. als Beihilfen für Jugendorganisationen. Außerdem haben Haushalisausschuß und Stadtverordneten- Versammlung auf Antrag der Sozialdemokratie beschlossen, für den Bau einer ArbeiUrturn« und-sportschule den Betrag von 30 000 Mk. bereit zu stellen, sobald die speziali- sierten Pläne vorliegen. Wo gab es vor dem Kriege e;ae jo u m- fassende Fürsorge für die schule utlassene Jugend? Die ungeheure Entwicklung der Jugendpflege und ihre Förderung durch die Kommun? ist ein Wert vcr Nachkriegszeit, und in erster. Linie der Arbeit der Sozial- demokratie zu danken. Das reich« Berlin der Vorkriegszeit hatte für diese Zwecke kein Geld, erst das Berlin der Nach- kriegszeit unter Borantritt der Sozialdemokratie ist stcb l-iner Pflicht gegenüber der schulentlassenen Jugend bewußt ge- worden. In diesem Jahr« ist es zum ersten Male ge- lungen, 30 000 Mk. zur Erholungsverschickung von schuleni- lassenen Berufsfchwachen tn den Etat einzusetzen. Diese er- freuliche Entwicklung zu fördern im eigenen Juteresse, ist Auf- gäbe der gesamten Jugend. Da«?anu nur geschehen. tvde.'N am 17. November die großen Scharen der ZnngwShler. die gesamte erwerbstätige Zvgend. sich Sozialdemakratle bekennt. Bis zum Wahltage heißt es. die TRüdm und tauen aufzurütteln uud selbst aktiv tätig zu sein, damit der Wahltag ein Siegeolag der Sozialdemokratie wird.«-«>"> Lösche. Lugend auf der Landstraße. Dir Nnt««wokmt, die twnonnlc Wal»« lunqcr Ärbcitcr als riiira Reit alle» Sant-Wertsbrauchs»u sehcn und kc als eine vereinzelte Sr- ichelnunit nicht besonders jiu deachten, ilir lidchftens einmal eine kleine Slevortaae ilbcr dos Oddachloicnalnl oder den BaaadundcnkonnreK llu widme». Talsachlich ober da adelt es sich bel den wandernden junaen Arbeitslosen nrn einen tojialcn Notzuftand. der rrnlthaitcfte Beachtung verdient und erwidert. Es war in drr Jugendherberge Asfaltcr während einer Erwerbs- loscnfreizelt. Dos ungimstige Wetter halte uns srüh ins Haus gescheucht, und wir saßen alle dreiundManzig Leute im gemüllichei» Tagesraum und wartete« darauf, wer sich heute den Mut nehmen würde, dein Abend«inen In- hall zu geben. Wir waren es gewohnt, unsere Abend« so aus freier Eingebung her- aus zu füllen. Wir waren eine gemischte Gesellschast, und nur wenige der Jungen, die da an den weißgescheuerlen Tischen saßen, hatten vor dieser Freizeit ein« Jugendherberge von innen gesehe». Was»>cht heißt, daß tetner je von Mutlers Rock weggekommen wäre. Im Gegenteil. Da waten einige/ die trog ihren zwaiigig, zwei- undgwanzig Jahren schon sehr viel unterwegs waren. Nur eben iricht aus Touristensahrt, wie da unsere drei Blaukuticn in der Ecke, die in ihrer äußeren Sauberkeit und iiinc- ren Woh!a»stä>l>digkcit und zum guten Teil auch Unbe- riihrthrit wie Sprößling« eines gut bürgerliche» Hauses erschienen, obgleich sie ebenso die vollgestempelte Erwerbslosen- karte in der Tasche trugen wie die anderen. Doch gerade von jenen an- deren, den echten Landsahrern, hoffte ich heute abend den einen vdet de» anderen zum Erzählen zu bringen. Wir waren gespannt daraus. Schließlich sand einer das Wort, ein sunger Klempner, der seit Beendigung seiner Lohr« iricht dazu gekommen mar, in seinem Beruf zu ar< holten. Immer gerade die Ar- beit verrichtete, die ihm die Gelegcicheit bot oder der Nachweis- be crime zuwies, der die meiste Zeit der fast fünf Jahr« aber aus der Straße lag, die auch jetzt wieder aus ihn wartete. Er erzählte, cimnal in Fkuß gekomme», außerordentlich gut. Bdit Bad Laufigk, wo er als Ausschachtuiig-arbriter tätig war und wegen Beendigung der Arbeit entlassen wird, beginnt seine Vaga- bondage. Sie führt mehrmals durch ganz Deutschland. L a n d- st ra ße, Obdachlosenasyl, Bolksküche, Arbeits- Nachweis, Polizeiwache, Arrestslube, Spritzen- Haus, Straßengraben und Heuhaufen, das sind die Stätten, an denen sich sein, an denen sich dos Leben des wandernden Arbeiters von heule abspielt. Ein trostloses, ein gesährliches Leben I Unser Erzähler ist, wie schon gesagt, zweiundzwonzig Jahr« olt. Noch dem Ton seiner Stimme, der völligen Wurstigkeit seines Wesens zu urteilen, aus der ekschreckende innere Erschöpfung spricht, möchte man ihn sür einen' alten Mann halten. Er kennt olles, weiß olles, glaubt nichts, ist ein gerissener Junge, wenn es die Situation erfordert, und scheut auch einen Konflikt mit dem Gesetz nicht, denn kann etwas Ichlimmer sein als eine Nacht in einem Arrestlokal, dos als Asyl dient, in dem sich kaum die Beine auestrecken lassen und dessen einziges kleines Fenster in den Schweinestall geht? Kann etwas unangenehmer sein als eine Fahrt in der Morgenstunde in einem dumpfen, grimmig, lallen Lastmöbelwage» von Berlin nach Magdeburg, als mühsam die Landslroß« hiulippeln zu müssen, den Kosser mit den Kleldern auf dem Rücken?■»•- Mit allen Zeichen maßlosen Erstaunens sitze» die-meisten der Junge» um den Erzähler herum. Man ist ergrissen, spannt,-lacht, sragk. Im Innern aber wehrt jeder einzelne von denen, die es ... bauen die Städte, die unter sozialdemokratischer Fiih/ung stehen. Die Parole derjungirähler lautet deshalb am 17. November; llir wühlen fo&ialdemohraliidi! noch nicht kennen, dieses Leben von sich ab. Jeder fühlt: das ist nicht Romantik eines Wochenendes, das ist beängstigende, erschreckende Wirklichkeit, ist ein Leben, wi««s sich niemand ersehnt/ Es ist auch kein Einzelleben. Dos traurige Jugendleben dieses wandernden Klempners ist Hein« typisches Leben vieler Jugendlichen geworden. Die Unerträglichkeit des Slrbeitslosenlebens in der Stadt, deren tausend Anlockungen um so grausamer sein tonnen, je größer der Zwang zum Verzicht ist, treibt den _ jungen Erwerbslosen aus die Landstraße. Bielleicht hofft er auch, unterwegs eher einmal Arbeit zu finden. Die Arbeitsämter kommen dem Wunsche der Jugend» lichen, die Stadt mit der Landstraße zu vetloufche», entgegen, und stellen Wandsr» scheine aus, di« den Jugendlichen die Möglichkeit geben, di« ihnen ziislehcnde Unterstützung unterwegs zu emp- sangen. Das ist eine gewisse Sicherung des Jugendlichen. Doch ist sie gering gegenüber der tatsächlichen Unsicherheit, die seiner draußen wartet. D,en» in Wirklichkeit sehlt heule fast noch jede Voraus- setzung für«in Wanderleben der Art. wie es sich hier aus der Not heraus entwickelt. Wir wissen, auch das mittel- alierliche Haudwerksburfchen- leben war nicht entfernt io lchän, wie es uns aus den Liedern entgegenklingt. Seine Romantik setzte ein, wenn seine Schwierigkeiten über- wunden waren. Eines aber hatte der mittelalterliche Handwerksbursche dem wandernden Ardeiter von heute voraus: Er war nie ganz aus der Gemeinschalt gelöst, der er be- rusiich und sozial zugehörte. Cr blieb selbst unterwegs ihrem Schutz, wenigstens bis zu einem gewissen Grade, unterstellt und ging vor allem seiner Achtung nicht verlustig. Der wandernde Arbeiter von heute hingegen ist— ein Vaga- bund. Nicht überall In gleicher Weise und gleich unbedingt. Ine allgemeine» ober doch. Er findet jederzeit die besondere Ausmerk- samkett des Polizisten, mögen seine Papier« noch so in Ordnung sein. Cr wird selbstverständlich, wenn er noch Uebernachiung sragi, den Vagabunden eingereiht, mit ihnen in einen Sammetraum gesteckt, gleich ihnen zum.Bienenoppelr beordert,:n Ermangelung eines Asyls ins Arreschaus gesteckt und was dergleichen verletzende Maßnahmen ntehr sind. Nun wird die Gleichstellung mit den Vagabunden, den asozialen Elementen, manchen wandernden Arbeiter sicherlich nicht besonders berühren. Andere dagegen leiden ungemein unter ihr. „Ich war auch unterwegs. Di« Behandlung als An» gehöriger des sünsten Siandes Hot mich fast um» gebracht. Ja, ja, wem» es nur über Schuhe und Eirümpse ginge. Aber das Seelische und Moralisch« leidet am meiste». Nun kenne ich wenigstens dos Pennen, und Asyllebcn, und ich glaubt, daß Jack Londons Buch„Menschen der Ties«" nicht nur von London erzählt. Denn in Deutschland ist«s nicht besser." Dies schreibt ein junger Tischler, der Im vergangene» Winter in einem Erwerbslosen- kursus sah und der, als er im Frühjahr noch keine Arbeit gesunden hotte, edensalls losgezogen war. „Aber das Seelische leidet am meisten." Mit Iick)ere,n Gesicht hat der junge Tischler die Hauptgesohr erkannt, die ihm aus der Landstraße droht. Davon ahnen die meisten der Jugendliehen, die sich heute zum Wandern entschließen, natürlich nichts. Doch sie ersithrrn es mir zu bald und leiden ebenfalls. Oder oder, sie werden leichtsinnig, erweisen sich als gut« Schüler all der zweise!- hasten Elemente, mit denen sie In den Nisylen zlisonrnwiigestelkt werde», der Londst reicher von Proseision, der Honwscxuellcn, der ansgekochrcn Tippelbrüder und anderer krankhestcr oder sozial bedenklicher Existenzen, mit denen sie so manche Nacht zusammen sein miisscn. Gewiß, man muß nicht unbedingt gran in grau sehen. Sehr ost wird sich die Jugend, besonders die organisierte Jugend, selbst Halt geben und gegenseitig stützen, wo es nottut. Das Bcwuhiscin, im nächsten Rastort eine Jugendgruppc zu linden, bei der man ein- kehren kamt, ist wesentliche Sicherung. Aber doch nur Sicherung auf Zeit und sür wenige. Dauert dieses Leben auf der Strohe lange, dann wird nicht nur die ansongs neu« Kleidung schäbig, sondern auch die Verbindungen lösen sich. Di« Behandlung der ganzen Angelegenheit laust aus die Frage hinaus: Was soll geschehen? Die Antwort liegt nahe. Ausbau einer um fassen den Wandcrsürsorgc. Echassung von geeigneten Uebernachtungsgelegenheiten. Schassung von Räumlich- keilen, in denen die wandernden Jugendlichen auch einmal einen gcinüllichen Abend verleb«» können. Gelegentliche Ueberweisungen non Konzert-, Theater- oder Filmsrcikorlcn an herbcrgcndc Jugend- lich«, damit sie nicht in Gcsahr kommen, zweiselhasle Stätten aus- zusuchcn. Man sage nicht, das seien utopische Forderungen. Es sind dringend notwendige Forderungen, deren Erfüllung nur dazu beitragen kann, die Gesahren zu mildern, die dem jugend- sich«» Erwerbslosen auf der Slratzc drohen. Karl Ullrich. Oer Kapitalismus als Menschenschinder Raubbau an Kindern und Iugendiichen Wen» eine Krankheit in«ine» Körper eindringt, so sucht sie sich i» erster Linie die Stellen aus. wo der Körper am schwächsten, am wenigsten widerstandsfähig Ist. Da setzt sich die Krankheit mit größter Hartnäckigkeit hst und versucht von da aus allmählich den ganzen Körper zu vernichten. Aehnlich müssen wir uns den Kapitalismus als wirtschastliches System der Ausbeulung»tenschlicher Arbeitskralt vorstellen. In seinem Streben, aus der Arbeit der Hände und der Hirn« die denk- bar größten Gewinne herauszuholen, kennt der Kapitalismus, wciin sich ihm kein Widerstand bietet, keinerlei Hemmungen. Die Schichten der Arbeiterschaft, die am wehrlosesten sind, hat der Kapitalismus von jeher am»leiste» ausgebeutet. Ais die'Arbeiterschaft und ihr Denken»och zu unentwickelt war, um sich Abwehr- und Schui;- orgauisalionen zu schassen, wie sie die speien Gewerkschasten und die Sozialdemokratische Parle! heul« sind, da stürzt« sich der Kapita- lisnius in seiner Prositsucht auf die Wciischc» und raubte ihnen Gesundheit, Arbeitsfreude und Lebensglück. Namentlich in den Ansängen der industriellen Gütererzcugung am Ende des l8. und am Ansang des I!). Jahrhunderts war die kapitalistisch« Menschen- schinderei an« brutalsten und ausgedehntesten. Besonders Kinder, Jugendliche und Franc» waren damals willkommene A u s b e u t u n g s- o d j e k t e. Sie waren die schwächste», wäre» mn meiste» rechtlos, leisteten den geringsten Widerstand und ihre Zahl war so groß, daß die Ausbeuter sür ihr Jagen noch Gewinn junge Arheitskräjte in Hülle und Fülle vorfanden. So hoben die Proletarierkinder und -jugendlichen in den Ansängen des modernen Kapitalismus eine wahr« Hölle durchleben müssen. Wir wollen im nachstehenden ein paar Tatsachen aus der Geschichte kapitalistischer Menscheirschinderei und Menschenoernichtung auszählen, deren dürre Sprache nxhr als langatmige wisse nschastliche Abhandlungen die Ausbeulung des Menschen durch den Menschen anklagen. » In frühere» Zeiten gehörten die Kinder von Zucht- Häuslern mit zu den Insossen der Zuchthäuser. Sie wurden unlcr Ausficht des Zuchtmeistrrs i»'Art>eilsa»stallen zu schweren, meist gesundheitsschädlichen Arbeiten verwendet. In Hamburg zählte man I72S nicht weitiger als SOG) solcher bedauernswerten Geschöpfe. Natürlich wurden diese Kinder in den Zucht- und Werk- Häuser» auch sittlich verdorben. In Amsterdam wurde 1683«in besonderes Waisenhaus errichtet, um die Kinder darin sür Fabri- kanten Seide spinnen zu lassen. In ähnliche» Weise versuhr der Preuhenkönig Friedrich Wilhelm l., der eineni einzigen gadrikauten drei- bis vierhundert Waisenkinder sür Arbeilszwecke überwies. Elsstündige Nachtarbeit sür Kinder von 6 Jahren an war in den zwanziger und dreißiger Jahren des vorigen Jahrhunderts in Deutschland keine Seltenheit. Bei gesundheitsschädlicher Arbeit von 7 Uhr früh bis 8 Uhr abends gab man den Steinen 2 bis 3 Silbergroschen. Und weil die Essenspause die Ausdeutung der Kinder um ein weniges verkürzt hätte, hing man ihnen teilweise ■„einen Blechtopf um den Hals, aus dein sie ihre Nahrung in den Werkstätten, auch während der Arbeitz eiitnehine» mußten". Es gab dainals so prachtvolle Zlerzle, die erklärten, gegen eine lüstün�ge Jabrikarbeit der Kinder sei vom gesundhcltiichen Standpunkt nichts einzuwenden. Erst als auf diese Weise der Staat seinen soldatischen Nachwuchs gefährdet sah, erlieh er Kinderschutzgesetze. Da war mit einem Male die lange Ausbeutung der Kinder eine Geiahrl Das klassische Land kapitalistischer Ausbeutung war England in den Anfänge» seiner Industrie. Hier kamen die ersten Maschinen, die ersten großen Fabriken und mechanischen Bauimvottspinnereien und-Webereien aus. In diesen wurde die Ausbeutung in geradezu verbrecherischen Ausmaßen betriebe». Der Proletarier wurde zu- sammen mit seinen Familienangehörigen zum elendesten Arbeits- sklaoen heruntergedrückt. Karl Marx in seinem Buch„Das Kapital" und Friedrich Engels in seinem Buch„Die Lag« der arbeitenden Klosse in England" haben erschütternde Schilderungen gegeben von der Hölle, in der damals die englischen Arbeiter lebten. Wir ivollen hier nur ein paar Beispiele davon wiedergeben: Bis zum Jahre I8ll2 dursten in England Kinder Tag und Nacht ohne Beschrönkung beschäfrigt merden. Vom Iah'e 1802 ab wurde die Arbeitszeit der Kinder auf 1? Stunden am Tage beschränkt(!) und Kinderarbeit während der Nacht oerboten. Das englische Fabrikgesetz von 1834 erlaubte sür Kinder zwischen 9 und 13 Iahren 48 Stunden Arbeits- zeit in der Woche, während Jugendliche zwischen dem 14. und 18. Lebensjahr täglich 12 Stunden beschäftigt werben konnte». Der zwongsmäßige Schulunterricht sür Kinder unter 14 Jahren betrug täglich ganze 2 Stunden, damit ja nicht zuviel Zeit zur Aus- bcutung verloren ging. Ursprünglich holten sich in England die Unternehmer sür ihre Betriebe die Kinder scharenweise aus den Armenhäusern, die die Kinder auf mehrere Jahre an die Fabriken vermieteten. Die Kinder wurden von ihren Brotherren mit der größten Rücksichtslosigkeit und Barbarei wie Sklaven behandelt. In den Fabriken wurden die Kinder von den Aussehern ge- schlagen und mißhandelt. Als ein löjähriger Arbeiter einem schottischen Fabrikanten dovonlies, rilt ihm dieser nach und zwang den Jugendlichen, so rasch wie das Pferd trabte, vor ihm her zurück« zulaufen, wobei er fortwährend mit einer langen Peitsche aus ihn loshieb Ii» Arbeitshaus zu Grceuwich wurde im Sommer 1843 ein sünsjähnger Knabe strafweise drei Nächte hintereinander in die Toten tammer gesperrt, wo er auf Sargdeckeln schiasen mußte. Bei gelegentlichen Jnspeklionen in Arbeitshäusern fand man Erwachsene und Kinder in Hundelöchern unter der Treppe«in- gesperrt: nackt, zerlumpt, halb verhungert. Die Gesundheit der in den Fabriken arbeitenden Kinder war miss höchste gefährdet. Zerstörung des Nervensystems, allgemeine Schwäche und Erschlaffung des ganzen 5körpers. Nerkrümmung der Wirbelsäule und der Beine waren an der Tagesordnung. Ein« Untcrsuchungskommission fand eine» Knaben, der durch die morde- rische Arbeit so verwachsen war, daß er nicht mehr die Trepp» hinauskommen konnte. In den Zündholzsabriken war es seibst- verständlich, daß die Iungcns selbst während der Herunterwürgung ihres Mittagsmahles die Hölzer in die warn« Phosphonnijchung tauchten, deren giftiger Dampf ihnen ins Gesicht stieg. Erst 1864 führte man sür diese gesundheitsschädliche Arbeit Eintauchmaschinen ein. In den gesundheitsschädlichsten Betrieben dursten Kinder de- schästigk werden: in Gclbgießereie», Knopf-, Glasur-, Galvani- sierungs- und Lackicrfabriken. Vom 10. Lebensjahr ob wurden Jungen in den Bergwerken unter Tage beschäftigt und in den Ziege« leien mußlen unerwachsene Mädchen Lehm und Ziegelsteine Ichleppen. wobei ihre Arbeitszeit in d?r Hochsaison von S Uhr morgens bis 7 Uhr abends dauerte. Nicht mir die Körper der Kinder und Jugendlichen wurden aus diese Weise vernichtet, auch ihre Seeleu. Geistig« Genüsse und Freuden kannten die bedauernswerten Kinder nicht. St« vegc- tierten wie Tiere dahin, lernten frühzeitig Trunk und Unsitte kennen und vermochteu keinerlei Liebe zu ihren verelendeten Eltern auszubringen. So war das Leben der englischen Proletarier«In« schlimm« Hölle, bis auch in England die Gesetzgebung>md die Arbeiterorganisationen darin allmählich Wandel brachten. « Die Arbeiterschaft und namentlich die Jugendlichen sind heut« ost geneigt, unser« Arbeiterschußgesetzgebung als- etwas Eelbstoer« siändlichee hinzunehnien. Die Jugendlichen aber sollten bei einem Vergleich mit dem früheren Proletarierelend zu der Ueberzengung kommen, daß wir ohne die organisatorische Zusainmensasiung der Arbeiterschaft heut« uns noch j» ähnlicher Lage beftmden; denn der Menfchenvernichtcr Kapitalismus pflegt dem werktätigen Bolt Nichts kanipflos zu überlassen. II. II. Aus der Zugend-Internationale Studenten-Zuternationale macht Fortschritte. Der Sekretär der Internotloiialeu Sozialistischen Studenlen- säderation, Otto Friedländer, der anläßlich des Internationalen Studentenkongrcsses für Bökkerbundsarbeit in Genf wellte, nahm dort Grlegcirheit, mit den anwesenden sozialistischen Bertreteni der polnischen und srairzösischen Delegation sowie mit den Genfer sozklistiiche» Studenten und eiieigen anderen anwesenden ans- ländische ii Änqehöriaen der Jnternattonaterr Sozialistischen e?tuden- tenfoderation ein« gemeinsame Zusammenkunft ab�holten, in der vor allem die Ereignisse aus dem Genfer Kongreß, aber auch die internationale Zusammenarbeit und die Entwicklung der Schweiger Studenienorgamsation besprochen wurden. Die Schweiber Orchnrk» sation scheint sich in einer erfrentichen Aufwärtsentwicklung befinden. Die sozialistischen Teilnehmer an den Hochschnlkursen des Professors Zimmern hal>en sich zu einer dauernden Zufammen- arbeit in Genf zusaminengefimden und be>>bsichtigen, eine Zu- sammenarbeit auch in künftigen Jahren zwischen den sozialistischen Teilnehmern der Kurs« stattfinden zu lassen. Ferner besuchte der Sekretär die soziaiistijchen Studenten- gruppen rn Frankreich und Belgien. In Frankreich hofft man im Lause des Wintersemesters auf eine Stärk« von zwan.pg Gnwpe» mit etwa rund ZOO Mitgliedern zu kommen. Die Arbeit schreitet insbesondere in Paris rüstig vorwärts. Das gleiche wird von Belgien berichtet. Lediglich durch die Schwierigkeiten zwischen Flamen und Walismtn wird die Arbeit zeitweilig gehemmt. Die Brüsseler Gruppe Hot ebenso wie die Pariser Gruppe eine Reibe von ArbeUsgememslbaften eingerichtet und hat vor allem durch(Much große» offen et icheu Disput zwischen de Broucker; und eine?» fviihrer der Liberalen einen großen Erfolg errungen. Die französische Organisation beabsichtigt, ihren Berimndstaq, der zu Ostern in Straßburg stattfinden soll, zu einer.! internottonaten Greruimfen auszugestalten.„L'Etudiant Soetaiisie". das Organ der belgifck!««, französischen und schweizerischen soMliftischen Studenten, fall vom Semesterbeginn ab wieder regelmäßig er- scheinen. Als erfreulichen Erfolg der Reife kann der Sekretär dos Er- gebnis feines Aufenlhaltes in Madrid mitteilen. Zufälligerweise traf er an einem Tage ein. an dem ein« Generalversammlung der Madrider Arbeiterpigend.>» der auch sozialistische Studenten stark vertreten sind, stattfand. Gewisse Schwierigkeiten, die sich aus dieser Zusammenarbeit ergaben, sollten gerade an dem betreffenden Abend erörtert(»erben. So bot sich dem Sekretär Gelegenlseit, in einer größeren Ansprach« auf die Aufgaben der Internationalen Soziali- sttsck?en Studentensöderalioii und auf ihr« erfolgreiche Tätigkeit hinzuweisen. Das Ergebnis war. daß es gelang, am gleichen Abend, unter großer Begeisterung sämtlicher Anweferrder, eine Madrider Ortsgnivv« und damit zugleich auch hoffenllich den kern einer spanischen sozialistischen Studentenorgavtsatton zu.1cha.fken. Der neuen Organisation traten sofort 45 Studenten bei, und bei der gegenwärtigen Lage innerhalb der ipaniichen Studenten- schaft ist mit einem batdioe» Wachstum der Organtjation, falls sie uicht durch da» jehige Regime an der Entfaltung gehindert wird, in Kürze zu rechnen. D e außerordentlich befriedigende Beranstaltuno fand troß der Proteste eines anwesenden Polizeitommassars ihren Schluß in einem gemeivsamen Gesang der.�Internationale'', die wohl seit Beginn der spaiiischen Diktatur zum ersten Mal« wieder im Voltshaus erklang.__ id'ge'Mmen in der Sozialistischen Ingen d-Lateruationole. Die Sozialistische Augendorgantsation Argentiniens hat aus ihr«» letzten Berbandstag beschlossen, stch der Sizialistisä>en Jugend- internal-anale anzuschließen. Der Verband uinfaßt zurzeit etwa 70 Gruppen. Da« Programm des Bundes umfaßt sowohl die so- ziale und sportttche Erziehung der Jugend, die Freizeitgestaltung äl» auch den Kampf gegen die sozialen Schäden der bürgerlichen Gesellschaft. Im ilugenblick ist der Verband mit der Varbereilung eines groß angelegten Feldzugs gegen den Militarismus beschäfligt. Die Gruppen veranstalten Versammlungen, verteilen Flugbtätler und werben mit Plakaten, in denen die Schändlichtelt des Militaris- mns dargetan wird. Der außerordentstche Kongreß, der den An- fchknß an die International« beschloß, nahm ferner einen Arbeitsplan an, in dem der größte Wert auf dt« Zusamtnenfastung und die Er- ziehnng der Jugend gelegt wind. Das Programm entspricht in großen Zügen dem Arbeitsplan der sostalistifchen Iuqendgruppen in Eurspü. E« ist der Wille der argentinischen sozialistischen Jugend. gemeliisam mit den Genossen der alten Weit für die Erreichung der gemeinsamen Ziele zu wirken. Der Kongreß nahm ferner eine Entschtießimg gegen die Besetzung von 5)alti durch nordameritanische Truppen an und forderte alle organisierten und sympathistererden Ju gerablichen auf, sich dieser Aktion anMschließen. Bon dem Beschluß«iirt* auch der sozio listischen Jugendorganisation Rord-nieri- ta» Semiiiiis gegeben, und sie wurde ersuchtz ihre Solidarität mit den Arbeitern von choiti Ausdruck zu geben. Aus Her Berliner Arbeiterjugend tvv Arbeitkrjugtttdgmppen in Nerlin. Die Sozioltsttsche Arbeiterjngenid Groß-Berlins befindet sich weiterhiit auf dem Barmarsch. Dank der unermüdlicheil und rast- losen Arbeit aller Funktionäre und Mitglieder hält der AuFtieg uyuuterdioche« an. Während die Mstgliederzahl am k. Iannar IstZst S'ckst betrug und am Jahresschluß 3195, ist sie dt, zpm k. Juli IstZst auf 3501 gestiegen. In der gleichen Zeit hat sich die Zahl der über das gejamk« Stadkgebiet verteilten Gruppen von 84 auf 05 erhöht Rene Gruppen sind darüber hinaus in den Bildung de- griffen, so daß vor einigen Tagen die 100. Grunz»« in Berlin hi» Arbeit aufnehmen konnte. Roch deutlicher tritt, der Vormarsch der SAI. in Erscheinung,.wenn man Sie Zahl und den. Besuch der Bev- onstattungen betrachtet. Gegenüber 3099 Veranstaltungen mit 87 799 Besuchern im ersten Halbjahr 1928 wurden im gleichen Zelt- räum 1929 3017 Veranstaltungen mit III 103 Besuchern durchgeführt! Bon diesen Zahlen entsollen allein auf Vorträge 1883 mit 44 742 Besuchern: ein gutes Zeichen für du, stark« Lern- und Bildnngsbedüsfnis der erwerbstätigen Jugend Außer einer zentralen Funktinnärbibtiothet sind in 00 SAI.-Grup- pen Büchereien mit insgesamt über 10 090 Bändui vorhanden. 897 Funktionäre(darunter 278 weibliche) leisten die bei der großen Zahl der Veranstaltungen außerordentlich umfangreiche Arbeit innerhalb der Organisation. Das Ziel der Berliner SAI. ist es, noch in diesem Jahre die Mttgliederzahl von 4000 zu erreichen. Die Ortsgruppenzahlen"des Verbandes der Sozialistisch«» Arbeiierjugend Deutschlands stiegen von 1415 am 1 Januar 1928 aus 1534 am 1. Januar 1929 und betrugen am 1. Juli 1929 1592. Dabei ist zu beachten, daß in mehreren Bezirken die größeren Ort»- oruppen(z. B. Hamburg. Nürnberg. Magdeburg) nur als«ine Gruppe zählen. Die Mitoliederzahl wird um Jahresende 0000« betragen. ►X4 Q�! dfei Rundschau ETI iSü Philipp SnoVden und der Alkohol. Philipp Snowden, der Finanznnnister der englischen Arbeiter- regierung, dessen eiserne Energie nnd unerviitliche Zielklarheit die Welt bewundern gelernt hat, kennt auch in der Sllkoholsrag« kein Kompromiß. Er meidet alle alkoholischen Getränte und fordert neben dein Gemeinddbestiinnnrngsrecht. für das die gesamte Ar- beiterschast eintritt, eine weitgehende Einschränkung des Alkohol- Handels. Wiederholt hat er in Wort und Schrift auf die Gefahr hingewiesen, die der vorwärtsstrebenden Arbeiterschaft vom Alto- hoiismus droht.„Die Arbelte rführer," schreibt er einmal,„stno sich bewußt, haß die Arbeiter eine» langen und schwere» Kampf für ihre wirtschaftiiche und soziale Befreiung auszufechten habe». Es ist darum sür sie um so.notlveudigrr, daß sie gegen die Verderb- tichen nnd entsittlichenden Wirkungen des Alkoholhandets geschützt werden, eines Handels, der Ihre knappen Mittel vergeu- det, ihren Geist und ihren Körper ruiniert un» ihre Kraft zum Kampf um bessere Lebens b« dt n- gunqen schwäch f." Den strengen, unnachgiebige» Kritiker verraten die sotzende« Sätze, mit denen Snowden die altoholgegner-ische Broschüre eine» Freundes einleitet:..Das Trinken mit seinen enormen Verwüstungen wirtschaftlicher Quellen inud seinen schrecklichen Wirkungen auf das Familienleben, die Gesundheit und die menschlich» Leistungs- sähiqkeit ist«in Nebel, das zum größten Teil von dem persönlichen Verhatten der Arbeiterklasse abhängt. Menschen, welche nicht dt« moralisch« Kraft haben, einer Versuchung zu widerstehen, der gegen/ über Nachsicht so unglücktiche Folgen für sie selbst und die Gewohr,- beit bringt, find schlecht« Werkzeuge zur Durchführung der sozialen Revolution. Dt« Arbeiter geben sür Trinken t» einer Woche so viel aus. wie für gewertschasiliche und politische Zwecke in einem ganzen Jahr." Berliner Kinderelend. Nach einer Statistik der Jugendfüviorgestelleu bei den Berti«« Bezirksämtern werden 17 000 Kinder als aufsickstsla, und 3000 ata gewevblich tätig bezeichnet, lim dieser Not abzuhelfen, bestehen Ut Verlin etwa 380 Einrichtungen(Heime. Krippen, Kindergärten, Hörle). Von den 380 Einrichtungen sind 50 städksich. Wo sitze« die Richlwähler? Sieben anderen Orten hat setzt auch die groß« Jndustriegemeinde Großschönau i» Sachsen Feststelluiigen getroffen, rvelchen Beruf»- gvuppen und Beoöikerungsklassen die NichtWähler angehören. Aas Resultat bestätigt, wa» früher wiederholt mitgeteilt worden ist: daß «rhebttche Teile der Richtwähierjchast sich aus Arbeitertretsea rekru- Leren. Aach der Zusammenstellung der Gcineind« Großtchönan übten bei den diesjährigen Zächstschen Landtazswahlen im Mai von 510? eingetragenen Wählen, nur 3310 ihr Wahlrecht aus. Die 1797 Nichlwähler verteilen sich auf folgende Gruppen: Beamte und An- gestellte 116. Arbeiter 387. Arbeiterinnen 315, Geichästsleut« uno Landwirte 63. Geschäftssrmien 26, R?"tner 32, Rentnerinnen 159, Haustöchter 53, Hansangestellt« 113, Männer ohne festen Berns 12, Frauen ohne festen Berus 525. Diese Zahlen geben zu denken. Die große Zahl der Arbeite- rinnen, der Arbeiter. Rentner und Aentitcrinnen und nicht zuletzt vre Hausangestellte», die ihr Wahlrecht nicht ausübte», gebe» Auischluß warum der Erfolg der Sozialdemokratie bei den sächsischen Land- tagswahie» nicht größer war. Die Stimmen dieser BernfZgrupven. besonders der Arbeiter und Arbeiterinnen und der Hausangestellten, gilt«s nutzbar zu machen für d!« SozlaldemoBati». Bei de» kam- Menden Gemeindewahlen muß dt« Jugend all« Kröfi» anspannen, daß die Partei der R ichtwä-hl c r zugunsten d» r Pa r- tri der Arbeiter zu s.a n- m en sch m sl, l. Die besonder: Bedeutuva der Gemeindewahlen nracht br.'i? Arb-it zu einer de- sonderen Pflicht,