Zugend-Vorwarls Jim Beilage zum Vorwärts 30. Bon den Ergebnissen der Novemberwahl sind die der Groh-Berlmer Wahl am auffälligsten, weil sie im Wider- fpruch zu den übrigen Ergebniffen stehen. Die Parteien der äußersten Linken und Rechten haben so stark zugenommen. daß eine arbeitsfähige Mehrheit im Rachaus kaum zustande gebracht werden kann. Eine wichtige Aufgabe für die nächste Zeit ist, die verpestete Atmosphäre des Mißtrauens gegen die Selbstoenvaltungskörperschasten zu reinigen und Vorbereitungen für die weiteren sachlichen Kämpfe im Inter- esse der Arbeiterschaft zu treffen. Es gibt hier sehr viel zu tun: wir wollen aber nur einige Fragen herausziehen. Bei den Wahlen in Berlin hat zweifellos die Schicht der Jungwähler«ine wichtige Rolle gespielt. Ob sie den Ausschlag nach links oder nach rechts bei diesen Ver» ärgerungswahlen gegeben haben, steht nicht fest. Wichtig ist aber die Erkenntnis, daß diese Jungwählerschaft von Wahl zu Wahl an Bedeutung zunimmt. Die Stellung- nähme dieser Wählermassen wird ganz besonders bei den künftigen Kommunalwahlen.abhängen von den Leistungen, die im Interesse der erwerbstätigen Jugend erfolgen. Zweifellos sind die unter sozialdemokratischer Führung ge- schaffenen Einrichtungen auf dem Gebiete des Gesund- heitswesens und der Jugendwohlfahrt Vorbild- lich, aber sie reichen noch nicht aus. Neben der Arbeits- und B e r u f« n v t der Jugend, die nicht nur in Berlin ein brennender Notstand ist, sind es die W 0 h n u n g s- und HeimverhSltnisf«, die ständig unerträglicher werden. Dieses Elend treibt den jungen Menschen auf die Straße mit chren zersetzenden Einflüssen. Hier helfen besser als Gesetze zum„Schutze der Jugend vor Schmutz und Schund" und schlechten Lustbarkeiten solche Einrichtungen und Maß» nahmen, in denen die Jugend ihr Leben entfalten kann und jugendgemäß gestasten kann. Der Ausbau der Jugendpflege, die weitere Schaffung von Jugendheimen und Sportplätzen muß energisch betrieben werden. Jede dieser Einrichtung macht eine Menge Einzelmaßnahmen der Jugendfürsorge, wie Schutzaufsicht und Fürsorgeerziehung, überflüssig. Die andere Seite, des W 0 h nu n g s elend s, trifft jene große Schar der jungen Arbeiterschaft, die auf der Suche nach Arbeit heimatlos wurden oder aus der entsetz- lichen Enge der elterlichen Wohnung flüchteten. Sie leben größtenteils als Untermieter und find dann nur allzuoft den durch die eigene Not rücksichtslos und brutal gewordenen Vermietern ausgeliefert. Das Schicksal dieser ledigen Untermieter ist viel zu wenig bekannt. Sie Hausen in den Arbeitervierteln in sogenannten Wohntellern oder in Wohnlauben, ständig bedroht vom Gespenst der Arbeitslosig- keit und des Herabsinkens ins Lumpenproletariat. Wie oft ist einer solchen jungen Arbeiterin oder einem solchen Ar- beiter die Berzögerung der Mietszahlung zum Verhängnis geworden, indem der Vermieter sich schadlos hielt an den wenigen Habseligkeiten des Untermieters. Berzweiflüngs- taten find dann die Folge. Aber alle diese Jugendlichen in Berlin sind noch gut gestellt gegenüber denjenigen, die ihre Zuflucht zu sogenannten Uebernachtungsheimen nehmen mußten. Die wenigen städtischen, einwandfreien Ledigenheime, die meist nur für Männer bestehen, die vorbildlichen Lehrlingsheime mit viel zu wenigen Plätzen sind stets besetzt. Es bleiben nur jene Arbetterinnenheime, Jugendbewcchrungs- Heime der freien Wohlfahrtspflege mst ihrem.Armenpflege- rifchen", religiösen Anstrich. Eine der wenigen Ausnahmen ist die Herberge des Gewerkschaftshaufes. Die Schaffung von Ledigenheimen und freien„weltlichen" Jugendwohnstätten ist für Groß-Beriin viel wichtiger als das von der bürger- lichen Jugendbewegung Berlins gefordert« zentrale„Hau« der Jugend". Die Linderung der Untertunftsuot für die junge Arbeiterschaft ist brennender als die Schaffung eines zentralen Haufes, das tn der Viermillionenftodt doch nur repräsentativen Charakter hat. Bei der Behandlung der Frage Wohnungsnot und Jugend ist ferner nicht zu übersehen, daß die Jungwähler auch insofern ein besonderes Interesse an der Behebung der Wohnungsnot haben, als aus ihren Kreisen die I u n g v e r- heirateten in großer Zahl hervorgehen, die noch immer jahrelang warten müssen, ehe sie in die Lage komme», ein« eigene Wohnung als ihr Heim einzurichten. Der öffentliche Wohnungsbau wird darum in der Werbung unter den Jung- Wählern immer eine besondere Bedeutung haben. Besonders interessiert ist die Arbeiterjugend am Stand unseres B ä d e r w e s e n». In wachsendem Maße hat man die Bedeutung des Bades als wichtiges Hilfsmittel zur Er- Haltung der Gesundheit erkannt. Die Taflache, daß Berlin» Bäderwesen erst an 45. Stelle der deuflchen Städte steht, zeigt, daß die Erkenntnis von der Notwendigkest des Baden» nur erst zu wenigen Taten geführt hat. Was bisher an neuen Hallenbädern und Freibädern geschaffen wurde, ist ein Werk der sozialdemokratischen Initiative. Um der Bäder- not einigermaßen zu steuern, brauchen wir aber neben den Freibädern vor allem Hallenbäder, damit auch im Winter der Badebedarf befriedigt werden kann. Eine Betriebsver- einfachung und Zentralisation der Verwaltung würde die laufenden Kosten verringern. Es handelt sich hier nicht um Luxusforderungen, sondern um lebensnotwendige BedÜrf- nisse, denn etwa 74 Proz. aller Wohnungen in Groß-Beriin, in Alt-Berlin sogar 86 Proz., sind ohne Badegelegenheiten. Auch um die seit Jahren als notwendig erkannte Forderung der Jugenderzieher und Schulärzte nach Einführung des obligatorischen Schulfchwimmunterrichts durchzuführen, muß eine beschleunigte Besserung herbeigeführt werden. Von den 6000 Menschen, die Jahr für Jahr dem Ertrinkungstode zum Opfer fallen, könnte ein« erhebliche Zahl dem Leben erhalten werden, wenn schon in frühester Jugend das Schwimmen gepflegt wurde. Es handelt sich hier nur um einige Forderungen an die Kommunalpolstik im Interesse der erwerbstätigen Jugend. Diese Jugend wird in kurzer Zeit bei den politischen Entscheidungen mitwirken. Die Sozialdemokratie kann sie am leichtesten für sich gewinnen, wenn sie auf gute Leistungen der eben genannten Art hinweisen kann. Wenn die Sozial- demokratie jetzt mit verstärkter Kraft an die Arbeit geht, dann kann sie zuversichtlich neuen Wahlkämpfen entgegen- sehen. G. B. r" Lugendinternationale marschiert! Wie noch de», großen Erfolg des internotionalen Jugend- tr« Ifens in Wien zu erwarten war. haben die Beranfwilungen de» internationalen Jugendtage» in diesem Jahr weit größeren Ilmfang angenommen als In den früheren Jahren. Wir »«ben nachstehend einen kleinen Auszug aus den di» fegt vorliegen- den Berichten der einzelnen Verbände autzerhatb Deutichlands. Die holländisch» Jugendorganisation verbindet den inter- nationalen Iugendtag alljährlich mit ihren großen 5)erbstveranstal. dingen, die gleichzeitig dem Gedanken des Iugendschntzes und der Verbundenheit mit der erwachsenen Arbeitet schast gewidmet sind. In diesem Jahr sandcn diese Demonstrationen am 21. und 22. Sep- tember in Apeldoom, Assen, Franekeo, Eindhoven, Schiedai» und Zaandam statt. Sie wurden in Fonn von Bezirksjugendtagen durchgesiihrt. An den Veranstaltungen nahmen insgesamt fiOOO Mitglieder derAJC. teil. In verschiedenen Städten wurde die sozia- listische Slrbeiterjug.md offiziell von den Behörden empsangen. Nur die Bürgermeister in Apcldoorn und Eindhoven nahmen eine ab- lehnende Sellung ein und suchten die Demonstrationen durch allerlei Verordnungen zu erschweren. In der Stadt Franekeo wurden die Vertreter der AJC. offiziell durch die Stadtverwaltung empfang«», außerdem wurden die Glocken geläutet. Der Bürgermeister mußte allerdings für diesen Empfang schwere Vorwürfe der bürgerlichen Gemeindevertreter über sich ergehen lasse». Aus Antrag eines bürgerlichen Mitglieds der Gemeindeverwaltung wurde et» MIß- kraucnsvotuin gegen den Bürgermeister angenommen. In Oesterreich war es infolge der gespannten politischen Derhältnisse nicht ollgemein möglich, den internationalen Jugendtag am S. Oktober durchzuführen. Die cheimwchr hatte in den Wochen vorher eine wüst« Hetze gegen die Stadt Wien entsacht und für den 29. September«inen Marsch aus Wien angekündigt. Diese Absicht löste große Gegenkundgebunge» der gesamten Arbeiterschast aus und selbstverständlich war an den Massenaufmärschen gegen die Bürgerkriegsgesahr auch die Jugend beteiligt. So wurden in Wien am 25. September 23 groß« Kundgebungen der arbeitend«» Jugend durchgesiihrt, in denen die führenden Partei- und Iugendgenvssen referiert«». In diesen Massenkundgebungen waren allein 27 OOO junge Arbeiter und Zlrbeiterinnen anwesend. Aehnlich war auch dl« Lage i» Niederösterreich. Hier fanden am 29. September 700 Botkskund gedungen'statt, an denen auch die Jugend in großer Zahl teilirahm I» den anderen Ländern war es möglich, den intermrtionalen Jugendtag an denr festgesetzten Tag durchzusühren. In Vesterveich versammelte sich di« Jugend zu süns Bezirkskiindgebiingen, und zwar in St. Valentin. Steyr, Linz, Gmundeir und Ebens««. Ski diesen Bezirkskundgcbungen wurden 7499 Teilnehmer gezählt. Größere Kundgebungen sanden serner statt in Klagensurt, Bruck an der Mur, Graz und Innsbruck. Dazu kamen über 299 Ortsgruppenoersammlungen und Gruppensciern, zu denen auch die erwachsenen Genossen eingeladen waren. Auch in Polen wurden die Veranstaltungen des internationa- len Jugendtages boeinflußt durch die gespamtle politische Lage in diesem Land. So kam es i» Warschau am Vorabend des inter- nationalen Jugendtag«» zu einem Zusammenstoß mit der Polizei. Einer der Umzüge wurde im Innern der Stadt von der Polizei angegriffen, und die Polizei versuchte, die Fahnen zu beschlag- nahm«». Dies« Zusammenstöße wurden als Dorwand benutzt, um di« Veranstaltungen des internationalen Jugendtag.-s In Warschau überhaupt zu verbieten Auch i» einige» Provinzstädten wurde dieses Verbot durchgeführt. In den meisten anderen Städten nahm der Iugendtag einen glänzenden Verlauf. In Warschau selbst wur- den Protestkundgebung«» veranstaltet. Besonders erfreulich waren auch die Veranstaltungen In den deutschen Gebiete» Polens. In Lodz tagte an, K. Oktober der Vereinigungsparteitag der Deutschen Sozialistischen Arbeits- parte! Polens, der den endgültige» Zusammenschluß aller deutscben sozialistischen Organisation«» Polens herbeiführte. Die sozialistische Jugend aus Lodz und der nächsten Umgebung marschi«rte am Mar- den des 6. Oktober In geschlossenem Zug mit Fahnen und Wimpeln nach dem Tagnngslokal des Porteitages, um diesem die Grüße der Jugend zu überbringen. Es war sowohl für die anwesende Jugend als auch für die Delegierten des Parteitages ein erhebender Moment, als der älteste Delegierte die Jugend im Namen des Parteitages begrüßt«. Am Nachmittag fand eine große Iugendoeranstaitung mit Ansprachen, Gesang und Spiel im Lod.zer Jugendheim statt. In Dänemark war der Verlauf des diesjährig«» internatio- nalen Juaendtages sehr zufriedenstellend. In Kopenhagen wurden mehrere Veranstaltungen durchgeführt, ebenso in einer Reih- von kleinere» Städten. Die Beteiligung war gut, teilweise sogar sehr gut, und die Festgestaltung hat dazu beigetragen, neue Formen sozialistischer Feiern in der Arbeiteröfscnttichkeit bekanntzumachen. In der Tschechoslowakei haben alle drei der Internatio- nale angeschlossenen Organisationen zahlreiche Veranstaltungen aus Anlaß des internationalen Jugendtages durchgeführt. Die Veran- stallungeu sielen zeitlich zusammen mit der Eröffnung des Wahl- kamples i» der Tschechoslowakei. Dte tschechischen Organisa» tionen berichten über öffentlich« Versammlungen, internationale Jäern und Mitglttderverjammlungen, di» dem internationalen Gc« danken gewidmet waren. Der Erfolg diefer Benmftaltungen war lehr gut. Di« größte sank» in Prag statt. Sie wurde Im großen Saal des„Lidovy dum" gemeinsam mit den deutschen Genossen veranstaltet. Ein« besondere Bedeutung erhielt st» durch die An» Wesenheit des Vorsitzenden der Sozialiftischen A rdelter- Jitternatio» nale, Genossen Vandervelde. Achnliche Veranstaltungen in kleinem Umfange sanden im ganzen Land statt, und der gute lvertauf dieser Veranstaltungen war»in gutes Vorzeichen für den Wahlkampf. Der deutsch« sozialistische Iugendverband in der Tschechoslowakei berichtet in ähnlichem Sinn«. Die ösfenttichen Kund- gedungen und Feiern waren ausnahmslos viel bester besucht als in den Vorjahren. E» wurden 49 öfseittliche Kundgebungen und Feiern abgehalten, davon drei genreinsani mit den tschechischen Genossen. Der sozialistisch« Iugendverband E st l a n d s führte den Inter- iwtionalen Iugendtag in Form einer Iugendwoche durch. Es wurde eine besondere Werbebroschüre des Verbandes herausgegeben, eben- so erschien«ine estnische lieber setzung der Schvist von Friedrich Adler:„Wenn der Krieg dennoch ausbrechen sollte". Eine weitere Broschüre des Genossen Dr. Audova wurde unter den» Titel „Klaffenstaat, Krieg und Arbeiterschaft" veröffentlicht. Ferner gab der Verband ein Flugblatt heraus. Am 5. Oktober veranstalteten einige größere Ortsgruppen einen Festabend zum Abschied der zum Militär einrückenden Genossen. Am 6. und 13. Oktober wurden über 49 Versammlungen im Lande abgehatten. In allen Bersamm« lungen wurden Fragen der Jugendbewegung und de« antlnnlitaristi- schen Kampfes behandelt. I» Ungarn sand der Iugendtag am 27. Oktober statt. In Budapest wurde die Tagung in Form einer großen Jugenbkund- gebung durchgeführt, auf der auch die Führer der Arbeiterbewegung sprachen. Di« sozialistische Jugend der Schweiz beleiligl« sich ebenfalls an den Veranstaltmrgen des internationalen Jugendtages. So sand in Zürich eine große Veranstaltung statt, die morgens mit einem Demonstrativnszug eingeleitet wurde. Der Nachmittag wurde aus- gefüllt durch Sport und Spiel und durch«in« international« Kundgebung. die aus Ansprachen und Darbietungen eines Sprechchors bestand. Die spanischen Genossen berichten, daß die Beiaustaltungen des internationalen Jugendtages ein großer Erfolg sür die Bewegung gewesen sind, trotzdem die Behörden öffentliche Demonstrationen verboten hatten. Die Bewegung ist gestärkt aus der Kampagne hervorgegangen, und die Partei hat allgemein di« Jugend zu ihrer Tätigkeit beglückwünscht.____ Lugendprobleme in Oesterreich. Vor kurzem hielt die Sozialdemokratische Partei Oesterreichs in Wien ihren Parteilag ab. Bus d«m Bericht des Parteivorstande« geht hiervor, daß die Partei Ende 192« 739 834 Mitglieder zählte, ein Zuwachs von 44 248 geg-nüber 1927. Jeder vierte Mann, jede zehnte Frau in Oesterreich sind Mitglied der Partei. Frauen- und Jugendbewegung haben sich besonders gut emwickelt. Das Problem der Jugend in der Partei wurde aussührlich besprochen. Es wurde geklagt über di« Uelxrlastung von Funktionären, die sich sörmitch erwürge» im Dienste der Zlrbeiterpartei, während andererseits eine Fülle von jungen Kräften ungenützt steht. In seinem Bericht über Probleme sagte Julius Deutsch:„Die Frage der Betätigung der Jugend in der Partei ist eine der ernste- sten Fragen. Es ist nun einmal so. daß die Jugend in dem eigent- lichen Parteibetrieb viel weniger Zlnreiz sür ihre Arbeit findet als in anderen Organisationen. Und hier möchte ich für alle Partei- instanzen sagen— da? gilt von oben bis zur letzten Lotolorgani- sation—, daß unsere älteren Genossen, die im Besitze von Funk- tionen find, zu wenig sorgsam darauf bedacht sind, daß junge Ge- nassen in die Funktto» nachrücken.(Lebhafte Zustimmung.) Da» Problem der Partei ist ein Problem der Erneue» rung derParteisunktionäre. Man»mh der Jugend mehr Raum geben, man muß ihr mehr Vertrauen schenk«», damit sie sich entwickeln kann." Felix Kunitz erklärte:„Als die Partei jung war, hatte st« auch junge Funktionär«, hatte» die Jungen wirklich die Möglichkeit, mit- zuarbeiten und mitzuentscheiden. Es wird uns nicht einfaUen, di« unvernünftig« Forderung auf, zustellen, die Alten sollen weg. nur di« Jungen sollen her. Wir Jüngeren in der Partei brauchen dl« Erfahrung der Aelteren, die geschöpft ist aus Jahrzehnten von Lebensarbeit. Aber die Jugend bringt etwas anderes mit, Mut und Begeisterung, und ste hat auch schon einen hohen Grad von Ber- antwortungsgefühl. Genosse Wels(Vertreter der Sozialdemokratt- schen Partei Deutschlands) hat in seiner Begrüßungsansprache vom Internationalen Jugendtreffen gesprochen. Dies» gigantische Veranstaltung ist in der Hauptsache nur von den Junge» gemacht worden. Wenn die Partei das verstehen wird, wird pe auch in einem weitaus größeren Umfange die Jugend bei der aktiven Mitarbeit haben."(Lebhafter Beifall.) Ausgelernt— Arbeitslos. Wer ltmne Jahre hatte Hans Hilbert die Zeit ersehnt, in der er als fertiger lisdjleraeselle feine Arbeit verrichten tonnte und am Wochenschluh sein ehrlich verdientes Geld, den Wochenlohn, in der Tasche haben sollte. So manche seelischen Qualen seiner Lehrzeit hatte er mit dem Gedanken„Auch die vier Jahre werden vorüber- gehend überwunden. Ja, er glaubte, mit dem Zeitpunkt der Be- endigung seiner Lehrzeit seien alle Bedrängnisse, die sich aus seiner Arbeit und seinem ganzen Dasein im proletarischen Haushalt er- gaben, endgültig beseitigt. Wie tat es ihm in der Seele weh. dah er mit verwachsenen Anzügen oftmals herumlaufen muhte, seine Unterkleidung immer wieder geflickt wurde und die Stiefel vom Schuster immer wieder kunstgerecht genäht werden muhten. Ein„kleiner Krümel" war er, als er die Schule verlieh und nachher da„schoß er förmlich in die Hohe", wie die Mutter sagte,„und satt zu kriegen war er überhaupt nicht". Wo sollte bei dem kargen Verdienst seines Vaters für die sünftöpfige Famili« das Notwendige herkommen? Die fünf Mark, die er Dm seiner Lehrstelle als„Erziehungsbei- Hilfe", wie die Handwerkskammer großzügig dieses Taschengeld nannte, erhielt,„ah er freilich fünfinal auf". Da blieb für die Mutter wirklich nichts übrig als sich eine Heimarbeit zu fuchen und einige Groschen zu Vaters Verdienst hinzu zu verdienen. Bis in die Nacht hinein sah sie manchmal an ihrer Nähmaschine. Besonders wenn es zum Weihnachtsfest ging, arbeitete sie wie ein„Pferd", wie Vater sich ausdrückte,-um ihren drei Kindern ein besondere Festtagsfreude zu machen. Selbst einen Sonntag gab es dami oftmals nicht. Gut war auch, dah die Mutter Hemden und die einfachen Kleider für ihre beiden Mädels selbst nähte. So manche Mark wurde auch dadurch erspart. „Das alles fall ein Ende haben, wenn die Lehrzeit vorbei ist," hatte sich Hans geschworen. Im Gedanken rechnete er auch oftmals aus, was er alles mit seinem wöchentlichen Verdienst anfangen ivollte und in seinem jugendlichen Ueberschwang verstieg er sich zu mancherlei Illusionen. lind nun war es so weit. Vor mehreren Wochen hatte er sich .zur Gesellenprüfung gemeldet. Oh, wie umständlich war die ganze Anmelderei. Da muht« er ein der Form entsprechendes„Gesuch" um Zulassung zur Gesellenprüfung einreichen, wie sie es in der Berufsschule gelernt hatten. Ein„selbstgeschriebener" Lebenslauf und eine Beschreibung über sein Gesellenstück, Material und Ver- arbeitung sowie eine Zeichnung desselben muhten beigelegt werden. Die Prüfungsgebühren allerdings lieh er von seinem Chef be» zahlen. Und dann arbeitete er an seinem Gesellenstück, einem Bücherschrank. - Als sein Gesellenstück fertig dastand, kamen eines Tages meh- rere dicke Herren, die, wie sie sagten, ihn prüsen wollten. Sie be» trachteten seinen Bücherschrank von vorn und hinten, oben und unten, schauten hinein, nahmen mit dem Zollstock Messungen vor und sragten ihn vielerlei. Nach einigen Tagen durste er dann seinen Gesellenbrief abholen. Biel« Lehrlinge aus anderen Be» trieben waren da erschienen. Doch unterhielt man sich kaum unter» einander.. Sie sahen aste stumm zusammen und betrachteten sich mit ängstlicher Miene gegenseitig, denn in Gedanken waren fie bei ihren Gesellenstücken und die Frage„Hast du bestanden?" de» lvegle sie alle innerlich. Dann wurde jeder einzeln in ein anderes Zimmer genisen und nachdem man ihnen gesagt hatte, wie ste sich in ihrem weiteren Leben zu vechalten hätten, wurde ihnen der Gesellenbrief aus» gehändigt. Jetzt erst wurden sie alle munter und erzählten sich, was sie als Gesellenstück gebaut und mit welchem Prädikat sie die Prüfung bestanden hotten. Hans hatte mit„Gut" bestanden, und freudig eilt« er zuni Bahnhof. Im Zuge stellte er dann wieder Berechnungen an, über die Verwendung feines ersten Gesellenlohnes. Mit seinen Berechnungen kam er dann aber bald in die nächsten Wochen hinein, denn vor allen Dingen muht« er sich für den kommenden Winter neu einkleiden, und all die andern schönen Sachen, wie Fahrrad und Photoapparat, imiht« er dabei noch auf längere Zeit zurückstellen. Die Gesellen Im Betrieb« gratulierten ihm und machten den ganzen Tag über Anspielungen wie,.cha leben wir ja" und„wir gratulieren immer noch", womit sie sagen wollten, dah er Bier, Zigarren und Zigaretten spendieren sollt«. Als der Chef dann. nachdem er den Gesellenbrief gesehen hatte. In«inem Briefum- schlag eine kleine Grattfikatwn für Hans in den Betrieb schickte, da liehen sie Ihn nicht eher in Ruhe, bis er einen der andern Lehrlinge Bier und Rauchwaren holen schickte. Am ersten Oktober traten zwei neu« Lehrling« in den Betrieb «in. Zwei kleine KerZchen waren es und 5)ans dachte an die Jahre zurück und sah sich selbst an der Stelle, dachte an die Mthachwng durch die Gesellen, denen er als„Stift" ausgesetzt war und rnchrn sich vor, ein Freund der neuen Lehrlinge zu werden, ihnen mit Rat und Tat zur Seit« zu stehen. Rur eine kleine Mißstimmung klang ln seinen Gedanken mit. Hatte der Chef nicht immer von Arbeitsmangel gesprochen, hatten sl« nicht während des Sonimers mehrer« Wochen verkürzt gear. beitet? Und nun stellte er zwei neue Lehrlinge ein. Ja. ja. Lehr» linge sind billige Acheitskräste. Einige Wochen vergingen, und an esnem Lohntage wurde Hans ins Bureau genisen. Der Ches erzählte ihni vielerlei von Arbeitsmaugel. Entlas» fung und wünschte ihm ein gutes Fortkommen in seinem Leben. Dann hatte er seine Papiere In der Hand, seine Papiere, die er laum kannte: denn während seiner Lehrzeit hatte er st« kaum«in» mal gesehen. Freilich kam die Entlassung nicht so ganz unverhofft. Hans rechnete schon lange damit, denn wochenlang redete der Chef schon wieder von Arbeitsmangel. Betrübt ging er nach Hause, dachte an seine vielen Wünsch«. die er hatte. Nur einen ganz germgen Teil all dessen, was er sich anschaffe» wollte, hatte er in dieser kurzen Zeit verwirklichen können. Alles andere war in weite Ferne gerückt. Die Mutter sammerte ihm zu Hause die Ohren voll, denn auch ihre Hofwungen. nun von Hans ein angemessenes Kostgeld zu erhalte» und.nicht niehr für sein« Kleidung sorgen zu brauchen, ginge» für diesmal noch nicht in Erfüllung. Als am nächsten Morgen sein Weg zum Arbeitsnachweis ging, stieg in»hm die Hosjnung ans, dah er vielleicht recht dald-wiede» Arbeit bekommen würde. Doch pls er die vielen Männer sah, deren Weg zum Stachweis süljrte, schwand bald seine Hoffnung. Cr kam in einen rauchgcschwängerten Raum, der von vielen Männern geradezu überfüllt war. Er trat an«inen Schalter und. nach vieler» lei Fragen bekam«r eine Stempelkarte und muhte seden dritten Tag wiederkommen, um sich seinen Kontrollstempel zu holen. Sein zweiter Weg führte zum Ardeltsamt, wo er einen llnterstützungs» antrag stellte. Alle acht Tage sollte er seine Unterstützung holen kommen. Jeden dritten Tag aber faß er vom frühen Morgen b>» zum Mittag aus dem Arbeltsnachweis und wartet« auf Arbeit. Wie lange wird er fo warten müssen, wieviele Kontrollnummem werden noch vor ihm fein, wieviele werden noch mit ihm warten? Er kann sie nicht zählen. Nur eines weih er. es sind vieie, un» zählige. Hans Hilbert ist bedrückt. Das hatte er nicht erwartet. Sein Sehnen, als Geselle Woche für Woche.feinen Lohn.zu bekommen und damit von niemanden abhängig zu sein, auch seinen Eltern nicht mehr zur Last zu fallen, ist nicht In Erfüllung gegaitgen. Seine dürftig« Kleidung muh er weiter tragen, weiter aus Koste» seines Vaters leben. So geht es unserm Hans und wieviel teilen sein Los!, Karl Birnbaum. Bäckerlehrlings£«0. Wer kennt Ihn nicht, den Bäckcrstift? Des Morgens zwischen 7 und 8 Uhr flitzt er mit einer Kiepe aus dem Rücken oder«Inem Korb aus dem Gepäckträger seines Rades durch die Straßen. Ja, er flitzt, er darf nicht langsam fahren. Seine Brötchen müssen oll« ln einer Stunde an Ort und Stell« sein. Die Kundschaft muh pünkt« lich txdicnt werden. Wehe ihm,«rscheint er nicht pünktlich mit seiner noch dampfenden Last. Es sind alles„bessere" Leute, die er zu bedienen hat. Meist schlafen ste noch, wenn«r ankommt. Die Tüte mit Brötchen in die Türccke gestellt und zweimal die Schelle in Bewegung gebracht, dann verläßt er rasch wieder das Haus, um beim nächsten Kunden dasselb« zu wiederholen. So jagt er Hau» ein, Haus aus. Es ist zu bewundern, wie er sich aus seinen Draht» escl schwingt und im Renntempo davonsaust. Da— ans«inmal wird es dunkel vor ihm. O Schreck! Seine Lampe am Rad tst erloschen. Was nun. Ein« neue Lampe muht« er schon lange haben. Aber der Meister will noch keine bezahlen:„das bringt sein Geschäft nicht ein." sagt er. Nun muh der Bäckerlehrling ober weiter, denn trifft er zu spät mit feinen Brötchen«in, gibt es Radau, und er kann sogar Kunden verlieren. Die Konkurrenz ist grohl Dieses alles überlegt er In ein paar Sekunden. Er muß eben fein Heil versuchen und ohne Lampe weiterfahren. Selbst aus da» Risiko hin, von einem Schupo» bcamien ausgeschrieben zu werden. Sein Meister bezahlt die Strafe nicht, denn der Stift hat selbstverständlich Immer schuld daran, weun die Lampe, die schon lange ins alte Eisen gehört, streikt. Der Bäckerlehrling saust weiter. Da— was tauch» dort im Dunkeln auf? Am Helm erkennt er de» Gesetzeshüter. Absteigen geht nicht mehr. Er fliegt vorbei— welch«in Glück: der Beamte hat ihn nicht gesehenl Vielleicht hatte er Mitleid mit der armen Bäckerseele und ein Aug« zugedrückt. Sind oll« Kunden bedient, so jährt der Jung« zur Bäckerei. Hinein in die Backstube, dort wartet schon alles auf ihn. So ist »s in jedem Betrieb: ohne Stist geht c» nichts Wer sollt« auch sonst für Pfuschereien und sonstige Verschlungen angeschnauzt werde», wenn der Stift nicht da wäre? Er muh alles aus sich nehmen und mit großer Geduld ertragen. Auch kennt er keinen Achtstundentag. Von S.JÜ Uhr bis IS Uhr ist er In der Backstube tätig, dann hätte er eigentlich bis zum Abendessen frei Aber... es find ja noch so viel Gänge zu besorgen, wenn nicht geschäftlicher, so doch privater Art für die Familienangehörigen des Meisters. Es bleibt von seiner Freizelt nicht viel übrig. Nach dem Abendessen muh«r wieder In die Backstube und jäubern. Ist er damit fertig, sucht er sein« Schlajkammer auf. Diese läht in Ihrem Innern auch viel zu wünschen übrig. So legt er sich müde hin, um am nächsten Morgen wieder sein mühseliges Tagewerk zu beginnen. Lricb Butkercit. Luaendarbeii der Gewerkschaften. Die frelgewcrkschaftliche ÄseadbeweHunA nmnnt eiw! stetige T«fMLttsenttvickl«nß. Lm Ächre tSS? sind der Gewertschasts- dewegunz Tausend« von Jugendlichen Angeströmt. Such im letzten Berichtsjahr, als»»m Jahre t«A. Hab» sich wieder zahlreiche sagend- üche isters wen m dte Gsmerkschastsfront eingereiht. Der Rein- gewinn an jugendllchen Mu gliedern beträgt im Jahr« ISA 82 l?7 Uns 100 chewer�schl�tsnn'tzlteder entfallen Ende 1928 8.7 Jugend- tiche. 1SR waren es erst 3.2. Ende 1928 jfihlt» die falzenden Aerbändc an jugeiidlichen Mitgliedern:*) Banzewerksbnad....88138 Betb-idungsarbeiter.. 3 573 Vergarbeiter...... 85S Buchbinder..... 7 000 Dachdecker...... 1 390 Eisenbahner.... 883 Eemeinde- u SlaoKarbeiter 1 805 Holzarbeiter.... 2-t I4Z ßtnpserschinlede..... 437 Sandarbeiter.... 8010 Lithographen...,, 4 060 Maler...... 8004 Metallarbeiter..... 57 087 Musiker...... 368 Nahrnnasm-u Sewtklkearb 2678 Sattler...... 3 139 Sttmamllee..... 1798 Verkehrsbund.... 5888 Zimmerer....... 12674 Das stich insgesamt 139 M4 sugeMiche Mitglieder. Borhande» waren an jugendlichen Mitgliedern: 19»......... 119524 19»......... 124 691 1927......... 152 237 In der Zahl der 180 394 jugendliche« Mtiglieder pich allerdings »ach nicht die jugendlichen Milgtieder in de« Verbänden der Fabrik- qrbetter, Vuchdnuter. Fuiseurgehilfe«. Gärtner, Graphische ssilss- arbeiter, Hotel-, RBaurvi«. mch EasäangefteiKen, Hutorbeiter. vederarbester, Schornsteinfeger, Schuhmacher und TexUlalbeite? mit enthalten. Diese Verbände haben tm ADGV. keine genaue Mit- teilang über den Unifang Ihrer jugendlichen Mitglieder gemacht. Die Angaben über den jugendlichen Mitgliederbestand im Jahre 1928 stnd also nlcht vollständig. SchKtzungsweije uÄrd die deutsch« Ge- werkschaftsbewegung Ober nuch 250000 junge Gewerkschafter ver- fügev. Wie bekannt ist» werden dl« Jttgesdiilhen von den einzelne» Verbände«- meist in besonderen Sugendgrupp» zusammengefaßt. Und auch das Leben ivnerhalh dieser Äugendgrupp» ist gegenüber dem Vorjahr lebendiger geworden. 1184 von rund 1209 Ortsausschüssen des ADGB. benchten, daß in 1551 JugeZchgrupp» der an- geschiossene» Verbünde 147709 JugenWiche sich zusammci-findeu. Aber diese Zahl wird Ol Wirklichkeit wohl»veit größer sein. Es l»estchen heu�e 15 gewerkschaftlich-' Jugeudzeltschristen. J,n Jahre 1928 h«ch» drei BerbSud« sich Jugendzettschrlsten neu an- gvgliederr. So dte Bergardeiter, die«ahrungsmittel- und Getränke- arbelter und die Sattler. Neber eigene J-�kichz ritsch rstten verfügen nun der Bougrwerksbund, die Betteidungsarbeiter, Bergbaiündustrie» arbelter. Buchdrucker, Dachdecker, Holzarbeiter, Eisenbahner, Hotel- angestellte, Lithograph», bttaler. Metallarbe'l er, Rahrungsmittel- und GetrSakearbeiter, Sattler, Textilarbeiter und die Zimmerer. Auch der Jugendieiterfchnluag wurde lni Jahr« 1928 wieder eine befandm Ausmerksamkett geschenkt. So fanden für die Jugend- leiter mehrer« Konferenzen und Surfe statt. Die in der gewerkschaft- lichen Jinsenbbeivegnng tätigen Kunttivnäre haben auch iin sonstigen. außerhalb ihrer Arbeit Ol den Iugevdgruppen, eine umfangreiche, «hmwmtkkhe TSkigteit ßu entfalten. E? waren Ende 1928 in 444 Orten 2033 gewerkschaftliche Vertreter ln Körperschaften de» Berufsschulwesens tflllz. Aicherbem stellte,, die Gewertstliaften in 352 Fällen 032 Vertreter in den Jugendämtern. lind in der Jugend. Wohlfahrt und der Jugendgerichlshilf« waren 808 Vertreter der Ge- werkschaften tätig. Dazu konnnrn dann noch die 4527 Freigewerk- schafter, die ln 1S80 Gesellenausschüssen vertreten stnd. In 305 Orten bestanden 1928 Jnzertdkarlelle bzw. Jugmdausschüsse. lind in 22 Orten gibt es gemeinsam« Jugendgruppen für alle am Ort be- rindlbchei, Gewerkschaften. Außerdem waren in 200 Orten 447 Jnzendgruppen vorhanden, die in keinem Kartcllverhäftni, standen. Wte steht es mit der Raumfrage? Die Geiverkschafien können in 104 Orten den Jugenogruppn» für ihre Gruppenarbeit eigen« Rämne zur Verfügung stellen. In 120 Orten dagegen müssen für die Jugendzusammenkitnste Gastwirtschoi.'ea in Anspruch genommea > vorden. Daß die« et» Uebelstaild Ist, wird jeder zugeben müssen. Für dte Gemeinden ergibt sich mit dem weitere». Anwachsen der Jugendbewegung immer mehr die Perpslichtung zur Errichwng kommunaler Jugendheim«. Die deutschen Gewerkschaften können siolz auf ihre Jugend- *) In twii SaMt« vlvi sllerdl:�? kfiat U>rtc>ckch«Iiun>g fltmaärt?M!sch«,«MiKUttH«!?!ioe,dri und Scttünflcn. Eo liird i» den 3ablen die unaelerawn ft>imn«N«i> weift nicht Mi'-eeatihlt. c» Hand-It sich als» »orwieaen.h um«tu««naa-de tiber dl« ftahlen der Lchriinae. die van i>e» einzelnen Berbltichen eet««t«er»««. bewegung sein. Sie können sül) damit innerhalb der Internationale sehen lassen. Ja, die deutsche gewertschafiliche Jugendbewegung kann als Vorbild dienen. Aller Wahrscheinlichkest nach wird der Aufstieg der deutschen gewertschastliche» Äugendbewegung, wird der Zuwachs au jugendlichen Mitgliedern in den Gewsrkfchosteg auch weiter anHallen. Aber trotzdem darf unsere Agitation, unser Ringe« au die noch abseitsstehendr» Jugendlichen nicht erlahme». Und gleichzettig muß auch die Vermittlung gewerkschaftlicher Blldiing an die Jugendlich«» in derselben intensiven Weise gepflogen werden wie bisher. Mrd alle diese Arbeit mit der Nötigen Svrgfatr und mit dem nötigen Eifer betrieben, damr braucht uns um dle Zukunft der deutschen Gewerkschastsbewoffimg nicht bange zu sein. Loren* Popp. Gruppe Karl Kautsky. Dl« Berliner Eozivliptiche Arbeiterjugend de- findet sich in einem erfreutichen Hfttfstieg. I» der letzten Zeit konnte eine ganze Reihe von Gruppen ins Leben gerufen werden: am 16. Oktober erfolgte die Gründung der ISS. Gruppe. A» dies«» Tage feierten wir den 75. Geburtstag unseres Genossen Karl Kavtvky, und es wurde deshalb be- schlössen, diese 100. Gruppe»ach Karl Kautstq zu benenn«,. Die»eii« Gruppe wandte sich mit folgendem Brief an Karl Ämitsky: Verehrter Genosse Karl Kauts-kyl Am 16. Oktober d. I., an dem die ganze saziallMche WeZt Ihren 75. Dsburtstag feiert«, haben wir hier in Berlin eine neue. die 100. Berliner Arbesterjugendg-rupp« gegründet. Bitte, gestatten Sie uns. dt 4er Gruppe den Beinamen.Karl Kautsky- zu gaben, um dadurch mftever Verehrung und unserem Dank für Ihre an der sozialistischen Idee geielstele, bahnbrechnche Arbeit Ausdruck zu verleihen. Wir übermitteln Ihnen heut« noch zu Ihrem Freudentage unsere allerherzlichsten Glückwünsche und haften, daß Sie noch recht viel« Jahre für die Vefretming der arbeitenden Klasse mW- kämpfen können. Die 4000 Mitglieder stark« Ssziulisttsche Slrbett«- fugend ln Graß-Berlin steht mit Stolz auf ihre alten Führer und Wegbereiter und freut sich mit ihnen über alle Erfolge, dte tm letzten Jahrzehnt für unsere Idee errungen worden sind. Wir Berliner Mädels und Burschen geloben Ihnen, daß wir stets treu zur Partei stehen werde« uich daß wir tüchtige Arbeit an uns se'chst leisten wollen, um Seite an Seite mit unsere« älteren Schwestern und Brüdern für dle Erreichung unsere» Ziele»— die soziallstksche Gesellschaft— zu kämpfen. Mit saztalistischem Gruß! Freunds chastt Sogiulisttich« Arbeiterjugend Groß-Bevini, Gruppe Moabit III. Der Genost« Kants ky hat den Berliner Genossen daraus folgende Antwort geschickt: Liebe junge Freunde l Ich mußte anfangs dieses Monats eine Erholungsreise«ach einem südlichen Klima antreten, bin schließtich hier gelandet, ein« halbe Stund« vou Mussolims Machtbereich entfernt. Ihre Zuschrift vom 31. Oktober mußte mir nachreifen und hat mich erst spät er- reicht. Die» der Grund, warum ich nicht früher antworten konnte. Wenn die hundertste Gruppe der Berliner Arbeiterjugend meinen Ramen erhält, kann mich das nur freuen, freuen aus doppeltem Grunde: einmal, weil die Gründung der hundertsten Gruppe Zeugnis ablagt vou dem Fortschritt der sozialistischen Jugendorganisation, dann aber, weil die Benennung der Gruppen mik Ramen von Parteiveteranen erkennen' läßt, daß die Ardeiter- jugend dl« Allen nicht vergesten hat. Für Euch, die Jungen, haben wir Alten gearbeitet, nur durch Euch kann unser« Arbeit furchtbringend werden. Was wir begonnen, Air habt es fortzu führen. Z» erweitern, zu vollenden. Unsere Bewegung kann ihre größte Kraft nur eutsallen, wenn die Alten und die Junge» ein- ander verstehen, miteinander und füreinander arbeiten. Nichts konnte»nich an meinem 75. Geburtstage mehr«>- heb«»«ls die Anerkennung und da» Verständnis der Arbeit«! jugend. Ich dank« Euch, lieb« jungen Freund«, für Eure Glück wünsch«. Sie lassen mich erwarten. d«h ich dann, wenn ich nick! wehe unter den Lobenden weile, immer nach in Euren Köpft, «>nd Herzen weiterlebe. Mit herzlichem Händedruck' Freundschaft! gez.? Karl Kautsky. Dl« Gruppe.Kurl Ämusky" der Sozialistischen Arbetterfuge:» Berlin- wird ihre ganze Kraft daran setzen wüsten, wem, sie ihre Aufgab« im Geiste des großen Vorkämpfers der SaziaNstischeu Jnter-naftouale erfüllen will.