Ar. 2 Beilage zum Vorwärts 1. März 1930 Wie wählt i In den Wahlkämpfen der letzte» Zeit hat der Kampf um die Jugend eine besondere Rolle gespielt. Alle Parteien haben versucht, einen möglichst großen Teil der Jungwähler für ihre Sache zu ge- tD.nnen. Das Interesse ist verständlich. Während einer normalen Wahlperiode des Reichstags von vier Jahren erreichen ungefähr drei Millionen Jugendliche das wahlfähige Aller. Das Wahlrecht der Jugend, so wie es heute in der Reichsver faffung verankert ist, entspricht einer alten Forderung der Sozlat- demokrati«. Die jungen Menschen, die im wirtschaftlichen Leben vielfach schon lange auf sich selbst gestellt sind, sollen das Recht haben, auch in politischen Fragen mit zu entscheiden. Es ist nun in den letzten Jahrei, auch in unseren Reihen oft die Frage aufgeworfen worden, ob das Wahlrecht der Jugend sich bewährt Hab«. Vietfach wird die Rtoimmg vertreten, daß die Jugend in erster Linie ge- fühlsmüßig entscheide und den Extremen zuneige, so daß die eigent- lichen Nutznießer des Wahlrechts der Jugend die radikalen Parteien rechts und links sind, ähnlich wie das Frauenwahlrecht in manchen Teilen des Reiches nicht der Soziatdemokratie. die es durchgesetzt hat, sondern dem Zentrum zugute kommt. Bisher haben uns Unterlagen für derartige Behauptungen ge- fehlt, denn das Wahlgeheimnis macht eine Feststellung über die politisch« Entscheidung der Jungwähler im einzelnen unmöglich Die Frage ist jedoch wichtig genug, daß wir einmal versuchen müssen. uns über das politische Interesse und die politische Haltung der Jugend Klarheit zu verschaffen. Zunächst ist einmal festzustellen, wie weit die Jugend überhaupt von ihrem Wahlrecht Gebrauch macht. Ist bei den ersten Jahrgängen der Wahlberechtigten tatsächlich ein so bretmendcs Interesse an politischen Fragen, wie es manchmal.erwartet wird, vorhanden oder steht die breite Mass« der Jungwähler den polirischsn Entscheidungen mehr oder wenig«? gleichgültig gegenüber. Der Genosse Kart Drott, Jugendsekrelär der Sozialistischen Arbeiterjugend Hessen, hat im Jahre 132? die Wähteriisten einer mittelgroßen Stadt Hessens nach der Altersgliederung der NichtWähler durchgesehe». Er ist dabei zu sehr interessanten Ergebnissen gekommen. In der be- treffenden Stadt wurden insgesamt 1075 Nicht Wähler ermittelt. Von diesen 1075 Nichtwählern entfielen 240, also 22,3 Proz. der Gesamt zahl der Nichlwähier, auf die Altersgruppe zwischen 20 und 25 Jahren. In der Altersgruppe zwischen 25 und 30 Jahren waren e- noch 151— 15 Proz Den geringsten Anteil an Nichtwählern stellte die Altersgruppe zwischen 4b und 50 Jahren mit 00 Nichtwählern von 1075. Bon den 1075 Nichtwählern waren 380— 35,3 Proz. männlich und 095 � 04,7 Proz. weiblich. Noch interessanter ist die Feslstelliing des Anteils der Nicht- Wähler in den einzelnen Jahrgängen. Von den Zwanzigjährigen machten mehr als die Hälfte, nämlich 55,5 Proz.. von ihrem Wahl- recht keinen Gebrauch. Bei den Eirnindzwanzigjährigen waren es noch 35.2 Proz., der Zlnteil sinkt dann bei den Fünfundzwanzig- jährigen auf 29 Proz. Da die durchschnittliche Wahlbeteiligung 78 Proz. betrug, lag die Beteiligung dieser Altersgruppen erheblich »iiier dm Durchichiütt. Diese Feststellungen des Genossen Drott lassen zunächst einmal erkennen, daß die Wahlbeteiligung der Jungwähler ausge- sprachen schlecht ist. Wenn auch derartige Einzelergebnlsse nicht ohne weiteres oerallgeuufinert werden können, jo darf aber wohl doch gejagt werden, daß die obigen Feststellungen durch Beobachtungen in anderen Orlen bestätigt werden. Schwieriger ist eine Fefiftellung über die politische Entscheidung der Jungwähler, die von ihrem Wahlrecht Gebrauch machen. Die Möglichkeit einer Llärunq dieser Frage wäre gegeben, wenn man bei einer der nächsten großen Wahlen die Erstwähler ebenso ge- trennt abstimmen- ließe wie d« Frauen. Die Durchiührung einer solchen Teilung ist allerdings mit erheblichen technischen Schwee- rlgteiten v?lb>.n!vn, und es ist die Frage, ob eine derartige Treu- >ie Jugend? nung nicht auch als eine �Verletzung des Wahlgeheimnisses ange- sehen werden müßte. Da also in Deutschland«ine beweisbare Feststellung über die politische Entscheidung der Jungwähler nicht möglich ist, darf hier vielleicht einmal eine Untersuchung aus der Tschechoslowakei heran- gezogen werden. In der Monatsschrift der deutschen soztaldemo- krattschen Arbeiierpartei in der Tschechoslowakei,„Die Tribüne", untersucht der Vorsitzende des deutschböhmischen sozialistischen Jugend- oerbandes, Genssse Karl Kern, cm Hand der Ergebnisse der letzten Wahlen in der Tschechoslowakei die Fragei Wie hat die Jugend ge- wählt? Die Mögllchteit einer solchen Untersuchung ist gegeben durch die Tatsache, daß in der Tfchechostowakei das Wahlalter iür die Wahl zum Abgeordnetenhaus auf 20 Jahre, das Wahlalter für die Wahl zum Senat jedoch auf 20 Jahre festgesetzt ist. Die Zahl der Wahlberechtigten zum Senat verringert sich also stets u>n die Jahr- hänge der sogenannten Jungwähler, und es lassen sich deshalb aus dem Vergleich der Stiirmienzahieir, die die einzelnen Parteien für das Zlbgeordnetenhaus bzw. sür den Senat erhalten haben. Schlüsse aus die Entscheidung der Jungwähler ziehen. Je geringer die Differenz zwischen den Stiminenzahlen sür das Abgeordnetenhaus und den Stimmenzahlen für den Senat ist. desto geringer ist der Anteil der betreffenden Partei an den Junzwuhlerstimmen. Je stärker die Siimnienzchl des Slbgeordneienhaufes die Stimmenzahl des Senats übersteigt, desto großer ist der Anhang der Partei unter den Jungwählern, Die Disserenzen in den Stimmenzahlen sind freilich nicht allein auf den Unterschied der Wahlattersgrenz« zurück- zuführen, es wirken auch noch andere Ursachen bei der Verschiebung mit, aber sie sind für unsere Untersuchuiig nicht weiriitlich, Die Gesamhzahl der abgegebenen deutschen Stimmen zuin Ab- geordnetenhaus betrug 1 05t 405, die Geiam zahl der abgegebenen Senatsstimmen betrug 1 473 557, die Differenz also 177 892 � 10,77 Proz. Die deutschen Sozialdemokraten Häven insgesamt 500 139 Abgeoidneteiistimmen und 457 749 Senatsstiminen erhalten. Di« Dinerenz beträgt also 48-390 oder 9,56 Proz, der Anteci der Sozialdempkraten an den Jungwählern chleibt also unter dem Durchschnitt Am höchsten ist die Prozen zahl der Kommunisten, sie betrügt 15,03 Proz., während die Nationalsozialisten mit 12,82 Proz. an zweiter Stelle stehen. Unter dem Durchschnitt bleiben bemerkens- werterweise die Christlichsozialen mit 9,48 Proz. und die Wahl- gemeinschast fLandwirte und Wirtschaftspartei) mit 9,7 Proz. Das Ergebnis ist in de» einzsinen Wohlkreisei, verschieden. In einigen Kreisen haben die Sozialdemokraten besser, in anderen schlechter abgeschnitten, Bemerkenswert ist, daß der Prozentsatz der deutschen Rationalsozialisten i» Prag mcht weniger als 40.71 Proz. beträgt. Hier wirkt sich die politische Verblödung der deu sehen Hochschui- jugend in Prag aus. Man wird die hoch meressonten Ergebnisse der Untersuchung des Genossen Kern auch wiederum nicht ohne weiteres verallgezneiner» und auf deutsche Verhältnisse übertragen dürfen, aber die Tendenz seiner Feststellunaen dürste auch für uns zutreffen. Die stärksten G e w i ii n e r des Wahlrechts der Jugend sind die K o i» m u n i st en und die N a t i o n ei l s o z i a l i ft e n. Was ergibt sich daraus für uns? Sollen wir mit einstimmen in den Chorus derer, die das Wahlrecht der Jugend abschaffen wollen, weil die Jugend zu politl- scheu Entscheidungen noch nicht reic sei und nur Zu einer Raditali- sierung des öfseirtlichen Lebens beitrage. Nein!. Es entspricht im tiefsten Grunde der demokratischen Idee.'das ganze Volk am poi.ti- jchen Leben zu beteiligen und die junge Generation möglichst früh auf diese Ausgaben vorzubereiten ined ihr die Möglichkeit pratb scher Mitarbeit zu geben. Wenn dieses Ziel bisher nicht erreicht wurde, so kann es lich für uns nicht darum handeln, den Gedanken der politischen Mi arbeit der Jugend aufzugeben, sondern die Jugeiid »ach mehr als bisher für diese politische Mitarbeit zu erziehen. Die poliiliche Erziehung der Jugrnd ist eine der wichtigsten Aufgaben der Demokratie und der Arbeiterbewegung. Der vierte Stand... Kört aus der dunklen Tiefe die J�ufe- Wir siud der vierte» ueue Stand. 5?Ioch stehen wir auf der untersten Stufe» uo�h namenlos und unbekannt. DoG nicht als Bitter und als Unechte, vom Spruch der 2Nühe stumpf und alt» BMr fordern wieder �Menschenrechte mit donnernder(Öewalt. £5« uns sind Mächte aufgerisjcu. Die Sonne warf ihr Herz zu Tal. BMr sind das neue Qöeltgewisteu, das mächtig' leuchtende Faual. Ver Takt der Kolben und Mlafchiue« gibt dem Gesetz des Lebens Wucht, und aus dem Pflichtenspruch vom Dienen wächst Freiheit als die reife Frucht. Moch stehen wir auf tiefer Stufe» »och namenlos und unbekannt. Kört aus der Tiefe unser« Mufe: 'Wir sind der vierte, neue Stand. Mlfred Thieme. Oer erste Lohn. Noll freudiger Erwartung ging Fritz feiner Arbeitsstätte M, denn heute sollt« er zum erstenmal Lohn bekommen. O, wie er sich auf diei«? fo schwer verdient« G«l!> freute I In Gedanken malte er sich au«, was er alles daillr kaufen wollte. Er sah nicht mehr die Straße, aus der er ging, sondern vor sein imreres Auge trat sein Juhauie. O, sehr schön war dies nicht. Eine niedrige Küche, die zugleich Wohnzimmer war, und eine kleine Kammer als Schlaisttib« war sein« Heimat. Trotzdem alles vor Sauberkeit blitzte, trium- phierie doch über allein die Armut. In einer Ecke der Küche saß — ja wie konnte man nur sagen?— eine Menschcnruine in Ge- danken versunken. Es war Fritzens Vater. Ja, wenn der noch ar- bciten könnte! Doch dies würde wohl niemals wieder geschehen, denn der Vater war in dem gräßlichen Völkermorden zu einem elenden Krüppel geworden. Dem Jungen durchschauerte es, als er soweic in seinem Gedankengang gekommen mar. Was würde er nlcki alles tun, wenn er dadurch den Bater wieder zu einem kräfti- gen, lebensfrohen Menschen machen könnte. Doch das war wohl alles vergeblich. So wollte er wenigstens etwas zum Lebensuitter- halt der kleinen Faniili« beitragen, damit sich seine gute, tapfere Mutter nicht mehr so zu plagen brauchte. Noch heute nach Arbeitsschluß wollte er tüchtig einkaufen. Erstens mal einen feinen Braten, und da morgen Sonntag war, Kuchen, wie er überall in den Bäckereien ausgestellt war. Dazu Milch. Cr konnte sich gar nicht ausdenken, wie dies schmecken würde, denn so etwas Herrliches konnten sich die armen Leute nicht leisten! Dann wollte er noch ein warmes Gewand für den Vater holen(weil der immer so schrecklich fror). Und für die Mutter«in neues Kleid. Dalln mußte morgen Miete und Lichtrechnung bezahlt werden. Was würden die Eltern für Augen machen, wenn dies alles schon bezahlt war. Viel zu lang währte ihm heute die Arbeitszeit, die Uhr schien gar kein Erbarmen zu haben. Endlich begann die Geldauszahlung. An, liebsten wäre er hingefprungen, um sein Geld in Empfang zu nehmen. Doch zuerst bekamen es die Aelteren. Endlich wurde auch er ausgerufen. Erwartungsvoll eilte er zur Kasse. Mit einer groß- zügigen, hochmütigen Miene überreichte ihm der Meister fünf Mark für«ine Woche Schujten und Plagen. Kaum ein gepreßtes Danke, wie es ihm die Gesellen eingetrichlert hatten,«mjchlüpfte Fritzens Lippen, dann machte er schnell, daß er hinaus und weit weg kann Ohne Ziel rannte er von danneu. Erschöpst sank er außerhalb der Stadt ans der Landstraß« hyi. Sein ganzer Körper erbebte unter desligem schluchzen..Was war aus all feinen Träumen geworden!? Kein einziger konnte in Ersüllmig gehen, denn das Geld langte ja nicht einmal zu der noch schuldigen Bezahlung seines Arbeitsam Zuge?, den er sich halte kaufen müssen. Laut stöhn!« er auf. Wie sollte er nur so»ach Haufe gehen? Kein Geld bringend, sonder» noch um den Rest des Auzugpreises bettelnd? Jetzt entsann er sich eines kurz«, Gespräches mit einem früheren Schulkameraden. Dieser hatte ihm erzählt, daß er in die sozialistische Jugcndbcwczui'.g eingetreten war, um dort gemc-üsam mit vielen Jugendlichen für das hohe Ziel der Menscheiigieichlieit und Klassen losigkeit zu kämpfen. Fritz wußte jetzt, was er machen müsse. Auch er wollte Mitglied dieser Organisation werde'.». Zwar mußte er sich sagen, daß es bis zur Erreichung dieses hohen Zieles,- mich Menschenleben gerechnet, noch lange dauern würde, zumal noch fo viele abseits stehen und erst noch für den Kampf zu gewinnen sind. Dock) wußte er auch, daß es in vielen Jahren kein« Menschen mehr gibt, die nicht wissen, woher das Geld für den nötigsten Lebensbedarf.zu nehme n und keine Menschen mehr, die zeitlebens durch unsinniges Dechinmorden, was wir Krieg nennen, zu elenden, den anderen Mitmenschen und sich selbst zur Last fallenden Krüppeln werden. Wieder etwas gefestigt trat er nun seinen Heimweg an. Einige Blumen, die am Wege standen, wand er zu einen! Strauß. um wenigstens damit seinen Eltern ein« kleine Freude zu bereiten. l.atte Schön, Rötha bei Leipzig. Gewerkfchastliche Lugendbildung. Die Existcnzfcercchtiguiig der gewerkschaftlichen Jugendbewegung dürfte heute wohl kauni mehr umstritten sein. Sie hat sich ihren Platz neben der SAJ. gesichert und zwischen beiden besteht heute in vielen Fragen, die das allgemein« Interesse der werktätigen Jugend berühren, eine erfreulich innige Arbeitsgemeinschaft. Auch unser« proletarische Jugend braucht eine den bei jungen Menschen so verschieden gelagerten Jntercsseit gen, äße Mannigsalligkeit der Organfsattonsfonnen. Warum sollte denn nicht dem weniger politisch, aber um so stärker beruflich interessierten jungen Arbeiter eine berufliche Fortbildungsmöglichkeit geschaffen werden, deren Träger die Arbeiterorganisattonen, die Gewerkschaften selbst sind? So haben wir also heut« gemäß dem organisatorischen Ausbau unserer deutschen Gewerkschaften ein« nach Berufen gegliederte gewerkschaft- liche Jugendorganisation, die damit schon wegen ihrer Organisa- tionssorm den Bedürfnisscu der mehr am Berus interessierten jungen Arbeiter entgegenkommt. Schließlich nimmt denn auch die fach- biche Bildungsarbeit!n der gewerkschaftlichen Jugendbewegung einen verhältnismäßig breiten Raum ein. Ein großer Teil der Gewerk- schasis-Iugendzeitungei! sind in ihrem Inhalt hauptsächlich aus das betreffend« Fachgebiet eingestellt. Diese Unterstützung des Jugendlichen in seiner beruslichen Aus- bildung diem natürlich ebenfalls den allgemeinen proletarischen Vc- langen. Denn es ist eine alte gewerkschaftliche wie politische Er- ftchrung. daß„im Kampfe steht seinen Mann, wer auch im Beruf etwas leisten kannl" Auf Fachsimpelei allein darf sich freilich die gewerkschaftliche Iugendbildungsarbeir nicht beschränken. Denn sie ist ja gleichfalls für die Heranbildung eines geeigneten Nachwuchses von Funktionären der Arbeiterschaft mitverantwortlich. Eine gründliche Erziehungsarbeit zur sozialen und politischen Einsicht muß also neben der beruslick)en Bildungstätigkeir geleistet werden. Hier- bei darf insbesondere auch die Politik keineswegs zu kurz kommen. Wohl die meisten Jugendvereine sind Kameradschaften und erfassen somit den ganzen Menschen. Eine ensiprechende Auslegung der proletarischen Jugendbildung— etwa zwischen Gewerkschaftsjuaend und SAJ.— läßt sich daher selten durchführen. Wie die SAJ. ihr« Mitglieder auch für gewerk! chaillichc Fragen zu intoreisicren hat, so die Gewcrkschaftsjugend für politische. Dagegen ist aber die Zusammenfassung der bsruslich gegliederten gewerkschaftlichen Jiigendvercin« in einer gemeinsamen Fach- organisation, der„FGJ."(Freie Gerne rkschaiisjugendj zum Zweck« der Allgemeinbildung durchaus notwendig. Viele Berussgruppen könnten sonst wegen der geringen Zahl der am One vorhandenen Lehrlinge des einen und selben Beruses weder leben noch sterben. Diese nun vorhernchende organisatorische Gliederung der Gewerk- schaftsjugend in Jugsirdabreiluirgen der Verbände und vor allein lokale Zusammenfassung in der FGI. hat sich so gut bewährt, daß die FGI. heute überall mit als richliges Glied unserer proletarischen Jugendbewegung betrachtet wild. Georg Kaible. Zehnjahrfeier der dänischen Zugendorganisation. Der dänische soziawemoki atisckie Jugendverband feierte am 5. Februar in einer großen Veranstaltung sein zehnjähriges Be- stellen. An der Feier nahm der dänische Ministerpräsident Genosse Stauning teil. Die Feier wurde durch Radio über das ganze Land verbreitet. Der Verband zählt gegenwürtia l-t? Ortsgruppen mit rund 13 0f*) Mitgliedern, das bedeutet eine Zunahme von 21 Grup- pen mit 2300 Mitgliedern im Laute des letzten Jahres. Der Vsr- band ist gegen, variig die stärkste'Jugendorganisation Dänemarks. In der letzten Zeit ist eine erhebliche Verjüngung der Milgtieder eingetreten. Beim letzten Kongreß waren 33 Pro,, der Mitglieder unter 18 Iabren, 43 Proz. standen im Aster von 18 bis 22 Jahren, während 22 Proz. über 22 Jahre alt waren. Diese Zahlen haben sich in der neuesten Zeit w:iter zugunsten der jüngeren Jahrgänge verschöbe». 'VkMinf-yC€cuttfifk~ Es uvn- in der ersten Aei: meiner Mitglicüschost in der Arbeiterjugend, da ichcntte die Partei der Gruppe ein« Gitarre. Es war eine alte, pe- brauchte und unsere„Musik- sachverständigen" behaupteten, dafc«ine alte Zupigcige durch klangreineren Ton sich gegen- über einer neuen auszeichne, und durch diesen Borzug einen um so größeren Wert für die Gruppe habe. i>a, man er- zählte sogar, da» Kenner von Musikinstrumenten neugetaufte Instrumente mutwillig beall>.ne sie draußen in Wald und Feld die Lieder jubilierend ui ch«-1» daß die andere» lustig"» sangen. Auf unsere»..«urnrn Abenden" sang si« iittf-'nicl uns unbekannte Lstede? W- uns immer erfreu'«». Lieder zur Zitier", das hette sich ja nun nach unserer Me.- >iu, ig»'cht gerade schon cm. Wie anders klang«>-' �ch, wenn da auf de». Programn, stand:„Lieder zur Laute. Na es dauerte nur ivenig« Wochen- und Grete begleitete schon ziemlich sicher ihr« Nach vier Wochen gar brachte sie die Gitarre wieder zurück und schleppte strahlenden Gesichtes überall ihre eigene Laute umher, die sie zum Geburlslage ooit ihren Eltern erhalten hotte. Und wir nwrcn nicht wenig stolz auf unsere Grete, denn nun hauen w r dock unsere„Lautenjänqenn" in der Gruppe, und aus iwl>l>«r Feier wurde nicht der Gesang zur Laute von den Besuchern immer wieder gern gehört. Nicht lange mehr hat seitdem unsere Gitarre gehalten. Denn unter altes,„ktangreines" Instrument war unterdessen noch Llie? >'»d somit, nach der Meinung unserer„Musiksachotrsiandigen"� noch klaugreiner geworden. Schließlich ging sie ein. k.!. Die Gchmuqglerlahri. ZchMUKÄsrfahrt n-.'.ch Eckernförde� Wie im Vorjahr«, so lieie« auch hiesnwl wieder zahlreiche Änmeldun«<-n Mr Teilnahme ein Im Borjtchre fand die Sfttmiehalb>ckuht«n Füsse. Bold hatten wir Planschbecken, eisige, regenschaueri che Planschbecken an den Beinen. Durch das ewig« Treten der Pedale und das damit verbundene Auf und Nieder der Füsse stieg und siel das Wasser i» den Schuhen, mit der gleichen Regelmässigkeit wie bei Ebbe und Ftut der Meeres- Ipiegel. Solche Fussbäder lobe ich mir. Sie sind durch nichts zu ersetzen. Die Folg« dieser Bäder ivar natürlich ein chronischer Schnupfen. Das Taschentuch konnten wir schlecht benutzen, es hatte auch wenig genutztz und so lief und lies da? Wasser beim Annen hinein und beim Ausatmen wieder hinaus aus dem Gesichtsexter. Besonders schön war es, wen» uns ein Berg abzusteigen gebot. Bei jedem Schritt schoß ein Springbrunnen in Miniaturausgabe aus den Schuhen. Wenn er nicht wieder tn sein eigentüches Reservoir zurückfiel, blieb er bestimmt an den Strümpfen hängen. Dadurch wurde dann das Wohlgefühl um ein beträchtliches erhöht. Nach 2% Stunden planschten wir in Ofterwieck hinein. Im Ratsgarten sollte die Grüaduugsversammlung der SA2. sein. Und da wollten wir hin. Es war liloß gut. daß der Wirt geheizt hatte. Ich weiss zwar nickst, wie das Nachtlager in Granada ansgeseheir hat. Aber so ungefähr konnte unser Biwak auch betitelt werden. An. auf hinter, neben über unter vor und zwischen den Oesen hingen unsere triefenden Lumpen, einstmals Kleidungsstücke genannt. Wr ielbst sausten wie die Wilden, nur mit der Badehose betleidet, im Saal umher, um uns zu wärmen. Ist das keine Ro- inantik? Das schönste war ja nun. daß unsere Sachen auch noch drei Stunden noch nicht trocken waren. So mußten wir uns denn, noch naß nx« die Frösche, wenn sie aus denr Wasser steigen, zur Jugendherberge begeben. Da hatte mancher von uns nachts einen Klappermann(auf gut deutsch: er fror!).— Mit desto grösserem Stimnumrwand sangen wir aber am nächsten Tage: Regen. Wind, wir lachen drüber.. Wir sind jung, und das ist schön! A. ScIi. Es geht bunt her! Das war wirklich sin bunter AbeiH. Der Saal war gestiii! bis ans den letzten Platz. In schneller Reihensalge wechselten«e Bilder. Die Musikgrupp« des Touristerwereius begann mit dem Vortrag eines Festmarschez. Vier lebende Bilder, begleitet von einem verborgenen Sprecher und leiism Mavieripiel, illustrierten wuchtig den Kampf zwischen Arbeiterschaft und Kapital. Wieder spielte die Musitgruppe, reicher Verfall lohnte ihr fanberes Spick. Das Rüpelspiel der Falken,„Ihn. der Essl", brachte alle Anwesenden zum Lack>en, obgleich es eigentlich zum Weinen nwr, wie der arm« Gssl unter der Last dreier MeiFsäcke»nd des Müllers in eigener Perron zusammenbrach. Nun sangen zwei Genossinnen ein paar Schone Lieder zur Laut«. Und dann kam die Haupinuimner des Abends: die Revue „Wiiheim der Letzte". Da« Lachen begann, als dir Mitglieder in bunten Uniformen und mit schwmzweissroten Fähnchen bervassnet in den Saal einzogen, und hörte während'des Spiels nicht wieder aus. Zuerst kam eine Schul klosse mit'dem Lohrer von Anno da- zumal. Oer alte Herr war noch gerade dabei, den Iunqens da? oorschriftsmassige Hurraschreien beizubringen, als Seine Majestät schon naht« Da verbiesterte der Schulmeister und brachte veriche.ll- lich„Drei Majestät» aus seine Hurras" aus. Fürchterlich oerdonnert« ihn Majestät. Im Zweiten Teil..braucht Majestät Sonne"— er rmfcef sie auch. In der dritten Heldentat wird Geburtstag gefeiert. Slaltlhelm-Seldte, Adolf Hitler, der Herr Pfarrer, Vertreterinnen des Kütiigin-Lmjen-Biinides— alle beglückwünschen Seine Majest>if. Immer wieder„Hell dir im Siegerkranz" und Dreimal Hoch, bis alles ziemlich seekrank hin- uird herwairkie. Nur die beiden Lalaien, die ibre Sache übrigens besvriders gut machten, hielten sich tapfer. In der letzten Heldentat sahen wir„Willi als Kinaheld". Feen« Wortspiele, ulkige Darstellung. Ein feiner Absckluss! In den Pausen warf d-'S Eptbiarkap Karik"tureu Seiner Majestät aus die Leinwarih. Dann kamen noch einige Lieder zur Laute und als frijch-tröhiicher Abschluß einige Volkstänze. Mit dem gemeinsamen Lied„Ade nun zur guten Nach:" wunde der Bunt« Abend geschlossen. «o berichtet'der„Lübecker volks-bote" über einen Bunten Abend der SAI. Moisling. Mäxchen Krame und der Gpori. Ais Märchen noch ein kleiner Junge war, kam er einst nllt seinem Vater an einem Sportplatz vorüber. Dort sab er einitze Männer in einer Reihe ausgestellt und sie, als neben ihnen einer einen Pistolenschuß abfeuerte, w'e von Furien gehetzt, davonrennen. Maxchen dachte über das Erlebnis lange nach und fragte dann feiiieu Vater: „oag mal, Vati, warum wird nicht mit einer Kanone geschossen? Dan» würden die Leute doch»och viel mehr erschrecken und noch viel schneller davonlaufen." Eimna! bekam Möxchen von seinem Deutschlehrer den?lnrtrog, einen Aussatz üt>er den Sport zu schreiben. Mäxchen bereicherte daraufhin die deutsche Literatur um folgendes Wert: Der Spordt. Es»wt�oiele Spördte, am häufigsten ist der Möbelt ro irspc- rdt. Der feinste Spovdt ist der mit Autvinobihlern, wobei beide hnooen, uänrlich der Soortstnann mit der Huppe und der Fußgänger beiieide. Es gibt auch Radsahripardt, der aber nicht sein is, indem Radfahrer arm sind, indem sie sogar die Lust pnmpen müssen. Wenn die Spordimäriner fir üben, so daß sie Tränen ichwitzen, sind sie im Trening. Der Tnvnspordt is sehr gelund, dabei kann.pich räe! bassieren. warum sie auch cgai frei heil rufen, indem sie heil ge- blieben s ird.