Mend-Vorwarts Kr. 12 Beilage zum Vorwärts 21. 0-z-mb-r i»»« Gegen Not und Faschismus Nie Kampflosuugen der Sozialistischen Ärbeiierjugend. Das Lied vorn MgliGen Brot. Das ist das Tled vom tägliche» Brot. Di» es erschaff e». leiden Not. Die Kleider wirke»— gehen blog» Die Säufer bauen— rvohnungslos. Zu den wm drn Parteien am meisten umworbenen Bevölke- rungakrelsen gehört zweifellos die Jugend. NolicmaisoZiaiisten und KsmMinisten liegen in dem Rennen um die Gunst der jungen Generation an der Spitze. Sie nutzen die unter dem Druck der Wirtschaftstrtse und der politischen Lage In Gärung geratene Jugend nach besten Kräften für ihr« demagogischen Zwecke aus, Hetzen sie zu allen möglichen Taten auf, die mit politischem Kampf nicht da» geringst« zu tun habe» Als Beispiel sei hingewiesen auf die erschreckend zahlreichen Ueberfälle von Jungkommunisten und fjittet�Jun- gen auf Mitglieder der Soziail» stischen Arbeiterjugend in ollen Tet» len des Reiches. Linen Damm gegen die fioch- flut nationalsoziaiistischer und kam- muntstischer Verhetzung der Jugend bildet die Sozialistische Arbeiter- jugend. Ihre Funktionäre und ihre Arbeit wird deshalb von den Cxtre- men in der gehässtgsten und schmiitzigsten Weise herabgesetzt. Diese Wut über die SAI.«st be- greiflich. und verständlich, weil in ihrem Wirten nicht da« radikale Wort, sondern da» radikale chandeln für dl« arbei- teudc Jugend zum Ausdruck kommt und von der Jugend immer mehr anerkannt wird. Wie diese» Handeln im konkreten Fall aussteht. zeigen die Beschlüsse der letzten Hauptoorstandssttzu ng des Verbandes der Sozialistischen Ar- beitersugend Deutschlands. Der Kampf gegen die Wirts chostsnot steht im Vor- dergrund. Er bewegt sich in zwei Richtungen. Einmol wird im Zu- sammenwirken mit der staatlichen und kommunalen Jugendpflege die trostlose Lag« der erwerbslosen Jugend zu verbessern sein durch unterhaltende Veranstaltungen an Nachmittagen und Abenden in Jugendheimen oder ähuiich ge- eigneten Räumen, durch staatsbürgerlich« und Benifsfortbildnngs- oder-umschuiungskurse. Vorweg kommt die immer wieder neu- erhobene Forderung auf ausreichend« U» t e r st ü tz n n g der jugendlichen Arbeitslose». Die Acndcrungen der neuen Notm:rordnu»gen, durchgesetzt im schwersten 5?ampf der sozialdemo- ftatischen Reichstagsfrattion, die u. a. auch«ine Herabsetzung der Altersgrenze für die Arbeitsiosenoersichcrunz vom 17. aus das 18. Lebensjahr«ntljolien. erfüllen teilweise diese Forderungen. »Die Haupttrast der Bewegung soll im neuen Jahr konzentriert werden auf die Durchsetzung einer Reihe von Jugendschutzforde- rimgen, wie Verkürzung der Arl'eliszeit und Gewährung eines gesttzlich festgelegten Nriaubs für die jugendlichen Arbeiter und Lehrlinge, die einige der Möglichkeiten sind, positiv die Arbeitslosigkeit einzudämmen und die im Interesse der gesamten proletarischen Jugend liegen. Der Monat März soll a!s Werbe monat diesem Kamps für Jugendschutz gewidmet sein. Außerdem soll die Jugend mobilisiert werden zum Kamps gegen der, Faschismus, den Todfeind einer freien und gesunden Entwicklung der Jugend. An anderen großen Veranstaltungen hat die SAI. für IbSt vorgesehen: als Auftakt der Jahresarbeit eine Reichsansschußsitzung am 11. Januar, auf der neben organisatorischen Fragen gesprochen weiden soll über»Dt« polltische Lage und die Auf« gaben der Jugend"(Referent: Partcivorsttzender Otto Welsj, über die Stellung zur ArbetisdienjipfUcht und über Jugendschutz. Weiter ist vorgesehen die Durch- fllhrung des 6. Deutschen Ar« beiterjugendtages, eventuell in Verbindung mit dem Reichsparteimg der Soziaidemo« kratie oder Ende August in Frank« surt a. M., ein vierzehntägige» Reichszeltinger ans der Rheininsel Namedy von Miit« bis End« August, ein Reichs-Spicl- unk» Sporttag Anfang September, ein Internationaler yugendtag am 4. Oktober und eine 5ierbstwerl>«- wache vom 4. bis 11. Oktober. Das ist das 5led vor» alte» GesGleGtr Dem Serrn das 5and, die Krön dem Unecht. Die sohlen graben— ohne Herd. Die Werte schaffen— ohne Wert. Das ist das 5ied der höllischen Pkeln: Dem Neichen Brot» dem Armen Stein. Dem Arme« Nacht und bittres 5Nluß, Dem Neichen Glanz und Tloberstchz. Das Ist das Lied, rvenn der Ansruhr gellt, Wenn alte Schmach an uns zerschellt. Das ist das Lied, das nicht verzeiht. {5hr Unechte, seid zur f$at bereit! eUcijup«ud-V«rIoiI, Brrlm> Die Fülle dieser Veronsialtun« ge» ist ein Zeichen für di« in nereStärteder Sozial t- stlschen Arbeitersugenb. Daran ändern auch nichts die b«- dauerlichen Vorgänge in einzelnen Teilen des Jugendvcrbandes. S» mußten in Königsberg drei Jugend- funktianäre ausgeschlossen werden, weil sie in engster Linbindung mit der kommunistischen Jugendopposition gegen die stPD. arbeiteten. Ihr Ausschluß wurde von einer mißerordentlich!» Bezirkskonferenz der SAI. in Ostpreußen einstimmig gebilligt. Der frühere Unierbezirks- leiter der SAI. im Ruhrgau, Heinz Hoose. Bochum, mußte au» der Partei ausgeschlossen werden, well er organistitionsschädigend wirkt« und mit den Kommunisten in Be» zichuiigen stand. Die Bezirksleitung TLestliches Westfalen hat dicLeitung dieses Unierbezirks übernommen, und es ist zu hoffen, daß der von Hoose angerichtete Schaden in Kürze wieder beseitigt werden kann. Gesagt werden muß. daß die große Arbellslosiakeit unter der Mitgliedschaft der SAI.(Stichproben ergaben, daß in den wesb- deutschen Bezirken die Halste, im Bezirk Mittelclbe ein Drittel der Mitglieder erwerbslos sind) den Stimmungen die sich gegen d!« ossiziell« Portcipolitit richten, entgegen konnnt, weil diese Jugend- lichen aus ihrer schlimmen Lag« heraus eine rasche und durch« greifende Aenderung mit Hilfe der Partei herbeiführen möchten und dabei nur zu leicht die politisch-parlamentarische Situation falsch einschätzen. In engster Zusammenarbeit von Partei und Jugend wird es möglich sein, diesen Stimmungen entgegenzukommen mch sie schließlich zu beseitigen. Die einmütig« Auffassung der SAI. ist: Parte« und Jugend stehen in einer Front, und in dieser schweren Zeit der Arbeiterbewegung «rst recht! Hilst die Arbeitsdienstpflicht? Zugenderziehung durch Wartesiandsbeamte und Heeresangehörige. Im Zusummcnhang mit den Borschlägeii zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit wird dl« Durchführung einer Arbeitsdienftpflicht für jugendliche lebhaft erörtert. Im alten Reichstag lagen ein national- toziatistifchcr und ein wirtschaftsparteilicher, im Preußischen Landtag »!n deutschnationalcr Antrag aus Einführung der Arbeitsdienftpflicht vor. Der Chriftlich-Soziale Bolksdienst, die fungdeutsche Volks- nationale Reichsnercinlgung. der Werwolf haben die Arbeitsdienst- Pflicht in ihren» Programm stehen. Vaterländische Verbände und Frauenvereine stehen ihr mit Sympathie gegenüber. Ein„Bund für Arbeitsdienftpflicht" tat sich auf. Eine Reihe von Verbänden schloß sich zu einer„Arbeitsgemeinschaft für deutsche Arbeitsdienst- Pflicht" zusammen, in deren Rainen ein Kuratorium die politische Möglichkeit und finanzielle Durchführbarkeit der Arbeitsdienftpflicht prüfen soll. Die Auffassungen über den Zweck der Arbeitsdienst- Pflicht sind fo vielfältig wie die Interessen, die die genannten Ver- bände vertreten. Mit Schlagworten wie„Wiedcrgefundung des deutschen Volkes",„Erziehung zu Disziplin, Verantwortungsgefühl und Arbeitswille" sucht man für den Gedanken zu werben. Die extremen Nationalisten wollen die allgemeine Arbeitsdienftpflicht als Ersatz sür die durch den Versailler Vertrag verbotene allgeineine Wehrpflicht. Alle treten sie mit der Behauptung ans, die Arbeits- dienstpflicht fei«in Mittel zur Einschränkung der Erwerbslosigkeit, besonders der Jugendlichen, weil mit ihr zusätzliche Arbeits- gelegcnheiten geschaffen werden können. Wie steht es damit? Die Arbeiten des»Deutschen Arbeitsdienstes". Die Wirtfchaftspartei hat am!8. Oktober 1930 dem Reichstag den„Entwurf eines Gesetzes zur Durchführung der Arbeitsdienst. Pflicht" mit 24 Paragraphen vorgelegt. Danach sollen sich die Arbeiten des„Deutschen Arbeitsdienstes" vorzugsweise erstrecken aus„Erdarbeiten aller Art, die im öffentlichen Interesse liegen, wie Wegebau, Meliorations-, Kanalbauten und ähnlichen! Kanzleiarbeiten im Hilfsdienst bei äfsemlichen Behörden und bei den Arbeitsdienststcllcn: Notstandsarbciten jeder Art zur Aufrcchterhaltung lebenswichtiger Betriebe". Für Erdarbeiten käme in erster Linie die Oediandkultur in Frage. Nun läßt sich aber nicht jedes Oedland kultivieren. Dann ist die Menge der verfügbar zu machenden Arbeitstage Verhältnis- mäßig gering zur Zahl der Arbeitsdienstpflichtigen. Nach dem winschaftsparteilichcn Entwurf soll jeder männliche Deutsche von Bollendung des 17. Lebensjahres bis zum Ende des Kalenderjahres, in dem er das Lü. Lebensjahr vollendet, für ein Jahr arbcitsdienst- pslichtig fein. Die Arbeitsdienftpflichtarmcc würde bei dieser Re- gelung 450000 Mann stark sein. Mit diesen Arbeitskräften wären nach Urteilen aus Landbundkrcisen in drei bis vier Jahren alle Vedläiidcr zu kuttimercn und Arbeit dann nicht mehr vorhanden. Für Kamil- und Wegedauten dürsten Arbcitsdienstpflichtigc kaum in Frage konimen; denn dafür sind übergenug freiwillige Arbeiter vorhanden. Die„Notstandearbeiten zur Ausre.hterhalwng lebenswichtiger Betriebe" bedeuten in der Praxis nichts anderes als organisierten und staatlich sanktionierten Streikbruch. Schließlich lassen sich sehr viel« Arbeitszweige zu lebenswichtigen Betrieben erklären. Mtt der zusätzlichen Arbeitsbeschassung durch Arbeilsdieilftpflicht ist es also sehr mager bestellt und die Arbeitslosigkeit nicht einzudämmen. Was kostet die Arbeitsdienstpflicht? Die Arbeitsdienstpslicht würde aber auch eine schön« Stange Geld kosten. Ueber die Ausbringung der Mittel gibt es die unterschiedlichsten Meinungen. Nach dem wirtschastsparteilichen Entwurf soll„die Finanzierung des„Deutschen Arbeitsdienstes" grundsätzlich erfolgen durch Bezahlung der vom Arbeitsdienst ge- leisteten Arbeiten. Darüber hinaus werden die zur Durchführung dieses Gesetzes erforderlichen Mittel zur Hälfte von der Reichsanstalt für Arbeitsvermittlung und Arbeitslosenversicherung, zur anderen Hälfte durch eine Besteuerung der Betriebe der öffentlichen Hand ausgebracht". De» jährlichen Auswand sür Verpflegung, Kleidung, Löhnung, Taschengeld, sür Führerpersonal und Verwaltungskosten, pir Wohlfahrtspflege und Geschäftsbcdürfnlsie berechnet der wirt- schaftsparteiliche Reichstagsabgeordnete Sachsenberg auf 413 Mil- lionen Mark: nicht einberechnet sind die Kosten sür die Unter- brlngung. Zu einer erheblich höheren Summe kommt der ver storbenc Senatspräsidcnt Dr. Flügge. Er schätzt die zu erwartenden Kosten aus jährlich 1159 Millionen Mark, ebenfalls ohne die Kosten für Unterbringung und Transport. Daß solche Summen nicht verfügbar sind, auch wenn der wirtschastspanciliche Anschlag aus die öffentlichen Betriebe zur Aus- führung käme, braucht bei der Finanzlage des Reiches nicht bewiesen zu werden. Außerdem: die Wirtschaftlichkeit der Arbeitsdienftpflicht wird selbst von ihren Befürwortern bezweifelt. In der„Kasseler Post" schreibt Gras Berlepsch:„Bei der Arbeit, die eine auf Grund allgemeiner Arbeitspflicht zusammenberuscne Gefelllchaft von Menschen zu leisten hat, steht die Rentabilität nicht im Vordergrund." Die Arbeitsdienstpslicht wäre also nichts anderes als ein sehr kost- spieliges Experiment, für das sich die Steuerzahler sehr bedanken. Arbeitsdienstpflicht ist ziviler Militarismus. Nun zu der e r z i e h c r i s ch- p o l i t i s ch c n Seile der Arbeitsdienstpslicht. Die Wirtschaftspartei sagt im§ 1 Ihres Eni- wurfes:„Die Arbeitsdienstpflicht dient der Erziehung der deutschen Jugend zu freiwilliger llntcrordming gegenüber dem Wohl-ckier Allgemeinheit, zu geregelter Arbeit und Pflichterfüllung." DasT die Jugend zur Arbeit erzogen werden soll, ist eine ganz infame Verhöhnung der 600 000 jugendlichen Erwerbslosen. Denn nicht Unlust zur Arbeit, sondern Mangel an Arbeit ist doch die Urlache der Arbeitslosigkeit. Di« Jugend will arbetten. nur sie kann es nicht, weil nicht genug Arbeitsplätze vorhanden sind. Auf volkswirtlchafttiche Richtigkeit kommt es den Winlchajts- partcilcrn aber nicht a», wenn sie ihre reaktionären Pläne ln bezug aus die Jugend durchliihren können. Das ficht in dem Entwurf so aus:§ 3 lautet:„Die Ausübung des verfassungsmäßigen Wahl- rechts ist für all« Arbeitsdlenstpslichtigcn an die Vorlage des ordnungsmäßigen Entlassungsschreidens au« dem„Deutschen Arbeits- dienst" beim zuständigen Wo.hlvorstand gebunden." Das ist nichts anderes als der Versuch einer Herauisetziing des Wahlalters. Organisatorische Gründe finden sich immer zu dem Nachweis, daß erst die 24jährigcn zum Arbeitsdienst einberufen werden konnten: sie würden also erst vom 25. Lebensjahr an wahlberechtigt sein. Di« L e I t n n g des Arbeitsdienstes soll ciiiein Personal über- tragen werde», da« aus Wartcstandsbeanucn und entlassenen Heeres- angchörigcn bestehen(oll(§ 11). Die letzteren sollen hierbei bevorzugt werden. Also ein Jahr lang würden 450000 jung« Männer unter die Erziehungsgewatt von ausgedienten Ollizieren und Wachtmeistern gestellt. Der Kasernenhofdrill des preußischen Kommiß fände hier leine Auferstehung. In der nattonalistischen Presse wird denn auch ganz offen erklärt, daß der eigentliche Sinn der Arbeitsdienstpslicht sein soll,„ous den Reihen der Arbeitsdienst» Pflichtigen den Grundstock des künftigen deutschen Volksheeres zu bilden". Die deutschiialionaie„Börsenzeitung" schreibt am 28. Februar 1929:„Die Wiedcrausrichlung unseres alten Volts- Heeres ist uns vcrwehrl. So ist der Wunsch doch gewiß berechtigt, der deutschen Jugend vorerst wenigstens«in« Schulung zu schaffen, die der neuen Generation mindestens etwas von dem sittlichen Gehalt des alten Heeres zu vermitteln vermöchte. Ln diesem durchaus und auls höchste berechtigten Streben wurzelt der Gedanke der Arbcitsdiciistpflicht." Die Arbeitsdienftpilicht entpuppt sich als zivile N« u a u s l a g« des deutschen Militarismus. Das Zwangsarbeitsjahr des deutschen Arbeitsdienstes soll unter der Leitung von Militärs die Jugend zu neuer Kriegsbegeisterung entfachen. Alle die iiationalistischcn Redensarten von vor 1914 werden neu ausgeputzt vorgeführt: Erziehung zur Nation, zur Schlcksalsgemeinschast, zum Dienst am allgemeinen Wohl, zur llcberwindung der Parteien- Zersplitterung und des Klassenkampfes. Sozialistische Arbeiterjugend und Sozial- demokratie sind gegen die Arbeitsdienstpflicht. Einmal, weil sie finanziell undurchsührbar Ist und wirtschaftlich nicht helfen kann gegen die Arbeitslosigkeit. Dann aber vor allem, weil wir nicht wollen, daß die deutsch« Jungmannschast den Er- ziehungseinslüssen der Reaktion zwangsweise ausgesetzt wird. Arbeit sllr-die Jugend zu beschasjen ist oberstes Gesetz, nur muß diese Arbelt sreiwillig sein und darf keinem Zwang unterliegen. Gustav Weber. Platz, die Falken kommen! Aus der Arbeit der Berliner Kinderfreunde. Im nächsten Jahre können tne Berliner Kinöcrsreund« ihr zehnjähriges Bestehen feiern. Eine gewaltige Arbeit ist feit dieser Zeit geleistet worden. In allen Berliner Verwaltnngsbezirken be° stehen Kreisarbeitszcweinschasten der Kmdersreund«. die die Kinoer-n Gruppen zusamnrenzusassen. In den Gruppen sind die Kinder nach Jahrgängen geordnet. Der Kreis Neukölln hat!) Nestsajkcn-, 9 Jungfatken- und 9 Rote Fatken-Gruppen mir insgesamt äN Kindern. Ein anderer, kleinerer Kreis, Tempelhof, kann von je 2 Nest-, Jung- und Roren Falken-Grnppen berichten. Die Kinderfreundcarbeit ist sozialistische Erziehungsarbeit an den Arbeiterkindern. Die erzieherischen Arbeiten werden in den wöchentlichen Veranstaltungen geleistet. Ein-, zwei, oder drennal in der Woche konmien die Gruppen zu ihren Bastelabenden, Aus. sprachen und Spielnachniittagen zusammen. Lierzehntäglich oder> virrwöchentlich werden Wanderungen angelegt. Aus den Krupp.n» adonden werden alle Angelegenheiten der Gruppe besprochen, der Oruppenäusschust gewählt. Bei den Aussprachen ist die Teilnahme der Kinder sehr rege. Die Bastelabende dienen der Pflege der Gemeinschaft. Und zwar so: einzeln« Gruppen stellen sich zur Auf» gäbe, ein Zeltlager oder ein Gruppengeschenk zu bauen. Alle Kinder sind dann fleißig bei der Sache. Besondere Freude bereitet die gemeinsame Herstellung von Gebrauchsgegenständen für die Zelt- lager. lieber den Umsang der geleisteten Arbeit oerm titelt die Statistik aus dem Jahre 1929 einen zichtenmäßlgen, rohen lieber blick. Es beswnden 1929 150 Kinderfrenndegruppen mit 3200 Kindern und 357 Helfern und Helferinnen. Im einzelnen wurden durchgeführt: Veranstaltungen der Grup- pen und Kreise: 3341 Heimabende, 730 Ein» und Mchrtagewande- rungcn, 51 Werbeabende mit 7705 Teilnehmern, 69 F.lin-, Lichtbild- und Kasperleveranstaltungen mit 5660 leilnehmrni; 436 Teil» nehmer am Zeltlager Namedy, 422 Teilnehmer an Hestnoerschictun- gen; 411 Helserzusommenkünste mit 4061 Teilnehmern und 189 Eltern« be»ü>e mit 4932 Teilnehmern. Der Kreis Neukölln führt« in der Zeit vom 1. April bis zum 30. Juni 1930 folgend« Veranstaltungen durch:«s fanden für die Kinder 95 Heimveranstaltungen, 94 Spiel- und Sporiveranstalwn- gen, 48 Tageswa'iderungen statt. Für die Heiser 4 Zilsammentünsle und 6 Arbeitsbesprechungen sowie drei Wochenendkari« und zwei gesellige Deranstaliungen, für die Eitern wurden 27 Zulammentiinste durchgeführt. Außerdem besuchten 65») Teilnehmer 2 Werbeveranstaltungen. Diese Zahlen zeigen, daß auch siir die Heller Veranstaltungen gerrossen wurden. Sie finden ltatt, um ihnen praktische Winke für die Arbeit zu geben und zur Besprechung der jeweils neuen Aus- gaben. Der Helserousbildrmg wird besoicdere Autmerksamkeit ge- schenkt. Helferkonicrenzen und Wochenendkurs« haben diese Arbeit zu erfüllen. Die Tätigkeit der Kindersremide kaiin von dem Elternhaus nicht losgelöst sein. Besoirder« Aulnrerksonlkeit beansprucht« des- halb die Aternorgaiüsarion. 1929 zählten wir rund 250») Eitern. Es wird versucht, die Eltern von dem Wert der ftindersreundearb-ll zu überzeugen und sie sür tätig« Mitarbeit zu gewinnen. Das ist der Simi der Eiternabende, die kreis weist abgehallen werden. Der Auftakt zur Sommerarbeit 1930 war der Äindermaitag am 4. Mal im Vollspart Neukölln. 2500 Kinder marschierten unter ihren roten Winipeln, in ihren blauen Kitteln nrit dem roten Falken am Aennel zun, Iestplatz, wo sich bereits dl« Eltern und Partei- genossen eingefunden hatten. Nach einer kurzen wuchtigen Feier entwickelte sich aus d«?n Festplag reges Leben. Kreis Mite zeigte eu'-eil Zirkus. Kreu.zbcrg war mit dein Kasperletheater angetreten, Neukölln zetgch: ein Zeltlagerdorf. Der Schluß eile alle zur gemein- samen Singestunde. Die Veranstaltung zählte 6000 Besucher. Eine zweite größere Veranstaltung war die Sommersonnenwend« am Plötzenste. Uns stand das Freibad zur Versügung. 5009 Rote und Jungfalkem, viele Genossinnen und Genossen waren erschienen, um bei loderndem Feuer erneut Bekenntnis zur sozialistischen Bewegung abzulegen. Pfingsten fand ein PrvbczetNagcr mit 1000 Kindern in Tegel statt. Zwei kleiner« Lager, eins an der Ostsee und eins auf der Inst! Rügen vereinigten 100 Kinder. Ein« Gruppe des Kreises Neukölln nahm an einem österreichischen Lager in Kärnten teil. Abschluß unserer Sommerarbcit war das Zeltlager bei Thun in der Schweiz. 800 Berliner Kinder nahmen daran teil. In das Nestsalkenlager Munster fuhren 240 Kinder. Mit dstsen Teil» nehmerzahlen sind unsere Erwartungen üdertrossen worden. Die starke Betetlignng war möglich durch die Hilfe der Parteigenossen. Di« Kinder spürten dst Solidarität der erwachstncn Acb-iicisäzaft. Welche Mitel gebraucht wurden, geht aus folgenden Zahlen he: vor: für 800 Schweizsahrer waren 40000 M., sür 240 Rests alken 8690 M. aufzubringen. Dcest kurzen Angaben emhalten nur die wichtigsten Daten aus der Berliner Kindersreundearbeit in den letzten Jahren. E n umfassendes Bild von der Bielstüigkeit und Buntheit des Kinier- sreundelebens kann sich nur machen, wer unsere Falkengruppcn bei Spiel und Arbeit sieht.. In allen Klndersreundegruppe» herrscht ein prächtiger Geist. Diese jüngste Garde des Protc.anats wnrd zum Selbstbewußtsein erzogen und überall ertönt ihr Ruf: Platz, die Falken komnien! Willi S-:• 1. ve. DieLugendpfleqe der Stadt BerUn. In den letzten Iahren hat sich immer Ocirker die Ucl�rzeugung durchgesetzt, daß es nicht damit getan r», sich um die kränke oder sozial entwurzelte Jugend zu kümmern. Gerade die gesunde, normal« Jugend hat einen Anspruch aus staatliche Forderung urch Pllege. Im Ausbau ihrer ganzen Arbeit setzten sich die sortlchritt» liehen K r ä s t e in der Republik m bewußten Gegensatz zu der im deutschen Kaiserreich geübten Praest, nur dort einzugreifen, wo bereits etwas„passiert" ist. In einem kurzen gkdrängtcn Bericht gibt Genosse Stadtjugendpsleger Radtke in dem bereits m der vorigen Nummer des„Iugend-Vorlvärt�" angezeigten Wcr?„Fünf Jahre Londessugendamt Berlin" einen Uederblick über die Arbeit, dst ailf diesem Gebiet in den letzten Iahren geleistet worden ist. An der Spitze steht der Auebau der E rh ol ung ej ü r» s o r g». die in den letzten süns Jahren einen mächtigen Aulsa,wung genommen hat, der hoffentlich nicht durch die tm Jahr« 1930 ein- geleiteten Sparsamkeilsmaßnahmen allzu lkark gehennnt wird. Rund 60 000 Kinder im Iohrcsdurchschnüt l>at dst Stadt Berlin in den letzten Iahren, meist sür vier bi» sechs Wochen, in Erholung ge. schickt. Dabei zeigt die CntwicNung in Ine Richtung einer ltarken Einschränkung der Einzeloerschickung i» Piicgestellen aus den, Land« und der Zunahme der Massenverschickungen in besondere Erholangs- Heime, die der Stadt Berlin entweder selbst- gehören oder mit Ihr in einem dauernden Austanschverhälinis stehen. Vom sozialen Gesichtspunkt aus ist dies zu begrüßen. Die Kontrolle übe? Unter. kunst und Wohlergehen der Kinder wie auch die Bcovachtiing des Erfolgs der Verschickung ist In einem geschlossenen Heim bedeutend leichter durchzuführen, die Möglichkeit einer Ausbeulung der Kinder durch bäuerliche Pflegeeltern, über die in früheren Jahren manchmal geklagt wurde, ist ausgeschaltet. Während noch 1922 rund 52000 Landverschickungen und 14000 Heimoerschickungcn gezählt wurden, sind im Jahre 1929 rund 12500 Verschickungen in Land«». einzelpslegestellen gegen rund 42000 Heimoerschickungen festzustellen. Dabei ist noch zu berücksichtigen, daß die meisten Eiirzrlverschickckngen Kinder sind, die zu ihren Verwandte, l fahren und dafür die Hilf« des Larchesjugendamtes In Anspruch nehmen. Die größten Landerholungsheim« der Stadt Berlin find in Scheuen(Lüneburger Heide), Nest tOstsr«) und Zossen in der Mark. Im letzten Jahr Ist das Hanlo-Hrnis In Avendste dazugekommen, dafür schließt Nest im Herbst 1931 sein« Pforten. Am stärksten hat fich Zossen entwickelt, wo neben einem großen soliden Hauptgebäude, dem früheren Ossizierskasino< Zossen war Truppen. Übungsplatz und Militärlager) etwa 30 Gebäude entstanden find, die den verschiedensten Zwecken dienen. Besonder» wichtig sind die Schullandheime, In denen 1929 92 Schultlajsen, also 3000 Schüler mit ihren Lehrern sür einige Wochen La uda.senthc.lt bei Fortsetzung des Schnluntrnichts haben konnten. Das Ziel der Jugendpflege mußte sein, jeder Berliner Schulklasse die Möglichkeit zu verschassei», einmal im Jahr sür mehrer« Wochen an die See oder In«ine andere landschaftlich schöne und gesunde Umgebung zu ziehen und dort den entsprechend angepaßten Unterricht fortzusetzen. In Zossen Ist immerhin«in ganz schöner Ansang gemach», auch hier ist allerdings der weitere Ausbau abhängig von der Bestitigung der Flnanzkrise der Stadt Bertin. Neben diesen großen Kinder- Heimen gibt es in Berlin noch tinige kleinere Erholungsheime für Kinder, die von den einzelnen Bezirksämtern geschossen worden sind. Von besonderem Interesse sür die sozialtstisch« Jugend sind die Maßnahmen, die für die sch ul« n t la s s»n e Jugend auf diesem Gebiet ergrissen worden sind. Hier kann das Landesiugend- amt noch nicht mit solchen großen Zahlen aiiswarten, denn die ganze Arbelt besand sich noch im Ausbau, a>» der Spardiktator aus der Bildfläch« erschien. Aus den Mitteln des Landesjugcndomtes wurden Im Jahre 1V2S ehr« 660 Äugendliche für 6 Wochen in Heime verschickt. Daneben wurden Hon einigen Bezirksjugendämtern mit Uuterstütiung des Landcsjiigendamtes Feriencrholungsfahrten organisiert. Sehr entwickelt hat sich in den letzten Jahren die Organisierung der F e r t e n s p> e l e, die nach Möglichkeit diejenigen Kinder ver- sorgen solien, die keine Möglichkeit Haben, in den großen Ferien z» verreisen. Am frühen Morgen Zamineln sich die Kinder, fahren in Sondmvagen der Straßenbahn nach den Außenspielplätzen(zroölf hat die Stadt Berlin bisher an der Peripherie eingerichtet, dazu komme!, noch einige, die direkt von den Bezirksjugendämtern geschaffen worden find), bleiben dort den ganzen Tag, werden ver. pflegt und machen unter Aufsicht spiele und fahren dann am Abend mit Sonderwagen wieder zurück. Durchschnittlich haben an dieser örtlichen Erholungsfürsvrge 20 000 bis 25 Mi Kinder täglich teilgenommen. Nachdem das in der Inflationszeit aufgebaute Hilfswerk der Quäker eingestellt worden war, übernahm die Stadtverwaltung die Aufgabe der Kinderjp-eijung und baute diese pianniäßig aus. Schulrinder, die zu Haufe nicht die richtige Pflege haben oder deren Eltern sich tn wirtschaftlichen Schwierigkeiten befinden,«chatten Frichstück und Mittagessen oder«Nif Wunsch und nach Lage der Berhäitnisse auch nur eines von beiden. Wie notwendig diese Hilfs- maßnahine ist, zeigt«ine Statistik des Bezirksamts Prenzlauer Berg, nach der von den Schulkindern des Bezirks 313 ohne«rstcs Frühstück und 187 ohne zweites Frühstück in die Schule kamen, 887 Kinder erhielten zu Hause kein warmes Mittagessen. Das war im Früh. sahr 1020, daß im gegenwärtigen Krisenwinter»och ganz audere Zahlen in Frage kommen, ist sicher. Ss ist also mit aller Bestimmt- heit in fordern, daß die umfangreichen Sparmaßnahme», die auf alle» Gebieten geplant und zum Tetl schon durchgesührt sind, nicht dazu sichren, daß diese wichtige Hllssaktion weiter«ingeschräntt wird. Es muß hier darauf hingewiesen werden, daß das Jugendamt in den letzten Jahren sich bemüht hat, die Jugend gruppen und Iugendvereine finavzirii zu unterstützen. » Mittag vergeht dann schnell,»a. und dann arbeitet»um schon auf Feier- abend zu. So sagt es der Arbeiter auf dem Lokus, wo er von Zeit zu Zeit feine Zigareti« rauch». We«n da» erwartete Klingelzeichen ertönt, dann steht der Arbeiter schon»m der Uhr, eigentlich fvil er z erst jetzt aufhören jit arbeiten. O«e tommunistlfthe„SAZ.Opposition". Die.,S?lI.-Opposit!on"\nt ihren zweiten Rundbrief heraus- vebracht. Darm ist auch eine kurze Erwiderung auf unsere Be» hauptung, daß die Rundbriefe von der Zentrale des Kommunistischen Iugendverdandes hergestellt wenden. Diese Behauptung wird nicht bestritten. Es wird von..Mätzchen' und„Schreckmittel" ge» jprochcu. ober nicht gelagt, daß unsere Angai-e» falsch sind. Dies» Brief ist nur ein neuer Beweis dafür, daß die„SSlÄ-Opposition" eine kommunistische Einrichtung ist. Zuerst: Vo« fachmännischee Seite wurde s estgestellt, daß die Drucktype die der„Roten Fahne" ist, daß also dieser Brief in der kommunistischen Parteidruckerei her- gestellt wurde. Dann stehen tn diesem Brief eine Reihe von Sätzen. die dem„Jungen Kämpfer", Organ des KJB. für Sachsen, ent- nvmmen sind. In beioen Blättern heißt es mit Bezug auf di» Mitgliederbewemlng der SAJ. in den beiden ersten Quartalen 1930». „D e Zahlen, die dort verössentiicht werden, zeigen uns klar den Niedergang der©AI." Dann folgen eine Reihe weiterer Sätze, die völlig übereinstimmen und der CAJ. wieder mal bescheinigen, daß sie am Sterben sei. Ein ganzer Abschnitt mit der lieberschrist: „Hinweg mit den„linken" Demagogen" ist in beiden Blättern in wortwörtlicher Tlebereinsiünmnn« enthalten. Wir stellen auf Grund dieser Tatsachen noch einmal fest.: D i« S AI.- O p p osi t i o n u n d ihr Rundbrief sind eine kommunistische Angelegenheit zum Zrvecke der Bespitzelung der TAI. Daß schon wieder Spitzel am Werke sind, be- weist folgender Vorfall: Die Berliner©AI. hielt Anhing Dezember ein« Borsitzeadenkonferenz ab, zu der nur Zutritt hatten die erste« und Zwesten Borsitzenden der Gruppen und die Porteivertrctrr. die sich durch Mitgliedsbuch und Ausweis ieqstimieren mußten. Bon dieser Konserenz erschien in der„Roten Fahne" am 11. Dezember ein ausführlicher Bericht, der interne Angabe» aus dieser Organs- sationsveranslaltung enthielt und sich natürlich gegen die S?lJ. und SPD richtet./ Wenn morgens die U-Bahn und die Siraßeni'ahn viel zu schnell fahren, dann abends viel zu langsam. Zu Hause? Man geht dan» nicht schlafen, man bleibt auch nicht zu Hause, nein, man geht raus, schnell noch ein bißche» frei zu sein. Man will erleben und froh sei» mit Kameraden, und da gibt es so vieles, was man miteinander erleben, so vieles, womit man sich gegenseitig so manche» erleichter» ran». Da muh dann oft die Schlafzest verkürzt werde«, denn<» gibt eben noch ander« Dmge. die einem Mut und Kraft geben. Nur kurz ist die Schlafzeit, und dann wieder aufstehen u» dreiviertel fünf. KurtLackhoff jun., Britz. Aus der Bewegung IM Iuaenvierien in ver Schweiz. Eine allgemeine gesetzlich« Regelung des Uriauds für jugendlich« Arbeiter und Lehrlinge gibt es in der Schweiz nicht. D!« einzelne« Kantoue haben folgend« Bestimmungen über dt« Gewährung von Urlaub an Jugendliche: Bern 8 Tage nach einem Jahr, 8 Tage nach 2 Jahren, 10 Tage nach 3 Jahren, 12 Tage nach 4 Jahren für Arbeiterinnen, d!« nicht im Attvrd orbetten. Zürich: Für Haus» aehilfinnen 14 Tage nach einjähriger Dtenftzett. Für Lehrlinge aelten: Bern