Mr. 4 Beilage zum Vorwärts 29.«»»,»si Maitag derIugend. Ms wir noch Kinder waren, schlugen wir unseren Kreisel, warfen wir unsere Bälle, wenn der Frühling ins Land gezogen war. Wenn dann die zartgrünen Knospen ihre engen füllen lichthungrig sprengten, wenn aus allen Bäumen rund um den Spiel- platz die Vögel das neue Werden besangen, dann freuten wir uns auf diesen Tag, auf den Maientag des arbeitenden Voltes.— Der Vater ging anstatt in die Fabrik in seinem Sonntagsanzug, eine rote Nelke im Knopfloch, zu den Massen- Versammlungen und-kundgebungen. Wir hatten schulfrei. Der Nach» mittag gehörte uns bei frohem Spiel auf der Festwiese. Viele Männer und Frauen, Jugend und Kinder waren dort. Die Alten waren ernst und stumm, aber in ihren arbeitsmüden Augen standen Freudenfeuer. Die Jungen waren ausgelassen, voller Lust und Froh» sinn. Und über allem flatterten Fahnen, blutrote Fahnen. Jetzt sind wir junge Arbeiter, stehen an der Drehbant, sitzen hinterm Schreibpult. Jetzt freuen wir uns auf den Maientag, weil wir an ihm in Reih und Glied mit Millionen Männern und Frauen in vielen Ländern für die gleichen For- derungen und Ziele marschieren. Wir freuen uns auf den 1. Mai, weil er der Kampftag des inter» nationalen Proletariats für die For- derungen des Sozialismus ist. Dieser 1. Mai fällt in eine ZeltschwererNot. Fünf Mil- lionen Menschen in Deutschland, zweieinhalb Millionen in England, acht Millionen in Amerika, zwanzig Millionen Menschen in der ganzen Welt sind verurteilt zum Nichts- tun, müssen rasten, wo sie schaffen wollen für ihren Lebensunterhalt. Die Jugend steht zu Hunderttausenden in dem 5)eer der Arbeits- losen. Sie leidet nicht so sehr unter dem Aussall von Lohn— der ist für die jungen Arbeiter und Arbeiterinnen allermeist sehr ge- ring, für die Lehrlinge ist er nicht mehr als ein schmales Taschen- geld—, sie leidet viel mehr unter dem moralischen Druck der Zweck- und Ziellosigkeit ihrer jungen Tage. Hunderttausende jugendliche Arbeiter und Angestellte stehen aber trotzdem in Fabriken und Büroräumen bei überlanger Arbeits- zeit, ohne ausreichende Ferien. Die Jugendschutzbestimmungen sind immer noch recht dürftig und vielfach durch das Tempo der wirt- schaftlichen und technischen Entwicklung längst überholt. So wird heute zweifacher Raubbau an der Jugend getrieben: die einen leiden, weil sie nicht arbeiten dürfen, die anderen, weil sie z u v i e l a r b e i t en m ü s s e n. Der Kapitalismus beweist auch aus diesem Gebiet, daß er unfähig ist. menschenwürdige Lebensbedingungen zu schaffen. Jugendschutz und Jugendrecht zu fordern ist eine dringende Verpflichtung für alle, die an eine Zukunft der arbeiten- den Menschheit glauben. Nur eine Jugend, die nicht vorzeitig unter Erwerbslosennot oder Arbeitslast zerbrochen ist, kann diese Zukunft tragen Und so wollen wir auch an diesem Maientag erneut unsere Stimme erheben für mehr Schutz und mehr Recht der Jugend. Obenan steht hier: bannt das Gespenst der Arbeitslosigkeit, das das Denken und Trachten hunderttausender Jugendlicher gesangen hält. Unmeßbar, unschätzbar sind die Werte, die in dieser Jugend ver» kümmern unter der täglichen, stündlichen Frage:„Wie und wo kann Ich Arbeit finden?" Dieser 1. Mal steht wie alle früheren Maientage im Zeichen des Kampfes gegen die Reaktion. Die Jugend steht mitten im Ringen zwischen den Trägern einer besseren Zukunft für die Werktätigen und den Mäch- ten des Rückschritts. Auf die arbei- tende Jugend setzt die Reaktion ihre besondere Hoffnung. Die junge Generation weih aus eigenem Er- leben nichts vom Krieg, sie kann auch nicht abschätzen im persönlichen Vergleich zwischen Vor- und Nach- triegszeit. welch großer Fortschritt für die Arbeiterschaft die Umwand- lung des Kaiserreichs in die Repu- bkik gewesen ist. Sie sieht nur die scheinbare Ausweglosigkeit ihrer Lage und will möglichst schnelle und umfassende Aenderung. Aus Un- kenntnis der wahren Ursachen der Krise glaubt sie allzuleicht den Be- schuldigungen der Reaktion, die für alle Unbill unserer Tage das dem»- kratische System und seinen getreu- esten Verteidiger, die sozialistische Arbeiterbewegung, verantwortlich macht, läßt sie sich betören von den Verheißungen auf das Dritte Reich. Arbeitsdienstpflicht als zivile Form des Militarismus, nationali- stifche Beeinflussung durch Presse und Film, kriegerische Verhetzung sind die Mittel, mit denen die Reak- tion die Jugend für ihre Zwecke ge- fügig machen will. Durch Massen- beteiligung an den Maidemonstra- tionen muß die arbeirende Jugend diesen Feinden des Volkes und seiner Jugend beweisen, daß ihre Bemühungen fruchtlos sind und bleiben werden; daß die Jugend keinen neuen Krieg will, der in seiner Furchtbarkeit nicht auszudenken ist, von dem man nur das eine mit Bestimmtheit voraussagen kann, nämlich daß er den Welt- krieg in Furchtbarkeit und Schrecken weit, weit übertreffen wird; daß sie kein Faschistenregiment von Herrenmenschen über Untermenschen will, zu denen die zahlreichen nationalsozialistischen Prinzen und Grafen, Generale und Offiziere selbstverständlich die Arbeiter und Angestellten rechnen; daß sie Demokratie und Republik will; daß sie aufwärts will und es dafür nur den Weg gibt in Richtung zum Sozialismus als dem Zustand einer fronbefreiten Menschheit. Die Berliner Arbeiterjugend wird am ersten Maisonntag aus ihrem Maijugendtag im Voltspark Rehberge macht- voll Bekenntnis ablegen für diese Forderungen. Er wird nußer- dem ein Zeichen sein für die Verbundenheit aller Sparten innerhalb der Arbeiterbewegung, in dem Sozialistische Arbeiterjugend, freie Gewerkschastsjugend, die freie Angcstelltenjugend, die Jugend- gruppen im Kartell für Arbeitersport und Körperpflege und die Arbeitsgemeinschaft gemeinsam auf den Plan treten. Zu dieser Kundgebung der Solidarität mit den Klasiengenossen aller Länder erscheinen alle, die sich verbunden fühlen mit der großen Kullurbewegung des Sozialismus, erscheinen alle, deren Sinn gerichtet ist nach vorwärts und a u f w ä r t s l tiCfst Zir-lS. J&ugf, 31 Zugendschutz Appell an das Inten Das Sekretariat der Soziaristischen Iugendintcr- national« hat am 23. Februar dieses Jahres an das Jnternatio- nalc Arbeitsamt in Genf folgende Eingabe gerichtet: „Die Sozialistische Jugendinternationale verfolgt mit größtem gnteresse die Bemühungen des Internationalen Arbeitsamts um die Ausgestaltung des Schutzes der erwerbstätigen Jugend und begrüßt mit Genugtuung die Initiative des französischen Arbeitnehmerdele- gierten Jouhaux auf der XIV. Tagung der Internationalen Arbeits- konferenz vom Juni 1930, der es zu danken ist, daß dem Lerwal- tungsrat des Internationalen Arbeitsamtes erneut eine Entschließung zuging, durch welche der Verwaltungsrat aufgefordert wird,„zu prüfen, durch welche Mittel der volle Schutz der Gesundheit der Kinder und Jugendlichen sichergestellt werden kann, und ihnen zu ermöglichen, ihre Fähigkeiten voll zu entwickeln und sie durch körperliche und sittliche Erziehung sowohl wie durch all- gemeine und beruflich« Ausbildung zu einem wirklich menschen- würdigen Dasein vorzubereiten". Diese Entschließung stellt nicht die erste offizielle Anregung zum Studium der Frage des Schutzes der Kinder und Jugendlichen des Lehrlingswesens und der beruflichen Ausbildung dar. Es sei nur daraus verwiesen, daß der Arbeitnehmerdelegicrte Mertens bereits in der VIT. Sitzung der Internationalen Arbeitstonferenz eine Resolution unterbreitete, der wir entnehmen:„Nachdem die Frage des Lehrlingswesens und des beruflichen und sachlichen Unterrichts von ungemeiner Wichtigkeit für die gute und intensive Weltproduktio» ist, ferner der Friedensoertrog im Abschnitt XVIII erklärt, daß die Verbesserung der Arbeitsverhältnisse dringend sei und durch eine Reihe von Maßnahmen, u. a. Organisierung des beruflichen und fach- lichen Unterrichts und ähnliche Vorkehrungen, angebahnt werden müsse, serner der Wortlaut des Friedensvertrags eine vollkommene Reform des Lehrlingswesens und des beruflichen wie sachlichen Unterrichts verlangt, damit die jugendlichen Arbeitskräfte die un- erlählichcn beruflichen Fähigkeiten im vervollkommneten Grade er- langen können, stellt die VII. Sitzung der Internationalen Konferenz der Arbeit dem Verwahungsrat anHeim, das Internationale Arbeits- amt mit den vorbereitenden Arbeiten und den nötigen Erhebungen, die für eine Besprechung dieses Problems notwendig erscheinen, zu beaustragen und dasselbe aus die Tagesordnung einer der nächsten Sitzungen der Internationalen Arbeitskonferenz zu fetzen." Der zweite Kongreß der Sozialistischen Jugendinternationale, der im Jahre 1S2S in Amsterdam stattfand, lenkte die Aufmerksam- keit der Oeffentlichkeit auf Mindestforderungen der er- werbstätigen Jugend, die von diesem Kongreß als bc- sonders dringend bezeichnet wurden, und die lauten: 1. Ratifizierung, Ausführung und Erweiterung der von den Internationalen Arbeitskonferenzen beschlossenen Abkommen und Empfehlungen insbesondere derjenigen Bestimmungen, welche stch auf den Schutz der Arbeiterschaft beziehen. 2. Elementarschulpslicht bis zu Beginn der zulässigen Erwerbs- arbeit. Einführung und Reform des obligatorischen Fort- bildungsschulunterrichts. 3. Gesetzliche Festlegung einer wöchentlichen Höchstarbeitszeit von 48 Stunden, beziehungsweise Sicherung des Achtstundentages, soweit nicht eine günstigere gesetzliche Regelung besteht. 4. Gewährung eines gesetzlichen Erholungsurlaubs für Jugend- liehe bis zum 18. Lebensjahr. B. Fürsorge für arbeitslose Jugendliche. 0. Organisation und Ausbau der Berufsberatung. 7. Kontrolle des Lehrlingswesens durch Lehrlings- und Jugend- inspektoren aus dem Stande der Arbeiter. Die Sozialistische Jugendinternationale glaubt, daß vorstehende Mindestforderungen entweder gänzlich oder zum Teil Gegenstand der Studien sein werden, die das Internationale Arbeitsamt im Sinne der Entschließung Joühaux's durchführt. Die Sozialistische Jugendinternationale ist weiterhin der Ansicht, daß neben der internationalen Lehrlingskrise und den auf die Berussausbildung abzielenden Fragen die Berufs- und Er- werbslosigkeit Jugendlicher und die damit verbundenen Gefahren der Entfremdung vom Berufsleben und der Demoralisierung breiter Schichten Jugendlicher die Einflußnahme des Internationalen Arbeitsamts geboten erscheinen lassen. Das Internationale Arbeits- amt wird daher von allen der Sozialistischen Jugendinternationale angeschlossenen Verbänden dringend ersucht, in seinen Bemühungen um die Sicherung und Ausgestaltung des Schutzes der erwerbstätigen Jugend nicht zu erlahmen und alle Krast daraus zu konzentrieren, durch Anbahnung internationaler Abkommen und Empfehlungen in aller Welt. aiionale Arbeitsami. die Kräfte zur Sicherung des internationalen Jugcndschutzes zu stärken." Der Direktor des Internationalen Arbeitsamts, der Genosse Albert Thomas, hat darauf der Sozialistischen Jugcndinter- nationale eine Antwort übermittelt, der wir die folgenden Sätze entnehmen: „Meinerseits kann ich Ihnen die Versicherung geben, daß das Internationale Arbeitsamt unaufhaltsam all die zahlreichen Pro- bleme erörtert, die für die Erziehung der erwerbstätigen Jugend in Frage kommen, sowie für deren zieloolle und zweckvolle Vor- bereitung auf das Berufsleben. Die Mittel und Wege zu einem rechten Schutz der Arbeit und der Lebensbedingungen der Jugend stehen im Mittelpunkt unserer ernstesten Erwägungen. Den Beweis hierfür geben schon die Vorbereitungen und Annahnien der Be- schlüsse hinsichtlich der Grenze des Eintrittsalters für Kinderarbeit: die Frage der Altersgrenze für den Eintritt der Kinder in die nichtindustrielle Arbeit steht auf der Tagesordnung der diesjährigen Arbeitskonferenz. Diverse Arbeiten, die verschiedenen Probleme der Berufsarbeit bettesfend, sind in Angriff genommen. Unser Amt hat auch bereits schon angefangen, alle die Punkte zu erörtern, welche in der Eni- schließung enthalten sind, die auf Anregung des Herrn Iou- haux hin von der Internationalen Arbeitskonferenz während ihrer XIV. Sitzung angenoinmen wurde. Es handelt sich darum, fest- zustellen, auf welche Art denselben baldmöglichst Folge geleistet werden kann. Ich habe mit Freuden festgestellt, daß die im Jahre 1926 in Amsterdam während des zweiten Kongresses der Sozialistischen Jugendinternationale angenommenen„Mindestforderungen" zum großen Teil diejenigen Grundsätze und Ideen enthalten, welche das Internationale Arbeitsamt vertritt, und zwar sowohl im Hinblick aus die allgemeine Sozialpolitik, als auch auf die Reformen, welche wir für notwendig erachten in bezug auf den besonderen Schutz zu- gunsten der erwerbstätigen Jugend, deren Arbeit, Gesundheit und allgemeinen Lebensbedingungen." So war es früher. Zugendnot vor hundert Zahren. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts wurde die Hausindustrie immer mehr von den Fabrikbetrieben verdrängt, die einen immer größer werdenden Umfang annahmen, als es gelang, an Stelle de? Wasserkraft die Dampskrast zu der billigen und an jedem Orte möglichen Voraussetzung der Produktion zu machen. Dies« Zunahme der Fabrikdetriebe führte zu einer Erschütterung der sozialen Ord- nung und zur Verschärfung der sozialen Gegensätze. Die durch die Einführung oer Dampskrast ermöglichte Massenproduktion, die trotz der Konkurrenz überaus günstigen Absatzmöglichkeiten der Fabrik- Produkte sllhrten zu einer hemmungslosen Ausnutzung der menschlichen Arbeitskraft und erzeugten Gewinne, die fast ausschließlich den Besitzern der Produktionsmittel zugute kamen. Die zunehmende Maschinenarbeit gestattete in großem Um» fange die Verwendung ungelernter und jugendlicher Arbeiter. Ein Webstuhl brauchte nicht mehr durch gelernte und geübte Weber be» setzt zu werden, da sich die gleichen Arbeitssunktionen durch Kinder und Jugendliche ausüben ließen. Die Folge der wirtschaftlichen Umwälzung wtir, daß die Nachfrage nach erwachsenen Arbeits- kräften immer niehr zurückging und die nach jugendlichen Arbeits- kräften immer größer wurde. Die erwachsene Arbeiterschaft litt unter Arbeitsmangel und unter ganz unzulänglichen Verdienstmög- lichkeiten, so daß sie sich genötigt sah, ihre Kinder möglichst früh- zeitig mitarbeiten zu lassen, um den notwendigen Lebensunterhalt zu verdienen. Für die Verwendung von Kindern und Jugend- lichen in Fabriken bestand zu Beginn des 19. Jahrhunderts überhaupt keine staatliche Vorschrift. In schlecht gelüfteten, gesund» heitlich in jeder Beziehung gefährlichen Fabriträumen mußten Kinder, auch als Nachtarbeitcr, ihre Arbeit verrichten. Durch einen Zufall kamen die Ucbelstände in den Fabrikbetrieben der preußi» schen Regierung zur Kenntnis. Die Regierung in Düsseldorf hatte im September 1818 in einem Zeitungsbericht ein« Fabrikschule lobend erwähnt, die«in rheinischer Bürgermeister und Fabrikant auf sein« Kosten errichtet hatte und in der die in seiner Fabrik arbeitenden Kinder während oder nach der Arbeitszeit in Religion. Lesen, Schreiben, Rechnen und anderen Fächern unterrichtet wur- den. Dieser rheinische Fabrikant würde durch eine Kabineitsorder »ssentlich belobt. Cinige Jahre später erkundigt« sich der damalige Untcrrichtsminister, Freiherr von Altcnstcin, nach dem Zustand dieser Fabrikschule, in der er auf Grund dez Regieningsderichtes «in nachahmenswertes Beispiel sah. Di« Düsseldorscr Regierung, di« von dem Unterrichtsminister.�rm Bericht aufgefordert war, be- fand stch In großer Berlegcnhcit, da sich inzwischen herausgestellt hatt«, daß der eben erst vom König öffentlich belobte Mann in zwei Spinnereien zur Tages- und Nachtarbeit Kinder vom sechsten Jahre an zur Arbeit aufgenommen hatte. In der«inen Spinnerei arbeiteten am Tag« SK, bei Nacht 65 Kinder, in der andc- re» bei Tage Sä, bei Nacht 80 Kinder. Die Arbeitszeit währt« im Sommer von 7 Uhr früh bis 8 Uhr abends, im Winter von 8 Uhr früh bis 9 Uhr abends, die Nachtarbeit begann mit dem Schlüsse der Tagesarbeit und dauerte bis zu deren Wiederbegin». Der Ver- dienst sür die Kinder bestand für di« kl«ineren in fast zwei Silber- groschen, sür die größeren in drei Siibergroschcn täglich. Die am Tage arbeitenden Kinder waren in fünf Klassen eingeteilt, von denen jede täglich eine Stunde Unterricht erhielt! di« einzelnen KZafsen lösten sich ab. Die Nachtarb«i!«r wurden zusammen nach beendeter Arbeit zwei Stunden unterrichtet. Die Kinder wurden ferner angehalten, oft auch an Sonn- und Feiertagen zu arbeiten. Die Düsseldorfer Regierung suchte, um sich nicht selbst bloßzu- stellen, jahrelang den Bericht hintanzuhalten. Aber der Minister von Altenstein ließ nicht locker und tadelt« scharf das Verhalten der Düsseldorfer Regierung gegenüber einer so„unvcrantwort- lichcn Mißhandlung unmündiger Kinder". Er fordert« die Regierung auf, sofort die Nachtarbeit für Kinder unter 14 Jahren zu verbieten, und ließ sich in seinem Vorgehen auch nicht durch den Bericht eines Geheimen Oberfinanzrates hemmen, oer behauptete, daß die in jenen Spinnereien zur Rochlzeil beschäftigten Kinder sich von den bleichen Berlinern durch kräftiges, blühendes Aussehen unterschieden, daß die Nachtarbeit sie wenig angrisse, da sie auf ihrem über eine Viertelmeile langen Heimweg Mutwillen aller Art trieben, und daß die Gewohnheit, stets bei Tags zu schl f n. bewirke, daß sie sich ebenso wohl befänden wie die Tagcsarbeitcr. Der Unterrichtsminificr war nach de» ihm bekanntgewordenen Bor- gangen überzeugt, daß die Beschäftigung der Kinder in Fabriken unbedingt geseßlich geregelt werden müsse. Er fegte sich mit dem preußischen Minister für Handel und Gewerbe, Grafen von Bülow, in Verbindung, der ihm aber zunächst nicht beipflichtete, da er der aufkommenden nationalen Industrie keinen Schaden zufügen wollte. Erst, nachdem sich der Handelsminister überzeugt hatte, daß in Eng- land, das bereits durch Gejeß die Veschäfrigung aller unter neun Jahre alten Personen in Spinnereien verboten hatte, die englischen Spinnereien trogdem konkurrenzfähig blieben, verstand er sich zu «Inem gemeinsamen Vorgehen mit de», Unterrichtsininister. Nach vielem Hin und Her erschien das erste Jugendschutzgcsetz als„Regulativ über die Beschäftigung jugendlicher Arbeiter in Fabriken" am S. März 1839. Es verbot die Beschäftigung von Mai-Jugendtag i Am Sonntag, dem 3. Mai 1931 im Volkspark Rehberge i PROGRAMM: 14 Uhr: Sammeln aller Gruppen im Stadion. 14 30 Uhr: E r ö f f n u n g 8 k u n d g e b u n g (Massenchöre der Arbeiteisänger, Musik, Sprechchor, Ansprache) 15-18 Uhr: Im S t a d i o n: Sportliche Wettkämpfe. Spiel- und Lagerwlese: Spiele und VorlUhrunuen der Jugend und Kinderfreunde ImTanzring; Massenchöre der Arbeitersänger, Jugendspiele, Revue der Jugend u a m, 19 Uhr: Schlußkundgebung im Stadion. Plaketten zum Preise von 20 Pfennig berechtigen zur Teilnahme an allen Veranstaltungen. Sozialistische Arbeiterjugend GroB-Beriin Freie CGwerkschaftsjusend Berlin Ansestelltenjugend Groß-Berlin(ZdA., Butab, A. V. d. d. B.) Kartell filr Arbeitersport und Körperpflege, lugendgruppen Arbeitsgemeinschaft der Kinderfreunde Groß-Bertln Kindern unter neun Jahren in Fabriken, Berg-, Hütten- und Pech- werken, setzte die täglichs Arbeitszeit für Jugendliche ui.t.r 16 Jahren auf zehn Stunden fest und untersagte die Nachtarbeit für diese Jugendlichen. Die vorstehenden Angaben sind entnommen einem Aussatz „Hundert Jahre Kamps um Jugendschutz", von Hermann Maaß, er- schienen im Märzheft des„Jungen Deutschland". Zeitschrift oes Reichsausschufscs der deutschen Jugendverbänoe. Zm Feldlazarett. Das blutige Waffer Trommelklang dringt von der Strohe her ins Zimmer. Jung« Burschen in Uniformen marschieren vorbei. Eine Flagge mit einem großen schwarzen Hakenkreuz auf weißem Feld weht dem kleinen Zug voran. Ich öffne das Fenster meines Arbeitszimmers. Da beginnen die jugendlichen Hakenkreuzler zu singen:„Siegreich wollen wir Frankreich schlagen, sterben als deutscher Held!"... In dicseni Augenblick sehe ich ein Bild vor meinen Augen, das die Erinnerung immer vor mich stellt, wenn ich an die Folgen des Krieges, jeden Krieges denke. -» Es war im Frühjahr 1917. Im Feldlazarett des 13.(württembergischen) Armeekorps m Flandern. In M e n i n! Dieses Feldlazarett war in einer frllhbren Jesuitenschul« unter- gebracht, die an einer Seitenfront des großen Marktplatzes lag. Eine schwere Verwundung hatte mich in das Lazarett gebracht. Da ich eines Tages mich vom Bett erheben konnte, ging ich über den langen Gang, um mir das Lazarett zu beschauen. Eine Tür zu einem Raum stand offen. Ich schauderte, hielt die Hand vor meine Augen. In dem Raum standen Bade- wannen. Die waren bis obenhin mit Wasser gefüllt. Das Wasser aber war rot von Blut. Ein nackter Männer- körpcr lag in der Wan ne. Di« Augen des Mannes waren geschloffen. Wäre das Wasser in der Wanne nicht rot von frischem Blut gewesen, ich hätte ihn für tot gehalten. Leincnbänder waren am Rande der Wanne befestigt. Auf ihnen ruhten der Kops, der Körpcr und die Füße des Unglücklichen. Die Lcinenbänder waren gerade so tief im Wasser, daß der Körper Immer im Wasser war. Der Kopf aber zum Atmen über der Wasserfläche blieb. Der Oberstabsarzt des Lazaretts kam den Gang entlang. Ich trat auf ihn zu und fragte nach der Art der Ver- letzung des Mannes in der blutgefärbten Wanne. „Ein schwerer Fall. Es geschah in den Stellungen beim Kemmelberg. Eine Granate hat dem Aermsten das ganze Ge» sah, den Geschlechtsteil und ganze Muskelfetzen des Rückens und der Oberschenkel weggerissen. In ein Bett können wir ihn nicht lege», da die Verletzungen durch das Gewicht des übriggebliebenen Körpers zu sehr schmerzen würden. Wasser aber trägt. Da spürt der Arme nicht so sehr die Schmerzen." „Wie lange liegt« r nun schon im Bade?" „An die drei Wochen!" Kalt läuft es mir über den Rücken. Frost schüttelt mich. „Das Wasser wird immer auf guter Körpertemperatur gehalten. Das ist nicht der einzige Fall dieser Art. Solche Verletzte sind nicht transportfähig. Oft liegen derart Verwundete mehrere Monat« im warmen Bad." „Das ist ja fürchterlich. Das ist ja schlimmstes Verbrechenl Ist der Mann verheiratet?" „Ja, und vier unmündige Kinder werden den Vater wohl nicht wiedersehen. Ich gebe mir alle Mühe mit dem Verletzten und mit mir meine Assistenten. Ich fürchte aber, es wird vergebens seinl" Der Herr Oberstabsarzt ging weiter. Ich blickte durch den Tür» spalt»ach dem Verstümmellen im Bade. Der Acrmste wandte seinen Kops um ein paar Zentimeter. Seine Augen aber blieben fest geschlossen. Die Lippen bewegten sich wie zum Gebet. Oder sprach er im Fieber mit feiner Frau? Oder mit seinen vier kleinen Kindern? Nahm er Abschied von ihnen? Aus seinen gram- und schmerzdurchfurchten Zügen konnte ich nichts lesen. Sie blieben gleich, unveränderlich gleich! Sein Ant- litz war von einem hellblonden Vollbart umrahmt .* Ich bin drei lange Wochen im Feldlazarett zu Menin in Flandern gewesen. Und jeden Tag mußte ich an dem Zimmer mit dem Ge- kreuzigten vorbei. Drei Wochen noch das gleiche Bild: Der blonde Mannes- topf. Das vom ewigen Bluten rotgelärbte Bad. lagerteilnehmer müssen gesund, insbesondere frei von ansteckenden 5!ranttzeiten und gegen Krankheit und Unfall versichert sein. Dix Kosten der Teilnahme sind durch Beschluß des chauptvorstanöez gegenüber den ursprünglich festgelegten Sätzen vedeutend ermäßigt worden und betrage» nun: für die Zeit von, 9 bis 22. August (zwei Wochen) insgesamt 30 M.; für die Zeit vom 16. bis 22. August (eine Woche) insgesami 16 Mt. In diesen Beträgen ist das Fahr- geld von Namedy nach Frankfurt zum Jugendtag(Z M.)«ingerechnet. Die Hälfte des Teilnehmerbeitragss nniß zusammen init der endgültigen Anmeldung an die zuständige Bezirksleitung eingesandt werden. Die a'ndere Hälfte des Teilnehmerbeitrages ist bei der Ankunft im Zeltlager an die Lagertasse einzuzahle». Di« Anmeldung zur Teilnahme am Reichszeltlager muß spätestens bis 8. Juli erfolgen. Der Festbeitrag für den Reichsjuoendtag beträgt 1 M. plus 50 Pf. Kampffonds. Unter den Mitgliedern und unter den er« wachfenen Parteigenossen die nicht nach Frankfurt fahren können» soll ein Sympathieabzeichen zum Preise von 50 Pf. vertrieben werden. Als Anmeldetermin ist der 1. August festgesetzt. Bis zu diesem Tag haben die Ortsgruppen ihre Teilnehmer ihren Bezirken zu melden. Die Anmeldung beim Hauptvorstand muß bis zum 8. August erfolgen. Parole für alle Gruppen ist: R ü st e t und spart für den Reichsjugendtag in FrantfurtI Wie oft habe Ich geweint, da ich dieses Bild menschlichen gammers sah. Ich dürfte tausend Jahre alt werden: Dieses Bild des Jammers menschlicher Kriegsverbrechen könnte ich nie vergessen. Ich weiß nicht, was aus dem Kameraden geworden ist. Ich wurde vorher au» dem Feldlazarett entlassen. Der Oberstabsarzt wird schon recht behalten haben. * Eben sind die jugendlichen Sänger des Hasses unten vorüber- gezogen:„Siegreich wollen wir Frankreich schlagen..." Sie haben nie einen Blick durch die Tür eines Feldlazarettes geworfen. Sie waren ja noch in der Schule, oder noch gar nicht schul- pfltchtlg, da das große Morden begann. dlax Eck-Troll. Sozialdemokratie Hilst der Zugend. Sonderschust kür jugendliche Arbeitnehmer. Unter den vielen Beschlüssen und Entschließungen, die bei der Endberatung des diesjährigen Reichshaushaltes angenommcn wur- den, verdient eine Entschließring die besondere Ausmerksamkeit der Jugend. Es handelt sich um die folgenden sozialdemokra- tischen Anträge, die bei der dritte» Lesung des Etats des Reichsarbeitsministeriums angenommen würben: 1. Der Reichstag beschlieht, die Reichsregierung zu ersuchen. alsbold einen Gesetzentwurf vorzulegen, der zum Schutze und zur Erhaltung der jugendlichen Arbeitskraft solgendc Gebiete so rege't. � 1. die Arbeitszeit der einzelnen juoendlichcn A beitnehmer einschließlich Lehrlinge» unier achtzehn Jahren einschließlich der Zeit für den Berussschulunterricht, für Reinigung und Instand- fetzung von Betriebsräumen und-einrichtungen im Höchstfalle achtundvierzig Stunden in der Woche nicht überschreitei: 2. Arbeitnehmer(einschließlich Lehrlinge) unter achtzehn Jahren nicht zwischen acht Uhr abends und sechs Uhr morgens beschäftigt werden dürfen: 3. Arbeitnehmer(einschließlich Lehrlinge) unter achtzehn Jahren am Sonnabend sowie on de» Borabenden der Festtage nicht nach zwei Uhr nachmittags beschäftigt werden dürfen. Falls die Durchführung dieser Maßnahme aus betriebstechnischen Gründen nicht möolich ist, so ist den lugendliiben Arbeitnehmern (einschließlich Lehrlingen) an einem andere» Nachmittage in der Woche die Beschäftigung nach zwei Uhr nachmittags zu erlassen: i. an Sonn- und Festtagen jugendliche Arbeitnehmer (einschliestllcki Lehrlinge) unier achtzehn Jahren nicht beschäftigt werden dürfen: 5. Arbeitnehmern(einschließlich Leh lingen) unter sechzehn Jahren alljährlich ein bezahlter M i n d e st u r l a u b von ein- undzwanziq Kalendertagen und Arbeitnehmern(einschließlich Lehrlingen) vom sechzehnten bis zum vollendeten siebzehnten Lebensjahre ein bezah'ter Mindesturlaub von vk'-zchn Kalendertagen durch den Arbeilaeber gewährt wc den muß. II. Der Reichstag beschließt, dt? Reichsregierung z» ersuchen, Vorsorge tresftn zu wollen, daß alle Einricktunaen die von den Gemeinden im Einvernehmen mit den zuständigen Ministerien der einzelnen Länder, den Aibeitsämtern, Jugendämtern und sonstigen O ganisatiancn zur Beschäjtigung, Fort tldnng und Er- holung Erwerbeloser, insbesondere jugendlicher Erwerbs- lose r, geschossen worden sind Im vollen Umfang aufrechterhalten bleibe» und entsprechend der Dauer und dem Anwachsen der Ar- beitslostgkeit ausgebaut werden. Weiter wurde beschtossen, die Reichsregierung zu«rsuchcn,„in Anbetracht der Arbeitsinarktlage Maßnahmen zu ergreifen, um die Kinderarbeit auszuschalten" und„den Entwurf etiles Berufsausbilduligsgesetzes dem Reichstag er- nent vorzulegen". Diese Beschlüsse bedeuten den größten Schritt nach vorn, der ln den letzten Jahren auf dem Gebiet des Jugendschutzss getan wo: den ist. Im Interesse der Zukunft unseres Volkes und vor ollem auch im Interesse der Gewinnung der Jugend für Demo- tratle und Republik erwarten wir, daß die Reichsregternug möglichst schnell entsprechende Gesetzesvorlagen im Reichstag ei». bringt, danüt diesem Schritt unmittelbar die wirkungsvolle Tat folge. �US DER BEWEGUNG Was foften Namedy und ftronfturf?• Vom 9. bis 21. August ist auf der Rheininsel Namedy das 2. Reichszeltlager der Sozialistischen Arbeiterjugend. Anschließend ist am 21. und 23. August der 6. Deutsche Arbeiter- j u g cn d t a g in Frankfurt am Main. An dem Reichszeltlager können alle Mitglieder der SAJ. im Alter von U bis 20 Jahren und die älteren verantwortlichen Führer teilnehmen. Alle Zelt- mjs DER JUGEND-INTERNATIONALE AvtlmUikarist scher Kampf»n Beiaie». Die belgische sozialistisch« Jugend hat im ersten Vierteljahr 1931 ein« sehr rege Tätigkeit entfaltet. Liese Zeit war besonders der Propaganda gegen die christliche Arbeiterjugend gewidmet. Dt« Ehristlichen sind zwar immer den Auseinandersetzungen aus- gewichen, nur in einem Fall gelang es, ihren Vertreter zu der Erklärung zu bewegen, daß die Sozialisten der Arbeiterklasse un- geheuer genutzt haben� während die Katholisch« Partei niemal» etwas für die Arbeiter getan hat. Di« belgische Organisation hat im Laufe dieser Aktion 10 000 Broschüren und 109 000 Flugblätter verbreitet. Im offtzellen Organ der Partei stehen der Jugend- organisation jeden Montag 500 Zeilen für die Propaganda zur Verfügung. Verschieden« Gruppe» bereiten für Juni Gedenktage für Matte- otti und für Juli für Jeau Jaures vor. Es wird eine Broschüre mit dem Titel.Liebknecht, Malteotti, Jaures" vcrössentlicht werden. Die Arbeit der nächsten Zeit wird eine starte Förderung erfahren durch die Herausgab- eines eigenen Organs. Das Blatt soll i» Form einer illustrierten Zeitung vom 1. Mai an regelmäßig er- scheinen. Auf dem Kongreß der belgischen Arbeiterpartei erzielt« der Antrag der belgischen Jugendortzanifation auf u n m i t t e l» bare Abrüstung einen beachtlichen Erfolg. Für den Antra« wunden 190000 Stimmen, dagegen 380 000 Stimmen bei 32 000 Enthaltungen abgegeben. Vom 21. bis 22. April fand«in Studien- Wochenende in der Arbeiterhochschule mit 40 Teilnehmern statt. RUNDSCHAU Äol-aiewismus oone Luaenö Usber die Entwicklung der Kommunistischen Partei Rußland» im Jahre 1930 teilt das Zentralkomitee mit, daß der Bestand sich um 659 000 erhöht habe, darunter 450 000 Industriearbeiter. Trotz- dem sei die Direktive, daß 50 Proz. der Partei Industriearbeiter sein sollen, immer noch nicht voll erreicht. Aus dem Bericht geht ein auffälliges Stachlafsen desEin- trittes von Komsomolzen(Mitglieder des Kommunistt- schen Jugendvcrbandcs) in die Partei hervor. Während 1928 30 Proz. Komsomolzen In die Partei gingen, sind es jetzt nur 17 Proz. Die Partei fordert daher die Komfomolzenleltunq auf, bessere Werbearbeit zu leisten, ebenso ergeht eine dringende Ford«- rung an die unteren Parteiinstanzen, die Werbetätigkeit tn den ein- zelnen Industrien zu verstärken, insbesondere in der Bergbau- industrie, wo nur 8,8 Proz. Arbeiter der Partei angehören, in der Holz- und Papierindustrie, wo es rund 10 Proz. sind, und in der Textiliniwstrie, die auch nur 13 Proz. aufweist. politische Sch kanen in EsttanS. Die sozialistische Jugend mancher mitteleuropäischer Staaten wird sich nicht vorstellen können, daß«in Aueslug mit Gesang ein Per- brechen sein kann. Das ist aber in E st l a n d der Fall. Eine Grupp« von Jugendgenossen der hauptstädtischen Ortsgruppe fuhr in Lastauto» nach einem etwa 20 Kilometer entfernten Städtchen, in dem von den dortigen Jungsozialisten eine gegen die einheimische faschistische Bewegung gerichtete Kundgebung veranstaltet werden sollte. Auf der Fahrt durch ein anderes Städtchen steckte die Gruppe rot« Föhn- che» heraus und sang„Dem Morgenrot entgegen". Die Teilnehmer wurden daraufhin von der Polizei festgestellt und erhielten dann nach längeren Untersuch"»««» Strafmandat« über je süni estnisch« Kronen oder drei Tage Arrest. Man ersieht aus diesem Borgehen, daß gemeinsames Singen nach der Aufsassung der estnischen Behörden Unruhestiftung ist. natürlich nur dann, wenn die Singend«» nicht zu den Jugendgruppen de» bürgerlichen Schutztorps zählen.