Mitteilungs-Blatt des Verbandes der sozialdemokratischen Wahlvereine Berlins und Amgegend. Ur.». Kerlin, den 1�. Inni 1916. 11. Jahrgang. Die öffentlichen Versammlungen, die zum Dienstag, den 6. Juni, geplant waren mit der Tagesordnung„Die Lebensmittelfrage und die Ernährung des deutschen Volkes", sind von der Polizeibehörde nicht genehmigt worden unter Bezugnahme auf die Anordnung des Oberkommandos vom g. Dezember 1914. wonach öffentliche Versammlungen politischer Parteien oder diesen gleich zu erachtenden Vereinigungen nicht zugelassen sind. Die Versammlungen konnten infolgedessen nicht abgehalten werden. Ordentliche Generalversammlung des Verbandes am Sonnlag, den 25. Juni 1916, vormittags 9 Uhr in den Germania-Sälen, Chausseeslraße 110. Provisorische Tagesordnung: 1. Entgegennahme der Berichte des Verbands- Vorstandes und der Revisoren. 2. Wahl des Vorsitzenden, Schriftführers, Kassierers, der Revisoren und der weiblichen Vorstandsbeisitzer. 3. Bestätigung der von den Kreisen vorgeschla- genen Funktionäre des Verbandes. 4. Wahl der Mitglieder des BezirkSbildungs- ausschusses. 5. Anträge der Kreiswahlvereine. Bei der Berechnung der Zahl der Delegierten zu der Verbands-Generalversaminlung werden pro Mitglied l2 Beitragsmarken zugrunde gelegt. Demnach ist nach dem Beschluß der außerordentlichen Verbands-Generalversaminlung vom 1». November l9l2 in Verbindung mit t; 12 Abs. 2 des Verbandsstatuts auf 12 nial 150— 1800 Beitragsmarken ein Delegierter zu wählen. Für die verbleibenden Bruchteile wird ein weiterer Delegierter gerechnet. Die beitragsfreien Marken(schwarze Marken) werden mit in Anrechnung gebracht. Sitz und Stimme haben ferner in der Generalversammlung: Die Mitglieder des Verbands Vorstandes, die Revisoren, der Parteivorstand, die Reichstags- und Landtagsabgeordneten resp. Kandidaten der Kreise Groß-Berlins, eine Vertretung der Redaktion des„Vorwärts", 5 Vertreter der Berliner Stadtverordneten, 3 Gemeindevertreter resp. Stadtverordnete von Teltow-Becskow und 3 Gemeindevertreter resp. Stadtverordnete von Niederbarnim. Markenunisatz litlS/lttl«. . / -2Der Umsatz an Beitragsmarken für das Geschäftsjahr 1914/1915 betrug 656 127 für Männer, 177 049 für Frauen und 91 676 beitragsfreie Marken, insgesamt 924 852. Die Anzahl der Delegierten betrug 524. Mithin ist die Delegiertenzahl für 1915/1916 genau um 200 Mandate geringer. 1913/1914 betrug die Delegiertenzahl 632. Während der Kriegszeit hat sich demnach die Delegiertenzahl zur Verbands Generalversammlung um 308 Mandate gemindert. Davon entfallen auf den zweiten Wahlkreis 15, auf den dritten Wahlkreis 5, auf den vierten Wahlkreis 59, auf den fünften Wahlkreis 2, auf den sechsten Wahlkreis 86, auf Teltow- Beeskow 91 und auf Niederbarnim 50 Mandate. Nach den in Ansatz gebrachten Eintrittsmarken sind 1913/1914: 32 289 Mitglieder eingetreten, 1914/1915: 6491 und 1915/1916: 1537 Mitglieder. Der Umsatz an Beitragsmarken verringerte sich von 1913/1914 zu 1914/1915 um 257 35% für Männer und 31 718 für Frauen, insgesamt um 288 971. Von 1914/1915 zu 1915/1916 verringerte sich der Umsatz an Beitragsmarken um 278 665 für Männer und 51 471 für Frauen, insgesamt um 330 136. Mitgliederbestand in Groß- Berlin. 1. April 1914.. 1. Oftober 1914 1. April 1915. 1. Oktober 1915. 1. April 1916.. Davon sind Männer Frauen 95 324 21563 Zusammen Kriegsteilnehmer 116-887 85144 20 398 105 542 16 501 77.903 18 660 96 563 25205 71438 17 268 88 706 32472 70 897 14 716 85 613 37 826 Mitgliederbestand am Schluß der beiden letzten Geschäftsjahre in den einzelnen Wahlkreisen. Kreis Davon Kriegsteilnehmer " 1231 1. Kreis. 2. 3. 4. 5. 6. " " " " Teltow- Beeskow Niederbarnim. Männer Ende März Frauen Ende März Zusammen Ende März Ende März 1915 1916 1915 1916 1915 1916 1915 1916 638 556 97 95 735 651 157 221 3845 3 779 587 578 4432 4357 1208 1700 1632 1230 340 260 1972 1490 403 647 15 023 13 812 3 816 3164 18 839 16976 4650 7549 1.834 1 344 315 231 2149 1575 482 767 18 407 18 077 3 667 3072 22074 21 149 6140 8.500 23 799 20444 6.703 4583 30 502 25 027 7475 10442 12725 11 655 3 135 2 733 15 860 14 388 4.690 8 000 Zusammen 77 903 70 897 18 660 14716 96 563 85 613 25 205 37 826 Die Zahl der Kriegsteilnehmer hat sich im letzten Geschäftsjahr um 12 621 erhöht, bon 25 205 auf 37 826. Nach Abzug der Kriegsteilnehmer verbleiben am Jahresschluß in Groß Berlin 33 071 männliche Mitglieder; dazu kommen 14 716 Frauen, so daß wir ohne die Kriegsteilnehmer mit 47 787 Mitglieder rechnen. = Wie die vorstehende Aufstellung ergibt, rechneten wir zu Anfang des Geschäftsjahres 1914/15 mit einem Mitgliederbestand von 116 887, davon 95 324 Männer und 21 563 Frauen. Ein Jahr später, zu Anfang des Geschäftsjahres 1915/1916 waren es mit Einschluß der Kriegsteilnehmer 96 563 Mitglieder, davon 77 903 Männer und 18 660 Frauen. 17 421 Männer und 2903 Frauen 20324 Mitglieder sind der Organisation im ersten KriegsGeschäftsjahr verlorengegangen. Im zweiten Geschäftsjahr während des Krieges kommen dazu weitere 10950 Mitglieder, 7006 Männer und 3944 Frauen, so daß der gesamte Verlust an Mitgliedern während der Kriegswirren 31 274 beträgt. 24 427 Männer und 6 847 Frauen haben der Organisation den Rücken gekehrt, ohne eigentliche Ursache, ohne die Gründe ihres Austritts anzugeben. Hierbei sind nicht mitgerechnet diejenigen unserer Genossen, die auf den Schlachtfeldern des Ostens und Westens, in Polen, Galizien, Rußland, am Balfan, in Frankreich oder Belgien ihr Leben aushauchten, von denen wir keine Nachricht haben und die nie in unsere Reihen zurückkehren werden. Ebenso sind diejenigen Kriegsteilnehmer nicht mitgezählt, die aus irgendeinem Grunde ihre Mitgliedschaft nicht fortsetzten. Die einzelnen Wahlkreise sind an dem Mitgliederverlust in folgender Weise beteiligt: Berlin I= 39%, II= 29,8%, III 54,5%, IV 27,5%. V= 35,2%, VI- 28,2% = Teltow- Beeskow= 24,2%. Niederbarnim= 20,4% 0 - 3 Einnahmen und Ausgaben der Wahlkreise 1914/15. Kreis 1. April 1914 Mk. Kassenbestand am Beiträge von Beiträge von männlichen Mitgliedern weiblichen Mitgliedern MI. Mt. Mt Sonstige Gesamte Einnahmen Einnahmen Mr. Gesamte Ausgaben Mt. 1. Kreis. 2. 3. " 1 729,04 1147,26 1 787,60 13 408,40 2 350,71 5 926,40 " 4. 1 505,73 50 612,40 " 1 5. 256,64 5 455,20 182,80 1 240, 718, 7 420,60 599, 379,30 4 078,74 2 832,29 5 055, 20 850,66 20 074,75 2771,30 11 766,41 10 106,77 14 606,34 74 145,07 71 989,07 2010,21 8 321,05 8 027,76 " 6. " Teltow- Beeskow Niederbarnim. 4 800,74 66 351,60 7 230,80 33 402,93 111 786,07 106 552,59 Kassenbestand am 31. März 1915 Mr. 1 246,45 775,91 1 659,64 2 156, 293,29 5 233,48 29 165,70 77 394,80 12 203,80 42 377,14 161 141,44 116 269,77 44 871,67 11 152,09 28 308,22 4 040,30 19 285,25 62 785,86 42 487,90 20 297,96 Summa 52 107,91 249 244,62 33 635,30 119 887,47 454 875,30 378 340,90 76 534,40 Kreis Kassenbestand am 1. April 1915 Einnahmen und Ausgaben der Beiträge von Beiträge von Wahlkreise 1915/16. männlichen Mitgliedern weiblichen Mitgliedern Sonstige Einnahmen Gesamte Einnahmen Gesamte Ausgaben Rassenbestand am 31. März 1916 Mt. Mf. mi. Mr. Mr. Mt. " " " 1. Kreis. 2. 3. 4. 5. 6. " Teltow- Beeskow Niederbarnim. 1 246,45 775,91 1 338, 7 778,80 1 659,64 3 728,80 170, 906,80 514, 156,75 187, 2 911,20 9 648,51 2 212,95 8 933,41 Mr. 698,25 715,10 877,40 2 156, 293,29 29 630,80 5 472, 3 385,15 5 233,48 44 871,67 20 297,96 3 204,80 36 308,40 44 198,40 432, 634,20 6 779,81 40 643,95 4 564,29 32 512,98 3 949,98 4 848,60 16 757,58 8 464, 2 876,47 6 311,45 12 177,68 52 701,93 44 139,07 678,46 1 101,38 8 130,97 614,31 8 562,86 109 711,75 72 085,24 37 626,51 Summa • 76 534,40 142 945,58 23 683,87 7 259,05 30 988,68 47 191,06 19 676, 274 152,53 197 027,15 77 125,38 27 515,06 Die gesamte Einnahme der Wahlkreise mit den Kassenbeständen betrug 1913/14: 638627,16 Mr. Diese Einnahme hat sich in den zwei Jahren um 364 474,63 M. verringert, auf 274 152,53 Mr. Die Ausgabe ist in der Berichtszeit um 389 492,10 mt. geringer geworden. Dagegen hat sich der Kassenbestand um 25 017,47 Mt. vermehrt, von 52 107,91 Mt. auf 77 125,38 Mt. An diesem Mehrbestand sind beteiligt der 4. Wahlkreis mit 6625,24 Mt., der 5. Wahlkreis mit 357,67 Mt., der 6. Wahlkreis mit 3762,12 Mt., Teltow- Beeskow mit 8460,81 Mt. und Niederbarnim mit 8523,91 Mr. Abrechnung der Verbandskasse für die Zeit vom 1. April 1915 bis 31. März 1916. Einnahmen: Bestand am 1. April 1915.... Beitragsmarken für Frauen à 10 ẞf.: 1. Kreis 1 500 St. MI 150, 2. " 3. 4000 3.000 400, " 300, " " 4. 20 000 2 000, " " 5. Mr. " 6. 2.000 20 000 " 200, 2 000, " 56 650,38 2 900, " 2 300, 10 250, Monatsbeiträge der 8 Kreise: 1. Kreis 1 100, 2. " 1 600, " " 3. 4. 5. 6. " 1 " Teltow- Beeskow Niederbarnim. Beitragsmarken für Männer à 10 Pf.: 1. Kreis 2. " 3. 4. " 1 500, 600, 5 000, .. 3 000 St. 15 000 6.000 50 000 6 500 85 000 " " " " 8 500, Teltow- Beeskow 76 000 Niederbarnim.. 48 000 " 1 " = 7 600, 4 800, 28 950, " 5. " 6. " 650, 1 800, 2. " " " 2 200, 3. " " " 1 000, 4. " " " 4 500, 5. " " " 4 800, 6. " " 1 600,- 18 600, Teltow- Beeskow 29 000 Niederbarnim.. 23 000 Eintrittsmarken à 10 Pf.: 1 Kreis„ Neue Zeit" 302,25 1 054,95 573,30 2 962,05 571,35 3 547,05 Teltow- Beeskow„ Neue Zeit". 2 609,10 Niederbarnim 1 133,40 12 753,45 " " 300, Maifonds 1914. Allgemeine Einnahmen: Gewerkschaftsanteil 1914 Neue Zeit" " Bildungsausschuß Zinsen Zurückgezahlte Vorschüsse . Diverses( Mitteilungsblatt).. 17 087,86 5 000, 354,90 1 647,60 1 122,50 81,25 293,86 225,21 225,21 Summa. 152 722,90 - 4 An Parteivorstand Schiedsgerichtskommission. Lokalkommission " " 1 Preßkommission " " " Aktionsausschuß Kinderschutzkommission. Kommunales: Fraktion Berlin " " Teltow- Beeskow Niederbarnim Bildungszwecke: Ausgaben: Mr. 50 000, Ausgaben: Unterstützung erste Hilfe 100,- Sigungen, Fahrgelder, Porto d. Kommission 400, Drucksachen 125,- Zeitschriften 577,10 Sonstiges. MI. 452,09 732,73 96,75 17,50 10, Summa 1 309,07 Abschluß: Mitteilungsblatt" Bibliothek Broschüren 7 448,30 6 333,38 Ausgaben 3 451,20 17 232,88 160, 286,85 99,55 12 030,32 3 576,69 4 699,37 Billetts Broschüren Einnahmen inkl. Bestand Bestand 31. März 1916 Einnahmen und Ausgaben des Jugendausschusses 1915/16. Einnahmen: 3 313,97 1 309,07 2004,90 Mt. 2 225,50 1 218,40 Jugendausschuß Bildungsausschuß Bildungsschule Sonstiges Drucksachen: Inserate Vorwärts" Buchhandlung Neue Zeit" " 1 Broschüren. Druckerei Gemischte Ausgaben: Grabpflege und Kränze Bureaumiete Schreibutensilien. Beleuchtung. Mankogeld Hausangestellten Samariterkolonne Jugendheime. . 40,20 892,78 Arbeiterjugend 243, 12 816,39 909,29 8 845,22 22 813,90 532,50 2 000, 193,22 132,80 120, Programme. Sonstiges Aus der Verbandskasse Bestand am 1. April 1915 Für Referenten. " " 1 " " " Summa Ausgaben: Arbeiterjugend Veranstaltungen und Miete Verwaltung. Rechtsschut Druckerei, Inserate, Flugblätter An die Vororte 3 207,74 838,20 20, 12 030,32 1 485,56 21 025,72 1 740,95 7.606,38 4 966,55 607,80 181,15 1 791,54 4.000, 131,35 Summa. 21 025,72 Abschluß: 21 025,72 21 025,72 300, 500, Sonstiges 6 393,45 Gewerkschaftshaus Stadtverordnetenliste abschreib. 154,39 11 826,36 1 500, Rechtsschutz 1 293,95 1 293,95 Einnahmen Ausgaben . Verwaltung: Gehälter und Löhne. 13 037,75 Versicherungen 1 552,53 Telephongebühren 577, Zeitungsabonnements Bureaureinigung Porto Beleuchtung Sonstiges 83,95 996,75 374,36 Einnahmen: 65,20 177,23 Konzertbilletts 16 864,77 Hörerkarten für Schüler 142 126,74 Büchervertrieb der Schule Jugendschriften. Sonstiges Summa Abschluß: Einnahmen inkl. Bestand Ausgaben Bestand. . Einnahmen und Ausgaben des Bezirksbildungsausschusses und der Arbeiterbildungsschule 1915/16. 152 722,90 142 126,74 10 596,16 Miete Beleuchtung Der Kassierer: Emil Boeste. Die Revisoren: Wenzel, Burghardt, Zimmermann, Fröhlich, Andrée. Einnahmen und Ausgaben der Kinderschukkommission 1915/16. Einnahmen: Bestand am 1. April 1915 Durch Zuwendungen. Summa. Bibliothek Lichtbilder. Mr. 849,90 694,70 47, 48,60 7,40 Summa. 1 647,60 Ausgaben: 3 000, 298,30 309,44 154,50 1 792,97 532,80 Drucksachen und Broschüren Entschädigungen für Kursusleiter und Bibliothekare. Sigungsgelder Honorare für Lehrer 2 353,84 Einnahmen 960,13 Ausgaben 3 313,97 • 215,65 1972,40 Summa. 8 276,06 Abschluß: 1 647,60 8 276,06 Zuschuß. 6 628,46 Aus dem Zentralvorstand und Aktionsausschuß. Zentralvorstand. Sigung vom 26. Mai 1916. " - 5 Preßkommission und 3entralvor stand zur Entlassung des Vorwärts" Redakteurs Dr. Ernst Meyer. Von den Mitgliedern der Preßkommission wird folgende Sachdarstellung gegeben: Genosse Dr. Meyer hat, wie er selbst zugibt, schriftlich und mündlich die Parteiorganisationen aufgefordert, an den Parteivorstand keine Beiträge mehr abzuführen, weil er die vom Parteivorstand während des Krieges betriebene Politik als schädigend für die sozialistische Bewegung betrachtet und den Parteitagsbeschlüssen zuwiderlaufend ansieht. Dies ist besonders in einem Flugblatt ausgesprochen, das Dr. Meyer drucken ließ. Der Parteivorstand hält dieses Vorgehen nicht vereinbar mit den Pflichten, die ein Redakteur des Zentralorgans hat. Er hat deshalb bei der Preßkommission den Antrag gestellt, Meyer seines Postens als Redakteur am„ Vorwärts" zu entheben. Die Preßkommission lehnte diesen Antrag ab; worauf der Parteivorstand die Kontrollfommission anrief, die nach dem Organisationsstatut der Partei bei Meinungsverschiedenheiten über Anstellung und Entlassung des Personals als dritte Körperschaft mitzuentscheiden hat. Bei der Kontrollkommission beantragte der Parteivorstand, die Meinungsverschiedenheit zwischen ihm und der Preßkommission durch Entscheidung folgender Frage zum Ausdruck zu bringen: ,, Kann der Genosse Meyer, der Parteiorganisationen öffentlich, schriftlich und mündlich auffordert, keine Beiträge an den Parteivorstand abzuführen, also die Desorganisation propagiert, der Redaktion des Zentralorgans der Partei ange= hören?" Die Preßkommission widersprach dieser Fragestellung, weil die Meinungsverschiedenheit die Frage betreffe, ob der Genosse Meyer als Redakteur wegen seiner Beteiligung am Flugblatt vom 24. März zu entlassen sei, und die Frage, ob in seinem Verhalten eine Propagierung der Desorganisation liege, eine Vorwegnahme der Beantwortung des Streitpunktes sei. Die Preßkommission beantragte die Frage so zu stellen: „ Soll der Genosse Meyer als Redakteur des " Vorwärts" entlassen werden, weil er im Flugblatt„ Die Lehren des 24. März" die Beitragssperrung an den Parteivorstand durch die Organisationen propagiert hat?" Die Kontrollkommission hat beide Fragen mit Stimmengleichheit abgelehnt, so daß durch diese höchste Instanz eine Entscheidung nicht herbeigeführt worden ist. Der Parteivorstand ist dabei geblieben, daß das Amt des Redakteurs am Zentralorgan ein Vertrauensamt sei und daß der Inhaber eines solchen Amtes auch außerhalb seiner eigentlichen Berufstätigkeit unter feinen Umständen zur Sperrung der Parteibeiträge und damit zur Sprengung der Parteiorganisation auffordern dürfe. Der Parteivorstand glaubt, die Verantwortung dafür nicht übernehmen zu können, daß ein Redakteur des Zentralorgans, der in solcher Weise die Zerstörung der Partei propagiert, auf seinem Posten bleiben kann. Der Parteivorstand hat deshalb den Verlag des Vorwärts" beauftragt, den Redakteur Meyer unter Fortbezahlung seines Gehaltes für die Kündigungsfrist von seinem Posten zu entheben. Die Preßkommission hat demgegenüber in ihrer Sigung am 9. Mai den Redakteur Genossen Meyer ersucht, auf seinem Posten auszuharren und denselben unter feinen Umständen zu verlassen. Die dem Genossen Meyer vom Verlag des Vorwärts" übersandte Kündigung erklärte die Preßkommission nach dem Organisationsstatut der Partei als rechtsungültig. Gleichzeitig hat die Preßkommission den Genossen von folgendem Briefwechsel Kenntnis gegeben: Herrn Dr. Ernst Meyer, Redaktion des„ Vorwärts", Berlin SW. 68, Lindenstr. 3. 6. Mai 1916. Vom Parteivorstand erhalten wir die Nachricht, daß er Sie heute von der Stellung als Redakteur am„ Vorwärts" enthoben habe. Als Verleger des„ Vorwärts" kündigen wir Ihnen hiermit zum 30. September 1916 Ihre Stellung und ersuchen Sie, Ihre Tätigkeit mit heutigem Tage einzustellen. Unsere Kasse ist angewiesen, Ihnen bis zum Ablauf der Kündigungsfrist das Gehalt wie bisher auszuzahlen. Hochachtungsvoll ppa. Vorwärts Buchdruckerei und Verlagsanstalt Paul Singer u. Co. ( gez.) R. Fischer. 6. Mai 1916. An die Vorwärts- Buchdruckerei und Verlagsanstalt, 3. H. Herrn Richard Fischer. Auf Ihr mir heute überreichtes Schreiben bom 6. d. M. erwidere ich ergebenst, daß ich weder dem Ersuchen, meine Tätigkeit als Redakteur mit dem heutigen Tage einzustellen, nachkommen werde, noch meine Kündigung als zu Recht bestehend betrachten kann. Ich bin von Parteivorstand und Preßkommission gemeinsam angestellt worden. Dem Parteivorstand steht ein einseitiges Kündigungsoder Entlassungsrecht nicht zu. Ich würde daher meine Pflichten gegenüber der Preßkommission und der Gesamtredaktion verlegen, wenn ich Ihrem Ersuchen Folge leisten würde. Hochachtungsvoll ( gez.) Ernst Meyer. 11. Mai 1916. " Herrn Dr. Ernst Meyer, Redaktion des Vorwärts", Berlin SW. 68, Lindenstr. 3. Auf Ihr an die Vorwärts Buchdruckerei und Verlagsanstalt zu meinen Händen gerichtetes - 6Schreiben vom 6. Mai d. J. habe ich Ihnen folgendes mitzuteilen, welcher Mitteilung sich zugleich hiermit der Parteivorstand anschließt:" Sie haben den Inhalt meines Schreibens vom 6. Mai d. J. nicht akzeptiert. Wir ziehen hiermit das Ihnen gemachte Angebot, Ihnen bis zum Ablauf der Kündigungsfrist das Gehalt wie bisher auszuzahlen, zurück und verwandeln die Kündigung in eine sofortige Entlassung mit der Maßgabe, daß Ihnen vom heutigen Tage an weiteres Gehalt nicht mehr bezahlt wird. Preßkommission, Redaktion und Verlag haben noch kürzlich den Parteivorstand aufgefordert, die durch die gegenwärtigen Verhältnisse eventuell erforderlich werdende finanzielle Sicherstellung für den Vorwärts" zu übernehmen, und der Parteivorstand hat sich dazu bereit erklärt. Sie fordern öffentlich auf, dem Parteivorstand die Gelder zu sperren, schädigen damit als Angestellter des Vorwärts" das Unternehmen des Vorwärts". Wir sind also zu Ihrer jofortigen Entlassung berechtigt. Wir fordern Sie deshalb erneut auf, Ihre Tätigkeit am Vorwärts" sofort einzustellen und untersagen Ihnen den ferneren Aufenthalt in den Redaktionsräumen. Hochachtungsvoll Tätigkeit und das redaktionelle Verfügungsrecht entgegenzunehmen. Die Redaktion untersteht in ihrer Tätigkeit den beiden, im Organisationsstatut vorgesehenen Justanzen: Preßkommission und Parteivorstand. Für ihre redaktionelle Tätigkeit sind nur die Bestimmungen des Organisationsstatuts, das Parteiprogramm und die Beschlüsse der Parteitage maßgebend. Hochachtungsvoll Die Redaktion des„ Vorwärts". J. A.: Ernst Däumig. Im Gegensatz zu dem in dem Schriftwechsel vertretenen Standpunkt des Verlages hat die Preßkommission ihren Beschluß erneuert und den Genossen Meyer aufgefordert, seine Tätigkeit in der Redaktion des Vorwärts" fortzuseßen. Beim Zentralvorstand beantragt die Preßkommission: Dem Genossen Meyer, falls der Verlag des Vorwärts" die Gehaltszahlung einstellen sollte, das Gehalt aus der Kasse des Verbandes der Wahlvereine Groß- Berlins zu zahlen und die dafür aufgewendeten Beträge auf die an den Parteivorstand zu entrichtenden Ferner erklärte Pflichtbeiträge anzurechnen. ppa. Vorwärts Buchdruckerei und Verlagsanstalt die Breßkommission es als ihre Ansicht, daß Paul Singer u. Co. ( gez.) R. Fischer. 12. Mai 1916. An die Vorwärts- Buchdruckerei und Verlagsanstalt, 3. H. Herrn Richard Fischer. Berlin SW. 68, Lindenstr. 3. Auch gegenüber Ihrer Zuschrift vom 11. d. M. verharre ich auf dem in meinem Schreiben vom 6. d. M. gekennzeichneten Standpunkt. Sie sind zu der von Ihnen ausgesprochenen sofortigen Entlassung nicht berechtigt. Ich verweise Sie ferner auf die im Vorwärts" vom 9. d. M. unter Parteinachrichten abgedruckte Aufforderung der Preß fommission, auf meinem Posten auszuharren. " Ich stelle Ihnen anheim, den Parteivorstand von dieser meiner Auffassung in Kenntnis zu Hochachtend setzen. ( gez.) Ernst Meyer, Redakteur des„ Vorwärts". Berlin, den 11. Mai 1916. An die Redaktion des„ Vorwärts". In der Anlage überreichen wir Ihnen die Abschrift eines an Herrn Dr. Ernst Meyer gerichteten Schreibens mit dem Ersuchen, in Gemäßheit dieses Schreibens keinerlei Beiträge für den Vorwärts" mehr von Herrn Dr. Meher anzunehmen. Wir haben Vorkehrungen getroffen, daß solche Beiträge nicht mehr zum Druck befördert werden. Hochachtungsvoll ppa. Vorwärts Buchdruckerei und Verlagsanstalt Paul Singer u. Co.( gez.) R. Fischer. 12. Mai 1916. Herrn Richard Fischer, Vorwärts Buchdruckerei und Verlagsanstalt Paul Singer u. Co. Im Auftrage der Redaktion des„ Vorwärts" habe ich Ihnen in Beantwortung Ihres Schreibens vom 11. Mai 1916 folgendes mitzuteilen: Die Redaktion des Vorwärts" muß es ab= lehnen, von Ihnen als dem Drucker der Zeitung irgendwelche Anweisungen über ihre redaktionelle dem Geschäftsführer Fischer keinerlei Recht zustehe, eine Kündigung oder Entlassung von Redakteuren auszusprechen, wie er in Redaktionsangelegenheiten hineinzureden überhaupt keine Befugnis habe. Die Preßkommission ersucht die Neunerkommission, den Genossen Fischer energisch in seine Schranken zurückzuweisen. Der Zentralvorstand nimmt nach einer kurzen Debatte den Antrag der Preßkommission mit Stimmenmehrheit an. Die Einwendungen des Verbandskassierers, daß die Verbandskasse eine derartige Belastung nicht tragen könne und daß nach Generalversammlungsbeschlüssen der 3entralvorstand nicht berechtigt ist, derartige Ausgaben zu bewilligen, wurden von der Zentralvorstandsmehrheit nicht beachtet. Eine Resolution des zweiten Wahlfreises. Der Vorstand des zweiten Wahlkreises beantragt folgende Resolution zur Beschlußfassung: Resolution. Im Interesse der Parteieinigkeit und zur Verhinderung einer Spaltung unserer Partei ist sofort eine Wiedervereinigung unserer Reichstags= fraktion anzustreben, die möglich ist auf folgender Grundlage: In all den bekannten zurzeit strittigen Fragen der Partei, in denen ein geschlossenes Vorgehen durchaus nicht zu erzielen ist, gibt die Fraktionsmehrheit der Minderheit Freiheit für die Abstim= mung im Parlament, sowie die Möglichkeit zur Darlegung ihres Standpunktes in den Generaldebatten des Reichstags. Diese Abmachung gilt bis zum nächsten Parteitage. Die Vertreter beider Anschauungen haben in Zukunft im Parlament und in der Presse sich auf die Hervorkehrung der sachlichen Gegensätze zu be -7schränken und alle persönlichen Anfeindungen streng| ausschuß sind von Niederbarnim und dem zu vermeiden, dann muß ein ersprießliches Ar- sechsten Kreise seit längerer Zeit Anträge gestellt. beiten neben und miteinander möglich sein troß Die Erledigung dieser Anträge mußte immer gegensäßlicher Anschauungen. Diese Resolution ist zur sofortigen beschleu- wieder zurückgestellt werden, weil nicht alle nigten Weiterbehandlung dem Parteivorstand so- Kreise zu denselben Stellung genommen hatten. Nunmehr beantragt der vierte Kreis, dem Gewie beiden Fraktionen zu übermitteln. nossen Stadthagen die Vertretung zu übertragen, Niederbarnim hat sich diesem Antrage angeschlossen. Der zweite, der fünfte Kreis und Teltow- Beeskow bringen den Genossen Th. Fischer wieder in Vorschlag. Zu diesen Vorschlägen werden die Kreise nunmehr Stellung zu nehmen haben. Die Genossen Groß- Berlins erwarten von beiden sozialdemokratischen Fraktionen, daß sie durch sofortige Verständigung auf obiger Grundlage den Genossen im Reich ein gutes Beispiel geben, bevor die Parteizerrüttung unheilbar geworden ist. Diese Gefahr steht unmittelbar bevor. Einen Antrag, diese Resolution beiden Fraktionen zur Kenntnisnahme zu unterbreiten, lehnte der Zentralvorstand mit 18 gegen 17 Stimmen ab. Dagegen wird die Resolution mit 19 gegen 11 Stimmen den Kreisen zur selbständigen Beschlußfassung überwiesen. Versammlungen zur Lebensmittelfrage. Der Parteivorstand wendet sich in einem Zirkular an die Vorstände der Bezirks- und Landesorganisationen mit dem Ersuchen, der Lebensmittelfrage die größte Aufmerksamkeit zuzuwenden. Der Lebensmittelwucher tritt mit der steigenden Knappheit an Lebensmitteln immer stärker in Erscheinung. Eine der wichtig sten Aufgaben der Partei ist es daher, diesen Wucher unausgesezt mit aller Schärfe zu befämpfen und energisch für unsere Forderungen zur Lebensmittelversorgung einzutreten. Im Reichstage hat die Fraktion in einem Antrage unsere Forderungen von neuem erhoben, für deren Durchführung sie sich mit ganzer Kraft einseßen wird. Es ist aber auch notwendig, daß unsere Organisationen nach Möglichkeit in Versammlungen für unsere Forderungen eintreten und dabei dem großen Unwillen der Bevölkerung über den Nahrungsmittelwucher Ausdruck geben. Mit der Einberufung öffentlicher Versamm lungen erklärte sich der Zentralvorstand einverstanden. Leider sei zu befürchten, daß die Versammlungen nicht die Genehmigung er halten, wie dies auch in allen Fällen früher geschehen sei, wenn der Polizeibehörde derartige Versammlungen angezeigt worden sind. Die Versammlungen sollen so schnell als möglich angemeldet und bekanntgegeben werden. Ebenso sollen sich die Wahlkreise mit der Vertretung in der Neunerkommission beschäftigen. Der nächsten Zentralvorstandssizung soll der Gesellschaftsvertrag vorgelegt werden. Aus den Kreis- Wahlvereinen. Dritter Wahlkreis. Der neugewählte Vorsitzende, Genosse Justin Braun, wohnt: Köpenick, Kaiser- WilhelmStraße 60. Alle Zuschriften und Anfragen, die Kreisangelegenheiten betreffen, sind bis auf weiteres an den Kassierer, Genossen Gustav Budde, Neukölln, Maybachufer 2, Hof 4 Treppen, zu richten. Sechster Wahlkreis. Die Herausgabe eines Geschäftsberichts ist in diesem und auch im vorigen Jahre durch Beschluß des Vorstandes unterblieben, doch ist derfelbe fertig zusammengestellt, und zwar für die Beit vom 1. April 1914 bis 31. März 1916. Die Drucklegung fann demnach später erfolgen. Den Delegierten der letzten Generalversammlung war wie sonst üblich gewesen aus den bekannten Gründen diesmal fein gedruckter Bericht ausgehändigt und wurde der Kassenbericht vom 1. April 1915 bis 31. März 1916 mündlich erteilt, deshalb ist es wohl angebracht, einige Bahlen bekanntzugeben. Der Kassenbestand betrug am 31. März 1915 5233,48 Mt. Unter den Einnahmen sind besonders zu nennen die Beiträge der Mitglieder. Es wurden verkauft 90 771 Beitragsmarken a 40 Pf.= 36 308,40 m., 24 243 Beiträge a 20 f.= 4848,60 wt., desgleichen 38 891 Ertrabeiträge a 10 Pf.= 3889,10 Mr. Für den Verkauf von Büchern und Broschüren gingen ein 920,34 Mk. Die Gesamteinnahme betrug 52 701,93 Mr. Ausschluß aus der Partei. Der Zentralvorstand beschließt ferner gegen Unter den Ausgaben sind besonders hervor12 Stimmen, auf Antrag der Schiedsgerichtskommission, dem Antrage des Kreises Nieder- zuheben: An die Verbandskasse sind für Monatsbarnim auf Ausschluß des Genossen Karl Legien aus der Partei stattzugeben. Der Beschluß soll dem Genossen Legien durch das Sekretariat mitgeteilt werden. beiträge, Beitragsmarken und die Neue Zeit" 18 571,60 Mt. abgeliefert. Für allgemeine Agitation wurden aufgewendet 5335,25 Mk. Für Verwaltung a) sächlich 2994,95 Mr., b) persönlich 7741,20 Mr. Für Entschädigung der Eine andere Vertretung im Partei Funktionäre 5244,40 Wt. Für Unkosten der ausschuß. Für die anderweitige Besetzung der Vertretung des Bezirks Groß- Berlin im ParteiKreisveranstaltungen 325,35 Mk. Die Gesamtausgaben betrugen 44 139,07 Mark, denen eine Einnahme von 52 701,93 Mr. 8gegenübersteht, so daß am 31. März 1916 ein| abgeordneter Hofer zum Stadtverordneten in Kassenbestand von 8562,86 Mk. verbleibt. Vorschlag gebracht. Der Vorschlag fand die einDie Mitgliederbewegung ist folgende: mütige Zustimmung der Versammlung. a) männliche Mitglieder: Bestand am 1. April 1914 24 707 Mitglieder. Neu aufgenommen wurden 1442 Mitglieder, aus anderen Kreisen sind zugezogen 458 Mitglieder. Gestrichen wegen restierender Beiträge sind 7162 Mitglieder. Nach anderen Kreisen verzogen 596 Mitglieder. Freiwillig ausgetreten 107 Mitglieder. Verstorben sind 293 und im Kriege gefallen 362 Mitglieder. Bestand am 31. März 1916 18 077 Mitglieder, davon sind 8500 Mitglieder zum Heeresdienst eingezogen. b) Weibliche Mitglieder: Bestand am 1. April 1914 4752 Mitglieder. Neu aufgenommen 364 Mitglieder, aus anderen Kreisen zugezogen 108 Mitglieder. Gestrichen wegen restierender Beiträge 1976 Mitglieder. Nach anderen Kreisen verzogen 125 Mitglieder. Verstorben 36 und freiwillig ausgetreten 15 Mitglieder. Bestand am 31. März 1916 3072 Mitglieder. Gesamtmitgliederbestand 21 149 Mitglieder. Die Mitgliederzahl ist zweifellos zurückgegangen. Um so mehr muß uns in den nächsten Monaten der Gedanke leiten, die noch vorhandenen Mitglieder zusammenzuhalten, die mit ihren Beiträgen im Rückstande befindlichen Genossen nach dem Zahlabend aufzusuchen, um die Beiträge zu kassieren, damit dieselben der Organisation erhalten bleiben. Auch agitatorisch fann die jetzige Zeit ausgenutzt werden, dazu bietet sich den in den Werkstätten arbeitenden Genossen Gelegenheit genug, troß und trotz alledem für unsere Ziele, für den Sozialismus und für den Wahlverein neue Kämpfer zu werben. Der Stand unserer Parteipresse im Kreise ist folgender: Am 31. März 1914 waren es 42 792 Vorwärts"-Abonnenten, am 31. März 1915 29 919 Abonnenten und am 31. März 1916 23 928 Abonnenten. " 1 Die außerordentliche Kreisgeneralversamm lung findet am Dienstag, den 20. Juni, abends 8 Uhr, in den Pharus- Sälen" statt. Die Tagesordnung lautet: 1. Stellungnahme zur Verbandsgeneralversammlung. 2. Bestätigung der Delegierten. 3. Erledigung der gestellten Anträge. Teltow- Beeskow- Charlottenburg. Zum Punkt Anträge und Wahlen zur Kreisgeneralversammlung fand eine lebhafte Diskussion statt, die unter anderem die nachstehenden Anträge umfaßte; die Abstimmung über dieselben fand aber erst in der Fortsetzung der Versammlung am 4. Mai statt. Die erweiterte Vorstandssitung hatte einem Antrage zugestimmt, nach dem fünftig die Delegierten zur Kreisgeneralversammlung nicht mehr automatisch gewählt werden sollen, sondern Wahlen und Vorschläge sollten den Mitgliedern direkt überlassen werden. Dem trat ein Antrag der 5. und 6. Gruppe entgegen, der verlangte ,,, daß zu den Generalversammlungen des Kreises der Vorsitzende und Kassierer zu delegieren sind, wie dies in jeder Arbeiterorganisation als selbstverständlich gilt, haben doch die Betreffenden die Geschäfte des Vereins zu führen". Der Antrag wurde aber mit großer Mehrheit abgelehnt. Eine Resolution einiger Bezirke: " Die heute tagende Mitgliederversammlung fordert ihre Delegierten auf, in der Kreisgeneralversammlung Protest zu erheben gegen die Maßnahmen des Parteivorstandes gegenüber der„ Vorwärts"-Redaktion und zu versuchen, einen dahingehenden Antrag in der Kreisgeneralversammlung zur Annahme zu bringen", wurde fast einstimmig angenommen, ebenso ein Antrag, der die Einstellung der Herausgabe der Fackel" und" Partei- Korrespondenz" im Interesse einer der Arbeiterklasse dienenden Verwendung der Parteigelder fordert.- Einstimmig angenommen wurde ein Antrag, der vom Magistrat bessere Maßnahmen zur Verteilung der Lebensmittel und Einrichtung eigener Verkaufsläden fordert. Genosse Zubeil machte dann noch längere prinzipielle Ausführungen, begründete seine Stellungnahme und seinen Anschluß an die Arbeitsgemeinschaft und fand damit allseitigen Beifall. Monatsbeiträge für Mai 1916. 1. Streis 2. " M. 3. " 4. " 6. " " Der Wahlverein Charlottenburg hielt am 5. 1. Mai seine Mitgliederversammlung ab, die von etwa 170 Personen besucht war. Der Vor- Teltow- Beeskow sitzende erstattete den Jahresbericht; er konnte Niederbarnim unter anderem mitteilen, daß in den letzten 34 Jahren, die der Geschäftsbericht umfaßt, 32 Genossen gefallen seien. Der Kassierer berichtete, daß die Kassenverhältnisse im Berichtsvierteljahr günstiger seien als im vergangenen Quartal. Gutenberg 400, Diverse: A. B. Mister lebekannt d. Schiele Gen. Repkow Kinderschußkommission: An Stelle des zum Stadtrat gewählten Genossen Ahrens wurde der Genosse Landtags- Dr. Landau, Wandlik Berantwortlicher Redakteur: Th. Fischer; Verleger: E. Ernst; beide Berlin SW. 68, Lindenstr. 3. Drud: Borwarts Buchdruckerei und Berlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW. 68, Lindenstr.& 8,50 2, 3, 5,