Mitteilungs- Blatt Nr. 7. des Verbandes der sozialdemokratischen Wahlvereine Berlins und Umgegend. Berlin, den 11. Oktober 1916. Wer ist Sieger? 11. Jahrgang. und Beschlüsse der Reichskonferenz, sie bestehen vielmehr in der Tatsache, daß die bis dahin über Wir denken bei dieser Frage nicht an den das Reich verstreute Minderheit sich zum ersten Sieg draußen auf den Schlachtfeldern des Welt- Male als eine geschlossene Phalang präsentieren frieges. Leicht und restlos zu beantworten ist konnte, deren stattliche Zahl den Diktatorensie auch hier nicht. Man kann vielmehr auch übermut der Mehrheitsherren doch gewaltig von militärischem Standpunkte aus eine tiefe dämpfte. Die Geschlossenheit der Opposition Tragik in der Tatsache finden, daß in diesem muß und wird aber nachwirken auf die weiteren Völkerringen trop genialer Führung, trop Auseinandersetzungen der Partei, bis endlich riesenhafter Organisation der Heeresmassen, ein regelrecht einberufener und zusammen trotz Mut und Aufopferungsfähigkeit der Mil- gesetzter Parteitag die letzte Entscheidung über lionenheere, troß allen Raffinements der Waffen- die großen Streitfragen des Sozialismus technik die Begriffe Sieg" und Entscheidung" und die Kriegspolitik der Partei fällt. Dabei in der rauhen Wirklichkeit ein ganz anderes, wird es sich sicherlich nicht nur um einen spröderes Gesicht zeigen als in den Tagen von rein sachlichen Geisteskampf handeln, so sehr Leipzig und Waterloo, von Magenta und Sol- dies als ideale Forderung zu begrüßen wäre; ferino, von Königgräb, Gravelotte und Sedan. auch die Personenfrage wird und muß eine Aber davon soll und kann hier nicht die Rede ausschlaggebende Rolle spielen. Denn die sein, wenn auch für uns Sozialisten daraus viel Kriegserfahrungen haben uns nur zu deutlich zu lernen ist, um später drohende Völfer- gezeigt, wie einzelne Personen die Partei bloßkatastrophen abzuwenden. gestellt und mit ihren demokratischen Grundrechten Schindluder gespielt haben. " " Wenn wir heute die obenstehende Frage stellen, so geschieht das im Hinblick auf den Ausgang der Reichskonferenz, die Ende September einige hundert Parteivertreter in Berlin vereint hat. Dabei sei gleich von vornherein bemerkt, daß nicht wir diese Frage stellen, sondern daß sie mit Eifer und Leidenschaft aufgeworfen und auch gleichzeitig beantwortet wird von Vertretern der Mehrheit und der Minderheit der Partei. Und fast tragikomisch mutet es an, daß jeder die glatte, simple Frage nach dem Sieger in seinem Sinne und zu seinen Gunsten beantwortet. Nach unserer Ueberzeugung kann und darf die Frage nach einem Sieger auf der Reichs-| konferenz nicht gestellt werden. Am wenigsten vom Standpunkte der Minderheit aus. Eine Konferenz, der jede parteigesetzliche Grundlage fehlt, die nur eine unverbindliche Aussprache bieten, maßgebende Beschlüsse aber nicht fassen konnte, schloß von vornherein schon die Möglichkeit eines Sieges" der einen oder der anderen Richtung aus. Da die Minderheit von vornherein der Reichskonferenz den unverbindlichen und ungesetzlichen Charakter zusprach, fann sie auch leichten Herzens auf den zweifelhaften Ruhm verzichten, auf einer solchen Tagung als unbestrittener Sieger" triumphiert zu haben. Die feststehenden Erfolge der Minderheit liegen nicht im Rahmen der Beratungen Also keinen„ Sieg", wohl aber einen starken Erfolg hat die Minderheit nicht auf, wohl aber durch die Reichskonferenz davongetragen. Für die Berliner Genossen aber muß es eine besondere Genugtuung sein, daß ihre Groß- Berliner Organisation ein starker Träger der Minderheitsanschauungen ist. Nicht nur eine Genugtuung, sondern auch ein Ansporn, bei den kommenden, endgültigen Auseinandersetzungen der Partei im Vordertreffen zu stehen. Am allerwenigsten aber haben die Mehrheitsvertreter ein Recht, in die Siegesposaunen zu blasen. Es ist eine bewußte Lüge oder eine grobe Selbsttäuschung, wenn sie behaupten, der Mehrheit auf der Reichskonferenz entspreche auch die Mehrheit der Parteigenossen draußen im Lande und an der Front. Eine solche BeHauptung soll nur dazu dienen, die bürgerliche Welt und die Schar der weniger aufgeklärten Parteigenossen zu täuschen. Gewiß, das rein mechanische Operieren mit den Abstimmungszahlen der Reichskonferenz gibt scheinbar den Mehrheitsaposteln recht. Aber es handelt sich hierbei doch immer nur um Abstimmungen im engsten Familienkreise; die Opposition hatte ja von vornherein eine Beteiligung an der Abſtimmung abgelehnt. Die aber, die sich zur Abftimmung zusammenfanden, können nicht von sich behaupten, daß sie im Namen und im Auf1126 NEW 52 - 2 man solle doch endlich Schluß mit der Behauptung machen, daß die Politik des 4. August die fonsequente Fortseßung der früheren sozialdemofratischen Politik gewesen sei. Im Gegenteil, es sei eine ganz neue Politik, die die Partei eingeschlagen habe. Eine Politik, die vor dem 4. August nur von den Anhängern des äußersten rechten Flügels und den Leuten der Sozialistischen Monatshefte" vertreten worden sei. Die Reichskonferenz müsse ihren Erfolg in der Weise in die Praxis umseßen, daß sie sich ganz entſchieden nach der Politik der Kolb, Peus, Schippel, Lensch, Haenisch usw. ,, neuorientiere". So gehen also auch im Mehrheitslager selbst die Meinungen über das wahre Wesen des„ Sieges" sehr auseinander. Und die Verfechter der glorreichen Politik des 4. August täten wahrlich besser daran, wenn sie das Wort„ Sieg" weniger aufdringlich in die Welt hinausschrien. trage aller ihrer Parteigenossen gehandelt haben.| Siege verholfen hätten. Andere aber sagen, Denn die Delegationen zur Reichskonferenz sind auf ganz verschiedener und meist auf ganz undemokratischer Grundlage zustande gekommen. In sehr vielen Kreisen sind die Mitglieder zu der Delegationswahl überhaupt nicht herangezogen worden. Meist wurden die Delegierten in einem kleinen Kreise von Parteifunktionären ernannt. Aber auch rein zahlenmäßig hat die Mehrheit keinen Anlaß, über ihren Sieg" zu triumphieren. Einige Beispiele mögen das erläutern. Wir legen dabei die Mitgliederzahlen zugrunde, die dem letzten Parteitag von Jena im Jahre 1913 vorgelegt wurden, und die natürlich jetzt durch die Kriegsabgänge usw. modifiziert werden. Groß- Berlin zählte damals 119 769 Mitglieder und konnte 36 Delegierte zum Parteitag entsenden. Zur Reichskonferenz stellte Groß- Berlin aber nur 18 Delegierte, dabei war Teltow- Beeskow doppelt vertreten. Das Königreich Sachsen zählte 1913 an Mitgliedern 157 913 und hatte 65 Delegierte, auf der Reichskonferenz aber deren nur 25. Der Agitationsbezirk Frankfurt a. M. hatte 18 Parteitagsdelegierte, aber nur 9 Vertreter auf der Reichskonferenz. Dagegen waren auf der Reichskonferenz die kleinen Kreise weit stärker vertreten als auf dem Parteitag, da der Parteivorstand die Delegationskosten für die kleinen Kreise übernommen hatte. So war die Provinz Brandenburg mit einer weit geringeren Mitgliederzahl als Groß- Berlin auf der Reichsfonferenz mit 16 Delegierten vertreten. Ebensoviel entsandte Schlesien, das ungefähr die Hälfte der Groß- Berliner Mitgliederzahl aufzuweisen hat. Das gleiche Verhältnis ergibt sich für Württemberg. Baden, das kaum ein Viertel der Groß- Berliner Mitgliederstärke aufzuweisen hat, war auf der Reichskonferenz mit 11 Delegierten vertreten. Allein schon diese Zahlenangaben beweisen, daß die Mehrheit nicht die geringste Veranlassung hat, ohne weiteres auch die Mehrheit der Parteigenossen im Lande für sich zu reklamieren. Nicht unwichtig ist auch die Tatsache, daß auf der Reichskonferenz die Frauen äußerst schwach vertreten waren, obgleich gerade jezt das weibliche Element in unseren Organisationen ganz bedeutend überwiegt. So waren in Jena die Frauen durch 28 Delegierte vertreten, während zur Reichskonferenz in Berlin nur 9 Frauen entsandt waren. Das Stärkeverhältnis der Delegationen auf der ReichsKonferenz entspricht also nicht den tatsächlichen Organisationsverhältnissen im Lande. Daß unter solchen Umständen nur Voreingenommenheit von einem Sieg" der Mehrheit reden kann, geht auch aus der Tatsache hervor, daß im Mehrheitslager selbst die Beurteilung über das Wesen dieses„ Sieges" weit auseinandergeht. Die einen verkünden der Welt, daß sie als die einzig wahren und berufenen Vertreter der alten sozialdemokratischen Grundsätze diesen auf der Reichskonferenz wieder zum Einer der beliebtesten Vorwürfe, die gegen die Anhänger der Opposition und vor allen Dingen auch gegen die Groß- Berliner Parteigenossen geschleudert werden, ist das Wort von der Anbetung der radikalen Phrase". Nun hat es mit dem Wort Phrase sein eigenes Bewenden. Dem einen fann eine bestimmte Formel, eine bestimmte Forderung nichts weiter sein als ein leerer Schall. Für den anderen aber birgt sic in sich eine Fülle lebendiger Begriffe, die sein Denken und Handeln befruchten und anregen. Es ist nur zu natürlich, daß Leuten, die ihren Nacken ergebungsvoll unter das burgfriedliche Joch geduckt haben, manches als„ radikale Phrase" erscheint, was anderen, denen diese gutbürgerliche Sanftmut nicht gegeben ist, als lebendige Aeußerung sozialdemokratischen Empfindens im Herzen loht. Das sind Verschiedenheiten des Fühlens und des Denkens, die durch keine Mehrheitsbeschlüsse dem einzelnen aufgezwungen werden können. Für die Zukunft der Partei wird es aber darauf ankommen, ob die große Masse der durch den Krieg schwer geprüften und um unendliche Erfahrungen bereicherten Parteigenossen unsere alten proletarischen Kampfparolen als überwundene ,, radikale Phrasen" erscheinen und ob sie dafür die funkelnagelneue Weisheit der Neuorientierten vom 4. August eintauschen wollen. So töricht und findlich, wie so mancher Apostel der Mehrheitspolitik es darstellt, sind die Anhänger der Minderheit sicher nicht, daß sie glauben, man könne unmittelbar nach Friedensschluß in unserer Partei wieder da anfangen, wo man am 3. August aufgehört habe. Gerade die buntscheckige Schar der Mehrheitskämpen hat uns ja gezeigt, an wieviel Punkten anzupacken ſein wird, um der Partei wieder Ellenbogenfreiheit zu verschaffen. Das kann aber nicht geschehen dadurch, daß man als proletarische Schutztruppe des Imperialismus aufmarschiert und sich mit dem angeblich so ungeheuer widerstandsfähigen modernen Kapitalismus friedlich- schiedlich ab 3zufinden sucht, sondern nur durch ganz ent-| lichkeit zu verringern, denn die Verbandskasse schiedene Betonung unserer sozialistischen Ueber- könne nach ihrem heutigen Stand in dieser Höhe zeugung und unserer sozialdemokratischen den Zuschuß auf die Dauer nicht leisten. Kampfesmethoden. Dieser Ueberzeugung haben die Vertreter der Minderheit von der Reichskonferenz davon getragen. Sie sind weder als Sieger noch als Besiegte aus diesem Meinungskampfe hervorgegangen, aber sie haben die Gewißheit, daß ihre Ueberzeugung auch die Ueberzeugung der Massen werden wird, wenn die Wirkungen der Kriegspsychose verflogen sein werden. Dabei haben auf der Reichskonferenz die Redner der Minderheit nicht ihre legten Gründe ins Feld führen können. Dazu war das Mißtrauen gegen die Praktiken gewisser Parteigenossen schon zu tief eingewurzelt. Man mußte mit bewußten oder unbewußten Denunziationen rechnen, und so ist manches ungesagt geblieben, was erst einmal gesagt werden kann, wenn der Kriegszustand und so manche häßliche Begleiterscheinungen desselben überwunden sind. Ist doch die Minderheit schon an sich durch die unvollkommene Berichterstattung der Reichsfonferenz benachteiligt. Die Reden der Mehrheitsvertreter machen einen geschlossenen, einheitlichen Eindruck, während der Gedankengang bei den Minderheitsrednern sehr häufig abgehackt und unvollkommen wirft, weil bei der Veröffentlichung eben auch noch andere Gewalten mitzureden hatten, als der Berichterstatter. Für unsere Groß- Berliner Genossen ist der Verlauf der Reichskonferenz sicherlich sehr lehrreich. Manche Klarheit ist geschaffen worden, und es kommt nun darauf an, die Lehre auch in der Zukunft auszunuzen, um dann endlich zu gegebener Zeit und an gegebenem Orte von einem wirklichen Siege unserer sozialdemokratischen Ueberzeugung reden zu können. Die Gestaltung des Jugendsekretariats. Mit dem Jugendsekretariat befaßte sich der Zentralvorstand in seiner Sizung am 29. September. Es wurde dargelegt, daß die finanzielle Lage des Verbandes zu Maßnahmen veranlasse, die tief in unsere Bewegung eingreifen. Auf Einnahmen erheblicher Natur fönne in der nächsten Zeit nicht gerechnet werden, es bliebe der Ausweg, an den Ausgaben zu kürzen. An der Förderung unserer Jugendbewegung habe man das lebhafteste Interesse, und es müsse ernstlich jeder Schritt erwogen werden, der auf diesem Gebiete getan werde. Aus den vorliegenden Kassenberichten des Jugendausschusses ergebe sich, daß die Verbandskasse im Jahre 1914/15 einen Zuschuß von rund 17 000 mt. geleistet habe, während der Zuschuß im Jahre 1915/16 12 600 Mr. betragen habe. Es müsse der Versuch gemacht werden, diesen Zuschuß nach MögEine flare Uebersicht über die finanzielle Gebarung des Jugendausschusses geben die vorhandenen Kassenberichte leider nicht. So stehe für die Arbeiter- Jugend" in der Abrechnung bon 1914/15 einer Einnahme von 6784,18 Mr. eine Ausgabe für diesen Posten von 4243 Mr. gegenüber, so daß ein Unkundiger der Meinung sein könnte, die Arbeiter- Jugend" habe 1914/15 einen Ueberschuß von 2500 Mk. gebracht. Eine solche Annahme sei genau so falsch, als wenn man der Einnahme für 1915/16 für die ArbeiterJugend" in Höhe von 3207 Mk. den in diesem Geschäftsjahr in der Abrechnung aufgeführten Ausgabeposten von 7606 Mt. gegenüberstellen und daraus folgern wolle, im Jahre 1915/16 habe die Arbeiter- Jugend" mit einem Defizit von 4400 Mk. abgeschlossen. Beide Annahmen, zu denen diese Abrechnung verleiten müsse, seien irrig. Tatsächlich habe die Arbeiter- Jugend" sich ständig gedeckt, man habe sogar immer mit einem kleinen Ueberschuß abgeschlossen. Daß die vorliegende Abrechnung dieses schiefe Bild ergibt, liegt daran, daß einmal die Abrechnungen der verschiedenen Jahre ineinanderlaufen, und dann darin, daß auf den Posten Arbeiter- Jugend" auch andere Ausgaben übernommen sind. Einen erheblichen Ausgabeposten bilden:„ Veranstaltungen und Miete" in Höhe von je 4900 Mt. im Jahre 1914/15 und im Jahre 1915/16, für Referenten in Höhe von 1740 Mr., die Zuschüsse an die Vororte" mit 4000 Mr. und schließlich auch die Kosten für das Jugendsekretariat selbst. Nach einer Aussprache mit dem Jugendausschuß über die. Finanzgebarung des Jugendausschusses konnte die Ueberzeugung gewonnen werden, daß man bemüht sein werde, die Kosten nach Möglichkeit herabzumindern. Die Zuschüsse an die Vororte würden in diesem Jahre fortfallen. Die Kosten für Veranstaltungen und Miete sollen gleichfalls auf ein Minimum reduziert werden und auch die Höhe der Referentenkosten dürfte sich mit Sicherheit verringern. Es wären vielleicht noch andere Maßnahmen nach Rücksprache mit den Jugendlichen zu erwägen, ob nicht diese selber etwas mehr aus Eigenem beitragen würden. Vom Geschäftsführenden Ausschuß wurde darauf hingewiesen, daß diese Maßnahmen allein kaum genügen würden. Man wisse nicht, wie sich in Zukunft die Dinge gestalten würden. Es sei zu bedenken, daß bei Einrichtung des Jugendsekretariats die Gewerkschaften mitgewirkt und das Sekretariat mit finanziert hätten. Die Gewerkschaften hätten aber seit dem Kriege ihre Verpflichtungen nicht mehr erfüllt und dem Verbande die Lasten allein überlassen. Diese Lasten habe der Verband auch auf sich genommen, das gehe aber nur eine Zeit. Man könne nicht so lange warten, bis man nicht mehr weiter könne, und müsse sich vorsehen. Aus diesem Grunde empfehle es sich, - 4 | auch das Jugendsekretariat auf eine andere mit ihr beschäftigte. Eine Frauenkonferenz Grundlage zu stellen und zu diesem Zwecke zur könne an den Dingen auch nichts ändern. Zur Kündigung des Jugendsekretärs zu schreiten. Frauenerwerbsarbeit Stellung zu nehmen, sei Natürlich müsse vermieden werden, die Jugend- Gelegenheit nach Beendigung des Krieges, wenn agitation leiden zu lassen. Demgegenüber wurde man einen lleberblick habe, wie die Dinge sich von Vertretern des Jugendausschusses betont, gestalteten. Die Notwendigkeit der Agitation daß man sich alle möglichen schon oben darge- unter den Frauen könne auf der Reichskonferenz legten Beschränkungen auferlegen wolle, daß aber mit besprochen werden. Diese Gründe des die Kündigung des Jugendsekretärs einen Parteivorstandes konnte der Zentralvorstand schweren Schlag für die Jugendbewegung be- nicht anerkennen, weshalb er seine Zustimmung deute. Das Jugendsekretariat sei unerläßlich zur Einberufung einer Frauenkonferenz für nötig zur Beratung der Jugend, die unter allen Groß- Berlin erteilte. Umständen einer Stelle bedürfe, wo sie Rat und Hilfe erhalte. Vielleicht könne man auch erreichen, daß die Jugendlichen einen kleinen Bei trag leisten, dann würde man den Schritt der Kündigung vermeiden können. Demgegenüber wurde von anderer Seite betont, daß sicher die Anstellung des Jugendsekretärs sich als nüßlich und notwendig erwiesen habe und daß man bedauern müsse, zu dem Vorschlag gekommen zu sein. Allein so stehe es auch nicht, daß eine Bewegung nur auf zwei Augen gestellt werden fönne. Das Sekretariat solle bleiben, es müsse eben in anderer Weise verwaltet werden als bisher. Man habe ja früher auch in der Partei alle Arbeiten ehrenamtlich geleistet, sonst wären wir gar nicht da, wo wir heute stehen. Und so notwendig die Anstellung von Parteibeamten sei, so müsse, wenn nicht anders, es im Notfalle auch wie früher gehen, solange die Verhältnisse dazu nötigten. Auf eine Einnahme aus Mitteln von den Jugendlichen könne man keine Einrichtung bauen. Die Genossen des 4. Kreises hätten zu ihrem Bedauern ihr Jugendheim fündigen müssen. Schließlich beschloß der Zentralvorstand, die Kündigung des Jugendsekretärs zum 31. Dezember 1916 auszusprechen. Die Kreise sollen aber in ihren nächsten Zusammenfünften sich darüber schlüssig machen, ob sie mit der getroffenen Maßnahme einverstanden sind und ob sie ihr zustimmen. Frauenkonferenz für Groß- Berlin. Am Sonntag, den 24. September, hat eine Konferenz der Funktionärinnen von Groß- Berlin getagt, die sich mit verschiedenen die Frauen besonders angehenden Fragen beschäftigte. Der Antrag von Groß- Berlin und anderen Bezirken an den Parteivorstand, eine Frauenkonferenz für das Reich einzuberufen, ist vom Parteivorstand abgelehnt worden. Vorgeschlagen war, die Frauenerwerbsarbeit mit all ihren Konsequenzen zu behandeln sowie Arbeiterinnenschutz, Jugendund Kinderschutz, Agitation unter den Frauen sowie die Ernährungsfrage. Der Parteivorstand war der Meinung, daß die Ernährungsfrage feine spezielle Frauenfrage, sondern eine Angelegenheit der Gesamtpartei sei, die sich wiederholt und erst kürzlich im Parteiausschuß Dort referierte Genossin Ziet über die Frauenarbeit und ihre Konsequenzen. Sie zeigte, welchen Umfang die Frauenarbeit besonders während des Krieges angenommen habe und betonte die Notwendigkeit der Aufklärungsarbeit. Die Diskussion war eine sehr lebhafte. Einige Genossinnen schilderten die Indifferenz der Arbeiterinnen in den Betrieben, wie viele für Verschlechterung ihrer eigenen Lage hinwirkten. Auch Genossinnen aus Breslau, Leipzig, Dresden und Braunschweig beteiligten sich an der anregenden Debatte. Ueber die Ernährungsfragen verbreitete sich eine Rednerin besonders. Verschiedene Entschließungen wurden angenommen. Einmütig forderten die Genossinnen einen baldigen Frieden. Der Genossin Zetkin, die ein Begrüßungsschreiben gesandt hatte, wurden Wünsche auf baldige Genesung ausgesprochen. Dem Ge nossen Liebknecht, der Genossin Luxemburg sowie allen, die in gleicher Lage sind, wurde die Sympathie der Versammelten bekundet. Scharfer Protest wurde erhoben gegen die infame Verfolgung des Genossen Tresca durch amerikanische Kapitalistengruppen, um den für die Arbeiterinteressen kämpfenden Genossen unschädlich zu machen. Die Konferenz war von gutem Geist beseelt und lieferte den schlüssigsten Beweis, wie notwendig eine Aussprache unter den proletarischen Frauen war. Sie mißbilligte deshalb auch einmütig die ablehnende Haltung des Parteivorstandes, die durch nichts motiviert sei. An der Konferenz nahmen 151 Funktionärinnen von Groß- Berlin teil. Die Kreise waren wie folgt vertreten: 1. Kreis 2. 3. 4. 5. 6. " " " " " 4 Delegierte . 14 " Teltow- Beeskow Niederbarnim 13 " 41 " 2 " 21 " 71 " 25 " Außerdem waren 11 Gäste aus dem Reiche aus folgenden Orten anwesend: Stettin, Leipzig, Düsseldorf, Hamburg, Altona, Dresden, Stuttgart, Breslau, Braunschweig, Remscheid, Altenaferlohn und ein Vertreter der„ Gleichheit". - 5 Die leeren Kaffen des Groß- Berliner Zentralvorstandes. In der Zentralvorstandssitung vom 15. September machte der Vorsitzende die Mitteilung, daß der alte Geschäftsführende Ausschuß sich auf die in der letzten Zentralvorstandssitzung gemachte Entgegnung auf das Flugblatt der Thurow- Groger- Gruppe geäußert habe. Genosse Ernst habe sich zunächst an den Vorwärts" gewendet um Aufnahme einer Antwort auf ein Zirkular, das gar nicht vorhanden sei. Der auch im lezten Mitteilungsblatt" veröffentlichte Zahlennachweis über die Kassenverhältnisse sei einigen Kreisvorständen für ihre Mitglieder gegeben worden, von einem Zirkular fönne feine Rede sein. Das sei aber nebensächlich. Festgestellt müsse werden, daß diese Zahlen lediglich für unsere Genossen in der Organisation bestimmt seien. Wenn der frühere Geschäftsführende Ausschuß eine Richtigstellung für notwendig hielt, so sei es üblich, sich an die Organisation zu wenden. Statt dessen sei die vom wärts" abgelehnte Erwiderung durch die Korrespondenz Stampfer an die Parteipresse gegeben worden. Hamburger Echo" und" Münchener Post" hätten diese Antwort unter der recht„ sachlichen" Ueberschrift:„ Ein plumpes Täuschungsmanöver" abgedruckt, ohne auch nur mit einer Silbe ihren Lesern die angegriffene Darstellung zu unterbreiten. Der Vorsitzende ging die Antwort im einzelnen durch und legte die Haltlosigkeit der gemachten Einwände dar. In der Sigung am 29. September teilte der Vorsitzende mit, daß der alte Geschäftsführende Ausschuß nunmehr nach Veröffentlichung in einigen Parteiorganen auch den Weg zur Organisation gefunden und eine längere Erklärung übersandt habe, die sich( abgesehen von einigen Kraftproben und Liebenswürdigkeiten") inhaltlich ungefähr decke mit der schon veröffentlichten Erklärung; sie lautet: Vor" In der vorigen Nummer des„ Mitt.- Blatts" wird unter dieser Ueberschrift ein vom Genossen Ad. Hoffmann unterzeichneter Artikel veröffentlicht, der sich formell zwar gegen ein Flugblatt des Vorstandes von Teltow- Beeskow richtet, dabei aber dem früheren Geschäftsführenden Ausschuß Groß- Berlins den bekannten Eselstritt zu versezzen sucht. In dem Artikel wird versucht, gleich auf drei Abrechnungsarten zu beweisen, daß Groß- Berlin in den letzten zwei Jahren zuviel Geld an den Parteivorstand abgeliefert habe. Die Schuld daran trage allein der frühere Geschäftsführende Ausschuß. Sein Verhalten wäre daher geradezu unverantwortlich" und nunmehr sei bewiesen,„ wer die Kassen leer gemacht und die Gelder zu Zwecken verwendet hat, die weder im Statut begründet, noch der Partei dienlich sind". In der dann folgenden Aufstellung der unbezahlten Rechnungen figurieren drei Posten, die denselben Gegenstand betreffen! Nämlich: 1.„ Soz. Partei- Korresp.", 2." Neue Zeit" und" Parteiforreſondenz" und 3.„ Neue Zeit"( nicht bezahlt). Eine furiose Aufstellung! Was ist nun an der ganzen Geschichte wahr? In den zehn Jahren des Bestehens des Verbandes hat der Kassierer jedesmal am Anfang des Geschäftsjahres dem Zentralvorstand eine Aufstellung über die zu erwartenden Einnahmen und Ausgaben gegeben. Bei der Bemessung des Pflichtbeitrags an den Parteivorstand wurde in jedem Jahr die Mitgliederzahl des Vorjahres zugrunde gelegt und der gesamte Zentralvorstand stimmte in jedem Jahr dieser Aufstellung zu. Konnten wir im Laufe des Jahres an den Parteivorstand mehr Gelder abliefern, so hielten wir das für eine Ehrenpflicht der Berliner Organisation und der Zentralvorstand stimmte diesem Verfahren ebenfalls in jedem Jahr zu. Kannten die Artikelschreiber diese Praxis nicht, so wäre das zwar verwunderlich, aber eine Frage hätte sofortige Aufklärung geschaffen. Aber dann hätte ja der Artikel mit seinen Behauptungen kaum noch erscheinen können. Nach dieser langjährigen Praris hat der Verbandskassierer seine Jahresaufstellung füe 1914/15 und für 1915/16 gemacht. Am 2. Juni 1915 als jedes Zentralvorstandsmitglied sich über die Folgen des schon fast ein Jahr tobenden Krieges doch wohl klar sein mußte stimmte der Zentralvorstand( einschließlich der Artikelschreiber) folgender Etataufstellung für 1915/16 einstimmig zu: 55 000 Mt. als Pflichtbeitrag an den Parteivorstand, 12 000 Mt. für den Jugendausschuß usw. usw. Schon damals aber wies der Kassierer darauf hin, daß die Ausgaben wahrscheinlich um 10 000 Mark höher sein werden wie die Einnahmen, daß also gespart oder neue Einnahmequellen geschaffen werden müssen. Niemand zerbrach sich aber den Kopf über diese Schwierigkeiten, obwohl doch damit alle informiert waren. Aber selbst wenn man den Geschäftsführenden Ausschuß gewissermaßen als ein Stück„ göttliche Vorsehung" des Verbandes betrachtet, können ihn die Anwürfe in dem Artikel nicht treffen. Denn, als die Finanzlage des Verbandes immer schlechter wurde, als beinahe feine Beiträge mehr einliefen, hat der geschäftsführende Ausschuß dem Zentralvorstand dußendemal von diesen Schwierigkeiten Kenntnis gegeben und dringend gebeten, doch endlich einmal ernstlich zu erwägen, wie die Berliner Parteiorganisation aus dieser Krise herauskommt. Im März 1916 fonnten wir nur 25 000 Mt. als Restsumme des Parteibeitrags an den Parteivorstand abliefern, statt wie vom Zentralvorstand beschlossen: 30 000 Mart. Die Revisoren haben die Abrechnung ge= prüft und dem Zentralvorstand Mitteilung ge= macht. Niemand erhob Widerspruch. 26. Mai 1916 der Zentralvorstand beschloß, dem Genossen Meyer das Gehalt aus der Verbandsfasse zu zahlen, machte der Kassierer darauf aufmerksam, daß einer Verpflichtung von 19 250 Mt. nur ein Bestand von 8834,87 Mt. gegenübersteht, daß die Verbandskasse diese statutenwidrige Belastung nicht tragen könne. Er wies ferner darauf hin, daß( nach der Mitgliederzahl) Groß- Berlin in jedem Monat 3000 Mt. an den Parteivorstand abliefern müsse, vom 1. April 1916 aber noch keinen Als am - 6 So gab der frühere Geschäftsführende Ausschuß dem Zentralvorstand sehr oft genauen Aufschluß über die Finanzlage und diese waren doch verpflichtet, den Mitgliedern Aufklärung zu geben. Und trotzdem hat der Artikelschreiber den Mut, dem früheren Ausschuß vorzuwerfen, daß dessen Handlungsweise„ unverantwortlich" sei und daß die Genossen urteilen mögen, wer die Gelder zu Zwecken verwendet hat, die weder im Statut begründet noch der Partei dienlich sind". Also nicht einmal der Partei soll es dienlich sein, wenn wir die Gelder an den Parteivorstand abgeliefert haben, die der selbe Zentralvorstand( einschließlich der Artikelschreiber) abzuliefern beschlossen hatte. Es muß traurig um eine Sache bestellt sein, die sich solcher Mittel zu ihrer Entschuldigung bedienen muß. Pfennig abgeliefert habe. Es wäre dringend Im Zentralvorstand ist auf diese Antwort notwendig, daß die Kreise ihre zurückgehaltenen zusammengefaßt entgegnet worden: Der alte Kassenbestände an die Verbandskasse abliefern. Geschäftsführende Ausschuß verkrieche sich hinter Diese von den Kreiſen zurückgehaltenen Gelder den Zentralvorstand, dessen Beschlüsse nur ausbetrugen am 1. April 1916 laut eigener Aufstellung insgesamt 77 125,38 Wf., fönnten also die geführt worden seien. Diese Ausrede könne Verbandsfinanzen wieder in Ordnung bringen. man nicht gelten lassen. Richtig sei, daß in Aber niemand rührte sich, um die Verbandskasse früheren Jahren ein Etatanschlag unterbreitet worden sei, der die Zustimmung gefunden habe. aufzufüllen!! Soweit es sich damals um die an den Parteivorstand abzuführenden Gelder handelte, so wurden weit mehr Gelder abgeliefert als der Pflichtbeitrag betrug. Dagegen sei auch nicht das geringste einzuwenden, wenn die Mittel reichlich vorhanden seien. Deshalb war auch eine genaue Berechnung der dem Vorstand zuzuwendenden Mittel gar nicht nötig. Anders lag das in der Kriegszeit. Da wäre es sehr notwendig gewesen, bei Ablieferung von Geldern aus der Verbandskasse gewissenhafter zu prüfen. Die Mitglieder des Zentralvorstandes müssen zum Geschäftsführenden Ausschuß das Vertrauen haben, daß die Berechnungen sich auch mit den Bestimmungen deckten, die für Berechnung des In dem Artikel wird weiter auch die Verwen- Pflichtbeitrages in Betracht kamen. Eine flüchtig dung des„ Bebelfonds" für die Förderung der Ju- vorgetragene 3iffer könne man nicht sofort nachgendbewegung gerügt und uns ebenfalls die Schuld prüfen. Tatsächlich ist aber die angewandte Bean dieser Missetat zugeschoben. Im Mitteilungsrechnung nicht richtig, wenn sie sich für das komblatt" vom Oktober 1914 wurde den Genossen ein Beschluß des Zentralvorstandes vom 25. September mende Jahr auf das vorhergehende Jahr stüße, mitgeteilt, wonach der Zentralvorstand durch die wenn auch zugegeben werden soll, daß diese Not der Zeit gezwungen war, den Bebelfonds zur Erhaltung der Jugendheime aufzuteilen. Diesen Antrag hatte ein Mitglied des Zentralvorstandes nicht der Geschäftsführende Ausschuß gestellt und alle Mitglieder( einschließlich der Artikelschreiber) stimmte zu. Und jetzt? " So begreiflich der Schmerz ist, vor leeren Kassen zu fißen, so unwürdig ist es, die Schuld den Genossen zuzuschieben, die die Beschlüsse des Zentralvorstandes auszuführen verpflichtet waren. Zur Krönung des Ganzen wird dann noch am Schlusse gesagt, daß die Belege über alle Ausgaben vom 1. April 1916 rückwärts nicht zu finden wären. Man habe sich an den früheren Kassierer, Herrn Boeske, gewandt. Dazu folgendes: Eine Methode sehr bequem sei, eine runde Summe zu nehmen. Ein Zweifel über die Art der Berech nung des Pflichtbeitrags für den Parteivorstand fönne gar nicht aufkommen, weil der Parteivorstand darüber ganz genaue Anweisungen erlassen habe. In den vom Parteivorstand herausgegebenen ,, Materialien für Organisationsleiter" stehe klar und deutlich: An die Zentralkasse sind von dem vollen Betrage der erhobenen regelmäßigen Beiträge der männlichen und weiblichen Mitglieder 20 Proz. abzuführen." Sehe man aber hiervon ab, so bleibe immer noch die Tatsache beſtehen, daß die Ablieferung der 25 000 Mark zwei Tage vor Abschluß der Jahresabrechnung unverantwortlich gewesen sei angesichts der schlechten Kassenverhältnisse. Bis Anfang September hatte der Genosse richtige Berechnung hätte zweifellos ergeben, Boeske eine solche Aufforderung nicht erhalten. daß schon zu viel abgeliefert worden sei. Da Eine Anfrage bei ihm hätte Aufklärung geschaffen nüße alles Hin- und Herreden nichts. Der Hinund es unmöglich gemacht, diese verdächtigende weis auf die Revisoren verfange nicht, da die Mitteilung unter die Genossen zu tragen. Es sei deshalb hier gesagt: Genosse Boeske hielt sich unter den eigenartigen Umständen, unter denen seine Absetzung als Kassierer nach vorhergehender, auf Antrag der Revisoren erfolgter Dechargeerteilung, stattfand, für genötigt, sich vor zukünftigen üblen Machenschaften zu sichern. Er behielt die Belege feine Stunde in seinem Besiz, sondern deponierte sie sofort an sicherer Stelle. Auf die erste Aufforderung, die Belege abzuliefern, erklärte er sich sofort bereit, in Gegenwart von vertrauenswürdigen Personen so z. B. der alten Revisoren dieselben vorzulegen und nachprüfen zu lassen. Für den Geschäftsführenden Ausschuß: Eugen Ernst. Revisoren die Kasse revidierten zu einer Zeit, da die Ablieferung bereits perfekt war, und dann werde die Kasse geprüft nach ihrer rechnerischen Richtigkeit. Diese sei aber von keiner Seite angezweifelt worden. Der Hinweis auf die Verwendung des Bebelfonds sei erfolgt, um zu zeigen, daß, wenn nicht zuviel Geld abgeliefert worden wäre, die für diese Zwecke gemachten Ausgaben aus Verbandsmitteln hätten gemacht werden können, ohne den Fonds anzugreifen. Darüber, daß das Geld nützlichen Zwecken zugeführt worden sei, habe sich niemand entrüstet. -7 Selbst angenommen, der Zentralvorstand| ging es nimmer. Die Auslassung, daß Boeske hätte in voller Kenntnis der Dinge seine Zu- befürchtete, es könnten Belege verschwinden oder stimmung zu dem Voranschlag gegeben, so be- durch andere ersetzt werden, sei eine solche Indeutet das angesichts der sich ständig ver- famie und charakterisiere den Briefschreiber so, schlechternden Kassenverhältnisse noch lange daß man sich fragen müsse, ob einem solchen nicht, daß nun schematisch im ganzen Jahre da- Manne gegenüber nicht das Ausschlußverfahren nach verfahren werden müsse. Da genügen aus der Partei angebracht sei. nicht gelegentliche Hinweise auf die schlechter werdenden Kassenverhältnisse, sondern dann sei es Pflicht der verwaltenden Körperschaft, mit bestimmten Unterlagen vor die Genossen zu treten und mit Vorschlägen zu kommen. Da bedurfte es um so dringlicher einer eingehenden Revision des Voranschlags, nicht aber, daß man 25 000 Wt. zwei Tage vor dem Jahresabschluß der Kasse entnimmt und sie der Zentralkasse zuführt, die keinen Anspruch darauf hatte. Niemand habe die Absicht, dem früheren Geschäftsführenden Ausschuß unter allen Umständen etwas am Zeuge zu flicken, aber nach den niedrigen Angriffen auf den Zentralvorstand in dem bekannten Flugblatt war eine Abwehr geboten. Und die in der Abwehr festgestellten Tatsachen sind nicht aus der Welt zu schaffen. Im übrigen kann ein Voranschlag immer nur eine ungefähre Uebersicht über die finanzielle Verwaltung geben. Die in einem Voranschlag vorgesehenen Ausgaben basieren auf dem Eingang bestimmter Einnahmen. Bleiben lettere aus, so muß eine Revision der Ausgaben erfolgen, soll die ganze Verwaltung nicht der eines Bankrotteurs gleichkommen. Bezeichnend sei allerdings der Schluß der Erklärung über den Verbleib der vermißten Belege. Noch interessanter aber als diese Antwort ist ein Schreiben des Genossen Boeske auf die Aufforderung um Auskunft über den Verbleib der Belege. Genosse Boeste schreibt an den Vorsitzenden des Verbandes: Berlin, den 11. September 1916. An den Geschäftsführenden Ausschuß z. H. Herrn Adolf Hoffmann, Berlin SW. 68, Lindenstr. 3. Werte Genossen! Ich erhalte von Ihnen eine angeblich zweite Aufforderung, obgleich ich bisher noch keine erste erhalten habe. Ihre Frage, wo sich die Belege befinden, habe ich zu beantworten keinen Anlaß. Da ich sie eben deshalb an sicherer Stelle niedergelegt habe, weil nach Ihren bisherigen Machenschaften ich kein Vertrauen zu Ihnen hatte. Ich befürchtete und befürchte heute erst recht, daß Belege verschwinden oder durch andere ersetzt werden könnten. Entstehen aber über einzelne Buchungen Zweifel, so bin ich zu jeder Stunde bereit, vor vertrauens würdigen Genossen, z. B. den alten Revisoren, in Ihrer Gegenwart die Belege zur Einsichtnahme borzulegen. Mit Parteigruß! Emil Boeste. Die Mitglieder des Zentralvorstandes waren über dieses Antwortschreiben empört. Höher Die Belege seien Eigentum des Verbandes und gehören in das Bureau des Verbandes. Die Belege seien geprüft, der Kassierer entlastet. Damit sei für ihn die Sache erledigt. Bezahlte Rechnungen noch einmal zu bezahlen, sei nicht beabsichtigt. schloß der Zentralvorstand, auf Herausgabe der In seiner Sigung am 29. September beBücher und Belege die Klage anstrengen zu lassen. Es sei bedauerlich, daß der Verband zu einem solchen Schritt gezwungen werde, um zu feinem Eigentum zu kommen. Aus dem Parteileben Groß- Berlins. Verband der sozialdemokratischen Wahlvereine Berlins und Umgegend. Verbandsbureau Lindenstr. 3, 4. Hof, 3 Treppen. Die Bureauzeit ist vormittags von 9 bis 1 Uhr, nachmittags 4 bis 7 Uhr. Alle Zuschriften und Geldsendungen für den Verband sind nur an Richard Herbst, Lindenstraße 3, 4. Hof, 3 Treppen, zu adressieren. Aus der Preßkommission. Die Preßkommission hatte in ihrer Sigung am 17. August beschlossen, daß offizielle Bekanntmachungen der im Teltower Kreise gegründeten Sonderorganisation der Gruppe Thurow- Groger im Vorwärts" nicht mehr zu veröffentlichen sind. Inserate seien ebenso zu behandeln. Diesem Beschlusse hatte sich auch der Zentralvorstand von Groß- Berlin angeschlossen. Der Parteivorstand hat unterm 16. September an die Redaktion das Verlangen gerichtet, die in Frage kommenden Publikationen zu veröffentlichen, da im Organisationsstatut der Partei die Körperschaften genau bezeichnet seien, die über die Haltung des Zentralorgans zu entscheiden haben. Zu diesen Körperschaften gehört aber der Zentralvorstand von Groß- Berlin nicht. Der Parteivorstand ging bei der Abfassung seines Schreibens von der Annahme aus, daß lediglich der Zentralvorstand von Groß- Berlin den das Parteiblatt betreffenden Beschluß gefaßt habe. Das war ein Irrtum, weshalb die Redaktion antwortete, daß auch sie mit dem Parteivorstand der Meinung sei, daß alle den„ Vorwärts" betreffenden Angelegenheiten nur von den im Parteistatut vorgesehenen Körperschaften wema. Angerwis polter emporender vergewal ser gejagajrsfugrense 21 - 8 Für die Neunerkommission ist vom fünften vom Genossen Friedländer Vollmacht erhalten hat. Genosse Hanisch habe, wie im Zentralvorstand mitgeteilt wurde, Vollmacht nicht gehabt, habe aber an den Sizungen der Neunerfommission teilgenommen. Der vierte Kreis hat an Stelle von Böhm den Genossen Diederich bestimmt. Mitgeteilt wurde, daß der vom dritten Kreis an Stelle von Albold gewählte Genosse Börner zu den Sizungen der Neunerkommission noch immer nicht zugezogen wird, obwohl die Genossen die Mandatgeber seien. zu fassen seien und daß die Redaktion diesen Standpunkt schon immer vertreten habe. Im Kreis Genosse Dr. Weyl bestimmt worden, der vorliegenden Falle liege aber ein Beschluß der Preßkommission vor, der gefaßt worden sei in einer Sizung, zu der der Parteivorstand eingeladen gewesen sei. Die Preßkommission beschäftigte sich mit dieser Angelegenheit erneut in einer Sigung am 19. September in Gegenwart eines Vertreters des Parteivorstandes, der darauf hinwies, daß Beschlüsse über den Vorwärts" nach dem Statut gemeinsam gefaßt werden müßten, wenn sie Geltung haben sollten. Dem Parteivorstand sei nur zufällig der Beschluß der Preßkommission bekannt geworden; ein einseitiger Beschluß sei aber nicht maẞFirmenträger, Neunerkommission und Gegebend. Von der Preßkommission wurde dar- schäftsleitung der Vorwärtsdruckerei haben an gelegt, daß der Parteivorstand ordnungsgemäß die Mitglieder des Zentralvorstandes des Vergeladen gewesen sei, sogar durch eingeschriebenen bandes eine Denkschrift gerichtet, die sich mit der Brief. Sei er nicht erschienen, so sei das seine in der letzten Nummer des Mitteilungsblatts" Schuld. Von Vorstandsseite wurde dargelegt, mitgeteilten Niederlegung der Aemter des Ardaß es auch nicht böser Wille gewesen sei, wenn beiterausschusses und mit den für diesen Schritt von seiner Seite niemand anwesend war, son- angegebenen Gründen eingehend beschäftigt. dern Umstände, die in anderen Gründen zu Die Denkschrift geht im einzelnen die erhobenen suchen seien. Die Breßkommission verwies in Vorwürfe durch, um festzustellen, daß sie unAnwesenheit des Parteivorstandes auf den Be- berechtigt erhoben worden seien und daß insschluß vom 17. August, den der Vorstand zur besondere ein Bruch der Arbeitsordnung, wie Kenntnis nehmen solle, wenn auch festgestellt behauptet, nicht vorliege. wurde, daß darüber Meinungsverschiedenheiten nicht bestehen, daß nach dem Organisationsstatut Parteivorstand und Preßkommission über den Vorwärts" gemeinsam zu entscheiden haben. Das hätte der Vorstand nur früher und selber beachten sollen. Dem Parteivorstand ist der Beschluß der Preßkommission noch besonders schriftlich übermittelt worden. Daraufhin hat der Parteivorstand in einer Sizung zu dem Beschluß der Preßkommission Stellung genommen und der Redaktion wie der Preßkommission mitgeteilt, daß er demselben nicht beitreten könne. Bei Differenzen zwischen Parteivorstand und Preßkommission hat nach dem Organisationsstatut die Kontrollkommission zu entscheiden mit der Maßgabe, daß jede dieser Körperschaften eine Stimme hat. Welchen Weg die Angelegenheit weiter nehmen wird, bleibt abzuwarten. Die Vorwärts"-Spedition in Steglit soll am 1. Januar als selbstständige Spedition aufgehoben werden, da sie dauernd sehr erhebliche Zuschüsse erfordert. Die Botenfrauen der Vorwärts"-Speditionen haben in Rücksicht auf die Teuerung eine Erhöhung des Botenlohnes verlangt. Geschäftsleitung und Breßkommission haben die Forderungen für berechtigt erachtet. Unter Hinweis auf die finanzielle Lage des Geschäfts ist nach Verhandlungen mit der zuständigen Organisation ein Uebereinkommen auf einer Basis getroffen worden, welches ein Entgegenkommen beider Teile in sich schließt. * Die Entschädigung der Stadtverordneten und Gemeindevertreter wurde in der Sizung des Zentralvorstandes vom 15. September verhandelt. Es wurde mitgeteilt, daß die Fraktion der Berliner Stadtverordneten auf Entschädigung verzichtet habe. Gewünscht wurde nur die Erstattung einiger kleiner unbedingt notwendiger Ausgaben. Beschlossen wurde, den früheren Zustand wieder herzustellen, nach dem die Kreise diese Kosten selber übernehmen. Soweit die Berliner Fraktion bestimmte allgemeine Unkosten habe, sollten die Berliner Kreise der Fraktion einen Betrag überweisen. Die Verbandsfasse müsse entlastet werden. In den Vorortkreisen solle erneut darauf gedrungen werden, daß die kleineren Gemeinden ihre Sizungen in die Abendstunden verlegen, um den Arbeitervertretern die Teilnahme ohne großen Verlust an Zeit und Geld zu ermöglichen. Wo in solchen Fällen eine Entschädigung sich notwendig mache, sei es Sache der Kreiskasse, nach Möglichkeit abzuhelfen. Wie die Internationale Korrespondenz" über interne Parteivorgänge berichtet, davon zeugt folgende von ihr verbreitete Notiz: „ Der Adolf- Hoffmann- Zentralvorstand von Groß- Berlin hat dem Bezirksjugendsekretär Weimann seine Stellung gekündigt und diese Maßnahme mit finanziellen Rücksichten begründet. Bekanntlich ist die Parteispaltung auch in die Jugendbewegung hineingetragen worden. Weimann hat sich diesem Beginnen, Man merkt die Absicht und man wird nicht verstimmt! -9das zur Entstehung der JugendbildungsAusschuß der Gemeindevertreter. vereine" führte, widerseßt; er ist dabei auch mit Auf Antrag der Neuköllner Genossen im Frau Wurm, die auf der Seite der Jugend- Stadtparlament beschäftigte sich der Ausschuß bildungsvereine" steht, in Konflikt geraten. An in einer Sizung am 8. September mit dem der Parteipolemik zwischen Mehrheit und Oppo- Erwerb städtischer Elektrizitätswerke durch sition hat sich Weimann nicht beteiligt. Seine Monopolgesellschaften, wie das jetzt in der ProAnstellung war vor mehreren Jahren, also noch vinz Brandenburg der Fall ist. Das Elektrizibom Eugen- Ernst- Vorstand, erfolgt." tätswerk der Gemeinde Weißensee ist bereits den Märkischen Elektrizitätswerken verkauft worden, die mit der Provinz in engem Konner stehen. Andere städtische Werke sollen von dem selben gemischt- wirtschaftlichen Unternehmen den Gemeinden entzogen werden. Der Ausschuß stellte sich auf den Standpunkt, daß es Pflicht der sozialdemokratischen Gemeindevertreter sei, allen Versuchen einer Veräußerung städtischer Werke entgegenzutreten und das Recht der Selbstverwaltung, das durch den Druck der höheren Verwaltungsbehörde in Gefahr sei, zu wahren. Das Verhalten der Gemeindevertreter von Weißensee, die dem Verkauf des GemeindeGroß- Berlin auf der Reichskonferenz. Auf der Reichskonferenz, die am 21., 22. und 23. September im Reichstagsgebäude tagte, waren die Genossen Groß- Berlins wie folgt vertreten: 1. Kreis: Petermann. 1234 2. Jacubowski. " 3. Braun. " 1 4. " 1 5. 6. 17 " 1 Paul Hoffmann, Adolf Hoffmann, werkes an die Märkischen Elektrizitätswerke zuFrau Wengels. Vollmershaus. Leid, Walcher, Laukant. Niederbarnim: Witke, Jünemann. Teltow- Beeskow: Frasset, Frau Dunder, Zirkel. Um eine längere zeitraubende Auseinander setzung auf der Reichskonferenz zu vermeiden, war auch die Sonderorganisation in TeltowBeeskow durch Groger, Pagels und Frau Ryneck vertreten. Da der Vertreter Groß- Berlins im Parteiausschuß in seiner Eigenschaft als Abgeordneter an der Reichskonferenz teilnimmt und die gewählte Vertreterin Genossin Luxemburg ihr Amt nicht ausüben konnte, wurde Genossin Wurm als Vertreterin bestimmt. stimmten, wurde nicht gebilligt. Die Arbeiter- Samariterkolonne macht auf ihre Nurse erneut aufmerksam, die am 2. Oftober im Vereinshaus, Köpenicker Straße 62, begonnen haben und deren Teilnahme im Interesse der Allgemeinheit nur empfohlen werden kann. Vergeht die Bildungsarbeit nicht! Zur Beachtung der Zahlabendleiter und Leseabendleiterinnen. Die Lahmlegung unseres Organisationslebens durch den Belagerungszustand und die finanziellen Schwierigkeiten der Kreise bringen es mit sich, daß der Bildungsarbeit nicht die BeGroß- Berliner Mitteilungen" betitelt sich tätigungsmöglichkeit gegeben werden kann, wie ein im September herausgekommenes zwei- sie es unsere Bewegung verdient. Im dritten seitiges Druckerzeugnis, das von Emil Boeske Kriegswinter werden die Wahlkreisorganisaals verantwortlichen Redakteur und Verleger tionen weniger denn je in der Lage sein, aus sich gezeichnet ist. Die geistigen Urheber dieses jeden- selbst heraus Bildungsveranstaltungen, Kurse, falls im Interesse der Organisation" heraus- Vorträge usw. durchzuführen. Dabei ist gerade gekommenen Machwerks sind leicht zu erraten. in dieser Zeit, in der die Geister durch die geEine Notiz ist betitelt:„ Die leeren Kassen des waltigen Tagesereignisse erregt und die AnZentralvorstandes"; sie enthält die an anderer schauungen unserer Parteigenossen durch bürgerStelle des Mitteilungsblatts" zum Teil wieder- liche Gedankengänge oder durch die Lehren der gegebene Antwort des früheren Geschäftsführenden Ausschusses auf die Abwehr des Zentralvorstandes. Die übrigen Notizen atmen den Geist der Mehrheitspolitik, wie er leider im lezten Jahre in bedauerlicher Weise zum Schaden unserer Partei in bedenkliche Erscheinung getreten ist. Nicht um Fragen der Ueberzeugung handelt es sich hier, sondern um die Absicht, Andersdenkende herabzuseßen und das Parteileben zu vergiften. * großen Umlerner" in unserer Partei nur zu leicht beeinflußt werden, eine klare sozialistische Bildungsarbeit mehr denn je notwendig. Die einzige Stätte, an der das sozialistische Wissen noch gepflegt werden kann, ist in Groß- Berlin zurzeit die Arbeiter- Bildungsschule. Es ist daher notwendig, daß in den Zahl- und Leseabenden usw. die Genossen eindringlich auf die Lehrtätigkeit der Schule aufmerksam gemacht werden. Wenn auch der Lehrplan der Schule durch den Kriegszwang weniger ausgedehnt sein - 10 fann als in normalen Zeiten, so bietet er doch Gelegenheit genug, sich mit den Theorien unserer Bewegung und unserer Weltanschauung bekanntzumachen. Das ist vor allen Dingen sehr wichtig für die Jüngeren in unseren Reihen und auch für das weibliche Element, das jetzt in den Organisationen bedeutend überwiegt. In diesem Vierteljahr bringt die ArbeiterBildungsschule mehrere Kurse, die zu tieferem Verständnis der Arbeiterbewegung beitragen sollen. Jeder dieser Kurse umfaßt acht Abende und ist für den geringen Beitrag von 50 Pf. jedem zugängig. an diesen Abenden Uebungen im Musikhören veranstalten und seine Ausführungen durch Beispiele am Klavier, durch Gesang usw. erläutern. So versucht die Arbeiter- Bildungsschule auch unter den überaus schwierigen Verhältnissen des dritten Kriegswinters ihre Aufgabe zu erfüllen. Sache der Berliner Genossen und Genossinnen ist es, im eigenen Interesse das Bestreben ihres Bildungsinstituts durch zahlreichen Besuch zu unterſtützen. Jugendbewegung. Der erste Kursus soll eine Einführung in Ein neuer Kriegswinter steht uns bevor. die wissenschaftlichen Grundlagen der modernen Mehr und mehr haben sich die Reihen der erArbeiterbewegung bieten. Er wird die Entwicke- wachsenen Arbeiterschaft gelichtet, so daß die gelung des des kapitalistischen Wirtschaftssystems wohnte rege Organisations- und Bildungsarbeit schildern, die Rolle, die das Proletariat darin sich auf den täglich kleiner werdenden Kreis der spielt, die imperialistischen Tendenzen des mo- Zurückgebliebenen beschränken muß. Anders steht dernen Kapitalismus behandeln und dann im es mit der Arbeit unter der Jugend. Hier finden einzelnen auf den Sozialismus als das Ziel der sich obwohl auch hier dauernd Einberufungen Arbeiterbewegung eingehen. Dabei werden na- erfolgen immer noch alle Voraussetzungen türlich unsere Stampfmittel und unsere Aussicht für eine rege, erfolgverheißende Tätigkeit. Es im Kampf eingehend behandelt werden. Dieser gilt daher, alles aufzubieten, um die JugendKursus beginnt am Dienstag, den 17. Oktober. bewegung auch im kommenden Winter in vollem Vortragender ist Genosse Ernst Däumig. Maße aufrechtzuerhalten. Dazu bedarf es aber der Mitwirkung der erwachsenen Arbeiterschaft, der Mithilfe aller Parteigenossen und genossinnen. Der zweite Kursus wird die Geschichte der deutschen Sozialdemokratie vom Jahre 1890 bis zum Ausbruch des Weltkrieges behandeln. Zur Beurteilung der jetzt unser Parteileben aufwühlenden Streitfragen ist die Kenntnis gerade dieses Abschnittes unserer Parteigeschichte von großer Bedeutung. Dieser Kursus beginnt am Sonnabend, den 21. Oktober. Vortragender ist Genosse Eduard Bernstein. Auf dem Gebiete der Allgemeinbildung ist ein naturwissenschaftlicher Kursus vorgesehen, der das Leben der Tiere zum Gegenstand hat. Vortragende ist für diesen Kursus Genossin Käte Duncker. Der Beginn wird im Vorwärts" noch bekanntgegeben werden. " Außerdem sei noch an die Sonntagsveranstaltungen erinnert. Am 1. Oktober hat eine vier Abende umfassende Vortragsserie begonnen, in der Herr Dr. Bernouilli, Assistent an den Kgl. Museen, das Thema:„ Die Blütezeit der deutschen Kunst" behandelt. Diese Vorträge werden durch Lichtbilder erläutert und berücksichtigen vor allem die Kunstwerke des KaiserFriedrich- Museums. Auf die einzelnen Vorträge wird im Vorwärts" besonders hingewiesen. Eine zweite Vortragsserie fällt in das Gebiet der Literatur. Genosse Heinrich Ströbel wird an vier Abenden über das Thema:" Dichter des freien Menschentums" sprechen. Dabei werden folgende vier Dichter näher behandelt werden: Byron, Shelley, Konrad Ferdinand Meyer und Gottfried Keller. Weitere vier Abende im November und Dezember bringen einen Vortragszyklus aus dem Bereich der Musik. Genosse Leo Kestenberg wird Alle Arbeitereltern sollten es sich zur Pflicht machen, ihre schulentlassenen Söhne und Töchter der Jugendbewegung zuzuführen und für sie die ,, Arbeiter- Jugend", das berufene Organ für die Interessen aller jungen Arbeiter und Arbeiterinnen, zu abonnieren. Die freie Jugendbewegung hat sich auch in den Nöten der Kriegszeit als die Führerin und Beraterin der arbeitenden Jugend bewährt. Tausende von jungen Leuten wissen ihr Safür Dant. Sie gewährt allen Jugendlichen Rat und Freundschaft, wirtschaftlichen Schutz und Beistand bei etwaigen ungesetzlichen Uebergriffen der Meister und Unternehmer, Gelegenheit zur sportlichen Betätigung, zu frisch- fröhlichem Wandern; sie vermittelt ihnen reiche Anregung und Belehrung sowie freundschaftlichen Umgang mit gleichgesinnten Alterskameraden und Kameradinnen. Besonders zu empfehlen ist allen Jugendlichen der Besuch der Jugendheime. Hier finden sie willkommene Unterhaltung und Belehrung. Die Zahlabendleiter werden gebeten, alle Parteigenossen und Genossinnen, die schulentlassene Söhne und Töchter haben, auf die Jugendbewegung und Heime aufmerksam zu machen. Die letteren befinden sich: Berlin: N., Brunnenstr. 70, D., Große Frankfurter Str. 123. Adlershof: Bismarckstr. 31. Baumschulenweg: Ernststr. 24. Friedrichshagen: Scharnweberstr. 59, Hof pt. Johannisthal: Friedrichstr. 63. Köpenick: Grünauer Str. 7. Lichtenberg: Dossestr. 22. Oberschöneweide: Klarastr. 2. Pankow: Magimilianstr. 43a. Rosenthal: Fontänenstr. 10. Reinickendorf- Ost: Soppestr. 32. Reinickendorf- West: Wachholderstr. 44. Steglit: Kniephofstr. 59. - 11 Auskunft in allen Fragen, die die Jugendbewegung und den Jugendschutz betreffen, wird erteilt im Jugendsekretariat, Berlin SW. 68, Lindenstr. 3, 4. Hof, links 3 Tr.( Fernsprecher Moribplab 4740/41; Geschäftszeit 9-5, Mittwochs und Freitags 9-1 und 26-29 Uhr abends.) Tegel: Bahnhofstr. 15( im Hause des Tegeler Monatsbeiträge für September 1916 Konsumvereins). Tempelhof- Mariendorf: Kaiser- Wilhelm- Str. 76. Treptow: Graeßstr. 46. Weißensee: Gäblerstr. 46. 46.51 Wilmersdorf: Mannheimer Str. 51. 1. Streis 2. 3. " " 4. " 5. Die Heime sind mit wenigen Ausnahmen geöffnet: wochentags von 6-10 Uhr, Sonn- 6. " " tags von 4-10 Uhr abends. Ihre Besichtigung Teltow- Beeskow ist auch Erwachsenen gern gestattet. Niederbarnim Darum auf, Parteigenossen und Genoffinnen, unterstützt nach Kräften die freie Jugend- A. B. Mister bewegung! Zahlt gern und freudig Euer Scherflein für den Verein Arbeiter- Jugendheim, zur Aufrechterhaltung der Heime! . . 100, Diverse: 1, 5, . Kinderschuttommission: Dr. Landau, Wandliz Frauen- Lejeabend: Montag, den 23. Oktober. Nächster Zahlabend: Mittwoch, 8. November. ibis and Genoffen und Genoffinnen! FFF Haltet fest zu Eurer Organisation! Erfüllt gewissenhaft Eure Parteipflicht! 1900 Bewahrt die Treue Eurem Parteiblatt! unt Werft gelesene Nummern des Vorwärts b nicht fort! Sendet fie Parteifreunden ins Feld! Berantwortlicher Redakteur: Karl Leid; Verleger: Adolf Hoffmann; beide Berlin SW. 68, Lindenstr. 3. Drud: Borwärts Buchdruckerei und Berlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW. 68, Lindenstr. 3.