Nr. 66. Abonnements- Bedingungen: Abonnements Preis pränumerando: Bierteljährl. 3,30 M., monatt. 1,10., wöchentlich 28 Pfg. fret ins Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. SonntagsNummer mit illuftrirter Sonntagss Beilage ,, Die Neue Welt" 10 Pfg. BoftAbonnement: 3,30 Mart pro Quartal. Eingetragen in der Poft BeitungsPreisliste für 1898 unter Br. 7576. Unter Kreuzband für Deutschland und Defterreich Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 8 Mart pro Monat. F Erscheink täglich aufer Montags. 115. Jahrg. Vorwärts Berliner Volksblatt. Die Insertions- Gebühr beträgt für die fechsgespaltene Kolonel seile oder beren Raum 40 Pfg., für Vereins- und Versammlungs- Anzeigen, sowie Arbeitsmarkt 20 Pfg. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 4 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ift an Wochentagen bis 7 11hr abends, an Sonn- und Festtagen bis 8 Uhr vormittags geöffnet. Kernsprecher: Amt I, Mr. 1508. Telegramm breffe: Sozialdemokrat Berlin". Zentralorgan der sozialdemokratischen Partet Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2. Der Stumm- Poladowsky- Erla erfolgt. Sonnabend, den 19. März 1898. In der Einleitung zum Bericht für 1897 heißt es in bezug auf den Verkehr der Aufsichtsbeamten mit den Be. schwerdekommissionen: Die Gewerbe- Inspektion erblickt in der Pflege dieser Beziehungen eine wesents liche Förderung des Dienstes." " der und die bayerische Gewerbe- Aufficht. Wiederum ist von amtlicher Seite eine bedeutsame Absage Welchen Nugen diese Kommissionen außerdem noch haben, gegen die Zumuthungen des Posadowsky'schen Rundschreibens schildert im Bericht für 1897 der Beamte für Schwaben, Die Jahresberichte ber bayerischen indem er darauf hinweist, daß er in folge des Bestehens Fabrik und Gewerbe Inspettoren für 1897 dieser Rommissionen nun nicht nöthig hat, bei seinen Re( München, Verlag von Th. Adermann, 1898) bringen wiederholt und deutlich zum Ausdruck, daß sie in den pistonen stets in dirette Beziehungen mit den Arbeitern zu treten. Dies Arbeiterorganisationen feineswegs die Nichts erregt ohnehin den Argwohn als Streifvereine sehen, als welche sie der Stumm'sche Arbeitgeber und führt nicht selten zur Entlassung der Arbeiter." Vertrauensmann und jeßige Staatssekretär des Innern zu be zeichnen beliebte. Ebensowenig wissen die bayerischen Berichte von Ausschreitungen bei Streits zu erzählen, zu deren Verfolgung besondere Strafbestimmungen erlassen werden müßten. Dafür aber lo ben sie im strittesten Gegensatz zu den Anschauungen der meisten preußischen und aller sächsischen GewerbeAufsichtsbeamten die ersprießliche Wirksamkeit der von den Arbeiterorganisationen gewählten Beschwerdekommissionen, welche ihnen die Klagen der Arbeiter übermitteln, ohne die Klagenden namhaft zu machen. terrorisiren und verhindern wollen, mit dem AufsichtsDaß bayerische Unternehmer bie Arbeiter beamten in Verbindung zu treten, theilt der Bericht für Unterfranken ebenfalls mit. Ginigemal tam es vor, daß Arbeit gebern oder beren Ver tretern Belehrung dahingehend ertheilt werden mußte, daß der Aufsichtsbeamte nicht nur das Recht, sondern auch die Pflicht habe, mit den Arbeitern innerhalb der Betriebe ins Benehmen zu treten." Der Stumm'sche Arbeitertruh zeigte sich auch im Vers halten der Unternehmer gegen die Arbeiterausschüsse. Nur in etwa ein Fünftel der zugehörigen gewerblichen Anlagen sind Arbeiterausschüsse vorhanden, und auch dort nur meistens auf dem Papier, in den nur wenig oder gar nichts zu spüren. So heißt es im Bericht aus Schwaben: Diese Anschauungen der bayerischen Beamten zeigen ein größeres Maß von sozialem Verständniß und objektiver Ruhe als das ängstliche Hilferufen, das in Preußen und Sachsen zu einer geradezu krankhaften Erscheinung geworden ist. Infolge dessen haben auch die Arbeiter in Bayern weit Arbeitsordnungen; von ihrer Thätigkeit aber war mehr Vertrauen zu den Gewerbe- Aufsichtsbeamten wie in Preußen und Sachsen. Während in letzteren Ländern die Beamten meist die für sie eigentlich beschämende Meldung bringen müssen, daß der Verkehr mit den Arbeitern kein reger oder garnicht vorhanden gewesen sei, können die bayerischen Beamten sich mit Recht rühmen, daß sie über Mangel an Vertrauen seitens der Arbeiter nicht zu flagen hätten. Charakteristisch ist dabei: in dem einzigen Bezirk( Oberfranken), aus dem der Beamte melden muß, daß das Vertrauen der Arbeiter nur langsam, wenn auch stetig, zunimmt, berichtet er gleichzeitig, daß dort auch die Zahl der organisirten Arbeiter nur langsam zunahm. Und aus der Oberpfalz, wo auch nur ein verhältnißmäßig geringer Verkehr zwischen Aufsichtsbeamten und Arbeitern bestand, heißt es: " Hier ist man von seiten der Arbeiter dem Beispiele anderer Kreife in der Schaffung eines Arbeiterfekretariats oder besonderer Beschwerdekommissionen noch nicht gefolgt." Den Zusammenhang zwischen dieser Ursache und seiner Wirkung schilderte schon im Bericht für 1896 der Beamte für München, indem er schrieb: " Die Lösung der Frage, wie sich eine bessere Fühlung der Aufsichtsbeamten mit der Arbeiterschaft erdzielen läßt, ist in der Bildung von Bermittelungsorganen ( Kommissionen und dergl.) seitens der Arbeiter bezw. Arbeiter organisationen zu erblicken; diese Anschauung fonnte sich durch die bisherige Thätigkeit der beiden im Aufsichtsbezirke bestehenden sogenannten Beschwerdetommissionen nur befestigen und läßt die Weiterentwickelung derartiger Arbeitervertretungen wünschenwerth erscheinen." Bei den Todten im Friedrichshain. Achtzehnhundert vierzig und acht, Als im Lenze das Eis gekracht, Tage des Februar, Tage des Märzen, Waren es nicht Proletarierherzen, Die voll Hoffnung zuerst erwacht Achtzehnhundert vierzig und acht? Achtzehnhundert vierzig und acht, 2113 bu geruht von der nächtlichen Schlacht; Waren es nicht Proletarierleichen, Die du, Berlin, vor den zitternden, bleichen, Barbaupt grüßenden Bäfar gebracht Achtzehnhundert vierzig und acht? Die Arbeitgeber hegen ein gewiffes Mißtrauen gegen die Ausschüsse; sie sehen lettere als eine Organisation an, Die fie in ihrer freien Bewegung hindert und ihnen schließlich unbequem werden könnte. Und so tommt es, daß die wenigen bestehenden Arbeiterausschüsse eigentlich nur ein Scheindafein führen. Die gutereffen losigkeit der Arbeiter für diese Einrichtung ist unter diesen Umständen begreiflich, benn sie wiffen recht gut, daß der Ausschuß irgend welchen Einfluß zu ihren gunsten faum auszuüben vermag." Expedition: SW. 19, Beuth- Straße 3. beitermengen zu industrieller Thätigkeit zusammenströmen, entstehen Schwierigkeiten in der Lebensmittel- und Wohnungsbeschaffung. Um im Eriftengkampfe bestehen zu können, muß die Frau ihre Familienpflichten hintansehen und sich an der gewerbs lichen Arbeit betheiligen. Gegen die Gefährdung ihrer materiellen und geifigen Lebensbedingungen sehen wir erfolglos Stellung nehmen. Vor allem richtet sie ihre aber die Arbeiterschaft thatträftig und nicht Bemühungen auf vortheilhaftere Gestaltung des gewerblichen Arbeitsvertrages, wie überhaupt auf eine Besserung ihrer ökonomischen Verhältnisse. Von dem hier Erreichten aus fucht sie sich einen Antheil auch an den höheren geiftigen Kulturgütern zu sichern. Wo der Einzelne in diesem Kampfe sich zu schwach erweist, tritt die Arbeiter. toalition an dessen Stelle. Bie verhalten sich dieser Bewegung gegenüber die anderen Gesellschaft3tlassen? Drei Strömungen werden hier unterschieden werden müssen. Eine ablehnende, der die Forderungen des vierten Standes unberechtigt oder undurchführbar erscheinen; gleich giltige, die sich von der Arbeiterfrage nicht un mittelbar berührt fühlt; endlich eine dritte, die in Ers tenntniß der vorhandenen Uebelstände und Bedürfnisse bereit ist, zu gemeinsamer sozialer Reformation die Hand zu bieten. die dritte Dhne Zweifel ift Strömung zur Zeit bei uns die vorwiegende und für die Zukunft die am meisten in betracht tommende. Ein aufmerksamer Vergleich dieser nun faft zwei Jahrzehnte ums fassenden Berichte wird zu der Erkenntniß führen, wie immer weitere Gesellschaftskreise, nicht zum wenigsten die von der Bewegung in erster Linie berührten Arbeitgeber, in neuester Zeit allmälig auch die Kommunalverwaltungen, sich den Arbeiter bestrebungen sympathisch gegenüberstellen, weil sie in der Hebung des Arbeiterstandes ebenso sehr ein Gebot der Gerechtigkeit wie des allgemeinen tulturellen Fortschritts erblicken." dout fitodia sorenede a in Bayern stellen sich weder weitere Gesellschaftstreife noch Das Schlußurtheil Poellath's ist freilich allzu rosig; auch Kommunalverwaltungen" den Arbeiterbestrebungen sympa. thisch gegenüber. Sogar in angeblich freifinnig vers walteten Kommunen wie in Nürnberg hat dies der Magistrat wiederholt bewiesen, so in seinem Verhalten gegen das Nürn berger Arbeitersekretariat. Diese Stumm- Posadowsky'sche Furcht vor den Arbeiter organisationen wird von den Aufsichtsbeamten aber keineswegs getheilt. Im Gegentheil, diese weisen nachdrücklich darauf Aber die Aufsichtsbeamten, die nicht wie gewisse zum hin, wie wünschenswerth die Ausbreitung der Adel emporgehobene" Kommunalverwalter dem ArbeiterOrganisationen ist. In der Einleitung zum Bericht leben fremd gegenüberstehen, haben durch ihre praktischen schildert Gewerbe- Inspektor Karl Poellath in München Erfahrungen erkannt, wie nothwendig nicht nur in sachlicher Weise den Kampf der Arbeiter um ihren Lebens. im Interesse der Arbeiter, sondern in dem der Gesammtunterhalt und kommt dabei zu folgendem beachtenswerthem Er- heit, des Kulturfortschritts, die Arbeiter gebniß: organisationen sind. So schreibt der Beamte für B ,, Die Erfahrung hat auch gezeigt, daß die Einwirkungen der aus Gewerkschaften oder ähnlichen Ver einigungen hervorgegangenen Arbeiter Ver. treter auf die Arbeitermassen zur ruhigen und raschen Beilegung von Differenzen( Streits) im Interesse der Judustrie ausschlaggebenden Erfolg hatten." ridin Auf allen Lebensgebieten erblicken wir die Arbeiter- Unterfranken: tlaffe von der sozialen Entwidelung auf das tiefste berührt. Die mit den veränderten Produktionsansprüchen Hand in Hand gehenden Umwälzungen der Technik und der ges werblichen Betriebsformen haben die höchfte physische und geistige Ausnußung der menschlichen Arbeitsfraft im Gefolge. Die Lebensbedürfnisse und die Rosten des Lebensunterhaltes wachsen, aber die Lohnsteigerung hält mit ihnen nicht gleichen Schritt, und namentlich dort, wo größere Ar- Eingeständniß hingerissen: Wir stehen am Friedhof der Märzgefallenen jeden 18. März das Ziel ungezählter Proletarierscharen. Der 18. März ist gewiß ein Jubiläum erkämpfter Freiheiten, aber er ist, und besonders für das Proletariat, doch vor allem ein Erinnerungstag für die auf den Barrikaden Gefallenen. Und der Beamte für Mittelfranken wird zu dem Rußlands und Polens." Gewiß auch ein Zeichen der Zeit!- Zu erwähnen ist ein Kranz Den Kämpfern für Freiheit und Baterland. 15 Deutsche Burschenschafter" in schwarz- roth- gold.- Zwei Töchter eines Gefallenen hatten Kränze gebracht mit auf Papier geschriebenen Widmungen. Der Sohn des Mechanikers Siegerist, des Erbauers der großen Barrikade in der Breitenstraße, schreibt: die Mich ließ als Knabe einst im Friedrichshain Mein Vater einen Kranz an off'nen Gräbern weih'n. Aus Gräbern sprießt erst dann der Freiheit Saat, Wenn Kinderglauben reift zur Männerthat! " Zu erwähnen scheint uns ein Kranz der Eisenbahner", auch neue Fraktion der Linken der Berliner StadtverordnetenVersammlung hatte eine Widmung geschickt. Manche originelle Inschrift zog die Blicke auf sich, so auf einem Kranz der Zimmerer Nach 50 Jahren troh alledem Hut ab!" Von Widmungen feien noch die folgenden wiedergegeben: " -www Der Frühling kommt, der März fehrt wieder, Es schwillt das Herz nach kühner That. • Auch Euer Völkerfrühling naht! Getrost, Ihr lang gequälten Brüder, Ein grauer Himmel liegt über dem noch Taublofen Gezweig des Friedrichshains. Feiner Regen sprüht unaufhörlich herab in die farblose Landschaft. Die aufgeweichten Wege entlang schiebt sich zwischen Schugmannstetten hindurch eine ernste Menge, dem schmalen Eingange zu. Wir treten hinein und ein einziges glühendes Roth flammt uns entgegen. Alles und alles ist überdeckt mit Lorbeer und Palmen und blühenden Frühlingsblumen. Von den eingefunkenen Gräbern, von den verfallenen Kreuzen, von den moosbedeckten Steinen, aus den naffen Zweigen der Büsche grüßt uns die rothe Farbe der neuen Freiheitsfämpfer rührt uns in den aufgedruckten Sprüchen der Ja, es find Proletarierherzen gewesen, bie 1848 auf den Ausdruck treuer Dankbarkeit für die Gefallenen begeistert Barrikaden verbluteten, und es waren Proletarierleichen, die man und das immer wiederkehrende Versprechen, den Freiheitskampf der am Tage nach der Schlacht aus allen Gassen zur schauerlichen im März Gefallenen fortführen zu wollen, bis die Freiheit und die Zobtenparade in den Schloßhof trug. Gefallene Proletarier waren Gleichheit ganz erftritten find. es, für deren arme Hinterbliebene bie königlichen Schauspiele 1848 Wir können nicht daran denken, die unzähligen Kränze und Wohlthätigkeits- Borstellungen veranstalteten, gefallene Proletarier, Blumengewinde hier im einzelnen zu beschreiben oder auch nur zu deretwegen die bürgerlichen Herren und Damen Trauerkleidung an erwähnen. Selbstverständlich, daß alle Körperschaften unserer Partei legten, Proletarier, die am 22. März in unabsehbarem Zuge an dem durch Kränze und Widmungen vertreten waren, der Parteivorstand, die barhäuptig grüßenden Könige vorbei nach dem Friedrichshain Reichstags und die Stadtverordnetenfraftion, alle Berliner und viele aushinausgetragen wurden. Alle Behörden, alle Gewerke, die wärtige sozialdemokratische Wahlvereine, die Redaktionen der ParteiUniversität im Ornat, offizielle Vertretungen anderer preußischer zeitungen, die sozialdemokratischen Frauen u. s. w. Ferner hatten Städte, die gesammte Geistlichkeit Berlins geleiteten damals die ihre Gaben hinausgebracht eine Unzahl anderer Arbeitervereine, todten Proletarier zur letzten Ruhestatt.- Den Gefallenen verdankte Gewerkschaften und Personale einzelner Fabriken. man die neuen bürgerlichen Freiheiten und man hielt nicht zurück Eingestreut zwischen die dominirende rothe Farbe sah man, mit den Beweisen der Dankbarkeit. und diesmal häufiger als in früheren Jahren, auch schwarzDarüber sind fünfzig Jahre verflossen. Man spricht heute in roth- goldene, weiße oder schwarze Widmungen. Die letzteren den besseren bürgerlichen Streifen" nicht gern von den Todten des stammten von einigen anarchistischen Gruppen Berlins, die Friedrichshains. 1848 wurde der servile Oberbürgermeister Krausnick weißen von den Berliner freisinnigen Bezirks Vereinen, die nach dem Siege der Revolution einfach davongejagt,- heute, nach fünfzig Kränze mit schwarz roth goldenen Schleifen aus bürgerlich Widmung: Den Opfern eines Mißverständnisses." Jahren, steht ein zweiter Krausnick an der Spitze Berlins, der den demokratischen Kreisen. = Der Parteivorstand schreibt einfach:" Sie fielen, denn sie wollten Menschen sein!" Auf einem anderen Kranz lasen wir: Nur vorwärts Genossen, Die Reihen geschlossen Zum fraftvollen Streit. Und Friede erst werde, Wenn einst auf der Erde Herrscht Freiheit und Gleichheit und Brüderlichkeit! Von einigen an den Zweigen hängenden Kränzen waren die Schleifen zur Hälfte abgeriffen, ein Beichen, daß die polizeiliche Benfur thätig gewesen war. So ist z. B. als unstatthaft bezeichnet worden die Inschrift:„ Gewidmet den Barrikadenkämpfern von 1848 zur 50jährigen Wiederkehr der Revolutionsfeier", ferner die Als wir den Friedhof verließen, war die Menschenmenge noch ersten an Liebedienerei noch übertrifft. 1848 war es zeitgemäß, daß Von Widmungen aus dem Auslande ist uns aufgefallen ein gewachsen, und immer neue Schaaren flutheten vom Landsberger. der Polizeipräsident Herr v. Minutoli liberalisirte und Kommandant Kranz aus Süd- Afrika von den Arbeitervereinen der Städte und vom Königsthor her in den Friedrichshain hinein. Wir meinen, der Berliner Bürgerwehr wurde heute, da der fünfzigste Todestag Johannesburg und Prätoria, ein Kranz mit polnischer In- die Liebe und die Begeisterung, die sich hier zeigt, ist besser, als ein der Märzkämpfer gefeiert wird, steht die Polizei in dichten Ketten schrift und ein aus Rußland gesandter Kranz mit der In- widerwillig gegebenes Denkmal von Stein. Man lasse doch den am Friedhofseingang, um zu prüfen, ob die Widmungen der in schrift: Was Ihr für Euer Land errungen, geloben wir, gefallenen Proletariern des Friedrichshains ihren ephenübersponnenen, Dankbarkeit hinausgetragenen Kränze an Echwung und Begeisterung für das unferige noch zu erkämpfen. Die Vereine für verwilderten, proletarischen Friedhof. Daran erkennen wir ja um nicht mehr enthalten, als die königlich preußische Polizei zu gestatten die Befreiung der arbeitenden Klasse in Petersburg, Moskau, so deutlicher, daß es unsere Todten sind, die hier ruben, und für gut findet. Das ist der Fortschritt eines halben Jahrhunderts! Kiew, Jekaterinoslaw, sowie der Allgemeine jüdische Arbeiterbund daß wir ihr Erbe verwalten. M. Pi. ausammen." " Eigentlich ist die geringe Bahl der Ausstände nichts anders. Trotzdem seine Parteifreunde während der Wie viele Abgeordnete der Partei im Reichstage ebenso denten, auffallend, sie hängt zum theil mit der guten konservativen Reden wiederholt bei den alberusten Behaup- wird sich nächste Woche zeigen. Disziplin in den Reihen der organisirten Artungen fleißig Bravo geklatscht hatten, mußte jetzt ihr Führer Französische Forderungen in China. Seit langem wurde beiter, deren Leiter keinen Ausstand wünschen, zugeben, daß, theoretisch genommen, die Revolution von 1848 erwartet, daß auch die französische Regierung mit Forderungen an Also das ganze Gegentheil von dem, was die Stumm die Grundlage des politischen Fortschrittes war. Im zweiten die chinesische Regierung herantreten werde, um sich für die Be Posadowsky von den Arbeiterorganisationen fürchten! Diese Theil seiner Rede suchte er allerdings den Eindruck dieses Bewilligungen" an Deutschland, Rußland, England auch seinerseits schablos zu halten. Allerlei Vermuthungen wurden ausgesprochen, find erstens teine Streitbegvereine, zweitens halten kenntnisses sehr abzuschwächen. sie die Ordnung bei Streitigkeiten aufrecht. Der Präsident versuchte vergeblich, die Debatte zu dem besonders wurde vermuthet, Frankreich habe es auf die Infel Hainan Ueberschreitungen des Koalitionsrechtes Gegenstand zurückzuführen, aber die nächsten Redner tamen immer abgefehen; dann hieß es, Frankreich fordere Laitschau auf der Halbinfel gegenüber von Hainan. Jezt werden neue Nachrichten über und infolge deffen strafrechtliche Verfolgungen werden nur aus wieder auf das alte Thema zurück. So konnte denn auch noch der Anti- noch bedeutend weiter gehende Forderungen durch das„ Reuter Oberbayern gemeldet; aber der Aufsichtsbeamte hebt ausdrück- semit Liebermann v. Sonnenberg feine Entdeckung vortragen, daß Bureau" verbreitet. Die Nachrichten weichen allerdings untereinander ' lich hervor, daß mit außerordentlicher Erbitte, eigentlich die Juden trotz ihrer ausgesprochenen Feigheit die ab. Zuerst meldete" Reuter" aus Beting: Revolution gemacht haben. Er hatte sogar die Namen bei" Frankreich verlangt, China solle keinen Theil der 4 Provinzen tung" auch auf Seiten der Arbeitgeber gekämpft der Hand, aber die ganze Liste ließ ihn der Präsident nicht Awanglung, Kwangſt, Hännan und Kweitſchau abtreten. Weitere bahnen im Süden, Uebergang des Schienenweges in die Provinz Das„ Streitposten stehen" als groben Unfug" ablesen. Nachdem dann Bebel auf die vielen Angriffe erwidert Forderungen Frankreichs beziehen fich auf Berlängerung der Eisenzu bestrafen, wurde auch den Gerichten in München zu- hatte und eine Reihe persönlicher Bemerkungen vorgetragen Dünnan hinein, Errichtung einer Kohlenstation in Baitschau auf der gemuthet; die Gerichte schlossen sich jedoch der bei mehreren waren, gelangte man endlich zur Abstimmung über den§ 172, Halbinsel Henchan." preußischen Gerichten durchgedrungenen Auffassung der nach den Beschlüssen der Rommission angenommen wurde. Eine weitere Meldung besagt:„ Die Franzosen find in Unters Dagegen meldet der Beamte aus Schwaben, daß bei einem nahme. Bei§ 179a war von unserer Partei der Antrag ge- daß sie Bugeständnisse in Hainan und in den Provinzen Kwangfi Ausstande das Verhalten der Arbeiter während stellt, daß das Zeugnißzwangsverfahren gegenüber den Redat- und Kwangtung verlangt haben, man weiß aber nicht, ob sich ihre des Streits und nach demselben ein torrettes war, teuren nicht in Anwendung gebracht werden dürfe. Trotz ein- Forderungen auf eine Gebietsverpachtung in dieser Gegend beziehen Ferner melden noch die„ Times", Frankreich verlange, daß der verlegungen nicht vorkamen, obwohl der Fabritant sein die große Majorität des Reichstags ihn ab. Den§ 181 be- Direktor des chinesischen Post wesen 3 ein Franzose sein solle. Ruheftörungen, Arbeitsabhaltungen oder sonstige Gesetzes gehender Begründung seitens des Abg. Wurm( Soz.) lehnte oder auf die Ausdehnung der Minen- und Eisenbahn- Konzessionen." gegebenes Wort brach und den Vertrag flagrant" antragte Genoffe Stolle namens unserer Fraktion zu leber die Art der Aufnahme aller biefer Forderungen feitens der streichen, da derselbe die äußerst reaktionäre Bewiderstandsunfähigen chinesischen Regierung verlautet noch nichts der Militärpersonen auch nach gewisser den Konflitt in Korea hat die ruffifche So beweisen die Berichte der bayerischen Gewerbe- Aufsichts- ftimmung enthielt, nach der Militärpersonen auch nach gewiffes. beamten wie die der neulich besprochenen badischen, daß im beendeter Dienstzeit in militärischen Angelegenheiten als Zeugen Süden Deutschlands eine vernünftigere und augstfreiere Auf- nur mit Zustimmung der vorgesezten Behörde vernommen Regierung jezt ein Communiqué im Regierungsboten" veröffetfaffung über Arbeiterorganisationen und Streits herrscht, als werden dürfen. Auch dieser Antrag wurde abgelehnt. Bei licht. Es wird der Hergang der letzten Ereigniffe in Söul ge= in den nervösen Kreisen Preußens, welche hinter jedem Streit 231 trat die Bertagung ein. Morgen wird die Berathung schildert und zwar so, wie dieselben bereits bekannt waren. Diese wie einst der Buttkamer ausnahmegesetzlichen Angedenkens über dieses Gesetz fortgesetzt. Außerdem steht die Dampfer- Schilderung schließt damit ab, daß die koreanische Regierung der „ die Hydra der Revolution" lauern sehen. Das Bertrauen Subventions- Borlage auf der Tagesordnung. zu der moralischen Führung Preußens in Deutschland" wird durch das Berliner Angstgeschrei nicht gerade gestärkt werden. prinzipiell nicht an." verlegte. Politische Neberlicht. Berlin, 18. März. Auch der Reichstag stand heute unter dem Eindruck des historisch so bedeutsamen 18. März. Fast die ganze Debatte, die in höchster Erregung verlief, drehte sich um die Urheber, die Bedeutung und die Folgen der Thaten des heutigen Gedenktages. Bebel's Verdienst bleibt es, daß der deutsche Reichstag den ersten Tag preußischer Freiheit nicht unbeachtet ließ. Wit Entschiedenheit und äußerster Schärfe wandte sich Bebel gegen die Verunglimpfung der Freiheitshelden durch die Junkerfippe. Mit rechtem Wort, voller Wirkung gesprochen, in fichtlicher Erregung vertheidigte er die Ehre der Freiheitshelden. Soweit das deutsche Volk sich noch Sinn für Freiheit und selbstloses Handeln bewahrt hat, werden Bebel's Worte einen tiefen und nachhaltigen Eindruck zurücklassen. vor das Eine Anzahl Baragraphen gelangten dann schnell zur An- handlungen über Konzessionen im Süde eingetreten. " -PA Es heißt, militärischen und finanziellen Unterstügung" Rußlands nicht mehr zu bedürfen erklärt habe. Darauf heißt es weiter: -G Deutsches Reich. ift er in Borsigwert ausgebrochen. 花 Die Märzfeier herabzuwürdigen bemüht sich die" Angesichts dieser Nachrichten beauftragte die kaiserliche Res gierung ihren Vertreter in Soul, dem Kaiser Korea's und seinen Nationallib. Korresp." Sie leistet sich folgenden Erguß: Wer nach der Lektüre der heute herausgegebenen Nummer Ministern zu erklären, wenn ihrer Meinung nach Korea gegendes fozialdemokratischen Zentralorgans noch daran zweifeln fonnte, wärtig feiner fremden Hilfe mehr bedürfe und fähig sei, aus eigener den hat der Verlauf der heutigen Sigung des Reichstags darüber Kraft die Unabhängigkeit feiner inneren Verwaltung zu wahren, belehrt, daß die von der sozialdemokratischen Führung inszenirte so werde Rußland nicht säumen, die Abberufung des Gedächtnißfeier der 1848 er Märztage einfchließlich der Rückkehr russischen Finanzbeiraths anzuordnen. Was die russischen des Soldaten der Revolution", des Abg. Liebknecht, aus seiner Militärpersonen betrifft, so würden diefelben nach dem Austritt Gefängnißhaft in den Reichstag, zu seinem mit rothen Rosen und aus der koreanischen Armee, angesichts der noch ungeklärten Lage rother Schleife demonstrativ geschmückten Sitz ein vorher bis in der Dinge in Korea, zeitweilig zur Verfügung der russischen Mission bie kleinsten Wirkungen sorgfältig vorbereitetes Theaterstück war. bleiben. Nicht mehr durch die Verantwortlichkeit gebunden, welche Es konnte auch nicht anders sein, denn die Zeit, die sich damals die Anwesenheit russischer Justrukteure und des Finanzbeiraths in vorbereitete, war von den Gedanken nicht beherrscht, welche diesem Lande für Rußland mit sich brachte, kann Rußland sich nun die fozial revolutionäre Weltanschauung beseelen: und es ist mehr jeglicher aktiven Theilnahme an den Angelegenheiten Korea's geradezu eine Bergewaltigung geschichtlicher Thatsachen, die in der Hoffnung enthalten, daß der dank der Unterstügung Rußlands Märztage als Ausdruck des Programms zu betrachten, gefräftigte junge Staat fähig sein wird, selbständig feine innere die Hoffnungen der Herren Bebel, Liebknecht und Ordnung sowie auch seine völlige Unabhängigkeit zu wahren. AndernGenossen trägt. Aus diesem Grunde mußte Rabulistit, Eifer falls wird die kaiserliche Regierung Maßregeln treffen zum Schuße und Lärm ersetzen, was an fachlicher Unterlage fehlte. Und dem der Interessen und Rechte Rußlands als einer Korea benachbarten gemäß wird auch die Wirkung sein. Der sichere Instinkt des Großmacht." Boltes wird richtig erkennen, daß es der Sozialdemokratie lediglich darauf ankam, mit diesem Coup eine sichtlich verlöschende at sp Agitation neu zu entflammen und die so lange mit leeren Die Debatte begann mit einer Rede Bebe l'3 zu Hoffnungen hingehaltene, zweifelhaft und gleichgiltig gewordene Weitgehende Beschäftigung weiblicher - natürlich blos aus Ersparuiß§ 172, deffen Berathung gestern unterbrochen wurde. Der bisherige Gefolgschaft aufs neue an sich fetten. Wir begrüßen Silfsbeamten wird Baragraph gestattet für Offiziere bei gewissen Vergehen die es, daß diese Absicht so offen zu tage trat: einmal erkannt ist gründen seitens der Reich 3- Postverwaltung geplant. Ausnahme, daß sie zur Feststellung ihrer Persönlichkeit nicht fie vereitelt." - Gin antisemitisches Geschäft che. Die Antivon jedermann verhaftet werden können. Bebel hatte u. a. Wir begreifen den Merger des nationalliberalen Organs femiten von der Richtung des Herrn v. Mosch hatten im Kreise Bomft einen antisemitisch- deutschen Bauernbund gebildet, der von in seiner Rede hervorgehoben, wie überaus traurig es über den Verlauf des Märzjubiläums. eigentlich sei, daß man heute um Forderungen im Erinnert dies Jubiläum doch gerade die Nationalliberalen ihrer Wollstein'schen Bentrale geleitet wurde. Diese Organisation ist, Barlament lauge Debatten führen müsse, für die bie eindringlich an den Berfall ihrer einstigen Herrlichkeit und an nach der Posener 8tg.", jetzt vom Bund der Landwirthe über vor fünfzig Jahren das liberale Bürgerthum mit Be das Uebermaß ihrer heutigen politischen Verkommniß. Es ist nommen worden gegen eine Abfindungssumme. Kiel, 17. März.( Eig. Ber.) Gemaßregelter Ge. geisterung eingetreten sei. Das Eintreten für solche Standes- schmerzlich zu sehen, wie die Ideale, für die man einft selbst meindevorsteher. Der Regierungsaffeffor Beller, als Stell vorrechte zeige, daß das Bürgerthum seine politischen gestritten hat, heute von anderen, von den Gegnern hoch ge- vertreter des Landraths des Apenrader Kreises im nördlichen Ideale aufgegeben habe. Der Kriegsminister setzte hier halten werden. Schleswig, hat dem Gemeindevorsteher Petersen in Hübel mitgetheilt, übereilig ein und erklärte, daß die Episode Die Natlib. Korresp." redet von Bergewaltigung geschicht daß er sofort sein Amt niederlegen bezw. seine Entlassung bean50 Jahren eine der traurigsten unserer Geschichte sei. Damit licher Thatsachen und meint, der 18. März 1848 babe nichts tragen müffe. Der Grund dieser Maßregelung ist in dem Umstand zu suchen, war ein weiterer Anstoß zu der großen Redeschlacht gegeben. mit den Hoffnungen der Bebel, Liebknecht und Genossen zu Herr v. Butttamer- Plauth Framte nun gleichfals seine thun gehabt. Wozu dies thörichte Gerede? Wer hat je be- daß Petersen gelegentlich einer Wahlmännerwahl zum Kreistage Geschichtskenntniß aus, indem er die bekannte Lüge zum besten hauptet, daß die März- Erhebung eine proletarische, eine dem dänischen Kandidaten feine Stimme gab. Dieses Verbrechen gab, daß an der Revolution eigentlich nur Gesindel, Polen und sozialistische Bewegung gewesen sei? Aber gerade darin be- ist jetzt zur Kenntniß der Behörde gekommen und mußte natürlich Franzosen wie er sich nach berühmten Mustern ausdrückte steht ja der Schimpf des Nationalliberalismus, daß er das gerochen werden. And Oberschlesien.( Eig. Ber.) Der Typ hus ftirbt leider theilgenommen hätten. In satirisch scharfer Weise fertigte Andenken der bürgerlichen Revolution nicht mehr nicht aus, bald ba, balb bort tritt er auf, glücklicherweise allerdings Munde I am Єchluß seiner Rede die reaktionäre Geschichts- ehren mag, daß er sich schen und vorsichtig an dieser Wärz nirgends mehr so start als im vorigen Sommer in Beuthen. Jetzt legende ab, es fehlte ihm auch nicht an warm empfundenen Feier vorbeidrückt. Worten für die Männer, die vor 50 Jahren die politische Und nun redet das Partei- Organ der Nationalliberalen gar Entwickelung mit Einsatz ihres Lebens gefördert haben. Der vom ficheren Justinkt des Volkes", von der zweifelhaft und Antisemit Förster, der mit einigen ungehörigen Bemerkungen gleichgiltig gewordenen bisherigen Gefolgschaft" der Sozialbemo über die Debatte seine Ausführungen begann, gehört nicht zu fratie. Eine Partei, welche die Fühlung mit dem Volte längst vers den Leuten, deren pathetisch vorgetragene Reden man loren, will von sicheren Instinkten des Volkes" sprechen; das Und nur die kurzen Monate bis im Reichstag allzu hoch einschätzt. Abg. v. Langen, der nach fann nur fomisch wirken. ihm zu Worte kam, vertrat natürlich vollständig den Stand zur Wahl mag sich die Nationallib. Korresp." gedulden, da punkt des Herrn v. Buttkamer und ereiferte sich überflüffiger wird es ihr schrecklich aufgehen, wessen Gefolgschaft ,, zweifelAnd Meiningen, 17. März.( Eig. Ber.) Der Meininger Lands weise über die Herabsehung des Offizierstandes von der linken haft und gleichgiltig" ist. tag, dessen reaktionäre Mehrheit bei Beginn der Tagung Mitte. Seite ein Vergehen, das übrigens keiner der Redner bes Die Zentrumspreffe ift eifrig darau, den Berrath ihrer Februar unsere vier Parteigen offen deswegen von der Betheiligung gangen hatte. Partei in der Flottenfrage sei es zu vertuschen, sei es an den Kommissionen ausschloß, weil diese nicht den offiziellen Kirch Freund Stumm war schon während der Rede des Ab gar, das große Verdienst zu preifen. Die Germania", welche gang vor Eröffnung des Landtages mitgemacht hatten, ist legten geordneten Munckel zum Präsidenten gegangen, um in möglichst in früheren Jahren stets gegen derartige Schiffsforderungen, Sonnabend geschlossen worden. Und wie die erste, so beging auch auffälliger Weise sich das Wort zu erbitten. Alles hörte ge- wie sie jest bewilligt werden, scharf protestirte, welche vor die letzte Sigung eine Bergewaltigung der sozialdemokratischen spannt den Zornesausbruch des obersten der Scharfmacher furzem noch die Regierungsvorlage als ganz unannehmbar Minorität. Unsere Genoffen hatten nämlich beantragt, daß bie an. Lange hielt sich der Nebner nicht auf, es mag mur er ansah, welche gegen die Bindung des Etatsrechts und die Finanzkommission, welche an dem neuen Staats- Beamtenbesoldungswähnt sein, daß er für die Revolution ein Gefühl der durch die Kosten der Vorlage entstehende neue Belastung des gesch volle 3 Wochen berathen hatte, ihren Bericht an den Landtag schriftlich geben solle. Dies entsprach nicht dem Willen der zum theil tiefften Echam empfinde. Unter großer Heiterfeit hat Boltes die größten Bedenken hatte, sie ist im gleichen aus höheren Staatsbeamten bestehenden Landtagsmajorität und so ihm Munckel später geantwortet, daß er ihu in diesen Tempo mit den Parteiführern in der Kommission von ließ diese den Antrag glatt durchfallen. Unsere Genoffen verließen hierauf Gefühlserregungen nicht stören möchte, da sie sehr selten bei ihm Woche in Woche mehr die Flottenfreundlichkeit die Sigung, da sie es nicht verantworten an tönnen vermeinten, daß vorkommen. Nach Bech, der entschieden die Beschuldigungen hineingerathen und jetzt ist sie völlig zur Lobpreiserin des diese den Staat um jährlich 172 000 m. mehr belaftende Vorlage in wenigen Stunden durchgepeitscht werde von demselben Landtage, der gegen das liberale Bürgerthum von 1848 zurückwies, erhielt Tirpitz- Gesetzes geworden. Bebel nochmals das Wort. In meisterhafter Rede ging er Die mehr links stehende Köln. Voltsztg." fühlt sich wohl gegen die nur zu berechtigten Klagen der armen Holzschnitzer und Sie Schieferbruch- Arbeiter des Waldes taub war. den Geschichtsverdrehungen, wie sie von tonservativer Seite durch den Gang der Dinge einigermaßen bedrückt. vorgetragen wurden, zu Leibe. In großer Erregung standen schließt ihre sehr gewundenen Betrachtungen über die Kont- Kaminier der Abgeordneten bei der Berathung ber er faffungs. Stuttgart, 18. März. Nach zweitägiger Debatte hat die zahlreiche Abgeordnete um Bebel herum, die Aufregung missionsbeschlüsse folgendermaßen: übertrug fich auf die Zuhörer auf der Tribüne, die mit gespannter Der Abgeordnete Sieber hat die Erklärungen der verbündeten proportionalwahlen zum Ersatze der aus der zweiten Revision den Regierungsantrag auf Einführung von Aufmerksamkeit zuhörten, und am Bundesrathstische verRegierungen in der Kommission als Grundlage der ferneren Rammer ausscheidenden Privilegirten mit 54 gegen 29 Stimmen an Verhandlungen" bezeichnet. Wir tönnen nur wünschen, daß sie folgten die zahlreichen Kommissare, der Kriegsminister und der Reichskanzler die ihnen gewiß nicht gerade sehr angenehme lediglich als solche betrachtet werden und daß man auch bezüglich genommen, also nicht mit der erforderlichen Zwei. drittel Mehrheit. der direkten Steuern eine bessere, mit dem Gesetz in ZusammenDebatte, in der die Träger der Krone zur Zeit jener Geschichtshang stehende Rautel verlange. Ein Mehreres wäre es schon, Straßburg i. E., 17. März.( Eig. Bericht.) Die Reichstags. periode in einem anderen Licht erschienen, als sie feile Ge- wenn die verbündeten Regierungen bestimmt erklärten, feinerlei debatten über das elsaß lothringische Dittaturregiment führten au schichtsschreiber zu schildern beliebt haben. Mit stürmischem Belastung der schwächeren Schultern zustimmen zu wollen." einem kleinen Nachspiel im Landesausschusse. Der Lothringische Beifall wurde unser Redner wiederholt von der ganzen Linken Das ist so flau wie möglich, geschweige denn, daß das Deputirte Ditsch wendete sich mit scharfen Worten gegen die Art und unterbrochen, zweimal ertheilte ihm der Präsident einen Blatt nur irgendwie einen fräftigen Ton gegen die verderbliche Weise, wie der Ober- Regierungsrath Halley, der Bevollmächtigte Elsaß- Lothringens beim Bundesrath, die Ausführungen der reichsländis Ordnungsruf, aber die Abrechnung war in der Form noth- Politik des Herrn Lieber fände. Auf der Linken der Zentrums- fchen Abgeordneten über die Wirkungen des Tittaturparagraphen im wendig. Die schweren Angriffe gegen ehrenwerthe Männer, wie partei hat man wohl ein banges Gefühl, daß die Ein Reichstag bekämpft und die gegenwärtigen innerpolitischen Zustände sie von den Rednern der Rechten ausgingen, mußten auch mit gleicher schwenkung in das Regierungslager böje Folgen für die Elsaß- Lothringens vertheidigt hat. Wir haben hier und im ReichsMünze heimgezahlt werden. Die Rede brachte den Herrn v. Butt- Partei bringen werde, oder man glaubt die Einigkeit der tag, so führte Ditsch aus, durch unsere Vertreter den Wunsch austamer und den Chefredakteur der Kreuz- 8tg.", Dr. Kro Partei nur so bewahren zu können, und um dieser Einigkeit gesprochen, der Diktaturparagraph möge aufgehoben werden. Wer patscheck, auf die Tribüne gebracht. Der letztere kam dabei willen scheut man vor keiner Preisgabe bisheriger Grundsätze kommt nuil, der den Paragraph vertheidigt? Der Herr Gebeime in solche Aufregung, daß man von ihm weiter nichts vernahm, zurück. Allerdings, die Täuschung wird den Herren nicht ers Oberregierungsrath Halley, dem wir jährlich 20 000 m. zahlen. einige zusammengestottertel Kraftausdrücke gegen die spart bleiben, denn den Wählern steht die Wahrung ihrer Diese Haltung ist zum mindesten tattlos. Für eine solche Arbeit brauchen wir keinen Vertreter beim Bundesrath. Herr Halley ist Bebel'sche Rede. Ueberzeugungen und ihrer Interessen höher, als Partei- ein Strohmann, er sitzt am Kahentischchen( Heiterkeit) und da soll Bebel's Ausführungen hatten auch den Führer der National- rücksichten. er auch bleiben." Daß Herr Staatssekretär v. Puttkamer, liberalen, Herrn v. Bennigsen, zum Reden gezwungen. Nur vereinzelte und nicht sehr einflußreiche Zentrums ber spiritus rector des Diktaturregiments, feinen Schildknappen Gern mag er es nicht gethan haben, aber es ging blätter verharren in der Opposition gegen das Flottengeset. unter seinen Schuh nahm, überrascht nicht. Die Art und zu " " " Die von den Geistlichen Schirmeisen, Lukaßczyt und Schmidt ausgehende Erklärung der oberschlesischen Geiftlichkeit gegen den Ratolit" ist von ca. 250 schlesischen katholischen Geistlichen unterschrieben worden. 90 oberschlesische katholische Geistliche haben ihre Unterschrift verweigert und dadurch zugegeben, daß sie Anhänger der Bolenbewegung und der Katolit" Partet sind. Was fagt Kopp dazu?? Es wurde berichtet, daß seine Rom- Reise auch die Besprechung dieser Angelegenheit bezwecke. . Meise aber, wie er die? that, war nicht gerade ritter- lich. Er meinte, ma» könne augenblicklich noch gar kein Urtheil über die Siede Halley's sällcn, weil der stenographische Be- richt jener Reichstageverhandlung noch nicht vorliege. Der Herr Staatssekretär befindet sich in diesem Punkte jedoch in einem ge- waltigen Jrrtbmn, da das amtliche Stenogramm der in betracht kommenden Reichstagsverhandlung längst zu haben ist. Herr v. Putlkamer hat sich in diesem Falle ebenso schlecht unterrichtet ge- zeigt, wie in der Affäre Kreisdireklor P e u c e r. Auch dort waren eine Anzahl von Tingen noch nicht zur amtlichen Kenntuiß des Staatssekretärs v. Pnltlamer gekommen, welche die Spatzen schon seit Wochen von de» Dächer» gepfiffen hatten. Mag dem nun sein, wie ihm wolle, bequem ist eine derartige Kampfesweise für die Regierungsvertreter auf jeden Fall. AuS Baden» 16. März.(Eig. Ber.) Zu dem seltsamen Soldatenselbstmord, über den bereits telegraphisch berichtet wurde, ist immer noch keine behördliche Erklärung erfolgt; doch hat, offenbar unter dem Einfluß der von der Parteiprcsse lanzirten Artikel, am Montag eine behördliche Ausgrabung und Obduktion der Leiche statt- gesunden. Dieselbe soll»nn. wie verlautet, ergeben haben, daß der betreffende Rekrut sich wirklich erhängt hat. Ist dies der Fall, dann wirft sich aber die Unterfrage auf, meShalb hat sich der Rekrut Bechtold erhängt? Der„Volksfrenud" hat sich der Aufklärung des Falles angenommen. So viel ist schon heute absolut sicher, daß der Rekrut Bechtold ein„Halbidiot" war. Dieser Ausdruck wird in einer Mittheilung der Militärbehörde an das Amtsgericht in bezug auf den Bechtold gebraucht. Die Obduktion der Leiche hat auch ergeben, daß Bechtold Wasser im Gehirn hatte. Trotz dieser'Abnormitäten und obwohl der Bürgermeister des Heimalhs- ortes von Bechtold die Militärbehörde zweimal gewarnt haben soll, den halbidiolischc» Menschen einzuziehen, geschah dies doch. Für den 'Augenblick muß die durch die„Neue Badische Landeszeituiig" an- gelüudigte Erklärung der Unlersuchungs-Kommission abgewartet rverden.— — Chronik der MajestStSbeleidigungi-Prozesse. Wegen Majeftälebeleidignng hatte sich gestern die Frau Enima Schwefel geb. Blümel vor der ersten Strafkammer am Land- gericht kl. zu verantworten. Die Verhandlung lieferte wieder einmal den Beweis, daß ein erheblicher Theil der Denunziationen wegen Majestälsbelcidiguug auf die niedrigsten Instinkte im Menschen, auf Haß und Rachsucht zurnckzusnhre» ist. Die Angeklagte, die jetzt in Berlin wohnt, war früher Zeitnngsausträgeri» in Ripdorf. Hier lernte sie den Bildhauer Winde» und dessen Ehefrau kennen, welch' letztere sich ebenfalls mit Zeilungsanstragen befaßte. Iabrelang bestand eine intime Freundschaft zwischen der Frau Schivefel und de» Eheleulen Winden. Im Sommer vorigen Jahres schlug diese Freundschaft i» bittere Feindschaft um und nun zeigten die Eheleute Winden bei der Staalsauwaltschaft an. daß Frau Schwefel im Februar 1S9K den Kaiser beleidigt habe. Es sei von einem Artikel im„Vorwärts" die Rede gewesen und dabei habe Frau Schwefel Bemerkungen gemacht, welche sie als schwere Beleidigung des Kaisers hätten auffasse» müssen. Wie ans dem öffentlich verkündeten Urtheil hervorging, hat es der Gerichts- dos für befremdlich erachtet, daß sich das patriotische Gewissen der Denunzianten erst nach Jahr und Tag und»ach«ingetretener Feind- schaft regte. Nach so langer Zeit sei nicht anzunehmen, daß der Wortlaut des Gespräches den Belastungszeugen noch genau im Ge- dächtniß haste, das Zcugniß derselben habe daher wenig Werth und so rechtfertige sich die Freisprechung der Angeklagten. Die„Thür. Tribüne" in Erfurt schreibt: A» einem Herbst- abend vorigen Jahres angetrunken nach Haust kommend, stieß der Handarbeiter Theodor Ballin gegen eine Kommode. Hierdurch fiel die auf derselben stehende CipSfignr(ein Mitglied der kaiserlichen Familie darstellend) herunter und ging in Trümmer. Die Gattin des Angetrunkenen setzt« diesen wegen der Demoliruna zur Rede. Bnllin erging sich darauf in schwer beleidigenden Aeußerungen be- züglich jenes durch die Gipsbüste dargestellten Mitgliedes der kaiser- liehen Familie. Durch Hausbewohner kam die Sache später zur Anzeige. Die vor der Strafkammer unter Ausschluß der Ocffentlich- keit geführte Verhandlung endete mit Verurtheilung zu S Monaten Gefängniß. Di« Staatsanwaltschaft hatte S Monate Gefängniß und sofortige Verhaftung beantragt.— Wegen fahrlässigen PreßvergehenS(§ 21) ist vom Landgerichte Bnnhe» am 14. Januar der Buchdrnckereibesitzer Hermann Max Großmann in Seishennersdorf zu 100 M. Geldstrafe verurlheilt worden. Er beschäftigt achtzehn Personen und druckt verschiedene periodische Druckschriften, darunter vier böhmische und auch die in Warnsdorf erscheinende.Nordböhm. Volksstimme". In einer Nummer dieses Blattes erschien ein Artikel, der nach Ansicht des Gerichts- hoses eine Beleidigung des deutsche» Kaisers enthielt. Der Thäter, d. h. der Redakteur konnte in Deutschland nicht zur Verantwortung gezogen werden, da er in Böhmen»vohnt. Das Gericht zog daher den Drucker wegen Fahrlässigkeitsdeliktes(die betreffende Nummer soll auch i» Sachsen Verbreitung gefunden haben) zur Verant- wortnng und erkannt« auf die erwähnte Strafe. Die Revision des Angeklagten, der eine Fahrlässigkeit bestritt(das Landgericht hat ausgesprochen, er hätte den Artikel prüfen müssen, zumal er wußte, daß das Blatt sozialdemokratisch ist), wurde am 11. d. Mls. vom Reichsgericht als unbegründet verworfen. — Ein Ueberfall auf deutsche Soldaten in K i a o t s ch a u. AuS THIntaufort wird dem„Lok.-Anz." vom IS. März, vormittags v Uhr telegrnphirt:„Der Unteroffizier Lehmann halte mit zwei Seesoldaten den Abbruch der von den BesatzungSmannschaften bald nach ihrer Landung erbauten Telephonlinie zu besorgen. Als er nun in dem Dorf« Konshnntino den bei den AbbrnchSarbeite» beschäftigt ge- wesenen KnliS ihren Lohn auszahlen wollte, mußte er zu diesem Zwecke acht Dollarstncke in kleineres Geld umwechseln lassen. Hierbei demerkten der Wechsler und die ihn umringenden Chinesen, daß Lehmann noch eine g'ößere Summe in seinem Besitz halte. Dies er- regte ihre Begehrlichkeit. Sie folgten den Soldaten, als diese einer anderen Arbeiterkolonne nachmarschirlen, in einiger Entfernung, verhielten sich indeß so ruhig, daß die Ver- folgten nicht den geringsten Verdacht schöpften. Plötzlich aber stürzte» sie sich gleichzeitig von hinten aus die Soldaten, ergriffe» ihre Gewehre und versuchten, die Ucberfallenen niederznwerse», in der Absicht, sie ihrer Baarschaft zu berauben. Zum Glück gelang es dem Unteroffizier Lehmann, sein Seitengewehr zu ziehe». Er versetzte damit einem der Angreifer einen Hieb über den Kopf, gleichzeitig feuerte der Seesolbat Schilling, der zur Erde geworfen war und sein Gewehr mit aller Gewalt vertheidigte, im heftigste» Ringen und ohne anzuschlagen, einen Schuß ab, durch den ei» Chinese tödttich verivundet wurde. Nun war es mit dem„Muth" der übrigen Angreifer vorbei; in wilder Jagd jagten sie davon. Die frei gewordene» Soldaten wollten ihnen in begreiflicher Erregung sofort ei» paar Schüsse nachsenden, doch Unlerofstzier Lchman» verbot eS ihnen, und so ge- lang es de» Räuber», einstweilen unbehelligt zu entkommen. Die deutsche» Soldaten sind völlig unverletzt. Nach diesem aufregende» Zwischenfall wurde» die Abbruchsarbeilen ungestört fortgeführt und beendet. Nach erstatteter Meldung an den Gouverneur Truppe! leitete dieser sofort eine Untersuchung ein." Dies wird noch lange nicht der letzte derartige Zwischenfall fein.— Oesterreich. Prag, 17. März. In der Plenarvcrsammlung deS deutschen Vereins besprach der Oberstlandniarschnll- Stellvertreter Lippart die politische Lag«; er hob die einzelnen Vorzüge der jüngsten Sprachen- Verordnungen hervor und sagte, es wäre ungerecht, dv, guten Willen des Freiherrn v. Gautsch nicht anzuerkennen; die Verordnungen seien jedoch im ganzen keineswegs danach an- gelhan, bei den Deutschen in Böhme» Befriedigung zu er- wecke». Er(Redner) erachte es für unausführbar, die deutsche Sprache als Staatssprache zu erklären, er befürworte als Amtssprache ausschließlich die Verkehrssprache des betreffenden Sprachgebietes. Er bezweifle, daß die Obstruktion die verlangte gesetzliche Regelung bringen würde. DaS Ministerium Thun, so führte Redner auS, bilde einen Hoffnungsschimmer für verfassungsmäßiges Negieren. Die bürgerlichen Deutschen scheine» sich demnach auf den Frieden mit dem Grasen Thun einzurichten.—- Schweiz. Berit, 17. März. Der Bundesrath wird der Bundesversammlung demnächst einen Gesetzentwurf, betreffend die Errichtung von Maschinengewehr-Abtheilungen vorlegen, wonach vier Maschinengewehr-Schützenkompagnien mit je acht Maschinengewehren errichtet und der Armcekorps-Kavallerie beigegeben werden sollen.— Zürich, Milte März.(Eig. B-r.) Der BundeSralh hat sich mit der vor etwa l'/t Jahren vom Eisenbahner-Verband gemachten Eingabe um Revision des RuhetagS-GesetzeZ von ISRZ beschäftigt und beschlossen, derselben zum theil zu entsprechen. Die tägliche maximale Arbeitszeit soll demnach von 12 auf 11 Stunden herabgesetzt werden, während die Eisenbahner den Zehnstundentag verlangten; die Vorlage ermächtigt jedoch den Bundesrath, unter besonderen Verhältnissen ein» weiter« Reduktion von der Bundes- Versammlung zu verlangen. Die Dauer der Di-nstbereitschaft darf für das Lokomotiv« und Zugpersonal 14 Stunden, für Barriören« Wärterinnen 12 Stunden, für daS übrige Personal. sofern die AmtS- Wohnungen in unmittelbarer Nähe der Arbeitsstelle angewiesen sind, 16 Stunden, und bei Fehlen solcher Wohnungen 15 Stunden nicht übersteigen. Frauenspersonen dürfen im Nachtdienst(10 Uhr abends bis 4 Uhr morgenS) nicht Verwendung finden. Die Ruhetage muffen volle 24 Stunden um- fassen und um mindestens 6 Stunden verlängert werden, wenn ihnen nicht unmittelbar oder kurz vorher eine Pause vorhergegangen ist. Das Gesetz findet auch auf das Personal der Post- und Telegraphenverwaltung Anwendung.— Die Eisenbahner werden mit diesen Verbesserungen voraussichtlich nicht zufrieden sein und wohl die Bundesversammlung zu weiterem Entgegenkommen zu be- wegen suchen.— Dfrfttifrekch, ParlS, 18. März. Die diesjährigen großen Manöver zwischen dem ö. und 13. Armeekorps werden in den Departements Eher, Allier und Niövre stattfinden. 27 Reiterregimenter werden daran theilnehmen. Dänemark. --Im Folkething stand jetzt der sozialdemokra- tische Antrag zur Debatte, den alten Kriegern von 1848 eine Ehrengabe zu bewilligen. Auch Christensen(Radikaler) empfahl den 'Antrag. Es leben etwa noch 12 000—16 000 alte Krieger. Wenn jedem 100 Kronen bewilligt würden, wären 1 200 000— I 600 000 Kr. erforderlich. Die Konservativen und auch Finanzniinister Hörring sprachen gegen den Antrag. Es sei nicht zu empfehlen, Staats- mittel für solche Zwecke zu verwenden. Dagegen erklärte sich der Minister einverstanden, wen» ihm eine Summ« zur Verfügung ge- stellt würde, von der bedürftige Krieger eine Unterstützung erhalten könnten.—- Griechenland. Athen, 17. März. Karditzi und GiorgiS haben Berufung ein- gelegt gegen den Beschluß deS Anklagesenats, durch welchen ihre Sache an das Schnuirgericht verwiesen wird. Ei» Ingenieur mit Namen Andreaindis wurde wegen Zugehörigkeit zu dem anti- dynastischen Klub verhastet. Andere Verhaftnngen sollen bevor- stehen. Karditzi versicherte wiederholt, daß er nicht Organ dieses Klubs sei, sondern aus eigene» Antrieb gehandelt habe. Amerika. — Heber die Differenzen mit Spanien liegen heute wieder zahlreiche Meldungen vor, so auS Washington die folgenden: Den beiden Kammern deS Kongresse? ist gestern ein Gesetz- entwurf vorgelegt worden, wonach der Bestand der Arinee au 108 000 Mann erhöht werden soll.— Nach einer Depesche deS „New-Iork Herald" auS Washington werden zwei neue Geschwader gebildet werden. DaS eine soll auS Panzerschissen und Kreuzern bestehen und einen etwaigen feindlichen Augriff auf die nördlichen Häfen zurückweisen, das andere wird aus Monitor? zusammengesetzt sei»»nd die südlichen Häfen zu verlheidigen haben. Der FlottenauSschuß des Repräsenlautenhanses genehmigte ein- stimmig die Vorlage, durch welche die Regierung zun, Bau von sechs neuen Torpedobooten und sechs Torpedoboots-Zerstörern er- mächtigt wird. Der„Franks. Ztg." wird auS Ncw-Fork telcgraphirt: Senator Proclor, der bekanntlich aus Kuba weilte und jetzt von dort zurück- gekehrt ist. machte im Senat sensationelle Angaben bezüglich der barbarischen Kriegsführnng von feiten der Spanier auf jkuba, und erklärte die Mission fdcs Marschalls Blanko als einen vollständigen Fehlschlag. Eine Mashingloner Drahtung der„Daily Chronicle" besagt: Die Beziehungen der Bereinigte» Staaten zu Spanien bessern sich alimälig. Es wurde eine Vereinbarung erzielt, von den Vereinigten Staaten solle zur Lösung der Kubafrage bis nach den kubanischen Wahlen an' 23. April nichts gethau werde». Spanien werde zunächst angegangen werden, Kuba die Unabhängigkeit zu gewähren, nur im Falle der Ablehnung werde der Präsident den Kongreß er- suchen, weitere Schritte zu thun. Spanien erbiete sich, den Aus- ständischen alles zuzugestehen, nur solle die spanische Flagge aus der Insel wehen. Der Vorschlag werde erwogen. Am Bord de? dem New-Dorker„Journal" gehörenden Dampfers„Anita" sind der„Internationalen Kor." zufolge in Havana acht Senatoren und Mitglieder deS Repräsen- taulenhauses eingetroffen, welche für die„nothleidenden Kubaner" auf 6 Monate je 20 000 Dollars hinterlegte». Spanischerseits wird dies als eine direkt« Geldunlerstützung für die Aufständischen an- gesehen.— Der Madrider„Jmparcial" meldet, die spanische Torpedofloltille bleibe bei den Kanarischen Inseln, um eine» Kreuzer zu erwarten, der sie nach Kuba begleiten werde.— — Freigesprochen wurde von der Oberinflanz jener Sheriff Martin, der beim letzte» Bergarbeilerstreik von Penn- sylvanien in Lattimer auf die ahnungslosen Streikenden hat schießen lassen.— Im Seitioreukonvent deS Reichstages wurde heut beschlossen, die zweite Berathung des Flotte ngefetzes am nächsten Mittwoch ans die TageSo, dnnng des Reichstages zu setze». Im Anschluß daran wird sofort die dritte Berathung deS Gesetzes vorgenommen werden. Nach Erledigung dieser Vorlage soll dann die zweite Berathung deS Marine-Etats statlfindeu, der sich die dritte Berathung des Gesammt-Etats anschließen soll. Man hofft bis zum 31. d. M. mit dem Flottengesetz und dem Etat fertig zu werden. AlSdann werden die Ostcrferien beginnen, deren Dauer vorläustg bis zum IS. April in Aussicht genominen ist. Wenn noch andere Arbeiten vor den Ferien erledigt werden können, so sollen die rückständigen Wahlprüfungen, so- wie daS Gesetz betreffend die Entschädigung unschuldig Ver- »rtheilter zur Berathung im Plenum gelangen. Nächsten Montag und Dienstag gelangen die noch rückständige» Etalslhcile, außer dem Marine-Etat, zur zweiten Berathung. Außer- dem beschäftigte stch der Seniorenkonvent uiit einer Anregung des Abg. v. Bennigsen, dem Kaiser die Mittel zur Errichtung eines Denkmals für den Kaiser Friedrich zur Verfügung zu stelle». Mit Ausnahme des Abg. Singer, der für die sozialdemokratische Fraktion es ablehnte,«ine» derartigen Antrag zu unterstütze», werden die Senioren der übrigen Parteien de» Antrag stelle». Reichimiltel für diesen Zweck zu bewilligen. Für die Kosten deS Denkmals sind 300 000 M. in Aussicht genomnien. � I« der Budgetkommisston des ReichStagS stand heute der Etat der Verwaltung der Eisenbahnen zur Berathung. Die Einnahmen, 72 440 000 M., wurden bewilligt. Bei den Aus- gaben traten die Abgg. Dr. Hanimacher und Werner dasür ein, daß die Betriebssekretäre durchweg alS Eisenbahnsekretäre angestellt werden. Seh. Rath Wackerzapp widerspricht diesem Verlangen. An die Eisenbahnsekretäre werden höhere Anforderungen gestellt. Abg. Galler bringt zur Sprache, daß Betriebssekretäre wegen Unterzeichnung einer Petition an den Reichstag, deren Fassung miß« fallen habe, in Strafe genommen worden seien. Der Reichstag habe die Pflicht, für diese Beamten einzutreten, damit ihre berechtigten Wünsche erfüllt werden, die dahin gehen, daß sie im Gehalt de» Eisenbahnsekretären gleichgestellt werden, daß ihnen daS Aufrücken in die höheren Gehaltsstufen der letzleren ermöglicht werde und daß diejenigen Betriebssekretäre, welche nach mindestens 22 jähriger Dienstzeit noch nicht einmal das Gehalt der höchsten Stufe von 3240 M. beziehen, am 1. April 1898 in den Genuß desselben ge« bracht werden. �. Abg. Dr. Hammacher kündigt»ine Resolution an, welche diesen Wünschen Rechnung tragen soll. Geh. Rath Wackerzapp rechtfertigt die Disziplinarstrafe der Petenten. Sie hätten sich in einem Tone über die vorgesetzte Behörde geäußert, der strenge Rüge erforderte. Im Interesse der Disziplin mußte die Bestrafung erfolgen. In das Disziplinarverfahren einzugreifen stehe dem Reichstag nicht zu. Abg. v. Bennigsen tritt dieser Auffassung bei. DaS Ordinarium des Etat? wird darauf bewilligt. Morgen wird die Berathung fort- gesetzt. KommisssonSfitzung zur vorberathuna der Postiiodrlle. In der Sitzung am Donnerstag gab v. Podbielski eine Statistik der Pcrsonalverhältnisse der Privatposten, sowie die ihm aus der Reihe der Interessenten zugegangenen Vorschläge zur Zeitungstarif- Reform. Ferner werden Mittheilungen gemacht über die beabsichtigten Ausdehnungen deS LokalportoS; die Postverwaltung wünscht, daß diese Mittheilungen vorläufig sekret behandelt werden mögen. Aus der Kommisston wird der Wunsch kundgegeben, die Höhe deS LokalportoS nicht auf dem Weg« des Reglements, sondern durch daS Gesetz festzulegen. Die Regierung wendet stch dagegen. Von seilen der KommisstonSmitglieder wird wiederholt aus- geführt, daß die vorgeschlagene Reform doch gar zu geringfügig fei, um sich damit zufrieden zu geben. Es seien so große Mißstände vorhanden, die endlich doch einmal zu beseitigen feien. Dazu ge« hören in erster Reihe auch die Reform deS ZeitungStarifs, deS KleinverkehrS mit Postanweisungen, der Ermäßigung deS Bestell« geldeS auf dem platten Lande und der internationalen Vereinbarung in bezug auf die Erhöhung des Minimalgewichts der Briefe u. a. Die Regierung erklärt, daß beabsichtigt sei, daS Porto für Post- karten und Drucksachen im Nahverkehr herabzusetzen. Bei der hierauf folgenden Abstimmung wird Absatz 1 deS Artikels I(Erhöhung des Gewichts für den einfachen Brief von 12 auf 20 Gramni) einstimmig angenommen. Am Freitag beginnt die Berathung mit Abs. 2 deS Artikels I, nach welchem der Reichskanzler ermächtigt sein soll, den Geltungs- bereich der Ortsbrieftaxe auf Nachbarorte aus« zu dehnen, welche durch den Verkehr eng verbunden sind. Es wird bemängelt, daß bei der projektirten Zusammenlegung der Ort« jedeS Prinzip fehle, worauf die Regierung erklärt, daß ein solches gar nicht möglich sei; man müsse sich nach den lhatsächlichen Bedürfnissen richten. Ein Antrag, den Abs. 2 als besonderen Artikel zu bezeichnen, wird angenommen, ebenso die Streichung des Schlusses:„welche durch den Verkehr eng begrenzt sind," wodurch eine Erweiterung der„Ermächtigung des Reichskanzlers" bezweckt ist. Die Diskussion über die Ausdehnung des Postregals auf ge« schloffene Briefe im Ortsverkehr(Artikel III) wird eröffnet. Von freisinniger Seite wird eine Darstellung gegeben, daß heute die An- gestellte» der Privatpost zum theil besser gestellt sind, als die An- gestellten der Staatspost. Wenn das Bestellen geschlossener Briefe den Privatposten enlzogen würde, so müßten die meisten dieser An- stalten ihren Betrieb einstellen. Die Regierung müsse sich erNären, was dann mit den Privatangestellten werden solle, wie man sich die Entschädigung denke. Die Regierung führt darauf folgendes a»S. Nach Ermittelungen werden durch die Ausdehnung deS Postregals 146 Beamte und 1418 Unterbcamte voraussichtlich entlaffeu, davon sind 73 Beamte verheirathet, ebenso 737 Unterbeamte. Es dürste sich ein Modus finden lassen, entweder durch E n t sch ä d i g u n g oder durch U e b e r n a h in e die Betreffenden schadlos zu halten. Von sozialdemokratischer Seite wird erklärt, daß sie prinzipiell mit der Ausdehnung des Postregals einverstanden sei. Was die Entschädigung betreffe, so seien die Unterbeamten unter allen Umständen zu berücksichtigen, vielleicht auch die kleineren Anstalten. Die größere» Gesellschaften würden schon einen Ausweg finden, um ihren Betrieb aufrecht zu erhalten. Keineswegs könne es unsere Aufgabe sein, den Aktionären ihre Dividenden zu erhalten. Die Regierung möge sich erklären, wie sie sich die Entschädigung denke. Jedenfalls sei auch eine größere Sicherheit in bezug auf andere Reformen im Postverkehr(Nahverkehr) zu gebe», wenn es der Regierung an der Verabschiedung des Gesetzes in nächster Zeit liege. Von seilen des Zentrums wird erklärt, daß, wenn die An- spräche eine solche Ausdehnung gewinnen, wie vom Vorredner vor- getragen, so sei schwerlich an eine Zustimmung des Hauses zu denken. Fortsetzung: Dienstag, den 22. März. Tie sechste Kommission deS Reichstags gelangte gestern bei Fortsetzung der zweiten Lesung der Novelle zur Zivil- ?r o z c ß- O r d n n n g bis Z 280, bei welchem mit geringer Mehr- eit die Regierungsvorlage wieder hergestellt wurde. Morgen wird voraussichtlich die zweite Lesung beendet werden. Miivzfeiev. Mit ihrem Märzfeicr-Verbot hat die Altonaer Polizei diesmal d en Vogel abgeschossen. Es war eine öffentliche Versammlung an- gemeldet worden zum 20jährigen Gedächtniß der März- revolution des Jahres 1848. Darauf erhielt der Ein- berufer Tölge vom Polizei-Amt ein Schreiben folgenden Inhalts: „Nachdem durch das hier verbreitete Flugblatt mit der lieber- schrist„Warum feiert das arbeitende Volk das Jubiläum der Revolution von 1848?" ein Programm für die von Ihnen an- pemeldele, am heutigen Abend in Koppclmann's Salon abzuhaltende öffentliche Versammlung veröffentlicht ist, welches dieselbe nicht als eine friedliche im Sinne des'Artikels 29 der Preußischen Verfassung charakterisirt, wird diese Versammlung im Interesse der öffentlichen Ordnung hierdurch verboten." Zunächst sei bemerkt, daß daS in dem Verbot« erwähnte Flug- blatt mit der Versammlung nichts zu thun hat, es ist von dem Ge- nosseu Weinheber herausgegeben, der als Verleger die Verantwortung dafür trägt, und weiter ist in dem Flugblatt mit leiner Silbe von jener Versammlung die Rede. Ganz mit Recht bemerkt da?„Hamb. Echo":„Der Art. 29 der preußischen Verfassung giebt lediglich allen Preußen ein Recht, sich zu versammeln: es giebt aber dem Bürgermeister von Altona kein lliecht, durch einige Federstriche das Versammlungsrecht der Preußen in Altona wieder zu konsisziren. Eingeschränkt wird das im Art. 29 der preußischen Verfassung gewährleistete Versammlungsrecht lediglich durch das preußische Vercinsgesetz, d. h. durch die„Verordnung über die Verhütung eines die gesetzliche Freiheit und Ordnung gefährden- den Mißbranchs des Versammlungs- und Vereinignngsrechtes vom 11. März 1820. Inzwischen hat die Altonaer Polizei eine zweite Versammlung verboten, diesmal aber im—„Interesse der öffentlichen Ordnung". Die Magdeburger Polizei hat ebenfalls daS ihrige gcthan, um in den Arbeitern daS Bewußtsein zu erhalten, daß die Gedächtnißseier der 1S4Ser Revolution durchaus nichts anachronisti- che?, sondern im Gegentheil etwas sehr zeitgemäße» ist. So verbot sie da? Ankleben der Plakate, die auf rolhcm Papier gedruckt die Ankündigung einer Volksversammlung mit der TageS- ordnung: Rede deS ReichslagS-Abgeordneten Fritz Knnert, Berlin: Der 18. März, enthielten. Die paar Worte: Der 18. März, waren die Ursache, daß die Plakate nicht angeklebt werden dursten. Ferner wurde die Abhaltung des K o n z e r t s, das mit der Volks- Versammlung verbunden werden sollt», verboten und zwar»zur Erhaltung der öffentlichen Ruhe, Sicherheit und Ordnung". Nach| Beifall unter dem Hinweis auf das ftetige Anwachsen der Macht den Arbeitern den Versuch machten, biefe zu bewegen, als Streif diesen Anzeichen fonnte es nicht verwundern, daß die Volksder Arbeiterklasse mit dem Herwegh'schen Wort: Unser die Welt, brecher in die Crimmitschauer Fabrit einzutreten. Die Herren hatten versammlung selbst aufgelöst wurde. Reichstags- Abgeordneter trotz alledem." Mit einem brausenden Hoch auf die internationale mit ihrem Bemühen kein Glück, denn die Arbeiter gehörten alle der Kunert hatte etwa 10 Minuten gesprochen. Als er gefagt hatte: Sozialdemokratie endete die Versammlung. Organisation ihres Berufes an und ließen die Herren gehörig abDiese Gefallenen find nicht todt, ihr Geist lebt, lebt weiter im Die Genossen des fünften Wahlkreises begingen die blißen. Die Sache wird noch ein kleines Nachspiel erhalten, da der Genius der Revolution, der die Wölfer führt" da erfcholl die Feier im Schützenhaus. Lange vor Beginn mußten die Tische Altenburger Fabrikant die Herren wegen ihrer sauberen ManipuAuflösungsformel und die Versammlung mußte auseinandergehen. entfernt werden, um Platz zu schaffen für die Neuankommenden. lationen vor Gericht zur Verantwortung ziehen will. Daß in Leipzig und zwar sowohl im Stadt- wie im Land Die Feier wurde eingeleitet durch einige Gesänge des Gesangvereins Die Leipziger Bauunternehmer haben in gemeinschaftlicher freise die Märsfeierlichkeiten verboten wurden, sei nur der Voll- Freie Liedertafel". Frau Lily Braun hielt sodann den Vortrag, Sitzung beschlossen, die Verhandlungen mit den Maurern infolge ständigkeit halber erwähnt. der mit großem Beifall aufgenommen wurde. Der Vorsigende deren ablehnender Beschlüsse bezüglich der Akkordarbeit zwar als Aus Dresden wird uns telegraphirt, daß die März- Nummer gedachte noch der historischen Bedeutung des Lokals" Altes gefcheitert zu betrachten, doch nicht von den früher getroffenen VerAus Dresden wird uns telegraphirt, daß die März- Nummer Schüßenhaus". Mit dem Massengesang der Arbeiter- Marseillaise einbarungen über Lohn und Arbeitszeit zurückzutreten. Einstimmig der Sächsischen Arbeiter Beitung" tonfiszirt worden ist. schloß die Versammlung. So hat man wieder in einer Reihe von Orten der Ehrung der für die Freiheit und Einheit Deutschlands in den Tod gegangenen Boltstämpfer vom Jahre 1848 allerlei Hemmnisse und Störungen bereitet. Und man wird fortfahren, bis die Organisation der Arbeiterschaft so start und damit ihr Einfluß auf die politischen Berhältnisse so groß geworden ist, daß man auf das polizeiliche Bevormundungs- und Unterdrückungssystem verzichten wird. " * Partei- Nachrichten. " 1 3 Der sechste Wahlkreis hatte, entsprechend seiner großen Ausdehnung, vier Lokale belegt. schluß. wurde beschlossen, vom 14. April ab die 91stündige Arbeitszeit auf allen Baustellen einzuführen und 52 Pf. Mindestſtundenlohn für Maurer und Zimmerleute zu zahlen. Auch daß von Mitte März 1899 ab an der neunstündigen Arbeit bei 55 Pf. Stundenlohn festgehalten werden soll, ist beschlossen worden, leßteres aber nur unter der Bedingung, daß in der Zwischenzeit Streits irgend welcher Form seitens der Maurer und Zimmerleute nicht„ provozirt" werden. " Das kann ich In der Kronenbrauerei in Moabit sprach Reichs tage- Abgeordneter Bogtherr vor einer von weit über 1000 Menschen besuchten Bersammlung, welche den schwungvollen Ausführungen des Redners in ernst gehobener Stimmung lauschte. Nicht enbenwollender stürmischer Beifallsjubel erhob sich, als der Arbeitermaßregelung durch behördlichen Einfluß. Unser Redner die Thatsache mittheilte, daß Wilhelm Liebknecht Königsberger Parteiorgan giebt aus Tilfit einen für die Ausschon heute, am Lage seiner Entlaffung aus dem Gea übung polizeilicher Bevormundung recht bezeichnenden Vorfall befängniß, wieder feinen Blatz im Reichstage eingenommen fannt. E3 heißt dort: mittag der Parteigenosse Krewinkel unter großer Theilnahme der geleitet und beendet durch den gelungenen Vortrag einiger vom Arbeiter, arbeitete auf einem Bau hierselbst. Am 7. d. M., kam Ein hiesiger Genosse, Mitglied des Verbandes der ungelernten Ju der katholischen Stadt Aachen wurde am Montag Nach- habe. Die würdige Feier wurde in stimmungsvoller Weise einaufgeklärten Arbeiterschaft zur letzten Ruhe gebracht. Die Solinger des Tages angemessener Lieder. Mit einem brausenden Hoch auf selben veranlassen, ihn zu entlassen, da er Sozialdemokrat sei. Doch aufgeklärten Arbeiterschaft zur letzten Ruhe gebracht. Die Solinger Gesangverein" Moabiter Sangesbrüder" produzirter, dem Charakter nun der Polizeifergeant B. zu seinem Arbeitgeber und wollte denund Krefelder Parteigenossen hatten Deputationen gesandt, und die gegenwärtig im Rheinlande weilenden Parteivorstandsmitglieder die Sozialdemokratie fand die imposante Versammlung ihren Ab- scheint er damit feinen Erfolg gehabt zu haben, denn die EntAuer und Gerisch waren ebenfalls erschienen, um dem lang= laffung erfolgte nicht. In einem zweiten Falle war es der Jm Kolberger Salon waren über 1000 Personen ver jährigen Kampfgenoffen die letzte Ehre zu erweisen. Das Begräbniß sammelt und schon lange vor festgesetzter Zeit mußten die Tische Berbandes auslöfte, weil ein Genoffe, der nicht Mitglied des Polizeifergeant W., welcher die Versammlung des genannten zeigte aber auch, wessen der Haß der Gegner fähig ist. Der ganze aus dem Saale entfernt werden; furz nach 8 Uhr wurde die selben ist, in der Versammlung des Verbandes anwesend war. Weg vom Sterbebause bis zum Friedhofe war von einer nach Am anderen Morgen, als der Genosse Tausenden zählenden johlenden, schreienden und Karnevalslieder und Polizeiliche Absperrung verfügt. Hier hatte Genosse August Bebel Gaffenhauer singenden Menschenmenge umfäumt, durch die sich der das Referat übernommen, welcher einleitend Grüße vom Gen. Lieb. Doch nicht genug damit. Reichs- noch schlief, kam der Polizist zu feinem Meister, der Schuhmacher Leichenzug nur mit großer Mühe fortbewegen konnte. Lediglich der knecht überbrachte, der bereits um 1/25 Uhr frisch und munter im Reich ist, und fragte, ist der H. zu sprechen?"" Nein, der schläft no.h," Besonnenheit unserer Parteigenossen ist es zu danken, daß es nicht tage sich vorgestellt habe.( Stürmischer Beifall.) Weiter führte er aus, daß war die Antwort des Meisters; darauf sagte der Beamte:„ Solch zu Thätlichkeiten fam, die man fortwährend in gemeinster Weise zu auch der Reichstag heute feine Wiärzfeier- wenn auch unfreiwillig, einen Menschen müssen Sie nicht beschäftigen, das ist ein Sozialprovoziren fuchte. Einen großen Theil der Friedensstörer stellte das hervorgerufen durch die Sozialdemokraten gebabt habe und zwar bemokrat, den müssen Sie sofort rausschmeißen." Bürgerthum. Die Schuld an dem empörenden Vorkommniß ist der gelegentlich der Debatte über die Militär- Strafgesetz Ordnung. Es waren dann bei mir arbeiten?" ,, Ganz egal, erwiderte darauf der ultramontanen Preffe zuzuschreiben, die durch ihre Heßereien die diese Stunden, so bemerkt Redner, mir die angenehmsten meiner 30jährigen nicht, meinte der Meister, dann gehen mir alle fort. Wollen Sie Gläubigen zur Verfolgung der Andersdenkenden systematisch erzieht. Stürmische Pfuirufe rief auch hier die Mittheilung Bebel's hervor, daß Polizist, Sie kommen sonst auch auf die schwarze Liste." Nun, er Jetzt sucht sich zu Der Begräbnißfeier als Sandlung des Pöbels" bezeichnet. bezeichnet wurden. Nachdem Rebner noch auf die bevorstehenden gelang ihm nicht. im Reichstage die Theilnehmer an der 48er Revolution als Gesindel mußte auch hier mit einer Nase abziehen, das staatsretterische Werk Aber das mindert nicht das Sündenregister bes Ultra- Wahlfämpfe verwiesen, schließt er mit den Worten: An die Waffen, Ju Hänichen bei Boffenborf( Blauenscher Grund) ist ein montanismus, denn was er jetzt in ber Verlegenheit Bergarbeiterstreit ausgebrochen. Die Beranlassung dazu Pöbel" nennt, das bezeichnet er bei anderen Gelegenheiten auf zur Wahl, auf zum Kampf und auf zum Sieg! emphatisch als das gute treue katholische Volk". Treffend sagte Die Genossen der Rosenthaler Borstadt tagten im gab die plötzliche Entlaffung eines bäuers, welcher unter feinen Auer in seiner Ansprache: Unser nun verstorbener Genoffe hat auch winemünder Gesellschaftshause. Genoffe Stiefel Kollegen Stimmung für Forderung eines höheren Lohnes zu Deshalb griff die Direktion der Hänichener für die gekämpft, die heute noch in thörichter Verblendung seine gab in trefflicher Weise eine gedrängte Schilderung der 48er Be- machen versuchte. Leiche gelästert haben. Krewinkel ist todt; auch uns wird einen wegung. Der Saal war dicht gefüllt, so daß schon um 8 Uhr die Steinkohlenwerte sofort zu dieser Maßregelung. Borläufig sind von nach dem andern der Tod ereilen; die Menschen kommen und Tische entfernt werden mußten, um immer neuen Besuchern Platz einer Schicht 45 Mann nicht angefahren. Der Ausstand droht aber, gehen, aber der Geist, der heute bereits Millionen beherrscht, bleibt 8 machen. Später erfolgte die polizeiliche Absperrung. Der Vor- wenn die Direktion nicht nachgeben sollte, größere Dimensionen und er wird nicht ruhen, bis er sich die Menschheit erobert hat und igende schloß mit einem Hoch auf die Sozialdemokratie und auf anzunehmen. den Soldaten der Revolution", Wilhelm Liebknecht, die Ver- Der Streit der Maurer und Zimmerer in Eberswalde Elend und Niedertracht verschwunden sind! fammlung. dauert unverändert fort. Streitbrecher sind auch bis jezt nicht zu Der Berliner Prater war lange vor Beginn der Ver- verzeichnen. Nun werden von den Zimmermeistern, da es an fammlung überfüllt, so daß Tische und Stühle entfernt werden Bimmergesellen fehlt, überall Tischler gesucht, die ihnen die dringendsten mußten. Bor Eintritt in die Tagesordnung ehrte die Bersammlung Arbeiten fertig machen müssen, was ja auch einigen Meistern gedie Märzgefallenen durch Erheben von den Plätzen. Der Referent lungen ist. Wir ersuchen daher alle Tischler, Eberswalde zu meiden. Genosse Ledebour schloß seinen mit Beifall aufgenommenen Der Geist unter den Streifenden ist ein guter und hoffnungss Vortrag mit der Aufforderung, daß jeder sich den Genossen Lieb- freudiger, der zur Annahme berechtigt, daß der Sieg in furzer Zeit fnecht, der heute als Opfer des Kampfes gegen die Reaktion das für die Ausständigen eintreten muß. Gefängniß verläßt, zum Vorbild nehmen möge. Mit begeistert auf- Wegen Lohndifferenzen traten in Wald bei Solingen genommenem Hoch trennte sich die Versammlung. 35 Mann der Firma Großmann in den Ausstand. Die Ausständigen In Charlottenburg( Bismarckshöhe") hielt Genoffe find sämmtlich organisirt. 8ubeil das Referat, dessen Ausführungen mehrfach von lautem In Eutin haben die Maurer eine Lohnerhöhung von 85 und anhaltendem Beifall unterbrochen wurde. Eingeleitet wurde um das Andenken der Märzgefallenen zu ehren. Echon lange vor Arbeitszeit von 11 auf 10 Stunden erreicht. die Versammlung durch einen feierlichen Gesang des Gefangvereins auf 40 Bf. gefordert, die aber von den Unternehmern abgelehnt Vorwärts". Hierauf erhoben sich die Anwesenden von den Plätzen, wurde. Wahrscheinlich wird es zum Ausstand tommen. Die Tischler haben fast allgemein eine Herabseßung ber Beginn der Versammlung mußten die Tische aus dem Saale entfernt werden. Das weibliche Geschlecht hatte sich in großer Anzahl einDie Lohnbewegung der Schneider in Wismar ist zu Wegen Beleidigung des Landraths v. Butttamer gefunden. Mit einem dreifachen Hoch auf die internationale Sozial- gunsten der Arbeiter beendet. Die Löhne sind im allgemeinen 5 bis Barrenthin wurde in Magdeburg der frühere verantwortliche demokratie schloß die von über 1000 Personen besuchte Versammlung. 10 pet. erhöht, und auch die Arbeitszeit ist um eine Stunde Redakteur der Voltsstimme". Genosse Baumüller, zu Die sehr gut besuchte Voltsversammlung in Friedrichsberg vertürzt. 20 M. Geldstrafe verurtheilt. Beantragt war 1 Monat Gefängniß. feierte nach Eröffnung die Vorkämpfer für Freiheit und Recht durch Von der Büftenfabrik in Erdmannsdorf befinden sich Im Schaufenster der Buchhandlung der Volksstimme" waren Erheben von den Plägen. Hierauf hielt Genosse Dr. Lütgenau den noch 81 Mann im Ausstand. Die Fabrikanten haben bis jetzt zwei Plakate, enthaltend die Einladung zum Besuche einiger mit großem Beifall begleiteten Bortrag, wobei er namentlich die 12 polnische Arbeiter und eine Arbeiterin bei 1,40 M. Tagelohn Boltsversammlungen, derart angebracht worden, daß fie von der Erfolge der Arbeiterklasse seit den fünfziger Jahren behandelte. eingestellt. In der letzten Versammlung der Streifenden wurde beStraße aus gelesen werden konnten. Dadurch soll die Straßenpolizei Mit einem Hoch auf die Freiheitskämpfer schloß die Versammlung. fchloffen, nicht eher die Arbeit aufzunehmen, bis die gerechten Forde Verordnung vom Jahre 1882 übertreten worden sein. Der Verleger Die Demokraten Berlins hielten bereits am 17. ihre rungen der Arbeiter bewilligt sind. Briefe und Sendungen sind zu der Boltsstimme", Genosse Harbaum, wurde deshalb in eine Märgfeier unter zahlreicher Betheiligung im Keller'schen Saale ab. richten an Tischler Julius Krause, Billerthal 18. Auf der Bühne erhob sich aus einer Gruppe dunkelgrüner BlattDer Streit der Wiener Zimmerergehilfen ist, wie die pflanzen das schwarz- roth- goldene Banner des Berliner Arbeiter. vereins. Mit Musik und Gesang wurde die Feier eröffnet und Wiener Arb.- 3tg." mittheilt, thatsächlich beendet. Die Erhöhung der Berliner Arbeiterschaft. geschlossen. Professor Quidde hielt die von wahrhaft demo- des Tagelohns für gelernte Bimmerergehilfen von 1 fl. 60 fr. bis In zehn der größten Säle Berlins, nicht eingerechnet die der fratischem Geift durchwehte Feftrede, die oft von stürmischem Beifall 1 fl. 80 fr. auf 2 fl. ift auf den Werfplägen allgemein durchgeführt. Bororte, fand sich gestern Abend die Arbeiterschaft der Hauptstadt unterbrochen wurde. zusammen, um die Freiheitskämpfer von 1848 zu ehren. Und in Massen waren sie erschienen, die Männer und Frauen des Volkes; die Lokale waren überfüllt, viele von ihnen wurden polizeilich abJu Sandow, einem 4-5000 Einwohner zählenden Vororte von Stottbus, betheiligten sich an der Gemeinderaths- Wahl in der britten Klasse ganze 17 Wähler. Diese gaben ihre Stimme sämmtlich unferem Parteigenossen Paul Richter, der sonach einstimmig gewählt ist. Ju Giebichenstein bei Halle a./S. wurden, wie uns telegraphisch gemeldet wird, die Parteigenossen Emmer und Raiser mit 192 und 276 Stimmen in den Gemeinderath gewählt. Die gegneris schen Kandidaten erhielten 116 und 81 Stmmen. Bei der Gemeinderathswahl in Goldlauter in Thüringen wurden in der 3. Klasse sämmtliche Kandidaten unserer Parteigenossen gewählt. 13 Hoppe mit 67 von 86 abgegebenen Stimmen als Vertreter der In Groß Ottersleben wurde der Parteigen offe Auguft 3. Klaffe in den Gemeinderath gewählt. Polizeiliches, Gerichtliches 2c. " Geldstrafe von 20 M. genommen. Die März- Feier " Gewerkschaftliches. Berlin und Umgebung. gesperrt. Ueber die einzelnen Versammlungen liegen uns folgende Die Kupferschmiede beabsichtigen in eine Lohnbewegung einWerichte vor: nationale Sozialdemokratie. man 50 M. Ausland. Nur auf einigen Pläßen, die mit Streifbrechern besetzt waren, sind die neuen Abmachungen noch nicht anerkannt, doch dürfte dort in einigen Tagen ebenfalls Ordnung gemacht sein. Auf dem Ausstellungsplate werden 2 fl. 20 fr. und mehr bezahlt. Die Arb.- 3tg." ermahnt die Zimmerer, nun an die Ausbauung ihrer Organisation u gehen. Soziales. zutreten. In einer Versammlung, die sie am 14. d. M. abhielten, Ju Prag ist eine Lohnbewegung unter den Steinmetzen, Der erste Reichstags Wahlkreis hielt die Feier in wurde beschlossen, einen Minimallohn von 45 bezw. 50 Pig. pro die in der Zahl von 600 Mann an einem großen Brückenbau be Cohn's Festfälen ab. Der große Saal war dicht gefüllt und Stunde zu fordern. Zunächst sollen die einzelnen Werkstätten dar- schäftigt find, im Gange. wurde frühzeitig abgesperrt. Genosse Timm referirte hier über die über abstimmen und das Resultat bis zum 19. März an den Ver48er Wolfserhebung und forderte die Anwesenden auf, jenen trauensmann der Kupferschmiede gelangen lassen. Sodann sollen Kämpfern nachzueifern. die Forderungen den Unternehmern unterbreitet werden. Zur Leitung In der Berliner Ressource, wo die Genoffen des Agitationskommission Kindermishandlungen. In Köln hot der Kaplan Fischet britten reises sich versammelt batten, sprach Genoffe der Bewegung wurde eine Agitations tommiffion von 7 Mitgliedern gewählt. Einem Gemaßregelten wurde eine Unterstützung aus an St. Peter einen zehnjährigen, schwächlich entwickelten Knaben Wolfgang Heine, der in trefflicher Weise die Ereignisse jener dem Dispositionsfonds bewilligt. Den Schuhmachern bewilligte wegen einer Ungehörigteit mit ca. 30 Stochieben auf das Lage schilderte. Der geräumige Saal und die Logen waren dicht Gesäß gezüchtigt und dann in unmenschlicher Weise am Halse besetzt. Die Versammlung, die in bester Weise verlief, trennte sich Eine Versammlung arbeitsloser( Ban- Hilf8arbeiter, von gewürgt. Die Rheinische Zeitung", die den Fall mittheilt, er. mit einem mit Begeisterung aufgenommenen Hoch auf die inters etwa 200onen besucht, tagte am Donnerstag Vormittag in flärt, sie habe des öfteren schriftliche und mündliche Mittheilungen über Mißhandlungen von Schulkindern durch Geistliche erhalten. Der große Saal von Bickel in der Hasenbaide war bis Feuerstein's Saal. Putzer Dietrich beleuchtete in seinem Referat Arbeiter Rififo. Ein schweres Unglück wird aus Pest h zum letzten Platze gefüllt. Ueber 2000 Personen, darunter viele die Schäden, welche den Bauarbeitern aus der Bauspekulation und Frauen, lauschten mit größter Aufmerksamkeit den interessanten dem Bauschwindel erwachsen und machte den Anwesenden Ilar, daß gemeldet. Bei einem dreistöckigen Neubau fiel das ganze Gerüst geschichtlichen Darlegungen des Genossen Leo Arons, der die nur eine starte Organisation, die den Bau- Hilfsarbeitern leider noch zusammen, wodurch etwa 100 Personen in die Tiefe stürzten. Reaktion von 1898 den Errungenschaften der Revolution von 1848 mangele, im stande sei, derartigen Mißständen mit Erfolg entgegen Sechs Arbeiter wurden lebensgefährlich, viele schwer verletzt. Zwei gegenüberstellte. Unter lebhaftem Beifall schloß er mit einem zutreten. Nach einer zustimmenden Diskussion gelangte eine im Arbeiter werden vermißt. Sinne des Referats gehaltene Resolution zur Annahme. Mahnruf, einzutreten für die hehren Biele der Sozialdemokratie. Die Bersammlung im Konzerthaus Sanssouci war Achtung, Tabafarbeiter! Den Mitgliedern der Zentralbereits geraume Zeit vor 8 Uhr polizeilich abgesperrt, so daß Krankenkasse und des Unterstüßungsvereins der Hunderte feinen Ginlaß finden konnten. Das Referat hatte hier der Zabalarbeiter zur Nachricht, daß das Kassenlofal von der Genoffe Singer übernommen, der in vortrefflicher Weise, durch lebehrbellinerstr. 84 nach der Ruppinerstr. 42( Eingang hafte Zustimmungsäußerungen häufig unterbrochen, die Ursachen der Schönholzerstraße) verlegt ist. Montag, den 21. März, 1848er Revolution, sowie die politischen und wirthschaftlichen Zustände findet dort die erste Kassenstunde statt. Dieselben sind wife J. A: Carl der Gegenwart beleuchtete. Zum Schluß verwies der Redner auf die bisher Montags von 7 bis 10 Uhr. bevorstehenden Reichstagswahlen und forderte die Versammelten Butry. auf, das Andenken der Märzgefallenen dadurch zu ehren, Die Tischlereien für Ladeneinrichtungen von Fett, Men daß die Sozialdemokratie eine bedeutende Stimmenzunahme Weißensee, Gustav Adolfstr. 15 und 160 find wegen Differenzen Der Bevollmächtigte. zu verzeichnen hat, um dadurch der Reaktion, die wieder gesperrt. in frecher Weise mehr denn je ihr Haupt erhebt, ein Deutsches Reich. Paroli zu bieten. Stürmischer Beifall folgte den Ausführungen. Mit einem begeisterten Hoch auf die Sozialdemokratie erfolgte der Schluß der imposanten Versammlung. In Landau in der Rheinpfalz stürzte eine Scheune ein, die abgebrochen werden sollte. Neun mit den Abbruchsarbeiten bes schäftigte Maurer wurden unter den Trümmern begraben. Wie gemeldet wird, sind drei todt und die übrigen schwer verletzt. Depeschen und lehte Nachrichten. = London, 18. März.( W. T. B.) Unterhaus. Bei der Einzel berathung des Marine Etats weist bei dem Posten Löhne" det Erste Lord der Admiralität, Goschen, die neuliche Behauptung Sir Charles Dilfe's, daß England im Schiffsbau von Frankreich und Rußland überflügelt sei, zurück und erklärt: Dilfe behauptete, daß vom Jahre 1893 bis 1896 England sieben Schiffe von 95 000 Tonnen Gehalt, Frankreich und Rußland elf Schiffe von Der Boykott über die Brauerei Landsberger in Eilenburg 08 730 Tonnen gebaut hätten. Indeß sei dieser Zeitraum will ist von den Arbeitern aufgehoben, da den Arbeitern die Wieder fürlich gewählt und daher nicht maßgebend. Von 1898 der in diesem Monat zur Gegenwart, einschließlich Die in Reller's Saal abgehaltene Versammlung war einstellung gesichert ist und für die Brauer eine elfprozentige und bis eine äußerst imposante. Um 8 Uhr war der Saal, obwohl die Tische für die Brauerei- Arbeiter eine zehnprozentige Lohnerhöhung und be- vollendeten Schlachtschiffe habe England vierzehn Schiffe mit 199 400 Zonnen Gehalt, Franfreich und Rußland ebenfalls vierzehn mit entfernt wurden, vollständig besetzt; auch die Gallerien waren bis sondere Bezahlung der Ueberstunden gewährt worden ist. auf den letzten Platz gefüllt, und kurz nach 8 Uhr erfolgte Wie Streifbrecher angeworben werden, erzählt uns eine nur 136 000 gebaut. Er wolle indeß nicht leugnen, daß die beiden die polizeiliche Absperrung des Lokals. Der Gesangverein Buschrift aus Altenburg. In der dortigen Maschinenfabrit von legtgenannten Mächte sehr gelungene Versuche auf dem Gebiete des Liedesfreiheit" leitete die Feier stimmungsvoll ein durch Bechstein versuchten vor einigen Tagen zwei sehr gut gekleidete Herren Echiffs baues gemacht hätten. Goschen erklärt, die Jdce eines staatden Vortrag des Liedes: Mann der Arbeit, aufgewacht!" mit den Arbeitern in Verbindung zu treten. Einer Einladung lichen Etablissements für Herstellung von Panzerplatten begünstige amd und des Sozialistenmarsches. Der Redner, Reichstags- Abgeordneter dieser Herren wurde von den Arbeitern Folge geleistet und nun er nicht. Die Sheffielder Fabrikanten feien im stande, fast so viel Wurm, zeichnete ein fräftigen Linien anschauliches stellte sich fich heraus, daß die beiden Herren Reisende einer Panzerplatten herzustellen, wie alle großen Fabriken Europa's Bild der bürgerlichen Revolutionsbewegung und schloß unter großem Grimmitschauer Maschinenfabrit waren, die in der Konferenz mit zusammengenommen. Verantwortlicher Redakteur: August Jacobey in Berlin. Für den Inseratentheil verantwortlich: Th. Glocke in Berliu. Druck und Verlag von May Vading in Berlin. in Hierzu 2 Beilagen. ith a sid Br. 66. 15. Jahrgang. 1. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Sonnabend, 19. März 1898. veltpade srior skuldne myReichstag. 64. Ginng. Freitag, 18. März 1898, 12 Uhr. 19 Am Bundesrathstische: v. Goßler. G Zunächst wird ein schleuniger Antrag auf Einstellung eines Strafverfahrens wegen Beleidigung gegen den Abg. Hirschel( Ant.) debattelos angenommen. Die zweite Berathung der Militär Strafprozeß- Ordnung wird fortgefegt beim§ 172. Er handelt, wie gestern schon mitgetheilt, von der vorläufigen Festnahme. Nach Absatz 2 des Paragraphen können die der Militärgerichtsbarkeit unterstellten Personen, wenn sie bei Ausübung eines Vergehens oder Verbrechens auf frischer That ergriffen werden, bei Fluchtverdacht festgenommen werden und zwar durch jedermann. Auf Offiziere soll diese Bestimmung aber nur dann Anwendung finden, wenn es sich um Verbrechen handelt. wenn es ihm nicht gelingt, gegenüber der Anmaßung dieser Klasse daß die Frage heute hier hinein spielen würde, daß die Reden, die fein freies Recht zu wahren und dafür einzutreten, daß das Junker heute Abend in zahlreichen Versammlungen gehalten werden, hier thum aus der maßgebenden Stelle herausgeworfen werde. Al' die eine Art Vorbereitung oder Generalprobe finden würden( Lärm Bedenken, die Genosse Haase gegen den Paragraphen angeführt hat, theile links.) Ich meine das nicht im schlechten Sinne. Die März ich, sie sind von feiner Seite widerlegt worden, aber ich begreife, laufständischen retrutirten sich aus rückständigen daß den Herren da drüben die Vorlage noch viel zu weit geht, nach Elementen. Aber es geht viel zu weit, von aus= ihrer Ansicht ist die Vorlage überhaupt unnük. Die bürgerlichen Iändischem Gesindel zu reden. Das ist ein sehr ein Parteien jedoch, die hier das Volk vertreten sollen, müßten bei dieser feitiger Standpunkt. Ich schäze den Offiziersstand sehr Gelegenheit ihren Mannesmuth beweisen. Denn was sagte Herr hoch, ich habe ihm selber angehört, aber ich glaube, er hat keine v. Puttfamer? Er drohte, daß wenn diese Bestimmung des Gefeßes Ausnahmestellung nöthig. Ich schließe mich den Ausführungen des aufrecht erhalten werde, es zu blutigen Konflikten zwischen Offizieren Abg. Lenzmann an. Bei der dritten Lesung wird hoffentlich eine und Bürgern kommen werde! Wenn Sie gegenüber einer solchen Einigung erzielt werden. Provokation keine andere Antwort haben als den Paragraphen anzunehmen, dann bedauere ich den deutschen Reichstag.( Lachen rechts, lebhafter Beifall links.) Abg. Freiherr v. Langen( tons.): Herr Bebel hat gesagt, nicht Offiziere, sondern das deutsche Bolt hätte die Siege erfochten. Wir verkleinern die Verdienste des Volkes nicht, aber wer giebt den Kriegsminister v. Gokler: Daß der Abg. Bebel die Ereignisse Herren das Recht, eine Grenze zwischen Offizieren und Bolt, und Die Kommission hat diese Bestimmung dahin erweitert, daß die des Jahres 1848 zur Sprache bringen würde, war vorauszusehen. Junkern und Volt zu ziehen? Sind die Junker nicht Theile des Offiziere auch wegen Vergeben festgenommen werden dürfen, Ich glaube aber, daß die Mehrheit des deutschen Voltes über sie deutschen Volkes? Es find im Kriege verhältnißmäßig viermal soviel 101 diese mit Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte bedroht sind. anderer Meinung ist, daß sie sie als traurige Ereignisse bedauert. Offiziere gefallen, als Gemeine. Ich leite daraus tein Ver Die Abgg. Mundel u. Gen.( frf. Wp.) beantragen: Die( Buruf des Abg. Bebel: Wir hätten sonst kein Deutsches Reich!) dienst für die Offiziere her, das war ihre verdammte Pflicht Verhaftungsbefugniß gegenüber Offizieren auszusprechen, wenn es Die Ausführungen des Herrn Bebel über die Offizierehre fann ich und Schuldigkeit. 28enn jedermann die Offiziere festnehmen kann, fich um ein nicht auf Antrag zu verfolgendes Bergehen handelt. nicht ernst nehmen. Der Abg. Bebel hat wieder bestritten, daß der dann ist dazu auch jeder Gemeine und Gefreite berechtigt und Die Abgg. A uer u. Gen.( Soz.) beantragen, die in der Vor- Offizier eine besondere Ehre Ehre hat. Darüber zu streiten, dann Adieu Disziplin. Wenn Sie so sehr gegen Ausnahmestellung Lage und Kommissionsfassung für Offiziere vorgesehenen Ausnahmen ist zwecklos. Der Offizier muß feine besondere sind, warum haben Sie die Immunität der Abgeordneten eingeführt? ganz zu streichen. Ehre haben, sonst leistet er nicht das, was er In Beiten der Noth ist das Offiziertorps noch eine Abg. Puttkamer- Plauth( t.) beantragt die Wiederherstellung im Kriege und im Frieden leisten muß. Wir sind stolz darauf, bessere Voltsvertretung als der Reichstag. der Regierungsvorlage. den Rock zu tragen, den auch der König trägt, und sind daher auch n bezug auf die Märztage bin ich anderer Auffassung wie der Abg. Baffermann( natl.): 3u gunsten des Regierungsentwurfs berechtigt, ihn des Königs Rock zu nennen. Daß aber auch das Abg. Mundel. Auch der Gründer des Deutschen Reichs, unser läßt sich vor allem das sagen, daß der Begriff des Verbrechens auch deutsche Volt an den Erfolgen des Jahres 1870/71 feine Ver- Kaiser Wilhelm I. war als Prinz von Preußen anderer Meinung ohne weiteres leicht festzustellen ist, während die Unterscheidung dienste hat, wird niemand leugnen. Die Hauptsache bleibt über die Voltserhebung als Herr Munckel.( Bravo! rechts.) zwischen schweren und leichten Vergehen von einem Laien nicht so aber stets das Offiziertorps. Herr Bebel hat es sich Abg. Spahn( 3) befürwortet noch einmal die Kommissionsficher vorgenommen werden kann. Man muß ferner bedenken, daß freilich nicht versagen fönnen, auch die Jahre 1806/1807 auszuspielen. fassung. solche Gesetze nicht nur für ruhige Zeiten geschaffen werden, sondern auch Damals lag die Schuld aber an ganz anderen Dingen, als an der Abg. Frhr. v. Stumm( Rp.): Ich muß der historischen Darfür aufgeregte, revolutionäre Beiten; und in Rücksicht darauf halte Untüchtigkeit der Offiziere. Uebrigens, wenn damals Herr Bebel stellung des Abg. Munckel über die Entstehung der Verfassung ent ich es nicht für gut, daß wir den Zündstoff durch solche Be- mit seinem Voltsheere Napoleon I. gegenübergeftanden hätte, gegentreten. Munckel's Darstellung ist nichts weiter als eine unstimmungen, wie die Kommission sie hier vorschlägt, und wie sie ge- so hätte er noch ganz andere Niederlagen erlitten. erhörte Geschichtsfälschung gewesen. Die Verfassung war längst eignet sind, Säbelaffären und dergleichen hervorzurufen, noch zu( Heiterkeit lints.)- Auf die einzelnen Fälle, die Herr versprochen vor den Märztagen, die preußische Verfassung war ein vermehren. Ich erkläre daher namens meiner politischen Freunde, Bebel angeführt, brauche ich ich nicht weiter einzugehen. freies Geschenk des Königs, wie die Reichsverfaffung ein freies daß wir gegen die Fassung der Kommission und für den Antrag der Der Fall in Koblenz ist schon einmal ausführlich behandelt worden; Geschenk der deutschen Fürsten. Es mögen ehrenwerthe Konservativen, der den ursprünglichen Regierungsentwurf aufnimmt, er liegt ganz anders, nur der Abg. Bebel hat nichts gelernt. Leute unter den Straßen Kämpfern gewesen sein. Die stimmen werden. Ich komme nun zu dem vorliegenden Paragraphen. Für mich Anstifter waren polnisches und französisches ist der Fall vollkommen undenkbar, daß ein Offizier flieht oder seinen Gesindel. Es ist eine historische Thatsache, daß die ersten Namen verleugnet. Die Bestimmung des Entwurfs ist daher aus Schüsse von einem polnischen Revolutionär abgegeben sind, daß die reichend. Es handelt sich hier einfach um die Frage beiden Posten an dem Bankgebäude in feiger und niederde 3 Vertrauens zu unserem Offizierkorps. Im trächtiger Weise ermordet worden sind. Wir empfinden. Interesse des Eindrucks auf die Armee muß ich Sie über die Märstage tiefste Scham!( Bravo rechts.) baher bitten, den Paragraphen anzunehmen, wie die verbündeten Abg. Beckh( frs. Vp.): An der Revolution von 1848 ist bie Regierungen ihn vorgeschlagen.( Bravo rechts.) französische Revolution, Schuld gewesen.( Lachen). Es haben sich. die ehrenwerthesten Leute an ihr betheiligt. Von einem freien Ge schenk der Fürsten kann bei der Verfassung keine Rede sein.( Lachen rechts.) Abg. Lenzmann( frf. Bp.): Ich muß den Antrag Beckh- Munckel zur Annahme empfehlen, da er das Jutereffe der Armee in keiner Weise verlegt. Was der Herr Kriegsminister da gesagt hat von der Unmöglichkeit, daß ein Offizier jemals flieht, ist einfach unrichtig. Ich selbst habe einen Offizier bei der Fahnenflucht festnehmen lassen. ( Hört, hört! links.) Ein Offizier, der bei einem Verbrechen in flagranti ertappt wird und dann flieht, verdient wohl faum einen besonderen Schuh durch diesen Paragraphen. Ich will noch einen Fall anführen: im Fall einer Majestätsbeleidigung, da muß doch ein Offizir auch sofort festgenommen werden dürfen. Nach preußischem Gefeh kann jeder jeden verhaften, wenn er ihn in flagranti ertappt, und wenn Fluchtverdacht vorliegt. Ich behalte mir noch vor, die Streichung des ganzen Paragraphen, der in dieses Gesetz überhaupt nicht hineingehört, zu beantragen. Kriegsminister v. Goßler: Wenn der Herr Vorredner sich seine Entscheidung für die dritte Lefung vorbehält, so möchte ich ihm anheim geben, jest lieber für die Regierungsfaffung zu stimmen. Was den Fall der Fahnenflucht anlangt, so kann derselbe nur in den 50er oder 60er Jahren passirt sein; ich kann mich auf ihn nicht besinnen. Abg. v. Puttkamer( f.): Ich halte es für gänzlich unerlaubt, mit einem einzigen Fall, in dem ein Offizier sich seines Rockes unwürdig gezeigt hat, eine Gesetzesbestimmung motiviren zu wollen. ein " B Präs. v. Buol: Ich will nur zur Richtigstellung bemerken, daß, so viel ich verstanden habe, Herr v. Buttkamer den Ausdruc Gesindel nur ganz im allgemeinen gebrauchte, nicht aber auf die 1848 Gefallenen bezogen hat. Abg. Bebel( Soz.): Herr v. Puttkamer meinte gestern, es schiene, als folle hier ein Gefeß gegen die Offiziere gemacht werden. Das ist nicht der Fall, wir wollen nur die allgemeine Rechtsgleichheit, daß jeder, der ein Verbrechen begangen hat, auch dafür zur Verantwortung gezogen werden kann. Nur ein Saz aus der gestrigen Rede des Herrn v. Puttkamer hat mich erfreut: auch der Geringste im Bolte tönne seine Ehre ebenso schüßen, wie der höchste Offizier. Wie kommt man dann aber dazu, eine befondere Offiziersehre schaffen zu wollen. Dies ist ein rein fonventioneller Begriff, den wir eben nicht gelten lassen. Der Umstand, daß der Offizier des Königs Rock trägt, zwingt ihn, diesem Rock der übrigens Abg. Bebel( Soz.): Meine Herren! Die Debatte hat einen des Volkes Rock ist, das ihn bezahlt besondere Ehre zu machen. Umfang angenommen, der weit über die Bahnen des vorliegenden, Thut er dies nicht, beschmußt er sozusagen des Königs Rock, Baragraphen hinausgeht. Ich bedauere das nicht, und ich habe die so müssen Sie doch auch von Ihrem eigenen Standpunti Ueberzeugung, daß das, was heute hier gesagt worden ist, im deutschen: aus wünschen, daß er ohne weiteres festgenommen und zur Wolfe nachzittern wird, und noch mancher jener Herren ba drüben Berantwortung gezogen werden kann. Die traditionelle Offiziers wird etwas zu hören bekommen, was ihm noch lange in den Ohren ehre würde ich nur gelten lassen, wenn Sie beweisen könnten, daß gellt. Ich muß nun zuerst mit einigen Worten dem Herrn Kriegsvon allen Mitgliedern des Offizierkorps diese Ehre stets gewahrt minister antworten. Er hat erklärt die Erinnerung an den wird. Dann wäre aber das erste Gebot, daß ein Offizier seinen 18. März gehöre zu den traurigsten Blättern der deutschen Untergebenen gegenüber feine rohen Schimpfworte gebraucht, daß Geschichte.( Sehr richtig! rechts.) Bereits Herr Mundel hat mit er fein Spieler ist, nicht leichtsinnig Schulden macht und recht daran erinnert: Ohne den 18. März fein Deutsches Reich, teine Frauen und Mädchen verführt. Wollen Sie aber be ohne das Deutsche Reich fein deutscher Reichstag, ohne diefen kein haupten, daß solche Vergehen bei den Offizieren nicht vor Kriegsminister an dieser Stelle.( Lebhafter Beifall links, große kommen? Ich will Ihnen nur ein paar Fälle aus der Unruhe rechts.) Wenn etwas wahr ist, dann ist es bag, baß heute legten Zeit anführen, die das Gegentheil beweisen. Nur noch nicht sozialdemokratisches Blatt als bestes Denkmal der auf eine Aeußerung des Herrn v. Butikamer will ich eingehen. Märzrevolution das Gebäude des deutschen Reichstags betrachtet. Er meinte, den Offizieren gebühre eine ganz besondere Ehre wegen ( Bachen rechts.) Für diesen Gedanken hat vor fünfzig Jahren in der großen Verdienste, die sie sich in den Kriegsjahren 1870/71 er diesen Stunden das sogenannte Gesindel" auf den Barrikaden worben hätten. Abgesehen aber davon, daß auch diese Offiziere ihre gekämpft. Daß Gesindel" soll Ihnen noch Ihnen noch nachgetragen Siege nicht hätten erfechten tönnen, wenn die Mannschaften nicht werden, das wird Ihnen nicht vergessen. Es ist eine Infamie, bis zum letzten Augenblickt ihre Schuldigkeit gethan hätten, brauche Wenn der Abg. Bebel den März Tagen einen Lorbeerkranz die Männer, die damals ihr Leben.( großer Lärm rechts, leb ich ja nur daran zu erinnern, wie sich die Offiziere in den Jahren spenden will, so würde ich darauf nicht eingehen, denn ich halte haftes Bravo links), es ist eine Infamie, sage ich, diese Männer 1806/7 benommen haben und daß das Volk dann 1813 wieder das für irrelevant. Wenn er aber dem preußischen Junker Gesindel zu nennen.( Anhaltender Lärm rechts.) Haben Sie denn gut machen mußte, was die Offiziere 1806/7 verbrochen hatten. thum Vorwürfe all den Kopf wirst, so muß ich die Liste der Männer gelesen, die damals niedergemezelt worden Wenn überhaupt historische Beispiele herangezogen werden, dann ihm sagen: fagen: jene Revolution ist nur durch find?( Rufe rechts: Ausländer.) Haben Sie die Liste gelesen? haben wir auch das Recht, an jene Zeit zu erinnern und Sie ausländisches Gesindel verursacht worden, das hier ist sie in meinen Händen, kein fremder Name unter all den fönnen garnicht wissen, ob nicht eines Tages wieder eine solche unser braves preußisches Volt verführt hat.( Große Unruhe und 185 Leichen, kein Ausländer, fein Franzose, fein sogenannter Pole. Unglücksperiode über Deutschland durch Schuld der Offiziere herauf- Heiterkeit. Zurufe.) Und was war der Erfolg jener Revolution? Pfui Teufel, meine Herren, daß Sie angesichts dieser historischen befchworen wird. Ich will es ja nicht wünschen; wir müssen uns aber Es sind nur Reformuen durchgeführt worden, die Se. Majestät ohnehin Thatsache sich erdreiften, von„ Gesindel" zu sprechen.( Anhaltender auf das entschiedenste dagegen wehren, daß der Krieg von 1870/71 einführen wollte.( Lachen lints.) Es mußte auf diese blutigen großer Lärm rechts.) Diese Männer haben 1848 gethan, was Sie als Grund für die Ausnahmestellung der Offiziere geltend gemacht Ausschreitungen eine Periode der Reaktion folgen. Wir wollen dem 1870 gethan zu haben vorgeben... wird. Betrachten wir doch das praktische Leben. Da geht Offizier eine gewisse Ausnahmestellung einräumen, weil er durch ein Mann mit seiner Frau abends nach Hause. Er be- seine Uniform tenntlich ist und leicht festzustellen ist. Mit blutigen gegnet einem Offizier nehmen wir als Milderungsgrund an, Vorkommnissen habe ich nicht gedroht, fondern ich habe gerade die dieser sei betrunken, aber in diesem Zustand begeht Fassung der Kommission bekämpft, um blutigen Konflikten vor er eine Gemeinheit gegen die Frau. Jeht verlangt der Bürger empört zubeugen. Herrn Bebel wird es nicht gelingen, den Offizierstand im Abg. Bebel( fortfahrend): Ich nehme kein Wort zurück von die Festnahme des Offiziers und dieser, dem jest bewußt wird, was Wolfe herabzusetzen.( Bravo! rechts.) dem, was ich gesagt habe.( Bravo! links. Erneuter großer Lärm ihm bevorsteht, weigert sich. Der Bürger ist dann garnicht im stande, Abg. Gröber( 3): Es fragt sich einfach, sollen Privatpersonen rechts.) Ich nehme um so weniger etwas zurück, da sich unter den den Offizier festnehmen zu lassen, ohne sich einer schweren Beleidi- befugt fein, nicht nur Unteroffiziere und Soldaten, sondern sogenannten historischen Quellen der Herren höchstwahrscheinlich ges gung oder gar der Freiheitsberaubung schuldig zu machen. Mir ist auch Difiziere festzunehmen, wenn sie bei Begehung einer strafbaren wisse Briefe Friedrich Wilhelms IV. befinden, die aber deutlich beweisen, folgender Fall bekannt geworden. Ein paar Offiziere gerathen mit Handlung auf frischer That überrascht werden. Wir sind der daß der Mann schon damals geistestrant war und unfähig, auf einem einer Anzahl Zivilisten auf der Straße in Streit, wobei es zu Thät- Meinung, daß kein Grund vorliegt, dem Offiziersstand eine solche Thron...( großer Lärm rechts). Meine Herren, sehen Sie sich lichkeiten kommt. Nachtwächter fommen hinzu und nehmen auf Ber- Ausnahmestellung einzuräumen, obwohl wir dem Offiziersstand alle doch einmal die Liste an all der Mitglieder, die zu dem„ Gesindel" langen die Offiziere in Gewahrsam. Es stellt sich nun aber heraus, daß die ihm gebührende Achtung entgegenbringen. Es ist aber von allen gehören. Sind nicht Namen darunter von heute noch lebenden Nachtwächter nur Hilfsbeamte gewesen sind und auf diese Thatsache hin Seiten des Hauses zugegeben worden: es giebt Fälle, in denen eine Männern, die da drüben jetzt zu ihren Besten zählen? Wer ist denn hat das Gericht die Nachtwächter wegen Ueberschreitung ihrer Bes vorläufige Festnehmung der Offiziere nicht gestattet sein soll. Es der rothe Kommunist, Republikaner und Atheist, Organisator von fugnisse und Beleidigung der Offiziere zu neun Monaten Gefängniß bandelt sich also nur noch um die Abgrenzung derfelben. Diese Bauernaufständen aus jener Beit? Ihr heute angebeteter Minister verurtheilt.( Hört, hört! links.) Natürlich muß ein solches Urtheil ist aber außerordentlich subtiler Art. Weder die Sozial- Herr v. Miquel!( Große Heiterkeit links, andauernder Lärm rechts, in weitesten Streifen des Volkes das stärkste Kopfschütteln hervor demokraten, noch wir noch die Konservativen tönnen Glocke des Präsidenten.) rufen. Die Animofität gegen die Offiziere, die in der That vor das so einfach. Die Sozialdemokraten sehen die Konsequenzen ihres handen, entspringt eben der Beobachtung, daß diese bei allen eigenen Standpunktes nicht ein; sie müßten auch vorläufige FeftGelegenheiten bevorzugt werden. Ein anderer Fall ereignete fich nehmung wegen einfacher Uebertretung beantragen. Alle Untervor einem Jahre in Hamburg. Auf dem Perron eines Pferdebahn- scheidungen haben etwas Mißliches: ich bin praktischer Jurist und Abg. Bebel( fortfahrend): Ich muß es mir also versagen, auf wagens entstand ein kleiner Zwist zwischen einem Schaffner und fönnte in vielen Fällen durchaus nicht ohne weiteres die Grenze diese Liste näher einzugehen. Es ist eine große Zahl von einem Major. Der Major wußte nichts anderes zu thun als den zwischen Bergehen und Verbrechen ziehen; so etwas kann Männern, die wir auch als Mitglieder dieses Reichstages Säbel zu ziehen und dem Schaffner ein Paar ordentliche Schläge oft erst durch das Strafgesetzbuch entschieden werden. Wir fennen gelernt haben; einzelne fizzen noch heute in unseren Izu an den Kopf zu versetzen. Das ist doch ein ganz unwürdiges Ver- haben 11113 deshalb bemüht, eine andere Grenze zu Reihen, hier auf den Bänken der Nationalliberalen.( Leb. fahren, so lange noch die Möglichkeit vorlag, die Person des be- finden und halten die Unterscheidung zwischen Vergehen, welche den hafte Zustimmung links, großer Lärm rechts und bei den National treffenden festzustellen. Der Major ist übrigens nachher mit vier Verlust der Ehrenrechte nach sich ziehen und anderen für die ein liberalen). Man sagt, die Junker seien nicht an der Revolution Monaten Gefängniß bestraft worden. Hätte der Fäll indeß so gelegen, fachste. schuld gewesen. Ja, meine Herren, hätte der damalige König nicht daß es nicht möglich war, feine Person festzustellen ohne ihn zu ver- Abg. Munckel( frs. Bp.): Wir wollen mit unserem Antrage an den Junkern seinen Rückhalt gehabt, wäre er niemals im stande haften, so wäre dies wieder nicht möglich gewesen, obgleich, wie dem Ansehen des Offizierkorps einen Dienst erweisen. Die Fälle gewesen, jener Bewegung, die sich bereits in den ganzen vierziger aus dem Strafmaß hervorgeht, schwere Störperverlegung vorlag. werden sehr selten sein, je seltener sie aber sind, um so eher wird Jahren bemerkbar gemacht hatte, Widerstand zu leisten( Zachen rechts.) Es kommt noch hinzu, daß alle solche Fälle jetzt auch das Offiziertorps auf sein Vorrecht verzichten können. Es handelt Ich erinnere Sie an das bekannte Wort, mit dem im Jahre 1847 vor dem Militärgericht entschieden werden sollen und es ist ja tlar, sich ja auch nur um Festnahme, wenn die Persönlichkeit nicht sofort der vereinigte Landtag einberufen wurde: Zwischen mich und mein daß diese gegen die Offiziere stets besonders milde vorgehen. Noch festzustellen ist. Ich würde den Antrag auf Streichung für das Volk soll sich fein Stück Papier, wie eine Verfassung drängen.( Sehr ein Fall, der sich in Koblenz abspielte. Wegen einer lächerlichen befte halten. Dem Abg. v. Puttkamer erwidere ich: wir sehen richtig! rechts.) Das war im Frühjahr 1847. Das nenne ich eine Lappalie tam es zwischen einem jungen Mann aus sehr anständiger den 18. März für einen Tag der Trauer an, aber wir feiern entschiedene Absage an jede Verfassung, und da stellen die Herren Familie mit einem Offizier zum Streit. Dieser zieht sofort den den Tag der Boltserhebung zugleich als Tag der Freude, von dem heute die kühne Behauptung auf, die Verfassung sei die freiwillige Degen, holt den flüchtenden jungen Mann mitten auf der Rheinbrücke ein das Berfaffungsleben datirt. Ohne diesen Tag hätten wir kein Entschließung des damaligen Königs gewesen.( Sehr richtig! und verwundet ihn erheblich. Der Offizier ist mit einem einzigen Deutsches Reich und keinen deutschen Reichstag. Es giebt keine rechts, lebhafter Widerspruch und zurufe links.) Wissen Sie denn Jahre Festung davongekommen und nachher wieder in demselben ungeeignetere Stelle, das Andenken der Märzgefallenen zu schmähen nicht, was dem 18. März voranging? Wissen Sie nicht, daß Regiment angestellt worden. als den deutschen Reichstag. Die Gefallenen haben gefämpft für bereits am 16. März große Straßengefechte waren, wissen Sie nicht, Heute sind es gerade 50 Jahre her, daß der große Kampf eine gute und heilige Sache. Ich will von der Tribüne hier dem daß am 17. März die vom Bürgerthum organisirten Schuhwachen entbrannte, wo das Volt sich die Rechtsgleichheit aller Stände Gedanken Ausdruck geben, daß der 18. März ein Tag ist, an den beschloffen hatten, am 18. März vor das königliche Schloß zu treten erwarb. Diefelbe Gesellschaftsschicht, zu deren Wortführer sich das deutsche Bolt und Preußen mit Erhebung zurückdenken muß. und ihre Petitionen zu überreichen? Was erklärte da Friedrich jetzt der Abgeordnete v. Puttkamer aufwirft, das preußische Junker Präsident v. Buol: Ich bitte Sie, die Bedeutung des heutigen Wilhelm IV? Der König will, daß Preßfreiheit herrsche, der König ihum hat die Revolution von 1848 hervorgerufen. Es ist Tages nicht zur Hauptsache in der Diskussion werden zu laffen. will, daß der Landtag berufen werde.. Das war die Folge traurig genug, daß wir heute nach fünfzig Jahren uns noch um Abg. Dr. Förster( Reformp.): Ich kann der Mahnung des der Revolutionstämpfe, merten Sie sich das, meine Herren und solche Kleinigkeiten wie den Begriff der Offiziersehre herumstreiten Präsidenten nicht ganz Folge leisten, nachdem die Frage des 18. März schreiben Sie sich's auf( Lachen und große Unruhe rechts); wenn müssen. Das deutsche Bürgerthum ist tief gefunten, hier so ausführlich erörtert worden ist. Es war ja zu erwarten, damals der König von Preußen sein Wort gehalten hätte, dann Präsident v. Buol: Ich kann nicht zulassen, daß der Herr Redner ausführlich über die Liste der an den Aufständen im März 1848 Betheiligten spricht. heute die wie den wären die Berliner Rämpfe nicht nothwendig gewesen, dann gefagt. Eine Verständigung mit den Herren da drüben ist selbst- 1 Präf. v. Buol: Ich habe den Herrn Redner nicht unterbrochen, brauchten wir einen Bismarck nicht, um die deutsche Einheit herzu- verständlich vollkommen ausgeschlossen.( Sehr richtig! Heiterfeit.) weil er persönlich provozirt worden war; ich bitte nun die folgenden stellen. Aber weil der König von Preußen sein Wort verrathen Intereffirt bei der ganzen Sache hat mich nur, daß der Sozial- Herren, die nicht persönlich betheiligt sind, von einer weiteren Dehat, sein Versprechen.( Ungeheurer Lärm rechts, wiederholte demokrat, der an sich teine Veranlassung hat, der Werherrlicher einer batte über den 18. März abzusehen. Rufe: Frechheit! 3ur Ordnung! Glocke des Präsidenten. v. Buol bürgerlichen Revolution zu sein( Sehr richtig! bei den Sozialdemo Abg. Frhr. v. Stumm( Rp.): Ich will den Abg. Bebel an ruft den Redner zur Ordnung, tobender Beifall rechts.) fraten), nahezu der einzige Bertheidiger dieser bürgerlichen Revolution den Fall erinnern, wo er den Hauptmann v. Strombeck in gehässigster Abg. Bebel( fortfahrend): Meine Herren, ich will dann( An- hier war abgesehen von dem Abg. Munckel, und daß die Weise ganz grundlos angegriffen hat.( In diesem Augenblicke wird dauernder Lärm auf der rechten Seite, sehr viele Abgeordnete haben Parteien, die Jahrzehnte lang auf dem Boden der Errungenschaften auf dem Plaße des Abg. Liebknecht ein Bouquet mit dunkelrothen fich erhoben. Abg. Kardorff ruft fortwährend setzen".) Meine Herren dieser Revolution standen, die Männer des Nationalvereins, die als Blunien und rother Schleife niedergelegt.) Die Grundlosigkeit der ich will dann auf das Wischen des Herrn Kriegsministers, daß unter ihr Hauptziel in den 60 er Jahren es betrachteten, die Reichsverfassung Angriffe Bebel's ist gerichtlich nachgewiesen worden. meiner Führung es in den Jahren 1806/7 noch schlimmer gegangen von 1849 auf das Deutsche Reich zu übertragen, vollständig schweigen Abg. Liebermann v. Sonnenberg( Antis.): Nach dem Fana wäre, nicht eingehen. Daß das Junkerthum damals die Nieder- und all die Beschimpfungen, die gegen das deutsche Bürgerthum tismus, den heute Herr Bebel gezeigt hat, ist große Vorsicht bei lage Preußens verschuldet hat, ist unzweifelhaft. Das Junkerthum und die Revolution geschleudert worden find, in Schuß diesem Paragraphen am Plaze. Von Herrn Bebel glaube ich, daß war feit Jahrhunderten die herrschende Klasse in Deutschland und alles nehmen.( Sehr wahr! links.) Abg. v. Bennigsen meldet er sich im Falle eines Kampfes gleich todtschießen lassen würde, Fortschrittliche, was die Regierung Preußens in dieser Beit geleistet hat, sich zum Wort. Große Heiterkeit und wachsende Erregung; nicht wie Herr Bamberger bei Kirchheimbolanden ausgeriffen ist. Tonnte sie stets nur gegen den heftigsten Widerstand des Junkerthums durch die Abgeordneten stehen in Gruppen um den Redner.) um den Redner.) In Dem Abg. Munckel erwidere ich, daß Juden hervorragend setzen. Aber die meisten deutschen Fürsten hatten nicht die Kraft einem stimme ich Herrn v. Puttkamer vollständig zu: Wahr ist, das bei der Revolution Revolution betheiligt waren, freilich in in nicht und nicht den Muth, es mit dem Junterthum aufzunehmen und so preußische Junkerthum hat, nachdem es sich nach den Märztagen besonders muthvoller Weise. Sie haben jedenfalls von dem Maßist dieses schuld an dem ganz verrotteten Staatssystem, das dann von seinem ersten Schrecken erholt, wieder Rückgrat gehabt, mehr mann gehört, der zwar Unter den Linden den Kadetten die Kokarden die Katastrophe von 1806 herbeiführte.( Sehr wahr! links. Große Rückgrat wie das deutsche Bürgerthum, und so ist diese schöne abgerissen, sich aber als die Kugeln pfiffen, in den Strohsack einer Unruhe rechts.) Revolution schmählich zu grunde gegangen.( Beifall links, große alten Frau verkrochen hat. Aber die Liste der Barrikadentämpfer Präsident v. Bnol: Ich muß bemerken, daß auch das, was der Unruhe rechts.) Die Herren Junker find allerdings für ihre Inter- jüdischer Abstammung ist lang. Redner verliest eine lange Reihe Herr Redner jetzt ausgeführt hat, in feiner Weise zum§ 172 gehört. effen muthiger eingetreten, wie das deutsche Bürgerthum es leider bis jüdischer Namen, wird aber schließlich vom Präsidenten unterAbg. Bebel( fortfahrend): Das gebe ich zu( große Heiterkeit), heute noch nicht fertig gebracht hat. Denn wenn das deutsche brochen. man hat mich aber herausgefordert und ich habe das Recht, mich zu Bürgerthum den Muth gehabt hätte, den Sie( nach rechts) stets be- Abg. Vebel( Soz.): Wir Sozialdemokraten, so ist gesagt worden, vertheidigen. Die Herren von der Rechten und insbesondere Herr wiesen haben, dann wären Sie heute nicht mehr auf der hätten bei dieser Debatte eine schwere Niederlage erlitten. Ich hatte v. Buttkamer haben wiederholt davon gesprochen, daß ich aus Bildfläche.( Sehr wahr! links; große Erregung rechts.) Herr zwar gar nicht die Absicht, als ich heute hierher ging, eine solche einzelnen Fällen heraus das ganze Offizierkorps angriffe. Ich habe v. Buttfamer hat dann wieder die Herren von Gottes Gnaden an Debatte herbeizuführen. Aber ich bekenne, sie ist mein Wert indeß ganz ausdrücklich betont, daß jeder Mann aus dem gerufen.( Burufe.) Ach, meine Herren, schweigen Sie doch darüber! und ich bin mit ihm sehr zufrieden. Es freut mich bes Volke, ob Offizier oder Bürger, so lange in meinen Augen ein Wer hat denn die Fürsten von Gottes Gnaden im Jahre 1866 zum fonders, daß auf meine Provokation hin Herr von Ehrenmann ist, bis er durch eine Handlung das Gegentheil bewiesen Teufel gejagt?( Weinutenlanger Lärm.) Das Volt? Das war ein Bennigfen fich über das Revolutionsjahr 1848 geäußert hat. Das ist, meine ich, flar genug, aber da es denn doch solche Fürst von Gottes Gnaden, der damalige König von Preußen, und hat. Namentlich im ersten Theil seiner Rede hat er soviel Wahres Individuen giebt, deshalb wird dieses Gesetz gemacht. Wie groß wenn man so mit seinen eigenen Herren Vettern von Gottes Gnaden und Richtiges über die Nothwendigkeit einer Revolution in damaliger die Zahl der Fälle ist, bleibt ja ganz außer betracht, wenn auch aufräumt, dann hat auch das Volk das Recht, eines Beit gesagt, daß ich mit ihm völlig einverstanden bin. Herr nur ein Fall in fünf Jahren vorkommt, so muß dieser Fall so ge- ages ebenso aufzuräumen.( Tosender Beifall links; v. Bennigsen glaubt nur, den 18. März von Berlin beiseite schieben troffen werden, wie er von bürgerlichen Gerichten getroffen wurde. Schreie und Aufregung rechts.) zu können. Der 18. März von Berlin hängt eng zusammen mit Natürlich muß ich einzelne Beispiele anführen. Herr v. Butifamer und Was dem einen recht ist, ist dem andern billig. Und reden Sie dem 24. Februar von Paris, und wenn er glaubt, in dem Frank seine Freunde haben ja auch seinerzeit bei der Börsenvorlage nicht nur auch nicht gar zu sehr mehr von Ihrem Muth im Jahre 1848; furter Parlament einen Rechtsboden gefunden zu haben, so sage ich, behauptet, daß die gesammten Börsianer Schurken, Betrüger und Sie haben wohl vergessen, daß damals der Prinz von Preußen so diefer Rechtsboden war die Frucht der Revolution, speziell bes Schwindler feien, Sie haben aber gefagt, es giebt unter den eilig wie möglich sich aus dem Staube machte, als Postillon ver- 18. März von Berlin, der auf den Gang und die Entwickelung Börsianern ein paar faule Subjekte, und die wollen wir fleidet.( Die fortgesette Unruhe wird wieder stärker.) Rufen Sie der Dinge ganz entscheidenden Einfluß gehabt. Mit dem, was Herr treffen, um die ehrlichen Leute zu schüßen. Ich habe nur nicht die Erinnerungen wach, die bieten gerade kein schönes v. Bennigsen über die Straßenfämpfe gesagt hat, gefagt hat, dürfte auch nicht bestritten, daß unsere Offiziere tüchtig sind, sondern Bild Ihrer Rolle in der damaligen Zeit.( Burufe; andauernde Er- wohl der ihm sitzende Abg. Hammacher nicht habe nur ihren Verdiensten 1870 das Verdienst des Volles regung.) Was die weitere Bemerkung des Herrn v. Putttamer an- immer einverstanden gewesen sein. Erft fürzlich hatte ich hervorgehoben. Es wäre ja auch traurig, wenn die Leute, die von langt, so steht meiner Methode die Ihrige gegenüber; die Methode einen vom Abg. Hammacher unterzeichneten Aufruf in der Hand, in Jugend auf für das Handwerk erzogen sind, es hernach nicht ver- der fortgesetzten Unterstellung von Dingen, die ich nie gefagt. So welchem zu bewaffnetem Widerstande aufgefordert wurde.( Große stehen. Wir Sozialdemokraten find nicht auf Kriegsakademien er lange Sie feinen Beweis für Ihre Behauptungen bringen, erkläre ich Seiterkeit links). Also fangen Sie nicht erst an abzuleugnen, Herr zogen worden, haben keine militärischen Studien gemacht; wenn wir sie für Verleumdungen.( Stürmischer, lang anhaltender Beifall links; v. Bennigfen, Sie müßten sonst Ihre nächsten Freunde verleugnen. das aber thun wollten und müßten, dann könnten wir es genau so große Unruhe rechts.) Herr v. Bennigsen hat dann von dem Junker Bismarck gesprochen, gut, wie die Herren da drüben von Gottes Gnaden und wie die Abg. v. Bennigsen( natl.): Wir kennen den Abg. Bebel als ber es so glänzend verstanden hat, den veränderten Verhältnissen Edelsten der Nation.( Sehr gut! und Heiterkeit links.) einen Mann, der im Gegensatz zu manchen seiner Parteigenoffen be- Rechnung zu tragen. Ich will mich mit Herrn v. Bennigsen nicht leber den§ 172 ist ja nun auch heute wieder disputirt worden kanntlich alle bürgerlichen Parteien in eine einzige reaktionäre Maffe in einen Geschichtsstreit einlassen. Wenn er aber den Kaiser und besonders die Herren Gröber und Spahn haben nachzuweisen zusammenwirft, um freie Bahn zu bekommen für den sozialdemo- Wilhelm I. als Gründer des neuen Reiches gepriesen hat, so will gesucht, wie schwer es sei, im Sinne der Regierungsvorlage zu fratischen Zukunftsstaat, dessen Entstehung Herr Bebel ja für das ich ihn nur daran erinnern, wie viel Mühe es gekostet hat, ihn zur handeln. Nun, ich meine, diefelben Schwierigkeiten fprechen gegen letzte Jahr dieses Jahrhunderts angesetzt hat.( Beifall rechts.) Ich würde Annahme der Kaiserkrone zu bewegen. Das geht ja auch aus dem den Antrag der Kommission. Es ist ganz unmöglich, daß ein Laie all heute das Wort nicht ergriffen haben, wenn Herr Bebel in seiner Tagebuch Kaiser Friedrichs III. hervor. Und die Lente da drüben das im Augenblick beurtheilen kann, was der Entwurf verlangt. Es letzten Rede mich und meine Freunde nicht geradezu provozirt hätte. rechts, die sich so als Patrioten aufspielen wäre ja gut, wenn in der Schule etwas mehr Gesetzeskunde statt an- Herr Bebel hat behauptet, die gesammte nationale Thätigkeit meiner lange ist es denn her, daß fie gegen die deutsche derer Dinge getrieben würde, damit die Leute, wenn fie ins Leben Freunde basire im wesentlichen auf den Erfolgen der Berliner Einheit daß aufgetreten find, Kreuz- Zeitung" treten, wissen, was sie als Staatsbürger für Rechte und Pflichten Revolution von 1848. Und diese wollten wir nun verleugnen, obgleich deutschen Einheitsgedanken bekämpft hat. Nein, meine Herren, haben. Das ist aber nicht der Fall und es können deshalb noch wir lediglich durch sie Jahre lang in dem neuen deutschen Reichstag Sie brauchen nicht so dicke thun. Ihr deutsches Nationalgefühl ist häufig Irrthümer vorkommen. Zum Schaden derjenigen, die man hätten thätig fein tönnen. Nein, so liegen die Dinge ein außerordentlich junges.( Sehr richtig! links. Nuf rechts: Sie von rechtswegen schützen soll. denn doch lange nicht.( Beifall rechts.) Das allerdings haben gar keins.) Herr Licberinann v. Sonnenberg hat hier viele Nun komme ich noch auf einen Haupttrumpf des Herrn ist zweifellos: die Februar- Stevolution in Paris, die ganz un jüdische Namen aufgezählt. Er kann wenigstens den Juden nicht v. Langen. Er meint, wir alle nehmen doch die Immunitäts- erwartet, unvorbereitet auf fämmtliche europäische Staaten überging, Feigheit vorwerfen. Da sie zu den Unterdrückten gehörten, ist die bestimmungen des Artikel 31 der Verfassung für uns in Anspruch. die wie ein Gewitter und Erdbeben durch ganz Europa zog, hat Theilnahme der Juden an der Revolution ganz erklärlich. Aber es Herr v. Langen, hätten Sie diesen Artikel nur gelesen, so bätten Sie einen Theil des alten Europa's zu Grabe getragen; da, wo man ver- gehört Muth dazu, sich an einer revolutionären Bewegung zu be ihn hier nicht erwähnt, denn er paßt absolut nicht her. Er lautet: fucht hat, nachträglich das Alle wieder herzustellen, wie in Italien, theiligen. Auch unter den Gefallenen ist ein Jude. Die Juden Ohne Genehmigung des Reichstages fann fein Mitglied desselben da ist die Katastrophe noch viel schneller und viel gründ waren doch übrigens Deutsche, von keinem ist erwiesen, daß er nicht während der Sigungsperiode wegen einer mit Strafe bedrohten licher gekommen. Das Jahr 1848 giebt uns einen neuen unter uns geboren und erzogen worden ist. Auch Abg. v. LieberHandlung zur Untersuchung gezogen oder verhaftet werden, außer historischen Beleg dafür, daß große Veränderungen im mann hat fein einziges Exemplar jenes ausländischen Gesindels hier wenn er bei Ausübung der That oder im Laufe des nächstfolgenden Leben der Völker selten oder niemals ohne gewaltsame Erschütte- namhaft machen können. Tages ergriffen ist. Das ist ganz etwas anderes, denn wenn ich rungen vor sich gehen können; das ist ein Gesetz der Geschichte; bei einer Beleidigung im Privatgespräch ertappt werde, ist hiernach und das ist auch durch jene Revolution in Deutschland bestätigt meine Immunität verloren. Ihr Beispiel trifft also nicht im ge- worden.( Almälig wachsende Unruhe.) Aber, wenn Sie glauben Abg. Munckel( frf. Vp.): Herr v. Liebermann wird mir dankbar ringsten zu. Doch meine Herren, es find genug der Worte gewechselt,( zu den Sozialdemokraten), weil Ihnen das so besser paßt, daß gerade sein, daß ich ihm Gelegenheit gegeben habe, in der Aufzählung so laßt uns Thaten sehen: streichen Sie die Nr. 3 des Paragraphen. der 18. März 1848, an dem ja leider das Königthum eine schwere lieber und ihm so lieblich klingender Namen förmlich zu schwelgen. ( Lebhafter Beifall bei den Sozialdemokraten.) Niederlage erlitten( Unruhe rechts) nicht das Militär, das( Heiterkeit). Mit Herrn v. Stumm mich hier historisch auseinander Abg. v. Puttkamer- Plauth: Ich will in dem leidenschaftlichen Militär hat über den Wolfshaufen gesiegt( Beifall rechts), aber das zusetzen, würde nicht erlaubt und wohl auch vergeblich sein. Wenn Tone des Abg. Bebel nicht fortfahren. Wer diesen leidenschaftlichen Königthum hat eine schwere politische Niederlage erlitten Herr v. Stumm Scham empfindet, so will ich ihn in diesem schönen, Zon gehört hat, wird wohl die Hoffnung aufgeben müssen, daß die wenn Sie also glauben, daß gerade der 18. März 1848 für wohlthätigen und bei ihm wohl selten vorkommenden Gefühl nicht Sozialdemokratie jemals eine friedliche Reformpartet werden wird. Die Weiterentwickelung der Dinge in Deutschland, für die stören.( Große andauernde Heiterkeit links.) ( Sehr richtig! bei den Sozialdemokraten.) Herr Bebel fälscht meine Umgestaltung Deutschlands, für die große Stellung, die Abg. v. Liebermann( Antis.): Die Fülle der von mir aufWorte, wenn er behauptet, ich hätte gefagt, die evolutionäre von Deutschland nachher noch gewonnen, verantwortlich zu machen ist, geführten Namen und der eine vom Abg. Bebel konstatirte Gefallene 1848 feien ausländisches Gesindel gewefen. Ich habe nur so irren Sie ganz bedeutend.( Beifall rechs; lautes Laches bei den spricht für meine Auffassung. gefagt, ausländisches Gesindel hat unser braves Sozialdemokraten.) Nein, auf all dies hat jener Tag in Berlin Abg. v. Stumm( Rp.): Bei Herrn Munckel ist das Gefühl der Volt verführt.( Ruf links: Das ist ganz daffelbe.) nicht den geringsten Einfluß gehabt. Nur verhängnißvoll und Scham nicht nur selten, es scheint ihm völlig zu fehlen. Ich lege Werth darauf, festzustellen, daß Herr Bebel störend ist er gewesen. Und wenn Sie verlangen, daß wir mit Abg. Munckel( frs. Vp.): Ich habe noch teine Veranlassung die Märadebatte angefangen hat mit seiner Verherrlichung der Stolz an ihn an ihn zurückdenken follen, so sage ich: nein, gehabt, mich zu schämen, daß ich an sich des Gefühls der Scham Revolution.( Sehr richtig, rechts.) Der Krieg von 1870/71 war die Erinnerung für 13, das ist das Parlament in fähig bin, beweise ich dadurch, daß ich dem Abg. v. Liebermann nicht nothwendig, um den Erbfeind endlich einmal gründlich zurück- Frankfurt( Großer Lärm; Abg. Bebel schlägt mehrmals in Auf- antworte.( Große Heiterfeit lints.) zuwerfen. Es ist wahr, daß das Junferthum 1848 ein Rückgrat für regung auf das Bult: Unglaublich!), zusammengesetzt aus den besten Bei der Abstimmung wird der Antrag Munckel gegen die bas Königthum gebildet hat. Wäre das nicht der Fall gewesen, so Kräften des Voltes, aus den edelsten Männern der Nation. Ich Stimmen der Freisinnigen und Sozialdemokraten abgelehnt, ebenso wären wir zu Zuständen gekommen, wie in Frankreich am Ende sage also: die Bedeutung der Bewegung von 1848 zu leugnen, das gegen die Stimmen der Konservativen, Nationalliberalen und einiger des vorigen Jahrhunderts. E3 liegt mir fern, auf die wäre historisch eine Thorheit, sie ist ja dieselbe, die ihren Abschluß Mitglieder der freisinnigen Vereinigung der Antrag der Kon Leute einen Stein zu werfen, die in ihrer Verblendung gefunden hat in den glorreichen Jahren 1870 und 1871. Aber fervativen. die Kommissions. Angenommen wird die fich gegen den König von Gottesgnaden und die Obrigkeit nicht die Straßenkäpfe in Berlin, sondern die ganze Bewegung fassung. Der Antrag der Sozialdemokraten ist damit gefallen. von Gottes Gnaden vergangen haben. Aber ich will doch meine ich, die damals Deutschland ergriffen.( Beifall bei den Die folgenden Paragraphen werden debattelos in der Kommissions. hervorheben, daß es der mildherzigen Güte des Königs Friedrich Nationalliberalen; Schweigen bei den Konservativen.) faffung angenommen. Wilhelms IV. zu danken war, daß nicht noch mehr Blut geflossen Es ist bereits erwähnt worden, welche Rolle damals dem nachist. Herrn Miquel brauche ich nicht zu vertheidigen, wir schäßen maligen Kaiser Wilhelm auferlegt worden ist, wie er fliehend ihn als hervorragenden Staatsmann und königstreuen Mann. Was Berlin verlassen mußte, der Mann, der später an der Spitze er in seiner Jugend gethan hat, kommt für uns gar nicht in be- des siegreichen Heeres unter dem Jubel des ganzes Volkes( Vertracht. Herr Bebel hat heute das Offizierstorps seiner Hochachtung neinende Zurufe links) in Berlin einzog, der in der Geschichte eine versichert, mit dieser Hochachtung stimmt das sonstige Verhalten des Figur bildet für alle Zukunft, wie sie an erhabener und ehrfurchts Abg. Bebel gar nicht überein.( Bravo! rechts.) gebietender Bedeutung ihres Gleichen nicht hat.( Großer Beifall rechts; Abg. Dr. Kropatscheck( f.): Der Abg. Bebel verdient unseren ironisches Lachen bei den Sozialdemokraten.) und an einen Mann Dank dafür, daß er diese Frage aufs Tapet gebracht und in dieser müssen wir noch denken, wenn wir die Bedeutung jener Zeit recht Weise behandelt hat. So etwas von haßerfüllter Wildheit habe ich erkennen wollen: War es nicht der Junker Otto von Bismarck hier noch nicht gehört. So etwas verträgt sich nicht mit der Würde Schönhausen, der damals als einer der entschiedensten Gegner der des Parlaments, das gehört vielleicht in Boltsversammlungen. Aber Straßenkämpfe dagestanden hat?( Großer Beifall rechts.). Und ist wir sind ihm doch dafür dankbar, weil wir ihm antworten können. das nicht gerade ein Beweis dafür, daß jene Straßenkämpfe nur Auch wir danken etwas dem 18. März 1848, nämlich, daß er uns etwas Borübergehendes bedeuteten( Lachen Vorübergehendes bedeuteten( Lachen bei den Sozialbie feste, unerschütterliche Armee gebracht hat, die Armee, I demokraten), daß dieser Mann gerade aus dem Kreis der fie in jenen schweren Tagen bewiesen, was Treue und Mannhaftig jenigen hervorgegangen ist, die damals geschlagen und verfolgt teit bedeutet, die Armee, der wir die Siege von 1866, 1870-71, der wurden; dieser Mann, der bei der vollständigen Veränderung der wir die Größe und Macht des Deutschen Reiches verdanken.( Beifall! Gesinnung des ganzen Volkes den König Wilhelm bewogen hat, die rechts.) Auch wir denken mit Stolz an den 18. März 1848, an die Existenz des preußischen Volkes dafür einzusehen, daß aus dieser glorreiche Rolle, die unser tapferes Heer damals spielte, als es umgestaltenden Bewegung das neue Deutsche Reich hervorgehe? muthig und ohne Besinnen in Treue zu seinem König gegen das( Tosender Beifall rechts.) Es war eben der ungeheure Irrthum, ungetreue Volt kämpfte.( Großer Beifall! rechts.) dem sich viele Achtundvierziger hingaben, und den Sie( zu den Abg. Bebel( Soz.): Meine Herren, es freut mich außerordent Sozialdemokraten) noch jetzt theilen, daß Sie glauben, mit 3u lich, daß ich die falte Schulmeisternatur des Herrn Dr. Kropatscheck ftimmung des Auslandes, der Franzosen tönne die Einheit des einmal so in Rage gebracht habe; ich glaube, er hat in seinem Deutschen Reiches begründet und aufrecht erhalten werden, daß sie ganzen Leben noch nicht so geredet. Wenn er nun glaubt, mir zu glauben, wenn die Fürsten erst alle vertrieben find, dann würden auch die besonderem Dant verpflichtet zu sein für das, was ich heute hier Franzosen mit uns sein, dann würde die allgemeine Voltsverbrüderung hervorgerufen, so kann ich ihm meinerseits sagen, daß ich mit dem stattfinden. Nein, Herr Bebel, der Gegenfaß der Völker, die Eigen Verlauf dieses Tages ganz außerordentlich zufrieden bin.( Burufe.) art der Völker wird bestehen bleiben, mag Regierung und Verfassung Und wenn die Herren da drüben ebenfalls damit zufrieden find, nun, dann würden sich ja ganz ausnahmsweise einmal die Extreme zufammenfinden. unter den einzelnen Völkern sein, wie sie wolle. Die Einheit und Größe des Deutschen Reiches ist das Werk großer Staatsmänner; jener Märztag in Berlin steht unserm Herzen nicht nahe.( Beifall Es fällt mir selbstverständlich nicht ein, Herrn Dr. Kropatscheck, bei den Nationalliberalen.) bem gelehrten Schulmeister, gegenüber mit seiner großen Geschichts- Ich hätte all das hier nicht vorgebracht. Aber gegenüber solchen fenntniß.( Buruf des Abg. Kro patscheck: Die hat ein Drechsler- Angriffen, in einer Leidenschaft und Gehässigkeit, wie sie hier im meister auch nicht! Große Heiterkeit. Abg. Bebel lächelt mitleidig. Reichstage wohl noch nie erlebt worden ist, glaubte ich nicht Der Schluß seines Sages geht in der Unruhe verloren.) Ich habe ja, schweigen zu dürfen, so wenig auch das, was ich sagte, mit dem was ich über den 18. März und seinen Zusammenhang mit vorliegenden§ 172 zu thun hat.( Beifall rechts; große, lang an den folgenden geschichtlichen Ereignissen zu sagen hatte, genügend haltende Unruhe; Abgeordnete stehen in Gruppen herum.) Die Disfuffion wird hierauf gefchloffen. Persönlich bemerken Die Abgg. Auer u. Gen. beantragen, hinter dem§ 179 folgen. den neuen Paragraphen 179a einzufügen: Begründet der Jubalt einer periodischen Druckschrift den Thatbestand einer strafbaren Handlung, für welche nach§ 20 Absatz 2 des Gesetzes über die Presse vom 7. Mai 1874 der verantwortliche Redakteur als Thäter haftet, oder handelt es sich um Ermittelung der Person des Einsenders oder Verfassers einer Druckschrift oder eines Theils einer solchen, so sind Verleger, Redakteur und Drucker sowie deren zur Herstellung der Druckschrift verwendetes Hilfspersonal berechtigt, daß Bengniß über die Person des Verfassers und Einsenders zu verweigern." Abg. Wurm( Soz.): Unser Antrag liegt im Interesse der ges fammten Presse. Der Redakteur nimmt denselben Vertrauensposten ein, wie ein Arzt oder Rechtsanwalt, denen die Wahrung des Berufs geheimnisses vor Gericht zugestanden ist. Die deutsche Presse ist die Vertreterin des Vertrauens des Volkes und sie muß verlangen, daß sie von der Tortur des Zeugnißzwanges befreit wird. In letter Beit wird dieser Zwang besonders von der Militärbehörde gern benutzt, um den Redakteur, den man sonst nicht packen kann, auf. andere Weise zu chifaniren, weil er Dinge zur Sprache gebracht hat, die der Behörde unliebsam sind. Besonders unliebsam sind ihr aber Dinge, die auf Wahrheit beruhen und bei deren Mittheilung man gegen den Redakteur sonst nicht gerichtlich vorgehen kann. Man stellt dann die Vermuthung auf, daß dem Redakteur die wahren Mittheilungen von einem Beamten geworden sind und eröffnet ein Disziplinarverfahren gegen Unbekannt". Der Redakteur wird als Zeuge geholt und vor die Wahl gestellt, entweder zum Verräther zu werden, oder sechs Monate lang zu fißen. Diese Ausdehnung des Beugnißzwangsverfahrens auf Disziplinaruntersuchungen wird in der Praxis regelmäßig durchgeführt. Der Zweck ist natürlich, die Mit theilung der Wahrheit durch die Preffe unmöglich zu machen. Dabei ist man nun schon beim Druckerlehrling angekommen. Das Wort des jungen Mannes:" Ich will nicht zum Berräther werden," hat überall widerhall gefunden. Gegen die Frankf. 3tg." wurde von der Militärbehörde kürzlich ein Zeugnißzwangsverfahren anhängig gemacht, nur weil sie mitgetheilt hatte, daß Truppen bei heißem Wetter Marschübungen gemacht hätten. Wir sind wahrhaftig von der Preßfreiheit, die vor 50 Jahren verheißen wurde, noch weit entfernt. Die Aufhebung des Zeugnißzwanges ist die wichtigste es auch Hierauf vertagt das Haus die weitere Berathung auf Sonnabend 11 Uhr. Schluß 43 Uhr. Kommunales. Maßregel, um die Preßfreiheit zur Wahrheit zu machen. Sie werden liche Verkehrswelle aufzunehmen. Die deutschen Güterwagens und die größere Verwendung von Fachleuten ftatt Juristen unter Bezugunferen Antrag heute ablehnen, aber wir kommen wieder.( Beifall Lokomotivfabriken waren bis an die Grenzen ihrer Leistungsfähig nahme auf einen Artikel der Deutschen Bauzeitung." bei den Sozialdemokraten.) teit beschäftigt. Die Zeiten des Wagenmangels waren nach meinen Minister Thielen dankt dem Vorredner für seine fachliche Reitit Abg. Liebknecht betritt in diesem Augenblick den Saal. feit 34 Jahren gemachten Beobachtungen immer die wirthschaftlich gegenüber der Eisenbahn- Berwaltung. Was der Abg. Gothein mit Seine Parteifreunde begrüßen ihn auf das herzlichste. Auf seinem guten; nur in wirthschaftlich ungünstigen Jahren zeigte sich fein den Beschwerden über den Affefforismus wolle, verstehe er nicht. Blaze liegt außer zahlreichen Begrüßungstelegrammen ein schöner Wagenmangel. Die Bahn fann mit ihrem Betriebsmaterial nur Die allgemeine Vorbildung der Verwaltungsbeamten fei eben Strauß rother Rosen, von dem eine rothe Schleife herabhängt. dem Verkehrsbedürfniffe folgen, fie fann nicht Betriebsmaterial auf juristisch. Die Stellung der Techniker ist erst jetzt bei der WerftaatAbg. Gröber( 3) spricht sich gegen den Antrag Auer aus, der Vorrath einstellen. Es sind noch erhebliche Summen( 61 Millionen) lichung beffer geworden, jetzt sind sie erst auf die richtige Stelle nicht hierher gehöre. für Betriebszwecke und Bauausführungen vorhanden, die gebracht und auch äußerlich so gestellt, wie es sich gehört. Bezüg Der Antrag Auer wird gegen die Stimmen der Sozialdemokraten noch nicht verbraucht werden konnten. Es liegt das daran, lich der Dauer der Beschäftigung der Betriebsbeamten haben sich die und Freisinnigen abgelehnt. daß die einzelnen Projekte nicht rechtzeitig fertig gestellt werden Verhältnisse, von einzelnen Ausnahmen abgesehen, sehr gebessert. § 181 bestimmt:" Deffentliche Beamte und Personen des können und auch der Bauapparat nicht beliebig verstärkt werden Für die Lokomotivführer kann vielleicht noch eine Verkürzung der Soldatenstandes, auch wenn sie nicht mehr im Dienste sind, dürfen kann. Wir hoffen, hiermit in nächster Zeit in ein schnelleres Dienstzeit auf 10 Stunden eingeführt werden. über Umstände, auf welche sich ihre Pflicht zur Dienstverschwiegenheit Tempo zu kommen. Dieser Betrag von 61 Millionen ist nicht, wie bezieht, als Beugen nur mit Genehmigung ihrer vorgeschriebenen man im Lande vielfach sagt, eine Ersparniß, sondern nur ein Rest, Dienstbehörden oder der ihnen zuletzt vorgesetzt gewesenen Dienst der aufgebraucht werden muß. Man sagt heute vielfach, der behörde vernommen werden... Die Genehmigung darf nur ver- Finanzminister hindere den Arbeitsminister in seiner freien fagt werden, wenn die Ablegung des Zeugnisses dem Wohle des Entschließung. Das ist uun nicht richtig, wenn Reiches oder eines Bundesstaates Nachtheil bereiten würde. hier im Hause verlangt worden ist. Wir haben an nothAbg. Auer u. Genossen( Soz.) beantragen die Streichung wendigen Dingen nicht gespart. Aber es tann wohl in des Paragraphen, oder wenn dieser Antrag abgelehnt werden Bukunft einmal nöthig werden, daß wir ernstlich aus Sparen denken abend stattfindenden Begräbniß des verstorbenen Oberbürgermeisters Aus der Magiftrat& fihung am Freitag. An dem am Sonn follte, folgendes hinzuzufügen: Die Thatsachen, welche geeignet müffen. Die statistischen Bergleiche mit anderen Ländern, die er- Fritsche in Charlottenburg werden seitens des biesigen Magistrats sei sollen, dem Wohle des Reiches oder eines Bundesstaates geben, daß dort die Verhältnisse nicht besser sind als bei uns, find als Deputirte theilnehmen: Oberbürgermeister Zelle und Stadtrath Nachtheil zu bereiten, sind dem Gericht anzugeben. Das Gericht ist für uns fein Grund zur völligen Beruhigung. Unfallsgefahr und Sirfekorn. Behuss Erbauung einer Filialkirche hat sich der Gezur Entscheidung darüber, ob die Versagung berechtigt ist, ver- Wagenmangel sollen auch ferner bekämpft werden, und es muß meindekirchenrath der Emmauskirche mit dem Gesuche an den Magipflichtet." dankbar anerkannt werden, daß die hierbei in betracht kommenden strat wegen Ueberlaffung eines geeigneten Grundstücks gewendet. Abg. Stolle( Soz.) begründet diese Anträge kurz mit dem Hin- Ausgaben von der Budtgetkommission zur Bewilligung empfohlen Das Magistratekollegium hat mit Rücksicht auf den bekannten jezigen weis auf Spigel, die nicht ganz im Geruche des Patriotismus find. Bahnhofsverbesserungen und Umbauten, Niveau leber- Stand der kirchlichen Angelegenheiten das Gesuch abgelehnt stehende Wirthschaften besuchen und dann denunziren. Ueber solche schreitungen, Geleisvermehrungen und andere Verbesserungen des Nachdem auch der Oberkirchenrath, auf Rekurs des Magistrats, Lokale wird der Militärboykott verhängt, und versuchen sich dann Verkehrs sind in Angriff genommen. Die Schwierigkeiten des gegen die Entscheidung des Konsistoriums wegen Nichtbestätigung des die Wirthe zu wehren, so wird die Aussage auf grund folcher Be- Eisenbahndienftes können nur überwunden werden durch strenge Predigers Scipio zum Prediger an der Dorotheenstädtischen Kirche, ftimmungen verweigert. Deshalb sollte der Paragraph gestrichen Disziplin der Beamten. Diese aufrecht zu erhalten, bitte ich um die Bestätigung dieser Wahl versagt hat, so hat das MagistratsIhre Unterstüßung.( Bravo!) follegium befchloffen, demnächst eine diesbezügliche Neuwahl vorDer Prinzipalantrag und der Eventualantrag der Sozialdemo Abg. Schmieding( natl.) hält die Angriffe gegen die Drgani zunehmen. Das Magistratskollegium hat beschlossen, gegen die fraten werden abgelehnt und§ 181 unverändert genehmigt, ebenso die fation der preußischen Bahnverwaltung für verfehlt. Die Ver- vom Etats ausschuß der Stadtverordneten Versammlung beschlossene §§ 182-213. minderung des Schreibwerks ist ein wichtiger Fortschritt, der Absetzung der Position für die Waffermeffer- Wiethe im Plenum der § 214 handelt von der Einnahme des Augenscheins. Die Anerkennung verdient. Dagegen fann dem Finanzminister der Versammlung Einspruch zu erheben. Zum Gefanglehrer für das Kommission hat hier einen Zusatz beschlossen, nach dem dem Be- Vorwurf nicht erspart werden, daß er die Anstellung der Hilfs Friedrich Werder'sche Gymnasium ist der Gesanglehrer Siebert und schuldigten die Zuziehung von Sachverständigen freistehen soll. beamten verzögert. Das erzeugt in Beamtenkreisen Ver- zum Gesanglehrer für das Luisenstädtische Gymnasium Gesanglehrer Abg. v. Puttkamer- Plauth( tonf.) beantragt Streichung dieses ftimmung, die auch auch auf auf den Dienst zurückwirken muß. Stange gewählt worden. Zusages. Durch Bulaffung solcher Sachverständigen könnten leicht Auch der Streit zwischen Technikern und Juristen wegen Personen Einblick in die Untersuchung erhalten, die man im mili- ueberwiegen des Assessorismus schädigt die Berufsfreudigkeit straße im Berliner und der Residenzstraße im Reinickendorfer Mit der fortschreitenden Bebauung der von der Schwedens tärischen Interesse fernhalten wolle. der Beamten. Auf den Geleisebau wird zu wenig Gewicht Abg. Gröber( 3) tritt für Aufrechterhaltung des Zusages ein. gelegt. Preußen hat die leichtesten Schienen, 38 Kilogramm Weichbilde durchschnittenen Gebietstheile bat sich die Herstellung Es ist nur billig, daß der Angeschuldigte Sachverständige vorschlagen pro Meter; in anderen Staaten hat man 48 Rilo- Schienen und einer Bahnverbindung über diese Straßen zwischen Reinickendorf und darf, die sein Vertrauen genießen. Auch die Regierung hatte gegen Goliath- Schienen. Ein weiterer Mangel, der die Betriebssicherheit dem Stadtinnern Berlins zu einem fühlbar werdenden Bedürfniß gefährdet, ist die Unzulänglichkeit der Bahnhöfe.( Sehr richtig!) gestaltet. Die Große Berliner Straßenbahn Gesellschaft hat die Der Antrag Butttamer wird abgelehnt,§ 214 unverändert Von einzelnen Linien sind zu hohe Dividenden erwirthschaftet. Der grundsätzliche Zustimmung der städtischen Verkehrsdeputation für die Finanzminister nennt das, den Etat technisch behandeln( Heiterkeit), Herstellung der Bahnanlage vom Gesundbrunnen( Badstraße) bis zur § 223 schließt die Borlegung von Aften durch Behörden und er basirt fortgesetzt auf den schwankenden Eisenbahn- Einnahmen Dorftirche in Reinickendorf nachgesucht. Die desfallsigen BerhandPersonen des Soldatenftandes aus, wenn deren oberste Dienstbehörde und an seinem, des Ministers, Widerspruch ist das Eisenbahnungen mit dem Gemeindevorstande in Reinickendorf sind dem Abdas Bekanntwerden dieser Gegenstände oder des Inhalts mit dem Garantiegesetz gescheitert. Auf seinen Einfluß dürfte auch die schlusse bereits nahe gerückt. foloffale Heranziehung der Gemeinden zu Eisenbahn- Baulaften Die Sozialdemokraten beantragen die Streichung des Para- zurückzuführen sein. Kommen Unfälle vor und wünscht die Stadt eine Verbesserung der Bahnlinie, dann wird ein hoher Beitrag verDieser Antrag wird abgelehnt und§ 223 unverändert genehmigt, langt, den die Stadt nicht zahlen kann, und die gefährliche Bahn niß, daß am Sonntag Abend 61/2 Uhr bei Bubeil, Lindenstr. 106, Den Parteigenoffen des zweiten Wahlkreises zur Kennt ebenso§§ 224-231. bleibt dann so wie sie ist. Sierauf verlagt das Haus die Weiterberathung bis Sonnabend 1 Uhr. werden. den Zusatz nichts einzuwenden. angenommen. Wohle des Reiches unvereinbar erklärt. graphen. Außerdem: Gesetz betreffend Entschädigung unschuldig Ber urtheilter; Dampfer- Subventionsvorlage. Schluß 51/4 Uhr. Etats. 50. Sigung vom 18. März 1898, 11 Uhr. Am Ministertische: Thielen, Dr. v. Miquel. Das Haus beginnt die Spezialberathung des Eisenbahn Der Referent Abg. Möller( natl.) empfiehlt, zunächst eine Generaldebatte über die allgemeinen Fragen, wie Betriebssicherheit, Wagenmangel, Drganisation, Ueberlastung, Anstellung und Dienst dauer der Beamten vorzunehmen und sodann die speziellen Tarifs und Besoldungsfragen bei den einzelnen Titeln zu diskutiren. Abg. Pleft( 3.) ist hiermit zwar einverstanden, will aber unter allen Umständen Vorsorge getroffen wissen, daß die Petitionen der Beamten zur Erörterung kommen. Der Präsident bemerkt, daß dem bei der Besprechung der ein zelnen Titel nichts entgegensteht, während der Referent darauf hin weist, daß eine Anzahl dieser Petitionen noch der Erledigung harrt in der Budgetkommission. Das Haus beschließt, die Debatte nach dem Vorschlage des Res ferenten zu gestalten. Nach einer längeren Darlegung des Referenten über die in der Budgetfommission gepflogenen Verhandlungen, der er eine ausführ liche historische Darlegung über die Entwickelung des preußischen Staatsbahnwesens vorausschickte, nahm das Wort der Tokales. M eine Boltsversammlung stattfindet, in der Genoffe Dr. Weyl über die Suggestion in der Völkerpsychologie sprechen wird. Nach dem Vortrage gemüthliches Beifammensein. Bur Lokalliste. In der Voltsversammlung für den Südosten wurde beschlossen, das Lokal Jacobs in Treptow freizugeben. Die Menschheit muß doch einmal fiegen, Sie stürmt voran nach ihrem Ziel. Mag jetzt auch höhnend triumphiren Die Knechtschaft und die Finsterniß, Es kommt der Tag das ist gewiß. Auch verfiel der nachstehende Denkspruch der Droschkenkutscher Die Freiheit wolltet Ihr erringen, Doch war's Euch nicht vergönnt Dies Wert, das Edle, zu vollbringen, Bu führen es zu End. Doch was Euch nicht gelungen ist, Die Nachwelt wird's erreichen. Und ihr muß einst Die Reaktion doch weichen. Großes Aufsehen erregte eine an der Ecke der Köpenickers und Minister v. Miquel Obwohl dargelegt ist, daß die Fiskalität nicht die Ursache der Verkehismängel ist, vielmehr noch erhebliche Summen zur Verfügung stehen, hat Herr Schmieding doch die ents Tapirón comum gegengesetzte Behauptung von neuem aufgestellt und im Lande wird 900 fie ihm geglaubt werden. Wer hat denn die Verstaatlichung und die Binsherabsetzung für das gesammte Anlagekapital Abgeordnetenhaus. redue uolermöglicht? Doch allein der Staat; eine Privatgesellschaft hätte das nicht gefonnt. Die Ueberschüsse werden nicht immer derart, daß sich wenigstens zu außergewöhnlichen Beschwerden der Die Polizei verhielt fich am geftrigen Gedenktage im allgemeinen dauern, und dann werden wir vielleicht schwere Erschütterungen Bevölkerung kein Anlaß bot. Auffällig war, daß ein Schuhmann unferer Finanzen erleben. Sparsame Wirthschaft war nöthig. Herr einer Parteigenossin, welche den Kranz der Konfektionsarbeiterinnen Schmieding gehörte zu denen, die neue Ausgaben verlangten. Wie auf den Friedhof gebracht hatte, mit dem„ Befehl" tam, sie solle die wollte er diese decken? Wollte er die konstant bleibenden Steuern erhöhen? Ich habe gerade verhindert, daß die Eisenbahn- Uber- befestigt war. Bergebens war der Hinweis, daß das träftig entwickelte Grabspende von dem Strauch entfernen, an welchem dieselbe von ihr schüsse zu dauernden Ausgaben verwendet werden. Von den hundert Buschwerk doch nicht im geringsten durch das Gewicht des Kranzes be= Millionen, um welche sich die Ausgaben unseres Etats gesteigert haben, decken die Eisenbahn- Ueberschüsse nur vier Millionen mehr schädigt worden wäre. Im Konfisziren war der überwachende Beamte als im vorigen Jahre. Wir stehen vor einer bedeutenden Ausgabenflott und munter. Den selbständig arbeitenden Kürschnern und vermehrung im Eisenbahnetat. Sätten wir Privatbahnen, so würden üßenmachern Berlins wurde folgende Widmung abgeschnitten: sie sich jetzt in der Zeit wirthschaftlichen Aufschwunges nicht mit 6 pet. Einst wird doch hoch das Banner fliegen, Dividende begnügen; sie würden mehr verlangen, um sich für spätere Das Eurer Hand im Tod entfiel, schlechtere Zeiten zu decken suchen. Gerade so verfahren wir jetzt. Wir benutzen die Ueberschüsse zur Schuldentilgung. Das ist genau dasselbe, als wenn ich einen Reservesonds anlegte oder abschriebe. Ich habe den Eindruck gewonnen, daß die Verkehrsentwickelung einen solchen rapiden Ausschwung genommen hat, daß an manchen Stellen unsere Einrichtungen dem großen Verkehr nicht mehr entsprechen, und ich bin davon durchdrungen, daß der Finanzminister die nothwendigen der Konfiskation: Mittel herbeifchaffen müsse, wenn es nicht anders geht, durch eine Anleihe. Ich hoffe aber, wir werden durchkommen.( Beifall links.) Nachdem der preußische Staat 6-7 Milliarden in ein Unternehmen Minister Thielen: Er dankt dem Hause für die Rücksichtnahme, gesteckt hat, fann man doch nicht von ihm verlangen, daß er die es ihm ermöglicht, Rede und Antwort zu stehen auf die Fragen, daraus feinerlei Gewinn zieht.( Abg. Schmieding: Das wollen die sich gegenwärtig in den Vordergrund drängen. Das Bild von wir auch gar nicht!) Sie haben aber einmal gesagt, bei der Verder finanziellen Lage der Staatsbahnen ist nach wie vor ein günftiges staatlichung sei versprochen worden, keine Ueberschüsse herauszuund der Ueberschuß wird im laufenden Jahre voraussichtlich seine wirthschaften.( Abg. Schmieding: Reine übermäßigen" Ueber- Troß Lug und List größte bisher dagewesene Höhe erreichen. Leider werde die Freude schüsse!) Dann fragt es sich eben, was Sie unter übermäßig" verhierüber getrübt durch eine Reihe schwerer Betriebsstehen. Die Ueberschiffe ftecken in den Besoldungserhöhungen für unfälle. Eine sofort zur Untersuchung derfelben eingefeßte Lehrer und Beamte, in Landes- Meliorationen, Berbefferungen unseres Manteuffelstraße vollbrachte Staatsrettung. Ein Arbeiter der Kommission habe den dem Hause vorgelegten Bericht erstattet. Kunstwesens u. f. w.; sie sind nicht mehr da! Um unsern Etat zu Goldleistenfabrik von Spiesecke trug den von der Arbeiterschaft Ein Passus Paffus dieses Berichts ist falsch verstanden worden. balanziren, brauchen wir die Ueberschüsse. Dieser Thatsache müssen der Fabrit gestifteten Kranz über die Straße, als er von einem E3 habe ihm( dem Minister) ferngelegen, im allgemeinen wir Rechnung tragen. Augenblicklich sind wir ja in guter Lage, aber Schußmann fistirt wurde. Auf der Revierwache trennte man die der Presse und der Deffentlichkeit den Vorwurf der mangelnden wie wird es nach 4-5 Jahren stehen, wenn noch andere Ausgaben Schleife vom Kranz und bedeutete dem Arbeiter, daß er sich das Sachkenntniß zu machen. Allerdings seien vielfach Urtheile in der bevorstehen? Der Finanzminister steht ganz allein, Band vom Polizeipräsidium wieder abholen könne. Den Kranz gab Deffentlichkeit geäußert, die auf mangelnder Sachkenntniß beruhten, und ich fühle, daß er feinen rechten Halt mehr an und nur gegen diese sollte sich der im Bericht enthaltene Vorwurf dem Landtag hat.( Widerspruch rechts.) Früher war es ein man ihm zurück. Ez versteht sich, daß dieser selbst unter den heutigen richten, nicht gegen das öffentliche Urtheil allgemein. Soweit bis festes Prinzip, dem Staat feine neue Ausgaben aufzubürden. Wie Polizeizuständen befremdliche Vorgang eine große Menschenmenge jetzt zu übersehen, werden im laufenden Jahre 530 Millionen an babe ich mich noch neulich bemüht, die 10 Millionen halb weg zu herbeigelockt hatte, die ihrer Anschauung in Worten, die kaum mißverstanden werden konnten, Ausdruck gab. Ueberschüssen erzielt werden, wovon 9,8 Mllionen auf Hessen bringen!( Heiterkeit.) Wenn irgend eine Sekundärbahn gebaut entfallen, was dort hoffentlich tein Mißvergnügen er wird, finden wir es ganz natürlich, daß die Kreise Grund und Ein Dummerjungen Streich. Die Herausforderung des regen werde. Die Einnahmefteigerungen haben fich fort Boden hergeben müssen, so schwer es ihnen oft wird.( Sehr wahr! Prüfungspräsidenten zum Zweikampf feitens eines durchgefallenen gesetzt, obwohl im verflossenen Jahre erhebliche Tarifherabfehungen rechts.) Wenn aber eine große Kommune einen Bahnhof haben Kandidaten ist die neueste merkwürdige Blüthe, die der Duellunfug flattgefunden hatten, namentlich für Rohstoffe. Man könnte nun will, dann soll der Staat es allein bezahlen.( Sehr richtig! gezeitigt hat. Wie man aus juristischen Kreisen berichtet, ist der fragen, ob nicht übertriebene Sparsamkeit in früheren Jahren statt rechts.) Wir sind fortdauernd auf Erleichterungen des Verkehrs be- Senatspräsident beim Kammergericht Dr. jur. Coing, der Präsident gefunden und etwa schließlich zu den Unfällen geführt hat. Diese dacht gewesen, und man wird darin, wenn man nicht allzu große der Prüfungskommission für das erste juristische Staatsexamen, zu einem Frage ist unbedingt zu verneinen. Was mit unbegründeten Opfer au bringen hat, in Zukunft weiter gehen. Vorläufig wird man Pistolenduell herausgefordert worden. Der Herausforderer ist ein Vorwürfen in neuerer Beit gegen den hochverdienten preußischen die meisten Mittel zu Ausgaben verwenden müffen und die Ein- Rechtskandidat, der das Unglück hatte, zum zweiten Male beim Referendar Beamtenförper gefündigt wird, das ist geradezu himmelfchreiend. nahmen um so vorsichtiger behandeln. Von diesem Gesichtspunkt Examen durchzufallen. Als das Ergebniß der Prüfung vers ( Sehr richtig!) Die Besoldungserhöhungen haben sich gegen das bitte ich, unfere Finanzen und das Verhältniß zu beiden Verwaltungen findet wurde, ließ sich der Kandidat in seiner Erregung soweit hinreißen, daß er eines der Bücher, die auf dem Prüfungstische lagen, Vorjahr gesteigert von 1839 M. pro Kopf der Beamten auf 1438 M. zu betrachten. und pro Kilometer von 9925 M. auf 10 410 M. Die Vorschriften über Abg. Gothein( frf. Wg.) giebt dem Finanzminister darin recht, ergriff und auf die Erde schleuderte. Am nächsten Tage erschien er die Dienstentlastungen der Beamten find bei uns von ausländischen daß eine Verwendung der Ueberschüsse der Eisenbahn- Verwaltung beim Präsidenten und richtete an ihn die Frage, ob die PrüfungsBahnverwaltungen studirt und von ihnen übernommen worden. Bei für allgemeine Staatszwecke nicht in dem Maße stattfindet, wie man fomaiiffion gestatten würde, daß er sich dem Examen zum dritten uns finden ftrenge Revisionen statt, ob die Vorschriften innegehalten vielfach annimmt. Wo find denn aber die Ueberschüsse geblieben? Die Male unterzöge. Der Präfident gab ihm den Bescheid, daß die Kom werden. Bei den lokalen Behörden haben sich Berstöße biergegen Eisenbahnen leiften nicht das, was man sich von ihrer Berstaatlichung mission nach feinem Betragen hierzu wohl taum Veranlassung herausgestellt, aber sie waren von dem Personal selbst verschuldet, versprach. Ich bin ein großer Freund des Schuldentilgens; denn haben würde. Diese Bemerkung, die nach Lage der Sache durchaus dem es lieber war, nach einer längeren Dienstzeit eine längere Ruhe- wer seine Schulden tilgt, verbessert sein Vermögen; aber am meisten berechtigt und begründet war, faßte der verunglückte Jünger pause zu bekommen. Erspart wurden 11 500 Bureaubeamte durch verbessert die Eisenbahnverwaltung ihr Vermögen doch dadurch, daß der Themis als Beleidigung auf. Am folgenden Tage erschien der Vereinfachung des Bureaudienstes, vermehrt wurde das Betriebs- fie ihre Anlagen in betriebsfähigen Zustand jetzt. Es rächen sich Bruder des Rechtskandidaten, ein Offisier, als Rartellträger beim Präsidenten und überbrachte diesem eine Pistolen personal. Die Ersparung von Bureauarbeitern betrug, auf hundert jetzt die Schäden früherer Zeiten. Kilometer 17 Beamte; dagegen betrug die Vermehung des Wie wäre es, wenn dann wenigftens in Preußen eine unabhängige forderung! Die Angelegenheit ist in der Prüfungskommission Betriebspersonals pro hundert Kilometer 93 Beamte. Es Eisenbahn Polizeibehörde geschaffen würde? Nicht zum mindesten zur Sprache gekommen und von ihr werden nunmehr die weiteren Seit der Herausforderung des ergiebt sich hieraus, daß gerade das für die Betriebssicherheit sind die Unfälle auf die zu lange Dienstzeit der Beamten Schritte eingeleitet werden. maßgebende Personal erheblich vermehrt worden ist. Man hat Bor- zurückzuführen, namentlich ist eine Arbeitszeit von 11-12 Stunden Universitätsprofessors Dr. Schwarz, des bekannten Mathematiters, würfe dagegen erhoben, daß Hilfsbeamte zahlreich beschäftigt waren, für Lokomotivführer zu viel. Auch die Betriebsinspektoren sind über ist wohl faum ein feltsamerer Fall von Rüpelhaftigkeit zu vers wo die Unfälle eintraten. Aber diese Hilfsbeamten besitzen die lastet. Weiter möchte ich zur Erwägung geben, ob man nicht bei der zeichnen gewesen. Hoffentlich hält die Behörde dem prügelluftigen gleiche Qualifitation wie die definitiv angestellten Beamten, und geplanten Anlegung besonderer Personengeleise diese gleich für den Burschen seine Dummheit zu gute. wenn man Hilfsbeamte nicht zulassen will, dann hätte man auf den elektrischen Betrieb einrichten könnte, der doch über kurz oder In der Angelegenheit Kranduick sendet der Polizei. Privatbahnen überhaupt nicht fahren dürfen, denn dort war das ganze lang zur Einführung kommen wird. Der Erklärung des Finanz- präsident den Zeitungen ein Rechtfertigungsschreiben zu, dem Bersonal gegen furze Kündigung angestellt. Die Lohnaufbefferungen ministers, daß er jeder Zeit bereitwilligst die Mittel zur Förderung wir folgende Mittheilung entnehmen:" Am 5. d. M., nachmittags dieser Beamten sind in kurzer Zeit um 27 pet. erfolgt. Im letzten der Betriebssicherheit zur Verfügung stellen würde, fiehen wir doch gegen 5/2 Uhr, wurde ein Schuhmann, welcher zu jener Zeit Poften Herbste haben 14 000 neue Güterwagen nicht hingereicht, die herbst etwas ungläubig gegenüber. Weiter befürwortet Redner eingehend dienst an der Ecke der Leipziger und Mauerstraße hatte, davon in Renntniß gefeßt, daß in dem Hause Leipzigerstr. 113 vor dem Ein- ficht geschehen ist. Außerdem tann noch Unterschlagung und Betrug Wilde Kaninchen haben durch die Bühlerei an den Bahngange des daselbst eine Treppe boch belegenen Löwen- in Frage kommen. Jedenfalls ist das Verbrechen ein so überaus dämmen der Schlesischen Bahn zwischen Köpenick und Friedrichsberg'schen Bautgeschäftes ein betrunkener Mensch liege. Der feltenes und eigenartiges, daß sich die Juristen noch darüber hagen die Betriebssicherheit derartig gefährdet, daß auf Betreiben Beamte begab sich sofort an Ort und Stelle und traf hier streiten, von welcher Seite die Sache strafrechtlich am fichersten an der Eisenbahndirektion ein Abschuß der Kaninchen angeordnet ist. einen jungen Menschen an, der auf der Erde lag, und zufassen sein wird. Gerichts- Beitung. 472 19: 1029 129/10 von dies den mehrere Angestellte des genannten Bankgeschäfts umftanden. Im Neuen Olympia Riefentheater ift Donnerstag Abend Dem Beamten gelang es zunächst nicht, den an der Erde Liegenden, um 9 Uhr die 20 Jahre alte Solotänzerin Lina Mande, die in der der sich durch Erbrechen bereits start beschmutzt hatte, aufzurichten. Johannisstr. 22 wohnt, verunglückt. Die Tänzerin kam bei einem Eine eigenthümliche Art der Märzfeier auf Helgoland. Erst mit Hilfe eines herbeigeholten zweiten Schuhmannes fonnte Sprunge über ein Tuch zu Falle und brach sich das rechte Bein. Am 15. August 1896 begleitete Genoffe Stadthagen den Genossen derselbe nach der Wache des 37. Polizeireviers getragen werden. Sie wurde von der Polizei mit einem Ropp'schen Krankenwagen in Ledebour und dessen Ehefrau zu dem nach Wyk abfahrenden Boot. Daß der betreffende junge Mann, Richard Krausnick, that- ihre Wohnung gebracht. Ibilt in fächlich schwer fchwer betrunken Da das Boot noch nicht gelandet war, mußten Stadthagen und war, fonnte nicht dem geringsten berg, die Herren Charlé, Hübner, Schröder, Unruh und Berg, sowie benifelben Tage, bei mittleren, aus 3 oder 4 Zimmern nebft Zubehörarbeiter beschäftigte Gendarm Stoffers verlangte nun aus höchstens 2 Zimmern mit Zubehör hilfs. Der am 1. April d. J. beginnende Umzug muß bei fleinen, Bedebour auf der Landungsbrücke warten. Der damals in Helgo der Hausdiener Wittenbecher Krausnick auf der Greppe des Hauses geſehen und beobachtet. Auf sie alle hat der durch bestehenden Wohnungen am 2. April, mittags 12 Uhr, und, da der bem Angeklagten sich hinter den Strick" auf den Theil Erbrechen in elelerregender Weise über und über befudelte, start 3. April ein Sonntag ist, an welchem die Umzugspflicht ruht, bei der Landungsbrücke, der für nicht Abfahrende refervirt ist, zu benach Alkohol ricchende junge Mann den Eindruck eines finnlos großen, d. h. mehr als 4 Wohnzimmern umfassenden Wohnungen geben. Stadthagen lehnte dies ab. Darauf faßte der Gendarm Stadthagen an und suchte ihn mit Gewalt an der Abfahrt zu Betrunkenen und nicht den eines Kranten gemacht. Den gleichen am 4. April, mittags 12 Uhr, beendet sein. Eindruckt hat der Stabsarzt Dr. Weber, Marburgerstr. 9 wohnhaft, Man erinnert fich, daß die Kaiserin im vorigen Frühjahr hindern. Stadthagen machte sich von der Hand des Gendarmen gewonnen, der den Krausnick auf der Treppe des Hauses Leipziger-( 1. Juni) bei einer Parade auf dem Tempelhofer Felde einen foft- frei und bestieg das Boot. Der Gendarm rief dann dem abstraße 113 untersucht, Puls und Temperatur desselben durchaus baren, mit Brillanten besetzten Orden verlor. Dieser Orden wurde fahrenden Stadthagen noch eine Bemerkung zu, aus der Stadthagen Abnormal befunden und in seinem Gutachten feine fefte Ueberzeugung von einem Portier in der Genthinerstraße gefunden und am 9. Juni ſich ergab, daß Stoffers wußte, daß Als Ledebour seine Entrüftung über dahin ausgesprochen hat, daß Krausnick finnlos betrunken war. in Potsdam abgegeben. Der Finder erhielt hierauf 150 M. Be- Benehmen zum Ausbruck brachte, rief der Gendarm ihm Auch auf der Revier- Bache ließ das ganze Verhalten des Krausnic lohnung. Damit war derfelbe aber nicht aufrieden, weil er der wiederholt zu: Salten Sie Ihre fodderige Schnauze, sonst kommen einen Zweifel an seiner schweren Betrunkenheit nicht aufkommen. Auficht war, daß der Drden einen weit höheren Werth habe und Sie auch noch in den Raften." Ueber das Benehmen des Gendarmen Er ist alsbald nach seiner Einlieferung dortfelbft in ruhigen Schlaf ihm mindestens der gesetzliche Finderlohn au theil werden beschwerte sich Stadthagen nach der Insel zurückgekehrt. verfallen. Auf die wiederholten Fragen der ihn nach seiner müsse. Auf seine wiederholten Anträge um eine höhere Ent- beschwerte Die landräthliche Behörde, Wohnung ausforschenden Beamten hat er mit unverständlichen schädigung wurde ihm geantwortet, daß der mit Brillanten Oberpräsident wiesen die Beschwerde zurück, da das Benehmen der Regierungspräsident und der Wohnung ausforschenden Beamten hat er mit unverständlichen schädigung wurde ihm geantwortet, daß ber Lauten und mit den Worten: Rellner", Kellner, noch besetzte Orden, der außerdem als Mittelbild die Portraits der Stadthagen gegenüber keineswegs ein inkorrektes" gewesen sei. einen Rognat" geantwortet, and) einmal eine Melodie Rönigin von England und des Prinz- Gemahls enthalten haben soll, Der Oberprasident Steinmann veranlaßte Herrn Stoffers, feinerseits Ivor fich hin gepfiffen. Seinem Vater, nächsten nur 1000 m. werth fei. Man hat fich an einen sozial- wegen mehrerer Ausdrücke in der Beschwerde Strafantrag gegen Morgen furz nach 6 Uhr unverzüglich telegraphisch herbei- demokratischen Abgeordneten gewandt, damit dieser die Angelegenheit Stadthagen zu stellen. Das darauf gegen Stadthagen in Berlin eingerufen worden war, nachdem man von Krausnick endlich An- im Reichstag vorbringe. Derselbe hat das natürlich abgewiesen geleitete Strafverfahren endete nach Beweisaufnahme mit rechtskräftiger gaben über seine Person zu erlangen vermocht hatte, hat er im und gerathen, der Finder solle den Weg der Privatklage betreten, Freisprechung Stadthagen's. In dem Urtheile vom 16. NoBeisein mehrerer Schußmänner auf seine Frage, was er getrunken falls er glaube zu kurz gekommen zu sein. do povember 1897 ist nach eingehender Schilderung des Sachverhalts habe, erwidert: Vater, ich habe alles durcheinander getrunken." Die spanischen Schatzgräber sehen trotz ihrer Mißerfolge den wörtlich dargelegt: Dem Wachtmeister Lindner gegenüber erflärte er bei feiner Verab- Schwindel mit den angeblich in Deutschland vergrabenen Kriegsschiedung von der Polizeiwache:" Nicht wahr, Herr Wachtmeister, tassen, zu deren Hebung und Bergung fie Leichtgläubige suchen, fort; ich bin ein toller August." so haben in letter Beit eine Reihe Personen in Mitteldeutschland Briefe aus Valencia mit der Aufforderung erhalten, Borschüsse an eine bestimmte Adresse einzusenden, in welchem Falle sie den dritten Theil des Schayes erhalten sollten. Es wird vor den Betrügern eindringlichst gewarnt. in Ind stoni mdom Selbstmord eines zwölfjährigen Knaben. Aus Furcht vor sohn eines Hausdieners 3. in der Saarbrücker Straße aus dem Strafe stürzte sich Donnerstag nachmittags der 12 Jahre alte Stiefvierten Stock auf den Hof hinab und zog sich so schwere Verletzungen am Kopfe zu, daß er bald darauf starb. der am Nach alledem waren die Revierbeamten durchaus zu der Annahme berechtigt, daß die Trunkenheit Krausnicks nach einigen Stunden Schlafes auf der Wache soweit gewichen sein würde, daß er Personalangaben machen köme. Es lag somit für sie fein Anlaß vor, in den efelhaft beschmußten Kleidungsstücken Krausnics nach eventuellen Legitimationspapieren zu suchen. Nede fein konnte. " Ausdrücke von dem Benehmen des Gendarmen, wenn er in flegelDer Angeklagte gebraucht in dem inkriminirten Schriftstücke die hafter, gefetzwidriger Weise vorgeht", daß der Gendarm lediglich eine Anrempelung und Beleidigung meiner Person beabsichtigt haben fann" und das flegelhafte Benehmen eines Gendarmen"... Der Ausdruck flegelhaft" ist allerdings ein scharfer, jedoch ist dabei zu berücksichtigen, daß er sich gegen eine Handlungsweise gerichtet hat, die durch den gewählten Ausdruck richtig charakterisirt wird... Ferner: geklagte in Erfahrung gebracht hatte, mußte und konnte er Nach dem, was der] Zeuge T. bekundet hat und was der Anmit recht annehmen, daß der Gendarm eine Anrempe lung und Beleidigung seiner Person beabsichtigte und hat dieser begründeten Annahme in seinem Schreiben den richtigen und in der Form nicht verlegenden Ausdruck verliehen." Stadthagen war troh Dauer der Reichstagsfession bereits im Oktober 1896 vom Landgericht in Altona aus Anlaß des geschilderten Vorfalls wegen Widerstandes gegen die Staatsgewalt und wegen Beleidigung( er soll das Wort Dummheit gebraucht haben) angeklagt und die Sache dem Altonaer Gericht, das in Helgoland Gerichtstage abhielt, überwiesen. Die Bemühungen Stadthagen's, beide Straffachen zur Verbindung zu bringen, scheiterten an dem Widerspruch der Staatsanwaltschaft. Mehrere Termine in Helgoland mußten vertagt werden, weil Stadthagen sich wegen anderer Sachen vor anderen Gerichten zu gleicher Zeit zu vertheidigen hatte. Endlich ist nun auf den 18. März um 5 Uhr nachmittags Termin in Helgo land anberaumt. Bu demselben ist Stadthagen persönlich und als Zeuge ein Polizeidiener, einige Helgoländer und das Pastor Schreiber'sche Ehepaar erschienen. Stadthagen beantragt, das Verfahren als verfassungswidrig einzustellen oder ihn als total unschuldig freizu sprechen und nicht nur die Kosten des Verfahrens, sondern auch die ihm erwachsenen Auslagen der Staatskaffe aufzuerlegen. Mittheilung, daß das Schöffengericht auf tostenlofe Freis sprechung erkannt hat; der Antrag bezüglich der Roften wurde abgelehnt. 910 Krausnick hat in keiner Weise den Wunsch geäußert, nach Hause gebracht zu werden. Seines Paletots und seines Rockes hat er fich felbst entledigt. Diese Kleidungsstücke hat ihm der Telegraphist dann unter den Kopf gelegt, damit er beffer schlafe. Da Krausnick die Nacht in der Wachtstube zubrachte, welche auf 15 Grad Reaumur Durch Heberfahren wurde Freitag Nachmittag um 4% Uhr erwärmt war, hat er auch nicht frieren tönnen. Der Umstand, daß der Straßentehrer Hermann Steuer aus der Grunewaldstraße zu konnte, beweist schon, daß von einer Lähmung zu jener Zeit keine Handwagen in der Dennewitzstraße vor dem Hause Nr. 3 und achtete Das Unzutreffende der gegentheiligen Be- nicht auf einen Ziegelwagen, der von der Bülowstraße hergefahren hauptung erhellt auch daraus, daß Krausnick in der Frübe beim fam. Der Biegelwagen faßte ihn, drückte ihn an feinen Handwagen, Gauge zur Droschke auf die Frage feines Vaters, ob er die Arme warf ihn zu Boden und ging ihm mit einem Hinterrad über den bewegen könne, dieſe in Gegenwart mehrerer Beamten hoch- linken Unterschenkel, der vollständig zerfchmettert wurde. Die Unfallgehoben und mit denselben auf seine Oberschenkel geschlagen hat. ftation in der Stegligerstraße brachte ihm die erste Hilfe. Seinen Kopf konnte er frei und ungestört bewegen. Ob hiernach And Versehen wäre vorgestern Abend von dem Tischler Apit die später beobachteten Krankheitserscheinungen nicht in ursächlichem aus der Rüdersdorferstr. 14 eine Frau in der Rüdersdorferstr. 11 Bufammenhange mit dem übermäßigen Spirituofengenuffe gestanden beinahe erschossen worden. Apiß war ein Trunkenbold, der haben, möge dahingestellt bleiben. Reinesfalls tönnen dieselben aber schon seit zwei Jahren nicht mehr arbeitete. Vor sechs Wochen vers darauf zurückgeführt werden, daß dem Patienten von seiten der ließ ihn seine Frau, die er beständig mißhandelte, und zog nach dem Revierpolizei in pflichtwidriger Weise eine seinem Zustande nicht Hause Rüdersdorferstr. 11 zu einem Tischler Fisch. Apiß, der seine entsprechende Behandlung zu theil geworden ist. Der beamtete Arzt, Frau schon wiederholt vergeblich gebeten hatte, zu ihm zurückzukehren, welcher den Patienten erst am 10. b. M. untersucht hat, hat sein begab sich vorgestern Abend mit einem geladenen Revolver vor Gutachten dahin abgegeben, daß die Diagnose zweifelbaft sei; es deren Wohnung. Als nun Frau Fisch herauskam, hielt Apitz diese spreche manches für Genickstarre, manches für einfachen Schlag in der Trunkenheit für seine Frau und legte auf sie an. Die Ge- Aus Helgoland erhalten wir heute Abend die telegraphische anfall." fährdete rettete sich durch die Flucht, Apiz aber richtete nun die Vom Neichsamt des Innern aus wird demnächst eine Aus- Waffe gegen sich selbst und lödtete sich durch einen Schuß in die stellung veranstaltet werden. Die Theilnehmer der zur Erforschung linke Schläfe. dedisti sid hood add der Produktions- und Absatzverhältnisse im vorigen Jahre nach Ost- Selbstmordchronit. Die 22 Jahre alte Verkäuferin Amanda Beim Schwurgericht des Landgerichts I beginnt am Montag after von der Reichsregierung gefandten Grpedition haben mehr Necke aus der Gartenftr. 159, die hier mit ihrer Schwefter, einer eine neue Tagung unter Borsiz des Landgerichts- Direktors France. oder weniger große Sammlungen von Waarenmustern aller Art, Butzmacherin, zusammen wohnte, tödtete sich vorgestern Abend zwischen Die Geschworenen werden gleich am ersten Tage sich mit einer der welche für weite Kreise der Judustriellen von Bedeutung sind, hierher 6 und 7 Uhr in ihrer Stube durch einen Revolverfchuß, während Liebesbramen zu beschäftigen haben, die Ausgangs vorigen Jahres gefandt. Diese sollen jetzt, wie der„ Konf." erfährt, zu einer Aus- ihre Schwester sich in der Küche befand. Unglückliche Liebe und in rascher Folge fich ereignet haben. Es handelt sich um die Blutſtellung vereinigt werden und nicht allein hier, sondern auch in anderen Krankheit scheint sie dazu veranlaßt zu haben. Vor der Wohnung that, welcher am Abend des 28. November im Hauſe Möckerna großen Städten des Reichs ausgestellt werden. feiner Frau, die von ihm getrennt lebt, erschoß sich auf der Treppe straße 85 die 22 Jahre alte Wirthschafterin Margarethe Weise Ein Buchdruck Museum soll in Berlin zur Feier des eines Hauses in der Rüdersdorferstraße der 46 Jahre alte Tischler zum Opfer gefallen ist. Als der Mörder bat der Pferdeder Buchdruckkunft im Jahre 1900 er: Gustav Adolf Apiß.- Gin Nervenleiden trieb den 72 Jahre alten fran transporteur Wilhelm" Leemann Hamburg vor den richtet Mainz, der Vaterstadt Johann Guten- Synagogenauffeher Wolf Becker aus der Elisabethstraße in den Tod. Geschworenen zu erscheinen; er hat das Mädchen durch werden. Während in in den die berg's, eine Gutenberg- Gesellschaft und die Eröffnung eines Gutenberg. Er erhängte sich in der Wohnung. In der Yorkstraße versuchte einen Stich in die Lunge und Würgen am Halse getödtet, hauses geplant wird, ist für die Hauptstadt des Reiches, als dem Sig ein Kaufmann Chromehka, der bei seinen Eltern wohnt, sich aus Die Weise war feine Braut, hatte aber das Verlobniß aufgelöst so vieler angesehener Vereinigungen für Kunst und Wissenschaft unbekannter Veranlassung durch einen Schuß zu tödten. Er wurde und ihm den Verlobungsring wieder zurückgeschickt. Unter dent sowie für die graphischen Gewerbe, ein Buchdruck- Museum großen schwer verletzt in ein Krankenhaus gebracht. Vorgeben, daß er einen größeren Pferdetransport nach Madrid zu Stils in Aussicht genommen. Das Museum soll der„ Berl. 3tg." leiten habe und sich vorher mit ihr aussprechen wolle, hat er an zufolge ein Bild der Entwickelung der Buchdruckkunft vergangener dem verhängnißvollen Tage, an welchem die Herrschaft der Weise Jahrhunderte bieten und gleichzeitig im Anschluß an die Leistungen ausgegangen war, Zutritt zur Wohnung gefunden und dort die der Gegenwart zeigen, wie die heutigen Vervollkommnungen der graufige That verübt, deren Augenzeuge ein fleiner, der Obhut der Maschinen und Geräthe Schritt für Schritt entstanden sind, welche Ermordeten anvertrauter Knabe geworden ist. Der Mörder tonnte Wandlungen unsere Schriften und Zierrathe durchgemacht haben, gleich am Tage nach der That dingfest gemacht werden. wie die verschiedenen Kunststilarten auf die Herstellung und Aus Drafonische Strafen für Beleidigung von Respektspersonen schmückung der Drucksachen Einfluß gewonnen haben. Im Anschluß wurden in Rybnik und Oberglogau verhängt. Die Bezeichnung an das Museum soll dann die in Fachkreisen seit langem herbeieines Oberst a. D. mit Brüfewiß" trug dem Beleidiger 150 W. gewünschte graphische Hochschule erstehen, deren Anfänge bereits in Geldstrafe, die wiederholte schwere Beleidigung eines Polizeider Fachklasse für Typographen an der Berliner Handwerkerschule wachtmeisters in Oberglogau dagegen einem Malermeister fünf vorhanden sind. Jahre(!!) Gefängniß ein. dha Die Vertiner Volksschullehrer werden, wie die„ Bolts- 3tg." hört, beim Kultusministerium vorstellig werden, daß die am Donners tag vor acht Tagen Feuerbericht. Donnerstag Abend 7 Uhr war Linien str. 1 ein Küchenbrand abzulöschen, bei dem der Fußboden start beschädigt wurde. Kurz darauf brannten Potsdamer str. 139 Möbel und Gardinen. Um 111/2 Uhr erfolgte Alarm nach Jnsterburger traße 4. Hier wurden in einer Küche Betten und Möbel ein geäschert. Von da an bis Freitag Abend wurde die Wehr nur einmal alarmirt und zwar nach Bülow str. 98, wo ein Faß mit Rienruß in Flammen aufging. genehmigt werde. angenommene neue Besoldungsordnung nicht bis 7. April täglich von 10-7 Uhr geöffnet sein.d Urania. Das wissenschaftliche Ausstattungsstück: Der Kampf um den Nordpol" wird in der Urania, Taubenstraße, am 19. und 20. d. M. die legten Aufführungen erleben. Die Dekorationen werden alsdann der neuen Urania in Wien überwiesen, um daselbst während der Jubiläums- Ausstellung zur Vorführung zu gelangen. Die Photographische inst usstellung bes Wiener Camera Khub", veranstaltet von den beiden Der fenfationelle Prozeß gegen Abdecker 3achows Berliner Amateurvereinen in ber Urania, Taubenstraße, wird vom 19. März Ga denberge und 18 Genossen wegen Verbrechens gegen das teimende Leben(§§ 218 und 219 des St.-G.-B.) Theater. Das Schiller: Theater bringt heute zur Feier von hat gestern vor dem Schwurgericht in Stade begonnen. Die Der Banknotenfund, der am Ende voriger Woche auf einem Ibsen's 70. Geburtstage die erste Aufführung des dramatischen Gedichts: Deffentlichkeit für die ganze Hauptverhandlung wird bis zur Vera Berliner Friedhofe gemacht wurde, ift in feiner richterlichen Klar- Brand. Der Ibsen Abend", den die Direktion am Sonntag, den fündigung des Urtheils spruches ausgeschlossen. Die Verhandlung, Klar- Brand. stellung bereits viel weiter vorgeschritten, als sich nach den legten 20. März, im dathhause veranstaltet, beginnt, mit Rüdficht auf andere zu der etwa 60 Zeugen geladen sind, dürfte drei Tage in Anspruch etwa Veranstaltungen zum 70. Geburtstage des Dichters, um 8 Uhr, nicht um Meldungen annehmen ließ. Ein Berichterstatter will wissen, daß 7 Uhr. nehmen. bidde nicht 44 000 und 16 000 M. gefunden worden sind, sondern 120 000 510) un sfondo Mart. Der des Diebstahls beschuldigte Oberfaktor hatte tiefend Holdaged iiveld do Barometer Inv ianga tand in mm, d. Meeressp. Windrichtung Windstärke Wetter Semperatur naco Celfus ( 506.40.) des misschining the deandro da 180( Briefkasten Schatz zunächst auf dem Grabe eines Familienangehörigen verborgen, well in Aus den Nachbarorten.no shodi Briefkasten der Redaktion.do da aber der Todtengräber diefes Grab zum Frühjahr renoviren sollte, so Alter Abonnent. Der Vorsitzende des betreffenden Bereins ist der Rummelsburg. Nächsten Dienstag finden hierselbst die Ge Gastwirth Ewald, Schönleinſtr. 8. Die übrigen Fragen fönnen wir Ihnen wählte der Besitzer des Schayes ein benachbartes Grab, um letteren zu meinderathswahlen statt; in betracht kommt für uns nur der erste nicht beantworten. Sie müssen sich da an die Gewerkschaften selbst wenden. verbergen. Hier wurde derfelbe zu seinem Unglück zwar, doch ganz zu Bezirt, umfassend Türrschmidt, Rant, Schillers, Goethe, Leffing fällig aufgefunden. Auch die Herkunft der Geldscheine ist bereits und Mozartstraße, und Borhagen. Die Wahlhandlung ist auf die Witterungsübersicht vom 18. März 1898, morgens 8 Uhr. aufgetlärt. Wenn die Staatsschuldscheine bezw. Reichskaffenfcheine alle die Manipulationen durchgemacht haben, die zu ihrer Herstellung Gemeindevertretung hat es nicht für nöthig gefunden, dem so oft Beit vou 10 Uhr vormittags bis 3 Uhr nachmittags festgesetzt. Die erforderlich sind, so werden von jeder Nummier zwei Exemplare hergestellt. Die dazu bestellte Prüfungskommiffion wählt von den beiben geäußerten Wunsch der Arbeiterschaft auf Fefifeßung einer Exemplaren das beste ans, das zweite wird vernichtet. Die Ver. günstigeren Wahlzeit entgegenzukommen; es läßt sich schon Stationen nichtung liegt dem Oberfaktor ob und hat auch zu den Obliegen daraus schließen, was die Arbeiter von dieser Körperschaft rid u erwarten haben, wenn es ihnen nicht gelingt, einen heiten des jetzt Beschuldigten gehört, der seine Pflicht jedoch gröblich verletzt und sich mit den zur Vernichtung bestimmten, Kandidat ist Genosse Theodor Ritter. Es ist Ehrenpflicht für Swinemünde energischen Vertreter ihrer Interessen hineinzuschicken. Unser fonft aber zweifellos echten Rassenfcheinen bereichert hat. Daß er aber dabei viel Komplizen gehabt, ober baß er überhaupt schon jeden Genossen, auf dem Bosten zu sein, um diesem troß der zu Hamburg. eine größere Anzahl von faffirten Duplitaten verausgabt hat, ist erwartenden Machinationen der Gegner zum Siege zu verhelfen. Berlin bisher nicht festgestellt, fällt vielmehr vorläufig in das Reich der Ein neues Poftamt, in welchem Pofisendungen aller Art, Vermuthung. Die Sache liegt an sich demnach ziemlich einfach. Schwieriger dürfte sich die Entscheidung der Frage gestatten, unter sowie Telegramme bestellt werden, wird am 1. April in der Kolonie welchen strafrechtlichen Gesichtspunkt die Sache zu bringen ist. Ein Salenfee, Ringbahnstraße 123, eröffnet. Desgleichen wird am unmittelbares Münzverbrechen liegt nicht vor. Die Kaffenfcheine sind 1. April zu Oberschönweide im Hause Wilhelminenhofstr. 31 unzweifelhaft echt. Eine Veränderung, die als Fälschung angesehen unter gleichzeitiger Aufhebung der bisherigen Postagentur ein Post- Gort wird, ist damit nicht vorgenommen worden. Wird es nun möglich sein, amt eingerichtet. alist die Kaffenscheine im Sinne der§§ 146 und 147 ale nachgemachte" oder Der Niederbarnimer Kreistag ist zum 81. März zufammen Paris... verrufene" aufzufassen? Dem dürfte der Mangel irgend welcher gerufen worden. Er soll sich u. a. über die Betheiligung des Kreises ng 8nd you Veränderung an den Scheinen entgegen stehen. Staatsschuldscheine an dem Unternehmen der Erbauung einer Kleinbahn von Alt- Lands- Wetter- Prognose für Sonnabend, 19. März 1898. sind aber auch amtliche Urkunden, deren Beseitigung, die doch hier berg nach Hoppegarten, über den Verkauf des alten Kreishauses in Warm, jedoch vorwiegend trübe mit Siegenfällen und mäßigen unter allen Umständen vorliegt, nach§ 133 I und II bestraft wird der Rochstraße und die Aufnahme einer Anleihe zur Bestreitung der bis frischen westlichen Winden. und zwar um so schwerer, wenn die That in gewinnsüchtiger Ab-' Kosten des neuen Kreishausbaues schlüssig machen. Berliner Wetterbureau. Das Wahlkomitee. NAD 46ANTIT( Stala 1-12) do 19 753 SSM Regen 56 755 Q Regen 8 756 W 1 Regen 8 Wiesbaden 910762 SW bedeckt 763 # 0761 W WNW 3 Regen Regen 6 754 ld go Schnee -12 762 MSM 747 SW 1766 SW 29 4 Regen 5halb bedeckt 7 Dunft 8 11 München Wien Haparanda Petersburg Aberdeen, Verantwortlicher Redakteur: August Jacobey in Berlin. Für den Inseratentheil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin. Druck und Verlag von Max Bading in Berlin. Br. 66. 15. Jahrgang. 2. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Sonnabend, 19. März 1898. = mit dem Verein der Brauereien Berlins und der Umgegend zwecks ist die nächste Aufgabe der Bimmerer Charlottenburgs?" Redner Wahlbewegung. Aenderung resp. Verbesserung der Statuten des Arbeitsnachweises führt aus, daß die Erfolge der Lohnkommission unter den bestehenden Die chriftlich soziale und deutsch- soziale Reformpartei in der Ringbrauereien in Unterhandlung treten sollte, auf eine Anfrage, Berhältnissen sehr minimale gewesen seien, woran die mangelhafte Berlin fordert in der„ Kreuz- Zeitung" alle staatserhaltenden daß im Januar d. J. eine berathende Sigung stattgefunden bat, in Organisation der ersteren und namentlich das Entziehen der ArbeitsRichtungen auf, bei den Reichstagswahlen gegen die von„ jüdisch- welcher die anwesenden Vertreter des Vereins der Brauereien sich mit lofen- Unterstützung zunächst bewirkt hat, daß das Bertrauen zu der freifinnigen und sozialen Demokraten verheyten Massen" zusammen- verschiedenen vorgeschlagenen Aenderungen einverstanden erklärten, Bohukommission sehr schnell nachgelassen habe. Das Playdeputirtenzuwirken. Das wird nichts nüßen, die verhetzten Massen" jedoch erklärten, nicht ermächtigt zu fein, eine bindende Busage zu wesen habe in betreff des Sammelwesens die Erwartungen sehr ge werden schon dafür sorgen, daß diesem Konsortium das Handwerk machen, und wollten sie die beantragten Aenderungen in ihrem täuscht und zu Sigungen find von 500 Arbeitsstellen nur 45 und durch gelegt wird. Verein erst einer Berathung unterziehen, um eine bestimmte Stellung große Bemühungen endlich 80 Delegirte anwesend gewesen. Auch habe dazu nehmen zu fönnen. Seitdem hat sich der Verein der Brauereien in Schweigen gehüllt und werde er( Richter) auf diese Anregung Sin den Verein der Brauereien um Auskunft über den Stand seiner Berathung ersuchen. " Am Sonntag veranstalteten die Spandauer Parteigenoffen in die lokale Richtung für Fernhalten des Buzuges, sowie Agitation in ber Fehrbellin nach fünfjähriger Pause wieder eine Versammlung Proving nicht einmal für Regelung der Arbeits- und Lohnverhältnisse unter freiem Himmel, welche, begünstigt von gutem Wetter, start bein der nächsten Umgebung Berlins, welches namentlich in Charfucht war. Genoffe Schröer hielt das Referat, das wiederholt lottenburg sehr fühlbar geworden sei, irgend etwas gethan. Auf durch lebhaften Beifall unterbrochen wurde. Einige Bauern aus den Die Marmor- und Granitarbeiter hielten am Dienstag im grund dieser Erfahrungen fordert der Referent die noch nicht orbenachbarten Dörfern ermunterten unsere Parteigenoffen, auch in Englischen Garten, Alexanderstraße, eine öffentliche Versammlung ganisirten Zimmerer auf, sich der zentralen Richtung anzuschließen, ihren Wohnorten eine Versammlung einzuberufen, wozu fie bereit- ab. Den Vierteljahrs- und Jahresbericht erstattete der Vertrauens da diese am besten in der Lage ist, alle angeführten Mängel zu be willigst ein Stück Land oder eine Scheune zur Verfügung stellen mann Wolff. Es ergab sich für das legte Quartal bei 370 m. Ein feitigen durch ihren zentralen Charakter. Schäfer bemüht sich in würden. Der Kandidat der„ Ordnungsparteien", Tischlermeister nahme und 205,75 M. Ausgabe ein Bestand von 164,25 M., während der darauf folgenden Diskussion, das System der Lohukommission Pauli, bewirbt sich bereits fleißig um die Gunst der Wähler in den sich die Einnahmen für das letzte Geschäftsjahr auf 778,45 m., die und das Platdeputirtenwesen zu rechtfertigen. Von Knüpfer wird größeren Orten des Wahlkreises, dagegen lassen die Freisinnigen und Ausgaben auf 614,20 m. beliefen, mithin also ein Bestand von angeführt, daß Bimmerer aus Nauen für 28 Pf. Stundenlohn in Nationalfozialen noch nichts vou fich hören. 164,25 m. verblieb. Außerdem wurden noch auf Liften 303,45. Tempelhof einen Baun stellen. Hierauf legt Rube das schlechte Die freisinnige Bereinigung hat im Wahlkreis Frankfurt a. D. gezeichnet. Hierauf wird dem Vertrauensmann Decharge ertheilt. Funktioniren der Plazdeputirten innerhalb der beiden Organisationen den Gutsbesitzer Woite aufgestellt. Aus dem Bericht des Vertrauensmannes über seine Thätigkeit ging flar und empfiehlt, die zu fassenden Beschlüsse so einzurichten, daß ste In Drossen( Oft- und West- Sternberg) fand am vergangenen hervor, daß die Organisation jetzt 69 Mann zählt. Betreffs des Arbeits- praktischen Werth haben, und für strikte Befolgung derselben zu sorgen. Sonntag eine sehr start besuchte fozialdemokratische Versammlung nachweises erfolgte eine kleine Diskussion darüber, daß sich im Laufe des Die Abrechnung des bisherigen Vertrauensmannes ergab, daß einer statt, zu welcher auch der konservative Kandidat des Kreises geladen, lezten Jahres unter den Arbeitsuchenden 75 pet. Nichtorganisirte Einnahme von 36,70 M. eine Ausgabe in gleicher Höhe gegenüber aber nicht erschienen war. Dafür hatte sich der seit Anfang d. I. im befunden hätten. Hierauf werden Schroth zum Vertrauensmann steht und daß von früheren Sammlungen 25 M. der Berliner LohnKreise arbeitende" Antisemit Andres eingefunden, um dem Ge- und Helbig und Kubrinsky zu Revisoren gewählt. Gersten- tommiffion überwiesen sind. Zum Vertrauensmann wird Fleischer noffen Jahn entgegen zu treten. Sein ganzes Auftreten wurde berger erstattet nun als Gewerkschafts- Delegirter seinen Bericht. gewählt. Hierauf fand eine Resolution Aufnahme, die fich gegen aber von der Versammlung mit ironischer Heiterfeit aufgenommen, Er ersucht die anwesenden Kollegen, doch die Sammellisten für die den Lokalverein und die Lohnkommission ausspricht. Die Sammals ein Beweis, daß auch bei der überwiegend ländlichen und klein- ausständigen Schuhmacher zu berücksichtigen. Zum neuen Gewerk- lungen der Lohnkommission sollen zurückgewiesen werden, dagegen vers bürgerlichen Bevölkerung der antisemitische Schwindel dem immer schafts- Delegirten wird hierauf Wolff gewählt. Der nächste Punkt pflichten sich die Anwesenden, eine Sammelkarte vom Bureau des stärkeren Bordringen der Sozialdemokratie nicht mehr stand balten der Tagesordnung, Stellungnahme zum Kongreß", erregt eine Bentralverbandes zu entnehmen und pro Woche 20 Pf. zu steuern. tann, da sich nur ganze zwei Stimmen für den Antisemiten erhoben längere Diskussion. Es werden die einzelnen Punkte der Kongreß- In Stralan wurde in einer Kommunalwähler Wers In Beuthen a. d. Oder( Wahlkreis Grünberg- Freystadt) Tagesordnung verlesen. An der Debatte betheiligen fich sammlung der Genosse Bud, der bisherige Vertreter der dritten fand am 18. d. M. die erste sozialdemokratische Versammlung statt. Wolff, Gerstenberger, Hüttmann, Helbig und Abtheilung im Gemeinderath, wieder als Randidat aufgestellt. Genosse Stolpe Grünberg, unfer Kandidat, sprach unter allseitigem Mischte. Schließlich wird ein Antrag Hüttmann's Verein graphischer Arbeiter und Arbeiterinnen( Bahlstelle Reinicken= Beifall der zahlreich Erschienenen über die benorstehenden betreffs des Fachorgans angenommen, welcher dahingeht, den neu- dorf): Sonntag, den 20. März, vormittags 11-12 Uhr, im Botale des Herrn Reichstagswahlen und die Sozialdemokratie. Im Wahlkreise anzustellenden Expeditionsbeamten mit der Geschäftsleitung in einem Maschin, Residenzfir. 101a, Entgegennahme der Beiträge und Aufnahme neuer Schweidnig Striega u wurde Mitglieder. von konservativer Seite Bureau zusammenarbeiten zu laffen, damit leichter eine gegenseitige Sozialdemokratischer Verein Vorwärts in Risdorf. Den MitFreiherr v. Richthofen- Rolhöhe aufgestellt. Im Wahlkreise Hamm Hilfe der Organisationsbeamten auf diesem Wege stattfinden kann. gliedern zur Erinnerung, daß am Sonntag, den 20. März, ein vom Verein Soest hat nach der„ Köln. 3tg." eine nationalliberale Wähler- Im Verschiedenen werden für den Streit in Sulzfeld 30 M. und für arrangirtes Botal- und Inftrumental- Konzert stattfindet. Stach bem Konzert: Die Bibliothet des Vereins befindet sich bei urbs, BiethenTanztränzchen. versammlung beschlossen, für die Reichstagswahl in erster Linie einen franken Kollegen 20 M. bewilligt. Dem Vertrauensmann ftraße 76. Entgegennahme der Beiträge und Aufnahme neuer Mitglieder in micder den bisherigen Abgeordneten Schulze Henne vorzu- Wolff werden für seine Bemühungen im letzten Bierteljahr 25 M. ben bekannten Bahlstellen, sowie Bücherausgabe beim Bibliothekar zu jeder schlagen; sollte dieser verzichten, so bofft man, daß Abgeordneter angewiesen. Hierauf wird noch beschloffen, am 18. März einen Tageszeit. Schulze- Steinen, der den Wahlkreis im Landtage vertritt, die Kan- Kranz auf dem Friedhof der Märzgefallenen niederzulegen. Schluß alexanderstr. 27c, Bersammlung. Vortrag des Herrn Ingenieur Grempe über: Bildungsverein Mehr Licht". Sonntag, ben 20. März, abends 7 Uhr, didatur annehmen wird. Ein Zusammengehen mit dem Bunde der 1134 Uhr. „ Das Schlachtfeld der Arbeit und die Wichtigkeit der Unfallverhütung?" Nachdem Landwirthe", der seinen Vorsitzenden Sümmermann- Scheda im Wahlkreise Hamm Soeft aufgestellt hat, wurde für au 3- Arbeiterinnen- Verbandes( Posamentenbranche) tagte am 8. d. M. Eine öffentliche Versammlung des Textilarbeiter und Moabiter Naturheilverein. Sonntag, den 20. März, abends 7 Uhr, geschlossen erklärt; ebenso hat es das nationalliberale Kreis- Roßstr. 3. Kotte hielt einen Vortrag über Gewerkschaftsbewegung wahlfomitee abgelehnt, mit den Freifinnigen gemeinsam in den und den Posadowsky'schen Erlaß. Schubert berichtete sodann Wahlkampf zu ziehen. Die endgiltige Aufstellung eines Kandidaten über den Reservefonds, welcher eine Höhe von 707,55 M. erreicht soll in einer Vertrauensmänner- Bersammlung am nächsten Sonntag hat. Dem Rafsirer wird Decharge ertheilt. Die Agitationsfommiffion stattfinden. In Chemnih beabsichtigen die bürgerlichen Parteien, Ron- 28,14 m. hat nach einer Ausgabe von 32,35 M. einen Bestand von zu verzeichnen. wurde das VerFerner fervative, Nationalliberale, Freifinnige und Antisemiten, einen gehalten einiger Firmen fritisirt. So versucht namentlich die meinsamen Kandidaten aufzustellen. In einer Konferenz von Vertretern dieser Parteien ist der Patt beschlossen und auch von dem Firma L. Knopfmacher Arbeiter unter dem Minimallohn einzustellen. tonfervativen Wahlverein bereits gutgeheißen. Einen Kandidaten daß die Arbeiter bei angestrengter Arbeitszeit höchstens einen Lohn Die Firma Plischke hat die Akkordpreise so weit heruntergedrückt, Butritt. hat man noch nicht ausfindig gemacht. Unsere Parteigenossen stehen von 18-21 M. erreichen in der Saison. Ferner ist der Werkführer Engel bei der Firma Reßler bestrebt, die Affordpreise auf ein mögIn Dortmund wird von der Zentrumspartei Lensing lichst niedriges Niveau zu drücken. Aus dem sächsischen Erzgebirge tandidiren. ist zu berichten, daß die Arbeitszeit für männliche Arbeiter 10 bis 14 Stunden beträgt bei einem Lohn von 10-13 M., für Arbeiterinnen 8-14 Stunden bei einem Lohn von 5-10 M. Eine Versammlung der Posamentiere, die das sächsische Agitations- Romitee nach Buchbola einberufen hatte und in welcher Frau Greifenberg sprechen sollte, wurde von der Behörde verboten. = = Im Wahlkreis 3 weibrüden in der Pfalz ist auf der Partei tonferenz am 15. März, da Genosse Höltermann zurückgetreten ist, Genosse Wenzel aufgestellt. im Vereinslotal, Alt- Moabit, Ece Lüneburgerstraße, Stadtbahnbogen Nr. 329-332: geselliges Beiſammenſein. Bortrag des Herrn Naturarzt St. Stebek Allgemeine Kranken- und Sterbekaffe der Metallarbeiter( E. S. 29). Filiale Charlottenburg. Heute, abends 8% Uhr, im Restaurant Leder, Bismardfraße 74: Mitglieder Versammlung. Wahl der Delegirten zur General Berfamming Freireligiöse Gemeinde. Sonntag, den 20. März, vorm. 9 Uhr, im großen Festsaal der Berliner Refsource, Kommandantenstr. 57: Bersammlung. Fretreligiöse Borlesung.- Um 11 Uhr vormittags ebendaselbst: Vortrag des Herrn Waldeckt Manaffe: Der Glaube und die Sitilichteit." Gäste willtommen. Tischler Verein. Heute Abend 8% Uhr, Melchiorstraße 15: Bersammlung. Bo rtrag des Herrn Dr. Friedeberg über: Zungenkrankheiten. Damen haben Fachverein der Holz- und Bretterträger Berlins und der Umgegend. gliederversammlung. Sonntag, den 20. März, vormittags 10% Uhr, Schönleinstr. 6 bet Ewald: MittDermischtes vom Tage. Wohnhauses ein Arbeiter mit seinen vier Kindern den Tod in den -Jn Loy Raftebe( Oldenburg) fand bei dem Brande feines Flammen. Bon gut unterrichteter Seite wird nunmehr bestätigt, daß der Bertreter des Kreises Gebweiler im Reichstag, Kanonikus Guerber Die Tingel Zangeleufen in Altona müssen fortan von der Elsässer Gruppe, mit dem parlamentarischen Leben abschwarze Strümpfe tragen. geschlossen hat. Unser reichsländisches Partei Organ bemerkt zu Der Fachverein der Bäcker hielt am 8. d. M. seine GeneralBei einer Explosion in einem Kolonialwaaren- Lager zu dieser Nachricht: Die Fortschritte des Sozialismus im Elsaß be- verfammlung ab. Most erstattete Bericht über das verfloffene Görlig wurden zwei Personen tödtlich, zwei Feuerwehrleute leicht beuten zugleich die Demoralisation und Entnervung der flerikal Bereinsjahr. Danach haben in demselben 12 Vereinsversammlungen verlegt. demokratischen Oppofition. Nur eine geiftliche Randidatur mit und 18 Vorstandssitzungen stattgefunden. Die Mitglieder- VersammIn Viersen wurden am Dienstag vier Männer wegen ausgesprochen oppositionellem Charakter könnte die Wähler des lungen wurden zum größten Theil mit wissenschaftlichen, politischen schweren Sittlichkeitsvergebens verhaftet; unter diesen Kreises Gebweiler um das föftliche und ungemein belehrende Schau- und gewerkschaftlichen Themen ausgefüllt. Die Agitation war auch befand sich ein Vater und sein Sohn. spiel bringen, den Kreisdirektor, Bürgermeister und Pfarrer auf in diesem Jabre eine rege, fonnte aber die erfreulichen Resultate des Eine Milchhändlerin aus Motrau wurde auf der GleiKosten der Volksfreiheit brüderlich und dreieinig die Wahl machen" vorhergehenden Jahres nicht aufweisen. Denkt man sich in die wißer Chaussee von mehreren Männern überfallen und durch zu sehen. Zu einer selbständigen, so start nüancirten Kandidatur Verhältnisse, unter denen der Bäckereiarbeiter zu leben gezwungen Revolverschüsse im Rücken und im Geficht schwer verletzt. Es soll jedoch, die auch gegen die Regierung ihre Spike fehrte, ist die Furcht ist, so wird man einsehen, daß auch bei der besten Agitation manch- fich um einen Racheaft handeln. vor der Sozialdemokratie im klerikalen Lager zu groß und der po: Arbeitern die Traurigkeit ihrer Lage begreiflich zu machen. der Explosion einer Petroleumlampe so schwer verletzt, daß er bald mal sehr wenig zu erreichen ist, daß es sehr schwer ist, den Ein junger Lehrer in Mülhausen bei Unna wurde bei litische Demoralisationsprozeß daselbst schon zu weit vorgeschritten." ehfeld theilte mit, daß das Vermögen des Fachvereins auf darauf starb. 1849,71 m. angewahlen ist. Auf Antrag der Revisorenverein Bei einer Schlägermenfur wurde in Tübingen Kassirer Decharge ertheilt; desgleichen dem Bibliothekar Fischer. dieser Tage einem Studenten ein Auge ausgeschlagen. In den neuen Vorstand wurden gewählt als Vorsitzende Schneider Schriftführer Steck und Riemann; als Bibliothekare Eisen und Dalli; als Kassirer Schwan herz und Rosenberg; als Fischer, und zum Revisor Rehfeld. hardt und Barth; zu Beisitzern Dohna, 3aren und Soziale Rechtspflege. " In Laiz bei Sigmaringen schoß ein Ziegler auf den Muß die Arbeiterin fich eine unmenschliche Andunkung gefährlich. Gerichtsvollzieher, der ihn pfänden sollte, und verwundete ihn lebensgefallen lassen? Die Fabrikordnung der Druckerei von knickmeier bestimmt, daß die beschäftigten Personen entlassen werden Eine ganze Reihe größerer Brände wird aus Ungarn gemeldet. Jn Edelény brannten zwanzig Wohnhäuser, in können, wenn sie sich weigern, Ueberstunden zu machen. Auf grund dieser Bestimmung wurde die Anlegerin entlassen, weil sie eines Ju der Versammlung der Freien Vereinigung der Ban- Görömböly dreizehn, in Lengyelfalu dreißig Gebäude Abends nach 7 Uhr, d. h. nach dem Schlusse der regelmäßigen Arbeits- arbeiter sprach am 13. b. M. Friz Wilke über Werth und nieder. Auch in 3doba hat ein Feuer großen Schaden angezeit, nicht weiter arbeiten wollte. Frl. M. tlagte darauf beim Gewerbe- Nußen der Organisation". Die Versammlung beschloß, auch dies richtet. Eine Tuch fabrit in Balle Mosso bei Biella ist am gericht gegen Knidmeier auf eine Lohnentschädigung, indem sie geltend Jahr einen Kranz auf ten Gräbern der März- Gefallenen niedermachte, fie sei zu unrecht sofort entlaffen worden, da sie nicht länger zulegen. Mittwoch mit allen Vorräthen abgebrannt. Ein Kavaliere, in den ber habe arbeiten können. Sie habe vom frühen Morgen an an der Eine Baudeputirten Versammlung der Bauarbeiter, die Die Jtalie" meldet: Maschine gestanden und sei wegen großer Ermattung unfähig am Sonntag im Englischen Garten tagte, war von 31 Delegirten Vatikan, insbesondere das Vicariat, ein unbegrenztes Vertrauen gewesen, länger zu verweilen, Sie habe auch darum gebeten, eine besucht. Es wurde die Frage erwogen, ob den Unterneomern feßte, ist nach Korfu entflohen. Der Kavaliere soll einen Ausnahme zu machen. Der Beklagte berief sich demgegenüber darauf, Forderungen unterbreitet werden sollen; spätere Verfammlungen Geblbetrag von mehr als anderthalb Millionen daß die geforderte Mehrarbeit dringend gewesen sei und meinte, sollen darüber entscheiden. Die Lohn und Arbeitsbedingungen ivres hinterlassen haben; die Schwestern vom heil. Joseph er müsse auf jeden Fall der fraglichen Bestimmung der Fabrit wurden allgemein als sehr schlechte bezeichnet und die elegirien sollen um 800 000 živres geschädigt sein. ordnung Geltung verschaffen. Der Maschinenmeister bestätigte aufgefordert, mehr für die Organisation zu agitiren. Ein Jahr Gefängniß erhielt ein Soldat in Nancy ihm, daß die verlangte Arbeit vielleicht noch eine halbe Stunde in Die Maler, Lackirer zc. hielten am 9. März ihre General( Frankreich), der trotz der Aufforderung seines Wachtmeisters die Anspruch genommen hätte. Die Kammer VIII des Gewerbegerichts versammlung ab. Nach einem Vortrag des Herrn Dr. Paul Bohnen nicht effen wollte, die ihm vorgesetzt worden waren. verurtheilte jedoch Knickmeier, Fräulein M. die Entschädigung zu Bernstein über Proletariat und Hygiene", gab Nicolai den in Frankreich naturalisirt worden. Hiervon find: 1545 ElsaßIm Jahre 1897 find 7631 Personen, wovon 2758 Frauen, zahlen. Affeffor Dr. Meier führte begründend aus: Zwar heftimme Bericht über die Thätigkeit des Vorstandes im verflossenen Quartal. Bothringer, 1156 Italiener, 858 Belgier, 287 Deutsche, 275 Spanier, die Fabrikordnung, daß Ueberstunden auf Berlangen geleistet werden Sodann wurde ein Beisitzer und ein Mitglied der Beschwerde 176 Schweizer, 107 Luxemburger, 70 Defterreicher, 7 Ungarn, müßten und daß entlassen werden könne, wer dies verweigere. tommission gewählt. Troydem fet hier die Eutlaffung ungerechtfertigt anzusehen, 78 Russen und Polen, 49 Malteser, 12 Marokkaner, 184 Gin weil die Weigerung, die Arbeit auszuführen, unter den obwaltenden öffentliche Versammlung ab, um über das Vorgehen zur diesjährigen gehörige. Angesichts der 1 100 000-1 200 000 Ausländer in FrankDie Maurer in Charlottenburg bielten am Mittwoch eine geborene( Algerien und Kolonieen). 124 anderen Nationen AnUmständen gerechtfertigt erscheine. Als die Arbeiterin auf das Ver: Lohnbewegung schlüssig zu werden. Nach einem Vortrag des Genoffen reich ist die Zahl der Nationalisirten nicht groß zu nennen. Ueberlangen, weiter zu arbeiten, erklärt hätte, fie fei dazu förperlicha bn, wurden von Schulz Charlottenburg die Verhältnisse auf haupt giebt es nur im ganzen etwa 150 000 naturalisirte Ausländer unfähig, so hätte man ihr Glauben schenken müssen; zum mindesten den Bauten, wo die Löhne reduzirt sind, einer längeren Erörterung in Frankreich. hätte sie nicht gleich entlassen werden dürfen. unterzogen und hierbei zugleich auf das Vorgehen der Maurer und Durch Unvorsichtigkeit eines Aufsehers entstand in der dem Zimmerer Junung hingewiesen. Des weiteren müsse darauf hin- Prinzen Hohenlohe gehörigen Grube Saturn( Rußland) am gearbeitet werden, das berüchtigte Bahlmarkensystem zu bes Mittwoch ein Brand. 6 Arbeiter verloren das Leben. seitigen. Andererseits be man in Zukunft eine etwas 50 Berglente, denen schon das Bewußtsein geschwunden war, konnten Eine öffentliche Versammlung der Brauer, Böttcher und strengere Kontrolle bezüglich der Gemaßregelten und Arbeits- noch gerettet werden. Hilfearbeiter lagte am Sonntag, den 18. d. M. in den Arminhallen, einstellungen ausüben müssen, um dem Mißbrauch der Unterstügung Das russische Ministerium der Kommunikationen hat beGenosse Wagner hielt einen beifällig aufgenommenen Vortrag zu steuern. Die Besprechung der weiteren Mißstände auf Bauten schloffen, einen Kourierzug zu formiren zur Zurücklegung von über: Die Lehren der Berufszählung und die Posadowsty'sche soll in einer späteren Versammlung fortgesetzt werden. Redner ver- Fahrten aus Petersburg bis zum äußersten Punkte der dem Verkehr Koalitionsfreiheit." Als weiterer Punkt der Tagesordnung ftand die weift hierbei auf die zu diesem Zweck herausgegebene Broschüre und übergebenen Strecke der sibirischen Eisenbahn. Der Zug Betheiligung resp. Wiederanschluß der Brauereihilfsarbeiter an die empfiehlt deren Verbreitung. Der von den Maurern Berlins ver- wird alle 14 Tage abgefertigt werden und 6 Tage unterwegs Agitationsfommission der Brauer und Böttcher. Die Versammlung faßten Resolution wurde zugestimmt. Berense weist noch sein. stimmte dem zu und wurden von seiten der Hilfsarbeiter in die bin auf die ungenügende polizeiliche Kontrolle auf Neubauten. Das Der amerikanische Humorist Mark Twain bereitet eine Agitationstommiffion gewählt Raßmann, Liebenow und die Hauptforderungen für die diesjährige Lohnbewegung enthaltende Bearbeitung von Philipp Langman's Drama Bartel Zuraser" Altstein. Schappach erklärte auf eine dahingehende Anfrage, Regulativ fand einstimmige Annahme. Die Forderungen sollen für die englische Bühne vor. daß der Verein der Hilfsarbeiter immer noch gewillt ist, als Seftion später gedruckt und den Unternehmern zugesandt werden. Zum-Mitglieder einer wissenschaftlichen Expe bem zentralverband Deutscher Brauer und verwandter Berufsgenossen Schluß erklärte sich die Versammlung damit einverstanden, daß auf dition amerikanischer Aerzte wurden in der Umgebung beizutreten und die nächste Mitgliederversammlung jedenfalls einen dies, die Gräber der Märzgefallenen ein Kranz niedergelegt werde. von Tschungting von einer Menschenmenge angegriffen. bezüglichen Beschluß fassen wird. Brauer W. Richter berichtete als Charlottenburg. In der öffentlichen Versammlung Die eingeborenen Gehilfen der Aerzte wurden mißhandelt und einer Mitglied der im Oktober vorigen Jahres gewählten Kommission, dielder Simmerer vom 15. März referirte Rube über: Was getödtet. Versammlungen. " Etwa Für den Inhalt der Inserate übernimmt die Nedaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung. Thraker. Sonnabend, den 19. März. Opernhaus. Lobetanz. Die Rose von Schiras. Anfang 7½ Uhr. Schauspielhaus. Brandenburgische Eroberungen. Ein moderner Barbar. Monsieur Herkules.. Der Ruhmesweg. Bilder. Anfang 8 Uhr. Lebende Deutsches. Hedda Gabler. Anfang 72 Uhr. Leffing. Im weißen Röß't. Anfang 712 11hr. Berliner. Abschied. Anf. 72 Uhr. Schiller. Brand. Anfang 8 thr. Thalia. Fortunio's Lieb. Die kleinen Lämmer. Anfang 72 Uhr. Central. Die Tugendfalle. Anfang 72 11hr Belle Alliance. Kaiser und Galiläer. Luifen. Die Stütze der Hausfrau. Anfang 8 Uhr. Oflend. Unter der Polarsonne. Anfeng 8 Uhr. Residenz. Sein Trid. 8 11hr. Anfang Menes. Spiritismus. Anf. 71% Uhr. Goethe. Das Opferlamm. An: fang 7 Uhr. Unter den Linden. Der Opernball. Anfang 72 Uhr. Friedrich Wilhelmstädtisches. Die fleinen Bagabunden. Anfang 8 11hr. Alexanderplatz. Verlorene Mädchen. Anfang 8 Uhr. Urania. Tanbenstraße 48-49. Naturkundl. Ausstellung v. 10 Uhr vormittags ab. Abends 8 Uhr Wissenschaftl. Theater. Invalidenstraße 57/62. Täglich ( außer Sonntags und Mittwochs) abends 8 Uhr: Wissenschaftliche Vorträge. Passage Panoplifum. $ Wiener Tanz- und Operetten- Gesellschaft. American. Spezialitäten. Anfang 8 11hr. Reichshallen. Spezialitäten. An fang 7 1hr. Apollo. Spezialitäten. Auf. 7½ Uhr. Feen Palast. Ethnographische Ausstellung. Urania Maehr's Theater Tanbenstr. 48/49. Oranien- Strasse 24. Täglich: Naturkundliche Ausstellung. Täglich Theater und Spezialitäten. geöffnet von 10 Uhr vormittags ab. Eintritt 50 Pf. Abends 8 Uhr Wissenschaftliches Theater. Invalidenstr. No. 57-62. Täglich abends 7 Uhr: Ausstellungs- Saal und Vorträge. Näheres die Tagesanschläge Der Novitäten- Programm. Buchhandlung Vorwärts, Berlin SW., Benthstr. 2. Soeben ist erschienen: Raebmörder. Sie kennen sich. Zum Jubeljahr der Märzrevolution Schwant. Poffe. Aufang: Wochentags 8 ihr. Sonntags 6 Uhr. Avis! Donnerstag, den 24. März: Grosse Gala- Benefiz- Vorstellung für Passage- Panopticum.ben beliebten Stonzertfänger Franz Berliner Nachtleben Komödie in 12 pantomimischen Szenen mit Gesang und Tanz. Vorher: Theater Variété. Castan's Panopticum. Friedrichstr. 165. Veu!! Indisch- 10 hindusta. nische Gaukler -undchlangenBeschwörer. Das BÄREN WEIB. Romberg. Feen- Palast Burgstrasse 22. Wiener Zoologisch. Garten Aschanti- Dorf Javaner- Dorf Geöffnet von 11-10 thr. Vorstellungen allstündlich 2-9. Entree 50 Pf. Kinder und Militär 25 Pf. Volks- Theater im Welt- Restaurant 97. Dresdener Strafe 97. Unser modernes Berlin. Boltsstück mit Gesang in 4 Bildern von 2. Ely. Hauptrollen: Ella Richter. Robert Dill. Grete Gastoni. Rudolf Schauss. Klara Hayn. Otto Wendt. Im vorderen Saale: Tyroler Sänger Alois Ebner. Freitag, den 1. April: Benefiz Rudolf Schauss. Anfang: Sonntags 6 gr. Von Wilhelm Liebknecht. 96 Seiten 8°. Preis 30 Pfennig. Porto 5 Pfennig. Bereits im Sommer hatte der Parteivorstand den Genossen Liebknecht mit der Abfaffung der Broschüre beauftragt, die nunmehr auf den 18. März von dem Verlag publizirt wird. Die glänzend geschriebene Schrift enthält nicht bloß eine lebendige, eingehende Schilderung der 48 er europäischen und namentlich der deutschen RevolutionsBewegung, sondern auch eine kritische Würdigung jener Ereignisse und fie faßt zum Schluffe die Aufgaben zusammen, welche die deutsche Arbeiterklasse, die zielbewußte Erbin der 48 er Vortämpfer, zu übernehmen von der Geschichte bestimmt ist. Achtung! Achtung! Freie Vereinigung der Händler u. Händlerinnen Berlins und Umgegend. Conntag, den 20. März, bei Stabernack, Jnfelstr. 10: 4. Stiftungsfeft. Vorträge und Tang. 88/2 sul Herren, welche am Tanz theilnehmen, zahlen 30 Pf. nach. Festrede gehalten vom Genossen Paul Jahn. Um 12 Uhr: Kaffeepause. Kasseneröffnung 5 Uhr. Anfang 6 Uhr. Billet 25 Pf. Das Komitee. Ein donnerndes Hoch unserm schwarzen Fritz, der am 19./3. 62 ge boren ist. Alma, Du ahnst es nicht, 24075 Frize läßt gießen. Kollegen vom grünen Nachfolger. Todes- Anzeige. Den Mitgliedern der Zahlstelle I, Berlin bes Verbandes der Bau-, Erd- und gewerblichen Hilfs. arbeiter Deutschlands hiermit zur Kenntniß, daß am 17. März das Mitglied 32/4 Emil Prüfer plöglich verstorben ist. Die Berdigung findet am Sonntag, den 20. d., nachmittags 42 Uhr, von der Leichenhalle des Emausfriedhofes in Brit, statt. Um rege Betheiligung ersucht Die Ortsverwaltung. C. Deredder, 1. Bevollmächtigter, Falkensteinstr. 17. Zentral- Kranken- u. Sterbekasse d. deutschen Wagenbauer. Bezirk II. Todes- Anzeige. Am Mittwoch, den 16. d. M., verstarb nach schwerem Leiden unser Mitglied und Kassirer Heinrich Kude im Alter von 39 Jahren. Ehre seinem Andenken! [ 24086 Die Beerdigung findet am Sonn tag, den 20. d. M., nachm. 3 Uhr, vont Lazarus- Krankenhause aus nach dem Elisabeth- Kirchh., Gesundbrunnen, statt. Der Bevollmächtigte. Adolf Fanger. Deutscher Wo? machen wir unsere Herren- Barthie Holzarbeiter- Verband. 4063L* hin? Bum alten Freund auf Bichelswerder. Vereinen und Gesellschaften empfehle mein auf bas Apollo- Theater. y e Friedrichstr. 218. Dir. J. Glück. Debut der berühmten Bonhaire Troupe ferner: Emilia Persico Schiller- Theater Sign. Salerno Ida Heath ( Wallner Theater). Sonnabend, abends 8 Uhr, zur Beier von Jbsen's 70. Geburtstage, zum ersten Male: Brand. Sonntag, nach 3 Uhr: Der Pfarrer von Kirchfeld. 务 Fischer& Wacker etc. etc. Kasseneröffnung 61%, Anf. 71% Uhr. Abends 8 Uhr: Ein gemachter Ein erquickendes Attentat Mann. Montag, abends 8 Uhr: Brand. Ostend- Theater. Gr. Frankfurterstr. 132. Dir. G. Weif. Gr. Ausstattungsstück! Gr. Novität! Bum 32. Male: Unter der Polarsonne. Aktuelles Ausstattungsstück mit Gefang u. Tauz in 5 Bildern von E. Sonder mann und Chr. Bischoff. Gesangsterte von J. Dill. Musik v. C. Schüler. Anfang 8 Uhr. Im Tunnel vor und nach der Bor stellung: Fret Konzert. Morgen und folgende Tage: Unter der Polarsonne. Sonntag Nach mittag 3 Uhr( fleine Preise): Die Weise aus Lowood. Central- Theater Alte Jakobstr. 30. Direktion Richard Schultz. Sonnabend, ben 19. März 1808: Emil Thomas a. G. Zum 59. Male: Die Tugendfalle. Burleste Ausstattungspoffe m. Gesang auf ein jedes Zwerchfell ist der neueste Schwank der Gebrüder Herrnfeld Von Dreien der Glücklichste Uebertrifft alles dagewesene des Budapester Humors und präsentirt sich als Zngstick allerersten Ranges. Kaufmann's Variété bildet das Tagesgespräch des lachlustigen Berlins und ist das Extraordinarium eines lustigen Abends. Wochentags 712 Uhr. RennProgram m. Sonnabend, den 19. März cr., und folgende Tage: Eröffnung der internationalen Sport- Saison Jockey- Hinderniss- Reiten. Engl. Ringelstechen Damen- Wettlaufen Amerik. Dreibeinlaufen Rad- Wettfahren Damen- Tauzichen Deutschland geg. England jeden Abend bis zur Entscheidung Bolossy Kiralfy's in Konstantinopel Neues OlympiaRiesen- Theater ( Circus Renz) Karlstrasss The jolly british girls und das neue MärzSpezialitäten- Programm. Anfang 8 Uhr. Beginn d. Rennen 83/ Uhr. Sonntag 2 Vorstellungen. Nachm. 1 Kind frei. Nur noch kurze Zeit! Circus Busch ( Bahnhof Börse). Sonnabend, den 19. März 1898, Abends 71/2 Uhr: Barade- Gala- Borstellung. Bunt Benefiz der berühmten Reiter: familic Cottrell- Powell. Die Benc fizianten m. d. besten Nummern ihres Repertoirs. Bum 1. Male: Grande Quadrille Reichshallen- Theater. de Bandeaux, geritten von 8 Damen Leipzigerstrasse 77. Das auf der Höhe der Zeit stehende Programm! und 8 Herren. Außerdem: Die vor züglichsten Freiheitsdressuren des Dir. Busch. 8 Ungarn m. ihren berühmten Bollblutspringpferden. Unter anderem: a) Sprung fiber eine 7 Fuß hohe b) Der be Barière mit Reiter. und Lang in 4 Bilbern unter Beugung Karl Wilhelm, hmte Sandorsprung über 3 große eines französischen Sujets von Jul Freund und Wilh. Mannstädt. Mufit von Jul. Ginödshofer. Anfang 28 Uhr. Morgen und die folgenden Tage: Die Tugendfalle. Original- Humorist. Corty& Rettlé! Susi Suzette! Valentine Cadowa! Brüder Paxton! Pawell's neue Pantomime: Pferde. Auftreten der vorz. Klowns Nipp& Tipp, Boganowsky, Cyrillo, Magrini, Frères Bergère etc. Zaragoza. Koch Strampelmeyer's Orig. Manège- Schaust. d. Circus Busch. Besonders hervorzuheben: Die weibl. Küchenstreiche.. Luisen- Theater Anfang% 8 Uhr. Entree 50 Pf. Fanfarenblafer. Der Sturz von der 34. Neichenbergerstraße 31. Novität! Abends 8 Uhr: Novität! Die Stüße der Hausfran. Boffe mit Gesang in drei Atten von E. Karl. Mujit von Fritz Krause. Toni Klein: Auna Müller- Linde. Sonntag Nachm. 3 Uhr: Bolts Vorstellung. Regie: J. Türk. Bu fleinen Preisen: Ein Volksfeind. Abends 8 Uhr: Die Stüße der Hausfrau. Billets à 60 Pf. zu der Sonntag: Nachmittag- Borstellung in den be tannten Verkaufsstellen. Alcazar- Theater. Dresdenerstraße 52/53( City- Paffage) Annenstraße 42/43. Direktion: Richard Winkler. Sensationelles Riesen- Programm. Miss Ada Risson, schönste Tauben: Stönigin. Mr. Alexandro Selino, der Mann mit der eisernen Haut. Das größte Wunder der Welt! Theodor Silling, Parforce- Turner am festen Red. Reichshallen- Tunnel: 2 vorzügliche Kapellen. Sonnabend: Rockbierfest. Quarg's Vaudeville- Theater Grand Hotel Alexanderplatz. Wegen Privatfestlichkeit findet hente Sonnabend keine Vorstellung statt. Morgen Sonntag Anfang 6 Uhr. Das grossartige neue Programm. Auf Verlangen: Der Lumpenball. Avis! Jeden Mittwoch während und nach der Vorstellung grosse Ballmusik. In Vorbereitung: Der Mord am Alexanderplatz und König Heinrich( Poffen). W. Noack's Theater Brunnen- Strasse 10, Jeden Sonntag, Dienstag und Donnerstag: Neu! Die Regimentsnummer. Gr. Extra- Theatervorstellung Boffe mit Gefang von M. Reichardt. Die Erbschleicherin Das Neueste vom Neuen! E oder: Unser Sabinchen. Lebende Photographien. Schwant in 4 Aften von E. Paul. Bom Dienstag, den 22. März: Nach der Vorstellung: 60 Fuß hohen Brücke ins Waffer. Der pompöse grüne Aft. Morgen: 2 grosse Vorstellungen Nachm. 4 Uhr und abends 71 Uhr. Konzert- Sanssouci haus Rottbuser Straße Nr. 4a. Direktion: H. Pierry. Sonntag, den 20. März: Mein Trompeter für immer. Der Hausschlüssel. Auftreten sämmtlicher Specialitäten nur ersten Ranges. Sign. Pedro mit seinen vorzüglich breffirten Hunden. Die lustigen Chinesen. Anf. d. Konz. 5 Uhr, Vorst. 6 Uhr. Entree 50 Pf. Dienstag, Donnerstag: Vorstellung. Ball. " J. Jablonsky' Nachil. Otto Müller, SO., Naunynstr. 37, empfiehlt sein Weiss- und Bairischbier- Lokal nebst großem Frühstücks, Mittags u. Abendtisch in befannter Güte und zu foliden Preisen. Sonntag, 20. b. Mr., zur Frühsprache beste renovirte Lokal, Saal und schattiger Garten mit Theaterbühne, 2000 Personen fassend, zu Sommerfestlichkeiten jeder Art jeden Tag sowie auch Sonntag. [* Den Mitgliedern zur Nachricht, daß ber Kollege, Tischler Albert Schneider folge einer Operation im 33. Lebens: jahre plötzlich verstorben ist. am 16. März, vormittags 11 Uhr inJulius Wernau, Gastwirth, Schwedterstr. 23/24. sprecher. halle bes neuen Jakobi- Kirchhofes, Grünau. Grünau. Gustav Lindenhayn's Gastwirthschaft. Am Sonntag, den 20. d. M. findet bei mir Grokes Wureffen ftatt, wozu ergebenst einladet Säle für 80-300 Verfonen. Der Wirth. Telephon Grünau Nr. 17. Die Beerdigung findet am Sonn tag, nachm. 4 1hr, von der Leichen: Hermannstraße, aus statt. Um rege Betheiligung ersucht [ 78/16 Die Ortsverivaltung. Lodes- Anzeige. Am Mittwoch, den 16. d. M., verstarb unser Kollege, der Tischler Albert Schneider. Roppenstraße 29. Keller's Festfäle Roppenstraße 29. nachmittags 4 Uhr, von der Leichen in den Sonnabend, den 26. März 1898 Gesammträumen des Etablissements; Grosser Wiener Maskenball ber 2399b Berliner Gürtler u. Bronzeure Um 12 Uhr, vor der Demastirung: Brämiirung der zwei elegantesten Damen und Herrenmasten. Ms Preisrichter fungiren die Theilnehmer des Balles. Gine Prämie er halten diejenigen Masten, welche die größte Anzahl von Bons aufweisen. Billets 50 Pf. Anfang 9 Uhr. Ende??? Um zahlreichen Besuch bittet Das Komitee. Großzer öffentlicher Vortrag Die Beerdigung findet Sonntag, halle des Neuen Jakobi- Kirchhofes ( 24096 aus statt. Die Kollegen der Werkstatt von Julius Metzer. Deutscher Metallarbeiter- Yerband ( Verwaltungsstelle Berlin). I Todes- Anzeige. Am 16. b. M. starb unser Mitglied, der Schlosser Heinrich Kude. Ehre feinem Andenken! Die Beerdigung findet am Sonntag, 20. März, nachm. 8 Uhr, vom Lazarus für Damen und Herren Strankenhaus aus nach dem Elisabeths im Heilyerein Kube in Ahrens' Brauerei, Moabit( Berlin NW.), Thurmstr. 26, Ecke Stromstraße, Montag, den 21. März 1898, abends 8% Uhr, Kirchhof in der Prinzen- Allee statt. Um rege Betheiligung ersucht 111/6 Die Ortsverwaltung. 266/1 Arbeit.- Radf.- Verein Berlin er: prit Frl. M. Kube, Naturheilkundige, Das nervöse Jahrhundert" nerveuschwäche( Neurasthenic), Schlaflosigkeit, Epilepsie, Syfterie, Beitstanz ze. Es werden mehrere Patienten vorgestellt. Entree 15 Pf. Geschäftsstelle: Berlinerstr. 125, III. Der Vorstand. 1872. F. Nahrstedt 1872. Gegyndet Wrangelstr. 40-41. Gegründet Manufaktur-, Wäsche- und Wollwaaren- Geschäft Großes Lager in Bettfedern, sämmtliche Preislagen. Hent Abend 8 Uhr Treffpunkt Bahnhof Friedrichstr. 3. Besuch b. Stiftungsfestes der Genossen in Nowawes. Neu eröffnet: Café- Lokal. Weiß- und Bairisch- Bier. Ritterstr. 54, Ecke Alte Jacobstrasse.[ 13586 Kaffee 10 und 15 Pfg. S. Borger, früher Seidelstr. 17 b. Ebel. Schankgeschäft, gr. u. fl. Vereins: zimmer fof. verkäufl. Preis 600 Thlr. Näh. Reichenbergerstr. 154, Lokal. Hertige Betten, 12,00, 14,00, 18,00, 24,00, 34,00. Arbeitsmarkt. 4610L* Juletts, garantirt federdicht und farbecht. Bettbezüge in karrirt, weißem Damast und Dimiti. Teppiche, Gardinen, Bettvorleger, Tischdecken. Möbelstoffe, Steppdecken in vielen Qualitäten. Ganze Wäsche- Ausstattungen, nur eigenes Fabrikat, in eleganter und saubersier Ausführung. Grosse Auswahl in Kleiderstoffen. Mein Herren- u. 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Grosses Vokal- und Instrumental- Konzert unter Mitwirkung des Buchbinder- Männerchors. Nach dem Konzert: Grosser Ball. Herren, die daran theilnehmen, zahlen 50 Pf. nach. Anfang 8 Uhr. Billets sind heute nur noch im Bureau, Annenstr. 50, bis abends 8 Uhr zu haben. 1 Sämmtliche Zahlstellen, außer Annenstr. 50, bleiben heute Abend geschlossen. Eintritt 20 Pr. stehenden Zimmerer Berlins und Umgegend. Tages Ordnung: 1. Stellungnahme zum Kongreß der Vertrauensmänner- Bentralisationen Deutschlands. 2. Anträge und Diskussion derselben. 3. Wahl der Dele 256/6 girten. 4. Verschiedenes. Die Versammlung wird pünktlich eröffnet und ersuchen wir deshalb um pünktliches Erscheinen. Die Vertrauensleute. J. A.: Rudolf Myler. Verein der Zimmerer Berlins und Umgeg. Den Mitgliedern hiermit zur Kenntniß, daß die regelmäßige Mitglieder- Versammlung am Sonntag Vormittag nicht statt: findet. Wir ersuchen unsere Mitglieder, die seitens der Vertranensleute zum Sonntag Nachmittag einberufene öffentliche Versammlung rege zu besuchen. 257/8 Der Vorstand. J. A.: Otto Hoppe, Schöneberg, Marstr. 5. Achtung! Pnker. deutscher Achtung! Deutsch. Metallarbeiter- Verband Sentralverband dentier Maurer und verw. Berufsgenoffen Verwaltungsstelle Berlin. Zahlstelle Berlin I( Putzer). Sonntag, den 20. Märs, vormittags 11 Uhr, im Louisenstädtischen Konzerthaus, Alte Jakobstraße Nr. 37: Am Montag, den 21. März 1898, abends 8½ 1hr, im Lorale Außerordentliche Mitglieder- Versammlung. des Herrn Müller( Tegel), Schloßstraße: Bezirks- Versammlung für Tegel. Tages Ordnung: 1. Vortrag. 2. Diskussion. 3. Verbandsangelegenheiten und Verschiedenes. Um zahlreichen und pünktlichen Besuch bittet 111/7 Die Ortsverwaltung. Verband der Möbelpolirer. Montag, den 21. März, abends 82 Uhr, Andreasstr. 26: Derlammlung. Tages Ordnung: 1. Bortrag des Kollegen Stramm über„ Astronomische Studien". 2. Wahl. 3. Berschiedenes 145/14 Heute Abend, in Keller's Festsälen, Koppenstr. 29: Maskenball Billets à 50 Pf. sind heute Abend in sämmtlichen Zahlstellen zu haben. Der Vorstand. der Maschinisten und Heizer Tagesordnung: 1. Wie gedenken wir in diesem Jahre unsere Lohnbewegung zu führen? 2. Diskussion. 3. Bereinsangelegenheit. 134/10 Um zahlreiches Erscheinen wird dringend gebeten. Die örtliche Verwaltung. Tages Ordnung: 1. Rechenschaftsbericht des Kassirers. 2. Anträge zur außerordentlichen Generalversammlung. 3. Verschiedenes. Rixdorf. Sozialdemokratischer Verein Vorwärts" zu Rixdorf. Sonntag, den 20. März 1898, nachmittags 41/2 Uhr, in Gröpler's Salon, Bergstr. 147: Grosses Vokal- und Instrumental- Konzert unter gütiger Mitwirkung der Rirdorfer Gesangvereine: Treu und Einigkeit, Melodia, Schneeglöckchen. Einheit, Arion, Britzer Männer- Gesangverein, Grüne Eiche, Harmonie, Rothe Rose, ( Mitglieder des Arbeiter- Sängerbundes) Dirigent Herr Apelt, sowie des Zitherklubs Traurige Saite. Anfang 42 11hr. Billets 20 Pf. Nach dem Konzert: Tanz. Der Vorstand. Arbeiter- Bildungsschule. Am Sonntag, den 20. März 1898, abends 7 Uhr, in Feuerstein's Festsälen, Alte Jakobstrasse 75: Vortrag des Herrn Dr. Alfred Bernstein über: ,, Colonialpolitik' Nach dem Vortrage: Gemüthliches Beisammensein u. Tanz. Eintritt 10 Pf. Garderobe 10 Pf. Orts- Krankenkaffe für d. Gewerbebetrieb der Nationalökonomie von Dr. Conr. Schmidt à 5 Pf. zu haben; ebenso Kaufleute, Handelsleute und Apotheker. Sonntag, den 20. März, vorm. 10 Uhr, im großen Saale der Armin- Hallen, Kommandantenstraße 20: Mitglieder- Versammlung. Tages Ordnung: Der zum 7. Stiftungsfest von Ernst Preczang verfasste, mit grossem Beifall aufgenommene Prolog mit Programm und Liedertexten ist in dieser Versammlung à 10 Pf., Leitfaden zur theoretischen Billets à 20 Pf. zu dem am Sonntag, den 17. April, abends 6 Uhr, in Keller's Festsälen, Koppenstr. 29, stattfindenden Vortrag des Herrn Dr. Wilh. Meyer( früher Direktor der ,, Urania") über ,, Die Reise nach 4/15 Spitzbergen" mit zahlreichen Lichtbildern. Der Vorstand. 1. Bortrag des Herrn Dr. Friedeberg über: Die Verkürzung D. der Arbeitszeit und ihr Einfluß auf die Krankenkaffen. 2. Diskussion. 3. Bericht der Agitationsfommission. 4. Neuwahl der Agitationskommission. 89/2 Der Einberufer. Achtung! Bauarbeiter. Achtung! Sonntag, den 20. März, mittags präz. 12 hr, bei Feuerstein ( oberer Saal), Alte Jakobftr. 75: Verein Sonntag, den 20. März, nachni. 5 Uhr, in Cohn's Feſtſälen, Benthſtr. 19-22: der und Berufsgenossen Berlins und Umgegend. Versammlung. Tages Ordnung: 1. Vortrag des Gewerkschafts- Sekretärs Millarg über„ Das Unfallbersicherungs- Gesetz". 2. Verschiedenes. 3. Ausnahme neuer Mitglieder. Der Vorstand. 138/5 Oeffentliche Versammlung Bau-, Erd- und gewerblichen Hilfsarbeiter Berlius. Tages Ordnung: 1. Berichterstattung und Abrechnung des Vertrauensmannes; Neuwahl desselben. 2. Berichterstattung des Gewertschafts- Delegirten und Neuwahl desselben. 3. Verschiedenes. 30/10 Um rege Betheiligung ersucht 1. Ziehung d. 3. Maffe 198. Sgl. Preu. Potterie. 336 450 662 79 799[ 200] 889 66 905 110012 85 108 51 Bichung vom 18. März 1898, vormittags. Nur die Gewinne über 160 Wart find den betreffenden Nummern in Parenthese beigefügt. ( Ohne Gewähr.) 24 82 108 19 248 92 340 60 421 89 685 92 766[ 5J0] 70 SCO 1028 154 75 392 472 79 517 676 707 940( 200) 2013 30 100 33 278 502 14 46 623 937 3045 98 134 $ 5 284 309 20[ 200] 43S 569 85 651 58 955 4043 201 77 626[ 200] 701 8 57 5132 43 217 60 403 641[ 500] 44[ 500] 893 962 6124 94 96 268 493 564 716 32 56 75 850 76 94[ 200] 918 42 7069 211 59 62 441 61 664 787 884 920 99 8203 29576 616 9112 339 40 91: 749 914 19 52 10023 116 64 65 81 213 380 590 991 11008 47 348 47 594 614 786 65 915 12148 68[ 500] 214 426 41 73 87 509 91 625 707 819 36 969 13098 139 254 548 621 761[ 800] 915 70 14014 123 226 92 356 472 82 668 75 711 58 802 905 91 15070 435 16195 240 54 606 836 72 964[ 500] 17154 61 842 942 99 18191 324 796 870 923 30 85 19050 89 179 277 308 90[ 300] 409 20185 211 18 343 673 21049 52 123 477 526 65 718 853 69 989 47 69 22081[ 300] 212 62 412 639 55 717 879 23299 676 95 860 975 24030 151 323 39 42 92 540 665 874 93 96 955 86 25001 490 895 945 26000 86 588 27278 374 400 653 784 95 926 28101 92 206 55 514 33 652 777 940 20172 376 418 546 65 99 623 33 884 49 995 30130 221 75 475 513 89 645 889 31059 82 181 61 87 461 567 668 716[ 200] 844 964 32493 558 89 780 873 958 33064 67 141 43 275 327 601 50 83 972 77 34030 346 556 77 607 82 755 803 975 85021 107 317 27 63 417 642 799 960 36193 388 453 537 630 784 921 36 43[ 300] 37001 76 105 261[ 500] 351 460 506 82 643 866 94 987 38091 197 800 428 31 599 734 833[ 200] 39007[ 200] 333 589 632 845 83 117008 86 174 249 407 540 707 838 56 995 118008. 55 421 83 99 620 785 843 119137 72 438 72 545 604 9 56 775 120156 91 237 46 86 332 767[ 200] 805 90 914 121025 105 350 99 614 727 47 81 89 825 954 122123 [ 800] 396 501 678 906 17 44 59 123009 278 323 83 640 [ 1500] 49 700 4 48 84 124024 175 312 589 826 44 924 125010 156 394 619 979 126046 184 347 449 605 710 837 57 127070 157 474 75 570 910 128145 48 54 90 249 307 458 516 44 53 54 75 623 32[ 200] 56 923 129021 135 201 340 512 808 130552 55 831 131002 295 823 502 936 132254 82 46S 999 133254 342 430 89 662 703 34 801 28 134138 221 381 476 512 747 135087 140 442[ 2001 532 622 772 850 973 136263 817 47 61 94 400 505 45 72 839 954 137245 89 369 423 60 641 66 84 794 828 943 63 138140 51 81 220 37 83 439 43 44 649 60 67 722 69 77 810 20 911 64 139102 225 53 453 510 658 64 934 53 95 140120 312 407 552 721 141175 78 346 52: 538 71 85 600 40 764 142183 276 386 655 732 39 852 96 143072 152 237 398 595 644 817 40 53 144034 242 329 440 515 29 661 711 47 54[ 200] 57 78 892 983 145004 141 52 312 416 61 504 43 600 73 746 63 881 977 146049 57 87 211 438 52 556 759 891 147111 87 90 92 465 527 613 98 793 883 904 82 148002 131 62 225 450 583 893 149001 143 232 307.591 78872 74 968 150016 96 125[ 300] 247 405[ 200] 23 503 10 63 779 946 87 151123 216 61 71 80 815 28 485 587 656 980 152124 833 437 594 814 38 966 153153 67 430 831 905 154195 242 89[ 3000] 604 44 78 91 953 155227 63 408 551 609 60 69 897 970 156020 51 93 758 99 157212 865 411 99 565 71 640 62 745 852 151137 68 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300] 705 844 911 64014 76 90 185 234 64 75 302 48 600 877[ 200] 65012 26 310 26 48 445 79 555 605 84 776 807 60003 117 27 246 450 553[ 300] 60 698 815 36 85 67007 118 357 458 536 72 786 897 968 08424 527 69346 507 14 656 737 882 70069 70 76 176 615 706 831 71173 316 94 417 567 738 50 855.90 986 72127 280 79 403[ 500] 564 740 59 75 885 954 73077 156 66 585 803 73 77 956 93 74061 961473 556 906 75034 189 251 500 40 620 800 63 76114 376 546 800 906 77482 67 727 855 934 98 78102 274 365 519[ 200] 34 70 634 754 84 884 978 79320 57[ 800] 602 623 736 48 94[ 200] 80012 61 72 248 408[ 200] 21 766 894 81030 148 290 813 80 632 51 939 82048 415 592 724 803 956 83204 68[ 800] 347[ 200] 72 83 409 72 550 58 633 56 74 84066 144 477 586 631 940 85039 42 178 90 209 886 662 739 48 876 86025 60 292 356 60 445 82 552 619 56 701 15 859 85 901 87 87331 438 587 721 43 814 951 88037 50 249 869 409 14 56 76 79 82 650 723 864 89600 11 53 90090 103 804 16 32 46 476 853 933 91077 191 202 44 455 69 535 712 26 75 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52 65 261 311 49 60 408 624 79 732 73 77 219189 207 305 459 607 19 704 814 27 549 220150 82 261 355 79 440 51 558 661 801 53 91 911 221009 38 53 75 124 222 430 525 796 952 222007 368 79 412 511 656 723 37 808 907 41 223061 322 56 442 50 517 634 62 92 791 863 97 99 991[ 200] 224213 594 722 56 70 84 895 915 68 225048 227 44 95 311 543 Im Gewinnrade verblieben: 1 Gewinn zu 60000 m., 1 zu 45 000 r., 1 zu 30000 Mt., 1 zu 15 000 wit., 2 au 10000 wt., 4 zu 5000 Mt., 9 au 3000 M., 16 zu 1500 Mt., 42 zu 500 t Der Vertrauensmann. Zum Besten des Baufonds Freireligiösen Gemeinde Montag, den 21. März, abends 9 Uhr pünktlich, in Louis Keller's Festfälen, Koppenstraße Nr. 29: Vortrag des Schriftstellers Ernst Friedrich über: Spiritistischer Humbug, mit Experimenten. Billets à 20 Bf. find in allen bekannten Billetstellen der Freireligiösen Gemeinde" und Montag Abend am Eingang zur Versammlung zu haben. Die Baukommission. 62/ 12*] 2/12 Berolina- Festfäle, Schönhauser Allee 28. Große und fleine Festsäle zu Versammlungen und Festlichkeiten jeber Art; Sonnabende und Sonntage noch zu vergeben. ( 4469L Jeden Sonntag: Grosser Ball! Anfang 4 Uhr. 1.Ziehung d. 3. Klaffe 198. Sgt. Breng. Botterie. 240 65 852 96 545 88 720 81 56 59 829 72 94 970 115123 Biebung vom 18. März 1898, nachmittags. Nur die Gewinne über 160 Wart find den betreffenden Nummern in Parenthese beigefügt. ( Ohne Gewähr.) 81 234 741 950 1026 273 336 444 660 80 2040 125 890 489 69 662 97 786 847 89 96 939 3008 106 247 411 47 746 933 4058 142 95 254 515 53 627 74 79 89[ 200] 5052 90 213 300 8 65 606 92 702 828 31 6079 132[ 200] 66 881 503 36 40 90 715 7194 345 69 409 505 65[ 200] 617 96 740 50 70 8075 261 842 433 539 641 56 871 75 912 9143 216 46 369 83 426 88 516 88 604 51 740 862 981 10062 246 484 555 681 721 800 11165 81 86 223 550 627 949 12178 221 382 97 435 99 616 18 906 51 13138 225 58 63 321 406 506 969 14260 78 95 353 407 96 829 916 15137 237 83 445 629 61 713 15 866 10216 70 444 56 67 508 16 656 780 825 85 960 17121 44 259 574 90 881 84 943 18071 87 204 495 550 77 79 625 718 840 961 76 86 19019 152 220 344 490 540 68 612 15 803 95 20066 126 32 72 92 335 422 36 735 62 815 39 997 21578 871 97 22047 137 48 244 446 82 95 537 44 605 60 828 55 93[ 300] 23007 12 35 130 41[ 200] 260 349 93 426 515 21 648 70 808 24130 36 232 80 415 732 95 843 51 927 25145 217 26 354 454 652 812 99 20335 443 565 664 760 945 27002 30 49 57 126 560 736[ 300] 28019 72 145 66 301 88 410 22 591 732 916 55 29200 325 475 626 63 771 30011 20 467 501 91 702 66 825 956[ 200] 87 31003 14 18 37 185 302 521 78 689 768 84 880 82 32018 100 407 24 590 645 46[ 3000] 705 18 33036 56 88 236 817 506 635 764 80 34060 268 385 455 542 87 844 958 35513 36 706 58 837 994 36037 243 50 71 400 530 803 971 37325 452 510 647 811 38020 155 247 342 414 66 716 56 965 39109 59 224 436 540 627 729 35 941 56 40034 103 229 402 11 586 682 714 56 58[ 500] 95 873 937 84[ 200] 41074 153 69 263 431 71 529 653 93 42142 270 493 908 36 86 43370[ 5000] 514 46 895 44168 85 246 828 83 457 81 552 751 837 920 49 45139 883 435 533 62 903 58 65 46346 461 593 617 63 774 924 46 47033 68[ 200] 65 75 111 317 77 97 482 504 606 730 S60 48076 89 160 261 877 463 521 65[ 300] 785 861 91 925 84 40075 123 62 276 335 71 469 785 860 928[ 200] 54 82 50080 118 318 428 45 89 660 756 51177 201 817 52 77[ 200] 410 596 724 50 815 52009 18 139 49[ 200] 80 226 46 890 913 53222 29 77 92 430 592 698 800 54016 110 23 207 452 640 740 55010 213 3808 420 30 76 506 612 774 826 977 56014 72 140 250 515 19 48 825 901 57112 18 257 334 529 43 67 95 624 26 969 58109[ 200] 257 29 43 467 527[ 10000] 621 994 59188 313 56 635[ 200] 71 87 752 860 68 908 602: 3 374 498 589 63 86 607 790 96 821 01099 242 355 427 59 682 780 803 11 83 94 62135 262 350 414 68 562 713 18 25 63040 49[ 200] 53 56 605 85 761 867 940[ 300] 74[ 300] 64030[ 200] 102 397 625 767 95 876 65109 42 245 368 400 28 87 671 743 879 66111 456 729 42 875 92 903 67011 90 139 227 561 615 23 767 824 68140 242 413 638 43 84 838 991 69348 408 88 940 70008 252 302[ 1500] 28 883[ 200] 933 52 63 71063 99 410 501 664 749 60 75 862 924 58 62 97 72395 415 59 601 2 867 73226 38 513 19 721 29 824 28 74263 87 494 549 59 60 667 88 794 913 75053 156 568 817 76377 788 880 81 77018 98 306 497 689 739 78003 107[ 200] 15 247[ 200] 839 95 448 82 87 528 48 68 726 865 74 79846 65 89 680 965 80055[ 200] 64 204 468 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Berantwortlicher Debatteur: August Jacobey in Berlin. Für den Inseratentheil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin. Druck und Berlag von Max Bading in Berlin,