A ittsilungz- des Verbcmöes der sozialdemokratts«Hen Wahlvereiue Berlins und Umgegend. In beziehen durch die BezirKsfiihrer die Nummer zu 10 Pf. oder durch die Post.— Redaktion u. Verlag: 0.27, Schicklerstr. 5. Fernruf: Alexander, 3007. Nr. 28. Berlin, den 7. Oktober 1917. 12. Jahrgang. MM um den Trieden. Mini Serirk- K»«pii«entr vor de« Frieden. Noch zahlreicher als die vielen Schlachten dieses Weltkrieges sind die Reden der Minister, die das Rollen der eisernen Würfel begleitet haben. Sie sind ein Gradmesser der Kriegspsychose, die in den Köpfen der Staatsmänner spukt. Zu Anfang sind die Ministerreden trutzig-kriegerisch, voller Droh- ungen und Zerfchmeiterungs- und Eroberungs- ankündigungen, ganz durchdrungen von der sieg- haften Gerechtigkeit der eigenen Sache, allmählich aber werden sie gedümpster, vorsichtiger, wenn auch nicht friedfertiger. Nur das Wort Frieden kehrt häufiger in ihnen wieder, weil das Friedensver- langen im eigenen Volke nicht mehr überhört werden kann und b�wicht-igt werden raufj. Aber noch immer fliegen die Mmisterreden wie ein Fußball aus dem einen Lager in das andere, noch immer suchen die Minister der einen Seite zu be- weisen, daß einzig und allein ihre Amtskollegen von der Gegenseite die Verantwortung für die Fortdauer des Völkergemetzels tragen. Jeder macht sein Kompliment vor dem Frieden, bläst aber zu gleicher Zeit in die Kriegsflamme, damit sie ja nicht verlösche. Ueberblickt man die stattliche Reihe der Ministerreden, die im Laufe von rund 39 Kriegsmonaten gehalten worden sind, so merkt man, wie hohl und falsch heute so manche Rede klingt, die semerzeit als politische Großtat gefeiert und in zahllosen Artikeln und Kommentaren breitgetreten wurde. Und man wundert sich nur, daß die einzelnen Völker noch mit Friedenskom- plimenten gespickte Ministerreden über sich ergehen lassen, anstatt die Herren zu wirklichen Friedens- taten zu zwingen. Die letzte Woche hat uns wieder einige Regie- rungskunhgebunaen über Krieg und Frieden be- schert, die die Welt trotz aller Komplimente vor dem Frieden dem Kriegsende nicht einen Schritt näher gebracht haben. Der englische Minister Asguith hat in einer Rede die Schwächen und Mängel der deutschen Antwort auf die Friedens- note des Papstes weidlich zerpflückt und hat seiner- seits wieder die englischen Kriegsziele als Fehde- Handschuh hingeworfen, der wiederum von deut- scher Seite begierig aufgegriffen worden ist. Der deutsche Reichskanzler Dr. Michaelis hat dann am 28. September im Hauptausschusie des Reichs- tages eine Rede gehalten, in der er mancherlei über den Frieden, aber gar nichts für den Frieden gesagt hat. Er hat erzählt, wie dreckig es den Franzosen, Engländern, Italienern und Rüsten geht, während man dem Volke auf der andern Seite weismacht, daß die Deutschen und Oesterreicher auf dem letzten Loche pfeifen. Glaubt man mit solchen Argumenten im vierten Kriegsjahr wirklich noch Wirkungen zu erzielen? Jedes Volk weiß nachgerade, wo es der eigene Schuh drückt, und wer die Zeichen der Zeit zu deuten versteht, der sieht, daß man überall den Druck los werden will. Vor allem greift im inter- nationalen Proletariat, dem der kriegführenden wie dem der neutralen Länder, die Erkenntnis immer weiter um sich, daß mit Friedenskomplimen- ten, verwaschenen Friedensresolutionen und un- sicheren Zukunstswechseln auf Abrüstung und Schiedsgerichte nichts für einen realen und baldi-- gen Friedensschluß erreicht wird. Mögen die Regierungssozialisten aus den Sätzen der Minister- reden hetousklaaben, was sie zur Aufrechte rhal- tung ihrer sozialpatriotischen Litanei brauchen. Wir dagegen haben den Arbeitern klar zu machen, daß Abrüstung und Schiedsgericht schr schöne Dinge sind, daß aber vorläufig noch täglich auf allen Seiten ungezählte Männer und Jünglinge dahingerafft werden und daß erst dem Völ- kerringen Halt geboten werden muß, ehe an die Regelung dieser Fragen gedacht werden kann. Und diese und manche andere Regelung wird dann vielleicht viel gründlicher erfolgen, als es sich die kriegerischen Friedensstrategen in ihren platoni- schen und theoretischen Spekulationen heute vor- stellen. Die Erkenntnis muß sich vertiefen, daß überall die Minister zwar Komplimente vor dem Frieden machen, immer aber bestimmre Jnterestenpolitik vertreten. Daher die still- schweigende Kapitulation des Herrn Dr. Michaelis vor den Alldeutschen und Tirpitzianern, daher das Einschwenken Painleves in die Front der chauvini- stifchen Reaktion, daher die imperialistische Ver- bissenheit im demagogischen Draufgängertum eines Lloyd George und in der liberalisierenden Diplo- matie eines Asquith, daher die Kriegssophistik des politischen Prokuristen des amerikanischen Groß- kapitals, des Demokraten Wilson. Es wird noch manche wirkungslose Ministerrede gehalten werden, das letzte, entscheidende Wort wird aber nicht aus Ministermunde kommen. Für v«d wider de» Uarteifrieden. Am 14. Oktober wird der Parteitag der Regie- rungssozialisten in Wllrzburg zusammentreten. Ungefähr zur gleichen Zeit tagt in Bordeaux der Nationalkongreß der französischen Partei. Wir haben für die französischen Regierungssozialisten gewiß nichts übrig, immerhin muß man ihnen zu- gestehen, daß sie die Parteieinheit aufrecht erhal- ten und sogar die ihnen sicher sehr unbequemen Zimmerwalder in ihrer Organisation gelassen haben. Dem Korporalsgeiste und dem Bürokraten- dllnkel der Männner, die der Weltkrieg in der Leitung der deutschen Sozialdemokratie antraf, blieb es vorbehalten, das stolze Gebäude der alten Partei in Trümmer zu schlagen. Es ist daher eine traurige Heerschau, die in Würzburg abgehalten wird und ganz wohl wird den Parteigewaltigen trotz allen Selbstbewußtseins dabei nicht zu Mute sein. Freilich, ihre gefährlichsten Parteigegner haben sie mit allen erdenkbaren Kniffen und Schlichen, mit List und mit Gewalt aus der Partei gedrängt. Der letzte Streich gegen die„Neue Zeit" hat das edle Werk gekrönt. Immerhin kriselt und rumort es im geborstenen Gemäuer ihrer alten Partei. Aber die Opposition, die in der alten Partei geblieben ist, wird den Ebert, Müller usw. kaum gefährlich werden. Denn ihr ist der Begriff Disziplin zu einem Fetisch geworden, dem sie willig ihre sozialistische und demokratische Erstgeburt zum Opfer bringt. Man kann daher mit einiger Sicher- heit annehmen, daß die Vorstandsherren, vielleicht etwas zerzaust, in ihren Ämtern und Würden bestätigt werden. Den politischen Sieg auf dem Parteitage aber werden Sozialimperialisten vom Schlage eines Cunow, Lenfch, Cohen usw., die Sozialpatrioten a la Hänisch, Heine und Lands- berg, die Sozialreformer Kolbfcher Observanz und die Realpolitiker der Generalkommission davon- tragen. Der alte Klastenkampscharakter der Partei wird saug- und klanglos verscharrt werden. Und das i�t gut so. Gut im Interesse des Parteifriedeus und der Parteieinheit. Das klingt absurd, ist aber durchaus zutreffend. Je deutlicher den deutschen Arbeitern in Wmzburg gezeigt wird, wohin der Regierungssozialismus steuern will, desto fchneBer wird es wieder zu einer Einheit der politischen Arbeiterbewegung Deutschlands kom- men. Dem Würzburger Parteitage liegen iSM Berlin, den 2. Oktober 1917. ganze Anzahl Anträge vor, die eine Versöhnung und Wiedervereinigung der abhängigen und un- abhängigen Sozialdemokratie anbahnen sollen. Sentimentale und wohlmeinende Leute möchten gern an einem Riß herumflicken und kleistern, an dem es nichts mehr zu kleistern und zu flicken gibt. Denn der persönliche Groll hüben wie drüben, der Haß wegen erlittenen Unrechts auf der einen, die verletzte Eitelkeit machtbewußter und in ihrer Existenz bedrohter Parteibürokraten auf der andern Seite sind ja nur besonders verbitternde Begleiterscheinungen und Nebenwirkungen der Parteispaltung. Ausschlaggebend bleibt die Grund- auffastung über Wege und Ziele der sozialdemokra- tischen Bewegung. Diese Auffastung läßt sich kurz mkd drastisch in die beiden Parolen zusammen- fassen! Hie nattonalsoziale Reformpartei! Hie internationale, revolutionäre Sozialdemokratie' Und wenn es auch gelänge, die Scheidemann, Ebert usw. mit den Haase, Ledebour usw. an einen Beratungstisch und wieder in eine Organisation zu bringen, so wäre damit noch nicht die Gewähr gegeben, daß die sozialdemokratisch denkende Ar- beiterschaft in ihrer Gesamtheit eine solche Ver- söhnung mitmachen werde, so sehr ein jeder eine große und geschlostene proletarische Partei auch wünschen möchte. Das letzte Wort in der Einheits- frage haben die Arbeitermasten und nicht die Be- schwichtigungshofräte und Versöhnungsapostel in Würzburg zu sprechen. Glaubt die große Masse der sozialdemokratisch gesinnten Arbeiter, daß die Kriegspolitik der Scheidemänner der Arbeiterschaft zum Segen gereicht hat und daß ihre Klasseninter- essen am besten durch eine national orientierte Reformpolitik vertreten werden, dann wird die Unabhängige Partei zu einer bedeutungslosen Sekte zusammenschmelzen, deren Mitglieder viel- leicht desto fester an ihrer Ueberzeugung festhalten, der aber ein Einfluß auf die Massen versagt bleibt. Halten diese aber die neuorientierte Politik der Scheidemänner für verfehlt, so wird sie kein noch so gut gemeinter Versöhnungsvorschlag unter die regierungssozialistischen Fahnen bringen. Die Zeit ist aber zu einer solchen Klärung und Entscheidung nicht reif. Belagerungszustand und Zensur hem- men den Klärungsprozeß, der überhaupt erst dann richtig in Fluß kommen wird, wenn die Hundert- taufende von Parteigenosten von der Front und aus den Garnisonen wieder in die Heimat zurück- gekehrt sind und sich einigermaßen wieder mit den politischen Problemen vertraut gemacht haben. Je offener der Würzburger Parteitag Farbe bekennt, desto mehr wird der Klärungsprozeß beschleunigt, desto eher wird es wieder zum Parteifrieden und zur Parteieinheit kommen. Eine künstlich zusam- mengekleisterte Einigkeit würde bei den kommen- den großen Kämpfen der Friedenszeit doch bald in die Brücke gehen. Vorläufig kann jede Partei nur für ihre Anschauungen werben— die Regierungssozialisten haben es heute leichter als wir. Das letzte, entscheidende Wort haben die Arbeiter selbst zu sprechen. Mochenscha«. Vom LZ. September vis 2. Oktober 1317. Kriegsereigniffc: An der W e st f r o n t kamen zu der unausgesetzten Artillcrieschlacht in Flandern mehrere größere Vorstöße der Engländer, die ergeb- nislos blieben.— Auch an der I s o n z o f r o n t mach- ten die Italiener einige größere Kraftanstrengungen am vielumstritteneu Monte Gabriele. Im übrigen blie? es überall bei den üblichen Kampfhandlungen des Stellungskrieges. Fu dtt pergangcne» Ktoche sindi Mittwoch, den 10* Oktober: Zahlnbend in Grotz-Berlin. fast täglich Luftangriffe auf Lonöon unö anLere englische Hafenstädte erfolgt. *• * Ausland: In Oesterreich ist daS Parlament wieder zusammengetreten. Der Ministerpräsident v. Seidel hat eine Rede gehalten, in der er zum natio- nalen Frieden gemahnt und allerlei Reformen und Verwaltungsmaßnahmen in Aussicht gestellt hat. In bezug auf den Frieden redete er einige Allgemein- heiten, wie sie eben der Minister eines kriegführenden Staates reden kann. Genosse Viktor Adler ver- focht den Friedensgedanke» der österreichischen offi- ziellen Partei und verlangte eine schärfere Präzifie- rung der österreichischen Friedensbereitschaft, auch trat er für die Wiederherstellung der Selbständigkeit nicht allein Belgiens, sondern auch Serbiens und Rumä- niens ein. Da aber die von Viktor Adler geführte deutsch-österreichische Sozialdemokratie während des ganzen Krieges eine mehr als passive Rolle gespielt hat, wird der Friedensappell Viktor Adlers genau die- selbe Wirkung ausüben wie die verschwommene Friedensresolution der reichsdeutschen Regierungssozia- listen. Immerhin scheinen die österreichischen Sozial- demokraten das angeforderte Vudgetsprovisorium ab- lehnen zu wollen.— Inzwischen ist es zu recht derben Zusammenstößen zwischen deutschnationalen und tschechischen Abgeordneten gekommen, wie der Ratio- nalitätenhader noch in vollem Umfange weiter besteht. Der holländische Sozialist T r o e l st r a hat sich sehr anerkennend über die deutsche Antwort auf die Friedensnote des Papstes geäußert, was im„Bor- wärts" freudestrahlend abgedruckt wurde. An anderer Stelle hat sich derselbe Troelstra etwas kritisch über die deutsche Kriegführung(besonders in bezug auf Riga) geäußert, weshalb er von der I. K. böse angerempelt wird. Herr Heilmann wirst ihm„ungeheuerliche Un- gerechtigkeit",„dumme und gemeine Mätzchen" und andere Liebenswürdigkeiten an den Kopf.— Ja, ja, es ist nicht leicht, es den verschiedenen Spielarten des deutschen Regierungssozialismus recht zu machen. In Schweden haben die Wahlen einen großen Sieg der alten sozialdemokratischen Partei ergeben. Die Partei Brantings erhielt 98 Mandate, während die Linkssoztalisten nur 22 Sitze erlangen konnten? ihre zwei bedeutsamsten Führer unterlagen. Die bisherige konservative Regierung hat jetzt keinen parlamentari- schen Rückhalt mehr, und es wirb wahrscheinlich ein liberal-soztaldemokratisches Ministerium gebildet wer- den. Im„Vorwärts" werden jetzt auf einmal milde Töne gegen Branting angeschlagen, der bisher dank der Hetze Janssens in der regierungssozialistischen Presse als Ententesöldling und Kriegstreiber gegen Deutschland hingestellt wurde. In Wirklichkeit wird der sozialdemokratische Wahlsieg die Neutralität Schwedens nach der einen wie nach der anderen Seite hin nur stärken. In Frankreich werden allerlei Skandalaffären entdeckt, die den Kriegshetzern Anlaß geben, gegen die Friedensbewegung im Lande mobil zu machen? sie finden dabei beim Ministerpräsidenten Painlevs ein offenes Ohr. Der Minister des Auswärtigen, Ntbot, wird in den nächsten Tagen in der Kammer Rede und Antwort stehen müssen wegen der Behauptung, die russische Regierung habe die Bekanntgabe der fran- zösisch-russischen Geheimverträge aus der Zarenzeit nicht gewünscht. Bon russischer Seite wird erklärt, daß ein solcher Wunsch niemals bestanden habe. DaS ohnehin nur auf schwachen Füßen stehende Ministe- rtum Patnlev« kann dadurch stark inS Wanken geraten. In Italien scheint die innere Gärung noch stark anzuhalten, obwohl die von der Schweizer Grenze kommenden Nachrichten nicht gut nachkontrolliert wer- den können. Immerhin scheint die Regierung mit allen Gewaltmitteln, wie Massenverhaftungen von frteöenSfreundlichen Bürgermeistern, führenden Sozialisten usw. sowie mit der Strenge der Säbeldiktatur vorzugehen. In Rußland spielt sich zurzekt ein wichtiger Akt des Klassenkampfe» zwischen Bürgertum und revolutionärer Demokratie ab. In Petersburg findet die demokratische Konferenz statt, die als Folge des Korntlowschen Staatsstreiches von dem Sowjet und andere» revolutionären Organisationen einbe- rufe» war. Die provisorische Regierung, die zuerst diese Konferenz ignorieren wollte, hat dort einen schweren Stand und es fragt sich, ob die Politik KerenMiS siegreich au» de«,«MerKWtt W»«WlMw. gen hervorgehen wird. Den Kernpunkt der Aus- einandersetzungen bildet die Frage, ob«och weiter ein Zusammengehen mit der Bourgeoisie, vor allem mit den unzuverlässigen und gegenrcvolutionär gesinnten Kadetten möglich sei. Kerenski und die gemäßigten Menschewicki sowie ein Teil der bäuerlichen Sozial- revolutionäre halten an dem Gedanken eines Koali- tionsministeriums fest, während alle anderen Gruppen der revolutionären Demokratie jede Mitarbeit der Kadetten ablehnen. Die Bolschewickt und andere Gruppen treten entschieden für eine reine sozialistische Regierung mit einem ausgesprochen sozialistischen Programm ein. Die Konferenz wird das Problem der sozialen Republik zu irgendeiner Entscheidung bringen und es wird sich zeigen, ob die proletarischen und revolutionären Kräfte stark genug sind, den Wider- stand der um ihren Besitz und ihre politische Macht kämpfenden Bourgeoisie zu brechen und die Riesen- aufgaben auf allen Gebieten des Staatslebens zu be- wältigen, die das von der zaristischen Wirtschaft zer- rüttete, von Krieg und inneren Wirren erschütterte Land an eine Regierung stellt. Nicht zuletzt wird der Ausgang der Petersburger demokratischen Konferenz auch für die Friedensfrage von ausschlaggebender Be- deutung sein. Nach und nach werden alle sübamerikani- schen Republiken in den Kriegszustand mit Deutschland hineingezogen sein. In der vergangenen Woche haben auch Uruguay und Paraguay die diplomatischen Beziehungen zur deutschen Regierung abgebrochen. Argentinien hat sich noch nicht ent- schieden, das Land wird zurzeit durch einen großen Arbeiterausstand in Atem gehalten. «* * Innere Politik: Diese Woche stand im Zeichen der Kriegsanleihe und Hindenburgs 70. Geburts- tage. Dem Zeitchronisten haben sich dabei eine Fülle von Beobachtungen aufgedrängt, deren kritische Bewer- tung einer späteren Zeit vorbehalten bleiben muß. Am 28. September fand im Zirkus Busch eine Niesen- demonstrationsversammlung für die Kriegsanleihe statt, an der auch der Reichskanzler, Herr Hclfferich, der Kriegsminister v. Stein usw. teilnahmen. Unter den vielen Rednern befand sich auch Graf Westarp, Herr Erzberger und— Herr Konrad Hönisch, der für seinen verhinderten Freund S ü d e k u m eingesprungen war. Zu Nutz und Frommen unserer Leser und vor allem der Nieder-Barnimer Wähler Hönischs sei hier wiebergegeben, was die bürgcr- liche Presse über das Auftreten Hönischs zu melden weiß: Der„Berliner Lokalanzeiger" schreibt: „Der sozialdemokratische Abgeordnete Hönisch errang den stürmischen Beifall, als er mit erhobener Stimme erklärte:„Kein deutscher Arbeiter denkt daran, auch nur einen Fußbreit deutschen Bodens herzugeben. Glsaß-Lothringen ist deutsch und wird deutsch bleiben für immer und ewig." Die„Norddeutsche Allgemeine Zt g", die„Kreuzzeitun g",„P o st" und„Deutsche Tageszeitung" berichten übereinstimmend: „Der Sozialdemokrat Hönisch bezeichnet die Rede von Asquith als einen Faustschlag ans das dritte deutsche Friedensangebot. Deutsche Antwort: Zeichne jeder Kriegsanleihe! Biete jeder das Aeußerste aufl Gebe jeder eine Antwort auf die unverschämten Zumutungen Wilsonsl(Stürm. Beifall.)". Die„Berlinex Neue st en Nachrichten" sagen: „Der Landtagsabgeordnete Hünisch(Soz.), der für seinen Parteifreund Südekum eingesprungen war, mahnte daran, daß sie nicht hergekommen seien, um zu beraten, was uns trennt, sondern das, was uns eint. Und das ist die Unantastbarkeit deutschen BodenS, den wir gegen den Vernichtungswillen unserer Feinde zu verteidigen haben. Durchhalten, nichts anderes, hat dazu die Losung zu sein, wenn uns auch vor dem nächsten Kriegswinter noch so bange werden mag. Aber die Notwendigkeit will es. Und was wir jetzt zu tun haben, und wäre es auch daS größte finanzielle Opfer, ist armselig gegen- über den Opfern unserer Helden, für die jedes Wort deS LobeS auf unseren Lippen beschämt erstirbt." Und daS„Berliner Tageblatt" verkündet: „Allgemeine Befriedigung erweckten die kurzen Worte des sozialdemokratischen Landtagsabgeorb- neten Konrad Hänisch, der erklärtet So wenig, wie irgendeine andere Partei, wird die deutsche Sozial- dcmokrattc einen Fußbreit deutschen Landes— und Elsaß-Lothringen ist deutsches Land— abtreten. Wollen die Feinde unsere Friedenshand nicht er- greife� so werden wir sie durch die Kraft des beut- schen Schwertes zum Frieden zu bringen suchen." Der„Borwärt S" hat sich über daS Ereignis ansgefchlwtegenl Der Reichstag hat am 26. September eine kurze und belanglose Bollsitzung abgehalten und sich dann schnell bis zum 3. Oktober vertagt, trotz des Protestes der Unabhängigen Sozialdemokraten, der von Herrn Scheibemaun mit einigen Schnoddrigkeitcu beehrt wurde. Da hat der„Vorwärts" nun wochen- lang getan, als ob dieser Reichstag Bäume ausreißen und Eiscnbahnzüge aufhalten werde, als ob er für Frieden und Demokratie Riesenarbeit leisten werde, es bleibt aber bei dem alten parlamentarischen Schlendrian, und die Regieruugssozialisten helfen tapfer mit an der Verschleppung und Vertuschung. Im HauptauSschuß ist inzwischen viel geredet und beraten worden. Die Frage der Soldatenlöhnung, des Mannschastsurlaubs, der Kriegsrenten usw. sind erörtert worden, auch die Ernährungs- und Unter- stützungsfrage wurde behandelt. Es sind auch ciue Anzahl Anträge angenommen worden, deren Schicksal vor Plenum und Bundesrat noch ungewiß ist. Der V e r f a s s u n g s a u ss ch u ß hat mit viel Geschrei ein winzig kleines Ei gelegt. Der 8 9 der Reichsverfassung soll dahin abgeändert werden, daß Bundesratsmitglieder auch Reichstagsabgeordnete sein dürfen. Unsere genügsamen Regierungssozialisten und Liberalen tun so, als ob das schon ein Riesenschritt zum parlamentarischen Regime sei. Die preußische Wahlrechtsvorlage soll nun wirklich Ende Oktober oder Anfang November dem Abgeordnetenhause zugehen. Die konservativen und nationalltberalen Wahlrechtsgegner rüsten sich bereits zum Kampf. Unter den vielen„Kleiüen Anfragen", die dem Reichstage zugegangen sind, seien hier einige für unsere Partei interessante wiedergegeben: Die Abg. D i t t m a n n und V o g t h e r r haben folgende Anfrage gestellt: „Der amtliche stenographische Bericht über die Rcichstagsverhandlungen vom 19. und 20. Juli 1917 ist vom Verlage der„Leipziger Bolkszeitung" unter dem Titel„Reichstag und Reichskanzler über die K r i e g s z i e l e" als Broschüre heraus- gegeben worden. Die Broschüre enthält die Reden der Vertreter aller Parteien, sowie die Rede deS Herrn Reichskanzlers Dr. Michaelis ohne irgend- welche Zusätze, Fortlassungen oder Hervorhebungen, getreu nach dem amtlichen Bericht. Danach genießt die Broschüre den Schutz des Artikels 2 2 der R e i ch s v e r f a s s n n g, wonach wahrheitsgetreue Berichte über Verhandlungen in den öffentlichen Sitzungen des Reichstags bleiben von jeder Verantwortlichkeit frei. Trotzdem ein Hinweis auf diese Verfassungs- bestimmung auf der Titelseite der Broschüre angc- bracht und die Broschüre ausdrücklich von der Zensurstclle des Leipziger Generalkommandos frei- gegeben worden ist, hat der Polizeipräsident von Stettin unter dem 20. September 1917 dem Parteisekretär Horn von der Unabhängigen Sozialdemokratischen Partei folgenden Bescheid erteilt: „Die Genehmigung zur Verteilung der Druckschrift„Reichstag und Reichskanzler über die Kriegsziele" kann nicht erteilt werden." Was gedenkt der Herr Reichskanzler zu tun, um vom Stcttiner Polizeipräsidenten die Respektie- rung der Reichsverfassung zu erzwingen, Reichstag und Reichskanzler vor solcher verfassungswidrigen Unterdrückung ihrer Meinungsäußerungen durch die MilitärbefehlShaber zu schützen und der Oeffentlich- keit das Recht auf Kenntnisnahme der Kunögebun- gen des Parlamentes und des Reichskanzlers zu sichern?" Der Abg. K u n e r t(U. S.) hat folgende Anfrage gestellt: „Vom 7. August biS 2l. September 1917 sind öffentliche wie nichtöffentliche Versammlungen der Unabhängigen Sozialdemokratie Deutschlands zur Berichterstattung durch den Unterzeichneten über die Tätigkeit des Reichstags, den Frieden usw. entweder ohne jede Angabe von Gründen oder unter Angabe nichtiger Motive polizeilich oder milttärbehördlich verboten worden.— Diese Verbote erfolgten für verschiedene Städte einmal bis dreimal, in einem Falle dauernd für die Kriegszeit? sie gingen auS von den zuständigen Generalkommandos für die Ortschaften Halle sTaalc), Magdeburg, Kiel, Prteß in Schleswig-Holstein und Berlin-Schönebcrg sowie für de�i Reichstagswahlkreis Sachsen-Altenburg. Ist eS dem Herrn Reichskanzler bekannt, daß so nicht nur öffentliche Erörterungen, sondern sogar die Abhaltung von Mitgliederversammlungen un- möglich gemacht wurden, daß so weite Kreise der Arbeiterklasse, deren Angehörige ihre ganze Arbeits« . kraft in der Kriegswirtschaft aufreiben, die unter der zermürbenden Not allgemeiner Teuerung schwer leiden, die Gesundheit und Leben an der Front ew- setzen, politisch entrechtet wurden und noch sind? Ist der Herr Reichskanzler darüber unterrichtet, daß polizeiliche und militärische Behörden vielfach jede Kritik, ja die bloße Bekanntgabe solcher Bersannn- lungSverbote in der Presse durch die Handhabung der Zensur unterdrücken? Weiß der Herr Reichs« tauta. daß so uuübcrwmdUchc Hiaderntge kür dt« ' bürgerlichen Parteien und die Sozialdemokratie Deutschlands entweder nicht in dein hier angedentc- tcn Grade oder überhaupt nicht vorhandeu sind? Ist der Herr Reichskanzler bereit, über die Gründe so entgegengesetzter behördlicher Matz- nahmen bei den vorerwähnten Verboten Auskunft zu geben,' ist er ferner bereit, unberechtigte Ein- griffe in das Bersammlungswesen abzuwehren, die Benutzung des Versammlungsrechtes zu ermöglichen und künstig sicherzustellen?" Aus der KemegnuK. Der Unabhäugige» Sozialdemokratischen Stadt- oerordneten-Fraktion in Berlin ist der Stadtverord- nete Genosse Ferdinand Ewald als Hospitant beige- treten. Die Lichtenberger Rathaussraktiou hat sich ge- trennt. Die auf dem Boden der Unabhängigen stehen- den sozialdemokratischen Mitglieder haben sich alS selbständige Fraktion konstituiert. Die Namen der Mitglieder finden unsere Leser in dem Situations- bericht aus Lichtenberg. Abhängige Praktiken. Am Sonntag hielten die Abhängigen in Eisenach eine sogenannte Kreisver- sammlung ab. Ein Ltutschivagen voll Leute hatte sich dazu eingefunden. Ein Herr Ließ aus Kittelstal referierte? er wurde auch zum Kretsvertrauensmann erkoren. Dieser Herr hatte sich nach dem beschlossenen Uebertritt der Gesamtorgantsation zur U. S. P. bei uns abgemeldet. Bor einigen Tagen meldete er sich ichriftlich wieder an. Dah der Mann im Trüben zu fischen gedenkt, liegt auf der Hand. Der Vertrauens- manu der Abhängigen hat natürlich bei uns nichts zu snchcn, man wird ans seine Mitgliedschaft gern vcr- zichten? solche Doppelnaturen sind bei den Abhängigen am richtigen Platz. Die U. S. P. D. in«affel. Auch in Kassel, wo alle Spitzen getreulich den Scheidemann-Marsch ins Regie- rungslager mitgemacht haben, hat unsere Organisa- tiou unter den Arbeitern starken Anhang. Aus sich selbst heraus schufen sie.eincn Ortsveretn, der mehrere Hundert von Mitgliedern zählt. Mitglieder, die nicht nur in den Listen stehen, sondern mitarbeiten wollen. Kürzlich fand eine Mitgliederversammlung statt, zu der sich annähernd 200 Personen eingefunden hatten? das ist ein erfreuliches Zeichen, wenn man bedenkt, daß viele Genossen durch Ueberarbeit und Nachtschicht vom Besuch der Versammlung abgehalten werden. Aus der Versammlung heraus sprach ein Genosse über die politischen und! parteipolitischen Verhältnisse. Er fand ungeteilte Zustimmung mit der Verurteilung der Politik der Abhängigen und der Rechtfertigung der Stellungnahme der U. S. P. D. Die Opposition in Nordbayeru. Soweit die Führerschaft der Arbeiterbewegung in Nordbayern nicht den Regierungssozialismus vertritt, gehört sie der typischen Braunschen Gruppe an, die unserer Par- tei mindestens ebenso hinderlich im Wege steht, wie offene Gegner. Trotzdem findet das nordbanerische Proletariat mehr und mehr den Weg zur sozialistischen Anschauung zurück. Ueberall regt sich der Geist der Opposition und dort, wo die Erkenntnis von der Not- weudigkcit selbständiger oppositioneller Politik ge- kommen ist, finden wir Eifer und Freude am Werke für die Organisation. Gleich unter den Augen der MehrhcitSpolitiker in Nürnberg breitet sich eine ständig wachsende Orga- ntsation aus. Reges Leben herrscht in der Bewegung. In einer am 23. d. M. stattgefundenen Mitglieder- Versammlung konnten zum Beispiel 30 Neuaufnahmen gemacht werden und die Nachwirkung ist unverkennbar. Am 25. September sprach Süöekum im Hercules Velo- drom. Der Nimbus, mit dem sonst die Südekumschen Versammlungen umgeben waren, fehlte hier völlig. Auch der Saal wollte sich erst gar nicht füllen. Schlich- lich kam noch eine leidliche Besetzung heraus. Sübeknm sprach zwei Stunden über alles, nur nicht über Sozia- ltsmus. Er zeigte sich den Wählern als erbarmungs- loser Durchhalter und Lobredner des neuen Blocks. Die Wahlrcchtsbotschaft war ihm heilig. Sein Referat fand nur bei einem Teil der Versammlung Beifall. Genosse Karsten aus Aschaffenburg sprach in der Diskussion. Die wiederholten Beifallskundgebungen machten jedoch die anwesenden Reaierungssozialistcn nervös. Dauernde und steigernde Zwischenrufe brach- ten die Versammlung aus aller Ruhe. Und als unser Genosse seine Ausführungen beendet hatte und Süde- kum zum Schluhwort antrat, verlieh das Publikum zur Hälfte den Saal und die Unruhe, die— von den Machern der Durchhaltepolitik heraufbeschworen— steigerte sich so, daß das Schlutzwort ungehört ver- hallte. Als Sttdekum einen großen Teil der An- wesenden weggehen sah, mutzte er bewegten Herzens ausrufen:„Zieht nur ruhig ab, zieht nur!" Ob dcst Inspiratoren des Tumultes das Verkehrte ihres Auf- tretens eingeleuchtet haben wird? Die Opposition kann mit dem Resultat der Ver- sammlung zufrieden sein. Und die lpeiteren organi- satorischen Erfolge haben bereits gut eingesetzt. Auch in anderen Kreise» geht es vorwärts. Der Aschasfenburger Organisation, die als erste den An- schlutz an die Opposition vollzogen, sind weitere Orga- nisationen gefolgt. Namentlich Schweinfurt entwickelt sich gut. Organisationen bestehen ferner im Würz- burger Wahlkreise, im Wahlkreise Kitzingen, Bamberg, Kronach, Hof, Fürth und Bayreuth. Die Hofer und Bayrcuther Kreise, dereu Führung trotz des Drängens der Mitglieder den Weg zu unserer Organisation noch immer nicht gefunden haben, werden wohl oder übel tn nächster Zeit der Auffassung der Mitglieder Rech- nung tragen müssen. Nordbayern steht poltttfch in übergroßer Zahl zu un». Der organisatorische Erfolg wird nicht auS- bleiben. Ein Schritt vorwärts. Mit dem 1. Oktober d. I. eröffnet die Unabhängige Sozialdeinvkratische Partei Deutschlands ein Bezirks-Sekretariat für Pommern und Mecklenburg mit dem Sitz in Stettin. Bezirks- sekretär ist der von den Reaierungssozialistcn gematz- regelte, 12 Jahre lang in Pommern bereits als Be- zirkSsekretär tätig gewesene Genosse Horn in Stettin. Der Parteivorsland der Abhängigen mit seinen Handlangern in Stettin hatten sich die Vernichtung der opposittonellen Bewegung in Pommern sehr leicht gemacht. Sie glaubten, wenn sie den Genossen Horn auf die Stratze setzen, ihn brotlos mache», sich die Einrichtung des Bezirkssekretariats und alle sonstigen materiellen wie finanziellen Mittel aneignen, daß dann auch die Opposition beseitigt sei. Die Herren haben sich aber gewaltig getäuscht. Sie haben mit dem Kampfesmut und der Opferwilligkeit unserer An- Hänger nicht gerechnet. Sie werden auch noch weiter die Erfahrung machen müssen, datz eine geistige Be- wegung, deren Existenzberechtigung in den Wirtschaft- lichen und politischen Ursachen zu suchen ist, nicht mit Gewalt- und Unterdrückungsmatzregeln beseitigt wer- den kann. Diese Krämerseelen haben die ganze oppo- sitionelle Bewegung von ihrem engherzigen, egoisti- schen, materiellen Anschauungen betrachtet und er- kennen auch heute noch nicht die Triebkräfte, die zur Opposition und zur Spaltung der Partei geführt haben. Ueberall beginnt es zu tagen, überall regen sich die Geister, und haben wir die berechtigte Hoffnung, datz das neueingerichtete Sekretariat seine Ausgaben im Emanzipationskampf der Arbeiterklasse voll er- füllen wird. Alle Zuschriften und Geldsendungen sind zu richten an den Veztrkssekretär August Horn, Stettin, Kaiser-Wilhelm-Stratze 73. Kreiswahlverein Gicßeu-Grttnberg-Ridda. Räch- dem es am 3. Juni d. I. den Regierungssozialisten gelungen war, einen Uebertritt des Kreiswahlvereins zur Unabhängigen Partei mit 14 gegen 18 Stimmen zu hintertreiben, hat sich am 20. Juli b. I. der Kreis- wahlveretn der Unabhängigen Partei neu konstituiert. Bemerkenswert ist, datz hinter den 14 Delegierten, die dafür stimmten, 210 Mitglieder standen, während die 18 Delegierten, die gegen den Uebertritt stimmten, nur 02 Mitglieder vertraten. Ferner hatten es sich die Mchrhettsanhänger des Kreisvorstandes ange- legen sein lassen, aus dem entferntesten Orte des Wahlkreises, Gedern im Vogelsberg, zwei Delegierte herbeizuzitieren und für diese, allen bisherigen Ge- pflogenheiten zuwider, die Delegationskosten aus der Kreiskaffe zu zahlen, obwohl die Mitgliedschaft nicht in der Abrechnung zu finden war. Nach den Worten des Kassierers habe sie nachträglich ihren Verpflich- tungen genügt und sie sei in der Abrechnung nach- zutragen. Obs seine Richtigkeit hat, entzieht sich unserer Kenntnis. Nach der Fundamentierung und dem inneren Aus- bau des neuen Kreiswahlvereins lU. S. P.) war es nun demselben am Sonntag, den 23. September, mög- lich, vor die Oeffentlichkeit zu treten. Bei aller Be- scheidenheit ist zu konstatteren, datz wir einen schönen Anfangserfolg verzeichnen können, der zu weiteren Hoffnungen berechtigt. Waren doch über 100 Besucher aus dem Kreise, sowie den angrenzenden preutzischen Gebietsteilen erschienen, was unter den heutigen Zeit- Verhältnissen, wo die meisten männlichen Mitglieder eingezogen sind, und angesichts der uns zur Ver- fügung stehenden Pnblikationsmöglichkeiteu einen nicht zu verachtenden Erfolg darstellt. Mit Genugtuung kann koustattert werden, datz selbst aus dem entfernten Dillkreise sowie aus dem Äeilburger Kreise einige Genossen herbeigeeilt waren, die weder Mühe, Zeit und Geld scheuten, um ihre Sympathie für die Unab- hängige Partei zu bekunden. Es beweist dies aber auch, dah unsere Bewegung überall Wurzel geschlagen hat? die Fundamente sind gelegt und es bedarf nach Wiedereintritt normaler Verhältnisse nur des plan- mätzigen organisatorischen Aufbaues. Von den Ge- sichtern einiger im Gewcrkschaftslokale anwesenden Genossen von der anderen Fakultät konnte man ob unseres Anfangserfolges eine nicht geringe Ver- blüsfung ablesen. Dies um so mehr, als zu einer vor kurzem von ihnen einberufenen Mitglieöerver- sammlung. zu der sie ihr grötztes„Paradepferd", den Retchstagsabgeordneten Ulrich-Offeubach, gewonnen hatten, ganze 25 Männlein und Wciblein erschienen waren, während wir über 40 Besucher allein aus Gietzen zählen konnten. Es ist dies für diese Leute ein klägliches Armutszeugnis, wenn man berücksichtigt, datz die Rcgierungssozialisten in dem ihnen zur Ver- füguug stehenden Publikattonsorgan, der„Oberh. Volkszeitung", schon tagelang vorher für ihre Ver- sammlung Propaganda gemacht hatten und auch „Parteifreunde" eingeladen hatten, die der Partei bei- treten konnten, von denen aber keine erschienen waren. In unserer Versammlung hielt Genosse Henke-Bremen einen Vortrag über„1. Neuorientierung, Friedens- frage und Arbeiterklasse, 2. Lebensmittelversorgung, Wucher und Volk". Seine 1'/- stünbigen Ausführungen fanden lebhafte Zustimmung. Nach einem anfeuern- den Appell an die Versammlungsteilnehmer durch Gen. Beckmann, die Ausführungen des Referenten zu beherzigen und für Zuführung neuer Mitglieder und Abonnenten deS„Mitteilungsblattes" bestrebt zu sein, wurde die imposante Versammlung geschlossen. Der Abgeordnete Simon ist ans der Partei der Regierungssozialisten ausgeschieden und der Fraktion der Unabhängigen Sozialdemokratischen Partei bei- getreten. Die Mannheimer RegierungKsozialisie» geraten immer mehr in Druck. Als die v. S. P. zur Vereins. gründung in Mannheim schritt, glaubten die Herren zunächst, unsre Genossen al» ein kleineZ, hoffnungs.ose« Häuflein abtun zu können. Erst wollte man 3, dann 10, dann 18 Mitglieder verloren haben. Den Spott hat man längst verlernt. Seit einiger Zeit bemühen stch die Herren tramp f. hast, zu retten, was zu retten ist. Oskar Geck, der Herr Abgeordnete, reist in höchsteigener Person von Bezirk zu .Bezirk, um der Fahnenflucht der Mitglieder zu steuern. Umsonst. Die Mitgliederzahl der U. S. P. steigt fortgesetzt und steht bereits heute den Regierungssozialisten ebenbürtig gegenüber, lkürzlich beschloß die größte Parteifiliale der zum Mannheimer Wahlkreis gehörenden Landorte, Hocken- Heist?, ihren Anschluß an die U. s. P. Darob große? Geheul. Herr Strobel, seines Zeichens Parteisekretär, fuhr schleunigst von Mannheim nach Hockenheim, trommelte zusammen, was als Anhängsel der Regierungssozialisten nur irgendwie auf die Beine zu bringen war— angeblich 36 Personen, unter ihnen Leute, die seit Jahren keinen Parteibeitrag mehr bezahlt haben— und ließ in einer entrüsteten Reso- lution den Uebcrttittsbeschluß der Hockenheimer Partei- filiale zur U. S. P.„für sich als nicht verbindlich" erklären. Und damit auch der Humor nicht fehlt, erklärten die Leutchen in ihrer Resolution weiter, daß sie»die Mitglieder, die den Uebertrittsbeschluß faßten, als aus der Sozial- demokratischenPartei Deutschlands ausgeschieden betrachten". Köstlich. Doch die Intelligenz des Herrn Strobel geht weiter. Räch Mannheim zurückgekehrt, setzte er sich an die Schreib- Maschine, teilte dem Vorsitzenden und Kassierer der Hocken- heimer Parteiorganisation die von seinen Anhängern an- genommene Nesolution mit, forderte Bücher, Bibliothek, Lokalkasse usw. heraus und drohte mit Anzeige wegen Unterschlagung, wenn Gewünschtes bis 3. 9. nicht in seinen Händen ist. Höher gehts»immer! Unsere Hockenheimer Genossen lassen sich natürlich nicht verblüffen. Ihrer 02 an der Zahl, erklärten sich unterschriftlich mit dem Ueber- trittsbeschluß einverstanden und denken nicht daran, den rechtmäßig gefaßten Beschluß des Vereins irgendwie durch die Strobelichen Drohungen durchkreuzen zu lassen. In einem zweiten Schreiben an die Borstandsmttglieder läßt sich Herr«trobel nun u. a. wie folgt vernehmen: »Da es Euch nun gleichgültig ist, ob die Arbeiter- groschen verprozcssierc werden, haben auch wir keine Rücksicht mehr zu nehmen und werden vaS Weitere veranlassen.... Ihr tragt die Verantwortung, daß die Angelegenheit gericht- lich ausgetragen werden muß usw." Herr Strobel ist wirklich ein Original. Anstatt sich mit dem Entschluß der großen Mehrheit der Hockenheimer Parteimitglieder, die zur U. S. P. übergetreten sind, ab- zufinden— so schmerzlich es auch für ihn sein mag!—, fährt er das gröbste Geschütz auf, droht mit Anzeigen wegen Unterschlagung und möchte gleichzeitig die Verantwortung für ein solches Tun und Tretben auf andre abwälzen. So gehts nun nicht. Die Verantwortung für sein Vorgehen wird Herr Strobel mit seinen Hintermännern schon ge- fälligst selbst übernehmen müssen. Die Arbeiter und Ar- beiterinnen aber werden aus dem Verhalten der Herren ihre Lehren ziehen. Solange sie sich von den Regierungssozialisten an der Nase herumführen ließen, waren ye liebe, treue und werte Mitglieder, nachdem sie jedoch zur U. S.P. übergetreten, sollen ihre Vorstandsmitglieder mit dem Makel ver Un- ehrenhaftigkeit gestempelt werden, wegen Unterschlagung auf du Anklagebank! Das sind die Kampfesmethoden der Herren Abhängigen. Die Arbeiterschaft wird ihnen die Antwort nicht jchuldig bleiben. Arbeiter-Kildungsschule. In der vorigen Nummer bes Mitteilungsblattes ist nachdrücklich auf die Notwendigkeit der sozialen Aufklärungsarbeit hingewiesen worden. Dieser soll vor allem der nachstehende Lehrplan der Ar» beiterbildungsschule für die Monate Oktober, November und Dezember 1917 dienen. Für diese Zeit veranstaltet die Schule folgende Wocheukurse, die mit Montag, den 16. Oktober, ihren Anfang nehmen: 1. WirtschaftSprobleme des Welt- krieges.(Kriegs- und StaatssozialismuS, Staats-- kapitalismus, Monopole, Steuerfragen usw.). Bor- tragender ist Genosse Emil Eichhorn. Beginn des Kursus: Montag, den 16. Oktober. 2. Aus der Geschichte deS Sozialismus und der Sozialdemokratie. Dieser Kursus ist besonders für weibliche Hörer be- stimmt. Vortragender ist Genosse Eduard Bern- st e i n. Beginn des Kursus: Dienstag, den 10. Oktober. 3. Einführung in die Grundlagen des wissenschaftlichen Sozialismus. Dieser Kursus soll den Jugendlichen einen Einblick tn die sozialistische Theorie und Weltanschauung ge- währen. Beginn des ltursus: Mittwoch, den 17. Oktober. 4. Die ökonomische und soziale Eni- Wicklung Ruhlands seit der Vauernbefrei- u n g. Vortragender Ernst D ä u m i g. Beginn: Donnerstag, den 18. Oktober. Die Kurse umfassen 10 Abende, der für Jugendliche 8 Abende. Das Hörergelb beträgt 1 Mk. für die Kurse 1, 2 und 4? für den Einführung«- kursus für Jugendliche sind 30 Pf. Hörergeld zu zahlen. Mitglieder der Vereinigung Arbeitertugend zahlen 40 Pf. Die Kurse beginnen pünktlich um 8'/, Uhr adendS und endigen gegen 10 Uhr. Die SonntagsvortrLge beginnen bereits Sonn- tag, den 7. Oktober und zwar mit einem vier Abende umfassenden musikalischen Vortragszyklus Uder Mozart. Diese Borträge werben durch Bei- spiele am Klavier erläutert. Bortragen- der ist L e o K e st e n b e r g. Die Vorträge finden am 7., 14., 21. und 28. Oktober statt. DaS«tutttttsaUd für den Abend beträgt 20 Pf. Am 4., 11., 18. un ö 25. November findet ein Bortragszyklns von � Abenden ans dem(Gebiete der Naturwiflenschoften statt. Frau Käte Dunker ivtrö über die vntivicklunaS lehre(Darwinis- «us usw.) sprechen. Das l r c ch t s a n t r ä g e im Verfassungsausschuß der Zweiten Kammer die Wahlrcchtsfrage in der össent- lichen Diskussion wieder aktuell geworden. Ter Verein Groß-DreSdm der Unabhängigen Sozialdemokratischen Partei hatte deshalb eine öffentliche Versammlung in ein großes Lokal der inneren Stadt Dresden berufen, in der dazu Stellung genommen wurde. Sie war stark besucht, obwohl wir mit den allergrößten Schwierigkeiten zu kämpfen haben, in den Mitteln zur Propaganda sehr beschrankt und durch behördliche Maß- nahmen außerordentlich eingeengt sind. Nach einem Referat des Landtagsabgeordncien Gen. Schulze und einer kurzen, aber anregenden Debatte wurde eine in unserem Sinne gehaltene Resolution einstimmig an- genommen. Die Versammlung war nur von Arbeiter- Publikum besucht, was ihr einen um so höheren Wert verleiht. Am folgenden Abend sollte eine von abhängiger Seite llernfene Versammlung im Plauen- s ch e n Grund stattfinden. Als Referenten waren N o s k e und S i n d e r vi a n n genannt. Thema Volksrecht und Frieden. Unsere Genossen verzichteten auf eine eigene Versammlung, um sich an der der Abhängigen zu beteiligen. Sie gingen dabei von der Annahme aus, daß ihr Redner, Genosse Fleißner, in dessen Landtagswahlkreis die Ver- sammlung war, Gelegenheit haben müsse und werde, unseren Standpunkt zu vertreten. Um Einfluß darauf zu haben, verlangten sie Bürowahl. Das wurde völlig ignoriert, Noske vielmehr ohne weiteres das Wort erteilt. Nun verlangte einer unserer Genossen das Wort zur Geschäftsordnung. Auch das wurde brüsk abgelehnt. Nun kam es zu großer Erregung der An- wesenden. Das Lokal war gestopft voll; es mochten etwa 1100 Personen anwesend sein. Als Noske zu reden begann, wurde er stürmisch unterbrochen und immer wieder das Wort zur Geschäftsordnung vcr- langt. Das wiederholte sich jedesmal und immer stür- Mischer, wenn Noske mit seinem Referat beginnen wollte. Es kam zu lebhaften Kontroversen mit dem Büro, dem Referenten und der Versammlung, die bis auf eine verschwindende Minderheit auf unserer Seite stand. Genosse Fleißner wollte ein«? Bermittlungs- Vorschlag machen, der bestimmt die Versammlung in das normale Gleis gebracht hätte. Er wurde»amit von den Herren auf dem Podium schroff abgewiesen und auch noch beleidigt. Nun brach erst recht der Unwille los. Noske suchte sich mit Gewalt das Reden zu erzwingen, er redete minutenlang, ohne daß ein Wort verständlich war. Er hörte deshalb bald wieder auf. Schließlich wurde über eine Resolution, die man schon zu Beginn verlesen hatte und die die B l o ck- Politik der Abhängigen im Reichstag billigt, abgestimmt. Nur ungefähr 100 Hände er- hoben sich dafür, die Gegenprobe ergab Ablehnung mit erdrückender Mehrheit. Nun sahen die Herren Ab- hängigen endlich ein, daß hier keine Geschäfte zu machen waren. Sie schlössen kurzerhand die Versammlung und verließen unter dem Gelächter der Massen nach etwa dreiviertel Stunde als die blamierten Europäer das Lokal. Sie hatten sich gedacht, durch die z w e i R e f e r a t e die Versammlung bis zum Schluß hinzuziehen, um uns die Gelegenheit zu genügender Aussprache auf diese schlaue Weise zu nehmen. Das ist ihnen schmäh- lich mißglückt. Im roten Plaucnschen Grund haben sie ausgespielt. Am letzten Sonntag hatten die abhängigen Sozia- listen Groß-Drcsdcns im Zirkusgebäude Dres- dcns eine Versammlung veranstaltet, in der Noske und Sindermann über Friede und Volksrcchtc sprachen. Die Anhänger der� Abhängigen waren natürlich mit allen Mitteln der Propaganda hingeholt worden, außerdem war ein sehr g-oßer Teil indifferentes und bürgerliches Publikum erschienen, so daß das Ge- bände ziemlich besetzt war. Noske hielt eigie sehr lahme, nationalsozialistische Rede, die er mit einigen ans Beifall berechneten Gefühlsphrasen ausschmückte. Noch ärger verfiel Sindcrmann in diesen Stil, er bot ein wirres, wahlloses Durcheinander von Redens- arten, wobei er obendrein die Tatsachen bedenklich um- bog. So, wenn er behauptete, daß seine Partei an der „restlosen Beseitigung" der ersten Kammer festhalte, dafür arbeite. In dieser Beziehung gäbe es„kein Lockerlassen". Im Landtage hat aber die abhängige Fraktion keinen derartigen Antrag eingebracht, dieser wurde vielmehr von unserer Seite qestellt. Die ab- hängigen Vertreter stimmten auch sür eine Berufs- Vertretung der ersten Kammer. Sindermann aber stellt sich hin und behauptet öffentlich so ungefähr das Gegenteil. So erhoffte er gerade in dieser Veziehung starken Beifall für eine Politik, die er und die Seinen nicht treiben, die vielmehr von uns befolgt wird. Debatte gab es nicht, eine Resolution fand natürlich Annahme. Das neue Aktionsprogramm. Die Stuttgarter Abhängigen haben kürzlich in einer Versammlung zum Würzburger Parteitag Stellung genommen. Dabei wurde nach einigem Wider- spruch schließlich einstimmig folgende Resolution an- genommen: „Der Parteitag möge die Einsetzung einer Kom- Mission beschließen, die einen in volkstümlicher und packender Sprache gehaltenen Entwurf eines Aktionsprogramms der deutschen Sozialdemokratie auf der Grundlage der heutigen, durch den Krieg ge- schasfenen politischen und wirtschaftlichen Verhält- nissc so rasch als möglich auszuarbeiten, zu vcr- öffentlichen und den Parteiinstanzen zur Beschluß- fassung zu unterbreiten hat." Ans dieses Aktionsprogramm darf man mit Recht sehr gespannt sein, besonders, wenn es vor allem„auf der Grundlage der heutigen, durch den Krieg gcschafse- nen politischen und wirtschaftlichen Verhältnisse" ge- schaffen werden soll, anstatt, wie früher die erste Bc- dingnng gewesen wäre, vor allem den Aufgaben und Zielen der Sozialtcmokratie zu dienen. Noch intcr- essantcr wird zu beobachten sein, wie»ic während deS Krieges immer offener und kühner hervorgetretenen Forderungen der Ober-Revrsionisten David, Heine, Südetum, Kolb, Quessel, Pens usw., und nicht zum ivenigsten die politischen Ideale der regierungssozia- listischen Gewerkschaftsführer in dem„Aktions- Programm" zur Geltung kommen. -? Ans den Gewerkschaften. Vom Bildhanerverbanb. Dem Zentralverein der Bildhauer gehört zu den wenigen freien Gewerkschaften, die an Mitgliedcr�ahi während des Krieges ständig zurückgehen, da er als Organisation eines vollständig abgeschlossenen Berufes kein Nekruticrungsgcbiet hat. Vor Kriegöbeginn zählte der Zentralverein 3484 Mit- glieder, davon sind gegenwärtig rund 2290 im Heere, 870 noch als aktive Mitglieder vorhanden und 429 als ver- loren zu betrachten. Von den jetzt noch vvrhandenenMit- gliedern arbeitet ein Viertel außerhalb des Berufes. Aussicht auf Besserung bietet sich für den Zentral- verein der Bildhauer erst nach Friedensschluß. Beitragserhöhung im Holzarbcitcrvcrband.. Der Vorstand des Holzarbeiterverbands veröffentlicht einen Vorschlag auf Einführung von Stasfelbeiträgen von 80 Pf. bis IM Mk. wöchentlich für männliche Mit- glieder, 60 Pf. für weibliche Mitglieder und 40 Pf. für jugendliche. Der Beitragserhöhung entsprechend sollen auch die Unterstützungszwcige ausgebaut werden. Ueber diesen VorstandSantrag wird im November eine Urabstimmung unter den Bcrbandsmitglicöem stattfinden. Am 6. November findet eine große Reichs- konserenz des Holzarbeiterverbandes statt, um die Frage für die Urabstimmung zu formulieren und zum Ablauf der Tarifverträge Stellung zu nehmen. Urabstimmung im Sattlervcrbaud. Auch im Sattlerverband wird vom 1. bis 3. Dezember eine Urabstimmung über die Frage stattfinden, ob der Wochcnbeitrag sür männliche Mitglieder um 13, für weibliche um 10 Pf. ab 1. Januar erhöht werden soll. Vorstand und Ausschuß haben die Urabstimmung be- schlössen. Verantw. Redakteur: C. Leid; Verleger A. Hoffmann; beide Berlin O. 27, Schickjerstraße 8. Druck: Maurer& Dimmick, Berlin, Köpenicker Str. 36-38�