Mitteilungs- Blatt des Verbandes der sozialdemokratischen Wahlvereine Berlins und Umgegend. Zu beziehen durch die Bezirksführer die Nummer zu 10 Pf. oder durch die Poft. Redaktion u. Berlag: 0.27, Schicklerftr. 5. Fernruf: Alexander, 3007. Nr. 45. Berlin, den 3. Februar 1918. 12. Jahrgang. Eine Friedensaktion der Berliner Arbeiterschaft. Politischer Streik. Berlin, den 30. Januar 1918. tausende geblutet. Arbeitern ab. Darauf wurde eine Abordnung, fie recht bald politisch aufgefaßt und verwendet worden bestehend aus den Abgeordneten Haase und find. Natürlich besteht auch nicht der mindeste Anlaß, Seit dem 2. Januar befinden sich einige Hun- Scheidemann und zwei Arbeitern, abgesandt, die verleugnen. Nur muß klar und deutlich gesagt werden: das Gefühl, dem die Verse entflossen find, heute zu derttausende Berliner Arbeiter und Arbeiterinnen dem Herrn Staatssekretär mitteilen sollten, daß an das Deutschland der Tirvik und Reventlow, der im Streit. Nicht um die sonst üblichen Streifforde der Aktionsausschuß einstimmig beschlossen habe, Baterlandspartei" und der Eroberungspresse ist in rungen handelt es sich bei dieser Massenbewegung, daß nur unter Zuziehung der Arbeiter verhandelt dem Gedicht mit teinem Wort gedacht. Gemeint ist nicht um Lohnerhöhung, Verkürzung der Arbeits- werden könne. Ueber den weiteren Verlauf der scher und bürgerlicher Gleichheit und Gerechtig das neue frete Deutschland, daß Deutschland politizeit und dergleichen, sondern um Forderungen, Verhandlungen mit dem Regierungsvertreter ist teit. Für dieses Deutschland haben seitdem Hundertdie sich aus der gegenwärtigen gespannten uns zur Stunde nichts bekannt. politischen Situation ergeben. Handelt es Staatssekretär Walraff hat die Verse mit einer sich doch um die Entscheidung, ob die Völker Spize gegen die Arbeiterschaft versehen. Er ruft mich fich zu Friedensverhandlungen herbeilassen Der Chor der Gegner! als Schwurzeugen für die Vaterlandsliebe des deutschen Arbeiters auf. Ich kann dagegen nichts tun, aber sollen, und zwar über einen Frieden, der Dauer verspricht und gedeihliche Zusammenarbeit Bereits am Sonnabend, den 26. Januar, hielt ich möchte doch zu bedenken geben, daß seit Ende 1914 die Welt nicht stillgestanden hat. Drei Jahre schmerzder Völker ermöglicht. Bei dieser Entscheidung es der Staatssekretär Wa II r af für notwendig, vollsten Erlebens liegen zwischen jenem Gedicht und handelt es sich um Leben und Gesundheit von seine Stimme gegen die Streitbewegung zu erbeute, wie für mich, so auch für Millionen Menschen Hunderttausenden, ja Millionen, um eine unwäg- heben. Im Hauptausschusse des Reichstages hatte auf der ganzen Welt. Wir lieben unser Land, aber bare Summe von Menschenglück, um die wirtschaft- der Abgeordnete Naumann von einem Flugblatte das kleinere Gefühl das größere ausschließen? Wenn liche und politische Zukunft der Völker. Das gesprochen, das zum Streik auffordere. Dazu Schicksal des Volkes wie das des Einzelnen hängt führte Herr Wallraf aus: von dieser Entscheidung ab. Nicht mit Unrecht hat der militärische Mitarbeiter der„ Voss. 3tg." die gegenwärtige politische Situation der Spannung gleichgestellt, die in den Julitagen 1914 auf den Bölkern lastete. So wie die Dinge heute noch liegen, müssen wir von vornherein darauf verzichten, die Ereig nisse der letzten Tage so zu würdigen, wie sie nach unserer politischen Ueberzeugung gewürdigt werden müßten. Wir müssen uns zurzeit nur darauf beschränken, die Ereignisse zu registrieren; und auch das kann nur in unzulänglicher Weise geschehen. Zur Stunde, in der diese Zeilen geschrieben werden müssen, erstreckt sich der Streit auf fast alle Betriebe der Rüstungsindustrie, hat aber auch auf andere Betriebe übergegriffen. Die meisten Zeitungen konnten am 30. Januar nicht erscheinen. Da die Bewegung noch weiter um sich greift, läßt sich zurzeit über Umfang und Verlauf nichts Abschließendes sagen. wir lieben auch die blutende, leidende Welt. Soll deshalb vom Regierungstisch wieder ein für die Stimmung der Massen bezeichnendes Wort zitiert werden soll, fo empfehle ich den Herren diese Berse aus einem Aft Spartakus" von mir: Die neue Welt will ohne Mord besteh'n und dieses Amtes fühlt sie sich berufen: Den Menschen schüßen und sein heiliges Recht! Zum Throne führt den Geist, der Taten denkt, und herrschen soll mit ihm nur die Gewalt, die alles Recht, das auf die Welt geboren, um seines reinen Dafeins willen ehrt: Gewalt der Liebe! Die Hirsch Dunderschen Gewertvereine und die christlichen Arbeitervereine, mit denen die Legien, Bauer usw. in engster Bundesbrüderschaft im verschwommenen marschieren, haben geharnischte Erklärungen Freiheits- und Vaterlandsbunde" zusammen gegen den Streit vom Stapel gelassen, wodurch die famose ,, Neutralitätserklärung" der freien" Gewerkschaftsführer noch eine besondere Beleuchtung erhält. Die verbündeten Regierungen seien sich der Pflicht der Aufrechterhaltung der öffentlichen Ordnung und Sicherheit unter allen umständen bewußt. Er habe aber von der Arbeiterschaft, der er in seiner früheren Tätigkeit jahrelang nahegestanden sei, eine viel zu hohe Meinung, als daß er glaube, auch nur ein kleiner Teil könne einem fo unverantwortlichen Ruf zum Ausstande Folge leisten. Wir stehen in Verhandlungen über einen Sonderfrieden mit Rußland. Daß wir nur über einen Sonderfrieden verhandeln, ist doch nicht unsere Schuld. Mir scheint, daß diese Verse die herrschende SehnBon Deutschland ist die Friedensresolution des Reichs- fucht der Völker sehr viel unmittelbarer treffen als tages ausgegangen. Im gleichen Sinne hat Deutsch- ienes Bitat aus meinem Gedicht„ Bekenntnis" und ich land die Papstnote beantwortet. Mit Zustimmung der würde mich mehr als über das Zitat von gestern freuen, deutschen Delegierten ist von Brest- Litowsk aus der wenn bald von den Regierungstischen dieser neue Geist Ruf zur Teilnahme an den Friedensverhandlungen aus ehrlicher Ueberzeugung sprechen würde." an alle unfere Feinde ergangen. Was war die Antwort von der anderen Seite? Fast immer Schweigen oder hohnvolle Zurückweisung! Wenn wir trotzdem uns jetzt etwas der Atmosphäre des Friedens nähern, dann danken wir das nicht nur unserer Friedensneigung, sondern auch der Einheit und Kraft, die wir Feinden gelänge, die innere Front zu zerbrechen, dann bis heute Gott sei dant bewahrt haben." Wenn es den würden alle ihre Beraubungspläne wieder aufwachen, der Krieg würde ins Unendliche verlängert und gerade die Arbeiterschaft hätte wirtschaftlich und politisch die schwersten Folgen. In den letzten Tagen ist hier viel von den Heimkriegern gesprochen worden, die von der Der Vorwärts", der im Gegensatz zu seiner Ede ihres Stammtisches aus Hunderttausende SoldaIn einer Sigung des Zentralrats der ten in den Tod senden. Heimkrieger, die leichtfertig bisherigen Haltung, dieser Streifbewegung symber Gut und Blut anderer verfügen, sind auch meine deutschen Gewerkvereine( H.-D.) wurde pathisch gegenüberstand, ist am 29. Januar ver- Reute nicht. Aber es gibt auch noch eine andere Art folgende Erklärung angenommen: boten worden, weil er ,, entgegen einer bestehenden, von Heimtriegern, und das sind die schlimmsten, die Heimlichkeit und in sicherer Deckung ihrer Durch Mitteilungen aus den Kreisen der Mitallgemein gültigen Zenfurverfügung eine Auffor- eigenen Verson die Arbeitermaffen an die Front des glieder und durch zum Teil anonyme Flugblätter ist derung zum Massenstreit veröffentlicht hat". Wirtschaftskrieges schicken; denn ein solcher Wirtschafts- dem Zentralrat zur Kenntnis gelangt, daß von unverDie Generalfommission der Ge- frieg bricht auch die Front draußen und bringt den antwortlicher Seite versucht wird, die Arbeiter allgewerkschaften hat beschlossen, daß die Gewert Männern Tod, die auch für Heimat, Weib und Kind mein zur Arbeitsniederlassung zu veranlassen. Wie schaften Neutralität zu wahren haben, ein Beschluß, des Arbeiters streiten. Und im gleichen Augenblick, aus den vorliegenden Flugblättern mit aller Dentin dem die deutschen Räder stillstehen, werden die lichkeit hervorgeht, handelt es sich dabei um eine Deüber den später noch mancherlei zu sagen sein wird. Räder der Munitionsfabriken in Frankreich, England monſtration zur Erreichung politischer Ziele. Dabei Aus den Versammlungen der einzelnen Be- und Amerika doppelt emfig schaffen." Der Staats- wird die durch die Lebensmittelfnappheit hervorge triebe heraus ist von den Streifenden ein Arbeiter- fekretär erwähnte schließlich das bekannte Gedicht unse- rufene Erregung benußt, um die Arbeiter zur Tellrat von ca. 500 Arbeitern gewählt worden, der es Genossen Karl Bröger an das Vaterland, das nähme am Streit zu bewegen. mit den Worten schließt: Herrlich zeigt jetzt deine Der Zentralrat hält nach wie vor eine schleunige einen aus 10 Arbeitern und einer Arbeiterin be- größte Gefahr, daß dein ärmster Sohn auch Abstellung der auf dem Gebiete der Lebensmittelverstehenden Ausschuß gewählt hat: Hinzugezogen bein treue ft er war". Alle Stände, reich und arm, sorgung bestehenden Mißstände für dringend notwenzu diesem Ausschuß sind sechs sozialdemokratische baben gewetteifert in der Treue zum Vaterlande. Daß dig. Insbesondere muß dafür gesorgt werden, daß die auch die deutsche Arbeiterschaft in dieser Verantwort- vorhandenen Vorräte vollständig erfaßt und in gerechAbgeordnete, und zwar von der Unabhängigen lichkeit treu ausharrt, das ist und bleibt mein fester, ter und gleichmäßiger Weise verteilt werden und daß Sozialdemokratie die Genossen Haase, Lede zuversichtlicher Glaube." nach keiner Richtung hin eine Bevorzugung erfolgt. bour und Dittmann, von der sozialdemoDer von Herrn Wallraf zitierte Karline allgemeine Streitbewegung würde aber nach Ansicht des Zentralrates nur eine Vermehrung der tratischen Partei die Abgeordneten Ebert, Bröger hat übrigens in der Fränkischen Schwierigkeiten zur Folge haben. Es besteht außer Scheidemann und Braun. Tagespost" folgende Antwort an die Adresse des dem die Gefahr, daß dadurch die freiheitliche Eniwid Die Einheitlichkeit der Bewegung verbietet Herrn Staatssekretärs gerichtet: lung im Innern, wie insbesondere die Reform des preußischen Wahlrechts eher erschwert als erleichtert zurzeit eine Auseinandersetzung mit der Abhängi- 3um zweiten Male widerfährt meinem Gedicht wird. Der Zentralrat verurteilt deshalb jene, das gen Sozialdemokratie. Wir behalten uns aber Betenntnis" die Ehre eines Zitats in öffentlicher Volkswohl schädigenden Bestrebungen auf das schärfite, vor, die bisherige Haltung der Partei zu den Reichstagsverhandlung und wieder klingt dieses Zi- warnt die Mitglieder der deutschen Gewerkvereine und Kriegs- und Friedensfragen im allgemeinen und tat vom Regierungstisch her. Es scheint, daß die Re- alle auf freiheitlich- nationalem Boden stehenden Arzu den obenstehenden Forderungen im besonderen gierungsmänner die bewußten zwei Zeilen des Ge- beiter und Arbeiterinnen eindringlich, sich an ihnen zu dichtes endgültig dem Schatz ihrer politischen Schlag- beteiligen, und erwartet von ihnen, daß sie alle Ausnäher zu untersuchen. worte einverleibt haben. Dazu muß doch gesagt wer- forderungen, die Arbeit niederzulegen, entschieden abAm 29. Januar sollte eine Deputation von den: Das Gedicht Bekenntnis" ist Ende 1914 ent- lehnen, sowohl im vaterländisven, wie im wohlver5 Arbeitern und 4 Abgeordneten mit dem standen, in einer Zeit also, da wir dem Krieg noch standenen eigenen Interesse." gefühlsmäßig ganz anders gegenüberstanden als Staatssekretär Wallraf verhandeln. Der Herr im vierten Sertegsjahr. Ich habe bei den Versen ganz So sehen die Leute aus, mit denen die MitStaatssekretär lehnte die Verhandlung mit den unpolitisch gedacht, bedauere es aber nicht, daß glieder der freien Gewerkschaften auf höheren Be fehl in einem Bunde zusammen gehen müssen, der das Wort„Freiheit" sträflich mißbraucht. In der liberalen Presse werden mit sauersüßer Miene einige Forderungen der Streikenden als „nicht ganz unberechtigt" bezeichnet, im übrigen aber sucht man vom Standpunkte des wohlwollen- den Bourgeois den Arbeitern begreiflich zu machen, daß sie mir ihrem Streit ein Vervrechen begehen. In der reaktionären Presse tobt man nach Oldenburgischem Muster gegen die Streikenden. Es ist die alte Vormarz-Weisheit:„Gegen Demokraten helfen nur Soldaten!", die hier mit neu- deutsch-patriotifch-kriegerifcher Tunke serviert wird. Besonders hübsch liest sich in der„Deutschen Tages- Zeitung", die erst vor kurzem die Arbeiterschaft als „die große Masse der Ungewaschenen" bezeichnete, folgendes Stimmungsbild über den Streik:„Im Straßenbild macht sich der Streik lediglich durch zahlreichere Gruppen jugendlicher Bumm- ! e r bemerkbar, die angesichts ihres R e k l a- M i e r t e n d a s e i n s ja auch ein besonderes Recht zum Faulenzen und zum Landes- verrat nach Hindenburgschem Urteil haben." In den Straßenbahnen, auf Plätzen usw. wurde folgendes Plakat in Masten ausgehängt oder ver- teilt: Was Hindenbura über daS Streiken denkt! „Jede noch so unbedeutende Arbcttsein- Stellung dedeutet eine unverantwortliche Schwächung unserer Verteidigungskraft und stellt sich mir dar als eine unsühnbarc Schuld am Heere und besonders an dem Mann im Schützen- graben, der dafür bluten mühte." lAus einem Briefe des Generalfeldmarschalls von Hindenburg an den Chef des Kriegöamts Generalleutnant Gröner im April 1017.) Daß übrigens auch die Gelben ihren Fluch über die Streikbewegung ausgesprochen haben, ist von diesen braven Staatsstützen selbstverständlich. Die politischen Degletterscheinungen. Im inneren Zusammenhange mit den Forde- rungen der Streikenden stehen die parlamentari- schen Vorgänge, die sich am 24., 25. und 26. Jan. im Hauptausschuste des Reichstages abgespielt haben, sowie der politische Nachhall der großen österreichischen Streikbewegung. Dort ha: Graf C z e r n i n unter dem Eindruck einer imposanten Massenbewegung für den Frieden zwei Reden ge- halten, die vom Standpunkte des internationalen Sozialismus aus zwar noch lange nicht befriedi- gen, aber immerhin eine entgegenkommende Frie- densbereitschaft ausdrückten. Vor allem erklärte Graf Czernin, daß er Rußland keinen entehrenden Frieden aufzwingen wolle. Weiter erregte bei Czernins Rede sein Eingehen auf Wilsons Frie- densprogramm Aufsehen und die Bemerkung, daß zwischen Oesterreich-Ungarn und Amerika Ver- ständigungsmöglichkeiten gegeben seien. Aus den Reden der deutschen Regierungsver- treter klang dagegen ein solches Entgegenkommen an den Friedensgedanken nicht hjeraus. Am 24, Januar hielt der Reichskanzler ErafHert- ling seine oft aufgeschobene Rede, über das deutsche Friedensprogramm, eine Rede, die wieder einmal das Kunststück zeigt, daß man mit vielen Worten nichts sagen kann. Graf Hertling hat nach berühmten Mustern in unklarer und zwei- deutiger Form gesprochen. Betrachtet man aber seine Rede im Zusammenhang mit den Anschack- ungen jener Mächte, die in Deutschland zurzeit ausschlaggebend sind, dann erkennt man, daß von ihr für den Frieden nichts zu erwarten ist und daß der Gedanke an direkte oder indirekte Eroberungen in den ausschlaggebenden Kreisen noch lange nicht- tot und begraben ist. Der Entente gegenüber fühlt sich nach Graf Hertling die deutsche Regie- rung in keiner Weise gebunden, die belgische Frage soll nicht„vonveggsrnoinmen" werden, Nordsrankreich ist ein„wertvolles Fauftpfand" in der Hand Deutschlands und im Osten rleibt man bei der von Vrsst-Litowsk her bekannten Politik. Nimmt man dazu die Berufung auf die überaus günstige militärische Lage, so ergibt sich daraus, daß die deutsche Reichsleitung ferner denn je von dem Gedanken an einen baldigen allgemeinen, ganz zu schweigen von einem dernolratifchen Frieden ist. Herr v. K ü h l m a n n hat dann am 25. und 26. Januar mit diplomatischer Beredsamkeit seine Friedenstaktik in Brest-Litowsk verteidigt. Be- sonders lebhaft hat er als Aristokrat und Zunft- diplomat sich über die schlechten Manieren der Bolschewiki-Delegation sowie über die Sucht Trotzkis, die Friedensfrage vom Standpunkte seiner Theorie und Weltanschauung aus anzu- packen, beklagt. Als ob Herr v. Kühlmann und die Mächte, die ihm zur Seite stehen, die Friedens- frage nicht auch nach einer bestimmten Doktrin zu lösen suchten, einer Doktrin, die freilich nicht oie des internationalen Sozialismus und des Pro- letariats, wohl aber die des diplomatischen Imperialismus ist. Die Redner der bürgerlichen Parteien haben sich mit mehr oder weniger Entschiedenheit hinter die Regierung gestellt. Die oratorischen Wenn und Aber, die einige liberale Herren zum Besten NttsOrftkr KtligrrviizsjiiSttd.' BekanKtmachung. Auf Grund des Gesetzes über den Belagerungs- zustand bestimme ich: 1. Für das Gebiet der Städte Berlin, Char- lottenburg, Berlin-Schöneberg, Verlin-Wilmers- darf. Neukölln, Berlin-Lichtenberg, Spandau und der Landkreise Teltow und Niederbarnim hebe ich bis auf weiteres den Artikel 7 der preußischen Verfassungsurlunde auf. 2. Für die genannten Gebiete setze ich hierdurch außerordentliche Kriegsgerichte ein (s lv fg. des Gesetzes über den Belagerungszustand vom 4. Juni 1851). 3. Die außerordentlichen Kriegsgerichte begin- nen ihre Tätigkeit am 2. Februar 1318. Der Oberbefehlshaber in den Marken: v. K e s s e l, Generaloberst. Artikel 7 der preußischen Verfassung, der durch diese Verordnung aufgehoben wird, lautet: „Niemand darf seinem gesetzlichen Richter cnt- zogen werden. Ausnahmegerichte und außerordent- liche Kommissionen sind unstatthaft. Eine Erklärung des Oberbefehlshabers in den Marken. W. T. V. verbreitet folgende Bekanntmachung: „Nachdem ich nunmehr den Verschärften Be- lagerungszustand eingeführt habe, will ich die Be- völkerung nicht im Zweifel darüber lassen, daß ich jeden Versuch, die Ruhe und Ordnung zu stören, mit allen mir zu Gebote stehenden Mitteln unterdrücken werde. Ich warne daher jeden ordentlichen Bürger, sich irgendwie an öffentlichen Zusammenkünften zu be- teiligen." Jedermann gehe ruhig seinen Pflichten nach und halte sich von Aufläufen ferni bei dem Ge- brauch der Waffe läßt sich ein Unterschied zwischen Ruhestöre m und Unbeteiligten nicht machen. Der Oberbefehlshaber in den Marken. v. K e s s e l, Generaloberst. geben, machen der Regierung keine Kopfschmerzen, sie weiß, was sie von der treudeutschen Opposition dieser Herren zu halten hat. Schärfere Töne schlugen die Herren Scheidemann und David an, aber— vor Tische las man es anders. Inzwischen haben die Verhandlungen in Brest- Litowsk wieder begannen. Auch Trotz ki ist dorthin zurückgekehrt. «* ♦ Die Triebstrafte des österreichischen Massenstreik». Der Wiener Spezialkorrespondent des„Verl. Tageblattes" machte in einer zusammenfassenden Betrachtung über die große österreichische Streik- bewegung� folgende interessante Ausführungen übe: die Kräfte, die in ihr lebendig waren: „Aus einer Betrachtung der Kräfte, welche die Be» wegung tragen, und anderer für die Entwicklung maß- gebender Berhältniffe, wird man am ehesten gewisse Schlüsse aus die Situation ziehen können. Ter Gegensatz zwischen breiten Schichten der Arbeiterschaft und der s o z i a l d e m o k r a t i- scheu Parteileitung, der in dem gegenwärtigen Ausstand zutage tritt, besteht tatsächlich schon seit lan- ger Zeit. Besonders scharfen Ausdruck hat er auf dem letzten Parteilag gefunden, auf dem es der Partei- leitung nur mit einiger Mühe gelungen ist, wenigstens die äußere Einheit der Partei aufrecht zu erhalten. Seither hat sich der Kreis jener Elemente, die mit der „opportunistischen" Leitung der Partei unzufrieden waren, unter dem Einfluß der Vorgänge in Rußland und der wachsenden Friedenssehnsucht ständig ver- größert. Selbst für die Bersammlungsredcn Viktor Adlers, des Baters der sozialdemokratischen Par- tei in Oesterreich, haben die Rufe:„Russisch reden!" häufig die Vegleitmusik gebildet. Wenn jetzt die Par- teileitung die Fühlung mit der Masie nicht vollständig verlieren will, so wird auch sie zunächst die radi- kalere Bewegung bis zu einem gewissen Grade mit- machen müssen, um nicht überrrant zu werden und in einem späteren Augenblick wieder Ein- fluß aufdie Eniwicklungnehmen zu kön- nen. Das ist wenigstens die Taktik, die ein Teil der sozialdemokratischen Abgeordneten für die nächste Zeit empfiehlt. In einem gewissen Sinne wird es dabei der gegen- wältigen Parteileitung zugute kommen, daß die radi- kalen sozialistischen Elemente eine eigentliche Or- ganisation und ein konkretes politisches Programm bisher nicht besitzen. Eingepfercht in die einheitliche Parteiorganisation, haben sie bisher weder eine eigene Presse besessen, noch organisatorisch führende Persön- lichkeiten hervorgebracht. Ihr geistiger Führer kann 'Otto Bauer genannt werden, der vor kurzem aus der russischen Gefangenschaft zurückgekehrt ist, sich durch seine Aufsätze und seine Tätigkeit im Dienste der sozialdemotrattschen Partei vor dem Krieg große Volkstümlichkeit, namentlich auch unter den j u g e n ö- liche n Arbeitern, erworben hat. und durch sein umfassendes Werk:„Die Nationaltiätenfragc und die Sozialdemokratie" auch außerhalb Oesterreichs bekannt geworden ist. In enger geistiger Verbindung mit den Radikalsozialisten stehen auch Robert Danne- berg und Dr. Max Adler, die die Politik des Parteivorstanbes im„Kampf" und zum Teil auch in der„Arbeiterzeitung" seit Beginn des Krieges auf daS energischeste bekämpst haben. Eine Persönlichkeit aber, um die sich die raüikal.özialistische(um nicht zu sagen sozialrevolutionärei Bewegung kristallisieren könnte, hat sich bisher nicht gezeigt. Friedrich Adler, der berufen schien, der Führer des Ra.dikalsoziolismuö in Oesterreich zu werden, ist durch seine Verurteilung nach dem Attentat gegen den Grafen Ttürglh zum Heiligen der radikal gesinnten Arbeiterschaft Oester- reichs geworden.(ES ist interessant, daß unter den Arbeitern bereits das Gerücht verbreitet ist, er set vom Kaiser heute begnadigt worden.) Infolgedessen besitzt die breite Masse, die die Bewegung gegenwärtig trägt, auch kein positives, auf bestimmte Ziele gerichtetes Programm. Dieser Mangel einer führenden Persönlichkeit und eines leiteudeu Programms gibt der Regierung und mit ihr den ruhigeren Elementen in der sozialdemokratischen Partei die Hoffnung, daß die Bewegung nach einiger Zeit in sich zerfallen könnte, auch wenn eS nicht gelingen sollte, sie zu beenden. Aber die Rot der Stunde kann dem RadikalsozialismnZ tn Oesterreich auch den organisatorischen Führer geben." «* * Aus dem Reiche liegen bei Abschluß unseres Blattes Meldungen vor aus Halle, Nürnberg, Hamburg, Fürth, München, Dortmund, Magdeburg und dem Nuhrgebiele, ohne genaue Zahlenangaben. Gin Arbeiterprogramm. Die Generalkomnrission der Gewerkschaften hat dem Reichstag ein„sozialpolitisches Aröeiteryrogramm" übermittelt, das Zeugnis ablegt, wir die Gewerk» lchastoführer immer Mehr auf der von ihnen betretenen schiefen Bahn hinabgleiten. Dieses Arbeitcrprogramm ist ein scharfer Protest gegen die Politik der russischen Bolschewisren, denn es wird barin versichert, die deut-� schen Arbeiter hätten nie daran gedacht,„ihr Bater- land zu verraten und im Rücken der Vaterlands- Verteidiger Revolution zu entfachen". Di? deutsche Arbeiterschaft habe an Vaterlandsliebe, Geineinsinn und Pslithtersfcllung hinter keiner anderen Vevölke- rungsklasse zurückgestanden und deswegen müßten „selbst führende Männer des BttrgeriumS die staatliche Notwendigkeit der Gleichstellung der Arbeiter- schaft im öffentlichen Leben anerkennen". Klar und deurlich ist hier ausgesprochen: Wir denken nicht daran, uns das zu erkämpfen, was unS zukommt, das wäre ja Vaterlandsverrat— das machen die Russen, aber das tut kein anständiger deutscher Arbeiter. Der Krieg Hube die trennende Kluft zwischen den Volksgenossen überbrückt und in der gemeinsamen Not sei ein Stück Gemeinschaftsarbeit'erwachsen:„In die Hand des Staates ist es gegeben, diese Gemcinschafts- arbeit dauernd zu befestigen. In seiner Hand ruhen dt« Lose der Zukunft,.. Mögen den Regierungen in dieser Zeitenwende die rechten Berater zur Seite stehen, I hung einen gewerkschaftlichen Erfolg" zu erblicken.[ 1865 davor gewarnt: Die Gewerkschaften sollen das die die Vergangenheit mit unbeugsamer Entschluß- Schon Karl Marr hat in seiner 1849 veröffentlichten Ergebnis ihrer notwendigen täglichen Kämpfe nicht freudigkeit liquidieren und das Steuer auf die Zu Schrift über Lohnarbeit und Kapital" gezeigt, daß überschätzen und nicht ausschließlich in Lobnkämpfen funst, auf das neue Deutschland einstellen." nicht jede Lohnerhöhung eine wirkliche Verbesserung aufgehen“. Nicht ein gerechter Tagelohn für einen partei? Sie Man fragt sich vergeblich, bei wem die Gewert- der Lage der Arbeiter ist. Nein, Lohnerhöhungen gerechten Arbeitstag" soll ihre endgültige Losung sein, schaftsführer mit diesem komischen Pathos Eindrud tönnen fogar mit einer Verschlechterung der Klaffen sondern die Abschaffung des Lohnsysteme. Die Ge find notwendig a18 machen wollen. Etwa bei der Vereinigung deutscher lage der Arbeiter handinhand gehen, wenn näm werkschaften Arbeitgeberverbände, bei den Konservativen des lich der Unternehmerprofit gleich- Gammelpunft des widerstandes gegen preußischen Landtages oder bei dem Großadmiral von seitig stärker steigt, als es der Lohn die Uebergriffe des Sapitals. Tirpitz und den sonstigen Führern der Vaterlands- tut. Der Abstand in der Lebenshaltung der Unterverfehlen aber ihren 3 wed, wenn sie nehmer und der Arbeiter vergrößert sich in diesem den an sich gewiß wichtigen leinFalle trop der steigenden Löhne. frieg gegen die Wirkungen des gegen Soweit es sich um das Gebiet der engeren Sozialpolitik( Arbeiterschus, ArbeiterverficheNicht imr in Gewerkschajistreisen, nein auch in wärtigen Lohnsystems nicht benutzen, rung) handelt, bringt das Arbeiterprogramm nichts ben stöpfen der sonstigen Wehrheitssozialisten spielt um auf die Abschaffung der tapita neues. Dagegen ist hervorzuheben, daß es die Verbei der Rechtfertigung ihrer Haitung im Kriege fol- listischen Wirtschaft hinzuarbeiten. Bange untersucht nun in seiner Schrift, ob die staatlichung gewinnbringender Unter- gendes Argument eine ausschlaggebende Rolle: Die ihrer Orga Marr'schen Auffassungen durch die Tatsachen während nehmungen fordert. Und zwar wird die Mono- beutschen Arbeiter haben mit Hilfe polisierung des Kohlenbergbaues und des Scohlen- nisationen vor dem Kriege ihre Lage beträchtlich ber des Kriegs bestätigt worden sind. Anhand zahlreichen, großhandels, des Kalibergbaues und der Aufbereitung meist von den Gewerkschaften selbst zusammengetrage der Kalisalze, der Gewinnung und Fernübertragung nen Materials zeigt er, wie das Wachstum der deutelektrischer Kraft, sowie des Getreidehandels gefor schen Industrie vor dem Kriege wohl allmählich steidert. Hinsichtlich der Handelspolitik halten es gende Löhne zur Folge hatte, aber auf der anderen haft anwuchsen. Und diese Entwicklung ist in den Kriegsjahren unter dem Burgfrieden, der auch von den Gewerkschaftsführern gefördert worden ist, geradezu treibhausmäßig bortoärtsgegangen. Lange schildert Sie in dem zweiten Abschnitt seiner Schrift durch ein 00000 00000 die Gewerkschaftsführer für notwendig, den engeren Stärkt die Unabhängige sozialdemokratische Seite die Unternehmerprofite häufig geradezu märchenHandelsverkehr und den Austausch mit den benachbarten Staaten dergestalt zu fördern, daß die Zollund sonstigen Verkehrserschwerungen beseitigt oder nach Möglichkeit vermindert werden." Das solle in Organisation! Nur der Sozialismus tann die Menschheit von erster Linie für den Verkehr mit den„ befreundeten Not und Elend vom wirtschaftlichen und politischen Bölkern" gelten, auf deren Zusammenwirken uns Drua erlösen. Dafür muß der Einzelne kämpfen. natürliche und historische Verhältnisse angewiesen Zöllen bedacht werden soll als Mitteleurope. Jm hätten. Hier haben wir noch einen Ausfluß des Geführt wird der politische Kampf von politischen Rachegedankens gegen England, das mit höheren Organisationen. Sie zu stärken und sie zu einem übrigen ist die Stellungnahme der Gewerkschafts- einflußreichen Faktor im öffentlichen Leben zu führer zur Zollpolitik nichts weniger als flar, wenn masen, das sollte Pflicht eines jeden politischen sie auch eine allmähliche Herabsetzung der Zölle auf Unterdrückten fein. Industrie- und Agrarprodukte und die Beseitigung aller Einfuhrerschwerungen und Ausfuhrprämien" fordern. Wenn sich die Arbeiterklasse wirklich allen Einfluffes enthält und feine Macht entfaltet, wie es die Gewerkschaftsführer predigen, dann wird man den Arbeitern sowohl bei der Schaffung von Monopolen als auch bei der Handelspolitik das Fell über die Ohren stehen. Lohnarbeit und Kapital während des Krieges. erbrückendes Tatsachenmaterial. Im dritten, fürzesten Abschnitt zeigt der Verfasser, wie sich namhafte Gewerkschaftsschriftsteller mit dieser günstigen Entwicklung der Klaffeniage der Arbeiter. schaft abfinden.„ Die Gewerkschaftsführer übergehen diese zusammenhänge mit Stillschweigen, sie weichen ihnen aus weil sie sonst gezwungen wären, sich felbst ein vernichtendes Urteil zu fällen: Die Zeit des von ihnen gepriesenen Burgfrie In Groß- Berlin vereinigen die Sozialdemos bens hat den relativen Arbeitslohn fratischen Wahlvereine alle die Männer und bebeutend gesenkt, bat somit die wirtschaftliche Lage der Arbeiter verschlechtert und hat das Frauen, die auf dem Boden der sozialdemo- stapital für die wirtschaftlichen Kämpfe der künftigen tratischen Grundsäge stehen und für die Unab- Friedenszeit mächtiger werden laffen als es jemals hängige Sozialdemokratische Partei Deutschlands gewesen ist." fämpfen. Erfülle jeder seine Organisationspflicht und erfläre seinen Beitritt zum sozialdemokratijchen Wahlverein des Reichstagswahltreises. Die Schrift ist äußerst nüglich, da sie zum ersten Mal auch weiteren Kreisen zeigt, was es mit dem Geschwätz von dem glänzenden wirtschaftlichen Ausftieg der Arbeiterfiasse in den letzten Jahren vor dem Ariege und während des Strieges auf sich hat. Dann ist sie aber auch geeignet, die Arbeiterschaft anzuspor nen, sich ber von den Führern ihrer gewerkschaftlichen Organisationen in den letzten Jahren befolgten Schaumpraltische Arbeiterpolitit in ben Gewerkschaften zu teisten. Un die Bezieher des Mitteilungsblatt! ägerei zu widerlegen und wieder wahrhaft Es gab einmal eine 3eit, in der die sozialistische Tagespresse und die Gewerkschaftspresse sowie die fonftige sozialdemokratische Bariei und Gewerkschaftsliteratur ihre Hauptaufgabe darin sah, die Arbeiter Die Bezieher bes Mitteilungsblatt werden über ihre Lage aufzallären, sie mit den Zusammenhängen des wirtschaftlichen Lebens bekannt zu machen bringend ersucht, alle Bestellungen und Geldund sie so in den Stand zu sezen, ihre gemeinsamen Interessen erfolgreich gegen ihre politischen und wirtschaftlichen Gegner zu vertreten. Jest liegt diese Zeit schon weit hinter uns. Sicht man heute in die Tageserzeugnisse der Mehrheitssozialisten und in die gewert fendungen, die für das Mitteilungsblatt bestimmt sind, nur an die persönliche Adresse des Kassierers 99 99 Aus den Gewerkschaften. In drei Generalversammlungen beschäftigte sich die Filiale des Verbandes der Schneider und Schneiderinnen und Wäschearbeiter mit der seit Kriegsausbruch von der Generalkommiffion betretenen und von den Gewerkschaftsvorständen gedeckten Politik. Nach lebhafter Debaite gelangie folgende Resolution mit großer Mehrheit zur Annahme: „ Die Endaufgabe der auf dem Boden des SelaffenRich. Serbst, Berfin 027, Schickferftr. 5, schaftliche Literatur, so finden wir statt der„ trockenen theoretischen Rohandlungen schillerade Beltachtungen wie„ An den Verband", zu richten. Alle anderen Abreffierungen, Berband",„ An das Mitdarüber, wie so herrlich weit wir es mit Hilfe der wie„ An den Arbeiterorganisation schon gebracht haben. und alle teilungsblatt ober an Adolf Hoffmann" tampfes stehenden Arbeiterorganisationen fann nur die schönen Abhandlungen schließen in der Art von haben mit großen Schwierigkeiten und Ber- und Ausbeutung, die Beseitigung der kapitalistischen Verbie Befreiung der Arbeiter von jeder Unterdrückung Hellameschriften geschäftstüchtiger Kaufleute mit der zögerungen zu rechnen. Herrschaft, selbst sein. Anpreisung eben dieser Arbeiterorganisationen. Der Strieg hat es mit sich gebracht, daß in den Schlußversen einige sonst übliche Stroppen fehlen. Man redet nicht soviel über bevorstehende ernste Kämpfe, sondern mehr über die bewährten Methoden positiver ArSeit usiv. bessert. Bei allen wirtschaftlichen Kämpfen und Errungenschaften auf dem Lohn- und Arbeitsgebiet darf die Arbeiterklaffe diefes Stel nicht aus dem Auge laffen, denn nur dieses läßt sie Niederlagen überwinden. Das Klaffeninteresse steht über dem nationalen Intereffe. 3umal die fapitalistischen Staaten im wesentlichen Produkte der rohen Gewalt und des Länderraubes sind. nur möglich, well die deutsche Bolistwirtschaft blühte. Werliert Deutschland ben Je länger der Krieg dauert und je beutlicher seine Strieg, so ist es mit dieser Blütezeit, folglich auch mit Wirtungen jedem Einzelnen fühlbar werden, umso vem verhältnismäßigen Wohlstand der deutschen Arfationen find auf verschiedenen Kongressen als RichtVorstehende Grundgedanken der Arbeiterorgani weniger wollen die immer und immer wiederholten Geiterschaft vorbei. Melodien über die herrlichen Erfolge gewertschaftlicher mengefaßt auch der Inhalt einer vor einiger Zeit von wie auch der Hauptvorstand des Schneiderverbandes Dies ist in furzen Worten zufam fchuur anerkannt worden. Aber die Generalfommission der Gewerkschaften urb politischer Tätigkeit verfangen. Die Menschen und den Regierung sozialisten herausgegebenen Schrift zie haben im Interesse der fapitalistischen Kriegs- und insbesondere die Arbeiter beginnen steptischer zu wer- Saltung der Sozialdemokratie im Lichte der wirt Eroberungspolitik das Klaffeninteresse der Arbeiter Die vermeintlichen Realpolitiker, die den" theo- fchaftlichen Zatsachen." bcifcite gestellt. retischen Haarspaltereien", abgeneigt sind, werben wie- Diese neue Theorie von der Gemeinsamkeit der Der Poitiik des 4. August folgte der wirtschaftliche der nüchtern. Die Hochkonjunktur für die glänzenben Intereffen ber unternehmer und Arbeiter, die auch Burgfrieben, obwohl die Ausbeutung und, Berelenschriftstellerischen Erzeugnisse der Uniterner geht au in dem Arbeitsgemeinschaftsgedanken" in der Gewerk- politik der Regierung und nicht zuletzt durch die allgedung der Arbeiterklasse durch Wucher, HöchstpreisEnde. Die Nöuyler und die Kritiker, die sich zur Beschaftsitteratur biejach Ausbrud gefunden hat, ent ineine Entwertung der Geldmittel ungelannte Formen ginn des Krieges nach dem Worte einer Gewertschaftsspringt der oben in Langes Broschüre geschilderten angenommen hat. größe beschämt in die Ede stellen sollten, finden wieber oberflächlichen Auffassung über die Bedeutung von Obwohl die Gewerkschaften bisher bemüht waren, Gehör. Ein Beweis dafür ist die Tatsache, daß die Lohnsteigerungen. Auf das gemeinsame Interesse an aus ihren Rethen die Politik fernaubalten, haben die Leipziger Buchdruckerei A. G., von der vor einigen dem Blühen des Wirtschaftslebens hat schon Kari Generalfommission und die Gewerkschaftsvorstände Monaten begründeten„ SozialdemokraMarr in der erwähnten Schrift über Bohnarbeit und mitglieder im Sinne der sozialdemokratischen Mehrihre ganzen Mittet aufgeboten, um die Gewerkschaftstisen Gewerkschaftsbücherei Ende Sapital hingewiesen. Er ist aber dabei nicht, wie die heitspolitik zu beeinflussen. So in der Versammlung 1917 bereits das zweite Heft( Paul Lange, Lohn- Winnig, Leipart und Konsorten stehengeblieben, son- der Gewerkschaftsfunktionäre vom 27. Januar 1915 arbeit und Kapital während des Krieges) heraus- dern hat ausführlich dargelegt, wie durch das stärkere und den Sundgebungen vom 28. Juni und 5. Juli 1915. bringen fonnte. Der Verfasser hat seine Arbeit in Anwachsen des von den Unternehmern eingeheimsten Die Generalversammlung der Filiale Berlin des brei Abschnitte eingeteilt. Im ersten Abschnitt fenn- Merwerts sich die Stlust zwischen den Stapitalisten arbeiter Deutschlands legt gegen die vorstehend geBerbaudes der Schneider, Schneiderinnen und Wäschezeichnet er die oberflächliche Auffassung, die in den und den Arbeitern erweitert und nicht verringert. Un fennzeichnete Eätigteit den allerschärfften Protest ein. Gewerkschaften gang und gäbe ist, in jeder Lohnerhö- laus dieser Erkenntnis heraus hat Karl Mare you Sie protestiert ferner gegen die Bergewaltigung der Demokratie innerhalb der Organisation. Der Wille der Mitglieder muß das oberste Gesetz sein. Die Funktionäre können nur das Werkzeug des Willens der Mitglieder sein. Jede Instanzenpolitif ist zu Setämpfen. Und den Mitgliedern mug innerhalb der Drganisation das Recht der freien Steinungsaußering gewährleistet sein. Arbeiter- Bildungsschule. Schicklerstraße 6. Eingang durch die kleine Tür im Eisengitter. Sonntag, den 3. Februar, abends 8 Uhr, findet der vierte Vortrag des Genossen Friz Kunert über die Kunst des Vornsprechens statt. Sonntag, den 10. Februar, beginnt der VortragsDas Verlangen nach guten Büchern ist außerordentlich stark. Wir machen deshalb darauf aufmerksam, daß im Verbandsbureau, Schicklerstraße 5, Hof, 2 Treppen, noch ein Posten des Buches Kautsky: Maffenstreit" zum Preise von 2 Mt., und eine Gedichtsammlung von Ludwig Lessen: Fackeln der Zeit", zum Preise von 50 Pf., abgegeben wird, auch im einzelnen. Die Generalversammlung der Filiale Berlin des Verbandes der Schneider, Schneiderinnen und Wäsche arbeiter Deutschlands fordert daher, daß die Führer zu den alten Grundsätzen zurückkehren und ruft die syklus der Genossin Käte Dunker über Er- Wer Bedarf hat, wolle sich an unser Bureau wenden. Kollegen im Reiche auf, fich eingehend mit diesen wich- tehungsfragen. tigen Lebensfragen der Arbeiterorganisationen zu befaffen, mit denen sich der nächste Verbandstag zweifellos beschäftigen wird." Eintrittspreis für Sonntagsvorträge 20 Pf. Donnerstag, den 14. März, wird der * Buchdruckerei SO16, Köpenicker Strasse 36/38. In der Fachzeitung der Schneider und Schneide- Bezirks- Bildungs- Ausschuß im großen Saale des rinnen veröffentlicht der Vorstand eine Erklärung, Rehrervereinshauses einen& un sta bend veranstal- Maurer& Dimmick in der er darzulegen versucht, daß die Resolution im kunst allgemeinen nicht von gewerkschaftlichen, sondern von ten, über den Näheres noch bekannt gegeben wird. politischen Gesichtspunkten ausgehe und daß die angeführten Grundsätze auf den bisher stattgefundenen Verbandstagen und Gewerkschaftskongreffen nicht als Nichtschnur aufgestellt worden seien. Die Mitglieder der Wahlvereine sei die Benutzung der reichhaltigen Bibliothek der Arbeiterbildungsschule empfohlen, die unentgeltlich zur Verfügung steht. Als Legitimation dient das Mitgliedsbuch, Hörerfarte usw. Aus den Organisationen. Anfertigung von: Zeitschriften Statuten Billets Quittungsmarken Mitgliedsbüchern Programmen sowie sämtlichen Drucksachen. Die sogenannte Politik des 4. August sei außer dem aus einer Situation entstanden, wie solche vorher auf feinem Gewerkschaftskongreß beraten werden fonnte. Der Vorstand müsse aber den Borwurf zurückmeisen, im Intereffe der kapitalistischen Kriegs- und Eroberungspolitik das Klaffenintereffe der Arbeiter Berein„ Arbeiter Jugendheim" Steglitz Friedenau. beiseite gestellt zu haben. Die Erwiderung ist in Tegel. Der Zahlabend findet am 6. Februar, abends feiner Weise geeignet, die in der Resolution nieder- 8 Uhr, bei Sorrerin, Schlingerstr. 80, statt. TagesHierdurch laden wir die Mitglieder zu der am Diens gelegten Feststellungen nach irgendeiner Richtung hin ordnung: Vortrag des Landtagsabgeordneten Gen. Hofer. tag, den 5. Februar cr., abends 9 Uhr, bei Ortsangelegenheiten und Verschiedenes. Zahlreichen Besuch Clement, Steglig, Düppelstr. 7, stattfindenden Die Bezirksleitung. zu erschüttern. Aus der Bett. erwartet Vereins- Veranstaltungen. Freireligiöse Gemeinde Berlin. Aus Medienburg wird von einer Roheit eines Sonntag, den 8. Februar, vorm. 9 Uhr, Pappel- Allee15/ 17; Rittergutsbesitzers gegen einen Schnitter berichtet, die Neukölln, Jdealpassage, Weichselstr. 8; Oberschöneweide, auf unsere heutigen freiheitlichen" Zustände ein be- Wilhelminenhofstr. 48 bei D. Pamp: Freireligiöse Vorzeichnendes Licht wirft und die zeigt, daß es auch bei lesung."- Vorm. 10% Uhr, RI. Frankfurterstr. 6: Vortrag Gäste will uns noch moderne Sklavenhalter gibt, die glauben, in von Herrn Dr. Bruno Mille: Mutter Erde. tommen. ihrem Herrendünkel sich alles herausnehmen au fönnen. Man lefe folgenden Gerichtsbericht: Quittung. 4. Kreis. Für die Partei Liste 6602 1,-, 6654 5,-, 6708 1,10, 6724 6,90, 6737 9, 6775 1,-, 6799 2,30, 6849 30,-, 6857 2,-, 6872 2,60, 6887 5,20, Summa 66,10 wt., bereits quittiert 424,36 Mr., Summa 490,46 M. 4. Areis. Für die Stocholmer Friedenskonferenz: Summa 4, Mr., bereits Liste 8501 3, 8589 1,-. quittiert 716,05 Mf., Summa 720,05 Mt. 4. Kreis. Für die Partei. Wendt-40, Bring S. u. R. 4,26, Balke 3,-, Dresche, Hanf 2,60, K. Jacob Pl. 2,20, Möwes 2,-, Jähring 5, Menzel 5,-, Bosell 4,10, E. Kaßner 2, G. Täuber 1,50, Brose 1,50, N. Pappesch 5,-, E. Neumann 1,50, Kollegen der Firma Lehmann, mechanische Werkstatt 2,- Mt. Für den Pressefonds. 2. Kreis ungenannt 6. M. G. ME., Spandau- Osthavelland 222,70 Mt. Von der Wasserkante zur Wahlhilfe 5, Mr. Bon Gen. G. aus dem Felde zur Wahlhilfe 10 Mf., desgleichen für den Pressefonds 2,40 Mt. Bon den Kollegen der Firma Manoli Kranzüberschuß Stadthagen 30 Mr. für Parteizwecke. bagen 30 Mr. für Parteizwecke. Für Unterstügung 19,65 Mt. d. Gen. Dorsch. Der Rittergutsbesizer Wilh. v. Derzen zu Roggow bei Neubukow und sein Gutsjäger Bandolin Hatten sich vor dem Schöffengericht Neubukow wegen 4. Kreis. Zum Preffefonds: Liste 1958 8, 2017 Körperverlegung und Freiheitsberaubung des Schnits 24,80, 2018 2,50, 2019 14,60, 2055 16,05, 2152 2,50, ters Wisniefski zu verantworten. Der Gutsjäger traf 2221 2,-, 2228 1,25, 2304 2, 2550 1, 2682 3, den Schnitter auf dem Felde, wo der geschnittene 2796 1, 2797 3,-, 2790 1,50, 2927 8,55, 2929 7-, Summa Weizen in Garben gebunden lag und der Schnitter 98,75 Mt., bereits quittiert 7411,60 Mt., Summa Aehren abschnitt und in einen Sad stedte. Der 7510,35 M. Schnitter gibt zu, daß er die Körner für Malzkaffee zum eigenen Verbrauch verwenden wollte. Der Jäger fuchte den Schnitter zu zwingen, den Sadt mit dem Inhalt, angeblich 50 Pfund, zum Gutshof zu bringen, und um dieses zu erreichen, verabreichte er ihm etwa ein Dugend Schläge mit feinem Handstock, und drohte von seiner Schußwaffe Gebrauch zu machen, falls er zu entweichen versuche. Rittergutsbesitzer von Derzen drohte dem Schnitter mit Anzeige, was dieser zu unterlaffen bat, worauf von Dergen erklärte, ihn durch prügeln zu wollen. Damit soll der Schnitter sich einverstanden erklärt haben. Durch ein in Blengow ausgebrochenes Schadenfeuer wurde die Aufmerksamkeit nach dort gerichtet und aus dem Durchprügeln wurde nichts; es wurde eben verschoben. Am folgenden Tage 10, hat v. Derhen den Schnitter geholt, ist mit ihm in den Bart gegangen und hat ihn aufgefordert, sich ganz auszuziehen was bis auf die Stiefel geschehen sei, die au fest saßen. Dann hat er ihn die Arme um einen entsprechenden Baum strecken lassen und nun die Hände mit einem Lederriemen zusammengebunden. In dieser Stellung hat er dem Schnitter dann mit einer Reitpeitsche eine Anzahl Hiebe auf den nackten Körper verKranzüberschuß von Stadthagen Firma Bergefebt und als der Geschlagene vor Schmerzen um den Baum zu springen fuchte, band Herr v. Derzen einen mann- Rosenthal, Verschlußfabrik 18,20 Mt. für Agitazweiten Riemen um Baum und Körper des Geschlage- tion der U. S. P. D. 3. Kreis. Pressefondslisten: Nr. 799 2,50, 803 nen und setzte dann das Schlagen fort. Das Umbinden des zweiten Riemens stellt Herr v. Derben in 1,-, 804 2,-, 810 1, 707 7,-, 708 8, 888 18,75, Abrede, wie er auch die Zahl der erteilten Hiebe auf 759 2, 757 1,-, 755 1,70, 752,50, 737 2,50, Summa 10, es fönnten vielleicht auch 12 gewesen sein, angibt, mogegen der Geschlagene unter Eid behauptet, wohl 50 Siebe bekommen zu haben. Dem vor Schmerzen schreienden Schnitter wurde das Schreier verboten unter der Anfündigung, ihm werde sonst der Mund zugestopft, und nach Beendigung des Prügelns wurde er wieder zur Arbeit gefandi. Der mit ihm arbeitende W. Flügge bekundet als Zeuge, daß der Rücken des Geschlagenen mit blutunterlaufenen Striemen bedeckt war. Der mit der Feststellung des Tatbestandes beauftragte Gendarmerie- Wachtmeister bekundete den gleichen Befund. Nach acht Tagen ging der Schnitter zum Arzt, um eine Bescheinigung über seinen Zustand zu erhalten, wurde aber abgewiesen. Der Antrag des Amtsanwalts lautet gegen v. Derzen auf 3 Monate Gefängnis, gegen den Jäger Bandolin auf 10 Tage Gefängnis. Das Urteil lautet gegen v. Derzen auf nur 1 Monat Gefängnis und gegen den Jäger auf 40 Mr. Geldstrafe. Ein sehr gnädiges" Urteil! Im 42,95 Mr. Inhaftierter: Genossen Listen für Friedensarbeit: Nr. 6586 30, Mr. von den Tagschneidern der Firma Beck u. Kloppenburg, 6573 3,-, 6574 1, 6575 3, 6571 10,-, 6572 1,50, 6570 1,50, 6597 2,50, 6600 1,50 verloren, Summa 52,50 Mr. 6. Wahlkreis. Vom Kranzüberschuß des Genossen Stadthagen zum Besten des Jugendheims, von den Arbeitern der Königl. Geschüßgießerei in Spandau 149,90 Mr. Für das Jugendheim von den Arbeitern von Schwarzkopf für November und Dezember 82,80 Mart. Genosin Lindemann, 15. Abt., für das Arbeiterjugendheim aus der Sechsertaffe 4,70 ME. Ueberichuß vom Mitteilungsblatt der 13. Abteilung im Dezember für den Pressefonds 22,58 Mr. Achtung! Mitglieder der U. 5. P. D. Kreis Teltow Beeskow- Storkow Charlottenburg. Zahlt Eure Beiträge nur an die Kassierer Legitimationstarten und Bezirkslokal= Plakate. Berhindert durch Eure Wachsamkeit, daß die Durchhalter Eure Groschen erschleichen. Besonders die Neuköllner Genossen und Genossinnen seien aufmerksam gemacht. Unterernährung und Lebensversicherung. Berliner Börsencourier" lesen wir: Der Weltkrieg und Zahlstellen der Opposition. Achtet auf mit seinen Ernährungsschwierigkeiten hat eine Anzahl bedeutungsvoller Erscheinungen auch auf dem Gebiete der Lebensversicherung gezeitigt, die bisher gänzlich unbekannt waren. Die lange Dauer des Krieges hat die Sterblichkeitsaiffer unter der Zivilbevölkerung bedeutend erhöht gegenüber der Friedenszeit. Bon diefer Tatsache ist das Rebensversicherungsgeschäft besonders Genoffen, die aus dem Felde zurückschwer betroffen worden. Die skandinavischen Lebensversicherungsgesellschaften werden in Kürze diese gekehrt, versäumen nicht sich umgehend bei Fragen gemeinsam beraten und planen, wenn der ihrem Wahlverein wieder anzumelden. Kriegszustand noch länger andauern sollte, eine ErDer Kreisvorstand. höhung der Prämiensäge. = General- Versammlung mit dem Ersuchen um zahlreiches Erscheinen höfl. ein. Tagesordnung: 1. Mitteilungen. 2. Vorstandswahl. 3. Verschiedenes. Der Vorstand. Für die Beweise herzlicher Teilnahme beim Hinscheiden meines lieben Mannes, unseres guten Baters, Schwiegerund Großvaters Cari Bartsch fagen wir allen Freunden und Bekannten herzlichen Dank. Im Namen der Hinterbliebenen: Maria Bartsch geb. Keuchel. Dem Andenken unserer auf dem Kriegsschauplag gefallenen Genossen! 2. Wahlkreis. In einem deutschen Feldlazarett an seiner Berwundung gestorben ist unser Genosse Sally Breifuß Bezirk 213. 4. Wahlkreis. Im Dezember fiel im Alter von 28 Jahren der Glasschleifer Wilhelm Henniger Roppenstr. 26, Bezirk 312. Am 17. Januar verstarb an den Folgen des Krieges der Hausdiener Richard Rabe Magazinstr. 17, Bez. 253. 6. Wahlkreis. Am 6. Oktober fiel unser Genosse R. Weber Sprengelstr. 22, Bcz. 756, 16. Abt. Sozialdem. Wahlverein Nieder- Barnim. Bezirk Lichtenberg. Nach langer Ungewißheit erhielten wir heute die traurige Nachricht, daß unser Genosse, der Gruppenführer, Metallarbeiter Vaul Mummert Geumestr. 13, 1. Viertel, 16. Gruppe, als Opfer des Weltkrieges verstorben ist. Ehre ihrem Andenken! Nachruf. 4. Wahlkreis. Am 27. Januar verstarb unser Genosse, ber Schuhmacher Heinrich Maah Krautstr. 58, Bezirk 283 I. Wahlverein Berlin- Mariendorf. In der Nacht vom 25. zum 26. Januar 1918 verschieb nach langen Leiden die Genossin Maria Globig Chauffeestr. 296 an der Lungenschwindsucht. Ehre ihrem Andenken! Berantwortlicher Redakteur: Carl Letd; Verleger: Abolf Hoffmann: beide Berlin O. 27, Schicklerstr. 5. - Drud: Maurer& Dimmid, Berlin S0.16, Röpenider Straße 38-83. Beilage zu Nr. 45 des„ Mitteilungsblattes". Erklärung des gesamten Betriebspersonals der Berkaffer behandelt sein Thema mit viel Objektivität ſpricht dafür die„ Ueberspannung des kapitaliſtiſchen Buchdruckerei Maurer& Dimmick. Die Zukunft des Sozialismus. Man schreibt uns: und Sachkenntnis. Den Sozialismus hat er jeden- Systems".„ Es drängt sich jedem nachdenkenden Menfalls tiefer und richtiger erfaßt als manche regierungsschen immer mehr die Ueberzeugung auf, daß der Hochsozialistische Größe, die sich brüstet, mit der Wissenschaft kapitalismus, indem er zum Imperialismus wurde, des Jahrhunderts ausgerüstet zu sein. an diesem Kriege nicht unschuldig ist." Die Folge Die Arbeiterinnen und Arbeiter des BeMit feststehenden Argumenten lehnt Breuer den dieser Ueberspannung des kapitalistischen Systems ist, triebes haben durch 2 tägigen Sympathiestreik Kriegsfozialismus ab. Die Gewaltakte der daß eine lächerliche Minderheit über die Geschicke der Regierung haben mit Sozialismus nichts zu tun". Völker entscheidet. Ist es denn nicht so, daß alle ihre mit der allgemeinen Arbeiterschaft über- Der Sozialismus wird uns von seinen Anhängern Völker, die den heutigen Strieg führen, es entrüstet einstimmende Willensmeinung bekundet. Nach dargestellt als das natürliche Ergebnis aus der mit ablehnen, diesen Strieg gewollt zu haben? Trotzdem dem Kapitalismus verbundenen technischen und orga- mußten fie in den Krieg eintreten. Man denkt mit Rücksprache mit den zuständigen Instanzen nisatorischen Entwidlung, fura: als cine Frucht, die Schandern daran, daß ebenso wie Karl Marx auch halten wir es nunmehr für notwendig, die der Kapitalismus selbst zum Reifen bringt. Der mancher, tiefe fatholische Denker des vorigen JahrKriegssozialismus jedoch ist keineswegs eine aus den hunderts den Krieg gewissermaßen als Form der kapiArbeit wieder aufzunehmen, um das Erscheinen technischen und organisatorischen Fortschritten sich ent- talistischen Akkumulation bezeichnet hat." Anknüpfend an Hilfeding erörtert Breuer weiter der Publikationsorgane der Unabhängigen wickelnde Frucht des Kapitalismus. Er ist eine Kette von Verwaltungsmaßnahmen der Behörden. Die von die Wirkungen des Finanzkapitals. Alles das Sozialdemokratischen Partei und der Gewerk- thm ausgehende Gleichmäßigkeit ist nicht die Frucht deutet auf Ueberspannung und Ueberreife des Kapitaschaften zu ermöglichen. der Erkenntnis von der Notwendigkeit freiwilliger lismus hin. Aber noch wichtiger ist, daß der Arbeiter Ein- und Unterordnung, wie sie die sozialistische diese Zusammenhänge zu erkennen beginnt und demZukunftsgesellschaft voraussetzt; es handelt sich dabei entsprechend handelt und denkt. Der Arbeiter erkennt vielmehr um einen nur unwillig ertragenen 3wang im Zusammenhang mit den technischen Fortschritten von außen. Von diesem Gesichtspunkt aus fann man seinen Wert und seine Unentbehrlichkeit für den im Grunde genommen eher zu einer Verneinung der Arbeitsprozeß. Das rasch gestiegene Bildungswesen Als der Weltkrieg entbrannte und die sozialistische Frage kommen, ob der Krieg zum Sozialismus führt." zieht nach und nach den Schleier von immer mehr Internationale scheiterte, da jubelte die ganze bürger- Mit derselben erfreulichen Offenheit übt Breuer Geheimnissen des Produktionsvorganges ab. In liche Gesellschaft wie von einem Alpdruck befreit: Der Kritik an den sonstigen Maßnahmen der Regierung, gleichem Maße wächst die Erkenntnis von der MögSozialismus, die sozialistische Arbeiterbewegung ist an dem Hilfsdienstgesetz und den damit ver- lichkeit, große Teile der Produktion auf der Grundtot tot für alle Zeiten! Als dann weiter der Staat bundenen Konsequenzen. Der Regierungssozialismus lage gemeinsamen Zusammenwirkens, kurz: der VerDaher ertönt immer dem in allen Fugen krachenden fapitalistischen Wirt ist zwar auch von diesen Kriegseinrichtungen entzückt, gesellschaftung zu führen... schaftssystem helfend unter die Arme griff, der er- weil es seine ureigensten Werke sind und weil sie die lauter der Ruf nach einer Förderung der Produktion, wartete Zusammenbruch nicht eintrat, jubelte man Morgenröte des Sozialismus bedeuten sollen; aber die gleichzeitig Menschenbefreiung verheißt, der Nuf abermals: Der Sozialismus ist tot es lebe die hören wir, was dieser Vertreter eines gemäßigten nach einer solchen Regelung der Produktion, die diese bürgerlich- göttliche Weltordnung. christlichen Sozialismus dazu sagt:„ Der Sozialismus auf die Bedarfsdeckungswirtschaft einstellt, in Gegenwill das höchstmögliche Glück der größtmöglichen Zahl, saß zu der bisherigen Einstellung auf das schrankenlose er will ungehemmte Entwicklung und Entfaltung, er Erwerbsstreben. Und insoweit der Strieg diese Ideenwill ständiges Aufwärtsgehen und entsprechende Einrichtung zu verstärken vermag, insoweit führt er zum Sozialismus." So weit recht gut. Und mancher vermeintliche WWWWWWWWWWWWWWWWWWW Sozialist, der bheute im kapitalistischen Staat den Heiland des Proletariats sieht oder wenn anders in der rücksichtslosen Anwendung des brutalen Systems Taylor den rettenden Anker gefunden zu haben glaubt, lo fann er aus Vorstehendem lernen. Aber hier verläßt uns auch die Weisheit unseres Autors. Nachdem er wiederholt mit Hilfe der marxistischen Methode an der kapitalistischen Gesellschaft eindringliche Kritik übte und durchaus folgerichtige Schlüsse daraus zog. begibt er sich am Ende mit philosophischer Ruhe auf das Eiland des christlichen Sozialismus, eine Beistung, zu der ein beneidenswertes Maß von Abstraktion gehört. Bei dieser frohlockenden Genugtuung des Bürgertums allein blieb es jedoch nicht. Ein großer Teil der alten Sozialdemokratie glaubte den Augenblick für getommen, nach diesen eben gewonnenen Kriegseindrücken Dieses Genossinnen und Genossen! eine gründliche Revision der bisherigen Gedankenwelt und der politischen Praxis vorzunehmen. Es war die Geburtsstunde des Regierungssozialismus. geistig und moralisch von vornherein entartete Kriegsfind, sang bald laut und lauter das Lied von der Werbt für Euer Mitteilungsblatt! Sorgt für Interessenharmonie zwischen Stapital und Arbeit. Für die Dauer des Weltfrieges verzichtete dieses wesen seine weite Berbreitung! Schickt das Mitteilungs: Tose Monstrum bereitwilligft auf den Befreiungsfampf der Arbeiterklasse und, so fabulierte man weiter, nach dem Striege werde sich auf der nationalen Plattform die dauernde Verbrüderung zwischen Proletariat und Bourgeoisie vollziehen. blatt ins Feld, damit unsere Genossen, die draußen schwere Pflicht erfüllen, sich über die Parteivorgänge, insbesondere über die Groß- Berlins, unterrichten Das geistige Dasein des Regierungssozialismus tönnen. fonnte fich notwendigerweise nur in Illusionen und Der„ Vorwärts" ist nicht mehr das Organ der Bossen offenbaren; mit jedem Tage wird diese Tatfache flarer: ob wir nun ihre tonfusen ökonomischen Berliner Arbeiterschaft und der Berliner Parteis Lehren oder ihre abenteuerlichen Don Quichotterien im Parlament rückschauend betrachten es ist alles Illusion und Posse. In jeder obrigkeitlichen Maßnahme zur Rettung der kapitalistischen Gesellschaftsordnung erblickten die naiven Biedermänner Bausteine zur sozialistischen Gesellschaft; drei Jahre wurden die Tribunen dieser Partei mit schönen Redensarten über Verständigungsfrieden, Demokratie und Parlamentarismus genasführt und da ist es wohl begreiflich, wenn an der Jahreswende 1917/18 in den eigenen Reihen besorgte Seelen die schicksalsschwere Frage aufwerfen: Sind wir noch Sozialdemokraten?" Bon jener Seite auf diese Frage eine flipp und flare Antwort zu verTangen, ist natürlich nicht möglich; sich selbst die Wahrheit zu sagen, erfordert ein hohes Maß von Mut und von diesem seltenen Gut besißt der Regierungssozialismus leider nicht mehr ein Fünfchen. nenossen; er hat diesen Anspruch länast verwirkt. Das beweist er selber tagtäglich. Die Arbeiterklasse aber wird gut tun, sich auf ihre welthistorische Mission zu befinnen. Die ökonomische Entwicklung führt zwar zum Sozialismus, aber die talismus ist ökonomisch und technisch reif, um dem sozialistische Gesellschaft will erkämpft sein. Der KapiSozialismus Play zu machen, allein es fehlt der starke Left andere Parteiblätter an seiner Stelle, ins- Geburtshelfer, das heißt, die politische Reise der Arbeiterklasse. In der politischen Reife der Arbeiterklasse ruht besondere unser Mitteilungsblatt"! die Zukunft des Sozialismus! " MMAMAMMMMMMMMMMA Die Zensur vor dem Reichstags- Ausschuß. stellung der gesamten Erzeugung; er will bestmögliche Bedürfnisbefriedigung. Was aber sehen wir jetzt, Am 22. und 28. Januar beschäftigte sich der Hauptnamentlich auch im Anschluß an den vaterländischen ausschuß des Reichstages weiter mit 3ensur und Hilfsdienst? Die Bedürfnisse des Einzelnen und der Belagerungszustand. Inzwischen waren die Gesamtheit treten weit zurück hinter die Bedürfnisse österreichischen Vorgänge bekannt gewor des Staates, der mit starker Faust eingreift in das den trotz aller Bensurmaßregeln, außerdem waren auch Leben und Streben des einzelnen Menschen und der Vorwärts" und Berliner Tageblatt" Gesellschaft. Und dann: ist es Entwicklung in dem verboten worden. Zur Rechtfertigung der Bensur vorgenannten Sinne, die wir vor uns sehen? In führte der Vertreter des Kriegsministeriums, Major Würde sich die Zukunft des Sozialismus lediglich in vielen Dingen sehen wir im genauen Gegenteil einen Grau, aus: den bürokratisch- diplomatischen Instanzen des Regie- Strebsgang, Rüdentwicklung. Wir sehen beispiels Der Chef des Kriegs- Presseamtes habe die Verrungssozialismus verförpern, so wäre diese Frage weise, wie die Errungenschaften des Arbeiterschutzes, treter der Preise eingehend über das Verbot der Eraue dem kommenden Weltgeschehen sicher verschwun die ohne Zweifel ein großer sozialer Fortschritt waren, örterung der Vorgänge in Oesterreich informiert. Die den. Aber die gesellschaftliche Entwicklung schreitet durch den Krieg ganz beiseite geschoben worden sind. Entente habe diese Vorgänge mit Jubel begrüßt. Der über den Theaterdonner eines Scheidemann und über Wir sehen ferner eine ausgedehnte Frauenarbeit, die Benfurstelle war am Abend des 20. Januar bekannt, die Harmonieduselei eines Legien unaufhaltsam hin- in diesem Umfange alles eber ist als ein sozialer daß zwei Blätter, darunter der Vorwärts", Arweg. Je länger der Krieg dauert, enthüllen Sapita- Fortschritt. Mit einem Worte: Was hier für die Ent- tifel vorbereitet hatten. Die Nedaktionen wurden gelismus und Imperialismus ihren wahren Charakter. wicklung in der Richtung zum Sozialismus angeführt beten, die Artikel zurückzustellen. Der Vorwärts" Brennender denn je macht die Lage der Proletarier worden ist, widerspricht in stärkstem Maße dem Geiste hat das nicht getan, sondern auch noch einen andern aller Länder das sozialistische Problem, aber die des Sozialismus." Diese Kennzeichnung ist so fachlich Artikel gebracht, der die Solidarität mit dem öfterVollendung kann nicht erfolgen nach dem regierungs- und treffend, daß wir dem nichts zuzufügen haben. reichischen Proletariat betonte." sozialistischen Reglement: einen Schritt vorwärts und Die sozialistische Internationale und ihre Grund awei zurück, sondern die proletarische Politik muß das Nach ihm sprach Genosse Saale: Die Gründe, stürmische Entwicklungstempo der kapitalistischen Ge- lagen betrachtet Breuer als völlig gescheitert; er be- welche die Zensurſtelle für das Verbot des„ Vorwärts" sellschaft noch zu beschleunigen und zu meistern suchen. nutzt zu diesem Zweck etwa die Argumente eines angibt, find ungeheuerlich. Sie erklärt, daß Fragen Renner. Doch er ist so einsichtig, beide Seiten zu von erheblichem militärischen Interesse ihre Haltung Gegenüber der ersten Striegszeit, der Periode des hören, indem er den begeisterten Vertreter des bestimmt hätten und nennt als erstes, daß die Vernationalistischen Rausches, hat sich die Situation in Staatsgedanfens A. Winnig und den ebenso begeister- pflegungslage in England jetzt sehr trübe jei, der Endphase des Weltkrieges total verändert. Im ten Internationalisten Max Adler sprechen läßt. Und was übrigens schon wiederholt behauptet wurde als unrichtig erwiesen habe. Aber Osten hat das revolutionäre Proletariat den zaristi- das Resultat? Der Internationalist macht zum Schluß und sich es richtig wäre, welchen Einschen Imperialismus ebenso vernichtend aufs Haupt folgende Ausführungen: Tritt nicht, je länger der selbst es auf die Stimmung in Enggeschlagen wie die beute- und machthungrige imperia- Krieg dauert, der Gegensatz zwischen den einzelnen fluß kann listische Bourgeoisie. Heute hält man auch dem Sklassen innerhalb der Nation immer schärfer hervor? land haben, wenn in der deutschen Presse Berichte über Sozialismus feine Grabreden, sondern die Reak- Das Proletariat sehnt sich längst nach Frieden und Desterreich- Ungarn stehen, denn die österreichische tion rüstet zu einem Kreuzzug gegen ihn und erstrebt ihn mit allen Mitteln, einen Frieden unter Presse hat jeden Tag bis Sonnabend ausführliche Bedie Nachdenklichen und Einsichtigen fragen sich ban- Schonung des andern. Die Vertreter des Industria- richte über die Lage im Lande gebracht und aus dieser gend: Was foll das werden welche Zukunft hat lismus und des Feudalismus jedoch wollen nichts österreichischen Presse konnte also England alles ervon einem Frieden wissen; ihnen liegt an einer Ver- fahren. Zweitens sagt die Zensurstelle, nachträglich sei der Sozialismus? Der Regierungssozialismus( es ist gut, darauf längerung des Krieges oder doch höchstens an einem der Streik auf politisches Gebiet übergegangen und immer wieder hinzuweisen!) quält sich aus Gründen solchen Frieden, der das eigene Land zum weltbeherr- wenn das die Entente erfahre, dann würde das die der Selbsterhaltung nicht mit diesen Schicksalsfragen, schenden macht. Die Auffassung von der Nation ist hier striegsmüdigkeit bei ihr verscheuchen. Aber auch das er schleppt sich mühselig von dem Heute in das Morgen, in der schlimmsten Weise, ausgeartet. Die Nationali- brauchte sie nicht aus der deutschen Presse sich zu er hat vollauf zu tun, seine unhaltbare Position zu tät wird zur undulójamen Vertreterin des Stand- holen, denn die Presse des In- und Auslandes hat verschleiern. Der Opposition ist es leider nicht mög- punktes von der Weltgeltung des eigenen Landes, und ja darüber ausführliche Berichte gebracht. Also das lich, auszusprechen, das was ist, und so ist man schon zwar von einer rein äußeren Weltgeltung, nicht etwa Berbot des Vorwärts" mit dieser Begründung wäre genötigt, in die Fülle der bürgerlichen Literatur zu einer solchen, der es auf weltumfassende Kulturförde- ein Spießbürgerfrei. Aber das ist ja gar nicht ver greifen. Wir wählen für heute ein von Theodor rung ankommt." Breuer läßt so das Für und Wider sprechen und Breuer im Verlag der Görres- Gesellschaft in M.- Gladbach erschienenes Schriftchen( 16 Seiten, Preis 20 Pf.): er zieht aus allem dem den Schluß, daß sich manches Führt der Krieg zum Sozialismus?" feststellen läßt, was auf ein kommen des Sozialismus Der auf katholisch- christlichem Standpunkt stehende nach dem Kriege hinweist". Vor allem andern aber wahre Grund, sondern die Presie soll eben so schreiben, wie die Zenfurstelle ihr diftiert, also auch dann nicht objektiv, sondern das Urteil der deutschen Bevölkerung foll acfälscht werden durch das, was die Zensurstelle mitteilt, und das ist immer im Sinne der Militär partei, und ein solches Verbot fonnte sich ereignen gerade in der Woche, wo alle Parteten hier im AusSuß dringende Beschwerden. darüber führten, daß die Zeniur das politische Leben tnebele und die Regierung Suffcherungen gab, daß die Benjur in Zukunft milder gehandhabt werden würde. Es ist unerhört, daß alle Nachrichten aus Defterreich für die deutsche Presse unterdrückt werden. werde er im Plenum rücksichtslos die ganze Sand- lichen wollen. Nach Karl Mary ist doch die jeweilig habung des Belagerungszustandes geißeln. herrschende Gesellschaftsordnung Itur ber politische Major Grau gab zu, daß es genügt haben würde, Ueberbau auf der als Grundlage dienenden besonden einen Sap statt des ganzen Berichtes zu verbieten. deren Wirtschaftsform. Die bürgerliche GesellschaftsAbg. Erzberger riet, dem betreffenden Zensor ble pronung konnte sich nur dort durchsetzen, wo die tapiReichsverfaffung in die Hand zu geben, deren Art. 22 talistische Wirtschaftsweise vorhanden oder doch in der wahrheitsgemäße Berichte über die Verhandlungen Entividlung begriffen war. Eine sozialistische Geselldes Reichstages von jeder Verantwortlichkeit aus- fchaftsordnung wird nicht eristieren tönnen, ohne eine Das Verbot des„ Borwärts" schließt sich an an eine schließe. Das bestehe sich auch auf die Stommissions ihr eigentümliche Wirtschaftsform als Umerbau. Diese Methe anderer fchitanöfer Verbote zahlreicher Blätter. verbandlungen, wie das Reichsgericht wiederholt entwirtschaftsform tann nicht plöglich und als Ganzes Aber daß es gerade jest erfolgt, das drückt ihm den schieden habe.- Abg. Scheidemann( S.) bezeich nach Einführung der sozialistischen Gesellschaftsord Stempel auf. Der Artikel des Vorwärts" verlegt nete das von Dittmann zur Sprache gebrachte Verbot nung geschaffen werden, wie vielfach noch in unsern nicht die Zensurvorschriften, er redet nicht von Streit, als noch toller wie das Vorwärtsverbot. Er schloß Streifen angenommen wird. Die Erfahrungen der rusaber die Benfur hat eben das politische Urteil, das sich im übrigen dem Abg. Erzberger an. Abg. fischen Revolution sollten übrigens in dieser Hinsicht der Vorwärts über die Vorgänge in Defterreich Ebert( S.) erklärte, der verbotene Bericht habe seine auch weniger Einsichtigen die Augen geöffnet haben. fällte, unterbrücken wollen. Die Regierung meint, fie Ausführungen im wesentlichen richtig wiedergegeben. Die Wirtschaftsform der tommenden geselifdjafilichen müsse diese Vorgänge vor der deutschen Arbeiterschaft Auf Antrag des Petitionsberichterstatters Ho Beriode muß schon jest vorbereitet, in ihren wichtigsten verheimlichen. Aber das ist unmöglich; und wenn( S.) beschloß der Ausschuß, daß Werkstatt- und Beleg- undamenten aufgebaut werden, wenngleich sie ihren später er alles bekannt wird, dann ist die Erbitte- fchaftsversammlungen fünftig ohne Anmeldung statt- Beseitigung der bürgerlichen Gesellschaftsordnung erstatt- völligen Ausbau und ihre höchste Entfaltung erst nach völligen Ausbau und ihre höchste Entfaltung erst nach rung um so größer. Die deutschen Arbeiter finden können. haben vollste Sympathie für das Vorgeben ihrer österreichischen Brüder und wenn fie schon früher Kenntnis davon gehabt hätten, dann würden sie schon früber dieser Sympathie Ausdruck ge= geben haben, wie sie ihr nun später Ausdrud geben werden. Die folgende Debatte bot, von Einzelheiten aus den Neden des Konservativen v. Gräfe und des Abg. Stresemann abgesehen, das Bild einmütiger Ablehnung des gegen den Vorwärts" und gegen die Presse überhaupt beliebten Verfahrens. Verfolgungen in Frankreich. reichen wird. Die wechselseitige Beeinflussung der politischen gesellschaftlichen Ordnung und der ihr eigen tümlichen Wirtschaftsveise muß in Zukunft weit mehs von der Arbeiterbewegung beachtet werden, als bisher. Kurz vor der Verhaftung Caillaur ist von den Die einer sozialistischen Gesellschaft eigenämliche Wirtfranzösischen Gerichten das Chevant Mayour, das schaftsform tann nicht kapitalistischer Nature sein, d. h. nicht das Streben nach individuellem Profit als MitHervorragendes in der Gewertschaft der Lehrer geleiftet hat, zu je zwei Jahren Gefängnis und 1000 telpuntt und Angepunkt des ganzen Systems haben, Cie muß vielmehr Mart Geldstrafe verurteilt worden wegen defaitistischer wie die jeßige Wirtschaftsweise. auf gemeinschaftlicher, aus Gemeinschaftsstreben ent( friegsfeindlicher) und alarmistischer Propaganda. standener Grumblage aufgebaut, und das will heißen, Worin besteht das Verbrechen dieser beiden? Hören fie muß genossenschaftlich organisiert sein. Monopole wir Racul. Berfeuil im„ Journal du Peuble": fönnen immer nur für eine beschränkte Zahl und gedie Abg. Scheidemann betonte, die Solidarität„ Man fennt das Verbrechen der Mayout; es ist wisse Formen von Produktions- Einrichtungen in Frage mit dem österreichischen Proletariat set doch selbstver- entfetlich. Sie haben die Stühnheit gehabt, ein Wert fommen. So wird die genossenschaftliche Gütererzeu ständlich. Der Artikel konnte nur misverstanden wer- herauszugeben, in dem sie die Aktion der syndika gung und-verteilung die ökonomische Basis des Soben, weil man von den Vorgängen in Desterreich nichts listischen Lehrer während des Krieges behandelten, zialismus bilden; aber nicht wie naiverweise hier und wußte. Abg. Stresemann scheint nicht zu wissen, daß und in dem sie natürlich in bezug auf den Krieg dort behauptet wird, denselben ersehen. Genossenman der alldeutschen Presse alles gestattet habe, der ihren eigenen Gedanken auseinandersetzten. schaftliche Betätigung wird auch den politischen Kampf anderen Presse aber selbst die Abwehr verbot. Woher Das Strafgericht von Angouleme hatte ihnen für der Arbeiterklasse nicht überflüffig machen; aber fie follen? Von der Redaktion des Vorwärts" hat nie- fängnis zubittiert. hat die Benfur gewußt, daß solche Artikel erscheinen diese ersichtlich standalöse Handlung sechs Monate Ge- wird ihm erft seinen schließlichen Erfolg sicherstellen. Gewiß hat die Genossenschaftsbewegung aus dem polimand ein Wort davon gesagt, daß ein solcher Artikel fängnis zubittiert. in Vorbereitung fet. Der Redaktion ist mit feinem Der Procureur der Republik Angouleme, Herr tischen Kampf der Arbeiierflasse schon Vorteile gezogen Worte gefagt worden, daß das Bensurverbot am Githil, der wahrscheinlich seinen republikanischen Ur- und das wird auch ferner fo fein, erst ermög Montag aufgehoben werde. Wajor Grau hat ja auch sprung und seine Beziehungen zu den Sozialisten von licht aber wird jene durch diesen nicht; denn sonst ganz offen angegeben, daß man mit voller Absicht Tarn- et- Garonne vergessen hat, erachtete, daß das müste es in Ländern ohne oder mit rückständiger ponur den Vorwärts" verboten habe. Das kennzeichne ungenügend sei. Auf seinen Antrag hat der Gerichts- litischer Arbeiterbewegung feine Genossenschaftsbewedieses Verbot als eine Schikane. Wo sind in dem hof zu Forderaur die Gefängnisstrafe, die unsere bei- gung geben. Beide ergänzen sich, das ist die Wahrheit und diese fann der Arbeiterschaft nicht oft gening Artifel militärische Jutereffen gefährdet? Man läßt den Genossen traf, auf zwei Jahre erhöht.. auch icht noch keine Nachrichten durch, stellt sie viel Helene Brion, Suzanne Dufour, Muffard, vor Augen geführt werden. Das Würzburger Programin tut dies nicht in genügender Weise. Es wird mehr ernent unter Zenfur. Unter diesen Umständen Mayour, noch andere fich zeigen, ob wir geneigter sein werden, den Zeithat die Aufhebung des Benfurverbotes gar keinen Ach was für eine schöne Art ist das, den ener- umständen und den Erfordernissen der Zukunft mehr Sinn. Sorgen Sie dafür, daß das Verbot des Borgischen Krieg zu führen". Rechnung zu tragen und dafür einige liebgewordene wärts" fofort aufgehoben wird, damit die deutsche Arbeiterschaft nicht auf den Gedanken kommt, daß erst wurde, hat" Schlimmeres" getan. Selene Brion, die bereits früher verhaftet Schlagwörter über Bord zu werfen. Sie hat für den Die Tatsache, daß einige genossenschaftliche Unterandere Mittel angewendet werden müssen, che man Frieden Propaganda gemacht. Obwohl sie von der nehmungen Kriegsgewinne gemacht haben, gibt dem dem Necht zu seiner Geltung verhelfen kann. Außenwelt durch Gefängnismauern abgeschnitten ist, Verfasser ber bewußten Notiz Anlaß zu herber Kritit. Schließlich trat Genosse Dr. Cohn energisch für scheint die französische Regierung sie noch zu fürchten: Man hätte sich davon fernhalten und solche Gewinne Freigabe des Vorwärts" ein. Uebrigens sei die poftfarten mit ihrem Bilbe, die verlauft oder ver- vielmehr der Oeffentlichtelt benzieren sollen, bann Handhabung der Verbote in ganz Deutschland gleich- teilt tourden, hat die Regierung verboten! hätte man die Interessen der Verbraucher gewahrt. mäßig. Redner fragt die Regierung um Auskunft, Helene Brion ist Zimmerwalderin. Sie verbreitete Mit Berlaub, so barf man die Dinge wohl doch nicht von welcher Sentralstelle diese Anordnungen auß die Zimmerwalder Jbeen, besonders die Schriften betrachten. Durch noch so laute Proteste hätte man gehen. Auf diese Frage erfolgt feine Antwort! Merrheims und das schlimmste fie verteilte ein sicher nicht das geringste erreicht. Geschimpft ist doch Danach gab Abg. Heine eingehende Darlegungen fleines Papier, auf dem stand:„ Genug der getöteten wohl schon genug worden, ohne daß dies den Kriegsgewisser Nechtsfragen. Abg. Dr. David wies darauf Menschen; Friede!" hin, daß in der Türkei der Belagerungszustand bereits ganz aufgehoben set. Im weiteren Verlauf der Verhandlungen: In der Budgetfommission wurde am Mittwoch die Debatte über Belagerungszustand und Zensur zu Ende 4 Stimmen beschlossener Antrag angenommen, Grund genug, fie ins Gefängnis zu steden. Bar ihre Verhaftung der Anfang eines scharfen Vorgehene gegen alle Zimmerwalder? gewinnlern auch nur den kleinsten Abbruch getan häite. Protestiert haben die Organe der Genossenschaftsbere gung bei jeder Gelegenheit laut und deutlich genug. Demonstrativ beiseite stehen aber fonnten sie gar nicht, ba fle ja in der heutigen Zeit ebenso wenig umunnschränkte Herren der genossenschaftlichen Betriebe find, wie andere Unternehmer in den ihren. Die Militärbehörden haben bekanntlich das Recht der Requisition. Wäre dies aber auch nicht der Fall, so würde man geführt. Es wurde ein vom Unterausschuß mit 6 gegen Konsumgenossenschaften und Arbeiter. für Fragen der Zensur, des Vereins- und Versamm Wir werden um Aufnahme folgender Sufchrift gelungswesens den Reichskanzler, und für die übrigen beten: Unter obigem Titel ist in Nr. 41 bes wit- burch ein Beiseitestehen nichts anderes erreichen, als Anordnungen der Militärbefehlshaber eine militäteilungsblattes" vom 6. Januar ein Aufsas erschienen, lefgründigen Sädel fapitalistischer Unternehmer geSaß einige Millionen Gewinne ebenfalls noch in die rische Zentralinstanz als Aufsichts- und Beschwerde der nicht unwidersprochen bleiben darf, ba er geeignet offen waren, wovon die Allgemeinheit feinerlei Borstelle einzufezen. Ferner wurde folgender Antrag ist, die ohnehin schon in der Arbeiterbewegung herrteile gehabt hätte, pie im Falle der Production" in Dr. Eohn( l. S.) zum Schubhaftgesetz angenommen: fchende unflarheit über genossenschaftliche Begriffe noch Hamburg, die statt dessen Tausenden von ArbeiterkinHebt das Reichsmilitärgericht die Schutzhaft oder mehr zu verstärken. dern eine dauernde Gelegenheit zur Erholung und Aufenthaltsbeschränkung auf, so darf der MilitärWenn der Verfasser jener Notis fragt, wo die Kräftigung verschaffte. Auch die übrigen genoffenbefehlshaber nicht auf einen vom Reichsmilitär- beale geblieben sind, von denen vor Jahren die Ge- fchaftlichen„ Millionengewinne es find ihrer wirklich gericht beretts beurteilten Tatbestand eine neue nossenschaftsbewegung erfüllt war, so mag er nur die nicht viele werden nach dem Kriege ihre fröhliche Maßregel einer dieser Arten stüßen. neuere Genossenschaftsliteratur lesen. Dort wird er Urständ erleben, in einer Form, die dem fapitalistischen Abgelehnt wurde der Antrag Dittmann die Frage beantwortet finden. Sie sind auch heute Regime sicherlich mehr Abbruch tun wiro, als alle ( 11. S.), der verlangte, noch da, diese Ideale, und man arbeitet tüchtig, um möglichen noch so scharfen Proteste. Nicht abfinden" „ daß der Belagerungszustand sofort aufgehoben und sie der Verwirklichung näher zu bringen. Im Jahr haben sich die genossenschaftlichen Organe lassen, mit insbesondere die Freiheit der Person und der Presse gang 1917 der Konsumgenossenschaftlichen Rundschau einigen Millionen für die Genossenschaftslassen, dent sowie das Vereins- und Versammlungsrecht herge- um nur ein Beispiel anzuführen hat erft Prof. ie ziehen teine persönlichen Borieile aus diesen Staſſen. stellt wird." Staudinger, einer der bekannten Theoretifer des mo- Genossenschaftstassen sind öffentliche, sind GemeinschaftsDafür ftimmten nur die Vertreter der beiden bernen Genossenschaftswesens in einer langen Reihe faffen im wahren Sinne des Wortes, denn niemand Niemand, sozialdemokratischen Fraktionen und der Polen. bon Artikeln die Grundzüge einer zeitgemäßen genossen ist von ihrer Nutznießung ausgeschloffen. Diese Artikelferie ist er mag religiös oder politisch glauben, und denten In der Debatte brachte Dr. Gohn( U. S.) zur schaftlichen Betätigung erörtert. Sprache, daß die Zensur neuerdings den Aufruf in Broschürenform unter dem Titel: Soziale Wegnot was er will. Man wird ihn nicht danach fragen, der Fraktion der Unabhängigen Sozialdemofraten wenbigfeiten", furz vor Jahresschluß im Verlage des wenn er die Absicht hat, sich als Verbraucher wirt des Reichstags Männer und Frauen des werftätigen Zentralverbandes deutscher Konsumvereine erschienen. fchaftlich zu organisieren und sich dadurch auch auf Boltes verboten babe, ber au fräftigen Willens war lehnt der Zentralverband es ausdrücklich ab, die biefem Gebiete von fapitalistischer Ausbeutung und fundgebungen der werftätigen Bevölkerung gegen die in der Schrift niedergelegten Grundfäße in vollem Um Bedrängung zu befreien. P. Riebte. Annexionspolitiker und für einen Berständigungs- fange als fein eigenes Programm anzuerkennen, jedoch frieden aufruft. Der Redner protestierte gegen dieses tut dies der Tatsache teinen Abbruch, daß jene GrundDie obigen Ausführungen liefern den Beweis, wie Berbot und verlangte, den ganzen Belagerungszustand, fäße zum größten Teilbewußt oder unbewußt notwendig bie von uns veröffentlichten Darlegungen der noch keine Stunde zu Recht bestanden habe, auf- in der modernen Genossenschaftsbewegung angewendet notwendig die von uns veröffentlichten Darlegungen zuheben. werden. In Deutschland sowohl, als auch anderswo waren. Man tann der Konsumtbewegung gar keinen In Deutschland fowohl, als auch anderswo Abg. Dittmann( U. S.) verwies darauf, daß in der genossenschaftlichen Internationale. Hier würde schlechteren Dienst leisten als durch die außerordentliche Ueberschäßung, die ihr von gewiffen Anhängern zuteil das Oberkommando in den Marten und die Ober- der Verfasser bes Auffages im Mitteilungsblatt jene wird uns bie' auch im vorliegenden Artikel zum Ausgenfurstelle den ganzen Bericht des Unabhängigen Ideale wiederfinden, die er bermißt. Allerdings wird brud kommt. Der Wareneinkauf im Großen, die Sozialdemokratischen Seitungsdienstes über die vor- lein vernünftiger Genossenschaftler der Meinung sein, Eigenproduktion und eine großzügige Warenverteilung hergehende Eikung der Budgetfommission verboten die Genossenschaft sei das Allheilmittel für alles, was baben zweifellos ihre Vorzüge, besonders dann, wenn habe, und zwar lediglich wegen des einen Sages in uns drückt und schmerzt. Sie ist nur eine der Wafber Unternehmergeipinn den konsumierenden Witglie der Nede des. bg. Ebert: fen, mit denen tapitalistische Willtür und liebermacht bern bzw. ihrem eignen Unternehmen zugute tommt. ,, Auch die deutschen Arbeiter sind über die Vor- befämpft werden muß. gänge in Brest- Litowsk außerordentlich erregt, er Die Berufung auf das Würzburger Programm der fönne erklären, auch die deutschen Arbeiter feien sozialdemokratischen Partet ist gleichfalls nicht am entschlossen, daß legie und äußerste Mittel anzu- Plate; denn das gerade ist die schwächste Seite jenes wenden, um den Frieden herbeizuführen." Programme, daß es noch immer zu wenig Stücksicht Im Vorwärtsbericht fet der Satz fast wörtlich nimmt auf die Notwendigkeit eines syftematischen Aufbereinstimmend so wiedergegeben. Er erhebe den baues der wirtschaftlichen Grundlagen einer sozialbe schärften Einspruch gegen dieses Berbot. Im übrigen mokratischen Gesellschaftsordnung, die wir ja verivirtDiese Unternehmer aber so hinzustellen, daß sie im Beitalter der Monopolisierung ber Großbetriebe die ökonomische Basis des Sozialismus bilden, das zeigt von der Ueberschätzung, gegen die sich mit boliem Recht der von uns veröffentlichte Artikel wendet. Lebiglich, um auch eine andere Ansicht zur Geltung fommen zu lassen, haben wir geglaubt, auch die obige Einsendung veröffentlichen zu sollen. Um den Frieden. Für unsere Jugend. Kommt der Zusammenschluß austande, so wird in ben bisherigen Verlauf des Krieges möglich sind, Januar 1917 wurde die Berliner Arbeiterjugend auf Die Frage, die jetzt alle Menschen beschäftigt, für etwaige spätere Kriege dem Gegner Abbruch zu tun, um das eigene Land neuen Grundlinien aufgebaut, die im April einer schon jetzt, mitten gründlichen Revidierung unterzogen wurden. Innerdie in den Parlamenten und den Amtszimmern der im Toven des Weltkrieges rechnen schon. viele hals dieser Zeit wurden wieder Versuche zum ZuStaatsmänner ebenso leidenschaftlich erörtert Leute mit fünftigen Kriegen! recht start sammenschluß gemacht, die faft zum Ziele führten. Der wird, wie in den armseligen Proletarierwohnun zu machen. Solche Pläne und Absichten erregen Jugendbildungsverein brach jedoch im legten Augengen, ist die Friedensfrage. In vielen Millionen selbstverständlich auf der Gegenseite feine Rei- blick die Verhandlungen ab; wie es sich jest herausgevon Menschenherzen auf beiden Seiten der Schüßengräben brennt der heiße Wunsch nach gung, Frieden zu schließen. Die Kriegstreiber auf stellt hat, weil er über die Organisationsform der andieser Seite erhalten dadurch nur Stoff, threm deren Nichtung, der jetzigen Vereinigung Arbeitereinem Ende des Völkerwürgens, der Vernichtung Bolte zu sagen: Seht, der Gegner stellt an uns iugend, nicht richtig informiert war. Gerade Ende Devon Kulturwerten, sehnt man sich nach dem An- Forderungen, auf die wir um der Ehre oder der sember vorigen Jahres wollte man von der Vereinibruch friedlicher Tage, nach der Möglichkeit, auf Sicherheit oder des wirtschaftlichen Gedeihens gung Arbeiterjugend neuerlich versuchen Verhandlunbauende, fruchtbare Arbeit verrichten zu können. unseres Landes willen nicht eingehen dürfen. gen einzuleiten, als im Januar d. J. in dieser Rubrik Es ist daher nur zu natürlich, daß die Friedensfrage und das Friedenssehnen auch in unserer Ar- Es liegt auf der Hand, daß weder die friege- des Mitteilungsblattes" der Artikel„ Rückblick und beiterjugend lebendig sind. Auch die jungen Ar- rische, noch die diplomatische Friedensmethode die Ausblick" erschien. Dieser hatte die Wirkung, daß man beiter und Arbeiterinnen wünschen, daß ihre geplagte Menschheit einem baldigen Frieden näher handlungen bereit erklärte. Bei einer, gemeinsamen im Jugend- Bildungsverein zu neuerlichen BerZum Glück gibt es aber Väter, Brüder usw., die der harte Kriegszwang bringen kann. Diese unverbindlichen Besprechung fonnte man mit Befrievon ihrer Seite gerissen hat, wieder in ihre Mitte auch eine dritte Friedensmöglichkeit. Keine digung feststellen, daß man auf beiden Seiten nicht nur Eroberungen, zurückkehren möchten, sie ersehnen ein Ende der lautet: gewaltsamen Kriegsentschädigungen und Anerien au einer Berschmelzung bereit ist, sondern daß auch Kriegsnöte und Entbehrungen, erwarten ein Ende fe ne des Kriegszustandes, in dem ihre Arbeitskraft nung des Selbstbestimmungsrechtes der Völker. über die bestehenden Streitfragen eine Verständigung durch Aufhebung der Jugendschutzgesese gleichsam ein Land soll durch gewaltsame, direkte oder in- wahrscheinlich ist. Ueber die organisatorischen Fragen vogelfrei dem Produktionsprozesse ausgeliefert direkte Eroberungen geschwächt werden, nur da- dürfte man sich bald verständigen. Eine aus 30 Mitworden ist. Und mancher unserer 16- und 17 jähri- durch können alle Gedanken an Rache und Wieder- aliedern bestehende Kommission soll sich mit den Vorgen Freunde mag sich oft die bange Frage vorge- vergeltung unterbrüdt, alle Keime zu neuen arbeiten befassen und diese so weit erledigen, daß in legt haben, ob er nicht auch in Kürze hinein- Kriegen vernichtet werden. Auch der Verzicht auf einer Mitgliederversammlung nur noch Beschluß gegerissen werde in das graufige Waffenspiel. Und Kriegsentschädigungen macht solche Rachegedanken fakt zu werden braucht. Die Mitglieder der einzelnen gar mancher, dem es ernsthaft ist um die proleta- unmöglich. Angesichts der ungeheuren Kosten des Vereinigungen werden vorher noch ausreichend Gelerische Jugendbewegung, sehni den Tag herbei, an Weltkrieges wäre es auch keinem Lande möglich, genheit baben, sich mit den Vorschlägen zu beschäftigen. dem er mit gleichgesinnten Jugendgenossen, frei piele Milliarden an Kriegsentschädigung zu zahvon allen Hemmungen der Kriegszeit, herangehen len. Nur durch den friedlichen Wirtschaftsverkehr Berlin eine Jugendbewegung entstehen, die etwas zu tann an die Arbeit zu förperlicher und geistiger und durch verständigen Austausch von Rohstoffen leisten verspricht. Aber nicht nur in Berlin sollen Gesundung der arbeitenden Jugend, an der leider und Waren können die Völker von den furchtbaren die Massen zusammengefaßt werden, sondern im gandie demoralisierenden Wirkungen des Krieges nicht Wunden genesen, die der Weltkrieg dem Wirten Deutschen Reich. Hier wird unserer JugendbeweSpurlos vorübergegangen sind. schaftsleben geschlagen hat. Das Selbstbestim- aung eine ungeheuer große Aufgabe gestellt, die au ermungsrecht aber soll den Völkern das Recht geben, fillen große Opfer fordern wird, sowohl materieller Darum ist es wohl angebracht, auch an dieser selbst über ihr Schicksal zu bestimmen, sich eine als besonders persönlicher Art. Doch davor darf nicht Stelle zu unseren jungen Freunden vom Frieben Staatsform und Staatszugehörigkeit zu schaffen, aurückgeschreckt werden. Ein besonderes Ziel wird es zu reden. Wenn es den Jungmannen der Jugend- die ihren Interessen und Wünschen entspricht. wehrkompagnien usw. gestattet wird, an den Versammlungen der Vaterlandspartei" teilzunehmen Mit dieser Losung sind die russischen Sozialisten und die Friedensauffassungen ihrer Kreise anzu- an die Friedensverhandlungen herangegangen noch nicht durchgedrungen. Denn hören, muß es der arbeitenden Jugend auch er- aber Zahl der friegerischen und laubt sein, die Friedensfrage vom Standpunkt die Auf die Bebeutung der Jugendheime weist erneut diploder preußische Unterrichtsminister hin und ersucht die dieser Losung der sozialistischen Weltanschauung aus verstehen matischen Gegner ist in Regierungspräsidenten und den Oberpräsidenten in zu lernen. allen Ländern noch sehr groß. Es ist das auch Potsdam, dieser wichtigen Angelegenheit ihre besonnicht zu verwundern; stemmen sich doch immer und dere Fürsorge zu widmen. Insbesondere soll der Manchem unserer Freunde wird nicht recht ver- überall die kapitalistischen Gesellschaftsklassen stets unterhalt und Ausbau der vorhandenen und die ſtändlich sein, daß trok des Friedenssehnens von dagegen, wenn mit Ernst und Nachdruck sozia- Schaffung neuer Heime tatkräftig gefördert werden. Millionen, trotz vieler Friedensreden von Mini- listische Forderungen erhoben werden. Der Sozia stern und Politifern, troz zahlloser Zeitungs- tismus verfügt nicht über die starken Machtmittel, heime nach Möglichkeit offen zu halten versucht und „ Auch die Arbeiterschaft hat bisher thre Jugendartikel über den Frieden, doch kein Friede werden über die die Anhänger eines Schwertfriedens" bedeutende Mittel dafür aufgewendet. Dies wird will. Sie kennen sich in den Irrgängen der oder eines diplomatischen Machtfriedens verfügen. natürlich immer schwieriger. Es ist daher zu hoffen, äußeren und inneren Politik nicht aus, finden sich Aber er ist start und mächtig, wenn er sich stilgen daß entsprechend dem Erlasse des Unterrichtsministers in dem widerspruchsvollen Wust von Zeitungs- tann auf die zahlreichste Schicht des Volfes, die sonderen Fürsorge teilhaftig und eventuelle Unterauch unsere Arbeiterjugendheime der erwähnten ,, beartikeln nicht zurecht und können den Zusammen auch im Wirtschaftsleben eine ausschlaggebende fügungsgefuche ohne jede Boreingenommenheit ge hang der mit der Friedensfrage zusammenhängen Rolle spielt, auf die Arbeiterklasse, die ja in prüft werden. Dies um so mehr, als gerade unsere den Dinge nicht überschauen, da der Weltkrieg fast ihrem eigenen Interesse die Verfechterin des sozia- Jugendheime-- wie auch von bürgerlicher Seite schon alle Probleme de Politik und des Kulturlebens listischen Gedankens sein muß. Mögen in Rußstätter für die arbeitende Jugend find und, namentlich anerkannt worden ist- wertvolle Bildungs- Heimin Fluß gebracht hat. Versuchen wir es daher, land die revolutionären Wirren noch nicht zu einer in den falten Wintermonaten, einen sehr starken Bedie wichtigsten Strömungen, die in der Friedens Klärung der inneren Lage Rußlands geführt fuch aufweisen." frage um Geltung ringen, unseren Lesern in fur- haben, das eine steht fest, daß die große Masse der zen Strichen klar zu machen. russischen Arbeiter und Bauern auf dem Boden der sozialistischen Friedenslosung steht. Zunächst ist da festzustellen, daß, wie der Krieg so auch die Friedensfrage eine Machtfrage ist, d. h. Und es ist anzunehmen, daß auch in England in allen Ländern ringen die Kräfte, die eine Fort- und Frankreich die Zahl der Arbeiter, denen an setzung des Krieges bis zur endgültigen Sieges- der Herbeiführung eines baldigen und dauernden entscheidung erstreben, mit den Kräften, die eine Friedens gelegen ist, immer größer wird, so daß baldige Beendigung des Weltkrieges wollen. Die auch sie mit aller Kraft und Deutlichkeit für einen friegerischen Gewalten sind überall noch sehr start, baldigen und dauernden Frieden eintreten. sie verfügen über alle Machtmittel des Staates, Die Staatslenter aber sein, die augenblicklichen Anhänger der Sentralstelle für uns zu gewinnen, indem wir sie von der. Ehrlichkeit und Wichtigkeit unserer Sache überzeugen. Dazu sagt der„ Borwärts": Es ist richtig, daß die Arbeiterschaft mit großen Opfern aus eigenen Mitteln Jugendheime ins Leben gerufen hat und unterhält. Bei der bekannten Bevormundungssucht und der Art der Behandlung gerade der arbeitenden vorwärtsstrebenden Jugend glauhen laffen und, wenn auch mit Opfern, so doch aus eigener wir, daß es angetan ist, sich auf sich selber zu ver= Kraft, die Einrichtungen zu schaffen und aufrecht zu erhalten, die unsere der Aufelärung und Erholung bedürftige arbettende Jugend benötigt. gericht Duisburg in einer foeben amtlich veröffentDas sind in großen Umrissen und ohne auf Sparzwang augunsten des Arbeitgebers. Ein von zu ihnen zählen einflußreiche Schichten der gebil- Einzelheiten und auf das Durcheinander der poli- einem Buchdruckereibefizer zu feinen Gunſten angebeten und befizenden Voltstlassen, fie haben beten und befizenden Boltstlassen, sie habentischen Tagesereignisse einzugehen, die Richtungen, wandtes Sparzwangsystem erklärte das Gewerbeauch zahllose Zeitungen zur Verfügung. Die um den Frieben ringen. lichten Entscheidung für ungültig. Der Kläger in dem der friegführenden in die Schule betreffenden Prozesse war vier Jahre als Lehrreden zwar piel Don Jungen Arbeitern, die Frieden, ling und dann noch einige Zeit als Gebilfe tätig. aber jeder behauptet von seinem Gegner, daß der des Sozialismus gehen, braucht kaum gesagt zu In den lezten dreiviertel Jahre waren ihm vom den Frieden nicht wolle, daß der Gegner wilde werden, welcher Friedenslosung sie ihre Sym- Wochenlohn 1,50 Mt. zurückbehalten worden, die er erst Eroberungsgelüfte habe und daß daher nicht eher pathie zuzuwenden haben. Länder Ginigung nach fünfjähriger Tätigkeit ausbezahlt erhalten sollte. Im Falle eines früheren Verlassens der Stellung sollte der angesammelte Betrag als zugunsten des Arbeitgebers verfallen gelten. Der Kläger focht mit Erfolg diesen Vertrag an und erreichte die Verurteilung des Beklagten zur Auszahlung der 63 Mr. Spargelder. Friede sein könne, bis der Gegner mit der Schärfe des Schwertes zum Nachgeben gezwungen sei. Mit solchen Anschauungen kommt man trok allen Redens über den Frieden dem Frieden selbst nicht in der Groß- Berliner Jugendbewegung. Die Abrebe, so heißt es in der Begründung, verstoße näher. Fast awei Jahre sind seit der letzten Trennung der gegen 88 115 und 117 der Gewerbeordnung. Der Spare Neben diesen Leuten, die einen sogenannten Groß- Berliner Jugendbewegung vergangen. Vom Be- awang fet hier augenscheinlich weniger dazu bestimmt, die Lage des Gehilfen zu verbessern, als die ArbeitsSchwertfrieden" haben wollen, gibt es andere, ginn der Strife an hat es nicht an Verständigungsver- fraft möglicht lange an den Betrieb zu feñein. Der die zwar für einen baldigen Frieden zu haben fuchen gefehlt, die jedoch alle restlos gescheitert sind. drohende Verlust der Svareinlagen im Falle vorwären, die aber dabei mit allen diplomatischen Die Berhandlungen im April 1916 wurden vom seitiger Auflösung des Arbeitsverhältnisses soll den Gehilfen veranlassen, mindestens fünf Jahre zu Listen recht viel für die eigenen Interessen heraus- Jugend- Bildungsverein erschwert. Es erfolgte dann bleiben. Die Wobitat des Sparens tritt gegenüber schlagen möchten. Diese Leute sind bestrebt, durch die Partetspaltung, die die damals noch an die Partei diesem Swange völlig in den Hintergrund und der direkte oder indirekte Eroberungen, so wie sie durch angelehnte Jugendbewegung beeinträchtigte. Im Sparer gerät dadurch in ein Abhängigkeitsverhältnis 99 aum Arbeitgeber. Auch die Kündigungsfreiheit wird dadurch in unzuläßiger Weise beeinträchtigt. Die Vereinbarung fönne darum nicht als rechtsgültig angesehen werden. Wie man fieht, muß der Sparerlaß dazu herhalten, lediglich dem Jutereffe des Arbeitgebers zu dienen, wie er sich überhaupt nur einseitig auf eine beftimmte Klaffe der arbeitenden Jugendlichen beschränkt. Veranstaltungen. Vereinigung Arbeiteringend Süd- Ost. Jeden Mittwoch findet bei Flint, Adalbertstraße Nr. 67 ein Unterhaltungsabend, am Montag, den 11. und 25. Februar ein Mädchenabend statt. Sonntag, den 10. und 24. Februar Wanderung. Näheres auf den Veranstaltungen. Arbeiter- Jugendheim I, Brunnenstraße 70. Jeden: 2. Montag: Vortrag des Genossen Däumig. Dienstag: Unterhaltungsabend. Aus der Bewegung. Mittwoch: Diskussionsabend. Donnerstag: Mädchenabend- Reigentänge. Freitag: Bibliothekausgabe. Sonnabend: Feldpostabend. Sonntag: Spletabend. Jeden 4. Sonntag wird ein größerer Unterhaltungsabend veranstaltet. Pläge 60 Pf. Eintrittskarten sind zu haben im Jugendsekretariat für Groß- Berlin" und im Ver bandsbüro der sozialdemokratischen Wahlvereine", beide Schicklerstr. 5, Hof, II Treppen, sowie bei sämtlichen Helfern der veranstaltenden Vereinigung. Zu der am 17. und 23. März stattfindenden Jugendweihe der Berliner Arbeiterschaft Am 10. Februar findet das Stiftungsfest statt. Ein- find Billets vom 1. März an vom Jugendsekretariat tritt 20 Pfennig. für Groß- Berlin", Schicklerftr. 5, zu beziehen. Die Diese Veranstaltungen, die pünktlich 8 Uhr abends Eltern, der Weiheteilnehmer erhalten Freifarten bet beginnen, pünktlich zu besuchen und dafür zu agitieren den Vorlesungen, die die Freireligiöse Gemeinde für muß eure erste und vornehmste Pflicht sein. die Weiheteilnehmer, veranstaltet. Diejenigen Eltern, Die Heimleitung. die ihre Kinder schon zur Jugendweihe angemeldet haben, aber vom Jugendsekretariat noch nicht benachBoranzeige. Am Sonntag, den 24. März, nachrichtigt worden sind, werden gebeten, sich nochmals zu mittags 5 Uhr, veranstaltet die Vereinigung Arbeiter- melden. jugend Groß- Berlin" in der Treptow- Sternwarte Am Sonnabend, den 13. April, veranstaltet die einen Filmvortrag über Sitten und Gebräuche Vereinigung Arbeiterjugend" voraussichtlich eine fremder Völker". Der Eintrittspreis ist sehr Frühlingsfeier, über die das Nähere noch herabgesezt und beträgt einheitlich für nummerierte bekanntgegeben wird. merkenswertem Gegensaß zu den wüsten Angriffen,[ lungen gründlich zerstört, die am 19. und 20. Januar die die sächsische Sozialdemokratie gegen den König in Eisenach, Nubla, Kittelsthal und Fernroda abgehalWie Fran Juchacz zum Sozialismus erzieht! In wegen eines ähnlichen Telegramms letthin gerichtet ten worden sind, in denen die Genossen Bock und Brandenburg fand am 24. Januar eine gut be- hat. Wer dabei die Grundfäße der Demokratie besser Dr. Herzfeld- Berlin über„ Der Friede und die juchte Frauenversammlung statt, in der Frau Juchacz, wahrt, die Herren Fräsdorf und Genossen oder der U. E. P." referierten. Alle Versammlungen waren der 3te- Ersatz im Parteivorstand der Abhängigen, Stadtverordnete Krumm, bedarf feiner weiteren weit über Erwarten gut besucht. Die Ausführungen über die Frauen und der Krieg" referierte. In fal- Untersuchung." der Redner fanden überall unbedingte Zustimmung, bungsvollem Ton schilderte sie, wie bald nach Kriegsusbruch„ ber Schreck der Fabrikanten" nachgelassenschaft bei der Vaterlandspartei verdient. Herr Krumm hat sich wirklich die Ehrenmitglied- sowohl in bezug auf die Friedensbestrebungen der 1. S. P. wie auch in ihrer Haltung zu den Abhängigen. habe, wie sie ihre Betriebe auf Kriegsindustrie ein- schaft bei der Vaterlandspartei verdient. Ein besonderes Gepräge befamen drei der Versammstellten und die Frauen in allen Berufen an Stelle Crimmitschau für die U. S. V. Nachdem der ab- iungen noch durch die Kundgebungen gegen das denunder eingezogenen Männer traten. hängige Kreisvorstand des 18. sächsischen Streifes den siatorische Treiben der Volkszeitung" und des Herrn Beitungsexpedienten Fiedler brutal gemaßregelt hatte, Leber, der es versucht, Mitglieder unserer Partet aus gaben die Grimmitschauer Arbeiter am 26. Januar in der Arbeit zu bringen. Stürmische Entrüstungskundüberfüllter öffentlicher Versammlung die richtige Ant- gebungen folgten den Angaben über solches Gebahren. mort. Nach einem 1½stündigen Referat des Genossen Herr Leber hat sich durch sein Denunzieren eine ordentyssel und den Darlegungen des Genossen Fiebliche moralische Hinrichtung zugezogen. In allen Ver er stimmten zirka 200 Anwesende für den Ueber- sammlungen wurden Mitglieder für uns und Bezieher tritt zur u. S. P. und Gründung einer Ortsgruppe, auf unser Parteiblatt, den General- Anzeiger in Gotha, nur vier Mann waren dagegen. Die Genossen Häkel gewonnen. und Fiedler wurden vorläufig mit der Leitung der Geschäfte betraut. Für die schweren törperlichen und seelischen Leiden, insbesondere der verheirateten Frauen, weiß fie feine andere Klage, als daß„ Anmut und Schönheit" vertoren gehen. Für alle Mängel der Kriegsfürsorge, der ungenügenden sozialen Einrichtungen für die arbeitenden Frauen und deren Kinder kein Wort der Kritt! Nur immer ein braves Bitten, man" müffe Boch das alles mehr ausbauen! Die Ernährungsmethode habe zwar Schiffbruch gelitten", aber bie Berhältnisse waren so start, daß wir nicht mehr er reichen konnten". Frauenwahlrecht und Frieden ist der Weg zur Erreichung all der schönen erstrebenswerten" Dinge, die das deutsche Volk zu seiner Glückseligkeit nötig hat. Organisiert sich die Frau und liest sie die Zeitung, dann bekommt fie Klassenbewußtsein und lebt sich so facht in den Zukunftsstaat hinein. Das sind ja nur kleine Pflichten" sagt Frau Juchacz. Das bißchen Zeitung lefen ist weder anstrengend noch kostet es viel. Nun, diese Sorte Klaffenkampf wird wahrscheinlich keinem weh tun. Weber denen die kämpfen, noch denen die bekämpft werden. Nach langem Schwanken ist nun auch die Entscheidung in dem industriereichsten Orte des Kreises gefallen, unsere Bewegung erhält hier einen festen Subpunkt. Noch ein solcher Stoß und das kleine Flämmchen der Abhängigen ist hier glänzend verlöscht. Die größere Bewegungsfreiheit, deren sie sich erfreuen, kann das nicht verhindern. Die Stadtverordneten- Ersahwahl im 11. Kommunalwahlbezirk Das erite Tausend Mitglieder im Mannheimer Wahlkreis erreicht zu haben, können unsere dortigen Genossen mit Genugtuung fonstatieren. Und nicht nur sie. Die Angehörigen der U. S. P. werden allerwärts diesen Erfolg begrüßen. Verdient er doch eine besondere Würdigung, wenn man die schwierigen Umstände berechnet, unter denen unsere Mannheimer Genossen nach der Gothaer Tagung Hand and Werk leg- gibt den Regierungssozialisten im 4. Kreise Anlaß zu Eine Distussion war nach Mittei- ten, um auch in der revisionistischen Hochburg des badi- längeren Betrachungen. Aus den Wählerlisten haben fung der Vorsitzenden vom Oberkommando schen„ Musterländle" Bresche zu legen. Wie Mannheim sie eine Statistik zurechtgezimmert, die nachweisen soll, nicht genehmigt worden, sondern nur" Frage- das Herz der badischen Industrie, so auch der badischen daß aus den Kreisen der nichtproletarischen Schichten stellung". Dieser enge Nahmen wurde von der Parteibewegung. Entfiel doch vor Ausbruch des Strie- mehr Wähler für die Unabhängien als für die AbVersammlungsleiterin abfichtlich noch mehr beschränkt, ges fast die Hälfte der sozialdemokratischen Parteimit- bängigen gestimmt hätten. Ihre Statistik sieht folfie ließ nur Fragen zu, die fich direkt auf das Referat glteder, auf den Mannheimer Wahlkreis. gendermaßen aus: bezogen. Trotzdem wurden eine ganze Anzahl Fragen gestellt, so von Genoffin Wurm, die von Frau Fuchacz Auskunft erbat: Wie sie sich denn eigentlich die Erreichung all der erstrebenswerten" Dinge vorstelle, wenn die Regierungssozialisten, obwohl diese Forderungen auch nicht im entferntesten erfüllt werden, nach wie vor durch Bewilligung von Kriegstrediten und Etats der Regierung ihr Vertrauen ausfprechen? Sweitens, ob die alte Fraktion die Kredite weiter bewillige, auch nachdem an den Annexionsabfichten der deutschen Reichsregierung ein Zweifel nicht mehr bestehen fönne? Ein Genoffe fragte die so sehr für„ Gerechtigkeit" eintretende Rednerin, wie sie sich denn zur Maßregelung der Genoffinnen 3etfin und 3 te stelle und zur Heldentat des Parteivorstandes, der die Polizei ar Silfe gerufen habe, als die Genoffinnen ihre Forderungen für eine beffere Ernährung und einen baldigen Frieden unterbreiten wollten? ,, Es haben nach dieser Aufmachung gestimmt für die Regierungs- Unabh. sozialisten Soziald. 881 1209 25 21 24 32 13 10 8 56 74 8 1018 5 1362" Ob den führenden Geistern der Mannheimer Reaierungssozialisten( nicht zu vergessen die dortige Volksstimme") bald die Lust vergeht, die Anhänger der U. S. P. als ein kleines Häuflein hinzustellen? Bisher glaubte man mit dieser Methode unserer Be- a) gelernte und ungelernte Arbeiter wegung entgegenwirken zu können. Umsonst. Heute b) Invaliden, Pensionäre, Rentenempfänger. steht die Organisation der U. S. P. kraftvoll und gefchloffen da, ebenbürtig der Mitgliederzahl der Abhän- c) Vorarbeiter, Meister, Techniker, Ingenieure aigen gegenübertretend. Ob leptere noch tausend zahlende Mitglieder aufweisen können, lassen wir dahin- d) Handlungsgehilfen, Büroangestellte 14 gestellt. Die Arbeiter sind es, die in immer größerer e) Gemeinde- und Staatsbeamte Zahl der 11. S. P. suströmen. Amüsant war dem Gast- und Schankwirte, Händler, Kaufleute gegenüber die Versicherung des Landtagsabgeordneten und Parteisekretär Strobel( ein getreuer Senecht war g) Fabrikanten, Unternehmer, Rentiers, Privatiers Fridolin!) im Badischen Landtag, allwo er fürzlich erklärte, daß Reichstagsabgeordneter D. Geck das Ber trauen der Arbeiter in vollem Umfange befizze. Wer's glaubt.... Aehnlich wie diefe Versicherung wurden Für die Beweisführung der Abhängigen ist diese in Mannheimer Arbeiterfreifen die trampshaften Ver- Zusammenstellung nicht zu verwerten. Selbst wenn Die Antworten fielen sehr verlegen aus. Machen suche der Strobel, Böttcher usw. belacht, die jene Herren man die Statistit" gelten lassen wollte, so würde wir, daß wir stark genng sind, dann werden wir zu im Badischen Landtag unternommen, um nachzuweisen, daraus hervorgehen, daß 127 sogenannte Nichtproledem vielen, das wir schon erreicht haben, noch mehr daß sie die Abhängigen keine Schuld ob der tarier gegen 180 ständen, die den Unabhängigen geerreichen. Weitere Kreditbewilligungen seien abhän- Stürme in der zur Auflösung gelangten großen Ber- wählt hätten. Brozentual der abgegebenen Stimmen gig vom Frieden, für den die Unabhängigen noch nichts sammlung der Vaterlandspartei treffe. imgekehrt würde da fein Unterschied bestehen, ganz abgesehen getan hätten. Hierauf die richtige Antwort zu geben, läßt die Arbeiter das Gezeter über den ungebührlichen davon, daß heute die Gast- und Schankmirte, Händler war nach dem Schlußwort leider nicht mehr möglich ,, Ton usw. in jener Versammlung völlig kalt. Die vielfach zu den proletarischen Schichten gerechnet wer aber der Verlauf der Versammlung zeigte, daß auch in Entwicklung schreitet vorwärts. Dies Gepräge hatte den müssen. Die immerhin erhebliche Zahl der für den Brandenburg trotz der einlullenden Predigten der auch die unlängst stattgefundene erste Kreiskonferenz Kandidaten der Abhängigen abgegebenen Stimmen ist Abhängigen in den Massen der alte Geist noch lebt! für den Wahlkreis Mannheim- Weinheim- Schwegingen, zum nicht geringen Teil darauf zurückzuführen, daß die der Wahlkreisorganisation ein fefteres Gefüge, diesmal zahlreiche Straßenbahner Herrn Rathmann, Reif für die Ehrenmitgliedschaft. Unter der Stich Statut usw. gab. Neben der Stadt Mannheim mar den Sektionsleiter der Straßenbahner im Transportmarfe Ein sozialdemokratischer Baterlandsparteiler" schreibt die annexionistische Deutsche Tageszeitung" schieren auch die Landorte, voran Godenheim, arbeiter- Verband, gewählt haben. In der Gegend des schreibt die annexionistische Deutsche Tageszeitung" wo die U. S. P. Heute über 80 Mitglieder zählt. Und Treptower Bahnhofes wohnen viele Straßenbahner ( Nr. 44): wie die Mannheimer Kreisorganisation weiter vor- und ein Blick in die Wählerliste zeigt, daß die StraßenDaß es auch in der Sozialdemokratie einsichtige wärts schreitet, so werden sich ihr mehr und mehr an- bahner vielfach Rathmann gewählt haben. Das war Köpfe gibt, die nicht in die urteilslose Seße gegen dere badische Kreise anschließen. um so eher zu erwarten, als für Rathmann die Gedie Anhänger eines dies deutsche Zukunft sichernden Tegenheit gegeben war, unter seinen ehemaligen Friedens einstimmen, beweist die Tatsache, daß im Aus Thüringen. In den Bezirken, wo die Ab- Kollegen leicht Propaganda zu machen. Die abgege Vorstand des Landesvereins Oberhessen der Deutschen hängigen noch einen kleinen Troß von Mitgliedern benen Stimmen gelten in erster Linie der Person Baterlandspartei auch der Führer der Gießener hinter sich haben, halten sie Versammlungen über Ver- Rathmanns, als dem Vertreter der Abhängigen. Sozialdemokratie, Stadtverordneter Krumm, fist. Aus sammlungen ab, um Boden unter den Füßen zu beAnlaß einer Reichsgründungsfeier, die der Landes- halten. In Gotha, wo die Abhängigen kein Bäckerverein Oberheffen in Gießen veranstaltete, wurde an dußend zusammenbringen können, war es uns seit den Großherzog ein Telegramm gefandt, in dem er Monaten nicht möglich, in einer öffentlichen Versammgebeten wurde, gleich den Königen von Bayern und lung zu den Tagesfragen Stellung zu nehmen; ia selbst Sachsen die feste Siegeszuversicht der Seffen die Veranstaltung von Mitgliederversammlungen, die öffentlich zum Ausdruck au bringen und über den Kreis der engsten geschäftlichen Angelegendie Bundesratsbevollmächtigten anzuweisen, den heiten hinauskommen könnten, find so gut wie unmög Reichskanzler in seinem kraftvollen Auftreten lich. Dort, wo noch Abhängige sich rühren, liegen für gegen die Feinde und in innigen fie die Verhältnisse viel günstiger, obwohl das gleiche Anschluß an unfere glorreichen Volkshelden Hinden- Generalfommando zuständig ist. Besonders im Kreise burg und Ludendorff gegen alle Widersprüche tat Eisenach entfaltete der abhängige Parteisekretär Reber kräftig zu unterstützen. Auch dieses Telegramm, auf eine fieberhafte Versammlungstätigkeit. Und nach Verantw. Redakteur: C. Leid; Verleger A. Hoffmann; das vom Großherzog eine dem Wunsche entsprechende den Berichten in der Weimarischen Volkszeitung" beide Berlin O. 27, Schidlerstraße 5. Antwort einging, trug die Mitunterschrift des sozial- fonnte man glauben, er hätte den ganzen Streis in demokratischen Führers. Sein Verhalten steht in be- der Tasche. Solchen Traum haben nun vier Verſamm- Druck: Maurer& Dimmid, Berlin, Köpenicer Str. 36-38. Die Wahlbeteiligung war auch diesmal eine außerordentlich starke. Der Verlauf der Wahl liefert den Beweis, daß ständig gearbeitet werden muß und unsere Genossen dürfen sich nicht damit trösten, daß alles von felber seinen Gang geht. Aber die Statistik der Abhängigen beweist nichts; sie ist völlig wertlos. Redaktionsschluß: Jeden Dienstag Abend.