Rr. 1. Berlin, Sonntag, den 4. Januar 1874. ?? e n e r 4. Jahrgang. Vits« Zetw»» erschtlut drei Mal Wicheotlich, iu>d zwar: Die»st»>i», No-aerftag» a. E-naabcild» Ldnid«. PK Berit» iacl.«rt-gerloha rierlel- vrSmi-ierarid« IT»/, 6(|t., m»- xUtch nv,«gr.. einzelne Rummer, I Gar.; beide, Vestämter, i» Preude» U«8t, bei den außerpre�, PoftZm. Inn In Deutschland jUcichfall« 18 Cgt. Sdcittl-Ilfinokrat. Eigenthum des Allgemeinen deutschen Arbeiter- Verews. Redaktie» n. Trpediti«, Stell«, Dresden erftrale Rr. 85. Leftellungen werden tnswirtsbet alle» Postämter», in Berkin in der ExdeH- iron, sowie bei jedem«pediterer est- 9 Cfl fMfttt eiwu. Inserate(in der Skvediitou anszngebe») werde» pro»reigesfaiteue BetU.AeUe oder deren Raum mit 4 vzr berechnet. Irbeiter-Snnoncen dt« dreispaltige Zeile oder deren Ranm i>,«gr. Di« Parteigenossen werden aufgefordert, für daS Abonnement des„Neuen Social-- Demo- krat" thatig zu wirken. Nur dann, wenn recht baldigst bestellt wird, kann man auf Nachlieferung fämmtlicher Nummern dieses Quartals rechnen. Die Redaktion. Zum zehnte« Januar. Noch«enige Tage— bann tonnen wir sagen: „Wir sind im Kampfe gewesenl* Werben wir auf den Kampfe«tag mit Trauer ober mit Stolz dann zurückblicken? Roch haben wir eine ganze Woche zur Agi- tation, noch kann Jeder mit Eifer eintreten für unsere Sache, für die Wahl eines Urbeiterkandidaten; ge- fchieht dies voll und ganz, so werden wir mit Stolz später zurückschauen können; geschieht die» nicht, so finb wir selbst Schult», und die Trauer ist eine ungerechte, fie würde vielmehr in gerechtem Trolle gegen unsere Saumseligkeiten ihren richtigeren Ausdruck finden. Die einzelnen Lassalleaner aber dürfen flch nicht allzusehr auf die wenigen bekannten social-demo> kratischen Agitatoren stützen, sie müssen selbst- thatig auftreten.— Wenn die Leitung de« Allgem. deutsch. Arb.-BereinS allen Wünschen, die in letzter Zeit au sie gerichtet find, nur halbwegS entsprechen wollte, so müßte ihr daS Vermögen Stroußderg'S zur Berfügung stehen und fie müßte fernerhin die Fähigkeit haben, den Präsidenten des Vereins in zehn und alle einzelnm Agitatoren jeden in fünf Theil« zu spalten, um jeden einzelneu Theil nach dem Bestimmungsorte zu expediren. Die BereinSleitung ist aber durchaus erfreut über diese zahlreichen Anforderungen, da hieraus der Eifer der Parteigenossen ersichtlich ist. In Zritea des Kampfes, der Begeisterung erste- hruKimmer neue Kämpfer, und so glauben wir, daß auch überall geeignete Männer sind, die öffentlich Zeugniß ablegen können für die Sache der Arbeit, wenn sie nur wollen— der Muth der öffentlichen Rede aber entspringt nur aus der Ueberzeugung. Die Ueberzengung löset die Zunge und theilt sich so den anderen Männern der Arbeit mit. Und alle denjenigen begeisterten Lassalleanern, welchen die Gabe der öffentlichen Rede gebricht— welches reiche Feld der Agitation liegt vor ihnen. Bei der Arbeit in der Werkstätte, im Zusammen- Sehen mit anderen Arbeitern auf der Straße, im reundeSkreis«, in einem öffentlichen Lokale, da muß unabläsflg agitirt werden durch Wort und Schrift. Die weiteste und geordnete Vertheilung der Flug- schriftm, der Stimmzettel, welche Rührigkeit und Um- ficht erfordert dieselbe I So ist Arbeit in Hülle und Fülle vorhanden und freudig und willig muß dieselbe verrichtet werden. Die Arbeiter quälen und plagen sich Jahr ein, Jahr aus zum größten Theile für Andere; der Er- trag ihrer Arbeit wird ihnen von der Bourgeoisie genommen, iu zwei Theile«»theilt und der kleinste de« Arbeitern in Form d.< Lohnes zurückerstattet. Solche Ungerechtigkeit dieser„Th eiler" wird noch «'ltI9«mtinen mit ziemlichem Gleichmuth von der . etterklasse rrtragcn und die Arbeit wird geduldig immer wette, verrichtet. Die Arbeiter stud eben durch den Hunger, dusen großen Diener der Kapitalmacht, zur ferneren ungerechten Arbeit gezwungen. Aber sollten die Arbeiter nun nicht mindestens auch mit wahrer Freude die Arbeit der Agitation zur ReichStagSwahl verrichten, deren Früchte ihnen ein- zig und allein zufallen?! Nun, fie würden sich selbst iu'S Gesicht schlagen, sie würden gegen ihr eigenes Interesse, gegen daS Interesse ihrer Familien, ihrer Nachkommen, ihres Standes handeln, wenn fie irgend eine Anstrengung scheuten, die zum Siege verhelfen könnte. Und daS wollen sie doch wahrlich nicht! Des- halb werden die deutschen Arbeiter mit aller Kraft noch die kurze Zeit bis zu den nächsten Wahlen be« nutzen, sie werden bei der Wahl durch ihre Wahlfiege der Macht deS ausbeutenden Kapitals einen scharfen Hieb versetzen, fie werden nach der Wahl mit Stolz zurückblicken auf den Kampf, in welchem fie fich glänzend bewährten. Der 10. Januar 1874 wird ein denkwürdiger Tag sein in der Geschichte der deutschen Arbeiterbe wegnng; Lassalleaner, macht ihn durch Eure Anstren gungen auch zu einem ruhmreichen Tage. Politische Ueberstcht. Berlin, 3. Januar. Der deutsche Reichstag wird am 15. Februar zusammentreten. Die ReichStagSwahlen für Elsaß- Lothringen finde« erst den 1. Februar statt. In Darmstadt hat die Regierung zum Schutze der Arbeiter in Fabriken Maßregeln ergriffen, der wir eine gewisse Anerkennung nicht versagen können. Ein Lokalreglement ist nämlich mit Genehmigung de» Ministeriums erlassen worden, da» sämmtlichen, unmittelbar bei Maschinen beschäftigten Arbeitern wah- read der Arbeit knapp anschließende Oberkleider zu ttagm befiehlt. Ebenso ist ein Reskript angeordnet, au allen gefährlichen Punkten Geländer oder Draht» gitter, sowie in den ArbeitSräumen aller Art von dem Willen der Arbeiter unabhängige Ventilatoren anzubringen. So verlockend und für das Wohl der Arbeiter sorgend diese Anordnungen manchem Ohre auch klingen mögen, so bergen sie doch viel Unzu- läuglichkeitrn in sich. Erstens müssen die Arbeiter bisse Anzüge au« ihrer eigenen Tasche bezahlen, waS bei ihrem geringen Lohne eine nicht unbedeutende Ausgabe ist, und dann sollen noch obendrein die Ventilatoren, unabhängig von dem Willen der Ar- beiter" sein. EinS muß man jedoch iiz Betracht ziehen, daß nämlich hier ein, wenn auch nur unvoll- kommener Versuch zum Arbeiterschutze in Fabriken angestrebt wird. Allerdings hat eS mit einem ver- nünftigen Gesetze zum Schutze der Arbeiter für'S ganze deutsche Reich bei der jetzigen Volksvertretung noch gute Weile. Wir werden hierbei unwillkürlich an den Antrag des CentrumS im preußischen Abge» ordnetenhanse erinnert, wo auch die Herren Minister, um dem Anttage auszuweichen, die sämmtlichen Bor- lagen in den Reichstag hinüberschleppen wollten, der durch seine jetzigen Bestandtheile in der Sache sicher auch nichts gefördert hätte. Ein Gleiches läßt sich auch von dem Darmstädter Arbeiterschutzgesetz sagen. WaS Hilst eS dem Arbriterstande, wenn in einem Kleinstaate, wie Hessen- Darmstadt, solche überdies noch höchst unzureichende Arbeitergesetze erlassen wer- den, daS deutsche Parlament wird erst dann einmal dem Arbeiter nach allen Seiten hin seine Rechte sichern, wenn die genügende Anzahl von Sociallsten in dasselbe gewählt sein wird. In Frankreich hat das allgemeine Stimmrecht bei den letzten Nachwahlen fortwährend Resultate hervorgebracht, welche der jetzigen' Regierung und Majorität nicht» weniger als günstig sei. Auch hin- sichtlich der Gemeindewahlen haben dieselben ähnliche Erfahrungen gemacht. ES wird daher eine neue Beschränkung deS Wahlrechts geplant. Die direkte Wahl soll abgeschafft werden. Die Urwähler sollen Wahlmänner ernennen, und zwar nur solche, welche eine bestimmte Summe direkter Steuer zahlen, also Bourgeois sind, und diese Wahlmänner sollen dann den Abgeordneten wählen. Natürlich ist das ein voll- ständiges Vernichten des Wahlrechts, ein Manöver, nm social-demokratischen Arbeltern durch Mangel von Wahlmäunerr. das Durchbringen eines Kandidaten unmöglich zu machen.— Sehr interessant ist daher, wie die deutschen Parteien über dieses urtheilen. Und da finden wir denn, daß die liberale sowohl, wie die fortschrittliche, als auch die ultramontane Presse dieser Fälschung deS Wahlrechts laut zu- jubelt. Die„Bosfische Zeitung", also ein fort- schrittlicheS Blatt, schreibt über obigeS famose Projekt: E« soll hlttdurch etat B crsihauag oder Ausgleich zwischen dem allzemeincn abselmen Stimmrecht, wie es hier besteht, und de» Interessen de» Besitze«»»d der In- telligen» angebahnt werden. Und In disser Beziehung hat der«orfchlaz manche« für sich, besonder» bei einem Balte, da» zu sehr gewohnt Ist, seinen angenblicklichen Im- pulsen zu folgen.... Freilich, beide Projekte find de» Klais ensystrm»erwandt, dem die Franzosen seit Ludwig Philipp sehr abgeneigt geworden find. Aber e» Ist doch auch eine Frage, od nicht In gewissen Fällen durch da« allgemeine Glimmrecht eben- fall« eine Klassenherrschaft entsteht, Indem die»nsschlaggehrndc Majorität sehr wohl einer einzigen Klaffe«ngehdren und in diesem Sinne wählen kann.... Die„Bosfische" beweist durch letztere Phrase, baß fie nicht weiß, daß Klassenherrschaft ist, wenn eine Minorität die Mehrheit de« Volke» unterdrückt. Gleich dem FortschrittSblatte jubelt auch dir ultra- montane„Germama" über die WahlrechtSbefchrän» kuug. Mau höre ihre Pariser Korrespondenz: . Allewelt. Reichenbach i. Schl., 23. Dezember,(«ine ernste G mahuaug au die Parteigenossen de« Wahlkrclsii Reichenbach- Neurode.) Da fich die AoSfichte»< nnsercm Wahlkreise zum Durchdringen uuferr» Kandidat« Herrn August Kapell, sehr günstig gestaltet haben, so ftj ich mich veranlaßt, im Namen de« Wahlcomttö'» die er« Mahnung an alle Parteigenossen zn richten, jetzt ohne Rai und Rast den Kampf zu führen, denn die Entscheidung p° nahe bevor, wo der Fall eintreten kann, daß eine etnzii Stimme über den Steg entscheidet. Vor etwa vier Jaha wurde e« dem deutschen Lolke zu» heilige» Pflicht gemaä die Krüppel uuserer Mitbrllder zu vermehren uud da» Latt laub zu«crtheidige». E» wurde al» eiue Schande betracht wen» Jemand die Mordwaffe uicht gut führen konnte; aber gilt e«, für die höchsten Güter de» arbeitenden vold für Freiheit uud Brot, die friedliche Waffe de« allgemein gleichen und direkte» Wahlrecht« zu gebrauchen, und dr»h> muß e« etae größere Schaude sew, wen» durch eine N« läsfigkett de, Sieg in unserem Wahlkreise verloren gi> Borwärt»! für die Erlösung de» arbeitenbeu Volke«, di«! muß unser R-ujahte«gr»ß sein. An». Bandt Hamburg, 27. Dez.(Zur Reich»t»g«wahl.) Ö* gegangen ist ferner für die Parlamentlwahltasse vom 2.> 23. Dezember: Dmech Herrn Sarve, Tellersammlun« Gr.-Borstel 8 Mark 6 Schill. An« der Buckowstchen lif reufabrik, Stern straße, 27. 8. Durch Herrn Rothermuti Tellersammlung im Reiherstieg 6. 5. Durch Herrn W« vom Klub„Frühauf" 10.—. Durch Herrn Lewiu tt Malerverein 50.—. Durch Herrn Wagener ges. und J geliefert 7. 8. Durch Herrn Rümpel von de» Schiff«� merer» 200.—. Durch Herr» Spitzbarth von 2 Cigaw sabrikeu ges. und eingeliefert 30.—. Durch Herrn Stt, TeBerjammlmtg fa Horn 2. 7. Tellers- mmwu, auf' Veddel 2. 6j. Durch Herrn Jansen von Meyer'« Elgatt fabrtt, Sternstraße. 93. 13. Bon Herrn«reye ges. uo»' geliefert 2. 11. Bon Herr» Kuschkows'q 1. 4. Durch � Kotlamj)»,» Hrn. L. Egger« 8. Tellersammlun, «lkazar vou der«olttvers. am 11. Dezbr. 60. S. N Hnt. Zimmermann vou Hrn. Friebhelm 1. 4. Durch f Vum'ch«- Tellers, am 8. Dez. in der Bollovers, im Tivoli 48. 3. Bon Hrn. Hermann 1. 4. Durch Hrn. i d«- U-berschuß de, Balle» de« Tischler-(Schreiner.)«ei- 35',7'. Durch Hrn. Wilrvth au« de, Siebertz'iche»(Di rensabrik 3.—. Durch Hrn. Schwarten ges. ans der T lettverkstelle de, Herren Pock und Sp-ugeuberg 13. Durch Hrn. Krämer, Tellers, am 14. Dezbr. in Sl.-S«' 6. 11. Durch H»u. Köster vom Hamburger Schnhm.-s" KX).— Durch Hrn. Burmester, Tellers tu«othenbi» ort. am 16. De,. 36. 2. Durch Hrn. B-rtel, von R» Tischlerwerkstclle 13. 8. Durch Hrn. Hofimauu ges. tt L-uensteiu'scheu Fabrtt 2.—. Bon der Eigarrcusadrik f und Putscht- 12. 8. Durch Hrn. Flügge von dcm Ba»' Maschiuenschlosservercln 100.—. Durch Hrn. Mühlh« von der Jlguer'scheu Eigarrensabrik 10. Ib. Durch( Mühlhausen vou einem Ungenauvteu—. 10. Durch j Fick in der Preuzlau'scheu Eigarrensabrik 6. 5. Durch Garve, Tellers, in Eppendorf am 23. Dez. 5. 12. 3 Hrn. Riedel vom Bildhauerdnud 46. 7. Tellers, im ist iu der L»lk«vers. am 18. Dez. 33. 91. Durch Hrn. fl sou ges. in der Werkstelle vou I. D. Schacht uud<1 5. 14. Durch Hrn. I Müller au« der Miller'jcheu(s reufabrik 6.—. Durch Hrn. Borchel» ges. iu dem ZV de, Hoseuarbeiter von Ladage uud Oehtke 17. 10» Hrn. Denker vom Eigarreuktstenmachervereiu 25—.* Hrn. Götze vom Gypservcretu 50.—. Durch Herrn I manu vom Allgem. Böttcher-(Küper-) Berew 62. 8.. Unterzeichuele ersucht die in Zirkulatton fich befind« Sammrlbogeu cwzuliefeen, welche sodann sömmtlich tii> Social-Demokrat qnittirt werden. W. I. Nagel, erster«asstrer. Taabenstr. 2. St.< An freiwillige» Beiträgen sind feruer ei gangen:») für Gemaßregelte: durch Heide. Berlin. »alifh— 10.—. und—. 5.— Hain,—. h. Psaue—. 9. 6.; b) zur Agitation: A. Btiebuug, 4.—.—.; c) zum Wa lfond«: durch Muntwitz, V 5.—.—.; Ritter'sche Eigarrensabrik, Leipzig, 1. b. b.;z mann I., Berlin, 1 22. 6.; Ed. Elms, tu Mittweiba 2. Gerke, London, von den Mitgliedern zn New. Ehar* —.—.; b. Solomon iu Lirndaum 1. 12. 6.; i London, ArbeitabllbnugSvereiu 15.—.— d. Gesundbrunnen,—. 10.— Meyer, Berlin, 3. 12. 6.; HSiner, Berlin, 1. 20.— Weber, Berlin, 1.—-— Sfndojtl, Oldenburg, 1. IS.—«üigmaan L, verli», 1. 20.— d. Kapell, Mitgld. Ziunnrerb. Marieubmg. 4. 2. k.; E. Böhmer, i!öb»u, ges. van mehreren Tigarreuar». 1. 4.— Tiamar S«Mp f. Lüdderdeich 1. 24.— Becker, Berlin, gel. am 22./12. 1. 26. 6.; Peterd, Oranienburg, 2. 29. 6.; Thieme, ffriedrichahagen, 5.—.—. u. 5.14. 6.; Mark, Rüdersdorf, 11. 6. 6.; Malchau, Berlin, Kasse de« TischlervereinZ f. Barmen-Elberf-l» 50.—.—.; A. Merkel, Berlin, 1.—.— ei» Arbeiter Zehdenick—. 10.— TiSmcr, Weffelburen, 5.—.—•! R Wiedemunn, SSrlitz Mitglied., 4. 7.— Iah. Spitt, MeiSschendarf, Rttzl. ges. 6. 10. 9.; Schulte, Gelsenkirchea Mitgl. 8.—.— Riesel, Reurade, Mitgl.. 1.—— F Schmidt, L:mb«g a. S., 2 23.— Th. Schönberg, Reusalz i. H., 6.—.—._ Litoua, 28. Dez. Aller Wayrscheiulichtett nach»ird hier ein Strike unter de» Farmern»nlbrechen auf der Eisengießerei der Herren R. K. u. Camp,»egcu ungebührlicher Behand- lung»au Seite» der Herren Arbettzebcr; es wird deshalb dringend vor Zuzug gewarnt. Näherer Bericht falgt. O. Reimer. Sprechsaal. Wie der Rechtsstaut Preußen für feine Javalideu sargt. Im böhmischen Feldzagt von 1866 hatte sich der bei der 8. Kampagnie de« 4. Thllririgischen Jafuutrrie'Reg. Rr. 72 stehende Gefreite Raberr Kötteritlch an» Raumbmg a. d. S. durch die Strapazen de« Marsche» ein chroulsch-rheumattsche« Fußleid in zugezogen, da» ihn bald nach Bceudignua de» Kriege« auf'» Krankenlager warf und»allstäudlg erwerbsunfähig machte. Seit der Zeit find 6 Jahre vergangen; da» Fnßletdm hat fich unter den sürcht-rltchftcn Schmerzen fartwihreud gefiel- gert und den unbemittelten Mann zum eleuden Krüppel ge- macht. Die Gelenke find»etettert und der Arme, der bisher »au dem geringen Vermögen seiue« Vaters, eine» unbemittelten Handwerker», gelebt, da» aber auch jetzt vollstiiudig aufgezehrt, ficht fich über lang und kurz dem Verhungern preisgegeben, da alle Versuche, seine Jnvalidenpenfioa zu erhalten, fehl ge« schlagen find. Sswshl die Abtheiluug im Berliner Krieg»- oelnisterlllm für da« Jnvalibeuwescu hat vom 19. März 1872 auf das PeustouSgefach ablehnend geantwortet, al« auch der VezirkStommaadeur und Oberfilicuteuaut z. D. von Brau- denftein zu Naumburg». d. Saale. Obwohl durch ärztliche Untersuchung de« Regiment»«»«-» vr. Moritz die Kraukheit al» unheilbar und überaus schmerzlich erklärt, Ist doch bi« jetzt keine Unterstützung dem Invaliden zugefichert worden, ja sogar in den beiden Erlassen, dem mluisterielleu uad dem de» Regiment»!R?. 72, w!e wir schon bemerkten, ein für all« Mal da» Pcufionlgesuch für unerstlllba, zurückgewlescu.— E» ist nun leicht möglich,»aß die Behörden nach dem Gesetze gar nicht ander« entscheiden konnten, doch ist e« dann um so dringender geboten, da» Gesch selbst zu ändern. Ulbc» zwölfhnndert Millloneu Thaler haben die deutschen Regierimgen al» Arieg«n>tschidignng vou Frankreich erhalten, über zwanzig Millionen Thalce worden für Geschenke au Offiziere und Minister, wie für Kadettcnhäuser bewilligt, aber für solch einen unglücklichen Menschen ist nicht» abgefallen. Und trotzdem solche Vorfälle tagtäglich vor unseren Augen Sh abspiegeln, trotzdem der Jammer und da« Elend unter m arbeitendeu Volke mehr und mehr zunehmen, trotzdem schläft doch ein großer Theil unsere» Volke«»och immer und betrachtet mit fast kindischer Freube die blanteu Helme, die geputzte» Gewehre und die bunten Ricke. Wann wird denn endlich da» gesammre arbettcude Volk unter Lassalle'« Banner fich schaareu und Mit vereinte» Kräf- tm durch andere Gesetze solchen Zuständen ein Ende macheu. __ S. S. Berlin, 30. Dezember. Seit längerer Zeit bestanden Differenzen zwischem dem Ber«»llung»rath und den Mitgliedern der Raschinenbau- arbeiterkranken- und Sterbekassc. Neulich Ist ein Mitglied aedachlkr Kasse, Namen« F. Weimauu, hinsichtlich der Au»« legung de» ß 3 der Statuten mit dem LerwaltungSrath iu so arge MeinungSverschledeuheiteu gerathen, daß er fich ver- anlaßt fand, de» BcrwallungSralh zu verklagen. Bon vielen Seiten wird auch über die schlechte vehandloug der MItglie« der der Kasse, wenn dieselben iu einer Beschwerdeangelegeu- heit mit dem Bcr«altnng»rath zu sprechen habe», Klage ge« füh«. Nachdem nämlich der Vorgeladene von einem an der «ingaugSthür postirteu Kassenbeamteu nach Namen und Be- >ehr gefragt ist, erfolgt»er Aufruf; alsdaun trtte der Arbei- ter vor den Verwaltungtrath, von welchem ihm der Urlheils- 1? mJJ't"k», ohne daß er gehört worden Ist und die Gründe seiner Beschwerde vorgeoracht hat. Zu seiner «ertheidigung darf»er BeKessende nicht» vorbringen, sondern e« pasfirt häufig,»aß der«erwaltnngSrath die Arbetter noch mit höhnischen»orten zurückweist, ohne ihren«e- schwerdegrun» gehört zu haben, wie da« einem Mitgliede der Kasse pasfirte, denn al» er eintrat, wurde er vou dem Bne- wattnogsrath mit dem hlhnischen Ausruf c„Jetzt kommt der RechtSauwall!" begrüßt. Der Grund dieser Behaudlung»- weise ist lediglich iu der Unfähigkeit der Mitglieder de« Ver- waltungSrath» zu finden, von denen keine« lurifiisch gebildet ist; ja e« giebt ein dem Unterzeichneten persönlich bekannte« Mitglied, welche« nicht im Staude Ist, die Worte„Friedrich-, „Rheinsbergsstraße" richtig zu schreiben. Durch solche Leute tinucn dann selbstverständlich Unzoträglichketten mit den Mtt- 5!,» 2n k,r äiasse nicht vermieden»erden. E« muß aber -., �'strebe, eine» j-den Mitgliede« sein, diese Angelegen- hert auf l-,.lem Wege ,, regeln. F.»eimaun. Vermjfchtes. *(Ein schreckliche» Arbeiterunglück) ereignete fich am 18. Dezember Themnitz. Vormittag» kurz nach zehn Uhr ist nämlich da»©sWölbe de, Sihrkcllcr, der im Bau begriffenen, auf Alteudorfer Flur gelegenen SozictätSbraoerei eingestürzt und wurden hierbei 13 Arbeiter verletzt. Einer derselben erlag den erlittenen Verletzungen schon nach einer Stunde, 9 ttan»p»rllrte man nach dem städtischen Krauken- Hause und die übrige» 3 erlitten so unbedeutende Verletzuu- gen, daß 2 aus dem Bau verblieben, während de» dritte in seine Wohnung gebracht werden konnte. Bon den 9 nach dem Krankenhaose traniportirtin Arbetteru wurden 2«ach beendeter Untersuchung resp. Verbindung wieder nttlaffeu, s, daß daselbst nur 7 Arbeiter, d Maurer und 2 Arbeiterinnen� verblieben. Die Uittersnchnug ist berett« hierüber im Gange und e« liegt offenbar Fahrlässtgkeit der Unternehmer vor. *(Berliner Bourgeois-Humanität.) Unlängst hatte der Arbetter Herr Friedericks da« Unglück, während seiner Arbett i» der Pallffadcustraße von einem Balken am Finger erheblich gequetscht zu«erden, so daß er sogleich ge- nöthigt war, die Arbeit einzustellen. Nachdem die Hand so« »ett geheilt war, dag Herr Friedrick« wieder auf dem Bau- platze erscheinen konnte, wurde ihm diejArbeit von Seiten de« Arbettgebne« ohne Grund verweigert. O, du humane Boorgeoifieill *(Zwei Inseln.) Unter dieser Ueberschrift bringen die „Dt«»cn" folgende» hübsche Gedicht: Kennst Du die Insel, wo Oliven blühn, Im dunkeln Laub die Kol». Orangen glühu. An üpp'geu Weingelände» iu der Gloth Der Gonue quillt der Traube edle» Blut, Kcnnst Du fie wohl? Dahin! Dahin Muß jetzt vazalae, der arme Marschall» zlehn. Kennst Du die Insel, wo die schwarze Pest Kein Wesen athme» und gedeihen läßt, Wo jede Kraft erdarmung«!»« verdirbt Und alle« Leben langsam krankt und stirbt, Kennst Du fie wohl? Dahin I Dahin Mußt' ohne Gnad' de» Eommouard einst zieh». *(Herrn Nathan Schlesinger), dem Freunde nnd Gefinuougfgcnosscn de« Herrn Dr. Max Hirsch, ist fol- gende interessante Geschichte pasfirt. Die„R. Mg. Ztg." erzählt nämlich:„In der letzten Sitzung de« Berliner Ar« beitervereiu« spielt! fich eine humoristische Gceue ab. Der durch sein excentrische« Wesen bekannte Versammlung»- rhttor, Herr Nathan Sckilcfinger, tat nämlich am Schlüsse der Sitzung um da» Wnrt und begann folgende Rede: „Reine Herren, ich muß fie um Entschuldigung bitten, daß man mich in den letzten Sitzungen so sehr vermißt hat."— „Ich muß dem Herr» Redner bemerken," unterbrach ihn der Vorsitzende,„daß de, Vorstand den Herrn durchaus nicht vermißt bat."—„Ja, aber die v-rsammlong kann mich doch vermißt haben," replizirte»er R-vner.—„Ja, dann muß ich die Versammlung darüber befragen. Diejenigen, welche Herrn Schlesinger i» den letzten Sitzungen vermißt habe», bitte ich, die Hand zv erheben." Keine Hand rührt fich, riefe Stille herrscht einen Moment im Saale, aber gleich daranf brach ein homerische« Gelichter lo«, unter bestem Schutz Herr Schlesinger de» Saal verläßt." Nathan gerirt fich auch be- kanullich al» ein großer Socialisteufresser; doch find unsere Frennde gegen diesen barmloseu Komiker durchweg sehr günstig gestimmt, da er auch Ihne» manche heitere Gwnde durch sein Auftreten tu Berlin schafft.— Wir bringe» obigen Borfall auch nur, um zu zeigen, welche herrlichen Vertreter die Gewerkverewe haben; vnse m Rixche» gewinnt man ver- möge seine» ungeheuren Zorn« auch meifieutheil» die ko- mische Sette ad. *(Ein königliche« Amüsement) fand dem Briefe eines deutschen Kaufmannes Iu Honolulu zufolge auf den GandwItb Jnsela statt. Der Kaufmann schreibt: Kürzlich hatten wir einen Ball Im Palaste unsere« König» Luualll» I. Er ist mein Freund. Als er noch Kronprinz war, pumpte er mich um zwci Dollars an, nur auf einen Tag, wie er sagte. Al« ich ihn ein Jahr später traf, erinnerte ich ihn an seine Schuld: aber er sagte mir, ich sollte warten, bis er König sein würde, wiewohl seine Anlfichten damal«»och schlecht waren. Jetzt ader ist er König, und ich habe ihm ganz in de« Stille die zwei Dollar« geschenkt. Der besagte Ball, den König Luualil» zu Ehren de« englischen Admiral« gab. war seh, hübsch. Der König betrank fich von allen Gästen zuerst, dann thaten e« die Musikanten, hernach die Gäste, und schließlich hatte auch ich einen kleinen Rausch. Ich sah, wie ein junger Marktoffizier mtt einem Mädchen von Honolulu sich'« auf dem königlichen Throusessel bequem machte, während der König und die Königin Emma zu sei« Neu Füßen saßen. Darauf nahm der König eine Trommel, ging im Saale umher und schlug den Zapfenstreich. Später begannen die Mnfikanten, sich in der echten Manier Johu Bull'« zu prügeln und nicht einmal de, Admiral konnte fie anSeinander dringen. Alle« da» geschah auf dem Hofballl Aber, wie man hört, vergnügte fich unser König ganz vor- trefflich, zumal trotz der großcn Getrinkevertllgung ein be- trächtltche« Rest von Getränken für ihn übrig blieb. Ob er allein mtt d'nselbeu fertig wurde, weiß ich nicht; aber, wie man hört, ist er in den zwei Woche» nach dem Balle nicht Nüchtern geworden, wiewohl er einen gehörigen Stiefel»er- tragen kann. Im Uebrigeu ist König Lunaliuo ein auter Kerl, und namentlich ist er ein guter Freund der Deutsche» — vielleicht auch de«halb, well wir ihn so oft traktirtw, al« er noch Prinz war. Er hat sogar einige deutsche Lieder ge- lernt, die er nicht so Übel fingt, ,. B.„Wenn die Schwalben heimwart« zieh'»",„Grad' au« dem WirthhauS"-c.— Die Saudwich-Juselu find jedenfalls in der Beziehung ein glück- liche» Land, daß e« nicht allzu scharf dort mtt MajcstitSbe« leidlguug«kl»geu genommen zu werten scheint. *(ein absonderlicher Vorfall) macht in der au»- ländischen Presse große« Auffeheu, da er, wenn begründet, eine Riederlaze de« Fürsten Bismarck auf dtplomatischrm Gebiete verzeichnet. Der Reichskanzler, welcher feit langer Zett wünsche, baß die deutsche Sprache tüostl-HK zur diplomatischen GeschästSspeache gemacht werde, heißt e«, habe bei den auswärtige» Mächten einen dle«be,ügllch« Antrag ge« stellt und darauf dem Fürsten Gortschakoff eine Note In»eut- scher Sprache übersaudt- De, russische StaatSmanu sei mtt diesem Borschlage durch«»» nicht elnverstaudeu gewesen und habe nicht in dcutscher, sondern in russischer Spracht geaut- worikt. Da Bismarck nicht russisch verstehe, sei man ans dem «nSwärtigen Amte in Berlin in große«erleaenhett gerathen und hade zu einem Uedcrsctzer schicke» müssen, lieber deu Mißerfolg diese« Versuche«, schreibt„Sallgnanl" auf Grund von MIttheiluogeu der Berliner OppafitiouSblätter, sei Fürst Bismarck iebr irritlri geweftn.__ H. Schulze iu München. Betrag für Schriften 1 Thlr. 27 Sgr. Von P et er« Hagen ist eine Liste, aber ohne Angabe einer bestimmten Adresse, eingegangen. Bitte daher um«llSkuuft. Derossi. Die Bevollmächtigten von Hamburg uo» Berlin werten drkgend«sucht, mir umgehend p» Kreuzband die Statuten dt« S- lasier- und Maschineubauarbeitttverelii« zuzuschicken. Richter, Hann»»«, vallhofstraßc 7.- zeichneten gefälligst schnell mttthellen zu wollen Hasenkrug, Calbe a. S. Tigarrenarbeitcr H. Ohrt au« Altona»ird aufgefordert, seine Angelegenhett in Telle zu ordnen. H. Wichtendahl, Blumlage 49. Lieb« Zwiebl«, ich bitte um Beantwortung meine« letzten Briefes. Ernst Haffe. Die Annoncen für Nr. 150 vom Sonntag, den 23. df»� au« Ottensen, Teltow, Hamburg(Böttcher) find zu spät hie» riugegaugeu. Den Leser de«„Neuen Social-Demokrat" iu Bückeburg bittet freundlich um seiue Adresse L. Domeier, Bauhofstraße 462 v., Minden. Die Annoncen vou O«uabrück, Bochum, Altona, Ham- bürg, Bremen, Essen, Harburg, Hamburgu.: Bortrag___________ Für Gttlin Gesaugverein„Brüderlichkeit�. UebuNgSstuuee Ctomtllo, den 4. Iaruar, Vorm. 16 USt, Ratdhumstr. 2. Wichtigkeit halber Alle am Platze. Der Vorstand. Nlii'rti«» Wir sagen allen freundlichen Gebern, die un« zu der WeihuachtSbeschecrung so reiflich unterstützt haben, unfern »ärmsten Dank. Der Vorstand de« Arbnterfranen- und Mädchenoerein«. K«r Qamitntft. Oeffentliche Arbeiterversammlung Tieoftag, den ö. Januar,«deodS 8t tU>e, in Tütge'S Etablissement. Tagesordnung: Besprechung über die Orgauisatioa am Wahltage. Alle Mitglieder de» Arbeitervercln», der Gemerkschasteu und alle Diejenigen, welche sich am Tage der Wahl dem WahlcomitS zur Bersügung stellen«ollen, müssen ia dieser Versammlung erscheine». Die Parteigenossen müssen siir Verbreitung Sorge trageu. ___ Da» Wadl-OrganisatioaScomite. Küv Generalversammlung der Kranken- und Sterbekasse Nr. 435 der Zim- merer Hamburgs Sonntag, den lt. Januar, Vormittags 9 Uhr, auf der ZImmerrrh-rberge, Spitalerstr. IL. TageSordu.: 1) Jahresabrechnung. 2) Wahl eine« Aas« gas. 3) Schalt de» Boten. 4) Innere Augel�enheit�dcr Für Hamburg. Oeffentliche Versammlung der Malergehülfen Montag, den 5. Jan., AdendS 8 Uhr. im SchlachtcramthanS, Stlachterstr. 44. TageSordn.: Wie»rganifiren wir»nS zu der Reichstag»« »ahl? Ich bitte um die weiteste Verbreitung. E» thnt Roth, »aß Keiner fehle._ Levim Für Hamburg Oeffentliche Versammln«, der Klempner nuo verw. verufsgeuosseu Montag, den 5. Jan., UdendS 8t Uhr, in Tütge'S Salon, Balentinskamv 41. TageSordn.: Sesetze>;» Schutz uud Schaden der Ar« heiter. Unsere Organisation._ Der Bevollm. Für Hamburg. Oeffentliche Versammlung des Hamburger Sttaßeubau-Arbeiter-BereiuS Sonntag, den 4. Jan., AdendS 5 lldr, im„Sandwirth Hoser" an der Eppendorfer Thanssee. TageSord:.: Der 10. Januar 1874. __ Der Bevollm. Aug. Pflugradt. Für Hamburg. Geueralversammlung sämmtlicher Gypser Hamburg-Altona'S und der Umgegend Montag, dea 5. Jan., AdendS 7t Uhr, im Salon zum Roland, 1. Jakobstraße IS. TageSordn.: Unsere Akkordpreise zum Frühjahre. Ich erwarte, daß Keiner fehlt._ H. Sitz. Für Hambura. sämmtlicher Tischler, Stuhlmacher und Jnstrumentenmacher den 5. Januar, Abend» 8t Uhr, ia Tütge'S Salon, BalentiuSkamp 41. TageSordn.: 1) Abrechnung de, gesammelten Sttike, Unterstützungsgelder. 2) Die ReichStagSwahl am 10. Januar. NB. Die Werkstellen-Agitation ist hierzu nothwendig. _________ W. Harber. Kur Altona. Oeffentliche Schneiderversammlung Dienstag, de» ö. Jan., A»e»d» 8Uhr, in Wittmaack'« Salon. TageSordn.: De, 10. Januar._ I A. L. Rast. Für SUtvua. Liedertafel Victoria. ui.m Großes Vokal- u. Jnstrumental-Concert nebst Ball Montag, den 5. Januar, in KoPPelmanu'S Salon, Gr. Rosenstraße. Der Reinertrag ist zur ParlameutSwahlkasse bestimmt. Saalöffnung 7 Uhr. Anfang präzise 8 Uhr. Karten a 4 Schill., gültig für einen Herrn nebst Dame, Cid im obigen Lokal, in den Versammlungen, sowie auf den kannten Stellm zu haben. Zur Ausführung kommt: 1) Der Nachtwächter, Posse w 1 Att von LSoer. 2) Der Weihnachtsabend eines penfionirten Hambmger Nachtwächters, Lebinsbild mit Gesang in 1 Akt von Krüger. Alle Parleigenoflen find eingeladen. Das Festcomlts. Generalversammlung Freitag, de» 9. Januar, Abeuds 7 Uhr. TageSordn.: 1) Abrechnung. 2) Vorstandswahl. 3) Bo- tenwahl.— Alle Mitglieder müssen erscheinen. Sraiizchen fiir sßnrtcintnoffe* jeden Montag Abend Wollanckstraße 12. Um zahlreiche» Erscheinen ersucht H. Ueberscheez. Kür Berlin. ALzem. deutsch. Maurer- und Stemhauer-Baew. Oes f tätliche Mitgliedern ersammlingea Montag Abend, Thorstraße 12. Bortrag. Dienstag Abend, Mantevffelstr. 90. Boitrag. Mittwoch Abend, Küstrinerplatz. Bortrag. ____ Grotttau. Für Wandsbeck. Teneralversammlung de» Btaurer« uud Zimmerer- Bereins Mittwoch, de» 7. Januar, Abend? 8 Uhr, im Lokale de« He-ru LageMana, Kampstr. S2. Tageeordu.: Die bevorßebcnde R-ichktagt»ahl. Pflicht ist, daß alle Mitglikder crscheineu S t» ck h ause u. Schröder, Bevollm. Für Hannover. Gesiblolsene Mitgliederversammlung Mittwoch, de» 7. Ja»»ar, LbenbS 8 Uhr. im großen Saa'e de» Ballhofek. Tagesordnung: Sehr Wichtiges. Der Bevollm. H. Rudolph. Ich ersnche alle Di>jeaigcn, welche noch RScksiäade an Anaoacengebühren z« zahle» haben, dieselben sofort an den Unterzeichneten einzuliefera, da sie sonst nicht ans Annahme fernerer Annoncen r,chncu können. H. R»d»lph, Ne»rft»«ßt 10. Für Hannover. Arbeiterstaueu- uud Mdcheu-Bernu. Geschlossene Mitglieder- Bersam«luug Mittwoch, den 7. Januar, Abcud« 8 Uhr, Im Lokale von Mathe», Neucstr. 43. Mitglieder werden ersucht, alle am Platze z» sein. Karten müssen vorgezeigt»erden. Kür Effe«. E-mit�-Sitzuug Montag, de» 5. Januar, Aorub» Uhr, Dtattiag, den L. Januar, Morg. 11 Uhr, Mittwoch, Donaerstag«od Freitag,«bend» 8h Uhr, im Lokale de» Herrn Leber, Grabeustraßc. E» ist Psttcht aller Mitglicber, pünktlich am Platzt z» sein. Fr. Rcmpe, Borfitzender. « 48, 2 Treppen, bei Nücke. Kür Barme«. Große.Volksversammlung Montag, den 5. Jan., Abend» 8 Uhr, im Lokale de» Herrn Thei«, Schützrnhallc. TageSordn.: Kandidatenrebe de« Ardeltcrkandidateu W. Hasselmaau an» Berlin. Um weiteste Berbreituag bittet Für da» Tomilö: Mann. Für Düffeldorf. Volksversammlung Dienstag, de» S. Jan.,«bendS 7 Uhr, im Lokale de« Herrn Worringen, am Wehrhahnen, TageSotb».: Da« Wahlprogramm der social-demokrati- scheu Arbeiterpartei und die bevorstehenden ReichStagSwahleu. Referent: Her, Aug. HSrig an» Hambmg. Säwmtliche Patteigcnosseu müssen unbebingt am Platzt fein. Da« Arbeiterwahlcomiti: Bosse. Kür Frankfurt a. M. Große öffentliche Wählerversammluug Montag,»« 5. Jan., Abend» 8} Uhr, im Bereiuslokal bei Herrn Becker, auf der ZrU 47, auch Eingang vom Holzgraben 20. TageSorb».: Die ReichStagSwahl., Alle übrigen Versammlungen, welche bi« zu» Reichstag»« Wahl noch stattsiude», werben, Im Fall die Zeit zum llinoiz« ciren zu kurz sein tollte, durch Plakate bekannt gemacht. Die Mitglieder müssen jeden Abend am Platze sew. _____ Da» Arbeiter-WohlcomitS. Für Frankfurt a. M. Große Volksversammlung Dienstag, den 6. Jan., Abend» 8 Uhr, im Saale de» BolkSgarten». TageSordn.: Die ReichStagSwahl. ________ Da« WahlcomitS. Für den Wahlkreis �stcribach Dieburg. Die Projekt, tte Kür Oldesloe. Große Wählerversammlung Mittwoch, de» 7. Jan. Abend» 7 Uhr, im Lokale£>'» Gostwirtho Mau. TageSordn.: Die Rrich-'azSwahl. Referent: W. Hasen» clever, Acbeilerkandivat für den 3. SchleSwig-Holsicinscha Wahlkreis.______ O. Reimer. Wandsbeck,„«Ä""' Boiksversammlung im Lokalc des Herr» Lageman«. Tagccordn.: Da« Volk und dessen Rüstaug»ur Reich«- tagswahl.____ I. Laffereuz. Für Berlin. Die Hlllfswahlmisner de« 5. Wahlkreise««erden zu einet Besprechilua am Mittwoch, den 7. Januar, Abend» 8 Uhr, im Lokale Pre-zlanerstraß- 12, eiug-ladea._____ wittstock. Für Ottensen. P-Ittlat�osseu, welche in de. Lage sind, die Lrbelterpardt durch freiwillige Darl-h-n zu unterstützen, werden dringen» ersucht, ihre Adressen de m Uaterzelchuetc, ci-zarciche». __ F. H-erhold,«l. Reiustr. 4. Für Ottensen. Parteigenosse«, welche»och Gelder zur Parlamentswahl lasse haben, werdeu ersucht, dieseldcu sofort au Hru. D. Sistc, Vabreufelderstr. 228,«dzuliefcrn. Zugleich wird gebeten, fvviel wie miglich mit der Beisteuer zu» Kasse noch fortzo- fahren, damit wir unser Ziel»ogstiodlg erreichen. _ I. A. de« Ardeitcr-Wahl-Dowils'»: F. Heerhold. Für«i-l. Den Parttigeuosst» die ergebene Anzeige, daß ich ein Kigarreu-HeslpLft, Sraßer Suhberg 41, rriffnet habe, und bitte um geneigte» Zuspruch. A«g»ft Kahl, Tigarreumacher. der Ortschofteu kann nicht stattstudeo, indem Herr I. Stürtz zu sehr mit Agitattvu beschästigt Ist. �®a4 Wahlcomttö. I. A.: Eh. Bauer. v geistert, mit aller Kraft bei der Wahl für ihn wirken wollen. Die auf Sonnabend für Stuhr ort angesetz'c Versammlung und dl» ans Sonntag I» Duiiöbnrg und Stockum abge» halteneu Versammlung� waren hingegen äußerst zahlreich be< sucht und legten Zeugniß ab für den guten Geist, der fich In de» hiesigen Arbelterdevölkeriing befindet. In Sterkrade Inste am Montag der itberwachendc GcnSd'arm eine große Volksversammlung auf gerade zum Schlüsse der Hasenclever« scheu Rede, Indem er In seiner polizeilichen Weisheit meinte, die Besprechung de« Wahlgesetze« gehärc nicht zur „Arbeiterpartei." Da« Volk trenute sich unter stlirmi« scheu Hochrufen aus Hasenclever. Der H-rr GeuSd'arm hat uns durch seine ungesetzliche und so köstlich motivitte Auf- lösuug mehrere Hundert Stimmen bei der Wahl verschafft: er hat ohne Besoldmig von uuserer Seite sehr brav für uu» durch jene Auflösung agitirt. Die Arbeiter find voll Ber- trauen aus den Sieg. Das Arbellcr-WahlcomitS. Liibtck, 16. Dezember.(Zur Wahl.) Am Sonntag, den 14. Dezember, fand die Billsversammiuug statt, in wel« cher Herr Hartmann seine Kandidatenrede hielt und welche für Lübeck von große, Wichtigkeit ist. Wir geben daher den wahrheitsgetreuen Bericht der„Lübecker Zeltung" wieder. Derselbe lautet: „Die gestrige große Volksversammlung, deren TageSord- nnng„Der 16. Januar 1674" bildete, und zu der man mit dem kategorischen Imperativ:„Alle Arbelt r und Bürger müssen präzise erscheinen", ciugeladcn hatte, war so stark dc- sucht, daß der dafür gewählte Saal der„Deutschen Reichs- halle" vollständig gestillt wurde. Nachdem der Vorsitzende, Heer Alv. Joschenueck, die Versammlung für eröfsuet erklärt, begann sofort der von den Social-Demokrai-u für Lübeck als Vertreter im Reichstag bestimmte Herr W. Hartmann au» Hamburg seine Kandidatenrede. Derselbe wendete sich zu- nächst gegen da» Schreckbild, welches man der übrigen Welt von den Plänen und dem Thun der Socialdemokratcn»ormale, während sie die„Berthcldiger der neueu Rechtsgrundsätzc" mit Ihrem richtigen Namen genannt zu werden verdienten, gab dann einen historischen Ueberblick, wie fich die mensch- licheu RechtSanschauungen und Institutionen vom Sclaven- thum der alten Zeit bis zu den heutigen Zuständen stet« und stet« weiter entwickelt hätten und gelangte dann znm eigent- lichcn Kern und Thema seine« Vortrag«:„Was im Reichs- tag für da» Volk zu thun sei", und stellte in dieser Hinficht folgende Forderunge» auf: 1) Allgemeines direktes Wahlrecht, beginnend mit dem 20. Lebensjahre, nicht nur für den Reichs- tag, sondern für Landtag«-, communale ,c. Wahlen. Da» gegenwärtige Wahlgesetz für den Reichstag bezeichnete Redner als ein Geschenk des„Reaktionärsten aller Reaktionäre", de» Fürsten Bismarck, der da« scheinbar liberale und direkte Wahlrecht(durch NIchtbewilligung von DIäteu:c.) so ver- Nausulirte, daß doch nur die rcicheu grundbefitzendcn Klaffen S-wählt werden konnten, und die Arbeiter, da» Volk, au»ge« hlosscn bleibt. 2) Freie« Volksschulwesen. Die Schulen müßten so eingerichtet werden, daß jedes jilnd sich eiue uni- verselle Bildung von dem untersten Unterricht bis zur Uni- verfität aneignen könne, und nicht für ein bestimmte« Hand- werk nur mit dem dürftigsten Unterricht ausgestattet und dressirt werde; die Schullehrcr seien ebenso, ja noch wichtigere Personen, wie Generale, und e« dürfe nicht mehr vorkommen, daß dieselben so schlecht bezahlt würden, daß in Preußen gegenwärtig 4000 Schullehrerstcllen vacant seien, weil fich Niemand für die Hungerämter fände.„Lassen Sie lieber die Generale hungern und Machen Sie d,e Lehrer satt", schließt Redner diesen Punkt. 3) Allgemeines Verein«- und Versammlungsrecht, damit dieselben nicht mehr, wie zahlreiche Beispiel« au« der Gegenwart beweisen, von der Willkür und GesetzcSunkenntnIß d-s Staatsanwalt», von Polizeibeamtcll abhängig wären. 4) Diäten für die Rcichslazsabgeordneten. o) Der Reichstag muß nicht mir eine bcrathende, sonbern auch eine beschließende Stimme haben; er soll eine Bertre- tuna sein, deren Willen um jeden Preis durchgesetzt werden müsse, wobei Redner al« Beispiel auf die gegenwärtige fran« zöfische Nationalversammlung hinweist, deren Beschlüsseu un- bedingte Geltung verschafft werde. Daß die obersten Gewalt- Haber entgegen den Beschlüssen de» gegenwärtigen deutschen Reichstags doch thäten, wa« sie wollten, kommt nach der Ansicht de« Redners eben daher, daß dieser nicht als der Repräsentant de» ganzen Volke« angesehen werde; stehe aber endlich einmal diese» hinter ihm(«a» bei der Einführung de» allgemeinen direkten Wahlrecht» der Fall sein werde), dann werde selbst Kaiser Wilhelm mit Freuden die Beschlüsse de» Reichstag« ausführen lassen. Als sechsten Punkt stellte der Kandidat, Herr Hartmann, die Abschaffung de» Institut» d-r stegendm Heere, die nur«ine Schutzmauer der gegen- wartigrn Gewalthaber seien, und dafür Einführung der Bolkeheere. Den Einwurf, daß ein Staat all-in nicht sein stehende« Heer abschössen könne, wenn er sich nicht der Gefahr aussetzen wolle, al« Wehrlose« dann von Anderen überfallen zu werden, sucht Redner dadurch zu widerlegen, daß mau durch die Gesandten und Botschafter, welche jetzt hauptsächlich nur bei Hoffestlich leiten und� Föten Verwendung fänden, mit den anderen Staaten«ertrage-bschllcßei', damit die stehen- d-u Heere von der ganzen Welt verschwänden; dann würdc der junge Soldat nicht durch den dreijährigen Dienst so lange seine, bürgerlichen Beschäftigung entzogen werden, das uoth- wendige Excrcltlum, da» jetzt dem Retrsteu erst mühselig eingedrillt werden müsse, würde dadurch ersetzt, daß schon in den Unterricht der Jugend militärische» Turmn und Ueben mitaufgenommeu würde; dann bekäme man ein Volksheer, wie die Schweiz e« besitze. Die Liebe zum Vaterland sei nur In solchen zu ganzer Kraft ausgeprägt und würde da« ganze Volk so begerstem, daß-S Mann au Mann stcheud den Feind au» dem Lande trübe, dann brauche mau keine kostspielige Festungen ,c., keine Offiziere, die den Soldaten hie Nasen verbrennen, die sogeuannteu Paradeheere würden aufhören. Die stehenden Heere seien außerdem eine beständige Provokation zum Kriege; die» beweise am besten der letzte deutsch-sranzösische Krieg; wo Napoleon wegen de- spanischen Thronkandidatur, die un» schon spanisch vorkam, Deutschland.den Krieg erklärte, wozu er ohne stehendes Heer die Franzosen nie überredet hätte; mit Hülse de» stehenden Heeres brachte er c» aber fertig, daß sich die beiden Kulturvölker durch zwei Jahre den Mordstahl In der Brust umwandten. Da» stehende Heer müßte daher vermindert und endlich ganz abgeschafft werden. Mit einem BolkShcere würde man nicht eine, son- deru zehn Millionen Soldaten haben; auch lei der Werth eines VolkShecreS größer, als der eine« stehenden Heere»; die» habe die Geschichte der BefreinngSkriege von 1813 und 1815 bewiesen, wo, nachdem die preußischen Soldaten schon längst in Schlachten geschlagen wordcn und mit den Fcstun- gen kapitullrt hatten, da« deutsche VolkShcer in der deutscheu Landwehr au stand und den sranzösischeu Feind au» dem Lande trieb, nachdem eS nicht länger gewillt war, sich dessen Bedrückungen gefallen zu lassen; ein fernere» Beispiel biete da« sranzösische VolkSheer der ersten franzöfischen Republik, welche» gegen die vereinten Heere der auswärtigen Mächte (Rußland, Preußen, Oesterreich, England) siegreich kämpfte, welche ihm den König Ludwig XVL oktroyire» wollten. Die Abschaffung des stehenden Heeres sei auch schon deshalb noth- wendig, weil dasselbe dem deutschen Reich 100 Mill. Thaler koste, man also zwei Drittel der Steuern de» Volke« nur für die Soldaten ausgebe. 7) Die Frauen- und Kinder- arbeit muß abgeschafft werden. Hinaus das Weib au« der Fabrik, und hinein tn da» Hau», an die Wiege, das Kind hinaus an« der Fabrik und hinein in die Schule I Ein Kind vor dem 14. Lebensjahr zur Fabrik K. Arbelt anzuhalten, sei wider die Vernunft; dasselbe müsse zuerst ausgebildet und nicht zum Fabrlkfclaven gestempelt werden, dadrikantcn, welche, um schnöden Erwerb« halber, eine Petition beim Reichstage eingebracht, daß die Kinder schon mit dem 10. und nicht erst mit dem 12. Jahre in der Fabrik verwendet werden dürfen, beabsichtigen dadurch, die unschuldige Kindheit um ihre Spielzeit zu berauben. Gott sei Dank herrschen in Lübeck nicht solche Zustände, aber was man hier In dieser Sache thuc, gelte für die ganze Welt, zu der Lübeck auch gc- hört, und der Druck von Außen, könnte auch hier schließlich zur Geltung kommen. Man müsse nur die Männer in FabrikdistMen: Schlesien, Elberfeld K. sehen, deren ganze Kraft schon mit dem 3V. Lebensjahre dahin sei und wo von 100 nicht 10 zum Soldaten taugen. Es gelte also, einen richtigen, normalen Arbeitstag für die Männer festzustellen, die Frauenarbeit so viel als möglich zu verpönen, damit sei nicht gesagt, daß die Frau nicht arbeiten solle, nur dürfe sie da nicht arbeiten, wo der Mann arbeite, nicht mit ihm kon- knrrircu und so seinen LcbenScrwerb vernichten; die Kinder- arbeit muß aber gauz und gar gesetzlich verboten sein, und seien für die Zuwiderhandlung Geldstrafen nicht genügend, sondern deujenigen Fabrikanten, in dessen Fabrik ein Kind arbeitend betroffen würde, müsse mau auf ein Jahr in'« Zuchthau» schicken, Indem er die Menschheit in ihrem inner- stell Nerv angreife. Redner resumirt sodann, e« fei Anfgabe de» Reichstags, die Gesetzgebung zu dem von ihm eutwickel- tcn Programm zu reformiren, worin er leine Ueberzeugnng ausgesprochen und wofür er auch Im Reichstage auftreten würde. Andererseits thuen aber auch Sie Ihre Schuldigkeit am Wahltag." Redner kommt dann auf den anderen hier aufgestellten Kandidaten zu sprechen, der aber nicht frei wie er auftrete, sondern vielleicht in dem Augenblicke ein Wahl- propramm mit seinen Feeunden bei einer Flasche Ehampag- ner ausarbeite. Wer aber Im Reichstage austrete, spreche vor der ganzen Welt, und da sei e« dessen verfluchte Pflicht und Schuldigkeit, auch vor seinen Wählern frei aufzutreten, oder man müsse sagen, er habe nicht da» Zeug dazu. Würde der Gegenkandidat l-doch auch in der Versammlung vor die Anwesenden hintreten und dieselben eine» besseren belehren, dann würde Redner selbst sagen: geben Sie ihm ihre Stimme, denn er versteht e» besser, wie ich. Der Gegenkandidat scheine jedoch seinen Sieg davon zu erwarten, weil er wohlhabend sei und hier mehr Einfluß habe, als der Hamburger Schuster- geselle Hartmann. Es sei femer nicht vothwendig, daß man einen Lübecker wähle, denn im Reichstage gelte e» nicht, die Stadt Lübeck zu vertreten, well, was man Im Reichstage mache, nicht nur für Lübeck, sondern für da« ganze dentsche Reich gelte. Die eiaevtllchen Interessen der Stadt könnten nur In der Bürgerschaft gewahrt werden. Redner schließt endlich mit den Worten: E» gilt für Sie, am 10. Januar zu beweisen, wer und wa» da« Lübecker Volk ist, ob Sie Demokraten sind oder ob Sie mit dem zufrieden sind, wa» man ihnen zu geben beliebt." Die vielfach von stürmischem Beifall unterbrochene Rede erfährt auch am Schloß eine solche Ovation. Nachdem noch der Vorsitzende, Herr Joschon- neck darauf hingewiesen, e» gelte für Lübeck, am Wahltage dafür Zeugniß abzulegen, daß e» sich von den Ideen der modernen Geldwirthschaft und Herrschaft emancipire— sprach noch ein Herr Schöning au« Harburg die Bitte um Agitation für den Kandidaten Hartmaun au«, worauf die Bersamm- luug nach einem dreimaligen Hurrah auf die Social-Demo- traten von dem Borsitzenden geschloffen wurde." Die Wahlbewegung geht flott. Bürger erklärten in der letzten Nummer der„Lübecker Nachrichten": Der Gegen- kandidat, Herr Dr. Klügmann, sei nicht» weniger al» liberal, sondern sei ein klerikaler Mucker, und deshalb wolle man sich der Stimme enthalten, odec für den Social- Demokraten stimmen. Nun war die Volksversammlung überwiegend von Bürgern besucht, und e« wird Hartman» in der Stadt sicher die Majorität haben. Travemünde ist gleichfall« unser, da- selbst war auch am Sonntag Nachmittag Volksversammlung. Für Travemünde ist e» charakteristisch, daß daselbst die Ar- belter den ganzen Gemeinderath au» ihrer Mitte gewählt haben und ebenfalls auch Hartmann wählen wollen. Es äußerte in de, Volksversammlung in Travemünde ein Hotel« befitzer, die Arbeiter wären nicht fähig, dem Gemeinderath vorzustehen und ebenfall« seien sie nicht fähig, in den Reich»- tag zu ziehen; kaum hatte er dieses gesagt, so saßen drei rcrvigc SeewannSfäuste an seinem Racken. Wir bearbeiten den ganzen Wahlkreis nach Kräften. Mit soclal-demokratischem Gruß Th. Schwartz. Oggersheim, 23. Dezember.(Zur Wahlagitation.) Samstag, den 22. Novbr, hielten wir hier Im Saale de» Herrn Schmitt eine Volksversammlung ab mit der Tage»- ordnung: Die bevorstehellde ReichstagSwahl. Herr Stöcke! au» Hambnrg referirtc unter allgemeinem Beifall. Sonntag, den 21. ds»., hatten wir wieder eine Volksversammlung ein- berufen, mit der Tagesordnung: Die Arbeiterbewegung, der dentsche Reichstag. Referent war Herr Schulze au» Offen« bach, der Zeit In Lndwigshafen. Außerdem sprachen noch die Parteigenossen Krebs von hier und Nenmann aus Lud- wigShafeu. Folgende von Hcnn Kreb« eingebrachte Resolution wurde einstimmig angenommen:„In Erwägung, daß keine der übrigen Parteien die Interessen de» Volke« vertritt, und daß der bisherige Abgeordnete de» Wahlkreise» Speier- Frankcnthal ebcnsowinig für Bolksrechtc eingetreten Ist, be- schließt die heutige Volksversammlung, mit aller Energie da- für wirken zu wollen, daß der Arbciterkandidat Herr Adam Heuser, Ciza:renarbcltcr au» Ossenbach, durchgebracht wird." Zum Schluß wurde ein Hoch auf Herrn Heuser ausgebracht, in welches alle Anwesende begeistert einstimmten. Eine Tellcrsammlunz hat bie Summe von 7 Gnlden 43 Kreuzer ergeben. Parteigenossen! Zeigen wir, daß wir al« Männer zu kämpfen verstehen und nicht länger gesonnen sind, uu» durch eine Hand voll Menschen bevormunden zn lassen.— Den Parteigenossen zur Notiz, daß bei Herrn Jak. Schmitt, Wirthschast„Zur Pfalz", der„Neue Social-Demokrat" an»- liegt. Mit social-demokratischem Gruß Im Auftrage de» Arbeiter-Wahlcomitv'»: I. Qncva. Minden, 24. Dez.(Wahlagitation.) Freunde und Parteigenossen l Am Sonntag, den 21. ds»., hielten wir eine stark besuchte Volksversammlung in dem benachbarten Städt- cheu Petershagen ab. Herr Glebe au« Hannover rese- ritte zur Ziifrlttenheit der Anwesenden. Herr Otto Kapell wurde einstimmig al» Reichstagskandidat aufgestellt und eine Resolution dahin gehend, die Wahl desselben zn unterstützen, einstimmig angenommen; wir hatten einen glänzenden Er« folg. Zur selbigen Zeit hatten wir auch In Oehnhansen eine Volksversammlung, wo Herr Schröder au« Hannover referirtc. Parteigenossen, nur muthig vorwärts mit der Pa- role:„O. Kapell." Freitag, den 2?. ds».. Ist Versamm- lung in Hahlen, Sonntag, den 28., in Lübeck«. Herrn Glebe unseren herzlichsten Dank; wir werden ihn stet» that- kräftig unterstützen. Den Parteigenossen voll Petershagen rufen wir die Worte de« Herrn Glebe zu:„Halttt fest am Bündel" Mit social-domokratischem Gruß Da« Arbeiterwahlcomitö Mlnden-Lllbecke: I. A.: Karl Schübeler. Hamburg, 27. Dez.(Allgemeiner deutscher For- merbund.) Die Former an der Eisengießerei sin Herborn bifindeu sich schon tu einer so drückenden Lage, daß fie kaum-xlstiren können. Vielen von ihnen ist e» nicht mög- lich, am Sonn- und Feiertage einen Rock zu tragen. Der Eifcngießereihesitzer, der von Tag zu Tag reicher wird, ließ sich vor einiger Zeit herab, den Arbeitern seiner Fabrik circa 50 Prozent vom Lohn abzuziehen. Leute, die schon so kaum ihr kümmerliche» Dasein fristen können, die vom frühen Mor« gen bi» iu die Nacht hinein schwer arbeiten müsse», daß fie stet« Im Schweiß gebadet sind, diesen armen Leuten: wurden noch 50 pCt. von Ihrem kärglichen Lohne abgezogen. Diese« aber war noch nicht genug. Der Fabrikant traf noch mehr Einrichtungen in seiner Fabrik, um dieselbe vollends in eine Zwingburg umzuwandeln. Die Arbeiter, welche in dieser Fabrik arbeiten, haben meistentheil« weite Wege zu gehen, sie müssen deshalb In der Fabrik bleiben und Ihr Essen elnueh- men, welches au» Brod nnd Wasser besteht. Znr Aufbewah- rnvg desselben hat Jeder einen kleinen Schrank in der Gießerei an seinem Platze befestigt. Nachdem nun nochmal» Lohnab« züge gemacht, wurde„der Gesundheitspflege" halber, wie der humane Herr sagt, zwischen der Düngergrube und dem Komptoir, au» einer alten Schmiedewerkstättc, ein Lokal er- richtit, In welche» nun die sämmtlichen Schränke de» Arbei- tcr hineingebracht wurden Diese Schränke, in welchen sich da» Brod der Arbeiter befindet, werden nur de» Morgen« bi» 7 Uhr, de« Mittag« von 12 bis 1 Uhr und de» Abend» von 7 bi« 0 Uhr geöffnet. Die Arbeiter kriegen natürlich keinen Schlüssel zu diesen Schränken in Händen, können deshalb nicht einmal zu ihrem Elgenthum kommen. Soweit habe» die Herren.«» nun schon gebracht, daß selbst den Ar- b-itern ihr Brod eingeschlossen wird, damit auf Kommaudo de« AuSbeMer« die lebenden Maschinen geschmiert werden können. Nun aber kommt noch hinzu, daß, da die Leute von außerhalb nicht so viel verdienen, um in der Stadt schlafen zu können, deshalb gezwungen sind, in der angebanteu Schmiedewerlstälte,»der wie der Herr sagt, in der„Gesund- heitSpflegeanstalt", zu schlafen. Der humane Herr, der so viele hübsche Ewrichtungen getroffen hatte, wollte nun seinen Arbeitern zeigen, daß er sie noch mehr knebeln wollt. Er siellte sich deshalb mitten in die Gießerei nnd prahfte sllrch- terlich:, Ich will euch schon mürbe kriegen l Ihr habt nichts von mir zu fordern I WaS ich euch gebe, damit müßt Ihr zufrieden fein i Wenn e» euch nicht paßt, so werfe ich euch vor die Thüle!" Trotzdem die Arbeiter nun wußten, daß de« Winter vor der Thür« sei, versprachen sie sich, fest zu stehen und eine solche Schmähung entschieden zurück zu weifen. Sie wählten eine Kommission, welche dem Fabrt- k-ntm die Sache vorstellen, und auf gütlichem Wege schlich- ten sollte. Als die Kommission zu dem Fabrikanten kam, wurde sie sofort vor das Thor der moderuen Zwingburg gc« «orfcn. In Folge dessen beschloffen sämmtliche Former, fort zu gehen. Unter solchen Umständen wird kein vernünftige« Mensch e« den Arbeitern HerbornS verdenken können, die Arbeit nieder zu legen. Nun, Parteigenossen und Kollegen, Ihr seht, wie unbarmherzig die Großsabrikauten Ihre Arbeiter behandeln; de?halb ersuche ich Euch, allerorts Sorge zn tragen, daß der Zuzng voll Herborn fern gehalten werde, auch bitte ich um möglichste Berbreltnug dieser Zeilen. Durch diese schlechte Behandlung Seiten» de» Fabrikanten find viele unserer braven Kollegen den schrecklichsten Entbehrungen au»- gesetzt. Der Fabrikant verachtet, wie Ihr gesehen, die fried- liche Vorstellung.— Die Bevollmächtigten für Hamburg und Hagen sind hierdurch bestätigt.— Die Mitgliedskarten für da? Jahr 1874 sind ahgesandt; diejenigen Bevollmächtig- teil, welche noch kelue'erhalteu, werden ersucht, mich sofort zu benachrichtigen. Der Präsident G. StSckel, kleine Freiheit 5, Altona. Halderstadt, 22. D-zbr.(Hanösuchung.) Heute, um 2� Uhr Nachmitt gS, erschienen In mein r Wohnung vier Polizisten. Der Eine erklärte mir: ,.WIr haben bei Jhuen eine Haussuchung vorzunehmen." Ich proteflirte dagegen, weil mir nicht» Schriftliche» darüber vorgezeigt werden tonnte. Die Polizisten kehrten stch aber iricht daran und inchteu Alle» durch, wobei mir viel Schaden an meinem Eigcnthum geschah. Meine sämmtlichcn Lassalle'scheu Schrlf' teil und verschiedene Briefe wurden fortgenommen. Dann wurde mir erklärt, Ich müsse gleich mit zur Polizei gehen. Ick verlangte den Berhaftungsbefehl; der konnte mir ebeu« fall» nicht vorgezeigt werden. Mein Protefiiren half nicht». Vor den Polizcikommissar geführt, fragt derselbe:„Was wollen Sie?" Antwort:„Weiß Ich nicht." Jetzt wurde mir der Bescheid zu Theil:„Gehen Sie in'» Wartezimmer". Hier wortete ich eine halbe Stunde; da wurde mir gesagt: „Gehen Sic zu Hause". WaS einem deutschen Staatsbürger doch Alle« passirrn kann. Robert Dahlen. Neichenbach i. Schl., 23. Dez.(Allgemeiner Be- richt.) Es giibt hier im schlefischen Eulengebirge sehr arme, aber treue Parteigenossen, e» fehlte bisher nur ein guter Redner. Hiervon hatten vor etwa anderthalb Jahren die Anführer der Eifenacher„Ehrlichen" Kenntniß erhalten und einen gewissen Kühn herkommandirt, welcher unsere Partei Im hiesigen Wahlkreis zerstSreu sollte. Er war Anfang» sehr heuchlerisch und sparsam mit Schimpfereien, damit Uneinge- weihte glauben sollten, e« existire kein Partelunterschied. Im -Laufe de» Sommer» äußerte Kühn in Stcinscifersdors,„wir sollen doch nicht den Gegnern da» Gaudium bereiten und zwei Kandidaten aufstellen." Da wir den Fuch» vollständig durchschauten und durchaus keine Beranlassunz hatten, von der Kandidatur des Herrn August Kapell Abstand zu neh« men, da derselbe schon vor drei Jahren ohne sein persönliches Erscheinen in hiesiger Gegend nascr Vertrauen besaß und eine nicht unbedeutende Stimmenzahl erhielt, so stellten wir -ganz einfach Herrn August Kapell diesmal wieder als Kandidaten auf, ohne uns um die stillen Wünsche de» Herrn Kühn zu kümmern. Sofort legte derselbe seine HeochlermaSke ab und der„Ehrliche" kam zum Borscheiu. Wir beschlossen bei Beginn der jetzt beendeten Wahlagitation unsere» Kandi- baten, zede Reibung mit Kühn und seinem Anhang zu vcr« melden, wenn nicht von ihrer Gelte zuerst Veranlassung ge- aeben würde. Am 3. Dez. eröffucten sie aber den Streit in Nieder-Peilau. Es galt jetzt für un», ihnen zu zeigen, daß wir nicht gewillt feien, un» von Störenfrieden schädigen zu lassen. Als am 14. Dez. Herr Küdu In Pelslersdots einen Bortrag halten wollte, begaben sich unsere Parteigenossen zahlreich dahin und da» Bureau kam in unsere Hände. Bon Herrn E. Kllngberg wurde alsdann ein Antrag gestellt, daß Herr Kühn da» Wort nicht erhalten sollte, und nachdem Herr E. Kliugberg diesen Antrag erläutert hatte, wurde der« selbe mit bedeutender Majorität angenommen. Am 21. Dez. war zum Schluß der Wahlagitation unsere» Kandidaten Nach« mittag» eine Versammlung in Pcterswaldau und Abends in Peiskeridorf. In erstcrcr erschien Kühn mit seinem Anhang au« Langenbielau, meist junge Burschen, die gar nicht Wahl- berechtigt«ar-n, und der Vortrag de« Herrn Kapell wurde durch Ruhestörungen unterbrochen, so daß der überwachende Polizeisergeant die Versammlung schloß. Jetzt war aber auch die Geduld unserer Parteigenossen zu Ende, die Störenfriede wurden an die Luft gesetzt und mit einer wohlverdienten Tracht Prügel auf den Heimw-g cxpedirt. Die Bersamm« lung in PciSkcrSdorf en.schädlgtc un» Abend» vollständig. Die zahlreich Anwesenden zollten unserem Kandidaten ihren Beifall und erkiärteu inSaesammt, nur Ihm ihre Stimme zu geben. Mit welcher Be-logenheit Kühn zu agniren sucht, be- weist der Umstand, daß nicht nur Herr Kapell ein„Regie« rungsagrnt" geschimpft wird, sondern daß die„Ehrlichen" sogar ausposaunen, die Parteigenossen im Nenrodcr Krel'e hätten viel Geld von der Regierung erhalten. Wir erwarten trotz solcher Gehässigkeiten ein günstige» Resultat für unfern Kandidaten Herrn August Kapell. Mit social demokrat!« schem Gruß Aug. Bandt. Orauiendurg, 27. Dczbr.(Volksversammlung.) Heute wurde hierselbst im Saale de» Herrn Brebcrck eine zahlreich besuchte Volksversammlung abgehalten. Vorsitzender wurde Unterzeichneter, zweiter Voriitzender Herr W. Wer« nicke und Schriftführer Herr W. G und lach. Nach einem , ausführliche« Referat de» Herr» WIlh. Sieriug au» Ber llu wurde folgende Resolution fast einstimmig angeuommen: „Die heutige Volksversammlung erklärt stch mit beu Au»- führungen de« Referenten einverstanden und verspricht, am Tage der Reich«tagswahl nur dem vou der Arbeiterpartei ausgestellten Kandidaten Herrn W. Grüwel au» Berlin ihre Stimme zu geben und dahin zu wirken, daß derselbe von uns al» Vertreter In den Reichstag gesandt wird." Eine Tellersammlung zum Wahlfond» ergab 2 Thlr. 29 Sgr. 6 Pf. T. Peter». Wiistcgiersdors, 19. Dez.(Zur Wahl.) Den Partei« genosseu im Wahlkreise Waldenburg in Schlesien diene hiermit zur Nachricht, daß für den Wahlkreis Herr August Kapell au» Berlin al« Reichstagskandidat von einer sehr stark besuchten Volksversammlung am Freitag, den 19. Dez., hierselbst einstimmig proklamin worden ist. E» ist also Pflicht der Parteigenossen, ihre ganze Schuldigkeit zu lhu». Mit social-demokratischem Gruß Eart Höhn. Nowaweß, 22. Dez.(Zur Wahlagitation) Am 24. Nav. hielten wir hier ei:e Volksversammlung ab. Das Büreau bestand au» dem Unterzeichneten als ersten, Herrn Seitenbcrg als zweiten Vorsitzenden und He�rn Gcrlach al» Schrinführer. Derr Dietzmann aus Berlin referirle über die Re chstagswahl und entwickelte das Piogramm des Allg. deutsch- Arb.-Bereiu». E« wurde folgende Resolution einstimmig angenommen:„Die heutige Volksversammlung hält e«, da die ttaurige Lage de» Arbeilrrstandi» nur durch die Gesetzgebung zu bessern ist, für ihre Pflicht, mit aller Kraft dahin zu'wirkeu, daß bei der bevorstehenden Reichstag»« Wahl eia Arbeiter gewählt wird. Daher proklamirt die hm« tige Volksversvmmlung diu Cigarrenarbeitcr Herrn Dietzmann zum Reichstagskandidaten de» Teltower Wahlkrife». Am 8. Dez. hatte Ich wieder eine große Volksversammlung einberufen. Durch die Beeinflussung de» WirlhcS durch den Polizeikommissar wurde uns die Herausgabe de« Lola s vee« weigert. Arbeiter de» Teltower Kreise», laßt Euch durch solche Schwierigkeiten nicht abschrecken I Immer vorwärts zur ReichitagSwahl! Wählt nur den Herrn Dietzmann! Mit social-dem. Gruß E. Wille, Bevollm. Halberstadt, 22. Dez.(Oeffentliche Wählerver« sammlnng.) Am 18. ds». fand hier eiue öffentliche Wäh- lerverfammlung statt. Auf der Tagesordnung stand die Kau« didatenrede de« Herrn F. W. Fritzschc au» Berlin. Die Versammlung war zahlreich besucht, Herr Fritzsche führte selbst den Borfitz. Er entwickelte sein Programm unter un- gctheiltem Beifall. Folgende, von Herrn Dahlen eingebrachte Resolution wurde einstimmig angenommen:„Di: Versammlung erklärt stch mit dem Arbelterprozramm und den Ausführungen de» Herrn Fritzschc vollstäadig einverstan den, verpflichtet sich, nur ihre Stimme Herr» Fritzsche bei der nächsten NeichStag««ahl zu geben, um demselben die Majorität zu verschasseu." Mit stürmischen Hoch» auf den Ar- bcitcrkandidaten Herrn Fritzsche und unter dem Gesänge der Marseillais« wurde die Versammlung geschlossen. Zum 20. d. hatten wir eine Versammlung in Wernigerode angemeldet und bekannt gemacht, aber leider konnte dieselbe wegen der Beeinflussung be» Wirth» nicht abgehalten«erden. Wir Halbcrstädter werden schon den Eingang finden, trotzdem der Polizelseracant»der Wachtmeister gewettet haben soll, daß wir In Wernigerode kein Lokal bekämen. Am 21. ds«. hielten wir eine zahlreich besuchte Versammlung In Oschersleben ad. Herr F. W. Fritzsche wurde ebenfall?, nachdem er einen lehrreichen Vortrag über da« deutsche Arbelterprogramm gehalten, einstimmig al» RelchStagSkaudidat anerkannt. Hieraus wurde die von mir eingebrachte Resolution einstimmig angenommen:„Die Versammlung verpflichtet sich, keinem Anderen Ihre Stimme bei der nächsten ReichStagSwahl zu geben, al» Herrn F. W. Fritzsche au« Berlin. Mit social- demokratischem Gruß I.A. de» Arbeiterwahlcomitä'«: A. Berka». Delitzsch, 26. Dez.(Zur Wahlagitation imKreise Bitterfeld-Delitzsch.) Wir hielten am 2. und 14. Dez. in Roitzsch und am 3. und 7. Dez. in Delitzsch Volksver- sammluiigen ab mit der Tagesordnung:„Die Reichstag» wählen". Als Referenten waren anwesend am ersten Tage: Herr Arnold ans Finsterwalde, am letzten Tage: Herr Maximilian Schlesinger an« Breslau. Es sprachen ferner zur Tagesordnung: die Herren Robert Sperling aus Eilcnburg uud R Günther und Steinbach au» Delitzsch. Folgende Resolution wurde einstimmig angenom- men:„Die heutige Volks Versammlung erklärt fich mit den Ausführungen der Herren Reserenteu vollständig einverstan- den und verpflichtet sich, mit aller Energie für die Kandidatur des Herrn Wilhelm Hosfmaun aus Berubnrg zu wir ken, damit derselbe iu den Reichstag gewählt wird, um da- selbst die Rechte des gelammteu Volkes zu vertreten." Dank der Standhastigkeit de» Herrn Rausch In Roitzsch, welcher t otz aller Beeiüflussnng, Drohung uns sein Lokal zur Ler- sügung stellte. Wohlan, zeigen wir, daß wir nicht länger der Bourgeoisie al« Stimmvieh dieneu wollen. Mit social- de- mokratischcm Gruß Da» Arbeiter-Wahlcomitö. Hamburg, 22. Dez.(Zur Reichstägswahl.) Inder am 14. Dez. im Saale de» Herrn Hanfch stattgefundenen Versammlung der Buchbinder von Hamburg und Altona wurde beschlossen, mit aller Kraft für die Kandidatur de» Arbeiterkaudidatea Herrn W. Hartmauu einzutreten. Mit social-demokratischem Gruß Im Auftrage unser» Verein« M. H. Gottschalk. Marienburg, 25. Dez.(Zur Reich'staaSwahl.) In den am 21. uud 23. ds«. abgehaltenen Versammlungen ist Rudolf Wittkowski als Kandidat für den Marieuburaer Kreis aufgestellt. E« werden von uns die Zettel ausgetheilt. � Voigt. Essen, 23. Dez.(Aufruf zur Wahl.) Parteigenossen im Kreise Essen! Nunmehr gilt c«, alle Kräfte aufzubieten! Zwei Gegner stehen uns gegenüber, die kein Mittel scheuen, die Prinzipien unserer Partei zu verdächtigen. Wenn e» uns auch momentan nicht vergönnt Ist, in Versammlungen durch das freie Wort unsere Gegner anzugreifen, so kann diese» Euch nicht abhalten, die Organisation de« Allg. deutsch. Arb.« Verein« hoch zu halten. Thue Jeder seine ganze Pflicht und zeige durch feste» Anschließen an unsere Anordnungen, welche wir getroffen haben, daß Ihr die Lehre unsere» Meisters F. L>assallc verstanden habt. Die gelesenen„Social-demokrati- scheu Blätter" find abzuliefern an da« unterzeichnete Comite, damit sie planmäßig vertheilt«erden können. Die Namen Derer, welche am Wahltage die Stimmzettel vertheilen und sonstige Dienste verrichten wollen, bitten wir einzureichen. Ja acht Tagen müssen alle Posten doppelt besetzt sein. Die Opferwilligkelt darf nicht nachlassen, denn die Kosten für Drucksachen find bedeutend Im Preise gestiegen. Wohlan denn, zur That! Denn unsere Aufgabt kann nur dann voll- kommen gelöst werden, wenn Ihr uns Alle im Kampfe zur Seite steht. Die Sitzung de« Eomitü's findet jeden Sonntag Morgen in der Restauration des Herrn Leber, Gra- benstr. 26, statt. Mit social-demokratischem Gruß Da« Arbciter-Wahlcomitü. Halberstadt, 17. Dez.(Bolk»versammluug.) Es fand hie, eine von den Liberalen einberufene Versammlung statt. Den zahlreich erschleueurn Arbeiteru gelang e», bei der Bureauwahl unseren Bevollmächtigteu, Herrn Dahlen, al« ersten Vorsitzenden, unseren Parteigenossen, Herrn Kahlen- '.er g, al» zweiten und Herrn Martini al» Schriftführer zu wählen. Der Einberufer, ein liberaler Doktor Schie« ring, versteckte sich hinter die Coulissen,»hue deu Vorsitz au Herrn Dahlen zu geben, welchen ein a