Nr. 3. Berlin, Freitag, den 9. Januar 1874. 4. Jahrgang. »saay. »ertrt •_ Dies« Sevtung erlchewt drei Mal . wicheutUch, und zw«! Dieuftog», Minneritag» a. Sonnabend» Abend«. «»»»iu>»»»nt»>Vr»i« sKr Berlin iocl.»rmgerlohn«icriel- tthrlich pränumerando I7>/, Sgr.. aio- mdorj» fP*®8i-. einzelne Bommern lite. ?ritr6l,— fj— e,—"— (M Ättujct fifcb. Währ.) 5? c u c t ÄM-Demikriit. Eigeuthum des Allgemeinen deutschen Arbeiter» Vereins. «edaklun u. ErpcdMon Berlin, Drcidcn erstr-ke Nr. e». Befiillnngen werden aus»ärt»bci alle» Postämtern, in«erlin w der Erpedi- lion, sowie bei jedem Epeditem«tt- gegengenommen. Inserate- in der Sxpedinen oniznaebenl werden pro dreigcspaliene Petit-Zeile oder deren Raum mit« Sgr berechnet. Arbeilcr.Annoncen die drclspaltrae Zeile oder deren Raum->/, Sgr. >7, in» lud, Ein Tag der Freiheit ist für die Arbeiter d er Tag, ao welchem sie da« allgemeillc, gleiche Stimmrecht ausüben. . Jahr au«, Jahr ein im dumpfigen Fabrikraome, ,'tted« Bergesschacht oder aber mit äußerster Mo«- kelanstrengung da« ZimmermaonSbeil oder andere Geräthschaften, dem Wind und Wetter preisgegeben, handhabend— so lebt daS arbeitende'Volk dahin, für all' seine Mühe nur kargen Lohn, für alle seine Leiden keine Linderung, für all' seine Unterdrückung ' keinen Helfer. Und noch nicht entfernt sind jene Zeilen, wu die Arbeiter alleS dasertrugen ohne Murren und ohne daß sie auch nur dem Gedanken Raum gaben, wie e« möglich sei, auS dieser traurigen Lage erlöset zu � werden. Mancher Arbeiter betete seiner»zeit zum Himmel, er möge Linderung schenken in solcher Roth, und mancher wandte sich an seinen„ArbeitSherm" mit der Bitte um Aendrraug. Vom Himmel kam keine Antwort und die Antwort de«„ArbeitSherro" bestand AÜj meistens in einem harten Nein! wenn dasselbe nicht n noch obendrein mit anderen Rohheiteu degleitet wurde. r4. Dumpf lag da« deutsche Proletariat darnieder, — H an sich selbst verzweifelnd und die moderne Sclavcn- � � kette als eine göttliche Einrichtung tragend. aiecu Die Parteien der Reaktion und des GcldsackS eilulli schalteten im ganzen Lande nach Belieben, ohue sich um dir giquälte Mass« deS BolkeS zu kümmern. Wenngleich im Jahre 1848 schon einzelne Licht- e'»»« funken die alte traurige Nacht durchzuckten, so ver- iangd schwanden dieselben doch wie Irrlichter in dem gr- � waltig aufsteigenden Nebel der Reaktion. (i Da, im Jahre 1863, schlug endlich der Blitz der ,er� Freiheit ein in die Massen und entzündete die Er- krnntniß, welche so tief, fast ungeahnt im arbeitenden a>/ Volke schlummerte. Die lichterlohen Flammen öff- !»4 neten selbst die blödesten Augen, auf welche ihr Ä Schein fiel, und man sah freudiges Erstaunen oder hn f aber auch ein ängstliches Erschrecken allüberall. ani* Lassalle hatte den Blitz hineingeschleudert, Lassalle nährte da« große Feuer der Erkenntniß, und immer mehr Arbeiterherzen find im Laufe der Zeit ergriffen worden von der heiligen Gluth. Die Forderung der deutscheu Arbeiter, da« all- „ipisi Akmeiue, gleiche Wahlrecht mußte gewährt werden, »« und von dieser Zeit an wurde der große Kulturkampf teL, zur Erlösung der Menschheit hineingetragen in das Staatsleben. Uh> Durch die Wissenschaft hatte Lassalle den Arbei- tern ihr theoretisches Recht festgestellt, durch rast- lose Agitationen haben die Arbeiter den Begriff diese« Rechtes weiter getragen, durch das allgemeine, gleiche Wahlrecht aber, um die Gesetzgebung zu erlangen, sollen die Arbeiter ihr Recht in der Praxis ans- üben. DaS Recht der Arbeit soll nicht nur ein 1 Begriff bleiben, sondern eine Thatsache werden. Die Freiheit, die Gleichheit und die Brüderlich- keit der Menschen sollen durch die Gesetzgebung tr.' vom ganzen Volke proklamirt und festgestellt werden -m un� immer näher zu diesem Ziele führt ein jeder Iii»'s.1!0® da« ringende Volk. Schon der Gedanke ist für das arbeitende Volk zündend, daß der einzelne Proletarier in dem Augen- ■ JjM blicke, wo er seinen Stimmzettel in die Wahlurne > W» legt, politisch gleichgestellt ist mit dem Millionär, aber noch zündender ch der Gedanke, daß dnrch die einfache Abgabe deS Stimmzettels ein Hammerschlag Gliil geschieht zur Errichtung der Brücke, welche da« Pro- ff letariat zu seinem Rechte führt, ja, welche die Mensch- T* heit in die irdische Glückseligkeit hinüberleitet. , So ist auch der 10. Januar 1874 für die dent- gr-t-iA--,--- _ w äv, lui otc öcnt' scheu Arbeiter ein hoher, heiliger Tag; er soll ein *2 Friertag sein, der Geburtstag, der WeihnachtStag ?«di der Freiheit. Deutsche Arbeiter! Zeigt Euch der Freiheit wür- 7� dig, laßt e« an Aufireugungen nicht fehlen, kämpft •diü' ohne Unterlaß gegen den großen Unverstand, der _j fich hier und dort noch breit macht, kämpft gegen die Lüge, die Euch umstricken soll, kämpft gegen die Hyder der Zwietracht, welche man auf Euch hetzt! So wertet Ihr den Tag der Frcibctt in würdiger Feier begehen und Glück und Zufriedenheit über Euer Wirken werden Euch schon belohnt haben, ehe das große Ziel selbst erreicht ist. Politische Uebersicht. Berlin, 8. Januar. Herr von Bismarck scheint in der letzten Zeit sehr empfindlich geworden zu sein. Früher wurde er, da man auf seinem Gute Varzin eine Bräunt- weinbrennerci ebenso vermuthete, scherzweise, Bräunt- weinbrenner" genannt, ohne daß derselbe fich sonder- lich darüber geärgert hätte. Jetzt aber bringt sein Leiborgan, die„Nordd. Allgem. Zeitung" folgendes Dementi: In dir klerikalin MLachiNer Presse ipukt das Gerücht, auf Barzln fei eine Branntwelnbrennire! irrlchtet worden. Wenn Branntwelndrenneeefen mit dem Christenihom»nier- träglich find, dann möchten wir den Miinchener„Volksfrennd" ersuchen, fich zuräch» an dir infallibilisti'chen«rernereieu in Baiern und Umgegend ,u Halter. Barzln ist übrigens ein« der wenigen größeren Güter, auf denen eiae Branntwein' brnmrre! nicht besteht. Auch i» AuSficht genommen ist eine solche dort keineswegs. Wenn der Branntwein das größte Gift wäre, welches dem Volke cingettäuselt wird, so stände eS überhaupt noch gut in der Welt— darüber können sich die Klerikalen und der Herr von Bismarck be- ruhigen.— Die Empfindlichkeit BiSmorck'S scheint aber deshalb so groß zu werden, weil er merkt, daß seine„Ersalgr" nicht daafthast und nur scheinbar find. Die Verfolgungen der Bischöfe im deutschen Reich nehmen kein Ende und haben trotzdem keinen Erfolg. „Ein Bischof in Banden ist dem Staate gefährlicher, wie ein Bischof in Freiheit"— dies Wort bewahr- heitet sich immer mehr. Die gegen den Erzbischof Ledochowski zu Posen zur Beitreibung einer Straf- summe von 500 Thalern von Seiten der Polizeibe- Hörde ausgeführte Exekution ist ohne Erfolg geblie- Ken. Es wurde nur das nothwendigstc HauSgeräth vorgefunden. Der Erzbischof wird fich wohl in'S Gefängniß bringen lassen.— Erfolg: 10,000 fanatische Ultramontane mehr im deutschen Reiche, Dank der„liberalen" Gesetzgebung. Ueber eine Spaltung innerhalb der dtUtschtN Fortschrittspartei berichtet die„Volkszeitung": Au» dem Bureau des Zcntralcomits's der Fortschritts- Partei für die RelchitagSwadlen geht uns da« Nachfolgende zu«:„Dem Kompromiß, den wir auf fiin Ansuchen dem „focial-polltlschen Wahlcomlts der Fortschritt«- Partei"(die Gewerkeerelne de» Dr. Hirsch) dahin angeboten, daß wir von dimselben gerne Kandidaten sür bestimmte Kreise nennen hören würden, und unsere öffentliche Erklä- rung, wir wollen dieselben unterstützen, wenn sie„die allge- meinen Politischen Interessen de» Bolke», wie sie die Fort- schrittSpartel auffasse, am tüchtigsten vertteten werden", haben wir in zwei Fällen Folge geben können. Wir haben die Wahl de« Herrn Waldow in Ruppin-Templin empfohlen, und Schulze-Delitzsch Ist durch ein besondere« Schreiben für ihn eingetreten. Im Kreise Beuthen südlichen Thcll» ist von deu Gewerkvereinen Herr Steinltz aufgestellt; nachdem sich aber die dortigen Liberalen überzeugt, daß die Kandidatur de« Herrn Direktor Richter von KönigShütte gegen die Kon- servativin und Ultramoutancn ausstchisvoller sei, ist Herr Steinltz im Linverständniß mit un« dorthin gereist, um, wenn die Lage wirklich so sei» die Mitglieder der GeWerk- vereine zu biftimmen, daß sie seine Kandidatur zu Gunsten de« Herrn Richter fallen lassen möchten. Bon dem Erfolgt »iffen wir zu Zeit noch nicht«. Dagegen konnten wir nicht, wie wir angegangen sind, mit Ueberzeugnng die Kandidatur de« Herrn Landgraf In Altwasser empfehlen, auch wen» wir dort Verbindung gehabt hätten. In derselben Lage waren wir im Kreise Sarau mit Herrn Polke, wo unsere Freunde nur Im Berein mit den National- Liberalen eine freisinnige Wahl für möglich halten. Dennoch ist die social- politische.' ondidatnr dort ausreckt erhalten, die Zusammen- gehörigkeit mit derF»rtschritt«partei als» aufgehoben. Unter- dessen meldeu die Zeitungen au« Breslau, wovou wir hier nicht uuterrichtet waren, daß dort Herr Andreack grgeu unsere alten Abgeordneten Ziegler und v. KIrchmaun aufgetreten sei. Herr Andreack ist ein sehr thätige» und hervorragende« Mit- alied der Gcwnkverelne, er muß als» wissen, daß er die- selben gegen die Fortschrittspartei vertritt, and dadurch und durch den Fall in Sorau haben die Socialpolitiker bestätigt, daß sie mit oder ohne Wissen ihre« WohlcomitS'« Sonder- interesseu verfolgen und kein„integrirender Theil" der Fort- schrittSpartel sind. Da« ist Jedermann unbenommen. Jeder kann fich wählen lassen, wo er Wähler findet, aber er degicd« fich de« Recht« der Berufung auf eine Partei, ge�eu»eiche er agitirt. Die Fortschrittspartei kann einseitig den Kam- promiß nicht durchführen, wenn da« social politische EomitS keinen Einfluß auf seine Mitglieder und Anhänger hat»der aueübt. Für de» zeschästsführenden Ausschuß de» Zentral- waklcomit«'« der Fortschrittspartei: I. Hoppe." Wir unserer- seit« bedauern den im Borstehrnden konstatirten Zwiespalt, müssen aber— wo« den BreSlauer Fall al betrifft— zu« gleich bemerken, daß unfne« Wissen- die Bekämpfung der fortschrittlichen Kandidaten nicht auf einem Beschlüsse de« social polltischen Comits'« beruht. Die wiederum von der FortschrittSpart-i„äuge- führten" Arbeiter— werdia sie noch nicht dm Schlaf aus den Augen reiben! Wir haben vor ca. 4 Wochen diesen Ausgang vorausgesagt, als die „Social-Politiker" mit der Fortschrittspartei einm Compromiß schloffen. Da die Fortschrittlcr merkm, daß die Arbeiterfrage nur etwas mehr, als sie wüu- schen, in den Bordergrund gedrängt werden soll, so hört die Freundschaft sofort auf. Auch das italienische Arbeiterblatt„II povero" bestätigt die traurige Lage der Pariser ÄrdtUel. Dasselbe schreibt:„Ja Paris leiden die Arbeiter Hunger; daS Elend nimmt gewaltige Dimenfionm ao. Nach einem statistischen Bericht find jetzt Zwei» hunderttausend Arbeiter unbeschäftigt. Die Lage der Arbeiter wird noch immer schlimmer". In Spanien ist in Saragossa ein Avfstaul auSglbrochcn zu Gunsten der socialen Republik; NL- henS ist noch nicht bekaunt. In Carlhagena halten fich die Socialistcn mit großer Tapferkeit und eS spekulirt d.. Regierung nur auf einm Zwiespalt,. welcher unter ihnen ausbrechen soll. Sonst find die RegierungStruPPen machtlos. * Die„SchleSwiger Nachrichten" schreiben: Die Social- Demokraten haben für»ic b-oorsiehcnden RelchStagSwahlen nicht nur im ganzen deutschen Reich, Ion- dern auch in unserer Provinz eine ganz ungcw?h..iichc Rüh« rigk-it entwickelt. Man sollte e« nicht sür möglich halten, baß eine Partei, welche den Ruin alle« Be stcheuben auf ihre Fahne gcichrieben hat uud nicht« Geringere« erstrebt, al« die moderne Gesellschaft in ihrer gegenwärtigen, vu» einer tausendjährigen EntWickelung hervorgegangener, ans solide- ster, vernünftigster und gesundester Bast« dcmhcnden Gestalt zu stürzen, in einer Provinz Boden fassen und Anhang gewinnen kann, deren Traditionen dm Plänen dieser Re- volntionärc schnurstrack» zuwider laufen Leider ist e« eine traurige Thatsache, daß gerade die Hcrzogthümer ein ergiebiger Boden sür diese SnmpfgewSchse find, und ei liegt wirk- lich die Gefahr nahe, daß einer»der der andere Kandidat der Social-Demokraten bei dm Wahlen durchdringt, fclls nicht von allrn ordnungsliebenden uud uationai grsinn- ten Wählern Alle» daran gesetzt wird, um dem Feinde ge« schloffen zu begegnen. Nicht nur in unserer Stadl haben c» die Agitatoren jener Partei zu wiederholten Malm versucht, fich Anhänger zu verschaffrn, auch die Dörser haben sie heim- gesucht und in dm letzten Tagen sogar große Wahlausrofe drucke» lassen und tausendfach verbreitet. Ein« können wir von dm Social-Demokraten allerdlug« lernen, wie man c» nämlich ansangen muh, sür eine Sache, und mag sie eine noch so verwerfliche sein, Propaganda zu machen. In mei- sterhaster Organisation steht die Partei da, mit sast militari- sä er Disziplin und Subordination den Winken des leitenden Comltä'« gehorchend, und die Massen sind so von den FSH- rern terrorisirt, daß kein Einziger e« wagt, gegen dicBe. fehle zu verstoßen, welche er erhält, und von d-r Wahlurne fern zu bleiben. Die L.hrc, welche sie uni dadm.ch geben, dürfte wohl Nachahmung verdieren, um so mehr, l a es gilt, die heiligsten Güter zu schützen, welche die moderne Gesell- schoft befitzt. Daß die Arbeiter Schleswig. Holsteins die heu- tigen, auf„solidester",„vernünftigster" und„gesun- bester" Bafis beruhenden gesellschaftlichen Zustände ändern wollen, muß freilich solchen Leuten, welche daS„unsolide", unvernünftige" und„ungesunde" Wesen dieser Zustände nicht erkennen wollen, sehr unangenehm sein. Aber der sehnliche Wunsch, die „Ordnungsliebenden" und„Nationalgestnntm" auch terrorissrm zu können, um die„heiligsten Güter" zu schützen, wird wohl ein vergeblicher sein. Nur die Begeisterung für eine groß- Idee kann die Massen zu einer solchen strammen Organisation und DiSzi- plin führen, welche zum Kampfe unerläßlich ist— der EgoiSmuS der Einzelnen, ihre bevorrechtete Stel- lung in der Gesellschaft zu bewahren, kann wohl un- ter Umständen zu barbarischen Handwagen treibe« (wie in Paris nach der Junischlacht)— aber nie- tvc'3 ja einer opferwMgen Hingabe für die gemein- same Sache._ * DaS Wort ,Armuth schändet nicht", wel- cheS wir in unserer vorigen Nnmmer betreffs des Wahlgesetzes betrachteten, hat noch eine hübsche Jllu- stration gefunden. Der Münchener Magistrat hat nämlich den Familienvätern, deren Kinder aus öffent- lichen Mittel» unentgeltlich Lehrmittel erhalten, das Wahlrecht zum Reichstage entzogen! Man sucht also AlleS hervor, um so viel Arbei» ter, wie möglich, an der Ausübung ihres ersten staatsbürgerlichen Rechtes zu verhindern! Jedenfalls wird dieser Beschluß zu einer Be- schwerde beim Reichstage führen. Vereins-Theil. Flugblätter find uoch zu bekommeu bei Ecks, Petnftr. 16. Wie verlautet, sollen Alle, welche nicht im Besitz einer Legitimation find, von der Wahlurne zurück- gewiesen werden; also aufgepaßt! Ein Jeder nehme etwas mit, zum Beispiel einen Steuerzettel. Die Parteigenossen macheu wir darauf aufmerk- sam, eaß unsere Gegner, besonders die sogenannte Eiseuajer Bolkspartei, trotzdem wir im Parteiorgan und auch in den Flugblättern, welche für die Kau- didaten des Allg. deutsch. Arb.-Vereins anSgegebe» find, jene Partei kaum erwähnt haben, in der maß- losesten Weise den BerläumdungSschmutz auf unsere Kandidaten zu werfen suchen. So hat mau z. B. in Ronsdorf, um Herrn Heouig zu empfehlen, gegen Hörig auS der berüchtigte» Schweitzer- Briuer'schen Broschüre, gegen welche sich selbst der„Volksstaat" gewandt hat, den ganzen verlo- geneu Klatsch abgedruckt; gegen andere Agitatoren ist mau ähnlich verfahren.— Wir wissen, daß unsere Parteigenossen sich nicht beirren lassen, und auch die anderen Arbeiter werden solche Schurkereien richtig zu würdigen wissen. Lu» Bielefeld geht uns die Nachricht zu, daß unser Par> teigenosse, Klempner Kaiser, dort verhaftet wurde wegen Bcrbüßnng der vom Berliner Stadtgericht seiner Zeit über ihn verhäaztea vierwöcheutlicheu Gcfänznißstrafe. Gerrhacht, 4. Jan.(Volksversammlung.) Heute fand hier im Lokale des Herrn Gafiwirth Meyer ein« Volks- Versammlung statt. Referent war Herr Pfeiffer. Er er- läuterte das Programm der Reichstagswahl und wie» nach, daß die Lage de« ArbeiterstandeS nur durch die Umgestaltung der Gesetze gebessert werden koune. Der Redner erklärte ferner, daß der Mittelstand»der Kleinbürger fich ebenfalls unter dem Drucke der Kapitalmacht befände, so gut, wie jede« Arbeite«. Dan» sprach uoch unser Parteigenosse Herrmaun über den Tag der Wahl, daß ein jeder wahlberechtigte Arbeiter am 10. Jan. auf dem Posten sei» müsse, und beantragte dann, daß ein Wahlcomit« gebildet werde, welches von Seiten de» Basammlung angenommen wurde. Hiermit schloß die Ber- sammlung. I. Wenck, Schriftführer. Limeburg, 5. Jan.(Volksversammlung.) Sonn- tag, den 4. Jan., fand in Meier'« Garten eine zahlreich be« suchte Volksversammlung statt, in der Herr Seidel erster, Her: Lobe»stein zweiter Borsitzeud-r und Unterzeichneter Schriftführer wurde. Der von den Mitgliedern des Allgem. deutsch. Arbefter�Bereins aufgestellte ReichStagSkandidat Herr Strich entwickelte das Programm der Arbeiterpartei zur griißten Zufriedenheit der Anwesenden. Derselbe wir« nach, daß durch die heutigen Vertreter In der Gesetzgebung nicht» für das Wohl der Arbeiter zu erreichen sei; deshalb fei es Pflicht der Arbeiter, Kaudidateu au» ihre, Mitte zu wählen, die die Interessen des arbeitenden Volkes voll und ganz vertreten. Der Redner endete unter stürmischem Beifall. Der Bor« sitzende forderte zur Interpellation auf, aber kein Gegner meldet- sich zum Wort. Darauf sprach uoch Herr Roth er- wund au» Hamburg über das Arbeiterwahlprogramm. Dem Redner wurde ebenfalls Beifall zu Theil. Parteigenosse», obwohl wir nicht viel vvn uns hören lassen, sind wir doch dann, wenn c» gilt, für unsere Sache einzutreten, Alle am Platze. Mit social-demokratischem Gruß G. Böttcher, Schriftführer. Lunkn, 4. Jan.(Volksversammlung.) Th. Grie- del au» Kiel, ReichStagSkandidat der SchleSwig-Holsteinischen Landespartei, hat in einigen Orte» des S. Schleswig Holstiw- scheu Wahlkreise» seine Kandidatemede gehalten. Am 2. Jan. hatten die hiesigen LandeSparteiler eine öffentliche Bersamm- lung einberufen. Al» nach Erössnung der Versammlung ein gewisser Bierbrauer Peter», auS Furcht vor un«, dem Griebel, ohne an die KonstiMirung de« Bureaus zu gehen, da» Wort ertheilte, entstand in der Versammlung eine solche Eattllstung, daß dieselbe energisch und unter kaum eudenwol- lenden Ausrufen die Wahl eine» Bureau» verlangt«, in wel- che» alsdann Herr Eruhl al« erster, Herr Schick als zwei« ter Vorfitzender und Unterzeichneter als Schriftführer gewählt wurden. GUebel kramte nun sei» Gewäsch ans und sprach von den politischen Rechten Inn SchlcSwig-Holsteln. Herr Heger wies ihn aber zmecht und sagte, daß wenn SchleS- wig-Holstcin auch eine eigene LandeSverfassnug erhalte, für die Jilteiesseu der Arbeiter, für freiheitliche sociale Institutionen niemals etwa» von dieser Bonrgeoisavtokratie geschehen werde. Da» Volk auf der richtigen Stelle helfen, da« könne und«olle Griebel und scirc Clique durch sein Prinzip nicht bewirken. Herr Hege» legte ihm die Frage vor, ob er da» eherne ökonomische Lohngesetz anerkenne, und wa« er für die Abschaffung desselben zu thuu gedenke. Da» war dem Grie- bel doch zu viel, das paßte nicht in den PartikulariSmu» hin- ei» und deshalb focht« er fich, so gut e» ging, heran« zn »luden. Griebel meinte, daß da» LaudcSmtcreffe weit über da« StandeSinteresse eine» Jedm sehen müsse. ES entstand eine große Entrüstung über diesen PartikulariSmu». Der Amtsrichter Petersen meinte, die reaktionäre Laucecrortei sei uoch bei Weitem revolutionärer, wie die Arbeiterpartei, indem sie einen Theil, wie SchleSwig-HolKein, vom stegreichen deutschen Reicht, durch die Gewinnung de« Volkes, los- zureißen beabsichtige. Herr Heger brachte da» Lande«- mit dem SlandeSlnleresse In Berührung und fragte Griebel, ob, wenn Arbeiter für 8 Schilling anf der Drescherdiele bei vier- zehnstündiger Arbeit stehen und schwitzen müssen, das Stau- desluteresse nicht eher, wie das LandeStnteresse gehoben wer- den müsse. Griebel hatte natürlich von der Lohnsclaverei keine Idee; er fragte die Versammlung, ob e« der Fall sei, daß Arbeter täglich für acht Schilling arbeiteten? Mit einem einstimmigen„Ja" ward die» beantwortet. Die Süder- Geest«eist noch viel grellere Thatsachen noch. Ferner ftagte er, ob e« wahr sei, daß verhungernogSfälle vorgekommen seien?„Jawohl!" antwortctc ein Mann,„vorigen Winter ist eine Frau verhungert!" Diese Antwort ward mit einem so furchtbaren Hurrah begleftet, daß einem Spießbürger und LandeSparteibonrgeol« unbedingt die Haare auf dem Kopfe gekrochen habe».„Nun, wenn die Roth so groß ist, so muß ich mich wirklich wundern," sprach Griebel,„daß für politische Zwecke so viel Geld von Seiten der Arbeiter aufgebracht wird". Herr Hasenclever, weinte er, bezöge 1000 Thaler, ebenfalls beziehen die Agftatoreu viel Geld. Herr Hege, leuchtete ihn heim und sagte, daß da» Erstere eine erfundene Lüge sei und was da« Zweite anbeträfe, so gehe er mit seine« LandeSpartcilern gewiß nicht umsonst in die Ecken und Winkel de» Lande«! essen und trinken müsse Jeder, denn von Wind könne kein Mensch leben(Großer Beifall.) Ein Bierbrauer Peter», der auch noch Dummheiten auSznkrameu hatte, wnrde mit einem so furchtbaren Gelächter anfgenom- men, daß er sofort blamirt da» Hasenpanier ergriff. Die von mir eingebrachte Resolution:„Die heutige, von der Lau- deSpartei eiuderufenc Versammlung erklärt, nachdem dile ver- schiedeuen Redner gesprochen, fich für die Kandidatur de« Herrn Georg Winter",— wurde mit allen gegen sechs Stimmet angenommen. So verlief die von circa 1200 Personen besuchte Beriommlung. Eine Stunde später fanden wir Liberale und LandeSparteiler in einem Lokale de» Ort» hinter W-iu und Brate- sitzen, wobei sie, die Besiegten, fich al» Sieger geberdeten, sie heulten nämlich verschiedene, die Reaktion lobhudelnde Lieder, und endlich, nachdem ein besof- seuer Bourgeois warnte:„Hütet Euch vor den rotheu Reichs- feinden," brachten die entzückten Weinsiufer verschiedene Toaste auf den begeisterten Reaktionär au«. Hiermit wurde da» Drama dieser lächerlichen reaktionären LaudeSparteller geschlossen, nachdem wir diese Subjekte ordentlich zurechtgesetzt hatten in der Beesammluug. Arbeiter, diese« Ausspruch de» besoffenen Bourgeois gilt Euch; wir sehen daran«, wa» diese LandeSparteiler für Reaftionäre find, da sie zur Unterdrückung steißiger Arbeiter auffordern. Uaserc Parole sei am Wahl- tage Herr Georg Winter und kein reaktionärer Augusten« burger Trabant. Mit social-demokratischem Gruß Rudolph. FriehlichSstabt, 4. Ja».(Volksversammlung.) Am Sonnabend, den 3. Januar, Abends 8 Uhr, hatten wir im Saale de« Herrn P. B. Jensen eine Volksversammlung mit der TageSordn.: Die bcvotstehevde ReichStagswahI. Herr Baldauf an« Husum referirte vor de« zahlreich vonWahlberech- tigten au» Stadt und Land besuchten Versammlung. Et wurde von einem Parteigenossen da» Programm der beut« schell Arbeiter verlesen, welche« mit Begeisterung aufgenom- me« wurde. Zum Schluß brachte die Versammlung ein dreifach donnernde« Hoch auf unseren Arbeiterkandidaten, Herrn Otto Kapell, an». Unter dem Gesauge der Mar« seillaise wurde die Versammlung geschlossen, da der Bürger- meiste» die Sabbathordnnng heranzog. Die Arbeiter blieben uoch lauge zusammen und veespracheu, bei der Wahl alle zu erscheinen und nur genanntem Kandidaten ihre Stimme geben zu wollen. Eine Tellersammlung ergab die Summe voll 7 Mark 4 Schill. Mit social-demokratischem Gruß F. Drees, Fscher. WaudSbtck. S. Jan.(Bericht.) Obgleich hier langt Zeit jeden Sonnabend Volksversammlung abgehalten, ist mir die Abhaltung derselben am 3. ds». polizeilich verboten. Nähere» folgt. I. Laffercnz, Mathildenstr. 14. Litgllitz, k. Januar.(Wahlagitation.) Ja Breslau wollteu wir auf einem freien Platz eine Versammlung ab- hatten, welche jedoch von der Polizei untersagt wurde. Eine am 30. Dezember vsn Internationalen, OttSvereInlern und „Ehrlichen" einberufene Versammlung wurde gerade aufge- löst, als ich mich zum Worte meldete. Die„Ehrlichen" waren schon bange, daß ich ihr Gewäsch widerlegte; Hassent- lich werden diese Burichen hier keine Versammlung wieder elnberufeu. Am Sonntag, den 4. d., hatte» wir in Sold- berg eine Versammlung. Als ich dieselbe eröffnete, fragte mich der Bürgermeister,„wer ich sei". Auch wollte derselbe den Ekbcrnfer, Herrn Warmer ans Lieguitz, sehen. Da derselbe nun am Erscheinen verhindert war, meinte der Bür- fiermeister, er müsse die Versammlung„im Namen de» Ge« etzeS" anflöseo. Solche Schwierigkeiten haben wir den Ge- »ertsvereluleru, die für den Geheimen RegierungSrath Jakobi agitiren, zu verdanken. Die Versprechungen de« Jakobi habe ich In der Versammlung am 5. d. in Hayna» mit angehört; als ich mich zum Worte meldete, wurde der Antrag von den Nationalliberaleu gestellt, mir da» Wort nicht zu gestatten, aber dieser Autrag wurde abgelehnt, und hatte Ich somit Ge- legeuheft, den Jakobi»idenllich zn widerlegen, welche« ein fürchterliche« Gebrüll der Bourgeois verursachte, und die Versammlung konnte eher mit einem zoologischen Garten vergltcheu werden, al» mit einer Versammlung vernünftiger Menschen. Mir wurde nun da» Wort entzogen, da die Wahrheit nicht bei den nationalliberaleu Bourgeois zu Hause Ist. Arbeiter, Wähler, lauge genug haben wir die Schmach ertragen, un« von der Bourgeoisie verspotten und verhöhnen zu lassen, zeigen wir ihr, daß wir Männer sind, die Mnth und Ausdauer im Kampfe bcsttzrn, und der Sieg wird unser sein. Mit social-demokratischem Gruß K- R. Reinder«. Utltzt», 6. Januar.(Allgemeiner Bericht.) Wir habe» im Monat Dezember viele Versammlungen abgehatte», worau sich die Maurer und Arbeiter betheiligteu. Unter- zeichnete» besprach die ReichStagSwahl unter begeistertem Beifall der Anwesende». In de, dritten Versammlung haben wir ewstlmmig den Herrn Dr. Kirchner au» Einbeck al» ReichilagSkondidalen aufgestellt. Auf ein dcSfällige« Schrei- beu au th» erhietten wir eine mit großem Beifall begrüßte Antwort. Heute, den 5. Januar, hatten wir eine gut be- suchte Versammlung, worin Viele au» den»mllegenden Ort- u und d-r kleinen Stadt erichieneu waren. Herr Tri« bürg war Referent. Die national- miserablen Subjekte schnitten saure Gesichter, al« die Arbeiter häufig den Redner du:ch B'�voru�en unterbrachen. Ans eine Aufforderung zur Jnterpelüuiou meldete sich Niemand; die Bourgeois hatten e» vorgezogen, in die Kneipe zu gehm. Am Donnerstag »erden wir unfern Herrn Kandidaten in unserer Mitte haben. Wir rufen allen Freunden unserer Sache zu, muthig zu wirken, zu kämpfen und die Fadne unsire« großen Bor- kimpfer«, Ferdinand Lassalle's, hoch zu halten. Mit social- demokratischem Gruß I. fr D elf«. Aken, 5. Jan.(Volksvcrsammluug.) Amgestrigm Nachmittage sollte eine Wählerversammlung der liberalen uud konservativen Partei im Gasthofe„zum Bären" hier- selbst abgehalten werden. Beide Parteien hallen deu Plan, zur Schädigung der social-demokeatischen Partei, sich zu» Wahl de« frei-konservativen Amtsraths Dictze von Barby zu vereinlsteu. In Folge diese» erschienen auch, nach dem Vorbilde ,n Bernburg, die Mitglieder des Allg. deutsch. Arb.- Verein« in noch stärkerer Anzahl, al« beide»beu erwähnte» Parteien. Der Bürgermeister Blüth gen eröffnete gegen 4 Uhr die um 3 Uhr anberaumte Versammlung mit einer kurzi», unseren Gesinnungsgenossen gehässigen Anrede und ging zu» Konstiwirung der Versammlung über, schlug deu Stadtoer- ordmteu Th. Rnuge zum Präse« vor, jedoch wir schlugen «msern Bevollmächtigteu Fleckstein vor,«elcher die Wahl annahm. Nachdem er die Tribüne bestiegen, ließ er uoch eiuen Stellvertreter wählen, ebenfalls au» unsere, Mitte; so- dann schlug Herr Blüth gen als Schriftführer de» Schuh- machermcister Kirchhof, welcher bei der Volksversammlung diese Stelle»erlrat, mit solcher Ironie vor, daß die ver« sammlung unruhig wurde. Nachdem wieder Alle« ruhig war, sprach dir Präses einen Augeoblick, al» ihn Herr Blüthgcu unterbrach, worauf sich der Präse« genöthigt sah, die«er- sammlung zu schließen. E« wurde von unserer Seite de, Gesang der Marseillaise augestimmt, dl« die Polizei die Ver- sammlung auflöste. Der Saal wurde geräumt uud wir be- nun» nach dem BereivSlokal. Mit focial-demokr-usche« Gustav Kühne. Hamburg, 28. Dezember.(Maßregeln zur Wahl.) Wie sehr man bemüht ist, die Arbeiter möglichst vou de» Wahl abzuhalten, davon habe Ich wieder einen neuen Beweis. Während der WelhnachUfeiertage war Ich in dem Dorfe Dockenhuden bei Blankenese; da hörte Ich zu meinem nicht geringeu Srstauue», daß alle jungen Leute, die da» 25. Iah, erreicht, jedoch nicht»e> heirathet, also In Logis»der Schlaf- stelle siud, von der Wahl ausgeschlossen seien. Darauf be« gab ich mich zu dem dortigen Baucrvogt, der die Wähler« liste führt, um mich nach der Ursache diese« Ausnahmegesetze« zu erkundigen, fand aber, daß der Mann eine solche Unkennt- uiß de» Gesetze« besaß, daß er erwiderte:„Er könne so viel lesen uud schreiben, daß er au« dem Reichsgesetz ersehen habe, daß nur diejenigen wahlberechtigt seien, welche 25 Jahre«ud „wohnhaft" seien, daß aber Diejenigen, dir nur Logis oder Schlafstelle halten, nicht wohnhaft wären." O oancta sirn- flicitas! Nachher sprach ich uoch mit Parteigenossen und orte, daß diese« Ausnahmegesetz de«„gelehrten" Bauervogt« große Unzufriedenheit hervorgerufen hat. E« ist jetzt leide« zu spät, diese Dummheit wieder zu berichtigen, ludem die Wählerliste geschlossen ist. Durch diesen Streich wird vielen Arbeitern da« Wahlrecht vorenthalte». Wir hoffen aber trotz- dem, unfern Kandidaten, Herrn Georg Winter, durchzu- bringen, deshalb, Freund-, muthig weiter, zeigen wir dem „gelehrten" Bauervogt, daß wir trotz seiner Maßregel doch siegen. H. L. Güstrow, 2. Januar.(Bolksversammlong.) Am Sonnabend, den 27. Dezbr., hielten wir hier eine überaus zahlreich besuchte Volksversammlung ab; Herr Flu» wa, Referent. H. Odebrecht, Bevollmächtigter. OSuabtück, 29. Dezember.(L g i t at io u« b e ri ch t.) Am 9. Dezember fand hier im Hillebraud'schen Hotel eine sehr zahlreich besuchte Voll«- Versammlung statt, worin Herr Hurle m anu au» Berlin, ReichStagSkandidat für Osnabrück, sein social-polittsche« Programm entwickelte. Nach seinem mit großem Beifall aufgeuommeuen Vortrage wurde eine von Herrn Lesse» eingebrachte Resolution einstimmig angenommen. Am 11. Dez. fand io Bramsche eine Volk«- Versammlung statt, worin Herr Hurlemanu ebenfalls referirte. Bon da ging'S nach Osnabrück; es hatte fich eine Anzahl Bourgeois eingefuuden. Nachdem Unterzeichneter gesprochen, referitte Herr Hurlemanu zur vollständigen Zufriedenheit de» Arbeiter. Ein Rettor Gesner fragte Herrn Hurlemanu, ob er noch nicht fertig wäre; die anwesenden Arbeiter aber»er« langte», daß Herr Hurlemauu ruhig welter sprechen möchte. Der Rektor meinte, e« gäbe nicht 93, soudcru 99 Prozent arbeitende« Volk, und vou diesen wären die Vertreter im Reichstage gewählt. Herr Hurlemauu und ich hatten uns uoch zum Wort gemeldet, aber der gute Herr schloß unter großem Unwillen der Arbeiter die Versammlung. Die Wahl wird ausweisen, wa» diese Beriammluug für un« genützt hat. Am 13. Dez. fand eine Versammlung in Bersenbrück statt, welche gut besucht war. Von da ging'S am 14. nach dem frommen Ankum. Um 5 Uhr eröffnete Unterzeichneter die Versammlung; al» ich aber ungefähr 5 Minuten gesprochen, versuchten die Mitglieder de» katholischen Gesellen» erelu«, welche fich in der Nähe eine« Pfaffen stellten, ihre Flöten, welche zum Zweck de» ScaudalmacheuS mitgebracht waren; ala ich darauf aufmerksam machte, brach diese pfiffische Baude von Neuem lo», welche« Gebahr-n der frommen Ge- scllen der anwesende Pfaffe mit Wohlbehagen betrachtete. Darauf wurde ein Vorsitzender gewählt, derLdom Borfitz- führen nicht mehr verstand, wie die Kuh vom Sonntag. De» Pfaffe stellte den Antrag auf 20 Minuten Redezeit; unter großem Gebrüll der psafffschen Bande wurde dies acceptirt, worin jeder vernünftige Mensch nicht einstimmte. Herr Hur- lemanu erklärte, in 20 Minuten könnte er sein Programm nicht entwickeln. Do» Gebrüll de» sogeuannten„frommen Christen" erhob fich von Neuem Al« wir un« in'« Gast- zimmer begaben, sahen wir erst, wa« diese Bande vor hatte; sie umzingelten un», und wie ich merkte, daß ein Pfaffen- knecht anscheinend sein Messe« zog und seine frommen Anhänger winkte, auf uu» näher einzurücken, machte ich Freund Hurlemauu aufmerksam und wir verließen da» Zimmer, um un» deu Augen eine» aufgereizten Bande, welche vou großem vorurtheil besänge» war, zu entziehen. De, fromme Pfaffe ließ sich nicht wehr sehen. Bei solchen Vorkommnissen lasse» sich die Worte de» großen Nazarene«:, Vcrgi b ihnen, den» sie wissen nicht wc« sie thuu," sehr gut iu Anwendung briu- gen. Von da gingen wir nach Fürsteua«, wo wir a« 16. Dezember eine Versammlung abhielten, welche gut be- sucht war. E« waren zwei gedungene Subjette, welche Ruhei iirunaen vornehmen wollten, aber selbst zn d'' .u. vutzlgtll Geschäft zu eiufältig waren. Ein Man» da Wissen« � schast, welcher länger. Zeit sich mit der s.ci.l.» Frag, b.« ," schäftigt, erklärte, zum«erger unserer Gegner, sich mit unse« " tm Forderung.- vollständig einverstanden»ud bemalte, sich zu uns wendend, Uber die RuhcstSrungen:„Lasten Sie diese, die Tumultanten, doch laufen; gegen die Dummheit kamp-en Götter selbst vagebea»". Am 13. Dezbr. fand in Engter '*«Ine gut besuchte Versammlung statt, wo Herr Hurlcmann "Y ebenfalls referirte. Einem anwesendcu Pfasten kamen unsere ° radikalen Fordaungeu etwa« paradox vor, namentlich die Badesterung da Schulen; daselbe meinte, die Schulen wareu schon gut genug, denn ein Landmann brauchte nicht so viel , Bildung, wie ein Stidta;» erNärte ferner, es paßte durch« l** aus uicht, daß die Schulen weita ausgebildet würden. Er „ wünschte die Bolksvadummung. Der Wahlkamps wird hia 7* ein heißer wadcn und wir«erden anscheinend siegreich aus ' demselben hervorgehen. Mit social-demokra'stchem Gruß Frau,«lute. '> Schiilp. 30. Dezbr.(Zur Wahlagitation) Sonu« 's? abend, den 27. ds»., war in Heide, dem Hauptsitze da Lau- 7* desPartei, durch da» Wahle, mitS dersclben eiue Wählaver- m' sammlung einberufen. Freunde und Gegna der Laudespar« � tri waren eingeladen. Der Abend kam heran; da« ganze Lokal war fast überfüllt. Um 8 Uhr aöffnetc der Einbau« � fa, Her, Buhmanu die vasammlung und forderte nach W riaer kurzen Ansprache die Versammlung auf, eiueu Bor- � fitzenden zu wählen. Da« Bureau kam iu uufae Hände; e« J* wurden die Herren Vogelmann aster, Sach« zweita Bor« fitzender. H. Off. Schriftführer. Zunächst erhielt Herr vr Griebel da« Wort and entwickelte in kurzen Züge» da« Programm seiner Partei. Hi rauf erhielt Herr I. Heger au« Altona, an Stelle de« Herrn G. Winter, der durch a«rankheit vahludat war, zu kommen, da» Wort; derselbe wies darauf HI«, daß Rechtsftagen Machtftagen seien und "st baß wir Schleswig Holsteiner die« zur Genüge erfahren; be- tonte fnna, daß mit Anakennung de« Landesrecht« noch uicht da« natürliche, dem Menschen angeborene Recht, uim- m lich da« Recht, den vollen Ertrag seiner Arbeit zu genießen, verwirklicht sei. Herr Heger halte kaum eine Liertelstuude -gesprochen, al« der Klrchfpielvogt, sich auf die dänische Sab- "st bathordnuug stützend, die Versammlung schloß. Unser Wi« s?' derspruch und Hinwei« ans die Ungesetzlichkeit der Schließung Jst* war vergeben«. Unser Sieg war dadurch nicht vollständig. � In Westelbureu sollte er e» werden. Dort fand am 29. in ' der Tonhalle, einem der grbßten Lokale im Ort, eine vou der LandeSpartei einberufene Versammlung statt. Da» Lokal wa, mit Flagge» und Guirlanden geschmückt; an der Red« Uerbühne prangte die stolze Inschrift„LandeSpartei'; da« Lokal wa, überfüllt; die Fortlchrittler, die LandeSpartei und wir waren vertrete«. Heute sollte e« sich zeigen, welche Par« tei den Sieg davontragen«erde. Der Vorsitzende de« Wahl» comits'« der LandeSpartei, Hofbesitzer D. Peter«, eröffnete um s Uhr die Versammlung und wollte ohne weitere Ab« Kimmung den Vorsitz behalten, aber wir machten dem Herrn seinen Standpunkt klar, und e« wurde ein Bureau gewählt. Unterzeichneter wurde erster, Herr Sach« zweiter Vorsitzen- der, Herr Vogelmann Schriftführer. E« erhielt zunächst vr. Griedel da« Wort. Der Beifall war ein spärlicher. Hier- auf sprach Herr Heger and widerlegte iu klarer Weise die Aulführungcn des Borredn-r» und schloß unter rauschendem Beifall. Er stellte demselben die Frage:„Ob seine Partei da« eherne ökonomische Gesetz bestreite und ob diese« durch die Anerkennung de« Landesrechte beseitigt werde?" Dann ehielt vr. Griebel da« Wort, verwickelte sich iu Widersprü- je» und sagte schließlich, seine Partei sei eine politische, keine sociale. Dann sprach ein Anhänger der Fortschritt«« Partei, Lehrer Anbressen au» Weflelburen; er betonte, daß '•a die Roth der Arbeiter anerkenne, glaube, daß dieselbe durch 'ie Gesetzgebung beseitigt«erden müsse, und erwähnte dann «e bekannte Phrase von der Gefahr für da» deutsche Reich inrch die Römlinge, bekämpfte die LandeSpartei und forderte ».»Ie Versammlung aus, deu vr. Loreuze« zu wählen. Dann t, ssdielt vr. Griedel wieder da« Wort, der sich gegen die Au«« � führungen de« Lehrer« Lndressen wandte Wd am Schlüsse vt»ach einige Ausfälle gegen Heger machte. Herr Heger»i« Ig verlegte durch Lassalle'S Broschüre:„Feste, Presse und Frank- 9' Abgeordnctentag", Beide, den Fortschrittler und den ie. vartikularlsten. Am Schluß führte ein Anhänger der Lau« hl Pf?®?'1, Ptter« an» Heide, die Rr. 126 de« ,.B°lk«staat" u,'"stjjkunr- Eine darin enthaltene Notiz sollte unsern San- didaten, Herrn Winter, gänzlich vernichten, erzielte aber da» Nitgegengefetzte. Jene Notiz besagt, daß Herr Winter iu seinem Ausruf, worin er schreibt:„Laßt Euch nicht beirren »»» den wenigen Anhängern der Eisenacher. welche die Wahl de, vr. Griebel betreiben l" gelogen habe. Dieser Herr mußte aber, nachdem Her, Heger ihm die Sache klar gelegt, nuraumeu, daß Herr Winter die Wahrheit gesagt. Da alle Gegner besiegt waren, forderte Herr Heger die Versammlung auf und bewte«, daß e» Pflicht eine» jeden für Freiheit und VolkSrecht strebenden Wähler» fei, nur dem Manne seiue fctinnne zu geben, der bewiesen, daß er die heutigen trauri- C? O*6' ec,ou Lassalle vorgeschlagenen Wege beseitigt werden; der ferne» #l.'1 skive ganze Kraft daran setzt, die« zu ver- »trtllchen. Hierauf wurde mit überwiegender Majorität fol« "st" Hsrrn Boaelmann eingebrachte Resolution auge- I»*m12iLc" H Mutige, von der LandeSpartei einberufene ���«wwng erklärt, nachdem sie fSmmtliche R-dne, KS llrfllLk,n««führungen de« H-m. Heger au« llttona ewvirstanvku und beschließt, mit aller Krale lür d», St. Paul, Korvetteukapitäu, göuueu wir die« Ver« gen gerne. Noch ein paar solche, Siege und Jedermauu weiß, welcher Unterschied zwischcn einem Offezicr und einem Arbeilerkandidaten zu finden ist. Nun, Wähler de« Nicder-Barnimer Kreise«, entscheidet. Da« Eomite. Sprechsaal. •fi >e« r« e« >t« lel 'e. rd er ,» t» er ie m tz' >» m ch er »b r« «. it l» i» » hl 1. !b» m ie a. ». », he e« }' er er <, r« m » »« }V a» i» id Die letzte Notiz de«„Neuen Social-Demokrae" über den rtnch», dem die Trauben zu sauer sind, hat In den höheren «reisen de, hi-figeu Fortschrittspartei unbeschreibliche Wuth erregt. Die„Westfälische Zeltung" mußte in'« Feuer, um "'"' �' e---- V, - VWW Vv*'VM v-ti14, WuP ' ültona einverstanden und beschließt, mit aller«rast für de- � staudidatcn der Arbeiterpartei, Herrn Georg Winter, wirken s, n wollen. Eiue Tillerfannnlung zum Wahlfond« de« Allg n»eutsch. Arb.-Ber-iv« ergab die Summe von 5 Thlr. 2 Sgr. lud jetzt, Parteigenossen in der Marsch und Geest, thut iberall Eure Schuldigkeit, beweist, daß noch da« Blut der elten Ditbmarscher in Emm Adern rollt, damit am Tage >rr Wahl unser Kandidat siegreich au« der Urne hervorgeht. lstit social-demokrati'chem Gruß Pete, Eiime». Berua«, k. Jan.(Die Humanität der Besitzen- ist groß.) Ja der Wählerversawmlvng vom 6. ds«. »ar e« den Wählern nicht erlaubt, ihre Einwendungen dem« zemäß zu machen, wie e« wohl nolhwendig b" der Reich«. u,»»«wahlaerhandluug ist. Wer sich zum Wort meldete, mußte M-iu Wähler de« Herrn Bürgermeister» sein. Al» sich !>trr Herrmann z»r Geschiit»orduung da» Wort erb�, -hielt er die Antwort de« Bsirgmueister»:„Sie sind uicht ichbfreuudlich;»erlassen Sie da« Lokal." und schrumm »tte mau Herrmann beim«ragen, ein Polizist and«in 'nwd'arm hatten Ihn, und er mußte heran». So nur fort, ■«m werden wir bald Aar»erden,»ie man sich al« Arbei« � den dentigtn TageSfra« erregt.„------.-_. ihre uicht mehr so ganz gläubigen Leser durch folgende Er- klirun, zu beruhigen:„Herr vr. Becker rähme ein Mandat au« dem Grunde nicht gerne an, weil seine oberbürgermci- sterlichen AmtSg-schäfte ihn voll und ganz in Anspruch näh- wen; über eine« Er atzmann würde man jedoch erst in den WeihuachtStagen schlüssig werde»;„mau", da« heißt, eine« jener fortschrittlichen Eomitä'«, welche sich durch ihre Anonq- mitit einen Namca gemacht haben, Biedermänner, welche beim trauliche« Scheine einer«»eipenlampe sich selbst«äh- le», um Ihre Mitbürger mit einem Relch»tag«chrlstu«kmdchen zu beglücken. Denn kein Dortmunder weiß vou einer öfieut« lichen Versammlung, au« welcher ein liberale« Reichstag»- wahlcomitö hervorgegangen Ware, oder sollte die bornirte An- maßung der Fortschrtttter so weit gegangen sein, ein Eomits für die ZensuSwahlen de« Landtage« In ein Reichstagswahl- comit» umzuschmieden? Deß jene Erklärung der„Westfäli- aira Zeltung" mit ihrem kmdischeu Bcrsteckenspiclen sehr we- g« Wähler befriedigte, wird un« Jede» glauben; zur Eni- schuldigung des uuglücklichen Scridenten jedoch, welcher nicht ander« schreiben durste, wollen wir folgende Aufklärung de» Sachverhalt« bringen, für deren Wahrheit wir mit jedem Worti einstehen. Au dem Stammtische einer Dortmunder Wlrthschift wurde vor einiger Zeit von hiesigen Fortschritt- lern ein Gesprich über die ReichStagSwahleu geführt, wobei immer betont»mde:„Auf keinen Fall dürfen wir zugeben, daß Herr vr. Becker seine Kandidatur wieder ausnimmt." Ein bekannter Agitator der Fortschrittspartei, Fabrikant und alle» Mögliche, äußerte sich sogar folgendermaßen:„Lauge Jahre habe ich für Herrn vr. Becker gewählt, aber diesmal denn doch nicht I Diese Aeußcrvng, welche beweist, daß mau die Kandidatur Becker'» uicht allein an« Oppottuvititlgrün- den falle» lasse» wollte, kam an« dem Munde eines Mauoe«, welcher früher unermüdlich, noch voller Ueberzeuaung, für vr. Becke» Lanzen brach, un» dessen Energie allein derselbe seineu Oberbürgermelsterfitz zu verdanke» hat! Dochte der Mann an da« durch die gesprengte BolkSbank cutstandeu« tausendfache Elend, an die Entrüstung der ehrlichen Welt? Daß dieser Man» uicht der einzige irre gewordene Freund de«„rotheu" Becker war, beweist ferner ein von vielen hiefi- gen Kortschrittlern an den Gründer Herrn Loni« Berger iu Witten(zur Zett iu Berlin) gerichtet«: Brief, in welchem derselbe von der Sachlage unterrichtet und zugleich um Au- nähme der für Becker unmöglichen Kandidatur ersucht wmde. Louis Berger schien jedoch nicht wagen zu dürfen, seinem früheren Herrn und Meister so offen vor den Kopf zu stoßen; er antwortete ablehnend und schloß mit den Worten:„Da« Beste, meine Herren, ist, Sie wähle» Herrn vr. Becker wie- der!" Um der„Westfälischen Zeitung" den Versuch eiue« Dementi« zu ersparen, wollen wir hie, bemerken, daß un« da« Schreibe» de« Herrn Berger vorgelesen wurde. Man wird unwillkürlich von Mitleid ergriffen, denkt mau an den armen Oberbürgermeister, au« dessen Kandidatur sogar trotz dieser Empfehlung nicht«»erden«ollte, trotz der krampfhaf- testen Anstrengungen, die einige Satelliten in ter Presse und im Geheime» noch in den letzten Augenblicken unternahmen. Al« der Gründer Louis Berge» sah, daß iu Dortmund Alle» au« dem fortschrittlichen Leime ging, sohlte er ein menschliche« Rühren und nahm die Kandidatur für den Wahlkreis Dort- mund an, um sich al«„Ersatzchristkiudchen" deu überraschten Wählern von einer Handvoll Leuten prösentiren zu lassen. Um Herrn Berger jedoch die Illusion zu nehmen, in Dort- mund auch gewählt zu werden, wollen wir ihn au die bc- rüchtigte Maßregelung der 30 Dreher auf der Berger'schen Fabrik zu Witten erinnern, welche dor ungefähr fünf Jahren die Arl eiterkreife der rothe« Erde mit namenloser Wuth er- füllte. Sämmtliche 30 Dreher, welche da» todeswüidige Verbrechen begangen hatten, deu fortschrittliche» Laudtagsab- geordneten Herrn Berge, iu Witten um eine Lohnerhöhung von wenigen Groscht» zu bitten, worden mit Weib und Kind au die Luft gesetzt; dafür, daß die Arbeiter auf keiner ande- ren Fabrik Arbeit fandeu, sorgte man mit den bekannten Fabrikautenmlttelchen. Und diese» Mann, Arbeiter des Dort- munder Wahlkreise», wagt es, sich Euch al» Kandidaten für den Reichstag aufzudrängen; dieser Fabrikant, welcher vor einigen Monaten seine Fabrik mit Mann und Maus für schnöden Gewinn an eine Grllndercllque verschacherte, soll Euer RelchStagSabgeordueter»erden? Arbeitende» Volk, in Deinen Händen liegt die Entscheidung! Erkenne Deine Macht und ströme zur Wahlurne mit dem Feldgcschrei: Der Kan- didat aller Leute, welche keinen„Gründer" wählen wollen, heißt: C. W. Tölcke au» Iserlohn. DaS verflosiene Jahr. Die dänische Zeitschrift„Socialisten" bringt folgenden iuterrffanteu Rückblick aus die Arbeiterbewegung in Dänemark: Al« nach Beeudlgnng de« Krimkriege« da« mächtige russische Reich geschwächt und gedemüthigt zu den Füßen der westlichen Mächte lag und sich Frledensbedlngungen vorschreiben lassen mußte, welche seine Macht einschränkten, da hieß c« überall in Europa:„Nun ist der russische Koloß zerbro- cheui" Dieser Koloß hatte auch wirklich einen tödtlichen .Stoß bekommen, welcher ihn für viele Jahre an seinem frü- Heren mächtigen Austreten verhinderte, aber dennoch«ar er uicht zerbrochen, und die Begebenheiten de» Neuzeit haben am besten dargethan, wie wenig die Niederlege bei Sebastopol die Macht Rußland« untergraben hatte. Die russischen Staat«- Männer haben von der erlltteucn Niederlage gelernt, wor'u ihre Schwäche bestand; sie beugten sich unter dem Schlage, aber sie verstanden die Gründe der erlittenen Niederlage zu begreifen, und al« man den Fürsten Gortschakoff übe, die künftige Stellung Rußlands iu den großen Internationalen Angelegenheiten fragte, antwortete er nur:„Rußland ging einen Schritt znrück, um besser vorwärts springen zu können." Wenn man diese Worte ans den Gang der Arbeitersache hier im Lande während de« letzten Jahre« anwendet, wird man finden, daß sie ganz genau aus un» angewendet werde» können. Die Arbeitersache hie« im Lande hatte sich etwa» weit»orgewagt und eiueu Schritt gethau,»elcher de» zu verwickeln, s» daß nicht nur die Führer, sondern auch die Sache lahm gelegt wurde. Aber selbst durch Bauden und Zwang, selbst durch Beschränkungen und Hindernisse jede» Art kann eine gute Sache au Kraft gewinnen, und da« ist, geschehen mit der Aebeiteisache im letzten Jahre. Dieselbe«ar verwickelt w alle Netze, welche juristische Spitzfindlzkeite» und Beamtenwillkür zu schaffen vermögen. Die Bewegung schien daher anscheinend still zu stehen, aber in Wirklich- keit ist sie iu Ruhe und Stille stark gewachsen und deshalb sagen wir, indem wi, die Worte de» russischen StaatSmaune« anwenden:„Die Arbettersache ist eine» Schritt zurückgegangen, um so viel stärke, vorzuspringen." Die Geschichte der Arbeiterbewegung im verflossenen Jahre kann noch nicht beschrieben werden, denn ein großer Theil derselben besteht In Manövern, welche im Verborgenen vor- gegangen find, so daß nv« nicht gedient sein kann, die Kart« offen aus den Tisch zu legen, ohne daß da« Spiel geschloffen ist. Ei ist hinlänglich, wenn mau im Allgemeinen sagt, daß von den Arbeitern und ihren Führern ein beständiger Kampf mit der Partei g-fühtt Ist, die jetzt hier im Laude am Ruder fitzt, und daß dieselben gestritten und gelitten habe», um die Arbettersache vorwirt« zu führen. Die Arbette» haben, im Ganze» genommen, Treue und Ausdauer tm Kampfe bewiesen. Dle Verwaltung»« und GerichtSbeamteu haben sich treulich die Häube gereicht, um jede freie Aeuße« »ung und Bewegung nieder zu halten. Eiue admiiustrative Willkürlichkett folgte der anderen, ei» harte» Urtheil traf nach dem andern die Arbeiter nnd ihre Wortführer; aber gerade diese Vorfälle haben die Einigkeit unter den Arbeitern -estärtt und ihnen gezeigt, wie uothweudig e« sei, sich gegen- seitig beizustehen gegen so mächtige Feinde. Da» ist aber da« Wichtigste bei der Arbeiterbewegung de« letzte» Jahre», daß, während der eine Theil, die Arbeiter, mit Ruhe, Ord« nung und Würde aufgetreten, unsere Gegner alle Mittel anwandten, deren rücksichtsloseste Auwendung von der admi- uistrativen Behörde oder durch eine spitzfindige Deutung elu- zelner Gesetzerparagraphen zugelassen wurde, um den Ar« bettern auf den Leib zu rücken. Unsere neuen Fachvereiue und unsere Versammlungen auf dem Norderfelde bei Kopenhageu liefern einen schlagend en Beweis vou dem Ernste und de» Selbstbeherrschung, welche die Bewegung bezeichnet, aber die Beweis« von Maaß und Selbstüberwindung konnten die Be- Hörden nicht abhalten, alle versucht iu Scene zu setze», welch- sich nur eine Partei bedient, dl« da» E.setz zum Schirm der Gewalt benutzt. Wir bedenke» un« daher nicht, zu sagen, daß In dem verflosseueu Jahre Maaß und Be- sonnenheit die Au»zeichnungeu der Arbeiter wareu, während Rücksichtslosigkeit und Haß da« Auftreten der Behörden gege» die Arbefter gekennzeichnet hat. BI« jetzt ist e«»och nicht geglückt, solche Männer In da« Folkething zu wählen, dle de» Arbettera beistehen. Wihreud der letzten NeichStagsversammlung wachte die Linke im Folke- thing einen wohlgemeinten Versuch, verschiedene Behörde», welche sich Uebergriffe gegen die Kopenhagener Arbeiter-r- laubt hatten, al«: Einschränkung der Bersammlung»srelhett und Andere«, zu bestrafen; aber die Linke zeigte sich zu oha- mächtig, diese« durchzuführen. Wenn etwa« Gründliche» mrd Dauerhafte» für die Arbeiter geschehen soll, so ist die Ab« schaffung der bestehenden Beschränkungen Im Wahlrecht uoth- wendig. Das Obertribunalartheil übe« die drei Führe« Pio, Br!x und Geless ist uv« noch in frischer Erinueruug. Der jetzige Justizminister Klein batte in eine, öffentlichen Sitzung gesagt, daß,»cun er sie nicht begnadigte, so geschehe die« au« dem Grunde, weil er fürchte, sie würden die Arbeiter verführe» and verderben. Wir haben bereit« früher auf da»Heuchleri- sche einer solchen Aeußerung hingewiesen, und wir haben auch «Icht» andere« von eine« Regierung erwattet, die eine solche Anschaunng von Pio und seinen zwei Parteigenossen hat. *(Lrbelterunglück.) Dle Berliner Zeitungen bringen folgenden Pollzelbericht:„In der Borsig'schcn Maschinenbau« anstatt, Chavsseestr. 1, gerieth am 30. v. M. der Schlosser« geselle Roeder In Folg- eigeuer Unvorsichtigkeit mit dem lw« ken Arm in eine im Gang« befindliche Hobelmaschine und wurde ihm der Arm vollständig zermalmt." Als» wieder eigene Unvorsi chtig keiti Entschädigung braucht Her» Lorsiz al'o nichl zu»ablen. Zur Wahl. Die Lokale, wo die Tomitämitglieder ihren Sitz haben, find folgende: Hauptfitz: Äommandauteustr. 77—79, (Gratweil'S oberer Goal.) Der Vorstand.(Ecks.) I. Wahlkreis: Niederwall str. 37.(Niederlage.) Wißmeier. II. Wahlkreis: Markgrafenstr. 6. Seunwitz. 1) Unterabtheilung: Markgrafenstr. 6.(Goris.) 2) Uckermaun, Wasscrlhorstr. 69. 3) Wicnecke, Barutherstr. L 4) Münster, Lützowstr. 17. III. Wahlkreis: Fürsten str. 18. Kohlstädt. 1) Unterabtheiiuvg: Klische, Köppnickerstr. 69, Keller. 2) Bersümcr, Rittcrfir. 21. 3) E. Dastig, Oranienplatz, im„Türkischen Zelt". IV. Wahlkreis: Marknsstr. 28. Becker. 1) Unterabtheilung: Hahn, KraM«ftr. 51a. 2) Steinkopf, Straußbcrgerstr. 12 3) Höppner, Mantevffelstr. 90. 4) BrSnl. Langestr. 70 bei Weiß. 5) Wedekindt, Schillingstr. 1 bei George. 6) Börner, Bü chingbstr. 15. V. Wahlkreis: Rosenthalerstr. 56. Wittstock. 1) Unterabtheilung: Sievert, Auguststr. 24. VI. Wahlkreis: Jülialidenstt. 82. Kelbel. 1) Unterabtheilung: A Korn, Wollancksstr. 12, Keller. 2) Niemeier, Brunnen str. 38a. 3) Wlegleb, Thorstr. 12, Tunnel. 4) Meißner, Invaliden str. 82. Für Moabit. 5) Neumana, Kirchstr. 5. Für Gesundbraunen. 6) Böttcher, Prinzenallee 14, 4. Sing. Sämmtliche Hülfswahlmäuner müsse», wenn eine richtige� Regeluug stattfinden s. � sich am einfinden,»nd zwar Jeder in demjenigen Wahllokal, wo daS Comitsmitglied seinen Sitz hat. _ I. H. Ecks. B r i e f k a ft e n. Die Annonce de« Hamburger Straßcubauardeitervcreias hat, well sie hier zu spät ekvtraf, keine Aufnahnie gesunden. L. 17. sk. Der Inhalt Ihre« und über nndteu Artikels Ist schon vielfach behandelt und überdeui in der, Allen de- kannten Broschüre:„Offene« Anlwoellchrelbcn", enthalten. Ich möchte den Kassirer de» Maschinenbau- und Metall« arbelterverein» ersuchen, da« Selb zum Berliner Wahlfonds, was er inuc hat, so bald wie möglich abzugeben. _ Joh. Jagim. Annoncen. Jahrgang II. Die erste Liefervag der Social-politischen Blätter erscheint den 20. Januar. Alle Postanstalteu uehmea Bestellungen an. Der Jahrgang I. kann noch nachgeliefert werden. Um zahlreiche« Abonrement ersuchen __ W. Hascnclever. ffi. Haisclmann. Kur Berlin. Am Donverftag sind Beriammlnugen: Köplliekersir. 172. — Straußdcrgerstr. 33.— Schinhanserstr. 132a.— Zum kleinen Thiergarten.— Birkeustr. 4.— Gtromstr. 36.— Thurmstr. 81.— Artilleriestr. 3. Am Freitag: Admiralstr. 16.— Gartenstr. 63.— Waßmannstr. 23.— Weberstr. 17.— Nene Hachstr. 17g. — Äreiftwalderstr. 68.— Angnststr 47.— Elisabethstr. 5. — Linienstr. 57.— Elisabethstr. 17.— Tieckstr. 16.— Waldcmarstr. 19.— Roseuthalerstr. 39.— Münzstr. 5.— Auklamerstr. 60.— Anklamrrstr. 44.— ftopnickerst». 146a. — Neueste. 30.— Aöpnickerstr. 69.— Prinzenstr. 71.— Brnnnenstr. 38a.— Bekerstr. 63.— Juvalidenstr. 103.— Fürstcnstr. 21.— Köpnickerstr. 121a.— Bennuenstr. 129a. — Prenzlauerstr. 42.— Schönhauserallc 51.— Mariannen« ftraße 16.— Skalitzerstr. 25.— A-dreaestr. 49.— Markus str. 29.— Laugehr. 17—19.— Krautsstr. 51a.— Gr. Frankfurtersir. 77.— Weinst:. 23.— Waßmannstr.« und Elisabethstr.-Ecke.— Landsberger Kommunikotlon: Weißen« berg.— Straußbergerstr. 49.— Lwienstr. 64.— Sodhien« ftraße 15 fTunncl).— Zeufhafstr. 5.— Thorstr. 9.— Mulackfir. 6.— Brunnenstr. 113.— Anklamerstr. 18.— Oranieustr. 24.— A albertstr. 61.— Nannynstr. 31.— Melchiorstr. 15.— Neue ttinigsstr. 7.— Neue KöuigSstr. 20(kanuel).— Preuzlauerstr. 12.— Manteuffelstr. 90.— Mauerst,. 78.— Eliiabethkirchstr. 6.— Angnststr. 80.— Oppelnerstr. 8.— Schörhauserallee 103.— BerichtSstr. 56. Pat«d«werstr. 103.— Gartenstr. 13.— Wollanckstr. 12. — Planuscr 22.— Planufer 11.— Thorstr. 12.— Wein- meistcrstr. 18.— Manteuffelstr. 80.— Skalitzerstr. 128.— VIrchstr 5.— Moabit 9.— Strom str. 22.— Waldstr. 39. — Mühleustr. 60.— NüderSdorserstr. 45.— Langestr. 65. — Landsberger Chanssee: Böse.— BreSlauerftr. 30.— voppeuftr. 92.— Grüner Weg 73.— Ardreasstr. 26.— Laudwehrstr. 11.— Gr. Feledrichsstr. 238.— Markgrafen« ftraße 6.— Gltschiaerstr. 75.— Fehrbellinerstr. 98.— vergstr.: SocietätSbrauerei.— Pautstr. 25.— Koloniestr. S3a.— Plautaacustr. 1.— Nenestr. 30.— Neucstr. 10.— Badstr. 22.— Freieuwalderstr. 33.— Paukstraßc 12a.— vadstr. 65—66.— Koloniestr. 3.__ Bttliner Akkordttägrr- und vauarbeUer-Bereiu. Oeffeutliche Versammlung Eovvtag, dcu 11. Januar, Vormittags 10 Uhr, im Lokale de« Hrn. Linde mann, Mautmffelftraße 90. Tagetordu.: Bortrag. Verschiedene« und Fragekasten. Nene Mitglieder»erden aufgenommen. _ Wllh. Wißmaun. Sämmtl. Tischlergesellen Berlins zur Nachricht, daß wir bei dem Ptauofortefabrikanteu Qnandt, Grüner Weg 55, wegen Lohnabzuge» die Arbelt eingestellt haben. __ Sämmtliche Tischlergeselleu der Fabrik._ Sämmtliche Tischlerfieselle« Berlins »erden hiermit dringend aufgefordert, alle diejenigen Arbelt« aeber, welche mit Lohnabzügen vorgehen, sofort auf dem Bureau Molkenstraße 10 zur Anzeige zu bringen, damit wir wissen, wenn zum Frühjahr ein besserer GeschästSgang ein« tritt, wohin wir in erster Linie unser Augenmerk zu richten haben. E« sind bereit« mehrere Arbeitgeber ohne Grund und ohne von der Konkurrenz dazu genöthigt zu sein, mit bedeutende» Lohnabzügen vorgegangen. ____ W S-bm'tz, Bevollmächtigter. Silk«erlin. öttcher-(Mper-) Berein. Ausschußsitzung Sonnabeud, deu 10. Jawiar, Abend» Ahr, im Bereinslokal. Zu dem am 15. Februar stattfindenden BaU find Herrenbillet» st 10 Sgr. in jeder Versammlung zu haben, au der Kasse kosten dieselben 15 Sgr. Damen haben freien Zutritt._____ A. H. Generalvers ammtung sämmtlicher Maschiuenbau- und Metallarbeiter Berlms (Mitglieder der Geueralkraukenkaffc) Sonntag, den 11. Jaonar, Bormittags 10 Ahr, im g'oßen Saa e Saphienstr. 15. Tage«ordn.: 1) Der Bescheid vam Berliner Magistrat aus unsirn Protest an die königliche Regierung zu Potsdam. 2) Lerfchledenc». I. A.: B-thge. Meyer. Diejenigen Kallegen, welche am Sannabend nicht arbeiten, mögen fich Bormittag« zwischen 9 und 10 Uhr im Tunnel, Sovbienstr. 15, einfinden._ Der„Neue Soctal-Demakrat" liegt an« Adalbert str. �84, Im Keller bei Grahl, Restanratenr. Kür Charlottevburg. »llgem. deutscher Maurer- uud Stciuhauer-Berei» Großer Ball Sonnabrud, den 10. Januar, im Lokale des Herrn Ulrich, Berliuerstr. 89. A.fang 8 Uhr Abend«.— Enttöc für Herren?! Sgr., i für Damen 2� Sgr. j Gäste find, weil e» gerade der Wahltag ist, willlamme».' ___ Da« Towit«.; Auf zur Wahl! f Für Lichtenberg, Friedrichsberg, Friedrichsfeldc uud Umaegeud Freitag, den 9. Jan., AbendS 7 Uhr, findet im Wulff'schen Lokal in FritdrichSberg tiae Wahlbefprechung statt. Herr St Paul Jllaire, S0(« vettenkapitäll, konservativ, wird anwesend sein. Kennt Ihr Eure Pflicht? Dann»»rwart«! __ Da« WahlcvmUe. Für Altona. Flinftrs Verzeichniß der eingegangenen Gelder zur Reichs- tagswadt. Schulz, Gr. Elbstr. 143, 5 Mark 10 Schill. I. Hell« meicr'« Fabrik 35.—. V. H. Ramm'« Fabrik 22. 8. Ralow, Verfamml., AhrkN«b»rg, 14. Dez. 7. 8. Von Ra- law 2. 8. C. Möller'« Fabrik 19.—. Prödel', Fabrik 4.—. L. Wals'« Fabrik 7. o. Sieck', Fabrik 23. 10. Detert'« Fabrik 4. 1. T. Schröder'« Fabrik 10. 4. F. Detlef'» Fabrik 23. 2. H. Niemann'« Fabrik 15.—. Dahm'I Fabrik 7. 8. Bergmann'« Fabrik 22. 8. Korporation de» Schuhmacher 84. 10£. Hyranimn»' Fabrik 10. 9. Durch Büttner von mehrere» Ctgarrenarb. 4'—. Miller« Fabrik, Hopsst. St P. 6. Ii. Rex' Eisengießerei 6. 14. H. Reelsen'» Fabrik 20. 12$. Lohweier'« Fabrik 5.—. F. Werver'« Fabrik 11.—. F. Südel, Mitgliedschaft. der Schiffezimmer« lcute in Altana 117. 1. Durch Sahrt, Schueidcrwerkstiitte (Biting) 12. 8. W. Feuerstein 10.—. I. Petersen'« Fabrik 36.—. Von Arbeitern be, Fouruicrsabrik von Bargen 7. 12. Hlnkel'S Fabrik 9. 1. Laferentz' Fabrik 5. 12. I.! Dohrn'« Fabrik 60.—. H. Kelting'« Fabrik 11. 5. Lei- decke:'« Fabrik 6. 8. Leck'« Fabrik 9.—. Durch Säger u. Clausahm vom Hamburg- Alwnaer Vipservcrein 50.—. E. H. Thomseu'S Fabrik 13. 14. Srust', Fabrik, St. Pauli 8. 2. L. Salamon'« Fabrik(2te) 22. 8. Mciborg'« Fabrik 87. 8. I. R, H. H, H. B., H. H. 28. 8. Heitmauu'« Fabrik 32. 8. Durch Brandt vom Schneldercomlte 91.—. Hans Dahse, Gastwirth 4. 7. N. N, Gastwirth, Wilhel- miueustr. 2. 12. Flachmanu, Gastwirth 3. 6. Wcihrich 1. 12. Paget'» Fabrik 12. 8. Graßmann'« Fabrik 1. 14. Leptiu 1. 4. L-Hmbeck'« Fckbrik 10.—. Durch Kläschen, Maurer« und Zimmerervers, am 18. Dez. 10. 5. Lau demselben» Maurer« und Zimmererversammluag am 29. Dez. 14. Ralow, Bers. in Oldesloe am 26. Dez. 19. 10. Bon demselben, Bers. in Ahrensburg am 28. Dez. 8. 15. Lensch, Touccrt am 25 Dez 249. 14. I. Thomseu'S Fabrik 60.—. Indem da« Wahlcamit« für die bi« dahin geleistete» Opfer se ne Anerkennung ausspricht, wird eS nicht uuterlaffen, noch einmal die Säumigen daran zu erinnern, daß man säen muß, wenn man eraleu will; darum vorwärts, nehmt ein Beispeil an euren opferwilligen Brüdern und denkt an deu 10. Januar. dtB. Diejenigen Parteigenossen, welche Unrichtigkeiten im obigen Verzeichniß vorfinden, wollen fich an Unterzeichneten wenden. Für da» WahlcvmitS de« VIIl. Schl.-Holst. Wahlkreise«: I. Thamsen. Für Wandsbeck. Zweite« Verzeichniß der eingegangenen Gelder zum Wahl« fand«:! Bon deu Tischlern auf Rackwitz'« Platz durch Zastrow j 11 Mark 2 Schill.: desgl. durch denselben 6. 2.; van dem' Arb.-Unterst.-Verb. durch Druwe 4 Mark 3 Schill. 6 Pfg.; van den Ziwmercrn durch Schröder 11. 5.; desgl. durch Härder 14. 9.; desgl. durch deus. 9. 8.; von den Zimmerern und Maurern durch Härder 5. 10.; van den Maurern durch Stockhansc 22. 8.; von Herrn W. Knvrr 2. 8., worüber dankend qniltirt Wandsbeck, 5. Januar 1874. ______ Da« Lrbciier-WahlcomitS. Für Ottensen. VolksverjamMlung Freitag, dcu s. Januar, Abends 8 Uhr, in„Earlsruhe". TagcSordn.: Die Agitation zur bevorstehenden ReichttagS« wähl und die letzte Wähleroersammlung oom 3. Januar, »Utk« Barfitz beS Herrn Jürgen». F. Heerhald. Ottenfer Gesängverein. Generalversammlung Sonntag, deu 11. Januar, Nachmittag« 3 Uhr, im Vereinilokale de« Herrn H. Breckwoldt. Die Mitglieder werden dringend ersucht, zahlreich zu er« scheinen.____ Der Varfiand. Für Itzehoe. Parteiversammlung Frrttag, deu 9. Iauuar, AbeudS 8i Uhr, im Lokale de« Herrn W. Egger«. Parteigenossen müssen alle da sein. C. Kreuzberg. .tfbckVftftOI Ulli»** Freitag, 9. Jan., Adeuds 8 uhr� jyUUUVvrr. Im Saale de- Ballhafe«: Große General-Wahlversammlvng. Parteigenossen, zeigt In de, letzten Stunde, daß Ihr alle am Platze seid. Da» Arb.-Wahlcamit«. Rudolph. Für Elberfeld. Oeffentllche Arbeiterversammluna Sonntag, deu 11. Iauuar, Abeah« 8 Ahr. im Lokale des Herrn Huuscheidt. Tagesordn.: Die Rcich«tag»wahl._ Fr. Harm. Für Chemnitz, Dortmund und Ich ersuche die Borsttzendeu der Wahl-Samltst'« der»de» 8 rnannten Wahlkreise, da« Wab' ltat sofort nach dessen [ststellung an mich nach Isert-» te'izraphlren. Bremen, 7. Januar 1874. C. W Tölcke. Für Frankfurt a. M. Große Wä�!erver.auimlung Freitag, deu 9. Ja»., Abeuhs 8i Ahr, im V-rein»l,kal, beim Gastwirth Herrn Bei he, Zeil 47. Nähere« die Plakate. Samstag, deu 10. Iauuar, Lioigeus 8 Ahr, müssen alle Mitglieder auf dem Posten sein. Für den Abend Näher-« durch die Plakate. ________ Da««rbeiter-Wahlcomitö. Für Frankfurt a. Nt. Arbeiterftauell- imd Mädcheu-Bnein. Generalversammlung Souutag, deu 11. I,»., Nachmittags 5 Uhr, im Lokale de« Herrn Bogt, Saalgasse 29. Tagesordn.: Barlrac. Vorstandswahl. _ Um zahlrei»'« Erscheinen ersucht___ Der Vorstand.; Für den Wahlkreis Duisburg. Große � Parteiversammluna. Freitag, deu 9. Iauuar.»deud» 8 Ahr, im Lalale dt» Herrn Friedr. Rabe, Erefeldirstraße ,u Dulsbura, «»zu alle Portcigenassen de» Kreise», s,wi« alle Diejenigeu, welche zur Besetzung der Wahllokale dem Eomite im Ja« teresse unsere« Kandidaten, Herrn Wilh. Haseuclever, behülstich sein wall-n, eingeladen«erden. Besandere Pflicht eine« jedeu Parteigevossen ist e«, auf der Stelle zu sein. Da« Arbeiterwahlcomit« für den Krei« Duisburg. Für Breslau. A.igrmr'.iler deutscher ArbeUer-Verriu. Sonntag wird jedenfalls eine Versammlung stattfinde«. Bitte ans die Plakate zu achten. Montag Abend: VesS lassen e Mltgtiederversammlnng im Vcreinslolalc, Mehner str.« u. kl. Graschengaffen Ecke. TagcSordn.: Abrechnung für Monat Dezember uud zur Reichßtagswahl. Sonnabend, den 10. Januar, Vormittag« 8 Uhr, komme« die Mitglieder, welche in dem Wahllokal die Stimmzettel vertheileu wollen, zusammen, und van da au« geht e« sofort an die Arbeit. Ich bitte aber Alle, am Platze ,n sein, den« 126 finb erfarsirlich. Thue ein Jeder seine Schnldlgkcit. _._ K P. Reiuder«. i »» Dresden. Seit dem 22. Dezember hobea wir unseren unentgeltlichen Arbeitsnachweis und Herbeigc eröffnet; dieselbe blfinaet sich Große Brübeistr. 12, bei dem Restaurakeur Hrn H. Schrö« der. Gleichzeitig werden dort die Reiseunterstützungen ant« bezahlt. Für die Miigliedschast Meißen befiiedet fich de« ArbellSvachwei« Lcipzigeistraßc 151, bei dem R-staurate»» Herrn H. Ran. D.«. Zu beachten! Ich cmpschlc hiermit alle,- Arbettern Hamburgs Meine Wirthfchaft, sawie zu jeder Tageszeit Bratkartoffeln uud sonstige warme Speisen; auch liegt der„Neue Social-Demakrat" au». _ Wwe. Reiche, R-thha�straßc unter Nr. 20. Fahrpersonal S?' öiriÄ gesucht Meldungen Mohrenflraße 45 van 9 bi« 12 und 4 bi» 6 Uhr.___(H. 125.) Unserem Freunde und MIllämpfer für dl- Meuscheurechtt Leapald Reinhard nebst Frau die herzlichsten Glück- wünsche zum Wohlcergehen ihre« am 4. Januar geborene» Sohne». Eälhen._ A. St. F. J. F. K. Dem Freunde und Parlcigeuoffen Karl Röwald«ei Fran die herzlichsten Glückwünsche zu Ihrem am 5. Januar geboreneu Töchtercheu. Töthen.__«. K. j (Verspätet.) Dem Parteigenoss-n Herrn L. Krlele zu seinem Ge« durtStage am 6. Januar die besten Glückwünsche. _ Altona._____ W. F. A. F. Dem Ferdinand Krautwasser zn seinem heutige« Wiegenfeste die herzlichsten Glückwünsche. Barmen(Wlchlinghausen), 5. Januar 1374. ____ Mehrere Arbeiter. Meiner lieben Frau zu Ihrem 21. Wiegenfeste am 9. Jan.? die herzlichsten Glückwünsche. Berlin. F. Schulz, Zimmerer, ________ Kleine MarkuSstr. 10, 2 Tr. Gratulation. Frau Bertha Lieuarb zu ihrem 33. Geburtstage d-a 7. Januar die besten Wünsche. Wie Du mir, so ich Dir. Al« Verlobte empfehlen stch~ Magdalena Kracht. Tigarrenarbeiter. Glückstadt, Im Dezember 1873.__ b? i«r Allen Freunden und Parteigen, die Nachricht, daß meiur liebe Frau am 6. Jan. van einem kräftigen Mädchen glück- lich entbunden ist.__ A. Heide, Bildhauer Eine Schlafstelle ist an einen Parteigenossen zn vermie« then Adalbertstr. 18, 4 Tr. l.__ J Für Hasihuieg Zu vermlethen-In wödlirte» Zimmer an zwei Partei-. gmossen Lauge Mühren 89, 3. Etage, bei Kruse.__ � (Sine Schlafstelle ist zu vermiethen Kafianien-Allee 67, 2 Treppen bri ___ Maiwal».�. Ein wöbt. Zimmer ist svf. an 2 Herren zu verm.(Preis 9 Thlr.) bei Bogdan n, Anklamerstr. 59, 3 Tr. Druck vau E. Jhring'« Wwe.(A. E-lbatzky) in Berli». Verantwortlich für die Redaktiau: E. Becker in Berti«. Verlag va« W. Grstwel w Berlin.