Jahrgang. md anb lath j ! Niese Aeiwng erlcheint drei Mal »Icheutlich, und zwar: Dienstag», »onaerstag» n. Sonnabend» Abend». «bonxem-nls-'vret« x Berlin incl. Bringerlohn viertel- Irlich Pränumerando nl/t Sgr., mo- U. lallt ch e'/t Sgr., einzelne Nummern m i Sgr.; bei den Postämtern in Preuhen Egr., bei den onßerpreuß.Postiim- I Deutschland gleichfalls 16 Sgr. _(56 Sreuzer udd. Währ.) na. lial-llmokrit. Eigenthmn des Allgemeinen deutschen Ardeiter- Vereins. Redaktion u. Erpsdition Berlin, DrcSdenerstraße Nr. 68. Bestellungen werden auswärt« bei allen Postämtern, in Berlin in der Dxpedi. tion, sowie bei jedem Spediteur ent» gegeugenommen. Inserate tin der �ppedition aufzogebenl weiden pro dreigespaltene Petit-Zeile oder deren Raum mit t Sgr berechnet: Arbeiler-Annoncen die dreisoalttgc . Zeile oder deren Raum i>, Sgr. »er« Sämmtliche bis jetzt erschienenen Nummern jL»es„Neuen Social-Demokral" vom 1. Quar- tal 1874 werden noch nachgeliefert. Alle Post- »nstalten in Deutschland, in Berlin die Ex- pedition und die Spediteure nehmen Bestel- lungen an. üSt* Die Parteigenossen und Freunde des Blattes b. Verden ersucht, für immer weitere Verbreitung Sorge zu tragen. s Das sehreeklichste Creigniß Brt' in. m ;ft. st die engere Wahl in Berlin zwischen Schulze« Delitzsch und Hasenclever— so rufen fast alle Zeitungen mehr oder minder verblümt auS. f Die erste Bresche ist thatsachlich in die fort« schrittliche Festung Berlin geschossen. Wenn Schulze-Delitzsch schon längst ein todter viann in ökonomischer Beziehung war, wenngleich >ie deutschen Arbeiter, durch Lassalle aufgeklärt, die Schulze'sche Charlatanerie durchschaut haben, so gilt Schulze doch noch immer für eine foetschrittliche Ka- lazität, den die Bourgeoisie um keinen Preis fallen soffen darf. Seine plumpen Ausfälle gegen Lassalle sind be« 'lannt, den er beispielsweise eincn„Halbwisscr" nannte. Durch derartige Ausdrücke suchte er seine xigene Stümperhaftigkeit zu verdecken und der gedan- lenlosen Bourgeoisie zu imponiren.— Die edle .Volkszeitung", welche jetzt ja auch, wie Schulze �selbst, auf dem AuSsterdcctst steht, half ihm in die- ntb/fan Geschäft treulich, und pries ihn gar al? den ibtn, l�nig im socialen Reiche". toor', Es ist bitter, wenn man so sehr vergöttert Nipr« en 8»en ist, und nun vom ganzen Volke verlassen wird! Ja, das ganze Volk hat den Herrn Schulze aus Delitzsch verlassen. Zuerst brach die Wissenschaft -einS.�ber ihn den Stab, dann folgten die Lohnarb ei« fr er nach und nun gar auch die Kleinbürger und zuh-Handwerker, denen er am längsten Sand in die ie/rlAugen zu streuen verstand. M Und wahrlich, wer jetzt noch, wo daS Großkapi« tal die ganze Produktion, das ganze Gesefäftswesen feitet oder bestimmt, mit allerlei selbsthülflerischen � Kredit- und Rohstoffvereinen vor die Kleinbürger li-b-a ritt, der versteht nicht« von alledem, was sich in so- Ovaler Beziehung unter seinen Augen vollzieht— »der er will in seinem, oder im Interesse deS Kapi- _ �plS, die..kleinen Leute" täuschen. : die Wer jetzt nicht die einzig- Hülfe in politischer Nage ,nd socialer Beziehung in einem freien BolkS- «- laate erblickt und denselben anstrebt, der ist ein unb,"""""°uf zehn Jahre Fort- � chrittsmaSken vor fein Gesicht hängt. s e. 1 Wer jetzt nicht dem in wenigen Händen befind- im>lchen Kapital dte Macht des freien Staates, also Allz.sie Macht der Gesammtheit, gegenüber stellen will, .. ,tr»st entweder unfähig, die heutige Gesellschaft und w Entwickelung zu begreifen, oder er will diese »esellschaft immer der Herrschaft des Kapitals unter- 13 chiiM.. �ulze aber erkennt nicht au, daß ein wahrhaft »nen.�� �>°iksstaat und sociale Gleichberechtigung die irank.vtenschhkit allein erretten kann auS dieser Zeit der des goldenen KalbcS, er giebt«ich vielmehr rPlMAt5nh,n Entfesselung des Kapitals von allen �Beschränkungen m.t Hülfe der Gesetzgebung, den jetzt �chon unerh�ten Zustand in Deutschland zum Ber- N, Engl is ch s öu stände!— Sie sind das Ideal ! FortschnttSherren. Hier da« Kapital in un° geahnter Füll- zu Füßen einzelner Weniger auf.-« r. staust, dort die hungernde, frierende Masse des Volkes w der dann auch die von der Konkurrenz des Groß« upitalö hinweggefegten Kleinbürger gehören. ifotij/ Will man diese Zustände mit heraufbeschwören_ nnbrf v wähle man bei der am 27. dieseS Monats statt- udenden engeren Wahl im sechsten Berliner Wahl- Ha. tia. kreis Schulze-Delitzsch; w'.ss man aber mithelfen an der gesunden Entwicklung der Freiheil und des Volks- lebens und einer glücklichen Lösung der socialen Frage, dann wähle man Hasencleocr. Ein vernünftiger Bürger, der kein Hasenherz ist, wird sich auch nicht durch die Faxen von Mord und Brand, Petroleum und Knüppel, welche von Seiten der Anhänger deS Herrn Schulz: kindischlr Weise ausgestreut werden, beirren lassen. Nochmals— es gilt für die Arbeiter und Klein- bürger in Berlin die Parole: „Hie Kapital— Hie Arbeit!" ..Hie Knechtschaft— Hie Freiheit!" Politische Ueberficht. Berlin, 15. Januar. lieber de» Ausfall der ReichStagSwahlen in Berlin ist die gegnerische Presse sehr ungehalten. So schreibt die fortschrittliche in Cöln erscheinende „Rheinische Zeitung" folgendermaßen: Der Eindruck, welch'N dac Resultat der Wahl im sechsten hiesigen Wahlbezirk gemacht hat. ist ein ganz gewaltigir; man hatte sich so daran gewöhnt, daß die Wahl der fortschrittlichen Kandidaten in Berlin ganz unzwei. felhaft sei, und so sehr über die Anstrengungen der so- cia istischen Partei gelächelt, daß man auf taZ HZchste überrascht ist durch die Rachrich'. es müsse im sechsten Wahlbezirk eine engere Wahl zwischen Schulze-Delitzsch und Hasen clever stallfinden. Da- Resultat dieser Stichwahl wird allerdings zu Eunsten von Schnlje aulsalleil, denn die große Stimmzahl, welch: d�r socialistische Kandidat nicht nur m diesem Bezirk, sond-in llberhauvt in gar; Berlin aus sich verein � hat. wird doffentlich der Gieichglltigkeit, �ie sich in der letzten Zeit in Berlin den Wahlen gegenüber gezeigt hat, ein Ende machen. Ans jeden Fall aber muß-s zum Nach- denken anfiardern, daß in Berlin Hascnclcver im Ganzen mehr als 7000 Stimmen erhalten hat. Es ist dies um so mehr beachteniwerth, als sich voraussichtlich in dem Lause dieses Jahres die Arbeitsverhältnisse ganz anders gestalten werden, als in den letzten Jahren. Der Rückschlag in der Produktion wird die Folge haben, daß in allen Zweigen die hohen Arbeitslöhne des Jahre« 1873 nicht mehr weiden gc- zahlt werden können, und daß im Frühjahr wahrscheinlich die hiesigen Arbeiter vor der Alternative stehen werden, entweder sich einen g-rinzer-n Lohnsatz gefallen zu lassen oder ganz zu seiern. Wird dieser U-bergang ganz friedlich, ohne jeden Konflikt abgehen? Wir scheuen uns, eine Artwort auf diese Frage zu geden, aber die Gewißheit, daß wir In Berlin 7000 Arbeiter haben, welche dem Kommandowort eine« Einzelnen gehorchen, läßt uns nicht ganz ohne Besorgniß der Zukunft entgegen sehen. Die„Rheinische Zeitung" mag nur immer mit dem„rvthen Gespenst" drohen; wir werden ihr den Gefallen nicht thun, die Arbeiter in die preußischen Bajonette zu Hetzen.— Ob aber Herr Schulze in der engeren Wahl stegcn wird— daS ist jedenfalls eine große Frage, deren richtige Beant- wortung lediglich von den Berliner Arbeitern abhängt. Außerdem machen wir die„Rhciuische Zei- tung" darauf aufmerksam, daß Hasenclever nicht 7000, sondern gegen 10,000 Stimmen erhalten hat. Die Wahlresultate bei den NeichStagSwahltN, soweit sie unsere Partei direkt betreffen, theilen wir unter einer eigenen Rubrik mit. Hier sei noch er- wähnt, daß die Klerikalen von den Liberalen ver- schiedene Sitze erobert haben, daß ferner noch bei den engeren Wahlen diese Oppositionspartei mehrere Siege verzeichnen wird. Die„Eifenacher Volkspartei" hat in Sachsen entscheidende Siege errungen: Bebel, Lieb- knecht, Most, Bahlteich und Eckstein sind gewählt. Die Polen haben ebenfalls einige Plätze von den Liberalen zurück erobert. Auch die Dänen, welche immerhin oppositio- nell zu nennen find, haben gesiegt. In dem Kreise Flensburg nämlich, der zuletzt von einem Liberalen vertreten war, ist Krüger zur engeren Wahl gekommen. Johann Jacoby befindet sich in zwei fächfi- fchen Kreisen in der engeren Wahl. Sonnemann bekanntlich in Frankfurt und Ewald in Hannover. Daß unsere Parteigenossen für sämmtliche vier Herren stimmen werden, halten wir für selbstvtrständ- lich.— Die Wahlen im Elsaß werden ebenfalls oppositionell ausfallen, so daß doch mindestens nicht mehr vi: nati onal- lib erale Vergewaltigung in gewohnter Weise sich breit machen wird. DaS englische Blatt„Morning Post" bringt in Bezugs auf die gegenwärtige Krisis in Dänemark einen interessanten Artikel, dem wir folgende Stelle entpehmeu: Anzeficht» einer Lvac,' wie diej-uize, in welcher sich heute Dänemark befindet, zeigen sich die gewöhnlichen Theorien britischer varlamentarischer Politik oft als unanwenddar und unheilvoll in t>er Rcgierunasfphärc kontinentaler Lieber. Nach den strengen Regeln deS gewöhnlichen Parlament«»!«- muS müßte z.'B. ein socialistischeS Ministerium unter Pi y Margal oder sogar Contrera« heute den Untergang Spanien» überwachen unb leiten Nach den ürengen Theorien de« Parlamentarismus hätte auch der König von Dänematk schon vor dem hmtigen Tage bi wüsten Redner einer ungebildeten Demokratie und die geschworenen Alliirtcn der Internationalen in seinen Rath berufen müssen. Es kann indesien wenig Zweifel darüber obwalten, daß der König und der Landsthing fest bleibe» werden gegen die Forderungen der-.»lkSvertreter, welche die coordinirlen Zweige der Gesetzgebung zu llbcrwin« den suchen. WaS ater würde das Ende sein? Die socio« listische Partei in Deutschland, welche de? drnt- s ch cn Regierung so viel Unrrhc macht, wirkt mit der Brüderschaft in Dänemark zn'ammcn, und e« ist bekannt, daß Fürst Bismarck vollständig ün-r die Nothwend'zkcit im Klaren Ist, zu verhindern, daß Dänemark e!n Mittelpunkt revolutionärer Thällgkeit wird. Man steht, wie man von konstitutioneller Seite selbst sich gegen die Konstitution wendet, wenn die- selbe der Gewalt lästig wird.— Auch ist der So- cialismuS in Deutschland, wie man sieht».'zu solcher Bedeutung gelangt, daß die Presse aller Kultur» länder sich eingehend mit demselben beschäftigt. Carthagena soll von den RegierungStruppen er- obert worden fein. Nähere Mittheilungen fehlen noch, und ist obige Nachricht mit Vorsicht aufzunehmen. Wie dem Reuter'schen Bureau aus Oran gemeldet wird, ist die aus Carthagena entkommene Insurgenten- Fregatte„Numancia", an deren Bord sich gegen 2500 Flüchtlinge befinden, am 13. Januar, Mor- genS um 8 Uhr auf dortiger Rhede angekommen und vor Anker gegangen. Die„Numancia" hat sich am Ausgange deS Hafens von Carthagena durch fünf RegierungSfregatten durchgeschlagen, welche da« Auslaufen derselben verhindern wollten.— Di« Garnison von Oran hält sich in Bereitschaft und erwartet die weiteren Weisungen der französischen Behörden.— Man sieht auS dieser Nachricht, daß, wenn die Aufständischen besiegt, sie aber mit Ehren unterlegen sind.— In Barcelona nimmt aber der Aufstand immer größere Dimensionen an; die Unzu- fricdenheit mit der jetzigen usurpatorischen Regierung ist in der Zunahme begriffen. Die HungerSnoth in Rußland hat große Dimen- sionen angenommen. DaS Gouvernement Samara hat in Petersburg ein Nothstandsdarlehn von drei Milllonen Silberrubeln beantragt. Das Elend nimmt in Paris zu und die kleinen Industrien, welche die WeihnachtS- und Neujahrsfeste hervorzurufen pflegen, können dem Hebel nicht abhelfen. Die Diebstähle mehren sich in allen Quar- tieren von Paris, und meistens ist die Roth die Ver- anlassung dazu, wie alle Polizeiberichte destätigen. Die Arbeiterinnen in Näthereien sind be- fonderS in Roth, denn die großen Mode- und Kon» fektionSgefchäfte haben alle ihre Bestellungen cinge- schränkt. Diejenigen Arbeiterinnen, welcke dennoch ihr Brot ehrlich zu verdienen bestrebt find, werden auSgebentet von Unternehmern in Modeartikeln zum Export. Diese Unternehmer bieten ihnen wahrhaft lächerliche Lohnsätze. Zum Beispiel werden für daS Nähen eines kleinen TuchmäntelchenS 40 CtS. be- zahlt, und eine fleißige Arbeiteria kann deren höch- stenS drei in zwei Tagen vollenden; sie verdient also 60 CtS. täglich und braucht mindestens— 2 FrcS., um in Paris leben zu können. Andere Arbeiterinnen nähen lederne Portemonnaies, ein mühseliges Ge- schäft, womit die Geschicktesten etwa 70 Ct«. täglich, die weniger Geschickten aber nur 40 bis 50 CtS. verdienen können. Ein Theaterdirekter hatte Kostüme für ein Feenstück zu machen und bot für zedeS Kostüm 3 Francs; nun aber erforderte ein folckieS wenigstens vier Tage Arbeit und dennoch meldete sich eine solche Menge von Nätherinnen dazu, daß kaum der dritte Theil derselben beschäftigt werden konnte. Und in den Provinzen sieht eS nicht besser ans, die Journale von Lyon, Ronen, Lille, Roubaix und anderen industriellen Plätzen melden jeden Tag die gänzliche oder theilweise Sinstellung dieses oder jeueS Industriezweiges. Die sonst so bedeutende Ausfuhr nach den Vereinigten Staaten ist beinahe Null und der Verbrauch im Jnlande nimmt ab. Schon hat eS an verschiedenen Oertern kleine Aufstände wegen Theuerung der Lebensmittel gegeben, und man ist erst am Anfang des Winters. Wenn die Handels- geschäfte nicht sehr bald wieder ein wenig aufblühen, so wird in den größeren Städten die Roth eine Höhe erreichen, wie man sie weder im KriegSjahr 1870— 71, noch in den schlimmsten Jahren des Kaiserreichs gekannt hat.— Das sind alles Folgen der Ausbeutung der Arbeitskraft durch das Kapital. Wie in Paris, so wird es auch in den anderen Hauptstädten noch gehen und immer sich wiederholen, biS der SocialiSmuS den Sieg über die Ausbeu- tungSprinzipicn davon getragen hat. * Der Abgeordnete Lasker hat im Preußischen Abgeordnctenhause eine Rede gehalten, welche von der rothesten und rohesten Reaktion eingegeben zu sein scbeint. Dieser selbe Herr, der bei Berathung deS Strafgesetzes im norddeutschen Bunde fortwäh- rend daö Wort„Milde" im Munde führte, ist jetzt vor dem„rothen Gespenst" in derartiger Furcht, daß er gegen die Arbeiter das Foltersystem des Mittel. alters in den Gefängnissen geru wi-der einführen möcht-. Die Rede über Gefängnißwesen, welche an den Haaren herbeigezogene Ausfälle gegen die Arbei- terpartei enthält, lautet nach der„Vossischen Zei- hing": Abg- LaSker: Auf allen Gebieten der Gesetzgebung sind wir nah-io in revolutionären Zuständen und in eiuem Ucber- gangSstadium zanz ohne unsere Schuld. Mit allen Reformen können wir nicht gleichzeitig fertig werden und müssen deshalb uns mit der bruchstückwcifen Reform begnügen. Ein Strafgesetz ohne Gesävguißgesetz wird sehr viele Uebelstände mit sich bring n. Eine Selbstbeköstigung würde sehr viel schaden; denn in gewissen Volksklassen würde dauu das GefSngniß eher lockend als abschreckeud wir-, ken. Gegen die herrschenden Znstände kann keine Verwal- tungipraxiS, sondern nur ein Gesängnißgesetz Helsen. Die Theorie der AntragSvergehen enthält sehr richtige G-danken, die aber ohne eine Prozeßordnung nicht zur Ausführung kommen können. Wenn ein Verbrechen zu milde beurlheilt wird, so liegt die Schuld am Strafrichter, nicht am Straf- Gesetzbuch; das Prinzip desselben ist die Aushebung de: Minima; die Richter aber der alten Schule sind gewohnt, immer da« Minimalstrasmaß anzuwenden, wenn da« Verbrechen nicht zu große Frechheit an sich trägt. Wenn eine Rotte von Menschen sich zusammcnthut, um das freie Ver- eins- und Versammlungsrecht zu verkümmern, einen Redner in der Versammlung von der Tribüne stößt, daß er im Fallen das Bein bricht, so wird das z. B mit EK> Thalern Geldbuße bestraft. Das beißt zum Verbrechen provozircn, und der Richter wird mitschaldig. Diese Milde ist nicht die Meinung de« Gesetzes, sondern der Richter, die sich durch irgend welche Nebenumständc dazu verführen ließen. (Sehr wahrl> Die Strafe wirkt nicht, wenn sie nicht Uns das Vergehen wie der Donner aus den Blitz folgt. Jeder muß fühlen, daß er unter dem Gesetz steht und nicht in Opposition gegen dasselbe treten darf, lHeilS nach raffinirtcn Definitionen, noch aus Brutalität. Die Auf- lehnnnz gegen da« Gesetz darf nicht herrschen. Früher wurde die Polizei vielfach mit politischen Dingen befaßt und stand in geringem Ansehen; jetzt, wo wir uns immer mehr gegen Polizei- liete Ehikanen durch Gesetz? zu schützen suchen, muß überall die Autorität des Gesetzes festgehalten werden. Jeder Einzelue muß sich seiner Ohnmacht vor dem Gesetze voll bewußt sein (Bewegung im Centrum) und sich unter die Macht de« SlaaleS beugen; nur dann können wir friedlich neben einander leben. Nur eine schnelle Strafe bringt genügende Wirkung hervor; bei einem Strike in Magdeburg wurden einige Arbeiter, die ihre Genossen zurArbeitSzeinstellung zwingen wollten, sofort verhaftet und binnen 4 Tagen mit 4— S Monaten Gesängniß bestraft. Der- artigeVersuchc haben sich scitdcmnichtwicderholt Die Strafe Hot hauptsächlich die Bedeutung, jedem Einzelnen die Macht de« Staate? zu zeigen. Ein gewisses Verhältniß muß allerdings auch zwischen Vergehen und Strafe herrschen. Eine Revision des Strafgesetzbuchs kann nicht in jedem Jahre vorgenommen werden; da eine solche aber bald erfolgen muß, wäre e« wün- sch-nSw-rlh, wenn zu gleicher Zeit ein Gesängnißgesetz und ein: Kriminalprozrßordnullg vorgelegt würde. Vorläufig können wir nur einen Appell an die Richter ergeh n lassen, sich bei Beurtheilung der Verbrechen besonders, die gegenwärtig in erfchreckeuder Weise zunehmen, nicht zu sehr von einer milden Praxis, sondern mehr vom Geiste deS Strafgesetzbuches leiten zu lassen.(Lebhafter Beifall.) Laskcr fordert hier außerdem? noch direkt die Richter auf, strenge Strafen zu verhängen, fortwäh- rend mit dem Hinweis auf die Arbeiterbewegung. Und wahrlich! Wir können uns schon jetzt nicht über allzu große Milde beklagen. Schmachtet Paul Kersten doch schon nahezu 16 Monate im Gefängniß; Klink- Hardt ist mit 9 Monaten belegt, ebenso Frohme. Und dies Alles nur wegen Vergehen. Unsere Parteigenossen in Frankfurt am Main haben nun wahrlich die höchste Pflicht, Lasker zum Falle bei der engeren Wahl zu bringen und mit aller Energie für Sonncmann zu wirken. * In Pycgrza in der Provinz Posen wurde ein polnischer Wähler von einem Gensd'armcn verhaftet, weil er verlangte, als Beisitzer zugelassen zu werden. Die polnische Bevölkerung des Ortes bedrängte je- doch den Gensd'armcn der Art, daß die Freilassung des Wählers erfolgte. Hierüber schreibt die Thorner „Ostdeutsche Zeitung": Die polnischen Wühler suchten in Masse in da« Lokal zu dringen. Als ihnen die« UNt>rsagt und von dem als Wahlvorsteher funzircnden Gutsbesitzer Herrn Sommer die Aufforderung ausgesprochen worden war, nur nach und nach in da» nicht geräumige Wahllokal zu treten, kam einer aus der Menge, die unterdcß draußen eine drohende Haltung au- genommen, au den Wahltisch und verlangte als Beisitzer zu, gelassen zu werden. Natürlich wurde Ihm dies verweigert und mit Rücksicht auf die von den Polen angeknüpfte Dis- kussiou der Wahlakt geschlossen. Der nunmehr von Herrn Sommer als Gutkhcrrn ausgesprochenen Aufforderung, seine Behausung zn verlassen, leistete der Pole ebensowenig Folge, und es wurde nun d-r GcnSd'arm Höpfner rcquirirt, um die Verhaftung des Hausfriedensstörers vorzunehmen, der noch immer in dem als Wahllokal dienenden Domiuial» bureau v-rharrte. Kaum hatte indeß der Gcnsd'arm mit seinem Arrestanten das Bureau verlassen, als auch die draußen noch iomer harrende Menge � auf ihn eindrang und sich der Abführung de» Gefangenen gcwalt- fam widersetzte, so daß der Gmed'arm der drohenden Menge gegenüber, die zum Aeußcrstcn eutschlosscn schien, sich mit seinem Gefangenen in'« Bureau zurückziehen mußte, wohin sogar einige aus der Menge folgten. Dem auf diese Weise vollständig Belagerten blieb nichlS anderes übrig, als sich mit der Bitte um Hülfe an das königl. Landrathsamt in Thorn zu wenden, von welchem indeß augenblicklich nur noch ein GcnSd'aim zur Verfügung gestellt werden konnte. Nach An- kunft d-sselben überzeug?- in an sich, daß die vorhandenen Kräfte den zahlreichen Exzedenten gcgeuilbcr nicht ausr ichten, um dem Gesetze sofort die gebührende Achlung zu verschaffen, und man mußt- sich entschließen, den Verhafteten vorläufig freizulassen. Wenn wir uns auch gegen jede Ungesetzlichkeit wenden, so können wir doch die Bemerkung nicht ver- sagen, daß dieser Vorfall nur dadurch entstanden ist, weil man bis jetzt in Deutschland bei den Reichs- tagSwahlcn von Seitrn des WahlkommissariuS noch nicht für gut befunden hat, den gerechten Wunsch der einzelnen Parteien zu erfüllen, daß man von jeder Partei eine Person in die Wahlvorstände ernennt. — Dadurch würde das Mißtrauen verschwinden, und jener Vorfall, der uns aber auch sehr national- miserabel gefärbt erscheint, würde sich nicht ereignet haben. * In Hörde(kreis Dortmund) ist am Wahltage ein Arbeiter durck einen Polizeibeamten er- stochen worden. Nährere Nachrichten über diesen Vorfall fehlen uns noch. Wir bitten unsere Dort- wunder Parteigenossen, gleichviel, ob jenerAr- beiter zu unserer Partei gehörte oder nicht, unS einen ausführlichen, wahrheilsgetreuen Bericht einzusenden. * Eine ganz falsche Ansicht wird durch die Presse, so auch durch den im Ganzen gut redigirten„HstM- bnrger Correspondent", über die Annahme und Ablehnung der Wahl verbreitet, wenn der Kan- didat in einem kreise vollständig gesiegt hat und dann noch in einem weiteren kreise zur engeren Wahl gelangt ist.— Sie meint nämliib, wenn Hart- mann, der in Kiel gewählt ist, für Kiel angenom- wen habe, so fände sofort in Hamburg eine Neu- wähl, und nicht die engere Wahl, statt.— Dem ist nicht so. Harimann nimmt in Kiel unter allen Umständen zuerst an, da eine engere Wahl immer zweifelhaft ist. Sollte er ab-r in Hamburg in einem Kreise in der engeren Wahl siegen, so legt er sein Mandat für Kiel nieder und nimmt für Ham- bürg die Wahl an. Nicht in Hamburg fände die Neuwahl statt, sondern in Kiel, wo der Sieg eines Mitgliedes des Allg. deutsch. Arb.-Vcreius bei einer Nachwahl ganz sicher wäre. Ebenso würde es bei Hasenclever sein. Siegt derselbe bei der engeren Wahl im sechsten Berliner Wahlkreise, so wird derselbe sein Mandat für Altona niederlegen und für Berlin die Wahl annehmen. Altona bringt zu jeder Zeit von nun an einen So- cial-Demokraten in den Reichstag. Zuc Reichstagswahl. Die Zeitungen der Fortschrittspartei sind ganz verdutzt über die Resultate, welche der Allg. deutsch. Arb.- Verein bei den Wahlen errungen hat: wenn- gleich verhältnißmäßig nur wenige Vertreter in den Reichstag kommen, so ist die Stimmcvzahl im All- meinen, die unsere Partei erhalten, doch eine höchst beträchtliche und überschreitet die Erwartungen unserer Gegner. Wir wollen für heute noch einzelne Wahlresultate veröffentlichen; in der nächsten Nummer können wir genauere Mittheilungcn machen. Anhalt(zweiter Kreis): Hasen clever hat 5279 Stimmen erhalten, trotzdem hat der national-liberale Kandidat gesiegt. Mecklenburg: Finn ist dort, wie ja anzunehmen war, in der Minderheit geblieben; doch hat er 3800 Stimmen erhalten. Hamburg(dritter Kreis): Hartmann hat hier die Minderheit, 3144; Wolffson(national-liberal) 4928 und Bräi 157 Stimmen. In Hamburg hat Hartmanu st inSgesammt gegen 13,000 Stimmen erhalten. Lennep-Mettmann. Hörig erhielt 2318 Stimmen; unterlag gei den national-liberalen Kandidaten. Iserlohn: Tölcke erhielt 2071 Stimmen, engere W zwischen Kreutz und Overweg. Breslau: Bäthke erhielt 1919 Stimmen; für Brekl ein sehr günstige« Resultat; Jacoby erhielt 1» und der„Gewerkvereinler" Andreak 646 St. � Fortschrittler siegten. Nieder-Barnim'scher Wahlkreis. Der konservative Kandidat siegte in diesem k« servativstcn aller Landkreise, wie vorauSzuses war; doch erhielt Grüwel nahezu 3000 StimÄ ein Resultat, welches wir kaum erwartet hatten.! Mi die wi, den lich schl BS eS diSi ntib Mi für gar l» I pat mit No; m« Wi In« die wui Generalversammlung deS Allg. deutsch. Arb.-Vera � in Bezug auf die ReichStagSwahlen nochmals{„b Kenntniß und Beachtung. Die Generalversammlll mä! hat nach der Vorlage des Vorstandes erklärt:„tzVer die im Allg. deutsch. Arb.-Verein konzentrirte socd� B-s An die Parteigenossen! Pa, Ich bringe hierdurch den Beschluß der le siat demokratische Arbeiterpartei bei den nächsten Reiih,�, tagswahlen durchaus selbstständig vorgehen muß uUitu bei engeren Wahlen nur mit der in polidberj scher Beziehung radikalsten Partei zu sti<�"? mtn hat." JB Diesen Beschluß müssen und werden die PaBGes genossen aufrecht erhalten. so v In Frankfurt a. M. liegt ein Fall vor, zwei unseren Parteigenossen persönlich verhaßte ÖM � ner in die engere Wahl kommen; Sonnema0>trjS der in seiner Zeitung in Bezug auf den Frankfultich � Bierkrawall unsere Partei mit Verläumdungcn Wjjun schüttet hat, und Lasker, der durch seinen bekanB� — 7"-�—-------—-—-7 i-............. tötr Knüppcl-AuSdruck seinen widerwärtigen kindischen H'auch gegen uns offen ausgesprochen. � umf Doch die Personenfrage darf in dem polii�" schen Kampfe niemals den Ausschlag geben; halb fordere ich die Frankfurter Partcigen°!börl sen unter Hinweis auf den Generalversammlung� i> beschloß des Allg. deutsch. Arb.-VereinS auf, für d�ij1' politisch radikaleren jener beiden Herren bei der geren Wahl zu stimmen; der politisch radik lere adlB-, ist unzweifelhaft Herr Sonnemann. ral» Dann ist eS ja ferner aus politischen Gründer! für uns geboten, bei den vielen anderen engeck.,� Wahlen für die Kandidaten der OppositiSseiev einzutreten.- Tag Ob' nun die anderen oppositionellen Parteien � den engeren Wahlen, wo ein Kandidat unsesGell Partei mit eiuem RegierungSkandidatcn(ft wesc schrittlich, liberal, konservativ) konkurrirt, dassä widi politische Vcrständniß an-en Tag legen, oder>�"° sie in ihrem verbissenen Hasse gegen den Allgck� deutsch. Arb.-Verein verharren werden, steht osHeri dahin; wir wollen vorläufig dem richtigen politisch�die Verfiändniß jener Parteien Vertrauen schenken den Beschluß der Generalversammlung trnd außerdem noch in mehr rrn Orten gewesen, z. B. ? � iu Schöneberg, Friedenau u. f. w., woselbst nnS aber d»rch tlMW Polizeibehörden die Berfammlongen zu Wafier gemacht en. i wurden. So schickte man uns in Schöneberg anstatt der Bescheinigung über Anmeldung der Versammlung ein Stück , Papier, woraus geschrieben stand, daß die Versammlung nicht letz stattfinden dürfe. Den nächsten Sonntag kommen drei WIl- Lerei wersdorscr Arbeiter in dasselbe Lokal(Alt-Schöueberg 10), und fragen daselbst die Wirthin und deren Dienstmädchen, l» I ob hier heute keine Versammlung sei. Da sagt das Dienst- nmltl Mädchen so recht voreilig:„Sie dürfen überhaupt hier keine d Versammlung abhalten, der Hirr Landralh ist hier gewesen, s..n und bat cS uns verboten."---? In Steglitz hatten ',< wir das dritte Lokal beim Wirth Bomngartcn gleich nach der Nett« ersten Versammlung. In diesem Lokale, wo Herr Dietzmann iß U> einen Vortraa hielt, kam der Polizellicutcnant von Schöne- olib berg zum Wirth und sagte z» ihm:„Sic haben hier Ber- njßsammlungen von Soclal-D-mokrateN in Ihrem Lokale statt- ' finden lassen, daß Sic dieses Gesindel nicht wieder hier ver- .sammeln lassen, sonst werden Sie die Genehmignng ans Ihr Pari« Gesuch nicht bekommen, und wenn Sie es trotzdem thncn, so werden Sic sehen, daß Ihnen diese Bande noch Alle» de- j. zzmolirt." Denselben Abend, wo unsere zweite und letzte Ber- ' Einsammlung in diesem Lokale stattfand, erzählte dies der Wirth �össentlich seinen Gästen. Ich könnte roch Vieles dergleichen ttawerzählen; es würde aber der Bericht zu lang werden, wenn iffurtich jeden einzelnen ssall kennzeichnen wollte. Im ncucu Jahre , üb�uun entbrannte der Parteikampf stärker, wie gewöhnlich. Wir ,»hatten da z. B. am 3. Januar i« Tharlotteuburg einen anm �it Nalionalmiserablen auszusechten und hatten daselbst !N H'auch, trotzdem wir nicht die Majorität waren, durch GkückS- umstand den ersten Volsitzenden. H-rrn Beck von unserer uolt Partei, im Bureau. Gr sollten in dieser Versammlung nur � Charlottenburger sprechen, aber durch unser Drännen nahmen !|sie wenigstens einen Antiag dahingcheud au, daß Kreisange- cnlibörige sprechen könnten Nun war aber unser Kandidat Herr funj�ietzmann anch anwesend. Gegen 11 Uhr erst nahm die ~ �Versammlung den Antrag an. Herr Dietzmann solle als Ar« »beiterkandidat sprechen. ES haben ferner roch von unserer 'tr �Partei die Herren Frank, Zillncr, Girsch, Beek nud e ab'Berg xeip'.ochen. DaS Bcttagcn der Herreu Nationallibc- lalen war ganz der Bildung der Besitzenden angemessen; .n-dlpferdemäßig getrampelt und löwcnartig gebrüllt haben sie. �EIn Herr Professor Dictriei suchte der Versammlung be- zr-islich zu machen, daß die reichen Leute v el trauriger daran .eint, als die Arbeiter; denn diese geplagten Reichen könnten Tag und Nacht nicht schlafen, nur Ihr-S guten Herzen« halbe« ließen sie arbeiten, daß die Aibclter nicht verhvngertcu, dcnu nothwendig hätten sie es doch nicht, sie könnten von ihren Geldern leben. Nicht cudenwollendes Geheul von deu an- wesendcn Bvurgioiswölfen entstand hierdmch. Dietzmann widerlegte den Professor mit kurzen Worten. Zum Schluß sprach Hr. Beek noch und der uationolliberole Isaak ging nach dem überwacheuden Beamten, sprach mit Ihm und dir Ber- lammlung wurde polizeilich geschlossen. Am 8 Januar ging �Hcrr Dietzmann und ich: ach Köpenick, woselbst wiederum ldie Nationalliberalen eine Versammlung im Rathhauskeller jeinberuf-u hatten. Der ziemlich große Saal war beinahe -, �stbersüllt. Unser Parteigenosse Herr Gecke war erster Vor- Einsitzender- Nach'-cm von Seiten der Liberalen der Rittergut«- besttzcr Kiebcrt aus Marienscldc vorgeschlagen und seine Ab Wesenheit, wie überall, entschuldigt hatte, sprach Herr Dietz- nS: m>ttr großem Beifall der Versammlung, auSgenommeu die Bourgcoiswölfe. Mit social demokratischem Gruß a,.,. Gustav Berg. � bei Sagard, 8. Januar.(Maßregelung.) lAI« ich kanm 2-, Tage zu Lobkewitz gearbeitet hatte, ward ("ü11 i- k1"/ hlcountS eine Versammlung linbcruscn, , ,,°ber nichi ossentlich bekannt gemacht; jedoch kam es zu unserer : f c II Kenntniß. daß am 7. ds«.. Abends 7 Uhr, im Gasthaus bei -Herrn Röse in WIck die Kandldatcnrede von vr. Mar Hirsch -gehalten werden sollte. Die Arbeiter waren am Platze. Bor- .tzcndcr wurde Herr Kase auk Stralsund. Er erthciltr dem -ex., x 5, Audre am aus B.rlin das Wort. Derselbe schimpfte ltfch-vnf die konservative Partei; auch zog er Über unsere Partei agcrv.'k und entstellte nnse, Programm durch allerlei dumme Zu- i-tze. Als»er Andreom ausgesprochen, trat ich ans, um zu ei>llc«, was der Av.dream gesagt hatte. 4f}\ huldigen unfern Pr'nzipi.n und freuten sich, daß � MnNt m hofskntlich wird das bei der nächsten 25'.»W un/nxn K-Ndidaten eine große Erleichterung geben. � bald durch ihr pferdemäßiges l m Lob ,ww n D-n 8. Januar Morgens wnde ich I® alchf«Bfle«L �"kcn aus de« Arbeit entlassen: v!miokratisch?m Gmß � �"ich. g-brauchm.'-�M.t socigl- l 3öUUt!?. Ar- f* DU?*1 thtX versammln� be- fteij ungesetzliches Mittel an, nm ihre Arbeiter als Stmuevieh m ,b-nutz.n Zwei Grundbesitze, tiefen ihre Arbeiwr?nd Am Jbtl'N zusamm-nacfalt-ne«timmzette-, mit der Weiinua" die- i- �lb-n ,0� �ch der Wahlurne zu bringen. Einer v,r!,lbcn er A>w-°lltc sehen, wa« auf dem Zettel stand, und versuchte den- tie'."tsalten, woraus sein Herr ihu: da« strenge»er- .7?°u°erte gegen den Herrn: er benutze seine Arbeitir r,uix Stimmvieh; worauf mir derselbe erwiderte:, lalb„i*,* Pc horchen mir so, und ich brauche sie des. WallV" b" Nase heranzuziehen." Ti.S ist nur ein orfall, aber e« giedt deren viele. E« fehlen eine Masse ngcr< siti» en iset (fl der i illgä ; o itifd g-o tu< Namen in der Wählerliste, Viele haben gar u.chtS von de» Wahl gkwvßt. In dem§ 107 wird eine durch Gewalt odet Drohung verhinderte Ausübung dirstaalSbürgerllchen Rechte, zu wählen oder zu stimmen, mit 6 Monaten Gifävgniß oder mit Fcstlmgshaft bis„u 2 Jahren bestraft. Wenn nun ein solcher Marschochse seine Arbeiter zwingt, ohne ihr Wissen einen Beschützer des Gcldsacks zu wählen, so wird der Ar- beiter dadurch an dir Ausübung der stactsbürgerlichcn Rechte verhindert, und iS köun'e den großen Marschochsen gar nicht schaden, wenn sie sechs Mo: atc oder zwei Jahre eine unfrei- willige Wohnung beziehen müßten. Um dir Wahl eines Social-Demokraten zu verhindern, greift die Bourgeoisie zu den ungeschicktesten Mitteln, welche auch garnichl einmal bestraft werden. Ein Arbeiter. Verbands-Theil. Berlin, 14. Jan.(Allg. Sibuhmacher-Berein.) In Folge einer Agitation noch dem wohlbekannten Orte Kalau hatten die dortigen Kolleren beschlossen, dem Allgem. Schuh- machervercin beizutreten. Die Meister, darob sehr erzürnt, setzen alle Hebel iu Bewegung, um eine Bereinigung der Gesellen zu verhindern, und wie gewöhnlich, so auch hier, droht man mit Entlasserg aus der Arbeit, und find die Kala» er bemüht, durch Ausrufe Gesellen aus den umliegenden Städten beronzuzlehkn. Kollegen, Ihr wißt, wie die Ver- HZll»Isse In Kalan li-gcn und wie Roth uns eine Vereinigung thnt; darum laßt Euch nicht verleiten, durch Verbreitnnz falscher Thatsachcn Emen Brüdern Konlurrenz zu machen und Euch selbst zu schaden. Jeder Zuzug ist bis auf Weltcrc» fer« zu halten. Kollegen, Ihr seht, unsere Aufgabe wird immer schwieriger; vmsomehr ist e« aber auch unsere Pflicht, mit vereinten Kräften solchen Machinvtioncn entgegenzutreten H. Detcr, Kochfir. 11, Hof 3 Tr. b. Bährend. Abrechnung der für die Tilfiter Gcmoßregeltcn pro Monat Oktober bis ultimo November 1873 eingegangenen Unterstützungen. Von Berlin d. T. Conrad, 1. Rate 15.—.—.; deSgl. 2. Rate 2. 6. 3.; von Altona d. Schwiem 15.—.—.; von Hamburg St. Pauli b. G.Schröder 16.—.— von Flensburg d. Nibbc 4.—.—; Do- Rostock d. Kogliu(Berlin) 4. 5.—.; von Stettin d. Borkow 2. 16.—.; von Hannover d. Rowohl, 1 Rate 6.—.—.; iusgl. 2. Rate 6. 6. 6. Summa 71. 3. 9. Davon sind an Unterstützungen gezahlt: pro Monat Oltober: für 12 Gcmaßregeltc i. d. ersten Woche 15.—.— für IL Gcmaßr. i. d. zweiten Woche 13.—.—.; für 8 G-maßr. i. d. dritten Woche 7. 15—.; für 10 Gcmaßr. i. d. vierten Woche 12. 20.—.; exlra jür einen noth- leidenden Familienvater 1. 15. 3.; für Porto—. 9.—. Summa 4fi. 29. 3. Für Monat November: für 11 Gemaßr. i. d. ersten Woche 8.—.—.; für 10 Gemaßr. i. d. zweiten Woche 7.—.—.; für 10 Gcmoßr. i. d. dritten Woche 6.—.—.; für Botenbcflcllgcld für 9 Anweisungen u 6 Pf. —. 4. 6. Summa 21. 4. 6. Rekapitulation: Erhaltene Gelder zur Unierstützung 71. 3. 9. Bcranegabt an Unter- flützmigen 71. 3. 9. Quittscheu, Beiiragdsammler. Aug. Samcl, Bevollmächtigter. Die engere Wahl im sechsten Berliner Wahlkreise zwischen Hasenclever und Schulze- Delitzsch findet am 27. Januar statt. Die sittlichen Wirkungen der Assoziation. BekanrlliS wird von den Feinden de« SccialiSmuS den Arbeitern, weite sich onS ten Ketten ler Kvpiialmocht be- freien wollen, ohne Unterlaß vorgeworfen, baß sie teäge und unmoralisch seien. ES ist daher wohl am Plötze, ein Zcvgniß über die in Pari» 1848 entstandenen Assoziallone.1 beizubrln« gen, welches dir sittliche Tüchtigkeit derselben nachweist. ES gab über 200 Arbeiteiassozlotionin in Paris, von denm 30 einen Antheil au dem Kredit von 3 MiSioncn hatten, der von der National Versommlung bewilligt war- den war. Es giebt gewisse Personen, welche unicr bestimmten Ver- hältnisscn süh'en, daß sie die Träger einer gcschichtichrn Idee geworben sind, m d welche durch dieses Bewußtsein zu einem höhereu Ausdruck der Menschheit geläutert wurden. So fand mau auch unter den Poriser Arbeitern einen so hohen Sinn der Tusopserung und Scldfiverlängnung, als od sie gefühlt hätten, daß das Auge der socialen Rcvoiuliou auf sie gerichtet sei. Es war eine wunderbare Solidcrliät, durch weiche die Arbeiter sich verbunden sühltrn und die all- UeiulicheN Sep«- r«tlntrrcsscn verbannie. Die meisten Assozlat'orrn begannen damit, daß eine Liste-rössnet wurde, in welche dlezenigen Arbeiter, welche der Assoziation! eitreten wollten, ihren?!«< wen einschrieben Allein selbst diejenigen, welche der Asso- ziatiou n'cht beitraten, g'aublen sich an deren Erfolg mora- lisch vethciligt. Es gab daher in jeder Gevossciischasl zwei Kategorien von Arbeitern: dir assoziirten Arbeiter und die bloßen Anhänger der Asso;Iat''on. ES gab fast keine einzige Assoziation in Pari«, deren Be« trkebskopital nicht durch freiwillige, regelmäßige Beisteuer der adhärlrrnden Arbeiler vermehrt worden wäre. Dir Anhänger der Assoziationen waren eine Art von Aktionäien, welche ge< wöhuliche Geschäftklrutc mit Lächeln und Verwunderung au- staunen mußten, weil sie durch ihre Einzahlungen weder den mindesten ElgcuthvnitautUilirhieltiu, noch ihnen je Interessen des belgestencrten Kapitals bezahlt wurden. Jede Assoziation hatte ein B»ch, in das solche freiwillige Beiträge zur Wer« Mehrung ihrer Mittel eingetragen wurden, ohne daß dadurch irgend cw materieller Borthell für die Addärirenden erwuchs. Bio» eiuc einzige«ssozietlon. die der Bl-chschmi-de, ließ die adhärbrendeu Ml'.glieder ,u einem Amheil au d.m Gewinne zu>md gcwädrte ihuer Unterstützungen aus dem HülftsondS für den Fall Ihre« Erlraukung, ja gestattete ihn.» sogar den Zwtrftt mi« da« Recht der Adflimmuug, so oft eine Geueral- vcrscrtr.mimg der akliven Mitglieder stattfand. Diese Asso- zlattan zählte 43 arbeitende und 137 adhärireude Mitglieder mid machte blüdnide Geschisle. Nur Derjeilge, der Geltg-uheit gehabt hat, die Pariser Assoziationen am Werke zu s-h-v, kann vou d-m moralifircu- den Eluss-ß einen Begriff haben. Jede Assoziation ichloß unmoralische,«nlücht'ge Arbeiler au?, indem die Statuten aller Assoziationen eine Untcrsvchvug Über den Charakter der Arbeiter vor ihrer Alchwhme erforderten. Die Assoziation bildete daher die wahre Moral der Werlstättc. Da« größte Verdienst der Assoziation war, daß sie den Arbeiter inlosern emporhob,°l« ders.lbc durch sie aushörte einen Meister zu haben, als er blas vou sich selbst abhiug, al« er kelue Ge« lcgeuhelt hatte, seinen Meister als einen Feind zu betrachten, der ihn exploltirc und fich au seiner Arbeit dercichrre. Eine» der wichtigsten Motive, welche« diu Arbeiter über- Haupt bestimmt hatte, Assoziatloneu zu bilden, lag darin, daß die Idee der Gleichheit de« Menschen iu Frankreich seit 1789 durchweg cingebürzett war, und daß da» Verhäluiiß zwischen Meister und Arbcil-r dieser Tendenz nach Gleichheit, welche unser Jahrhundert charakterifirt, nicht mehr entsprach. Schon das Wort maltrs war blas als ein Ueberrest de« alten Orga« nisation der Industriellen Gesellschaft, wie sie vor 1789 be- stauben hatte, in die moderne Zeit übergegangen. Die Arbci- ler hallen sich vor der Februarrevolution gefragt, ob der Chef der Werlstättc, für den sie arbeiteten, das Recht auf den Titel eines„maUre" habe, und od nicht ihre Beziehungen zu einander auf einem wahren Austausch bciuben, iudem sie doch Arbeit gegen Arbeitslohn auttauschten. Nur wcuu der Arbcitgebir aus Menschenliebe den Aideitern Arbeit und da- durch Brot gäbe, würden die Letztere ihm eine höhere sociale Stellung einzuräumen haben. Allein da die Meister blo» für Ihren eigenen Gewinn arbeiten lassen und die Möglichkeit de« B-rlnfl-S durch die Möglichkeit des Gewinnes anfgehobeu wird, so nahmen die Arbeiter den Namen„Meister" wie eine Beleidigung ihrer Menschenwürde. Scldst das Wort salairs wurde daher in den Assoziationen, obschon dieselben ihren Mitgliedern einen Arbeitslohn zahlten, durch da« Wort retributiou ersetzt. Der Arbeiter hätte übrigen« das Wort Meister crtra« geu, wenn das Gesetz nicht seldst außerhalb der Werlstätte den Arbeitgebern Privilegien vor seinen Arbeitern eingeräumt hältc. In allen Gesetzen über die möglich-u Mißb.äuchc in den Beziehungen zwischen Arbeitern und Meistcra setzte der Gesetzgeber iu Frankreich die Moralität nur von Seilen de« Meisters voraus, und dieser Geist beherrschte alle Reglements. Die öffentlichen Behörden standen fonwähreud in Bcztchuugeu zu Inhabern der Fabriken zum Behuse einer gemeinschaftlicheu Beaussichligung der Arbeiter. Der Meister galt daher als der ua ürlichc Patton des Arbeiters. Der Cods civil räumt dem Meister allein d'e Entscheidung Über den Arbeitslohn ein und bestrast Koalitionen der Meister zum Bchuse ctucS Her- abdrückenS d-S Arbeitslohnes fast gar nicht, währen» Koa- litionea der Arbeiler, um einen höheren Arocitslohn zu er- zwirgcu, wie Verbrechen bestraft werden. Die Arbeiter wur- den s.ruer nicht iu die Cou-eiis de rrud'hornuKS, welche Stteitigkciten zwischen Arbeitgebern und Arbeitern zu schlich- tcu haben, zugelassen, und vor Allem diente da» iivnet, ohne welches Buch kein Aibclter Beschäftigung finden konnte, dazu, den Arbeiter in eitle« fortwährenden Abhängigkeit von d-m Arbeitgeber zu erhalten. Die Arbiiterassoztalionen sollteu diesen socialen Unterschied, dicscu Rest der Hterarchic der-Gc« scllschast, welche 1789 zerstött worden war, ausheben. Die Konstitution von 1848 versprach sllr Artikel 13 unter Anderem auch:„Gleichheit der Beziehungen zwischen Mciflcru (patreus) und Arbeitern". Dieser Artikel kann nur dann richtig vcrfihndcn werden, wenn man bedenkt, daß bis 1848 dem Arbeiter vor d-m Gesetze nur eine untergeordnete Stcl- lung eingeräumt war gegenüber dem Meister, der alle mög« licheu Earantieu gegen dte Subordination seiner Arbeite» hatte u. f. w-, und sich daher natürlich als etur höhere Per- Ion b-ttachtcu mußte. Hatte doch now kurz vor der Februar- Recolulion ein Pariser Fabrikant, der wegen persönlcher Mißhandlung eines seiner Arbeiter vou einem Friedensrichier veruUd-ilt worden war, sein Erstaunen über dieses Urlhc l ausgedrückt und crilört, daß nun die Gejellschast in Gisae.» sei, wenn man anfange, die Rechte dis Meisters anzutasten. Die Arbeiter kamiteu diese Vorr rrHeile sehr woizl, und wwljlcu, daß die Koustiiution, trotz de« Arlitci» 13, diese Mißnräuche nicht umstoßen werde, falls sie nicht selbst durch Assoziaiionc» die wahre Gleichheit begründen würde». ES ist nicht d,r mmdestc Zweifel, daß diese vollständige Gleichheit zwischeu Meistern und Arbeitern cutlich dadurch erreicht worden wäre, daß die Assoziativneu die Meister vdforbirt hatten, wenn nicht der Staatsstreich dazwi- scheu gekommen wäre. In einigen Gewerben sahen die Meister den Tag he» anrücke!., der sie uölhig.n würde, ihre Läden zu schließen und stch eine» Arbeilerassozialiau allzu- schließen. Dies war z. B. dir Fall in den. Gewerbe der Pariser Leistenschneidkr. Bor 1848 gab e« in Paris dreißig Häuser sllr die Fabrikation von Leist- n, welche ungesähr 130 Arbeiter beschästigtcu und nichl nur tic srauzöstscheii Schufle» mit Leisten verjorgteu, sondern auch Seudungeu nach dem Auslände machlcn. Als die Schneiderassoziaiion der liue de Cliciiy er öffnet wurde, hatte mau daselbst vier aru e Haid verhungettc Lcistrnschncidrr aufgenommen, welche mit der Zeit das ganze Gewerbe uwacstaltc» sollten. Nachdim die Wcrlstötleii dir liue de ClicLy geschlossen worden waren, zogen sich diese vier Ltistlnfchneiscr:n eine kleine Dachkammer der Lue Vivieuue zurück nah hatten während einiger Zeit leine uuderc HülssqueUc, als eine Unterstützung von einem Francs des TageS, die ihnen von dem Comite der ausgelösten Schnkib-rasloziatioii bezahl wurde. Nach einigen Wochen hörte auch d.esc Hülse auf, und man beschloß nun, ohne alles Geld-me Arbeimasioz.a- tion zu begründen und durch die Assozieitioie das ganze Gewerbe zu reorgauisiren. Die Besttzverhätiniffc der Assoziation waren sehr einfach scstzustellcn. Man besaß einige Werkzeuge, einige S ückc Holz und 2F>arcs in der Kasse. Man wandte diese« ganze baare Kapital an, um Adr.ßrartcn drucken zu lassen, die man verthcilte. Nach einigen Tagen hat.c mau einige Paare Leisten verfertigt, die mau einer Ardcilerassozia« tion der Schuster anbot. Diese waren natürlich der Unier« nchmung günstig, und alle Schusterassoziattonen versprachen, deren Knnccn zu werden. Während des ersten Monat» erhielt man stch kümmerlich. Ansang Geptauber 1848 konnte man ein.n fünften Associe anftiehm-n, am Ende de« Jahre« gab es Arbeit für ld> Mitglieder, deren Zahl stch Ende 184S aus 45 hob, big endlich wenige Monat- vor»ein Staatsstreich die Assoziation ans 75 Arbeitern bestand. Zwei Drittel sämmtlicher Pariser L-istenschncider waren auf diese Art iu die Assoziation übergegangen, und man erwartete mit Be- stiwmthcit, daß binnen zwei Jahren alle Leistcnschniide» von Poris-ine einzige Assoziation bilden würden. Im Sommer 1851 zählte die Assoziat on fünf große Magazine mit-iu-m Aktiva von 20,853 Francs in Kasse, 13,160 Fr. In Mate-ial m.d 1508 Franc» in Geräthschasteu, was ein guter Zuwoch« zu den 2 Fraol.-u war, mit denen mau angefangen hatte. Statt der 30 Meister, die c« vor 1848 gab, zählte man m diese Zeit nur noch füus, von dcneu zwei überhaupt iig-ud eine Bedeutung bcauspruehe» konnten. Alle übrigen Me ster hatten sich gezwungen gesehen, ihre Etablissement» zn lchiießen und der Assoziation beizutreten. Mkhnre andere solche Beisp.cic lönnten noch avzefu�n werden. Die Arbeiter sahen, wie die Assoziation allein da? Prinzip der Gleichheit, welches keine Revolution hatte in dir industriellen Kcei'c bringen kiinneu, endlich zur Wahrheit machte. E'n Widerstand der Meister gegen diese Arbeiter- tendenzeu war schon deshalb nicht möglich, weil sie wegen der Vorziiglichkeil der von den Assoziationen gelieferten Ar- tikel nicht mit denselben konknrriren konnten. I jeder Assoziation gnb es eine Jury, die aut mehreren Mitgliedern der Affoziation zusammen gesetzt war, im w Ich. am Ende des Tage» über die Güte eine« jeden fabriz'rten Artikels;n ent- scheiden hatte. Nur jene Artikel, welche ganz tadellos waren, wurden den Arbeitern gntgelchrieblU und zum Verkauf zuge- l assen. Alle Arbeiterassoziationen waren von der Nothwendigkeit überzeugt, d-ß fi� sich bloS dann Bahn brechen und die industrielle Welt auf eine andere Genndlagc bringen könnten, wenn da« Publikum auf das iSewizimhaftestc von ihnen bedient würde. Redlichkeit und Aufrichtigkeit im Berk- r war da« erste gesellschaftlich- Prinzip der Arbeiterassoziationen, das ihnen von allen Sozialisten cingeschäcf» ward. Hatte doch Fourier erzählt, daß die kommerziellen Betrügereien seines Vaters, die er als junger Mensch beobachten konnte, ihn zum Reformator gemacht hatten. Prouddon hatte ein ähnliches Geständniß abge.cgt. Owen'S Arbeiterassoziation in New- Lanark hatte s»on früher auf ähnliche Weise rcussirt, und ihr Gewinn hatte sich auf Millionen Francs bclau en, weil auch fie dieses Prinzip befolgte, in allen Transaktionen die größ'e Redlichkeit und Aufrichtigkeit zu zeigen Das ging so weit, daß Owen häufig dem Publikum b.ivies, daß er nicht aus seinen eigenen Gewinn blicke und der Welt ein Beispiel geben wolle, dag der kommerzielle Verkehr mit absoluter Redlich- keit vereinbar sei. Wenn Owen in New-Lanark eine beben- tendc Bestellung für den Einkauf von Baumwolle erhielt, so rieth er dem Käufer von dem Geschäfte ab, wenn ein Fallen der Preise vorauszusehen war. Dagegen schrieb er seinen Geschäftsfreunden, um ihnen zu rathcn, EinISufe zu machen, wenn ein Steigen d�r Preise erwartet werden konnte. Nichts« destoweniger machte die Assoziation von New Lanark auf diesem Wege, welchen gewöhnliche Geschäftsleute für Wahnsinn halten würden, glänzende Geschäfte,«eil fie eines allgemeinen Vcr- «mens genoß. Die sranzö scheu Arbe ier kannten alle diese Traditionen und gingen auf deren Geist ein. Sie hielten eS auch für ihre Pflichr, durch die Geschicklichkeit In ihrem Handwerk das Beste zu leisten, was das kaufende Publikum ee warten konnte. So bestimmten die Reglements mchrer r AssozSot'oaen, daß ein Buch geführt werden sollte, in dos mau alle Diesste, welche Irgend ein Mitglied der Assoziailon durch Verbesserung eines Verfahrens dem Handwerke leiste, eintrage, und welche pekuniäre Belohnung e nem solchen Eifinder crtheilt werden müsse. In fast allen Arbeiterassoziationen fanden periodisch Sitzungen statt, um zu berathen, ob nicht das betr-ssende Ge- »erbe von der Anwendung etwaiger Wissenschaft icher Fort- schritte einen Nutzen ziehen könne. Die Assoziationen wollten stet» so weit als möglich den besten Artikel zu dem billigsten Preise liefern, und fie setzten sich freiwillig eine Grenze, über welche hinaus sie sie untersagten, Gewinn von Kunden zu ziehen. Dies war namentlich dadurch veranlaßt worden, daß ur- sprünglich die Arbeiter von der Ansicht ausgegangen waren, daß die Lösung de» socialen Problems nicht ohue einen rvan- gelischen Geist der Brüderlichkeit möglich wäre. Da cS ihnen mm damit Ernst war, diese Lösung zu finden, so lebten fie sich In die Brüderlichkeit hinein. Dieselben Arbeiter, welche vor der Februarrevolution sich gegenseitig Konkurrenz gemacht «ud dadurch die Arbeit'preise herunter gedrückt hatten, er- wachten auf einmal zu einem neuen Leben der Brüderlichkeit. Selbst wenn sich Uneinigkeit unter den Mitgliedern einer Assoziation erheb, hörte dieser Geist der Liebe zwischen ihnen nicht auf. Dies zeigte sich z. B. in der Assoziation der Tisch- acräihmacher(iabrieuuts de converta) Die Mitglieder derselben hatten sich über die Frage vcruneiuigt, ob der Arbeits« lohn noch der Arbcit-stunde geregelt«erden solle«der nicht. Nachdem sich ein Thell der MItalieder d-r Affoziation zu- rückgezogen hatte, um auf eigene Faust eine neue Assoziation S dildin, blieben beide Assoziationen doch In höchst freund- aftlichen Beziehungen, und die Arbeiter, welche die Bezah- luug nach der Stunde beibehalten wolltcn, sagten zu jenen, welche die Stückarbeit als Maßstab annahmen:„Falls wir sehen sollten, daß Euer Prinzip das richtigere ist, werde« wir nicht ermangeln, von Eurer Erfahrung Nutzen zu ziehen." In Allem und Jedem unterschied sich das Wesen der Ar« beitercssoziationen von der Arbeit unter einem Prinzipale. Während ein gewöhnlicher Prinzipal die Politik verfolgte, von dem Eleud der Arbeiter zu profitireu, um weniger Ar« beitSlohn bezahlen zu müssen, suchten die Arbeiterassoziationen ihre ditrstigen Kameraden auf, um sie in die Assoziation Hill- ein zu ziehen und ihnen einen unmittelbaren vollen Anthell an dem Gewinne derselben zu geben. Ein Prinzipal hat nur Eines vor Augen: auf welche Art er den möglichst großen Nutzen vou seinem Geschäfte ziehen könne, um sich sodann von demselben bereichert zurück zu ziehen. Die Assoziation dachte an das Leiden des gesammten ArdeiterstandeS und an die Lösung de» sozialen Problems und wurde nicht müde, nach derselben zu streben. B r i e s l a st e n. Aus verschiedene Anfragen zur Notiz, daß behufs der engeren Wahlen die Listen nicht ausgelegt werden; es können also Personen, welche am Wahltage in derselben fehlten, nicht reklamireu. Dagegen muß dies von Denjenigen geschehen, welche reklamirt hatten, und doch nicht in der Liste standen. Zu diesem Zw-cke müssen sie sich zwei Zeugen verschaffen. W. Latzke. Brandenburg. Senden Sie LOsi Sgr. ein in Briefmarken. G. Aurich. Bremen. Die„Social« politischen Blätter" find noch vollstäadig zu beziehen. Di- Expedition. Die Annoncen für Dresden» Wauosbeck und für den Deutschen ZimMercrbund haben, weil fie hier zu spät ein- gingen, keine Aufnahme finden können. WchrtUS. Deutscher Zimmerer- Bund. Die zum Freitag, den 16. Januar, annoncirte Bersamm« luug fällt aus, da wir au diesem Tage In demselben Lokale eine Parteiversammlung haben. Wir fordern die Berliner Zimmerer auf, in dieser Parteiversammluug recht zahlreich zu erscheinen. Mitgliederbeitragc nimmt der Kasfircr Girke vorn am Eingang von den Zimmerlenten entgegen. _____________ O. und A. Kapell. G«t �amiuftiefcl werden mitgem. Mühlenstr. LI, 3. Et. yur mim. Parteiverfammlung Freitag, deu 16- Äauuar, Abends 8V2 Uhr, im Lokale Sophienstraße 15. Tl�es-rdnung: Die eugere Wahl im sechsten Berliner Wahlkreise. Die Parteigenossen, welche eingeschriebene Wähler des sechsten Berliner Wahlkreises find, müssen vor- zugsweise zur Stelle sein. __ Hasenelever. Für Berlin. Oeffentliche Wählmechmmlmg: Donnerstag, de« 15. Ja»., Ab. 8'/- Uhr, Wollancksstraße 12/ Referent: Herr P. Grottkau. Tagesordn.: Die am 27. Januar stattfiu- dende engere Wahl für den 6. Berliner Wahlkreis. Für das Arbeiter Wahlcamite: H. Ecks._ Für MttÜS. �Agrmeiner uevtscher �lrdeiter-Verew. B-rsammlungen vonuabtnd, den 17. Jan., Abends 8h Uhr, lm Grat« weil'ich-n Bierlokal(obere, Saal), Kammaudantenstraße 77— 79 Bortrag des He�rn Finn. Konmibeild, den 17. Jan.. Ab:n-s 8-; Uhr, im Lokale des Herrn Lindemann, MacNeuffelstraße 90. Bortrag de» Herrn Scholz. Gonnadend, den 17. Jan., Abends 8i Uhr, im Lokale de» Herrn Böhm, neben der Kaiser Franzkaserne. Bortrag des Herrn Höppner. Montag, den 19. Januur, Abends 8, Uhr, Im Lokale de» Herrn Meister, Landwehrstraße 11. Bortrag de« Herrn W itlst ock.— Fra g ekasten._ H. Eck«. Berliner Akkordträger- und Bauarbeiter-Berein. Oeffentliche Bersammluua Sonntag, den l8. Januar, Vormittags il Uhr, im Lokale des Herrn Altermann, PolSdamerstr. 103. TagcSordn.: Vortrag des H!rrn Stahl. Verschiedenes und Fr gekästen.___ Wil h. Wißmann. Für Berlin. Arbeiter Frauen- und Mädchenversammlung Freitag, den lst. Jan., Abends 8; Uhr, ittl Lokale des Hr:i, Lindemann, Manwiffelstraßt 90. TagcSordn.: Vortrag. Vcrschi-den.s und Fragekastcu. Um zahlreiches Ersch-inen ersucht Der Vorstand. Berliner Putzer-Club� Stiftungsfest nebst Ball Sonnabend, den 7. Februar, Im Lokale de» Herrn Lltber, Thorftr. 12. Die Zwischenpausen werden durch deklamatorische Bor- träge anögesüllt. Parteigenossen haben Zutritt unter Legitimation. Anfang de« ToncertS 8 Uhr, des Balles 9 Uhr. Evtröe für Herren Sgr., für Damen 2� Sgr. ~■ Ton I ifÄi osp.r Zlügtuinser Sentfcher Tirbettcr-ßemn. Mltzlie-a Besuch bittet_ E. Porst. sslliscrcm braven Freunde und Kämpfer für die Mensch? rechte Bernhard Blumenthal zu seinem am 19. d. Mts. wiederkehrenden Wiegenfeste b herzlichste Gratulation. Frankfurt a. M. Deine Frau und Deine Verwandten. O, mögest Du noch lange Jahr- Vereint mit uns im Kampfe steh'n. In Roth und Stürmen nicht verzage, Bis einst die FeelheitSfahnen weh'nl— O, möge Dir auch ferner bleiben Lassalle'S Lehre Schild und Hort, Bis einst im Freiheits-Glorienscheine Erschallet das Erlösung»»«»!.__ (Berspätet) Meinem Neben Manu- die herzlichsten Glückwünsche i sewem am 14. Januar stattgefundenen Wiegenfeste. Halbersiadt._ Frau Zacharias (Verspätet.) Unserem tavferen Mitkämpfer für Freiheit nnb Recht, Schneider A Zacharias, die herzlichsten Glttckwüuiche l seinem am 14. Januar staltgcfuudcneu Wiegenfeste. Mög» Du unveränderlich weiter kämpfen und nie zaghaft werd? Halberstadt, 12. Januar 1874. _ Deine Parteigenossen R. Dahlen und W. S-nssi, Der Frau Will- zu ihrem am Sonnabend, den 1?- stattfindenden Geburtstage die herzlichste Gratulation.