Ät. SS. IgMt Btttnng htd Kai N«ttlich nnb zwar: Diea�aas. u- 6»imai«nM HbtoM. _•tmnnanrtt'VnH jjttün incl.•tingetlojn viert«!» < Vriimimer«lldo Wt Egr., mv» l W einzeln»hnnwera '•! bei den f oflimttta in T Berlin, Mittwoch, den 3 Juni 1874. 4. Jahrgang. Rener ättr� !g«� S«M-Demknit Eigenth«« des Mgemeiue» deutsche» Arbeiter-VereinS. «edaltw» n.«x»-d.tw, »erl t», vrebbeneeSraße«r.»S> Oeiiellucgen»erden»»»wärt« Sei»0» i'.ftäini-rn, w B,>>» in der«xpedi- ii-n, sowie bei jed"n Gvedtteur,«nt» gegen» enonnnen. Znser»t, sin der Sn-edlNon null . B.TCen pro dreigeipaltene M»der bereu«an» mit t kn ~«lrbetter-winen-r» die breispnltig- üeile»der deren Raum» esc Für den Monat Juni kann jetzt auS- �arts bei sämmtlichen Post-Anstalten •uf den »»Neuen SorLal-Demokrat" �onnirt werden. Auch für Berlin beginnt ein btonatSabonuement, und nehmen alle Spedi- tflire und die Expedition deS Blatte? Bestellun- l entgegen.— Wir ersuchen daher die lrteigenossen, diese Gelegenheit zu einem p,! ßglichst zahlreichen Abonnement zu benutzen i�lSb, um Jrrthümer der Postbeamten zu vermei- - auSdrüdlichden„Neuen So cial-Demv- lrat" in Berlin zu bestellen. Die Redaktion. H °pl< nd � n s»»� !». König Belfazer � lachte ein herrliches Mahl feinen Gewaltigen und Hauptleuten und er soff sich voll mit ihnen— so jflhiiit die urwüchsig naive Historie, welche so manche» ?®dirherz mit Grauen erfüllt hats dem sträflichen Mermuth folgt da» verhängoißvolle Meoe Tekel zum Schluß heißt e» kurz und bündig: des "»cht« aber ward Söuig Belsazcr erwürget. ist wahrlich naheliegend genug, au diese alte *5 1 Historie zu denken, wenn wir da» tolle Getriebe des ,f. �tvcn GründrrfchwiudelS betrachten. ES ist ein < �lazermahl, und schon glüht in Flammenschrift ß verhängnißvolle Meue Tekel inmitten der im olddurst Berauschten. Die Börse ist der Tempel, 'S Palais des Gründers ist der Peunkfaal des Bel« .I'jer der Gegenwart, und die entnervte Schlemmer« flotte, welche sich um den Götzen Mammon und um jsie Tische beim Praffermahle drängt, steht den chaldäi- »en Hauptleuteu, über welche der alte Prophet Daniel sich so arg erzürnte, au Tollheit und Genuß- sucht wohl in Nichts nach. Diese setzten ihr Schlemmen und Prahlen noch >rt, als schon das Perserheer die Mauern Babylons ' irmt hatte, bis endlich da» Schwert sie hinweg- �e. Jene unfanberen Früchtchen der Gründer- �che aber jobben» und renommireu fort, trotz des 'Börsenkrachs", inmitten der allgemeinen Roth, und 'Jch ihr Treiben wird nicht eher enden, al» bis der '«räch" unbarmherzig sie Alle vernichtet. . Als vor wenigen Tagen gelegentlich der Debatten ? preußischen Landtage wir den Krieg Knüppel- �'Skers mit Gründer-PntbnS beobachteten, und .,lc gesammt« liberale Presse in sittlicher Entrüstung As»Steinige ihn" krächzte— da schwiegen wir. sscht etwa, weil wir Mitleid mit dem hochgestellten bTründer" hatten, sondern weil wir uuS nicht ent- �"eßen konnten, in so miserabler Gesellschaft, lt ez die liberale Presse ist, in den Verdammungs- mit einzustimmen; die Moralprediger waren so charakterlose Subjekte, daß sie da» �»ralpredigen dadurch in Mißkredit brachten. ... Ann, die Tagesereignisse haben unsere Anficht rflljeud gerechtfertigt. Kaum»ar eine Woche ver- »?"ku, sei» der Fürst PntbuS von der gesammten ssfe seines„GründeoS" halber so schlecht gemacht "den war, daß kein Hond �vou ihm ein Stück � nah� und schon drängte sich da» Literatenge- f�iß W hellen Haufen zu einem Gründer- �anse herbei, welchen er gab. ES handelte sich das„Flora"- Etablissement. Eine Gründung reinste« Wasser ist e»; die Aktien stehen weit 1?� Pari, die Gebäude sind schon einmal ringe- kurz, weder die Geschichte deS BaueS, noch tzt dir Spekulation läßt etwa» zn wünschen übrig. � 18 gab ja Leckerbissen,»S floß Wein in Strö- dich» � hochgeborene Herr wird auch mit dem Golde tz? geknickert haben, und so summten denn die tzi�ßfliegen der Presse zahllos herbei; sämmtliche C'»ungskarttn an Berliner Zeitungen fanden ihre hf« ftx? Abnehmer, bis auf eine, die— Ironie — dem„Neuen Social- Demokrat" m W Es war— wir glauben uns diesen AuSdruck erlauben zu können— ein Belfazermahl im Kleinen, wie die Orgie der Börse eins im Großen ist. Wenn wir auch nicht so unästheiisch sein wollen, Luthrr'S derbe Worte anzuwenden:„Und er soff sich voll mit ihnen"— so steht eS doch fest, daß die vom Eham- pagaer erhitzten Köpfe der Gäste deS edlen Gründers auf die absonderlichsten Dinge verfielen und die Zn- tungen von ter fromm-katholischen„Germania" bis zur röthlicheu„Tribüne" fließen über von Lobhudelei.— Armer LaSkerl— Dem Kuüppel thut selbst „Gründern" nicht weh! Der Redakteur der„Germania" leckte sich jeden- ftjllS noch den Mund, a!« er niederschrieb:„Ein improvisirteS Büffet trug eine hübsche Kollektion kal- tcr Gerichte, wie Sardinen in Oel, Anchovis, Hum- mer, Lach», Rehrücken, Geflügel, Schweinebraten, Roastbeaf, Mixpickles, Salate, Pasteten, Saucen, Käse u. s. w., und Jeder streckte nunmebr die Sand au» nach der bereiteten Speise."— Und die„Tribüne" berichtet, daß die geistige Speise neben der leiblichen nicht fehlte. Wie sich König Belsa- zer jedenfalls einen Hofnarren gehalten, so hatte sich auch Fürst PutbuS einen Bruder Lustig verschrieben, den„bckanuten" Nathan Schlesingn. Und die„Tri- büne" meldet:„Die überaus gehobene Stimmung der Zuhörer kam auch dem dritten Redner, dem Hrn. Nathan Schlesinger, zu Statten, der Allerlei sprach und die Flora au» Kesten der Social-Demo- kraten lobte, wäS ihm viel Applaus ein- brachte. Die Musik spielte dazu von Roßberg: Flora'S Erwachen, Concert-Polka. Nachher gab eben dieselbe zum Besten: Ascher'S tairtaro rnilitairc, aber das fanfaro wurde übertönt von Nathan Schle- fiager uud seinen geistig eben so aufgeregten Frcun- den." Wenn also auch der Daniel fehlte, so war der Nathau doch am Platze und citirte sein Mene Tekel. Der Champagnerrausch wird nicht allzugcring gewesen sein; sonst möchte der Applaus der gerupf- ten Aktionäre und überglücklichen Gründer bei dem Citiren de» rothen Gespenstes mager genug aus- gefallen sein. Aber so tanzte mau lustig auf dem Vulkane und kümmerte sich wenig darum, ob nicht bald da» Ende dieser Wirthschaft mit großem„Krach" bevorsteht. Hi«r prassende„Gründer" mit ihren Preßtraban- ten, dort arbeitslose Arbeiter, die Opfer der Krise; hier schallende Hoch» auf das Kapital und Spott- rcden auf die Social-Demokratie, dort die Seufzer de» nothleidendeu Volke»; ist das etwa kein Belsazar- mahl und ist da» kein Mene Tekel? Die besoffenen Chaldäer haben ein gar jämmer- liche» Ende genommen; wie wird eS unfern Grün- dern noch crgeheu, unS däucht, es kommt noch ein „Krach!"_ A 9 war. Ei« Stück socialen Glends spiegelte sich in einem am vergangenen Sonnabend vor der vierten Kriminaldeputation des Berliner Stadtgerichts verhandelten Diebstahlsprozesse ab. Auf der Anklagebank erschien der Arbeiter Klotz. Seit acht und zwanzig Jahren war derselbe in der Borsig- scheu Fabrik beschäftigt gewesen. Er hatte sich wäh- rcnd dieser langen Zeit nicht den geringsten Fehltritt zu Schulden kommeu lassen, sondern war stet» als der treueste und redlichste Arbeiter der Fabrik bekannt. Jedoch schon vor Jahren gerieth er ohne sein Virschulden in da» tiefste Unglück. Bei einer der schwersten und anstrcnzendsten Arbeiten passtrte eS ihm, daß er ein Bein brach und daher wochenlang verdienstlo» krank zu Hause liegen mußte. Seine ohnehin schon zahlreiche Familie gerielh dadurch auf längere Zeit in die fürchterlichste Roth. Doch der Beinbruch wurde geheilt und Klotz konnte in der Borsig'schen Fabrik weiter arbeiten. Aber nur ein Jahr verging»md ein noch schwererer Unfall als der erste betraf ihn. Er erhielt bei der Arbeit eine Verletzung am Kopfe, welche ihn wie- derum zwang, die Arbeit aufzugeben. Das Hebel verschlimmerte sich binnen kurzer Zeit dermaßen, daß Klotz sogar in Folge dessen daS linke Auge einbüßte. Dieses Gebrechen, sowie verschiedene kleinere Verletzungen, die ihn ebenfalls während der Arbeit in dem Borsig'schen Etablissement betrafen, mußten natürlich seine Arbeitskraft ungemein schwächen, und er sah sich daher geuöthigt, Alles aufzubieten, um seine zahlreiche Familie nicht verhungern zu lassen. Zwei bis drei, höchstens drei und einen halben Thaler, konnte er mit Mühe und Roth verdienen; was für einen Familienvater in Berlin hinreicht, um mit den Seinen nicht gänzlich zu verhungern. In dieser Roth fiel es ihm ein, daß er ja man« che» Feierabend, wo er nicht zu sehr ermattet und übcransireogt nach Hause käme, noch etwa» arbeiten könne, um sich vor dem äußersten Mangel zu schützen. Jedoch dazu bedurfte er cln-S Löthkolben«, und einen solchen sich anzuschaffen, fehlten ihm alle Mittel.— Ja der Borsig'schen Fabrik gab eS so viele Abfälle, welche meist nicht verwcrthet wurden und herrenlos in den großen Räumen des Etablissement» allmählich verloren gingen. Ohne sich einer Schuld bewußt zu glauben, nahm Klotz daher aus der Werkstatt, wo er arbeitete, einige Kilogramm Kupferabfälle, um sich einen Löthkolben daraus zu verfertigen. Jedoch einer seiner Kameraden, der dieses bemerkt hatte, zeigte eS sofort Herrn Borsig an, der nicht nur Klotz auf der Stelle unter harten Worten ent- ließ, sondern sogleich einen Antrag auf Bestrafung stellte. Klotz erschien vor Gericht; er erzählte den Thatbestand bis zum Kleinsten herab und ver- langte sogar persönlich seine Bestrafung. Der Ge- richtShof erkannte auch wirklich eine mehrtägige Ge- fängnißhaft, die der Unglückliche auf der Stelle frei- willig antrat. Dieser Vorfall, so wenig er auch darauf An- spruch machen kann, in der TageSpress: eine allgemeine Sensation zu erregen, wirft doch wieder einen recht dunklen Schatten auf unsere heutigen Zustände. Man rühmt in unserer Zeit mehr denn je die Freiheit und die bevorzugte sociale Stellung, die der Arbcitcrstand genüßen soll; die Freizügigkeit, wird gewöhnlich als der Schlüssel bezeichnet, welcher den Arbeitern Eingang zu einem irdischen Paradiese ver- schaffen soll. Er besitzt freilich ein Recht darauf, aber wie selten die Freizügigkeit den Arbeitern znm Bortheil gereichen kann, sieht ein Jeder leicht ein. Doch wenden wir uns noch einmal zu unserem soeben besprochenen Vorfalle zurück. WaS wir an ihm besonders in Betracht zu ziehen haben, ist, daß solche bedauerliche Ereignisse, abgesrhea von den ua° zähligen anderen, welche entweder gar nicht an die Oeffentlichkeit dringen oder sogar absichtlich todtge- schwiegen werden, ein Anzeichen sind, wie sehr wir unS schon dem Abgrunde socialen Elends genähert haben. Mehr als früher ist in unseren Tagen die Frei« heit de» arbeitenden Volkes gefährdet. Die zu den Bedürfnissen in keinem Verhältnisse stehenden Arbeit»« löhne müssen uothwendig, falls nicht darin ein Um- schwang zu Gunsten de» ArbeiterstavteS eintreten sollte, daS Elend und die Roth unter dem Proleta- riat steigern helfen. Sehen wir es in dem soeben besprochenen Falle nicht deutlich, wie selbst die ehrlichsten und treucsten Arbeiter, ohne ihr Verschulden, mit Weib und Kind verhungern müssen; wie sie, die Jahre lang„treu und redlich gedient", zuletzt durch den Drang der Roth zu einem kleinen Fehltritt verleitet, schwer da- für zu büßen haben. Wer zahlt ihnen nur einen Pfennig, wenn sie ohne ihr Verschulden krank uud hülfloS auf dem Straßenpflaster liegen? Wer giebt ihnen lohnende Arbeit, wenn sie ihre Gesundheit, ihre Gliedmaßen in den Fabriken verloren haben? Wir können keine Antwort darauf finden. Wie einst der edle römische BolkStribun TiberiaS Gracchus in bitterem Schmerze ausrufen mußte, daß die Männer, welche die ganze Welt erobert, keinen Faßbreit Erde ihr eigen nennen könnten, daß sie heimath- loS nnb hungernd in der Heimath umherirren müß- ten, so können wir vom heutigen Lohnarbeiter sagen, daß auch ihm nur wenig mehr als Luft und Licht gehört, und auch dieses nur in dem beschränktesten Maßstabe. Politische Aebersicht. Berlin, 2. Huni. Daß nicht allein in Deutschland die Spitzen der Aristokratie, wie ein Fürst PutbuS und andere hochgestellte Persönlichkeiten, Großes im Eisenbahn- schwinde! zu leisten im Stande find, wird jetzt durch verschiedene Petersburger Enthüllungen konstatirt, welche die russische hohe Beawtenwelt und Aristokra- tie im größten Maßstabe der ausgedehntesten Bc- trügereien zeiht. Die Schwindeleien nämlich in der Verwaltung der Hauptgesellschaft russischer Eisen- bahnen, welche durch den bekannt gewordenen Bericht einer imvorigenJahrenicdergesetztenRevistonSkommission zurRevidirung der der Gesellschaft gehörigenMagazine ans der Nicolai- und Warschauer Bahn in die Oessent. lichkeit gekommen, sind so kolossal und in so unge- nirter Weise ausgeführt worden, daß eS daS Glaub- hafte beinahe überschreitet. DaS Reglement über die Verwaltung der Magazine der Gefellsibaft ist von den Beamten absolut gar nicht beobachtet worden; daS Jnventarium des Hauptmagazins fand die Revi- stonSkommifsion unrichtig aufgeführt; in den Mate- rialienbüchern fehlten die Notiruugen über Einnahmen bereits feit neun Monaten, über Ausgaben wa- reu fie noch längere Zeit im Rückstände. Die Bü- cher existirten überhaupt nur zum Scheine und Kon- trolunterfchriften und Contrafignatureu fehlten ganz. In fünf Magazinen allein schon zeigte sich ein Feh- leu von Gegenständen für 604,862 Rubel, abge- sehen davon, daß der Nominalwerth der Inventur« bücher nicht im Entferntesten den faktischen Werth repräfentirt. DaS»ach dem Reglement der Maga- zinverwaltuvg jährlich aufzustellende Budget war nie- malS aufgestellt worden; an Steinkohlen allein fehl- teu 42,000 Pud oder 14,000 Clr.; vou einer Summe von 525,000 R., bestimmt zur Beschaffung von SchlafwaggonS, war gar keine Spur mehr vor- handen; für überetatSmäßige„Belohnungen" an die Beamten waren 167,000 R. verausgabt, und kurz, die Unterschlagungen der Beamten ereichten nahezu die Summe von 2,000,000 Rubel. Die Angelegen- heit erregt ein kolossales Aufsehen, um so mehr, als gerade der Chef der Exploitation der Warschaner Bahn, Herr Alquia, und verschiedene hohe Berwal- tungsbeamte plötzlich vor Kurzem ihr Amt nieder- legten, d. h. ehe der Bericht der Revisionskommission bekannt wurde. Allerdings ist schon in den letzten Tagen des Mai eine Generalversammlung der Aklio« näre der Gesellschaft anberaumt worden, um den Ua- terschlagungcn auf die Spur zu kommen. Jedoch, »S ist wohl lcidit vorauszusehen, daß bei einer der- artigen Untersuchung nie«in Resultat zu Tage ge- fördert werden wird. DaS' alte Eprüchwort wird sich auch wieder bewahrheiten, daß nämlich die gro- ßen Diebe ausreißen und die kleinen gehängt werden; — Auch ist neuerdinxS die allgemeine Wehrpflicht Roßland eingeführt worden, und zwar, wie im beut- scheu Reiche, von dem vollendeten 20. Lebensjahre an. Nach den jüngst stattgehabten Abschätzungen über die FriedenSpräscuzstärke der russischen Armee beläuft sich die Zahl der aktiven Soldaten auf gegen 900,000 Mann. Welchen Impuls diese Bermehrnng der russischen Armee auch auf die anderen Staaten Jean Jacques Rousseau. lGeboreu 1712, gestorben 1778.) Die französische Philosophie de« achtzehnten Jahrhundert», so kräftig sie auch in nicht wenigen Beziehungen verrotteten und veralteten Zuständen entgegengetreten war, hatte doch vielfach einem Egoismus Bahn gebrockten, der alle» Ideale, alle Moral in Zweifel stellte und erschütterte. Ein Voltaire, Dederot, Helvetiu» und Andere wehr oder minder bedeutende Philosophen und Schriftsteller der französischen Notion waren e« hauptsächlich, die dieser nwen Idee Eingang verschafft, zugleich aber auch damit eine frivole Moral großgezogen hatten. Diese Ideen hatten schnell in den höheren und höch- sten Ständen Wurzel gefaßt, um so mehr als dieselben noch Niemand, einige Ignoranle uud fanatische Priester ansgenom- wen, mit Erfolg zu bekämpfen im Staude gewesen war. Doch plötzlich, zu Anfang der zweiteu Hälfte deS acht- zehnten Jahi hundert«, erhob sich eine Stimme, so männiglich uud kräftig, daß sie all den Lärm jene« Jahrhunderts übertönte. Es war die« Jean Jacque« Rousseau. Man hatte sich«nvermulhet der Bewegung, welche die Gesellschaft mit stck' fortriß, einen Mann, einen einzigen Mann entgegenstellen sehen, und die« war ein armer Genfer, der eln Vagabund, der ein Bettler uud ein Lakai gewesen war. Unsterblicher und unglücklicher Jean Jacque» Rousseau! Als er von Dorf zu Dorf umhergeirrt war, sein Elend über sein Sinnen und Träumen vergessend uud an die Thür der Frau v. Waren« kam und, ohne e» sich zu gestehen, davor zitterte, da« ver« sprochene und erwartete Stück Brot nicht zu erhalten, wer hätte ihm da sagen können, daß er einstmal», die Feder in der Hand, diese stürmische Beredlsamkcil der Tribüne besitzen werde, zu Reden, au denen sich die Menge berauscht; daß er Enropa'S ausüben wird, da sicher keine der ersten Großmächte hinter Rußland in diesem Punkte zurück- zustehen gedenkt, läßt sich leicht berechnen. Wiederum ist eiu neuer Transport vou gefangenen sranzösischt« Communisteu uach Nen-Caledonieu ein- geschifft worden. DaS Transportschiff„Loire" hat in diese» Tagen von der Insel Aix eine neue Serie solcher Unglücklichen an Bord genommen und befindet sich mit ihnen schon jetzt auf hoher See. Die Bc- Handlung dieser Gefangeneu auf Reucaledonicn soll in Folge der Flucht von Rochefort und seinen Ge- fährten eine wahrhaft entsetzliche und barbarische ge- worden sein. An ei» Entweichen vou diesem zweiten Cayenne ist jetzt natürlich gar nicht mehr zu denken. Ueber de» alten Freiheitskämpfer Garibaldi laufen gegenwärtig beunruhigende Gerüchte durch die Presse. Schon vor längerer Zeit hatte sich Garibaldi näm- lich eine nicht geringe Erkältung zugezogen, welche ihn zwang, das Zimmer zu hüten. Seit einigen Wochen hat sich die Krankheit jedoch dermaßen gesteigert, daß auf seine Wiedergenefung nicht mehr zu hoffeo ist. * Die„TimeS", die sich schon seit längerer Zeit durch verschiedene Betrachtungen über die stchendtll Heere Earopa's ausgelassen hat, schreibt in einer Utf Normern'„Uns"' zeg-nwärttger Frieden ist buchstäblich ein solcher, wie ihn die Welt nie vor- her gekannt hat. Es ist ein Frieden nicht allein voll gegenseitigen Argwohn» und Mißtrauen», sondern einer, der eine ebenso große Bürde involvirt, als Europa iuSgefammt je als die Kosten eines Kriege» getragen hat uud der demgemäß lange auf seinen HülfSquelleu lasten uud seinen Fortschritt hemmen wird. Die schlimmste Phase de» Falle» ist, daß der Prozeß, der nun im Gange ist, scheinbar ohne Ende fortgehen und jede» neue Jahr die Uebel derjenigen, die ihm vorangegangen find, nur vergrößern mag. Wir sprechen noch immcr von Frieden und Fortschritt, aber der Friede ist seiner gewohnten Segnungen be- raubt worden, und der Fortschritt hat uuS hauptsächlich befähigt, der Vorbereitung für gegenseitige Zerstörung mehr Geld und größere Anstrengungen zu widmen. Ist das Europa der Jetztzeit, so mögen wir w»hl fragen, weiser uud besser als das Europa unserer Borfahreu? Sind seine Nationen nun dem Kriege weniger ergeben al« in der Vergangenheit? Sind seine Staatsmänner weniger schuldbar für da» traurige Lerbrecheo, seine schlimmsten Neigungen zu ermuntern und gegenseitige Zweifel und Besorgnisse, die nicht weniger verderblich find, weil sie unbedingt gruudlo» sind, zu fördern? Da» Uebel ist bereit» so groß, daß eS kaum möglich ist, dasselbe zu über- treiben, und eS ist keine nahe Aussicht vorhanden, daß e» schnell vorübergehe» oder in irgend einem � bedeutende» Grade sich vermindern wird. ES uimmt vielmehr tagtäglich mehr und mehr überhand. Die Ursachen, welche eS erzeugt haben, sind noch immer ungehemmt im Werke. Die neue militärische Orga- nisation Rußlands, die drei Millionen Soldaten in'» Feld zu stellen verspricht, wird der militärischen Or- ganisation Deutschlands ohue Zweifel einen weiteren Jmpul« verleihen und in derselben Richtung durch Deutschland auf alle die größeren Staaten Europa's agiren. Die meisten anderen Uebel haben zum min- besten einige Tendenz, sich selber zu kuriren, aber hier ist keine solche Hoffnung vorhanden, sondern nur die Aussicht auf eine fortwährende und unbegrenzte Berfchlimmeruog. Europa bestrebt sich noch immer, die Zohl feiner effektiven Soldaten zu erhöhen. Sein gegenwärtiger Zustand ist kaum etwas Anderes, als der des thatfächlichen Krieges. Seine Heere sM%(m gegen einander geschaart, obwohl keine» derselben äbck �gei seine eigenen Grenzen hinausgegangen ist. Der f derue Krieg ist lauge eine Frage vergleichender Hälft''Srbcü quellen gewesen, uud mit denselbeu wird während �»mix Dauer des Frieden» eiu so verschwenderischer As!' ,, � 'A# eiuft den Ruhm haben werde, die Elfersucht Voltaire'« zu erwecken; daß er feine Zelt zwingen werde, einen Augenblick wenigsten« zwischen ihm und so vielen berühmten Philosophen za schwanken; daß seine Schriften spät« d« IkatechiSmu« sein werden, an« dem die Tribunen der großen Revolution die Kraft schöpfen würden, die Bewegung der ganzen Welt zu erwecken uud zu beherrschen? Bei Rousseau kontrastirt Alle» mit dem Geiste seiner Zeit! Man erhob damal« maßlos die Vernunft, welche scheidet; « sprach sür da» Gefühl, welches nähert und vereinigt. Mitte» unter dm Aposteln de« Egoismu« dachte er au den Nazarener, d« die Brudetliibe gepredigt hatte, und die Heb ligtcit de« Evangelium» sprach ihm zum Herzen. Darum Rousseau'« Haß gegen die kalte, herzlose Philo- sophie seiner Zeit. Er griff die Philosophie seiner Zeit Im Name» der Zukunft an. Und die« war kein kleine« Unternehmen. Denn die Philosophen bildeten einen furchtbaren Bund, da der Rationalismus fie nur trennte, wenn e« sich darum handelte, zu bejahen, und ein Band für sie war, um zu ver- neinen nnd zu zerstören. Sie beherrschten außerdem die öffentliche Meinung; sie beherrschten sie unbeschränkt durch die Bücher, durch das Theater, durch die Poesie. Man mußte da« große Mittel ihre« Einflösse«, die Wissen- schast und die sogenannte schöne Literatur, in Mißkredit brin- gen; Rousseau rnsnchte e«, und sein erster„Discours" eut- schied über'ein Leben. In dieser Abhandlung bekämpfte er nicht den od« jenen Philosophen, dieses oder jene« System; seine Angriffe mit einer unerhötteu Kühnheit verallgemeinernd, tot er d« Intelligenz selbst auf dem Throne der öffenUIchen Meinung, den sie bestiegen hatte, die Stirn; er wagte, Rechen- schast van ihr zu fordern üb« die Art und Weise, wie sie ihre Macht ausübte;« warf den Wissenschaften vor, vi« da- wand getrieben, als ob der bloße Name des Fried aufgegeben worden wäre. Wenn einem Stonde der Dinge fortzudauern gestattet wird, b»?, es eine Schande für europäische Staatsmänner feie sjiltaki Auf ihre Schultern ist der wirkliche Tadel zu wälz» dms.> Welchen Ursachen alle» die» auch zuzuschreiben istNftssen, gleichviel, die Thatsache bleibt, daß da» gesche�L""' übele Wer! fast größer, als irgend eines ist, daft � welches die Welt gelitten hat, und daß demseli� schwer abzuhelfen ist. Unsere Hoffnung muß daß die großen Rationen ihrer jetzigen Thorheit tfjj«4ng' wachsen und ihre Aufmerksamkeit würdigeren �>Wn nutzbringenderen Zielen zuwenden werden, und �'find dal wünschen nur, daß wir irgend welche Zeichen wv jj?»ach nehmen könnten, die eine so wichtige Umwälzung � i uahe Aussicht stellen würden.". ch � Wenn auch die„TimeS" noch lauge nicht w Schluß j Gebühr den Militarismus geißelt, so bemerkt doch schon, daß selbst denen, die noch vor wei Jahre» so eiftig für Flinten uud Kanonen in'S stießen, der Militarismus und die durch ihr. beiß Zustände drückend zu werden anfangen. Nu energisch demselben entgegenzutreten uud ihn auf-. Wege der Gesetzgebung za bekämpfen, dazu fchli> diesen Schwätzern der Muth. Vereius-Theil. Der Delegirte zur Generalversammlung für 3!' lohn heißt nicht Täckel, wie fälschlich in der lissf Nummer angezeigt war, sondern selbstverstä Tölcke. Hannover, 31. Mai.(Volksversammlung.) fand im Saale de« Ballhofe« eine vom BereinSpril einberufen« Volke Versammlung statt, zu welch« stch beiter und Handwerker Hannover« massenhaft dnjpF hatten. Da» Bureau wurde durch Acclamation arft Bcreinspräsidenten und Bercinssekrctär zusammengesetzt- j die Punkte dir Tagesordnung:„Kapital und Arbeil täg „Untergang de« Mittelstände«", die„Arbeit« uud die•£»h Manft gebuug", sprachen Fritzsche, Mint« uud Hasselmann'-'a serentcn, sowie Frohme, Flcischmanil und Reim« als»A„.«r ferenten unter allgemeiner Aufmerksamkeit und ßp< am 14 ?> in Ei ig de ihren wie da itgli . auptl J sein M enden Mchicken Hamiu bertin lich voi noch ra Hä beparire! dentsc noch bagen t Herren - Müss fc" uieh Äs täg eimer als£*■ Vi md öfters fall. Folgende Resoluttonen wurdeu gestellt: 1) zwischen Kapital und Arbelt, d« stch mit der stetig zii,!rai>6ett d*«! M X«*•({«»«iQiMwIf-t«Mal««* W.nfW r,« litt mchr und HI(V'("»ldige« und neue« El.o» j doch eh« ein Ende, J1'. djfen nnl inschaften mit 1 Neumür Merersti mehr fern Wickelung der heutigen Produklloniwelse mehr und tri, und dadurch immer neue Roth ie Arbeilerklasse erzeugt, findet nicht Vorschläge Lassalle'«. Produktlvgenoffeuschafteu m» � hülfe, überall eingerichtet und dadurch angebahut die vr« satlo» der Arbeit durch die rastlose socialistische Agitatl«» Wirklichkeit geworden sind. 2) Der Untergang de» stand,« Ist eine natürliche Folge dir Konkurrenz der Produktion dem kleinen Handwerke gegenüber. Da dt« produttion durch die Theilang d« Arbeit aber reue viel leichler schassen kann, so wäre e« ein Rückschritt Kultur, dieselbe au sich zu bekämpfen. E« liegt viel?' Jnt«esse der Ardeiter, die SrvßproduktU» In die v" Gesammtheit zu bringen, und hierzu sollte d« M' der, wie oben gesagt, v« Konknrrenz der Großprodc liegt, im eigenen Interesse Hülfe leisten. 3) Da�'ih» Gesetzgebung durch Einführung elneSjßomialarbeitsCtfj hjj d bilde. ?ch al« ten der Stadt ib. iattt- � d-rsck «hrling. möglichst kürzer Arbeitszeit, durch Abschaffung dcr��&�Ic(zC Frauen-, Zuchthaus- und SonntagSarbeit den «apilal« auch dei d« gegenwärtigen Probuktionswelü kann, weil durch derattige Gesetze die ArdeitskrisF schwächt uud die biss«e Eutwickeluug der gesammteb terllasse gesördett werden; da ferner nur die GeW Mittel uud Wege schaffen kann, Produktivgenosscuschsl'!« den Vorschlägen Lasfalle'» einzurichten und die Dtfl1' der Arbelt herzustellen» die allein da« Heil der Geft bedingen, ist e» Pflicht all« Arbeit«, Handwerler, Beamten, aller D«er, die unter dem Druck« hin nur der Verbreitung d« Lüge gedient, den �_________________________________ Fj Sitten verdorben, den pomphaften und le«« Reden We mäßig fc'e Achtung erworben zu haben; und indeu> s, weit«hob, die Aristokratie de« Geiste« sür unr-« zu halten, sprach« den Satz an«, daß die IW.(-'�'Mlen nnt« den Menschen durch dleAnsz-ichnung de«-not' ��finien, die Geringschätzung der Tugend eingeführt worden Ein ungeheurer Aufruhr entstand In der Rsp» Wissenschaften; da« hatte Rousseau g«ade fiboßen< Grunde konnte er da« Anathema, welche« er gegen d« schafteu und Künste schleuderte, sein« Absicht nach kühne und glänzende Tattik sein. Noch stärker ttb> in seiner I-ettr« n ä'XIembsr«ur Iss spsctaol®� bald beschäftigten stch die Geister mit diesen un» Paradoxen; die Philosophen sühlten recht wohl, H«zen ihre« Reiche« angegriffen werden sollten, ui ten sich bereit, Rousseau mit ihr« Rache niederzust, D« Krieg wurde erklärt und Jean JacqueS noh�. Indem« der Philosophie de» Egoismus daS' Freiheit, Gleichheit uud Brüderlichkeit aller gegensetzte. Er war d« Borläufer de» Soclalisl» war sein Unglück uud seln Ruhm. in Aber hat Rousseau nicht In ein« �AbhaudliFs�s s-g> fi'-Moli, '1■ als ! M von fctnige, �chenhaß fttöftlf, H«ft I rj** wai Erbitte, -b-rühw ?'» bel i N-tlich Schüler »ver y« Nouneau nicyi>» bewnudernswerth« Beredtsomkeit uud Gluth gss�.. rl Vorzüge und den Glanz de» Naturlebev» geseicr'. n nIA««ffl»r S&fi/tpln ktr C?tiifhiino erkehr mit den Ol i 'che E> Lb-n, nicht, al« er Regeln d« Schülern gelehrt, sich fern vom zu halten? Verweilen wir hierl Im 17. Jahrhundert hat d« bekannte ftolltF Mollsre ei» Stück geschrieben, da« ewig fortlebe?. eine d« feierlichsten und würdevollsten Vir»«? jemals in der Welt«schollen stnd. Er bring» »«l> de «l zu»S Xt ftft stllfzkll, durch rege Sgitation darauf hinzuwirken, daß en übil? �ZiMliur, gleiche und direkte Wahlrecht skr alle gcsctz >«iK d KSrper eingeführt«erde, und daß in dieselben nur tu l gewählt«erden, welche unerschrocken für da« Recht ' Arbeit eintreten." Diese Resolutionen wurden sämmtlich ;enb d« timmig angenommen, und schloß die Ber'ammluug mit ,r««(1 p# vom PrSfidenteu angeregten donnernden Hoch aus den � � deut'ch. Arb. Berein Eine Tellersammlung für die ine»** Maßregelten ergab circa 28 Thlr. D. s"mW 2. Janl.(Zur Beachtung für die Akkord ea.r'ter und Bauarbeiter.) Die Geueralversammlnug 1{t«Mitglieder de» Berliner Sktordträger- und Bauarbeiter- w°lZ»pML/ welche am Mittwoch, den 26. Mai, stattfand, hat bm'ßi Mssen, die Mitglieder Woltersdorph. Kreutz und ,s�,hN<�kser,«eil sie an der Organisation de« Berelll» sich der- bort haben und sogar direkt gegen den Bereiu agitircu, '•>",."lben au« demselben für immer al« für ausgeschlossen zu emseidUtlaril,� Der Borgand. stib> vtrlin, 30. Mai.(Allgemeiner Schuhmacherver- >.it edi' ll Den Mitgliedern ,ur Nachricht, daß der ehemalige nill tuß die BereiuSuteusilie», welche derselbe bis dato dem tn vorenthalten, nunmehr an un» zurückgegeben hat. lud*»«sind dahersämmtticheLereinsllteusilien zurückgegeben und find z«ail' nach oorhergegangmer Reviston sämmtlich- Bücher, l> Statuten u s.«., sowie auch noch 8 Thlr. 23 Sgr. aarbestand der Kasse au»gkllefert. Wir sind nun folglich i A in det Lage, über etwaige früher ewgezahlte Beider cht l>°'«chlnß zu geben. Nochmal« bringen wir den Mugliedern .»t'»« 14. Juni in Hannover stattfindende Seneralversamm- ' ilt'» in Erlnnernng, und ersuchen somit um rechtzeitige Ein- i- beanspruchen. Der Zuzug ist daher immer noch streng a A1'' �»le fern zu halten, %£* Vorort des»llg. deutsch. SchsssSzImmereroerein«. -r«..w.�ld, 28. Mai.(Weberstrike.) Der Sirlke der ✓ fiä �„."'veber in der Fabrik von Brune und Lippelt dauett ig�,»j!,..ändert fort. Auch ist bi» jetzt»och keine Aussicht auf mlh, j.vldigts Ende vorhanden Wir bitten daher unsere Kol- HtV\' n doch jeglichen Zuzug fern zu halten, besonders au« . b.S»chsen und Schlesien, damit wir endlich zum Siege getan- ' St«' 1 Die Organisation ist gut. �L>ri' Im Austrage: Steinkamp. ntio»,! RtllMiioster i. Juni.(Zum Zimmererstrike.) Der i» AWiMererstrike dauert unverändert fort. Unterstützungen find »er fr* mehr erforderlich, doch bitten wir, noch immer allen die Ä�jug fern zu halten. Die Kommission der Zimmerer. i« L Die ftauzöfische Jlldllstrie vor 1789. si.kBenn mau die Zustände bi» zn? französischen Rvolution tit"1!): yjtn Detail« betrachtet, so sieht mau, daß von den Macht- Alle» aufgewandt worden war, um die Begrlli-dung ustrie zu verhindern— da sie instiuktmäßig geahnet itMott'Iw'» welch ein revolutiouärer Kern in der Industrie stecke, r K» hie sie deu Rahmen einer neuen Zeit und einer neuen «ilde. Wie viele Borschrist cn lähmten jeden Gesellen. sie"ji-,mh al« Mcistlr niederlassen wollte, nachdem er alle Förm- ist- � bereit« überstanden hatte! Gr durste sich blo« in «r yf ,!.Stadt etabliren, in der er seine LehrllugSjahre zuge- ■MWi ST hatte. Mj Auf diese Art waren ihm fast alle großen Fremde wurden nirgends zur Meisterschaft zugelassln, Svenn sie die größte Geschicklichkeit besaßni. für die künftigen Geschlechter, antropen"; aber diesm Misanthropen „ irtlich, von einem ungestümen Frei- von einem leicht zu verletzenden Stolze und nicht« Sveniger schwach wie ein Kind in Sachen de« Herzen«, chenhaß zur Schau tragend, und doch iu der Wirklich- �tröstlich darüber, daß er sie nicht al« aufrichtig und Haft lieben kann. Nun, dieser„Misanthrop" des ,*« war im 18. Jahrhundert Rousseau, in dem der Haß J'ttbUterte Liebe, zurückgeschreckte Zärtlichkeit war. �'nu man sragt, warum sich Rousseau im„Emil", sei- berühmtesten socialen Werke, da« die Erziehung de» hyiÄiSen behandelt, mit der Einzelerziehung und nicht mit JsffV h, Wtlichm oder socialen beschäftigt; warum er aus sei- l> Schüler einen„von der Welt abgezogenen Men'chen" W, k Uchen und Ihn blo» ganz einfach die Kunst de» Leben» P Viu n wollen, so giebt er selbst die Gründe an:„Eine iH'.U it."he Erziehung giebt e« nicht mehr und kann e» nicht h' ä t �Bben, weil da, wo kein Baterland und keine Freiheit >/., i lZ�'ve Zeit mehr ist, auch keine Bürger mehr sein können." bjV s ,.°uffkau hatte noch ein andere« Motiv, dessen Geheim- ", j? sich gleichfall« hat entschlüpfen lassen. Er glaubte ■kt* l-ii �te, daß die Gesellschaft an dem Borabende einer ß»«"b beispiellosen Revolmiou stand. Durch eine jener, Z,nit ht u' ilgeuen Intuitionen sah er schon Europa umge- »II*' itnjL Staude dmchelnandergeworfen, die Edelleute auf vtht»der In der Berbannung. Er glaubte deshalb, in Die alten Innungen, die bis zur Revolution bestanden, waren überhaupt eben so viele Kasten. Jedermann, der sich de,.Industrie widmen wollte, mußte sich einer dieser Kasten anschließen Nicht blo» die Fabrikation, sSudoru auch der Berkanf von Maaren war ausschließlich deu Meistern der Gildeu vorbehalten. Ging eine Industrie zu Grunde, oder herrschte in derselben zeitweiliger Stillstand, so war e» dem Arbeiter nicht gestaltet, seine Thätigkeit Irgend einem andern Handwerke zuzuwenden. Man durfte blo» ein einzige« Hand werk erlernen und ausüben. Hatte ein Arbeiter zu spät er kannt, daß seine Intelligenz, Geschicklichkeit und Neigung ihn für eine andere Sphäre bestimmten, als diejenige, die er zu erst gewählt hatte, so hielt Ihn eine eiserne Hand in dem Kreise zurück, in den er einmal getreten war. Selbst die Zahl der GeWerke wurde auf eine künstliche Weis« beschränkt, um einigen Privilegirten die Bortheile des McisterrechtS zu sichern. Jede Innung hatte Ihre eigenen Privilegien, die so gar bei manchen Gewerken fast iu jeder einzelnen Stadt ver schieden waren. Bizarre, tyrannische, willkürliche Bestimmun, gen charakteristrten die Stamten aller Innungen, und es Ist, al» ob mau in eine verzauberte»der versteinerte Welt blickte, wenn man die Sammlungen aller dieser Reglement» vor sick hat. In einigen Innungen ging das Monopol so weit, daß ausdrücklich bestimmt wurde, daß blo« Söhne von Meistern und solche Arbeiter, welche die Wittwea ihrer Meister hei ratheten, zum Mcisterwerden zugelassen werden konnten. Die Wittwe, welche außer dem Gewerbe ihres verstorbenen Mau nc« heirathete, verlor da» ererbte Meisterrecht. Ucbrlgen« wurden die Weiber, wenn sie nicht durch ihre Berheirathnng in den Krei» eine« Gewerbe« gebracht wurden, von den mästen Gewerken und sogar von jenen, die ihrem Geschlechte besonder» angemessen waren, z B. Sticken, ausgeschlossen. Man stelle sich diese Tausende und Tauiende von Schranken vor, welche die Arbeit bis 1789 in Frankreich umgaben, und vergleiche hiermit die plötzliche Freiheit der Arbeit, welche hierauf folgte! Nicht bloS die Ardeiter, sondern auch die Konsumenten wußten stch dieses gewaltigen Unterschiedes wie eine« Signal« einer neuen Epoche bewußt werden. Es gab bis 1789 keine einzige große Fabrik in Frank« reich, sondern jeder Meister arbeitete blo« aus Bestellung und für die ihm bekannten Kunden, so daß e« auch keine Magazine mit großen Waarenvorräthen gab. In den ersten Zeiten der französischen Industrie waren sogar die Absatzquellen durch künstliche Hindernisse beschränkt worden. Jede Provinz war von der andern durch ein« Zoll- linic gettennt, so daß die Handwerker blo« innerhalb der ein- zelueu Zollbezirke ihre Maaren verkaufen konnten. D-r Geist der Beschränkung, welcher durch die Reglement» ging, macht« den Bestand gewisser Industriezweige ganz unmöglich. So war die Fabrikation lackirteu Eisenblech« bis zur Revolution eine Unmöglichkeit, weil sie Arbeiter und Werkzeuge ersor derte, welche verschiedenen Innungen angehörten, und man diese Fabrikatton nicht hätte ausüben können, ohne gleichzcittg mehreren Korporationen anzugehören, was gesetzlich nicht ge stattet war. Welch ein Sprung au» der Kindheit in'» Man ncSaltrr mußte daher die gewaltige Beränderung in allen diesen Zuständen, welche die Revolution herbeiführte, für den Arbeiter sein! In Frankreich war also auf diese Art die Industrie bi« 1789 ein Privilegium im Besitze von Wenigen gewesen. Die wenigen Meisterschasteu waren beinahe erblich geworden, und die Meister vcrgabcu dieselben beinahe blas an ihre Kinder und an ihre Freunde. Die sogenannten Mei- sterstücke, welche gefordert wurden, um einen Gelellen zur Meisterschaft zuzulassen, waren blo« ein Mittel, die Monopole der Industrie in gesetzlichen Formen aufrecht zu erhalten, well mißliebigen Personen nie zugestanden wurde, da» Mei sterstück richtig und genügend gemacht zu haben. Gesellen durchzogen auf die'e Art Frankreich von einem Punkte zu dem andern, ohne eine Stadt zu finden, in der e« ihnen ge« stattet worden wäre, sich niederzulassen, bi» sie endlich de« Kampfes müde, sich nach ihrer Heimath zurückzogen, und wenn sie nirgends da« Meisterrecht hatten erlangen können, sich dort gewöhnlich mit einem Meister verständigte, um gegen eine Entschädigung, die sste ihm dauernd zu bezahlen hatten, unter seinem Namen ihr Handwerk auszuüben. Ader da sie keinen Laden eröffnen dursten, und au» Furcht vor Konfiskation ihre Industrie nur verstohlen ausüben konnten, so gingen oft die talentvollsten Arbeiter Im Elende unter. Da» eigentliche Volk war daher vor der Revolution von der Industrie auS-eschl-ssen und blo? die Bourgeoisie hott sok- tisch da» Privitegium zur ausschließlichen Ausübung de» Handwerks. Mit welchen Gefühlen mußte sich der Arbeiter nach der Revolution an die Zeit erinnern, in welcher eine so große Summe für da» Eintreten in irgend eine Innung bezahlt wurde, daß alles Geizen, Sparen und Hungern eine« Ge sellen, der nicht zu einer privilegirten Klasse gehörte, sein selbstständiges Auftreten als Meister unmöglich machte. Mit der Aushebung der Innungen durch die Revolution begann Bettacht der Veränderlichkeit der menschlichen Dinge und in Betracht de« unrnhigen und aufgeregten Geiste» des Jahr- hundert«, daß fein Schüler Emil, dessen ganze Erziehung als ein Biispiel der Jugenddildimg eben dieses Buch umsaßt, nicht für einen Zustand der Assoziation und de« Frieden», sondern für einen Znstand der allgemeinen Auflösung und de« Krieg« erzogen werden müsse. Sein Schüler mußte deu Schlägen deß Schicksals widerstehen, dem Elende Trotz bitten und, wenn e« sein muß, aus den Eisfeldern Islands und auf den glühenden Feldern Malta'« lebe» können; denn die Stunde nahte, wo dies die einzige nothwcndige Wissenschaft werden sollte. Emil lehren, StaatSbürg-r zu fein? Achl damals hatte man ihm etwa» Nothwendigerc« zu lehren: Rousseau wollte ihn unterweisen, Mensch zu sein. Und wcl- chen erhabenen Eharakter ttägt nicht diese« Buch„Emil", wenn man e» unter diesem Gesichtspunkte bettachtet! Welche hohe Melancholie in den Lehren, die gegeben und empfangen werden, während die prophetischen Worte klingen: Die Re- volntion naht heran. Welche Anklage gegen die Lehre, welche herrschend zu werden drohte, gegen den Individualismus und Egoismus, liegt in der Annahme und Empfehlung diese« ErziehungSsystemS.... Rousseau'« Aufgabe war, in einer Gesellschast, die ihrer Auflösung entgegen ging, dem übertriebenen KnltuS der Ber- nunst, welcher die Gruppen zettheilt, den Kultus de« Gefühls und der Liebe entgegen zu setzen, der sie bildet und fic erhält. Und unter allen Begriffen, auS denen der Glaube Rons- seau's besteht, giebt e« nicht einen einzigen, der nicht auf die erhabene und poettsche Lehre der Einheit und der Brüderlich- keit zurückkäme. Die« waren die Bestrehzmgeu Rousseau«, die« war feine philosophische Mission. Aber tt war in seinem Jahrhundert« eine bessere Zeit; da« Bolk betrat von diesem Augenblicke an den Schauplatz Bi« zur Revolution war in Patt« die Industrie deS Bol- te« blo« in einem Winkel, in einem jener Asyle, wie sie in frühere« Zeiten oft durch eine Ironie und Selbstauflösung de« Jahrhunderts im Gegensätze zu den herrschenden Ideen bestanden, möglich gewesen. So wie e» für Schuldner und selbst für Berbrecher Ashle gab, in welchen die Herrschaft der Gesetze aufhörte, so gefiel sich da« vorige Jahrhundett darin, Asyle für die verfolgte, helmathslose, rechtlose Arbeit zu schaf« fen. ES gab in Patts vorzüglich zwei solche prtvilegitte Plätze Diese beiden waren die Borstadt Sl Antoine und der Bezirk deS Temple, und nirgends hatte die Industrie sich zu einer solchen Höhe entwickelt, al« in diesen ihren Frtt- stätten. Unmittelbar vor der R-Volution hatttn fich nach und nach 70,000 Arbeiter im Faubourg St. Antoine niederge- lassen, jeder Winkel, jede Ecke dieser Borstadt war übervöl- k-rt von Arbeitern, die auf dem gewöhnlichen Boden der Ae« sellschakt keinen Raum finhen konnten Kein Wunder, daß diese Vorstadt während der Revolution eine solche Berühmt- heil erlangte, und daß noch jetzt Ihre Bewohner von jeder Regierung In Frankreich mit Furcht und Schreck bctrachttt werden. Aber so wie die Kinder der Liebe ausgewecktcr find, al« die Kinder legitimer Ehen, so war die ungesetzliche Arbett Im Faubourg St. Antoine, die nicht durch Zunstteglement« oder irgend andere Fesseln in ihren Protukttoncn beschränkt war, auch am genialsten In ihren Erfindungen, und dt« Arbeiter, welche fich nach der Revolution am meisten be- merkbar machten, waren au« dieser Pflauzschule hervor- gegangen. Uebrlgen« hatte man in England, während da« Innung«- Wesen daselbst bestand, ganz dieselbe Erscheinung wahrnehme» können. Während jener Epoche war nämlich Halifax die einzige Stadt gewesen, in welcher die Herrschaft der Gilden nicht auf der Industrie lastete, und während eine« Zeitraum« von vierzig Jahren vervierfachte fich die Zahl ihrer Bewoh- uer, während die Einwohnerzahl anderer Städte iu derselben Epoche abnahm. Auch Wcstminster und Southwark, zwei Bitttel der Stadt London, welche ehemals ähnliche Au«- nahmsrechte genossen, wie das Faubourg St. Antoine und da» Temple in Pari», kamen zu einer ähnlichen Entwicklung Ihrer Industrie. In Frankreich gab«» übrigen« außer dem Faubourg St. Antoine und dem Enclo» du Temple noch andere Otte, In denen Freiheit der Arbeit, wie ein Ventil für die komprimitte Lust, gewährt worden war. So hatte» schon Ordonnanzen vom 22. Dezember 1602 Personen, die nicht da» Meisterrecht erlangen konnten, wenn sie in den Gal« lerieu de« Louvre Raum für ihre Industrie zu finden im Stande waren, gestattet, dort ihr Gewerbe auszuüben, ohne daß die Syndics, Garde« und Adjoint« der Innungen fie daselbst belästigen dursten. Auch besaßen vitte geistliche und weltliche Herren in vielen Städten, und namentlich in Pari», da« PttvÜezimn, Arbeltern, die auf ihrem Grund und Boden wohnten, die„Franchise" zu crtheilen. Auf diese Att waren denn in Pari« auch noch Saint Jean de Lattone, ein Theil der Rue de Loursiae, da» Faubourg Saint Marceau, da« Enclo« de Saint Denis, da« Enclo? de la Ehütre, de Saint Germain, de Präs, de Saint Martin des Thamps ,c. ic. Zufluchtstätten für die freie Arbeit, soweit die letztere iu jener Zeil überhaupt möglich war. Alle diese Orte waren ver- schloffen und durch Gittetthore von den Ubiigen Theilen der Stadt getrennt, als ob dieselben von der Pest heimgesucht wären. E« war Sitte, daß die Arbeiter, welche nicht auf den Listen der Innungen figurirteu und sich daher nach diese» Asylen begeben maßten, den Namen k'aux ouvriera führten und als eine Art Pattas der Produktion betrachtet wurden. Auch waren die Produkte, die von ihren Händen ausgingen, meist besser al« jene der pttvilegitten Industrie. Di« Ge- sellen der Innungen durften nicht auf eigene Rechnung«bei- ten und dursten blo« iu dem Laden ihre«. Meisters bcschäf. tigt werden. Da« Geschick jede« Einzelnen war schon im Boraus bestimmt, die Reglement« waren seine Vorsehung. Uebrigen« bestand die Freiheit der Arbeit selbst in deu wenigen abgeschlossenen Plätzen der Stadt, in welche die Herrschaft der Innungen nicht drang, doch nicht iu vollem Umfange. Die Handwerker und Arbeiter, die in diese» eng bevölkttteu Asylen der Arbeit kümmerlich lebten, mußten iu Folge eine» Edikts von August 1776 sich iu dl« Register der Polizei eintragen lassen. Da auch für diese Ausnahmsplätzc gewisse Polizeivorschriften bestanden, so fanden auch daselbst Haussuchungen durch die Garde», SyndicS und Adjoint» der verschiedenen Innungen statt, und in UeberttetungSfällen wur- den Geldstrafen auferlegt, von denen die eine Hälfte dem Kö- nige und die andere den„SeigneurS Haut» Justieier»" der Lokalität zufiel. Das Publikum konnte die Waaren, die in den Asylen fabrizitt wurden, nur kaufen, wenn es fich nach denselben begab, was die bemittelten Klassen nie thateu, f» daß e« daselbst bloS arme Kunden gab. Alle Waaren, welche von deu Arbeltern, die in diesen Asylen lebten, nach anderen nicht«, al« der Bertrtter der zweiten Hälfte de« unfrigen. Man las seine Bücher mit Begier und prle« sie, aber mau mochte dem Wege, den er zeigte, nicht folgen. Die„neue Hclolfe" entzückte die Jünglinge und die Frauen. Auf die Stimme de» Lehrer» de« Emil veränderten stch die häuslichen Sitten, und Taufende von kleinen Kindern verdantten e« Rousseau, daß fie von ihren Müttern gesäugt wurden..Aber Rousseau trug weiter keine Siege davon bis zu dem Augen- blicke, wo seine Werke auf der Tafel de« Wohlfahrtsau»- fchusse» lagen. Darum war fein Leben freudenlos und sein Geist wurde von quälender Unruhe gepeinigt. Bald in die Eremitage zu« rückgezogen, bald von Franlrcich und Genf, seinen Baterlau- den, geächtet, bald durch die lärmende Ocde von Poris irrend, wo er sn der Kleidung eine« Arwenlers gekannt und geachtet vorüberging, aber ganz erfüllt von seiner mtßttauischeu Me- lavcholie, konnte Rousseau in der Einsamkeit seine« RnhmeS nur hinsiechen und von Tag zu Tage sterben. Bom Parka« mentc al« GotteSläugncr behandelt, vom philosophischen Un- glauben verspottet, von der Grand'Ehambre zur Einkerkerung verurtheilt, von der Sorbonne verdammt, vrai Erzbischofe von Pari«, den er mit seiner„Röpcmss" niederschmetterte, angeklagt, den vielfach wiederholten Beleidigungen Voltaire'« ausgesetzt, an dem er sich dadurch rächte, daß er zu seinem Standbilde subscribirte, untröstlich, daß er die Freundschaft Diderot'« verloren und fast überall verlenmdtt, mußte Jean Jacqne« Rousseau alle Leiden, alle Bitterkeiten dieses Leben» an fich erfahren. Daß er e» nicht that, daß er Trotz bot dieser entnervten Gesellschaft, ist ein Verdienst, welches ihn würdig deu größten Vorkämpfern de» vtetten Staude« zur Seite stellt. Theilen d» Stsdt grbrachl wurd:«, waren der AonfiS?ati»n ausgesetzt, außer wenn siir diiselbea gewisse große Abgaben au die Innungen entrichtet waren. Aus diese Art war die Industrie bi» äub Auenuchi der Resolution et» Prdetlegim»«mliger Personell, tmk'»*f* bvfte ei» er»Xgrm einen Umwälzung, um dieselbe zum Ge- Weingut zu machen. Vermischtes. «(Die UcberkchwcMNUllgen d es Missisfipp i) ha- ben in diesem Jahre eine bisher nech nicht vorgekommene Höhe erreicht. Bon den 53 Gemeinden in Louisiana sind 31 ganz oder theilwcise von der Ulbcischwcmmung brdeckt wor- den. Diese Gemeinden umfasien ungeiShr 375.000 Einwohner, meist Landbebauer, welche ihre Produkte nicht allein nach dem Norden Amerika'«, sondern auch nach Europa verschicken Das überschwemmte Terrain umfaßt ungefähr 2,300,000 Acker, etwa ein Viertel davon war mit Korn, Baumwolle und Zucker bepflanzt, alö die Ueberschwemmuug eintrat. Wenden wir uns zu dem Aazo.'thale, so sehen wir, daß der Mississippi hier bei Hu hpakana und Bolivar seine kkfer über« schritten und das Aazoothal in einen Binnensee verwandelt hat. Dem Amite entlang, von seiner Quelle in Mississippi bis zum See Poutchartraiu ist alles Niederland unter Was- ser, die Beschädigte», welche Hau« und Hof aufgeben muß- ten, sind meistentheils Weiße. Die Pearl River Ueberfchwem- mvng trat nur in Folge des anhalteudeu RegenS ein. Die Brücken Zwischen Stew« Orleans und dem Norden sind hin- weggerisien und die Sägemühlen, welche New- Orleans und den Süd-Westen mit Bauholz versahen, sind dem ganzen Strom entlang schwer beschädigt worden. In Arkansas, ob- gleich die Ueberschwemmnr.g bei Chicot und St. Francis 1,600,000 Acker bedeckt, ist die Verwüstung noch immer be- deutend kleiner, als an den Mündungen des Onachita und Black River. Hier ist die Zerstörung eine schaudererregende und für Monate kann auf keine Besserung gehofft werden. Aus eine Länge von 200 Meilen beträgt die Breite des Stromes zwischen 10 und 50 Meilen Als die Einwohner sich mit ihrem Eigenihumc flüchteten, trat ihnen die Uc'er- schwemmung des Mississippi entgegen Zwischen zwei Finthen eingeklemmt, war die einzige Rettung ein Ersteigen der Dächer und höheren Hausetagen, wo sie sich noch heule auf« halten, nachdem sie ihr Vieh, ihre Kleider, kurz Alles ver« loren haben. Die vier großen Baum.colle-Distrikte Modi« Ott. T'nsaN Ennrordin itrh(Snrj-nft wurden durch Mtb"rk Risse überschwemmt, die ungefähr j Meile ausmachen! Point kookont, Hard Times, Buch Ridge, Glaßcock durch Risse, die über j Meile sich erstrecken. Bon Memphis bis zu dea Pässen gerechnet, erstrecken sich die Risse über 50 Meilen. Durch diese Riffe strömt eine Wassermasse, größer und ge- waltiger als der mächtige Mississippi selber und llberschwem- men das Land mit 2,000,000.000 Kubiksuß Wasser per Stunde; diese« Waffer muß sich nun eine Strecke von 600 Meilen lang seinen Weg nach der See bilden. Es ist daher keine Ucbcrtreibuug, Nenn man behauptet, daß der Mississippi heute breiter ist, als»er lerühmte Amazonenfluß, welcher an seiner Mündung 250 englische M-ilen mißt. «(Wie sich die strengste Fömmigleit mit feinem Spekulationssinn paaren kann.) lehrt ein viel ge- nanuter Pastor der Rosentho/er Vorstadt seinen DIözcsanen praktisch. Gedachter Herr kausic vor etwa drei Monaien ein Haus in der Javalideuslraße zu mäßigem Preise, da der Berkäufer von seiner ursprünglichen Forderung erheblich nach« ließ auf die Berstchernug des Käufers hin, das Haus solle zur Etablirnng einer Wohlthätigkeilsaustalt benutzt werden. Nachdem der Kauf perfekt geworden, crwie« sich jedoch das Grundstück nickt geeignet für den gedachten Zweck, weshalb es der Herr Prediger mit einer Avance von 5000 Thaleru weiter verkaufte. In den betheiligten Kreisen ist man nun sehr neugierig, ob die 5000 Thlr. der projektirlen Wohlthä- tigkeltsanstalt oder welch anderem Goit wohlgrsälligeil Zweck zu Gute kommen werden. Derirlbe fromme Herr kaufte übri- genö unlängst auch diejenigen Grundstücke an der Schönhauser Allee an, welche über kurz oder lang zum Durchbruch der Schönhauser Allee nieoergilegtnberdeu müssen. B r i t f i n st e u. Itzehoe. Annonce für die SonntazSnummcr zu spät ein gelaufen. Die andere Annonce beträgt 6 Sgr. Hannover. Das zweimalige Einrücken der Annonce für den Allg. deutsch. Maurer« und Stelnhaucr-Bercln beträgt 1 Thlr- 18 Sgr. Für Berlin. Deutscher Zimmererbund. Mitgliederdersau-mlusg Mittwoch, ora 3 Juni Adesds 8� Ar, im Theater Americain, DrcSdenerstr. 55. TageSordn.: Bortrag des Herrn Ringmaun II. Um zahlreiches Erscheinen ersucht Der Bevollm. «erlwer Akkordttäger- mid Bauarbeiter-Vereis. Oeffeutliche Versammlung Mittwoch, dea 3. Juni, Abends 8 Ar, im Lokale Manlenffilstr. 30. TageSordn.: Vortrag. Verschiedenes und Fragekasteu. Versammlung Sount-g, den 7. Juni, BormillllgS 9 Ar, Im Lokale des Herrn Alt er mann, Potsdamerstraße 103. TageSordn.: Bortr.'g des Herrn Stahl. Berschledeucs und Fragekasteu._ Wilh. Wißmann. Versammlung der Berliner Äistenmacher Dieastag, den 2. Juni, l>:i Herrn Krieger, Nen-Cölln am Wasser 2. Um zahlreiche« Erschcinni erkucht__®tr Bor stand. Für B-r!iu. Strikeverein der Schneider. Versammlung Mittwoch, den 3. Juni. AdeubS 8� Uhr, im Gratweil'schen Lokale, Kommandantenstr. 77—79. TageSordn.: Bortrag und Verschiedenes. Die Kommission. Ein freundliche Slnbe mit separatem Eingang ist sogleich an zwei Parteigenossen zu vermielhen Fehrbclliuerstr. 88, rorn 3 Treppen, bei Künemanu. 1 Schläfst, sof. z. Vilm. H. Franke, Admiralstr. 29, III. Theatez-Gefells chaft„Lpimonc" .Theater-Vmsteüung und Tanz »MNl-hktld, den e. Juni. Abends 8 Uhr, Lothringcrflr. 12(früher Wollancksstr)._ Mr Charlottevbnrg Oeffeutliche Versammlung der Akkordttäger, Bau- und Erdarbeiter Soimlag, den 7. Jnvi, Vorm. 9* Ar, CharlottlNburger Uftc Nr. 5 bei Rattnauer. TageSordn.: Vortrag dcS llntcrzeichnileu, Berschiedenes und Frag kästen._ Wilh. W i ß manu. Für Hamburg. Allgemeiner deutscher Arbeiter-Verein. Mitgliederversammlung Srettag. dro 5. Jnnl. Adeuv« 9 Ar, in Tütgc'S Salon, BalentinSkamp 41. TageSordn.: Bcrichterstaitvnz von der diesjährigen Gene- ralversammlung. T. H. Kotkamp�� Für Hamburg. Allgemeiner deutscher Arbeiter-Verein. Stiftungsfest und BaL, unter Mitwirkung der Liedertafel„Laflallia". Festrede, gehalten von Herrn G. W. Hart mann, Soimabcnd, dea 6. Juai, in Tütge's Elabliffement, BalentinSkamp 41. Karten,» 4 Schill., find z» haben bei Zmchner, Neuer Steinwcg unter 41; Eckelson, Ecke der Robois n und Paulstr. unter 40; Flato, N. Neuflr. müer 78; Fl-chsbart, Neuer Wall unter 17; bei den Kolporteuren, in allen Versammlnw gen und bei den Eomitömitzlicdern. Saalöffnung 3 Uhr. Anfang 9 Uhr. Um zahlreichen Besuch biltel Das Eomite. Für Allgem. dentscher Maurer- und Stemhauer-Bereib.. Geschlossene Mitglieder- Versammlung Tovuerstag, de» 4 Juni. Ao. 8i Uhr, in Tütge's Ecablissemeut. TageSordn.: Anträge zur Generalversammlung. De» Bcuoliui.: v- Schöning. Hammcrb okst'.a ße, Platz 11, Haus 2. Für Hamburg« Oeffentliche Tischlerversammlung Donnerstag, dkn 4. Juni, Abeads 8h Uhr, Tütgc'S Lokal, BalentinSkamp 41. TageSordn: Die französische Revolntion von 1789.— Ref.: W. Härder. Für Hamburg. Große öffentliche Versammlung der Malergehülscn Freitag, den 5. Jnnl, AbcudS 8H Uhr. Taglsordn: Abrechnung der cingegang-nen Strikegelder. Zahlreiche Betheiligung ist dringend nothwendig. Nene Mitglieder werden aufgenommen. Leven. Für Hamburg« AZssemeincr deutscher Sch'ffszlmmerer-Verriu. Geschlossene Mitglieder-Versammluug Mittwoch, de» 3. Juni, Aoeuds 8 Uhr, in Tülge'S Etablissement. TageSordn: Anträge zur Generalversammlung. Um zahlreiches Erscheinen ersucht G Rümpel. Für Hamburg. Oeffentliche Arbeiterfraueu-«ad Mädcheu-Bersamm!uug Dvouerstag, de» 4. In»!, Abends«h Uhr. in Tütgc'S Salon. TageSordn: Vortrag dcS Herrn Köster. __ Frau Jaland. lung. Für Ottensen. Pmtfewerssmmlimg j F-eitag, den 5 Juni. AbeadS 8h Uhr/ in CarlS-Ruhe. TageSordn.: Berichterstattung von der Generalversamm- Ich ersuche die Parieigenossen, recht zahlreich zu erscheinen. F. Heerhold. Mttwoch, de» 3. Juni, Ab. 8 Ar, imLokale des Herrn Lagemaun, Kampstr. 41. Mgem. deutsch. Maurer- und Steiuhauer-Bereiu. Mitglieder-Versammluug. TageSordn: Wahl eines Delegirten zur Generatversamm- lung.— Verschiedenes und Fragekasten. Alle Mitglieder werden ersucht, zu erscheinen. _ H. Bremer, Bevollm. Für Klein-Grasdrook. Oeffeutliche Arbeiter t>ersamml»»z Toiwerstag, de» 4. Juni, Ab. 8h Uhr, in Bode'« Salon. TageSordn.: 1) BerichterstSttung von der diesjährigen Gmeralversammlung. 2) VerschiedcveS. Die rückständigen Beiträge werden entgegengenommen. T. H. Kotkamp. Im Interesse de« Vereins ersuche ich einige Mitglieder, mit hinüber zu gehen._ D. O. Für Rothenburgsort. Große Volksversammlung Douversiag, de» 4. Juni, AbendS 8i> hr, im neuen Salon der Gebrüder Dionysius. TageSordn.: Die Bestrebung der Social-Demokratle und ihre Gegner._ H. Gadow. Allen Freunden und Parteigenossen zur Nachricht, daß meine liebe Frau von einer gesunden Tochter glücklich«nt bunden ist. Altona, 28. Mai 1874. Earl Mein,. Für Itzch«. Generalversammlung dtS«rdeiter-SänzerdundeS„UntArzagt" Fnuag, hat 5. Jvni, Abend« 84 Ar. TageSordn.: Quartalsabrechnung und Verschiedenes. Um zahlreiches Erscheinen erwckt A. Scheibig, ,. Z.«- Für Hannover. Allge«. deutschet Maurer- uud Steiuha»er-Btk«»h Große Empfangsfeierlichkeit[ der Delegirte» zur Ge»eralt»ersa««lü>' den 7. Ju-i, Nachmittags 4 Uhr, im Saale beö Ballhofes, bestehend in Concert und Ansprachen. Karte für Herren 5 Sgr., für Damen 1 Szr. Die Delegirten werden gebeten, recht frllhzeuig au» znj-in. R. Rupu«� Ar Für Praunheim. AllzemeineS bsiterfest Eonvtag, ita 7. Juni, im Saal« de« Herrn Z. Müller,. arrangirt von dm Mitgliedern des Allgemeinen dcutsv'i Arbesicr-Bereius. Anfang 4 Uhr. Entröe k Person 6 Kr. Freunde und Parteigenossen find eingeladen..,1 DaS Die Social-politifchen Blättel (Doppel-Lieferung). find am SS. Mai ausgegeben wotj Mit dem heutigen Tage übernahm ich die bishck Herrn Jsh. Hahn g-sührte Schenkwirthschast, verbunden mit schönem Saal'nebst Pi� Letzteren empfehle ich besonder» für Hochzeiten und Fefiülpreiien. Für grne Spruen un» Getraute vestend tragend, zeichnet hochachtungsvoll Louis Kähuer, Elbetsclö, Ludwig- und Georgenstraßra-Ecke, Billard neuester Konstruktion. 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