Nr. 8. Ve lin, Sonntag, den 17. Januar 1875. ZWWWTse 5. Jahrgang. Diese Zeitung erscheint dreima wöchentlich, und zwar: Dienstags, Donnerstags und Sonnabends Abend«. Ädonnetantls»?reis: Fiir Berlin incl. Bringerlohu vierteljäbrlich prss- nuinerauljo 1 Rm. 95 Pst, monatlich 65 Pf., einzelne Nummern 10 Pst; bei den Postämtern in Deutschland incl. Berlin 1 Rm. 60 Pf., frei in'« Hau« 1 Rm. 35 Pst Sreuzband-Abonnements pro Quartal u. Eremplar: Fiir Deutschland und Oesterreich 3 Rm.— Pf. . Niederlande und Belgien.3« 60- « England und Frankreich. 4- 50« - Amerika(Berein. Staaten) 5- 50« Bestellungen aus Kreuzband-Abounements sind nur bei der Expedition auszugeben und müssen xras- numerando gezahlt werden. Neu er Nedalltio» und Erpediliou: Aerli«, Oranienstraße Nr. 3, 80. Bestellungen werden bei allen Postämtern, in Berlin bei der Expedition, sowie bei jedem Spediteur entgegengenommen. Eigenthum der Laffatteaner. Inserate (nur in der Expedition aufzugeben) werden pro ssinfgespaltene Petitzeile mit 50 Pf. berechnet. Versammlungsannoncen die 5. gespaltene Petitzeile oder deren Raum 20 Pst Sogenannte Reklame-Anzeigen werden nicht aufgenommen. Inhalt. Die communistische Idee. Einäugige und Hinkende. Politische Ueberfichtr Kriegrrlsche Gerüchte— Bbirniallge „Attentatspläne".— BiSmarch'S Strafanträge.— Schluß der diesjährigen Reichstagssesston.— Eriifstaiiig des preußischen Landtag«.— Tod des Ehnrsttr- stcn von Hessen.— Au» Hollaad.— Spanisches.— Der„rothe Becker". Deutscher Steichstag. Korrespondenzen:«Ilauchan.— Birlin.— Berlin.— Düsseldorf.— Frankfurt.— Wald.— Hamburg. Thomas Münzer.(Fortsetzung.) Leimruthen. VerniischrrS. Höllenmaschine. Feuilleton: Zur Geschichte der Mythologie. Die communistische Idee ist bekanntlich schon sehr alt; fast bei allen Böllern ist dieselbe zu irgend einer Zeit einmal aufgetaucht. Verwirklicht wurde sie deshalb niemals, weil die Priesterlasten der einzelnen Länder, als Repräsentanten alles geistigen Lebens, sie meistens proklamirteu, aber niemals danach handelten. Auch das Jubeljahr, welches Papst Pius IX. jetzt aus- geschrieben hat, ist communistischen Ursprungs, und doch wird man nicht behaupte» können, daß die Päpste nach communistischen Grundsätzen jemals gehandelt hätten. Das Papstthnm hat die Feier des Jubeljahres aber von einer alten Idee der jüdischen Priesterherrschast übernommen, und so sehen wir, daß daS egoistischste aller Völker, daS jüdische, in früherer Zeit selbst der Idee des CommnnismnS zugäng- lich war. Alle sieben mal sieben Jahre sollte nach der jüdischen Prie- stcridee die Bestellung deS Landes ruhen, der Besitzstand an Grund und Boden sollte wiederhergestellt werden und der Sclave frei sein. Ob nun diese Idee jemals wirklich zur Ausführung gc- kommen ist, das ist unbekannt geblieben; genug, daß diese ideale communistische Idee als Lehr- und Glaubenssatz bestand. Jedes neunundvierzigste Jahr wurde dadurch für die Menschheit zum Jubeljahr, zum Erlösungsjahr aus langer Pein, zum Jahr der Freiheit uad der Gleichheit. Selbst ein protestantisches Kirchenblatt lobt die jüdische Priesteridce und meint, daß wenn die Forderung auch am Ende unausführbar gewesen, sie aber von höchst menschenfreundlichem Geiste eingegeben worden sei in einer Zeit, wo viel rohe Ge- waltthat geschah und die Einen auf Kosten der Anderen lebten. Zunächst ist zu konsiatiren, daß in der Frage um Mein und Dein auch gegenwärtig nur die Gewalt, wenn auch nicht immer die der Faust, sondern die des Besitzes herrscht und daß thatsächlich gegenwärtig genau, wie früher,„Einer auf Kosten des Andern lebt."— Wenn wir dies, waS ja auch wahrlich nicht zu leugnen ist, als feststehend annehmen, so müssen wir zu gleicher Zeit und mit Scham in Hinblick auf unser„so hochge- Zur Geschichte der Mythologie. (Footsehung.) Böse und gute Geister mit den verschiedensten Eigenschaften werden viele angenommen. Die Erstereu, AffurS genannt, stehen unter Anführung deS gefallenen Engels Mahifchafur, des mächti- gen Fürsten der Hölle", und bekämpfen»nabläfflg die guten Geister, welche DewataS heißen,— eine Mythe, die ganz und gar identisch ist mit der des ChristenthllMS vom gefallenen Lucifer und seinen Heerschaareu im Kampfe gegen die guten Engel*). Mahischajur erhalt auch die Herrschaft über alle abgeschiede- nen Seeleu, denen die Freuden des Himmels versagt werden von dem göttlichen Höllenwächter Dschama oder Aama. Derselbe sitzt auf einem, ans dem reinsten Feuer gemachten Spiegel, worin er die Thateu aller Menschen sehen und beobacht'u kann. Die Seelen aller Gestorbenen müssen vor seinem Throne sich stellen, vm«mf einer goldenen Waage, die von seinen Dienern gehalten wird, gewogen zu werden. Die z« leicht befundenen, die Gott« losen und Ungerechten, werden, je»ach dem Maße ihrer Schuld, entweder nach Rarak, dem höllischen Schlangenreiche, verwiesen, oder müssen, gemäß den Gesetzen über die Sieleuwauderung, ans die Erde zurückkehren, um in irgend einer thierischen Gestalt einer weiteren Läuterung sich zu unterziehen. Die Gerechten hingegen dürfen eingehen nach Swerga, dem Himmel. Mali nimmt auch ein einstiges Paradies auf Erden an, worin die aus Brama bei der Weltschöpfnug entsprungenen zehn Urbramen, oder Urväter der Menschheit, gelebt haben sollen,«nd die Erde mit weisen Gesetzen beglücken. DaS heilige Buch MennS soll in diesen seligerl Gefilden ebenfalls entstanden sein. Dieselben find noch jetzt vorhanden und umfassen daS an den mannigfaltigsten Naturschönheiten überreiche Land au den beiden Ufern der Flüsse Jamnna vud!eS oberen Ganges— die Landschaften Matura, Suraseva, Cureschetra. Canyacubja und Matsya. Alle zusammen heißen Bramarschiland, oder daS„wonnige Reich". — Dahin wallfahrtet der Jndier, wie der Mohamedauer nach Mekka, wie der glaubeuSeifrige Christ nach Jerusalem zum„heili- *) Solche Parallelen lassen fich, wie der Leser bereit» bemerkt haben �ird, sehr hänfiz ziehen. Der Berfasse» behalt jedoch die hauptsächlichsten sich vor bl» zum Lapitel über die„Mythologie de« Ehrlstenthum«". bildeteS" Jahrhundert anerkennen, daß in alter Zeit ein viel menschenfreundlicherer Geist herrschte, als jetzt. Wenn man unseren katholischen und protestantischen Priestern mit obiger jüdischer Priesteridce oder mit einer ähnlichen Forde- rung nahe träte, so würde der eine uns augeuverdrehend auf den Himmel verweisen, woselbst die„blauen Wiesen" alle sieben mal sieben Jahre vertheilt und die Lohnsclaven unseres Jahr- Hunderts dann alle gleich und frei als Englein darüber hinweg- schreiten würden; der andere aber würde uns barsch anschnauzen und uns Umstürzler alles göttlichen und menschlichen Rechts die Thüre weifen. Ja, unser Jahrhundert ist sehr milde geworden: man zwingt das Volk nicht mehr durch Folter und Peitsche, sondern durch listige Versprechungen und durch den Hunger. Wir wundern uns thatsächlich über daS Bremer Protestan- tcublatt, seiner humanen Auffassung halber; was die Ausführbar- keit aber anbelangt, so muß allerdings erst jede socialistische Idee in Fleisch und Blut der Mehrzahl deS Volkes übergegangen sein— solche Ideen können nicht einfach, wie einzelne commu- nistischc Schwärmer auS dem Jahre 1848 meinten, proklamirt werden. Deshalb ist auch schon der Hinweis nichtig, daß in allen Völkern der Erde zu irgend einer Zeit die communistische Idee als ein, wenn auch kaum zu verwirklichendes Ideal gefchlnm- wert hat. Durch die vielen Stürme aber, welche über den Erdball seit Jahrtausenden hiugebraust sind, ist die schlummernde Idee immer mehr zu einem wachen Wesen geworden, sie hat Gestaltung an- genommen, und Tausende und Abertausende Menschen erblicken daS Ideal dtrZ«k»uft so frisch, so lebensfroh und bestimmt, daß sie nimmermehr daran zweifeln, daß dieses Ideal einst in daS Leben der Menschheit eintritt. Die alt, Priesteridee hat ein anderes Gewand angezogen und durchzieht jetzt schon allmählich die Knlturstaateu der ganzen Wert; wir wollen fie immer hüten und ihr weitereu Eingang verschaffen, vor Allem in den Hütten der Armen, wir wollen fie verbreiten von Gau zn Gau, von Land zu Land, daß fie Herr- scheren werde über den Erdkreis. Daun wird sie ein glückliches gutes Menschengeschlecht um- fassen, dann wird unter ihrem Banner die wahre Menschenliebe einziehen auf Erden. Die rein commustistisÄe Idee, fie soll zur Wirklichkeit wer- den— und fie wir d zur Wirklichkeit werden, weil fie die Wahr» heit ist. Einäugige und Hinkende. „Ich erinnere nur daran, daß ein Einäugiger oder ein Manu, der einen steifen Fuß hat, sehr wohl noch im Land- stürm verwerthet werden kann"— so sprach Generalmajor von VoigtS-Rheetz in der. Sitzung des deutschen Reichstages, welche das Laudstnrmgesetz diSkatirte. Ob jemals schon ein solche» Wort zn einem Parlamente ge- gen Grab", um einen möglichst vollkommenen Vorgeschmack der erträumten ewigen Seligkeit zu genießen. Dieses ist der wichtigste Theil der Mythologie- und Religion»- gefchichte der Jndier. Selbstverständlich hat deren Phautafir noch eine Masse anderer Gottheiten ausgebildet, wie die hier geuann- teo. Doch würde e» zu weit führen, diese alle hier zu behandeln und in Znsammenhang zn bringen. Nur Einzelne mögen hier noch in aller Kürze angeführt werden. Wittesa, der Gott deS ReichthnmS; Jndra, der Sonnengott, ein Gott zweiten Ranges, der tief unter die Trimurti oder Götter- dreieiuheit gestellt war; Durga Poudjah, eine göttliche Jorgfrau, die ebenso mnthig als stark und schön', einst, in zehn Händen Waffen führend, den böse» Geisterfürsten Mahifchafur, welcher den Souniogott Jndra auS seinem Reiche vertrieben hatte, be- fiigte.— Dschäschik, ein vom obersten Gott der Lawaiten, auS einer Podmoblnme geschaffener Buddha, der den Auftrag übernahm, die Welt zu erlösen, und bei seinem Ausgang gelobte, nicht eher zurückzukehren, bis er das ErlösuogSwerk vollbracht habe. Sehne er fich eher in den Himmel zurück, so solle sein Körper in tau- send, sein Haupt in zehn kleine Stücke zerspringen. Schon stau» er nahe an seinem Ziel, als er doch, d,s riefizen Werkes müde und den Wiederabfall der Gebesserten fürchtend, fich in'S himm- lischc Reich zurücksehnte. Augenblicklich geschah ihm nach feinem Schwur, der Körper zersprang in tausend, daS Haupt in zehn Stücke. Doch der oberste Gott fetzte seinen Körper wieder zu- sammen und nunmehr galt Dschäschik al» eine Person mit elf Köpfen und acht Händen, w jeder Hand ein Auge tragend. Bhuta, eine bei den Jndiern de» tamulischen Stamme« ver. ehrte böse Gottheit; Mahabad oder Mahabeli, der Stammvater de» nach der großen Sündflnth wiedererstandeneu Geschlechts, gleichbedeutend mit dem christlichen Noah. Kabiler, der Srhn eine» von Brama durch eine Bewegung seines Antlitzes erzeugten Urvaters, Kartameo mit Namen. Der- selbe gilt als einer der größten Weisen und Heiligen;— Kama« dewa, der„Gott der Begierde", der Liebesgott, ein Sohn des Himmels und der Täuschung;— Kali, die böse Hälfte der mit Schiwa vermählten Göttin Bhawani, die Rächerin der Sünde, Tod und Verderben bringend;— Ananden, eine füofköpfige Riesenschlange, welche wie der AtlaS der Griechen die Erde auf ihrem sprachen worden ist, welche« mitten im tiefste» Frieden die bewaffnete Macht festzustellen hatte? Wir möchten es billig bezweifeln.— Aber jetzt ist dieö Wort gefallen, und Jedermann mag eS hören, denn die preußischen Militärs pflrg-n ihre Armeen nicht bloS auf dem Papier zu verzeichnen, sondern in Wirklichkeit aufzustellen: der Halbblinde und Halblahme ist nicht eiamal mehr sicher davor, dem KriegSgott Opfcr briag!» zu müssen! Wenn wir«S noch nicht wüßte», daß die Militärmacht big zur letzten äußersten Anstrengung des Volke« vermehrt werden soll, dann konnten wir eS an« diesem Ausspruche deS Vertreters der Regierung ersehen. Für uuS kam eS aber nicht überraschend, höchst-nS daS fetzte unS in Erstaunen, daß der Re- gieruuzsvertreter de» konservativen, liberalen und fortschrittlichen Herreu, welchen die Aufgabe geworden ist, dem Volke vorzureden, wie„selbstvcrfiäadlich" und„leicht zn erttagcn" die neue Land- sturmverpflichtnug sei, ein solches Verschleiern so außerordentlich schwer gemacht hat, indem er die Aufbietung de» letzten Mannes, der ein Gewehr zu tragen vermag, in AuSstcht nahm, selbst wenn dieser nicht einmal gesunde Gliedmaßen hätte. Um so erbaulicher wird die» AlleS, wenn wir noch dazu be- denken müssen, daß die Anträge, welche bezweckten, den Landsturm nicht in FeiudeSlan» zu führen und nicht als direkten Ersatz in die Landwehr einzuschieben, sämmtlich verworfen find; so daß die Einäugigen und SteisfSßizen auch hierauf wenigsten» eine kleine Anwartschaft haben! Es wird eben gerüstet, bis vor Rüstung daS Volk unter der Wehrlast selbst erliegt und zum Weiterrüsten ohnmächtig wird. Oder ist eine solche Ueberanstrengnng der Voll» kraft durch da» blutige Kriegshandwerk etwa nicht zu befürchten? Nun, eS ist wahrscheinlich am Platze, sich einmal den Siegesrausch au» dem Kopse zu schlagen und gründlich zn bedenkeu, was e» heißt, wenn eine Politik dahin führte, daß ein Krieg gegen einen europäischen Gr oßstaatenbund erfolgte und ein Aufgebot bis zum Krüppel herab stattfände! Der GrafMoltke hat im vorigen Frühjahr, indem er die VolkSwehr mit kurzer Dinstzeit angriff, einige Aeußeruvgen gethan, die jedenfalls hier viel besser nls dort am Platze wären. Er meinte in Bezug auf den letzten Krieg: „Die franzöfischen Mobil- und Natioualgardeu haben den Krieg um mehrere Monate verlängert, fie haben blutige Opfer gekostet, große Verwüstungen und viel Elend verbreitet, aber fie haben den Gang de« Kriege» nicht wenden können, sie haben Frankreich beim Frieden keine besseren Bedingungen verschafft. Vollends das Unwesen der Franktireur» hat unsere Operationen auch nicht einen Tag lang aufgehalten." Nun, wenn erst Einäugige und Hinkende als Landsturm ausrücken, wenn Familienväter bis zum 42. Lebensjahre in den Krieg müssen— dann wird fich wohl am leichtesten ein solche» Bild, wie eS der Schilderung des berühmten Feldherru entspricht, entwickeln, und„bluttge Opfer",„große Verwüstungen" und „viel Elend", werdeu dann sicherlich nicht ausbleiben. DaS ist die Kehr feste der Medaille, ans deren Oberstäche der SicgeSlorbeer glänzt. Leibe trägt. Vielleicht eine, die fünf ErUheile symbottfirende Vorstellung, denn eS unterliegt keinem Zweifel, daß der fünft», von ColnmbnS entdeckte Erdtheil Amerika bereits im grauen Al- terthnme wenigstens in etwa« bekannt war;— Kamdewa, eine mit Göttermacht ausgerüstet« Kuh, die jeden Wunsch erfüllt und ihrem Besitzer nicht entrisse» werden kann. Sie ward au» dem Milch- meere geboren, al» die Götter darin, um Nektar zn bereiten, den Berg Mandar wie einen Kreisel drehten,«. s. w. u. f. w. Dem aufmerksamen Leser wird eS nicht entgangen sein, daß die Religio» Buddha durchaus atheistisch genannt werdeu muß; in ihr schon ist bestimmt ausgesprochen, waS die moderne Naturwissenschaft fich bemüht, festzustellen, daß nämlich„die Welt fich selbst regiert nach ewigen und unveränderlichen Gesetzen der Na- wr". WaS thut mau doch eigentlich den Jndietn für Gutes mit Missionen u»d Bekihruugsversuchtu katholischer- und protestantischer- seit», den Jndiern, die der einmal zum Heil der Welt geschehen sollenden Fleischwerduug Christi nicht weniger wie nenn AoatarS ihres Mschnn entgegenstellen können,' den Jndiern, deren Mytho- logie die Quelle der griechischen Mythologie ist und die Schatz- kammer der christlichen genannt zu werden verdient, die Schatz» kammer, ans der unter egyptischer Vermittelung da» Christeuthnm die hauptsächlichsten seiner übernatürlichen Vorstellungen borgte!? O, du eivilifirendeS, allein seligmacheude» Christenthum! Die Mythologie der nordische« Völker.*) Die Kenutniß über die älteste Mythologie der Völker de» nördlichen Europa ist eine mangelhafte, denn diese Völker er- schienen erst sehr spat, als bereit« die Mythologie der Griechen und Römer ihrem Falle zuneigte, auf der Weltbühne. Auch muß angenommen werden, daß die römischen Schriftsteller, u. A. TacitnS, ihre Berichte und Schilderungen vielfach der eigenen Mythologie angepaßt haben;«euigstenS findet sich häufig eine mehr al» zufällige«ehulichkeit mit griechisch-römischen Borstellun- gen. Viele der Sagen reichen hinauf bi» in'S dreizehnte Jahr- hundert n. Chr. Wurden doch um diese Zeit erst die Völker- ») Wir llbttsprillgen w Nachstehendem R«tm med Zelt und gehen direkt zu deu nordischen(germanischeu) Völkern über, Indem wir uns vor- behalten, zu gelegener Zeit auf die Mythologie der asiatischen und asrika- uischen(Aegypter) Völker zurstckzukommeu. BcklagMSÄtriht Menschheit, Du tränkst mit Deinem Blute die Schlachtfelder, Du wimmelst von Krüppeln, Wittwen und Waiseu, und doch erscheint Dir immer in der Fern- der Zukunft nichts anderes, als das Bild noch viel größeren, gräulicheren Massenmordes. Und noch zehnmal beklazenSwerther bist Du deshalb, o Menschheit, weil Du Dich selbst mit Wollust zerfleischest, selbst bohlen SchlachteurnhmeS halber Dein Elend bejubelst! Höre endlich die Stimme der Vernunft! Politische Aeberficht. Berlin, 16. Januar. Kriegerische Gerüchte schwirren in der Lost herum; durch die liberale und offiziöse Presse wird die Nachricht kolportirt, daß die deutsche ReickSregierung, sollte fich die spanische Regierung machtlos erweisen, eine strenge Bestrafung der Carlisten für ihre Verletzung der völkerrechtlichen Bestimmungen selbst durchzusetzen, vermuthlich dazu schreiten dürfte, direkt au den Carlisten Repressalien zu nehmen.— Wie aber das die deutsche ReichSregieruug anfangen würde, ohne ihrerseits das Völkerrecht zu verletzen, oder ohne einen Krieg mit anderen Mächten anzu- fangen, das wird uns nicht gesagt.— Nun, die Regierung wird sich auch wohl noch befianen; solche Gerüchte aber find deshalb für die Regierung von Rotzen, damit das Volk immer auf einen ueues Krieg vorbereitet fei und fich, wenn er ausbricht, nicht erst zu wundern braucht,— denn, daß bei dem europäischen Mili- tarismuS der große Massenmord bald wieder losgeht, daS ist unzweifelhaft.— Die armen Völker, fie müssen mit ihrem Blute die einzelnen Baterläuder znsammenkitten und die jetzt bestehende „Ordnung" aufrecht erhalte». DaS Volk muß gruselich gemacht werden!— Ueber die Attcutatspläne wider den Fürsten Bismarck ist die ganze Presse voll. Schon Anfangs dieser Woche verbreitete fich daS Gerächt, daß die hiesige Polizei auf einen französischen Geistlichen fahnde, der mit Attentatgabfichten gegen den Fürsten Bismarck hierher gekommen. In der That wnrde das Innere und Aeußere des ReichstagSgebäudeS, sowie dir Amtswohnung des Fürsten von zahlreichen Polizeiagenten bewacht. Mittwoch wiederhol eu sich die BorfichtSmaßregeln in noch ausgedehnterem Maßstabe, weil der Polizei abermals die Ankunft zweier Attentäter aus dem Auslände figualistrr wotden ist, welche mit Orfinibomben, nach anderen Mittheilnugen mit einer Höllenmaschine, welche Dyn amitkngeln werfen soll, ausgerüstet feien.— Diesen „granfigen" Nachrichten fügt nun die„Tribüne" noch folgende weinerliche Schaaeraachricht hinzu:„Die abscheuliche Unsitte, auo- nyme Briefe zu versenden, vm irgend welche Personen zu lang- weilen, zu ärgern oder zu belästigen, Wieste leider in den meisten großen Städten besteht, grasfirt angenblicklich in hohem Maße in Berlin als Ausdruck theils närrisch-kindifchcr, aber auch gemeinster Gesinnung. DaS Ziel dieser Manöser waren in jüngster Zeit vorzugsweise hervorragende Reich StagSmitglied er und— die Familie des Reichskanzlers. Letztere wurde mit allerlei Droh- briefen gegen den Fürsten Bismarck förmlich überfluter, und eS läßt fich begreifen, daß namentlich die Damen solche Er- bärmlichkeiten nicht mit derjenigen verächtlichen Gleichgültigkeit entgegennehmen, die solchem bubenhaften Gebühren einzig und allein geziemt. ES ist übrigens nicht unwahrscheinlich, daß die in der Luft schwebenden Attentatsgerüchte und Geschichten mit diesen Manövern zusammenhängen, für welche die öffentliche Meinung wohl nicht mit Unrecht die fanatifirteu Ultramoutanen verantwort- lich macht."— Die liberalen und offiziösen Kleckser lassen' unS wenigstens aus dem Spiele— doch wie lange? Vielleicht schon morgen haben sie entdeckt, daß uns Bismarck doch nicht„Wurscht" sei,»nd daß die Social-Demokraten ebenfalls mit Attentatsplänen gegen daS geheiligte Haupt schwanger gehen. Ueber die vielen Strafanträg e, welche der deutscht 'Reichskanzler wegen Beleidignug seiner Person stellt, bringt die „Germania" f.lgende Notiz:„Mau hat schon oft die Frage ge- hört, wie eS möglich sei, daß gegen oft ganz unbekannte Lokal- blätter Klage wegen Beleidigung des Reichskanzlers eingeleitet werde, und zwar, wie fich von selbst versteht, aas dessen persöu- licheS Betreibe». Unmöglich können der Reichskanzler und seine fiämme der Pommern, Litthaner, Lioländer, Samoyter, Slaven u. s. w. allmählich und durch Waffengewalt znm Christeuthom gebracht. Ja, wenige Jahre vor der ersten Revolution konnte Johannes von Müller, ein deutscher Geschichtsschreiber, noch er- klären:„Noch hat bei den Tschuwarchen Gott Thor feine An- beter; noch fürchten fie den im Waffer wohnenden bösen Geist!" Vieles, wo nicht das Meiste, haben wohl die alten Dichter- sängcr, Barden oder Scaltev, deren eS besonders iu den deutschen Landen viele gab, dazu beigetragen, die hauptsächlichsten Mythen zu erhalten, auf daß spätere Schriftsteller fie niederschreiben konnten, wie fie fich fortgeerbt, vermöge der Tradition, von Geschlecht zu Geschlecht. *** Die nordische Mythe beginnt, so weit sie bekannt ist, mit Alsadur(Allvater). Unter ihm stellte man fich das höchste, allwaltende und uufichtb'are Wesen, den Schöpfer, Ordner und Leiter aller Dinge vor— eine Vorstellung, welche der des Juden- und Ahristenthums durchaus nichts nachgiebt. Erst hüllte Alsadur das Chaos, fich selbst, in EiS, an deffen «estlichem Rande MuSpelheim, die lodernde Feuerwelt, sich erhob, wo der König Surtnr über die bösen Geister herrschte. Zur Erkenntniß dieses und de« Weitere» ist besonders die Edda behülflich, eine Sammlung der nordischen Sage», ungefähr vm daS Jahr 1240 u. Chr., von Snorre Sturlefov, einem is- läudischen Richter, veranstaltet. Die Edda erzählt: Aus MuSpelheim flogen gewaltige Feuer- funken auf das Eis des nordischen ChaoS und machten eS schwel- zen. Die Funken flogen auch hinüber»ach dem uuterweltlichen Eis- reiche Niflheim, von dem gewaltige Eiszapfen iu d-S leere ChaoS, den ungeheuren Abgrund Giunungapap, hiuabragten. Bis zu ihrer Spitze drang der Feuerr:gea ein, fie schmelzend. AnS der so geschaffenen Masse erhab fich darauf Umer, ein menschenähnliches Wesen, von ungeheurer Gestalt, nebst der Kuh Andumabla. Dies, leckte ihm Nahrung auS dem umherliegenden salzigen Gestein, während Dmer an ihrem Euter sog. Da« beleckte Gestein gebar *} Johann? a von Müller, 24 Bücher der Geschichte.— Die Tschn- warchen waren ein tartarischrr B-lk» stamm. **) Die Insel Jaland, zwischen Enalaud und Grönland, Im arlautischen Ocean gelegen, hatte zur angegebene» Zeit bereit« ziemlich hohe Kultur. Da» Christenthum wurde dasel st Anfang» de« 11. Jahrh. anginommen. Sekretäre alle Blätter lesen. Hier Etwas, das zur Ecklärnng beiträgt. Bor einigen Tage» empfingen, wie mau uaS mittheilt, die Bürgermeister RheinhessenS und wohl auch die der anderen beiden großherzoglich Hesstscheu Provinzen, ein Reseript, worin ersucht wird, besonders darauf zu achten, wie die Zeitung-m— genannt ist die social-demskratische und die„gegnerische" Presse — fich über die Person deS Reichskanzlers auslassen, und solche, da eine Verfolgung der betreffenden Blätter nur ans persönliches Verlangen desselben stattfiades kann, die anrüchigen Stellen ange- strichen, einzusenden, damit dieselben durch Vermittelung deS groß- herzoglichen Ministeriums dem Reichskanzler übermittelt und durch diesen die nöthigen Schritte zur Verfolgung der betreffenden Blät- tcr geschehen können. Bei diesem Erlaß ist natürlich nicht bloS auf die in der Gemeinde deS betreffenden Bürgermeisters selbst erscheinenden Blätter, sondern überhaupt aas alle Zeitungen reflek- tirt, die dem Bürgermeister etwa unter die Augen kommen. So wird die AmtSthätigkeit deutscher Behörden im Prioatinteresse eines Einzelnen absorbirt."— Im Uebrigeu möchten wir der „Germania" bemerken, tag, wmn Fürst Bismarck auch nur rein persönlich angeblich beleidigt ist, die Staatsanwaltschaft bei der Anklage doch sehr häufig auf seine„hohe Stellung" Bedacht nimmt und danach ihre enorm hohen Strafauträze stellt. Heute, den 16. Januar, ist da« preußisch? Abgeordnetenhaus eröffnet worden. Dasselbe wird d-S Reichstags wegen fich auf 14 Tage sofort wieder vertagen. Wie verlautet, soll der deutsch? Reichstag dm 30. Januar geschlossen werden. Der von den Preußen im Jahre 1866 vertriebene Chnrfürst von HesskU ist nunmehr im 73. Lebensjahre in Böhmen oerstor- beu; seine Leiche ist iu Cassel beigesetzt. Somit wäre der letzte Chnrfürst in Deutschland verschwunden. Schlägst du meinen Jaden, schlag' ich deinen Ja- den.— Die Verfolguagen gegen die liberalen Protestan- ten in Fraakrcich haben ihren Anfang geuommca. Der Präfckt deS Tarn.Departcmeuts hat nämlich den protestantischen Pastor von CastorcS wegen„Aufreizung zur Revolte" gerichtlich verfol- gen lassen, weil derselbe von der Kanzel herab den Beschluß deS PreSbyterialrathcS bekannt gemacht hat, wonach di, Wahlen von fünf Gemeiderätheu dieses Departements, welche der Minister de Cumont kasfirt hatte, doch gültig sein sollen. Der Präfekt, bei dem einige Orthodoxen Beschwerde geführt hatten, ließ bei dem Drucker deS PreSbyterialrathcS den Beschluß deS letzteren mit Beschlag belegen und leitete bei dem Kriminalgericht eine Klage gegen den Pfarrer Rabaud ein. Die Sache erregt im ganzen Departement natürlich größte Entrüstung, und man that Schritte bei der Pariser Regierung, um die Maßregel deS Präfckien rückgängig zu machen. Bei der Stimmung der Regierenden ist aber ein Erfolg nicht zu erwarte».— Ganz entrüstet sind die natio- nal-libera'.en Blätter in Deutschland über die Verfolgung von Protestanten in dem katholischen Frankreich, während sie über Ber- folgungen vou Katholiken iu dem protestantischen Deutschland hell aufjubeln. Ultramoutanc Blätter in HsLllkd haben von Nesem das Gerücht iu die Welt gefetzt, daß die deutsche ReichSregierang ernst- lich mit der Abficht umgehe, die Niederlande zu atmektiren, hauptsächlich, um sich in den Besitz ihrer Flotte und Kolonieen zu setzen.— Nu», wenn die Offiziösen einen Krieg mit Don CarloS in Aussicht stellen, ist eS da so verwnnderllch, wenn die Klerikalen eine Auuexion Hollands prophezeiheu. Ohne Seemacht ist der Krieg mit Don CarloS nicht einmal zu führen, deshalb muß erst Holland erobert und dann nach 30 Jahren dem längst verstorbe- »eu Do« CarloS der Krieg erklärt werden. Diese Logik ist kleri- tal-offiziöS. Die Throuerhebung Don Alphosso'S auf den spanischen Thron scheint doch nicht so glatt hergehen zu wollen, wie man allgemein glaubte. Don CarloS hat ein Manifest gegen Alphonso erlassen und wirb ssiue Erhebung fortsetzen; auch ist kein einziger Offizier, wie zuerst gemeldet«»rde, von ihm zu AlphonS über- gegaugen. Auch vou der Armee lauten die Nachrichten gerade nicht mehr günstig für die jugendliche„KönigSPuppe". ES besagt nämlich ein au« dem Hauptquartier Estella, vom 9. Januar da- tirteS Telegramm, daß das Bataillon Alba de TormeS der Cen- trumSarmee fich mit dem Rase:„ES lebe die Republik!" erhoben habe; auch sei die Insubordination in der Ceutrumsarmee(auS dann den göttlichen Riesen Buri, den Stammvater deS GotteS Bör, welcher fich später mit der Joteujangfrau Bertla vermählte, die ihm drei Sohne, den Odin, Wile und We schenkte. Doch auch der Riese Amer war nicht unfruchtbar geblieben. In einen tiefen Schlaf gefallen und in heftigen Schweiß zcrathea, gebar er aoS seinem linken Arme ei» Meuschenpaar, Mann und Weib, sowie auS feinen Füßen den ihm gleichen Riesen Thrnd- gelmer, welche drei Sprößlinge da» furchtbare Geschlecht der Hrymthussen begründeten. Sofort begann dasselbe den Kampf gegen die drei Söhne der Bertla, wurde jedoch vou dieseo besiegt und getödtet, mit Ausnahm» des Thrudgelmer'S Sohn, Namens Bergelmer, und dessen Weib. Diese Beiden retteten fich auf einem Stachen,»lS daS Blut der Erschlagenen die ganze damalige Welt überfluthete, so daß alle bereits lebenden Wesen ertrinken mußte». An» den Leichnamen schufen hierauf die dreh Sieger da» neue Weltall, auS den Gerippen die Felsen uud Berge, auS dem Blute daS Meer, auS dem Fleische die Erde und auS den gewaltigen Hirnschädeln die Wölbung deS«uvergänglichen Himmels. Zur Stütze desselben an dm vier Ecken waren jedoch vier Zwerge vou uötheu, welche Äustri(Ost), Westri(West), Nordri(Nord) und Sudri(Süd) geuauot wurden. Ans ihnen entstand das Geschlecht der Zwerge. Odin ward Beherrscher dieser neuen Schöpfang. Als er eiust mit seinen beiden Brüdern an das Gestade deS Meeres kam, fanden sie zufällig zwei Holzstückt, eine» Eschen- und einen Erlen- stamm. Sie ieschloffer, voll guter Laune, diese nutzlose» Gezeu» stände sich anz»vihmen, und so blies ihnen Odin Leben ein, Wile ertheilte ihnen Geist und Bewegung und We spendete ihnen die Sinne, sowie Blut und Schönheit. AuS der Esche war so der Manu entstanden, von den Göttern Ask genannt, auS der Erle daS Weib Embla. Schnell pflanzte das neue Geschlecht fich fort, mittlerweile aber hatte auch daS der Ueberschwemmnng entgangene Rieseuehepear ei» neues Geschlecht der Hrymthussen erzeugt, das unn nicht mehr gänzlich zu überwältigen war, sondern fortfahren wird, gegen daS Gute zu kämpfen, obwohl nie dm Sieg«rriu- gmd über dm Himmel, den» die dahin führende Bifröstbrücke, ein dreifarbiger Regenbogen, welcher bis zur Erde reicht, vermag ihre schweren Gestalten nicht zu tragen und wird zudem von einem Sohn« deS Odin, dem fcharfäugigm und feinhörigen Heimdal, be. wacht. Mit dem Giallarforu weckt er die schlafende» Götter, deren Mitte einstweilig daS alfonfistische Prenunciamiento heroor- ging) so groß, baß König Alfons auf die beabsichtigt gewesene Besichtigung dieses Korps verzichtet habe. Einem aus Hmdaye, 12. Januar daiirteu Telegramm der„AoxSb. Allg. Ztz." zu- folge hatte der republikanische Abgeordnet- L6ou Miiao'am Mou- tag Nachmittag Madrid verlassen, um das republikanische Banner in der Sierra Morena anfzupflanzm.— So scheint die Sitna- tion in Spanien immer verwirrter gewssm; Hoffnung ist auch nicht vorhanden, daß daS Volk selbst die Zügel in di: Hand nimmt. * Hurrah! D.I„rothe" Becker HerrmhauSpräfidmt!— Wie vertautet, will Graf Stolberg vom Präsidium des Herren- haaseS defiaitiv zurücktreten; Se. Erlaucht soll gcg-n die Regie- rung verschnupft sein wegen ihreS AaftreteuS gegen einen Kon- fistorialbeamten in Wernigerode. An seiner Stelle soll, wie wei- ter verlautet, die„neue Fraktion", welche die Majorität im Her- renhause bar, beabsichtigen, ihr Mitglied, de» Oberbürgermet*-? Dr. Becker in Dortmund, auf den Präfidmtenstuhl zu erhevm. Erst Communist, rother Revolutionär, dann preußischer Sträfling, dann FortsirittSmann, dann Liberaler, dann Bismarcker vom reinsten Wasser, dann Oberbürgermeister, dann HerrenhanSmit- glied und nun Präsident deS Herrenhauses. * Glück über Glück! Der„rothe" Becker ist am 14. Jan. zum Ooerbürgermeister vou Cölu gewählt. Jetzt paßt er auch uoch besser zum Präsidenten deS Herrenhauses. Früher hat man ihn immer auS Cöls ausgewiesen, jetzt macht man ihn zum Haupt- Vater der Stadt.— Wer hat fich dran eigentlich geändert? Deutscher Reichstag. Wie wir bcreilS nwähuteu, k»men am vorigea Sornabend verschiedene Anträge zur Berhandluag, wonach der Reichstag Slrasanträgc gegen ver« ichiedcne Personen stellen sollte. Ueber den erste» entspann sich folgende Debatte: Präsident: Wir gehe» über zum vierten Gegenstand der Tages- ordnuag: mündlicher Bericht der Kommission sür die GeschästSordnnng, betreffend da» Schreiben de» Herrn Reichikanzler» vom 5. November v. I. wegen Ertheilunz der Ermächtigung zur str«frichtllchcn Verfolgung d-s Carl Stuhr an» Weißcnfel« wegen Beleidigung de« Reichstags(Nr. 41 der Drucksachen). Berichterstatter ist der Herr Abgeordnete Valentin; ich ertheile demsel- den da» Wort. Berichtereattcr Abgeordneter Valentin: E« handelt sich hier um eine Mittheilu»g de« Oberstaatsanwalt» z» Frankfurt a. M., welcher die Er- thclluag d-r Ermächtigung zur strasgcrichtlichcn Verfolgung einer Person betrifft, welch- einige A-uZerungell gemacht h-den soll in einer social-dcmo- kratischen Volksversammlung am 2 Ottober v. I. iu Frankfurt a. M. Die SeschästSordrungSkommisfion ist jeooch der Meinung, daß sowohl der Redner, al« die Aeußcrungen, die von ihm inkcimiairt wordcu sind, von so weniger Bedeutung seien, daß c« sich in der That nicht empfehlen möchte, dieselben zur näheren Seuutriß de» Reichstage» selbst zu beinge?, nachdem die GlschäftSordlillllgSlommission ihrerseits einstimmig beschl»ls-n hat, die Ermächtigung zur strafgcrichtlicheu Verfolgung nicht zu ertheilen. Ich er- laude mir daher, dem hohen Relchrtaac zu empfehlen, den in Nr. 41 der Drucksachen gestellten Antrag der GeschästSorduuagSkommissiou anzunehmen. Präsident: Ich eröffue die Ditkusstou. Das Wort hat der Herr Abgeordnete Liebknecht. Abgeordneter Liebknecht: Anträge wie dieser sind sehr häusig a» den Reichstag gekommen. E» Ist allerding» richtig: die bisherige Praxi» war ausnahmslos, die betrefferden Anträge zurückzuwctseu, und anch hcnte be- fllrwartet die« die Kommission. Ich glaube, damit wir fernerhin nicht mit Shulichen Lappalien die Zeit zu vertrödeln haben, wäre eS Im Interesse des Reichstages geboten, dem Eiudriagen solcher Anträge für die Zakanft vor- zubcugen. Ich habe deshalb einen Notrag formnlirt, den»er escn zu dürfen ich da« Präsitlum bitte: vielleicht wird er die nölhige Unterstützung erlauzen: Der Reichstag wolle beschließen: den Reichskanzler aufzufordern, derselbe möge alle elnlaufeudeu An- fragen, ob der Reichstag Strafauträze stellen wolle, als der Würde des Reichstag» tuwidcrlaufeud zurückweisen mit dem Bemerken, die RelchSregiernnz nicht wieder mit solchen Lappalien zu belästigen. E» bandelt sich hier um ei« Prinzip. Es ist iu neuerer Zeit von einer gewisse» Seite her Regel geworden, bei den kleinsten Anlässe» Straf- anträge z» stellen. Wenn der Reichstag sich jetzt in der von mir sorge- schlageuen Weise ausspricht, so erklärt er sich damit prinzipiell gegen alle denaruze» B-rsolzuagen uud bekandet, daß er Preßfreihcir, Redefreiheit im dmlscheu Reiche gewehrt wissen will, und daß er eine gegentheilige Praxi« mißbilligt. In diesem Sinne habe ich den Antrag gestellt und empfehle Ihn de« Hause zur Auuahme. M-lnc Herren, die zahlreichen Strafanträge, die von Seiten te« Herrn Reichskanzlers gestellt werden, sind ein Grad- messer der ävasäenLs, der sinkenden Popularität desstlben. Ich glaube, nicht» hat mehr das Ansehe» deS Herrn Reicht kanzler» geschadet, im In- lattde sowohl wie im AttSlande, al» diese häufigen Strafanträge; sie haben wenn die Feinde sich- nahen. Doch werden sie den Göttern Ge- fahr bringen zur Zeit des große» Weltunterganges Raguarokc, wo fie mit den feurigen Geistern MaSpelheimS und den übrigen Gegnern der Götter zum letzten entscheidenden Schlage sich ver- bündeo. Dann muß Odin mit den Sciarn erliegen, drnn der ungeheure FeuriSwolf, ein Sohn der Riefln Anzerbode, wird die Welt und die Sonne verschlingen, um dann vom Urweson Alsadur selbst vernichtet zu werden. Bis dahin aber herrscht Odin unbezwungen iu Asgard, dem Olymp deS Nordens, der„ewig grünenden Heimath der Götter", woselbst auch die Walhalla, daS Paradies der im Kampfe rühm- lich gefallenen Helden, Eiuheriar, wörtlich Eiugehörige, flch be- findet. In dem stolze» Palast« WalaSkialf thront Odin an der Seite seiner Gemahlin Frigga, um fich die Asen, da« Götter- Volk. Als Asen männlichen Geschlechts werden genannt: Thor, der Gott der Stärke, Freyr, der Befruchtende, Niord, der Wind. Herr, Balder, der Spender alles Guten und Hort der männlichen Schönheit, Widar, der Gott der Verschwiegenheit, Wali, der Meister der Kunst des Bogenschießens, Uller, ein schneller Länfer, Braga, der Gott der Dichtkunst, Heimdal, der HimmclSwärter, Forfete, der FriedeuSgott, Tyr, der Kriegs- vud SiegeSgott, und Hoder, der Schützer der Nacht. Die weiblichen Asen waren: Frei«, die Göttin der Liebe, Jdnoa, die Göttin der Unsterblich- keit, vermählt mit Braga, Loga, Abw'S Freundin, Gefion, die Göttin der Jungfräulichkeit, Siöfna, die Göttin der Zärtlichkeit, Löffa, die Gottin der Ehe, Ridoa, die Mutter Wali'S, Eira, die Göttin der Arzneiknud«, Gerda, die Gattin Freyr'S, Syn, die Göttin der Gerechtigkeit, Wara, die Göttin der Treue und Wahrheit, Gua, die Botin der Göttrrkönigio, so wie Sol, dir Sonne. Außerdem gab es noch die Norn-n uud Walkyren. Die Ersteren waren die weisen SchicksalSgöttiunen, den griechischen Parzen vergleichbar. Wie diese, ordnen nnd lenken sie die Loose der Menschen; ihre Namen lauten: Urd, die Bergangenheit, Wa- randa, die Gegenwart, und Scnld, die Zukunft. AuS dem Bron- »eu der Vergangenheit tränkten fie den ewigen Weltbaum Hz« drafil, wie sie selbst daraus täglich neue Weisheit tranken. Ge- wiß eine herrliche Symbolisirung de« WertheS der vergangenen Zeit, aus der ewige Gegenwart lernen soll, um der Zukunft zu. nutzen! >(Fortsetzung folgt.) ihm vielleicht mehr geschadet, aiS selbst die Söidliuze de« RepitlienfondS, (Glocke des Prästdnltea) Präsident: Ich muß den Herrn Aeduer unterbrechen. Abgevidueter Lieblnecht(spricht während dessen weiter):— voll denen eine dem Rcichdlanzler freundlich gesinnte Persoll geäußert hnh (Glocke de? Präfidellten) daß sie den Reichskanzler morslisch umbringen. Präsident: Ich muß den Herrn Redner uuterbrecheu. Wenn ich ihn unterbreche, so hat er nicht weiter zu sprechen!— Die letzte Bemerkung war nicht zur Sache gesprochen. Abgeordneter Llcdlnecht: Boa diesem Standpunkte aus liite ich Sic, meinen Antrag anznuehmen, und ich lege ihn aus den Tisch des Hanse« nieder. Präsident: Der Antrag ist verlesen, meine Herren; ich frage, ob der Antrag Untersttttznng findet.(Pause.) Die Untcrsttitzung hat er nicht gessuden. Ich crtheile da« Wort dem Herrn Abgeordneten von Berunth. Abgeordneter von Bernuth: Unter diesen Umständen bin ich der Auf' gäbe überhoben, die gcschäfiSordvungSmäßlgr Nlchtzuläsfiglcit auSsührllchcr darzuthun; ich behaupte aber dcch, daß der Antrag des Herrn Abgeord- netcn Liebknecht gar kein Amendement ist zu der»orürgenden Angelegenheit, sondern ein selbstständiger Antrag, der die geschästSordnungimäßigen Wege un> Formen burchzuuuche» hätte. Zur heutigen Debatte gehört er nicht. D-su was will der Antrag überhaupt? G« soll der Herr Reichskanzler aufgefordert werden, ein für alle Wal derartige Strafaurräge zu coapirea unb ihnen keine Folge zn geben. Das ist ein Gegenstand, der mit de- Frage, die an» hier deschäfitzt. gar keinen Zusotemenhang hat, ob ein ge.- wisse« Individuum strafrechtlich verfolgt werden solle»der. nicht. Ich glaub?, der Antrag mußte von dem Herrn Pröfideateu demgemäß in die«cltcren Wege verwiesen werben. Präsident: Meine Herren, der Antrag steht nicht mehr zur Dis> kuision, er hat gar keine Unterstütznaz gefunden, und damit ist die Sache geschäftlich vollkommen erledigt. Darauf ward in Bezug ans den Advokat Fischer in Hannover ohne bemerkcnSwerthe Debatte eine Allllageerhebuag abgelehnt. Dann kam ein dritter Fall � et oigender Debatte: Präsident: Ich-ehe über zum sechsten Gegenstand der TageSordnimg: mündlicher Berich: der Kommifston für die Geschäftsordnung, betreffend das Schreiben des Herrn Reichskanzler» vom 2. Dezember v. I. wegen Ertheilung der Ermächtigung zur strafgerichtlichen Bcrsolgnng de« Ar» beitsmanns Hein» Moser in Atrona wegen Beleidigung des Reichstags (Nr. 123 II. der Drucksachen) Berichlcrstatter ist der Herr Abgeordnete Dr. Nieper. Ich ertheile Ihm das Wort. Lcrichterstarter Abgeordneter Dr. Niep er: Ich habe über eine Au- schnldigunq zu berichten, die von Seiten der OberSaatSamoaltschafl In Kiel erhoben ist gegen einen ArbeitSmunn Namen» Moser In Altona, und hin- sichtlich deren Seitens des Herr« Reichskanzlers die Frage wegen cioer et- waigen Vcrfolgnnz zur Erwägung gestellt ist. Der Fall ist kurz folgender. Der ArbritSmann Moser ist im An auge deS vorigen Jahres zu einer Po- lizcistrafc verorthcllt worden, und es ist diese Strafe, eine Geldbuße, exekn- tivisch von ihm do gezogen. Als er diese Strasc hat zahlen müssen, hac er in einem Schreiben an die Polizeibehörde in Altona sehr lebhaft über diese Angelcgenhcir sich beschwert, und er schließt bann mit»e« Worten, baß, wenn Jemand bestraft werden müßte, so sei es die gesetzgebende Gewalt in Deutschland, die der größte Verbrecher sei. ES Ist ein Skrutiaialverfahrcn über die Bedeutung dieser Worte eingeleitet, u»d in diese«! Skrutinlalver' fahren hat Moser erklärt, daß er unter der gesetzgebenden Gewalt den Reichstag In Berlin verstände. Die GeschSfteordnuvgStnmmIsstdn Ist auch In diesem Falle-instimmig der Meinung gewesen, daß die Ermächtigung zur Verfolgung diese? Mannes zu verweigern sei. Denn ganz abgesehen von den allgemetnen Gründen, welche gegen derartige Strafverfolgungen sprechen, liegt hier der Fall so, daß cigrnuich nur angenommen werden kann,»er Mann habe sich in dem inkorrekt abgefaßten Schreiben unrichtig ausgedrückt, er habe nichr eine' Beleidigung darin aussprechen wollen, vielmehr eine objektive Bcurthellung eines Strasvcrfahren«. Dazu kommt noch der Umstond, daß er nicht öf- fenilich, sondern in einem Schreiben an die Polizeibehörde sich ausgesprochen hat, der er die Aeußerung, wenn er sich der Strafbarkeit bewußt gewesen wäre, schwerlich gemocht baden würde.— An« allgemeinen und besonderen Gründen hat miehin die GeschästSordnungSkommiiston den übercillstimmen- den Bcichluß gefaßt, auf eine strasrecktllchc Verfolgung de» p. Moser nicht anzutragen, und Ich gebe dem hohen Hause avheim, den jlommlsfionsanlraq sud Nr. II. der Str. 123 der Drucksache«: die Ermächtigung zur strafgerschllichen Verfolgung de« ArbritSmann« Hans Moser in Altona wegen Beleidigung dts Reichstags nicht zu er- theilen, zu genehmigen. Präsident: Der Herr Abgeordnete Reimer hat da» Wort. Abgeordneter Reimer: Meiae Herren, es Ist hier der richtige Erwä- gungsgrund von dem Herrn Berichterstatter bereits erwähnt worden; eines ist aber nicht bemerkt worden, nud das konnte der Herr nicht wissen, daß wamlich der bltrcfse»de Angeichnldigte»»tarisch unzur-chnuniSfähig ist. Gr t*., tr die dänische Regierung so gut, wie jetzt die deutsche, be- schtmpst und beleidigt, v»d we«n man den«Rann auch verurtheilct, so wird �'batsächlich dennoch fortwährend schimpfen. Er ist von der fixen Idee crsuut, zu glauben, er müsse gegen jede StaatSbehöide schimpfen.(Heilcrk) Meine Herren, die Sache iü wirklich lächerlich, Sie haben vollständig Rech.;«aß ich aber nicht lächerlich finde, ist, daß die Staatsanwälte so »«u herabgreifcn unb selbst»cm Reichstage einen Mann zur Verfolgung 'm?011 btm'ei>ta Kind in Altona weiß, daß der alte Möicr kiu- ist. Einen solchen Mau» sollte der Reichstag»erfolgcu? Ich finde Denunziation zurückgewiesen wird; und e» Ist zu wünschen, daß allen Denunziationen die Spitze abgebrochen werde. Denn *clt'•rcmt, daß man Irrsinnige Personen destcaste, dann müßten schließlich alle Irrenhäuser in Zuchthäuser umgewandelt werden. �....Präsident: Es nimmt Niemand weiter das Wort, ich schließe die DiSkilsston. Der Herr Berichterstatter verzichtet auf da« Wort. Ich darf j.'�niis'rcn, daß der Aitrag der GcschäftlordnnngSkommisfion ohne Abstimmung angcvommen ist. Ich to»st»tire da« hiermit. . �5V"ßllch ward ohne DiSkussioa eine Anklagcerhebung gegen eine süd- «Mische Zeirung ebenfalls verworfen � Gelegentlich de« Landstiirmgesetzc» kam, wie schon erwähnt, s-itenS de» Social»Demokraten nur Hasselmanu beim§ 4 zum Wort und äußerte ftch übet d!esen Paragraphen, welcher bestimmt, daß der Landsturm dem jetzigen MIlitärgesctz unterworfen werden soll, sowie über die Berwe»dllng de« Landsturm»' außerhalb der Grenzen in nachstehender Weise. Da nur eine SpezialdUkassion vorlag, konnte»er Redner die übrigeu wichtigeren Punkte nicht in den Bereich der Diskussion ziehen. Nach dem stenog-apbischeu Bericht lautet seine Aeußerung, wie folgt: Meine Herren, ich habe zunächst mich dagegen zu«ende», daß nach 8 4 der Landsturm all solcher den Mililärstrafgesetzell und der bisherigen Disziplw absolut unterworfen werden soll. Ich glaube, für dielenigen Altersklassen, aus welchen der Landsturm bestehen soll, für Leute bis zum zweiundvierzigsten Lebensjahr, die meisten« verhcirathct fei» werde«, wird e« sehr leicht möglich sein, mit dieser Disziplin in Konflikt zu gerathe», »nd in Folge dessen würden die traurigsten Borg-ngi und schwcre Strafen sich ereignen. Es Ist das Militärstrafwesen so häufig angefochten wordcn, daß Ich es durchaus für praktisch erachten muß, wenn man für den Land- stürm ein besonderes militärische« Strafgesetz gäbe. E« müsse« dabei die Verhältnisse der älteren gereisterea Männer unbedingt ii'« Ange gefaßt werben. Eine Menge da» MIlitirstrafwesen betreffende Fälle habe ich Ge- legcnh-it gehabt, in ausführlicherer Weise In. der vorige» Sesfion v»rzu- Tnhren und das Berhältviß»er strammen Disziplin zu besprechen. Be. «User Gelegenheit ging ich auf Thatsachen ein, z. B.»nf»ic Ässaire»e» «olbateu Platlncr. Damals wurde mir hier au» dem Reichslage heran« zugerufen:„Die Säte ist den Gerichten unterbreitet, e» wird Recht gc> Iprochen werden, und Diejenigen, welche Soldaten martern,»erden»er- uttheilt werden." Nun, meine Herreu, wir haben gesehen, wa« für gericht« iiche Berhandlmigen damals erfolgt fi«d. Die betreffenden Persönlichkeiten, welche augenscheinlich den Mann mißhandelt, ja zu Tobe wißhandelt haben, stud später sriigesproche» worden. E« Hot steh eine der schwärzesten Seite» «t« MilitärstraswesenZ dort enthüllt. Und ich«eine, daß gerade in dem jwrliegenden Felle, wo ei fich um ältere Lente handelt, die an« ihren Ärgerlichen Kreisen plötzlich heranSgeriffei werden und in dm Kampf zu- J*" uiüsse«, mildere Gesetze nöthig find, al» e» die jetzige Diizlplwar- Ä!«u«ig und die gewöhnlichen Militarstrafgesetze stud. Ich tzabc ab« uitter- on»'' e'Rtn �vtrag zu stellen,«eilc»erwendet werde,»der doch our Im aaßcrordentlicheu ijolle einer Berfokgvng. Wir laden e« ja In dem letzten Kriege erfahre», w-lcher Massenmord, Weiche« Elend entsteht und welche Roth in den F» Milien der damaligen Lanowehrl-ute herrschte. Jetzt würde fich die« alle? auch aus die Familien der Landwehrleute übertragen. Ich erinnere an die Laudwchrdivlston Kummer, welche Metz zu belagern hatte und die fürchter- lichsten Verluste erlitt. Wäre c» nun möglich, den Landsturm-btuso zu verwenden, und würde die„giälljmde" Politik, welche jetzt von Seiten der Regierung betrieben w rd und in deren Folge bald da» denlsche Volk auf mehreren Fronten fich wird schlagen müssen,(Heiterkeit) ihren bisherigen Verlauf»elter nehmen, so würde man balv genug dazu kommen, Land- stnrmleute außerhalb der LandeSgrenzen zur Belagerung von Festungen zu verwenden, und»D hätten nicht blas dasselbe Glend, welche« bisher die Familien de« arbeitend?« Volke« traf, sondern auch noch ein weit größere«. Es entstände eine Roth, wie wir sie jetzt noch gar nicht berechnen können, indem e» fich dann um alle jene Leute bis zum 42. Lebensjahre handelt, die verheirathet find und ausgehoben werden. Ich will hier mich nicht länger über die Sache verbreiten. E» liegen die Thatsachen sj klar am Tage, und sie sind scholl so häufig Innerhalb der BollSlrcise besprochen worden, daß eZ gänzlich unnöthig wäre, ste hier be- sonder« zu spezialifire!!, vor Allem, da ich weiß, daß die MajoritälSoerhält- niflc gegenwärtig im R-lchStaze so gestaltet sind, daß Alles durchgeht, wa» die Regierung fordert. Ich habe nur deshalb das Wort ergriffen, um hier zn konstatiren. daß, wenn in künftigen Zeiten Fälle von Härle bei Handdabnvg der Disziplin und der Militärstratgesetze gegen die Laudstarm- Pflichtigen vorfallen, und ebenso, wenn eine Masse voll älteren Leuten an« dem Volke, von Familienvätern auf dem Schlachifelbe blutin muß, wir Social- Demokraten e» nicht gewesen sind, die zu dieser RZstnng-pokitik und zu dieser GcsetzeSbestimmuug die Hände gegeben haben. Wir Social- Demokraten wollen Frieden unb Bölleroerbrüberung,»der nicht den Massenmord und nicht das massenhafte Elend, welche« durch den Krieg In die Arbeiterkrcisc hineingetragen wird. Die PetitionSkommIsston de« deutschen Reichstage» berielh gestern eine Petition de«(bekanntlich in Haft bifiadlichen) Schriftsteller und Reich«- tagSadgeo dsetca Most, welche dahin geht: 1) ein Gesetz zu erlassen, wegen Behandlung der p-litischin Gefnugenen, 2) dahin zu wiekev, daß eine An- Wendung einer angemessenen Behandlung erfolge für solche Gefangene, welche .im Strafgefäaznlß am Plötzensre dctinirt sind. Die Kommifston bcschlvß: Im Hinblick ans die bevorstehen»- Birathung der Strafprozeßordnung die Petition durch Bcrmittelung de« RcichSiogavräfldenIen an die Jnstizkom- Mission zu überwcifeu, daneben auch dem Reichakanzler Keontniß von der« selben zu geben, mit der Aussoreerung, dahin zu wirken, daß in denjenigen Bunbcsstaäten, in welchen die Strafoollstrccknng und da« Gesängnißweseu bis»ng nicht turch Gesetz geregelt Ist, insbesondere im Königreich Preußen, von den BundeSregi-rungeu schtennigst der Strafvollzug unb da» Gesänz- uißwcstn In einer Weise geordnet wird, daß dadurch der Vollznz»er Stra- sc«, namentlich der Gefängn ßstrafe im Sinne de« Sttafgesetzbuche?, ins- besondere de? tz IS desselben, sicher gestellt»erben. Ferner wurde hierzu noch ein Zusatz angenommen, daß der§ 23 dir Jnsiruklion vom 24. No». 1837, der Jnstlz-Mwlstcrialerlaß vom 2t. Nov. 1351 und der Z 37 der Hausordnung für da« Strofgcsängniß bei Berlin als m t dem§ 16 Absatz 2 des Strafgesetzbuchc« In Widerspruch stehend beseitigt werden. �Glauchau, 11. Jan.(Versammlung.) Am S. di«. fand hicrsclb eine gemeinschaftliche Versammlung der Mitglieder de« Allg. deutsch. Ärb.- verein« und de« social demokratischen Volksvereins statt, mit der Tage»- »«dnnng:„Die Vereinigung der social»emokeatischen Arbeiterparteien." Herr Mclhorn legte in einem längeren Vortrage den Nutzen der verein!- gung klar, und da stch die Mitglieder beider Parteien im Sinn- der Ber- rinignng aussprachen,«ardc eine Resolution, die eine Bereinigung der bei- den Ardeltrrsraktionrn besürworlete, einstimmig angenommen. G. SchwerdtNcr. Berlin, 12. Januar.(Prozesse) Heute waren die Parteigcuosscu Henicke vnd Heiter aus Charloltenburg vor dem Kammergcricht, ange- klagt wegen Bergehen gegen dg« BereinSgesetz u. s. w., erschleuen. In erster Instanz war Henicke zu 20 Thlr. Geldstrafe vcrnrtheilt, al» Leiter eines Zw-Igveriin», und Heiter wnrdc freigesprochen, der in Bremen»omi- zilirtc Ällg. deatsch. Ar».-Vcreln fll» Charlottenburg aber nicht geschlossen. Die Staatsanwaltschaft appelliitc gegen diese« Erkcnntniß und verlangte, daß Henicki mit höherer Haft bestraft«erde, ebenso Heiter nicht straflos ausgehe« dürfe und der verein grschlosscu werden solle. Der GcrichtSb» entschied sich silr einen neue« Termin. K. Dictzmann. Bcrli», 13. Januar.(Berhaftu«».) Parteigenosse Albert BStt- cher«nrde am hnttigcn Tag- in feiner Wohnung verhaftet, um eine drei- monatliche Strafe, di- er sich in Folge einer während der letzten Reichs- tagswahl gehaltenen Rede im Anhaltischen zngczogen hatte, zn verbüßen. A u r i n. DiiffrlhStf, 5 Jan.(Prozesse.) Unser Parteigenosse W. G»ie» wurde am 6. Mai wegen einer Tellersammluug, die er am 21. Dezember 1873 in einer Versammlung»»»genommen, i« der Appellkammer freige- sprachen. Den 16. Oktober 1874 wurde derselbe wiederum zu 3 Thaleru Geldbuße vcrmth-ilt in Folge einer anderen Tellers ammlung. Hiergegen wurbe Berufung eingelegt»nd ist Grie» in der Appellkammer am 23. Dez. freigcsprochcu Km 27. November stan» er abermal» wegen einer Teller- snmmlnng vor»cm Pollzeigericht z» Oplcdcn. Dieser Termin Ist auf»eu 7. Januar verschoben.— Auf den 13. Januar 137S zu der äfsentllchen Sitzung de» königlichen Laubgerichi« zu Düss-lborf(Zuchtpollz-ikammer) flu» unsere Partcigcaosscn Wilhelm Grie« u«» Carl Schäfer wieder vorge- laden: angeklagt, in einer Bolktversammlung vom 8. Noaember gege' die Polizei Tdatsacheu öffentlich behauptet zu haben, die dieselbe verächtlich machen sollen. Mit focial-demokrattschem Gruß Albert Werner. Frankfurt a. W.. 13 Jan(Polizeiliche«.) Am 13. ds». wurde Unterzeichneter mit einem Schriftstück folgenden Inhalt« beehrt:„Nach- dem durch die staitgehabteil Ermitteluvgeu al« festgestellt zu erachte«: a.»aß die sogenannte Frankfurter Mitgliedschaft de» zu Bremen domizillr- ten»llg.»citsch. Arb.-Vcrem« ein sildstfiändigcr Verein»st; b.»aß»ieser Verein al« ein polilischer zu betrachten ist; c. daß Verbinbungeu desselben mit andereu verel»cn gleicher Art zu gemeinsamen Zwecken stattgesundeu haben, so wird auf Grund de»§ 8 Absatz 2 der verordunng über die Ber- hüluug eine« die gesetzliche Freiheit nud Ordnung gefährbendeu MIßtrauchc» de» Versammlung«- ua» VerciuigungSrcchte« vom 11. März 1850»ie vor- läufige Schließung de» Verein« hiermit polizeilich angeordnet. Zugleich wird auf die Strafbestimumug im§ 16 Absatz 2 der voraugcführtcu Ber- »rdunna hingewiesen, wonach die Bethelligung au einem auch nur vorläufig geschlossenen Berein mit Geldbuße von 5 bi« bO Thaleru ober Äesäagnig von 8 Tagen bi« zu 3 Monaten bestraft wird. Die Berhaudluugen find an die königliche Staatsanwillschaft abgegetcu worden, von welcher da» Weitere zu erwarte» Ist. Der Polizeiprasideut: Hergeuhahn."— Aehu- liche« erführe« auch mehrere Bevollmächtigte der Gcwerkschafte«. H. Prinz. Frankfurt a. M., 13. Jan.(Borlänflge Vereln»schließung.) Heute Morgen erhleil ich von der hie�c» Polizeibehörde die Verfügung, daß die hicfige Mitgliedschaft de«»Ig. Tischler-(Schreiner) verein» wegen Zuwiderhandlung de« st 8 de«?creiu«gesetzes vorläufig polizeilich geschlossen ist. Hermann Beyer. Wald, 25. Dez.(Tod eine» brabeu Parteigenosse».) Ber- flosseueu Sonntag starb zu H»hue»hau» unser älteste» Parteimttglied Gnst. Peter» im Aller von 34 Jahren. Die deutsche Arbeiterbe«-gung hat In ihm einen ihrer thatkräftizsten Mitkämpfer verloren. Sein Anbeikeu wird uns ein Sporn sein, f-stzuhalte» au unserer gerechten Sache trotz aller Schwierigkeiten und Bcrsolguuge«. Gnst. Luchtenberg. Hambnrz, 11. Januar.(Allg. deulsch. Töpferverelu.) Kollegen, Brüberl Bereit» ein halbe» Jahr lieoen wir hier im Kampfe. Dn'ch die Maßregelungen einiger Kapitalisteo wurden vorigen Sommer»atze 306 Arbeiter auf die Siraße geworfen, aber nicht nach dem Wille« uusercr Arbeitgeber alci», sondern weil diese glaubten, dem Berel»„Bauhütte" Folge leisten zu müsse». Hier in Hamburg werden die ArdeitSauSschlüsse nicht aa» ökonomischen, sonbern direkt au« politische» Gründen provozirt, wie e» ein Cir'nlar der„Bauhütte" beweist. Arbeiter Deuts» land«, mit welchen ntebrigen Mitteln gegen uns angekämpft wird, iß ka»m»och glaubbat. Schon im Sommer 1373 versuchte man,»Ie Maurer undZim- merer mit Maßregelungen zu beglücken. Die« gelang den Herren aber nicht, und s» suchte man fich dieses Mal eine kleinere Korporation, und zwar die unsere, au«. Aber auch hier ist-» bi« jetzt den Herreu»Icht gelungen, über uu« zu trimnphiren, und wirb die„Bauhütte" auch an uu» sich ihre Hörner abstoßen, sofern nr« die Hamburger Korporationen mit derselben Sympathie zur Seite stehen, wie sie e« bisher gethan haben. Doch, wir apprlliren nicht an die Arbeiter Hambnrg« allein, sondern au alle Arbeiter, soweit die deutsche Zunge klingt. Bergcßt nicht, in allen Euren Bcrsanim- luugcn d:S oben A.igesührte den Arbeitern zn sagen,»amit eS unseren Herren Arbeftgebern niwt geliugt, einen Sieg zu seiern, trotz der loloflalen Agitation, die sie aus'» Nene wiederum betreiben. W c uns hier berichtet wird, find schon wieder verschiedene Städte mit Anftufen tapezlrt, worin den Ardeitern große Bersprechnugen gemacht werden. Arbeiter Dentschland», könnten wir überall zu Euch reden, fast unglaubliche Thatsachen würden wir Euch sagen, die gegen uns in dieser Zeit unternommen find. Darum er« suchen wir Euch, haktet überall den Zuzug streng von hier fer», denn noch einige Wochen und der Sieg ist unser! Unser- Herberge,- sowie Arbeit?« nachwclscbureau bcfin-et sich große Rosenstraßc 37 bei Herrn Hübner. Etwaige Gelder und Unterstützungen find zu senden an H. Falle, eben« daselbst. Da« Tomilö der ausgeschlossenen Töpfer zu Hambnrg-Altona. Thomas Müuzer. (Fortsetzung.) Ich verheiße euch große Ehre und Ruhm: hier wird den Anfang nehmen die erneuerte apostolische Kirche und ausgehen in alle Welt. Die Kirche bete nicht eines stummen Äott an, sondern den lebenden an» redenden. So ich lügen werde in dem lebendi- gen Worte Gottes, welches heute hervorgeht aus meinem Munde, so will ich de? Jeremias Last tragen nn» stelle mich selbst dar, mich zu übergeben den Schmerzen d-S gegenwärtigen und des ewigen Todes." EZ gehörte Math dazu, fich mit diesem Tvue, dessen Milde« steS im Boranstehenden im wörtlichen Auszug enthalten ist, mitten in ein fremd-s Laad, in eine große Stadt, unter eine längst wie- der mächtig gewordene Geistlichkeit hineinzustellen. Münzer ist ganz Jüngling, de? Alles sich zutrauende, unbedenklich wagende Jüngling; er hat nichts für sich, als fich selbst, sciueu Glanbeu an seine Sendung und seine Ueberzeugung, daß eS au der Zeit sei. Äber eö mißlang ihm, in Böhmen Raum nnd Anhang zu gewinnen; er wurde unter Bewachung gestellt und mußte daS Land verlasse». Er ließ fich dadurch weder sei«e» Glauben an fich, uoch au seinen Beruf verkümmern. Bloßer Ehrgeiz jugendlichen LeichtfiuaS wäre entmuthigt worden, als er die oroßen Schwierigkeiten sah. Aber eS war Münzern ein Ernst damit, die Welt zu bessern; er dachte ohne Schrecken an die Dornenkrone der Volkserlöser. Er war derer, wie er eS am Ende seiner Prager Ankündigung auch sagte, für daS, was er als seinen Beruf in fich trug, mnthig mit seinem Leben einznstehrn; und er hat eS bewiesen. Er wurde Prediger in Allstedt in Thüringen, gegen daS Ende deS JahreS 1522. Hier ließ er beim Gottesdienste AlleS ohne Unterschied in deutscher, verständlicher Sprache verrichten; nicht mehr bloS die anS dem Zusammenhang gerissenen Evangelien nud Episteln, sondern alle bibltscheu Bücher sollten vorgelesen und darüber gepredigt werden. Von EiSlebcn, MannSfeld, Sanger- Hansen, von Fcaukcnhausen, Querfurt, Halle, AscherSleben, von anderen Orten liefen die Leute Müizern zu nach Allstedt, ihn predigen zn hören. ES war wie eine Wallfahrt. Dem Volke gefielen die scharfen Lektionen, die er der Geist- lichkeit und den weltlichen Herren gab. Er ging schrittweise vor- wärtS und wurde Schritt um Schritt vorwärts getrieben. Seine Reden waren voll Gedanken, wie sie I. I. Rousseau und die Sprecher und Führer der franzöfifchen Revolution auf- gefaßt, ausgebildet und steh damit berühmt gemacht haben. Müuzer eilte auch mit seinen religiösen Ansichten, nicht nur mit seinen politischen, um drei Jahrhunderte voraus. Als er sah, daß seiue Anffordernugcn au die Fürsten bei diesen keinen Anklang fanden, wandte er sich mit um so stärkeren Ermunterungen an daS Volk, sich selbst zu heefen. Die Kraft des Wortes suchte er durch Vereine zn stärken. Schon hatte er ein: geheime Gesellschaft zu Nüstedt errichtet, die sich mit feicr« ltchem Eide verbindlich machte, mit einander zu arbeite» und daS neue Reich GotteS, das Reich brüderlicher Gleichheit, Freiheit und Lauterkeit zu begründen. Ja der Wiederherstellung der nr- sprünglichen Gleichheit, in der Rückführvng der christlichen Kirche zu ihrem Ursprung, wie er eS nannte, sah er die einzige Rettung der Menschheit. Alle», was„Christo sein Regiment verderbt", AlleS, was daS Volk in'S EUad zu stürzen und darin zu erhal- te», zusammengewirkt Hab», Herren, Priester und die Despotie deS BachfiaveuS, alle« Hemmende sollte hinweggethan werden; alle deutsche« Völker, olle Christen sollten in den Band gezogen, zum gemeinsamen Kampfe eingeladen werden, die Christinheit gleich, sich und die Welt frei zn machen. Selbst die Fürsten und Herren sollten von dieser Einladung nicht ausgeschlossen sein. Man sollte sie brüderlich erinnern. Rar wenn sie fich weigern, in den Bund zu treten nud Bürger deS neuen GotteSreicheS zu werden, sollten sie vertrieben oder getödtet werden. Alle Dinge sollten gemein sein, die Arbeit wie die Güter; es sollte davon an'Jeden nach Nothdnrft und Gelegenheit anSgetheilt werden. Diesen Bund auszubreiten, sandte Münzer vertraute Boten nach allen Gegenden Deutschlands aus, die in der Stille für sei- neu Zweck wirkten. Z» gleicher Zeit ließ er eine Reihe scharfer Schriften im Druck ausgehen; er hielt fich dazu einen eigenen Drucker zu Eilenbnrz. Dadurch«nd durch feine häufigen Pre- digten breitete fich seine Lehre nuter dem gemeinen Mann immer mehr. Sein Thema war fast stets dasselbe: die Rothweudigkeit, dem Volke die Freiheit auf Erden zu erkämpfe«. Seine Predigt auf der Kanzel«ie in seinen Schriften war nicht sowohl Religion, als vielmehr Politik mit religiösem Ueberwurf, die Verkündigung einer»cueo bürgerlich-glücklichea Zeit, der nahen Erfüllung der alt-«nd neutestamentlichen Weissagungen, wo keine Tyrannen, kcine Frohnen, keine lobte Buchstabenreligion, keine Prtesterkaecht- schaft mehr sein, alles Kastenwesen aufhören, Kirche nud Staat in dem Reiche der Freie» und Heiligtn ganz aufgehen und das wahre Priesterthum, daS de« ganzen Menschengeschlecht«, anheben werde. Diese Zustände in alle Wege, mit Wort und That, her- beizvführen, machte er Jedem zur GewissenSsache. (Fortsetzung folgt.) Leimrsthk» legen, um damit Vögel zu fangen, ist ja bekanntlich gesetzlich ver- boten; dock giebt es noch eine Art von Leimruth eulcgw, welch» nicht verboten ist, und die, wenn richtig angewandt, schon manch» mal hübsche Resultate geliefert hat. So legte kürzlich die„Germania" der herrschenden Partei olche Ruthen, und siehe da, der Erfolg war ein ziemlich güusti- ger zu uenneo, denn sie fing ans denselben nicht» mehr und nicht» weniger al» zwei Hauptvögel und noch dazu theilweiS„offiziöse" »er herrschenden Partei, nämlich die„Norddentsche Allgemeine" und»ie„Post". Der Fall scheint nn» deshalb wichtig genng, um ihn«useren Lesern �mitzuth eilen, weil er wieder«inen erkleck- lijen Beitrag zur Cbarakteristik der„sufehlbartn� W-iSheit der offiziöseu Vreff« liefere. Der Fall ist folgruder: Die„Germama" polemistrt be- kanntlich seil dem Bestehe» der„Maigesetze" fartwähreni gege» dieselben und hauptsächlich gegen die Art u»d Weise, wie diesel» ben hie und da gegen.ie katholische Geistlichkeit gehaudhabt wer- den, ob mit Recht oder Unrecht, wolle» wir hier nicht weiter er- örtern, den» dann würde eS fich zeigen, daß wir mit beiden Par- teien nicht einverstanden find. Der letzte Fall, gegen den die„Germania" zu Felde zog, betraf einen katholischen Pfarrer, NamenS Dr. Thanisch in Linz, der in einem anderen Airchensprengel, als dem seinen, eine Gast- rolle gegeben hatte und deshalb von den Behörden, auf Grund der Maigesetze, zur Verantwortung gezogen wurde wegen amtS- widriger geistlicher Haudthirnngen. Die„Germania" glanbte un», diese Anwendung der Mai- gesetze seitens der Behörden fei nicht richtig, denn dann müsic ja jeder Geistliche, der selbst nach Vorschrift der Maigesetze angestellt sei, wolle er einmal auf Wunsch oder Einladung einer andere» E-meinde, als derjeuigea, wo er angestellt, eine Gastpredigl hal- teo, hierzu erst dir Erlaubniß der BeHorde» einholen, und diese V-rpflichtaug könne Niemand in den Maigesetze» finden wollen, der überhaupt dieselben begriffe» habe. Die liberale Press« bestritt die Ansicht der„Germania" und die„Norddeutsche Allgemeine" und die„Post" sandea sogar, duz d-e Behörden in dem angegebenen Fall vollkommen Recht gehandelt hätten. Nan sind aber bekanntlich die Maigesetze für die gesammte Geistlichkeit im„dentscheu Reich" maßgebend, nicht Ni.r für die katholische allein. Einige Z.lt darauf erzählte die„Germania" denselben Fall von einem protestantischen Pfarrer, NamenS Disselhoff anS Kaisers- Werth, und die„Norddeutsche Allgemeine" nnd„Post" hatten nichts Eiligeres zu thuo, als in diesem Falle, wo eS fich am einen protestantischen Pfarrer handelte, zu behaupten, daS sei Un- recht, und sie verlangten sogar, daß den betreffenden Behörden ein Verweis ertheilt würde. Damit hatten sie sich ihr Urtheil selbst gesprochen, denn nun erklärte die„Germania", der Fall mit dem protestantischen Pfarrer sei von ihr fiagirt worden und jeder aufmerksame Leser hätte daS merken müssen; es sei einfach eine„Leimrnthe" gewesen und die„Norddeutsche Allgemeine" und „Post" seien die gefangenen Vögel. Jetzt natürlich versuchten die beiden genannten offiziösen Zeitungen auf alle mögliche Weise, den Kopf anS der Schlinge zu ziehen, jedoch vergeblich. Sie haben wieder einmal deutlich gezeigt, welchen Begriff sie vom Recht haben, wie sie den Satz auffassen:„Gleiches Recht für Allel" Wir wollen dem nichts weiter hinzufügen; wir glaubt», unsere Leser werden selbst die Qaintcsseaz anS dem Ganzen mit leichter Mühe herausfinden. EiuS nur wollen wir noch erwäh- »en: Zur Zeit der letzte» Wahlperiode versuchte es auch ein Gegner in emer Versammlung im achten schleswig-holsteinischen Wahlkreis, wo unser Kandidat einen Vortrag hielt, unS, die Social-Demokrateu, als Vogelfänger hinzustellen, die das Volk, den Arbeiter, mit den gelegten Leimrothen fangen wollten, selbst aber immer den Gesetzen gegenüber(natürlich die sogenannten Führer) fich möglichst ia'S Dickicht zu verbergen suchten. Derselbe wurde damals von uns gründlich he mgcleuchtet, indem wir ihm bewiesen, daß wir noch immer, sowohl dem Volke, wie den Gesetzen un» der Regierung gegenüber, mit offenem Visir gek»wvfl hätten, die herrschende Partei aber immer im Gegeatheil noch versucht habe, unter der MaSke der Volksfreuvd- lichkeit dasselbe zu tänjipiu, waS tea« nach leider nur allzu hän- sig gelungen sei und noch heute hin und wieder gelinge. Hoffentlich wird durch unsere unausgesetzte Agitation bald eS keiner Partei mehr möglich fein, unter eiser Henchlermaske daS Volk zu ködern. Wir aber sagen ganz gern, wo eS fich darum handelt, ein- mal die liberale, sowie überhaupt alle reaktionäre Pateien gründ- lich auf die Leimrathen zu locken, da werden auch wir uns nicht scheuen, einmal den Vogelfänger zu macheu. R— w. | Ittit-Saf ttnt" o. s. Ist i» der Wassirtdorstr»ße-Ine„gerencherte vätefi;d)t|QBoIuna" etabii.t, wie die um Haue angebrachlc Firma be- sag:. Sin Sprachverständigcr hatte aua wohl den„gereucherteo Seefisch- Händler" auf den Schnitzer aufmerksam gemacht, und man entschloß fich, wenigstens»ie Orthographie de» ersten Morles zu berichtigen. Der damit beanstragte Maler entledigte fich feiner Aufgabe in der Weife, daß jetzt zu lesen steht?„gäreucherte Seefischhandinng". Berichtigung. In der letzten Abrechnung der tingegangener. Ge- maßregelten,-lder pr. Dezember muß es statt Sezeberg von ZImmcrleuten 1 M 20 H 7 M. 20 Pf. heiße». Es war dies, ebenfalls-!n Druck- fehler. Mit Gruß Vat r. *(Eine W eiuprobc auf Commuualkosten.) Der„Eff. Ztg." schreibt man van Hörbe bei Dartmunb: Seit einigen Tagen flüstert mau sich hier ein Curiasum zu, das eben seiner Eizenthümlichleit wegen wenig Glauben finden wollte. Jetzt aber, nachdem der Thatbestand zweifellos ge- worden ist, spricht man offen darüber und erzählt tu, mit den üblichen Kommentaren versehen, als ein Eurlasmu, wie c» vielleicht uur hier vor- kommen kann. Wie wir au» dem Munde de» Bctheiligten gehört haben, verhält fich die Sache lo, und e» wäre schade, wenn sie der Oeffeutlichkcic entzogen würde. Der hiesige Bürgermeister, Herr Dr. Mafcher, zitlrt einen Wirth vor sich, um ihm zu bedruleu, daß die auf seiner Weinkarte aufgeführten Weine viel zu theuer seien und er die Preise reduzireu müsse u. f.». worauf der betreffende Wirth die Antwort gab,»aß ja Niemand gezwungen sei, seine Weine zu trwten, und wem sie zu lheuer wären, der möge fit gehen lassen ze.— Hiermit glaubte der W! lh die Sache als abgethan, allein er irrte fich. Nlcht lange darauf erscheint u ie uem Harfe der hiesige Palizclwachtmeister und v rlangt die Heraus gäbe einer Flasche von allen in seinem Borrath besindlich-n W-insartcn. Der Wirth b-oeutet ihm, daß er diese zwar haben könne, allein,«ie fich von selbst verstehe, gegen Bczoh- lung, und bemerke weiter, daß wenn die Weine au» seinem Hanse abgeholt würoen, der Preis Pia Flasche, je nach Bcrhältniß der Sarrcn, e-wao billiger sei, well er für Bedienung, Licht:c., wenn der Wein in seinem Hause g-iranken würde, auch etwa» h«dea müsse. Hieraus werdeu nun voll sämmt- uchea Sorien, als»a waren Ehampagner, Sherry, Malaga, Tolayer n. s. w., so wie die verschiedenen Weiß- und Rothweine nach dem Rathhause trans- portltt, vm*0« der Probe zu unterliegen, wobei selbstredend wich ein Sachverständiger hinzuqezogcn wurde. Wie nun daS Ur keil der Kenner und Richtkenncr ausgefallen ist, können wir mit Bestimmtheit nicht sagen,' dar- auf kommt cl am E«de auch nicht au, nur da« Hörtin wir von einem der Herren Prcitrichtcr selbst, daß man die erstgenannten Welnsortcn an« dem Grunde unberührt gelassen babe, weil sie fich zu dieser Probe nicht für kom- Petent erachteten.— Ader nun kommt daS Beste. Der Wirth will sein Geld Im Betrage von 16 Thlr. 18 Sgr haben, und«öS geschieht? Mau dörc und staune: er erhält seine Rechnung mit der Anweisung aus die Cammunaltasse und den Unterschriften»an mchrereu Magistratsmitgllrdern versehen zurück, in Folge dessen diese denn auch die Zahlung für diese Wcinprobcn leistete. Ueber den Zweck dieses eigenthllmlichen Verfahren« zlrknlirm nun verschiedene LiSarten. Die Einen meinen, diese Weine soll- ten al» Arqaivalkur für daS hiesige Krankinhaus dienen, in welchem ein Dienstmädchen de» WIrtheS einige Tage gepflegt worden war, Andere je- doch meinen, diese» Manöver fei deshalb gemacht, um al» Mittel zum Zweck wegen der KonzesfionSentzledung zu dieum, uu» wieder Andere meinen, was auch den meisten Glauben findet, der Magistrat gehe mit dem Plaue um, gleich Bremen eiuen Rathskeller anzalcg-u, um die städlisch-u Finanzen, die mit jedem Tage heiterer werdeu, ans den Damm zu bringen, und da könne man In Rücksicht hierauf nur mit Kleinem anfangen. Was ouscrc Herren Stadtverordneten hierzu sagen werdeu,«ena ihnen dieser Wcluprobcposteu, der doch wohl nicht gnt unter Bureaakostcn gebracht werden kann,»ur Ge- nehmigung vorgelegt, so wie auch die königliche Regierung, welcher diese Angelegenheit unterbreitet werden wird, werden wir später sehen. *(Zur Volksverdummung) Al»«In Beitrag zu den pfäsfischcu, da» Boll verdummenden Umtriebe» in Sachsen schreibt ein Arzt aus Dr««- den: Al» ich iu dem Dorfe B.... g der Oberlaufitz im März 137-t eine Frau an de» Packen behandelte, gesell e fich unberufener Weise auch eine fich bei der Herrschaft de» Dorfes aufhaltende graue Schwester zu der Kranken. Eine» Tage» besuchte ich die Kranke ungewöhnlich srü» und fand auf dem Tische elu Fläschchen,»esseu Etikette„Gasser von Lourde«" be- zeichnete. Fragend, woher dasselbe sei, erhielt ich zur Autwort: ,,B»n der grauen Schwester, mit der Berfichcruug, daß es unbedingt, eßlöffelwelse genommen, helfen werde." Leider half e« nicht, dcun nach zwei Tagen starb die Kranke. *(Kostbare Firmenanküudigung in Berliu.) Gleich der be- kannte»„klcillgehauellra Holzhandlung", der„reiteudeo Artil- Drscksehlrrbcrrchtlgung. Ja der Rundschau der letzteu Num- mer ist in dem Absatz,»elcher von den AiteutatSpläaen haudelt, anstatt polnischer L-ndjunfer— zu lesen: Pommers cher Landjuuker. Briefkafit«». Folgende SnnoncendepoiS find erschöpft: Cassel— Meiir. Hamburg Doosc, Tischler. Frankfurt a. Vi.— Prinz. Berlin— Söhnen, Sattler. — Harbarg— Lampcl. Rothenburgsort— Gatow. Töthen— Schiede- »itz. Brandenburg— Aluuklich. Um gefällige Erneuerung ersucht Die Expedition. Wandsbeck- Die Annonce, den Ball der„Arbeiterpartei" bitreffcnd, konnten wir nicht aufnehmen, weil kein Geld dabei war. Barmen: Annonce für Freitag zu spät ctngelroffen. Hahn, Frankfurt a. M. Annonce(Schuhmacherversammlung) traf für die Mittwoch, uummcr zu spät ein; Freitag, nummer uunütz. Buchhop, Harburg. Freiexemplare werde" zur Erleichterung resp. Aufmunterung der«olportag- gesandt; desekte Exemplar- brauchen Sie von der Post nicht anzunehineu. Die Expedition. j Ich wohne: Kl-sterftraße 6 in Stuttgart. Sebastian Trunk, Bevollm. Nach Redaktionsschluß elugegengeu. *(Höllenmaschiuc iu Berlin.) So eben erhalten wir von einem unserer Mitarbeiter noch folgende höchst interessante Mitthc ilun g. In de, verflossenen Nacht kam ich aus einem Wirthshaufe in der Nähe der Linden, und um mich nach Hause zu degebeu. wandt: ich mich der Wilhelm»- straßc zu. Bor mir sah ich eiuen»ohlbeleibteu Herrn mit etwa» schwan- kendcm Gange, der heftig mit seinem Spazierst»-: gestikulirte und wilde, verworrene Worte vor fich hiusprach. Ec bog in die WuhelmSstraßc ein, al« ich beim Schein der Laterne in Ihm ben bekannten offiziösen Literaten ..... n erkannte. Nun sollte Ich Zeuge einer gewaltigen, grauen- haften Scene werden. Bor uu« fuhr langsam ein großer, grauer mit schweren Eiseustangiu geschlosseuer Wagen; der Fahrer war iu eine» dicken Mantel gehüllt und hatte eine polnische Pelzmütze tief über die Ohren gezoz-n. Den Wagen umschweblcu zwei menschliche Wesen, von denen mau m der Entfernung nicht bestimmen konnte, welchem Geschlechtc sie angehör- ten. D.r Offiziöse blieb plötzlich stehen, schnupperte In der Luft herum, blickte heißen, gierigen Blicke, auf den dllstern Wagen und dessen düstere Begleitung und murmelte:„ES ist möglich, e« ist möglich— Höllen- Maschine, Orsiuibombeu— was Teufel, er hält ja vor der Wohnung des Fürsten Bismarck! Da muß schleausge Rettung gebracht werde», selbst «eav ich darüber zu Srullde gehe. Man ueant un« Osfiziöse immer feig; ich werde dem sitzt cutg-genirereu, und ewiger Ru m wird mir leuchten, selbst wen» ich Vau lausen» Dynamitkugcln zerrissen niederfiuke, wenn ich den Fürsten gerettet habe."— Nach diesem geistvollen Mauologc stürzt »er elwa« stark angeäthette Offiziöse die ihm wohl bekannten Stufen am Palais Bismarck herauf und reißt wie ein S-Hnstauigcr eiligst an der Nachtglsckc— im selben Augenblicke öffnet sich aber die Thür, sinid ein Handkurcht im auswärtigen Amt, der den ihm bekannten herannahen» den Wagen gehört hatte, tritt mit zwei gefüllteu Eimern hervor und er« schrickt dergestalt vor dem in Wein, Schweiß und Aufregung gebadesi» Literaten,»er immer nur flamm, lt:„Lebt Bismarck noch?", daß er ihm einen der Sütel über seine UnauSsprechl chen schüttet, den andern aber den bei dem Wage» dieustthu»den„Damen" reicht, worauf der Inhalt schlcu- »igst in den Wagen verschwindet und dieser ruhig weiter fährt Ich breche iu ein homerische« Gelächter au», in Folge dessen denn auch meiu Offiziöser soweit ernüchtert wurde, daß er fich zunächst die Nase zu- hielt, da er jetzt anfing zu merken, daß der Dust der Maselblum- sich von dem de» Berliner Eau de Tologne doch sehr wisentlich unterscheide. Sich mit der Hand vor den Kopf schlagend, trollte er jetzt weiter, immer vor fich hinmurmclnd:„Moselblümchen", Höllenmaschine, Bismarck, Tdsnhrwageu — verdammt ich int Wirldschaft." Annoncen. STinvItn Sonntag, 17. Januar, -OtlUlU Vorm. 10 Vn Uhr, im Saale Saphienstr. 15, Große Volksversammlung. Tagesordnung: Berathuug über eiuen zu grllndindeu Berein in Berlin. Referent: Der Unterzeichnete. E» ist ernste Pflicht aller Parteigenossen Berlins, welche» die Sache de» Socialismu« am Herze» liegt, Iu dieser Blrsammluug zu erscheiuen. Jmimauu hat freien Zutritt. _«. Bäthke.[3,20] Berlin. Oeffe»tttche Bersammlungeu: Souoabruö. lö. Ja».. AdendS 8i Uhr, im Oratwetl'sche» Lokale, Sommandauten- straße 77—79.(Oberer Saal.) Referent: ReichStagSabgeordueter O. Reimer. Branatoib, de» 16 Jan., Ab. 81 Übt. Im Peukuhu'schen Lokale, Köpnlckerst». 19S, früher 172(am Schlefischeu Thore). Referent: A. Kapell. Ticustag,»en 1». Jan., Abends Uhr, bei Gölte!, Andrea» straße 26. Ref.: H. Rödiger au» Schleswig. Jedermann hat freien Zutritt. Für zahlreichen Besuch»er Bersammlung muß gesorgt werden._[3,40] Versammluuge« des Berliner ZimmeMrbsudes: Montag, de» 18. Januar, AomdS 8 Uhr, bei Bogel, Alcxanderstraße 31. Bortrag»es Herrn Ringmann II. Dienstag, de»>». Jan., Abends 8 Uhr, bei TarinS, Prinzenstr. 72(oberer Saal). Bonrag de« Herrn A. Kapell. In beiden Versammlungen Verschiedenes und Fragekesteu. Ausgabe der neuesten Nummer d.„Pionier". Um zahlreiche« Erscheinen ersucht _______ Otto Kapell.[2,80] Berliner Maurer-Buud. -veffentlicke Versammlung Montag, 18. Jan., Ab-nds 8 Uhr. bei Hrn. Lieber. Elsaffcrstr. 14/15. Mittwoch,»eu 20 Ja»> Ad-udS 8 Uhr, im Lokale de» Hrn. Turins, Prinzenstr. 72, Geschlossene Bundesversammlung. T.-O.: 1) Vortrag von Hr.rn Wittstock. 2) BundeSongelegenheiteu. 3) Berschiedene«. Ersuche einen Jeden, zu erscheinen. Neue Mitglieder werden aufgenommen.[2,60] ________ W lh. Lauge. 9« Mühleudamm««.[2,50] I. A. Hölluer's Hamburger Laden empfiehlt den Herren Bauhandwerkern echte Englischlederanzflge in allen Farben zu de» billigsten Preisen; auf Verlangen»ach Maß. Newlitt Mittwoch, den 2 Jan., «öcluu. AdeudS 8 llbr. bei Bogel, Alcxauderstr. 31, Geschloffeue Mitglieder-Generalversammluug des Putzer-Clubs. TageSordu.: Vortrag be« Herr» A. Kapell über: Politisch und Nlchtpolilisch. Besprechung de» neuen Lohutarif«. Sehr wichtige BeretnSangelegenhelteu. F. Bluxck.[2,20] Alle Mann müssen am Platze sein. Den Mitgliedern des Putzerclubs zeige Ich hiermit an, daß unser Mitglied C. Bogt am 14. ds«. verstorben istumd am Sonutag Vormittag, um 10 Nhr, vom Obduktious Gebäude(TharitS), Eingang Philippstr, beerdigt wird, uud er- suche um rege Theiluahme. F.«lnnck.[1,60] O�ao-Itn Montag, sc» 18. Jauuar, -CrciilU. Abend« 8 Uhr, inGratwell'SLokal, Kommandantenstr.?? /79, Ordentliche Generalversammlung der freien Kranken- und Begräbmfjkasse der Schuhmacher und Berussgenossen. T.-O.: Jährlicher Kassenbericht. Vorstandswahl. Innere Angelegenhelteu. Frage- kasien.___ Der Borstand.[1,80] Verlin. Montag,»r, 18. Jan., AdcudS 8'»hr, Im Heisse'scheu Lokale, LandSbergerstraße 15, Ouartalversammluug der Mitglieder der Böttchergestllen-Kra»keiikasse. T.-O.: Kassenbericht uud Borstandswahl. Um zahlr. Erscheinen bittet der Borst.[1,40] Hamburg.'iHSifS,"1 in Tütge'» Salon, Balentiustamp 41, Große Volksversamml. TageSordn.! Da« neu geschaffene Schied»« gericht iu»er Bürgerschaft. Die Antwort aus d'e Supplik vom Senat. Referenten: Die Herreu Hartmaun, Auer .md Gelb. Köster.[2,00] Hamburg. NN-vS ü& im Salon zum Roland, 1. Jakobsstraße 19, «eschl. Mitglieder-Versammluug des Korbmacher-Sundes �amb.-Altona-Ottenfen. Tag-.Sordn.: Wichtige Angelegenheiten. Alle Mitglieder müssen am Platze sein. __ H. Möller.[2,00] Eimsbüttel.*»■ im Lokale de« Herrn Fromheln, Geschl. MitgUeder»Versa««l»»g deS Nllgem. deutschen Arbeiter-BereiuS. Der Wichtigkeil halber muß Jeder erschei- neu. Th. Walkerling.[1,40] Hamburg. in Klett's GesellschaftSgartcu, Maxstraße 48, Concert und Ball, deS Social-demokkatischell Arbeiter- BereiuS. Festrede gehalten von Hrn. W. Liebknecht. Karten im Borau» 45 Pf. Kassenprei» 60 Pf. Dam u frei. Um zahlreiche Betheiligmig ersucht _ Da» F-ficomite.[3,00] Hamburg. bei Kruse, Spitalerstr. 65, Versammlung der Kranken-Unterstntzungskasse des AAgrm. deutscheu Gipser-Vereins, Lade Nr.»s». T.-O.: Blerteljährllche Abrechnung. Um zahlreiche« Erscheine» ersncht Der Borstand.[2,00] Hamburg. bei Herrn Ohl» Spttalcrstraße 18, OeffentUche Versammlung der Ätrastenbauarbeiter. I. A.: H. Schwemm.[1,20] Lbnrnkttrz, Dsaarrsta», 21 Jan., Vamourg.«beut» 7\ Uhr. im Lokale de« Herr» Ohl, Spitalerstr. 18, Oesseutltche Versammlung des Allg. d. Bau- uud Erdarbeiter- Bereius. TageSordn.: Der Kampf um die Mcffchen- rechte. Referenten: Die Herren Scholz und H-I-ke._ F. Hein«.[2,00] Altona,"""d den 18. Jann.t, «dcadö 7 Uhr, In Koppelmauu'« Salon, Grones Concert und Ball. Da» Fest ist arrangirt von den Schuh- machern Altona'«. Verschiedene Liedertafeln haben ihre Mitwirkung zugesagt; komische Borträge find ebenfalls vertreten. Der Ueber- fchuß von diesem Feste ist für die Gemäß« regelten bestimmt.— Karten für einen Herrn nebst Dame find an»en belannten B-rkaufS- stellen für 4 Schill, zu haben. Kasseupreis 6 Schill. Der Vorstand.[3,00] Montag, den 18. Jan., VKlNeN. AbrndS 84 Uhr. in der„Tonhalle", Volksversammlung. T.-O.: Da« neue L ndsturmgeletz. Ref.: Herr Frick. Der Bevvllm.[l.40]