Nr. 12. Dies- Zeitung erscheint dreima wöchentlich, und zwar: Dienstag», Donnerstag» und Sonnabends Weud». A0onuc«le»!s-?reisi Für Berlin incl. Bringcrlohn vierteljährlich pfae- numeracdo 1 Rin. 95 Pj., monatlich 65 Pf., ein» zelnf Nummern 10 Pf; bei den Postämtern in Deutschland incl. Berlin 1 Rur 60 Pf., frei in'« Hau» 2 Mark. Lreuzband-Abonnement» pro Quartal u. Eremplar: Für Deutschland unv Oesterreich 3 Rm.— Pf. - Niederlande und Belgien.3- 60« » England und Frankreich.4« 50« • Amerika(Berein. Staaten) 5- 50- Bestellungen aus Kreuzband-Abonnements find nur -bei der Expedition aufzugeben und müssen prae- numerando gezahlt werden. Berlin, Mittwoch, den 27. Januar 1875. Neuer 5. Jahrgang EigenthUM der Laffalleaner. »edaktion und Erpedillon: N«rN«, Oranienstraße Nr. 8, 80. Bestellungen werden bei allen Postämtern, in Berlin bei der Expedition, sowie bei jedem Spedi- teur entgegengenommen. Inserat«' (nur in her �wedition aufzugeben) werden pro fünsgespaltene �"ttzeile mit � Pf. berechnet. VersammlunaSaunoncr..' benannte Petitzerle oder deren Raum 20 Pf. Reklame-Anzeigen werden nicht ausgenommen. Au uufsre Abounente« und Leser. Der erste Monat des ncueu Quartals neigt sich sei- neill Ende, und ersuchen wir daher Diejenigen, die auf die noch kommenden zwei Monate des Quartals abon- niren wollen, dies schleunigst zu thun. Jede Postanstalt in Deutschland, sowie alle Spe- ditenre unseres Blattes, nehmen Bestellungen entgegen. Preis pro 2 Monat bei der Post 1,07 Mark, oder 1 Mark 7 Pf. Die Redaktion und Expedition. Anhalt. Dir AvdcitSkrisiS. Potitrsetz« �Übersicht! Äu» dem diatschen ReichS.age.— Fa- brikantcuhumantlär— Vi: Social-Demotratle tu Stlb.cn.— Eine so« cialistlschc Disputation.— Zur Cparaktcrlstil de» deutsch cn PostwestU«. BiZmaict nud oie..G-rmaui,.— Die Birllncr„Boliszciiung".— „Boucgroiihumaultäl— Der Tilfttcr Bürger- und Bauernsreund. Deutscher Kutturkampfkalcnder. Korrespondenzen i Alr-nhllgen.— Bockenheim.— Höchst a. M.— Halle.— Hamburg. Eine Sccue auö einem Versailler Kriegsgericht no>� der Eommnn« von Paris. Wie die Bourgeoisie das Volk bildet. Die Negcrfrage in den Vereinigt-" Ttaatcu. Trotz aUedem!(Eedlchr.) Sprechsaal. ÄerniifchteS. Feuilleton: Zur Geschichte der Mythologie.— Am Me-uSprand. Die ArbeitskrifiS np- ß.,,','_, r'"P u v.v«♦tvvuvt, gsi«. ®ta,.ht ommen und sich von den socialistischen Lehren abwen- �cn würd-n; bei diesem Jubel aber merken sie nicht, daß die Ar- beuer, durch den Hunzer gezwuuge?, thcilweise nur scheinbar nach- geben, aber od dieser HaugerSlyrauuei mrnnSloschischen Hau geaeu die Kapiralmacht einsaugen. Der Kampf zwischen Kapital mii Arbeit wird jj durch solche Krisen nur geschärft und die Geqen- satze fpriugen auch dem Blödesten in'S Auge. Bei der nächsten Gelegenheit schon wird die Arbeitkkrast Revanche o ehrneu; aber auch jetzt stählte fich dieselbe schon dadurch, daß m ruhiger Weise die Träger derselb-n auf die Mit- tel und Wege aufmerksam gemacht werden, durch welche tnb«3W* fe« ArbettSkraft befreit werden wird..- Wenn wir aber die Motive des unserer Kapilalan- betir, uuserer modernen lOt-'-.r-.l über die Erscheinungen der zegeuwärtlgen K-»."»-rerachteu, so müsse» wir gestehen, dak>i- selben«»«[laß von Rohheit sind, welche-v-uwurde »cradezu in'S Geficht schlägt. D-S Kapital, als leidet geg-nwärtig, da es sich nicht so stark wie verwehrt� daZ wäre also ein Grund zur Trauer für d>«»upitalaabeter und deunnch jubelt er. Die Ardeiter �ungern mit Weib und Kind, sie befiudeu fich in greuzeuloser Roth, die sich täglich noch steigert; der Kapitulanbeter, der fort- während von Humanität und Menschenwürde spricht, jnbilt über dies Elend. Kapital und Arbeitskraft befinden fich in wildem Kampfe; her Kapitalaubeter, der zugleich ein Anbeter der„Har- mouiclehre" ist, müßte au derselben verzweifeln und in Trauer ....... �„ �, fich versenken, und trotzdem jubelt er.. in Deutschland iümmt.mm.r größere D-mensionen an; auS allen- � Kan bkft Erscheinungen erklär--?- Nur auS Teilen de? Landes kommen Nachrich en von Aro-iterentlassuugen doden losen Hasse, den der»upitalanbeter auf den Social*. mw Herad rücken der Lohne. So sehen wir, daß segenwartig � Es ime:. alle niederen Gefinumizen«u das Kapital weit über das normale Maß hinaus den Druck auf �.�erwart.gste Heß gepaart mit Egoismus und die die Arbeitskraft aaSüdt. Und noch immer wagt man zu sprelyen- �l,r�t»i v.» r Wohl weiß der Kapitalanbeter, daß durch die Ausbreitung des Socialismus der Kampf zn Bansten der Arbeit meist ent- schieden wird, deshalb der Haß, deshalb die F»rcht;>oshl weiß er, daß solche Plänklergefechte im großen Kampfe, wie sie in Form von Erriuguvg höherer Löhne, oder aber ArdeitSeNtlassanxen und Herabdrücken des Lohnes vorkommen, auf die Entscheidung der Hauptschlacht keine sonderliche Einwirkung haben, und doch diese Bosheit gegen dt» Trager der Arbeitskraft, doch der Jabel über ihren Hunger. Man wirft den Social-Demokraten immer niedere Leiden- fchafleu vor; man spricht von ihren Bestrebungen, dem reinen Materialismus Vorschub zu leisten— dem ist aber bekanntlich nicht so.— Aber wenn es auch wahr wäre, so wäre der durch die Gemeinsamkeit gepflegte Materialismus immer noch eine höchst achtangSwerthe Erscheiaung dem jetzigen EgoiSmuS gegenüber, der fich in der Freude über feiner Mitmenschen momentanes Elend in solcher herzlosen, unmenschlichen Weise öüßert. Die jttzige KristS, der jetzige Hunger ist die Reaktion, welche gegenüber den leichtfertigen StrikeS entstanden ist,— so ruft auch daS Reptil, die„Magdeburgifche Zeitung", und merkt dabei nicht, wie fie ihren früheren Anschannugeu in daS Geficht ben, in welchem fie ein Stiafgericht erblicken dafür, daß die Ar- schlägt, da sie doch jetzt den Kampf des KapitllS der Arbeitskraft beiter in den letzten Jahren durch höhere Lohnforderungen und' gezenüber dokumeutirt. durch ArbkitSzeilvermiuderung bestrebt gewesen find, von der Ka» Wir find, trotzdem die joclattjiifchen™ii1.,,Quuugen dur~i wiche pilalmacht einigt Vorlheile zu erringen. � j ökonomischen Ereignisse rmmer mehr Boden gewinnen, �nicht erfreut Sie jubeln, weil ste meinen, daß„nunmehr die Arbeiter zur'*l- At funimpnü*«•*>» 04» _,------„.~ vt)«.VMW über die KrifiZ, über den Hanger, da wir der Menschlichkeit einen Tribut zu entrichten gewohnt find; von Nutzen ist die KrifiS aber insoweit, daß fie die HenchlermaSken unseren Gegnern vom Gesicht zieht, daß sie unwiderruflich feststellt, wie gerecht der Kampf der Ärbeit gegen daS Kapi.al ist, um endlich der tausend« jährigen Kuechtschaft zn entrinne». Daß der Kampf ein siegreicher sein wird, dürste um so un- zweifelhafter sein, weil ans der einen Seite Lüg-, Heuchelei und Inhumanität, wie oben nachgewiesen ist, stehen, auf der andere» Seite aber die Wahrheit u-d die Menschlichkeit. Dolitiflbe Aeberficht. von dem Frieden, welch:? zwischen dem Kapital und oer Arbeit herrsche und auch herrschen müsse. Die Harmouicapostel merken gar nicht, daß fich die beiden Kriegsmächte nicht einen Pfifferling um ihr FriedeuSgeflote be- kümmern; das Kapital nimmt jeden Moment wahr, von der Ar- beitSkraft das Letzte auszupressen, die Arbeitskraft aber sucht immer und immer wieder sich von der Kapitalherrschast zu b-freieu. Jedenfalls aber sucht fit die Ketten z« lockeru uud fich freiere Bewegung im Kampfe zu schaffen. Nun triumphiren allerdings die Kapitalanbeter gegenwärtig; wenngleich das Kapital unter der KristS ebenfalls leidet, da seine Vermehrung in'S Stocke» geratheu ist, so hält es doch mit eisernem Griffe die Arb'.itSkraft gefangen und dtktirt ihr die Be- diogungen. Ueberall wird der Lohn, der schon seit Jahresfrist gesunken war, um ein Viertel, bis zur Hälfte reduzirt; Überall werden durch die KristS die Arbeiter zu Taufenden auf das Pflaster geworfen, Überall zeigt sich die Kapitalmacht, mit der großen Huagerp-itsche auf die Truppen der Arbeitskraft eiuhaueud. Trotzdem nun auch, wie schon oben beuurkt, die Kapitalmacht selbst etwas leidet, trmmphhen aber die Anbeter derselben uud jubeln laut über daS in die Arbeiterwelt hereingebrochene Verder- Zur Geschichte der Mythologie. (Fvrisehung nid Schluß.) Das Christenthnm. Nicht kann eS nnsere Aufgabe fein, daS Cyristenthum in oll feinen THeilcn-wer Kritik und Vergleichoug mit der geschilderte» Mythologie zu unterziehen. Wir schenken uosern Lesern doS Zu- trauen, daß fie genugsam hie Erkenntniß befitzm, in wieweit die htrrschende Religion berechtigt ist, Anspruch zu erheben ans grö- ßere Achtung, als die Verehrer des Buddha K. K., ob das Christenthum ein moralisches Recht hat, stolz zu sein auf die Herrschaft über alle jene Gebilde des WahueS. Unser Urtheil— wir verfichern, daß eS leidenschaftslos ge- geben ist und fich stützt auf unabweisbare Thatfacheu— kann demnach ein allgemeines fein; eS soll fich beschränken auf die Fundamentalsätze und wird deshalb sich kurz zusammeufassen lassen. Zuerst die Frage:„Was unterscheidet daS Christenthum von »iuer der von unS schon geschilderten Religionen?"— Antwort: „Die Zeit und der Name, in welchem die Jahrhunderte hindurch die schamlosesten, empörendsten Gränel an der Menschheit ovll- bracht wurden I" Oder wären die Scheiterhaufen der Inquisition »twa deshalb nicht schändlicher, wie der glühende Baal,— weil „Diener Christi" und Herren„von Gottes Gnaden" fich an den Qualen der Opfer„zur Ehre Gottes" weideten!? Sind solche Diener Christi, wenn fit mit roatinirter Niedertracht das besser» Gefühl im Menschen, das Gefühl der eigenen Würde, ertödten, weniger verächtlich, wie die perfifchen Magier? WaS au Mehr. bildang und M-hrwiss-u heute in der Welt ist, kommt nicht auf Rechnung der bisherigen geistlichen Herrschaft, mochte fie für den Katholizismus von Rom aus»der für den Protestantismus von anderen Orten auS geführt werden. Nar den unabweisbarsten, nothweudigsten Ansprüchen auf eine etwaS mehr geistig» Bildung des Volkes haben Beide, der Katholizismus wie der ProtestautiS- "ins, von jeher genügt, gedrängt vem Zeitgeiste, der wurzelt in den materiellen Verhältnissen und religiösen Wahn fich»nterthäuig macht, wenn er ihn nicht gänzlich beseitigen kann. DaS Letztere ist jedoch nur dann der Fall, wiNu eS, wie heute aokommt auf die gänzliche Abschaffung alles PrivileginmS. So lange noch ein solch:» im Hintergründe steht, um, wenn eS' hervorgetreten ist, auf's Neue einen Th-il der Menschheit in Abhängigkeit zu vrin- gen, so lange kau» von keiner Abfchaffaug deS religiösen WahneS irgend welcher Art die Rtde fein. Die Bourgeoisie machte sich, nachdem fie daS Prinzip Ihrer Kapitalherrschaft zur Geltung ge- bracht, da» Priesterthum, die Religion zu Ratze, verbündete sich mit jedem Dimer Gottes, wenn er nur jenes Prinzip, das die Ausbeutung deS Mensche» durch den Menschen in höchster Potenz bedeutet, auerkannte. Denn zum Dulden als Sclave gehört ein Sclaveufinn, der nicht besser genährt«erden kann, wie mit dem Hinweis auf die„unwiderrufliche, göttliche Wellordnung" mag gleich ans dem Grldfack, wie auS der Büchse der Paodora, un- endliche Jammer, daS gräßlichste Elend, ein Heer von Plagen fich verbreiten, mag gleich das grinsende Gespenst d-S HungerS millionenfach drohen und den Fluch herabschlendern auf di» ge- priesene Ordnung! Sie ist da, sie besteht, diese„Ordnung", weshalb also sollte sie nicht„göttlich sein, da doch jede andere Ordnung vor ihr„göttlich" war? Ihr christlichen GlaubeuShelden, bitte, saget unS doch, hat Eaer Gott all-S daS, waS Ihr göttlich nennt, selbst erfunden, und weShalb kam er doch so spät erst zum Borschein, um Euch mit der Erkenntniß zn begaben, daß All», die vorher nicht au ihn glaubten,„Gottlose" waren, während fie doch ein ganzes Heer von Göttern hatten?.Aber allerdings, Ihr begreift in Gott Euren Glauben; di»ftr ist Alle», weiß AlleS und behauptet All-S, was dem Lirstande unerforfchlich ist uud in daS Bereich der Wirklichkeit nicht gehört. DaS ist der Punkt, ja» die christ- U-ber die-&f.rU.7..uilr ichreist die 55-...-,-. o1«.' folgendermaßen:„Die ForifchrittSpartei hat heute wieder eines Rückzug angetreten, indem ste trotz ihres großen Lamento'S, welches fie in thun Preßorganen übir die Bestimmun. gen deS LandstnimgefetzeS anstimmen ließ, auS höhereu politischen Rücksichten für die Annahm? deS Gesetzes durch den Abg. Duncker plaidiren ließ. Die beiden Redner, welche gegen den entschei« d enden§ 5 deS Gesetzes, wonach der Landsturm in avßirg:wöhn. licheu Fällen auch in die Lau»wehr eingestellt werden kann, Front machten, de� dem Ceutrnm angehörige Abgeordnete v. Adelebsen, ehemaliger Flügeladjataut d-S Königs von Hannover, und Lieb. knecht wurden vom Plenum unaufhörlich in ihren Reden über« schrieea. Präsident v. Forckenbeck beobachtete bei den AuSführun- gen Liebknecht'» diejenige Moxime seine» ÄmlSoorzängerS Sin forr, welcher wegen feines bekannte» Streites mit dem Abg. Be- brl vom Reichstag dkSavosirt wurde und damals fein Präsiden- teuamt niederlegte. Die AesZerung Liebknecht'», daß da» Volk kein Vertrauen zum Reichstag habe, veranlaßt- Herrn v. Forcken- deck, über Liebknecht den OrduungSraf zu verhängen. DaS Cm« tram beantragte namentliche Abstimmung über das Landsturmge« setz, welches mit 198 gegen 81 Stimmen angenommen wurde. Wie«in Manu stimmten die Natiooal-Liberalen und di» in den letzten Zügen liegende Fortschrittspartei für daS Gesetz, einige Mitglieder der Fortschrittspartei, unter ihnen die Abgeordneten Engen Richter, ParrifiuS, v. Sauckeu.Julievfelde, Zimmermann, Banks und Eysoldt, verließen vor der Abstimmang das Haus und halten nicht, wie daS einzige Mitglied ihrer Fraktion, der württembergische Abg. Schwarz, die Courage, öffentlich ihr Bo« tum gegen da» Landsturmzesetz abzugeben. Di» Minorität setzte sich zusammen auS dem Centram, den Eisäffera, Polen, Social« Demokraten und dem Abg. Sonuemann." Js einer der letzte» Sitzungen deS deutschen Rtichötagtö fand eine Polendcbatte statt, in welcher ein Ausdruck des polni» schen Führers aufgefallen ist. Derselbe sazte nämlich, daß die Polen keinerlei Hoffnungen mehr auf Deutschland setzten und so- mit den Blick nach Osten, das heißt nach Rußland, wenden würben. CS ist jedenfalls ein höchst bezeichnendes Wort, welches Deutschland noch unter Rußland zu stellen versucht. Im Uebri- gen können wir aber solche Anschauungen von Sei en der Polen Trimurti oder die christliche Dreifaltigkeit, Vater, Sohn und hei- liger Geist, die schöne Machebamä, de» Buddha Matter zur ueuuten Verkörperung deS Wischua, oder die Jaugfrau Maria, di- das fleischgeDordene Wort gebar, die persischen DewataS, die Geister des guten Prinzips oder die christlichen Engel und Erz- enge!, die persischen DewS mit dem bösen Ahriman an der Spitze, oder die christlichen Teufel mit Lnzifcr, da? nordische MuSpel«■ heim, der ewig- Flammenpfuhl der chrichstlicheu Hölle oder de» Fegefeuers, die nordischen Hrymthusseu oder der christliche Anti- christ,— der uordlsche Weltuntergang, Raguarokr, oder daS christliche jüngste Gericht, daS griechische Eiysium oder der christ. liche Himmel, daS ChaoS deS nordischen Alfadur oder das Chao» deS christlichen GotteS, woraus er di» Weit in sechs Tagen schassen, der Zorn und der Blitz deS GriechengotteS Jupiter eitr der Zorn uud der Blitz deS christlichen GotteS, vieler ander' Sagen gar nicht zu gedenken. Ein wesentlicher Unterschied nicht zu finden,— alle christlichen Vorstellungen lösen fich im Uebernatürlichen auf, sprechen der Natur der Ding» Hohn, indem mit ihnen der Geist gezwungen werden soll. „Das ist gottlos gefchrieben", werden die Herren im schwur«- zen Rock sagen,,— allerdings gottlos; aber wir denken, ver. uünftig uud leicht begreiflich, gemäß den Offenbarungen der Thai« fachen an» Natnr uud Geschichte. Wer da sagt, daß Lbernatür« liche Vorstellungen notb, wendig seien zur Befriedigung deS Innern, der beweist, daß er weit entfernt steht, von der Erkenntniß seiner Würde, oder er ist ein Heuchler, dem der Glaube Brod und Bortheil bedeutet.— Von dem Augenblicke an, wo di- Er« kenwtniß der Menschenwürde allgemein geworden, wird ein Jeder die höchste Befriedigung darin finden, feiner Würde gemäß leben zr. können, ohr.» einem Anderen zu schaden. ! Kein grinsendes Gespenst wird daS Bett des Sterbeudea » umschleichen, wenn er gelernt hat, fich Eins zn fühlen mit der .--.>---„v— m...... Mt dem Be« liche Mythologie anfangt, wie jede andere. b.stimm-ndm Natur. Mit dem b»- .chm,Ä KS SÄ"w i«ÄS-e« h.b..,.«.. u-»»»"«H Bcattlfen, d-i uukrci ErachtmS»cb« Dwtschlaad«och land ibuco bctfm wirb. Durch«gtne Kraft burch frtih-i.- "«Vi-.-. aV.ir lännea bte Polen ihr- National, tat vor Uot-'-aana bewahrm.. �. Fabrikhumanität.— Der„demskratische" Htrc Ludwig t hat den Lohn iu s-iuiv Nähmafchimvfabnk zu Berlin um »Ct. herabgesetzi. Ja Folie desseu legten 200 seiner Ar- c bie Arbeit nieder, jedenfalls von dem Gedanken geleitet, Hunger ohne Arbeit nicht so schlimm ist, als Hunger bei b-r rft. Man steht aber, daß, wo die Frage um das Mein uub n eintritt, die bürgerlichen Demokraten nichts besser sind, als servative und liberale Fabrikanten. Der socialistische„«rbeiterfreuno« in Agram bringt unS lg ende Mittheilung zur social-bemokratischen Bewegung in S«, tjn. 8c schreibt:„Die sociale Bewegaug in Serbien geht ras» voi Wirts. Schon in, Jahre 1871 erschien in Kragujevac ein socialistischeS Blatt,„Radnik'(der Arbeiter) betitelt, welches wegen seiner offenen Sprache und»uerschrockenen Haltung von der Regierung bald unterdrückt und der Redakteur besselbm ein. gesperrt wurde. Hierauf erschien„Javnost"(die Oeffentlichkeit), welche dasselbe Schicksal erfuhr. Nach längerer Pause rührte fich die sociale Partei iu Serbien wieder und kämpfte im„Rad" (die Arbeit) für die Berbreitung der socialistischen Prinzipien. Nun wirb aber auch ein zweites socialistischeS Blatt unter dem Titel„OSlobodjenje", die Befreiung, erscheiuen. Redakteur die- se» neuen BlatteS ist der erprobte vud tüchtige serbische Socialist Svetozar Markooic, Mitarbeiter am unterdrückten„Radnik" und „Javuost". Kaum aus dem Gesäugnisse heraus, wo er S Monate abzufitzeu hatte, beginnt er von Nenem den Kampf um die Gleich- berechtigung. Tin veaer Beweis, daß sich die Ideen d-S SocialiS- muS trotz Schloß und Riegel nicht unterdrücken lassen. Die socia» lifiische Partei in Serbien vermehrt fich bedeutenb und hat K der National Bersammlung bald ein Drittel Stimmen." * Ja StUttgalt hat ein Agent der inneren Misfloo, Pastor Schuster, in riaer öffentlichen Bers-mmlung eineu Vortrag üb-r haS Thema gehalten: Was virlauge» die SooW-Demokraten? Natürlich wimmelte derselbe von falschen Nuffassangen, v-r,.ra�>» Schmähungen«ud Drohungen. Die Socialisten Stuttgarts waren am Platze, und eS mewr»o»„S�mb. CorreSpond�. daß tisuen mit erneuten Lrüfteu forije�m. � i..z, Frommen besser befiuuen und rüsten sollen, ehe sie Oel iu'S Feuer gössen, daS sie nun zu lösche» weniger als vorher im Stande sein werden. Der„Hamb. CorreSpoudent", der doch so gern die„gebildeten" Pastoren anruft gegen die Social-Demvkraten, ist jetzt gegen»inen derselben sehr uvfleuvdiich, weil er keinen Er- folg hatte. So wird eS dem Blatte noch oft gehen, da eS gerade d-n HimmelSvertröstcrn wohl nie gelingen wird, die Lehren der Soäal-Demokratie wirksam zu b.kämpfen. * Die Postbehörde hält sehr streng darauf, daß daS Ptt- blikam die neu eingeführten Worte bei Absendung von Briefen auch gebraucht; so heißt eS anstatt: rekommandirt nunmehr: ein. geschrieben. Am 20.». M. sandten wir eiam solchen eiuge. schriebenen Brief ab, erhalten einen Post.EinlieferuugSschein und finden auf demselben noch immer den Stempel: Recommau- dirt.— Jedenfalls ist daS sehr bezeichnend für die Behörde selbst. * Der verantwortliche Redakteur der„Germania" ist iu 14 verschiedenen Fällen der Beleidigung dcS Fürsten Bismarck angeklagt, 14 Strafavträge hat genauvter Herr demnach stellen müssen. Die Beleidigungen werden am 9. Februar verhandelt und sollen fich sämwtltch auf den Kallmaon'schen Vorfall be- ziehen. * Der„BolkszeitlMg" wird aus Paderborn folgende etwas wunderliche Notiz geschrieben: „Zur Kompletirung der vock Ihnen pablizirteo, dem Herrn Bischof Kourad zugestellten Dekrete, Ukase, Liebesbriefe v. f. w. überseube ich zum Tröste und zur Beruhigung gewisser Herren, sowie zur Erheiterung der„Schwarzen" Jhneu nachstehe.be» jedenfalls nicht uninteressantes Schriftstück, welches dem Oberhirten kurz vor der gewaltsamen Abführung zur Festung Wesel behän- bigt wurde. EntlassnugSscheiu. Der unten figualistrte Bischof Dr. Konrad Martin aoS Paderborn ist wegen gesetzwidriger Ucbertraguvg geistlicher Aemter zu s-chS Wo�lu Ärfäcguiß und achtzehu Aschen H, st verartheilt, Usch �erbügunz dieser sämmtlichen Strafe» heute der bish-riz-n. Haft eatlasseu und wird angewi-fen, bieftu Sck.eia sowohl der hicsij-n Polizeibehärbe, als auch bei feiner Rückkehr nach Haufe der Polizeibehörb: feines Wohnorts bei Bermeidang einer aaze. Mtsseuen Gefängnißstrafe vorzuzeigen. Paderborn, den 19. Jsnnar 18-75. KöaiglicheS KrelSzencht, Abtheilanz I. (I.. S) Signalement: 1) Bor- und Zuname w. v. 2) Stand« und Gewerbe w. v. 3) Religion katholisch. 4) Alter 82 Jahr». 5) Größe 5 Fuß K Zoll— Strich rheiul. 6) Haupthaare graa. 7) Bart, ohue. 8) Augenbrauen hellblond. 9) Stirn hoch. 10) Augen graublau. 11) Nase spitz. 12) Mund g, wohnlich. 13) Zähne difekt. 14) Kwu spitz. 15) Gesicht länglich. 16) Ge. fichtSfarbe gesund. 17) Statur gesetzt. 13) Besoader» Kenn- zeichen—. Bezüglich der Gesundheit de» hohe» Herrn, welcher bereits am 20. d. seine zweimonatliche Festungshaft angetreten, darf ich Jhneu mitlheilea, daß diese während der 19 Jahre seiner Vir» .waltuag des bischöflichen Amte» nie eine so vortreffliche unb�aaS- gezeichnete war, als gerade während der 24 Wochen der größten. theils sehr strengen Haft. ES ist daS unzweifelhaft(?) eine Frucht der zahlreichen sehr innigen Gebete, welche von den 7iö> cesaaen, und nicht allein von diesen, tagtäglich zum Thror. deS Allerhöchsten einporgesavdt werden." Kommt eS nicht gerade so vor, als wenn die„Bo�Szeituug" ultramoutan geworden wäre; die Redaktion macht nämlich zu all' die em frommen Oaslm, den ihr Korrespondent ib. schreibt, nicht eint einzige Bemerkung; ste ist. also damit einverstanden. Der freireligiöse Herr Sachs.', Redakteur der„Volb-zeitang", im innig sie» Bund« mit Majankc.— Pfaffen sind Pfaffen. um zu lebe», wird er der Erde fich anvertrauen lassen, am weiter zu leben, als veränderte Substanz. Es giebt ihm kein Jenseits, indem er erkaunt hat, daß es nur eiu einziges Hieuieben, das Reich der Natur, giebt. Wartet uoch eine kleine Weile, und das ChaoS des falschen Wahne«, der Lüge, Heuchelei, Unterdrückung und AnSbeutunr, wird überwoode» sein, eine Menschheit gebärend, deren Religion und Kultur sein wird daS gegenseitige Achten, Lieben und Ber- träne» auf Grund der beiden untheilbaren Gewalten: „Recht und Pflicht." Am Memsstwrt. Horch, welch' mächtiges Rauschen und Brausen zieht herüber vom Wests? Der einsame Wanderer zügelt den eileuden Schritt »ud spähet umher; doch s»welgend ruht ringsum da» graue, zer- rifftat Land, erstarrt unter d'S Winters eifigem Hauch. Da, noch wenige Schritte dea Saudhligri hinaa, und der überraschte Blick irrt auf dem wogeadea Meer. deS Erdball» demantoem Gürtel, der so manche» Geheimniß noch birgt. Lang streckt sich nach recht» und nach liakS, dem Volk der kreischen Möwen zum Wohuplatz, der l„«Imn Düne hügelige Kette, und ganz nahe brandet schaumsprühend öi: salzige Fluth au de» User» schützende Däaime and rollt getheilt in k'riftabe Wirbel zurück, weit, weit zurück, ilS ste fich hebt in gewaltigen Wellen, die, einander verschlingend, znsammea zu fließen schrima mit deS Horizont» aschfarbenem Gewölk. DaS Meer— da» Meer— trügerische», unstäteS Element! Bei seinem Anblick, o Wanderer, vermagst Du zu ahnen die Un. endlichkeit aad ewige Macht der Natur, deren Begriff zu erfassen, vergebens der an Raum und Zeit gefeffelte Berstaud fich bemüht. dg": * W-nn einmal ew Fabrikant-iue humane Seite zeigt, dann jubelt die ganze Presse. Da' ist wohl da» beste Zeichen von der Seltenheit der Fabrikat»' cilhumailität; ste wird von der Presse wie ein wahre» Weltwunber angestaunt. So werden geizen- «artig LobeShymnea gesung'u ans den Maschineasabrikanteu Laaz aa.- M-r�b-im, weil er keine Arbeiter entläßt und die Löhne nicht rednctri. A?;, weun der Fabrikant die Arbeiter nicht drückt, dann verdient er, g werde», dann werde» ihm so» Fack'.lzüge gebracht. Hieran» ze-,». � snUrekt hervor, daß die zruft- � der F-brck»nt°u nicht human»p., � pij Humanität als oefciert wird. Die Herren la-�n können sich somit bei der ble{o schg» ihre Jnter- essen vertntt, oedankcn. * Der Bürger, und Batlernfrcnud, welcher früher tn T-lsst erschien nnd jetzt in Jnsterburg hrrauSzegebm wird, hat an Dr. Lindwurm einen nenen Redaktenr erhalten. Seitdem ist derselbe an» dem demokratischen in daö fortschrittliche Lager ge. gangen und bearbeitet die sociale Frage ganz nach dem Herzen der Herren Schulze, Dauck-r und Hirsch mit obligatem Geschimpfe ans die Social-Demotratie. -. i-tzm nach dir„Frankfnrter Zcitullg" dea Kulturkamp skaleud-r sort. Bom 9. bis 21. Jaauar fanden tu Deatfchland lolscube Äultur- eretgntffi statt:° Hembarg. Der Verstaub b-r Mltgli-bschaft d.« Allg. b.utsch. Ard.. Verein» zu Rübelhctm ist im Gauzeu zu 60 Mark vrxarthetlt und»er«er- ein gcschleffeu»arbea.— JSlne S'r»amiiikimg ber Laabelpartei wurde auf- gelöst.— Kassel. Lehrer Stern, Augehörißer der Renitcutengemeindt, wurde abgefetzt.— Koblenj. DaS Zrchlvalizelgericht»irirtheilte die SorstautS. mitglieber beb h-estgeu katholi'che» Lesivereiu» wegen Uebertretan» be« Ver- ela«p-tutS zu je 75 Mark Bußc. Dagegen wurde die»orlä. fiz erfolgte polizeiliche Schließung de» Verein» asfg-hob-n. Biugen. Nr. 4 des „Bluger»azeig-r«" wurde mit Bifchla, belegt.— Berlin. Social-Demo. trat«. Böttcher verhaftet, um für elue Reichstag, wahlrrde auf 3 Monate in'«»efängnlß gefetzt ,u werben.— Warellbors. Wegen Beschimpfung ber A tkalhollftn in ber„veckumer Zeitung� Kaplan W ßmaun zu 3 Tageu Sesängtltß n,d Rebaktrur Helckmanu zu 15 Thaleru»erurtheilt.— Neu- bürg a. D. Gester» wurde ber Redaktear bi»„Neuesten Nachrichten" im Bräuhause»rriwinmen, uub währeu» er»ou Poltzlfteii a. Ort uab Stelle llberwacht würbe, wurde der Dracker zu eiaem elbllchen Verhör geholt. Haubsuchung gehalten un, fämmtliche v»rgesunbe»c Manuskripte konfiözlrt. Am anderrn Tage wurde ein Pollzeiblcner al,„Schrlftkundig-r" herbtige- zoge» uub nach setieu Aussagen aber die belreffenben Haidschrlften stiid bereiis drei Seistllchc, die da, Blatt geschrieben haben solle», vor den Uuter- suchungsrichter geladeu.— Trzemeschuo. HanSsuchung bei dem WIrth Tre- pinski in Milawa wegen de« geheime» pävftlichen Selegate».— tSrotrka». Weltpriestzr Lorenz au, Trebnitz wird zu 30 Mark verurtheilt.— Wesel. Zwölf Gllstlich- beziehen die Titadelle, um mit 3 Tagen Haft die V-r- lesung eine« bischöflichen Hirtenbriefes zu büßen.— Olpe. Kaufmann S. au» Köln wird»cgen MajcstStSbelelbigun, ,n 3 Monat Festungshaft»er- nrihettt.- Osnabrück. Der Social-Demokral Klute wirb zu 5 Thaler» Seldbuße verurthcllt,»eil er iu einer Rede öffentliche«ngclegenheften er- Unendlich— ewig— nirgends eine Grenze, niemals ein Anfang und Ende? „Steh', Du segelst umsonst, vor Dir Unendlichkeit I Steh', Dn segelst umsonst, Pilger, anch hinter Dir. Senke nieder, Adlergedant', Dein Gefieder. Kühne Seglerin Phantasie, Wirf ein mnthloskS Anker hie!" Dieser rollende Erdball im Universnm, ein winzig Alam, diese Wassermasse daran, wie ein zitterndes Tröpfchen Thau, nud die Millionen Jahre, welche e» zu seiner Bildung bedurfte, Zeit eiseS einzigen PnlSschlageS der Natur I DaS läßt fich begreifen und verstehen; allerdings nicht in blöder Thoren göttlichem Welt- plan, den ein Tropfen des OceanS zu Schande» macht. So klein im nnendlichen Raum und doch fo groß— steter Kampf und doch die schönste Harmonie— eindringlich und un. abläfflg predigend die erhaben» Lehre, daß die Welt sich selbst regiert nach ewigen Gesetzen, deren vornehmste ist, die Harmonie aller Thelle, gegründet auf die Unsterblichkeit der Kraft und de» Stofft», der fortgefttzte Verw-uvluugSprozeß alle» dessen, wa» unsere Sinne wahrzunehmen vermögen. Der veränderte Stoff langst untergegangener und vergisseuer G-schlcchter hastet an onS und umgiebt un» in jedem Element; darin allein offenbart fich die wahrhafte Unsterblichkeit, welche die Religionen de» falschen Wahne» für die Seele in Anspruch nehme». WaS sie durch das Wort„Tod" als da» absolute Nichtsein bezeichnen, daS ist Da« fein in veränderter Form und mit verändertem Ausdruck, ein un. abwendbarer Prozeß im Kreisläufe der Natur. Horche den wehenden Lüften, den plätschernden Welle»; ihre leisesic Bewegung zittert iu ewiger Fortsetzung durch den uueud- lichen Weltraum I Der Hauch deiueS Mundes, der verdunstend! Tropfen auf deiner Stirne, sind Kraft und Stoff, für die es keine Vernichtung giebt. LS eile» die Wogen, fle kommen nud gehen im ewigen öriert.— Münster. Dr. Makler, Acbakltur d ö„Wcstsälisch-n Merkur", würbe wea-n B-leiblznag Bismarck'« zu 3 Mona: Ge'änznlfi b-rnrthiitt. Ja einem späteren Termine vor dem UatersuchuugSrlchler ist er verhaftet woeveu Buchhäadiec Hllff-r 9'bt«'gm PreßvecgehesS auf 2 Monat in dl- K-lirniz.— Dächer,« Pastor Quistorp ist«ezeu Beleidlgnng Bis- n-arck'« von dem KreiSgerlcht zu Anklam zur Uniersuchang z-zogeu; der Minister Fall hat ihm al« Lohn sü' zwei offene Brlrfe in der„Dentsch-a Wacht", daZ Amt eine« Schnlinkpekto:« entzogen.—«Sin. Semclnbc. beamte«erden von der Regierung ausgefvrdert.„eine pslichtgetreue, gewiss-n- hafte Erklörnng darüber abzugeber, ob� st: Mitglieder de« Mainzer Kacho- likcnvereinS oder eine« äußeren verbotene» Vereins" freu.— Zxin. Der katholisckc Geistliche Srminarbireklor«ubvwitz ist seines Amte« en fetzt wor« den.— Posen.— Der Oberprästdent h�e dl- erledigte Pfarrstell: zu Kähme ahuk Zustimmung der bischöflichen Behörde besetzt.— Berlin. Da? Stadt« acricht erkennt auf Uobrauchvormachang eine« PaffaS in der Fwglchrift „Soelaftpolitischc Aphorismen", w-Il durch denselben der NelchSkanzlcr be- lelbigr«cr»c. An Alw. Schuster, Rebakleur de»„Socialist", wird eine Bclridizuüg de« dentichen Kaiser» mit 2 Mouatea Seszugntß geahndet— Posen. Boa der Re, Irrung als DlSziplinargerichtShof wnrdeu 5«iamte de» diistgcn erzbischöflichea SeneralkonststorlllMS zur AmtSentlaffuag»er. urthcllt.— München. Der s»clal>demokc»tische Azita or Oehme geht, welk er Bismarck beleidig,, auf 3 Monate Iu'S Sesäugnlß.— Straßburg. Da Herausgeber der„Bibliographie alsacienno", Paul Ristelhuba, wnrde verhafte,.— Itzehoe. Social-Demokeat C Mayer geht auf 4 Monate In'« S'.sanastß.— Frasifnrt«. M. Sine socialistische Arb-ftavers-mm- luv' i» Bornhrim wurde aufgelöst.— Fulda. Der Laudrath schließt das > Priestasemlnar uud lr,t Beschlag aus da» g-sammt- bi'chöftiche B-rmSa-a. Pfarrer Helfaich vu« Dipperz ist au« dem Gebiet de» deutschen Reiches verwiesen«ordeu.— Paderboin. Da» Kircheavermögen ist mit Beschlag belegt und in staatliche Lerwaltunz genommen worden. Da Geueraloikar» iämaitllche Bik-rlal,assrssoren und geistlich« Subalternbeamtc haben ihre Lemtcr«icdergelegt.— Pos.m. Vom Schwurgericht wurden 2 Personen wegen Aufruhrs uad Widerstand« gegen die bewaffnete Macht bei Gelegen« helt da Einführung de, Propste Kadeczak in Xi»ns zu 1 Jahr, relp. 9 Monat ScsSagniß v-rurth-ilt; 2 wurde- frelgesprschea.— Nakel. Dekan Kiiczin«»»ahaftet wegen vaweizaler Zeuzeuaussage.— K-ft-a. Hau». sachung bei Probst KaklinSki In Glnchow».— Paderborn. Bischof Martin wir, nach Wesel«bgesllhrt,»o er vorläafig s-stg-halten«erdeu soll.— B-rlln. Dem R-st-ur-teur Osth-ereu ist bei Strafe der Konz-ssionzentzie. huug ansgegebru worden, da« Singen der Urbeilermarfeillaisr in>cinem Lokal uichl zu dulden.— Hannover. Der st!lldatret>.nde Rrdsktcue de» „Wahldiatt","nchdruckaeid-fitz-r Jat-b, wir» wegen MaiiitätSbeleidiaunz ;n 3 Monat Gcsänguiß verurtheilt— Kvbleaj. Piarrer Wehn von Nie« Verberg wurde nach öZm-natllcher Haft«nZ dem Äcjängniß entloffen und durch den Genld'irm aus dem Rcgiauugibezirk Koblenz gebracht. Straß' burz. Herr Paul Ristelhnber wird w'gin MajestätSbelelblguug zu 4Si»nat Festung« hast verurtheilt.— Uedesheim. Da» B-rmögen der BilarieMe .st mir Beschlag belegt worden.— München. Her, M»rchu«r, wegen Be« leidiaung d-S deulscheu Kaisers uad de» Fiteste» Bilmarck zu 10 Monaten Gefängnis verurtheilt, wurde heute verhaftet. � Berlin.<23 wurde eme Bersammlnuz anfzelöft uud d-r R-sner, Herr Küster,(Redakteur �de, .N-u-n Sccial-D-m-kral"), verhaftet, jedoch am anderu Tag: freigflafl-N. — Posen Steckbrieflich»erfolgt werben gegenwärtig der Psarradmwistra« tor von Lrßewiki zu Plußnitz, Kr. Knlm, der vikir KeilaßewSki lich ein Klassenkampf, ein Kampf zwischen den Ausgebeuteten und den Ausbeutern, zu nennen. Weil die emanzipirt« Negerrace ihr Stimmrecht nicht im Sinne der Ausbeuter gebrauchte, sondern nur Beamte aus ihrer eigenen Mitte wählte/ um fich dadurch einigermaßen vor der Ausbeutung der weißen LandlordS und Fabrikanten zu schützen, so schlägt man vor, die ganze Na« in einem Territorium oder* in einer Reservation zu iuteruiren, wo ste dann nach Gutdünken{ Gebrauch von ihren bürgerlichen Rechten unter fich machen könn-\ ten. DieS soll ein Radikalmittel zur Aufhebung des Racen«' kamvfcS fein. Mau scheint mithin große Lust zu habev, die Neger, wie; die Ureiitwohner dieses Landes, die Indianer, auf den Aussterbt-' etat zu setzen, um damit den Beweis zn lirfern, daß die kavkafi- l sche Race von Naturgesetzes wegen allein berufen fei, auf der' Welt zu ex. stiren, und um der Veredelung der Arteo ciuea Vor-' fchub zu leisten. Unsere Politiker fiud doch praktische Darwinisten!! Ist daS nicht praktischer, als den Negem daS Stimmrecht zu ent- I ziehen, wie man rS in Chicago den Nichtbefitzendeo thuu will? j Am Eude kommen fie auch auf die Idee, die ganze Arbeiterklasse t ohne Unterschied d-.r Hautfarbe von den Befitzenden abzusondern,- wie der Patriarch Jakob die bunten Sibafe Laban'« von den � weisen gesondert haben soll, ihr dann einen Theil deS LaudeS' als eine große Reservation anzuweisen und daS geschaffene Hüben] und Drüben mit einer chinestschen Mauer abzvgreuzen. Danr wäre ja der Klassen- und Racenkampf beseitigt, vor dem st« so große Angst haben. Der Veredelung der Arten wäre sicherlich damit der größte Dienst geleistet. Die Klasse der Ausbeuter und NichtSthuer würde ewSsterben, da sie nicht im Stande find, fich selbst zu ernähren. Die ganze Spekulation scheint darauf berechnet zu sein, mit dieser Ntgerfrage der immer mehr sich in den Vordergrund drän- geuden socialen Frage die Spitze abzubrechen, vielleicht wieder einen Bürgerkrieg anzufachen, um das Volk von der Hauptsache abzulenken. Die herrschende Klosse weiß ganz gut, daß das Volk im Allgemeinen die jetzigen Zustande nicht mehr ertragen kann, uud da wäre wieder so ein Bürgerkrieg ein gutes AuShülfSmittel für fie. __ DaS Kapital.ist hier ebenso wenig geneigt, auf dem Wege der Reform eine friedliche Lösung der socialen Frage möglich zu machen, wie auderSwo. Für die Hoffnung, seine Herrschaft noch eine Zeit lang aufrecht zu halten, wird eS Alle«, selbst daS Aeußerste aufbieten. Die Schrecken eines Krieges find ihm nichts gegen das rothe Gespenst. Die Jndustriebarone oeS Nordens hattm beim letzten Kriege die Abschaffung der schwarzen Sclaverei auf ihre Fahne geschrie. ben und haben diesem Umstände ihren Sieg zu verdanken. Wenn sie aber jetzt die Abschaffung der schwarzen Race als Feldgefchrei erheben wollen, so werdm fie damit nur ihren Untergang be- schleunigen. Der Geist der Humanität, welcher damals den Nor- den durchwehte und begeisterte, wird fich gegen fie richten. Der weiße Arbeiter steht in dem farbigen Arbeiter einen LeidenSgenoffen, der mit ihm uater ein und demselben Joche der Lohosclaverei seufzt. Er hat, um ihn auS der leiblichen Sclaverei zn befreien, sein Leben in die Schanze geschlagen und wird fich ficher nicht als Werkzeug seiner AvSrottang gebrauchen lassen. Die farbigen Arbeiter wissen ganz zur, wer fie wieder in neue Ketten, die fchwkrer und drückender find, als die alten, geschmiedet hat. ES wird der herrschenden Klasse schwerlich gelingen, die Arbeiter gegeneinander zn Hetzen, denn die Zustände, die fie durch ihre AuSbeutungSsucht über alle Arbeiter verhängt hat, treibt die- selben unaufhaltsam vor die Alternative, gegen den gemeinsamen Feind F4 Personen, wovon 13 Paffagiere(1 geiödtet und 13 verletzt), fcrucr 226 Bahnbedienstete(wovou 10 geiödtet und 185 s verletzy uud 37 sonstige Persomo(wovon 23 getödlet uud 14 verletzt). Bon diu freiwillig den Tod gesucht habcndeu Personea ternnen 11 zitödrct und 4 verletzt. *(Eifcndahiiunglück.) Freitag, den 15. Januar, Nacht?, entgleiste zwifchea Eichow uud. iialau(H elle« Sorancr Bahn) eine leerg-h'ndt Güterzugmafchlue. Da« Unglück erfolgte durch maug�lhafie uud s-dl cht« Schwellen. Der betreffe de Weichensteller hatte schou laugst der Direkiioll .mgczeigt, daß ein Unglück geschehen«erde, aber nie«n- Borkehrung ze« troffen. Wann wird endlich»er Staat diesen Herren etwas wehr auf die Finger sehen? »(Berurtheiluug.) In der Schwurgerichtlsitzung vom 18. Im. � in Posen wurden vou mrr Personen, welche wegen Ausruprs uud Wider« stan&z gegen die bev-ofsnete Macht bei Gelegenheit der Eiusübrurg des Piobst-s Kubeczsk in Zious angeklagt waren, zwei unter Annahme mil« eerndrr Umstände, nud zwar zu ein m Jahre rcfp. zu ueun Mnr.aieu Ge« fängnißstrafe verurtheilt. Die beiden asder-n Angeschuldigten wurden frei« gefprocheu. *(WaS ist ein Prinz Werth?) Ans Paris schreibt man, daß die' Exkaiserin Eugenie eine Anleihe von 90 MPioncn Franken auf den Jim«! gen Prluzen Napoleon IV.(?) anfnehmen lass n will. Wir würde»' für dm Prinzen keine 90 Centimes(Pfennige) gcocn. *(Ein iutcressanchc« Heirathsgesuch) bringt dos Wochenblatt i zu Frankfurt a. O.: Ein anstände« Mädchen, Avfmgg der 20er, B-rmögen 3000 Mark, wünscht fich zu verheiraiheu u. s. w., und al« Schluß: am liebsten an einen Beamten»der Lokomotivführer, der nicht immer zu Hause Ist. *(Mann und Weib sind ein Leib.) Eine hochwichtige Eatschei« dunz habe.", die G richte gefällt, indem fie erklärt haben, daß ein Ehepaar de- xechtigt ist, jedes Theater, jede Ausstellung ,c. Zlllammen zu besuchen, wen» eS im Besitze ein«» Billet« ist» woraus zu lesen steht:„Gü tig für eise Persos."— Zur Beruhigung unserer Theat-rdireklor n wollen wir HInm- süg-n, daß dies« Emscheieung nicht in Deutschland, sondern von.den Ge- richten in Kansa» gefällt wurde. '(Knriosa.) Der DIchicr Burmann(gest. 1805) gab Gedichte heraus, ohne ben Buchstaben„r" darin anzuwenden; ebenso schrieb Jrinaud im Jahre 13l2 in der„Zeitung sü: die clegaute Welt" eine Eriählnng, worin kein r vorkam. Im Jahre 1813 erschien ein Roman von Di. Franz Rittler»wer dem Titel„Die Zwillinge", woranS das r ebeu'all- verdaust war Ayffallend Ist et jedenfalls, daß nach der B-rstcherung eines Reisen« den die Weiber der Tichuk'chru da« r nicht«usspricheu können, nud daß in der Kassernsprache der Buchstabe t gänzlich fihlt. '*(Ein Beitrag zum Kulturkampf.) De:„Restfä'i'chc Merkur" meldit,»aß, nachdem der erste Redakteur Dr. Sning nach verbüßter vier« monatlicher Festungshaft nun»och eine zehamonatliche Gefängnißstrafe zu erstehen habe, der zwellc Rcdaktmr Dr. Winklcr auch Plötzlich verhaftet fei, NM ebenfalls eine vlcrzihumoiiatllchc Gesängnlßstrafe zu»««büßen. *(Gemüthlichc Pr cßzustände.) Der Redakteur der in San« derSvill-, Georgia, erschewenden„Ga>eUi" kündigte in der Nummer seine» Bla't-s vom 23. Dezember seinen Abonnenten an, daß er fich während der WeihvachtSfeiertage einen gehörigen Rausch anzutrinken bcabstchtige, weshalb er die Heraus gab- des Blatte» bl» nach dem 1. Januar elastellen werde. Briefkasten. Anonyme Einsendungen, Anfragen u. s. w. können nicht be« rückstchtigt werden. Ter Maurcrgrs'lle I. H. Kulm aus Altona wird um seine Adresse gebeten. O. Salm, Neuerweg 13, Al!»»». Berlin. vefieuttiche Bersammlssgeu: Dienftast, den 2«. Jan,, Abend?«h Uhr. bei Göttel, AnbreaSstraße 26. Ref.: Der ReichktagSaba. O. Reimer. Donnerstag, 2«. Jan.. AdendS 8i Uhr, bei Hrn. Lieber, Blsasserstr. 14/15. Ref.: H. Rödiger au» Schleswig. Jedermann hat fteien Zutritt. Für zahlreichen Besuch de» Bersammluugen muß gesorgt werben.______[2,40] m�vlrn Donnerstag, d, Ld.Jannar, VeNM.«bend« 8i Udr, bei Schünemanu. Jannowitzbrücke 2, werden zu einer wichtigen Besprechung die Mitglieder der KraukennttierstützungS'asse de« ehem. Unterst-'Berb. riugelad. Girte. sl,2l?) Msvsin Sonntag, 31. Januar, VeNM. Vorm. 10'/- Uhr, bei Herrn Bogel, Alexanderstr. 31, Generalversammlung der Mitglieder der Maurer- Gewerks- Kranken- uud Sterbekasse. TageSorb«.: Letzte Beschlußfassung in Be< treff der GewerkSutenstlle«. Diskussion über die Wohnung de» Rendaute». Erlangung von Korvorattonsrechten Berschiedene». Da» QuItiuazSbuch legiilmirt. di!L. Mitglieder, welche ihr Quittung«- buch in Händen haben, werden ersucht, dasselbe möglichst, schleunig bei der Sasse, Kl. Andreaspr. 6, vorzuzeigen behuf» der alljähr« lichen Sontroliruug. Der Borstand. s1,V0j Olovf ön Mittwoch, den 27. Jan., revven. Abeass 8 Ul-r. in der Converfation am See 35, Gefchl. MitglieSer-Versum-sluAS des Allgem. drulschen Arbeiter-LcrullS. T.-O.: Innere LereinZangelegenhelten. __ B. Nenmann[1,40] Frankfurt a. SRÄS«, Abend« g llhr, im Lokale der Frau Becker. Zeil 47, Allg. Schuhmacher- Versammlung. Tagesordnung: Vortrag. E. Hahn.[1,40] Ich lade hiermit alle Diejenigeb, welche an dea Leseübungen Theil nehmen ivott.n, Donnerstag, den 27. dss.. Ab. 8]l Uhr, in meine Wohnung, Neust. Fuhlintwiete, Platz 70, 1. Hau», 1. Etaze, ein. Köster.[1.00] Deujen'gen, welcher am Sonmag Mo. gen in der Versammlung meinen Schirm mitge« nommen h,t. ersuche hh, denielben in»er obigen Wohnung abzugeben. Köster.[2,00] Rohtabak-Verkauf. Unterzeichnete empfehlen ihr stets gut afiortirteS Lager sämmtl. Sorten roher, amerikanischer Blätter-Tabekc, in Ballen, wie auch ansgewagcn, zu tilligsten Prllseu. Gehrke n. Krause,[4,00] Lothrlngerstr. 4i, früher Wollancksstr. 16. Gesucht sofort 1 b!« 2 tüchtige Bürsten- machergeselle« aus Borsten- nud Laden« Arbeit. Lohn pr. Woche 3 Thlr. uud dar- über bei freier Station. Reisekosten werdm mit 3 Thlr.— vierter Klasse— vergütet. Offerten suK II, 0343 befördert die Annoncen-Expedition v. Haasenstei« und Vogler in Hamburg._[4,001 «ruck na» Berlag von 4. Jhrm««ig» Verantwortlich für die Redaktion: A. Küster in Berlin.